Der Geheimbund der Jäger I - Die Tochter der Götter

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    • Zwei schöne Teile. :thumbup: Die Götter gefallen mir.
      Mir selbst ist mittlerweile eigentlich klar, was es mit diesen Jägern auf sich hat. Allerdings habe ich das Gefühl, niemand macht sich mal die Mühe, Nyra genau zu erklären, was eigentlich vor sich geht und welche Aufgabe auf Nyra zukommt. An Nyras Stelle hätte ich so langsam mal nach Erklärungen verlangt. Aber scheinbar scheint sie auch schon einiges zu wissen oder sie gibt sich damit zufrieden, dass man ihr nichts verrät.
      Oder habe ich einfach komplett überlesen, dass sie jemand mal richtig eingeweiht hat? Ich kann mich wirklich nicht an so eine Stelle erinnern obwohl es längst Zeit dafür gewesen wäre. :/
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • Ares ... Arestos :P ^^
      Na so langsam kommt die Sache mal ins Rollen. Sehr schön :super:
      Ich bin noch nicht ganz durch, aber hole den Rest heute mittag nach, ist nur der letzte Teil ;)
      Allerdings gleitet es mir momentan etwas zu viel in Aiden und Nyra ab. Ständig fragt sie sich etwas gedanklich über ihn, aber es ist nie was Neues. Da würde ich vielleicht mal abwarten, bis sich was "Wichtiges" tut, ansonsten wirkt es wie eine Dauerschleife, was bisher aber noch nicht so tragisch ist. 8o
    • @Dinteyra Innerhalb der nächsten Kapitel fragt Nyra ganz offen, was denn nun ihre Aufgabe ist etc. da kommen dann die schönen Überraschungen die ich für euch bereit gehalten habe, hab also bitte noch etwas Geduld, der große Knall kommt noch, indem Nyra dann alles klar wird, versprochen :D
      @Jennagon Das hin und her zwischen Nyra und Aiden besteht bis jetzt nur noch im nächsten Teil, dann wird nämlich langsam aufgelöst, wer Nyras Leiblicher Vater ist und was das alles mit ihrer Aufgabe bei den Göttern und den Jägern zu tun hat.
    • So hier geht es mit einem neuen Teil weiter! Ich bin ehrlich, als ich diese Szene und die nachfolgenden Kapitel geschrieben habe, war ich in einem kleinen Schreibrausch. Mri persönlich gefallen die nächsten Kapitel sehr gut und ich hoffe, dass es bei euch auch so ist. :D



      „Aiden ...“, sagte meine Mutter und guckte mich mit einem undeutbaren Blick an. Sie ließ dann ihre Augen von meinem nervösen Gesicht zu dem von Aiden wandern, der gerade näher heran kam.
      Kyría Kanakaredes“, begrüßte er meine Mutter lächelnd, während er ihr seine Hand entgegenstreckte um die ihre zu schütteln.

      Was wohl gerade in ihrem Kopf vorging?
      „Du hast also meine kleine, orientierungslose Jägerin gefunden und wieder nach Hause gebracht. Ich danke dir“, wandte sie sich mit höflichen Worten an Aiden, der genauso wie ich zusammen gezuckt war, als meine Mutter das Wort „Jägerin“ in den Mund genommen hatte.
      Aiden warf mir einen schnellen, aber scharfen Blick zu, der mich stumm fragte, ob ich ihr etwas verraten hatte, aber ich schüttelte kaum merklich mit dem Kopf, um seine, nicht gestellte, Frage zu verneinen.
      „Das war überhaupt kein Problem. Ich war selbst gerade auch auf dem Heimweg und da euer Haus nicht allzu weit von meinem Zuhause entfernt liegt, war das nicht einmal ein wirklicher Umweg“, erklärte Aiden etwas umständlich die Situation, während er die Hand meiner Mutter wieder los ließ.
      „Dann bin ich ja beruhigt“, gab sie zurück, während sie sich ihre Hand beruhigend auf die Brust legte und ihn ein leichtes Lächeln schenkte. „Kann ich dich zu einem frühen Abendessen einladen?“
      Ich kniff die Augen zusammen und hypnotisierte Aiden hinter seinem Rücken. Wehe, du sagst ja, drohte ich ihm innerlich und hoffte, dass er die Einladung meiner Mutter ausschlagen würde.
      „Klar, warum nicht. Wie könnte ich einem leckeren Essen abgeneigt sein?“, wandte sich Aiden an meine Mutter, während er ihr ein freundliches Lächeln schenkte.
      „Hervorragend!“ Freute sich meine Mutter und klatschte begeistert in die Hände, während sie uns beiden voraus ins Haus ging, um Percy über den Gast zu informieren, damit dieser fürs Essen noch eine weitere Person einplanen konnte.
      Ich packte Aiden ruppig am Arm und hinderte ihn daran meiner Mutter zu folgen. „Was soll das denn?“, herrschte ich ihn an.
      Er schaute mich irritiert an. „Ich war nur höflich“, gab er schlicht zurück, während er mit den Schultern zuckte.
      „Höflich wäre es gewesen, wenn du dich entschuldigt hättest und es sehr bedauert hättest absagen zu müssen und einfach gegangen wärst, Aiden!“
      Er blickte mich nur stumm an, riss seinen Arm aus meinem Griff und folgte meiner Mutter ins Haus.
      Ich seufzte tief. Warum musste das eigentlich immer so ablaufen? Konnte ich nicht einmal Glück haben, dass ein Essen mit „Freunden“ nicht peinlich verlaufen würde? In den meisten Fällen, lief es nämlich genau so ab: Peinlich. Meine Mutter stellte zu persönliche Fragen und man hatte das Gefühl, dass sie mich mit demjenigen verkuppeln wollte, sofern unser Gast, denn ein männliches Wesen war.
      Trotzdem blieb mir nichts anderes übrig, als den beiden nach drinnen zu folgen. Ich schleppte mich missmutig die wenigen Treppenstufen, der kleinen Veranda hinauf, durchquerte die gläserne Haustür und wünschte mir, dass ich mich in meinem Zimmer verkriechen konnte. Doch leider hatte Percy das Abendessen schon fast fertig, sodass es sich nicht mehr wirklich lohnte nach oben zu gehen.
      Also biss ich die Zähne zusammen und ging ins Esszimmer, wo sich Aiden schon mit Alex unterhielt. Bei meinem Hereinkommen schienen sich die beiden zu streiten.
      „Du solltest nicht hier sein“, bemerkte Alex mit finsterer Miene an Aiden gewandt, der ihm einen ebenso irritierten Blick zuwarf, wie er es zuvor schon bei mir getan hatte.
      „Was sollte ich denn auf die Einladung sagen?“
      „Wie wäre es mit nein?“, schlug Alex mit lauter werdender Stimme vor.
      „Das wäre äußerst unhöflich“, wies Aiden Alex auf diesen Umstand hin, der scheinbar sein einziges Argument war, hier bei uns zum Essen zu bleiben.
      „Das ist mir vollkommen egal!“
      „Ich habe aber Manieren und werde diese auch achten“, erwiderte Aiden mit einer Stimme, die hätte Eis schneiden können.
      Alex fuchtelte mit seinen Händen wild in der Luft herum, während die Töpfe und Pfannen von Percy in der Küche aufgeregt klapperten und hervorragend zu Alex´ hektischen Bewegungen passten.
      „Du kannst dir deine Manieren sonst wohin stecken!“, zischte Alex aufgebracht. „Wir können es einfach nicht gebrauchen, dass hier plötzlich irgendwelche Götter auftauchen, die dich für eine neue Mission losschicken wollen, während mein Vater und Nyra´s Mutter daneben sitzen. Ich kann keine weiteren Probleme gebrauchen!“
      Aiden kniff seine grauen Augen zusammen und fixierte Alex damit. „Sie würden das Gedächtnis von deinen Eltern löschen“, versuchte er seinen Freund zu beruhigen, was augenscheinlich nicht das Ergebnis erzielte, welches Aiden sich gewünscht hatte.
      „In den meisten Fällen ruft Ares dich zu sich. Der Gott des Krieges! Er manipuliert nicht, er tötet, Aiden! Hast du das vielleicht vergessen?“
      „Nein, natürlich nicht. Aber was macht dich so sicher, dass er immer tötet? Außerdem weiß er, dass Nyra eine von uns ist und würde ihre Familie deshalb niemals anrühren“, verteidigte Aiden seine Entscheidung und damit auch gleichzeitig den Kriegsgott.
      „Ihr solltet noch lauter reden, es haben noch nicht alle mitbekommen, worüber ihr gerade diskutiert“, teilte ich den beiden Streithähnen mit, die mich mit einem finsteren, aber auch verunsicherten Blick ansahen und dann schnell zur Küchentür guckten, ob Percy oder Stella mitbekommen hatten, worum es gerade gegangen war. „Sie haben nichts gehört“, beruhigte ich die beiden, griff nach einem Glas, welches ich mir mit Wasser füllte und den beiden dann ebenfalls eins anbot, doch sie lehnten dankend ab und stierten sich weiterhin wütend an.
      Was die beiden zu Freunden macht, weiß ich immer noch nicht! Ich steige durch die Freundschaft der beiden einfach nicht durch! Die meiste Zeit stritten sie oder schwiegen sich an.
      Ich zweifelte stark daran, dass auf dieser Basis eine gute Freundschaft etabliert wurde. Bei mir lief das jedenfalls nicht so ab, allerdings hatte ich auch keine Unmenge an Freunden, aber dafür war die geringe Anzahl, die besten die man haben konnte. Ich konnte mich auf meine Freunde immer verlassen und sie waren ebenso loyal mir gegenüber wie ich ihnen.
      „Nyra! Könntest du anfangen den Tisch zu decken?“, rief meine Mutter fragend aus der Küche, während sie noch damit beschäftigt war, das Essen auf Teller zu tun und es ansehnlich herzurichten.
      Ich gab ein unverständliches Brummen von mir, trotte aber dennoch hinüber zur Glasvitrine, in der sich das teuere Geschirr meiner Mutter befand, welches sie nur hervor holte, wenn wir Gäste hatten oder an Feiertagen.
      Ich jonglierte mit den Tellern und den polierten Gläsern, arrangierte sie schön auf dem Esstisch und verteilte das Besteck, während sich die beiden Jungs im Hintergrund immer noch leise stritten.
      Percy und Stella kamen ins Esszimmer und trugen jeweils zwei Servierplatten auf denen sich unser Abendessen befand. Sie stellen die Platten auf dem Tisch ab, wo ich in der Mitte noch genug Platz gelassen hatte. Anschließend forderte meine Mutter uns auf, Platz zunehmen, damit wir mit dem Abendessen beginnen konnten.
      Ich saß neben meiner Mutter und versuchte krampfhaft ihren neugierigen Blick zu ignorieren, welchen sie immer wieder auf Aiden richtete, der herzhaft zugriff. „Also, wie genau hast du denn, meine Kleine, gefunden, Aiden?“, wandte meine Mutter sich fragend an unseren Gast.

      Musste sie immer diese Kosenamen benutzen? Das ist extrem peinlich!
      „Sie hatte sich in einer Nebengasse verlaufen und ich habe sie gefunden, als ich auf den Weg zu meinem Parkplatz war. Ich habe sie gesehen, wie sie versuchte sich an den Häuserfassaden zu orientieren und habe kurzer Hand beschloss sie einfach nach Hause zu bringen, weil ich mir schon denken konnte, dass sie viel zu spät kam und sie sich sorgen machen würden“, erklärte er meiner Mutter die Lüge, welche ich ihr schon vorhin aufgetischt hatte.
      Ich wich dem Blick meiner Mutter aus, wobei meine Augen auf die von Alex´ trafen, der mich mit einer hochgezognen Augenbraue ansah. Selbst er wusste schon, dass ich mir durchaus zu helfen wusste, wenn ich Schwierigkeiten hatte, dass traf natürlich auch auf meine Mutter zu. Mittlerweile hielt ich meine eigene Lüge nicht mehr für so genial. Meine Mutter kannte mich, also musste sie wissen, dass sie gerade von vorne bis hinten belogen wurde. Das drückte sich auch in Percys Miene aus, als er erst mich mit gerunzelter Stirn anblickte und dann einen bedeutsamen Blick mit meiner Mutter tauschte, als diese ihren von Aiden abwandte. Die beiden verständigten sich mal wieder ohne Worte.
      „Aha“, machte meine Mutter, kaute auf einem weiteren Happen herum, den sie sich gerade in den Mund geschoben hatte. „Eigentlich stellt sich Nyra gar nicht so dumm an, wenn sie nicht weiter weiß, fragt sie einfach jemanden“, bemerkte sie mit listigem Blick,welchen sie wieder auf Aiden richtete und ihn damit eindeutig in Schwierigkeiten brachte.
      Doch er ließ sich seine Panik, die er eindeutig verspüren musste, nicht anmerken und antwortete meiner Mutter knapp auf ihre Frage.
      „Hat sie ja auch gemacht. Allerdings war Nyra nicht klar, dass sie mich angesprochen hatte, um nach dem Weg zu fragen. Anstatt ihr den Weg zu erklären, habe ich sie einfach mitgenommen.“

      Hm ... das klingt sogar ganz plausibel. Jedenfalls besser als meine Ausrede, um meiner Mutter die Wahrheit vorzuenthalten.
      Meine Mutter kniff ihre Augen noch einmal zusammen, ließ Aiden aber in Ruhe und quetschte ihn nicht weiter aus.
      Ich seufzte leise und erleichtert, dass ihr Verhör zu Ende war. Wir wandten uns alle unserem Essen zu, als plötzlich, wie ein einschlagender Blitz, eine in schwarzes Leder gekleidete Gestalt in mitten unseres Esszimmers auftauchte.
      Ich schrie überrascht auf, während Alex aufsprang und wild vor sich hin fluchte. Aiden legte vorsichtig sein Besteck beiseite, stand auf und trat dem fremden Mann gegenüber, wobei er eine kleine Verbeugung andeutete.
      Kýrios, Ares.“
    • Hallo,
      ein schön geschriebener Teil :thumbup: , der mich jetzt vollends verwirrt :S . Weiß die Mutter, dass Nyra eine Jägerin ist? Und wenn ja, warum macht Alex so viel Aufhebens darum, dass Aiden zum Essen dableibt?
      Und was macht Ares da, das ist doch viel zu auffällig :cursing:
      Dann schreib mal weiter :stick:

      Edit: Okay, Alopex hat mir aufgeklärt, die Mutter sagt das nur, weil Nyras Name Jägerin heißt. Dann ist alles okay :D
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dinteyra ()

    • Kisa schrieb:

      „Hervorragend!“ _ Freute sich meine Mutter und klatschte begeistert in die Hände, während sie uns beiden voraus ins Haus ging, um Percy über den Gast zu informieren, damit dieser fürs Essen noch eine weitere Person einplanen konnte.
      +Komma und klein weiter

      Kisa schrieb:

      Ich habe sie gesehen, wie sie versuchte sich an den Häuserfassaden zu orientieren und habe kurzer Hand beschloss sie einfach nach Hause zu bringen, weil ich mir schon denken konnte, dass sie viel zu spät kam und sie sich sorgen machen würden“, erklärte er meiner Mutter die Lüge, welche ich ihr schon vorhin aufgetischt hatte.
      beides groß

      Kisa schrieb:

      Selbst er wusste schon, dass ich mir durchaus zu helfen wusste, wenn ich Schwierigkeiten hatte, dass traf natürlich auch auf meine Mutter zu.
      das. Würde da außerdem einen neuen Satz beginnen

      Und natürlich platzt Ares in ddiesem Moment natürlich herein x) Wenn das Alex schon so klar gewesen sein muss, dann Aiden erst recht. Ich frage mich auch, wieso er nicht abgelehnt hat, für so klug halte ich ihn zumindest.

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


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    • Kapitel 14
      Ungebetener Besuch


      „Verfluchte Scheiße!“, wütete Alex, während er Aiden zornige Blicke entgegen schleuderte. „Ich habe dir gesagt, dass das passieren wird und ich nicht will, dass meine Familie in die Sache mit hineingezogen wird!“
      „Halt mal den Ball flach“, erwiderte Aiden bissig, während er sich wieder dem Gott des Krieges widmete, der bis jetzt noch kein Wort gesagt hatte, sondern auf meine Eltern starrte.
      Entsetzt folgte ich dem Blick des Kriegsgottes. Ich hatte richtiggehend Panik vor der Reaktion von Percy und meiner Mutter. Diese Diskussionen wollte ich schlicht und einfach nicht führen, geschweige denn, dass ich ihnen nicht mal erklären konnte, warum ein olympischer Gott in unserem Haus auftaucht. Diese Frage konnte einzig und alleine Aiden beantworten.
      Als ich dann die Gesichter der beiden Erwachsenen sah, zuckte ich zusammen und runzelte gleichzeitig die Stirn. Percys Reaktion war völlig normal. Er starrte Ares entsetzt und mit offen stehenden Mund an, während meine Mutter nicht mal aufgesprungen war, oder einen Ton von sich gegeben hatte. Sie blickte dem Kriegsgott einfach nur ruhig in seine meeresblauen Augen.
      Nicht wirklich die Reaktion, die ich von ihr erwartet hatte, wenn ich ehrlich bin.
      „Aus welchem Grund bist du hier, kýrios?“, wandte sich Aiden fragend an Ares, wobei er den Gott augenscheinlich aus der Betrachtung meiner Mutter riss, die bei den Worten von Aiden zusammen zuckte und ihren Blick abwandte und ihren halb leer gegessenen Teller musterte. Sie wich geschickt den fragenden Augen aller Anwesenden aus.
      „Du wirst etwas für mich erledigen, Aiden“, forderte der Kriegsgott, ohne zu erklären um was es ging.
      Aiden nickte zustimmend. „Was genau soll ich für Euch erledigen?“
      „Nicht hier!“, schrie Alex aufgebracht und riss mich damit aus meiner eigenen Erstarrung. Alexander ging mit wütender Miene auf seinen Freund zu. „Du hast geschworen, dass das nicht passieren wird. Du wirst nicht hier über irgendwelche Aufträge reden. Ich will nicht, dass sie mit hineingezogen werden“, stauchte Alex Aiden zusammen und wies dann mit seiner ausgestreckten Hand auf Percy, Stella und mich. „Sie haben mit der Situation überhaupt nichts zu tun und werden es auch nicht“, richtete Alex seine Worte nun an den Kriegsgott, der ihn zu ignorieren schien und weiterhin meine Mutter musterte, die immer noch ihren Kopf gesenkt hatte.
      „Stella“, wandte sich Ares an meine Mutter, die nur leicht mit dem Haupt nickte, dann Percy am Arm packte und ihn aus dem Zimmer zog.
      Meine Augen wurden immer größer und schienen fast aus ihren Höhlen zu treten, als ich zwischen dem Kriegsgott und meiner Mutter hin und her blickte. Was war das denn gerade? Ich warf Alex einen panischen Blick zu, der meiner Mutter mit gerunzelter Stirn nachgeschaute, als sie den Raum gemeinsam mit seinemVater verließ. Was ging hier nur vor? Irgendwas wussten wir beide nicht. Etwas Entscheidendes, wie es aussah.
      „Wo ... woher...“, brachte ich stotternd heraus und richtete meinen meeresblauen Blick auf den Gott in unserem Esszimmer.

      Mann, klang das bescheuert!
      „Woher ich ihren Namen kenne? Was glaubst du denn, Nyra?“, erwiderte Ares auf meine, nicht formulierte, Frage mit einer Gegenfrage.
      Ich sah ihn einfach nur an. Ich konnte nicht einmal denken. Panik machte sich in mir breit, als ich in seine Augen blickte, die den meinen so ähnlich waren. Könnte es sein? Nein! Nein, dass war einfach unmöglich, oder doch? Ich sah hilflos zu Alex und wünschte mir inständig, dass er irgendwas machen würde. Mir erklären würde, was hier gerade passierte.
      Woher kannte der Kriegsgott meine Mutter?
    • Kisa schrieb:

      Ich warf Alex einen panischen Blick zu, der meiner Mutter mit gerunzelter Stirn nachgeschaute, als sie den Raum gemeinsam mit seinem_Vater verließ.
      +Leerzeichen

      Tja, woher wohl, Nyra :D nachdem Apollo ausgeschieden ist, hatte ich Ares schon im Verdacht. Wahrscheinlich war er deshalb auch so sauer, als Nyra kein Schwert halten konnte - sie als Tochter des Kriegsgottes. Weiter so, ich finde, du verbesserst dich in Reaktion und Authentizität :)

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    • @Alopex Lagopus Danke schön. Tja, wie schon gesagt, die nächsten Kapitel sind alle im Schreibrausch entstanden. aus meiner Sicht sind sie nicht nur dreh und Angelpunkt der Geschichte (zumindest bis jetzt) sondern auch die besten innerhalb dieser Geschichte :D



      Ares schaute mich abwartend an. Er schien wirklich auf eine Antwort meinerseits zu warten. Allerdings wusste ich nicht wirklich, was er hören wollte. Ich hatte zwar einen absolut verrückten Verdacht, aber ich leugnete es mit allen Mitteln.
      „Ich ... ich weiß... nicht“, flüsterte ich stockend und sackte in mich zusammen, während ich die bohrenden Blicke der drei anwesenden Männer auf mir spürte.
      „Dann solltest du es schnellstens herausfinden. Es wird wichtig sein! Denn deine Hilfe benötige ich auch“, gab der Gott geheimnisvoll zurück und blickte mir dabei tief in die Augen, dass ich das Gefühl hatte, als wenn er auf den Grund meiner Seele schauen konnte. Alleine bei dem Gedanken lief es mir kalt den Rücken hinunter.
      Ich schaute wie ein Reh ins Scheinwerferlicht und rührte mich nicht.
      Alex trat wütend vor mich, schützte mich vor dem durchdringenden Blick des Gottes, und verschränkte seine Arme vor der Brust. „Nein! Ich habe eben gesagt, dass meine Familie nicht mit in diese Angelegenheiten hineingezogen wird“, herrschte Alex den Kriegsgott an.

      Mutig.
      „Deine Meinung interessiert nicht, Alexander! Das einzige was von Bedeutung ist, ist ihr Wissen oder ihr momentanes mangelndes Wissen“, erwiderte Ares mit tiefer, vor Zorn schwellender Stimme.
      „Sie hat mit alledem nichts zu tun!“, schrie Alex dem Gott entgegen.
      Ich zuckte zusammen, als die lauten Stimmen, der beiden Männer auf einander prallten. Meine Gedanken waren vollkommen durcheinander. Ich brauchte Ruhe, um mit der Situation umgehen zu können und mir meiner Gedanken Herr zu werden.
      „Sie ist alles!“
      Diese wenigen Worte rissen mich aus meiner Erstarrung.
      „Was?“, fragte ich kleinlaut und blickte mit meinen Augen in die von Ares und wusste nicht, was ich von ihm erwartete, aber irgendeine Reaktion musste von ihm kommen. „Was meinst du damit?“
      Ares seufzte und schüttelte den Kopf, während er seine Hand auf den Schwertknauf sinken ließ, der sich an seiner linken Hüfte befand. Mit den Fingerspitzen strich er, fast schon zärtlich, über den Rubin, der in den Griff des Schwertes eingelassen war. „So unwissend!“
      „Dann will ich aufgeklärt werden“, verlangte ich von ihm und war selbst davon überrascht, dass ich mich Ares gegenüber so aufmüpfig verhielt.
      „Nein!“, mischte sich Alex mit zornigem Blick ein.
      „Ich darf es dir nicht erklären, Nyra. Du musst von alleine darauf kommen“, gab der Kriegsgott zurück.
      „Wie soll ich denn wissen, über was ich mich informieren soll, wenn ich nicht mal weiß, warum ich danach suchen muss.“
      „Hör auf ihm Fragen zu stellen, Nyra“, herrschte Alex mich an und versuchte damit jeglichen Kontakt zwischen Ares und mir zu unterbrechen. Wahrscheinlich wollte er mich nur beschütze, aber ich brauchte Details und für den Moment sah ich in Ares die einzige Quelle.
      Jetzt mischte sich auch Aiden wieder ein, der die ganze Zeit still dagestanden und darauf gewartet hatte, dass der Kriegsgott genauer auf seine Mission einging. „Lass die beiden das alleine regeln, Alex!“
      Alexander kniff seine Augen zusammen und blickte seinen Freund hasserfüllt an. „Du verschwindest aus diesem Haus! Sofort!“
      Ich blickte Ares flehend an. Ich musste endlich verstehen, worum es ging und was das alles mit mir zu tun und welche Rolle ich zu spielen hatte. „Wonach soll ich suchen“, bat ich den Gott mir wenigstens dieses kleine Detail zu verraten, damit ich einen Anhaltspunkt hatte, wonach ich Ausschau halten sollte.
      „Such nach dem Brief, den deine Mutter bekommen hat. Er wird dir alles verraten“, gab er kryptisch zurück und packte Aiden dann am Arm. Zusammen verschwanden sie in einem kleinen Lichtblitz und ließen Alex und mich alleine im Esszimmer zurück.
      Ich schlang meine Arme um mich und blickte mich im Zimmer um. Alex kam auf mich zu und schloss mich, ganz unvermittelt, in eine Umarmung. „Was ist gerade geschehen?“, fragte ich ihn verwirrt, wobei meine Frage von dem Stoff seines T-Shirts gedämpft wurde.
      „Mein schlimmster Albtraum“, erklang die Stimme meiner Mutter aus der Küchentür.
    • Kisa schrieb:

      „Deine Meinung interessiert nicht, Alexander! Das einzige was von Bedeutung ist, ist ihr Wissen oder ihr momentanes mangelndes Wissen“, erwiderte Ares mit tiefer, vor Zorn schwellender Stimme.
      momentan
      ich weiß nicht ganz ob es so gemeint ist, aber ich fände hier die Formulierung "Das einzige was von Bedeutung ist, ist ihr Wissen oder besser gesagt, ihr mangelndes Wissen“ treffender

      Kisa schrieb:

      Ich zuckte zusammen, als die lauten Stimmen, der beiden Männer auf einander prallten. Meine Gedanken waren vollkommen durcheinander.
      durcheinander schreibst du zusammen, aber aufeinander nicht? :P

      Kisa schrieb:

      Wahrscheinlich wollte er mich nur beschütze, aber ich brauchte Details und für den Moment sah ich in Ares die einzige Quelle.
      beschützen

      Kisa schrieb:

      „Ich darf es dir nicht erklären, Nyra. Du musst von alleine darauf kommen“, gab der Kriegsgott zurück.
      Wieso darf eigentlich nie jemand etwas sagen? :huh: Ares ist schließlich ein verfluchter Gott, wieso soll er das nicht dürfen?

      Kisa schrieb:

      „Wonach soll ich suchen_“, bat ich den Gott mir wenigstens dieses kleine Detail zu verraten, damit ich einen Anhaltspunkt hatte, wonach ich Ausschau halten sollte.
      + Fragezeichen

      Oha, Stella scheint ja nach der letzten Aussage zu urteilen auch mehr zu wissen als sie eigentlich vorgibt. Unwillentlich muss ich mich jetzt fragen, wie viele Sterbliche eigentlich wissen, dass sie mal mit einem Gott geschlafen haben? :D

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      Besucht meinen Fuchsbau
    • Guten Morgen zusammen. Schön das ihr hier weiter lässt! :D
      Ich hoffe mal ich habe in diesem Kapitel Nyras Gefühle und die allgemeine Situation authentisch rübergebracht und euer Kopfkino läuft ohne Probleme mit der Geschichte mit! :D



      Kapitel 15
      Was geht hier vor?


      Alex und ich drehten uns gemeinsam nach der Stimme meiner Mutter um, die sich jetzt mit dem Kopf an die Schulter von Percy lehnte und vor sich hin starrte.
      Ich löste mich aus Alex tröstender Umarmung und trat dicht vor sie. „Was meinst du damit?“, wollte ich von ihr wissen.
      Sie verbarg irgendetwas vor mir, was augenscheinlich sehr wichtig war. Immerhin hatte sich gerade ein griechischer Gott an mich gewandt und brauchte mich. Extrem schräge Vorstellung, aber trotzdem bedeutete das, dass mich meine Mutter in irgendeinem Punkt meines Lebens angelogen haben musste.
      Meine Mutter hob ihren Kopf und blickte mir direkt in die Augen. „Das hat keinerlei Bedeutung für dich“, erwiderte sie mit kalter Stimme und marschierte aus dem Zimmer, ohne mich auch nur eines zweiten Blickes zu würdigen.
      „Was war das denn?“, fragte ich die beiden noch anwesenden Männer im Raum.
      Alex blickte meiner Mutter verwirrt hinterher und runzelte dabei die Stirn, während Percy meinem fragenden Blick aus wich und sich wieder in seine Küche verkrümelte, um wahrscheinlich den Abwasch zu erledigen.
      „Stella verbirgt irgendwas“, bemerkte Alex an mich gewandt, während wir gemeinsam die Treppe nach oben hinauf gingen. Wir setzten uns auf das Sofa vor dem kleinen Kamin in der Galerie.
      „Das ist mir auch aufgefallen, aber ich weiß nicht warum oder was es sein könnte“, gab ich zurück und blickte ihn bedrückt an.
      Meine Mutter hatte noch nie Geheimnisse vor mir. Wir waren immer offen mit allem umgegangen und hatten die Probleme gemeinsam gelöst, die sich uns in den Weg gestellten, bevor sie Percy getroffen hatte, anschließend gingen wir die Sachen zu dritt an. Bis jetzt funktionierte das auch immer problemlos, aber nun tat sich eine Kluft zwischen uns auf, die ich nicht alleine überwinden konnte. Das Geheimnis meiner Mutter musste sehr groß und dunkel sein, wenn sie es mir vorenthielt. Ich brauchte ihre Hilfe, um diese Lücke zwischen uns beiden wieder zu schließen, aber dafür musste sie mir von dem erzählen, was sie mir verschwieg. Für den Moment glaubte ich nicht, dass sie es tun würde. Vielleicht brauchte sie Zeit, um über alles nachzudenken, aber wie es schien hatte ich diese Zeit nicht.
      „Tja, dass ist wohl die eine Million Frage“, murmelte Alex, während er aufstand, zu der kleinen Bar ging, sich etwas zu trinken einschenkte und sich anschließend wieder neben mich auf das kleine Sofa setzte.
      Ich grübelte vor mich hin und blickte in die Feuerstelle des Kamins, in dem kein Feuer brannte, weil es hier oben ohnehin schon warm genug war. „Hast du gesehen, wie sie ihn angeschaut hat?“, fragte ich Alex, ohne ihn dabei anzusehen.
      „Ja, dass habe ich mitbekommen, aber was mich eigentlich mehr gewundert hat, war seine Reaktion. Er hat sie ebenso angestarrt“, bemerkte Alex, während er einen Schlug seines Drinks hinunter schluckte. „Sie ist nicht einmal zusammen gezuckt, als er, wie aus dem Nichts, erschienen ist. Stella muss eindeutig Erfahrung mit solchen Auftritten haben. Allerdings hat Ares sie angeblickt, als wäre sie eine Göttin, die gerade vor ihm erschienen wäre und dabei würde er in der Rolle eines Menschen stecken“, versuchte Alex das Gesehene umständlich aus seiner Sicht zu schildern.
      Ich musste bei dem Vergleich lächeln. „Ja, so hat es ausgesehen, nicht wahr?“
      „Vielleicht gibt es für diese Situation eine ganz einfache Erklärung und wir interpretieren da viel zu viel hinein“, merkte Alex an, während er sein Glas leerte und sich in sein Zimmer zurückzog.
      Ich blieb noch für einige Zeit sitzen, bis mir die Augen von alleine zufielen. Ich schleppte mich in mein Zimmer und fiel noch in meiner Kleidung ins Bett und schlief bis zum nächsten Morgen durch.


      Als der Morgen graute und sich die Sonne an den Himmel schlich, wachte ich langsam auf und schlüpfte träge aus meinem Bett. Es war kaum sieben Uhr und doch war es hier oben schon ziemlich warm. Das Haus heizte sich verdammt schnell auf. Manchmal verfluchte ich es hier zu sein, aber ich musste ehrlich sein, es war verdammt schön hier.
      Ich ging hinaus auf den Flur und klopfte dieses Mal an die Badezimmertür, bevor ich sie öffnete, denn schließlich wollte ich nicht noch mal Alex erwischen, wie er frisch aus der Dusche kam. Doch wenn man die Uhrzeit bedachte, um die ich gerade aus dem Bett gestiegen war, zweifelte ich ernsthaft daran, dass sich Alex noch im Badezimmer befand.
      Ich lag mit meiner Vermutung richtig, also machte ich mich schnell fertig. Anschließend ging ich hinunter in die Küche, wo ich Alex Kaffee schlürfend vorfand, wie er seinen Vater mit gerunzelter Stirn musterte, der mit hängendem Kopf das Frühstück machte.
      „Gutem morgen!“, begrüßte ich beide und verkniff mir ein kleines Gähnen.
      Percy hatte an diesem morgen nicht seinen üblichen Schwung und nickte mir nur knapp zu, während er zwei trostlose Pfannkuchen auf einen Teller klatschte und mir vor die Nase knallte.

      Definitiv schlecht gelaunt!
      „Was ist denn los?“, fragte ich ihn besorgt und legte ihm die Hand auf die Schulter, um zu zeigen, dass ich für ihn da war, wenn er reden wollte.
      „Nichts“, erwiderte er wortkarg und knallte auch Alex zwei Pfannkuchen auf den Teller.
      Alex blickte seinen Vater überrascht an. „Ist alles okay mit dir?“, wollte er wissen.
      „Alles bestens“, erwiderte er gereizt.
      „Okay“, bemerkte Alex gedehnt und blickte seinen Vater forschend an. „Du weißt schon, dass ich dir das nicht abkaufe, oder?“
      „Könnt ihr endlich aufhören mir Fragen zu stellen! Esst einfach und haltet den Mund!“
      Ich machte große Augen. Percy wurde gerade zum aller ersten Mal laut, solange ich ihn kannte. Da er mit meiner Mutter mittlerweile seit vier Jahren zusammen war, war das schon eine ziemliche Leistung, wenn man mich fragte.
      Alex und ich hielten den Mund und machten uns über unser Frühstück her, wobei ich mich bei meinem ersten Bissen fast verschluckte.

      Mann, schmeckt das scheiße!
      Ich warf Alex einen schnellen Blick zu und sah, wie auch er das Gesicht verzog, während er auf seinem Bissen herumkaute und sich scheinbar nicht traute das Essen hinunter zu schlucken.
      Wir sagten nichts und taten so, als wenn wir essen würden. Da Percy uns immer noch seinen Rücken zugewandt hatte, bemerkte er nicht, wie wir unauffällig das Essen in den Mülleimer warfen. Das Zeug konnte wirklich keiner Essen.
      „Wo ist denn Stella? Schläft sie noch?“, wandte sich Alex fragend an seinen Vater. Normalerweise standen die beiden immer zusammen auf, sodass meine Mutter schon in der Küche saß und eine Tasse Kaffee trank, während Alex und ich aufstanden.
      Percy zuckte zusammen. „Sie ist weg!“
      Ich runzelte die Stirn und blickte den Freund meiner Mutter fragend an. „Was soll das heißen, ´sie ist weg´?“, fragte ich.
      „Genau das, was ich gesagt habe“, gab Percy ungehalten zurück, schmiss sein Geschirrhandtuch in die Spüle und stürmte dann ins Esszimmer und hinaus in den Garten, wobei er Alex und mich ratlos zurück ließ.
      „Was läuft hier eigentlich?“, fragte ich an niemand bestimmtes gewandt. Ich wollte endlich wissen, was hier los war. Es lief irgendetwas gewaltig schief, dessen war ich mir sicher, aber ich wusste immer noch nicht, was es war. Aber das würde ich schon noch herausfinden!
    • Und die allgemeine Verwirrung in der Familie geht weiter. Jetzt benimmt sich Nyras Mutter auch noch merkwürdig. :S
      Mir hat der Teil eigentlich gut gefallen. Das Kopfkino war in Ordnung, ich konnte mir die Situation gut vorstellen. Manchmal bin ich über ein paar Fehler und seltsame Formulierungen gestoßen (siehe unten).
      Schön, dass Alex und Nyra endlich mal an einem Strang ziehen und ein ruhiges Gespräch führen. Ich fand sowieso, dass sehr viel Ruhe in diesem Teil steckte, was nach der ganzen Aufregung zuvor sehr gut passt. :thumbup:


      Spoiler anzeigen

      Kisa schrieb:

      Schön das ihr hier weiter lässt!
      Schön dass ihr hier weiter lest! (Ich weiß, es gehört nicht zum Text, aber trotzdem. Und vielleicht kommt ein Komma hinter "schön" aber da bin ich mir nicht sicher.)

      Kisa schrieb:

      lex blickte meiner Mutter verwirrt hinterher und runzelte dabei die Stirn, während Percy meinem fragenden Blick aus wich und sich wieder in seine Küche verkrümelte, um wahrscheinlich den Abwasch zu erledigen.
      Kommt von "ausweichen", also zusammen.

      Kisa schrieb:

      Wir waren immer offen mit allem umgegangen und hatten die Probleme gemeinsam gelöst, die sich uns in den Weg gestellten,
      "stellten" oder "gestellt hatten"

      Kisa schrieb:

      bemerkte Alex, während er einen Schlug seines Drinks hinunter schluckte.
      Schluck - und vielleicht kannst du das letzte Wort des Satzes austauschen um eine Wiederholung zu vermeiden

      Kisa schrieb:

      Normalerweise standen die beiden immer zusammen auf, sodass meine Mutter schon in der Küche saß und eine Tasse Kaffee trank, während Alex und ich aufstanden.
      Auch wieder eine ziemlich eng beieinander stehende Wiederholung. Wie wäre es, wenn Alex und Nyra sich aus dem Bett quälen?
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • So jetzt geht es gleich mal emotionsgeladen weiter! Ich wünsche euch viel spaß! :D




      Kapitel 16
      Verborgener Brief


      Während ich den Tisch abräumte, folgte Alex seinem Vater hinaus in den Kräutergarten und versuchte ihn zu beruhigen. Außerdem hatte er mir versprochen herauszufinden, was zwischen Percy und meiner Mutter vorgefallen war, dass sie jetzt einfach so verschwunden war. Ich hatte die starke Vermutung, dass es auch mit dem vergangenen Abend zusammenhing. Allerdings hatten Alex und ich uns ja darauf verständig nicht zu viel in die Situation hinein zu interpretieren, aber ich konnte einfach nicht anders.
      Nachdem die Küche wieder ordentlich war, bekam ich eine SMS von Persephone, in der sie mir mitteilte, dass die Schule heute ausfiel, weil es einen Wasserrohrbruch gegeben hatte. Außerdem wies sie mich daraufhin, dass wir uns am nächsten Morgen vor der Schule treffen und einen Ausflug machen würden. Anstatt den Unterricht abzuhalten, weil kyría Delphi sicher gehen wollte, dass nicht noch mehr Zeit verging, bis wir in unserem Thema, „Die Tempel der griechischen Götter“, weiter machten.
      Nachdem ich Persephone zurück geschrieben hatte, beschloss ich die Betten zu machen und Percy damit eine Last abzunehmen, da er sich Sorgen um das Verschwinden meiner Mutter machte. Ich machte mir natürlich auch Sorgen, aber ich war mir sicher, dass ihr nichts passieren würde. Zumindest hoffte ich das sehr.
      Ich zog gerade das Bettlacken ab, als mir ein Zettelschnipsel auffiel, welcher unter dem Bett hervorlugte.
      Ich beugte mich hinunter und holte das Papierstück unter dem Bett hervor, dabei erhaschte ich einen allgemeinen Blick unter das Möbelstück und erstarrte förmlich, als ich dort eine kleine hölzerne Kiste entdeckte, die ich vor Jahren schon einmal zu Gesicht bekommen hatte. In dieser Schatulle hatte meine Mutter die wenigen Sachen, die mein Vater bei uns gelassen hatte, verstaut. Niemand durfte die Box öffnen, oder sie auch nur in die Hand nehmen, außer ihr.
      Ich nahm den Zettel in die andere Hand und kramte die Kiste unter dem Bett hervor. Anschließend setzte ich mich und blickte auf die Schatulle hinunter. Mit zitternden Händen öffnete ich den Deckel der Kiste und schaute mit tränennassen Augen auf den Inhalt.
      In der Box lagen unzählige Briefe, verschiedene Schmuckstücke, die alle glänzten als wären sie aus purem Gold, aber es waren auch einige wenige Bilder darin, die leider viel zu verschwommen waren, als das ich meinen Vater hätte darauf wirklich erkennen können.
      Leider musste ich mir eingestehen, dass ich meinen Vater niemals kennen gelernt oder ihn auch nur einmal gesehen hatte. Selbst das Bild, welches ich mir von ihm gemacht hatte, war von der Ansicht meiner Mutter geprägt worden. Ich gebe viel darum meinem Vater wenigstens einmal zu begegnen, damit ichherausfinden konnte, warum er gegangen war und mich mit meiner Mutter alleine gelassen hatte. Ich machte ihm vorwürfe, weil ich einfach nicht begreifen konnte, wie ein Vater sein Kind zurücklassen konnte. Ich wollte das warum wissen. Warum hatte er uns verlassen? Wollte er mich nicht haben? Wusste er überhaupt, dass er eine Tochter hat? Liebte er mich? Warum war er nur gegangen? Die Fragen schossen mir immer wieder durch den Kopf und ich konnte nicht verhindern, dass meine Hände noch mehr zitterten und mein Herz begann sich zusammenzuziehen, weil ich so viele unbeantwortete Fragen hatte, die mir meine Mutter vielleicht niemals verraten würde.
      Meine Hände zitterten immer noch, als ich über den Schemen strich, der meinen Vater darstellte. Mit einem traurigen Lächeln auf den Lippen legte ich die Bilder wieder zurück in die kleine, hölzerne Schatulle.
      Mir liefen mittlerweile die Tränen aus den Augen, die zuvor nur darin geschwommen waren. Ich wischte mir die Nässe mit dem Handrücken von den Wangen, wobei ich es nicht verhindern konnte, dass einige Tropfen auf dasBlattpapier fielen.
      Ich schluckte schwer. Wollte ich diesen Zettel wirklich öffnen? War es mir so wichtig, was darin stand, dass ich die Privatsphäre meiner Mutter missachtete?
      Ich konnte einfach nicht anders. Mit zittrigen Fingern faltete ich das Papierstück auseinander und begann die Buchstaben zu lesen, die in einer markanten Handschrift verfasst worden waren.
      _____________________________________________________________________________


      Mein kleiner Kriegsstern,
      Es ist an der Zeit, dass Du zurückkommst und Deinen Eid mir gegenüber erfüllst. Meine Tochter wird ihre Bestimmung erfüllen und ihren Platz im Jägerbund einnehmen, der ihr seid ihrer Geburt vorbestimmt ist. Sie wird an meiner Seite kämpfen,ob es Dir gefällt oder nicht!
      Ich warte auf euch! Mein Kriegsstern wird nach Hause zurückkehren und ihren rechtmäßigen Platz an meiner Seite wieder einnehmen!
      A
      ______________________________________________________________________

      Während ich den Brief meines Vaters an meine Mutter las, flossen meine Tränen nur so meine Wangen hinunter.
      Er war hier? Er hatte sie zurückgerufen? Er wollte uns bei sich haben?
      Ich schluchzte auf, als ich den Brief ein weiteres Mal lass und dieses Mal, bemerkte ich auch wirklich alle Einzelheiten, die in dem Text erwähnt wurden.
      Jägerbund – Sie wusste es! Sie hatte es von Anfang an gewusst.

      Ich sollte an der Seite meines Vaters kämpfen? Hat der einen Sockenschuss? Ich konnte noch nicht einmal das Gewicht eines Schwertes tragen und dann sollte ich mit dem Teil auch noch kämpfen? Never ever! Das konnte er sich abschminken. Außerdem hatte ich wirklich keine Lust, dass das Schicksal der ganzen Welt auf meinen Schultern lastete. Das würde ich dann doch lieber solchen Sagenfiguren überlassen, wie Herkules!
      Allerdings hatte ich jetzt, nach dem Brief, eine etwas konkretere Vorstellung davon, wer mein Vater sein konnte, dass hatte zwar nicht direkt darin gestanden, aber wenn man zwischen den Zeilen las, konnte man es erkennen. Allerdings musste ich mir eingestehen, dass mich der Brief mehr verwirrte, als das er etwas Aufklärte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kisa () aus folgendem Grund: Korrektur des kompletten Textes @'Jennagon' @'Dinteyra'

    • @Jennagon
      Ich weiß noch nicht so genau, ob ich morgen bzw. am Wochenende Zeit habe etwas zu posten. Ich schreibe meine nächste Abiklausur und wir bekommen besuch, deswegen auch heute die zwei Teile, weil ich zeit hatten sie durchzulesen und online zu stellen :D Mach dir keinen Stress deswegen! :)
    • Kisa schrieb:

      Nachdem ich Persephone zurück geschrieben hatte
      zurückgeschrieben


      Kisa schrieb:

      weil es einen Wasserrohrbruch gegeben hatte, sodass das komplette Gebäude unter Wasser stand.
      Ist die Schule komplett unter der Erde? Wasser sucht sich den einfachsten Weg ... Ebenerdig bedeutet das, dass es höchstens den Türen hinausfließt ... ;)


      Kisa schrieb:

      Nachdem ich Persephone zurück geschrieben hatte, beschloss ich die Betten zu machen und Percy damit eine Last abzunehmen, da er sich Sorgen um das Verschwinden meiner Mutter machte. Ich machte mir natürlich auch Sorgen, aber ich war mir sicher, dass ihr nichts passieren würde. Zumindest hoffte ich das sehr!
      Ich war gerade dabei das Bett von Percy und meiner Mutter zu machen, als mir ein Zettelschnipsel auffiel, welcher unter dem Bett hervorlugte.

      Was sie macht ist ja bereits klar, ich würde das straffen. Das Ausrufezeichen ist iwie falsch, da es mehr eine Info ist, anstatt eine Aussage.


      Kisa schrieb:

      dass ich meinen Vater niemals kennen gelernt
      kennengelernt


      Kisa schrieb:

      Ich würde viel darum geben, um ihm einmal zu begegnen, um herauszufinden, warum er gegangen war und mich mit meiner Mutter alleine gelassen hatte.
      Die Zeit bedeutet, dass sie ihren Vater bis Ende der Erzählung niemals kennenlernen wird!


      Kisa schrieb:

      Während ich den Brief meines Vaters an meine Mutter lass,
      las

      Kisa schrieb:

      als ich den Brief ein weiteres Mal lass und
      las


      Kisa schrieb:

      So jetzt geht es gleich mal emotionsgeladen weiter!
      Hmm, kann ich nicht bestätigen, leider ... :/

      Weinen macht einen Text noch nicht emotional, auch wenn es öfters wiederholt wird.
      Ich weiß, wahrscheins in deinem Schreibrausch entstanden, fehlen mir im Text wahre Gefühle.
      Als jemand, der Personen kennt, deren Elternteile ins Nirvana verschwunden sind ... weiß ich, dass die Frage:

      Kisa schrieb:

      [...] warum er gegangen war und mich mit meiner Mutter alleine gelassen hatte. Ich machte ihm keinen Vorwurf. Ich wollte schlicht und ergreifend einfach nur wissen, warum!
      nicht unbedingt das Wichtigste ist. Kinder in dieser Sitution stellen sich eine Menge Fragen ... Wollte er mich nicht? Liebte er uns nicht genug, um zu bleiben? Sehe ich ihm ähnlich? Mag er die gleichen Dinge wie ich? Habe ich vielleicht schon mehr Geschwister? Vermisst er mich?
      Das nur mal ein paar, die ich in diesem Text etwas vermisst habe ... Und Vorwürfe macht man dieser Person immer. Mädchen ihren Vätern anders als Jungs. Die meisten Jungs, die ich kenne, schworen sich, ihrem Vater erst auf´s Maul zu hauen und dann ... Fragen zu stellen. Mädchen reagieren emotionaler, denke ich. Angst, Zweifel ... war ich Schuld?! Was sich mit zunehmenden Alter zwar ändert, aber ... um Vorwürfe kommt man nicht drum rum. Diese schlummern in jeder betroffenen Person.



      Kisa schrieb:

      Mein kleiner Kriegsstern,
      Es ist an der Zeit, dass du zurückkommst und deinen Eid mir gegenüber erfüllst. Meine Tochter wird ihre Bestimmung erfüllen und ihren Platz im Jägerbund einnehmen, der ihr seid ihrer Geburt vorbestimmt ist. Sie wird an meiner Seite kämpfen,um die Welt zu retten.
      Ich warte auf euch! Mein Kriegsstern wird nach Hause zurückkehren und ihren rechtmäßigen Platz an meiner Seite wieder einnehmen!

      Hmm ... Fand ich erst nicht schlecht, aber dann fiel mir auf, dass er davon redet die Welt zu retten, welche sich ja schon in Gefahr befinden muss, wenn er die Rettung zusammen mit seiner Tochter ankündigt. Was sich dann beißt, ist die Ruhe und Geduld, die er bewahrt.
      Grob übersetzt: "Du, hetz dich nicht, hab gerade eh ein Abbo bei Bild abgeschlossen, hab also Lesestoff aufm Klo, während ich auf euch warte ..." <--- :dance: Genau ... totaaaaaaaaaaal nachvollziehbar. Geht ja nur um die Welt, wer hat es da schon eilig ^^ Ne frühzeitig Ausbildung der Tochter ist ja auch total überbewertet und schnell gemacht. Immerhin ist sie halb-göttlich. :P

      Last But Not Least


      Kisa schrieb:

      Ich sollte an der Seite meines Vaters kämpfen und die Welt retten. Tja, da ich nicht einmal mit einer Waffe umgehen konnte, würde ich das stark bezweifeln, aber ich konnte es immerhin versuchen.
      Die ganz natürliche Reaktion, einer 16. Jährigen, auf die Rettung der Welt, die größtenteils von ihr abhängt. Typical Mary Sue :rofl:
      "Da ich schon mal in Griechenland bin und schulfrei habe, kann ich das ja mal übernehmen! Versuchen schadet nichts ..."(DOCH, genau das!) Fazit: Never ever nimmt man das so hin ... und dann auch noch mit dem Vater, der einfach mal abgehauen ist :pardon:



      Kulisse ist gut, auch wie sie die Schatulle fand, aber Mmn muss da bissken was überarbeitet werden :whistling:
      Da lässt sich mehr rausholen ^^
      Da las sich etwas eilig geschrieben, aber trotzdem stilistisch gut und leicht zu verstehen.
      Auch der Satzbau war in diesem Abschnitt :super:
      Keine verwirrende oder monsterartigen Sätze :thumbsup:


    • @Jennagon Ich kann deine Sichtweise auf die angezeigten Dinge verstehen und werde mir diesen Abschnitt noch mal vornehmen. Ist lieb von dir, dass du dir so viele Gedanken gemacht hast. Der nächste Teil, wird denke ich für dich auch interessant werden, weil du mich entweder hassen oder lieben wirst. Kann auch sein, dass du es absolut unlogisch finden wirst, aber mir gefiel das Setting einfach und es passt dazu was in meinem Kopf vor geht, wenn ich das ende der Geschichte schreibe.
      Ich werde schauen, ob ich es vielleicht schaffe die geänderte Version bis Donnerstag (also nächste Woche) online zu stellen, aber ich denke, dann spreche ich das auch noch einmal an. Vielleicht habe ich morgen aber auch genug Zeit und Durchhaltevermögen, dass ich das morgen Abend noch ändern werde und ihr nicht so lange auf die neue Fassung warten müsst!!

      xoxo

      Kisa
    • Ich warne euch einmal vor: dieses Kapitel ist ein Perspektivwechsel, zwar kein allzu großer, aber ich fand ihn sehr passend zur Geschichte und vermittelt euch hoffentlich ein bisschen besseres Bild von der Beziehung die ja irgendwie zwischen Stella und Ares zu existieren scheint! Ich bin mal gespannt, was ihr von diesem Teil der Geschichte haltet :D



      Kapitel 17
      Geheimnisse


      Stella Kanakaredes hatte sich schon früh am Morgen auf den Weg gemacht, um zu dem Berg Olymp zu fahren, wo laut den Legenden die griechischen Götter residierten. Der Pantheon erhob sich machtvoll und prächtig auf der Bergspitze.
      Stella stieg langsam aus ihrem Wagen. Sie wusste, dass dieses Denkmal nicht der wirkliche Sitz der Götter war, denn dieser erhob sich weit oben im Himmel, wo keiner so leicht Zugang zu den heiligen Hallen bekommen konnte, wenn er nicht erwünscht war.
      Dieses weiße Bauwerk war eine viel besuchte Touristenattraktion, aber um diese Uhrzeit war die bekannteste Sehenswürdigkeit Griechenlands noch unbesucht und das Gebäude verschlossen.
      Doch eine Kette mit mehreren Schlössern würde die gebürtige Griechin nicht daran hindern ihren Dickkopf durchzusetzen und den Gott des Krieges zu sich zu rufen.
      Mit schnellen Schritten ließ Stella ihren Wagen hinter sich und zupfte sich eine Haarnadel aus dem Knoten an ihrem Hinterkopf und machte sich damit an dem Vorhängeschloss zu schaffen.
      In null Komma nichts hatte sie das Schloss geknackt und machte sich daran, die schweren Türen zu öffnen, damit sie in das Innere des Pantheons gelangen konnte.
      Es hatte sie erstaunt, dass sie es fertig gebracht hatte das Schloss aufzubekommen. Immerhin war es schon fast sechsundzwanzig Jahre her, dass sie sich zuletzt dieser Fähigkeit bedient hatte.
      Sie schlüpfte zwischen den leicht offen stehenden Türen hindurch und betrachtete den Göttersaal, in dem die Sitze der olympischen Götter in einem Kreis angeordnet waren.
      Der Legende nach entsprach diese Nachbildung des Pantheons, eben dieser, welche die Götter wirklich bewohnten. Die einzelnen Sitze der Götter konnte man nur auseinander halten, weil in jedem das Symbol des jeweiligen Gottes eingeprägt war.
      Stella schritt in den marmornen Kreis hinein und stellte sich mit entschlossener Miene vor den Thron des Ares.
      „Ich, Stella Kanakaredes, ruf Dich, Ares, Gott des Krieges! Deine ergebene Dienerin, bittet um Deine Gunst“, rief sie laut, wobei ihre Stimme durch die marmorne Halle schallte. Sie hasste das, was sie jetzt tun musste, aber dieses Gespräch musste sie zum Wohle von Nyra nun einmal führen, auch wenn sie lieber an der Pest gestorben wäre, als Ares noch einmal entgegen sehen zu müssen.
      Wäre noch jemand hier gewesen, wäre er bei dem Klang ihrer Worte wahrscheinlich zusammengezuckt. Wer rief schon den Gott des Krieges an? Eine Frau, die schon immer eine Schwäche besessen hatte, die ihr in jungen Jahren zum Verhängnis geworden war.
      Stella stand da und wartete. Sie verschränkte ihre Arme vor der Brust, während ihr Fuß ungeduldig auf den steinernen Boden tippte.
      Sie war ebenso ungeduldig wie ihre Tochter, doch letztendlich besaß sie mehr Erfahrung und Selbstbeherrschung. Auch wenn Nyra es noch nicht wusste, würde sie in nächster Zukunft auf eine harte Probe gestellt werden. Stella versuchte ihre Tochter davor mit allen Mitteln zu beschützen, die ihr zu Verfügung standen, aber mit dem Auftauchen von Ares war die ganze Angelegenheit noch komplizierter geworden, als sie es ohnehin schon gewesen war. Er würde sich nehmen, was ihr gehörte. Er würde seine Tochter zu dem machen, für das sie auserwählt worden war, bei ihrer Geburt.
      Mit einem Lichtblitz erschien Ares direkt vor ihr, während er seine Hand wieder einmal locker auf dem Knauf seines Schwertes liegen hatte und Stella mit einem charmanten und selbstgefälligen Lächeln anblickte.
      „Du hast gerufen, Kriegsstern“, begrüßte er Stella, wobei er ihr immer näher kam und letztendlich nur wenige Zentimeter vor ihr halt machte. Sie waren sich so nahe, dass ihre Brust seine streifte, wenn sie Luft holte.
      Stella kniff ihre Augen zusammen und blickte dem mächtigen Gott entgegen. „Wir hatten eine Abmachung!“
      Ares nickte, während er um Stella herum ging und sie förmlich umkreiste. „Ja, dass stimmt, allerdings nur so lange, wie ihr außerhalb von Griechenland wart. Du bist zurückgekehrt und hast meine Tochter mitgebracht, die sich jetzt ihrem Schicksal stellen wird“, erläuterte Ares ihr knapp, wobei er alte Erinnerungen in Stella wach rief, die sie gehofft hatte für immer zu verdrängen.
      „Wir sind aber nicht wegen deinem Brief zurückgekommen, sondern wegen Percy“, gab Stella bissig zurück. Ares sollte bloß nicht glauben, dass ihr noch irgendwas an ihm lag. Sie verabscheute ihn.
      „Das ist unerheblich ihr seid hier und damit gehört Nyra mir!“, erwiderte Ares und blickte Stella fest in die Augen, während er seinen Besitzanspruch auf seine Tochter geltend machte.
      „Meine Tochter wird keine deiner, so genannten, Kriegerinnen sein“, herrschte sie den Mann vor sich an, welchen sie vor so vielen Jahren für unglaublich attraktiv gehalten hatte und mittlerweile nichts mehr in ihm erkennen konnte, außer einem Fehler.
      „Sie ist es schon“, gab Ares schlicht zurück, während er hinter ihr stand, sich vorbeugte und einen leichten Kuss auf Stellas Hals drückte.
      Sie wich sofort zurück und versuchte sich den Kuss vom Hals zu wischen, obwohl sie schon zugeben musste, dass es sich vertraut angefühlt hatte, aber sie würde nicht wieder auf seine Masche hereinfallen, wie sie es damals getan hatte.
      Früher hatte sie ihn wirklich über alles geliebt, aber seit diesem einen Abend, waren ihre Gefühle alles andere als ihm zugeneigt. Sie hatte keine Angst vor ihm, war sich aber dennoch bewusst, was er alles mit einem einfachen Fingerschnipsen anrichten konnte. Dennoch würde sie es sich nicht von ihm gefallen lassen, dass er sie küsste, um alte Erinnerungen wach zu rufen, die sie tief in ihrem Inneren begraben hatte.
      „Nein, ist sie nicht“, erwiderte Stella vehement, während sie den Vater ihrer Tochter mit einem aufgebrachten Blick auseinander nahm. „Sie kann keine deiner Kriegerinnen sein, wenn sie noch nicht einmal eine Waffe gesehen hat, geschweige denn in der Hand gehalten hat!“
      „Tja, dass hat mich auch überrascht, als sie mit dem Schwert herumgefuchtelt hat, wie mit einem Buttermesser. Das war schon recht erbärmlich für die Tochter des Ares. Warum hat sie nie den Umgang des Schwertes von dir gelernt, Stella?“, fragte Ares neugierig und die Mutter seines Kindes zu, während er versuchte sie mit einer sanften Berührung zu verführen und ihre alten Gefühle für ihn wieder wachzurufen, damit sie Percy völlig aus ihrem Gedächtnis strich.
      „Ich sah nie die Veranlassung dazu meiner Tochter das Handwerk des Schwertes beizubringen. Außerdem weiß sie nicht, wer ihr Vater ist und sie weiß auch nichts über meine Vergangenheit mit dir“, zischte sie dem Gott entgegen.
      „Das ist bedauerlich, denn nun werde ich ihr alles beibringen müssen und ich werde mit Sicherheit nicht so zimperlich mit ihr umgehen, wie du es getan hättest“, erwiderte er, wobei ihre Gesichter kaum noch von einander getrennt waren. „Aber dass du ihr nichts von mir erzählt hast und auch nicht von deiner eigenen Vergangenheit wird dir zum Verhängnis werden. Erneut.“
      In Stella hatte sich so viel Wut aufgestaut, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sie explodierte und diese Zeit war nun gekommen. „Das wäre alles nie passiert, wenn du nicht aufgetaucht wärst, du Bastard!“
      „Deine Wortwahl ist nicht sonderlich rühmlich, wenn ich anmerken darf, ist deine Tochter auch einer“, erwiderte Ares mit einem amüsierten Grinsen auf den Lippen, welches Stella dazu veranlasste nach ihm zu schlagen. Doch der Kriegsgott reagierte schnell und fing ihre geballte Faust noch in der Luft, auf dem Weg in sein Gesicht, auf und zog Stella näher an sich heran. Ihre Lippen waren nur noch wenige Millimeter von einander entfernt. „Ich habe dein Temperament wirklich vermisst, mein kleiner Kriegsstern“, raunte er ihr zu, während er die kleine Distanz überwand und seine weichen Lippen auf die ihren presste.
      Stella begann sich sofort gegen den Kuss zu wehren und schaffte es auch Ares´ Lippen von den ihren zu lösen. Doch sie musste sich eingestehen, als sie den Vater ihrer Tochter ansah, dass die verdrängten Gefühle, doch nicht ganz so weit in den Hintergrund gerückt waren, wie sie gedacht hatte.
      Ares erkannte das Aufblitzen von Zweifel in Stellas Augen und legte seine Lippen erneut auf die ihren. Dieses Mal ließ sie es zu, aber einzig und alleine nur deshalb, weil ihr Verstand von alten Erinnerungen überschwemmt wurde. Ihre erste Begegnung. Der erste Kuss. Das erste Ma mit ihm und dann auch noch die Nacht in der sie mit Nyra schwanger wurde. Es war wie reine Magie gewesen. Magie ... das erinnerte sie wieder an die Nacht, als alles anderes wurde. Der Angriff. Die Rache. Zeus. Hera. Die Rachsucht der Götter.
      Diese schaurigen Erinnerungen an die Rache der Götter und die beiden höchsten olympischen Götter riss Stella aus den Kuss. Sie stieß Ares von sich und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund, um den Geschmack los zu werden, den sie gehofft hatte, nie wieder schmecken zu müssen.
      Sobald sie wieder zuhause war, würde sie sich den Mund mit Seife auswaschen, damit sie nicht nur den Geschmack wieder loswurde, sondern auch die grauenhaften Erinnerungen, die ihren Verstand immer noch überfluteten.
      Als der Gott des Krieges durch den Schupps einige Schritte zurück taumelte, verpasste Stella ihm unvermittelt einen Schlag, der ihn aus dem Konzept brachte, weil er in so einem Moment nicht damit gerechnet hatte, dass sie zu einem neuen Kinnhaken ausholen würde. Das hatte sein Kriegsstern nie getan. Früher, als Stella während eines Auslandsjahresund letztlich ihr Studium an der Universität von Athen gemacht hatte, waren sie eine Beziehung eingegangen, die nicht nur auf der Liebe beruht hatte, sondern auch ihren Charakter stärkte und sie zur Kriegerin ausgebildet worden war. Außerdem war Stella nach einem Kuss immer alles andere als feindselig gegenüber Ares gewesen.
      „Du elendes Arschloch!“, schrie Stella ihm entgegen, während sie zu einem weiteren Schlag ausholte. Sie brauchte später nicht nur eine Dusche, sondern musste auch noch mit den wieder aufkommenden Erinnerungen leben, bis sie es schaffte, sie vollkommen zu verdrängen.
      „Immer noch genauso feurig wie früher“, gab der Gott ohne Zusammenhang zum Besten, wobei er sich einige Schritte von der aufgebrachten Sterblichen entfernte.
      „Warum musstest du auch unbedingt gestern Abend bei uns Zuhause auftauchen? Und ihr dann auch noch von dem Brief erzählen? Weißt du eigentlich was du angerichtet hast?“, zeterte Stella weiter, während sie aufgebracht durch die Halle des Pantheon tigerte und wild mit ihren Händen herumfuchtelte.
      Ares fuhr zu der aufbrausenden Frau herum. „Ich wollte nicht zu dir oder zu Nyra. Ich war einzig und alleine da, weil ich Aiden einen Auftrag erteilen musste und aus keinem anderen Grund!“
      „Das ist mir völlig egal!“, herrschte Stella den Olympia an. „Es hat vollkommen ausgereicht, dass sie gesehen haben, wie du reagiert hast! Dein Starren war auch kaum zu übersehen! Weißt du eigentlich was das alles für Probleme mit sich bringt?“
      Ares´ Augen weiteten sich bei diesen Worten seiner ehemaligen Geliebten und Mutter seiner einzigen Tochter. „Probleme? Das ist also deine Resonanz des Aufeinandertreffens? Du hast Angst wie sie es aufnehmen wird?“
      Stella stützte die Hände in die Hüften und funkelte den Mann, den sie mal geliebt hatte, aufgebracht an, blieb dabei aber stumm. Was sollte sie auch schon dazu sagen, was ihn nicht noch wütender machen würde? Denn letztendlich würde er das doch nur an ihrer gemeinsamen Tochter auslassen. Er reagierte oft ohne wirklich nachzudenken und impulsiv.
      Ares guckte Stella mit einem durchdringenden Blick an. „Nein, du hast Angst ihr die Wahrheit zu sagen, weil du weißt, dass sie es dir Übel nehmen wird, weil du sie all die Jahre lang belogen hast“, beantwortete er seine eigene Frage, wobei er wieder auf Stella zugegangen war. „Du hast Angst sie zu verlieren!“
      „Warum auch nicht?“
      „Du kennst deine Tochter. Du weißt, um ihr Temperament. Sie ist heute genauso, wie du damals warst. Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr ihr euch ähnelt. Allerdings hattest du niemals Probleme mit den anderen Jägern, während Nyra welche mit Aiden zu haben scheint“, bemerkte der Gott nachdenklich.
      „Sie denkt zu logisch, als dass sie sich so leicht an euch Götter gewöhnen wird. Außerdem wird sie alles in Frage stellen, was ihr aufgetragen wird. Zudem kann ich dir versichern, dass sie sich weigern wird zu kämpfen. Das ist einfach nicht ihre Art!“
      „Das kämpfen liegt ihr im Blut“, erwiderte Ares ungehalten.
      „Mag sein, aber du wirst sie nicht zwingen. Du weißt genauso gut wie alle anderen Götter, dass sie ihren Platz und ihre Stellung als eure Auserwählte freiwillig annehmen muss und dafür muss sie an die Sache und auch an euch Götter glauben!“
      Ares lachte auf, als er Stella ansah. „Wie kann sie nicht an uns glauben, wenn wir doch direkt vor ihrer Nase stehen?“, fragte er, während er seine Arme ausstreckte und sich, ebenso wie das Pantheon mit seinen zwölf Sitzen, einschloss. „Wie kann sie nicht an etwas glauben, was so allgegenwärtig ist?“
      „Weil sie euch nicht ihr Vertrauen entgegenbringt, was alle anderen Jäger schon tun. Sie vertrauen darauf, dass ihr weise Entscheidungen trefft und meistens hinterfragen sie diese auch nicht, aber bei Nyra wird das nicht so einfach werden. Das kann ich dir versprechen. Meine Tochter ist nicht so dumm dieselben Fehler zu begehen, wie ich sie damals getroffen habe!“
      Damit drehte sich Stella um und verließ den Pantheon, wobei sie den Kriegsgott einfach stehen ließ. Sie wusste, dass sie diese Auseinandersetzung gewonnen hatte. Ebenso wie ihr bewusst war, dass Nyra es ihrem Vater schwer machen würde, sie zu Dingen zu verleiten, die sie nicht tun wollte. Allerdings traf das auch leider auf sie zu. Stella war schmerzlich bewusst, dass sich etwas in ihrer Beziehung verändert hatte, dass sie vielleicht nie wieder ausräumen konnten, aber sie würde sich bemühen alles zu klären und dabei auch Alex und Percy nicht außen vor zulassen. Schließlich wurden die beiden Männer wegen ihr in diese ganze Angelegenheit mit hineingezogen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kisa () aus folgendem Grund: Korrektur des gesamten Textes @'Jennagon' @'Dinteyra'

    • Ich muss Jennagon in ihren Punkten zustimmen. Deshalb warte ich jetzt erst mal ab, ob du den einen Teil noch mal überarbeitest oder nicht.

      Den Perspektivenwechsel zur Mutter finde ich aber gut gelungen und passend an dieser Stelle. :thumbup: Endlich findet man mal mehr über die ganze Geschichte heraus. Stella und Ares haben allerdings eine sehr merkwürdige Beziehung, meiner Meinung nach. Aber naja, solls geben. :)
      Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ein Kriegsgott sich seiner ehemaligen Geliebten gegenüber so verhalten würde.

      Zwei Dinge:
      Spoiler anzeigen


      Erstens habe ich am Anfang des vorletzten Teils viele extrem lange Sätze entdeckt.
      Beispiel:

      Kisa schrieb:

      Ich hatte die starke Vermutung, dass es auch mit dem vergangenen Abend zusammenhing, allerdings hatten Alex und ich uns ja darauf verständig nicht zu viel in die Situation hinein zu interpretieren, aber ich konnte einfach nicht anders.Nachdem die Küche wieder ordentlich war, bekam ich eine SMS von Persephone, in der sie mir mitteilte, dass die Schule heute ausfiel, weil es einen Wasserrohrbruch gegeben hatte, sodass das komplette Gebäude unter Wasser stand. Außerdem wies sie mich darauf hin, dass wir uns am nächsten Morgen vor der Schule treffen und einen Ausflug machen würden, anstatt den Unterricht abzuhalten, weil kyría Delphi sicher gehen wollte, dass nicht noch mehr Zeit verging, bis wir in unserem Thema, „Die Tempel der griechischen Götter“, weiter machten.
      Das sind drei lange Sätze mit vielen Nebensätzen direkt hintereinander. Ich glaube, es täte dem Text gut, wenn auch mal ein kurzer Satz darin wäre.

      Zweitens diese Stellen:

      Kisa schrieb:

      In der Box lagen unzählige Briefe, verschiedene Schmuckstücke, die alle glänzten als wären sie aus purem Gold, aber es waren auch einige wenige Bilder darin, die leider viel zu verschwommen waren, als das ich meinen Vater hätte darauf wirklich erkennen können.

      Kisa schrieb:

      Auf den Bildern war meine Mutter abgebildet, die deutlich zu erkennen war, nur mein Vater erschien als verschwommene Erscheinung auf den Bildern.
      Ich empfinde den zweiten Satz als überflüssig, weil so ziemlich genau das mit ähnlichen Worten kurz zuvor beschrieben wurde. Aber ganz abgesehen davon finde ich es auch etwas unlogisch, dass diese Bilder dort drin sind, wenn sie doch nur verschwommen sind. Hatte denn Stella kein einziges Bild von Ares, auf dem man ihn wenigstens erkennen kann? Wie wäre es, wenn du Nyra die Bilder einfach nach dem Brief finden lassen würdest? Sie könnten sich ja zum Beispiel auch in einem Umschlag befinden, den sie erst danach geöffnet hätte.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor