Eine Welt ohne Namen - Die 1. Reise

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    • Hallo Kisa, vielen Dank für deine Kommentare und Korrekturen. Das mit den Schreibereien von Matthias, die kursiv oder in einer anderen Schrift geschrieben sein sollten, hatte ich von vorneherein so gemacht, das ist bei dir nur verloren gegangen, weil du es vor der Korrektur in deinen Spoiler kopiert hast. Aber das ist dir offenbar schon selbst aufgefallen.

      Zu deinem letzten Kommentar: Ja, da hast du mich wohl erwischt. Einen wirklich logischen Grund dafür, dass Maja Karim und Jinna hier hilft, aber gleichzeitig etwas ganz anderes will, gibt es eigentlich nicht. Was das mit dem Traum angeht: Maja weiß eigentlich, dass es kein Traum ist, doch tief drinnen will sie es an dieser Stelle nicht akzeptieren.
      Aber ich kann verstehen, wenn diese ganzen "Unentschlossenheiten", wie du sie nennst, den Leser verwirren. Maja handelt hier etwas irrational, aber ich erkläre es so, dass sie von der Situation einfach völlig überfordert ist. Außerdem hat sie ein paar hitzköpige, übereilte Entscheidungen getroffen und jetzt kann und will sie nicht mehr zurück. Sie mag und vertraut Karim und Jinna, wenn sie sie jetzt verlassen würde, hätte sie niemanden mehr. Aber es ist nicht immer ganz schlüssig, da hast du recht. Zu Majas Gefühlschaos kommt auch noch eine Komponente, von der man erst später erfährt, da bist du noch nicht ganz angekommen, obwohl ich nicht sicher bin, ob das richtig rüberkommt.

      Ob ich mir mit der Figur nicht einig war, was sie machen sollte und warum? Das ist echt schwer zu beantworten.
      Ich habe immer recht spontan entschieden, was Maja als nächstes tut und ihre Gefühle der jeweiligen Situation angepasst. Und zwar so wie sie mir authentisch erschienen.

      Schwierig war es vor allem weil ich die Geschichte mehrmals massiv überarbeitet habe und oft Dinge hinzugekommen sind. Die aktuelle Version hier ist vermutlich um einiges plausibler und konsequenter, als die erste, aber es war nicht möglich, alles auszubügeln, was mir nicht logisch vorkam.
      In den ersten Versionen war Maja beispielsweise noch streitsüchtiger als in dem, was du jetzt liest. Ich glaube, ich selbst hätte mich damals gerne mehr mit anderen gestritten, war aber ein Mensch, der im passenden Moment nie die richtigen Worte gefunden hat und auch Angst vor den Konsequenzen hatte, weshalb ich eigentlich alles eingesteckt habe. Mit Maja habe ich mir einen Charakter geschaffen, der die Dinge nicht so hinnimmt und sich beschwert. Obwohl sie es natürlich umsonst tut, denn in ihrer Situation hilft Streiten nicht viel. Ein bisschen Diplomatie täte ihr ganz gut.
      Später in der Geschichte ist mir aufgefallen, dass Maja sicher Heimweh haben muss. In den Überarbeitungen habe ich das dann auch in den Anfang der Geschichte eingefügt. Und so ist eine Schicht nach der anderen darauf gekommen. Kann sein, dass es manchmal verwirrend ist und ich gebe zu, dass meine Geschichte nicht perfekt ist.

      Ansonsten muss ich noch sagen, dass ich Majas Gefühle realistisch halten wollte. Ich hab damals viele Bücher gelesen, in denen der Protagonist in eine andere Welt gerät und damit prima zurecht kommt. Sie scheinen ihr Zuhause fast zu vergessen und wissen scheinbar immer genau, was sie tun wollen und was nicht. Ich hab versucht, mich in diese Situation hineinzuversetzen und dachte, dass ich ziemlich verwirrt wäre. Vielleicht habe ich es übertrieben und Maja ist ein bisschen gestört.

      Aber eigentlich muss ich auch sagen, dass ich Maja als Charakter eigentlich ziemlich gut kenne. Ich weiß, was sie in welchen Situationen tun würde. Also auch wenn es manchmal etwas durcheinander wirkt, versuche ich doch, eine gewisse Richtung beizubehalten.

      Ein letzter Punkt noch: Es ist gar nicht so einfach, die Entscheidungen, die ein Charakter in einer Situation treffen würde, und die Richtung, in die die Geschichte gehen soll, unter einen Hut zu bringen. Ich denke, jeder Autor, der die grobe Richtung seiner Geschichten im Voraus kennt, kann ein Lied davon singen. Mittlerweile bin ich etwas besser darin, aber in dieser Geschichte brauchte ich noch etwas Übung, die beiden Dinge aufeinander abzustimmen. Ich hoffe, du kannst mir die ein oder andere Ungereimtheit verzeihen.

      Jetzt noch zu der Frage: Warum hilft sie Karim und Jinna. Diese Frage habe ich tatsächlich im ersten Band nicht beantwortet, sie mir später aber selbst gestellt. Und eine Lösung gefunden. Es wird auf jeden Fall noch mal angesprochen werden, mehrmals sogar und das nächste Mal sehr bald (sobald ich wieder zum posten komme). Deshalb finde ich es lustig, dass du die Frage jetzt stellst. Ob ich die Antwort auf die Frage jemals im Text schreiben werde, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich hoffe eigentlich, ihr kommt irgendwann selbst darauf.

      So, das war ein sehr langer Text und der Inhalt war etwas wirr. Falls du bis hierhin gelesen hast, dann Hut ab. Hoffentlich habe ich dich nicht noch mehr verwirrt.

      LG Dinteyra
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • Dinteyra schrieb:

      Ob ich mir mit der Figur nicht einig war, was sie machen sollte und warum? Das ist echt schwer zu beantworten.
      Ich habe immer recht spontan entschieden, was Maja als nächstes tut und ihre Gefühle der jeweiligen Situation angepasst. Und zwar so wie sie mir authentisch erschienen.
      Ich treffe teilweise auch gerne spontane Entscheidungen was meine Figuren angeht, da lasse ich mich dann auch gerne von meiner eigenen Gefühlswelt leiten. In meinen Geschichten die ich hier online gestellt habe sieht man das nicht so sehr, aber in den Fan-Fictions die ich schon geschrieben habe ist das ganz deutlich. Solange man es aber hinbekommt, seine spontanen Ideen und Gefühle letztendlich der eigentlichen Handlung beizufügen ist alles gut und da will ich auch niemanden kritisieren, wie er zum Schluss seiner Geschichte kommt und wie er seine Ideen entwickelt. Da hat jeder seine ganz eigene Methode und das ist auch gut so. Sonst muss man sich zu sehr verbiegen und dann kann es sein, dass man die Lust am schreiben verliert, was ich definitiv absolut scheiße finde! (entschuldige die Ausdrucksweise :whistling: )

      Dinteyra schrieb:

      Später in der Geschichte ist mir aufgefallen, dass Maja sicher Heimweh haben muss. In den Überarbeitungen habe ich das dann auch in den Anfang der Geschichte eingefügt. Und so ist eine Schicht nach der anderen darauf gekommen. Kann sein, dass es manchmal verwirrend ist und ich gebe zu, dass meine Geschichte nicht perfekt ist.
      Keiner erwartet das eine Geschichte perfekt ist. Ich meine, du findest in jeder Geschichte die hier im Forum steht irgendwo Fehler. Egal ob es nun in Rechtschreibung und Grammatik ist, oder eine Mangelnde Gefühlswelt oder Logik-Fehler. Wir sind keine Maschinen und daher machen wir Fehler. Es erwartet niemand das man auf anhieb eine perfekte Geschichte produziert. Selbst in Büchern die von Verlagen verlegt werden sind teilweise noch Fehler drin ,welche die Lektoren einfach übersehen haben. Das ist nicht schlimm, sondern einfach nur menschlich und ich erwarte bestimmt nicht, dass du eine perfekte Geschichte schreibst.
      Ich bekomme das selber nicht hin, dann erwarte ich es auch nicht von anderen. Sieht man ja beim Geheimbund. Da ist die eigentliche Handlung in der ersten Version erst auf Seite 215 gestartet wo Jennagon mich fast für erschlagen hätte. In der Neufassung beginnt, dass ja schon viel früher. So ändern sich Geschichten und oft ist es so, dass einem die neuen Varianten besser gefallen als die alten. Bei mir ist das zumindest so :D

      Dinteyra schrieb:

      Ein letzter Punkt noch: Es ist gar nicht so einfach, die Entscheidungen, die ein Charakter in einer Situation treffen würde, und die Richtung, in die die Geschichte gehen soll, unter einen Hut zu bringen. Ich denke, jeder Autor, der die grobe Richtung seiner Geschichten im Voraus kennt, kann ein Lied davon singen. Mittlerweile bin ich etwas besser darin, aber in dieser Geschichte brauchte ich noch etwas Übung, die beiden Dinge aufeinander abzustimmen. Ich hoffe, du kannst mir die ein oder andere Ungereimtheit verzeihen.
      Natürlich verzeihe ich dir die Ungereimtheiten, allerdings werde ich dich bestimmt auf das eine oder andere noch einmal ansprechen wenn mir die Ungereimtheiten zu groß erscheinen und ich der Ansicht bin, dass man das durchaus klarer schreiben könnte. und was das wirre schreiben dieses Textes angeht. der ist nicht wirr, wenn du mich fragst, ich bin jedenfalls gut durchgestiegen und das ist die Hauptsache. Ich werde dich in der Geschichte einfach Sachen hinweisen die mir auffallen und dann kannst du entscheiden wie du es änderst und ob du es änderst, dazu besteht ja keine Pflicht. Aber ich freue mich wenn ich dir dabei helfen kann, die Geschichte noch ein Stück weit zu verfeinern. Denn gut geschrieben ist sie auf alle Fälle und auch was du geschrieben hast ist super, auf die Idee so eine Welt zu erschaffen, mit den Toren und den Kamiraen wäre ich nicht gekommen und da ziehe ich ohnehin schon de Hut vor dir.
      Ich mache nur Anmerkungen und bewirke vielleicht, dass du über den einen oder anderen Punkt noch einmal nachdenkst :)

      So ich bin jetzt auch viel zu lang geworden in meinen Ausführungen, aber ich hoffe, dass du verstanden hast worauf ich hinaus will. Niemand erwartet perfekte Geschichten zu lesen weder von dir noch von jemand anderen und der Prozess wie du letztendlich zu deiner Geschichte und deinen Figuren gekommen bist, ist ganz alleine dir überlassen. Da hat jeder eine andere Methode.

      LG
      Kisa

    • @Dinteyra
      Aus Zeit Gründen hat es etwas länger gedauert bis ich dieses Kapitel gelesen und dann auch korrigiert hatte, aber ich hoffe, dass ich in Zukunft so weiter machen kann und die anderen Abschnitte schnell aufholen kann, damit ich mich voll und ganz auf den zweiten Teil von Majas Geschichte konzentrieren kann. Dennoch hat mir dieser Teil gut gefallen und die Szene mit dem Fliegen bzw. der Landung hast du sehr gut beschrieben. Das wirkte authentisch sofern ein Flug auf einem Halbdrachen authentisch wirken kann :D

      LG
      Kisa

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      Dinteyra schrieb:

      Das Fest in Ilster



      „Wir hatten doch abgemacht, dass du dich fürs erste von den Städten fernhältst“, sagte Karim. „Dein Gesicht hängt an jedem zweiten Baum.“
      „Stimmt doch gar nicht. Bloß weil wir ein Plakat gesehen haben.“
      „Ach komm schon Karim“, sagte(wandte) Jinna_(sich an Karim). „Ich würde gerne gehen.“
      „Es geht mir nur um die Sicherheit“, meinte ihr Bruder.
      „Du übertreibst“, entgegnete Maja. „Die Leute hier interessiert es eh(ohnehin -- klingt schöner) nicht, wenn Dreizehn mich suchen lässt. Soll er doch. Außerdem werde ich mich verkleiden. Und bei dem Fest fallen wir in der Menge gar nicht auf. Tamor hält es für vollkommen unbedenklich.“
      Und ich finde, wir könnten ein bisschen Spaß gut gebrauchen“, sagte(stimmte) Jinna_(dem anderen Mädchen zu).
      „Spaß?“, fragte Karim_(skeptisch). „Glaubst du wirklich, ich kann Spaß haben, während unsere Mutter im dreizehnten Königreich gefangen ist?“
      Mit einem Schlag huschte ein Schatten über Jinnas Gesicht.
      „Ein bisschen Ablenkung tut vielleicht ganz gut“, meinte(schlug) Maja, als sie das sah(vor).


      Schließlich rangen sie sich doch dazu durch, das Fest zu besuchen. Tamor hatte sich die Verkleidung_(für) Majas(Maja) gründlich durch den Kopf gehen lassen. Er besorgte ihr ein traditionelles, rotes Kleid und ihre Haare wurden zu einer_(Komma) hier üblichen_(Komma-- bei den beiden bin ich mir nicht sicher, aber ich würde sie setzten) Frisur geflochten. Zuvor hatte Tamor damit allerdings etwas Besonderes gemacht,(Punkt) sie waren nun nachtschwarz. Maja war sich zuerst etwas mulmig vorgekommen, als Tamor ihre Haare in eine dunkle, rauchende Flüssigkeit getaucht hatte, denn bei ihrer Mutter hatte das Haare färben(zusammen) anders (und weniger gefährlich) ausgesehen. Vor allem hatte das Färbemittel nicht so gequalmt, nach der Prozendur, als sie endlich die Fenster öffnen durften (vorher hatte Tamor das nicht erlaubt) stob dichter, schwarzer Rauch aus ihnen, wie bei einem Brand. Das Dienstpersonal schien das nicht zu stören,(Punkt) offensichtlich waren sie merkwürdige Zaubereien im Haus gewöhnt. Als der Rauch endlich abgezogen war, betrachtete Maja sich im Spiegel. Sie erkannte sich selbst kaum wieder. Mit dem schwarzen Haar sah ihr Gesicht viel blasser aus und die Frisur ließ sie mindestens zwei Jahre älter wirken.


      Sie verließen das Haus durch die große, weiß-goldene Eingangshalle. Als sich alle darin versammelt hatten_(Komma) klopfte Tamor mit einem langen Stab drei Mal auf den Boden und mit einem Mal verwandelten sich die goldenen Fenster an den Wänden in verschiedenfarbene Türen. Maja entdeckte_(sofort) die kleine grüne Tür, durch die sie in dieses Haus(Anwesen/Gebäude/Hütte etc.) gelangt waren, sofort.
      Tamor zeigte als erstes auf eine rote Tür. „Diese Tür führt zu meinem Haus in Ilster. Da ihr aber keine Zauberer seid, könnt ihr sie nicht benutzen. Ihr müsst das Haus auf demselben Weg verlassen, wie ihr es betreten habt. Die grüne Tür bringt euch nach Jarub, von da aus können euch Taramos und Penelope nach Ilster tragen. Er öffnete sie und hielt sie für die Kinder auf. Dann verließ er als letzter sein Haus.
      Maja betrat den Rasen auf der Hügelkuppe. Hinter ihr war das weiße Haus mit den grünen Fensterläden, vor ihr fiel der Hügel weit ab und sie konnte das Dorf Jarub sehen.
      Tamor führte sie allerdings auf der anderen Seite ein paar Meter den Hügel(den kleinen Abhang) hinab. Auf einer großen Wiese gebot er Maja, Matthias, Karim und Jinna stehen zu bleiben und brachte ein wenig Abstand zwischen sich und sie. Dann zog er eine dünne_(Komma) silberne Pfeife aus der Tasche und blies hinein. Nichts war zu hören und Maja fühlte sich an eine Hundepfeife erinnert.
      „Schaut nur!“, rief Jinna plötzlich und zeigte auf einen verschwommenen Punkt über den Bergen des großen Gebirges, das sich groß und klar vor dem Himmel abhob. Maja fragte sich, was für ein Punkt das war(Mein Vorschlag: Maja fragte sich, was das sein konnte, als es immer näher auf sie zukam). Dann bemerkte sie, dass er näher kam. Es musste ein Halbdrache sein. Noch näher kam er und Maja erkannte(Mein Vorschlag: "Als es noch näher kam, stellte Maja fest..."), dass es nicht einer, sondern zwei Punkte – zwei Halbdrachen – waren. Aus der Ferne sahen sie aus wie Riesenschlangen mit Flügeln. Sie flogen sehr elegant und erinnerten an Greifvögel, wie sie kaum mit den Flügeln zu schlagen brauchten. Über der Wiese, auf der Tamor und die Kinder standen, begannen sie zu kreisen. Sie waren merkwürdigerweise orange mit schwarzen Flügeln und ihre Augen funkelten rot. Misstrauisch beäugten sie die vier Unbekannten. Tamor winkte ihnen zu und bedeutete ihnen zu landen.
      Als die Halbdrachen gelandet waren(vergruben ihre Krallen in dem Gras der grünen Wiese und Maja musste sich eingestehen...), musste Maja sich eingestehen, dass sie nicht wie Schlangen, sondern eher wie geflügelte Molche aussahen. Ihr Bauch war tatsächlich orange, ebenso der Kamm, der sich über ihren Rücken bis zum Schwanz zog(erstreckte), (Punkt)ansonsten waren sie allerdings dunkelgrün, fast _(schon) schwarz. Auch der Kopf der Wesen erinnerte an Molche, nur die spitzen Zähne zeigten, dass Halbdrachen Raubtiere waren. Die dünnen, kurzen Beine, die sie im Flug wie Molche beim Schwimmen eng an die Seiten angelegt hatten, trugen nun den Körper, dafür waren die Flügel angelegt.
      Der eine Halbdrache war etwas größer als der andere und sehr dunkel. Außerdem schien sein Bauch leuchtender. Der andere war heller und sein Bauch hatte einen unübersehbaren Beigestich. Beide trugen eine Art Sattel mit vielen Gurten und Riemen.
      „Das ist Taramos und das Penelope“, erklärte Tamor und deutete zuerst auf den größeren und dann auf den kleineren Halbdrachen. „Ich habe sie schon bei Sonnenaufgang satteln lassen."
      Und da sollen wir drauf reiten?“, fragte Karim skeptisch. „Du weißt, dass Halbdrachen Raubtiere sind_(Komma) _(oder?).“
      „Niemand weiß das besser als ich“, sagte(gab) Tamor_(zurück). „Aber sei beruhigt, Taramos und Penelope – nun ja, ich will nicht sagen, sie sind ungefährlich, sie brauchen schon ihre Freiheit, aber sie fressen keine Menschen,(Punkt) also kannst du unbesorgt sein. So, ich würde sagen, der Schwerste und der Leichteste“, er deutete auf Karim und Matthias, „gehen auf einen und die Mädchen auf den anderen.“
      Er ging zu Penelope und winkte Karim und Matthias hinterher zu kommen. Karim schritt nur sehr zögerlich voran.
      „Jetzt mach schon Junge,(Punkt) wir haben nicht den ganzen Tag Zeit“, machte Tamor Karim Beine und half ihm dann, auf Penelope zu klettern. Nachdem er ihn sicher festgeschnallt hatte_(Komma) hob er Matthias hinter Karim auf den Sattel und schnallte auch ihn fest. Penelope scharrte mit den krallenbesetzten Füßen.
      Dann mussten Maja und Jinna aufsteigen. Maja saß vorne und klammerte sich an Taramos Hals fest, während Tamor sie festgurtete. Als auch Jinna im Sattel saß_(Komma) ging Tamor zum Kopf von Taramos(des männlichen Halbdrachens --- die Namen klingen so ähnlich --> Verwirrung) und sagte ihm ein paar Worte.
      „Kommen Sie nicht mit?“, fragte Maja_(ängstlich).
      „Ich nehme den direkten Weg von meinem Haus nach Ilster. Zu fünft können uns die beiden nicht so leicht tragen. Ich erwarte euch im Wald vor der Stadt.“ Er ging ein paar Schritte zurück. „Los jetzt, Taramos“, rief er_(dem Tier zu).
      Taramos stieß sich von der Erde ab.
      Maja schrie auf, als ihr Herz sich anfühlte, als wollte es seinen Platz mit ihrem Magen tauschen. Sie rollte sich zusammen und klammerte sich gleichzeitig am Sattel und an Taramos fest. Jinna schlang ihre Arme fester um sie. Maja schloss die Augen und wagte nicht, sie zu öffnen, bevor Taramos seinen Steigflug nicht beendet hatte. Endlich hörten sie auf zu steigen. Maja öffnete die Augen und wagte einen Blick nach unten. Das Haus mit den grünen Fenstern war längst nicht mehr zu sehen, stattdessen erblickte sie unter sich einen Flickenteppich aus Feldern und ab und an eine Gruppe winziger Häuser und zwischen diesen Häusern noch winzigere Menschen und Tiere ...
      „Wie lange ist es wohl nach Ilster?“, fragte Jinna mit brüchiger Stimme.
      „Wahrscheinlich nicht so weit“, sagte(erwiderte) Maja. „Hoffentlich.“
      Der Flug dauerte tatsächlich nicht allzu lange. Schnell hatten sich die Kinder an die Höhe gewöhnt. Taramos und Penelope hielten das Gebirge immer in der gleichen Entfernung links von ihnen, das bedeutete, sie flogen nach Norden. Nach fünfzehn Minuten erreichten sie einen großen Wald und nach einer weiteren Viertelstunde gingen die Halbdrachen schließlich in einen steilen Sinkflug, der ihren Reitern die Freude am Fliegen gleich wieder verdarb.
      Maja kniff die Augen zu und konzentrierte sich darauf, das ungute Gefühl in ihrem Magen unter Kontrolle zu halten. Plötzlich schrie Jinna auf und Maja öffnete schleunigst wieder die Augen,(Punkt) gerade noch rechtzeitig um zu sehen, dass sie auf das Blätterdach des Waldes zurasten. Sie duckte sich und schützte den Kopf mit den Händen, dann krachten sie durch Blätter und Äste und kamen äußerst unsanft auf dem Boden auf.
      Maja sah sich um. Weit und breit konnte sie nur Bäume sehen, Tamor war nicht in Sicht. Taramos schüttelte sich und einzelne Äste fielen von ihm ab. Er sah etwas zerkratzt aus und Maja fragte sich, ob die Landung so geplant gewesen war. Wo waren die anderen? Dann legte Taramos sich auf den weichen Waldboden, breitete die Flügel aus und schloss die Augen. „Alles klar mit dir?“, fragte Maja.
      „Mir geht’s prima“, antwortete Jinna.
      „Ich meinte Taramos.“
      „Danke auch“, sagte(gab) Jinna beleidigt_(zurück).
      Taramos hob ein Lid und starrte Maja aus seinem roten Auge an. Konnte er sie verstehen? Mit Sicherheit konnte sie es weder bestätigen noch ausschließen.
      „Jinna!“ Karim kam von Norden auf sie zugelaufen, hinter ihm gingen Matthias, Tamor und Penelope, die auf dem Waldboden sehr unsichere Schritte machte.
      Karim machte ebenfalls sehr unsichere Schritte, was aber wahrscheinlich daran lag, dass er gerade erst von Penelopes Rücken geklettert war. Maja öffnete die Gurte, die sie festhielten und sprang von Taramos herunter. Einen Moment lang schwankte sie, der Boden schien so fest, dann hatte sie das Gleichgewicht wieder und konnte Jinna helfen.


      Ilster war etwa einen Kilometer von dem Ort entfernt, an dem sie gelandet waren,(Punkt) eine Strecke, die sie recht schnell hinter sich brachten. Die Stadt war die größte, die Maja in dieser Welt bisher gesehen hatte,(Punkt) eine fünf Kilometer lange Stadtmauer umgab sie, an der alle vierhundert Meter ein trutziger(Was meinst du damit?) Wachturm oder ein Stadttor standen.(Absatz) Tamor führte sie durch das südlichste Tor hinein. Die Straßen waren sehr voll, augenblicklich befanden sich wohl viel mehr Menschen in der Stadt, als hier eigentlich wohnten(für gewöhnlich).
      „Das Fest hier wird jährlich zu Ehren von Tamira veranstaltet“, erklärte Tamor. „Es ist einzigartig in dieser Welt. Es wird bereits seit vielen Jahren gefeiert und über die Jahre hat sich seine Bedeutung gewandelt. An diesem Tag ist Jarub ein Ort der Freiheit und der Gleichberechtigung. Viele Gruppen versuchen hier, ihre Gesinnungen unter das Volk zu bringen. Es gibt zahlreiche Informationsstände(Das gehört für mich wieder in Majas eigentlich Welt und nicht in diese, aber ich wüsste auch kein besseres Wort um das zu beschreiben was du meinst). Lasst euch nicht von den Leuten daran(darin) anquatschen, die lassen euch in drei Stunden _(lang) noch nicht gehen“, fuhr Tamor fort. „Und seid vorsichtig, euch nicht zu lange bei den Demokraten aufzuhalten.(Finde ich unglücklich formuliert. Mein Vorschlag: "Seid vorsichtig und haltet euch nicht zulange bei den Demokraten auf") Die Stadtwache untersteht dem Großkönig und seinem Despriten(Punkt) und sie haben jedes Jahr ein besonders scharfes Auge auf alle, die andere Regierungsformen durchsetzen wollen. Auf anderen Festen müssten diese Leute um ihr Leben fürchten, aber hier nicht. Das ist das besondere in Ilster. Trotzdem sollte man sich von ihnen fernhalten, wenn man unerwünschte Aufmerksamkeit vermeiden möchte. So wie du.“_(sagte er und warf Maja dabei einen bedeutungsvollen Blick zu)
      „Was vertreten die da?“, fragte Maja_(neugierig) (Punkt) und(Sie) deutete auf einen Stand, der mit bunten Runen und glitzernden Sternen geschmückt war. Die meisten Menschen machten einen Bogen um diesen.
      „Sie verlangen Magie für alle. Was sie dabei vergessen, ist dass man sehr früh anfangen muss, um Magie zu erlernen. Hat man eine bestimmte Altersgrenze überschritten, ist es vollkommen sinnlos.“
      „Wie früh?“, fragte(wollte) Maja_(wissen).
      „Im Alter von vier bis sechs Jahren.“
      „Schade. Es wäre sehr praktisch, wenn ich zaubern lernen könnte.“
      „Das denken sich diese Leute auch. Siehst du, wie die Menschen einen Bogen um diesen Stand machen? Zauberer, selbst solche, die nur Möchtegerne sind, werden in großen Teilen der Bevölkerung gefürchtet.“
      Und was wollen die dort?“, fragte Maja, plötzlich von einem anderen Stand abgelenkt. Ein Zeichen, ähnlich wie das Yin und Yang Zeichen(Symbol), allerdings in grün und blau, zierte den Stand. Die Leute dort schienen ihre Sache besonders enthusiastisch zu vertreten und sie strahlten in einem fort.
      „Die wollen die Einheit beider Welten. Mehr Handel, freie Reisen, und so weiter. Aber sie haben ein völlig abgedrehtes Bild von der anderen Welt. Sie glauben, dort ist alles besser. Ich will nicht wissen, was wirklich passiert, sollten deren Forderungen je erfüllt werden. Aber dazu kommt es nicht, es ist physikalisch nicht möglich,(Punkt) wir kennen schließlich nur zwei Tore.“(<-- Ist eigentlich keine wirkliche Begründung wegen dem physikalischen Zusammenhang wenn du mich fragst)
      „Gibt es in dieser Welt eigentlich so was wie Religionen?“, fragte Maja.
      „Wir brauchen keine Religionen,(Punkt) wir haben Magie_(Komma) um uns zu erklären, was wir nicht verstehen. Obwohl ... wahrscheinlich ist dann diese unsere Religion. Auf eine Art und Weise.“
      Sie waren an einem großen Platz angekommen, an dem das Treiben besonders bunt war. In seiner Mitte stand eine große Statue aus Bronze.
      „Das ist Tamira, noble Patronin dieses Festes“, erzählte(erklärte) Tamor. „Ich muss in dieser Stadt etwas erledigen,(Punkt) ihr könnt unterdessen ein wenig über das Fest gehen. Wir treffen uns bei Anbruch der Dunkelheit hier wieder.“
      Maja schaute zu der Statue hoch. Tamira hatte offenes, langes Haar und ein herzförmiges Gesicht. Sie trug eine Art lange Tunika und Sandalen, außerdem einen Umhang wie auch Maja ihn vor kurzem noch getragen hatte.
      „Kommst du, Maja?“ Das war Jinna, die auf sie wartete. „Die Jungs sind Boot fahren gegangen.“
      Am Rande des Platzes war ein großer Teich auf dem Wettrudern stattfand. Immer zwei Ruderer mussten in einem schmalen Kanu gegen zwei andere antreten. Karim und Matthias hatten sich in die Schlange eingereiht.
      „Kostet das nichts?“, rief Maja als sie und Jinna sich in die Reihen der Zuschauer gesellten.
      „Doch“, sagte Jinna. „Aber Tamor hat uns etwas Geld gegeben.“
      „Ich würde auch gerne mitmachen“, sagte Maja.
      „Das wäre unklug, jemand könnte dich erkennen.“
      „Niemand erkennt mich.“
      Die beiden Jungen waren bald an der Reihe und kletterten ins Boot.
      „Team eins hat das Boot betreten!“, rief ein Mann, dessen laute Stimme über das Wasser zu ihnen herüberhallte. Er beugte sich zu den Jungen herunter und fragte sie nach ihrem Namen. „Karim und Matthias heißen die mutigen Seemänner. Sag mal Karim, bist du dir sicher, dass dein Mitstreiter nicht ein bisschen klein ist? Aber mir soll es recht sein, hier kommen eure Gegner.“
      Zwei Frauen stiegen in das zweite Boot, von jubelnden Rufen einer ganzen Gruppe Frauen begleitet.
      „Es geht los. Eins, zwei, drei!“ Der Mann schlug mit einem Stock gegen eine Art Trommel, was einen lauten Knall verursachte.
      Karim und Matthias legten sich mächtig ins Zeug. Maja und Jinna feuerten sie an, aber gegen die beiden Frauen im anderen Boot, die mit eiserner Entschlossenheit und einwandfreier Technik ruderten, hatten die zwei einfach keine Chance. Und dann kippte auch noch ihr Boot um. Maja und Jinna zogen sie pudelnass aus dem Teich und sorgten dafür, dass sie sich auf einer Wiese in die Sonne legten. Zum Glück war es ein heißer Tag und bald waren die beiden wieder trocken.
      „Ich könnte was zu trinken gebrauchen“, rief Karim.
      Jinna besorgte Saft und die Kinder genossen den Nachmittag auf der Wiese während sie wie viele andere auch den verschiedensten Leuten bei einer Art ‚Hau den Lukas’ zusahen. Sie hatten keine Eile weiter zu kommen,(Punkt) sie wussten, dass sie noch genug Zeit hatten.
      Schließlich entschlossen sie sich dann doch über das Fest zu gehen. Außer den Informationsständen verschiedenster politischer oder auch weniger politischer Ideen gab es eine ganze Reihe Belustigungsstände, zum Beispiel Glücksspiele, Wettkämpfe im Bogenschießen und ein Spiel, bei dem mit Steinen auf Eier geworfen wurde.
      Da Karim und Matthias Boot gefahren waren_(Komma) wollten Maja und Jinna auch etwas machen. Sie entschieden sich für das Bogenschießen. Wer drei Mal hintereinander das Ziel traf gewann einen kleinen Lederbeutel.
      „Na, auch von der Emanzipationsbewegung?“, fragte der Besitzer des Schießstandes. „Die räumen mir heute den ganzen Laden leer. Wollen unbedingt beweisen, dass Frauen auch Bogenschießen können. Als wenn ich je daran gezweifelt hätte.“
      Jinna fing an, aber sie verfehlte das Ziel um Zentimeter. Majas erster Schuss ging voll daneben, sie schaffte es nicht den Pfeil richtig loszulassen. Sie erinnerte sich daran, wie ihr Vater ihr das Bogenschießen beigebracht hatte, als sie sich einmal einen Bogen gebastelt hatte_(Komma) um damit Indianer zu spielen. Natürlich war der Bogen, den sie jetzt in der Hand hielt ein viel besserer. Der nächste Schuss traf fünf Zentimeter neben der Scheibe, der dritte Pfeil saß im Ziel.
      Stolz wie Oskar ging Maja mit den anderen weiter, auch wenn sie keinen Preis gewonnen hatte.
      „Wir hätten fragen sollen, ob Matthias es mit seiner Steinschleuder hätte probieren dürfen“, sagte Jinna gut gelaunt. „Er trifft damit schließlich alles.“ Sie klopfte ihm auf die Schulter.
      Maja fiel auf, dass offenbar nichts so gut vermocht hatte, das Eis zwischen Karim_(Komma) und Jinna und Matthias zu brechen, wie dieses Fest. Die beiden scherzten mit ihm, obwohl er nicht einmal antworten konnte.
      Plötzlich knallte Maja gegen etwas und fiel zur Erde. Gedankenverloren war sie gegen einen Mann gelaufen. Er bot ihr jetzt die Hand_(an) und zog sie hoch(wieder auf die Beine).
      „Denkst du, die Monarchie steht dieser Welt im Weg, wie ich gerade dir im Weg stand?“, fragte er.
      Maja ignorierte ihn,(Punkt) sie hatte Dringenderes im Kopf, sie konnte die anderen nicht mehr finden(sehen).
      „Karim?“, rief sie. „Jinna, Matthias?“ Doch sie waren nicht mehr da.
      Nach etwa zehn Minuten musste Maja sich eingestehen, dass sie die anderen nicht mehr finden würde und machte sich auf den Weg zur Statue von Tamira. An ihrem Sockel blieb sie stehen und sah zu dem großen Gesicht auf. Tamira lächelte freundlich und hatte ihre Augen in die Ferne gerichtet. Es schien, als könnte sie die ganze Stadt überblicken.
      „Da bist du ja. Wir haben uns aufgeteilt_(Komma) um dich zu suchen. Die anderen kommen gleich.“
      Maja wandte den Blick widerwillig von Tamiras Gesicht ab und sah Karim an. Plötzlich sah sie aus dem Augenwinkel etwas auf Tamiras Brust blitzen. Schnell sah sie genauer hin.
      „Karim“, rief sie überrascht. „Sie trägt das Zeichen von Pheris. Sie ist eine Kamiraen.“

    • @Dinteyra
      Wieder ein toller Teil und ich entschuldige mich, dass es so lange gedauert hat, bis ich die Korrektur online gestellt habe. Gelesen habe ich diesen und auch den nächsten teil schon vor einer Woche, hatte aber bis jetzt irgendwie noch nicht ausreichend Zeit die Korrektur hier umzusetzen. Dennoch ein schöner und vor allem spannender Teil. Die Idee mit der Kugel fand ich einfach klasse :thumbsup:

      LG
      Kisa

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      Dinteyra schrieb:

      Die Rauchkugel



      „Was?“
      „Sie ist eine Kamiraen?“
      „Wer denn?“
      „Tamira. Siehst du nicht das Zeichen von Pheris, das sie trägt?“
      „Du meinst, das Teil, was du auch hast.“ Plötzlich leuchteten Karims Augen auf. „Ja, ich sehe es. Komisch(Merkwürdig), das ist mir vorher gar nicht aufgefallen.“
      „Mir auch nicht“, sagte(gab) Maja_(zu). Beunruhigt sah sie sich um. Sie hatte mal wieder ein komisches Gefühl, als ob sie jemand beobachtete. Auf dem Platz mit der Statue standen und gingen viele Leute, manche davon waren mittlerweile betrunken. Maja schaute nach oben. Die Dämmerung setzte schon ein und verwandelte den Himmel in ein violett-blaues Dach. Sie setzte sich auf den Sockel der Statue und dachte nach. Sie hatte die Statue(Skulptur) einer Kamiraen gefunden. Hielten die Menschen so viel von diesen, dass sie ihnen sogar Statuen(Denkmäler/Monomente) widmeten? Warum gab es dieses Fest? Was hatte Tamira getan, dass man sie bewunderte? Maja griff unter ihr Kleid und zog das goldene Amulett hervor. Das Zeichen von Pheris. Würde es irgendwann auch eine Statue von ihr geben? Konnte sie dieser Welt etwas geben, was sie dieser Ehre würdig machte? Maja schaute zu der Statue auf und fühlte sich auf einmal sehr verbunden mit Tamira. Sie gab ihr eine schwer beschreibbare Hoffnung. Auch den Menschen auf diesem Fest gab sie Hoffnung. Sie brachten Ideen hierher, die die meisten für verrückt hielten.
      Auch wir haben eine solche Idee, dachte Maja. Wir haben etwas vor, von dem niemand glaubt, dass wir es schaffen könnten. Und doch sind wir heute, hier auf diesem Fest, entspannter. So blöd die Umstände auch sind, wir haben ein bisschen Spaß. Und neue Hoffnung.
      Plötzlich packte jemand Maja von hinten. Maja(Sie) wollte schreien, aber die Person hatte ihr die Hand vor den Mund gelegt. Es war eine starke Männerhand. Maja versuchte, hinein zu beißen, aber sie schaffte es nicht. Die zweite Hand des Mannes packte Majas(ihre) Arme und verdrehte sie hinter ihrem(ihren) Rücken. Dann zog man sie durch die Menge, weg von der Statue. Majas Augen suchten verzweifelt die von jemand anderem, aber niemand schien zu bemerken, dass hier gerade ein Kind entführt wurde. Der Mann führte Maja auf eine kleine Gasse zu.
      „Maja!“, schrie da plötzlich jemand hinter ihr.
      Karim, dachte sie. Sie rang kurz mit ihrem Entführer und schaffte es, sich umzudrehen. Dabei streifte ihr Blick den Mann, den sie vorher nicht hatte sehen können. Er war ihr unbekannt – aber er trug schwarze Kleidung. Karim versuchte, sie zu erreichen, doch zwei junge Männer packten ihn und hielten ihn fest(zurück). Majas Herz verkrampfte sich. Hoffentlich passierte ihm nichts.
      Ihr Entführer schleppte sie in eine Gasse und schleuderte sie gegen die Wand. Maja schrie auf _(vor Schmerz)und rappelte sich auf. Sie würde kämpfen. Sie erinnerte sich daran, wie sie in Arels Haus mit dem Besenstiel gekämpft hatte.
      Doch dieses Mal hatte sie keine Chance. Ein harter Schlag ließ sie wieder auf den Boden fallen,(Punkt) der Mann packte sie und band ihre Hände zusammen. Dann richtete er sich auf und blickte zum Anfang der Gasse. Zwei andere kamen keuchend um die Ecke gestürzt. Es waren die, die Karim aufgehalten hatten. Der eine hatte blondes Haar, der andere dunkles. Viel mehr konnte Maja von ihnen nicht erkennen, außer, dass sie beide ziemlich dreckige Hemden trugen.
      „Und, hatten wir recht?“, fragte der eine.
      „Ich weiß es nicht“, antwortete Majas Entführer.
      „Sie hat erkannt, dass Tamira eine Kamiraen war. Zuvor war mir das gar nicht aufgefallen, aber dann sah ich es auch.“
      „Sie hätte es auch von jemand anderem erfahren haben können.“
      „Wie viele wissen davon? Mit Sicherheit nicht viele. Und ihr wisst doch: Die Kamiraen erkennen einander. Wenn sie es gesehen hat, muss sie eine sein.“
      „Wir reden immerhin über eine Statue. Ich habe nie gehört, dass diese Regel bei Statuen funktioniert.“
      „Ich habe nie gehört, dass Tamiras Statue das Zeichen von Pheris trägt.“
      „Es ist nicht einmal das richtige Zeichen(Symbol). Es ist nur eine Abbildung. Und vielleicht hast du dich verguckt. Ich sehe kein Amulett bei der Statue.“
      „Ich zuerst auch nicht, aber nachdem ich wusste, wonach ich suchte, habe ich es erkannt. Vielleicht, weil ich es von einer Kamiraen erfahren habe?“
      „Schluss jetzt!“, mischte sich der zweite Neuankömmling ein. „Ihr könnt später weiter diskutieren Jetzt müssen wir erst mal sehen, wie wir aus der Stadt heraus kommen(zusammen).“
      Die drei führten Maja durch die engsten Gassen Ilsters und schafften es zur Stadtmauer zu gelangen, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Jedenfalls keiner, die sich um Majas Schicksal gekümmert hätte oder mutig genug gewesen wäre, ihr zu helfen. Sie hielten Maja immer noch den Mund zu. An der Mauer angekommen_(Komma) wandten sie sich nach rechts, bis sie schließlich an einer kleinen Tür ankamen, einem Seitenausgang. Der Schwarzgekleidete, Maja war sich mittlerweile sicher, dass er zur Schwarzen Garde gehörte, verschwand eine Weile und kam dann mit einem großen Schlüssel wieder.
      „Du bist genial, Gorlo“, sagte der Blonde.
      Gorlo grinste_(dreckig) und schloss die Tür auf.


      Die drei führten Maja in den Wald, der kurz hinter der Stadtmauer begann und in dem Tamor Taramos und Penelope zurückgelassen hatte. Maja hoffte, sie würden auf die beiden Halbdrachen treffen, aber sie gingen immer weiter ohne jemandem zu begegnen. Irgendwann wurde es so dunkel, dass Maja kaum noch etwas sehen konnte. Schließlich banden(fesselten) die Männer sie an einen Baum und setzten sich auf den Waldboden um zu beraten.
      Die Zeit verging und die drei(groß) redeten und redeten(Mein Vorschlag: "Während die Drei redeten und redeten verging (immer mehr) die Zeit"). Sie konnten sich nicht entscheiden, ob Maja eine Kamiraen war oder nicht. Aus irgendeinem Grund waren sie nicht in der Lage das Zeichen von Pheris, das um ihren Hals hing, zu sehen. Deshalb versuchten sie, Maja mit den Bildern von ihr zu vergleichen, die überall herum hingen. Zum Glück hatten sie keines dabei und Majas schwarzes Haar irritierte sie immerhin so sehr, dass keiner mit Sicherheit sagen wollte(konnte), dass sie es war.
      „Jetzt reicht es, ich werde Fürst Dreizehn kontaktieren“, sagte(bemerkte) Gorlo schließlich.
      Maja konnte gerade noch verhindern, zusammenzuzucken.
      Der Blonde schüttelte den Kopf. „Es kann ewig dauern, wenn wir ihm eine Nachricht schicken und wie will er das Mädchen dann erkennen?“
      „Ich werde ihm keine Nachricht schicken. Ich werde mit ihm sprechen. Wir nutzen diese Möglichkeit nur selten, da sie ein gewisses Risiko birgt.“ Er griff in eine Tasche, die er mit sich herum trug und zog eine große, mit Rauch gefüllte Kugel heraus. „Dreizehn wird sie heute Abend sehen können. Dann weiß er wenigstens, dass ich kein solcher Versager bin wie Seffjo und Knorre“, sagte(gab) er geschäftig_(zurück) _(Komma) während er die Kugel auf den Waldboden legte. Er trat einige Schritte zurück und betrachtete sein Werk.
      „Verbindung herstellen“, sagte(verlangte) er schlicht zu(von) der Kugel.
      Mit einem Schlag schien sie vor ihren Augen zu explodieren, dann schoss ein greller Blitz in den Himmel. Maja blinzelte zweimal und sah dann die Kugel etwa einen Meter über dem Waldboden schweben. In ihr wirbelte schwarzer Rauch und eine dicke Säule wuchs kurz über der Kugel scheinbar endlos in den Himmel.
      Hoffentlich sieht jemand den Rauch und rettet mich, dachte Maja und zerrte ein wenig an ihren Fesseln.
      Gorlo schritt(ging) in kleinen Schritten um die Kugel herum und blieb dann an einem Punkt links von Maja stehen.
      „Warum rufst du mich auf diese Weise?“, fragte eine Stimme, die(welche) Maja an die Stimme eines Versicherungsvertreters erinnerte. Sie schien aus der Kugel zu kommen.
      „Wir glauben, wir haben dieses Mädchen gefunden“, sagte(informierte) Gorlo_(Dreizehn). „Maja Sonnfeld.“
      „Dann tötet sie“, sagte die Stimme, so ruhig wie eh und je. Maja zerrte wieder an ihren Fesseln.
      „Wir sind uns nicht sicher, ob sie es wirklich ist. Wenn ja, dann hat sie sich sehr gut verkleidet. Aber sie hat etwas gesagt, das nur eine Kamiraen wissen könnte. Glauben wir“, fügte er unsicher hinz(hinzu). „Und sie hat das richtige Alter. Deshalb vermuten wir, dass sie es sein könnte. Aber ihr Haar ist schwarz. Wir dachten, wir sollten sicher gehen. Vielleicht könnt Ihr sie erkennen.“
      „Meinst du das wirklich ernst?“, fragte die Stimme genervt.
      „Äh.“ Gorlo schien nicht recht zu wissen, was er darauf antworten sollte.
      „Na schön. Du sprichst von wir“, sagte(bemerkte) die Stimme. „Also bist du nicht allein.“
      „Würde ich Euch sonst rufen?“, sagte(erwiderte) Gorlo. „Nick und Jeremy, zwei Jungs aus der Stadt sind bei mir.“
      „Meinetwegen.“ Die Stimme wurde noch ein wenig genervter(gereizter). „Dann zeig mir das Mädchen.“
      Gorlo machte ein Zeichen und der Dunkelhaarige zerschnitt Majas Fesseln. Er zog sie vor die Kugel, an die Stelle, an der Gorlo stand. Maja starrte angstvoll in die Kugel. Sie wusste, dass sich jetzt ihr Schicksal entschied. Wenn Fürst Dreizehn sie erkannte …
      Der Nebel in der Kugel lichtete sich und eine Gestalt erschien darin. Maja starrte gebannt in die Kugel. Wenn sie Dreizehn sehen konnte, konnte er sie sehen, da war sie sicher.
      Plötzlich erschütterte ein Knall den Wald und die Kugel zersplitterte in tausend Stücke. Maja sprang reflexartig zurück, konnte aber nicht verhindern, dass die Glassplitter sie trafen und feine Risse in ihrer Haut hinterließen.
      Die Rauchsäule über der Kugel stürzte zusammen und verhüllte die gesamte Umgebung. Dann strömte der Rauch auf den Punkt zu, an dem vor kurzem noch die Kugel geschwebt hatte. Ein Tosen ertönte, wie die Brandung des Meeres, nur hunderte Male grauenhafter. Etwas zerrte Maja ebenfalls in die Richtung, aber sie konnte dem Sog der zerstörten Kugel widerstehen. Dann wirbelte eine schreiende Person an ihr vorbei und verschwand in dem schwarzen Loch. Es war der Dunkelhaarige. Der Blonde flog jaulend in die Gleiche Richtung und wurde von dem Loch verschluckt. Maja drehte sich um. Gorlo hing hinter ihr an einem Baum, er klammerte sich an einem Ast fest_(Komma) um von der zerstörten Kugel nicht ebenfalls verschluckt zu werden. Maja wusste, dass er es nicht schaffen würde,(punkt) seine Kräfte würden ihn verlassen und auch er würde verschluckt werden.
      Gorlo wandte den Kopf und sah sie hasserfüllt an. „Du bist eine Kamiraen. Sonst hätte die Kugel dich längst verschluckt. Ich werde sterben, aber wenigstens kann ich dich noch mitnehmen.“ Er ließ los und segelte an Maja vorbei, doch im letzten Moment packte er zu. Maja stürzte und griff nach einer Baumwurzel. Gorlo war schon halb in dem schwarzen Loch verschwunden, doch er hatte sie am Arm gepackt; er wollte sie mit hinein ziehen. Maja trat ihn in die Magengegend. Er stöhnte auf, ließ sie aber nicht los. Ihre Hand rutschte ab.
      „Nein!“, schrie sie und trat noch einmal nach Gorlo. Gleichzeitig riss sie den Arm, den er festhielt, nach oben.
      Gorlo ließ los und im selben Moment konnten Majas Finger sie nicht mehr halten und lösten ihren Griff. Er wurde in den Sog gezogen, sie rutschte ein Stück über die Erde und blieb dann liegen, während sich hinter ihr mit ohrenbetäubendem Krachen das Loch schloss.
      Keuchend lag Maja auf der_(Gras bewachsenen) Erde. Ihre Ohren pfeiften(dröhnte) ein bisschen und ihr war übel. Sie blickte auf die Stelle, an der die Männer verschwunden waren. Ein langer Pfeil lag dort. Und eine glänzende, große Kastanie. Maja betrachtete sie, dann streckte sie die Hand danach aus und umschloss sie mit den Fingern. Schließlich blickte sie in die Richtung, in die der Schaft des Pfeiles zeigte. Zwischen zwei großen Kiefern standen Tamor, Karim, Matthias und Jinna, hinter ihnen schwebten zwei große Halbdrachenköpfe. Tamor hielt einen Bogen in der Hand. Er sah aus wie der, mit dem sie am Nachmittag geschossen hatten.
      Maja steckte die Kastanie in die Hosentasche. Dann sackte sie zusammen, die Kraft hatte sie verlassen, (Punkt)sie konnte nicht mehr stehen. Tamor rannte auf sie zu und ergriff ihre Hand.
      „Es tut mir so Leid(klein), Maja“, sagte er. „Ich habe vergessen, was die Rauchkugeln anrichten, wenn man sie zerstört. Als es mir klar wurde … ich … “ Er seufzte. „Zum Glück ist dir nichts passiert.“
      Maja sagte nichts, die Hand in ihrer Tasche umschloss die Kastanie.
      „Die Kugeln verschlingen bei ihrer Zerstörung alle Menschen in ihrer Umgebung. Es ist unglaublich, dass du noch hier stehst.“
      „Das Zeichen von Pheris“, sagte Maja nur. Sie schloss die Augen. „Es hat mich irgendwie geschützt. Gorlo hat gesagt, sie benutzen die Kugeln nur wenn es unbedingt sein muss. Ich nehme an, deswegen.“
      „Unter anderem“, sagte(stimmte) Tamor_(zu). „Es gibt aber noch einen viel schlimmeren Grund. Die Kugeln fordern einen Tribut vom Benutzer. Jedes Mal, wenn die Verbindung abbricht, verschlingen sie den, der ihnen am nächsten steht.“
      „Und sie benutzen sie trotzdem?“, rief Maja entsetzt.
      „Nur wenn sie jemanden dabei haben, den sie opfern können.“
      „Mich“, sagte Maja.
      Tamor nickte. „Oder einen der anderen beiden. Komm jetzt, wir müssen uns beeilen. Wir fürchten, dass unsere drei Freunde noch mehr Anhänger hatten. Sie sind uns die ganze Zeit gefolgt, nur mit Hilfe von Taramos und Penelope konnten wir fürs Erste abhauen.“
      „Was meinst du damit, sie hatten noch andere Anhänger?“
      „Grüne Ritter und ein paar Soldaten Dreizehns,(Punkt) sie werden die Explosion der Kugel gesehen haben und sich ungefähr denken können, was passiert ist. Zumindest wenn dieser Gorlo ihnen irgendwie mitgeteilt hat, dass er dich gefangen hat.“ Tamor zog Maja zu Taramos und half ihr, aufzuklettern. Jinna sprang hinter ihr auf dessen Rücken. „Hör zu, Maja. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Grünen wissen, was hier passiert ist. Und sie haben mich gesehen. Taramos und Penelope werden euch jetzt über das Gebirge bringen. Ihr findet Verpflegung und eure Reisekleidung in den Satteltaschen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns wieder sehen.“
      „Was meinst du?“, fragte Maja_(ängstlich). Sie glaubte auch nicht, dass sie sich wiedersehen würden, aber so, wie er das sagte, klang es, als glaubte er, sterben zu müssen.
      „Taramos“, rief Tamor, „los.“
      Taramos(Der Halbdrache) machte einen Senkrechtstart durch das dunkle Blätterdach.
      „Halt dich fest, Maja!“, rief Jinna_(warnend).
      Maja war noch nicht gesichert. Sie klammerte sich fest und befestigte die Gurte. Unten auf der Lichtung blickte Tamor ihnen nach. Im Gebüsch raschelte es und der erste grüne Ritter trat heraus.
      „Tamor“, zischelte er. „Ich wusste, wir würden dich irgendwann drankriegen."


      Taramos flog direkt nach Westen und machte erst nach ein paar Stunden halt. Die Kinder stiegen sofort ab und legten sich zum Schlafen nieder. Sie fanden tatsächlich alles, was sie brauchten, in den Satteltaschen. Maja war verwirrt. Warum hatte Tamor alles hineingetan? Hatte er geahnt, dass so etwas passieren würde?
      Plötzlich schob Matthias Maja seinen Block unter die Nase. Mach dir keine Sorgen, stand darauf. Er ist Zauberer. Er wird’s schon packen.
      Maja lächelte. Es war nett, dass Matthias sie aufmuntern wollte, aber es funktionierte nicht. Sie drehte sich um und schloss die Augen. Sie war zu erschöpft um nachzudenken.
    • Hi @Kisa : Kein Problem, lass dir Zeit. Ich weiß selber, wie es ist, wenn man kaum Zeit zum Lesen hat, weil es so viel zu tun gibt, und kann dich gut verstehen. Man hat ja auch nicht immer Lust dazu und am wichtigsten ist mir, dass du Spaß hast. ^^

      Ich bin ein wenig verwundert. :) Was genau fandest du an der Sache mit der Kugel so klasse? Soweit ich weiß, habe ich mir das damals spontan aus den Fingern gezogen.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor

    • @Dinteyra
      Wieder ein toller Teil, der wieder aufzeigt, dass Maja durchaus auch tiefgründig ist und am Ende lässt sie sogar (vielleicht auch nur in meinen Augen) ein bisschen durchblicken, dass sie Karim und Jinna etwas beneidet. Wie gesagt, es gefällt mir gut und ich werde mich hoffentlich in den nächsten Tagen an den nächsten Part machen :D

      LG
      Kisa

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      Dinteyra schrieb:

      Sonnenaufgang



      Maja erwachte als der Wind eine kleine_(Komma) weiße Feder auf ihre Nase wehte. Ärgerlich wischte sie sie(diese) weg, setzte sich auf und starrte in den klaren Nachthimmel. Im Osten setzte schon die Morgendämmerung ein. In dem schwachen Licht konnte Maja die Ausläufer(Ausläufe) des Dark Forest sehen(erkennen). Auf der anderen Seite, im Westen, tauchte der Mond die Berge und Taramos‘ schwarze Haut in ein silbriges Licht. Die beiden Halbdrachen hatte ihre vier Reiter am Abend auf dieser Anhöhe abgesetzt und waren allein davon geflogen. Da sie zwei Stunden später mit kugelrunden Bäuchen zurückgekehrt waren, vermutete Maja, dass sie gejagt hatten. Sie war sehr dankbar, dass Taramos und Penelope sie zuvor abgesetzt hatten,(Punkt) die Flugmanöver, die sie auf der Jagd vermutlich gemacht hatten, wollte sie sich gar nicht_(erst) vorstellen.
      Sie kuschelte sich wieder in ihren Schlafsack und starrte zum Mond hinauf. Er war genau so wie in ihrer Welt, er brachte ein Stückchen Heimat zu ihr. Wenn sie ihn ansah, war es als wäre sie wieder zuhause(groß),(Punkt) dort hatte sie oft im Garten gelegen, den Mond angeschaut und die Sterne gezählt. Aber die Sonne hier war bleicher als zuhause und es schien, als wäre sie weiter weg.
      Plötzlich verdeckte ein dunkler Schatten den Mond. Maja sprang auf_(Komma) aber der Schatten war schon am Mond vorbeigezogen und in dessen Schein konnte Maja das Wesen betrachten. Es hatte riesige Flügel und rot-golden schimmernde Schuppen.
      Das Wesen schoss genau über den Hügel, auf dem Maja stand, hinweg und sie sah den riesigen Kopf und ein großes, kluges Auge. Es schien als würde es ihr zuzwinkern, dann flog es mit ein paar kräftigen Flügelschlägen auf den Horizont zu und ließ eine vor Aufregung zitternde Maja zurück. Ihr Herz klopfte bis zum Hals, als sie dem Wesen hinterher sah. Hatte sie einen Drachen gesehen? Noch einen Flügelschlag und es verschwand am Horizont. Genau in diesem Moment ging die Sonne auf und ein kräftiger Windstoß fuhr Maja ins Gesicht und wehte ihre Haare nach hinten.
      Plötzlich schien alles in goldenes Licht getaucht zu werden, das Gras unter Majas Füßen, die Berge in ihrem Rücken und selbst Taramos schimmerte nicht mehr silbern im Mondschein_(Komma) sondern golden und rot im Licht der aufgehenden Sonne, genau wie das Drachenwesen, das Maja gesehen hatte.
      Der Himmel verfärbte sich blutrot und die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages verwandelten den See, den sie am Nachmittag überflogen hatten_(Komma) in ein Meer aus Gold.
      Maja stand vor Staunen der Mund offen. Sie hatte noch nie einen so schönen Sonnenaufgang gesehen, vor allem nicht in dieser Welt, wo ihr die Sonne immer irgendwie grau vorkam(vor gekommen).
      „Wahnsinn!“, rief jemand hinter Maja. „Das ganze Reich ist in Gold getaucht.“ Maja drehte sich um. Hinter ihr stand Karim und sah auf die Hügel vor ihnen und auf die Ausläufer(Ausläufe) des Dark Forest dahinter. Die Sonne spiegelte sich in seinen Augen.
      „Karim!“, rief sie. „Ich habe einen Drachen gesehen.“
      „Was?“ Karim sah sie verdattert an.
      „Ich hab einen Drachen gesehen. Er war riesig, rot und golden, wie der Sonnenaufgang.“
      Karim blickte sie immer noch ungläubig an und sein Gesicht zeigte eine Mischung aus Entsetzen und Besorgnis.
      „Was ist?“, fragte(wollte) Maja_(wissen).
      Karim legte ihr die Hand auf die Schulter. „Nimm es nicht zu schwer“, sagte er. „Aber es gibt keine Drachen.“
      „Was?“ Maja lachte. „Karim wir stehen vor einem Halbdrachen. Red keinen Blödsinn.“
      „Es ist wahr. Der letzte Drache wurde vor vielen Jahren von Menwy Drachentod getötet.“
      „Ich hab mir den Drachen doch nicht eingebildet.“ Maja schluckte einen gewaltigen Kloß in ihrem Hals herunter. „Ich erkenne doch einen Drachen_(Komma) wenn ich ihn sehe. Ich meine ... ich hab zwar noch nie einen gesehen, aber es ist allgemein bekannt, wie sie aussehen, oder? Es war wirklich ein Drache. Es war kein Halbdrache und auch sonst nichts.“
      „Maja vielleicht hast du nur geträumt.“
      „Ich habe nicht geträumt“, fauchte Maja, etwas heftiger als nötig. Die Ereignisse der letzten Tage hatten sie reichlich mitgenommen.
      Karim wandte den Blick ab. „Was soll's. Ich geh wieder schlafen“, sagte(murmelte) er.
      Maja sah ihm zu, wie er in den Schlafsack kroch und sich wegdrehte(Punkt) dann drehte auch sie sich um und betrachtete den Sonnenaufgang.
      „Ich hab noch nie einen so schönen Sonnenaufgang gesehen“, sagte(bemerkte) Jinna hinter ihr. Sie war also auch wach. „Und ich finde Sonnenaufgänge sind das schönste(groß)
      „Ich finde Sonnenuntergänge schöner“, sagte(erwiderte) Maja. „Bei uns sind sie das auch. Besonders am Meer. Aber ich gebe zu, dass das hier schon etwas Besonderes ist.“
      „Ich lebe am Meer“, sagte(entgegnete) Jinna. „Aber ich finde Sonnenuntergänge beängstigend. Der Tag verschwindet und danach kommt nur noch die Dunkelheit. Es ist unheimlich.“
      Maja sagte nichts. Sie mochte die Dunkelheit, (Punkt)sie war so still und beruhigend. Die Dunkelheit(Finsternis) verschluckte alles Grelle und ließ einen ruhig werden. Aus demselben Grund mochte Maja auch den Schnee. Er machte die Welt leiser, verschluckte die lauten Töne und den Lärm der Straßen. Die Nacht und der Schnee ließen die Welt eine Weile ruhen. Und am nächsten Tag ging die Sonne wieder auf und alles bekam neue Energie.
      Maja konnte nicht mehr schlafen und so betrachtete sie den Sonnenaufgang_(Komma) bis die anderen schließlich aufstanden. Sie dachte über den Drachen nach. War er wirklich nur ein Traum gewesen? Wurde sie denn langsam verrückt in dieser seltsamen Welt in der es Wassergeister und Einhörner, aber keine Drachen gab?
      „Hey Träumerchen.“ Jinna stupste sie an. „Mach mal_(das) Frühstück fertig.“
      Maja holte einen Laib Brot aus ihrem Rucksack und begann, Scheiben davon abzuschneiden, die sie mit würzigen Wurstscheiben belegte.
      Nach dem Frühstück kletterten sie wieder auf die beiden Halbdrachen. Jinna schlang ihre Arme um Majas Taille und diese klammerte sich an Taramos Hals. Dann gab sie das Zeichen zum Abheben und Taramos katapultierte sich mit zwei mächtigen Flügelschlägen in den tiefblauen Himmel. Maja blickte an seinen schuppigen Flügeln vorbei und sah Penelope unter ihnen ebenfalls abheben. Ihre schlanken Beinchen schmiegten sich seitlich an ihren Körper und ihre Flügel bewegten sich gleichmäßig_(Komma) wie die eines Adlers. Der Drache war anders geflogen, seine kräftigen Flügel hatten noch weniger schlagen müssen und seine Beine waren nicht spindeldürr gewesen, wie die der Halbdrachen, sondern kräftig und sie endeten in mächtigen Pranken.
      Außerdem war der Drache schneller geflogen, viel schneller.
      Maja schreckte auf, als vor ihr plötzlich der erste wirkliche Berg auftauchte. Es war kein grasbewachsener Hügel mehr, sondern ein grauer, felsiger Berg. Taramos schlug schneller mit den Flügeln und stieg höher in den Himmel, dann segelte er knapp an der Bergspitze vorbei.
      Hinter Maja sog Jinna pfeifend die Luft ein, als vor ihnen ein wahrer Wald aus Bergen auftauchte, die meisten davon höher als dass sie sie(diese) überfliegen konnten. Taramos lehnte sich in eine Kurve_(Komma) um an dem nächsten vorbeizuziehen und stieg noch ein Stück höher. Maja konnte unter ihnen ein mit Nadelbäumen bewachsenes Tal sehen. Sie drehte sich noch einmal um und sah(blickte) auf das ebene Land zurück. Dann überflog Taramos den nächsten Gipfel und Maja verlor es aus den Augen. Rundherum waren nun nur noch steinige Felsen_(zuerkennen). Sie hatten das Große Gebirge erreicht und das Reich des Großkönigs endgültig hinter sich gelassen.


      Maja griff in die Tasche und berührte die Kastanie, die seit dem(zusammen) gestrigen Abend darin lag. Sie wollte sie von jetzt an bei sich tragen, aber sie sagte den anderen nichts davon, denn die würden vermutlich glauben, dass sie gefährlich war. Ein Stück schwarzer Magie. Für Maja war es eine Erinnerung. Eine Erinnerung daran, was Dreizehn getan hatte, was er immer noch tat. Gorlo, Nick und Jeremy waren böse Menschen gewesen, aber trotzdem. Was ihnen zugestoßen war, ging Maja nicht mehr aus dem Kopf. Es machte sie fertig. Und die Kastanie war das einzige, was von ihnen übrig war. Maja trauerte nicht um sie, das zu behaupten wäre übertrieben gewesen. Aber es waren die ersten, die sie hatte ... Nein, Maja sperrte sich dagegen, zu denken, dass die drei tot waren. Sie waren in diesem Loch verschwunden, aber ... sie wusste nicht, was sie denken sollte. Sie war verwirrt und sie spürte eine lodernde Wut auf Fürst Dreizehn. Auf den Mann, der von seinen Dienern verlangte, diese Kugeln zu benutzen,(Punkt) Kugeln_(Komma) die bei jeder Verwendung ein Menschenleben forderten.
      Und er ließ all diese Leute entführen. Karims und Jinnas Verlust ihrer Mutter war immer so unwirklich gewesen. Maja hatte diese nie getroffen(Punkt) und Karim und Jinna (Die Geschwister)erschienen trotz dieser Geschichte oft so unbeschwert. Nur manchmal merkte man, wie gereizt sie waren, wie sehr das alles an ihren Nerven zehrte und manchmal hörte Maja Jinna nachts weinen und Karim leise schniefen. Dann wusste sie, dass alles, was sie tagsüber zeigten, nur eine Fassade war. Aufgebaut für alle anderen, am meisten aber für sich selbst.
      Sie selbst weinte auch nachts. In diesen Phasen, in denen ihr Glaube, dass das alles hier ein Traum war, bröckelte. Wenn sie an ihr Zuhause dachte und daran, wie schrecklich sie in der Klemme steckte. Wie unfair das alles doch war. Und alles nur wegen Fürst Dreizehn.
      „Was willst du von mir, Dreizehn?“, flüsterte sie. Sie wusste, dass Jinna sie über den Flugwind nicht hören konnte. „Du versuchst verzweifelt, mich zu finden, Dreizehn. Warum? Kann ich dir gefährlich werden? Ich bin eine Kamiraen. Man hat den Kamiraen Statuen gewidmet. Was bin ich?“
    • @Dinteyra
      Wieder ein schöner Teil und ich bin ehrlich, wenn du aus der Sicht von Dreizehn schreibst finde ich das sehr gut, weil man dann mehr von seinem Plan durchschaut und er auch zu einer greifbareren Figur wird. Sonst hast du ihn ja immer nur erwähnt und mit diesem Kapitel wird er als Bösewicht greifbarer für den Leser was mir persönlich sehr gut gefällt. Sonst ist der Teil natürlich auch wieder schön geschrieben. Morgen bekommst du den nächsten Teil korrigiert. ich habe ihn schon gelesen, habe jetzt aber leider keine Zeit mehr weit zu korrigieren.

      LG
      Kisa

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      Dinteyra schrieb:

      Teil 3

      Rückkehr der Versager


      „Sie sind wieder zurück.“
      Der Mann, der diese Meldung gemacht hatte_(Komma) zog den Kopf schnell wieder aus dem Türspalt_(zurück) _(Komma) als Fürst Dreizehn aufstand und auf die Tür zuschritt. Der Fürst ließ sich nicht anmerken, was er dachte; sein Gesicht blieb vollkommen ausdruckslos_(Komma) als er sich an dem Boten vorbei durch die Tür schob.
      „Werdet Ihr sie im Thronsaal empfangen?“, fragte dieser unsicher.
      Dreizehn würdigte ihn nicht einmal einer Antwort. Im Stillen erwog er diese Möglichkeit kurz, bevor er sie verwarf. Ein Empfang im Thronsaal mochte stilvoll und Ehrfurcht gebietend wirken, doch er musste niemandem seine Macht demonstrieren. Abgesehen davon war der Thronsaal im neunten Stock und der Bericht, den er erwartete, war den Aufstieg nicht wert. Das Empfangszimmer im dritten Stock, der Ort an dem die beiden vermutlich bereits auf ihn warteten, war für diesen Zweck völlig ausreichend.
      Noch einen Flur entlang, links die Treppe hinunter und durch die Tür in einen kleinen aber hohen Raum. Er schnaubte unwillkürlich als er die jämmerlichen Gestalten vor sich stehen sah. Ihre schwarzen Mäntel waren zerrissen, die Stiefel dreckig und dunkle, modrige Blätter hingen den beiden im Haar.
      Mit einem verächtlichen Blick auf die Männer schritt er zwischen ihnen hindurch und setzte sich auf einen Stuhl an der Wand. Er nahm eine bequeme Haltung ein, legte die Ellbogen auf den Armlehnen ab, verschränkte die Finger_(ineinander) und atmete tief durch.
      „Was ist denn mit euch passiert?“, fragte er betont freundlich und nahm einen dornenbesetzten Ast ins Auge, der sich im Hosenbein des einen verheddert hatte.
      Die zwei blickten beunruhigt an sich herunter.
      „Auf dem Schwarzen Weg hat uns etwas angegriffen“, sagte der linke(groß) von ihnen, der von den meisten einfach nur Knorre genannt wurde. Er hatte dunkles Haar und seine Gesichtsbehaarung erweckte den Anschein_(Komma) als könne er nur stümperhaft mit einer Rasierklinge umgehen. In Wahrheit beherrschte er sie meisterlich,(Punkt) er steckte sie bloß lieber in anderer Leute Rippen, als dass er damit seinen Bart stutzte. Der Mann neben ihm, Seffjo genannt, war ein wahrer Hühne(Hüne) _(Komma) was einige(groß --wenn ich mich nicht irre) zu dem Fehlschluss verführte, mit seinem Grips könne es nicht allzu weit her sein. Auch das stellte sich meist als fataler Irrtum heraus. Was nicht bedeutete, dass er nicht manchmal bemerkenswert unfähig sein konnte. So wie jetzt.
      „Werdet ihr jetzt nicht mal(einmal) mehr mit Quayax fertig?“, fragte(wollte) Dreizehn genervt_(wissen).
      „Oh“, sagte Knorre, „er ist ganz schön gewachsen in letzter Zeit.“
      „An Quayax wächst überhaupt nichts“, erwiderte Dreizehn(der Fürst). Dann sah er die beiden gespannt an und wartete darauf, dass sie Bericht erstatteten. „Und?“, fragte er ungeduldig, nachdem lange keine Antwort kam, „habt ihr den Auftrag erledigt?“ Die beiden(Beide) schwiegen weiter, die Köpfe gesenkt, den Blick auf ihre Schuhspitzen gerichtet. Eine Welle der Enttäuschung überrollte Dreizehn. „Ihr habt sie verloren“, sagte(stellte) er_(fest). Es war eine Feststellung. Eine Feststellung die ihn wütend machte. (Mein Vorschlag: "Das machte ihn wirklich wütend.")„Was kann man eigentlich noch falsch machen?“, zischte er und ballte die Hand zur Faust. Dann streckte er die Finger wieder und atmete tief ein und aus, bemüht, seine Beherrschung wieder zu erlangen. „Ihr solltet ein dreizehnjähriges Mädchen zu mir bringen“, erklärte er schließlich leise. „Ihr gehört zur schwarzen Garde,(Punkt) überall fürchtet man euch.(weg mit dem Punkt) Und (klein) ihr schafft es nicht ein Kind zu entführen? Oder wenigstens aus dem Weg zu räumen?“
      „Sie ist immerhin eine Kamiraen.“_(..., bemerkte Knorre verteidigend)
      „Sie ist ein Kind. Ihr werdet nicht einmal mit einem kleinen Mädchen fertig.(Ausrufezeichen)“
      „So klein ist sie nicht. Und diese Tabea war bei ihr. Wenn sie nicht ...“_(..., begann Seffijo zu erläutern.)
      „Und? Ist es von meiner Spezialtruppe etwa zu viel verlangt, diese nervtötende Frau einfach umzubringen? Muss ich erst losziehen und sie selbst erledigen?“ Er hob seine Stimme nicht, aber seine Augen blitzten gefährlich.
      Knorre und Seffjo senkten wieder den Kopf(die Köpfe -- sind zwei Köpfe die sich senken). (Absatz)Dreizehn stand auf und baute sich mit vor der Brust verschränkten Armen vor ihnen auf. Dann wartete er, bis sie ihn wieder ansahen. Knorre konnte er genau in die Augen blicken, aber Seffjo reichte er nicht einmal bis zum Kinn.
      „Ich bin enttäuscht. Ihr könnt(seit) das eigentlich besser und beim nächsten Mal werdet ihr es mir beweisen. Sonst könnte ich auf die Idee kommen, dass es weniger aufwendig ist, zwei neue Trottel für meine Garde auszubilden, als mich weiterhin mit euch herumzuplagen. Ich könnte auf die Idee kommen, dass ihr nur noch als Halbdrachenfutter taugt. Verstanden?“
      Seffjo nickte knapp, Knorre starrte Dreizehn einen Moment mit angsterfülltem Blick an. Dann nickte er heftig mit dem Kopf.
      „Dann geht mir aus den Augen.“
      Wieder nickten die beiden und eilten zur Tür. (Mein Vorschlag: "Die beiden eilten zur Tür, ohne weiter die Zeit ihres Fürstens zu vergeuden.") Als sie dort ankamen_(Komma) drehte Seffjo sich noch einmal um. Offenbar in einem verzweifelten Versuch, seine Ehre zu retten, sagte er: „Wir haben Maja Sonnfelds Spur verloren_(Komma) aber wir sind nicht die einzigen(groß). Tabea weiß auch nicht mehr, wo sie(das Mädchen) ist.“
      Fürst Dreizehn hob die Hand_(Komma) um ihm zu bedeuten, dass er bleiben sollte. „Was meinst du_(damit)?“
      „Bei dem Versuch, Maja zu fassen, wurden wir gefangen genommen. Wir konnten uns befreien“, bei diesen Worten schwoll ihm kaum merklich die Brust, „und haben ein bisschen nachgeforscht. Offenbar hat das Mädchen Tabea verlassen und ist mit ein paar anderen Kindern weiter gereist. Und es klang nicht so, als wäre Tabea freiwillig zurückgeblieben.“
      „Willst du sagen, Maja Sonnfeld ist vor Tabea abgehauen(geflohen -- finde ich etwas schöner formuliert)?“
      Seffjo zuckte mit den Schultern. „So was in der Art, ja.“
      Mit einem Mal verzogen sich Dreizehns Mundwinkel zu einem schmalen Lächeln. „Sie will zurück. Schickt Leute zu ihrem Zuhause,(Punkt) sie sollen Tag und Nacht nach Maja Ausschau halten. Und zieht euch um. Ach ja, wo sind die anderen drei?“
      „Wissen wir nicht.“
      Dreizehn verdrehte _(genervt) die Augen. „Vermutlich haben sie sich genau so dämlich angestellt wie ihr“, sagte(mutmaßte) er. „Wenn sie hier auftauchen_(Komma) schickt sie zu mir. Und für euch beide habe ich später auch noch einen Auftrag. Und wehe ihr stellt euch wieder so blöd an.“
      Die beiden nickten_(zustimmend) und starrten auf ihre Schuhe, als wären sie Schuljungen. Fürst Dreizehn schickte sie mit einer Handbewegung hinaus. Sie bekamen es nicht mit, sie starrten immer noch ihre Schnürsenkel an, als würden diese plötzlich wachsen.
      „Raus hier“, fauchte Dreizehn. „Und zieht euch was anderes an.“ (Würde ich weglassen, weil du das eben schon einmal gesagt hast.)


      Als sie draußen waren_(Komma) war der Raum leer mit Ausnahme des Stuhls auf dem er gesessen hatte. Fürst Dreizehn ballte die Hand wieder zur Faust. Er musste die Kamiraen vernichten, er musste einfach.
      Es war nichts Persönliches, aber sie störten seinen Plan und wenn sie sich weiterhin einmischten_(Komma) konnten sie zu einer echten Bedrohung für ihn werden. Er begann, mit schnellen Schritten um den Stuhl herumzugehen. Doch, es war persönlich. Sehr sogar. Es war eine uralte Geschichte und mit jedem Jahrhundert, das ihre Gemeinschaft überdauerte, wuchsen sein Hass und seine Wut auf sie. Er wollte sie endlich vernichten,(Punkt) sie für alle Zeit von dieser Erde tilgen. Und seine Chancen waren_(so) groß wie nie_(zuvor).
      Er stoppte abrupt_(Komma) als es an der Tür klopfte. Herein kam eine kleine, schlanke Frau mit einem hübschen Gesicht unter einer dicken Schicht Schminke. Sie hatte dunkles Haar und grüne Augen, die ihn unter schweren Lidern aufmerksam betrachteten. Die Frau hieß Lil. Mit ihren schwarz umrahmten Augen sah sie schön und geheimnisvoll aus, aber sie hätte die Schminke nicht gebraucht_(Komma) um geheimnisvoll zu wirken.
      Lil war_(eine) Zauberin mit dem Spezialgebiet_(der) Wahrsagerei. Ein kompliziertes Gebiet, das allen Gesetzen der Logik zufolge nicht einmal existieren sollte. Sie war Fürst Dreizehns engste Vertraute,(Punkt) sie fungierte als Beraterin und war in viele seiner Geheimnisse eingeweiht. Natürlich nicht in alle, denn seine tiefsten und dunkelsten Geheimnisse teilte er mit niemandem.
      „Ihr seid zornig“, stellte sie fest.
      Dreizehn antwortete nicht.
      „Ihr solltet Euch nicht so sehr auf die Jagd nach den Kamiraen versteifen“, riet Lil. „Wir haben wichtigere Pläne.“
      „Mag sein, aber die Gelegenheit war günstig. Bewohner der anderen Welt sind so verblüffend leicht ausfindig zu machen. Ein paar Computer hacken, ein paar Beamte bestechen oder bedrohen ... Aber ich hätte mir denken können, dass meine Garde es vermasselt. Und jetzt ist Maja Sonnfeld hier irgendwo in dieser Welt. Sie noch zu finden wird schwer(schwierig).“
      „Macht es ihnen nicht zum Vorwurf. Ihr wisst selbst, wie schwer es ist, eine Kamiraen zu töten.“
      „Natürlich mache ich es ihnen zum Vorwurf. Davon abgesehen ist es lächerlich einfach, eine Kamiraen zu töten. Gerade eine so junge. Wahrscheinlich hatte sie einfach bloß Glück.“
      „Und Tabea auf ihrer Seite.“
      „Tabea!“ Fürst Dreizehn spuckte den Namen förmlich aus. „Irgendwann werde ich sie mir persönlich vorknöpfen.“
      Sie schwiegen eine Weile, in der Dreizehn missgelaunt den Stuhl musterte.
      „Maja werde ich nicht mehr kriegen“, sagte er schließlich, „es sei denn, sie schafft es tatsächlich zurück in die andere Welt. Aber solange nicht einmal die Kamiraen wissen, wo sie ist ... diese Welt ist zu groß. Sie zu finden wäre Zufall. Wobei ... Gorlo hat in Ilster ein Mädchen gefunden, von dem er glaubte, dass sie es war. Ich hielt das für unwahrscheinlich, weil ich Maja bei Tabea vermutete, aber wenn ich jetzt darüber nachdenke_(Komma) könnte sie es tatsächlich gewesen sein. Gorlos Rauchkugel wurde leider zerstört_(Komma) bevor ich sie sehen konnte. Er ist jetzt wohl tot.“
      „Dann ist das Mädchen es auch.“
      Dreizehn neigte den Kopf. „Vielleicht. Wenn sie Maja Sonnfeld war vielleicht(möglicherweise/eventuell) auch nicht.“
      „Ihr meint, sie kann das überlebt haben?“
      „Ich bin überzeugt davon. Aber es hilft uns nicht weiter,(Punkt) sie wird nicht mehr in Illster sein. Falls sie jemals dort war. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, wo sie sonst sein sollte. Und da sie wohl nicht so dumm sein wird, mir direkt in die Arme zu laufen, bleibt mir nichts anderes_(übrig), als mir einen neuen Plan zu überlegen.“
      „Was für einen Plan?“
      „Einen Plan, die Kamiraen endgültig und für alle Zeit zu vernichten. Ihr Ende naht. Komm mit.“


      Er stand auf und verließ den Raum. Zügig schritt er durch mehrere Korridore und erreichte schon bald eine breite Wendeltreppe. Lil folgte ihm sechs Stockwerke hinauf_(Komma) bis in den großen Thronsaal. Als sie endlich dort ankamen, rang sie nach Atem, während Fürst Dreizehn nicht einmal ein Schweißtropfen auf der Stirn stand.
      Der Thronsaal war ein riesiger Raum mit dunklen Wänden, einer großen r und einem noch größeren Fenster. Von der Tür aus führte ein breiter, samtig-grüner Teppich zu einer Stufe, auf der ein schwarz-grün-goldener Thron stand.
      Ansonsten gab es nur noch vier Möbelstücke im Raum: einen kleinen, quadratischen Tisch, zwei Stühle und eine große Truhe. Dreizehn bedeutete Lil, stehen zu bleiben, während er auf die Truhe zu ging und sie(diese) öffnete. Nach einigem Stöbern zog er eine Pergamentrolle heraus. Erst als er sie auf dem Tisch ausgebreitet hatte, winkte er Lil herbei. Das Pergament zeigte mehrere immer größer werdende Ringe, ähnlich den Jahresringen eines Baumes. In jedem dieser Ringe(Kreise) standen in verschlungenen Buchstaben Namen.
      Lil stockte hörbar der Atem.
      „Wo habt Ihr das her?“, fragte(wollte) sie_(überrascht wissen). „Das ist ein machtvoller_(Komma) magischer Gegenstand,(Punkt) ich wusste nicht, dass so etwas überhaupt möglich ist.“
      „Eine mächtige Hexe hat mir geholfen, es herzustellen.“
      „Eine Hexe?“
      Er nickte. Lil sah einen Moment aus, als wollte sie weitere Fragen stellen, doch dann unterließ sie es klugerweise. Dreizehn zeigte auf einen der Namen.
      „Sie wird unser nächstes Ziel“, sagte er. „Du kannst es Knorre und Seffjo mitteilen. Und sag ihnen, sie sollen bloß nichts überstürzen.“
      „Das ist Euer großer Plan?", fragte Lil skeptisch. „Angenommen, sie schaffen es, sie zu töten, was dann?“
      „Dann bin ich einen Schritt näher am Ziel.“
      Die Zauberin hob die Augenbrauen. „Das sind Spekulationen, nichts weiter.“_(erwiderte Lil und machte eine wegwerfende Handbewegung)
      „Muss ich dich daran erinnern, dass ein großer Teil davon deine Spekulationen sind?“
      „Nein, das ist mir bekannt. Mich beunruhigt einfach, dass Ihr euch so sehr davon beeinflussen lasst. Was, wenn die Sache einen Haken hat?“
      „Hast du etwa einen besseren Plan?“
      „Ihr könntet Euch auf dringendere Angelegenheiten konzentrieren.“
      „Gut.“ Dreizehn rollte das Pergament wieder zusammen. „Welche?“
      „In der Stadt wurde schon wieder ein roter Pullover gesichtet.“
      Dreizehn verzog das Gesicht. Ihm war klar, dass Lil davon beunruhigt wurde,(Punkt) sie war immerzu besorgt um ihn. Ihn selbst langweilten diese Neuigkeiten eher.
      „Das ist das dritte Mal in einem halben Jahr. Wir sollten endlich die Häuser durchsuchen lassen“, fuhr Lil(sie) fort.
      „Das wird nichts bringen. Wer immer dafür verantwortlich ist, wird dafür sorgen, dass es keine Beweise gibt.“
      „Es gibt immer Beweise(welche).“
      „Nein. In diesem Fall nicht, weil wir es mit einem Schwarzmagier zu tun haben. Für sie ist es einfach, die Farbe eines Kleidungsstückes zu verändern.“
      „In dem Fall wäre es noch beunruhigender. Das bestätigt, was wir schon lange vermuten. Die Schwarzmagier intrigieren gegen Euch. Und Ihr schaut zu und lacht auch noch darüber. Wir haben es hier mit mächtigen Magiern zu tun und sie wollen Euch stürzen. Sie wollen die Macht. Ich mache mir wirklich Sorgen.“
      „Dazu besteht kein Anlass. Die Schwarzmagier beunruhigen mich nicht. Im Gegenteil, sollen sie doch versuchen, mich zu stürzen. Es wird ohnehin Zeit, ein Exempel zu statuieren.“
      „Ihr glaubt wirklich, ihr(groß-- persönliche Anrede) könntet es mit einem Zirkel schwarzer Magier aufnehmen?“, fragte Lil ungläubig.
      „Ja.“
      „Aber vor den Kamiraen fürchtet ihr(groß) euch? Das ist widersinnig.“
      Dreizehn wirbelte herum und funkelte sie zornig an. „Ich fürchte mich nicht vor den Kamiraen“, zischte er. „Ich will sie vom Antlitz dieses Planeten tilgen, das ist ein Unterschied.“
      „Wäre es nicht dringender, die Schwarzmagier vom Antlitz des Planeten zu tilgen?“
      „Nein. Sie sind wie ein Haufen Ratten in einem Käfig. Ein wenig abstoßend, aber im Großen und Ganzen interessant zu beobachten. Und damit beenden wir dieses Gespräch,(Punkt) ich habe keine Geduld für deine Widerworte. Du tätest gut_(daran), dich ab und an daran zu erinnern, wer ich bin.“
      Sie verzog beleidigt den Mund. „Ich mache mir halt Sorgen um Euch.“
      „Ich brauche dich nicht_(Komma) damit du dir Sorgen machst. Ich brauche dich, damit du mir die Zukunft entschlüsselst.“ Er drückte ihr das Pergament in die Hand. „Ich nehme an, das kannst du dafür gebrauchen?“
      Lil nahm es vorsichtig entgegen. „Ich fühle mich geehrt. Aber bevor ich gehe, muss ich noch eine Frage stellen: Habt Ihr den Sonnenaufgang vor zwei Tagen gesehen?“
      Fürst Dreizehns Miene verdunkelte sich augenblicklich. Er nickte.
      Lil verlagerte nervös das Gewicht auf ihren linken Fuß. „Es gibt Gerüchte, ein Drache sei über Ostland geflogen“, sagte(informierte/verriet) sie_(ihn/ihm).
      Dreizehn schnaubte. „Ostland?“, sagte(erwiderte) er verächtlich. „Du nennst es so? Eine uralte Bezeichnung. Alt wie die Drachen. Aber ihre Zeit ist vorbei; sie sollten das wissen.“
      „Scheinbar wissen sie es nicht. Seit Jahrhunderten hat man keine Drachen mehr gesehen und jetzt fliegt einer von ihnen über Ostland. Viele Menschen sehen es als ein Zeichen an. Die einen als hoffnungsvolles, die anderen als eines drohenden Unheils. Was denkt ihr?“
      Dreizehn dachte einen Moment nach. „Es ist ein Zeichen“, sagte(gab) er schließlich_(zu).
      „Wofür?“
      „Es wird Zeit zu handeln.“

    • @Dinteyra
      Endlich kommt hier Feodor ins Spiel. auf ihn und Meister Wolf habe ich jetzt ehrlich gesagt schon lange gewartet. :)
      Ein schönes und spannendes Kapitel was du da fabriziert hast. es gefällt mir sehr gut vor allem, da du es geschafft hast sowohl das feste Vertrauen von Feodor in seinen Meister aber auch seine Zweifel einzufangen, zumindest am Anfang als er noch an seinen Meister glaubt. Ich muss ehrlich sein, das Feodor mit dem Schwarmagier mitgeht, hat mich ein wenig überrascht, aber ich bin neugierig darauf, was ich später weiter lese und wann endlich Meister Wolf und Jimo auf der Bildfläche erscheinen.

      LG
      Kisa

      Spoiler anzeigen

      Dinteyra schrieb:

      Feodor



      Tock, Tock, Tock. (Absatz)Der Specht hämmerte eifrig auf die morsche Rinde ein. Darunter fand er sein Futter: Käfer, Larven, Ameisen und andere kleine Tierchen. Plötzlich horchte er auf. Schritte klangen durch den Wald, leise zwar, doch stetig näher kommend. Der Specht klopfte eine Weile weiter und fand ein paar Käfer,(Punkt) doch bevor er sie verzehren konnte_(Komma) waren die Schritte so nah, dass er sie nicht mehr ignorieren konnte. Er flatterte auf, landete auf einem dünnen Zweig und sah_(neugierig) hinunter auf den Waldboden.
      Durch den Wald kam ein Junge gerannt, vielleicht 15 oder 16 (ausschreiben)Jahre alt. Er war groß, etwas klapprig(bei Personenbeschreibungen passt das nicht wirklich. Ein alter Stuhl oder ein Fahrrad kann klapprig sein, aber ein Mensch? Eher nicht. Daher würde ich eventuell "schlaksig" vorschlagen, falls das passen könnte) und hatte schlohweißes Haar, das ihm wild vom Kopf abstand_(Komma) wie die Stacheln eines Igels. Gekleidet war er recht denkwürdig,(Punkt) so trug er eine enge_(Komma) weiße Hose,(hier würde ich das Komma weglassen) und darüber eine ebenso weiße, kurze Tunika. Seine Schuhe waren aus hellem_(Komma) weichem Leder und erzeugten kaum Geräusche auf dem Waldboden. Am Gürtel trug er ein kleines Messer und einige Beutel mit verschiedenen Pulvern darin. Das merkwürdigste an diesem Jungen _(waren) jedoch waren seine Augen. (Könnte man einen Absatz machen) Die Iris war fast so hell wie sein Haar und hob sich nur durch einen leichten Regenbogenschimmer vom weißen Augapfel ab.
      Auf einer Lichtung blieb der Junge keuchend stehen und stützte die Hände auf die Knie_(Komma) um wieder zu Atem zu kommen. Seine Tunika war schweißnass und klebte ihm am Oberkörper. Er war schon zwanzig Minuten lang gelaufen und hatte gerade mal die Hälfte des Weges hinter sich_(gebracht). Das Gefühl zu versagen – es nicht schaffen zu können – wurde immer stärker.
      Der Junge lief wieder los,(Punkt) doch er hatte gerade mal fünfzig Meter hinter sich gebracht_(Komma) als er wieder anhielt und sich verzweifelt ins Gras schmiss. Es war hoffnungslos, er würde niemals rechtzeitig ankommen. Er wälzte sich auf den Rücken und hielt sich die Hände an die Seite. Er hatte noch nie so schlimme Seitenstiche gehabt. Dabei war er eigentlich ein guter Läufer. Nur dieses eine Mal, - ausgerechnet dieses Mal – war er viel zu überstürzt losgerannt, schon nach wenigen Metern aus der Puste gewesen und jetzt hatte er seine Kraftreserven verbraucht. Aber er durfte hier nicht rasten, er durfte nicht ausruhen.
      Beweg dich endlich, Feodor, schimpfte er sich in Gedanken selbst aus. Er musste seinen Meister warnen,(Punkt) dieser konnte nicht gegen sie ankommen, nicht gegen einen Schwarzmagier. Er versuchte erneut sich aufzurappeln, aber jetzt kroch die Schwäche in seine Glieder und er kam nicht mehr hoch(auf die Beine).
      Er hätte keine Pause machen dürfen,(Ausrufezeichen) warum musste er immer so schnell aufgeben? Er hatte die Gruppe auf einer Lichtung in der Nähe des Schwarzen Weges belauscht. Sein Meister hatte ihn dorthin geschickt um nach seltenen Kräutern zu suchen. Es war ein guter Ort um Hauhechel, Honigklee und Lohminze zu pflücken.
      Doch schon von weitem hatte Feodor gemerkt, dass Fremde im Wald waren,(Punkt) denn die kleine Gruppe hatte sich kaum Mühe gemacht, ihre Anwesenheit zu verbergen. Drei Männer und zwei Frauen hatten auf der Lichtung Rast gemacht, ihre Pferde angebunden, sich selbst im hohen Gras ausgestreckt, eine laute Unterhaltung begonnen und damit effektiv jedes Tier, das dort lebte, in die zeitweilige Flucht getrieben(geschlagen). Feodor hätte es den Tieren gerne gleichgetan und sich fern von der Lichtung gehalten, doch er war auch neugierig gewesen(Punkt) und ein(Ein) ungutes Gefühl, welches sich durch penetrantes Jucken seiner Schulter ausdrückte, hatte ihn schließlich dazu gebracht, näher zu schleichen und die Gruppe zu belauschen. Kurz darauf hatte er den größten Schreck seines Lebens gekriegt. Es war die Aura eines der Männer, die ihm Angst einjagte. Der Junge wusste, dass ein sehr talentierter Zauberer spüren konnte, wenn sein Gegenüber im Gebrauch der Magie bewandert war. Doch obwohl er ein Lehrling der Zauberei war und obwohl er sich selbst für ausgesprochen talentiert hielt, war es ihm nie gelungen. Bis zum heutigen Tag. Der Mann hatte eine derartige Macht ausgestrahlt, dass vermutlich selbst ganz gewöhnliche Menschen sie gespürt hätten und wenn es nur als(ein) Kitzeln in ihrem Nacken war. Doch was Feodor gespürt hatte, war keine Magie, wie er selbst sie benutzte(praktizierte). Etwas an der Magie dieses Mannes war grundlegend falsch gewesen,(Punkt) sie strahlte etwas Faules und Bösartiges, aber auch ungeheuer Machtvolles(klein) _(Komma) aus. Und Feodor hatte sofort gewusst, dass er es mit einem Schwarzmagier zu tun hatte.
      Ein Schwarzmagier! Im Dark Forest! Es war ein beängstigender Gedanke, (Punkt) doch worüber die Gruppe redete war noch viel beängstigender: Sie hatten gesagt, dass sie den Wolf diesmal kriegen würden. Ein normaler Mensch hätte vielleicht geglaubt, sie hätten vor, ein wildes Tier zu erlegen, nicht aber der Lehrling des Wolfes. Denn der Wolf war sein Lehrmeister,(Punkt) ein Zauberer_(Komma) der tief im Dark Forest lebte. Wolf war sein Name. Der Junge lebte bei ihm seit seine Eltern ihn im Alter von vier Jahren zu diesem geschickt hatten, damit er ihn die hohe Kunst der Zauberei lehrte.
      Kaum hatte er gehört, dass sein Meister in Gefahr war, war Feodor erst einmal in eine Art Schockstarre verfallen. Er hatte ein paar Augenblicke gebraucht_(Komma) um sich wieder zu fangen. Gerade als er sich schließlich zurückziehen wollte, hatte sich die Gruppe angeschickt, auf ihre Pferde zu steigen und weiter zu reiten. Und dem(Dem) Jungen war klar geworden, dass er sich beeilen musste. Er musste seinen Meister vor dem Schwarzmagier warnen. Doch dafür musste er schneller dort ankommen_(Komma) als die Reiter auf ihren Pferden und das war nicht _(gerade) einfach. Er hatte den Vorteil, dass er kleiner war, als die Pferde (Reittiere)und sich so auch durch dichtes Gestrüpp schlagen konnte. Außerdem kannte er den Wald wie seine Westentasche. Aber die Pferde waren so viel schneller als er. Er musste sich wirklich beeilen, doch stattdessen lag er hier am Boden und stöhnte über seine Seitenstiche. Wut auf sich selbst erfüllte ihn und am liebsten hätte er sich gehörig in den eigenen Arsch(Hintern -- ist nur nicht ganz so drastisch ausgedrückt) getreten, doch anatomisch war das einfach nicht möglich. Mit einem zornigen Schnauben erhob er sich endlich und rannte weiter. Er musste Meister Wolf warnen.
      Je länger er lief, desto mehr hatte er das Gefühl, es nicht mehr schaffen zu können. Hätte sein Meister ihm doch bloß bereits die Verschiebung beigebracht, dann wäre die Strecke ganz einfach zu bewältigen gewesen. Oder er hätte sie nutzen können_(Komma) um eine Nachricht zu versenden. Stattdessen musste er sich auf seine eigenen, in dieser Situation ziemlich langsamen Beine verlassen.
      Er hatte das Haus von Meister Wolf, das Haus in dem er selbst lebte, jetzt fast erreicht und wurde langsamer. Ihm graute davor, was er vielleicht auffinden würde. Was, wenn er zu spät war? Was, wenn der Schwarzmagier seinen Meister getötet hatte? Die Vorstellung war unerträglich und sie bremste ihn aus. Dann stolperte er auch noch über eine Baumwurzel und fiel der Länge nach hin.
      Er fluchte leise und legte schließlich die letzten Meter zum Abhang auf dem Bauch kriechend zurück.
      Das Haus des Zauberers war etwa auf halber Höhe an einem teils felsigen, teils erdigen Abhang gebaut, der mit Bäumen und Farnen bewachsen war. Oberhalb dieses Abhangs lag Feodor nun und spähte hinab auf die kleine Hütte. Weiter unten konnte er zwischen den Felsen einen kleinen Bach plätschern sehen. Der Anblick der Hütte erfüllte sein Herz mit Wärme. Seit mehr als elf Jahren lebte er schon hier. Das Haus war sein Zuhause und Meister Wolf seine Familie. Es beruhigte ihn, dass er vor der Hütte niemanden sehen konnte; weit und breit entdeckte er keine Spur eines Pferdes. Vielleicht war er ja trotz aller Zweifel rechtzeitig gekommen_(Komma) um seinen Meister zu warnen. Oder aber die Reiter waren schon wieder weg. Bei dem Gedanken musste der Zauberlehrling schwer schlucken und so schob er ihn sofort beiseite.
      Er begann, vorsichtig den Abhang hinabzuklettern und sich der Tür zu nähern. Angespannt lauschte er doch keiner seiner Sinne meldete ihm irgendeine Gefahr. Also lugte er durch die Tür in die Hütte. Sie war leer – nicht komplett leer aber leerer als gewöhnlich. Zwar standen Tische, Stühle, Bett und Schränke noch darin, doch die Zauberbücher, die zahlreichen Kräuter und Tränke, sowie jede Erfindung des Meisters waren verschwunden. Kurz gesagt alles, was darauf schließen ließ, dass hier ein Zauberer lebte.
      Der Anblick verwirrte Feodor mächtig, so sehr, dass er erst einmal ein paar Augenblicke nur in der Tür stand und in sein Zuhause blickte. Es kam ihm so fremd vor. Und es war ihm völlig unerklärlich, wie es dazu hatte kommen können. Er ging hinein. Auch seine persönlichen Sachen waren verschwunden: die Bücher, die Flöte und seine Blättersammlung. Feodor griff an seinen Gürtel und tastete nach den Lederbeuteln, die daran hingen. Wenigstens hatte er seine magischen Pulver noch. Und natürlich alles, was er in seinem Kopf gespeichert hatte: die Zauberformeln, die Beschwörungen, die vielen Sprachen und das Wissen über Kräuter und den Wald. Feodor war ziemlich stolz auf seinen Kopf(Verstand), (Punkt) er hatte ein sehr gutes Gedächtnis, welches er bereits in frühen Jahren zu trainieren begonnen hatte und das es ihm mittlerweile ermöglichte, sich selbst komplizierteste Sachverhalte in kurzer Zeit zu merken. Außerdem konnte sein Kopf(Gehirn) bemerkenswerte Schlüsse und Ideen produzieren. Gerade allerdings war er(es) vollkommen leer.
      Ein Rascheln hinter ihm_(Komma) ließ Feodor herumfahren. Die Gestalt in der Tür erkannte er sofort – es war der Schwarzmagier. Er trug ein langes_(Komma) braunes Gewand und hatte dunkle, kalte Augen, die unter,(Komma kann weg) seinem schwarzen Haarschopf hervorblitzten. Feodor starrte ihn an. Als der Schwarzmagier ihn erblickte, zog er eine Augenbraue hoch und musterte den Zauberlehrling vom weißen Haarschopf bis zu den Lederschuhen. Einen Moment lang starrten sie sich gegenseitig in die Augen, dunkle in helle. Dann machte der Schwarzmagier ein paar Schritte auf Feodor zu. Der Junge wich_(instinktiv) zurück.
      „Bist du der Lehrling des Wolfes?“, fragte er. Seine Stimme war leise, kaum hörbar. Sie klang wie das Zischen einer Klapperschlange oder wie das Sausen eines durch die Luft jagenden Messers, das ganz sicher sein Ziel erreichen würde. Außerdem sprach er einen für Feodor fremden Dialekt.
      „Was wenn ich es bin?“, fragte(wandte) Feodor_(sich fragend an den Eindringling).
      Sein Gegenüber verzog die Lippen zu einem fiesen(gemeinen) Lächeln. „Dann hätte ich ein paar Fragen an dich. Zuallererst die, wo dein Meister steckt.“
      „Diese Frage wollte ich gerade euch stellen. Was habt ihr mit ihm gemacht? Wohin habt ihr ihn verschleppt?“
      „Der Schlaueste(Schlauste) bist du auch nicht, oder? Würde ich dich fragen, wo er ist, wenn ich ihn erwischt hätte? Da du es scheinbar noch nicht kapiert hast noch einmal langsam zum mitschreiben: Wir wissen nicht, wo er ist. Aber scheinbar weißt du es auch nicht, also gehe ich davon aus, dass er sich verkrochen hat. Dein Meister ist weggelaufen_(Komma) wie ein feiger Hund,(Komma kann weg) mit eingezogenem Schwanz. Und er(Er) hat alles mitgenommen, nur dich ließ er hier.“ Der Mann lachte verhalten. „Außerordentlich interessant. Seine Kräuter sind ihm wohl wichtiger als sein Lehrling.“
      Feodor wusste, dass das nicht wahr war,(Punkt) sein Meister hatte ja keine Gelegenheit gehabt, ihn mitzunehmen. Trotzdem versetzte ihm die Art, wie der Schwarzmagier ihm diese Schlussfolgerung unter die Nase rieb, einen schmerzhaften Stich_(ins Herz).
      „Was hast du getan, dass er dich zurückgelassen hat?“, hakte der andere mit einem fiesen Grinsen nach. „Oder wollte er einfach nur seinen eigenen Arsch retten?“
      Feodor fröstelte. Aus irgendeinem Grund hatte er das Bedürfnis, seinen Meister zu verteidigen: „Er konnte mich nicht mitnehmen,(Punkt) ich war nicht hier“, sagte(gab) er_(zurück).
      „Und da hat er dir kein Zeichen hinterlassen, wo er vielleicht hingegangen ist?“
      Feodor erkannte jetzt die Masche des Schwarzmagiers. Er wollte ihm entlocken, wohin sein Meister gegangen war. „Nein, hat er nicht“, sagte(erwiderte) er.(Komma)Und(klein) wenn doch, dann würde ich es dir nicht sagen.(Ausrufezeichen)“
      Der Schwarzmagier grinste. „Wahrscheinlich hat dein Meister das aber anders gesehen. Vermutlich dachte er_(Komma) du plauderst es aus, wenn er dir gesagt hätte_(Komma) wo er hin ist, denn sonst hätte er es dir ja gesagt. Er vertraut dir wohl nicht.“
      „Er vertraut mir“, sagte(beharrte) Feodor_(vehement).
      Die Augen des Schwarzmagiers leuchteten auf und Feodor blickte unsicher zur Seite. Er war sich nicht sicher, was der Schwarzmagier(andere) erreichen wollte. Er war sich nur sicher, dass er in gewaltigen Schwierigkeiten steckte.
      „Tatsächlich?“, sagte(fragte) der Mann. „Du bist schon ziemlich lange sein Lehrling, oder? Von Beginn an?“
      Feodor schwieg, fest entschlossen, keine weiteren Geheimnisse preiszugeben. Nicht solange er nicht wusste, was der andere eigentlich vorhatte.
      „Antwortest du jetzt etwa nicht mehr? Du bist wohl doch nicht so dumm, wie ich anfangs dachte.“ Er sah(blickte) Feodor fest in die Augen. „Nein, vermutlich bist du sogar ziemlich schlau. Du hast doch sicher bereits vieles gelernt. Schlauer junger Kerl, was? Fleißig? Ehrgeizig? Wissbegierig? Und der(Der) einzige Gefährte eines einsamen alten Mannes, mitten im Wald; Magie als das einzige halbwegs interessante Gesprächsthema weit und breit. Und du(Du) hast Talent, das spüre ich bis hier hin.“ Nachdenklich ließ er die Augen über die umstehenden Bäume schweifen. „Du hast noch nicht viel von der Welt gesehen, oder?“, fragte er schließlich. Dabei sah er Feodor wieder auf diese eindringliche Art ins Gesicht und der Junge hatte das Gefühl, dass er auf jede noch so kleine Regung wartete, auf irgendetwas, das seine Vermutungen bestätigte. Doch Feodor war fest entschlossen, ihm nichts dergleichen zu bieten. Er versuchte seinen(seine) Mimik so ausdruckslos wie möglich zu halten(erscheinen zu lassen).
      Was tust du hier eigentlich, fragte plötzlich eine Stimme in seinem Kopf. Schalt endlich dein Hirn ein. Und mit einem Schlag war Feodor wieder bei sich und tat genau das. Er steckte nicht bloß in Schwierigkeiten, er war in tödlicher Gefahr. Wenn er diese Sitation(Situation) nicht bald durchblickte, würde er sterben. Was also hatte der Schwarzmagier vor? Blitzschnell rief er sich alles in den Kopf(ins Gedächtnis), was ihm sein Meister jemals über dessen Zunft erzählt hatte und fasste das Wichtigste zusammen: Die meisten von ihnen lebten in Andraya und standen damit unter der Herrschaft Fürst Dreizehns. Doch das half ihm nun nicht weiter. Angeblich waren sie grausam und hinterhältig(Punkt) und(Sie) hatten Spaß daran, ganze Landstriche zu verwüsten. Sie genossen es,(würde ich weg lassen) Leid zu verbreiten. Menschen zu quälen und zu töten gehörte zu ihrem Handwerk_(Komma) wie das Beschwören von dunklen Mächten. Warum also machte er bisher keine Anstalten, Feodor etwas zu tun?
      Er will etwas von mir, dachte Feodor. Informationen, wo mein Meister ist. Aber die habe ich nicht, das dürfte ihm mittlerweile klar sein. Nein, er möchte etwas anderes wissen. Warum ist er überhaupt hier, was will er von meinem Meister? Denn was immer es ist, scheinbar hält er es für möglich, dass er es auch von mir bekommen kann. Es kann sich wohl nur um Wissen handeln. Wissen, von dem er glaubt, dass Meister Wolf es mich gelehrt hat. Sobald er es bekommt oder denkt, dass ich es nicht habe, wird er mich erledigen.
      Die Erkenntnis drückte ihm schwer auf den Magen. „Mein Meister vertraut mir“, sagte(wiederholte) Feodor_(sich). Und er(Er) hat mich vieles gelehrt. Ich weiß vieles über Magie.“
      „Tatsächlich?“, entgegnete der Schwarzmagier mit gehobenen Augenbrauen. Dann lachte er plötzlich leise. Feodor wich zurück. War er zu weit gegangen? Zugegeben, seine Absicht war leicht zu durchschauen gewesen „Tut mir Leid(klein)“, sagte(entschuldigte) der Schwarzmagier_(sich), „aber ich finde_(Komma) das gerade ziemlich amüsant. Du glaubst es wirklich. Dass du vieles gelernt hast, dass du vieles weißt. Dabei hast du dein ganzes Leben in diesem Wald verbracht. Du hältst dich für schlau, aber in Wahrheit bist du naiv und unerfahren. Was weißt du schon über die Welt? Was weißt du über Magie? Nichts. Ich könnte dir Dinge über Magie ezählen, die dein gesamtes Weltbild auf den Kopf stellen würden. Die dir zeigen würden, wie erbärmlich klein die Welt ist, die du bisher kennen gelernt hast. Welche Möglichkeiten es dort draußen gibt.“
      Feodor hatte wieder Schwierigkeiten, die Absichten des Schwarzmagiers zu begreifen. Doch dieses Mal entschied er sich, es offen zuzugeben:
      „Was meinst du damit?“, fragte(wollte) er_(wissen und blickte dem Mann mit einem fragenden Stirnrunzeln verwirrt an).
      „Dein Meister hat dich im Stich gelassen. Selbst wenn er keine Gelegenheit hatte, dich zu warnen, bevor er ging ... eine Frage: Wo ist er jetzt? In diesem Moment, in dem du seine Hilfe dringend gebrauchen kannst. Ihm muss klar sein, dass ich dich ohne mit der Wimper zu zucken töten würde.“
      Feodor versuchte, die Worte nicht an sich herantreten zu lassen, aber er konnte nicht verhindern, dass sie ein wenig an seinem Vertrauen zu seinem Lehrmeister kratzten.
      „Du hast etwas Besseres verdient“, sagte(meinte) der Schwarzmagier plötzlich. „Du bist intelligent und wissbegierig, nicht wahr? Du verdienst einen besseren Meister.“ Feodor starrte ihn ungläubig an. Er versuchte doch nicht tatsächlich das, was er vermutete, oder? „Der Wolf ist nicht der einzige Zauberer in dieser Welt. Such dir einen anderen Meister.“
      „Wen? Dich?“, fragte Feodor tonlos.
      „Das ist ein großzügiges Angebot. Wir haben an dieser Stelle nämlich genau zwei Möglichkeiten: Entweder ich beseitige dich hier und jetzt, oder du begleitest mich. Ich zeige dir die Welt. Ich zeige dir Magie, wie du sie noch nie kennen gelernt hast. Ich lehre dich, Zauber zu vollbringen, von denen du bisher nicht einmal geträumt hast.“
      „Warum würdest du das tun wollen?“ War der Schwarzmagier wirklich so scharf auf das Wissen, das Feodor vielleicht hatte, dass er einen solch umständlichen Plan verfolgen würde? Warum zwang er Feodor nicht einfach, sein Wissen preiszugeben?
      „Meine Gründe sind nicht weiter relevant. Sagen wir einfach, talentierte Zauberlehrlinge sind schwer zu finden und ich habe nicht die Geduld, ein geeignetes Kind zu finden und großzuziehen. Wie auch immer – triff deine Entscheidung.“
      Feodor schloss die Augen und dachte so schnell er konnte nach. Der Schwarzmagier konnte es auf keinen Fall ehrlich meinen. Ein Zauberer musste seinem Lehrling vertrauen können und sein Gegenüber wäre nicht so dumm, Feodor zu trauen. Alles was er ihm anbot, war den Schein zu wahren, sein Meister zu sein. Er würde Tag und Nacht nach Feodors(seinem) Wissen fischen und früher oder später würde er sich Feodors schließlich entledigen. Wenn er von ihm endlich die Information gewonnen hatte, die er _(Leerzeichen)_ brauchte.
      Abgesehen davon_(Komma) würde Feodor niemals einen Schwarzmagier als Meister haben wollen(akzeptieren). Sie waren schrecklich. Doch hatte er eine Wahl? Wenn er ablehnte, würde er mit Sicherheit sterben und das vermutlich voller Schmerzen. Feodor hing an seinem Leben und es gab schließlich immer noch die Möglichkeit, dem Schwarzmagier in einer günstigen Gelegenheit zu entkommen.
      „Komm mit mir“, sagte(raunte) dieser leise_(an den jungen Zauberlehrling gewandt). Es klang freundlich ... einladend ... verlockend.
      Feodor schluckte und traf seine Entscheidung. (Absatz) Er nickte.
    • @Dinteyra
      Also, ich habe dieses Kapitel schon vor zwei Wochen korrigiert, hatte aber schlicht und einfach keine Zeit, das online zu stellen. Deshalb kann ich jetzt auch gerade nicht mehr hundertprozentig etwa genaues zum Inhalt sagen, aber ich freue mich das Meister Wolf und Kandrajimo endlich vollständig in die Geschichte eintauchen und mitspielen. Meine Korrekturen findest du wie immer im Spoiler. :)

      LG
      Kisa

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      Dinteyra schrieb:

      Eine Einladung des Raz-We-Wo-Na


      Jimo Kandrajimo hetzte durch seine kleine Waldhütte und packte. An der Tür stand bereits ein Koffer mit Kleidung und auf dem Tisch lag ein wichtig aussehender Brief. Kandrajimo schlug den zweiten Koffer zu und schleppte ihn nach draußen. Dann kam er wieder herein und sah sich um. „Den hätte ich fast vergessen“, murmelte er und griff nach dem Brief(Nachricht). Er entfaltete ihn und las ein letztes Mal den in großer Eile geschriebenen Text:

      An alle 12 Weisen,
      ich berufe morgen Abend eine dringende Versammlung ein. Ich erwarte das Erscheinen aller.
      Jonathan Niber, Vorsitzender des Raz-We-Wo-Na (Rates der zwölf Weisen der Welt ohne Namen)

      Der Brief war knapp und in sehr unfreundlichem Ton geschrieben, was bedeutete, dass er wichtig sein musste. Kandrajimo steckte ihn ein, trat vor die Tür, packte seine Koffer und seufzte. Dann verschwand er, als hätte er sich in Luft aufgelöst und zurück blieb nur der frische Wind der um die Hütte blies.

      Einige Kilometer nördlich der Hütte, im dunklen Dark Forest, tauchte plötzlich zwischen Himbeersträuchern und Farnen eine Gestalt auf. Jimo Kandrajimo stieg mühsam aus dem Gestrüpp auf den Weg und folgte ihm eine Weile, bis vor ihm ein steiler Hang aus Erde und großen Felsen auftauchte(Punkt) und, in ihn eingearbeitet, ein kleines Haus.(Mein Vorschlag: "... In diesem Hang war ein kleines Haus/Häuschen eingearbeitet (worden)) Er begann, die aus Steinen gelegte Treppe hinaufzusteigen, wobei er leise schnaufte. Endlich stand er vor der Tür des Hauses(Gebäudes/Anwesens) und klopfte. Zuerst war es drinnen totenstill, dann konnte man hektisches Schlurfen hören. Die Tür öffnete sich und Jimo Kandrajimo blickte in die Mündung eines großen, gewehrähnlichen Gegenstandes.
      „Jimo?“, die Mündung verschwand und dahinter erschien das breite Gesicht von Kandrajimos altem Freund Wolf.
      Er hatte eine Menge Falten und graue Haare, aber sein Lächeln war jung und(Hier könnte man auch einen Punkt setzen) seine Augen waren voller Kraft. Normalerweise waren sie fröhlich und gutmütig, aber jetzt glitzerten sie kalt und voller Hass, nicht auf Kandrajimo, aber auf jemand anderen. Kandrajimo runzelte besorgt die Stirn.
      „Was ist das wieder für ein Zauberding?“, fragte er. Wolf bat ihn herein und schloss die Tür. „Eine neue Erfindung von mir“, sagte(erklärte) er. „Ich kann sie dir vorführen.“
      Er richtete die Mündung des Gegenstandes auf eine große Vase, zog ein paar Hebel und drückte dann auf einen Knopf. Ein Schuss krachte und die Vase ging in die Luft, ebenso wie der vordere Teil des Gegenstandes. Kandrajimo sprang auf und versuchte, in der entstandenen Rauchwolke seinen Freund wieder zu finden. Wolf lag auf dem Boden, das Gesicht pechschwarz und die Haare angesenkt.
      „Es ist noch nicht ganz ausgereift. Aber diesmal sind mir deine Freunde aus der anderen Welt nicht voraus. Ha! So was können sie noch nicht erfunden haben. Dafür fehlt ihnen das Genie eines Zauberers.“
      Er rappelte sich hoch und tanzte durch den Raum. „So etwas hat die Welt noch nicht gesehen. Vorbei die Zeit der Schwertkämpfe. Wenn mein Projekt erst ausgereift ist_(Komma) bekämpfen sich die Leute mit Schwarzpulver.“ Kandrajimo blickte ihn irritiert an.
      Schwarzpulver? Warum nennst du es so?“
      Wolf griff in eine Kiste und zog etwas Schwarzpulver heraus. „Weil es mir jedes Mal das Gesicht verrußt. Schau mich doch an.“
      „Was sagt denn Feodor dazu?“, fragte Kandrajimo.
      Plötzlich veränderte sich Wolfs Gesicht.
      „Feodor!“, flüsterte er und taumelte zu einem Stuhl. Kandrajimo war sofort zur Stelle und stützte ihn.
      „Was ist mit Feodor?“, fragte(wollte) er _(besorgt wissen).
      „Er hat ihn mitgenommen. Der Schwarzmagier. Das ist alles meine Schuld.“
      Wolf schrie auf und wollte sich auf den Boden werfen_(Komma) aber Kandrajimo zog ihn zurück auf den Stuhl.
      „Wie konnte das passieren?“, fragte(erkundigte) er_(sich fragend).
      Wolf begann zu erzählen, während Kandrajimo einen starken Kaffee kochte.
      „Ich hatte Feodor zu einer Lichtung bei den Donnerfelsen geschickt, um ein paar seltene Heilkräuter zu suchen. Der Junge ist ein begnadeter Kräutersammler,(Punkt) ich weiß gar nicht, woher er diesen Blick dafür hat. Jedenfalls sollte er nach Lohminze suchen; die eignet sich hervorragend für alle Beschwörungen, die mit Wärme zu tun haben. Als er weg war_(Komma) spürte ich, dass ein Schwarzmagier in der Nähe war,(Punkt) deshalb versteckte ich mich im Wald und bedeckte mich mit einigen Schutzzaubern. Alles was auf meine Anwesenheit hinwies_(Komma) habe ich im Keller unter der geheimen Falltür versteckt. Dort hab ich immer die Dinge aufbewahrt, die Feodor nicht finden sollte; der Raum ist magisch unaufspürbar. Ich war so gemein zu dem Jungen,(Punkt) ich habe alles Mögliche vor ihm versteckt, sogar den Zauberbrunnen hab ich ihm nie gezeigt. Das hab ich jetzt davon, Feodor ist weg.“
      Wolf schluchzte laut auf.
      Kandrajimo legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter. „Ich bin sicher, du hattest gute Gründe, dem Jungen nicht alle deine Geheimnisse zu verraten. Außerdem hätte es ihm wahrscheinlich nicht viel geholfen. Erzähl weiter, was ist dann passiert?“
      „Ich weiß es nicht genau, ich kann nur Vermutungen anstellen. Feodor kam wohl früher zurück, als ich erwartet hatte. Das hier habe ich neben dem Türrahmen gefunden. Es hat vorher nicht dort gelegen, da bin ich sicher.“ Er griff in seine Hosentasche und zog ein kleines Beutelchen hervor. „Der Junge hat immer gerne experimentiert und magische Pulver erstellt. Das hier ist eine seiner Erfindungen. Ziemlich harmlos: verrührt man dieses Pulver mit Wasser, erhält man eine Art Leuchtfarbe. Feodor muss das Säckchen fallen gelassen haben_(Komma) um mir ein Zeichen zu geben. Der Schwarzmagier hat ihn mitgenommen.“
      Kandrajimo reichte Wolf eine Tasse Kaffee.
      „Bist du dir ganz sicher, dass er nicht noch irgendwo im Wald nach Kräutern sucht?“
      „Ich bin sicher. Es ist gestern passiert, Feodor wäre längst wieder hier.“ Wolf schüttelte betrübt den Kopf. „Er wurde gefangen genommen, ich weiß es. Vielleicht ist er sogar schon tot.“
      Kandrajimo schwieg. Wenn Feodor wirklich von dem Schwarzmagier gefangen genommen wurde, dann war er vermutlich schon tot. Wolf stand auf und erschlug eine kleine Sirene mit seinem Pantoffel.
      „Ich werde ihn suchen und befreien. Und wenn der Schwarzmagier ihm irgendetwas angetan hat, dann ... dann mach ich Brei aus ihm.“ Er starrte die Überreste der Sirene an, die nun die Sohle seines Pantoffels zierten.
      Jimo Kandrajimo seufzte. Er hätte Wolf gerne beigestanden, aber er musste zum Treffen des Raz-We-Wo-Na.
      „Ich würde dich gerne begleiten, aber ich bin leider nur auf der Durchreise. Ich muss morgen Abend zu einer Versammlung. Jonathan Niber hat ausdrücklich verlangt, dass alle Ratsmitglieder anwesend sein müssen.“
      Wolf erschlug wieder eine Sirene.
      „Tatsächlich? Alle? Das kommt selten vor, oder? Ihr verteilt euch doch meistens über die halbe Welt.“
      „Ab und an schaffen wir es tatsächlich, alle im Hauptquartier oder der näheren Umgebung zu sein. Und wenn es dann einen wichtigen Anlass gibt, nehmen wir die Gelegenheit für eine Vollversammlung gerne an. Ich vermute, es geht um die neue Kamiraen. Mittlerweile sollten sie und Tabea angekommen sein. Ich hatte vor, ein paar Wochen im Hauptquartier zu bleiben,(Punkt) deshalb wollte ich dich eigentlich fragen, ob du in meiner Abwesenheit meine Pflanzen gießen könntest. Aber das erübrigt sich ja nun. Naja, nicht so wichtig.“
      Wolf hob erneut den Pantoffel und zielte auf eine Sirene_(Komma) aber Kandrajimo schnappte das Insekt ärgerlich aus der Luft und rettete es vor dem Jähzorn des Zauberers.
      „Hör auf damit“, sagte(befahl) er und ließ die Sirene fliegen. „Wenn die Versammlung zu Ende ist_(Komma) werde ich dir auf der Suche nach Feodor helfen. Das verspreche ich dir.“(Weg damit) Ach ja-“_(Komma) Er(er) deutete auf das Gewehr oder was es auch war. „Sieh zu, dass das niemand sieht.“
      „Ich habe es selbst erfunden, also kann ich damit tun, was ich will.“
      „Es ist ein gefährlicher Gegenstand und er darf nicht in die falschen Hände geraten. Das verstehst du doch, oder?“
      Wolf sah genervt aus, aber er nickte.
      „Ich wünsche dir viel Glück“, sagte Kandrajimo und umarmte den Freund. „Bring Feodor sicher wieder zurück. Ich komme nach,(Punkt) so schnell ich kann, aber ich kann dir nicht versprechen, dass ich eine große Hilfe sein werde.“
      „Schon okay. Danke.“
      Kandrajimo lächelte ihm ein letztes Mal zu und verließ die Hütte in Richtung Südwesten. Das mit Feodor war eine ernste Sache. Wolf war zwar ein Pechvogel, aber dass er seinen Schüler verlor_(Komma) hatte er nicht verdient. Er war doch ein guter Mensch,(Punkt) die meiste Zeit verbrachte er damit, seltsame Dinge zu erfinden. Dinge(Sachen) _(Komma) die in der anderen Welt längst zum Alltag gehörten. Nur dass der Wolf eine seltsame Mischung aus Technologie und Magie dazu benutzte. Wolf nannte seine Erfindungen_(Komma) aber auch oft genau so, wie sie in der anderen Welt hießen. Manchmal war es echt zu komisch. Schwarzpulver. Trotzdem mahnte Jimo Kandrajimo seinen Freund immer wieder zur Vorsicht. Man hatte nicht umsonst beschlossen, zu verbieten, Gegenstände aus der anderen Welt in diese zu bringen. Es durfte nicht passieren, dass ein einziger experimentierfreudiger Mann all das zunichte machte. Solange er Waschmaschinen und Taschenlampen erfand, mochte es noch angehen. Aber bei Waffen hörte der Spaß auf.

      Wolf blickte aus dem Fenster und sah gerade noch, wie sein Freund Jimo an einem Busch ins Blaue hinein verschwand. Dann hob er seine Schwarzpulverwaffe auf. Beim letzten Schuss war etwas schief gegangen, es hatte die komplette Mündung weggesprengt. Und er hatte keine Zeit, sie zu reparieren. Er würde wieder mit seinen üblichen Waffen kämpfen müssen – mit Magie.
      Seufzend zog er eine Tasche unter dem Bett hervor. Er nahm eine Kerze und zündete sie mithilfe eines einfachen Feuerzaubers an. Schließlich murmelte er ein paar Worte und schloss die Augen. Als er sie wieder öffnete_(Komma) befanden sich in der Tasche all die Dinge, die er mitnehmen musste. Unter anderem war sein gesamter Vorrat an Schwarzpulver darin. Er zweifelte nicht daran, dass er den Schwarzmagier besiegen konnte. Wenn er wollte, konnte er mächtige Magie wirken, auch wenn er sich meistens nicht die Mühe machte. Schwierig würde bloß werden, seinen Gegner ausfindig zu machen. Denn der lebte im Reich Fürst Dreizehns. In Andraya.
      Wolf verließ das Haus in der gleichen Richtung wie Jimo und verschwand an derselben Stelle. Auftauchen tat er viele Kilometer weiter südwestlich. Am anderen Ende der Welt.
    • @Dinteyra
      Wieder ein schöner Teil. Das du die Ratsmitglieder mit eingebunden hast finde ich gut, allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass mir hier die Beschreibungen über das Aussehen gefehlt haben damit mein Kopfkino problemlos mitläuft. Vielleicht könntest du das ja noch einmal da zufügen, wenn/falls du diese Geschichte noch einmal überarbeitest. Sonst habe ich nichts zu meckern, aber ich finde es schön, dass sich Tabea und Jimo anscheinend ganz gut verstehen und fast schon als Freunde bezeichnet werden können :D Ich muss mal sehen, wann ich den nächsten Teil korrigiere. Wahrscheinlich wird das unter der Woche nichts werden, aber am Wochenende bekommst du da ganz bestimmt von mir etwas zu lesen :D

      LG
      Kisa

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      Dinteyra schrieb:

      Bittere Nachrichten


      Alle Eingeladenen waren anwesend,(Punkt) der Tisch war rundum besetzt,(Komma weg) mit Ausnahme eines Platzes. Jimo Kandrajimo war allerdings zuversichtlich, dass der leere Stuhl sich im Laufe des Abends füllen würde. Die Formalitäten waren geklärt und alle warteten nur darauf, dass der Vorsitzende des Raz-We-Wo-Na das Wort ergriff. Jonathan Niber stand auf.
      „Wir haben heute sieben Tagesordnungspunkte“, begann(verkündete) er. „Erstens: eine schlimme Nachricht. Tabea?“
      Aus dem Schatten an der Wand trat eine schlanke Gestalt, ganz in schwarz gekleidet, mit langem, weißem Haar. Jimo Kandrajimo runzelte die Stirn. Von Tabea hatte er eigentlich eine gute Nachricht erwartet.
      „Wir haben ein Problem“, sagte(begann) Tabea ohne Umschweife. „Maja Sonnfeld ist abgehauen(finde ich zu umgangssprachlich! Wie wäre es mit geflohen/flüchtig).“
      Bestürzte Gesichter starrten sie an, jeder hoffte, das wäre ein schlechter Scherz. Dann machte sich Geflüster breit. Ein verärgertes Wispern wie das Rauschen von Blättern in der ersten Herbst-Brise. Schließlich meldete sich Andrea zu Wort: „Du hast eine hohe Verlustrate, Tabea.“
      Tabeas Gesicht wurde knallrot. „Wie kannst du es wagen? Du kennst dieses Mädchen nicht,(Punkt) sie ist das eigensinnigste Kind, das ich je getroffen habe. Wenn ihr mich fragt, wird sie den Kamiraen noch den Untergang bringen.“
      Das Gemurmel am Tisch wurde lauter.
      „Wir kennen deine Position zu diesem Thema“, schnarrte(ich weiß nicht wirklich was das heißen soll. Bemerkte) Jonathan Niber. „Aber was wir uns alle fragen – zu Recht, wie ich denke – ist, wie du sie überhaupt verlieren konntest. Was soll das heißen, dass sie abgehauen(siehe oben) ist?“
      Tabea(Die Weißhaarige) verschränkte die Arme_(vor der Brust). „Sie wollte nicht herkommen. Aber wegen der Schwarzen Garde hatte sie ja keine andere Wahl. Dann hatten wir ein paar Meinungsverschiedenheiten und schließlich hat sie sich mitten in der Nacht davongeschlichen.“
      „Und warum hast du sie nicht wieder zurückgeholt?“, fragte Niber.
      „Wie hätte ich das denn anstellen sollen?“
      „Spiel hier nicht die Scheinheilige. Du kannst mir nicht erzählen, dass du sie nicht wiedergefunden hättest.“
      Und was dann? Sie wollte nicht mehr mit mir gehen. Sie will nicht herkommen. Sollte ich sie zwingen?“
      „Wenn es nötig gewesen wäre. Maja Sonnfeld wird verfolgt, je eher sie bei uns in Sicherheit ist, desto besser. Meinetwegen auch gegen ihren Willen.“
      „Maja Sonnfeld“, erklärte Tabea langsam, „kann mir von jetzt an gestohlen bleiben. Das Mädchen ist eine Plage und ich werde mich nicht länger mit ihr herumschlagen.“
      „Wie kannst du es wagen?“, rief Niber_(aufgebracht). „Es ist deine Pflicht, sie zu uns zu bringen.“
      „Erzählt ihr mir nichts über Pflicht(Pflichten)“, fauchte Tabea zurück. „Nicht nach dem, was ihr zu tun versäumt habt.“
      Jimo Kandrajimo stand auf und unterbrach damit den Streit. „Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert“, sagte(erinnerte) er _(alle, sodass) und das Geflüster verstummte. „Wir sollten Ruhe bewahren und uns vor allem nicht gegenseitig die Schuld geben.“ Er sah Tabea an. Es war selten, dass sie so aus der Haut fuhr und ihren Respekt gegenüber den Kamiraen auf diese Weise vergaß. Er(Jimo) sah ihr an, wie tief verletzt sie von Jonathans Worten war. Maja Sonnfeld war nur an der Oberfläche das Thema dieses Streits. Darunter _(brodelte) drohte eine jahrelange Meinungsverschiedenheit_(Komma) _(die) wieder hervorzubrechen _(drohte). Es war besser, das Thema zu wechseln. „ Tabea, wo hast du sie verloren?“
      „Am Rande des Dark Forest. Das ist allerdings schon recht lange her“, antwortete sie. „Ich fürchte, sie wird etwas Dummes anstellen. Entweder sie versucht wieder nach Hause zu kommen, was ihr wohl kaum gelingen wird, oder…“ Sie lachte verlegen und schien sich für das, was sie sagen wollte, zu wappnen. „Ich denke, sie will mit zwei Gleichaltrigen deren Mutter aus der Gefangenschaft Fürst Dreizehns befreien. Dann läuft sie ihm direkt in die Arme.“
      Kandrajimo blinzelte verblüfft. Er wusste nicht recht, was er dazu sagen sollte.
      „Das Dreizehnte Königreich ist am anderen Ende der Welt“, sagte(bemerkte) Keiph. „Dort wird sie ja wohl kaum ankommen. Oder?“
      „Was starrt ihr mich so an?“, fragte Tabea, als sich alle Köpfe ihr zuwandten.
      „Wir würden gerne deine Meinung hören.“
      „Es ist leicht, das dreizehnte Königreich zu erreichen“, sagte(erwiderte) Tabea _(schlicht).
      „Nein, ist es nicht“, erwiderte(entgegnete) Andrea_(mit fester Stimme /streitlustig).
      „Wenn man den Schwarzen Weg benutzt, schon.“ Alle starrten sie entsetzt an. „Aber ich glaube nicht, dass sie das tun werden. Die beiden, die Maja begleiten, sind verzweifelt, aber nicht dumm. Sie werden zuerst versuchen, das Gebirge zu überqueren.“
      „Was völlig unmöglich ist“, erklärte Keiph. „Zumindest für ein paar Kinder. Selbst erfahrenste Bergwanderer scheitern am Großen Gebirge.“
      „Dann wisst ihr ja, wo ihr sie suchen müsst.“
      „Was ist mit dir?“
      „Ich bin raus aus der Nummer.“
      „Nein, bist du nicht“, sagte(stieß) Jonathan Niber_(hervor). „Du-“
      „Lass sie“, unterbrach Kandrajimo ihn. „Es bringt nichts, darüber zu streiten. Danke, Tabea. Du kannst gehen.“
      Sie warf ihm einen giftigen Blick zu, aber dann drehte sie sich um und verließ den Raum.
      „Irgendwelche Vorschläge?“, fragte(wollte) Niber_(von den anderen wissen).
      „Wenn Tabea es nicht tut, muss jemand von uns sie suchen“, erklärte Andrea.
      Kandrajimo seufzte. „Schon gut. Ich kümmere mich darum.“
      Die anderen sahen ihn dankbar an_(.., dass er sich dafür zur Verfügung stellte).
      „Außerdem“, fuhr Andrea fort, „sollten wir jemanden zu ihrem Zuhause schicken. Nur für alle Fälle.“
      „Du kannst doch nicht ernsthaft glauben, dass sie zurückkehren könnte“, sagte(wandte sich) Keiph _(an Andrea). „Wir bewachen die Tore,(Punkt) es gibt keinen Grund, anzunehmen,(Komma weg -- glaube ich) sie könnte sich an uns vorbei schleichen. Und sie weiß nicht einmal, wo sie sind.“
      „Wir bewachen nur die Tore, die wir kennen. Es gibt andere. Aber mir geht es nicht um Maja, sondern um Fürst Dreizehn und seine Garde. Wer weiß, welche Absichten er verfolgen wird, wenn er erfährt, dass Maja nicht bei uns ist.“
      Eine Pause entstand, in der sie alle darüber nachdachten, dann nickte Jonathan Niber_(entschlossen). „Aber wer soll es tun? Es muss jemand sein, der sich auch in der anderen Welt gut zurecht findet.“
      Die Kamiraen sahen allesamt verlegen auf ihre Finger. Die meisten von ihnen waren kaum jemals in der anderen Welt gewesen und wenn doch, so dachten sie voller Unbehagen an dieses Ereignis zurück. Kandrajimo war die einzige Ausnahme, aber er hatte bereits zugestimmt, Maja Sonnfeld zu suchen.
      „Ich frage Tabea, ob sie es macht“, sagte dieser schließlich. „Von uns allen kommt sie dort am besten zurecht.“
      Andrea schien nicht überzeugt. „Sie scheint ein wenig sauer auf uns zu sein.“
      „Ich werde sie schon überzeugen können.“
      „Gut“, sagte(stimmte) Niber_(zu). „Ich denke, dass ist alles was wir tun können. Kommen wir zum zweiten Punkt unserer Tagesordnung,(Punkt) eine Sache, über die ich schon seit langem mit euch reden möchte. Die Soldaten Dreizehns und auch die Grünen Ritter auf dieser Seite des Gebirges werden immer zahlreicher(Punkt) und es(Es) sieht nicht so aus, als habe der König vor, etwas dagegen zu unternehmen. Ich fürchte, es führt kein Weg daran vorbei: wir müssen uns mal wieder einmischen.“
      Das Gemurmel am Tisch nahm wieder zu,(Punkt) die Gesichter nahmen unbehagliche Mienen an.
      „Ruhe“, sagte Jonathan Niber leise_(.., aber bestimmt). „Ich weiß, dass wir es immer sehr ungern getan haben, und dass die Chancen, dass es bei der jetzigen Lage funktioniert, in etwa so groß sind wie die, im Dschungel von Jortha ein Dromedar zu entdecken, aber wir müssen es versuchen. Wer meldet sich freiwillig?“
      Die Anwesenden zögerten, aber schließlich meldete sich Andrea.
      „Ich werde es versuchen.“
      „Versuchen reicht vielleicht nicht“, sagte Niorc, eine junge Frau von den Silberwiesen. „Mach dem Kerl Feuer unter dem Hintern, sonst gehen wir noch alle drauf.“
      „Ich werde mein Bestes geben.“
      „Gut“, sagte Jonathan Niber wieder.
      Nachdem sie das also besprochen hatten, kamen sie auf andere, ebenso wichtige Themen zu sprechen, z. B.(Ich würde in einer Geschichte keine Abkürzungen verwenden, dass ist irgendwie ein Stilbruch. Deswegen immer ausschreiben, wenn du mich fragst :D ) das Vorhaben Fürst Dreizehns, die Weltentore zu schließen und die Tatsache, dass sich in letzter Zeit immer mehr seiner Anhänger in der Nähe des Hjemas Tores herumtrieben.
      „In den letzten zwei Monaten wurden dort ganze drei Schwarzmagier gesichtet und ich mache mir Sorgen, dass sie unsere Zauber aufheben könnten“, sagte(meinte) Jonathan Niber. „Es war klar, dass sie früher oder später hier anfangen würden zu suchen, jetzt, nachdem sie das Tor im Süden zerstört haben und ihre Versuche, das in Kannitz zu finden, gescheitert sind. Und je mehr seiner Anhänger hier herumlaufen, desto größer ist die Gefahr, dass einer von ihnen zufällig darüber stolpert. Ihr wisst, was ich meine. Vor wenigen Wochen sind zwei Soldaten Dreizehns dort aufgekreuzt und haben das Tor gesehen. Sie hatten zwei Kinder bis dort(dorthin) verfolgt, haben es also streng genommen zufällig entdeckt. So etwas kann wieder passieren. Sie konnten überwunden und gefangen genommen werden, aber wir können nicht erwarten, weiterhin so viel Glück zu haben.“
      Sie nickten, sie wussten es alle. Die Zauberbanne auf dem Tor bewirkten zwar, dass jemand, der nicht wusste, wo es lag, nicht darauf stoßen konnte, wenn er es suchte, aber schon, wenn er gerade etwas anderes vorhatte und nur zufällig darüber stolperte.(In diesem einen Satz sind extrem viele Kommas. Vielleicht schaust du einmal, ob du aus diesem Satz vielleicht zwei machst, um die Verwirrung beim Leser zu verringern, aufgrund der vielen Kommata) Normalerweise verhinderten die allgemeinen Schauergeschichten, die man sich über den Dark Forest erzählte, dass dort allzu viele Menschen herumliefen und das Tor entdeckten(entdecken konnten), aber wenn Dreizehn ganze Regimente dorthin schickte, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand, der vielleicht gerade nicht so befehlstreu nach dem Tor suchte, darüber stolperte. Es war eine verzwackte(verzwickte) Lage, aber es half auch nicht groß, darüber zu sprechen, keinem von ihnen fiel eine Lösung ein. Solange der Großkönig den Ernst der Lage(Situation) so dermaßen unterschätzte, gab es nichts, was sie tun konnten.

      Die Versammlung des Raz-We-Wo-Na dauerte lange und als Jimo Kandrajimo das Hauptquartier endlich wieder verließ_(Komma) war es schon dunkel. Die Sterne funkelten am Himmel und blinzelten ihm zu. Hinter ihm ging Tabea und trat missmutig einen Stein beiseite. Er hatte sie direkt nach der Versammlung aufgesucht und die Bitte des Rates an sie weiter getragen. Jetzt war sie schlecht gelaunt, weil sie wieder in die andere Welt musste. Er wusste, sie hätte einiges darum gegeben sich mal wieder auszuruhen und an einem friedlichen Plätzchen in dieser Welt zu verweilen, anstatt sich der Hektik und Ruhelosigkeit der anderen Welt auszusetzen. Kandrajimo dagegen hätte einiges darum gegeben, wieder das pulsierende Leben einer Großstadt zu spüren, statt der starren Sterne die bunten Lichter eines Flugzeugs am Himmel zu sehen oder das Gefühl des Fliegens bei der Fahrt in einem Auto zu erleben.
      Auch er war übrigens nicht glücklich mit seinem Auftrag. Er hatte ernsthaft vorgehabt, Wolf bei der Suche nach seinem Lehrling zu helfen, aber das konnte er sich jetzt an den Hut stecken.
      „Du hast dich freiwillig gemeldet um nach Maja Sonnfeld zu suchen, nicht wahr?“, fragte Tabea, als hätte sie geahnt, in welche Richtung seine Gedanken gerade schwammen.
      „Wie kannst du das wissen?“
      „Ich kenne dich, es ist genau das, was du tun würdest. Außerdem bist du der einzige(groß-- glaube ich), der sie schneller finden kann, als ich.“
      „Das glaube ich nicht.“
      „Sagt der Mann, der sich in Luft auflösen kann, um an einem völlig anderen Ort wieder aufzutauchen.“
      „Aber woher soll ich wissen, wo ich anfangen soll? Warum hast du sie nur weglaufen lassen? Und warum hast du so lange gebraucht, um uns das mitzuteilen? Machen wir uns nichts vor, es war viel länger, als nötig gewesen wäre. Was ist dein Problem mit diesem Mädchen?“
      „Du meinst abgesehen davon, dass sie absolut keinen Respekt hat und dass sie trotzig und quengelig ist?“
      Kandrajimo nickte_(verstehend).
      „Was ich in der Versammlung sagte, meinte ich auch so. Ich fürchte, sie wird euch den Untergang bringen.“
      Er seufzte. „Und du denkst, sie im Stich zu lassen, wird etwas daran ändern?“
      „Ach, was weißt du schon?“, zischte sie_(aufgebracht) und wandte sich ab. Ohne ein weiteres Wort, ohne ihn noch einmal anzusehen, ging sie davon.
    • @Dinteyra
      Wieder ein Toller Teil.
      Bei dem nächsten habe ich schon angefangen zu korrigieren, bin aber noch nicht fertig. ich denke der wird morgen kommen.

      LG
      Kisa

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      Dinteyra schrieb:

      Nebel und Licht


      Der Weg über das Große Gebirge stellte sich als der bisher einfachste Teil ihrer Reise heraus. Am zweiten Tag erlebten sie allerdings noch eine Überraschung. Hier im Gebirge(in den Bergen) hatten sie den Fluss nicht mehr, an dessen Ufer sie sonst entlang gewandert waren und deshalb gab es Probleme mit der Wasserversorgung. Taramos und Penelope setzten sie zwar meistens in der Nähe einer Quelle oder eines kleinen Gebirgssees ab, aber sie flogen oft den ganzen Tag in der prallen Sonne und wurden dabei sehr durstig. Jinna durchsuchte alle Satteltaschen, auf der Suche nach Flaschen um Wasser zu transportieren und zog dabei neben vier großen Feldflaschen ein ziemlich sperriges Bündel und einen Brief heraus. Maja öffnete den Brief, während die anderen sich über das Bündel hermachten. Er war von Tamor:

      Maja,
      ich bin mir sicher, dass in kürzester Zeit etwas Beunruhigendes passieren wird. Falls wir keine Zeit haben, uns zu verabschieden, möchte ich das in diesem Brief tun. Außerdem Folgendes: Ich werde heute einen Bekannten besuchen, der mir ein Schwert übergeben wird. Du wirst es mit diesem Brief finden. Taramos und Penelope bringen dich auf der anderen Seite des Gebirges zu meinem Bruder, ihm gibst du das Schwert. Ich bitte dich nur, nicht damit zu spielen. Es ist eine gefährliche und zudem verfluchte Waffe. Ein kleiner Schnitt könnte tödlich sein. Packt es am besten gar nicht erst aus.
      Viel Erfolg bei eurer Mission. Es war mir ein Vergnügen, euch kennen gelernt zu haben. Alles Gute,
      Tamor

      Die anderen hatten inzwischen das Schwert ausgepackt und betrachteten es ehrfürchtig. Maja ging zu ihnen. Von der Waffe sah man nur einen silbernen Griff,(Punkt) die Klinge steckte in einer schwarzen Scheide, mit zwei Gurten, um sie sich auf den Rücken zu hängen. Trotz Tamors Warnung zog Maja das Schwert heraus und betrachtete es. Es war sehr lang_(Komma) und spitz und aus irgendeinem Grund leuchtete seine Klinge leicht bläulich.
      „Wow!“, war alles, was den anderen dazu einfiel. Matthias sah man es an seinem Gesichtsausdruck an.
      Maja las ihnen den Brief vor.
      „Wow!“, sagte Karim noch einmal. „Schade, dass wir es nicht behalten können. Es wäre gut zu unserem Schutz.“
      „Es ist gefährlich“, entgegnete Maja.
      „Wir könnten eh nicht damit umgehen“, sagte(bemerkte) Jinna.
      „Ach was. Mit so was kann jeder umgehen. Ich bin ein guter Fechter.“
      „Beweisen!“ Jinna tippte ihm mit dem Zeigefinger herausfordernd vor die Brust.
      Maja nahm vorsichtig das Schwert aus der Reichweite der Geschwister. „Mit dem hier wird überhaupt nichts bewiesen. Nehmt euch von mir aus Stöcke.“
      „Auf diesem blöden Berg gibt’s nur leider keine“, sagte(erwiderte) Jinna. „Ich muss dich wohl ohne Waffe besiegen.“ Mit diesen Worten warf sie sich auf Karim und nur wenige Sekunden später kullerten die zwei über die Wiese. Matthias rannte hinterher und versuchte mitzumachen und die Halbdrachen beobachteten die merkwürdige Szene. Es schien, als wären sie belustigt.
      Maja_(neugierig) betrachtete das Schwert in ihren Händen. Noch nie hatte sie eine solche Waffe in der Hand gehalten. Sie hätte gerne gewusst, was Tamor damit gemeint hatte, dass es verflucht war. Vielleicht würde sein Bruder es ihr erklären können. Schließlich wickelte sie es wieder in das Bündel und steckte es zurück in die Satteltasche. (Absatz) Jillian hätte bestimmt damit umgehen können. Sie hatte ja Fechten gelernt. Maja fragte sich, ob sie es inzwischen schon nach Hamburg geschafft hatte. Sie stellte sich Jillian in großen Stiefeln an der Reling eines Piratenschiffes vor, mit einem langen Säbel in der Hand. Dann lachte sie. Ihre Fantasie drehte mit ihr durch. Wahrscheinlich saß Jillian in irgendeiner Spelunke und gab ihr letztes Geld aus, während sie versuchte als Schwarzarbeiterin an irgendeinem Frachter anzuheuern, wo sie dann Kisten mit falschen Markenschuhen schleppen würde. Wenn sie überhaupt so weit gekommen war. Piraten, so wie Jillian sie sich vorstellte, waren in ihrer Welt doch bloß noch Geschichten. In dieser Welt jedoch, in der Welt ohne Namen, gab es doch bestimmt irgendwo richtige Piraten, wie die aus Filmen und Büchern. Doch Jillian war nicht in dieser Welt. Es war Maja, die hier gelandet war.
      Karim, Jinna und Matthias tobten immer noch herum. Wahrscheinlich brauchten sie nach dem langen Flug etwas Bewegung. Auch Maja wollte sich mal die Beine vertreten. Sie stand auf und begann, den Hang heraufzuklettern. Im Moment standen sie in einer Art Kuhle, ringsum stieg die Wiese an. Aber sie wusste, dass diese Kuhle eigentlich nur die Spitze eines Berges war, ein idealer Platz um ganz oben noch vor Wind geschützt zu sein. Wenn sie die Hänge hinaufkletterte, würde sie sicher einen tollen Blick über das Gebirge haben. Obwohl sie seit zwei Tagen praktisch nichts anderes sah, konnte sie sich nicht daran satt sehen. Die Berge schienen ihr gleichbedeutend mit Freiheit. Sie hatte zum ersten Mal keine Angst mehr vor ihren Verfolgern. Immerhin war sie die größte(meiste) Zeit des Tages in der Luft und somit einigermaßen sicher vor ihnen. (Absatz) Kurze Zeit später kam Maja oben an und blickte auf die Berge um sie herum. Vor ihr lag ein riesiges Tal, das vollkommen von Nebel bedeckt(verhangen) war. Die untergehende Sonne färbte den Nebel blutrot,(Punkt) es war, als schaute sie auf glühende Wolken hinab. Sie hatten ein wenig Ähnlichkeit mit einem großen Steppenbrand. Maja setzte sich wo sie war auf den Boden und betrachtete das unheimliche Schauspiel. Irgendwie wäre sie gerne einmal in das Tal hinab geklettert. Sie hätte gerne gewusst, wie tief es war, ob der Nebel bis zum Boden reichte und wenn nicht, was darunter war.
      Plötzlich fühlte sie eine Hand auf der Schulter. Matthias war ihr gefolgt, er war rot im Gesicht und schwitzte. Er zog seinen Schreibblock aus der Tasche und schrieb etwas für sie.
      Das ist das Nebel-Tal. Es sieht wunderschön aus, nicht wahr?
      „Ich wüsste gerne, was dort unten ist. Glaubst du, wir könnten mal ein Stückchen runter gehen?“
      Das haben schon viele versucht; keiner ist je zurückgekommen. Sie verirrten sich im Nebel und fanden den Rückweg nicht mehr. Außerdem soll es dort unten schreckliche Kreaturen geben, die sich im Schutz des Nebels leise anschleichen und zuschlagen_(Komma) bevor man reagieren kann.
      „Woher weiß man das, wenn nie jemand von dort zurückgekommen ist?“
      Gute Frage. Ich denke, dass niemand genau weiß, was sich dort unten befindet, und dass die Leute sich die Sachen ausgedacht haben, weil niemand, der das Tal betreten hat, je wieder heraus gekommen ist.
      „Man sagt auch, dass niemand, der das Gebirge überquert hat, zurückgekommen ist. Trotzdem kann es nicht stimmen, es muss einige wenige geben, die es geschafft haben. Tamor zum Beispiel. Er und sein Bruder besuchen sich doch sicher regelmäßig.“
      Tamor hat ja auch Halbdrachen. Und er ist ein Zauberer. Außerdem gibt es viele Menschen, die es schon geschafft haben, es ist halt nur nicht einfach. Aber mit diesem Tal ist das etwas anderes. Meister Wolf hat gesagt, es sei verflucht. Unsere Welt war einst eins. Damals gab es kein Gebirge. Doch die Menschen im Osten legten sich mit denen im Westen und im Norden an. Dadurch brach ein großer Krieg aus, der später der zweite Krieg genannt wurde. Sie kämpften erbittert, bis irgendwann ein mächtiges Erdbeben die Welt erzittern ließ und dieses Gebirge sich aufschüttete_(Komma) um die beiden Parteien zu trennen. Es heißt, nur wer reinen Herzens ist und nicht im Sinn hat, den Krieg zwischen den Völkern wieder ausbrechen zu lassen, kann das Gebirge überqueren.
      Maja las die Geschichte sehr aufmerksam. „Aber Fürst Dreizehns Leute überqueren das Gebirge oft. Hat er nicht sogar einen Tunnel bauen lassen?“
      Vergiss nicht, dass es nur eine alte Legende ist. Außerdem hat Dreizehn schon ganz andere Dinge gemacht. Er scheint die normalen Gesetze zu überwinden. Wusstest du, dass er viel älter als ein normaler Mensch ist?
      „Ich hab so was geahnt“, sagte(gestand) Maja. Sie dachte einen Augenblick nach. „Du sagst, dass es der zweite Krieg war“, sagte sie. „Gab es noch mehr?“
      Es gab noch vier weitere. Insgesamt fünf. Er kratzte sich kurz an der Nase. Gibt es in deiner Welt auch so viele Kriege?
      „Ja“, sagte(stimmte) Maja_(zu). „Ja.(Komma statt Punkt) Noch mehr sogar, soweit ich weiß. In der Vergangenheit gab es schlimme Kriege und jetzt gibt es auch noch welche. Aber dort, wo ich wohne, zum Glück nicht mehr. Allerdings habe ich nicht so viel Ahnung davon. Ich schaue nicht einmal Nachrichten.“
      Matthias verstand offensichtlich nicht ganz, wovon sie redete, aber er fragte nicht nach. Sie verfielen in nachdenkliches Schweigen, während sie auf den blutroten Nebel sahen. Dann verblasste er allmählich und wurde weiß, als die Sonne hinter den Bergen verschwand.
      Meinst du_(Komma) wir sollten zurückgehen?, fragte Matthias_(unsicher). Sonst machen Karim und Jinna sich noch Sorgen.
      Maja nickte und stand auf. „Kann ich den Zettel, auf den du geschrieben hast, behalten?“, fragte sie. „Wegen der Sache mit dem Krieg und dem Gebirge.“
      Matthias nickte, riss das Blatt von dem Block und gab es Maja(ihr). Sie stopfte es sich schnell in die Hosentasche. Sie wollte mehr über diese Welt in Erfahrung bringen. Vieles hier erschien ihr so widersinnig. Zum Beispiel fand sie es schwierig, die ganzen Legenden von der Wahrheit zu unterscheiden. Aber das gehörte wohl zu dieser Welt. Maja(Sie) vermutete, dass es in ihrer Welt früher nicht anders gewesen war, als es noch keine Fernseher und keine Zeitungen gegeben hatte. Da hatten die Menschen sich die Dinge halt erzählt und von Mund zu Mund hatten sich die Geschichten verändert. Was Maja beunruhigte war, dass hier Dinge, die sie in ihrer eigenen Welt als Fantasiegespinste bezeichnet hätte, wahr waren. Zum Beispiel gurgelnde Flussgeister und Drachen.
    • Stimmt, ich muss zugeben, dass ich von den Ratsmitgliedern gar kein richtiges Bild im Kopf habe. In der Szene habe ich sie nicht beschrieben, weil ich aus der Sicht von Kandrajimo geschrieben habe und nicht fand, dass ihr Aussehen für ihn bemerkenswert wäre, er kennt sie ja. Außerdem sind es sehr viele und es ist relativ unwichtig, wie sie aussehen. Aber so langsam könnte ich mir mal Gedanken darüber machen. Also danke für den Hinweis und danke für die Korrekturen ^^
      LG Dinteyra
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • Hey Dini :)
      Weit bin ich noch nicht. Gerade mal irgendwo auf Seite 2, aber ich dachte, ich lasse dir dennoch einen Kommi da ^^

      Also vorneweg:
      ich muss sagen, die Geschichte um die Schattenwandler gefällt mir eindeutig besser. Nicht nur die Welt, wie du sie dir ausgedacht hast, sondern man merkt auch, dass du deinen Stil verbessert, vielleicht sogar ein wenig geändert hast :)

      Nichts desto trotz: Auch diese Geschichte gefällt mir gut. Der Sprung zwischen den Welten und den jeweiligen Geschichten gefällt mir sehr gut. Dadurch, dass du bis jetzt kontinuierlich abwechselnd geschrieben hast, verliert man nicht so schnell den Überblick, obwohl die beiden Geschichten (noch) nichts miteinander zu tun haben :thumbsup:

      Allerdings gefiel mir die Story um Jinna und Karim besser.
      Hier ist dir der Einstieg besser gelungen.
      In den teilen, in denen es um Maja geht, war der Einstieg ein bisschen hektisch.
      Sie ist auf dem Heimweg, trifft seltsame Frau und geht zu ihr hinein einen Tee trinken und bekommt eine Kette und Schwierigkeiten ...
      Aber vielleicht ist man mit 12 noch naiv genug, um wildfremden Menschen irgendwie zu vertrauen, auch wenn es recht schnell ging :hmm:
      Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Maja Tabea schon länger kennt. Die seltsame Frau mit den weißen Haaren, mit der sie schon öfter nach der Schule gesprochen hat ... Allerdings: Wie ist sie dann an das Amulett gekommen ... Hm naja jetzt ist es eh zu spät XD Ich lass das jetzt einfach mal so stehen :)
      Aber seitdem Maja aus dem Auto gesprungen ist, hast du mich auch mit diesem Teil der Geschichte :)

      ich bin jedenfalls gespannt, wie es weiter geht :D
      Sternzeichen Kaffee, Aszendent Streuselkuchen
    • Hallo @Miri,

      zunächst einmal danke für deinen Kommi und dann noch meine Hochachtung, dass du dich an diese riesige Geschichte gewagt hast. Es freut mich, dass sie dein Interesse geweckt hat.
      Lies sie aber bitte nur, solange du sie auch magst.

      Und dann ... :D

      Miri schrieb:

      Also vorneweg:
      ich muss sagen, die Geschichte um die Schattenwandler gefällt mir eindeutig besser. Nicht nur die Welt, wie du sie dir ausgedacht hast, sondern man merkt auch, dass du deinen Stil verbessert, vielleicht sogar ein wenig geändert hast
      Das kann ich gut verstehen ^^ . Bedenke, dass zwischen den beiden Geschichten sechs bis zehn Jahre Entwicklung meinerseits lagen. Ich habe die Geschichte um Maja zwar ordentlich überarbeitet, als ich sie hier reingestellt habe, aber geschrieben hatte ich diesen ersten Teil schon früher. Und alles kann man dann nicht mehr retten, vor allem auch was den Plot betrifft.
      Aber ich sehe es so: Die Schattenwandler-Geschichte ist mein ehrgeiziges Projekt. Dafür muss ich auch ganz schön meinen Kopf-Kasten anschmeißen und nicht immer habe ich die Zeit und die innere Ruhe dafür. Diese Geschichte dagegen ist meine Spielwiese. Da kann ich auch mal rumspinnen und einfach nur in die Tasten hauen, was mir gerade in den Sinn kommt. Es macht Spaß, ich mache es gerne. Nicht immer folgt es den Regeln der Logik (obwohl es meistens eine Erklärung für die Dinge gibt, die in der Geschichte passieren).
      Wenn du also damit leben kannst, dass nicht immer alles perfekt und gut ist, dann wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen.

      Was Tabea betrifft, die bringt hier nicht zum ersten Mal in ihrem Leben zwölfjährige Kinder in Schwierigkeiten. :D
      Aber du hast recht, wie ich Maja in die Geschichte geworfen habe, war etwas gehetzt. Ich wollte halt loslegen. Ich glaube, Rael kann ein Lied davon singen :) . Vielleicht hätte Tabea eine Woche oder so da herumhängen können, aber vielleicht hätte sie auch nicht die Geduld dafür gehabt. Sie ist ein sehr ungeduldiger Mensch.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • So Seite 2, erster Teil :)
      ich glaube "Entführt" ^^

      Anbei nur ein oder zwei Anmerkungen :D

      Dinteyra schrieb:

      Oder er hatte einfach keine Lust, zurückzukommen.
      Die Stelle hat mir einfach gut gefallen XD

      Dinteyra schrieb:

      Karim wollte eigentlich erklären, warum sie überhaupt so spät vor ihrer Tür standen, aber er konnte kaum die Augen offen halten. Das musste halt bis morgen warten.
      Jinna bekam ein altes Bett, das früher einmal dem Sohn von Jonathan und Dajana gehört hatte. Karim rollte sich daneben auf mehreren weichen Teppichen zusammen. Beide benutzten ihre Schlafsäcke als Zudeck - es war zu warm um sich darin einzuwickeln.
      Karim konnte lange Zeit nicht einschlafen.
      Widerspricht sich das nicht?
      Die Einwände, warum Karim nicht schlafen kann, sind schlüssig ^^ Aber die Formulierung oben ließ mich stutzen.



      Ansonsten habe ich nichts gefunden, woran ich meckern könnte XD
      Ich mag die Geschichte um Karim und Jinna gern und bin gespannt was passiert, wenn die auf Maja treffen ^^
      Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto besser gefällt sie mir :)
      Sternzeichen Kaffee, Aszendent Streuselkuchen
    • Hi @Miri, vielen Dank. Es freut mich zu hören, dass du weiter gelesen hast und dass es dir noch gefällt.
      Der Widerspruch ist lustig, und du bist die erste, der es auffällt. Da muss ich doch glatt noch mal meinen Korrekturstift zücken. Egal, wie oft es von wie vielen gelesen wird, irgendwelche Fehler bleiben immer zurück. :)
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • Hey Din :)

      Hab die nächsten zwei Teile gelesen :)
      Klasse :thumbsup:
      Jillian gefällt mir :D Im Spoiler steht warum :)
      Ansonsten nur ein paar Peanuts ^^ (Von denen ich nicht weiß, ob sie schon jemand genannt hat :P )

      Spoiler anzeigen

      Dinteyra schrieb:

      „Und wie sollen wir sie retten?“, fragte Karim. „So viele Ritter und Soldaten auf einem Haufen. Haben wir überhaupt eine Chance?“
      „Tja, das kommt ganz auf die Begebenheiten an. Ich habe schon einen Plan aber dazu müsst ihr mir vertrauen. Außerdem müssen wir einen kleinen Umweg machen, und jemanden um Hilfe bitten, den ich kenne.“
      „Wen?“, fragte Karim.
      „Überraschung.
      Habt ihr sonst noch Fragen oder können wir aufbrechen?“
      Karim und Jinna hatten nichts dagegen und so machten sie sich Minuten später auf den Weg durch den Wald, der jetzt wieder düsterer und unheimlicher wurde.
      ich weiß nicht. Sie kennen Niorim doch kaum ...
      und Karim ist ja sonst eigentlich misstrauisch und jetzt labbert der Kerl was von Vertrauen und Überraschung und dann kommt
      "Die beiden hatten nichts dagegen" XD
      Meckern auf sehr hohem Niveau ^^ Aber ich würde hier noch ein paar Zweifel einbauen ... wenigstens in einem Nebensatz :)

      Dinteyra schrieb:

      „Du bist auch weggelaufen?“, fragte Maja. „Aber du bist 18, du kannst machen, was du willst.“
      „Ich bin 17“, sagte das Mädchen. „Und als ich weggelaufen bin war ich erst sechzehn,
      Hier würde ich einfach die Schreibweise anpassen :)

      Dinteyra schrieb:

      Maja schaute Jillian eine Weile lang zu, wie sie Wasserflaschen, Obst und Kuchen verteilte, und zwar so, dass Maja immer mehr abbekam.
      So, hier kommt, warum im Jillian mag ^^
      Sie ist zwar tough und schadenfroh und zieht Maja ein wenig auf, aber trotzdem verhält sie sich wie eine große Schwester ^^
      War total schön zu lesen, dass Maja unerwartet Hilfe bekommt. Und Jillian ist nicht auf den Kopf gefallen :) Schade, dass sie wahrscheinlich nicht länger dabei bleibt, aber ich lass mich einfach mal überraschen :D
      Sternzeichen Kaffee, Aszendent Streuselkuchen
    • Hey Din,

      momentan bin ich am Ende von Seite 2 angelangt. Dein Schreibstil ist super! Man lässt sich von ihm mitreißen, fiebert mit Maja, aber auch Karim und Jinna mit. Die Geschichte läuft wie ein Film vor dem inneren Auge. Ich mag, wie du die Welt ohne Namen von Anfang an einbindest und man schon mit ihr vertraut ist, bevor Maja in diese reist (das vermute ich zumindest stark). Das Einzige, das mir negativ aufgefallen ist, dass leider sehr viele Kommafehler vorhanden sind.

      Momentan bin ich mir noch unsicher, ob man Tabea trauen kann. Bzw. aus welchen Gründen sie Maja die Welt ohne Namen bringen möchte. Ich meine, welcher Erwachsene schubst eine dreizehnjährige aus dem Auto mitten im Nirgendwo und lässt sie an einen ihr unbekannten Ort "trampen"?

      Ich könnte mir schon jetzt vorstellen, dass sich die Geschichte gut zwischen zwei Buchdeckeln machen würde.
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater
    • Hallo Morgy,
      danke für deinen Kommentar, ich freu mich immer wieder, wenn ich Rückmeldungen zu der Geschichte bekomme, besonders von neuen Lesern. Und auch schön, dass dir die Geschichte gefällt, erwarte aber bitte nicht zu viel ^^
      Die Kommata - mit denen stehe ich etwas auf dem Kriegsfuß. Früher habe ich zu viele gesetzt, jetzt vermutlich eher zu wenige und ich durchschaue die Regeln nicht. Das Nachschlagen ist aber nicht so einfach. Ich bräuchte ein Regelwerk für Fortgeschrittene ^^
      Ich wünsche dir noch viel Spaß beim Lesen, meld dich gerne.
      LG Dinteyra
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
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