Eine Welt ohne Namen - Im Bann von 2 Welten

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    • Eine Welt ohne Namen - Im Bann von 2 Welten

      Hab gerade mitgekriegt, dass wir Freitag den 13. haben. Ein idealer Tag um den zweiten Teil meiner Geschichte zu beginnen. Warum das so ist? - Wer den ersten Teil kennt, weiß es vermutlich. ^^

      Dies wird die Fortsetzung meiner Geschichte "Eine Welt ohne Namen - Die 1. Reise", die sich auch hier im Forum befindet. Der Link ist in meiner Signatur. Ich hoffe, dass mir meine bisherigen Leser erhalten bleiben und freue mich natürlich über jeden, der noch hinzu kommt. :)
      Ich weiß nicht, ob man beim zweiten Teil einsteigen kann, wenn man den ersten nicht gelesen hat. Wenn man damit leben kann, dass sich erst mal ein paar Fragen auftun, geht es bestimmt. Außerdem werde ich im ersten Kapitel vieles zusammenfassen.
      Wenn ihr vorhabt, den ersten Teil zu lesen, muss ich euch aber warnen hier weiterzulesen, denn natürlich wird bereits früh in der Geschichte das Ende des ersten Teils gespoilert.


      Eine kleine Inhaltsangabe um euch den Mund wässrig zu machen:
      Unfreiwillig ist Maja Sonnfeld in der Welt ohne Namen gelandet, wo sie als Kamiraen das Gleichgewicht zwischen den Welten bewahren soll. Doch sie wehrt sich gegen ihre Bestimmung, lieber möchte sie wieder nach Hause. Leider haben die anderen Kamiraen da noch ein Wörtchen mitzureden.

      Okay, das war jetzt nicht so aufschlussreich. :D Aber mehr möchte ich nicht verraten.
      Den ersten Teil habe ich immer kapitelweise gepostet, das muss ich jetzt leider aufgeben. Die Kapitel werden einfach zu lang. Dafür werde ich einfach mal eine größere Schrift wählen. Wahrscheinlich werde ich eher langsam die Abschnitte hier reinstellen, weil das hier im Moment eher ein Nebenprojekt ist. Aber ich verspreche, dass ich bis zum Ende durchhalten werde.
      So, der erste Teil kommt gleich.



      Edit:
      Ich habe hier mal so knapp wie ich konnte zusammengefasst, was im ersten Teil der Geschichte passiert ist. Dabei konzentriere ich mich auf die Dinge, die für den zweiten Teil wichtig sind, was vor allem der Anfang der Geschichte ist. Trotzdem steht hier, wie sie ausgeht. Und es könnte etwas langweilig zu lesen sein. Und etwas verwirrend, ich habe mich sehr bemüht, es kurz zu halten.

      Spoiler anzeigen
      Die zwölfjährige Maja Sonnfeld trifft in ihrer Heimatstadt eine rätselhafte Frau namens Tabea, die ihr ein goldenes Amulett übergibt. Angeblich hat Maja es von ihrem Onkel geerbt.
      Ein Jahr später dringen plötzlich Einbrecher, die sich die Schwarze Garde nennen, in Majas Haus ein. Aus ihrem Gespräch ist zu entnehmen, dass sie das Mädchen mit dem Amulett suchen. Maja flieht aus dem Fenster und trifft an der Straßenecke auf Tabea, die ihr in ihrem roten Auto zur Flucht verhilft.
      Tabea erklärt Maja, dass das Amulett Zeichen einer Organisation von zwölf Menschen ist, die sich Kamiraen nennen und zu der Maja nun auch gehört. Diese ist in einer anderen Welt ist angesiedelt. Die Schwarze Garde ist ein Feind dieser Organisation und deshalb hinter ihr her. Maja will von den Kamiraen aber nichts wissen und möchte »kündigen«. Tabea sagt ihr, dass Maja das mit den Kamiraen persönlich absprechen muss. Deshalb willigt Maja ein, sich von Tabea in die Welt ohne Namen bringen zu lassen.

      Zur selben Zeit in der Welt ohne Namen wird die Mutter von Karim und Jinna von einem Handlanger Fürst Dreizehns entführt.

      Fürst Dreizehn – das ist der Bösewicht meiner Welt. Er besitzt ein kleines Land auf der anderen Seite des Gebirges, welches Andraya oder auch dreizehntes Königreich genannt wird. Das Gebirge ist sehr schwer zu durchqueren. Dreizehn hat aber einen Tunnel hindurch bauen lassen und einen Weg, auf dem man schneller voran kommt als auf üblichen Wegen – den Schwarzen Weg. Er schickt seine Gefolgsleute darüber gerne in die zwölf Königreiche um dort Angst und Schrecken zu verbreiten. Es wird rumort, dass er diese früher oder später erobern will.

      Karim und Jinna machen sich auf den Weg, den Entführer ihrer Mutter zu befreien. Er führt sie durch den Dark Forest, einen Wald, über den schreckliche Geschichten erzählt werden. Im Wald treffen sie auf Niorim, einen jungen Mann, der sich bereiterklärt, ihnen zu helfen.
      Gemeinsam mit Sonja, einem halben Waldgeist mit magischen Kräften, schleicht er sich in ein Lager voller Grüner Ritter und Soldaten, alles Anhänger Dreizehns, um Karims und Jinnas Mutter von dort zu befreien. Der Plan schlägt fehl. Niorim und Sonja werden gefangen genommen und Karim und Jinna müssen fliehen. Im Wald entdecken sie ein Weltentor und können sich hindurch retten.

      Auf der anderen Seite befindet sich ein großes Höhlensystem, in dem Menschen aus beiden Welten das Tor bewachen und verwalten. Dort treffen sie auch auf Maja und Tabea. Diese willigen ein, dass Karim und Jinna sie bis zur Stadt der Kamiraen begleiten dürfen, damit sie nicht alleine reisen müssen und sicherer sind.

      Die vier brechen auf, aber es kommt immer wieder zum Streit zwischen Maja und Tabea. Besonders als Maja erfährt, dass es Fürst Dreizehn ist, auf dessen Befehl hin die Schwarze Garde sie verfolgt. Maja ahnt, dass Tabea mehr weiß, als sie preisgibt und es macht sie wütend, im Unklaren gelassen zu werden.
      Dann, als die Gruppe am Rande des Waldes auf dem Hof von Arel übernachtet, greift die Schwarze Garde wieder an. Mit Hilfe des stummen Pflegesohns von Arel, Matthias, können die Angreifer überwältigt werden.
      Wie es sich herausstellt kann Matthias schreiben und so teilt er Maja mit, was er heimlich belauscht hat: dass Tabea der Meinung ist, Maja könne gar nicht kündigen. Sobald Maja die Stadt der Kamiraen erreicht, so meint Tabea, müsse sie dort bleiben. Daraufhin beschließt Maja abzuhauen und Karim und Jinna beim Befreien ihrer Mutter zu helfen. Auch Matthias kommt mit, denn in Dreizehns Königreich lebt der Schwarzmagier, der einst seine Stimme gestohlen hat. Und dort müssen sie hin, denn über den Schwarzen Weg hat der Entführer gemeinsam mit Karims und Jinnas Mutter das dreizehnte Königreich bereits erreicht.

      Auf der Reise werden Karim, Jinna, Maja und Matthias gute Freunde und erleben einige Abenteuer. So begegnen sie einem Wassergeist, einem riesigen Ungetüm aus Wasser, das einem eine Frage beantworten muss, wenn man einen speziellen Stein ins Wasser wirft. Matthias fragt ihn allerdings nach seinem Namen, was den Rest der Gruppe etwas verärgert.
      Von Tamor, einem Halbdrachenzüchter, leihen sie sich Halbdrachen aus, die sie über das Gebirge tragen. Tamor gibt ihnen ein Schwert mit, welches Magie abwehren kann.

      Den Rest der Reise überspringe ich jetzt mal, weil er nicht so wichtig für den zweiten Teil ist. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass sie ein Volk namens Genêpas treffen, und eine Zeit lang von zwei Angehörigen dieses Stammes und außerdem einem großen Kampfbaum begleitet werden. Maja erfährt bei den Genêpas auch, wo sich ein weiteres Weltentor befindet.
      Fürst Dreizehn lässt sich unterdessen von Alma, Karims und Jinnas Mutter, einen Umhang weben, der genau wie Majas Schwert Magie abwehren kann.
      Außerdem lernt der Leser Feodor kennen, einen Zauberlehrling, der von demselben Schwarzmagier entführt wird, der Matthias Stimme gestohlen hat. Dieser sammelt einzigartige magische Fähigkeiten weil er Fürst Dreizehn stürzen will. Feodor landet schließlich im Kerker des dreizehnten Königreiches.
      Ein Kamiraen namens Jimo Kandrajimo wird ebenfalls vorgestellt. Er macht sich auf nach Andraya, um Maja dort abzufangen, weil er sonst keine Möglichkeit sieht, sie zu retten. Auch ein Mann namens Wolf, Feodors Meister und ein guter Freund von Kandrajimo, macht sich auf den Weg ins dreizehnte Königreich.

      Maja, Karim, Jinna und Matthias gelangen an ihr Ziel, werden dort aber gefangen und treffen im Kerker von Fürst Dreizehn auf Feodor, Sonja und Niorim. Meister Wolf befreit sie alle und sie verlassen das Land.
      Nur Matthias haut ab und macht sich auf eigene Faust daran, ihre Mission zu erfüllen. Er erhält tatsächlich seine Stimme wieder, als nämlich Fürst Dreizehn den Schwarzmagier umbringt, und begegnet sogar Karims und Jinnas Mutter. Als Fürst Dreizehn erfährt, dass Maja Sonnfeld in seinem Land ist, bricht dort fürchterliches Chaos aus, welches Matthias und Alma zur Flucht verhilft. Auch die anderen können fliehen.

      Karims und Jinnas Mutter schenkt Matthias zum Dank für die Rettung den Umhang, der eigentlich für Fürst Dreizehn bestimmt war. Am Ende spricht Maja mit dem Kamiraen Jimo Kandrajimo. Sie kann nicht zurück nach Hause, weil Fürst Dreizehn sie dort zu leicht finden könnte. Aber er verspricht, dass er mit den anderen Kamiraen eine Lösung suchen wird. In der Zwischenzeit soll Maja bei Karim und Jinna und deren Mutter Alma leben.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor

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    • EINE WELT OHNE NAMEN
      Im Bann von 2 Welten

      Groß kann nur werden, wer seinen eigenen Weg geht.


      Teil 1

      Eine versteckte Welt


      Es gibt in dieser Welt Menschen, die ihr Leben damit verbringen, nach einem Geheimnis zu suchen – verborgenen Tatsachen, in die man sie nicht eingeweiht hat. Es muss ein großes Geheimnis sein, etwas, was die mächtigeren Leute den anderen vorenthalten, weil sie Profit daraus schlagen wollen, oder weil sie es einfach spannend finden, etwas zu wissen, was der kleine Mann oder die kleine Frau nicht weiß. Was genau sie suchen, das wissen sie nicht und wenn man sie danach fragt, geben sie nur unverständliches Gemurmel von sich. Oder aber sie fangen an, große Verschwörungstheorien auszubreiten, die jedes Mal anders aussehen. Solche Leute werden im Allgemeinen als verrückt bezeichnet, ihr Glaube als Verfolgungswahn abgetan. Es gibt aber auch Leute, die glauben nicht, dass es ein Geheimnis gibt, nein, sie wissen es, denn man hat sie darin eingeweiht. Sie sind Hüter dieses, oder anders gesagt: Eingeweihte.
      Das Geheimnis, welches sie hüten, ist in der Tat groß. Man könnte sagen, es hat globale Ausmaße. Trotzdem wissen nur sehr wenige Menschen davon, jedenfalls im Vergleich zur gesamten Erdbevölkerung. In einigen Städten häufen sich die Eingeweihten, aber auf der anderen Seite gibt es auch ganze Länder, in denen man nicht einmal davon ahnt.
      Das Geheimnis, um das es geht, kann in folgender Aussage zusammengefasst werden: Blickt man vom Weltall aus auf die Erde, dann kann man nicht alles sehen, egal wie scharf man das Bild auch stellt. Mag sein, dass man mithilfe modernster Satelliten die blaue Handtasche einer gerade vom Einkaufen zurückkommenden dreifachen Mutter erkennen kann, aber es gibt einen riesigen Teil Land auf der Erde, den man überhaupt nicht sieht. Stattdessen erblickt man Wasser, vielleicht auch ein paar Felsen. Oder kleinere Inseln und vorbeiziehende Schiffe, deren Kapitäne und Passagiere nicht bemerken, dass sie sich an einer Stelle befinden, an der eigentlich etwas ganz anderes ist, so unlogisch und unglaublich das auch klingen mag: Die Welt ohne Namen.
      Manche Menschen sind der Meinung, dass es sich bei ihr um einen weiteren Kontinent handelt, der durch Magie vor dem Auge der Menschen geschützt wurde. Sie siedeln sie im nördlichen Teil des Pazifischen Ozeans an, ohne Erklärungen dafür abzuliefern, warum dort trotzdem Schiffe fahren und Menschen leben können. Andere gehen einfach davon aus, dass es sich um eine andere Dimension handelt. Diese These wird vor allem dadurch unterstützt, dass man die Welt nur erreichen kann, indem man eines von zwölf, über den gesamten Erdball verstreuten Toren durchschreitet. Die Wahrheit trifft vermutlich keine dieser Theorien, oder auch alle beide. Aber wichtig ist auch nicht, wo die Welt ohne Namen liegt, sondern nur, dass es sie gibt.
      Die Eingeweihten sind hauptsächlich Menschen, die schon einmal dort waren oder viel mit der Welt ohne Namen zu tun haben. Einige von ihnen wurden auch dort geboren. Ihr vorrangiges Ziel ist es, das Geheimnis auf jeden Fall zu bewahren, denn die Welt ohne Namen ist anders als unsere Welt. Unsere Welt befindet sich auf einem technologischen Stand, den diese andere Welt noch lange nicht erreicht hat und vielleicht auch nie erreichen wird. Als Ausgleich dazu, ist dort das Wissen um Magie und Zauberei weiter verbreitet als hier. Jeder Mensch weiß davon, auch wenn nicht jeder sich darunter dasselbe vorstellt.
      Manche Leute versuchen, die Welt ohne Namen einer zeitlichen Epoche dieser Welt zuzuordnen, beispielsweise dem Mittelalter. Tatsache ist aber wohl, dass ihre Entwicklung keiner unserer Epochen zuzuordnen ist. Die Lebensweise dort wurde stark von unserer Welt geprägt, obwohl man immer versuchte, die Welten strikt zu trennen. Und so ist eine Kultur entstanden, die zuerst einmal völlig verwirrend ist und je mehr man sich mit ihr beschäftigt, nur noch verwirrender wird.
      Kennzeichnend für die Welt ohne Namen ist ihre Teilung in zwei Teile und zwar durch ein Gebirge, das nur wenige je überwunden haben. Auf der einen Seite gibt es zwölf Königreiche, die allerdings nicht von Königen regiert, sondern von Despriten verwaltet werden. Diese Despriten sind Verwalter des Großkönigs, des Herrschers über die zwölf Königreiche.
      Kennzeichnend für die Welt ohne Namen ist aber auch ihr bösester Bewohner, ein rätselhafter Mann, der auf der anderen Seite des Gebirges lebt. Sein Name ist Fürst Dreizehn. Viele Male hat er schon versucht, die zwölf Königreiche zu erobern, und wann er es wieder versuchen wird ist nur eine Frage der Zeit. Doch ihm steht etwas im Wege: unsere Welt. Um diese von der Welt ohne Namen zu trennen, will Dreizehn die Weltentore zerstören.
      Gegen ihn wendet sich eine geheimnisvolle Organisation, bestehend aus zwölf Männern und Frauen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Gleichgewicht zwischen den beiden Welten zu bewahren: Die Kamiraen.
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    • Okay, irgendwie war der Teil etwas nichtssagend, deshalb stelle ich gleich noch einen rein.

      Maja Sonnfeld war eine Kamiraen. Das dreizehn Jahre alte Mädchen mit den hellbraunen Haaren und den ebenso hellbraunen Augen saß auf einem großen Stein, der in dem Dorf Jakarestadt an der einzigen Kreuzung des Ortes lag. Sie spielte mit einem goldenen Anhänger herum, der an einer Kette um ihren Hals hing.
      Der Anhänger, von den meisten Amulett genannt, von anderen das Zeichen von Pheris, war das Zeichen der Kamiraen. Es stellte einen Baum in einem Ring dar. Dieser Baum hatte sechs große Äste, die sich jeweils in zwei kleinere Äste teilten, und an den Stellen, an denen sie den Ring berührten, befand sich jeweils ein kleines Blatt. Maja hauchte das Amulett an und rieb mit dem Ärmel ihres sonnengelben Kleides darüber. Wann hatte sie eigentlich vor diesem Sommer das letzte mal ein Kleid getragen? Es musste an ihrem ersten Schultag gewesen sein. Aber in diesem Kaff trugen viele Frauen Kleider und es war gut, sich anzupassen, um nicht aufzufallen.
      Nicht auffallen – das war etwas, was Maja im Augenblick sehr schwer fiel. Am liebsten hätte sie alles hier kurz und klein geschlagen, nicht nur dieses Dorf, sondern die ganze Welt ohne Namen. Sie hasste es so sehr, hier zu sein. Sie hasste es, eine Kamiraen zu sein und sie hasste die anderen Kamiraen, die sie nicht wieder zurück nach Hause ließen. Wahrscheinlich zurecht, denn dort konnte Fürst Dreizehn sie zu leicht finden.
      Fürst Dreizehn – was der gegen sie hatte war ihr auch schleierhaft. Maja sprang auf und trat vor Wut gegen den Stein.
      „Au!“
      Das hätte sie lieber lassen sollen, fluchend hielt sie ihren Fuß fest. Auf der Straße, die zu Bauer Jonathans Hof führte, blieb ein Junge stehen und schaute sie blöd an. Abgesehen davon, dass sie einen Stein trat, hatte sie auch noch auf Deutsch geflucht. Maja beherrschte Paratak, die Sprache, die in der Welt ohne Namen fast überall gesprochen wurde, aber in letzter Zeit konnte sie beide Sprachen zunehmend auseinander halten. Zu Beginn hatte sie Paratak instinktiv benutzt, ohne darüber nachzudenken. Das war eine Nebenwirkung, wenn man ein Weltentor durchschritt: man konnte diese Sprache wie seine eigene Muttersprache. Maja dachte oft sogar in Paratak, aber in den letzten Wochen hatte sie immer öfter wieder in ihrer wirklichen Muttersprache gedacht. Es gab ihr ein Stück Heimat.
      Maja hatte von Anfang an großes Heimweh gehabt und sie war wirklich extrem wütend, weil man ihr nicht erlaubte, heimzukehren. Im Augenblick versuchte sie, nicht zu oft an ihr Zuhause zu denken, das Ganze zu verdrängen und einfach ein bisschen Spaß mit Karim und Jinna zu haben. Aber es war schwer, eigentlich sogar unmöglich.
      Der Junge, der sie eben angeschaut hatte, kam näher. Soweit sie wusste, hieß er Pedro. Was Maja nie verstehen würde, war die seltsame Art, nach der sie hier ihre Kinder benannten. Es gab langweilige Namen, alte Namen, englische Namen, sogar asiatisch klingende und Namen, die es wohl nur hier gab. Offenbar konnte man sich auch so ziemlich aussuchen, wie man sein Kind nannte. Man konnte sich sogar aussuchen, ob man ihm einen Nachnamen gab oder nicht. Und wenn jemand mit einunddreißig plötzlich entschloss, sich ganz anders zu nennen, dann war das auch kein Problem.
      Pedro blieb vor ihr stehen und lächelte unsicher. Maja hatte Lust, ihn so richtig wütend anzuschauen. Sie konnte wirklich wütend schauen, wenn sie wollte, aber manchmal sah es vermutlich lächerlich aus und in dieser Situation war es wirklich unangebracht. Sie bemühte sich zurückzulächeln.
      Jetzt strahlte der Junge fast. Er war ein wenig jünger als sie, aber vielleicht kam es ihr nur so vor, sie selbst sah etwas älter aus, als sie es war.
      „Bist du eigentlich am Samstag auch auf dem Fest?“, fragte er. „Ich bin nämlich da und ich freue mich schon darauf, dich zu sehen. Oder sitzt du wieder mit Karim und Jinna nur in einer Ecke?“ Der Junge schaute ganz traurig.
      Das Sommerabschiedsfest, natürlich. Maja erinnerte sich dunkel daran, dass das ganze Dorf mit Vorbereitungen dafür beschäftigt war. Es sollte auf der Obstwiese von Bauer Jonathan stattfinden. Wäre sie da, würde sie wahrscheinlich wirklich nur mit Karim und Jinna in einer Ecke sitzenen, aber sie würde nicht einmal im Dorf sein. Aus irgendeinem unerklärlichen Grund hatte sie plötzlich Lust, dem Jungen Angst einzujagen.
      „Ich bin nicht da, ich gehe morgen weg. In den Dark Forest.“ Die letzten Worte sprach sie mit düsterer Stimme.
      Pedro bekam kugelrunde Augen und stolperte ein paar Schritte zurück. Sein Mund klappte auf und zu, aber er bekam keinen Ton heraus. Dann drehte er sich um und rannte davon. Leider fand Maja es nicht so lustig, wie sie es sich vorgestellt hatte. Sowieso fand sie in letzter Zeit wenig lustig und schon gar kein Sommerabschiedsfest. Deshalb war sie auch nicht traurig darüber, dass sie es verpassen würde. Sie hatte Besseres zu tun. Am Morgen war ein Brief von Matthias, Feodor und Meister Wolf angekommen. Die drei luden Maja, Karim und Jinna für ein paar Tage in ihr Haus im Dark Forest ein. Maja freute sich, dann wäre ihre kleine Reisegesellschaft wieder komplett. Auch auf ihr Wiedersehen mit Feodor freute sie sich, denn der Junge mit dem schlohweißen Haar faszinierte sie irgendwie. Sie musste an Fiete, sein fauchendes, geflügeltes Katzenwesen, denken. Das Tier faszinierte sie ebenfalls. Alma, die Mutter von Karim und Jinna war auch eingeladen worden, aber sie hatte dankend ablehnen müssen. Sie hatte zu viele Aufgaben für das Fest übernommen und konnte nicht weg. Außerdem wollte sie auch nicht weg. Karim hatte Maja verraten, dass seine Mutter einst geschworen hatte, das Dorf niemals zu verlassen, doch die genaueren Hintergründe hatte er ihr nicht erklärt. Alma hatte sich wieder voll und ganz in ihrem Heimatort eingelebt. Karim und Jinna ging es nicht ganz so. Sie hatten gesagt, dass sie sich nach den Abenteuern, die sie erlebt hatten, hier fremd fühlten. Die anderen Dorfbewohner, vor allem die in ihrem Alter, kamen ihnen plötzlich so ahnungslos und irgendwie teilnahmslos vor. Zuerst waren sie froh gewesen, wieder zu Hause zu sein. Doch dann sagte Jinna, sie hätte viel mehr von der Welt gesehen, als sie sich je zu träumen gewagt hätte, und sie wolle noch mehr sehen. Karim meinte einfach nur, er wolle etwas tun, was genau, das sagte er ihnen nicht.
      Besonders scharf wurden die zwei jetzt auf Majas Welt. Sie konnten Stunden damit verbringen, Maja zuzuhören, und bekamen ganz runde Augen, wenn sie von Flugzeugen und Autos erzählte. Noch mehr interessierte sie allerdings, wie die Menschen sich verhielten, was sie über die Welt dachten, wie Kinder aufwuchsen und was die Menschen als gut und böse ansahen. Das war neu, denn in dieser Beziehung waren sie bisher sehr taub gewesen. Maja konnte die Fragen oft nur teilweise beantworten, aber sie fand es sehr tiefgründig von Karim und Jinna, sich solche Dinge zu fragen. Sowieso waren die beiden sehr tiefgründig geworden, manchmal verstand Maja sie kaum noch.
      Was sie am wenigsten verstand war, warum die beiden weg wollten. Das hatten sie wirklich gesagt, sie wollten weg von zu Hause und irgendetwas tun. Maja regte das fürchterlich auf und das sagte sie ihnen auch oft. Wenn sie das Glück gehabt hätte, zu Hause bei ihrer Familie zu sein, dann hätte sie nie wieder weg gewollt. Aber sie durfte nicht nach Hause und es machte sie unglaublich wütend, dass Karim und Jinna das hatten, was sie nicht hatte, und es doch nicht zu schätzen wussten. Aber sie würde nicht aufgeben, bald schon würde auch sie wieder zu Hause sein. Sie war schließlich durch die halbe Welt gereist und hatte Alma aus der Gefangenschaft Fürst Dreizehns befreit. Gut, sie hatte es nicht alleine geschafft und eigentlich war alles nur Matthias zu verdanken, aber irgendwie hatten sie es zu viert hingekriegt. Zu fünft, Gnark war auch dabei gewesen. Maja vermisste den Kampfbaum, er war für sie etwas Besonderes gewesen. Irgendwie hatte sie sich bei ihm mehr zu Hause gefühlt, als in den letzten drei Wochen bei Alma, obwohl diese sich ihr gegenüber wie eine Mutter verhielt.
      Maja schüttelte verwirrt den Kopf und machte sich auf den Weg zu Almas Haus. Sie hatte in letzter Zeit manches Mal daran gedacht, einfach abzuhauen und auf eigene Faust einen Weg nach Hause zu finden. Aber sie wusste, dass das so gut wie aussichtslos war. Sie würde niemals ohne Erlaubnis das Hjemas-Tor durchschreiten dürfen, so viel war ihr klar, und selbst wenn sie es irgendwie schaffte, nach Hause zu kommen, würde Tabea keine zwei Wochen später wahrscheinlich auf der Matte stehen. Wenn sie zurück wollte, brauchte sie die Erlaubnis der Kamiraen und die hatten Angst, dass Fürst Dreizehn Maja umbrachte.
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      -The Doctor
    • Kennzeichnend für die Welt ohne Namen ist ihre Teilung in zwei Teile und zwar durch ein Gebirge, das nur wenige je überwunden haben. Auf der einen Seite gibt es zwölf Königreiche, die allerdings nicht von Königen regiert, sondern von Despriten verwaltet werden. Diese Despriten sind Verwalter des Großkönigs, des Herrschers über die zwölf Königreiche.
      Kennzeichnend für die Welt ohne Namen ist aber auch ihr bösester Bewohner, ein rätselhafter Mann, der auf der anderen Seite des Gebirges lebt.
      Das klingt etwas komisch, wenn es so kurz aufeinander folgt. :hmm:

      Und yeah es geht weiter mit Teil 2 :thumbsup: Ich fand ja schon den ersten Teil sehr schön und ich bin mir sicher, dass dieser dem anderen in nichts nachstehen wird. *einschleim :whistling: * Es freut mich, dass ich diesmal von Anfang an dabei sein kann. :thumbsup:
      Ich bin mir sicher, du wirst die Sache schon schaukeln und ich bin mehr als gespannt, was Maja und die anderen nun noch erleben werden und ob Fürst Dreizehn endlich seine verdiente Strafe bekommt. 8)


      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Danke Kyelia, das mit dem zweimal hintereinander hatte ich eigentlich absichtlich gemacht. Ich denke noch mal drüber nach. Aber danke für den Kommi und danke, dass du wieder dabei bist. ^^
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    • Oh, es geht weiter :golly: Nur eine Sache:

      „Au!“ [...] Abgesehen davon, dass sie einen Stein trat, hatte sie auch noch auf Deutsch geflucht

      Au ist eher ein Schmerzlaut, als ein Fluch in deutscher Sprache

      Ich wette, wenn Maja plötzlich zu Hause wäre, würde sie nach einiger Zeit auch wieder weg wollen :D Die Abentuerer in der Welt ohne Namen haben sie verändert - sie muss das aber anscheinend erst erkennen ^^
      Schöne Einleitung :) Mal schauen, wie du ddiesmal die Handlung ins Rollen bringst.

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • So, jetzt hab ich auch aufgeholt und muss sagen WOW. Schöne Fortsetzung und gelungener Anfang.
      Maja erreicht hier noch einmal viel Teife und ihre Trauer darüber, dass man sie nicht heimkehren lässt, macht einen selbst traurig.
      Einerseits kann man es verstehen, aus den Schutzgründen heraus, andererseits braucht ein "Kind" ihres Alters auch ihre Familie.
      :S
      Auf jedenfall macht es jetzt schon Lust auf mehr, herauszufinden, was sich in diesem Teil abspielen wird und ob Fürst Dreizehn geschlagen wird ^^
      :stick: schreib mal zu
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • @Alopex Lagopus: Nach dem "Au" steht folgendes: "Das hätte sie lieber lassen sollen, fluchend hielt sie ihren Fuß fest."
      Das "Au" sollte also nicht der Fluch sein, sondern ihre Worte danach, die ich allerdings hier nicht genannt habe. Ich könnte natürlich schreiben: "Sie fluchte eine Weile vor sich hin", oder so, wenn man das dann besser versteht. Bin mir nicht sicher.
      Weise Worte von dir übrigens und du könntest recht haben. Natürlich will sie vor allem ihre Familie zurück. Aber verändert haben diese Abenteuer sie auf jeden Fall.

      @Jennagon: Schön, dass du auch wieder dabei bist. ^^ Ich wollte mir eigentlich Zeit lassen, aber dein "Schreib mal zu" hat mich motiviert. Einen ganz kleinen Teil hab ich deshalb noch, der das Kapitel beendet. Viel passiert aber nicht, ich wollte mir ein wenig Zeit lassen, bevor die Handlung so richtig losgeht.


      Maja war jetzt an Almas Haus angekommen und vor Wut trat sie gegen den Kirschbaum der Familie. Ein Stück Rinde flog davon. Sie musste echt aufhören, gegen alles zu treten, an was sie auf ihrem Weg vorbei kam. Jimo Kandrajimo hatte versprochen, dass er gemeinsam mit den anderen Kamiraen eine Lösung finden würde. Sie musste einfach ruhig bleiben und sich ein wenig gedulden. Auch Jinna hatte gesagt, sie solle abwarten und ein bisschen Gras über die Sache wachsen lassen. Vielleicht änderte Dreizehn bald seine Strategie und suchte sie nicht mehr. Aber das würde sicher lange dauern. Und warum sollte er das tun? Sie wusste ja nicht einmal wirklich, warum er sie verfolgte. Nun gut, eigentlich wusste sie es: Weil sie eine Kamiraen war und er seit jeher alle Kamiraen verfolgte. Doch Maja hatte das Gefühl, dass mehr dahinter steckte und auch Tabea hatte so etwas angedeutet. Tabea, die Maja erst in diese Welt hier gebracht hatte. Schluss jetzt, ermahnte sie sich. Sie hatte genug darüber nachgedacht.
      Sie öffnete die Tür und trat ins Haus. Es roch nach warmem Käse und Fleischbällchen, Jinna war am Kochen. Alma konnte man durch das rückwärtige Fenster sehen, sie hängte gerade die Wäsche auf, und Karim wühlte in verschiedenen Schränken herum, offenbar auf der Suche nach Proviant für die morgige Reise. Neben ihm stapelten sich bereits Lebensmittel und Decken.
      „Karim, du brauchst nicht so viel mitzunehmen“, sagte Maja. „Wir werden in Eisingen abgeholt und bis dahin sind es bloß ein paar Stunden.“
      „Wir brauchen aber Decken. Der Wald ist groß“, antwortete Karim ohne von seiner Arbeit aufzusehen. „Und außerdem wäre es unhöflich, uns nur bei Meister Wolf durchzuschlemmen. Zumindest für die Reise sollten wir Essen beisteuern.“
      Maja zuckte mit den Schultern. „Er hat uns doch eingeladen und nach dem, was Matthias uns erzählt hat, ist er kein armer Mann.“
      „Wir sind auch nicht arm“, erwiderte Karim.
      Maja sagte ihm nicht, dass sie das anders sah. Alma besaß ein großes Haus, aber sonst hatte die Familie nur das, was sie gerade so zum Überleben brauchte, und auch nur, wenn alle im Haus arbeiteten. Alle außer Maja, denn Alma weigerte sich, sie Geld verdienen zu lassen. Dabei hätte Maja ein wenig Beschäftigung sicher gut getan. Dafür machte sie sich im Haushalt nützlich, sie putzte das Haus, stellte alle paar Tage frische Blumen auf den Tisch und hatte sogar angefangen, gelegentlich zu kochen. Bei letzterem hatte sie allerdings nicht das Gefühl, der Familie einen Gefallen zu tun. Zumindest erweckte Jinnas Gesichtsausdruck bei den von Maja zubereiteten Mahlzeiten diesen Eindruck. Außerdem fütterte Maja die Hühner und die neue Taube der Famile: Griri. Die alte Taube war davongeflogen, während die Familie fort gewesen war. Auch die Hühner waren neu, die alten hatten sich vermutlich die Nachbarn unter den Nagel gerissen, wie fast alles im Haus.
      Maja zog die Schuhe aus, setzte sich auf einen hölzernen Küchenstuhl und zupfte ein wenig am Tischtuch herum. „Kommt jemand von euch gleich noch mit zum Meer?“, fragte sie. Das Meer war nur wenige Kilometer entfernt und Maja wollte die letzten warmen Tage nutzen, um noch einmal baden zu gehen.
      „Keine Lust“, sagten die Geschwister fast gleichzeitig. „Außerdem gibt es jetzt Essen.“ Jinna nahm den Topf vom Herd und ließ ihn vor Maja auf den Tisch krachen.
      Verärgert wischte sich Maja einen Tropfen Käsesoße von der Nase und stand auf, um die Teller zu holen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dinteyra ()

    • Dinteyra schrieb:

      und fing sogar an, ab und zu zu kochen.

      Ich weiß, bei solchen Sätzen istes immer schwer, aber hier würde ich wegen dem "zu" schreiben: "und hatte angefangen gelegentlich zu kochen!" oder "kochte sogar gelegentlich!"
      Andere Wortwahl, gleicher Sinn ^^ :whistling:

      Dinteyra schrieb:

      Auch die Hühner waren neu, die alten hatten sich vermutlich die Nachbarn unter den Nagel gerissen, wie fast alles im Haus.

      Na wer so Nachbarn hat, Prost Mahlzeit, aber ich finde diese Kleinigkeit echt klasse. Zeigt, wie sehr du deine Texte bearbeitest und nachdenkst 8o :thumbup:

      Ein schöner Teil, der das Zusammenleben zeigt. Maja versucht Teil zu sein, aber kann es doch nicht ganz.
      Ihre Situation ist echt keine schöne, aber wie soll es auch bei Heimweh in dem Alter sein. :S
      Ich kann Maja gut verstehen ...
      Ihre Handlungen und Gefühle sind absolut authentisch :super:
      Und dann mal zur weiteren Motivation: :stick: WEITER SCHREIBEN :thumbsup: :thumbsup:
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Okay, da habe ich dann etwas vorschnell zitiert und nicht so genau gelesen. Ich las nur den Satz, wo es um das "auf Deutsch fluchen" ging, sah zurück und sah nur ein Au, das danach hab ich mir nicht nochmal angeschaut, sry x)

      Oje, es sieht wirklich etwas trist für Maja aus :S Keine wirkliche Beschäftigung, außer ein wenig Haushalt kann echt frustrierend sein. Sie ist ja fast schon jähzornig. Bin gespannt, was das treffen mit Meister Wolf, Mathhias und Feodor bringt.

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


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    • #2:

      Dinteyra schrieb:

      Es gibt in dieser Welt Menschen, die ihr Leben damit verbringen, nach einem Geheimnis zu suchen – einem Geheimnis, in das man sie nicht eingeweiht hat. Es muss ein großes Geheimnis sein, etwas, was die mächtigeren Leute den anderen vorenthalten, weil sie Profit daraus schlagen wollen, oder weil sie es einfach spannend finden, etwas zu wissen, was der kleine Mann oder die kleine Frau nicht weiß. Welches Geheimnis sie genau suchen, das wissen sie nicht und wenn man sie danach fragt, geben sie nur unverständliches Gemurmel von sich. Oder aber sie fangen an, große Verschwörungstheorien auszubreiten, die jedes Mal anders aussehen. Solche Leute werden im Allgemeinen als verrückt bezeichnet, ihr Glaube an ein Geheimnis als Verfolgungswahn abgetan. Es gibt aber auch Leute, die glauben nicht, dass es ein Geheimnis gibt, nein, sie wissen es, denn man hat sie darin eingeweiht. Sie sind Hüter dieses Geheimnisses, oder anders gesagt: Eingeweihte.


      Ich weiß, du versuchst was kompliziertes zu erklären, aber vielleicht kannst du ein andere Wort als "Geheimnis" zwischendrin verwenden, dass ist etwas viel Wiederholung.

      Ich hab jetzt auch mal angefangen deine Geschichte zu lesen und schon ganz neugierig wie es weiter geht. Da ich die letzte Geschichte nur teilweise gelesen habe, komme ich noch nicht so ganz mit, aber ich denke, da werde ich noch durchsteigen. Dein Schreibstil ist aber sehr schön und ich finde, dass er auch sehr gut zu deiner Geschichte passt.
    • Danke an alle für eure Kommentare.

      @Kisa: Manchmal ist Wiederholung ja ein Stilmittel, aber du hast recht, an der Stelle habe ich es etwas übertrieben und ich werde versuchen, ein paar von den Geheimnissen wegzustreichen. Leider finde ich kein Synonym, das mir gefällt, also muss ich mir was anderes überlegen.

      @Jennagon: Es hat auch was Positives, die Hühner wurden gefüttert. 8)

      @Alopex Lagopus: Jähzornig ist ein gutes Wort. Majas Gemütszustand wird ohnehin in der nächsten Zeit etwas schwierig sein, denke ich. Wenn es zu viel wird und sie anfängt, euch auf die Nerven zu gehen, dann sagt bitte Bescheid, ich lach mir dann ins Fäustchen :evilgrin: . Nein, kleiner Scherz, wenn es zu viel wird versuche ich, es etwas zurückzuschrauben.

      So, jetzt hab ich wieder einen Teil fertig, sonderlich viel passiert aber nicht. Scheinbar brauche ich noch etwas Zeit um in die Handlung zu finden.


      Wieder in den Dark Forest


      Eine Stunde später war sie auf dem Weg zur Küste. Maja hatte sich immer gefragt, wo der Unterschied zwischen einer Stadt und einem Dorf lag. Normalerweise wahrscheinlich in der Größe und Einwohnerzahl, auch hatten Dörfer seltener große Einkaufsmärkte oder Fußgängerzonen. In der Welt ohne Namen war es ganz einfach: Städte hatten Stadtmauern, Dörfer nicht. Und Jakarestadt war ein Dorf. Es hatte etwa siebzehn Häuser, von denen zwei etwas abseits lagen: Der Hof von Bauer Jonathan und ein altes, unbewohntes Haus, an dem man vorbei kam, wenn man zum Strand ging.
      Das Haus war aus dunklem Holz zusammengezimmert und hatte eine kleine Veranda. Es war bestimmt einmal sehr schön gewesen, aber nun hingen überall lose Bretter herum, das Dach wies Löcher auf und das Holz war dreckig und verwittert.
      Maja mochte das Haus, sie war das eine oder andere Mal einfach hineingegangen und hatte sich umgeschaut. Überall hatte Staub gelegen, Spinnenweben hingen an der Decke und die Treppe war eingestürzt. Aber wenn man sich den Staub und die Spinnweben wegdachte, war es mit Sicherheit eines der schönsten Häuser im Dorf.
      Heute kam Maja wieder an dem Haus vorbei, aber dieses Mal war etwas anders. Es dauerte einen kurzen Moment, bis sie bemerkte, dass ein Pferd an der Veranda angebunden war und dass auf dem Dach zwei Männer saßen. Offenbar waren sie damit beschäftigt, es zu flicken. Ohne bemerkt zu werden, sah Maja ihnen eine Weile zu. Ob sie wohl hier einziehen wollten? Gehörte das Haus eigentlich jemandem? Sie zuckte mit den Schultern und ging weiter.
      Jakarestadt war eigentlich noch ziemlich weit vom Meer entfernt. Der Weg führte eine weite Strecke über hohe Dünen. Maja mochte die Dünen: den Sand, der einem bei Wind hart gegen die Beine schlagen konnte, das scharfe Dünengras … Sie musste an das Dorf der Genêpas denken. Dort hatte es auch Dünen gegeben und das Gras hatte eine ganz besondere Farbe gehabt. Hier war das Gras grün und wenn man aufs Meer sah, sah man auch keine Eisberge. Wenn man nach links blickte, konnte man abends die untergehende Sonne sehen, aber vorne, im Norden war nichts außer ein paar grauen Wolken. Hier fuhren auch nur selten Schiffe. Karim hatte Maja erzählt, dass der Schiffsverkehr eher im Osten und Süden des Landes florierte, dort gab es viele Häfen. Nur ab und an sah man hier ein Schiff auf seinem Weg ins achte Königreich. Auch das dritte Königreich, in dem sie sich befanden, hatte einen Hafen. Er lag südöstlich von Jakarestadt und war sogar relativ groß.
      Maja erklomm die höchste Düne und sah nun das Meer direkt vor sich. Der Wind blies ihr ins Gesicht und im Osten versank die Sonne im Meer. Eine merkwürdige Eigenschaft der Welt ohne Namen war, dass hier die Sonnenaufgänge viel schöner, als in der anderen Welt waren. Dafür waren die Sonnenuntergänge eher unspektakulär. So empfand Maja es zumindest.
      Plötzlich konnte sie nicht anders, sie breitete die Arme aus und lief mit wehendem Kleid laut schreiend die Düne hinab auf das Meer zu. Für einen kurzen Moment war sie glücklich. Das Meer war es, was dieses Gefühl in ihr auslöste, der zartrosa Himmel, die hohen Wellen, das Geschrei der Möwen … Sie schnitt sich an einer Muschel aber es störte sie nicht und als sie an der Wasserkante ankam rannte sie einfach weiter und stürzte sich in die Fluten. Das Salzwasser brannte in der Wunde und eine Welle schwappte ihr ins Gesicht, sodass sie Wasser schluckte. Hustend und spuckend tauchte sie wieder auf und schüttelte sich das Wasser aus den Haaren. Alma würde sauer sein, dass sie mit dem Kleid ins Wasser gesprungen war, aber was sollte es. Manchmal musste man einfach spontan sein.

      Maja blieb noch lange im Wasser. Als sie herauskam, zitterte sie am ganzen Leibe und sie hatte kein Handtuch dabei. Sie musste in dem nassen Kleid zurück ins Dorf gehen. Aber es kam ihr vor, als hätte das Bad ein wenig von ihren Sorgen davon gewaschen. Sie verspürte wieder Hoffnung. Die Sonne würde bald untergehen, aber am nächsten Morgen würde sie auch wieder aufgehen. Maja war sich sicher, dass auch für sie bald die Sonne wieder aufgehen würde. Sie würde nicht aufgeben. Sie würde nach Hause kommen. Gut gelaunt und pfeifend machte sie sich auf den Rückweg.
      Alma war wirklich ein wenig sauer, vor allem weil das Kleid und Majas Haare jetzt salzig und sandig waren. Sie nahm das Kleid, schlug es vor dem Haus aus und schickte Maja so wie sie war ins Bett. Das Kopfkissen wurde nass und der Sand störte sie ein wenig beim Schlafen. Aber sie musste ohnehin nur noch eine Nacht in diesem Bett schlafen. Dann würde sie sich auf den Weg in den Wald machen. Seufzend drehte Maja sich auf die Seite und schlief ein.

      Am nächsten Morgen standen sie sehr früh auf. Noch halb schlafend war das Erste was Maja tat, gegen den nächsten Schrank zu laufen. Das fängt ja gut an, dachte sie und schüttelte verwirrt den Kopf.
      Als sie dann aus dem Haus traten, waberte ihnen dichter Nebel entgegen. Sie konnten keine zwei Meter weit sehen. Maja fragte sich, ob sie bei diesen Bedingungen überhaupt den Weg finden würden.
      „Gibt's hier öfter solchen Nebel?“, fragte sie. Karim und Jinna schien er nämlich nicht sehr zu verwundern.
      „Manchmal kommt der Nebel aus dem Dark-Forest hierher“, antwortete Karim, „aber nur, wenn es fast windstill ist. Ansonsten vertreibt der Seewind den ganzen Nebel. Im Dark Forest nebelt es fast jeden Morgen.“
      „Ich weiß, ich war auch schon im Wald“, sagte Maja. Sie erinnerte sich nicht wirklich gut an den Nebel, vielleicht war er da gewesen, vielleicht auch nicht. Allerdings konnte sie jetzt nicht weiter darüber nachdenken, zu sehr musste sie aufpassen, nicht vor den Kirschbaum zu laufen.
      Karim übernahm die Führung der kleinen Gruppe, denn sie mussten zuerst zum Hof von Bauer Jonathan und er kannte den Weg dorthin von allen am besten. Der Weg war einfach, an der Dorfkreuzung rechts und dann immer geradeaus.
      Der Grund, aus dem sie noch zu Bauer Jonathan mussten, war einfach: Tamor hatte ihnen ihre Pferde, Panama, Darlino und Pantomime, zurückgegeben, mit der Begründung, die Halbdrachen würden sie oft hungrig ansehen und er wisse nicht, wie lange sie bei ihm noch sicher seien. Selbst Pauline hatte er zurückgegeben. Die Eselin stand in dem kleinen Stall neben Almas Haus und da würde sie wohl auch bleiben. Die Pferde hatten dort aber keinen Platz mehr gefunden und so wurden sie bei Bauer Jonathan untergestellt, der dafür nur verlangte, dass Karim wieder bei ihm arbeitete und dass sie die Pferde regelmäßig ausritten.
      Es dauerte nicht lange, bis sie den Hof erreicht hatten. Sie sattelten die Pferde und führten sie dann zurück nach Jakarestadt. Bei dem Nebel trauten sie sich nicht, aufzusteigen. Im Ort verabschiedeten sie sich ein letztes Mal herzlich von Alma und machten sich anschließend auf den Weg nach Eisingen. Der Nebel verzog sich nicht, aber nach einiger Zeit löste er sich ein wenig auf, sodass sie reiten konnten. Sie brauchten nicht viel Zeit bis Eisingen, Maja hatte in der Welt ohne Namen jegliches Zeitgefühl verloren, aber Karim meinte, sie seien etwa drei Stunden geritten.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
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      -The Doctor
    • Die Pferde hatten in dort aber keinen Platz mehr gefunden und so wurden sie bei Bauer Jonathan untergestellt, der dafür nur verlangte, dass Karim wieder bei ihm arbeitete und dass sie die Pferde regelmäßig ausritten.
      Die Vorstellung von Maja, wie sie da ans Meer rennt, gefällt mir irgendwie. Das weckt den Wunsch selbst mal wieder ans Meer zu fahren. :D Ich finde die Szene sehr schön geschrieben. ^^

      Und dichter Nebel? Na das fängt ja schon mal gut an. Ich freue mich schon unheimlich, die ganze Truppe wieder vereint zu sehen/lesen.

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Für einen kurzen Moment war sie glücklich. Das Meer machte sie glücklich, der zartrosa Himmel, die hohen Wellen, das Geschrei der Möwen

      wiederholung

      Am nächsten Morgen standen sie sehr früh auf. Noch halb schlafend war das erste was Maja tat, gegen den nächsten Schrank zu laufen.

      groß

      Ich stelle mir dieselbe Frage wie Maja: war der Nebel letztes Mal auch schon da? Immerhin hat Maja es geschafft, sich ein wenig aufzumuntern, ich hoffe, das Treffen mit ihren Freunden wird ihre Laune weiter anheben - auch, wennn ich Streit erahne; aus welchen Grünen auch immer.

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    • @Alopex Lagopus: Scheitere gerade auch daran, mich an den Nebel zu erinnern. Mal eben nachschlag - bei Karim und Jinna war er einmal da, Maja hat ihn scheinbar nicht gesehen. Vielleicht hat sie da noch geschlafen? Ich habe Karims Aussage einfach in 'fast jeden Morgen' umgewandelt, im Sommer bleibt er vielleicht manchmal aus.

      @Kisa: Soll ich dir eine grobe Zusammenfassung des ersten Teils schreiben?

      So, die anderen Fehler hab ich auch korrigiert und es kann weitergehen. Jetzt geht es endlich mal ein bisschen los.


      In Eisingen war es still – zu still. Außerdem waren an allen Häusern die Fensterläden geschlossen. Karim, Jinna und Maja setzten sich vor einer Gartenmauer auf den Boden und warteten.
      Meister Wolf hatte ihnen geschrieben, er würde sie hier abholen. Der Brief war vor einer Woche einfach auf den Küchentisch gefallen. Maja fragte sich, was Wolf wohl getan hätte, wenn sie die Einladung abgelehnt hätten, denn sie hätten keine Möglichkeit gehabt, es ihm mitzuteilen. Maja, die an Post, Telefone, Sms und E-Mails gewöhnt war, behagte es nicht, dass es hier so wenig Möglichkeiten gab, sich Nachrichten zukommen zu lassen. Man konnte seinen Brief einem Boten anvertrauen und es gab auch ein paar wenige Brieftauben, aber sonst war man ziemlich aufgeschmissen, wenn man eine Botschaft überbringen wollte und kein Zauberer war. Am Sichersten war es meistens, sie selbst zu überbringen.
      Die drei saßen ziemlich lange vor der Gartenmauer und überlegten schon, ob Wolf nicht mehr auftauchen würde, als aus dem Haus hinter ihnen ein Mann mit einem großen Schnurrbart und einem ziemlich roten Gesicht heraus kam.
      „Den kennen wir doch“, murmelte Karim verdrießlich.
      Der Mann blieb unschlüssig vor ihnen stehen. Er schien zu erwarten, dass sie aufstanden, aber keiner von ihnen machte Anstalten dazu, also sprach er sie schließlich an:
      „Ihr drei solltet besser zusehen, dass ihr nach Hause kommt. Der Nebel zieht unheimliche Gestalten an.“
      „Wir können schon selbst auf uns aufpassen“, sagte Karim, „aber danke für - “
      In dem Moment zuckte der Mann fürchterlich zusammen und zeigte mit zitternder Hand auf den Dorfplatz. „Da … da … ein Geist.“
      Maja blickte in die Richtung, in die der Mann zeigte. Was dort auf sie zu kam sah im ersten Moment tatsächlich wie ein Geist aus: Eine große, schlanke Gestalt, eingehüllt in einen weißen Umhang, mit weißem, wild abstehendem Haar. Es war Feodor, der merkwürdige Schüler von Meister Wolf – jedenfalls fand Maja ihn merkwürdig – und auf seiner Schulter saß – struppig, grau und geflügelt – Fiete, der Flatkey, wie Feodor seine Art getauft hatte.
      „Das ist kein Geist“, sagte Maja zu dem schnurrbärtigen Mann, doch der war längst zurück in sein Haus gehuscht.
      „Hi Feodor“, sagte Maja.
      „Hallo“, gab der Zauberlehrling zurück.
      Karim runzelte die Stirn. „Wollte Meister Wolf nicht selbst kommen?“, fragte er.
      Feodor lächelte. „Er hatte keine Zeit. Aber keine Sorge, ich kann euch genauso gut durch den Wald führen.“
      Maja stand auf und nahm Pantomime am Zügel. „Hast du ein Pferd dabei?“
      „Nee, ich habe keins. Im Wald ist es unpraktisch. Aber ich laufe nebenher, ihr könnt ruhig reiten. Keine Sorge, ich bin ziemlich schnell und ausdauernd. Na los!“ Er klatschte in die Hände. „Steigt auf. Fiete zeigt euch den Weg. Aber passt auf, heute ist es ziemlich nebelig.“
      Die drei stiegen auf und Fiete sprang von Feodors Schulter und schwang sich in die Luft. Sie folgten dem Flatkey aus dem Dorf heraus und in den dunklen, nebeligen Wald. Feodor schaffte es tatsächlich mühelos, mit ihnen Schritt zu halten. Geschickt sprang er über den Weg und sein langer weißer Umhang wehte hinter ihm her. Maja hatte ihn zuletzt in einem schwarzen Kittel gesehen und fand, dass die weiße Tunika und die helle Hose, zusammen mit dem wehenden Umhang ihm viel besser standen. Sie verliehen ihm eine starke magische Ausstrahlung. Es war, als würde von dem Zauberlehrling ein helles Licht ausgehen.
      Der Weg zum Wald war kurz gewesen, durch den Wald dauerte die Reise dafür umso länger. Als die Sonne unterging setzten sie sich vor einen riesigen Baumstamm und machten eine kurze Pause. Feodor holte ein Brot aus der Tasche und brach es in vier Teile. Er gab jedem ein Stück und verschwand dann ein paar Minuten im Wald. Als er zurück kam trug er eine große Steinschale voller Wasser in den Händen.
      „Woher hast du das denn?“, fragte Karim verblüfft.
      „Da hinten ist eine Quelle.“
      „Ich meine die Schale.“
      „Die stand neben der Quelle. Warum stellst du so merkwürdige Fragen? Es ist doch egal, woher die Schale kommt. Und schau mich nicht an, als hätte ich irgendetwas verbrochen.“
      Karim schüttelte verdutzt den Kopf.
      „Mach dir nichts daraus, so ist mein Bruder halt“, sagte Jinna.
      Aber Maja fiel die Feindseligkeit auf, mit der Karim dem Zauberlehrling begegnete. Sie hatte von beiden Geschwistern Misstrauen erwartet, denn sie begegneten der Zauberei mit den Vorurteilen, die sie in ihrer Kindheit gelernt hatten. Doch das hier war mehr. Karim mochte Feodor nicht. Auch dieser merkte das, ging aber nicht weiter darauf ein und schnappte sich sein Stück Brot. Er biss einen riesigen Bissen ab, lehnte sich dann an eine Wurzel des großen Baumes und blickte in den Himmel.
      „Bleiben wir die Nacht hier?“, fragte Maja.
      „Hmmmhm“, machte Feodor mit vollem Mund.
      Maja nahm an, dass er ja meinte. Plötzlich ließ Jinna ihr Brot fallen und fing wie verrückt an zu husten.
      „Das Brot ist viel zu trocken“, murrte Karim und blickte verdrießlich auf sein Stück. „Außerdem haben wir selbst was zu essen mit. Möchte jemand Räucherwurst?“
      „Oh ja, gib mal ein Stück her!“, rief Feodor fröhlich. Karim brach ein großes Stück ab und gab es ihm.
      „Fiete! Komm – hier!“, rief der Zauberlehrling und warf sein Stück hoch in die Luft. Mit einem beeindruckenden Sprung schnappte der Flatkey es sich, segelte auf einen Ast und begann, daran herumzunagen.
      „Hey, die war für dich!“, rief Karim. „Die ist viel zu schade für dein Tier, also iss sie das nächste Mal gefälligst selbst.“
      „Ich bin Vegetarier“, erklärte Feodor.
      „Ein Grasfresser!“, Karim verdrehte die Augen.
      „Eigentlich eher weniger Gras“, gab Feodor zurück.
      So ging das noch eine ganze Weile und irgendwann holten Jinna und Maja einfach ihre Schlafsäcke heraus und machten es sich im Gras bequem.
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    • #13

      Spoiler anzeigen

      Dinteyra schrieb:

      Es hatte etwa 17 Häuser,

      Ich würde an deiner Stelle die Zahl ausschreiben, das sieht im Text immer etwas schöner aus, ist aber nicht unbedingt ein Muss! Aber wäre ein Tipp von mir :)

      Ohne bemerkt zu werden_ sah Maja ihnen eine Weile zu.

      Komma

      Nur ab und an sah man hier ein Schiff auf seinem Weg ins 8. Königreich.

      Auch hier würde ich die Zahl wieder ausschreiben :)


      Ein schöner Teil, der aus meiner Sicht gut formuliert ist. außerdem macht er mich neugierig was es genau mit diesem Nebel auf sich hat. Hoffentlich erfahre ich im nächsten Teil mehr :D


      #17:

      Spoiler anzeigen
      Maja, die an Post, Telefone, Sms und E-Mails gewöhnt war, behagte es nicht, dass es hier so wenig Möglichkeiten gab, sich Nachrichten zukommen zu lassen. Man konnte seine Nachricht einem Boten anvertrauen und es gab auch ein paar wenige Brieftauben, aber sonst war man ziemlich aufgeschmissen, wenn man eine Botschaft überbringen wollte und kein Zauberer war.

      Wiederholung. Da du auch schon "Botschaft" etc. verwendet hast würde ich an deiner Stelle schauen, ob man die beiden Sätze nicht irgendwie umformulieren könnte, damit du keine Wiederholungen drin hast und auch nicht so viele synonyme für "Nachricht". :) (Nur nen Vorschlag)


      Ein wieder ein toller Teil, der durch das Geplänkel der Figuren am ende auch noch lustig wird. Gefällt mir gut und ich bin mal gespannt wie es weiter geht. :D

      @Dinteyra: Wenn du mir eine kleine und kurze Zusammenfassung schicken könntest würde es mir bestimmt leichter fallen durch die Figuren und die Hintergründe zu steigen, denn bis jetzt fällt es mir an der einen oder anderen Stelle noch etwas schwer, aber die Geschichte ist gut geschrieben, deswegen würde ich auch gerne alles verstehen :D also wenn du dir die Mühe machen würdest, wäre ich dir sehr dankbar :D
    • Ein schöner Teil und es freut mich, dass Feodor die drei Freunde abholt. ;)

      Ich glaube, ich wäre zusammen mit dem schnurrbärtigen Mann geflüchtet...kreischend...Eine große weiße Gestalt, mit weiße Haaren ist ja auch nichts, was man jeden Tag in einem Wald antrifft. Ist immerhin etwas unpraktisch, wenn man auffällt wie ein roter Punkt an einer weißen Wand. :thumbsup: Bei der Szene musste ich wirklich grinsen...:D
      Allerdings schließe ich mich Alo an, war Karim Feodor schon immer feindlich gesinnt? Kommt mir neu vor :D Was nichts Schlechtes ist. :whistling:


      LG, Kyelia

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