Der Geheimbund der Jäger I - Die Tochter der Götter

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    • Ich habe mal beschlossen noch einen weiteren Teil online zustellen, weil bei einigen von euch Fragen bzw. Verständnisprobleme aufgetaucht sind. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der nächste bzw. übernächste Part im puncto des Monsters im Klubrestaurant alles aufklären wird. hoffe ich zumindest :/ :whistling: Viel Spaß beim weiter lesen! :)



      Kapitel 8
      Artemis, die Göttin der Jagd und Schutzpatronin der Amazonen


      Ich schluckte, als ich neben Alex trat, der wie gebannt auf den Haufen Staub schaute. „Was war das denn?“, fragte ich vollkommen entsetzten in die Stille.
      „Das“, erklärte Aiden und wies mit der blutigen Schwertspitze auf den Staubhaufen, „war ein Empuso.“
      „Eine was?“, fragte ich verwirrt nach, weil ich mir darunter überhaupt nichts vorstellen konnte. Allerdings wollte ich das auch nicht wirklich, wenn ich bedachte, was für ein Furchteinflößendes Wesen das gerade war.
      „Ein Empuso. Männlich, Nyra“, kam Aiden jetzt eine weibliche Stimme zu Hilfe.
      Als ich die Frau, die sich nun neben den Freund von Alex stellte, genauer betrachtete, fiel mir ihre beeindruckende Ausstrahlung auf. Sie hatte mit diesen wenigen Worten, die komplette Aufmerksamkeit im Raum auf sich gezogen und schien daran auch gewöhnt zu sein. Nebenbei war sie auch noch recht hübsch und funktionell gekleidet. Weite, schwarze Hose und dazu ein weißes Shirt. Beides saß locker an ihrem Körper, behinderte sie aber in keiner Bewegung. Außerdem ragten über ihrer rechten Schulter die fedrigen Spitzen von Pfeilen in einem Köcher hervor.
      Das ließ mich automatisch wieder einen Schritt zurückweichen, sodass Alex erneut vor mir stand, der beruhigend seine Hand auf meine legte, die sich in seinen Oberarm gekrallt hatte. „Du brauchst keine Angst mehr zu haben, Nyra. Das ist Artemis.“
      „Aha. Ich gehe mal davon aus, dass du die Göttin Artemis meinst“, wandte ich mich hysterisch an Alex. Ich konnte diese Situation einfach nicht wirklich realisieren. „Und dann meinst du, dass ich keine Angst mehr haben soll? Bist vollkommen bescheuert?!“
      „Nein, eigentlich nicht!“, bemerkte Alex trocken und zog mich an meiner Hand hinter seinem Rücken hervor, damit Artemis mich auch sehen konnte, wenn sie mit mir sprach.
      Ich blickte die angebliche Göttin fragend an. „Woher kennst du eigentlich meinen Namen?“, wollte ich wissen und musterte sie dabei skeptisch. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass diese Person eine Göttin sein sollte. Sie sah so jung aus. Kaum älter als ich.
      Sie funkelte mich mit ihren Augen an. „Hallo! Göttin. Erinnerst du dich?“, fragte sie mich und wedelte dabei mit ihren Händen an ihrem Körper herunter.
      Mit ihren smaragdgrünen Augen und den rotbraunen Haaren, war sie wirklich eine eindrucksvolle Erscheinung, die von ihrer Ausstrahlung nur noch untermauert wurde. Als ich sie so betrachtete, fiel mir auf, dass sie zu ihren Füßen ein großer, braunschwarzer Hund niedergelassen hatte und wenn ich mich nicht ganz täuschte, handelte es sich dabei um einen Wolfshund. Ein riesiges Vieh.
      „Oh, stimmt“, murmelte ich und blickte mich wieder nach der umstehenden Menge an Gästen um, die uns immer noch anstarrten. „Was ist eigentlich mit denen?“, wandte ich mich fragend an alle.
      Aiden schaute sich jetzt ebenfalls um, genauso wie Alex. Die beiden schienen nicht, sonderlich glücklich zu sein über die Tatsache, dass es bei diesem Angriff so viele Zuschauer gegeben hatte.
      „Das könnte definitiv ein Problem werden“, murrte Aiden unwillig.
      Artemis zuckte nur leicht mit den Schultern, als wenn die Sterblichen für sie kein Problem darstellten. „Um die kümmern wir uns später. Erst einmal ist es wichtig das Nyra eingeweiht wird.“
      „Nein“, knurrte Alex wütend.
      „Eingeweiht? In was denn?“, fragte ich verwirrt.
      „Kommt überhaupt nicht in Frage! Du hast doch gesehen, wie sie reagiert hat. Das kann man uns doch nicht zumuten“, wehrte Aiden aufgebracht ab.
      Die Göttin ignorierte die beiden Männer und wandte sich ausschließlich an mich. „Du wirst in den Geheimbund eingeweiht, Nyra.“
      Ich guckte sie mit großen Augen an. „Und warum?“, wollte ich wissen. Es erschien mir etwas komisch, dass ich von einer griechischen Gottheit, die eigentlich nicht existieren durfte, dazu erkoren worden war, mich einem Geheimbund von Jägern anzuschließen, der die Ungeheuer der griechischen Mythologie jagte und zur Strecke brachte.
      „Ich sagte nein“, mischte sich Alex entschieden ein, wobei er mich wieder hinter seinen Rücken schob, damit er zwischen mir und der Göttin stand.
      „Das ist nicht deine Entscheidung, Alexander Constantinides! Es liegt nicht in deiner Hand, die Wahl zu treffen, genauso wenig wie in ihrer“, bemerkte Artemis und wies mit dem ausgestreckten Finger auf mich. „Es ist ihre Bestimmung! Kein ausweichen. Kein entsagen. Es ist ihre Pflicht, als Halbgöttin!“
      „WAS?“, schrie ich entsetzt auf.
      Hatte sie mich gerade als Halbgöttin bezeichnet? Die spinnt doch total!
      Ich konnte einfach nicht glauben, was sie gerade gesagt hatte. Nie im Leben war das wahr!
      „Sagtest du gerade Halbgöttin?“, fragte Aiden misstrauisch und betrachtete mich von oben bis unten, wobei er genau meine Frage wiederholte, die ich mir schon innerlich gestellt hatte.
      „Ja“, stimmte Artemis zu und blickte mich mit einem freundlichen Lächeln an. „Auch wenn es dir vielleicht nicht gefallen mag, aber du bist eine weit, weit entfernte Nichte von mir. Außerdem würdest du ohnehin zu den Jägern gehören, weil du seit deiner Geburt nicht nur Halbgöttin bist, sondern auch noch in meiner Gunst stehst.“
      Ich schaute sie mit gerunzelter Stirn an. „Wie habe ich es denn geschafft in deiner Gunst zu stehen?“, fragte ich die göttliche Jägerin neugierig.
      „Dafür ist eher deine Mutter verantwortlich als du selbst, meine Liebe. Es liegt an deinem Namen“, erklärte sie mir mit sanfter, fast schon gerührter Stimme.
      „Mein Name?“, erwiderte ich völlig perplex.
      „Oh!“, machte Alex neben mir und wandte seinen Blick dann auf mich, während ich ihn fragend ansah. Offensichtlich hatte er begriffen, was Artemis gemeint hatte, aber ich war immer noch ratlos.
      „Dein Name ist griechisch und bedeutet übersetzt Jägerin“, klärte Aiden mich missmutig auf. Ihm schien die ganze Situation immer weniger zu gefallen. „Also ist an dieser Tatsache nichts mehr zu ändern, dass sie zu uns gehören wird?“, fragte er die Göttin.
      „Daran wird keiner etwas ändern können kleiner, rachsüchtiger Feuerdrache“, erwiderte Artemis zufrieden, wobei ich mir sicher war, dass der Kosename den sie Aiden verpasst hatte, alles andere als liebenswürdig gemeint war.
      Als ich Aiden anblickte, sah ich mich in meiner Vermutung nur noch bestätigt. Seine grauen Augen schienen richtig gehend zu funkelnd und unter Feuer zustehen.
      „Du wirst sie einweisen, Aiden!“, verlautbarte die jungfräuliche Göttin, machte dann eine lässige, wischende Handbewegung und verschwand dann in einem kleinen Lichtblitz gemeinsam mit ihrem Wolfshund.
      Verwirrt schaute ich zwischen den beiden Männern umher. „Was sollte denn diese Handbewegung?“
      „Damit hat sie die Gedanken der Menschen gelöscht, die von diesem ganzen Theater nichts mitbekommen sollten“, erklärte Alex mit belegter Stimme und wies mit seiner Hand auf die sich wieder bewegende Menge, die sich erneut auf die Tanzfläche geschwungen hatte.
      „Aha.“


      Glossar:


      Artemis:
      Sie die Tochter des Zeus und die Zwillingsschwester des Apollo. Jungfräuliche Göttin der Jagd und des Bogenschießens, der Natur, der Fruchtbarkeit und der Jugend. Der einzige Mann der sich ihr ungestraft nähern durfte war ihr Bruder Apollo. Sie wurde von den Amazonen verehrt und als deren Schutzpatronin angesehen. Zudem steht auch der Geheimbund der Jäger unter ihrem Schutz.


      Halbgötter:
      Der wohl bekannteste Halbgott ist Herkules. Aber neben Herkules gibt es in der griechischen Mythologie noch viele weitere Halbgötter, die aus Verbindungen (Liebschaften) zwischen Menschen und Göttern entstanden sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kisa () aus folgendem Grund: Korrektur

    • Kisa schrieb:

      Artemis, die Göttin der Jagd und Schutzpatronen der Amazonen
      meinst du nicht "Schutzpatronin" ?

      Kisa schrieb:

      Als ich sie so betrachtete, fiel mir auf, dass sie zu ihren Füßen ein großer, braunschwarzer Hund niedergelassen hatte und wenn ich mich nicht ganz täuschte, handelte es sich dabei um einen Wolfshund.
      Kein Fehler hier. Will nur nachfragen, wie ddicht du an der Mythologie bleiben willst, denn eigentlich zählen eher Hirschkuh, Eber und Bär zu ihren Vertrauten.

      Kisa schrieb:

      Es erschien mir etwas komisch, dass ich von einer griechischen Gottheit, die eigentlich nicht existieren durfte, dazu erkoren worden war,_mich einem Geheimbund von Jägern anzuschließen, der die Ungeheuer der griechischen Mythologie jagte und zur strecke brachte.
      + Leerzeichen; groß

      Kisa schrieb:

      „Ja“, stimmte Artemis zuund blickte mich mit einem freundlichen Lächeln an.
      zu und

      So so, eine Nichte der Artemis. Mal nachschlagen, wer sind denn Aremis´ Geschwister? :D Spontan fällt mir nur Apollo ein. Und das Problem mit dem Publikum hätte sich dann wohl auch gelöst. Dann bin ich mal gespannt, was Aien ihr jetzt alles beibringen darf :D

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Soweit nichts zu meckern.
      Ein paar Sachen haben sich geklärt ^^


      Kisa schrieb:

      „Ein Empuso. Männlich, Nyra“, kam Aiden jetzt eine weibliche Stimme zu Hilfe.
      Ah, okay. Ein Empuso? Gibts da noch bissi mehr kontext zu :rofl: Die einzige Vorlage, die ich dazu im I-net fand, sieht tatsächlich aus wie ein Vampir Oo.

      Kampftraining ... so so. Bin mal gespannt, wie das Nyra neben Arbeit und Schule hinbekommt :P
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • @Jennagon Vorne im Glossar steht eine etwas genauere Erklärung eines Empuso, aber da kommt im nächsten Teil noch etwas dazu wenn sich Alex und Nyra unterhalten, aber wenn du jetzt neugierig bist, dann schau da mal schnell nach. :)
      Ja, das Kampftraining kann man als interessant beschreiben würde ich sagen :D Warts ab! Das wird gut, versprochen :D
    • Aso, da ... ^^ Danke

      de.wikipedia.org/wiki/Empusa
      Da war allerdings nicht die Rede von Schlangen, sondern von Eseln und Hunden. Iwie sowas ...
      Deswegen dachte ich, du wärst von der wirklichen Form abgewichen. ^^
      Was man ja machen kann, wie Fuchsi :D Bei den Griechen würde ich das ohne Nachlesen, nicht mal merken. 8o
      Aber anscheinend heißen die Dinger wirklich "Empusa" unter Empuso war echt nix zu finden
      ?(
      Da ich mich in dieser Mythologie nur bedingt auskenne, muss ich immer googeln, was ich auch immer mache, um alles zu verstehen, aber unter Empuso hatte ich echt nur eine Zeichung gefunden. ^^
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Ich hab leider noch nicht alles gelesen, aber schon ein paar Anmerkungen:

      Kisa schrieb:

      Sobald ich genau geprüft hatte, dass auf jedem Tisch, Besteck, Servierten und ein Kerzenleuchter standen
      Servietten

      Kisa schrieb:

      „Aber jetzt fängt doch gerade erst der ganze Spaß an“, protestierte ich und warf ihm einen funkelnden Blick aus meeresblauen Augen zu.
      Ich weiß, dass du solche Sätze gerne schreibst, aber ich finde, dass sie extrem seltsam klingen, wenn du sie aus der Ich-Perspektive schreibst.

      Kisa schrieb:

      Langweiliger Unterricht, der auch nicht anders war, als der in Deutschland nur eben auf einer anderen Sprache, womit ich keine Probleme hatte durch die Zweisprachigkeit mit der ich, dank meiner Mutter, aufgewachsen war.
      Du hast schon öfter geschrieben, dass sie zweisprachig aufgewachsen ist, an dieser Stelle ist das eigentlich überflüssig und klingt leicht angeberisch von Nyras Seite. Der Leser weiß es noch.

      Kisa schrieb:

      Ich wollte ihr nicht, die Aufregung und die gute Laune nehmen. Dafür war der Tag heute einfach noch viel zu lag, als dass ich mit ihrer trübsinnigen Miene herumlief und schlechte Laune verbreitete.
      Hier finde ich den zweiten Satz sehr uneindeutig. Was ich verstehe: Nyra läuft mit Persephones trübsinniger Miene herum und verbreitet schlechte Laune?

      Ich finde es gerade sehr interessant. Alex scheint ein Teil des ganzen zu sein. Den Anfang von Post Nr. 50 fand ich etwas holprig aber sonst war alles gut. Dann mache ich mich mal daran, den Rest zu lesen.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • @Jennagon Ich weiß, dass es Empusa heißt, aber ich brauchte ne Männliches Wesen, deswegen habe ich das auch Empuso genannt. ich habe ja zu Anfang gesagt, das meine Geschichte nicht immer der griechischen Mythen und Legenden angepasst ist, aber in den meisten punkten schon. Im Glossar steht auch Empusa/Empuso.. für den Fall dass du da nicht nachgesehen hast. Eigentlich habe ich das Teil eingerichtet, damit die Leute, die sich nicht so gut auskennen in der griechischen Mythologie da alles nachschlagen können und eben nicht googlen müssen!!



      Ich wollte mich gerade Aiden zuwenden, als ich feststellen musste, dass er einfach verschwunden war, während ich die tanzenden Gäste betrachtet hatte. „Wie unfreundlich!“, zischte ich vor mich hin und wusste jetzt schon, dass Aiden und ich uns nicht sonderlich gut verstehen würden.
      „Was sollte eigentlich die Bemerkung mit der Halbgöttin?“, wandte ich mich fragend an Alex, der nur mit den Schultern zuckte.
      „Es heißt, dass einer deiner Elternteile von göttlichem Geblüt ist und da ich mir absolut sicher bin, dass es nicht Stella ist, muss das Götterblut wohl in den Adern deines Vaters fließen, Nyra“, erklärte er mir schlicht und machte sich wieder an die Arbeit, als wenn nichts weiter gewesen wäre.
      Ich starrte Alex nach und bewegte mich kein Stück, womit ich den tanzenden Gästen im Weg stand und in einer Tour angerempelt wurde, bis ich mich dann doch von der Tanzfläche entfernte.

      Mein Vater sollte ein Gott sein? Was für eine bescheuerte Idee war das denn? Als ob an dem irgendetwas göttlich gewesen wäre!
      Den restlichen Abend verbrachte ich damit meinen eigenen Gedanken nachzuhängen und verkroch mich in Alex´ Büro, wo ich Akten wegsortierte. Ich wäre Alexander ohnehin keine weitere große Hilfe gewesen, denn ich stellte mich tollpatschiger an, als ich es in Wirklichkeit war. Ich musste erst noch mit dem eben Geschehenen zurechtkommen, denn eigentlich hatte ich die Situation noch nicht wirklich realisiert. Ich hatte gerade Dinge über mich selbst erfahren von denen ich nie gedacht hätte, dass sie existieren würden - geschweige denn, dass ich sie besitzen würde.
      Irgendwann scheuchte Alex mich aus seinem Büro. Er bugsierte mich in sein Auto, sodass wir gemeinsam nach Hause fahren konnten. Ich starrte blicklos aus dem Beifahrerfenster und musterte die vorbei fliegenden, dunklen Schatten der nächtlichen Straßen von Lávrio.
      „Glaubst du, dass meine Mutter etwas davon weiß, was mein Vater in Wirklichkeit war … ist?“, fragte ich Alex leise, wobei ich meinen Blick immer noch aus dem Fenster gerichtete hatte.
      Alex zuckte hinter dem Steuer mit den Schultern. „Ich weiß es nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass dein Vater seine wahre Gestalt und Herkunft vor Stella verborgen gehalten hat.“
      „Hm ...“
      „Wir dürfen ihr nichts davon erzählen“, wandte sich Alex mit eindringlicher Stimme an mich.
      „Was genau meinst du? Das ich eine Halbgöttin bin? Das mein elender Vater sie die ganze Zeit belogen hat und heimlich ein griechischer Gott war ... ist?! Oder meinst du vielleicht, dass ich in einem Klubrestaurant arbeite und Alkohol ausschenke, was ich eigentlich gar nicht dürfte? Oder das ich gerade Artemis begegnet bin und von einem Emoso angegriffen wurde und dabei fast gestorben wäre? Was genau sollen wir ihr denn nicht erzählen, Alex?“
      „Es heiß Empuso“, verbesserte er mich ungerührt von meiner Tirade.
      Ich blickte ihn verwirrt an. „Was?“
      „Du hast Emoso gesagt, aber es heißt Empuso“, erklärte Alex mir, warum er mich soeben korrigiert hatte.

      Alter Besserwisser!
      „Ist doch egal, wie dieses Vieh heißt“, gab ich zurück und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Aber was von den Dingen, die heute Abend geschehen sind, sollen wir meiner Mutter denn nun nicht erzählen?“
      „Alles. Du darfst ihr kein Sterbenswörtchen verraten, Nyra.“
      Ich guckte ihn mit einem zweifelnden Blick an. „Das dürfte schwierig werden. Meine Mutter erkennt immer, wenn ich sie belüge.“
      Alex schaute mich fragend an. „Wirklich?“, fragte er mich ungläubig und musste sich ein kleines Lächeln verkneifen. „Dann darfst du mit ihr über dieses Thema nie wieder reden. Weder über deinen Vater noch über das Pantheon oder den Geheimbund. Hast du mich verstanden? Es ist immens wichtig, dass sie nichts davon erfährt, sonst könnten wir alle in großen Schwierigkeiten stecken.“
      „Warum sollten wir dann in Schwierigkeiten stecken?“, fragte ich und konnte mir dabei seine Antwort eigentlich schon denken.
      „Weil die Wahrscheinlichkeit dann immer größer wird, dass der Geheimbund an die Öffentlichkeit dringt und damit auch dass die Götter wirklich existieren. Dadurch wären die Menschen in noch größerer Gefahr als sie es ohnehin schon sind, weil sie von den Schrecken der Unterwelt wüssten und das darf niemals geschehen. Mit den neumodischen Waffen, die es heute gibt und den Fanatikern, könnten dadurch ganze Menschenrassen, Länder und Völker ausgelöscht werden, nur weil die Menschen in dem Glauben der Götter handeln. Das darf nicht geschehen. Es reicht schon, dass sie Massenmorde im Namen des Christentums und des Islams begehen. Die griechischen Götter dürfen und sollen nicht auch noch in dieses Fiasko mit hineingezogen werden.“
      Ich sah ihn erstaunt an. „Wow! Ich hätte nicht damit gerechnet, dass du so leidenschaftlich argumentieren kannst“, gab ich zurück.
      Er zuckte nur die Schultern und konzentrierte sich wieder auf die Straße.
      „Also haben wir zwei ein Geheimnis, das wir niemanden verraten dürfen“, wandte ich mich im verstellten, geheimnisvollen Tonfall an ihn.
      Alex blickte mich mit hochgezogner Augenbraue an.
      „Was denn? Es stimmt doch! Das macht uns zu Komplizen.“
      „Komplizen?“, fragt Alex, während er auf die Einfahrt einbog und den Wagen in der Garage parkte.
      „Ja. Wir sind Komplizen. Was so viel bedeutet wie, du musst mir helfen, das alles geheim zu halten vor meiner Mutter und auch vor Percy. Er darf ebenfalls nichts erfahren, sonst verrät er es nämlich meiner Mutter und dann haben wir ein riesiges Problem.“
      „Okay, abgemacht“, stimmte Alex zu und gemeinsam gingen wir ins Haus hinein, wo wir im Wohnzimmer unsere Eltern antreffen, die gemütlich auf dem Sofa saßen und eine Falsche Wein leerten.



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    • Kisa schrieb:

      Ich wollte mich gerade Aiden zuwenden, als ich feststellen musste, dass er einfach verschwunden war, während ich die tanzenden Gäste betrachtete hatte.
      betrachtet

      Kisa schrieb:

      Ich wäre Alexander ohnehin keine weitere große Hilfe gewesen, denn ich stellte mich tollpatischer an, als ich es in Wirklichkeit war
      tollpatschiger

      Kisa schrieb:

      Ich hatte gerade Dinge über mich selbst erfahren von denen ich nie gedacht hätte, dass sie existieren würden. Geschweige denn das ich sie besitzen würde.
      dass und davor ein Komma. Außerdem ist das ein Satz, würde statt Punkt einen Gedankenstrich setzen

      Kisa schrieb:

      „Hm...“
      Leerzeichen vor den Auslassungspunkten, Hm ist ein vollständiges Wort ;)

      Kisa schrieb:

      „Alles. Du darfst ihr kein Sterbens Wörtchen verraten, Nyra.“
      Sterbenswörtchen


      Hehe, ihr Vater ist ein Gott und ich bin mir echt sicher, dass es Apollo ist, Gott der Musik. mal ehrlich, ihre Mutter ist Autorin, da passt sie zu einer anderen kreativen Seele :rolleyes:
      Anyway, das mit der Geheimhaltung ist vermutlich einfacher gesagt, als getan. Besonders, wenn sich die Monster wirklich keinen Deut darum scheren, ob sie gesehen werden, oder nicht. Würde mich interessieren, was wohl passiert, wenn eine Hydra einfach mal entscheidet, urch die Straßen zu spazieren. Wird schwer zu vertuschen sein :D

      PS: Gratulation zu 600 Beiträgen :thumbup:

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      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • @Alopex Lagopus Danke schön! Jip ich freu mich auch über die 600 Beiträge. Apollo ... hmm ... der taucht auch bald auf, keine Sorge. Ich bin gespannt was du von ihm hältst! Danke für die Korrektur! :D


      Mir ist gerade langweilig, deswegen haue ich einfach mal noch einen Teil heraus :D



      Kapitel 9
      Sport ist Mord!


      Gestern Abend haben unsere Eltern, Alex und mir keine Fragen mehr gestellt. Sie waren viel zu aufgeregt, weil meine Mutter den Vertrag bei dem Verlag bekommen hatte.
      Als ich heute Morgen in die Küche kam, werkelte Percy schon am Herd herum und servierte meiner Mutter, Alex und mir einen Berg an Pfannkuchen mit kanadischem Ahornsirup. Furchtbar süß, aber unwiderstehlich.
      Ich verschlang mein Frühstück geradezu und freute mich schon auf den heutigen Schultag, denn auf dem Stundenplan stand Sportunterricht. Es ist kaum zu glauben, aber Sport war mein absolutes Lieblingsfach, wenn man mal von Geschichte absah.
      Als ich kaute, wandte sich Alex an. „Heute Nachmittag brauchst du nicht zur Arbeit kommen. Der Laden machte seinen Ruhetag, bevor es morgen richtig wieder losgeht.“
      „Okay, cool. Dann wird das heute ja, ein richtig entspannter Tag“, bemerkte ich lächelnd, während ich mir eine weitere Gabel Pfannkuchen in den Mund schob und genüsslich die Augen schloss, als ich mir den Sirup auf der Zunge zergehen ließ.
      „Das trifft sich ja gut“, mischte sich jetzt Percy in das Gespräch ein, „dann könnt ihr beiden mir heute Nachmittag im Garten helfen.“
      Alex runzelte die Stirn, als er seinen Vater anschaute. „Ich dachte, du müsstest nachmittags, beziehungsweise abends, arbeiten.“
      „Nein, das muss ich erst morgen wieder. Den Nachmittag habe ich mir freigehalten und wollte anfangen den Garten etwas umzugestalten.Vielleicht einen kleinen Kräutergarten einzurichten, wobei ich gut eure Hilfe gebrauchen könnte“, erwiderte der Chefkoch unserer kleinen, zusammengewürfelten Familie.
      „Klar, warum nicht“, stimmte Alex zu und ich nickte ebenfalls.
      „Dann habt ihr ja was zu tun, während ich an meinem neuen Buch schreibe und euch von der Terrasse aus beobachten werde“, erklärte meine Mutter mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen, dass sie sich so leicht aus der Affäre ziehen konnte. Sie konnte weder gut kochen noch, hatte sie einen grünen Daumen. Bei ihr gingen sogar Kakten ein, die selbst in der Wüste aufblühten.
      Percy warf meiner Mutter einen nachsichtigen, aber doch amüsierten Blick zu, während Alex und ich uns anschauten und beiden die Augen verdrehten. Unsere Eltern waren verliebter als Teenager, was zwischenzeitlich einfach zum Kotzen war.
      Nach dem Frühstück chauffierte meine Mutter mich wie jeden Morgen zur Schule, wo Persephone schon sehnsüchtig auf mich wartete und alles vom vergangenen Abend wissen wollte. Über Aiden, das Pantheon und über Alex!
      Ich erzählte ihr natürlich die Monster– und Göttinnen-freie Version und musste mich an einigen Stellen zurückhalten, damit ich mich nicht aus versehen verplapperte. Als sie mir allerdings in der Mittagspause Haufenweise fragen über Alex stellte, musste ich mich zusammenreißen, mein Mittagessen nicht wieder auszukotzen.
      Woher sollte ich denn wissen, auf was für Arten von Mädchen/Frauen Alex stand, oder ob er eine Freundin hatte? Es gab wahrscheinlich nichts was mich hätte weniger interessieren können.
      Als es zur nächsten Stunde klingelte, stöhnte Persephone auf und schulterte ihren Rucksack, in dem sich ihre Sportsachen befanden. Wir stapften gemeinsam aus der Cafeteria über das Schulgelände zur Sporthalle, um uns dort umzuziehen, bevor wir uns mit den anderen im Inneren der Halle wiederfanden, wo unsere Twilight-Clique ebenfalls anwesend war.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kisa () aus folgendem Grund: Korrektur

    • Ich bin gespannt, durch das viele Smitezocken ist mein Bild von Göttern etwas verzerrt. Apollo taucht in em Game immer als lässiger Weiberheld auf, der einen auf cool macht. Das Bild wird schwer zu vertreiben sein x)

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      ~ William Shakespeare








      :fox:


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    • Einfach den Beitrag editieren tststs ^^

      Kisa schrieb:

      Sie waren viel zu aufgeregt, weil meine Mutter den Vertrag bei dem Verlag bekommen hatte, wo sie zu einem Gespräch vorgeladen war, als ich meinen ersten Schultag gehabt hatte.
      das ist überflüssig, das weiß der Leser noch. So zieht es den Satz mit zwei Nebensätzen in die Länge ;)

      Kisa schrieb:

      Unsere Eltern waren verliebter als Teenager, was zwischen zeitlich einfach zum kotzen war.
      zwischenzeitlich, Kotzen
      merk dir, wenn vor einem Verb "zum" steht, wird´s groß geschrieben. Ich glaube, das trifft immer zu ^^

      Kisa schrieb:

      Ich erzählte ihr natürlich die Monster – und Göttinnen freie Version und musste mich an einigen Stellen zurückhalten, damit ich mich nicht aus versehen verplapperte.
      Monster- und Götinnin-freie bzw. monster- und göttininfreie

      Kisa schrieb:

      Wir stapften gemeinsam aus der Cafeteria über das Schulgelände zur Sporthalle, um uns dort umzuziehen, bevor wir uns mit den anderen im Inneren der Halle wiederfanden, wo unsere Twilight – Clique ebenfalls anwesend war.
      Twilightclique bzw. Twilight-Clique Leerzeichen kommen nur an Geankenstrich, wenn es wirklich ein Gedankenstrich ist. Da muss aber ein Bindetsrich hin, der hat keine Leerzeichen. Ich glaub, die habe ich ir bisher durchgehen lassen, jetzt wird´s Zeit, was Neues zu lernen ;)

      Klingt ja nach einem ganz entspannten Nachmittag. Sowieso scheint sich nach em Erlebnis im Pantheon auch Nyras Beziehung zu Alex etwas harmonisiert zu haben ^^

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      ~ William Shakespeare








      :fox:


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    • @Alopex Lagopus entspannt ... wer es glaubt :D Da kommt noch ein Knaller, keine Sorge. Es wird nicht langweilig! Ja, die Beziehung der beiden hat sich gebessert, auch wenn ich schon von Jen nen Rüffel bekommen habe, weil Alex als Beschützer rübergekommen ist, will er letztendlich nur seine Familie aus allem raushalten, was mit Göttern zu tun hat und da gehört Nyra eben mit dazu. aber das wird in den nächsten Teilen noch deutlicher werden, ohne Beschützerinstink, Jen!!!
    • Kisa schrieb:

      @Alopex Lagopus entspannt ... wer es glaubt Da kommt noch ein Knaller, keine Sorge. Es wird nicht langweilig! Ja, die Beziehung der beiden hat sich gebessert, auch wenn ich schon von Jen nen Rüffel bekommen habe, weil Alex als Beschützer rübergekommen ist, will er letztendlich nur seine Familie aus allem raushalten, was mit Göttern zu tun hat und da gehört Nyra eben mit dazu. aber das wird in den nächsten Teilen noch deutlicher werden, ohne Beschützerinstink, Jen!!!
      Wie was? ... Ich hab doch zu Alex noch gar nichts gesagt? ;(
      Ich hab Aiden gemeint, nicht Alex. X( So hört man mir also zu. Alex hab ich bisher noch gar eine so große Rolle zugeschrieben. Außerdem Beschützerinstinkt ... pah. Immerhin ließ er sie auch durch eine fremde Stadt laufen, zu einer Bar, die sie nicht kannte. Und raushalten? Wenn er Nyra raushalten wollte, warum hat er dann überhaupt angeboten, dass sie dort arbeiten konnte?! Das beißt sich doch dann vorne und hinten ... Nee, über dessen Beschützerinstinkt machte ich mir keine Sorgen. :rofl: WEnn ich meine "Schwester in spee" aus sowas raushalten hätte wollen, hätte ich ihr einen Job in der Stadtbücherei besorgt. :rofl:
      So viel zu Alex ... aber schön zu sehen, dass es mal ruhiger zugeht.
      Naja, wenn Nyras Vater ein Gott ist, mit Artemis verwandt, bleibt da nicht viel Raum für Möglichkeiten :hmm: Es sei denn, man weicht wieder ab. ;)

      Das mit der ersten Seite hatte ich schon total vergessen ^^, sorry. Aber ich google recht gerne, weil ich so eben KEINE abgeänderten Dinge lerne, sondern das, was überliefert ist.
      Deswegen finde ich es dann schade, wenn man sich NICHT exakt an die Vorgaben hält. Wenn ich nicht google, um es da richtig zu lesen, präge ich Unwissende mir dann falsche Informationen ein.
      Und da ich viele kenne, die sich gerade mit der griechischen Mythologie beschäftigen, beharre dann auf Infos, die so gar nicht stimmen.
      Es sei denn, es ist wie bei Fuchsi ne komplett andere Form, das merke dann auch ich Dösbaddel ^^
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Kisa schrieb:

      Lies den Glossar steht da drin
      Ah, okay ... du hast die alte Währung wieder eingeführt ... würde ich aber im Text nochmal erwähnen ... denn das hatte auch Fuchsi nicht mehr im Kopf und ist ohne Hintergrund einfach mal im Glossar aufgeführt. Das bleibt nicht im Kopf, nach so langer Zeit. :D :whistling:
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Um meine Laune wieder ein bisschen zu heben, bekommt ihr noch einen Teil zu lesen. außerdem weiß ich nicht wirklich in wieweit ich morgen etwas online stellen kann, von daher genießt den nächsten Teil! :D



      „Was machen die den hier?“, fragte ich meine Freundin verblüfft, während ich eine schnelle Kopfbewegung machte, damit sie wusste, wen ich genau meinte.
      „Tja, manchmal kommt es vor, dass der gute kýrios Arestos Klassen zusammen unterrichtet, was dann wohl dieses Schuljahr auch auf uns zutrifft. Aber eigentlich ist es eher ungewöhnlich, dass er zwei verschiedene Jahrgänge zusammen in die Unterrichtsstunden packt, sonst sind es unterschiedliche Klassen aus demselben Jahrgang.“
      Ich runzelte die Stirn über die merkwürdigen Unterrichtsmethoden einiger Lehrer an dieser Schule, aber dennoch kam ich nicht über die Frage hinweg, warum Arestos überhaupt zwei Klassen zusammen unterrichtete. In den meisten Fällen ist es schon schwierig eine Klasse unter Kontrolle zu haben, aber bei zweien würde jeder normale Lehrer untergehen.
      In meiner ersten Sportstunde wurde ich eines besseren belehrt, denn kýrios Arestos hatte die beiden Klassen hervorragend unter Kontrolle. Keiner der Schüler tanzte in irgendeiner Weise aus der Reihe und wenn es den Anschein machte, dass das doch der Fall sein könnte, wurde man sofort zu fünf extra Runden durch die Halle verdonnert, was wirklich keiner wollte, wenn wir zu Beginn schon zehn Runden laufen mussten, um uns warm zu machen.
      Das Aufwärmen, war in der Sporthalle eigentlich überflüssig, da die Sonne mit voller Wucht auf das Dach der Halle knallte, sodass das Gebäude von innen so aufgeheizt war, dass man Spiegeleier auf dem Hallenboden hätte braten können.
      Ich wusste noch nicht so wirklich, ob ich diesen Sportlehrer hassen sollte, oder nicht. Er war ein echter Sklaventreiber, aber auf der anderen Seite würde er uns so auch verdammt gut konditionieren. Aber ich wusste, dass Persephone ihn wirklich hasste. Denn im Gegensatz zu mir, war sie nicht ganz so sportlich und hatte schon nach der zweiten Runde Seitenstechen und bekam kaum noch Luft.
      „Teilt euch in Teams auf!“, wies uns Herr Arestos an und holte drei Schaumstoffbälle aus dem Geräte – und Ballschuppen. „Ihr werdet Völkerball spielen und die Verlierermannschaft muss zwei extra Runden laufen!“
      Ich stellte mich ebenso wie die anderen in einer Reihe auf, damit Arestos die Teamkapitäne bestimmen konnte. Persephone schlich neben mich und grummelte etwas davon, dass Arestos ein Sadist wäre und nur Lehrer geworden sei, um Kinder zu quälen und zu schikanieren.
      „Andros. Temo. Ihr seid Teamkapitäne. Ich will faire Mannschaften“, rief der Lehrer, während er mit kleinen Hüttchen das Spielfeld absteckte.
      „Ach sieh an, zwei der Twilight–Kids dürfen wählen“, brummelte Persephone mit ätzender Stimme neben mir vor sich hin.
      Ich achtete gar nicht so genau darauf, wer wen wählte, sondern starrte eher unseren Lehrer an. Irgendwoher kam er mir bekannt vor. Aber vielleicht täuschte ich mich da auch, weil ich nicht wusste, wann ich ihn schon einmal gesehen haben sollte. Trotzdem kamen mir seine Augen unheimlich vertraut vor. Die Farbe war denen meiner Mutter sehr ähnlich meeresblau, allerdings mischte sich in die Augenfarbe meiner Mutter auch noch ein gewisses grün, was sich in meinen eigenen Augen auch widerspiegelte. Er hatte schwarze, kurze Haare, der Schnitt erinnerte mich an einen Militärhaarschnitt, den Schauspieler immer in den entsprechenden Aktionfilmen trugen.
      „Nyra“, zischte mir Persephone von der Seite aus zu und holte mich damit aus meinen Beobachtungen. Sie zog meine Aufmerksamkeit auf sich.
      „Was ist?“, fragte ich sie immer noch leicht verträumt.
      „Du wurdest gerade gewählt.“
      „Aha. Und von wem?“
      „Hast du überhaupt aufgepasst?“, wollte Persephone von mir wissen und schüttelte den Kopf, als ich sie mich mit einem verschmitzten Grinsen ansah.
      „Nicht wirklich“, gestand ich ihr. „Wer von den beiden hat mich denn gewählt?“
      „Savina“, entgegnete meine beste Freundin und wies mit der Hand auf das athletische Mädchen mit den schulterlangen, blonden Haaren und den braunen Augen, die mich freundlich anlächelten, während sie Aiden mit einem höhnischen Blick bedachten.
      Ich gesellte mich zu Savina, wo sich schon eine kleine Traube aus Schülern gebildet hatte, die darauf warteten, dass das Wählen vorbei war und wir mit dem Spiel beginnen konnten.
      Persephone wurde ziemlich zum Schluss gewählt, was mir in der Seele weh tat, weil ich es immer gehasst habe, als letzte gewählt zu werden, bevor ich in der siebten Klasse bemerkt hatte, wie viel Spaß man am Sport haben konnte. Aber immerhin nahm Savina Persephone in ihre Mannschaft, womit sie scheinbar heilfroh war nicht in Aidens Gruppe versauern zu müssen.
      „Puh, gut das wir in einem Team sind“, seufzte Persephone glücklich. „Wenn der Ball auf mich zukommt, dann schnapp ihn dir bitte, sonst bin ich innerhalb der ersten zehn Sekunden draußen und komme auch nicht wieder rein. Ich kann einfach nicht werfen und ausweichen. Dafür ist meine Motorik schlicht und ergreifend nicht gemacht.“
      „Klar, kann ich machen“, stimmte ich schulterzuckend zu und ging neben Persephone auf die Spielfeldhälfte, die sich Savina ausgesucht hatte.
      „Ich habe immer das Gefühl, dass der Ball es auf mich abgesehen hat“, grummelte meine beste Freundin vor sich hin, während sie sich in eine hintere Ecke unserer Feldhälfte verkroch.
      „Ach, das bildest du dir nur ein“, bemerkte Savina gut gelaunt und schlug meiner Freundin spielerisch auf die Schulter, was Persephone zusammenzucken ließ. „Du bist die Neue, oder?“, wandte sich die Blondine dann fragend an mich.
      Ich nickte nur bestätigend.
      „Ich gebe dir einen Tipp: Aiden zielt immer auf die Beine. Also lass den Ball nicht in deine Nähe kommen, sonst bist du verdammt schnell draußen, wenn du nicht rechtzeitig ausweichen kannst“, teilte Savina mir mit und stellte sich dann breitbeinig in die Mitte unserer Spielhälfte, womit sie Aiden direkt gegenüber stand, der sie schon mit funkelnden Augen amüsiert anblickte.
      „Was läuft denn zwischen den beiden?“, fragte ich Persephone leise, die immer über alles und jeden informiert war, während ich auf den Startpfiff wartete.
      „Ach das solltest du nicht so ernst nehmen, wenn du Aidens Blick meintest. Die beiden sind beste Freunde und versuchen sich im Sport immer zu überbietet, aber mit fairen Mitteln. Sie machen ständig einen kleinen, freundschaftlichen Wettkampf aus allem, aber sie sind hinterher nicht gemein, wenn man mal verliert oder einen Ball verfehlt. Sie sind eigentlich ziemlich faire Kapitäne, weil sie immer sagen, dass es ihre Entscheidung war, wen sie in ihre Mannschaft gewählt haben und dann auch selbst Schuld sind an ihrer Niederlage“, erklärte mir Persephone, während sie in Deckung ging, als Herr Arestos in seine knallrote Trillerpfeife pustete und damit das Spiel seinen Startschuss bekommen hatte.


      Glossar:


      Kýrios:
      Im Griechischen die förmliche Anrede für den Mann.
    • Bin immer noch nicht auf dem aktuellen Stand, aber zumindest auf der aktuellen Seite.
      Mir fiel noch mal auf, dass ich es ein wenig ungewöhnlich finde, dass Nyra den ihr ziemlich unbekannten Leuten einfach so glaubt, dass Dio ein Gott ist. Nach diesem Angriff ist es klar, dass sie überzeugt ist, aber davor hätte ich denen an ihrer Stelle einen Vogel gezeigt.
      Jetzt bin ich gespannt, ob ich herausfinden werde, was es mit all dem auf sich hat. :)
      Und ob ich dich jemals wieder einholen werde.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • Kisa schrieb:

      Die beiden sind beste Freunde und versuchen sich im Sport immer zu überbietet, aber mit fairen Mitteln.
      überbieten
      das klingt aber nach einer Auktion, fäne "übertreffen" also passender

      Typische Sportsituation, wer kennt die nicht? ^^ Hmm, und ob Herr Arestos ein entfernter Verwandter von Nyra ist? Götter scheinen sich hier überall herumzutreiben :D

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Ich glaube auch, dass der Sportleher vielleicht irgendeinen göttlichen Hintergrund hat. Großvater vielleicht :rofl:
      Naja, aber ich finde es schon merkwürdig, dass sie sich aus heiterem Himmel mit ihm identifiziert. Immerhin macht man das nicht, auch wenn Augenfarben ähnlich sind. Würde da ne Art Bauchgefühl vielleicht noch mit einbinden.
      Vielleicht würde ich Nyra auch, wenn sie sich selbst schon als sportlich beschreibt, dahingehend irgendein Hobby zuweisen. Eventuell, dass sie Joggen geht, zuvor in einem Verein war oder so ^^ Als Verwandte von Artemis wäre das instinktiv gar nicht so ungewöhnlich.
      So als Inspirationshilfe oder Ideenquelle :D

      Sonst bleibt abzuwarten, wer der Lehrer ist und wie das Spiel abläuft ...
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn: