Himmelsjäger (Arbeitstitel) [Alte Fassung]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Oi... :3
      Ich habe zwar einige klitze kleine Fehler gefunden, aber... naja. Egal xD

      Du hast wirklich viele Simniko,-...
      Diese Dinger -> ; benutzt.
      Mich persönlich haben sie nicht gestört, aber es ist mir eben aufgefallen.

      Deine Metaphern, kalkwiese, die sind wirklich atemberaubend ^^
      Die immer mal wieder aufgegriffene Metapher des buntgemalten Himmels gefällt mir sehr gut. Seeehr gut... :3

      Ich mag Chisana immernoch nicht, aber das weißt du ja xD

      Mal sehen... Vielleicht setzt du ab und zu zu viele kurze Sätze hinter einander. Es liest sich meiner Meinung nach dann immer so abgehakt. Aber das stört wahrscheinlich nur mich.
      Mh.... ... .......
      Ich weiß nicht was es ist, aber Ich fühlte mich nicht wirklich in das Geschehen hinein gesogen.

      Wenn... wenn deine Metaphern Kekse wären... Ich würde sie alle auf einmal essen :3 <3
      " It's Hebrew, it's from the Talmud. It says, "Whoever saves one life, saves the world entire." "
      ~Itzhak Stern
    • Eine Kutsche ohne Pferde? Klingt für mich ganz nach einer Art Zug oder so ... jedenfalls deiner Lautschrift nach zu urteilen.
      Auch hier wieder ein schön geschriebener Part, ich genieße deinen Stil wirklich. Was mit nur etwas fehlt ist ein zusammenhängender Plot, ich weiß immer noch nicht, worauf die Geschichte genau abzielt, es steht momentan alles noch sehr für sich.

      I think the saddest people always try their hardest to make people happy. Because they know what it´s like to feel absolutely worthless and they don´t want anybody else to feel like that.

      ~ Robin Williams







      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • @Alopex Lagopus

      Ja, ich halte es bewusst so auseinander. Dabei habe ich einige Ideen, wo es hingehen soll. Nur frage ich mich permanent: Soll ich euch gleich vor den Kopf stoßen oder ist es dafür noch zu früh?
      Ich glaube, die Sache braucht noch etwas Zeit, bis sie wirklich gar ist. Jedenfalls bewegt es sich darauf zu. Ich würde wirklich gern schneller zu Potte kommen, aber mein Tempo kann ich nur schwer anziehen.
    • Hey Kalkwiese :)
      Dein Stil ist wirklich einwandfrei :D
      Gefällt mir echt gut! Hier und da hattest du ein paar Rechtschreibfehler, aber ich denke das haben die anderen schon gefunden ^^
      Du machst es ähnlich wie Klim in Ightris. Du beginnst mehrere Geschichten und noch fragt man sich, was sie nun alles miteinander zu tun haben ^^
      Mir gefällt das Setting gut, das mit den Sklaven und allem. Maks Gedanken sind erschreckend, aber ich denke einleuchtend ^^ Grausam, dass es sowas wirklich mal gegeben hat X/
      Meddin ist goldig :) Jetzt wo er ein Talent gefunden hat scheint er auch selbstsicherer zu werden, auch wenn mich interessiert, was er erlebt hat, dass er dauernd so am Rad dreht.
      Konrad und Chisana sind ein lustiges Gespann ... ich frage mich wie genau Konrad Herzogssohn geworden ist =O
      Naja du siehst ist habe bis jetzt noch nichts zu meckern, auch wenn deine teile alle noch relativ "nichtssagend" sind, aber wir befinden uns ja auch noch ganz am Anfang der Geschichte ^^

      LG Miri

      PS: Hör die Kapitel mit "sie suchen ..." oder "sie sagte ..." zu beenden ... sonst muss ich leider vor Spannung zerspringen XD
      Dreck auf Toast!
    • Also hab auch mal deine Geschichte gefunden. Sie ist vom Schreibstil etwas ngewohnt, aber gerade das ist ziemlich gut. Kaum Fehler. jedoch einige Kleindigkeiten, die mir auffielen, wo ich nicht sicher bin, ob das so Abscht war. ;)


      Inhaltlich kann ich noch nicht allzuviel sagen, aber ich bin auch erst beim fünften Teil. Bis jetzt: Du wechselst ziemlich schnell von Protagonist zu Protagonist. Ein roter Faden ist da schwer auszumachen.

      Dennoch lockt es beharrlich einen, weiterzulesen.
      Spoiler anzeigen

      kalkwiese schrieb:

      Der Waldweg lag unruhig da, als die verhüllte Gestalt mit Seelenruhe seinen Staub entlangschritt.

      kalkwiese schrieb:

      doch die Gestalt schwebte unbeeindruckt über sie hinüber. Fußspuren hinterließ sie nicht.
      Moment, warte mal. Waren das jetzt zwei Personen, oder nur eine? Das wird nicht so richtig klar. Wenn es nur eine wäre, wie kann sie dann entlangschreiten und gleichzeitig schweben?
      Ich habe auch meine Probleme mit dem ersten Satz. (gerade weil es der erste Satz ist). Ich musste ihm dreimal lesen, um dessen Sinn zu verstehen. Vielleicht wäre anstatt "seinen Staub" "in dessen Staub" besser gewesen. Aber das ist nur ein Vorschlag.




      kalkwiese schrieb:

      Vier Sklaven zogen jeweils einen Pflug. So auch sie, die Augen des Aufsehers bohrten sich in ihre Rücken.
      Der Satz ist wirklich merkwürdig. "So auch sie?" Was soll das da bedeuten?

      kalkwiese schrieb:

      „Was gibt es da zu Quatschen?
      *quatschen (klein)

      kalkwiese schrieb:

      Dabei streckte das Lachen lauthals einen seiner Arme durch seine Zähne. Entsetzt biss er ihn sofort ab.
      Moment mal. Er hat sich selbst seinen Arm durch die Zähne gestreckt? Und dann abgebissen? :huh:

      kalkwiese schrieb:

      Er beutete ihr, still zu sein, was ihm wieder merkwürdig vorkam, da er sie nicht sehen konnte. Sie ihn hingegen schon.
      Das *bedeutete hast du hier noch nicht ausgetauscht, obwohl es schon angemerkt wurde.;)
    • Schreibfeder schrieb:

      Moment, warte mal. Waren das jetzt zwei Personen, oder nur eine? Das wird nicht so richtig klar. Wenn es nur eine wäre, wie kann sie dann entlangschreiten und gleichzeitig schweben?
      Ich habe auch meine Probleme mit dem ersten Satz. (gerade weil es der erste Satz ist). Ich musste ihm dreimal lesen, um dessen Sinn zu verstehen. Vielleicht wäre anstatt "seinen Staub" "in dessen Staub" besser gewesen. Aber das ist nur ein Vorschlag.
      Du bist jetzt schon der zweite, der das anmerkt. Das gibt mir zu denken, ich werde mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen.

      Schreibfeder schrieb:

      Moment mal. Er hat sich selbst seinen Arm durch die Zähne gestreckt? Und dann abgebissen?
      Das ist eine dieser abstrakten Stellen, die ich gerne dann ein baue, wenn ein Charakter selbst nicht weiß, wie ihm geschieht. "Das Lachen" ist es, welches seinen Arm herausgestreckt hat, durch Konrads Zähne, also seinen Mund. Es geht bei der Stelle darum, dass Konrad sich gegen diesen Drang zu lachen wehrt und der Teil mit dem Abbeißen ist der Moment, in dem Konrad nach einem kurzen Kichern/Giggeln/Lachen wieder verstummt. Ich könnte es auch ganz genau so schreiben, wie es passiert, aber das würde mir den Spaß an der Sache nehmen. Worte wie "abbeißen" machen es dann doch noch ein bisschen aggressiver.

      Die anderen Sachen richte ich auch nochmal.
    • Also ich bin soweit fertig. Hab alle Teile durch. So: Die Geschichte hat nun einen roten Faden und einen Spannungsbogen. Und es ist noch völlig unklar, wohin die Geschichte führt. Finde ich richtig gut. Dein Schreibstil ist sehr gut, sehr malerisch (ich denke, das Wort trifft es am besten).
      Jedoch weißt man recht wenig von den Charakteren, um sie irgendwie einzuordnen.

      Diese abstrakte Stelle ist mir deutlich zu abstrakt, ich dachte da nur an Selbstverstümmelung und war irritiert. Liegt wohl an mir und meine Fantasie, die da mit mir durchgeht. ^^

      Die Geschichte gefällt mir gut. Ihr Schreibstil ist sehr anspruchsvoll und macht Laune zu lesen.


      Mir ist allerdings aufgefallen, dass du die Korrekturen nicht übernommen hast. Hatte das einen tieferen Grund?

      Spoiler anzeigen
      Ich hab dennoch die Fehler rausgepickt, die mir auffielen. ;)

      kalkwiese schrieb:

      Wieder beherrschte die Stille den Moment.
      ...
      Paavo ließ sie gewähren und erhob sich langsam. Sie würde noch einer Weile in diesem Raum bleiben. Und er wusste, dass er sie gerade nicht würde vertreiben können. Nicht solange Maks ihr Gesellschaft leisten wollte.
      „Ich werde gehen. Du kannst mir später folgen, wenn du möchtest“, sagte er, mit einem halben Blick auf seinen Bruder.

      kalkwiese schrieb:

      Ohne eine Antwort abzuwarten schritt er aus der kleinen Zelle heraus, die die Aufseher jede Nacht abschlossen,
      abzuwarten, schritt (komma)

      kalkwiese schrieb:

      Es war zwei Männer hoch,
      Sagt man hier nicht eher "Mannslängen" oder so?

      kalkwiese schrieb:

      Er war zu flach als dass er hätte gemütlich sein können.
      flach, als (komma)

      kalkwiese schrieb:

      Wie könnte ich jemand fremden so nennen?“
      *fremden (groß)

      kalkwiese schrieb:

      Vor acht Jahren hatte Chisana Konrad allein um Wald umherirren gefunden
      *im Wald

      kalkwiese schrieb:

      Flammengeruch stach noch heute ihre kleine Nase, wenn sie an diese Nacht zurück dachte:
      *in ihre kleine Nase

      kalkwiese schrieb:

      >> Mit gesenktem Kopf zitterte sich der kleine Junge
      Das "[i]" würde ich noch rauslöschen. ;)

      kalkwiese schrieb:

      Sie war sich sicher, dass sich hinter der Antwort auf diese Fragen der Grund für ihre plötzliche Angst verbarg.
      Fragen, der (komma)

      kalkwiese schrieb:

      Der Junge stolperte von Baum zu Baum und hielt sich mit seinen Händen an den Bäumen fest, vom Fallen ab.
      Wurde schon von Alopex angemerkt, aber hier ist zu oft das Wort "Baum" drinnen.

      kalkwiese schrieb:

      Ich habe dem keinen Bastard selbst die Kehle durchgeschnitten
      *kleinen Bastard

      kalkwiese schrieb:

      Es folgte ein Moment der Stille, gerade lang genug, dass ein Blick einen Untergeben hätte zerquetschen können.
      *Untergebenen

      kalkwiese schrieb:

      Es war morgen gewesen und der Weg zur Festung deutlich zu erkennen.
      *Morgen

      kalkwiese schrieb:

      Und seit dieser Nacht war sie nicht mehr von Konrads Seite gewichen.
      Nacht, war (komma)

      kalkwiese schrieb:

      Für ihn hatte in dieser Nacht ein neues Leben begonnen.
      Nacht, ein (komma)

      kalkwiese schrieb:

      Das fragte Paavo sich, während sie aus ihrer Zeller heraus geführt wurden
      Zeller? Meintest du Keller oder Zelle? ;)

      kalkwiese schrieb:

      Seine Schultern hingen und Paavo konnte nicht sagen, wohin seine Augen wohl Blickten.
      *blickten (klein)

      kalkwiese schrieb:

      winkte sie im Sprechen eine Wache heran, um ihr auch diese unangenehme Notwendigkeit abzunehmen.
      *sprechen (klein)

      kalkwiese schrieb:

      „Ach, das ist eigentlich ganz einfach“, säuselte sie und stelle ich direkt vor ihn.
      *sich direkt vor

      kalkwiese schrieb:

      „Ihr seid der Bauernfürst.
      " (Anführungszeichen fehlen, bei der wörtlichen Rede)

      kalkwiese schrieb:

      „Ich finde immer noch, dass wir hier einfach weggehen sollten. Einfach die Sachen nehmen und weglaufen. Weg von der Burg. Weg von den blöden Dienern, die dich doch sowieso nicht verstehen. Es fehlt nicht mal viel. Wir müssten es einfach nur tun.
      " (hier fehlen sie auch)

      kalkwiese schrieb:

      Willst du wirklich einmal so ein blöder Herzog sein wie dein Onkel sein
      Ein "sein" zu viel. ;)
    • So, da hab ich wieder ein Stückchen Text geschafft. x3 Ja, es nimmt Zeit in Anspruch. Und manchmal kommt genau dann Nichts, wenn man gerade wirklich viel Zeit hat. Aber was soll ich machen? Es kommt, wie es kommt. Nun im Anschluss will ich erstmal die Fehler korrigieren, dich ich schon eine Weile vor mir her schiebe. :whistling: Und ich werde meine Posts mit Geschichtsteilen durchnummerieren. Muss ja mal sein. o: Außerdem kommen bald Prüfungen bzw. muss ich anfangen für die Prüfungen zu pauken. Da dürfte jetzt leider für einen Monat nicht viel von mir kommen. :/

      Aber trotzdem (und weil ich es immer schreibe): Viel Spaß beim Lesen.

      __________________________________________________________________________________________________-

      Ein Stoß.
      Er stolperte.
      Vorwärts.
      Fluchen. An seinem Ohr. Doch er war taub.
      Die Füße. Im Boden versunken.
      Jeder Schritt. Tonnenschwer.
      Weiterer Stoß, weiteres Stolpern. Noch immer wie betäubt, sein Blick glasig.
      Ihre Hand hielt ihn fest, den Welpen. Hielt die Leine kurz, dass ihm die Luft herausrannte. Und er es nicht einmal spürte. Betäubt.
      Sie hämmerte gegen eine Tür. Worte kamen hervor geprescht, zackig und harsch. In seinen Ohren knirschten und rauschten sie, Schnee und Firn; doch was sie sprach? Er wusste nicht. Nichts wusste er.
      Weiterer Stoß, sie ließ ihn los. Allem Halt beraubt, fiel er zu Boden. Und wachte auf, aus eisigkalter Lethargie. Maks musste blinzeln und was er sah, war verschwommen fusselig; sein Blick vereist. Doch nun taute es alles ab und kribbelte langsam sein Gesicht hinunter. Bisher wusste er nicht, wie ihm geschah und auch seine vereinzelten Tränen bemerkte er nicht, fühlte er nicht.
      Nasser Stich; Kurz schreckte er zusammen. Eine von ihnen war gefallen, auf sein Handgelenk. Hastig trocknete er sein Gesicht mit seinen verlumpten Ärmeln.
      Und endlich schaute er sich auf dem Boden um. Die Zelle war verschwunden und ein anderer Raum nun an ihrer Stelle. Statt mit rauen Ziegeln war der Boden nun mit Holzdielen ausgelegt, mit einem schlicht gemusterten Teppich darüber. Und auch wenn ihm war, als könnte er noch immer die strenge Hand der Haushälterin in seinem Rücken spüren, so hatte dieser Raum sofort eine viel wärmere Atmosphäre.
      Nun vernahm er auch ein leises Tuscheln und hob seinen Blick noch ein Stückchen an. Und erblickte eine Gruppe Menschen, in Reihe vor ihm stehend. Sie sahen auf ihn herab. Da setzte er sich vorsichtig auf, fluchtbereit. Wer sind die?
      Langsam kroch er rückwärts, ohne den Blick von ihnen abzuwenden oder sie wirklich anzusehen; als würden sie sich vielleicht auf ihn stürzen wollen. Das Kribbeln war noch immer nicht abgeebbt und es kitzelten ihm wieder zwei Tropfen das Gesicht hinab. Von seiner Stirn. Und plötzlich begriff er, dass er schwitzte und wie warm dieses Zimmer doch eigentlich war. Und dass er nicht fror.
      Nicht mehr.
      Gerade.
      Es dauerte nicht lange, bis sein Rücken auf einen Widerstand stieß. Und gerade wollte er sich zu ihm umwenden, da stieß der Widerstand zurück. In seinen Augenwinkeln vernahm er schemenhaft einen braunen Fetzen Stoff und in seinen Ohren schmutzige Flüche. Es riss ihn nach vorn, warf ihn lang über den Boden. Und zaghaft erhob er sich wieder, dieses Mal auf die Beine. Kurzes Stöhnen.
      Als er sich gerade aufrichtete, huschten noch zwei weiter Gestalten an ihm vorbei und stellten sich in die Reihe vor ihm.
      „Sind nun endlich alle versammelt?“, keifte der Haushaltsdrache und Maks konnte die anderen fast zeitgleich nicken sehen.
      „Jawohl!“
      Nun erst begann er sie genauer zu untersuchen. Sie alle trugen schmutzige, schäbige Uniformen und freudenberaubte Gesichter. Langsam tastete sie sein Blick der Reihe nach ab. Sie waren ein Dutzend, einige Männer, wenige Frauen. Die meisten von ihnen hatten, wie Maks selbst, eine recht helle Hautfarbe. Ein paar Vereinzelte jedoch stachen aus dem Weiß hervor, oder eher: fügten sich in den Schmutz mit ein. Mit ihrer dunkleren, dreckigen Haut. Haussklaven also. Die Speichellecker. Wie die anderen sie genannt hatten.
      Mit einem Mal blieb sein Blick am anderen Ende der Reihe hängen. An einem anderen Blick. Er gehörte einem jungen Mann, mit etwa schulterlangem, blondem Haar. Der Junge war etwas kleiner als die anderen Männer, etwa gleichauf mit der jungen Frau neben ihm, mit den schwarzen Locken. Und sein Blick war seltsam aggressiv. Maks kannte den Grund dafür nicht, wusste wohl aber, dass es ihm galt. Diese Augen wollten ihn zerstechen, jetzt sofort. Wer hat dich denn hier her gebracht? Du gehörst hier nicht her, dich wollen wir nicht! – stachen sie direkt in Maks Gedanken hinein. Völlig entwaffnet ergab er sich diesem unerwarteten Hass, konnte er ihm doch nichts entgegen setzen. Auch wenn er sein Gegenüber nicht kannte, so es verletzte ihn dennoch.
      „Na also“, kam es wieder von der Haushälterin, worauf hin sie sich ausgiebig räusperte. „Auf Wunsch des Gutsherren hin, wird dieser junge Mann hier ein neuer Haussklave werden. Ich wecke euch zu dieser späten Stunde, weil es eure Aufgabe sein wird, ihn in die wichtigsten Regeln und Arbeiten einzuweisen.“ …ihr miesen Ratten.
      Sie machte eine kurze, überaus deutliche Pause, in der sie sich ihnen bis auf wenige Schritte näherte. Und erneut Maks von hinten am Kragen packte.
      „Und seid besser gründlich“, sprach sie wesentlich leiser, als holte sie zum Schlag aus. „Denn für jeden Fehler, den der Neue bei seinen Arbeiten macht, wird die gesamte Gruppe gerade stehen.“
      Diese Worte genoss sie geradezu, genoss es Maks am Hals zu packen und ihm vor allen ihre Botschaft in den Rachen zu stopfen. Als sei er gar kein Welpe, sondern eine Gans.
      Schnell wurden besorgte Blicke ausgetauscht, dann beäugte man Maks aus der Reihe deutlich ernster und besorgter. Und misstrauischer. Böse war er ihnen nicht, aber diesen Anblick konnte er kaum ertragen. Und war hin und her gerissen, wich ihm nach Kräften aus und konnte sich doch nicht völlig abwenden. Dabei fiel ihm in den Augenwinkeln wieder dieser blonde Junge auf. Seine Miene hatte sich als einzige aufgehellt; ja, fast amüsiert musterte er den Neuen. Und Maks spürte, wie sein Blick ihn betatschte. Nach kleinen Wunden suchte, in die man seinen Finger bohren konnte. Die man aufpulen konnte, um danach Dreck hineinrieseln zu lassen. Oder nach den Punkten, wo er sein Messer ansetzen würde.
      Aber warum nur?, fragte sich Maks. Was habe ich dir getan?
      Oder sprach da nur die Paranoia aus ihm? Schließlich hatte er ihm tatsächlich nichts getan, warum also sollte er Maks wehtun wollen? Einem Mitsklaven? Der im selben, sinkenden Bot saß? Das machte keinen Sinn.
      Andererseits… hatte er der Haushälterin auch nichts getan. Im Gegenteil, er war für ihr Wohlergehen gescheucht und misshandelt worden. Und trotzdem war sie alles andere als rücksichtsvoll, wollte in ihm nicht einmal den Welpen sehen, der Alte in ihm gefunden hatte. Auch ohne ihn zu kennen. Und bald würde sie ihn schlachten und seine Haut als Mantel tragen. Und das auch nur, weil sein Fleisch es nicht Wert war, von ihr verspeist zu werden. Von einem eitlen Drachen.
      „Also dann“, ihre Hand ließ endlich von ihm ab und ihre Stimme spuckte deutlich angewidert. „Macht unter euch aus, wo er heute Nacht schläft. Es ist mir egal. Morgen früh ist er bereit für die Arbeit. Ich muss mich nicht wiederholen. Abtreten.“
      Mit diesem Schlusswort, begann die Runde sich aufzulösen. Die Haushälterin war die Erste, die den Ort verließ und ein paar Sklaven begaben sich wieder in ihre engen Schlafkabinen. Die verbleibenden Sklaven versammelten sich vorsichtig um Maks herum. Es waren noch sechs übrig geblieben. Und unter ihnen war auch dieser Junge. Maks Herz begann zu rasen.
      Doch im Gesicht des Jungen war von diesem Blick nichts mehr übrig. Stattdessen reihte er sich nun nahtlos in die anderen Sklaven um Maks herum ein, die für die Einweisung zurückgeblieben waren. Beruhigen konnte es ihn dennoch nicht. Das schwarzhaarige Mädchen war es, das ihm zuerst die Hand reichte.
      „Willkommen, Neuer. Du, ähm, bist hier nun sicher. Also fürs Erste, meine ich. Man wird dir nichts antun, dich nicht auspeitschen und du bekommst sogar regelmäßig zu Essen. Also, ähm. Du kannst dich nun wieder etwas beruhigen.“
      Bei diesen Worten bemerkte er erst, wie seine Hände zitterten. Und definitiv nicht vor Kälte. Er legte eine Hand in die andere, sie suchten in einander Halt. Verstehend nickte er ein. Ihre Stimme hatte etwas Zurückhaltendes in sich, war aber ebenso selbstbewusst wie warm genug, dass er tatsächlich so etwas wie ein Gefühl von Sicherheit verspürte. Sein Zittern ebbte etwas ab.
      „Mein Name ist Minna“, erklärte sie gerade heraus. „Das ist Meddin.“
      Eine kurze Geste in seine Richtung und Maks wandte sich zu ihm um. Es war der blonde Junge.
      „Guten Abend. …denke ich“, meinte Meddin farblos.
      Das Rot und das Schwarz, die Maks so spöttisch ausgegrinst hatten, waren völlig vorbeigezogen. Oder niemals dagewesen. Maks war ratlos: Wessen Himmel nun aufgeklart?
      Da fuhr Minna schon fort.
      „Und dann haben wir da noch…“
    • Guter Teil, gibt jetzt nichts besonderes zu kritisieren. Dein Schreibstil ist noch immer anspruchsvoll. Die Geschichte nimmt seinen Lauf...irgendwie. ^^

      Spoiler anzeigen
      Ein paar kleine Fehler, da du ja eh endlich die Korrekturen machen wolltest, wirst du dich darüber bestimmt freuen. xD

      kalkwiese schrieb:

      Statt mit rauen Ziegeln war der Boden nun mit Holzdielen ausgelegt, mit einem schlicht gemusterten Teppich darüber.
      Ziegeln, war (Komma zu wenig)

      kalkwiese schrieb:

      Und trotzdem war sie alles andere als rücksichtsvoll, wollte in ihm nicht einmal den Welpen sehen, der Alte in ihm gefunden hatte.
      den Welpen sehen, den der Alte in ihm gefunden hatte.

      kalkwiese schrieb:

      Ihre Stimme hatte etwas Zurückhaltendes in sich, war aber ebenso selbstbewusst
      Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke "zurückhaltendes"ist hier klein...kann mich aber auch irren.
    • Schreibfeder schrieb:

      Dein Schreibstil ist sehr gut, sehr malerisch (ich denke, das Wort trifft es am besten).
      ich habe jetzt eine Weile über dieses Wort "malerisch" nachgedacht. Ich denke, dass ich meine Geschichten, die ich in letzter Zeit schreibe, eher als verklärt beschreiben würde. Manchmal will ich hohe Glücksgefühle darstellen und manchmal auch böse, hässliche Passagen. Wobei es sicher noch etwas hässlicher geht, aber das behalte ich mir für später vor. Ich will nicht gleich alles Pulver verschießen. :evilgrin:
      Manches soll also verträumt, anderes wiederum veralpträmt sein. Aber es sind wohl auch einfachere, bodenständige Passagen nötig, weil das einfach nicht jede Szene verlangt.

      Schreibfeder schrieb:

      Die Geschichte nimmt seinen Lauf...irgendwie.
      Darum mache ich mir auch gerade einen Kopf. Es wird wohl Zeit, dass es wirklich losgeht und das Vorgeplänkel langsam endet. Zumindest habe ich das Gefühl. Aber um das auch wirklich machen zu können, arbeite ich wohl in den nächsten Wochen eher an der Welt zur Geschichte, die ich in diesem Thread vorstelle:
      Himmelsjäger - Welt zur Geschichte
      Allerdings werfe ich da alles ein, was ich habe. Man wird also unter Umständen gespoilert.
      Ich habe das Gefühl, dass ich diese Welt erst weiter ausarbeiten muss, bevor ich wirklich Ernst machen kann.
    • kalkwiese schrieb:

      Darum mache ich mir auch gerade einen Kopf. Es wird wohl Zeit, dass es wirklich losgeht und das Vorgeplänkel langsam endet. Zumindest habe ich das Gefühl. Aber um das auch wirklich machen zu können, arbeite ich wohl in den nächsten Wochen eher an der Welt zur Geschichte, die ich in diesem Thread vorstelle:
      Ja, die Geschichte wird Fahrt aufnehmen. ^^
      Gefällt mir gut, denn bislang ist ein roter Faden nur schwer zu finden. Die Charaktere, finde ich, hast du gut ausgebaut. Und das sehr lebendig und detailreich, trotz des sehr geschwungenen Schreibstils. Hintergründe zur Welt sind da sicher interessant, aber ich hoffe, es heißt nicht, dass du jetzt weniger schreibst, oder?
    • Nein, nein, das nicht. Jedenfalls nicht direkt. Aber ich habe privat noch ein paar metaphorische Leichen im Keller und das wird wohl für den nächsten Monat etwas Stress bedeuten. Ob es mir erlauben kann, mir da Zeit zum Schreiben zu nehmen? Keine Ahnung, mal sehen.
      Ich habe ja Ideen, aber fühlt sich etwas wackelig an, leider. :/ Die Welt in diesem Thread baue ich parallel zur Geschichte. Ich baue sie, wie ich sie brauche und nicht, damit sie mich einengt. Stimmig soll es aber trotzdem sein. Ich wollte z.B. umbedingt mein Magiesystem festnageln, damit ich spielregeln habe, an die ich mich halten kann.
    • Gefällt mir richtig gut. :) Ich mag deinen Schreibstil, die sprachlichen Mittel die du benutzt, aber auch generell die Art, wie du erzählst.

      kalkwiese schrieb:

      Ein paar Vereinzelte jedoch stachen aus dem Weiß hervor, oder eher: fügten sich in den Schmutz mit ein.
      Sowas gefällt mir beispielsweise unglaublich gut, ich kann gar nicht genau sagen wieso, aber - es hat einfach was. :D
      Zu kritisieren habe ich auch nicht wirklich was, zwischendurch kam ich manchmal ins Stocken beim Lesen, aber es waren jetzt keine Dinge, die ich mir gemerkt habe, von daher sind die wohl zu vernachlässigen.
      Da kann ich nur sagen: Weiter so!
      Der Mensch ist Gottes Werk, dann ist der Zuhälter nur Kunsthändler.
    • Hey Kalki:)

      Spoiler anzeigen

      kalkwiese schrieb:

      Fluchen. An seinem Ohr. Doch er war taub.
      Die Füße. Im Boden versunken.
      Jeder Schritt. Tonnenschwer.
      Das raff ich irgendwie nicht so richtig ...
      Wahrscheinlich nimmt es nur sein Unterbewusstsein wahr und sein Bewusstsein verarbeitet es nicht richtig, aber es klingt dennoch komisch ...

      kalkwiese schrieb:

      Gegenüber nicht kannte, so es verletzte ihn dennoch.
      so verletzte es ihn dennoch.

      kalkwiese schrieb:

      Der im selben, sinkenden Bot saß?
      Boot

      kalkwiese schrieb:

      Verstehend nickte er ein.
      ein weg


      So mehr habe ich auch nicht zu beanstanden :)
      Also treffen Meddin, Minna und Maks aufeinander ^^
      Meddin schein Maks ja nicht gerade zu mögen ... verständlich wenn Minna nett zu ihm ist und ja eigentlich Meddin ihre Aufmerksamkeit für sich haben will ... und ihn als mögliche Konkurrenz betrachtet ... :hmm:
      Dreck auf Toast!
    • kalkwiese schrieb:

      Und trotzdem war sie alles andere als rücksichtsvoll, wollte in ihm nicht einmal den Welpen sehen, _ der Alte in ihm gefunden hatte
      +den

      Wieder ein guter und sehr athmosphärischer Teil. Maks angespanntheit und seine Furcht kommen sehr gut rüber, ohne, dass du die Gefühle direkt benannt hast. Bleibt zu hoffen, dass Maks sich unter den anderen gut einfügen kann und nicht vom Regen in die Traufe geraten ist.

      I think the saddest people always try their hardest to make people happy. Because they know what it´s like to feel absolutely worthless and they don´t want anybody else to feel like that.

      ~ Robin Williams







      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Aye, und wieder ist ein Stückchen der Geschichte fertig geworden.
      Als ich einmal auf mein bisherige Schaffen zurück geblickt habe, stellte ich fest, dass meine Geschichten sich von dialogbasierten Handlungen hin zu poetisierten Erzählungen entwickelt haben (Hier im Forum kennt man nur die zweite Sorte meine Texte). Eine Weile lang war ich damit auch ganz zufrieden, aber ich spüre deutlich, wie mir diese langen und (so sagte man mir) natürlichen Dialoge fehlen. Will sagen, dass ich wieder Lust habe, so zu schreiben. ^^ Ich denke, dass ich ihnen allgemein mehr Raum geben werde. Das soll aber keinen großen Stilbruch bedeuten. Ich finde aber, dass sie meine Charaktere besser zeichnen können und deswegen notwendig sind.
      Ansonsten bin ich nebenher noch dabei meine Story-Abschnitte in Kapitel einzuteilen und das nach und nach hier im Forum zu ergänzen. Das erweist sich aber als schwieriger als erwartet. ^^

      So viel dazu. Viel Spaß beim Lesen. c:
      _____________________________________________________________________________________________

      „Gut gesprungen, Welpe.“
      „…“
      Zeit.
      Die ließ sich Paavo für eine Antwort. Das Feuer direkt vor sich, die kalten Hände ausgestreckt, damit sie die Wärme des Feuers in sich aufsogen. Der ganze Tag war bereits kühl gewesen und sein Magen schimpfte und meckerte unaufhörlich. Da hatte er sich zusammengekugelt und tief in sich selbst zurückgezogen, den ganzen Tag noch nichts gesagt und nur seinem Magen gelauscht. Und alle Fragen der anderen einfach fallen lassen, auf den kalten, noch angefeuchteten Boden.
      Geht es dir gut? Dämliche Frage.
      Was hat man mit dir gemacht? Nicht viel.
      Wie sieht der Kerker aus? Dunkel.
      Ist der Boden dort auch so hart wie unser Stroh? Nein, er ist weicher. Lässt du mich nun in Frieden?
      Und das war der Boden tatsächlich. Gefühlt. Im Zwinger war er weich wie Stein - im Kerker hart wie Staub. Eine nette Abwechslung, denn irgendwann hatte man einfach den Punkt erreicht, an dem man das Stroh unter sich nicht mehr spürte. Erfrischend also. Erfrischend kalt. Der Hunger, die Nacht auf dem Boden und die dünne Decke aus rauem Jutestoff, die nicht vorhanden gewesen war, hatten ihm den Kiefer festgefroren. Sonst hätte er den anderen geantwortet. Warm und ehrlich. Denn das war er noch immer.
      „Die Nacht hat es geregnet“, sprach er nun endlich, weiter in das Feuer hinein.
      Er brauchte nicht hinzuschauen, um den Alten Nicken zu sehen.
      „Allerdings. Der Schauer war zwar nur leicht und auch sehr kurz. Aber die Wolken sind immer noch nicht weiter gezogen. Ich bin mir sicher, dass die Aufseher uns morgen bereits stärker hetzen werden. Sollten die Wolken bleiben.“
      Also doch. Nervosität. Man fürchtete, dass der Regen die Ernte vernichte. Selbst das Wetter schaute spöttisch auf die Sklaven herab. Und spuckte hinterher. Verstehend stöhnte er auf.
      Wieder nickte der Alte.
      „Aber wie gesagt. Gut gesprungen, Welpe.“
      Die Worte hatte Paavo ganz vergessen.
      Müdes Lächeln.
      „Ohje… Ich hoffe wirklich, dass es ihm helfen wird. Von nun an kann ich kein Auge mehr auf ihn haben…“, antwortete er, mit leise gequältem Unterton. „Ohne mich wäre er doch kaum so lange durchgekommen. Und nun habe ich ihn allein gelassen.“
      Paavo schaute auf. Und erwiderte den Blick des Alten, sah in alte, wissende Augen. Wintergrau. Man wollte darin versinken. Darin versinken und in seiner Wärme und Geborgenheit einfach vergehen, niemals wiederkehren. Es war wieder derselbe Blick. Wie beim letzten Mal. Warum faszinierte er ihn nur so?
      „Das will ich doch hoffen. Vielleicht bekommt er sogar eine eigene Matratze, wer weiß? Aber er machte nicht den Eindruck, als wäre die Feldarbeit etwas für ihn gewesen“, schmunzelte der Alte, dass es Paavo endlich wärmte.
      Von innen. So unpassend man es auch finden konnte.
      „Es ist nur… er ist völlig hilflos. Ohne mich. Kennt niemanden, spricht mit niemandem. Hilft sich nicht einmal selbst.“
      „Bist du dir sicher, Welpe? War dein Bruder denn schon immer so, wie er jetzt ist?“
      Endlich.
      Wenn Paavo ehrlich war, dann hatte er sich nur danach gesehnt, dass ihn der Alte danach fragte. Bisher hatte niemand ihn nach seiner Vergangenheit gefragt und das war Paavo auch ganz recht. Er wollte niemandem zeigen, was er selbst noch nicht zu bändigen wusste, noch in ihm tobte, ihn quälte. Es ritzte seinen Namen tief in Paavos Herz, lachte leise, hämisch – nur um im nächsten Moment bis zu seiner Kehle hin anzuschwellen, seine Haut auseinander zu reißen und große, offene Wunden zurückzulassen. Bis es sich schlafen legte und ihn in Sicherheit wiegte. Bevor es wieder zurückkam.
      „Nein. Überhaupt nicht.“
      Und es ihm wieder ins Gesicht hauchte. Dass er es selbst war.
      Doch wenn er dem Alten davon erzählte… würde er ihm helfen können?
      „Oh, das klingt nach einer Geschichte“, klang der Alte gespannt. „Möchtest du sie erzählen?“
      Der Alte lächelte nun, die Augen geschlossen, der Blick verschwand. Und Paavo kam aus sich heraus. Doch zuvor… – ein unbehagliches Gefühl wurmte sich in ihm hinauf - … sah er sich um. Flüchtig. Wer würde ihm noch zuhören?
      Zuerst waren dort die anderen Sklaven, die sich dem Feuer zuwandten. Sie saßen etwas von ihnen entfernt und waren selbst in ein Gespräch vertieft; ihm bekannte Gesichter, ohne Namen. Dann reckte er den Kopf nach hinten, dass die Feuerbrise über seinen Nacken strich und seine Wangen in der kühlen Abendluft frieren mussten. Währenddessen wartete der Alte, geduldig.
      Paavos Blick schweifte einmal über den Platz und es sah gut aus: niemand interessierte sich für ihn, alle anderen waren damit beschäftigt zu Klagen, sich alte, schmutzige Witze zu erzählen oder in Selbstmitleid auf dem Platz umher zu schwimmen. Wunderbar.

      Sandknirschen. Sein Blick wanderte nach unten, und blieb dort stehen. Da saß ein Mädchen.
      Sie schaute ihn an. Und er schaute zurück.

      „Hallo“, sprach er nun, nicht erwartend, eine bessere Antwort zurück zu bekommen. Er irrte sich nicht.
      „Hallo.“
      Das Mädchen war sichtbar jünger als Paavo, ein paar Winter. Sicher war sie um die fünfzehn, sechzehn Jahre alt. Und in ihrem Aussehen lag etwas Exotisches. Die Haut zwar wolkenblass, das Haar aber braun, genau wie ihre leicht geschlitzten Augen; wenig von allem – genug, es sofort zu erkennen. So etwas hatte er hier noch nie gesehen.
      „Wolltest du dir gerade meine Geschichte anhören?“, fragte Paavo nun, eine Spur zu weit von oben herab.
      Und als er sich da sprechen hörte, gefiel ihm sein Ton selbst nicht. Es war der Klang, mit dem man ein Kind belächelte, es beiseiteschob. Für dumm verkaufte.

      Verkauft…
      Ihr Gesicht wurde langsam enttäuscht und unsicher. Bedächtig sog sie Luft ein, setzte an. Zu sprechen. Sich zu verteidigen. … Es sein zu lassen. Grollendes, empörtes Schweigen.
      „Hrm“, grummelte sie leise hervor und zog sich in den Zwinger zurück.
      Dann verschwand sie in den Feldsteinmauern und Paavo wandte sich langsam wieder dem Alten zu.
      „Eine schlichte Schönheit“, meinte der Alte nickend. „Sie kommt wohl aus dem Falkengebirge, im Osten.“
      „Falkengebirge…“, wiederholte Paavo, ohne darüber nachzudenken.
      Den Namen kannte er, damit etwas anfangen konnte er kaum. Die Berge im Osten und viel Kälte. Weiter konnte sein Wissen nicht gehen, ohne sich in den Märchen und Mythen zu verfangen, die man sich darüber erzählte. Und es waren so viele, dass sie allesamt gelogen sein mussten.
      „Nun, weißt du, Welpe. Das Falkengebirge ist ein schöner, aber leider umkämpfter Ort“, begann der Alte zu erzählen. „Seit hunderten von Jahren versuchen Könige und Herrscher es sich einzuverleiben oder unter sich aufzuteilen. Und ich verrate niemandem etwas Neues, wenn ich sage…“
      Seine Stimme senkte sich, wurde plötzlich ganz leise. Und ein breites Grinsen stahl sich in Augen und Stimme.
      „…dass es noch niemandem gelungen ist. Denn die Mönche der Falkenberge kennen kein Erbarmen. Wer auch immer mit böser Absicht in ihr Territorium eindringt, kommt nie wieder aus ihm heraus. Ganze Armeen sind in die Berge marschiert, Könige stolz voran. Doch niemand von ihnen kam jemals wieder zurück.
      Und deshalb.“
      Sein väterlicher Bick kehrte zurück und der Welpe lauschte ihm gespannt. Er spürte nicht einmal, wie er bei den Worten des Alten immer wieder nickte.
      „Deshalb ranken sich Mythen von Verderben und Untergang, Sagen von Unheil und Göttertod, um diesen Ort. Efeu um ein Geisterschloss.“
      Wieder nickte Paavo, doch legte den Kopf schief. Und setzte zum Sprechen an.
      „Du fragst dich nun sicher, Welpe, wie dann jemand von dort zum Sklaven gemacht werden kann, nicht wahr?“, kam ihm der Alte dazwischen. „Und warum er dann hier, auf dem Feld, arbeitet.“
      Nicken. Drei mal.
      „Das ist in der Tat eine gute Frage… Denn nur Wenige wissen, wie Menschen aus dem inneren Falkengebirge aussehen, aus offensichtlichen Gründen. Wenn man wirklich von ihrer Herkunft gewusst hätte, dann hätte man einen wesentlich höheren Preis für sie erzielen können. Und dann wäre sie wohl nicht hier.
      Darum… was ihre Herkunft angeht…“, sprach er gedämpft und legte einen Finger an seine Lippen.
      Da stellten sich die Welpenohren auf: Ein Geheimnis. Seine Augen weiteten sich.
      „Ich verstehe. Nein, mach dir keine Sorgen, ich werde es niemandem erzählen.“
      In diesem Moment wurde ihm wieder einmal klar, warum er dem Alten so viel Respekt zollte: Er war einfach da. Für sie. Für ihn. Für sie alle. Obwohl sie nie etwas für ihn getan hatten. Paavos Hunger wurde von Dankbarkeit verdrängt.
      „Wunderbar. Aber eigentlich warst du es doch, der etwas erzählen wollte, nicht wahr, Welpe? Entschuldige, ich habe dich einfach unterbrochen.“
      Da stutzte Paavo, fing sich aber sofort wieder.
      Ja, natürlich. Da waren wir stehen geblieben.
      Eigentlich hatte Paavo noch eine Frage stellen wollen. Denn, wenn kaum jemand wusste, wie die Menschen aus dem Falkengebirge aussahen… warum wusste es dann ausgerechnet der Alte? Doch er höre sich schon sprechen, bevor die Frage sich in seinen Mund hineinlegen konnte.
      „Früher lebten mein Bruder und ich bei unseren Eltern, im Nachbarland Waldenfeldt, in der Nähe von Gramsburg. Auf einem Bauernhof. So war es zumindest, bis sie uns verkauft haben…“
      _________________________________________________________________________________
      Edit:

      Ich habe diesen Teil weitergeschrieben, weil es sich für mich einfach unfertig anfühlte. In meinem Text sind der folgende Teil und der vorherige also ein einziger.
      So weit, so gut. Viel Spaß beim Lesen und so o:
      _____________________________________________________________________________________

      „Unser Leben war auf keinen Fall unglücklich, das nicht. Wie oft haben Maks und ich uns in den Wald geschlichen, um dort zu spielen? Um in den Sommern an die Seen zu ziehen? Wir haben zu essen mitgenommen, Freunde hatten einen Handwagen dabei. Manchmal blieben wir dann die Nacht über im Freien, haben ein kleines Feuer gemacht. … Ach, was hat Vater mit uns geschimpft, wenn wir wieder weg gewesen waren, ohne es jemandem zu erzählen… Mutter war da immer viel verständnisvoller. Manchmal hat sie uns sogar Rückendeckung gegeben und noch etwas mehr zu Essen dazu gesteckt.“
      Mit jedem einzelnen Wort wurde sein Himmel klarer, erkämpfte sich sein Gesicht das Lächeln zurück. Es war in sich gekehrt, weil die Welt drum herum verblasst war. Ganz weit weg. Nur fernes Rauschen.
      „Nein, Maks war nicht immer so. Vielleicht schon immer etwas ängstlich und manchmal etwas kränklich. Er war ein kleiner Bruder, den man ins Wasser schubsen musste, weil er sich nicht zu springen traute. Der sich manchmal im Dunkeln fürchtete, obwohl er längst kein kleines Kind mehr war. Und trotzdem war er neugierig, ja, manchmal auch richtig frech, der kleine Dreckssack!
      Haha!“
      Ganz kurz schallte seine Stimme, ein voller, satter Klang. Für diesen Augenblick war wieder Sonne. Als wären die dunklen Regenwolken über den Feldern doch schon weitergezogen.
      „Naja, aber dann kamen die Missernten. Im ersten Jahr waren unsere Vorräte noch groß genug, um uns alle vier durch den Winter zu bringen. Zwar mussten wir einiges teuer kaufen, aber immerhin hat es ausgereicht.“
      In seinem Gesicht zogen Wolken auf. Ein wulstiger, unruhiger Teppich.
      „Im Jahr darauf war die Ernte aber auch nicht besser. Der Vorrat, den wir über das Jahr anlegen konnten, reichte nicht lange und so aßen wir Rüben. Die Rüben, die eigentlich für unsere Tiere sein sollten. Aber auch die mussten wir nach und nach schlachten, bis fast keine mehr übrig waren… Immerhin kamen wir auch durch diesen Winter. Es hätte schlimmer kommen können. Nun… kam es dann auch.
      Meine Eltern hatten kein Geld mehr und fast keine Tiere, geschweige denn etwas, um sie füttern zu können. Und als sich im Herbst dann die nächste Missernte abzeichnete…“
      Doch unerwarteterweise der Regen blieb aus. Stattdessen konnte man ein fernes Grollen in Paavos Stimme zu hören.
      „…sagten sie uns eines Morgens, wir würden in die Stadt, nach Gramsburg gehen, auf den Markt. Um dort einzukaufen. Gelogen, geheuchelt! Eingekauft haben die anderen. Ich hoffe, sie haben das Geld, das wir ihnen wert waren, wenigstens gut genutzt.
      Zuerst habe gar nicht begriffen, was dort mit uns passiert ist. Auch nicht, als man uns die Hände fesselte. Ich begriff einfach nicht, dass man das tun konnte. ‚Gleich bindet man uns wieder los‘, dachte ich. Ich kann mich auch noch an Maks Blick erinnern, den er mir zugeworfen hatte. Fragend und unsicher. In diesem Moment hätte ich seine Hand greifen und losrennen sollen… Stattdessen habe ich gelächelt, um ihn zu beruhigen.“
      Nun doch. Endlich Regen.
      Zum Ende hin meinte der Alte es gesehen und gehört zu haben. Blitze in Paavos wässrigen Augen. Donnergrollen im Zittern der Stimme. Und über beidem eine dicke Wolkenschicht. Dunkelgrau. Über dem Welpen.
      Es stimmte den Alten nachdenklich.
      „Das ist ein hartes Schicksal“, stimmte er dem Winseln zu, das Paavo nach Außen, dem Gesicht, der Nase und Augen, herausließ. „Die meisten anderen hier wurden entweder aus anderen Ländern entführt, nachdem man ihre Dörfer vernichtet hat, oder waren Landstreicher und wurden von Sklavenhändlern aufgelesen. Aber von den eigenen Eltern verkauft? So ein Verrat? So etwas kam mir bisher nur selten zu Ohren.“
      … Ja? Und nun? Sollte ihn das etwa beruhigen? Dass nur wenige so in die Wüste geschickt werden? Zum Verdursten? Inwiefern war es bitteschön beruhigend, dass es ausgerechnet ihn erwischt hatte?
      „Pah!“
      Paavo erhob sich. Die Feuerstelle mochte angenehm sein, doch gerade wurde ihm viel zu heiß. Es brodelte. Er brodelte.
      „Willst du schon gehen, Welpe?“

      Zögernd. Zitternd. Versuchte er sich zu sammeln. In seinem Kopf. War er zerstückelt, lag er weit verstreut, seine Teile, umschleiert vom eigenen Rot.
      Vater… Mutter… wie konntet ihr? … …Bruder…
      Zucken, Drücken in seinem Nacken. Ihm war nicht wohl.
      „Müde. Bin ich“, plumpste es ihm nur aus dem Mund.
      Endlich hatte er Worte herausgebracht. Aber in ihm war es dicht und rot vernebelt. So wollte der Welpe niemanden sprechen, niemanden beißen.
      „Ich… es hat mich… also gestern. Es hat mich doch etwas mitgenommen…“
      Gelogen. Schlicht und einfach gelogen, aber warm, mit Herz. Eine ehrliche Lüge.
      „Ja, ich werde mich wohl hinlegen…“
      „Ach, wenn das so ist“, sprach der Alte, nicht ansatzweise irritiert. „Ruh dich nur aus, Welpe. Die Tage werden wohl fürs erste nicht mehr besser.“
      Auf diese Worte ging Paavo nicht mehr ein. Zügig ließ er die Feuerstelle hinter sich, schritt durch das Portal des Zwingers, hinein in seine Zelle. Die nun ihm allein gehörte. Und ließ sich auf seinem Stroh zusammensinken. Wartend, dass das Erdbeben in seiner Brust endete.

      Am Ende, Bruder. Waren sie uns doch mehr wert, als wir ihnen. Wir waren Hunde. Von Wölfen geboren. An Wölfe verkauft.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von kalkwiese ()

    • Huhui :3
      Wieder zwei (ja, ich bin langsam) schöne Teile.
      Was kann Ich denn noch groß loben? Ich mag deinen Schreibstil, vorallem deine Metaphern und Vergleiche, auf die du oft zurückgreifst. :D
      Ansonsten... Ich mag weder Chisana, noch Meddin. Wasch da los.
      Wie es weiter geht interessiert mich auf jeden Falls. Also. Schreib. *motviert dich*


      Spoiler anzeigen

      Hier noch ein paar Verbesserungsvorschläge :3

      kalkwiese schrieb:

      Nasser Stich; Kurz schreckte er zusammen.

      kalkwiese schrieb:

      Auch wenn er sein Gegenüber nicht kannte, so es verletzte ihn dennoch.

      kalkwiese schrieb:

      wollte in ihm nicht einmal den Welpen sehen, der Alte in ihm gefunden hatte.

      kalkwiese schrieb:

      Verstehend nickte er ein.
      Einnicken ist für mich das Umgangssprachliche Einschlafen o:

      kalkwiese schrieb:

      Wessen Himmel war nun aufgeklart?
      Da fehlt doch was, oder? o:

      kalkwiese schrieb:

      Da hatte er sich zusammengekugelt und sich tief in sich selbst zurückgezogen

      kalkwiese schrieb:

      Man fürchtete, dass der Regen die Ernte vernichtete.
      Ich bin mir hier nicht sicher.. I:

      kalkwiese schrieb:

      Er wollte niemandem zeigen, was er selbst noch nicht zu bändigen wusste, was noch in ihm tobte, ihn quälte.

      kalkwiese schrieb:

      Bis es sich schlafen legte und ihn in Sicherheit wiegte.

      kalkwiese schrieb:

      Ihr Gesicht war wurde langsam enttäuscht und unsicher.

      kalkwiese schrieb:

      „Du fragt doch nun sicher,


      Und.... wie ich mir Meddin vorstelle... >:3
      " It's Hebrew, it's from the Talmud. It says, "Whoever saves one life, saves the world entire." "
      ~Itzhak Stern

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ewala ()

    • Na nett, von den eigenen Eltern verkauft worden, das ist wirklich kein schönes Schicksal.
      Der Alte hat bestimmt auch schon einiges erlebt, vielleicht war er selber mal Teil einer solchen Armee, die ins Falkengebrige marschierte und hat durch einen Zufall überlebt, oder ist einfach nur durchgereits und hat als einzelner Reisender Gastfreundschaft von den Mönchen erfahren, wer weiß?

      I think the saddest people always try their hardest to make people happy. Because they know what it´s like to feel absolutely worthless and they don´t want anybody else to feel like that.

      ~ Robin Williams







      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau