Eine Welt ohne Namen - Im Bann von 2 Welten

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    • Vielen Dank für eure Kommentare.
      @Kisa: Vielen Dank für den Tipp, ich werde versuchen, Karim und Jinna etwas aktiver einzubringen. Ich glaube, daran liegt es tatsächlich. Aber im Moment sind sie einfach nicht die wichtigsten Akteure der Geschichte, deshalb wird es in den nächsten Teilen erst mal nicht dazu kommen.

      Jetzt habe ich endlich den nächsten Teil fertig. Ich war ein bisschen von dem allgemeinen Krea-tief betroffen, dass momentan im Forum umzugehen scheint und außerdem habe ich verzweifelt ein Dokument gesucht, in dem ich die Geschichte meiner Welt aufgeschrieben habe. Ich möchte mich nämlich nicht in Widersprüche verwickeln und für den nächsten Teil habe ich es gebraucht.


      Draußen war es kalt und windig. Maja ging den Hang hinab zum Bach. Dort saß Feodor auf einer selbstgeschaffenen Eisscholle über dem gurgelnden Wasser und ließ Schnee auf sich herabrieseln. Er sah wütend aus, aber nicht halb so aufgebracht wie Maja sich fühlte. Als sie sich neben ihn auf einen Stein setzte, sah er sie verwundert an.
      „Was ist passiert?“
      „Nichts.“
      „Na dann.“ Er zuckte mit den Schultern und wandte sich wieder seinem Schnee zu. Eine Weile schwiegen sie.
      „Willst du es mir wirklich nicht erzählen?“, fragte er schließlich. „Du siehst aus, als wolltest du mit jemandem reden.“
      „Jimo Kandrajimo ist hier.“
      Feodor schien nicht zu verstehen, was sie meinte. Aber wie sollte sie auch ihre Gefühle ausdrücken? Wie sollte sie ihre Mischung aus Wut auf die Kamiraen, Hoffnung auf die Erlaubnis zurückzukehren und Angst vor einer Enttäuschung ausdrücken?
      „Glaubst du, er ist wegen dir hier?“, fragte Feodor.
      Maja nickte: „Weshalb sonst?“
      „Er ist ständig hier. Mindestens alle zwei Wochen, manchmal auch öfter. Ab und zu kommt auch Tamor vorbei. Meister Wolf und Jimo Kandrajimo kennen sich seit sie beide sechs waren. Sie sind ziemlich eng befreundet.“
      Bei diesen Worten verschluckte Maja sich an ihrer eigenen Spucke und begann zu husten. Feodor klopfte ihr auf den Rücken.
      „Seit sie beide sechs waren? Du willst mir doch nicht etwa erzählen, dass die zwei gleich alt sind?“, würgte sie hervor.
      Das konnte doch nicht sein. Meister Wolf sah mindestens 30 Jahre älter aus als Kandrajimo.
      „Sie sind beide 126“, sagte Feodor.
      Maja lachte, was allerdings bloß wieder in einem Hustenanfall endete.
      „Du willst mich nur verarschen.“ Sie glaubte ihm kein Wort.
      „Das will ich nicht, ehrlich.“
      „Aber wie können sie so alt geworden sein? Nein, du lügst. Meister Wolf, ja, vom Aussehen könnte er so alt sein. Und ich habe schon immer geglaubt, dass Zauberer, wenn es sie gibt, sehr alt werden können. Aber Jimo Kandrajimo sieht so alt aus wie mein Vater. Wie soll das gehen?“
      „Er ist ein Kamiraen. Sie altern anders als andere Menschen. Langsamer.“
      In dem Moment wurde Maja zum ersten Mal richtig bewusst, dass es mehr als eine Pflicht war, eine Kamiraen zu sein. Feodor hatte Maja nicht in seine Aussage über diese hineingezogen. Er hatte nicht gesagt: Ihr altert langsamer. Aber genau das hätte er tun können. Denn so war es. Würde es ihr gehen, wie Kandrajimo? Würden ihre Freunde alt und klapprig sein, wenn sie in der Blüte ihres Lebens stand? Würden alle Menschen, die ihr etwas bedeuteten sterben, lange bevor sie selbst das Ende ihres Daseins erreichte?
      „Weißt du, wie alt der Älteste von ihnen ist?“, fragte sie.
      „Kandrajimo ist der Älteste.“
      „Und vorher? In früheren Generationen?“ Maja wurde unruhig.
      „Die ersten Kamiraen lebten am längsten. Es heißt, die letzte Kamiraen der ersten Generation starb, als sie fast tausend Jahre alt war.“
      „Tausend?“ Das übertraf ihre schlimmsten Befürchtungen.
      „Ja, aber das ist lange her. Schon die zweite Generation wurde gerade mal halb so alt wie die erste und ich glaube nicht, dass sie heute älter als zweihundert bis dreihundert Jahre werden können. Wenn sie nicht vorher getötet werden. Die Kamiraen werden von Generation zu Generation schwächer, jedenfalls wenn man glaubt was von den früheren Generationen geschrieben steht.“
      Maja blickte zu Boden, die Augenbrauen düster zusammengelegt.
      „Maja, ich weiß, du willst zurück in deine Welt. Als meine Eltern mich damals zu Meister Wolf gebracht haben, damit ich das Zaubern erlerne, wollte ich auch zuerst nicht bleiben. Meister Wolf musste mich in seiner Hütte einsperren, damit ich nicht weglaufe.“
      „Ich kann nicht weglaufen, weil ich jetzt einen Haufen Feinde habe, denen ich nie etwas getan habe – denen ich noch nicht einmal begegnet bin!“, rief Maja aufgebracht. „Allen voran Fürst Dreizehn, der Psychopath, vor dem alle Angst haben, gegen den aber keiner was unternimmt. Wenn die Kamiraen solche Helden sind, warum sorgen sie nicht dafür, dass er niemandem etwas antut? Warum halten sie ihn nicht auf?“
      „Ich lese viel in alten Büchern über die Kamiraen. Sie haben es versucht.“ Feodor stand auf und begann am Rand des Baches auf und ab zu gehen. „Es war die neunte Generation“, sagte er laut. „Sie stellten ihn auf Kalienepi, einer Insel auf der anderen Seite des Gebirges. Auf der Hochebene von Renora brach ein Kampf aus, wie die Welt ihn nie gesehen hatte.“ Feodor blickte Maja an und sie glaubte, etwas in seinen Augen zu erkennen, was sie nicht genau beschreiben konnte. Es war eine Mischung aus Wehmut, Schmerz und Kampfgeist und Maja hätte schwören können, dass sein Blick Steine hätte schmelzen können. „Er hat sie alle getötet“, sagte Feodor und blieb stehen.
      „Er hat alle zwölf getötet?“, keuchte Maja ungläubig.
      „Ja. Die Kamiraen sind stark, aber sie sind nicht unbesiegbar. Es gibt einige Menschen, die es problemlos mit einem oder zwei von ihnen aufnehmen. Fürst Dreizehn hat schon viele Kamiraen getötet, nicht nur die neunte Generation, auch davor und danach welche.“
      „Dann muss er sehr alt sein, oder?“, fragte Maja.
      „Das ist er. Er ist in den Aufzeichnungen mehrerer Kamiraen vorhanden. Wahrscheinlich hat er schwarze Magie angewendet, um sein Leben zu verlängern.“
      „Und Tabea?“
      „Welche Tabea?“
      Maja ließ enttäuscht die Schultern hängen. Offenbar kannte Feodor Tabea nicht. Sie war sich sicher, dass Tabea auch älter sein musste, als ein normaler Mensch. Sie hatte so eine Aura und wenn Maja sie ansah, konnte sie nicht sagen, wie alt sie war. Und Tabea hatte schon bevor sie Maja in diese Welt gebracht hatte andere Kamiraen zu ihrer Aufgabe geführt. Aber auch wenn Feodor Tabea nicht kannte, er wusste wirklich eine ganze Menge. Maja fragte sich, woher nur.
      „Jimo Kandrajimo bringt manchmal Bücher aus der Bibliothek der Kamiraen mit, damit Meister Wolf sie lesen kann“, sagte er, als hätte er ihre Gedanken gelesen. „Es sind übrigens auch Bücher über deine Welt dabei. Meister Wolf ist fasziniert von ihr und ich auch.“
      „Dann musst du doch verstehen, warum ich dorthin zurück will.“
      „Nein. Du hast hier eine Aufgabe. Vielleicht sind die Kamiraen schwächer geworden, als sie einst waren, aber die Menschen setzen immer noch all ihre Hoffnungen in sie. Sie erwarten Dinge von ihnen, die sie niemals erfüllen könnten, aber das ist egal. Solange die Menschen nur daran glauben. Was glaubst du, würden sie sagen, wenn eine Kamiraen sich plötzlich weigert, eine zu sein? Wenn ein Mädchen sich plötzlich vor der Aufgabe drückt, die sie alle mit Freuden übernehmen würden? Sie würden es nicht verstehen, sie würden dich hassen. Außerdem: unsere Welten sind nicht ganz voneinander getrennt. Du kannst das, was du hier erlebt hast, nicht vergessen. Die Welt ohne Namen wird dich immer wieder einholen. Auch in deiner Heimatstadt wird es Menschen geben, die das Geheimnis kennen. Die von dir erfahren werden.“
      „Dann gehe ich ihnen aus dem Weg“, sagte Maja, aber sie wusste, wie unglaubwürdig es klang. Sie konnte Feodor nicht in die Augen sehen, stattdessen starrte sie auf einen kleinen Zweig hinter seinem Kopf.
      „Du bist eine Kamiraen, glaubst du, du könntest so weiterleben wie zuvor?“, schnaubte Feodor. Er wirkte ein wenig gekränkt. Maja fragte sich, warum er das Ganze so persönlich nahm. Was ging es ihn überhaupt an? Warum wollten alle sie immer überzeugen zu bleiben?
      „Ich bin dreizehn!“, fauchte sie ihn an. „Ganz egal was die Leute denken, ich kann ihnen nicht helfen.“
      „Hast du irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe? Johanna II war zwölf als sie den Thron bestiegen hat und die ersten Jahre ihrer Regentschaft waren die friedlichsten und glücklichsten, die die zwölf Königreiche je erlebt haben. Warum glaubst du, dass du nichts erreichen kannst, nur weil du jung bist?“
      „Das ist überhaupt nicht wahr!“, rief sie. „Aber ich will nun mal tun, was Dreizehnjährige tun. Ich will zur Schule gehen und schlechte Noten in Englisch bekommen. Ich will mich mit meinen Eltern und meinem Bruder streiten und abends mit ihnen Spiele spielen. Ich will meine Familie zurück. Ich konnte mich nicht einmal von ihr verabschieden und ich habe keine Ahnung, was man ihnen erzählt hat. Vielleicht suchen sie immer noch nach mir. Vielleicht denken sie, ich bin tot!“ Maja schossen Tränen aus den Augen. „Die Kamiraen haben mich niemals gefragt, ob ich eine von ihnen sein will und egal, wie heldenhaft es auch ist, ich will das nicht. Vielleicht hätte ein anderes Mädchen kein Problem damit, vielleicht wäre sie stolz darauf, eine Kamiraen zu sein, aber ich bin es nicht. Vielleicht wäre ich es, wenn man mich gefragt hätte, aber man hat mich nie gefragt. Ich will mein Leben führen wie ich es will und wenn es langweilig ist, ist mir das auch egal, aber von einem Haufen alter Leute lasse ich mir nicht vorschreiben, wie ich es verbringen soll!“
      „Ja, ja, schon klar“, sagte Feodor. „Du hast ja Recht, aber du kommst nicht mehr aus der Sache raus. Außerdem hast du die Fähigkeiten der Kamiraen und ihr langes Leben. Und ich weiß genug über deine Welt um sagen zu können, dass die Leute dort ziemlich verwundert sein werden, wenn du in achtzig Jahren immer noch wie vierzig aussiehst.“
      Er sagte das in einem so sachlichen Ton, dass Maja der Kragen platzte. Genau das war es, was sie so erschreckte. Es war genau das, was schlimmer war als alles andere. Man hatte ihr nicht nur eine Aufgabe gegeben, nein. Man hatte sie verzaubert. Und zwar so, dass es ihr fast unmöglich werden würde, in ihr altes Leben zurückzukehren. Selbst wenn sie die Kamiraen überzeugte sie zurückzulassen – diesen Fluch konnte sie nicht loswerden.
      Sie ließ Feodor unter seiner Schneewolke stehen und rannte in den Wald hinein.
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • Maja fragte sich, woher nur.“

      keine Anführungszeichen, da wird nicht gesprochen

      Maja bringt ihren Schmerz sehr gut zum Ausdruck. Ich hab nur das Gefühl, je mehr sie sich gegen etwas sperrt, was sie eh nicht ändern kann, desto schwerer wird es für sie werden. Ich bin gespannt, wann sie das endlich überwindet - so wie sie sich gibt anscheinend nie :D Die Kamirean haben ihr aber auch wirklich noch keinen einzigen Grund gegeben, sie zu mögen x)

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Auch in deiner Heimatstadt wird es Menschen gehen, die das Geheimnis kennen. Die von dir erfahren werden.“
      geben

      Feodor weiß wirklich viel, über die Welt ohne Namen und auch über die Welt, aus der Maja ursprünglich kommt.
      Und zum Einen kann ich Maja auch verstehen, dass sie zurück in ihre Welt will, mir würde es wohl auch nicht anders gehen, aber dass sie sich dermaßen gegen die Kamiraen wehrt, ist dann schon etwas traurig...
      Ich weiß einfach nicht, auf welche Seite ich mich da stellen soll. :hmm: Ich kann Maja sehr gut verstehen, aber manchmal kommt sie mir auch etwas verzogen und eigensinnig vor. :S Ist aber auch verzwickt die Situation in der sie steckt :wacko:


      LG, Kyelia

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
      Síchestja - Das Erbe einer Vergangenheit
    • Ein sehr schöner Teil, der noch etwas mehr Einblick in Majas Gefühlwelt bietet und man die komplette Welt deiner Geschichte etwas besser verstehen kann wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Ich bin mal gespannt wie es weiter geht und wie du Jinna und Karim besser einbauen willst in die noch kommenden neuen Teile :stick:
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?
    • Vielen Dank für die Kommentare. Maja kommt scheinbar so rüber, wie ich sie auch einschätze. Hoffentlich wird sie nicht irgendwann zu nervig.


      Folgenschwere Fehler


      Laufen – einfach nur laufen.

      Maja rannte und rannte. Eine Weile dachte sie daran, das Hjemas-Tor – das Weltentor – zu suchen und sich irgendwie hindurch zu schleichen. Sie wusste, dass sie eine riesige Höhle voller Menschen und – wenn sie sich richtig erinnerte – Tiere unentdeckt durchqueren musste, aber einen Versuch war es vielleicht wert. Nur leider hatte sie keine Ahnung, wo das Hjemas-Tor war, und erst recht keine, wo sie selbst sich gerade befand. Also lief sie einfach immer weiter, ohne nachzudenken. Tränen liefen ihr über die Wange. Es war alles so unfair.
      Sie hatte das vage Gefühl, nach Norden zu laufen, aber es konnte genauso gut Osten, Westen oder Süden sein. Durch die teilweise schon bunten, aber immer noch dichten Blätter konnte sie den Himmel nicht sehen und selbst wenn sie es gekonnt hätte – er war von düsteren Wolken verhangen, sodass sie die Sonne nicht hätte sehen können, um sich an ihr zu orientieren.
      Je weiter Maja lief, desto felsiger wurde der Wald. Es gab steile Hügel, die mit riesigen Felsbrocken übersät waren, und die Herausforderung, diese zu überwinden, lenkte Maja ein wenig von ihrem Kummer und Zorn ab. Eine kurze Zeit lang machte es ihr sogar Spaß, ihre Geschicklichkeit im Klettern zu erproben, und das eine oder andere Mal wählte sie einen schwereren Weg als nötig gewesen wäre. Doch dann überkamen sie wieder Wut und Traurigkeit.
      Irgendwann blieb sie stehen und ließ sich auf einem großen Stein, der aus einem Hang ragte, nieder. Sie saß ziemlich lange dort. Einerseits wollte sie über den Grund ihrer Verzweiflung nachdenken, weil sie glaubte, die Sache nur so verarbeiten zu können. Andererseits wollte sie das Ganze verdrängen, weil sie sowieso nicht zu einem akzeptablen Schluss kommen würde. So war sie hin und her gerissen zwischen den Möglichkeiten Verarbeiten und Verdrängen, machte nichts davon vollständig und wurde nur noch verzweifelter.
      Irgendwann konnte sie dann einfach nicht mehr denken. Sie hatte ihre letzte Träne vergossen und begann, die Natur zu beobachten. Der Wald an dieser Stelle war wirklich idyllisch. Er war ungewöhnlich grün. An vielen Stellen war der Dark Forest ein düsterer Ort, mit hohen Bäumen und dichten Büschen am Boden. Der Ort, den Feodor ihr gezeigt hatte, war eine Ausnahme gewesen, eine kleine Oase inmitten der Finsternis. Doch hier war der Wald hell und freundlich Der Boden war bewachsen mit weichem Moos, hellgrünem Farn, hohen und niedrigen Büschen und kleinen Bäumen. Dazwischen wuchsen sehr hohe, rosafarbene und weiße Blumen. Erst darüber erstreckten sich die Kronen der großen Bäume, doch ließen sie genug Licht für die kleinen Pflanzen hindurch. Von ihren Ästen hingen Pflanzen herab, die wie eine Mischung aus Efeu und Lianen aussahen und violette Blüten trugen. Maja musste sich eingestehen, noch nie einen so schönen Wald gesehen zu haben. Dazu zwitscherten die Vögel und eine Maus huschte über einen Felsen in eine kleine Spalte.
      Maja begann zu frieren und mit der Kälte kehrte auch ihre Vernunft zurück. Sie musste zurückkehren. Hier im Wald würde sie verhungern oder erfrieren. Sie stand auf und ging wieder los – ungefähr in die Richtung, aus der sie gekommen war. Das hoffte sie wenigstens. Aber offenbar irrte sie sich gewaltig, denn als es dunkel geworden war, kletterte sie immer noch über Felsen und irgendwann musste sie sich eingestehen, dass sie sich verlaufen hatte. Und sie konnte einfach nicht mehr weitergehen. Sie war hungrig und müde und zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen. Zum Glück bildeten die Felsen hier viele Höhlen – Maja krabbelte in die komfortabelste von ihnen, rollte sich in einer Ecke zusammen und fiel in einen unruhigen Schlaf.

      Als sie wieder aufwachte, war es noch nicht hell, aber sie fühlte sich so steif und durchgefroren, dass sie auf keinen Fall noch länger liegen bleiben konnte. Sie stand auf und ging weiter durch den stockdunklen Wald. Wenigstens hatte es aufgehört zu regnen. Dafür war es nun bitterkalt und morgendlicher Bodennebel waberte durch den Wald. Maja kämpfte sich vorwärts, die Hoffnung, Meister Wolfs Hütte wiederzufinden, hatte sie längst aufgegeben, aber vielleicht konnte sie ja wenigstens aus dem Wald herauskommen.
      Plötzlich blieb sie stehen. Als hätte der Wald ihren Wunsch erhört, endete er plötzlich. Über ihr konnte sie Sterne leuchten sehen und vor ihr kündigte ein breiter, heller Streifen von der aufgehenden Sonne. Maja machte einen Schritt nach vorne und tappte mitten in Matsche. Sie zog ihren Fuß wieder zurück. Mit einem schmatzenden Geräusch löste er sich aus dem Schlamm. Missmutig schaute sie sich genauer um. Vor ihr lag eine riesige, nebelverhangene Ebene. Der Nebel reichte nur bis zu ihrem Bauch und darüber konnte sie alles sehen, doch darunter sah sie nichts. Sie meinte mit ihren Füßen ein paar Grasbüschel und vor allem jede Menge Schlamm zu ertasten. Außerdem drang ihr ein modriger Geruch in die Nase. Es sah ganz so aus, als stünde sie am Rande eines riesigen Moores.
      Maja glaubte, dass es gefährlich war, in das Moor hineinzugehen, aber sie wollte auch nicht zurück in den Wald. Außerdem hatte sie gehört, dass die ganzen Geschichten von Menschen, die im Moor versanken gar nicht wahr waren. Also machte sie vorsichtig ein paar Schritte nach vorne. Es war schlammig, aber begehbar. Doch der Nebel stieg höher und höher und schon nach kurzer Zeit konnte sie nichts mehr sehen. Mit den Händen vor sich her rudernd ging sie langsam, Schritt für Schritt, weiter. Dann trat sie mit dem Füßen plötzlich auf etwas Festes. Sie bückte sich und ertastete mit beiden Händen, auf was sie stand. Es war eine große Steinplatte, auf der ein wenig Moos wuchs. Maja nutzte das wohl einzige trockene Plätzchen im ganzen Moor, legte sich hin und rollte sich zusammen um ein wenig auszuruhen. Was machte es für einen Sinn weiterzugehen, wenn sie nicht einmal sah, wohin sie lief. Sie schlief nicht, sondern starrte nur bewegungslos in den dichten Nebel.
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • . Andererseits wollte sie das Ganze verdrängen, weil _ sowieso nicht zu einem akzeptablen Schluss kommen würde.

      +sie

      Dann trat sie mit dem Füßen plötzlich auf etwas festes.

      groß

      Oh je, da hat Maja aber etwas überstürzt gehandelt :S Ich bezweifle ja, dass das so eine gute Idee war, in diese Moor zu gehen, besonders, weil sie nichts sehen kann und sie nicht weiß, was alles so in diesem Wald/Moor lebt. Ob Meister Wolf un die anderen sich wohl schon auf die Suche nach ihr gemacht haben?

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Es wurde heller, das merkte Maja selbst durch den Nebel. Irgendwann beschloss sie, ein wenig ihre Position zu verändern, denn vom langen, bewegungslosen Liegen fühlte sie sich starr wie ein Eiszapfen. Als sie sich aufrichtete, musste sie überrascht blinzeln. Der Nebel hatte sich fast verzogen, nur ganz nah am Boden, dort, wo sie mit ihrem Kopf gelegen hatte, waberte er noch. Sie rieb sich die Augen. Dieser Ort war äußerst merkwürdig. Die Steinplatte, auf der sie saß, war der Mittelpunkt eines großen Kreises aus Steinen, die an Grabsteine erinnerten.
      Maja wollte sich aufrichten und sie näher in Augenschein nehmen, als zwischen den Steinen plötzlich eine sehr kleine, rothaarige Frau mit einer Stupsnase und einem blattgrünen Kleid auftauchte. Sie hatte Arme und Beine wie Zweige.
      Maja kannte die Frau, aber es ging ihr so schlecht, dass sie sich kaum erinnern konnte woher. Als erstes kam ihr ein dunkles, dreckiges Verlies in den Sinn, ein hell leuchtender Stein und Feodors weiße Haare. Dann fiel ihr auch der Rest der Geschichte ein. Das Verlies war der Ort, an dem sie dieser Frau schon einmal begegnet war, damals im Kerker von Andraya. Ihr Name war Sonja und sie war bereits am Tag nach dem Abenteuer von Taramos und Penelope zurück in diesen Wald gebracht worden, gemeinsam mit dem Mann namens Niorim.
      Sonja kam auf Maja zugeeilt und half ihr auf die Beine. Maja fragte sich, was sie hier tat und wie sie sie gefunden hatte.
      „Hast du was zu Essen?“, war allerdings die erste Frage, die Maja aussprach.
      „Hier!“ Sonja, keineswegs überrascht, reichte ihr einen Apfel.
      Maja biss hinein. Er war herrlich süß und saftig.
      „Meister Wolf hat mich gebeten, dich zu finden“, sagte Sonja. „Ich kenne diesen Wald sehr gut, es war ein Kinderspiel für mich. Dich einzuholen allerdings nicht. Aber wie ich sehe bin ich noch nicht zu spät gekommen.“ Sie legte nachdenklich den Kopf schief. „Angesichts der Tatsache, dass man mir sagte du seist ein wenig verwirrt, sollte ich dich wohl zunächst fragen, ob du mit mir mitkommst. Ich soll dich zurück zu Meister Wolf bringen.“
      „Mir ist egal, wohin ich gehe, solange ich dort etwas zu essen bekomme“, murmelte Maja schlapp.
      Schwankend folgte sie Sonja durch das Moor und zurück in den Wald. Sie war froh, dass man sie gefunden hatte, doch irgendwo in ihrem Hinterkopf ärgerte sie sich auch. Jetzt war sie gezwungen, zurückzugehen und Jimo Kandrajimo wieder zu sehen. Und da war immer noch der Grund aus dem sie weggelaufen war. Wie hatte man ihr das antun können. Hundertsechsundzwanzig Jahre war Kandrajimo alt und sah noch aus, als hätte er nicht einmal halb so viel Lebenszeit auf dem Buckel.
      Diese Sache schien wie ein gleißendes Licht vor Maja zu schweben, sie konnte nicht daran vorbei sehen, nicht vorbeigehen, sie konnte die Augen schließen, aber selbst dann sah sie es noch. Es schmerzte in ihren Augen, es brannte in ihrem Kopf. Bisher hatte sie immer gedacht, wenn sie einfach keine Kamiraen sein wollte, dann wäre sie auch keine, dann könnte sie nach Hause gehen und alles vergessen. Ein dürrer Ast strich ihr über das Gesicht und sie schlug wütend nach ihm. Sie musste mit jemandem darüber reden, aber das würde nur wieder zu Streit führen. Oder?
      „Haben sie dir gesagt, warum ich weggelaufen bin?“, fragte Maja Sonja, die vor ihr durch den Wald hüpfte. Sie bewegte sich so leichtfüßig.
      Sonja blieb stehen und blickte Maja wieder mit schiefgelegtem Kopf an. Sie sah auf diese Weise irgendwie süß aus und brachte Maja zum Lächeln.
      „Du meinst, dass du glaubst, du würdest zweihundert Jahre alt werden?“, fragte Sonja.
      Es waren nicht unbedingt zweihundert, es kam hier nicht auf eine bestimmte Zahl an, aber vom Prinzip her hatte Sonja natürlich Recht. Maja nickte.
      „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“, sagte Sonja. „Woher willst du wissen, wie alt du wirst? Niemand weiß, wann er sterben wird. Wenn ich dich nicht gefunden hätte, wärst du vielleicht nur noch ein paar Tage älter geworden, als du jetzt bist.“
      „Aber die Kamiraen werden älter als normale Menschen.“
      „Ich sehe nicht viel von den Kamiraen in dir“, erklärte Sonja. „Keiner von ihnen würde sich so einen Kopf darum machen, wie alt er wird. Sie stellen die Sorgen und Nöte anderer vor ihre eigenen.“
      „Nennst du mich egoistisch?“
      „Ich kenne dich kaum, aber du machst diesen Eindruck.“
      „Danke auch“, sagte Maja giftig und war einen Moment so abgelenkt, dass sie über einen tiefhängenden Ast stolperte. Zuerst war sie fest entschlossen eine Runde zu schmollen, aber dann fiel ihr das ursprüngliche Thema dieses Gesprächs ein. „Mir ist es egal, wenn ich nicht wie sie bin. Ich will eh keine von ihnen sein. Aber was ich will spielt wohl keine Rolle, denn sie haben mich nicht gefragt. Und jetzt verändern sie mich. Seit sie mein Leben auf den Kopf gestellt haben spüre ich die Kräfte der Kamiraen. Tief in mir. Es gibt Momente, in denen fühle ich mich plötzlich so stark. Es ist eine unheimliche Kraft. Und manchmal verlasse ich mich sogar darauf, das ärgert mich am meisten.“
      „Die Kräfte der Kamiraen kommen von dem Amulett“, sagte Sonja. „Aber es gehört mehr dazu, eine Kamiraen zu sein. Sieh mich an.“ Sie war stehengeblieben und sah auffordernd zu Maja hinauf. Diese löste widerwillig den Blick von einer Rabimeise, die durch das Gebüsch hüpfte, und sah Sonja in die Augen. Sie waren groß und glänzend, schienen aber keine eigene Farbe zu haben. Stattdessen spiegelte sich der Wald in der Iris. Sonja hob einen Zeigefinger und berührte Maja am Kinn.
      „Was machst du?“, fragte diese entsetzt, denn auf einmal schienen sie alle Kräfte zu verlassen und sie schwankte bedenklich.
      „Ich mache gar nichts, du hast nur einen Schwächeanfall. Du hast seit gestern nichts gegessen, bist stundenlang gewandert und hast in einer kalten Höhle geschlafen.“
      Sie nahm ihren Finger von Majas Kinn, legte ihre Hand stattdessen auf ihren Bauch und schob sie rückwärts, bis sie vor einen Stein lief und sich darauf hinsetzte. Maja fragte nicht, woher sie wusste, dass sie in einer Höhle geschlafen hatte.
      „Ruh dich eine Weile aus“, sagte Sonja und betrachtete wieder sorgfältig Majas Augen. „Ich sehe wirklich nichts von ihnen in dir. Da ist eine seltsame Kraft, aber ich kann sie nicht einordnen.“ Sie wandte sich ab. „Vielleicht haben sie einen Fehler gemacht, als sie dich zur Kamiraen berufen haben. Vielleicht bist du nicht dazu bestimmt. Es stellt sich auch die Frage, warum Fürst Dreizehn es nicht gespürt hat, als du in seinem Land warst. Sie sagen, er spürt es irgendwie, er weiß es immer, aber vielleicht ist es bloß ein Gerücht. Oder vielleicht bist du keine richtige Kamiraen. Vielleicht ist etwas schief gegangen.“
      Sie murmelte noch eine Weile vor sich hin, doch Maja hörte ihr kaum zu. Sie dachte an etwas anderes, was Sonja gesagt hatte: Die Kräfte der Kamiraen kommen von dem Amulett. Auch Tabea hatte einst etwas Ähnliches gesagt: Sie hatte Maja erklärt, dass das Amulett sie schützen würde, bevor sie sie dazu überredet hatte, in einer höchst gefährlichen Aktion aus einem Auto zu springen. Und es hatte sie geschützt.
      Sie zog das Amulett hervor und betrachtete es. Ein Gedanke begann in ihrem Kopf zu reifen, doch bevor sie ihn fassen konnte, erklärte Sonja ihr, dass sie weiter mussten.
      Maja rappelte sich auf und folgte der kleinen Frau durch den Wald. Sie dachte an ihre Familie, an die wenigen Freunde, die sie gehabt hatte und an ihr altes Leben. Sie wollte es zurück, um jeden Preis. Wenn das Amulett für ihre seltsamen Kräfte verantwortlich war, dann war es auch für die überdurchschnittliche Lebensdauer verantwortlich. Sie konnte auf beides verzichten. Sie griff nach der Kette und zog sie über den Kopf. Die Kamiraen hatten sich in ihr verschätzt. Sie würde sich von ihnen nicht länger etwas vorschreiben lassen. Tabea hatte einst gesagt, wenn sie das Amulett verliere, schade sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihrem Nachfolger. Aber was kümmerte sie das? Sie hatte niemals in diese ganze Sache verwickelt werden wollen. Sie streckte die Hand aus und ließ das Amulett über einer runden Pfütze baumeln. Es kam ihr ein bisschen wie ein Lebewesen vor, allerdings ein böses, grausames Wesen. Dieser Wald wird dein Grab werden, dachte sie. Dann ließ sie das Amulett fallen, drehte sich um und holte zu Sonja auf. Dieses Kapitel ihres Lebens war vorbei. Es war ihr egal, ob sie den Kamiraen schadete oder nicht. Das würde ihnen eine Lehre sein, nicht einfach irgendwelche unschuldigen Leute in ihre Machenschaften zu verwickeln.
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • Spoiler anzeigen
      „Hast du was zu Essen?“, war allerdings die erste Frage, die Maja aussprach..

      hier sind zwei Punkte

      Sonja blieb stehen und sah Maja wieder mit schiefgelegtem Kopf an. Sie sah auf diese Weise irgendwie süß aus und brachte Maja zum Lächeln.

      wiederholung

      Seit sie mein Leben auf den Kopf gestellt haben spüre _ die Kräfte der Kamiraen.

      +ich

      Ein Gedanke begann in ihrem Kopf zu reifen, doch bevor sie ihn fassen konnte, erklärte Sonja ihr, dass sie weiter mussten.
      Maja rappelte sich auf und folgte der kleinen Frau weiter durch den Wald.

      wiederholung


      Wow 8| Anstatt das Amulett einfach irgendjemanden anderem zu geben ... sie hasst die Kamiraen wirklich sehr. Aber Maja ist immer noch sehr unbedacht und handelt viel aus Wut und Verletztheit heraus, das bringst du gut rüber. Es stimmt, ihr Jammern nervt allmählich, aber es nervt auch, dass sich keiner der anderen ihrer Bedürfnisse wirklich annimmt, sondern nur mit Unverständniss auf sie reagiert - da wäre ich auch angepisst :D
      Ich vermute auch, dass sie selbst ihre Entscheidung noch bald bereuen wird, das Amulett hat sie nämlich wirklich oft beschützt. Indem sie es weglegt, wird Fürst Dreizehn nicht von ihr ablassen und sie wird dennoch nicht zurückdürfen .... hach Mädchen, denk doch mal nach :S

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Wieder zwei schöne Teile. :thumbup:
      Dass Maja ihr Amulett einfach wirft ist sicher keine sehr schlaue Idee gewesen und ich habe das Gefühl, das wird noch Konsequenzen mit sich ziehen. :hmm: Ich glaube außerdem nicht, dass sie dadurch irgendetwas erreicht hat. Maja ist ja eine Kamiraen, ob mit, oder ohne Amulett spielt da sicher keine Rolle. :huh:
      Hoffentlich hat sie mit dieser Aktion nichts heraufbeschworen, was ihr schaden kann...jetzt, wo sie das Amulett nicht mehr hat, wird sie von diesem auch nicht mehr beschützt. :S

      LG, Kyelia

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
      Síchestja - Das Erbe einer Vergangenheit
    • Es gibt Ärger


      Sonja grub unter ein paar Tannen einige dunkelrote Wurzeln aus, die sie Maja zum Essen gab und die ihre Kräfte wieder etwas herstellten. Trotzdem musste sie das Mädchen immer wieder daran hindern, einfach erschöpft zusammenzubrechen. Sie tat dies mit aufmunternden Worten und einmal auch, indem sie Maja an den Haaren weiter zog.
      Als sie endlich ankamen, waren die anderen erleichtert, dass Maja wieder zurück war. Karim, Jinna und Matthias umarmten ihre Freundin, doch fielen diese Umarmungen zaghaft und irgendwie still aus. Maja fragte sich, ob sie sauer waren, weil sie einfach weggelaufen war, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass sie sich Sorgen machen würden.
      Als Meister Wolf Maja stützte und ihr half, sich auf einen Stuhl zu setzen, sah sie seinen Gesichtsausdruck und wusste, dass ihre Freunde nicht die einzigen waren, die sie verärgert hatte. Die Erwachsenen, also Meister Wolf und Jimo Kandrajimo, waren zwar ebenfalls erleichtert, aber sie sahen auch wütend aus. Richtig wütend. Es war klar, dass es ein Donnerwetter geben würde.
      Da Jimo Kandrajimo sich in einer Ecke auf einen Sessel gesetzt hatte und Meister Wolf sich nun mit in die Hüfte gestemmten Armen auf dem alten Teppich vor ihr aufbaute, ging Maja davon aus, dass letzterer die Standpauke halten würde. Maja wagte es nicht, ihm in die Augen zu sehen und blickte stattdessen zu dem Kamiraen.
      Jimo Kandrajimo sah enttäuscht aus, schien sich aber aus der Sache heraushalten zu wollen. Vielleicht war ihm klar, dass Maja niemals auf ihn hören würde. Auf der anderen Seite glaubte sie aber auch ein klein wenig Verständnis und Schuldgefühle in seinem Gesicht zu erkennen. Dann sah er sie an und sein Gesicht wurde auf einen Schlag kreidebleich. Maja war verwundert. Was war jetzt passiert?
      „Wo ist das Amulett“, flüsterte Jimo Kandrajimo, so leise, als würde er gerade seine letzte Lebenskraft aushauchen.
      Maja erbleichte ebenfalls und fragte sich, was sie da eigentlich getan hatte. Wie hatte sie so dumm sein können, es einfach wegzuwerfen? Sie hätte wissen müssen, dass es Ärger geben würde. Warum tat sie in letzter Zeit immer häufiger Dinge, ohne über deren Folgen nachzudenken? Jetzt saß sie in der Klemme. Kandrajimo würde stinksauer sein, wenn er erfuhr, wo das Amulett war.
      „Es … ich hab … ich habe es verloren“, log sie. Vielleicht half es, wenn sie so tat, als sei es ein Versehen gewesen.
      „Du hast es absichtlich weggeworfen.“
      „Nein, das ist nicht wahr.“
      „Hör auf damit“, sagte der Kamiraen und erhob sich aus dem Sessel. „Ich weiß, dass du lügst. Wir Kamiraen merken es, wenn man uns anlügt.“
      Maja schluckte. Das hätte sie sich denken können, oder? Hatte sie nicht selbst schon manches Mal eine dumpfe Ahnung gehabt, wenn jemand log? Und Kandrajimo war sicherlich ein viel mächtigerer Kamiraen als sie.
      „Ja, ich habe es weggeworfen“, sagte sie. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie Karim, Jinna und Meister Wolf sie ungläubig und entrüstet ansahen. Wenigstens guckten Matthias und Feodor sie nicht so anklagend an, sie sahen eher aus, als würden sie sich wünschen, sie wären an einem anderen Ort. Sonja schien die Situation als Einzige nicht unangenehm, sondern eher hochspannend zu finden.
      Es krachte und alle zuckten fürchterlich zusammen. Kandrajimo hatte gegen den Sessel getreten und er war umgekippt. Dann raufte sich der Mann die Haare und sah dabei um einiges älter aus als sonst, allerdings immer noch nicht nach hundertsechsundzwanzig.
      Einen Moment lang hatte Maja das Gefühl, er würde gleich losschreien und sie wäre gerne ein paar Schritte zurückgetreten,doch dazu hätte sie zuerst von ihrem Stuhl aufstehen müssen. Offenbar war Kandrajimo jedoch kein Mensch, der gerne herumbrüllte. Er blickte sie einen Moment lang wütend an und schien sich zusammenreißen zu müssen, dann sagte er mit ruhiger, nur sehr leicht gereizter Stimme: „Warum hast du das getan?“
      Maja konnte ihm nicht in die Augen sehen. „Ich wollte keine Kamiraen mehr sein.“
      „Aber es ist doch nicht das Amulett, was dich zu einer Kamiraen macht.“
      „Aber es ist das Amulett, das mir diese Fähigkeiten verleiht.“
      „Die Amulette schützen uns, während wir unserer Aufgabe nachgehen.“
      „Ich will diesen Schutz nicht!“, schrie Maja.
      „Es geht hier nicht nur darum, was du willst“, sagte Kandrajimo aufgelöst. „Wenn wir das Amulett nicht haben, wie soll es dann nach dir noch eine Kamiraen geben? Wenn du stirbst, oder dein Amt niederlegst, wird die oder der nächste Kamiraen einberufen. Doch das geht nicht ohne das Amulett. Und jedes einzelne davon ist wichtig – jeder einzelne Kamiraen ist wichtig. Wir sind am stärksten, wenn eine Generation vollständig ist. Wenn wir nur eines der zwölf Amulette verlieren, wird es die Kamiraen, wie sie jetzt existieren, in Zukunft nicht mehr geben.“
      „Das ist mir egal“, sagte Maja.
      „Mir aber nicht und allen übrigen Kamiraen ebenfalls nicht. Den meisten Menschen in dieser Welt ist es ebenfalls nicht egal. Der Einzige, der sich freuen würde, ist Fürst Dreizehn. Willst du das?“ Er holte tief Luft. „Tabea glaubt, du wärst unser Untergang und ehrlich gesagt, so langsam glaube ich ihr.“
      „Und wenn schon.“
      Daraufhin folgte völlige Stille. Nur die Kuckucksuhr an der Wand tickte laut und zerrte an ihrer aller Nerven.
      „Wo hast du es liegen gelassen?“, fragte Kandrajimo schließlich.
      Maja seufzte. Sie hätte schweigen können, aber er hatte sie überzeugt. Denn was auch immer sie den Kamiraen an den Hals wünschte, sie wollte nicht, dass Dreizehn glücklich war.
      „Ich habe es in eine Pfütze fallen lassen. Sie war sehr rund mit etwa einem Meter Durchmesser. Es war nicht weit von der Stelle, an der wir Pause gemacht haben.“
      „Ich weiß ungefähr, wo das war“, sagte Sonja zu dem Kamiraen. „Ich kann dich hinführen.“
      Kandrajimo sah Maja an. „Danke, dass du mir gesagt hast, wo es ist“, sagte er. „Das war sehr anständig. Ich werde es holen. Verlass bitte das Haus nicht, bis ich wieder zurück bin.“
      Sonja ging zur Tür hinaus und der Kamiraen folgte ihr. Maja sah ihnen eine Weile hinterher. Dann stand sie auf, kletterte die Dachbodenleiter hinauf, schmiss sich in einer Ecke auf das Stroh und rollte sich zusammen. Sie war müde und konnte doch nicht schlafen. Unten im Erdgeschoss blieben die fünf anderen ratlos zurück. Schließlich zuckte Meister Wolf mit den Schultern, schnappte sich ein Buch aus dem Regal, stellte den Sessel wieder hin und setzte sich.
      „Ich wollte sie ja eigentlich ausschimpfen, weil sie weggelaufen ist“, sagte er, während er die Seiten umblätterte. „Nun ja, sie wird so wissen, was sie falsch gemacht hat.“
      Feodor schien kurz nachzudenken, dann sprang er auf die Leiter zu. Doch Karim packte ihn am Arm und hielt ihn fest.
      „Lass sie in Ruhe, wenn sie so drauf ist, lässt man sie besser allein.“
      „Ich werde sicher nicht warten, bis sie sich noch mehr Kummer angefressen hat.“
      „Dann warte wenigstens, bis sie ausgeschlafen ist. Glaub mir, ich kenne sie und es ist das Beste, wenn wir erst mal Gras über die Sache wachsen lassen. Morgen geht es ihr schon wieder besser.“
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • Der gute FeoDor :D enDlich fängt mal jemanD an, wenigstens ein enig verstänDnis für Maja zu entwickeln :) Dennoch befürchte ich, Dass Die Sache nicht so einfach gegessen sein wirD, Denn irgenwie beschleicht mich Die Ahnung, Dass Jimo unD Sonja Das Amulett nicht finDen werDen :cursing:

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • drei tolle Teile!
      ich finde Maja zwischenzeitlich extrem Egoistisch und hätte an ihrer Stelle nicht so schnell nachgegeben und verraten wo das Amulett gelandet ist. Am Ende des dritten Partes (letzter Teil) finde ich es sehr schön, dass du Karim mit einbindest und so die Figur noch etwas mehr Charakter verleihst, auch wenn es nur mit einer so kleinen Rolle ist. :)
      Ich bin äußerst neugierig wie es weiter geht :stick:
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?
    • Feodor glaubte zwar, dass es besser wäre, wenn jemand mit Maja redete, und er hätte das gerne selbst übernommen, doch er sah auch ein, dass sie jetzt müde war und erst einmal Schlaf brauchte. Deshalb ließ er sie in Ruhe und machte einen langen Spaziergang mit Fiete. Er dachte über die ganze Geschichte nach. Maja tat ihm Leid, aber warum musste sie sich immer so fürchterlich daneben benehmen und die ganze Sache für sich selbst noch schlimmer machen?
      Er machte an einem klaren See eine Pause und ließ die Füße ins Wasser baumeln. Fiete saß auf seinem Schoß und beobachtete die Oberfläche des Sees, bereit, wenn er einen Fisch erblickte, sofort loszuspringen.
      Feodors Gedanken schweiften ab und wanderten wie selbstverständlich zu seinen eigenen Problemen: Seinem Wunsch, so schnell wie möglich die zehnte Zaubererprüfung zu machen und seinen Stab zu erhalten, ein Wunsch, den ihm Meister Wolf seit über zwei Jahren verwehrte. Feodor hatte sämtliche Rekorde gebrochen, indem er es geschafft hatte, in acht Jahren neun Prüfungen zu bestehen, aber Meister Wolf weigerte sich nun, ihn zur finalen Prüfung anzumelden, mit der Begründung, er sei noch zu jung und zu unerfahren, um ein richtiger Zauberer zu werden. Feodor verehrte Meister Wolf und er wollte seine Entscheidung auch akzeptieren, aber es fiel ihm manchmal sehr schwer. Vor allem wenn er daran dachte, dass er nur noch ungefähr zwei Monate Zeit hatte die Prüfung zu machen, wenn er der jüngste Zauberer aller Zeiten werden wollte. Und Feodor musste sich gestehen, dass er diesen Titel gerne wollte. Natürlich gab es danach noch viel mehr zu lernen und es würden noch viele Prüfungen auf ihn warten, aber nach der zehnten war er kein Lehrling mehr. Meister Wolf hatte sie erst mit dreiundzwanzig geschafft. Die wenigsten Zauberer schafften sie vor ihrem zwanzigsten Lebensjahr und Feodor war schon mit fünfzehn so weit gewesen.
      Er lehnte sich zurück und betrachtete die Wolken hinter den Baumwipfeln. Er genoss die Freiheit des Waldes noch mehr, seit er aus der Gefangenschaft in Andraya entkommen war. Er dachte an den Schwarzmagier, der ihn damals entführt hatte. Als er die Augen schloss, erschien wieder einmal das Gesicht von Jaris vor seinen Augen. Er hasste diesen Mann so sehr, dass er manchmal wünschte, dieser würde noch leben, nur damit er sich an ihm rächen konnte. Doch Jaris war tot, gestorben durch die Hand Fürst Dreizehns – Matthias hatte es ihnen allen erzählt. Was musste das für ein Mann sein, der einen so mächtigen Schwarzmagier mit einem Schwert töten konnte? Es war ein Schwert aus Taroq gewesen, also eine ideale Waffe gegen einen Zauberer, aber dennoch.
      Das Schwert war jetzt wieder im Besitz von Tamor. Feodor wusste, dass er es Maja hatte schenken wollen, doch Jimo Kandrajimo hatte das nicht zugelassen. Vermutlich war es besser so. Maja war schließlich erst dreizehn.

      Während Feodor am See lag und seine Gedanken schweifen ließ, lag Maja auf Meister Wolfs Dachboden und starrte an die niedrige, schräge Decke. Sie dachte ebenfalls nach, allerdings waren es keine angenehmen Gedanken und sie schweiften auch nicht so frei und weit wie Feodors. Es war eher, als seien sie in einem engen Raum eingesperrt und hüpften von einer Wand zur nächsten, wie ein Flummi. Sie wollte schlafen, aber sie konnte nicht. Sie wollte laufen und wollte es auch nicht. Also blieb sie starr und bewegungslos liegen und blickte das Dach an.
      Dann knarrte plötzlich die Leiter und sie drehte sich erschrocken um. Es war ausgerechnet Jimo Kandrajimo, der hinauf geklettert kam. In seiner Hand hielt er etwas Goldenes. Er hatte das Amulett also tatsächlich wieder gefunden. Maja regte sich nicht, als er zu ihr kam und das Zeichen von Pheris neben ihr auf den Boden legte. Sie betrachtete es, hauptsächlich um dem Kamiraen nicht in die Augen sehen zu müssen.
      „Ich habe übrigens deine Bitte, nach Hause zurückkehren zu dürfen, dem Rat vorgetragen“, sagte er. „Sie sind alle nicht begeistert, aber ich denke ich kann sie überreden. Es ist nur eine Frage der Zeit.“
      Er ging in die Hocke um unter der niedrigen Decke nicht so gebückt stehen zu müssen. Maja sah hoffnungsvoll zu ihm auf. Er sah ernst aus, unangenehm ernst und er blickte ihr direkt in die Augen.
      „Wirst du das Amulett noch einmal fortwerfen?“, fragte er.
      Sie antwortete nicht.
      „Ich möchte es dir eigentlich nicht wegnehmen. Vielleicht wirst du es brauchen. Aber ich kann nicht riskieren, dass es verloren geht.“
      Maja griff nach dem Amulett. Es war merkwürdig – obwohl sie es gerade erst selbst weggeworfen hatte, war sie froh, als sie es nun wieder in den Händen hielt. Sie wollte nicht, dass Kandrajimo es ihr wegnahm.
      „Ich werde es nicht wegwerfen“, versprach sie.
      Er nickte und richtete sich wieder auf. „Ich werde dich kontaktieren, wenn ich etwas erreicht habe. Pass auf dich auf.“ Damit kletterte er die Dachbodentreppe wieder hinab.
      Maja betrachtete das Amulett eine kurze Zeit, hängte es sich um den Hals und rollte sich wieder in ihrer Ecke zusammen. Es dauerte lange bis sie einschlief, aber schließlich glitt sie doch in eine wirre, beängstigende Traumwelt über. Als sie am nächsten Tag wieder erwachte, war sie kaum erholt.




      @Kisa: Ja, sie ist ein bisschen egoistisch, aber vielleicht auch nicht, oder vielleicht ist sie es auch nicht, schließlich hängt sie dort fest und darf nicht nach Hause und wenn sie nicht so einen Aufstand machen würde, würde wohl nicht mehr jemand in Erwägung ziehen, sie zu unterstützen. Ich habe immer ein bisschen Sorgen, dass ihr Maja alle ganz schrecklich findet und deswegen aufhört zu lesen. Das Mädchen hat auch nette Seiten, aber in dieser Geschichte nimmt der Konflikt mit den Kamiraen einen großen Teil ein. Weil ich nämlich, während ich den ersten Teil geschrieben habe, immer dachte, dass das ganz schön heftig ist, was mit Maja dort passiert. Also dass sie einfach aus dem Nichts in diese Sache hineingezogen wurde und jetzt in einer anderen Welt leben soll. Sie hat sich ja von Anfang an dagegen gesperrt und sie ist einfach nicht der Mensch, der jetzt nachgeben würde. Aber keine Sorge, es wird jetzt nicht zweihundert Seiten lang nur darum gehen, wie Maja schmollt. Hoffe ich ;)

      @Alopex Lagopus: Ich hatte überlegt, ob das Amulett einfach verloren geht, das wäre mal interessant gewesen. Aber besser nicht, vielleicht braucht Maja es noch. Außerdem hätte es nur zu noch mehr Ärger geführt und davon hat sie echt schon genug. ;(
      Blubb, blubb, blubb ... ich bin ein Fisch.
    • Okay, also diesmal kein ungeschriebenes Gesetz :D
      Die Kamirean werden nachgeben? 8| Naja, aber Fürst Dreizehn nicht. Wenn Maja wieder nach Hause in ihre Welt darf, steht im nächsten Moment die schwarze Garde vor ihrer Tür.

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


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    • Ein kurzer Teil, aber ich finde ihn sehr idyllisch, zumindest von Feodor an diesem See ist.
      Maja, gibt jetzt wieder etwas nach, was ich, wenn ich ehrlich bin, sehr widersprüchlich finde. ich kann es nicht genau erklären, aber deine Protagonisten ist sich irgendwie noch nicht so wirklich einig was sie will. auf der einen Seite, will sie da so schnell weg, wie es geht und auf der anderen Seite, will sie auch nicht das den Kamiraen irgendwas passiert. (kann ich verstehen) aber ich persönlich finde das in deiner Hauptfigur ziemliche Unruhe ist, die es manchmal schwer macht zu verstehen, warum Maja gerade jetzt so reagiert.

      @Dinteyra: Ich mag Maja, auch wenn ich ihre Beweggründe nicht immer so ganz nachvollziehen kann. Wenn ich in eine andere Welt gerissen werde, würde ich mich wahrscheinlich zu Anfang auch dagegen sträuben dort zu bleiben, aber ich würde mich wahrscheinlich sehr schnell eingewöhnen, weil ich einfach fasziniert bin von solchen Welt (wie die, in die Maja gekommen ist) da würde mein Kriegerherz wieder durchschlagen und ich würde mich auf jede Konfrontation freuen, weil ich endlich mal was spannendes und aufregendes in meinem Leben erleben würde. (Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung) Wie gesagt, mich nervt Maja nicht, aber vielleicht solltest du dir selbst etwas einiger werden, was sie wirklich will. Denn Die Welt ohne Namen, hat mit Sicherheit nicht nur negative sondern auch positive Seiten, die in der realen Welt auch vorherrschen.
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?
    • @Dinteyra: Letztendlich kannst du es ja machen wie du gerne möchtest, aber ich wollte dir zumindest meine Gedanken mitteilen, damit du vielleicht nochmal eine andere Sichtweise siehst und dir dann eventuell noch Gedanken über die Motivation von Maja machst. Sollte eigentlich nicht als kritikpunkt rüber kommen, sondern als Denkanstoß. :whistling:
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?
    • Und wieder zwei schöne Teile. Ich kann mich nicht beschweren und Fehler habe ich auch keine gefunden. ;)
      Ich bin irgendwie erleichtert, dass Jimo das Amulett wieder gefunden hat, nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte es irgendeiner von Dreizehns Leuten gefunden und zerstört. :hmm: Es hat mich aber schon etwas überrascht, dass die Kamiraen vielleicht nachgeben wollen O.o Die ganze Zeit standen sie der Sache immer so kritisch gegenüber und nun?...
      Aber Maja sollte sich bewusste sein, dass sie wohl in der Welt ohne Namen sicherer aufgehoben ist, solang Fürst Dreizehn noch durch die Welt streift. Immerhin wäre sie Zuhause vollkommen ungeschützt. Ich hoffe, dass sieht sie noch ein. ^^
      Ansonsten habe ich nichts zu meckern und ich bin auf die folgenden Kapitel gespannt.

      LG, Kyelia

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
      Síchestja - Das Erbe einer Vergangenheit
    • Ich stimme zu. Zuhause wäre sie vollkommen schutzlos und Maja bekommt in diesem Teil sogar noch mehr Tiefe, als im Vorherigen. Genial wie du da Wege findest, ihrem noch jungen Charaker zu entwickeln. ^^
      Gerade sie sollte aber auch wissen, was es bedeutet, wenn Dreizehn herausfindet dass sie in ihrer Welt herumspaziert. =O
      Nicht gut, will ich meinen ... wobei es auch spanned wäre, was sich in ihrer Welt abspielen würde. :hmm:

      Dann schreib mal weiter ... :stick: