Unvollendete Star Wars Geschichte

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 2.334 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Tom Stark.

  • Weil mich Rabenflügel auf die Idee gebracht hat (danke Dir an dieser Stelle dafür) habe ich meinen alten Geschichten-Ordner durchforstet und tatsächlich, das war sie, eine angefangene Star Wars Geschichte. Vermutlich führe ich sie irgendwann fort, sehr viel wahrscheinlicher beginne ich sie aber noch einmal neu. Für alle SW-Fans aber mal hier zum Schmökern, sind doch immerhin 10 DinA4 Seiten in Word.
    Da ich sie weder nochmal durchgelesen noch auf Fehler gecheckt habe, seid bitte in dieser Hinsicht nachsichtig.


    Personen:
    Tom DiPalma, Schmuggler, von überallher
    Collen Corso, Soldat und Freiheitskämpfe, von Aldebaran
    Jay'Sin, Kopfgeldjägerin und Mandalorianerin
    T4X1, Chauffeur und Mechanikerdroide
    Don "Doc" Adams, Mediziner und Casanova, von Corruscant
    Darth Red, weibliche Sith, von Corellia
    Aakeeba, Wookie
    S3B4 genannt Servant, der Steward-Droide
    Meister Carnovan, männlicher Jedi, von Dantoine



    Hallo, geneigtes Publikum.


    Diese Anrede ist nicht auf meinem Mist gewachsen, aber der Verlag hat darauf bestanden und weil ich selten um Kleinigkeiten diskutiere haben wir es einfach so gemacht.
    Meine Geschichte beruht zu einem Gutteil auf Tatsachen, wobei ich gleich zu Beginn zugebe, dass ich mir bei einigen Namen und Orten ... und Personen einige künstlerische Freiheit zugestanden habe. Gut, auch der Charakter einiger Personen könnte etwas subjektiv und einseitig beschrieben sein.
    Wenn ich es mir so recht überlege, sind auch einige der Fakten zurechtgebogen.
    Alles in Allem könnte man sagen, dass das Meiste vielleicht nicht ganz so zutreffend ist, aber solange Sie Sich unterhalten fühlen, wen kümmern da schon Fakten?


    Daher, gute Unterhaltung und möge die Macht mit Euch sein, wie ein guter Freund sagen würde.


    Tom Di Palma

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    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

    Einmal editiert, zuletzt von Tom Stark ()

  • Es geht los
    Die Geschichte nimmt ihren Anfang in einer Cantina auf Mors Salute, einem kleinen Bergbaumond am Rande des Outer Rim.
    "Der zechende Preller" hatte seinen Namen eigentlich zu Unrecht. 2 hünenhafte Gamorianer sorgten schon dafür, dass man seine Bestellungen bei Erhalt sofort bezahlte. Und mal ehrlich, auch wenn die Qualität der Getränke in diesem Loch mies war - wer sich etwas zu essen bestellte, hätte wohl auch einen Rancor mit einer Gabel angegriffen - so gab es auf Salute nur diesen einen Raumhafen und der "Preller" war von den beiden Cantinas am Ort tatsächlich die gediegenere von Beiden. Wer schon einmal im "Stahlfaß" war, der wird mir zustimmen, dass sogar das Wort "gediegen" in diesem Fall zutreffend war.

    Scharfer Qualm lag in der Luft, produziert von der Chemikalie, die dazu diente ein ätzendes Gas aus der Atemluft zu filtern. Die Alternative wäre eine Atemmaske gewesen, aber wer will schon mit Atemmaske in einer Cantina sitzen und sich die tägliche Portion billigen Fusel durch einen Trinkhalm zuführen.
    Ich saß schon seit 2 Stunden in meiner Ecke, versuchte flach zu atmen und den Anschein zu erwecken ganz mit meinem Plastoglas corellianischem Brandy beschäftigt zu sein. Brandy, von wegen! Wenn das Brandy war, war ich ein Jedi!

    Oh, das erinnert mich daran, dass ich mich vorstellen sollte.
    Tom DiPalma, Frachterkapitän mit Schwerpunkt auf unkomplizierten Expresslieferungen.
    Böse und auch nicht so böse Zungen, bezeichnen mich auch als Schmuggler und ich würde nicht allzu heftig widersprechen.
    Ich bin schon ein gutes Dutzend Jahre recht erfolgreich im Geschäft, was nichts Anderes bedeutet, als dass man mich nie erwischt hat, oder wenn man mich erwischt hat, man für meine Talente bessere Verwendung gefunden hatte als sie hinter Schloss und Riegel verkommen zu lassen.
    Tatsächlich gehören zur einen Hälfte meiner Stammkundschaft einige Senatoren der Republik, die Hälfte des Adels von Aldebaran, diverse Kleinstaaten und manchmal sogar die ehrenwerten Jedis.
    Bei den Letztgenannten handelte es sich natürlich nie um illegale Lieferungen, oder sagen wir besser, keine illegalen Lieferungen innerhalb der Republik.
    Was meine Dienste für die Jedis so interessant machte, waren nämlich die Lieferungen zu der anderen Hälfte meiner Kundschaft: Dem Imperium.


    Bitte ersparen Sie mir nun Vorwürfe von wegen Verrat, Kollaboration mit dem Feind, etc.
    Ich will Ihnen dazu nur einige Dinge sagen:
    Zuallererst sind die Credits des Imperiums, Dank des Galaktischen Handelsnetzwerk, genau so viel wert, wie die Credits der Republik.
    Außerdem hat es auch Imperium nicht nur abgrundtiefe böse und verdammungswürdige Personen. Die Meisten von denen sind auch nicht anders als Du und ich. Sie wollen leben und sich ab und zu etwas gönnen, was auf dem offenen Markt nicht zu bekommen ist.

    Natürlich gibt es Grenzen. Sklavenhandel zum Beispiel. Erstens finde ich im Zeitalter von Droiden Sklavenhaltung wirtschaftlich völlig überholt und zweitens missfällt mir die Idee jemandes Freiheit zu verkaufen. Das mag daran liegen, dass mir meine eigenen Freiheit auch unbezahlbar ist, oder weil ich in dieser Hinsicht einfach eigen bin - egal. Sklavenhandel und Rauschgifte die aus den Konsumenten im Prinzip auch nichts anderes als Sklaven ihrer Sucht machen,sind mit mir nicht zu machen.
    Zudem bekäme ich da auch Ärger mit den meisten Mitgliedern meiner Crew.


    Zu meiner Crew kommen wir etwas später, aber keine Sorge, die wird nicht vergessen.

    Ich sitze also hier und warte, sondiere nebenbei die Gäste und die Umgebung. Geschäfte liegen zwar überall herum, aber man muss sie schon aufnehmen. Von selbst springen einen Meist nur die faulen Geschäfte an, was nicht heißt, dass ich davon immer die Finger ließe.
    Eine gewisse Gier ist nun einmal der Motor meines Geschäftszweigs, auch wenn ich der Erste bin der zugibt, dass Gier nicht immer der beste Ratgeber ist.

    Bestimmt zum fünften Mal kommt einer der beiden Gamorianer an meinem Tisch vorbei, ich kann die beiden immer noch nicht unterscheiden. Ich bin ganz sicher kein Rassist, meine sehr buntgemischte Crew beweist das zweifelsfrei, doch ich kann diese Schweinsgesichter einfach nicht auseinanderhalten. Ohne nähere Informationen darüber zu haben, vermute ich ja, dass es sich bei denen immer um Würfe von fünf bis acht Gamo-Babys handelt, also Mehrlinge. Das würde zumindest die Ähnlichkeit erklären.


    Ich bin es inzwischen müde meinen langen Staubmantel betont lässig so aufschwingen zu lassen, dass man meine beiden Repetierblaster R-2000 DX sehen kann.
    Wer bis jetzt noch nicht begriffen hat, dass ich mehr als adäquat für diese Kaschemme bewaffnet bin, der würde es nie begreifen.

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    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • Leider hatte ich übersehen, dass Begriffe wie "adäquat" in den Köpfen von bestimmten Personen, ganz egal welcher Rasse sie angehörten, gar nicht vorkamen.
    Vielleicht war es auch nur deshalb, weil ich glaubte inzwischen zum Inventar des Raumes geworden zu sein und daher verhältnismäßig unsichtbar, letztlich spielt das keine Rolle.
    Im Sichtschatten des Riesen hatten sich zwei weitere, kleinere Gestalten genähert.


    "Das ist der Typ", übersetzte mein P.D.P. - das Personal Data Pad, welches jeder Raumreisende zu allen Zwecken stets bei sich trug - das Quietschen und Grunzen des Gamorianers.
    Als er sich wegdrehte sah ich die beiden Kerle, beide mit den Händen an ihren Blastergriffen und schmalen Augen, die mir signalisierten, dass sie nur darauf warteten, dass ich meine letzte hastige Bewegung machte.

    Wie man mir später berichtete, muss ich unglaublich gelassen gewirkt haben. Beinahe nachlässig soll ich meinen Blick über die beiden schweifen lassen haben und dabei ganz leicht mit der linken Schulter gezuckt haben - eine Geste der Miss- und Verachtung.
    Nunja, wenn ich so gewirkt haben sollte, will ich der Version nicht völlig widersprechen.
    Möglich wäre jedoch auch, dass ich zu überrascht war um überhaupt zu regieren und das Zucken meiner Schulter lediglich die Reaktion auf den Schweißbach war, der mir vom Hals das Rückgrat hinunterlief.
    Wie dem auch sei, meine Reaktion war wohl ungefähr meinem Ruf angemessen, auch wenn ich hier einmal, und nur dieses eine Mal offen zugebe, dass ich in vielen Situationen einfach nur Glück habe, oder wie ein guter Freund, zu dem wir später kommen werden, es ausdrücken würde: Die Macht ist mit mir.

    "Du bist Di Palma, hä?"

    "Was hat mich verraten? Mein gewinnendes Äußeres oder mein umwerfender Charme?"
    Gut, sie wollten reden. Reden war gut. Reden verschaffte mir Zeit um mich wieder auf die Reihe zu bekommen und auf eine Chance zu lauern.
    Obwohl die beiden Profis waren, stellten sie sich auf den ersten Blick einigermaßen ungeschickt an. Ich hätte wenigstens jemand abseits als Sicherung abgestellt, immerhin war dieser Di Palma nicht ganz unbegabt mit seinen Blastern.
    Aus den Augenwinkeln sah ich am Rande meines Sichtkreises eine dritte Gestalt. Im Gegensatz zu den Beiden vor mir hatte sie ihre Waffe, eine kleine aber gemeine Czerka-Taserbolzen-Pistole, nicht nur in der Hand sondern sogar schon auf mich gerichtet.
    Es sah nicht gut aus, aber ich habe ja schon erwähnt, dass ich oft unverdientes Glück habe. Daher war ich zwar besorgt aber nicht in Panik. Hätten die drei das Kopfgeld für mich, nur mit meinem Kopf als Beweis einholen wollen, wäre ich längst Madenfutter gewesen.


    "Talon, der Stachel will Dich sehen. Du hast etwas was ihm gehört mitgehen lassen, und er will sich dafür revanchieren."

    Talon? Ohja, Talon, ich erinnerte mich. Dieser selbsternannte Verbrecherkönig auf irgend einer der zahllosen ursprünglich aufgegebenen Raumstationen die im Outer Rim zwischen irgendwelchen Asteroidengürtel trieben.
    Ich glaube, ich hatte ihm seine Lieblingssklavin aus dem Schlafzimmer entführt. Tora, ja genau. Tora war eine Twillek und sehr, sehr dankbar gewesen.


    "Das ist doch schon ewig her, Leute. Mindestens ein halbes Jahr. Er kann unmöglich noch sauer auf mich sein ..."
    "Talon ist überaus nachtragend, besonders Leuten gegenüber, die er für seine Freunde hält!"


    "Ey, ich bin sein Freund. Immerhin habe ich ihm beinahe die Hälfte der Vorräte umsonst überlassen."


    Ich erntete ein gehässigen Kichern, aber ich achtete nicht wirklich darauf. Etwas hatte sich in der Cantina gerade zu meinen Gunsten geändert.
    Ich konnte es nicht sehen, nur spüren, es wittern.
    Genau kann ich diesen Instinkt nicht erklären, aber er hat mich noch nie im Stich gelassen.
    Ein guter Freund erklärte mir einmal, dass es eine Art beschränkter Zugriff zur Macht sei, die durch alles hindurchfließt.
    Ich für meinen Teil habe beschlossen nicht lange über etwas zu grübeln was so offensichtlich und völlig zufriedenstellend funktioniert. Man kann schließlich alles kaputt grübeln.

    Ich muss noch einige Nuancen entspannter gewirkt haben, denn die Beiden vor mir wurden mit einem Male nervös.
    Das kann man ihnen nicht verdenken. Bei allen Galaxien, ich würde auch misstrauisch, wenn mein vermeintlicher Gefangener viel ruhiger wäre als ich.


    "Du wirst Deine Hände auf dem Tisch legen, keine hastigen Bewegungen, Du kennst das Spielchen!"
    Der Rechte der beiden machte Anstalten seine Waffe zu ziehen, nicht schnell, sondern eher beiläufig langsam. Die Art, die nicht nach unmittelbarer Bedrohung aussieht und das Gegenüber nicht zu einer verzweifelten Handlung zwingt.
    Ich habe das bestimmt hundert Mal genauso versucht. Irgendwie scheint das aber nie so Recht zu funktionieren.

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    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • Auch ich wollte nach meinem linken Blaster greifen, mich zur Seite kippen lassen und durch den Holsterboden feuern.
    Zugegeben, das ist kein idealer Schuss, aber ein verdeckter Schuss ist immer noch besser als gar keiner.


    Doch bevor es so weit war, hörten wir diese Mischung aus Zischen und Prasseln, wenn der Sauerstoff in Sekundenbruchteilen verdampft wird.
    Zum Geräusch gesellte sich der beißende Geruch von verbranntem Ozon.


    Niemand, der dieses Geräusch einmal gehört hat, vergisst es jemals wieder und verwechselt es auch nicht:
    So häufig wird man nicht Zeuge, wenn ein Lichtschwert gezündet wird, und egal ob Jedi oder Sith, meines Wissens die einzigen beiden Personengruppen die Lichtschwerter verwenden, mit keiner der beiden Machtorden ist zu spaßen, wenn sie erst einmal "blank" gezogen haben, um diese alte Redensart einmal zu verwenden.


    "Ich bitte um Nachsicht, meine Herren. Aber ich bin mit diesem Herrn verabredet und der Orden braucht seine Dienste. Daher ist es unerlässlich, dass Sie Ihre Vendetta bis auf Weiteres aussetzen!"

    Ja, er sagte wirklich Vendetta!
    Bei jedem anderen hätte das sicher affektiert gewirkt. Doch sogar der Tonfall war bedauernd und klang durchaus ehrlich in meinen Ohren, was mich beinahe beunruhigt hätte.
    Beinahe.
    Ich kannte diesen Jedi, dessen Gestalt im diffusen Licht in seinem braunen Kaputzenumhang ohne das blau gleißende Lichtschwert einfach mit dem Hintergrund verschmolzen wäre.


    Publikum, ich stelle vor:
    Vorhin erwähnter alter Freund, Meister Carnovan, leibhaftiger Jedi-Ritter der Republik.


    Man musste den beiden Männern von Talon wirklich zugutehalten, dass sie nur zusammenfuhren, nicht herumwirbelten und nur einen besorgten Blick über die Schultern und dann zu ihrem Gefährten warfen.
    Auf diesen zeigte das Lichtschwert und er bewies seine Zugehörigkeit zu den mehr oder weniger intelligenteren Spezies der Galaxis indem er seine Waffe behutsam senkte.
    Als die Beiden vor mir wieder zu mir schauten, hatte ich meine Linke nur auf den Griff meines Blasters sinken lassen.


    Nun gehöre ich bestimmt nicht zu den schnellsten Schützen der Galaxis, womöglich findet man sogar im Umkreis von 20 Lichtjahren schnellere, aber ich habe meinen Wert hinreichend damit bewiesen, dass ich nach wirklich einer Menge Schusswechsel immer noch am Leben und ziemlich unversehrt bin. Das mag auch daran liegen, dass ich Gegensatz zu den ganz schnellen Schützen immer auch das treffe was ich treffen will.
    Auch Teil meiner Gabe, würde Meister Carnovan sagen.
    Der würde mich sicher in den Jedi-Tempel schleifen und zum lichtschwingenden Philosophen ausbilden, wenn er auch nur eine geringe Chance sehen würde, dass ich dem seltsamen Kodex dieser Machtmagier etwas abgewinnen würde.
    Da wir uns aber seit beinahe 40 Jahren kennen, kaennt er auch meinen Dickschädel. Außerdem ist er froh, sich an mich wenden zu können, wenn es darum geht gewisse Angelegenheiten etwas weniger jedimäßig zu regeln.


    Die Drei zogen schließlich ab, nicht ohne einige ziemlich geistlose und sinnlose Drohungen auszustoßen. Säbelrasseln gehört eben zum Geschäft und es erlaubte ihnen so einigermaßen ihr Gesicht zu wahren.
    Das ist überhaupt ein Trick, den ich von meinem Jedifreund abgeschaut habe. Die Jedi scheinen so etwas wie Stolz nicht zu besitzen, und wenn ja sind sie Meister darin ihn hinunterzuschlucken.
    Wann immer möglich, vermeiden sie es ihren Gegner zu demütigen und erlauben es ihm mit einem Mindestmaß an Gesichtsverlust abzuziehen. Meistens haben die Jedis dann was sie wollen und meistens verzeiht man ihnen nach einer Weile deshalb auch.
    Es ist einfach schwer jemand zu hassen, der einem so offensichtlich gerade nicht den Arsch versohlt hat.
    Nur bei Sith funktioniert das nicht. Ich behaupte sogar, dass ein Gutteil der Feindschaft, welche die Sith den Jedis entgegenbringen, in dieser für sie unerträglich rückratlos erscheinenden Art begründet liegt.
    Es gibt fast nichts, was einen Sith so schnell auf die Palme bringt wie ein Jedi.

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    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

  • Wie so oft, funktioniert dieser Trick bei mir auch nicht häufig. Das mag daran liegen, dass ich meistens der Meinung bin, dass mein Gegner eigentlich genau das bekommt, was er verdient.
    Das ist vielleicht auch der Grund, warum ich Gegensatz zu den Jedis mit zumindest einigen Sith ganz gut klarkomme.
    Carnovan lästert oft, dass ich der dunklen Seite einfach viel näher stehe. Er bezieht sich natürlich auf meine betont nicht enthaltsame Lebensweise.
    Wenn Sex, Schnapps und ab und zu eine Rauferei die dunkle Seite der Macht sind, ja, dann sind die dunkle Seite und ich Saufkumpane.
    Was nicht bedeutet, dass mir die Sith nicht einen eisigen Schauer über den Rücken jagen.
    Die meisten von denen sind einfach geistig nicht normal - wobei, wenn ich genauer darüber nachdenke, trifft das auch auf viele Jedis zu, mit dem gravierenden Unterschied, dass mich die Jedis noch nie aus purem Spaß an der Freude foltern oder zu Di Palma Tatar kleinhacken wollten.


    Die Spannung in der Cantina ließ schlagartig nach, als sich die Tür hinter den drei Ganoven schloss.
    Hätte es hier eine Band gegeben, hätte sie nun genau jetzt wieder mit Musik eingesetzt.
    Da hier aber nur geistloses Gedudel aus der Konserve von billigen Lautsprechern ertönte, blieb auch dieser klischeehafte Effekt aus, was schade ist: Ich mag nämlich Klischees, nennt mich ruhig romantisch.


    Mit einer einzigen fließenden Bewegung löschte der Jedi sein Lichtschwert und verstaute es in einer Schlaufe am Gürtel und setzte sich mir gegenüber.
    Wenn Ihr glaubt ich übertreibe, meinetwegen, aber wundert Euch bloß nicht, wenn Ihr dann mal einem leibhaftigen machtbegabten Kämpfer gegenübersteht. Ich kenne bis zum Haaransatz vollgestopfte Kybernetiksöldner die für die Eleganz eines Jedis ihre Seele verkaufen würden.
    Manchmal beneide sogar ich sie, aber nicht sehr oft.
    Für Eleganz kann man sich schließlich auch nichts kaufen.

    "Wieder einmal muss ich Deinen Hintern retten. Wenn Du einen anständigen Beruf hättest, wäre dein Leben weitaus ..."
    "Langweiliger?" , unterbrach ich ihn.
    "Friedvoller!", beendete er lächelnd seinen Satz.


    Ich seufzte theatralisch.
    "Dann suchst Du mich also nicht wegen meiner betont friedfertigen und konventionellen Art auf, mit der ich meine Geschäfte abwickle?"


    Das Lächeln des Jedis wurde ernster.
    "Natürlich hast Du vollkommen recht. Tatsächlich brauche ich Deine Hilfe und Diskretion und Deine Kontakte zur anderen Seite."


    Ich lehnte mich vor, sodass ich sehr leise sprechen konnte: "Du, oder der Orden?"


    Das ließ ihn zögern.
    Er wusste, dass es schlichtweg überhaupt nichts gab, was ich für ihn nicht getan hätte. Umgekehrt war es nicht anders. Bei Freundschaften die so viel überstanden hatten wie die Unsre gab es keine Zurückhaltung.
    Carnovan gab sich viel Mühe, dass dies beim Jedi-Orden nur Wenige wussten. Enge Bindungen waren mit starken Emotionen verknüpft und Emotionen fürchten die meisten Jedis wie ein Droide das Salzwasser.
    Noch mehr verbarg er jedoch seine Ehe mit einer Frau, die ebenfalls Mitglied des Ordens war.
    Warum ich davon weiß? Tja, ich war der Trautzeuge und sorge dafür, dass die beiden immer wieder einige Wochen für sich alleine haben.
    Wie ich das anstelle? Oh, einen so tiefen Einblick in meine Trickkiste will ich doch nicht gewähren.
    Es soll nur das gesagt sein: Ich kann einfach nicht verstehen, warum die Beiden weiterhin beim Orden bleiben. Es ist ja nicht so, dass ihnen etwas Schlimmes drohte, wenn sie gehen würden - zumindest soweit mir das bekannt ist.
    Aber das geht mich schließlich auch nichts an. Wer bin ausgerechnet ich schon, anderen Ratschläge geben zu wollen wie sie ihr Leben zu führen haben?


    "Nein, nicht der Orden - nicht direkt."
    Ich seufzte wieder. Das versprach kompliziert zu werden und - ich habe dafür einen ziemlich guten Riecher - nicht unbedingt gewinnbringend, zumindest nicht für mein Credit-Konto.


    "Also schön, um was geht es denn?"
    "Nicht hier. Vielleicht besprechen wir das besser an Bord Deines Schiffes."
    Ich ergab mich in mein Schicksal. "Klar, sicher. Ich informiere Aakeeba, dass wir kommen."


    Er hielt mich mit einer Geste zurück.
    "Das ist nicht nötig. Ich war zuerst am Raumhafen und dort traf ich auf Deine Mannschaft. Sie sagten mir, wo ich Dich finde."
    "Verstehe, dann können wir ja los."

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    Tom Stark
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  • Wieder zögerte er.
    "Nicht ... ganz. Wir müssten noch jemand mitnehmen."
    Das wurde ja immer seltsamer, und dass mein alter Kumpel nicht so recht mit der Sprache rauskam, machte mich langsam nervös.
    "Hör mal, alter Knabe, wenn Du bei Anderen um den heißen Brei herumtanzen willst, ok, von mir aus. Aber wir zwei kennen uns viel zu lange für solche Spielch ..."


    Mir blieb das Wort im Hals stecken. Während ich mich noch beschweren wollte, hatte er jemand ein Zeichen gegeben, der an der Theke gesessen hatte.
    Die Tatsache, dass der Barkeeper beinahe einen Herzanfall vor Schreck bekam, als die Frau, wie ihm schien, wie aus dem Nichts an seiner eigenen Bar auftauchte, hätte mich normalerweise zum Lachen gebracht, doch ich selbst hatte sie dort nicht bemerkt.

    Sie denken nun vielleicht, dass das schon einmal passiert, dass man jemand übersieht und das ist schon richtig. Doch zum Einen hatte ich seit der Beinahe-Schießerei ein sehr wachsames Auge auf die Gäste - es war nicht völlig abwegig, dass Talon weitere mir unbekannte Leute auf Mors Salute hatte, zum Anderen hatte diese Frau feuerrotes Haar, welches in einer dichten Mähne weit über ihre Schultern fiel und dazu noch eine Ausstrahlung wie eine Amazone, die man unmöglich übersehen konnte.
    Ich hätte die beiden Lichtschwertgriffe, welche tief an ihre Oberschenkel geschnallt waren nicht sehen müssen um zu erkennen, wie diese Frau dieses Versteckspiel fertig gebracht hatte.


    Sie bewegte sich ähnlich wie meine Freund auf diese flüssige Weise und obwohl sie keinerlei Andeutungen von Aggression zeigte, bemühten die Leute ihr möglichst maximalen Platz zu lassen.

    " Endlich! Es war zudem ein Fehler die Drei gehen zu lassen. Sie werden bald mit Verstärkung zurück sein oder uns unterwegs auflauern."
    Ihre Stimme war beinahe zu tief für eine Frau, doch gerade dieser Tonfall verlieh ihr eine Exotik, die mir unter das Haut ging.
    Die Leidenschaft und der Nachdruck in den wenigen Worten verrieten mir jedoch noch etwas: Das war keine Jedi und wenn sie keine Jedi war, konnte sie nur eine Sith sein. Doch das war unmöglich. Carnovan würde sich nicht mit Sith abgeben.
    Oh, halt. Doch, natürlich würde er. Überhaupt war er einer von zwei Jedis, die ich kannte, die sich vermutlich auch mit dem Imperator persönlich erst unterhalten würden, bevor sie einen Kampf in Erwägung zogen, oder wegzulaufen, was aber wohl eher meine bevorzugte Reaktion wäre.


    Ich sah, dass Ihr Blick auf mir lag und bemerkte eine Art Zucken um die Mundwinkel.
    Als ich ihrem Blick folgte, bemerkte ich, dass ich meinen rechten Blaster halb gezogen hatte.
    Mit einem entschuldigenden Schulterzucken ließ ich die Waffe wieder in den Holster gleiten.


    "Glaubt Ihr wirklich, dass Euch die Waffe im Ernstfall gegen mich etwas nützt?"
    Ihre Augenbrauen waren belustigt hochgezogen und offenbar nahm sie meine Reaktion mit Humor.
    Daraufhin beschloss ich es ebenfalls mit Humor zu nehmen, mit der Beruhigung im Ernstfall einen Jedi an meiner Seite zu wissen, an dem sich bislang noch jeder Sith die Zähne ausgebissen hatte.


    "Tja, bestimmt wäre der Blaster in meiner Hand aber im Ernstfall nützlicher als das Brandy-Glas."
    Sie zeigte ein Lächeln, welches mich sofort in den vorsichtigen Eroberungsmodus schalten ließ Es war vielsagend, eindeutig herausfordernd und auf alle Fälle hungrig.
    Auch wenn Carnovan mir gerne das Gegenteil vorwirft, besitze ich auch gegenüber schönen Frauen einen gesunden Überlebensinstinkt. Aber es stimmt durchaus. Ich liebe gefährliche Frauen.

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    Tom Stark
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  • Noch gar nicht lange her, eigentlich ziemlich genau jetzt
    Verdammt! Ich fühle mich wie nach einer Schlägerei oder nach einer Dreitägigen Sauftour.
    Eigentlich eher wie nach einer Dreitätigen Schlägerei nach einer Sauftour.

    Mein Oberkörper, meine Arme und Beine sind zerkratzt und ich spüre jeden einzelnen Muskel im Leib und ja, auch diesen einen Muskel!
    Dennoch bin ich nicht unglücklich.
    Ich drehe meinen Kopf etwas, auch wenn meine Halsmuskeln kreischend Proteste anmelden.
    An meine Schulter gelehnt liegt ihr Kopf, eingerahmt von der wilden roten Mähne. Ein Teil der Haare verdeckt ihr Gesicht halb und kitzelt meine Brust.
    Das freie Auge öffnet sich einen Spalt und ein freundlicher aber nichtsdestoweniger spöttischer Blick trifft mich.


    "Noch eine Runde?"
    Ihre Frage versetzt mich in Erregung und Furcht zugleich. Vergeblich rufen die restlichen Muskeln des Körpers den einen Muskel zwischen meinen Beinen zur Ordnung.
    "Nur wenn Du mich umbringen willst ...", erwidere ich erschöpft und nur halb im Spaß.
    "Du würdest mit einem glückseligen Lächeln sterben?"
    "Ha, darauf wette ich. Allerdings zöge ich ein glückseliges Weiterleben vor."
    "Immer diese Sonderwünsche."


    Sie erhebt sich und setzt sich auf meine Oberschenkel. Schon befürchte ich das Schlimmste. Diese Frau ist unersättlich!
    Doch sie ist gnädig, ein ziemliches Wunder bedenkt man ihre Herkunft, und beginnt mich zu massieren.
    Ich jammere ziemlich unmännlich und ab und zu schreie ich wohl auch, zumindest wenn ich den Berichten meiner Crew Glauben schenken will - diesen Lästermäulern - und ich erinnere mich später auch nur noch undeutlich an Woge um Woge von Schmerzen, die durch meinen geschundenen Leib fahren, doch nach 30 Minuten dieser Höllenmassage bin ich zumindest in der Lage aufzustehen und mich unter die Dusche zu schleppen.
    Dort gönnt sie mir ganze 5 Minuten alleine ...


    Ich werde nicht noch weiter in die Einzelheiten gehen und überlasse es Euch gerne, Euch die ganze Sache farbig auszumalen.
    Tatsache ist, dass dieses rassige rothaarige Dämonenweib und ich nun schon 3 Jahre mehr oder weniger zusammen sind.
    Wie es dazu kam erzähle ich Euch jetzt.


    Tja, soweit hierzu. Wenn gesteigertes Interesse besteht, sehe ich mal zu, ob ich den geplanten Handlungsbogen aus den Tiefen meiner geistigen Ideenkiste hervor zerren kann und ab und zu ein Kapitelchen weiterschreibe. Habe allerdings ohnehin 3 Projekte am Laufen und der Tag hat zu wenig Stunden ...

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    Tom Stark
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  • Dieser Start ist dir recht gut gelungen, :thumbup:


    ich hatte zwar am Anfang etwas Schwierigkeiten in deinen Erzählstil zu finden, aber im Verlauf der Posts als der Char plastischer wurde, konnte ich allem gut folgen.
    Mein Kopfkino läuft bei Star Wars sowieso voll mit, ganz mein Metier, diese Spelunke sehe ich lebhaft vor mir, obwohl du ja im Text, außer dem Geruch, nichts weiter im Detail beschreibst (das wäre wohl auch mein einziger `Kritikpunkt´, mir fehlt etwas das Setting in geschriebener Form)


    Wäre schön zu wissen, wie es weitergeht!

  • Okay, heute, dreieinhalb Jahre nach deinem letzten Post meldet sich hiermit noch jemand, der eine Fortsetzung toll fände, @Tom Stark :) Reicht das, um als 'gesteigertes Interesse' zu gelten, auch wenn es um @Eposs still geworden ist? ^^

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



    :cookie:


    ___________________

  • @Tariq


    öhm , diese Geschichte hatte ich total vergessen.


    Ich setz' sie mal auf die Liste. Muss ich echt langsam angehen und nicht immer einer neuen Idee nachjagen ....


    Ich glaube, ich weiß nicht einmal mehr, um was es hier ging? Gerade noch einmal lesen!

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    Tom Stark
    zum Lesen geeignet