Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere

    • Dieser Thread ist zwar schon etwas Älter, aber es schadet ja nicht, seine eigene Meinung hier mal kundzutun:

      Alsooo:
      "Der Hobbit; Die Schlacht der Fünf Heere" ist für mich ein fulminantes Finale eine Trilogie, die weitesgehend absteigend bewertet werden kann. Während die Handlung im ersten Teil der Reihe noch überwiegend im Einklang mit den technischen Gepflogenheiten von GCI und Effektmalerei stand, mussten Teil Zwei und vor allem der abschließende Teil Drei unter der Moderne leiden. Aber zuerst einmal ein paar Schritte weiter in die Vergangenheit: Was hat für mich Peter Jacksons "Herr der Ringe" ausgemacht? Und was hat er damals erreicht, was er bei "Der Hobbit" nicht geschafft hat?
      Nun, "Herr der Ringe" war ein technisches Meisterwerk. Nicht nur, weil für die Anfänge der großen Effektindustrie erstmals ein GCI Charakter verwendet wurde, nein, auch weil die Szenerie einfach fast immer aus der Realität entsprang. Die beeindruckenden Bergketten, die Landschaften von Rohan, Gondor und dem Auenland, aber auch die steinigen Wüsten von Mordor sind Aufnahmen, welche aus Neuseeland stammen. Ungeniert und unverändert sind die Landschaften gefilmt, lediglich ein paar dunkle Wolken, ein großes Rotes Auge und nur Kleinigkeiten der Effektindustrie wurden den beeindruckenden Aufnahmen ergänzt. Zweiter Punkt sind die Charaktere. Große Namen waren damals spärlich zu finden. Lediglich Ian McKellan und Christopher Lee konnte man bereits vor "Herr der Ringe" auf Leinwänden oder den Theaterbühnen Großbritaniens entdecken. Damit hatten die Charaktere des Films eine völlig andere Tiefe. ( Da die Schauspieler unbekannt waren, legten sie alles auf ihre Rollen. Für sie war es der erste Schritt in ihre Karrieren. Die Motivation der Darsteller war für mich auch im Film zu spüren)
      Jeder Schauspieler, der in "Herr der Ringe" mitgespielt hat, war zudem ein gewaltiger Fan der Bücher gewesen. "Herr der Ringe" ist dadurch für mich persönlich nichts anderes als ein wunderbar und professionell gemachter "Fan Film", bei dem man spürt, wie wichtig den Machern die Korrektheit der Handlung war und wie elementar ihnen die Charaktertiefe war. Damals konnte Peter Jackson durch seine große Buchtreue und seinen eigenen Stand zu der Geschichte eine Welt und einen Film erschaffen, die für mich unantastbar ist und bleibt. (Hier bleibt mal vorweg gestellt: Peter Jackson hat bei "Herr der Ringe" viel weggelassen und dennoch die Handlung des Buches geradlinig weitergeführt.)

      Während der erste Teil der "Hobbit"-Trilogie noch einigermaßen in die Fußstapfen seiner großen Brüder schlüpfen konnte, machten es für mich die Fortsetzungen zu einer mittelklassigen Adaption der Bücher. Hinzugefügte Geschichtsstränge (Arzog, Legolas, Tauriel, Sauron), die viel zu weit in den Mittelpunkt gerückt wurden, zu überzogene Effekte (Schlacht der fünf Heere, Der Große Ork der Nebelberge, Ritt über die Fässer, sowie der Kampf gegen den Drachen (Erebor)) , die hier wie am Fließband in den Film geschmissen werden. Kaum wieder zu erkennen sind die doch sehr friedlichen und geradlinigen Erzählstränge des Buches und viele Charaktere können nicht ganz mit ihren Vorgaben mithalten.
      Während für mich der Großteil der Zwerge und besonders Tauriel, Legolas, und ganz grauenhaft die zugefügten Charaktere Arzog und Sauron die Negativposten besetzen, sind es letztlich die Besetzungen mit Martin Freeman, Ian Mckellan, Richard Armitage, Luke Evans und mal wieder Cate Blanchett, die den Film zumindest etwas in der Bahn halten. Obwohl enorm viel hinzugefügt wurde und der dritte Teil der Reihe auch in der letzten Schlacht nicht überzeugen kann, ist es ein Abschluss geworden. Kein prunkvoller, kein ruhmreicher, aber ein Abschluss, der sich zwar sehen lassen kann, aber mehr auch nicht.
      Fazit: Peter Jackson versucht hier sein Bestes zu geben, verliert sich aber schnell in Hollywood-typischen Zwickmühlen (Effekte, Abweichen von der Handlung), die er selbst mit den bestens besetzten Hauptdarstellern nicht kompensieren kann.
      Ein Film, der sich in die Annalen der Hollywoodindustrie einreihen kann und weit hinter seinen Vorgängern zurück bleibt.

      Sehr, sehr schade :(

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -