Bis zum letzten Schrei

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    • Bis zum letzten Schrei



      Prolog


      Der Mann, der den Raum betritt, ist Mitte Vierzig, schlank, gepflegt und trägt eine schwarze Hornbille. Sie erscheint viel zu groß angesichts seiner schmalen Gesichtsform. Sie ist ihm nach vorn auf die Nasenspitze gerutscht. Da er keine Hand frei hat, schielt er über den Rand der Brille hinweg.
      Schmale Lippen, eine gerade Nase, sein schwarzes Haar, das die ersten grauen Ansätze zeigt, hat er nach hinten gekämmt. Unter einem Arm trägt er mehrere Akten und einzelne Papiere, in der anderen Hand einen Kaffeebecher.
      Ich sehe den feinen Dampf, der von ihm aufsteigt. Er stellt ihn vor sich ab, als er am Tisch mir gegenüber Platz nimmt. Dabei kratzt der Stuhl über den Fließenboden. Das Geräusch jagt mir eine Gänsehaut übers Rückgrat.
      „Hallo Casey.“ Ich antworte nicht, dass tue ich nie, stattdessen wandert mein Blick zu dem Kaffeebecher. Ich sehe den Dampf und kleine Wassertropfen am Becherrand. In ihnen spiegelt sich das Neonlicht der Leuchtstoffröhren an der Decke.
      Ich mag dieses kalte Licht nicht, ebenso wie diesen Raum… Ich höre das feine Knacken und das Knistern der Deckenbeleuchtung, unterbrochen von dem Kratzen des Stuhls auf dem Fließenboden, als er hin und her damit rutscht. Ich schaue hinunter. Schwarz-weiße Fließen bedecken den Boden und erinnern mich an ein Schachbrett.
      Der dumpfe Laut, als er die Akten ablegt und darin blättert, lässt mich wieder aufschauen. Sein tiefes Einatmen sagt mir, dass er gefunden hat, was er sucht. Blätter rascheln mit gerunzelter Stirn überfliegt er die Zeilen, ehe er aufschaut.
      „Casey?“ Er hat die Finger ineinander verschränkt, sein Gesichtsausdruck ist ernst. „Wissen Sie, wo sie hier sind?“ Mein Blick schweift durch den Raum, registriert die mintgrün verputzten Wände. Die Tür und der langgezogene Spiegel daneben.
      Außer dem kleinen Tisch und den beiden Stühlen gibt es kein Mobiliar in diesem Raum. Das große Fenster aus Glasbausteinen in meinem Rücken spendet etwas Tageslicht.
      „Casey?“ Der drängende Tonfall sagt mir, dass er mich schon mehrmals angesprochen hat, ohne dass ich darauf reagiert habe. Ich richte meinen Blick auf ihn. Mit tief gerunzelter Stirn sieht er mich an, versucht in meinem Blick zu lesen.
      Ich bin müde, unendlich müde… Das machen die Medikamente, die sie mir hier geben. Bunte Pillen, die mich beruhigen. Sie sollen mir helfen… wobei? Ich will keine Fragen mehr, mir kommt das alles überflüssig vor und ermüdend.
      Mein Blick schweift zu dem Kaffeebecher zurück und ich höre sein resigniertes Seufzen.

      „Casey, bitte schauen Sie mich an!“ Er wartet bis ich den Blick zu ihm hebe. „Wissen Sie wie Sie hierhergekommen sind?“ Ich runzel die Stirn und versuche mich zu erinnern, mich durch den Nebel in meinem Kopf zu kämpfen. Die blauen Augen des Manns lassen mich dabei nicht aus dem Blick. Ich habe das Gefühl, als wenn er tief in meine Seele schauen kann, in mein Innerstes. In die Dunkelheit, in das Grauen…

      Bilder blitzen auf, nur Momentaufnahmen meiner Erinnerung… Bilder, die mir Angst einjagen. Der Schweiß bricht mir aus und mir ist eiskalt. Ich kauer mich auf dem Stuhl zusammen. Die Beine angezogen, dicht an den Körper vergrab ich mein Gesicht zwischen den angewinkelten Knien.
      Versuche mich klein zu machen, unsichtbar, in der Hoffnung, dass sie mich nicht finden, mich übersehen. Nein!
      Ich höre das Kratzen des Stuhls auf dem Fließenboden, als er aufsteht, den Tisch umrundet.
      Nein! „Beruhigen Sie sich Casey. Alles ist gut! Sie sind in Sicherheit. Ihnen kann nichts mehr passieren…“
      Nicht Anfassen! Nur nicht Anfassen! Schreit alles in mir. Doch das kann er nicht hören. Niemand kann mich hören!
      Die Panik, die irgendwo in meinem Innern gelauert hat, tief vergraben, tritt an die Oberfläche. Der Stuhl fällt krachend um, als ich aufspringe, in die Ecke flüchte, mich zusammen kauer und wimmernd liegen bleibe.
      Nicht Anfassen…
      Neugirig geworden? Die Geschichte Gefangen im High Fantasy. Wer schon eine fertige Geschichte lesen will empfehle ich :Return to the Roots - Zurück zu den Wurzeln im High Fantasy Bereich. Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass beim schmöckern :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sabrina ()

    • Sein tiefes einatmen, sagt mir das er gefunden hat was er sucht.


      Hier ist die Kommasetzung echt nicht leicht, aber ich würde rein vom Gefühl her eher das hier schreiben:

      Sein tiefes einatmen sagt mir, dass er gefunden hat, was er sucht.

      "wissen Sie wo sie hier sind?“


      "Wissen Sie, wo sie hier sind?"

      Das große Bachsteinfenster in meinem Rücken spendet etwas Tageslicht.


      Ich glaube, du meinst Backstein, oder? Bachstein kenn ich nicht, deshalb weiß ich nicht, obs das nicht vielleicht doch gibt ^^

      „Casey, bitte schauen sie mich an!“


      Sie

      Die blauen Augen, des Manns lassen mich dabei nicht aus dem Blick.


      Das Komma muss weg

      Beruhigen sie sich Casey.


      Sie

      Du transportierst die Benommenheit und die Furcht der Figur sehr gut. Man versteht die Hilflosigkeit, aber auch den stillen Trotz Caseys.
      Du meintest einmal, dass du mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß stehst. Davon merkt man wirklich wenig, bisehr sind deine Fehler eher in der Kommasetzung, die sowieso alles andere als einfach ist. Dann sind da nur Fehler, die man halt macht und dann übersieht, wie das kleingeschriebene "Sie" und der Bachstein.
      Von dem her: Respekt! Da können sich viele Leute was von abschneiden.
      Ich werd mal dran bleiben und schauen, wie du diese Geschichte entwickelst.
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Ich danke dir Myrtana für dein Feedback und bin froh das ich alles rüber gebracht habe, an Gefühlen, was ich erreichen wollte. :D
      Ich habe von Casey geträumt wie sie da in dem Raum sitzt, mit all ihren Fragen und der Unsicherheit. Dies ist ein Prolog für eine Geschichte an der ich schon einige Zeit arbeite. Last euch einfach weiter überraschen. ^^ Für Hilfestellungen, Tipps und Feedbacks bin ich sehr Dankbar. Also immer her damit. Auch ernst gemeinte Kritik gegenüber bin ich aufgeschlossen und nehm sie mir gern zu Herzen.
      In dem Sinne... ;)

      Prolog 2 Teil

      Ein Geräusch weckt mich in der Nacht. Ich liege still und lausche…
      Mein Herz rast ich habe Angst. Mama..? Ich wage nicht nach ihr zu rufen. Vielleicht ist Er in der Nähe…
      Angstschauer jagen mir über die Haut und lassen mich wimmern. „Still! Sonst mach ich viel schlimmere Dinge mit deiner Mami und das willst du doch nicht, oder?!" Seine Worte stehen im Raum, machen die Luft so dick, dass ich sie nicht atmen kann. "Gutes Mädchen, braves Mädchen…"

      Ich schrei, schlage um mich, reiß die Augen auf. Schweiß überströmt liege ich auf dem Rücken, während der Nachhall meiner Schreie verebbt. Eine Tür wird aufgerissen und die Leuchtstoffröhren erwachen zum Leben. Geblendet wende ich den Blick zur Seite.
      Ich kann mich nicht bewegen. Meine Hand- und Fußgelenke stecken in gepolsterten Manschetten, die mit dem Gitter meines Bettes verbunden sind. Weitere Riemen schränken meine Bewegungsfreiheit ein. Ich bin festgeschnallt, zu meinem eigenen Schutz…

      Ich bekomme immer noch keine Luft und ringe nach Atem. Nur ein Traum Casey… es war nur ein verdammter Traum! Mein Herz rast in wildem Takt, ich versuche fieberhaft an etwas anderes zu denken, doch noch immer kann ich seine Hände auf meinem Körper spüren… seinen Übelkeitserregenden Atem riechen...

      Eine Frau kommt zu meinem Bett geeilt. Sie trägt einen weißen Schwesternkittel. Die Farbe passt sich der Umgebung an.
      „Beruhigen Sie sich, Casey. Ruhig atmen, dann wird es besser.“ Ihre Stirn ist gerunzelt. Aus Sorge oder Mitgefühl?
      Ich schätze sie auf Ende Vierzig. Das blonde Haar trägt sie als Pferdeschwanz und es zeigt graue Ansätze. Viele Lachfältchen umrahmen ihre blau- grauen Augen. Ich sehe im grellen Licht der Leuchtstoffröhren, denn schwarzen Mascara auf ihren Wimpern...
      Sie fasst nach meinem Handgelenk. Nicht Anfassen! Schreit es in mir. Anscheinend sieht sie meine Angst, hält inne und greift mein Handgelenk an der gepolsterten Manschette, darauf bedacht mich ansonsten nicht zu berühren.
      Das Atmen wird leichter und meine Panik lässt nach. Ihre Nähe hat etwas Tröstliches, Beruhigendes...

      In diesem Moment wird die Türe aufgerissen. Ich zucke zusammen. Weitere Pfleger und Schwestern betreten den Raum, umrunden das Bett. Ich sehe Sie näher kommen und dieser Anblick löst in mir etwas aus... Eine Erinnerung… Eine Szene, die Ähnlichkeit mit dieser hat.
      Wieder überfällt mich die Angst. Ich bin ihnen ausgeliefert, unfähig mich gegen Sie zu wehren und Sie tun mir weh… so unglaublich weh!

      Wie durch einen Nebel aus Angst und Panik höre ich aufgeregte Stimmen. Ich wehre mich, schreie, stemme mich gegen die Fesseln. Nein! Ein Arzt schiebt sich durch die Reihen der Pfleger, drängt sich zum Bett.
      Ich sehe seinen weißen Arztkittel, der vor meinen Augen verschwimmt. Stattdessen hat er grüne OP Kleidung an, sein Gesicht ist unkenntlich durch Mundschutz und Haube, lediglich die stechend blauen Augen sind zu sehen. Nein!
      „Geben Sie ihr drei Milliliter, intravenös!“ Sagt eine tiefe Stimme, gedämpft durch den Mundschutz. Der Schleier reißt für einen Augenblick und ich sehe besorgt blickende grau- blaue Augen hinter einer schwarzen Hornbille. Das Gesicht ist mir vertraut...
      „Casey! Hören Sie mich?“ Mir wird bewusst, dass mich die Schwestern und Pfleger auf die Unterlage des Betts drücken. Hinter dem Arzt erhasche ich einen Blick auf eine der Schwestern. Sie zieht eine Spritze auf... Nein!
      Alles verschwimmt, Traum und Realität werden eins! Ich bin verloren, Ihnen ausgeliefert, in meinem Alptraum gefangen.
      Aus meinem Innern löst sich ein letzter verzweifelter Schrei…
      Neugirig geworden? Die Geschichte Gefangen im High Fantasy. Wer schon eine fertige Geschichte lesen will empfehle ich :Return to the Roots - Zurück zu den Wurzeln im High Fantasy Bereich. Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass beim schmöckern :D
    • Mein Herz rast ich habe Angst.


      Da müsste ein Satzzeichen rein, entweder ein Komma oder ein Punkt.
      Ich würde zu einem Punkt tendieren, normalerweise würden kurze Sätze nämlich das Tempo etwas erhöhen, hier würde es aber ein bisschen bremsen:

      Mein Herz rast. Ich habe Angst.

      Und das wirkt dann gezielt ein bisschen ... einfach. Von den Gefühlen beherrscht, nicht unbedingt vom rationalen Denken.

      Ich sehe im grellen Licht der Leuchtstoffröhren, denn schwarzen Mascara auf ihren Wimpern...


      den

      Wieder hast du gut die Verzweiflung und die Angst rübergebracht, ohne aber übermäßig zu verstören. Gut so! :thumbsup:
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
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      Sabrina schrieb:

      Prolog

      Der Mann, der den Raum betritt, ist Mitte Vierzig, schlank, gepflegt und trägt eine schwarze Hornbille. Sie erscheint viel zu groß angesichts seiner schmalen Gesichtsform. Sie ist ihm nach vorn auf die Nasenspitze gerutscht. Da er keine Hand frei hat(Komma) schielt er über den Rand der Brille hinweg.
      Schmale Lippen, eine gerade Nase, sein schwarzes Haar, das die ersten grauen Ansätze zeigt, hat er nach hinten gekämmt. Unter einem Arm trägt er mehrere Akten und einzelne Papiere, in der anderen Hand einen Kaffeebecher.
      Ich sehe den feinen Dampf(Komma) der von ihm aufsteigt. Er stellt ihn vor sich ab, als er am Tisch mir gegenüber Platz nimmt. Dabei kratzt der Stuhl über den Fließenboden. Das Geräusch jagt mir eine Gänsehaut übers Rückgrat.
      „Hallo Casey.“ Ich antworte nicht, dass tue ich nie, stattdessen wandert mein Blick zu dem Kaffeebecher. Ich sehe den Dampf und kleine Wassertropfen am Becherrand. In ihnen spiegelt sich das Neonlicht der Leuchtstoffröhren an der Decke.
      Ich mag dieses kalte Licht nicht, ebenso wie diesen Raum… Ich höre das feine knacken (das Knacken) und knistern (und das Knistern) der Deckenbeleuchtung, unterbrochen von dem Kratzen des Stuhls auf dem Fließenboden, als er hin und her damit rutscht. Ich schau hinunter ein Mosaik aus Schwarz- Weiß Fließen bedecken den Boden und erinnern mich an ein Schachbrett… - dieser Satz klingt unfertig. Vorschlag: Ich schaue hinunter. Schwarz-weiße Fließen bedecken den Boden und erinnern mich an ein Schachbrett.
      Der dumpfe Laut, als er die Akten ablegt und darin blättert(Komma) lässt mich wieder aufschauen. Sein tiefes einatmen (Einatmen) sagt mir, dass er gefunden hat(Komma) was er sucht. Blätter rascheln(hier besser einen Punkt) mit gerunzelter Stirn überfliegt er die Zeilen, ehe er aufschaut.
      „Casey?“, (Neuer Satz, also groß) er hat die Finger ineinander verschränkt, sein Gesichtsausdruck ist ernst. „Wissen Sie, wo sie hier sind?“ Mein Blick schweift durch den Raum, registriert die mintgrün verputzten Wände. Die Tür und der langgezogene Spiegel daneben.
      Außer dem kleinen Tisch und den beiden Stühlen gibt es kein Mobiliar in diesem Raum. Das große Fenster aus Glasbausteinen in meinem Rücken spendet etwas Tageslicht.
      „Casey..?“ ("Casey?" -reicht dort. Punkte bedeuten ja immer, dass der Satz weitergehen müsste, aber hier sucht er lediglich ihre Aufmerksamkeit durch Nennung ihres Namens) Der drängende Tonfall sagt mir, dass er mich schon mehrmals angesprochen hat, ohne dass ich darauf reagiert habe (Sie hatte ja nicht reagiert. Demnach dort falsche Zeit). Ich richte meinen Blick auf ihn. Mit tief gerunzelter Stirn sieht er mich an, versucht in meinem Blick zu lesen.
      Ich bin müde, unendlich müde… Das machen die Medikamente, die sie mir hier geben. Bunte Pillen(Komma) die mich beruhigen. Sie sollen mir helfen… wobei? Ich will keine Fragen mehr, mir kommt das alles überflüssig vor und ermüdend.
      Mein Blick schweift zu dem Kaffeebecher zurück und ich höre sein resigniertes Seufzen.

      „Casey, bitte schauen Sie mich an!“ Er wartet bis ich den Blick zu ihm hebe. „Wissen Sie wie sie (Sie) hierhergekommen sind?“ Ich runzel die Stirn _ (da fehlt was mMn - ein "und" z.B.) versuche mich zu erinnern, mich durch den Nebel in meinem Kopf zu kämpfen. Die blauen Augen des Manns (Mannes) lassen mich dabei nicht aus dem Blick. Ich habe das Gefühl, als wenn er tief in meine Seele schauen kann, in mein Innerstes. In die Dunkelheit, in das Grauen…

      Bilder blitzen auf, nur Momentaufnahmen meiner Erinnerung… Bilder, die mir Angst einjagen. Der Schweiß bricht mir aus und mir ist eiskalt. Ich kauer mich auf dem Stuhl zusammen. Die Beine angezogen, dicht an den Körper vergrab ich mein Gesicht zwischen den angewinkelten Knien.
      Versuche mich klein zu machen, unsichtbar, in der Hoffnung(Komma) dass sie mich nicht finden, mich übersehen. Nein!
      Ich höre das Kratzen des Stuhls auf dem Fließenboden, als er aufsteht, den Tisch umrundet.
      Nein! „Beruhigen Sie sich(Komma) Casey. Alles ist gut! Sie sind in Sicherheit. Ihnen kann nichts mehr passieren…“
      Nicht Anfassen! Nur nicht Anfassen! Schreit alles in mir. Doch das kann er nicht hören. Niemand kann mich hören!
      Die Panik, die irgendwo in meinem Innern gelauert hat, tief vergraben, tritt an die Oberfläche. Der Stuhl fällt krachend um, als ich aufspringe, in die Ecke flüchte, mich zusammen kauer und wimmernd liegen bleibe.
      Nicht Anfassen…



      Ein sehr gefühlvoller Text, lass dich von meiner Korrektur nicht abschrecken. Die Fehler haben den Lesefluss nicht wirklich gestört. Man fühlt mir Casey mit, während sie allen Anscheins nach verhört wird.

      :thumbsup: :thumbsup:

      Ich bin gespannt, wie es weitergeht und lese gleich morgen den anderen Teil. Mal schauen, was die Arme verbrochen hat 8|
      :super: Weiter so :D
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Erstes Kapitel

      Philadelphia
      Drei Monate zuvor…


      Special Agent Casey Morgan war, nach einer anstrengenden Schicht auf dem Weg nach Hause, als sie die Durchsage über Funk hörte. Dieses dumpfe Gefühl in der Magengegend, das sie schon den ganzen Tag verspürt hatte, verstärkte sich mit einem Mal. Sie war auf der Unionroad Richtung Norden unterwegs. Die Frauenstimme am anderen Ende forderte Verstärkung in der Nähe an.
      Der Hafenbezirk mit seinen Liegeplätzen verlief parallel zur Unionroad. Casey nahm das Funkgerät, drückte die Sprechtaste und meldete sich mit Namen, Dienstnummer und Position. Die Stimme am anderen Ende gab ihr kurze Informationen, was den genauen Tatort betraf und was die Kollegen vor Ort schon der Dienststelle gemeldet hatten. Eine männliche Leiche an einem der Anlegeplätze!
      Sie sah Hundert Meter voraus die Abfahrt zum Hafen ausgeschildert. Casey setzte den Blinker ihres Fords. Des Öfteren wurde sie dank des Autos von ihren männlichen Kollegen aufgezogen. Er war nicht das neuste Model aber sie hing an dem alten Ford. Sie verband damit Erinnerungen an ihren Grandpa, er hatte dasselbe Model gefahren.
      Casey nahm die Abfahrt zum Hafen, bog kurz darauf in die Straße mit den Liegeplätzen ein. Die Straße verlief parallel zu den Lagerhallen und Containern. Auf der anderen Seite waren die Liegeplätze der Frachtschiffe. Nur wenige der Kähne lagen hier vor Anker. Die meisten wurden mit ihren schweren Lasten im Hafenbezirk entladen. Dort gab es größere Lastkähne zum löschen der Ladung.
      Auf einer großen, weißen Tafel waren die Nummern der Liegeplätze ausgeschildert. Weiter vorne die Straße entlang, sah sie den Streifenwagen stehen. Sie ließ den Ford ausgehen und stieg aus. Die beiden Uniformierten Kollegen kamen ihr entgegen. Ihre Gesichter wirkten erleichtert, als sie ihnen ihre Dienstmarke zeigte. „Special Agent Casey Morgan. Was haben wir hier?“ Detektive Jones war ein junger Mann schätzungsweise Anfang Zwanzig. Die roten Haarsträhnen, die unter der Mütze zu erkennen waren ließen auf irische Wurzeln schließen. Auch der blase Hauttyp und die Sommersprossen passten dazu.

      Er hielt ihr seine Hand entgegen. „Detektive Jones. Mein Kollege Detektive Miller.“ Casey nickte den beiden zu. „ Er liegt da drüben.“ Während sie Jones folgte, musterte Casey Miller unter gesenkten Lidern. Detektive Miller war großgewachsen. Casey schätzte ihn auf eins neunzig. Er hatte blondes Haar und die Uniform der Philadelphia Police schien ihm zwei Nummern zu klein. Deutlich zeichnete sich der Bizeps durch den Stoff ab.
      Ihre Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf Jones der nach vorne deutete, auf das abschüssige Gelände nahe der Anlegestelle.
      Dort war ein Teil der Kaimauer abgebröckelt. Schwarze Reifenspuren auf der Fahrbahn davor ließen darauf schließen, dass ein Auto die Kaimauer gerammt hatte. Die Spuren waren nicht mehr deutlich auf dem Asphalt zu erkennen. Sie waren älteren Datums. Nicht von Belang. Im gehen streifte sie die Latexhandschuhe über. Sie gehörten zu ihrer Standard Ausrüstung.
      Jones begann zu berichten. „Um 16.45 ging in der Zentralle eine Meldung ein, dass am Kai 36 etwas gesichtet wurde. Der Anruf kam anonym und es wurde gleich aufgelegt.“ Casey runzelte die Stirn. „Dieser Jemand sprach nicht von einer Leiche?“ Jones schüttelte den Kopf. Ihre Augen suchten die nähere Umgebung ab.
      Die Liegeplätze lagen so weit auseinander, dass kaum jemand von einem Kahn die Leiche hier gesehen hatte. Trotzdem war es einen Versuch wert. Sie würde beim Hafenmeister anrufen und eine Liste der Schiffe anfordern. Ihr Blick glitt zur anderen Uferseite. Sie schätzte die Entfernung auf mehr als 500m. Ein kleiner Steg verlief unter der Kaimauer. Theoretisch war es möglich, dass jemand von dort etwas beobachtet hatte.
      Sie senkte den Blick, um nicht auf dem unebenen Untergrund auszugleiten. Der Regen der letzten Tage hatte die festgestampfte Erde aufgeweicht. Unterhalb der Uferböschung blieb Jones stehen. Sie folgte seinem Blick und erfasste die Leiche.
      „Wir haben sie so liegen lassen, wie wir sie gefunden haben, Agent Morgan.“ Er nickte ihr zu. Jones machte ihr Platz.
      Das dunkle Haar bedeckte einen Großteil des Gesichts. Der Kopf war halb von einer Armbeuge bedeckt. Er trug Jeans. Man sah nur den Gesäßteil und ein Stück der Oberschenkel, der Rest lag im Wasser. Die dunkelblaue Jacke hatte sich mit Wasser vollgesogen und klebte an seinem Körper.
      Es war schwer sein Alter einzuschätzen, besonders da er schon länger im Wasser lag. Casey schätzte auf Mitte bis Ende Dreißig.
      Ob er hier von Anfang an abgelegt worden war, oder die Strömung ihn angespült hatte, war nicht ersichtlich. Sie nahm die unmittelbare Umgebung genauer in Augenschein, dabei suchte sie nach Spuren, die auf einen Kampf hindeuteten. Auf Gewalteinwirkung oder andere Indizien, die es nahe legten, dass es sich hierbei um ein Gewaltverbrechen handelte.
      Detektiv Jones unterbrach ihren Gedankengang, indem er sich räusperte. „Sollen wir die Spurensicherung anfordern, Agent Morgan?“ Sie sah ungläubig zu ihm auf. Das war das erste, was man an einem Tatort veranlasste.
      „Ich dachte Sie wäre schon längst informiert!“ Ihre Stimme klang scharf. Jones zwinkerte heftig mit den Augen. „Wir waren uns nicht sicher… was die weitere Vorgehensweise angeht, Mam. Das ist unsere erste Leiche.“
      Casey fiel erst jetzt der nervöse Blick auf, den die beiden Beamten sich immer wieder zuwarfen. Verdammt, dass hätte ihr auffallen müssen. Schließlich war sie auf solche Dinge gedrillt. Dinge und Situationen einzuschätzen.
      Tief atmete sie ein um ruhiger zu werden. Manchmal vergaß sie bei ihrer ganzen Routine, wie andere auf den Anblick einer Leiche reagierten. Sie hatte mit ihren achtundzwanzig Jahren schon zu viel gesehen, um nicht abzustumpfen.
      „Bitte informieren Sie die Spurensicherung und den Pathologen. Er muss den Todeszeitpunkt feststellen.“ Sie richtete sich auf. Mit einem Seufzer sah sie über den Fluss, während sie Jones mit der Leitstelle telefonieren hörte. Das würde noch ein langer Abend werden.
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    • Special Agent Casey Morgan war, nach einer anstrengenden Schicht[...] auf dem Weg nach Hause, als sie die Durchsage über Funk hörte.


      Das erste Komma kannst du nur setzen, wenn du auch an dieser Stelle [...] eines setzt, und selbst dann würde ich eher dazu tendieren, nur das allerletzte Komma zu setzen. Es ist zar ein langer Satz, aber eben einer, der nicht unbedingt ein Komma braucht.

      Die Stimme am anderen Ende gab ihr kurze Informationen, was den genauen Tatort betraf und was die Kollegen vor Ort schon der Dienststelle gemeldet hatten. Eine männliche Leiche an einem der Anlegeplätze!


      Das ist jetzt sehr viel verlangt, aber ich mag es immer gern, wenn Dinge, die gesagt werden, auch in wörtliche Rede gefasst werden. Das wirkt meiner Meinung nach immer authentischer, muss aber natürlich nicht sein. Ich will dir da garantiert nicht so kleinlich vorschreiben, was wie meiner Meinung nach sein sollte.

      Er war nicht das neuste Model [...] aber sie hing an dem alten Ford.


      Da würde ich ein Komma setzen.

      Die roten Haarsträhnen, die unter der Mütze zu erkennen waren ließen [...} auf irische Wurzeln schließen.


      dort auch

      Detektive Miller war groß gewachsen.


      großgewachsen

      Casey schätzte ihn auf Eins Neunzig.


      da bin ich mir leider echt nicht sicher, aber ich würde es eins neunzig oder einsneunzig schreiben. Aber ehrlich gesagt, weiß ich dazu keine Regel.

      Ein kleiner Steg verlief unter der Kai Mauer.


      Kaimauer

      Sie senkte den Blick [...] um nicht auf dem unebenen Untergrund auszugleiten.


      Da würde ich ein Komma setzen.

      „Wir haben Sie so liegen lassen, wie wir sie gefunden haben, Agent Morgan.“


      Klein, außer wenn die Leiche direkt angesprochen werden würde ^^

      Das war das erste [...] was man an einem Tatort veranlasste.


      Da würde ich auch wieder ein Komma setzen

      Manchmal vergaß sie bei ihrer ganzen Rutine,


      Routine

      Sie hatte mit ihren Achtundzwanzig Jahren schon zu viel gesehen [...] um nicht abzustumpfen.


      achtundzwanzig und dort ein Komma

      Interessant, Casey war also kurz zuvor noch Polizistin :hmm:
      Casey kommt sehr professionell rüber :thumbsup: Liest du viele Krimis? Das hat nämlich sehr was von einem Krimi.
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Freue mich auf die, hoffentlicht noch zahlreichen, Fortsetzungen. Deine Art, die Gefühle von Casey zu beschreiben, besonders im Prolog, regt das Kopfkino ungemein an. Zusätzlich fühlt man sich sehr schnell an den Charakter gebunden, bedingt durch die starke emotionale Nähe die du aufbaust.
      Hoffe es geht bald weiter :-)
      Unbroken - Everthing that is, is alife
    • Danke dir Orban für dein Lob! :thumbsup:
      Erlich gesagt, ich habe lange mit mir gehadert ob diese Geschichte (Krimi/Thriller) hier anklang findet.
      Umso begeisterter bin ich jetzt und motiviert. :thumbsup:
      Für die Ich Perspektive aus Caseys Sicht ist diese Handlung, das wirst du noch sehen, zu Aufwühlend selbst für mich als Autor.
      Ich habe vor, ab und an Einblendungen in Caseys Gefühlswelt in der Ich Perspektive zu schreiben, dass wird für den Leser schon kein Pappenstiel. :cursing:
      Wenn du weiter liest wirst du es merken.
      Dennoch gillt hier, diese Geschichte ist nichts für schwache Nerven. ;)
      Neugirig geworden? Die Geschichte Gefangen im High Fantasy. Wer schon eine fertige Geschichte lesen will empfehle ich :Return to the Roots - Zurück zu den Wurzeln im High Fantasy Bereich. Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass beim schmöckern :D

    • „Wir haben Grund zu der Annahme, dass dort eine spezielle Art von Menschenhandel betrieben wird.“
      „Was meinen Sie damit, Sir?“
      Casey drehte sich zu ihrem Kollegen um, der in der Reihe hinter ihr saß. Sie kannte nur seinen Namen. Agent Simon Smith! Er hatte vor einigen Wochen in ihrer Abteilung angefangen. Groß, hager etwas schlaksig für seine Größe, mit einem sympathischen Lächeln, für ihren Geschmack etwas zu aufdringlich, was ihre Person betraf.
      Sie drehten den Kopf wieder nach vorne.
      Distrikt Officer Green, Sheriff aus Newport, ein Mann Mitte vierzig, informierte sie über den aktuellen Stand der Ermittlungen im „St. Maries Fall“. In den zurückliegenden sechs Monaten war es häufiger zu Vermisstenfällen rund um Newtown, Baltimore und Trenton gekommen. Bisher war es den Behörden entgangen, dass es bei diesen Fällen Zusammenhänge gab.
      Oft genug, dass wusste Casey, winkte man ab, wenn man Obdachlose oder Alkoholiker als vermisst meldete. Erst nach eindeutigen Indizien oder der Vierundzwanzig-Stunden-Frist, nahm man sie überhaupt in die Suchdatei mit auf. Doch jetzt waren zwei der Vermissten tot aufgefunden worden. Spaziergänger hatten die Leichen nahe der Stadt Trenton in einem Waldstück entdeckt. Und alles deutete darauf hin, dass auch die männliche Leiche vom Liegeplatz, einer der Männer aus Newtown war. Casey wartete nur noch auf den Obduktionsbericht des Gerichtmediziners, der diese Vermutung untermauern würde.

      Ihre Gedanken kehrten wieder in den Konferenzraum zurück. Sie blätterte durch die Akte die Miller ihr reichte. “St Maries“ stand in schwarzen Buchstaben auf dem Einband. Das Obdachlosenheim in Baltimore war einer der Parallelen wie sich bei den Ermittlungen herausstellte und das gab dem Fall seinen Namen. In diesem Obdachlosenheim verlor sich jede Spur. Die Polizei in Newport kam mit ihren Ermittlungen nicht mehr weiter, so hatten sie sich an die Behörde in Philadelphia gewandt.

      Casey studierte das Verhalten des Sheriffs. Sie erkannte deutlich seine Nervosität. Er schwitzte, Schweißperlen standen ihm auf der gerunzelten Stirn. Er rang nervös die Hände bei seinen Ausführungen. Dieser Mann war am Ende von seinem Latein.
      „Wie Sie in den Unterlagen sehen können, weisen alle Leichen massive Verletzungen auf. Aus dem Obduktionsbericht geht hervor, dass sie den Männern innerhalb der letzten Achtundvierzig Stunden zugefügt worden sind.
      Die Operationsnarben hingegen, sind älteren Datums. Bei diesen OPs wurden ihnen Organe entnommen. Wir vermuten, dass diese Männer aus dem Obdachlosenheim entführt und für medizinische Zwecke missbraucht wurden.“
      Es herrschte betretenes Schweigen in dem Konferenzraum. Casey hatte schon so einiges erlebt, doch das hier war etwas anderes.
      Sie hob die Hand, Green deutete auf sie. „Ja?“ „Agent Casey Morgan, Sir.“ Stellte sie sich dem Distrikt Officer vor.
      „Ist es möglich, dass Sie freiwillig zu den Spenden und medizinischen Versuchen bereit waren?“ Sie wusste, dass es solche Fälle gab. Bestimmte Banden hatten sich direkt auf solche Dinge spezialisiert.
      Sie suchten Probanden, dabei fungierten sie als Mittelsmänner und bezogen Unsummen an Provisionen von den Pharmaindustrien. Diese wiederrum zogen ihren Vorteil daraus, indem sie langjährige Studien der neuen Medikamente umgingen.
      Dadurch sparten die Firmen Milliarden an Dollars ein. Nichts desto trotz handelte es sich hier um einen Strafbestand, sowohl für die Probanden wie auch für die Pharmaindustrie und die Mittelsmänner.
      Die Erprobung neuer Medikamente noch dazu an Menschen, unterlag strengsten Kontrollen durch eingesetzte Behörden. Erschwerend kam noch hinzu, dass die Presse irgendwie Wind von dem Fall bekommen hatte. Bisher stellten die Zeitung lediglich Thesen an, was die Sache betraf. Es war lediglich eine Frage der Zeit, bis sie konkretere Fragen stellte.
      Der Gesichtsausdruck des Distrikt Officers sprach Bände.
      „Genau das ist der springende Punkt! An dieser Stelle kommen wir nicht weiter. Wir wissen weder, was in dem Obdachlosenheim passiert, noch was danach mit den Männern geschieht. Wir sind allen Spuren und Möglichkeiten nachgegangen. Ohne Erfolg.“ Der Mann zuckte resigniert mit den Schultern.
      „Von wie vielen Vermisstenfällen reden wir hier, Sir?“ Fragte Agent Stuttman, ein weiterer Kollege von Casey.
      „Es ist schwierig zu sagen... Das Obdachlosenheim führt nur selten Namenslisten. Viele der Obdachlosen kommen und gehen, wie es ihnen gefällt. Die Fälle, die wir nachprüfen konnten belaufen sich auf vierundzwanzig.“ Ein Raunen ging durch den Raum.
      Green hob beschwichtigend die Hände. „Dabei sind auch diejenigen, die wir nicht ausfindig machen konnten. Es heißt nicht, dass so viele in den Fall involviert sind!“
      „Genauso wenig können Sie das ausschließen, Green!“
      Gab Agent James zu bedenken. Ein Kollege von ihr mit afroamerikanischen Wurzeln. Mit ihm hatte sie schon öfters gearbeitet. Casey sah an seinen blitzenden dunklen Augen, dass er Blut geleckt hatte. Der Fall interessierte ihn.

      Sie spürte die Spannung im Raum, die mit jeder Minute zunahm. Du musst ruhig atmen. Ein und aus... Die Stimmen im Konferenzraum wurden immer lauter. Sie mochte diese Atmosphäre nicht, zu viele Leute auf engstem Raum…
      Laute Stimmen… Sie vermied nach Möglichkeit solche Menschenansammlungen…
      „Sorry! Entschuldigung, darf ich mal durch?“ Casey atmete erst erleichtert auf, als sie den Flur vor dem Konferenzraum erreicht hatte.
      Neugirig geworden? Die Geschichte Gefangen im High Fantasy. Wer schon eine fertige Geschichte lesen will empfehle ich :Return to the Roots - Zurück zu den Wurzeln im High Fantasy Bereich. Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass beim schmöckern :D

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    • Sorry für die späte Rückmeldung, ich hatte gestern leider keine Zeit.

      In den zurückliegenden Sechs Monaten war es häufiger zu Vermissten Fällen rund um Newtown


      sechs und Vermisstenfällen

      Erst nach eindeutigen Indizien oder der Vierundzwanzig Stunden Frist,


      Vierundzwanzig-Stunden-Frist

      Sie suchten Probanden, dabei fungierten sie als Mittelsmänner und bezogen Unsummen an Provisionen von den Pharmaindustrien. Diese wiederrum zogen ihren Vorteil daraus, indem sie langjährige Studien der neuen Medikamente umgingen.


      Ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion über die Pharmaindustrie anfangen, aber im Normalfall brauchen die keine Banden, um Leute für Studien zu bekommen. Je nach Aufwand wird sowas exzellent bezahlt. Langjährige Studien umgeht man auf diese Weise auch nicht, das gehört ja zur Studie.
      Und im Normalfall werden Menschen dann nicht die Organe entnommen, das macht man bei Tieren.
      Gerade in Amerika kann man sich nicht durch Studien durchmogeln, denen sitzt genau so wie uns die FDA im Nacken.
      Na ja, das ist ja alles Fiktion, wahrscheinlich seh ich das mal wieder zu eng ^^

      Viele der Obdachlosen kommen und gehen [...] wie es ihnen gefällt.


      Da würde ich ein Komma setzen.

      Die Fälle, die wir nachprüfen konnten belaufen sich auf Vierundzwanzig.


      vierundzwanzig. Du schreibst die meisten Zahlen groß, aber im häufigsten Fall werden Zahlen kleingeschrieben.

      Für mich hört sich das entweder nach der Tat eines Perversen oder nach Organhandel an - oder eben nach beidem. Mal schauen, wie Casey darin verwickelt wird.
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Sabrina schrieb:

      Casey viel erst jetzt der nervöse Blick auf,

      fiel

      Ein sehr guter und spannender Teil ^^
      Die Leichte wirft jetzt schon einige Fragen auf und mir gefällt Caseys Art immer mehr.
      Sie scheint in ihrem Job sehr gut zu sein und das Umfeld verrät es einem.

      Dann lese ich mal weiter :thumbsup: :thumbsup:
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Sabrina schrieb:

      Ein schwarzer Kollege,

      das würde ich etwas umfomulieren. Nicht, dass sich persönlich die Formulierung schlimm finde, aber für "schwarz" gibt es detailiertere Beschreibungen, als sich auf die Hautfarbe zu konzentrieren. Meine Cousins beschreibe ich immer als; Deutsche, mit afroamerikanischen Wurzeln. Das klingt freundlicher, als "schwarz" oder "weiß" ;)

      Hat Casey etwa Platzangst 8o
      Solche keinen Charaktermacken finde ich immer toll. Sie verleihen auch den heldenhaftesten Personen immer eine gewisse Menschlickeit ^^
      Ich habe weiter nichts zu bemängeln und finde es sehr spannend.
      Auch der realistische Hintergrund ist eine gute Wahl, gerade weil jeder noch diese Organspender-Sache im Kopf hat
      :super:
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Ich bin Sechs oder Sieben… Dad steht neben mir. Ich muss meinen Kopf ganz weit in den Nacken legen um ihm ins Gesicht zu schauen.
      Wir müssen warten, dicht gedrängt in der Menschenschlange. Ich mag es nicht, wenn mich jemand berührt… Es fühlt sich so…eklig an. Immer wenn das passiert, muss ich an ihn denken. Und diese Männer, vor und hinter uns, riechen genauso wie er…
      Ich schüttle den Kopf. Nein! Dad darf es mir nicht anmerken! Er mag es nicht, wenn ich daran denke. Das hat er mir gesagt, als ich gestern schreiend aufgewacht bin, er war böse… auf mich.
      Jetzt warten wir, dass sich die Türen vor uns öffnen. Immer um fünf Uhr, pünktlich müssen wir hier sein, uns in die Reihe stellen und warten, sonst haben wir kein Bett für die Nacht…
      Ich mag es nicht woanders zu schlafen. Dort ist es kalt, nass und dreckig. Besser ist es hier, wenn auch die Betten komisch riechen...
      Es ist auf jeden Fall besser, als im Freien.
      Ich muss an mein Zimmer denken. Zuhause, bei Grandpa und Grandma. Bei der Erinnerung an meine rosafarbenen Gardinen am Fenster und dem weißen Metallbett geht es mir gleich besser. Dad hat gesagt, nicht mehr lange und er bringt mich wieder zurück, dann wird alles wieder gut!
      Als er das gesagt hat, haben seine Augen so komisch geglänzt…
      Die Türen werden geöffnet und ein Ruck geht durch die Menschenschlange. Jeder versucht so schnell wie möglich nach vorne zu kommen. Die Schlafplätze sind begrenzt, sagt Dad…


      Sie atmete mehrmals tief ein und aus. Den Kopf an die Trennwand, in der Damentoilette gepresst versuchte Casey sich wieder zu beruhigen. Die Erinnerungen ihrer Kindheit verblassten nach und nach. Doch die widerliche Mischung von beißendem Alkoholgestank, Erbrochenem, und ungewaschener Körper, konnte Casey immer noch riechen. Galle stieg in ihr auf und sie musste krampfhaft schlucken. Wie naiv sie damals gewesen war! Sie hatte fest daran geglaubt, dass alles gut werden würde… Nichts war gut geworden!

      Sie rief sich zu Ordnung. Jahrelanger Übung und eiserner Disziplin war es verdanken, dass man ihr nicht das Geringste ansah, als sie kurz darauf die Damentoilette verließ.
      Auf dem Flur begegneten ihr die Kollegen, die nach der Besprechung wieder an ihre Arbeit gingen. Einige nickten ihr zu, andere bemerkten sie nicht einmal. Der Fall „St. Maries“ erhitzte die Gemüter, selbst nach dem Ende der Besprechung wurde weiter diskutiert.
      Der Konferenzraum, mit einer durchsichtigen Glasfront vom Flur abgetrennt, hatte sich geleert. Nur noch Distrikt Offizier Green war in eine Unterhaltung mit ihrem Leitender Vorgesetzten Chief Agent Samuel Jakobs vertieft.
      Er war ein Mann Ende Vierzig. Die ersten Ansätze von Grau waren zu sehen. In der Stirn vertieften sich die Geheimratsecken. Seine ganze Haltung, die breiten Schultern, seine ganze Präsenz und Ausstrahlung zeugte von seiner hochrangigen militärischen Laufbahn. Er war der geborene Stratege das hatte Casey in den zurückliegenden drei Jahren in dieser Abteilung, des Öfteren erlebt.
      Sie zögerte einen Moment, dann gab sie sich einen Ruck. Casey war noch nie ein Mensch gewesen, der lange zögerte, das lag einfach nicht in ihrer Natur.
      Sie hatte ihre Entscheidung getroffen. Jetzt war es Zeit sie umzusetzen.
      Drei Schritte von den Männern entfernt, blieb sie stehen und wartete, dass einer der Männer auf sie aufmerksam wurde. Es dauerte keine Minute.
      „Agent Morgen?“ Der fragende Gesichtsausdruck von Chief Agent Jakobs machte ihr bewusst, dass er auf eine Erklärung ihrerseits wartete. „Es tut mir leid, Sir, Sie zu stören, doch dieses Obdachlosenheim….“ „Ja?“ Sie sah das Interesse in den Augen der beiden Männer aufblitzen.
      „Ich kenne es! Ich war schon einmal dort, Sir!“ „Kommen Sie, Agent Morgan. In meinem Büro sind wir ungestörter.“
      Während Casey den beiden Männern zum Büro des Chiefs folgte, durch die Flure, an den Reihen von Schreibtischen vorbei, war sie sich sehr wohl der Blicke bewusst, die ihr hinterher sahen.
      Neugirig geworden? Die Geschichte Gefangen im High Fantasy. Wer schon eine fertige Geschichte lesen will empfehle ich :Return to the Roots - Zurück zu den Wurzeln im High Fantasy Bereich. Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass beim schmöckern :D

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    • seine ganze Präsenz und Ausstrahlung zeugte von seiner hochrangigen Militär Laufbahn.


      Militärlaufbahn oder militärischen Laufbahn.

      Er war der geborene Stratege, dass hatte Casey in den zurückliegenden drei Jahren in dieser Abteilung, des Öfteren erlebt.


      "das" und das Komma weg.

      Casey war noch nie ein Mensch gewesen, der lange zögerte, dass lag einfach nicht in ihrer Natur.


      das

      Jo, Casys Vergangenheit scheint bewegt gewesen zu sein, genau wie ihre baldige Zukunft. Es bleibt spannend.
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Ich danke euch beiden für eure Rückmeldung und die Berichtigung. :fan:
      Toll das ihr bei der Stange bleibt und mir Rückhalt gebt.
      Dein Einwand Myrtana ist sicher richtig doch wir leben ja alle in einer fiktiven Welt wo alles möglich ist. :thumbsup:
      Wenigstens auf den Seiten eines Buchs! :blind:
      Sonst könnte man ja auch ein Sachbuch über dieses Thema schreiben.
      Las dich einfach auf die Story ein, okay?! Danke und sei nicht so streng mit mir. Ich war noch nie in Phili! :D
      Danke noch mal für eure Mühe! ^^
      Neugirig geworden? Die Geschichte Gefangen im High Fantasy. Wer schon eine fertige Geschichte lesen will empfehle ich :Return to the Roots - Zurück zu den Wurzeln im High Fantasy Bereich. Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass beim schmöckern :D
    • Das Büro des Chiefs lag am Ende des Flurs, mit einer Glaswand von den restlichen Arbeitsplätzen getrennt. Um etwas Privatsphäre vor den anderen Mitarbeitern zu genießen, hatte Chief Jocobs einen Lammelenvorhang vor dem Glas eigens anbringen lassen. Er zog ihn zu, als er das Büro betrat.
      Distrikt Officer Green umrundete den Schreibtisch, stellte sich ans Fenster. Seine Haltung war abwartend, skeptisch, ihrer Person gegenüber. Jacobs nahm hinter seinem Schreibtisch Platz. Das schwarze Leder knirschte leise, als er sich in den Sessel setzte.
      Das kleine Büro lag zur Südseite des Gebäudes und man konnte die Skyline von Philadelphia erkennen. Mit den beiden Liberty Towern und dem Comcast Center, dessen Spiegelfront die einfallenden Sonnenstrahlen der tief stehenden Sonne reflektierten.

      „Nun Agent Morgan, wir sind gespannt.“ Auf dem Weg in dieses Büro war sie die Worte wieder und wieder durchgegangen, die sie den beiden Männern sagen wollte. Doch jetzt, in dieser Situation, kamen ihr Zweifel. Sie redete im allgemein nicht über ihre Vergangenheit. In diesem Punkt hatte sie klare Prinzipien und jetzt war sie dabei diese Regeln zu brechen.
      „Entschuldigen sie bitte, Chief. Das ist schon sehr lange her…“ Jacob´s Augen ließen Casey nicht aus dem Blick. Er war ein guter Menschenkenner, das musste er in ihrem Beruf auch sein und er verstand auch ohne Worte.
      „Lassen Sie sich Zeit, Casey.“ Er deutete auf einen der Klappstühle, die an der Wand lehnten. Um Zeit zu gewinnen setzte Casey sich.

      „Sie haben gesagt, dass Sie das Obdachlosenheim kennen?! In wie weit kann ich mir das vorstellen?“ Green hatte noch immer die Arme vor dem Körper verschränkt, ein Zeichen von Ablehnung, analysierte Casey seine Körpersprache. „Ich war schon einmal da…“ Etwas schnürte ihr die Kehle zu und machte ihre Stimme rau. Sie räusperte sich. „Nur einmal?“ „Nein, mehrere Male.“ Casey kämpfte gegen die aufsteigenden Erinnerungen, gab ihnen nicht nach. Green ließ nicht locker.
      „Aus welchem Grund?“ Etwas bei dem Wortwechsel hielt Casey davon ab, diesem Mann etwas so Privates von sich zu erzählen.
      „Spielt das eine Rolle, Sir?“
      „Ob das eine Rolle spielt? Bei diesem verdammten Fall spielt alles eine Rolle!“


      Bisher hatte sich ihr Chief zurück gehalten, jetzt lehnte er sich in seinem Sessel nach vorne und zog damit Caseys Aufmerksamkeit auf sich.
      „Agent Casey, ich muss Samuel zustimmen. Dieser Fall macht es uns allen nicht leicht. Wenn Sie dieses Obdachlosenheim kennen, müssen wir wissen woher und was Sie damit zu tun haben. Wenn Sie nicht dazu bereit sind uns einzuweihen, tut es mir Leid...
      Ich verzichte ungern auf ihre Hilfe in diesem Fall.“
      Casey war sich der Blicke der beiden Männer bewusst und rang mit sich, dann traf sie ihre Entscheidung.

      „Ich war mit meinem Vater dort, als Kind... Er war Alkoholiker... Das Geld reichte selten für die Miete…“ In dem Büro war es einige Minuten still, ehe der Chief sich räusperte.
      „Wie alt waren Sie damals, Casey?“ Sie schaute nicht hoch. Die Gefahr Mitleid in den Augen der Männer zu sehen, war zu groß.
      Mitleid oder Mitgefühl wollte sie nicht! Das war mit einer der Gründe warum sie diesen Teil ihrer Kindheit verschwieg. Es war viele Jahre her und Casey hatte es verdrängt.

      „Sechs oder Sieben, Sir! Genau weiß ich das nicht mehr, Chief!“
      „Aber Sie können sich noch gut an das Obdachlosenheim erinnern?“
      Greens Stimme hörte man immer noch die Zweifel an, die er dabei hatte aber er wirkte zugänglicher, als am Anfang ihres Gesprächs.
      Dieses Mal gab Jakob´s die Antwort für Casey. „Simon! Agent Morgan hat ihre besonderen Fähigkeiten schon des Öfteren unter Beweis gestellt. Sie besitzt ein fotografisches Gedächtnis!“
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    • Er war ein guter Menschenkenner, dass musste er in ihrem Beruf auch sein


      das, weil es sich auf den Menschenkenner bezieht.

      Sie besitzt ein Fotografisches Gedächtnis!


      fotografisches

      Hm, der Ermittler mit dem fotografischen Gedächtnis ist ein kleines Klischee. Achte darauf, dass du diesen Aspekt ein bisschen untypisch umsetzt, schließlich sind ja nicht alle Klischees böse ;)
      An deiner Rechtschreibung gibt es nichts auszusetzen, die Fehler werden immer weniger :thumbup:
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Eine Stunde später verließ sie nachdenklich das Büro. Das ungute Gefühl bei dem Fall hatte sich bei ihr verstärkt. Hingegen die Skepsis von Distrikt Officer Green ihrer Person gegenüber hatte Casey zerstreuen können. Mit dem offenlegen eines Teils ihrer Vergangenheit war es ihr gelungenden sein Vertrauen zu gewinnen. Jetzt gehörte sie zu dem Ermittlerteam im Fall „St. Maries“.
      Doch das Hochgefühl, was sich sonst immer einstellte, wenn sie eines ihrer angestrebten Ziele erreicht hatte, blieb dieses Mal aus. Gerade im Gegenteil! Casey fühlte sich überfahren von den neuen Informationen, die Jacobs und Green ihr mitgeteilt hatten. Bei der Besprechung war nur ein kleiner Teil zur Sprache gekommen, was die Ermittlungsergebnisse betraf.
      Die Bilder der beiden aufgefundenen männlichen Leichen standen ihr noch immer vor Augen. Man hatte ihre Operationsnarben und Verletzungen fotografiert. Die Blutergrüße und Hautverfärbungen... Die Obduktionsberichte in beiden Fällen, so ausführlich sie auch waren, wiesen Lücken auf.
      Man hatte die beiden Männer mehrfach untersucht, medizinischen Tests unterzogen, ehe man sie operierte. Bei dieser Organentnahme war es bei dem ersten Opfer zu Hirnblutungen gekommen, was zum anschließenden Herzversagen führte.
      Man hatte ihm in mehreren OP`s Milz, Leber, die linke Niere und einen Teil des Darms entfernt.
      Bei dem zweiten Opfer war es zu inneren Blutungen im Bauchraum gekommen, die zum Herzstillstand führten. Ihm fehlte die rechte Niere. Nach Einschätzung des Gerichtsmediziners war die Niere kurz vor Eintritt des Todes entfernt worden.
      In seinem Autopsiebericht vertrat er die abschließende Meinung, dass diese Eingriffe Fachchirurgisch durchgeführt worden waren. Das waren Profis am Werk, keineswegs Amateure! Warum es zu Blutungen kam, konnte sich der Mediziner allerdings nicht erklären.

      Casey achtete nicht auf ihre männlichen Kollegen, die ihr hinterher sahen. Zu sehr war sie mit sich selbst beschäftigt. Als verdeckte Ermittlerin würde sie Licht ins Dunkel bringen. Durch ihre überdurchschnittlichen Fähigkeiten sich Gesichter und Einzelheiten einzuprägen, war die anschließende Identifizierung der Beteiligten ein leichtes. Nur der Ermittlerstab in diesem Fall würde über ihren verdeckten Einsatz Bescheid wissen. Green, Jacobs und Sie…
      Je weniger, umso geringer war das Risiko, dass etwas durchsickerte. Casey hatte in den letzten drei Jahren in dieser Abteilung schon einige verdeckte Ermittlungen gemeistert, doch dieser hier war etwas besonderes…
      Sie konnte nicht genau sagen woran es lag aber sie hatte kein gutes Gefühl bei der Sache.

      Auf steifen Beinen erreichte sie ihren Schreibtisch. So einen Fall nannte man einen K.R.I.K.L. Kriminell Interoperation Kartelle. Eine Vereinigung, die sich auf Organhandel international spezialisiert hatte.
      Was in dreckigen Hinterhöfen begonnen hatte, war zu einem lukrativen Zweig des organisierten Verbrechens geworden. Der Schwarzmarkt mit Organen florierte, und die Nachfrage riss nicht ab, gerade das Gegenteil. Wenn man das nötige Kleingeld hatte und die richtigen Leute kannte, war alles möglich!
      Casey atmete tief ein und aus um sich zu beruhigen. Ihr Arbeitsplatz war auf zwei Seiten mit einer Stellwand von den anderen Arbeitsplätzen in dem Großraumbüro abgeschirmt.
      Daran hatte sie ihre Urkunden und Auszeichnungen gepinnt. Nur ein Foto ihrer Familie hing dort. Sie nahm es ab.
      Es zeigte sie als Sechsjährige, mit roten kurzgeschnittenen Haaren, in blauer Latzhose zwischen ihren Großeltern. Sie standen vor dem alten Ford ihres Grandpas. Er strahlte auf dem Foto, genau wie Grandma in ihrer bunten Schürze neben ihr. Nur das blase Mädchen, mit den ernst blickenden Augen wollte nicht so Recht zu ihnen passen.
      Dieses Bild hatte man kurz nach ihrer „Rückkehr“ zu ihren Großeltern, für die Tageszeitungen fotografiert. Sie pinnte es wieder fest.
      Was hätte Grandpa wohl zu ihrem Vorhaben gesagt? Bei dem Gedanken musste sie Lächeln, gleichzeitig fühlte sie den schmerzhaften Stich, denn Casey immer fühlte, wenn sie an ihren Grandpa dachte. Er war vor vielen Jahren an Krebs gestorben.
      Aber er war nicht der Erste, denn sie aus ihrer Familie verloren hatte…
      Neugirig geworden? Die Geschichte Gefangen im High Fantasy. Wer schon eine fertige Geschichte lesen will empfehle ich :Return to the Roots - Zurück zu den Wurzeln im High Fantasy Bereich. Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass beim schmöckern :D

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