Flower of Time

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    • Flower of Time


      Caras Großmutter war schon immer…etwas anders. Sie redet wirr und prophezeit ihr eine eigenartige Zukunft. Cara selbst kann und will ihrer Großmutter keinen Glauben schenken. Sie ist gerade dabei, ihr Leben zu ordnen.
      Doch dann findet sie sich eines Morgens, wie es ihre Großmutter vorhergesagt hatte, in einer anderen Zeit und Welt wieder. Und zu allem Überfluss hört sie auch noch eine Stimme in ihrem Kopf.
      Auf der Suche nach Hilfe und Antworten begegnet sie dem zukünftigen Herrscher des Nordens. Für welchen Preis wird er ihr helfen und was für Herausforderungen werden noch auf sie warten?



      ~Ich hoffe die Neugierde wurde geweckt :)~
    • Prolog

      Ich wurde von einer seltsamen Melodie geweckt. Sie war ganz sanft und kaum hörbar. Warm, wie ein Glockenspiel. Neugierig kroch ich an die Bettkante und zog einen Fuß unter der Decke hervor. Der Holzboden war glatt und kalt. Fast rutschig. Vorsichtig tapste ich zum Fenster, das einen Spalt weit offen stand und lauschte hinaus. Der Geruch von Morgentau auf der Scheibe drang sofort zu mir durch und die aufgehende Sonne blendete mich. Blinzelnd suchte ich die Hauptstraßen ab, doch der Ursprung dieser melodischen Töne wollte mir nicht ins Auge fallen. Laut gähnend rekelte ich mich. Ich hatte wohl nur geträumt.

      Wie jeden Morgen frühstückte ich alleine im Wohnzimmer. Meine Eltern waren bereits arbeiten und auch ich würde mich bald auf den Weg zur Universität machen müssen. Das Toastbrot schmeckte trocken und irgendwie fade. Ein lautes Hämmern an unserer Haustür ließ mich aufschrecken. Ich beeilte mich und sobald das Klicken der Tür vorbei war, schoss eine alte Frau herein. Meine Großmutter, die etwa einen ganzen Kopf kleiner war als ich, drängte sich an mir vorbei und stürmte durch den Flur. Ich hatte schon erkannt, dass sie wieder in einem ihrer wirren, psychischen Schübe steckte. Ihre Augen schienen dann immer so leer, auf nichts Bestimmtes fokussiert.

      Während meine Großmutter durch das Haus polterte, ging ich in die Küche und setzte Wasser für einen Kamillentee auf. Plötzlich wurde es still. Mit einem unguten Gefühl im Magen spähte ich in das Arbeitszimmer meines Vaters. Erleichtert atmete ich aus. Sie hatte es sich in dem großen, roten Ledersessel gemütlich gemacht und blätterte in einem alten Familienstammbuch herum. Schnell bereitete ich den Tee zu und kam zurück. Ihre Tasse platzierte ich mit gebührendem Abstand zu ihr auf einem kleinen Beistelltisch. Zögernd setzte ich mich zu ihr. Sie wirbelte herum und warf mir das Familienbuch direkt vor die Nase. In undeutlicher und fast komplett verblichener Schrift stand das Wort „deum“, also „Gott“ auf einer der hintersten Seiten. Unschlüssig blickte ich sie an, aber sie tippte mit dem Zeigefinger immer wieder auf das Wort. Dann schüttelte ich den Kopf und nahm ihr das Buch ab. Sie schaute mir traurig nach, während ich es in das Regal zurückstellte und ihr den Tee angab.

      „Trink ihn, solange er noch heiß ist, Oma“, sagte ich.

      Sie nahm einen großen Schluck und stand auf. Nun ging sie ins Wohnzimmer und wollte wissen, was ich im Moment las. Sie hatte mein Buch schon in der Hand und drehte es hin und her. Ich seufzte. Sie schien durcheinander.

      „Das ist nichts Besonderes“, entgegnete ich ihr. „Ist für mein Biologiestudium.“

      Sie hatte schnell das Interesse verloren und legte es zur Seite. Danach wanderte sie im Wohnzimmer auf und ab. Sie war noch immer ganz unruhig. Ihre Hände zitterten. Zu gern hätte ich ihr geholfen, aber das konnte ich im Moment nicht. In diesen Momenten konnte das Niemand.

      „Warum kommst du uns so früh morgens besuchen? Du weißt doch, dass Mama und Papa um diese Zeit arbeiten. Ich muss auch gleich zur Uni.“ Sie nickte, nahm dann aber schnell meine Hand. „Was ist denn los?“

      „Es wird passieren. Sie werden dich bald zu sich holen, Cara. Im Licht des Mondes und der Sonne“, murmelte sie zwei Mal. „Sie wollen dich mein Kind.“

      Automatisch wich ich zurück und entzog ihr somit meine Hand. Sie hatte schon immer einen Hang zum Übernatürlichen, aber das hier übertraf alles. Noch nie war sie so konkret gewesen. Ich versuchte sie zu beruhigen und schließlich setzte sie sich wieder hin. Ihre Augen wurden klarer und sie guckte mich sanft an.

      „Oma, was meintest du gerade? Wer wird mich holen?“, fragte ich.

      „Was redest du da, mein Kind?“

      „Das hast du vor ein paar Minuten gesagt. Und irgendwas von Sonne und Mond, aber ich verstehe nicht, was du meinst.“

      „Oh ja, für heute haben sie Sonnenschein angesagt. Es soll ein herrlicher Tag werden.“

      „Aber du…“, ich gab es auf.

      Jetzt war sie wieder zurück in der Realität und erinnerte sich an nichts mehr. Sie hatte keinen Einfluss auf ihre Krankheit. Und auch nicht auf das, was sie erzählte. Ich durfte in ihre Vorhersage nicht zu viel hereininterpretieren. Das tat ich sonst auch nicht. Aber dieses Mal schien sie so ernst. Für einen kleinen Augenblick wirkte sie weder verwirrt, noch verrückt. Sondern besorgt. Kopfschüttelnd nahm ich ihr die leere Tasse ab.

      „Oma, du musst jetzt leider nach Hause gehen. Ich muss nämlich zur Uni“, sagte ich und schob sie vor mir her zur Tür. „Wir sehen uns bestimmt bald. Du findest den Weg doch alleine, oder?“

      Nach dem Tod meines Großvaters, sollte sie in ein Pflegeheim. Allerdings hatte sie sich damals mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Deshalb lebt sie jetzt in einer Art betreutem Wohnen mit psychischer Therapie. Sowohl sie als auch wir lernten mit diesen Schüben zu leben. Mit der Zeit wusste ich, wie ich mit ihr umzugehen hatte, auch wenn ich mich manchmal vor ihr fürchtete.

      „Aber natürlich, mein Schatz. Grüß mir deine Eltern“, erwiderte sie zärtlich und strich über meinen Arm.

      „Pass auf dich auf, ja?“, verabschiedete ich mich.

      Ich wartete, bis sie in dem Bus um die Ecke eingestiegen war. Die grauen Straßen wurden allmählich lebendiger. Brummend und dunklen Qualm ausstoßend setzte sich der Bus in Bewegung. Einen kurzen Moment dachte ich noch über das nach, was sie mir gesagt hatte. Dass mich jemand holen würde, im Licht des Mondes und der Sonne. Ich glaubte nicht an irgendwelche Mythen und Sagen. Als Kind fand ich es spannend, mich in solche Geschichten reinzudenken, aber heute wusste ich, dass es so etwas wie Geister und Feen nicht gab. Außerdem musste ich mich auf meine bevorstehenden Prüfungen vorbereiten. So hart das auch klang, das Leben hält nicht viel von Träumereien.

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von kaddyabby ()

    • Hi @kaddyabby

      Ich dachte, ich les mal wieder in eine neuen Geschichte rein, da kommt deine gerade richtig ^^ Zuerst hab ich ein paar Formsachen für dich:

      kaddyabby schrieb:

      „Trink ihn, solange er noch heiß ist, Oma.“, sagte ich.
      Hier machst du einen typischen Formfehler, nichts schlimmes, aber wir wollen ja korrekt sein. Da ich das schon gefühlte tausendd Mal erklärt habe, gibt es inzwischen einen Thread, wo die Erklärung steht, damit ich sie nicht immer wieder tippen muss. Schau hier unter Punkt #6.
      Oh, Junge bin ich froh, heute morgen diesen ellenlangen Text getippt zu haben :D

      kaddyabby schrieb:

      Ich versuchte sie zu beruhigen und irgendwann konnte sie sich hinsetzen.
      irgendwann ist ein ziemliches Unwort, weil es so unkonkret ist. Damit stört es ein wenig im Lesefluss. (Wobei irgendwann noch besser ist als "irgendwie")

      kaddyabby schrieb:

      Sowohl sie als auch wir lernten mit diesen Schübe zu leben
      Schüben?

      So, jetzt zum Text an sich :fox:
      Stilsicher und wortgeandt bist du auf alle Fälle schon mal :thumbsup: Kopfkino läuft mit, ich hab die Szene direkt vor dem Inneren Auge gehabt. Abwechslungsreich schreibst du ebenfalls, von daher alles supi!

      Einen Kritikpunkt hab ich aber noch. Mir war der Prolog etwas zu Informationsgeladen. Du hattest mit der ins Haus stürmenden und unheil verkündenden Großmutter eine Handlung im Prolog, aber zwischendrin waren immer wieder sehr viele Erklärende Abschnitte. Direkt als sie reinkam, hast du schon die psychische Krankheit erwähnt, dass sie ie schon länger hat und so weiter. Mir als Leser gefällt es persönlich erstmal besser, wenn ich dann in eine Verwirrung gestürzt werde, nach dem Motto "Hä? Was ist denn mit der?", praktisch es selbst durch ie Handlung herausfinde, anstatt es sofort erklärt zu bekommen. Denn as erzeugt Fragen, das erzeugt Spannung.
      Von daher geht in der richtung noch etwas mehr. Aber naja, es ist ja erstmal der Prolog.

      Ich bleib dran an der Story :thumbup:


      LG Alopex

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • HI @kaddyabby

      kaddyabby schrieb:

      Sie hatte keinen Einfluss auf ihre Krankheit. Und auch nicht auf das, was sie erzählt
      erzählte oder dann erzählte oder währenddessen erzählte ... auf jeden Fall erzählte (also Vergangenheit ... oder?) XD

      kaddyabby schrieb:

      Sowohl sie (Komma) als auch wir lernten mit diesen Schüben zu leben.
      Da @Alopex Lagopus das aber nicht "bemängelt" hat, bin ich mir nicht sicher, ob hier wirklich eins hin kommt XD

      So jetzt zur Handlung ^^
      Der erste Absatz wirkt irgendwie etwas Zusammenhangslos ... sie wacht auf, hört Musik, findet die Quelle nicht und im nächsten Moment ist sie frühstücken ... hm, also ich hätte mich darüber gewundert, dass ich Musik höre, aber nicht weiß woher sie kommt ... :hmm:
      Ansonsten finde ich, ist die die Verwirrung der Oma ziemlich gut gelungen. Besonders, weil sie am Ende dann ja wieder "normal" ist und von nichts mehr weiß ^^
      Dass du viel erklärst finde ich jetzt nicht sooooo schlimm.
      Oft ist es ja so, dass ein Prolog einfach vor den eigentlichen Ereignissen steht und deshalb kann er auch ruhig erklärend sein.
      Es hängt jetzt von deinem nächsten Kapitel ab, ob ich ihn passend finde oder eher als erstes Kapitel ansehe :)
      Hm Ich weiß nicht ob du weißt was ich meine ...
      Also entweder sollte ein Prolog wie Alo sagte, verwirrend oder wie ich meine sollte zwar mit dem folgenden Buch zu tun haben, aber die Geschichte sollte nicht daran anknüpfen.
      Ich habe neulich ein Buch gelesen (Hyddenwelt, falls dir das was sagt), da ist der Prolog eine Sage. Auch mit einigen Erklärungen und wichtig um die folgende Handlung zu verstehen, hat aber an sich nichts weiter mit dem Buch zu tun :)

      Okay genug blabla ... ich geh frühstücken XD

      LG Miri
      Menschen, die von sich behaupten, sie seien "positiv bekloppt", sind meistens einfach nur negativ grenzdebil.
      Patrick Salmen

      Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber nicht jeder ist Schmied.
      Till Reiners
    • @Miri
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar :)

      Also noch mal zu Prolog: ich hatte den als eine Art Vorschau angedacht. Das, was die Großmutter erzählt, ist für den späteren Verlauf wichtig. Warum sie als psychisch krank abgestempelt worden ist, wird erst nach einiger Zeit wieder aufgegriffen. Für die Story an sich ist das anfangs nicht allzu notwendig zu wissen. Ihre Prophezeiung hat zwar etwas mit dem Buch zu tun, soll aber nicht im Vordergrund stehen.
      Aber der Prolog ist bei mir immer so ein Problem, genau wie der Klappentext :D Es ist schwer das richtige Maß an Informationen und Spnnung rüber zu bringen.

      Dann zum ersten Absatz: ich muss zugeben, den habe ich erst im Nachhinein eingefügt ^^ . Diese Melodie bekommt noch ihren Sinn, auch wenn Cara zu dem Zeitpunkt noch keine Nachforschungen anstellt. Ich habe da jetzt einfach mal zugeschrieben, dass sie das alles für einen Traum hält, dann ist es vielleicht besser zu verstehen, warum sie sich nicht weiter wundert.

      Zum Satz mit "Sowohl...als auch" habe ich herausgefunden (hab mich ein bisschen schlau gelesen, weil ich mir auch nicht 100% sicher war), dass das eine mehrgliedrige Konjunktion ist. Die kommen offenbar ohne Komma aus :) Es sei denn, diese mehrgliedrige Konjunktion ist in den Hauptsatz eingeschoben, dann muss man viele Kommas setzten (sagt ja schon das eingeschoben).

      Aber noch mal ein großes Dankeschön für das Feedback, damit lässt sich super arbeiten!
    • Kapitel 1: Angekommen

      In der Universität eingetroffen, setzte ich mich in die erste Vorlesung und hörte aufmerksam zu. Ein paar bekannte Gesichter waren zu sehen, aber niemand, mit dem ich mich sonderlich gut verstand. Die Meisten grüßte ich freundlich und manchmal hielt man Smalltalk, mehr aber auch nicht. Hier hatten alle ihre Cliquen aus der Oberstufenzeit. Meine beste Freundin zog schon vor einem Jahr wegen ihres Studiums weg. Wir sahen uns nur selten, wenn sie in den Semesterferien hierher kam. Doch das machte nichts, denn jedes Mal wenn sie kam, war es so als gäbe es die Zeit dazwischen nicht, in der wir uns nicht getroffen hatten. Ich betrachtete die Freundinnen vor mir und wurde unweigerlich neidisch. Sie hatten einander, konnten wahrscheinlich über alles reden. Ich hingegen konzentrierte mich wieder auf den Unterricht. Als unser Professor die Vorlesung beendete, verließ ich das Uni-Gelände.

      Zu Hause las ich mir allein in meinem Zimmer einige der Unterlagen von den Professoren durch. Die Prüfungen würden dieses Semester schwer werden. Ich bemerkte gar nicht, dass es schon wieder dämmerte und sich der Abend ankündigte. Meine Eltern waren noch nicht von der Arbeit zurück und ich machte mir wie so oft selbst etwas zu essen. Vor dem Fernseher, wo wieder nur Müll lief, verbrachte ich dann den Abend. Um 22 Uhr ging ich dann ins Bett, meine Eltern waren immer noch nicht da, machten wahrscheinlich Überstunden. Ich nahm meinen Laptop mit ins Bett, um von dort aus noch eine DVD zu gucken. Gegen Mitternacht hörte ich schließlich die Haustür. Still lag ich in meinem Bett, bildete mir ein, es könnte ja auch ein Einbrecher sein. Nachdem ich die Stimmen meiner Eltern erkannte, legte ich meinen Laptop zur Seite und kuschelte mich unter die Decke. Die Mühe, mir meine Alltagskleidung auszuziehen, die ich noch immer an hatte, machte ich mir nicht mehr. Langsam überkam mich die Dunkelheit. Ich merkte, wie meine Augenlider zuckten, spürte eine angenehme Wärme. Sogar meine Zehen kribbelten. Ich träumte von vielen hellen Lichtern, die um mich herum schwirrten. Die Sonne blendete mich, oder war es der Mond? Ich konnte es nicht genau sagen. Eine melodische Stimme sang im Hintergrund ein mir unbekanntes Lied. Ich sah mich selbst auf einem bunten Lichterteppich stehen. Wieder diese Stimme, die ich niemandem zuordnen konnte.

      Als ich langsam wieder erwachte, streckte ich mich genüsslich. Mein Wecker hatte noch nicht geklingelt, was bedeutete, dass ich noch etwas liegen bleiben konnte. Es fröstelte mich und automatisch suchte ich mit geschlossenen Augen meine Decke. Ich erschrak als ich in etwas Kaltes und Feuchtes griff. Dann tastete ich dieselbe Stelle noch einmal ab. Lange Halme glitschten zwischen meinen Händen hin und her. Ich richtete mich panisch auf und schaute mich um. Ich befand mich nicht in meinem Bett, noch nicht einmal in meinem eigenen Zimmer. Ich saß auf einer nassen Wiese irgendwo im Nirgendwo. Das Licht der aufgehenden Sonne musste mich wohl geweckt haben. Hinter mir thronte ein großer Laubwald auf einem Hügel und vor mir lag ein kleiner Kiesweg. Wo zum Teufel war ich nur? Das machte alles keinen Sinn. Hatte sich jemand einen Scherz erlaubt? Aber wer denn schon, ich kannte kaum jemanden, der so etwas tun würde. Und die Umgebung kam mir kein bisschen bekannt vor. In der Nähe meiner Heimatstadt gab es zwar Felder und Wiesen, aber diesen Ort würde ich zumindest ansatzweise wiedererkennen.

      Mein Atem ging schneller und ich versuchte mich zu beruhigen. Dafür musste es eine logische Erklärung geben. Ich entschied mich, den Kiesweg entlang zu gehen, in der Hoffnung ein Dorf oder andere Menschen zu finden, die mir sagen konnten, wo ich mich aufhielt.
      Im Licht der Sonne und des Mondes haben sie dich geholt.

      Ich zuckte zusammen. Hatte ich da gerade jemanden gehört? Verwirrt drehte ich mich um. Ich erspähte niemanden. Hatte ich mir diese Stimme eingebildet? Ich verstand sie nicht einmal richtig. Sie flüsterte leise und schien wie ein Windhauch in meinem Kopf. Sollte ich jetzt verrückt werden? Psychische Krankheiten waren immerhin vererbbar und meine Großmutter konnte man als eindeutig nicht durchschnittlich bezeichnen. Sollte ich wirklich durchdrehen? Nach dem Lernstress in den letzten Wochen hätte das gut passieren können. Dennoch wollte ich es nicht wahrhaben.

      Den ganzen Weg über bildete ich mir ein, diese melodische Stimme zu hören. Auch wenn ich mich auf sie konzentrierte, verstand ich nur Gemurmel. Vielleicht waren es Namen, die aufgesagt wurden oder doch einfach ein Lied. Einmal verstand ich die Worte Mond und Sonne, aber nur weil meine Großmutter davon gesprochen hatte und ich diesen Vorfall nicht vergessen konnte. Sie prophezeite mir ständig irgendwelche eigenartigen Sachen, aber bis jetzt ist davon noch nie etwas eingetreten. Doch ihre Worte, die Art und Weise wie sie mich angesehen hatte, schienen anders. Ihre bebende Stimme und ihre Worten hatten sich in mein Gedächtnis eingebrannt.
      Ich traf auf keinen einzigen Menschen. Die Wiesen gaben bald den Feldern Platz, das hieß, dass ich irgendeiner Zivilisation näher kam. Der Weizen am Wegrand sah aber anders aus. Die Ähren erschienen viel kleiner und insgesamt weniger an der Zahl. Auch der Hafer ein Stück weiter schien eine andere Sorte zu sein. Es sollte an das Unmögliche grenzen, dass ich in einem anderen Land oder etwas Ähnlichem war. Ich kniff mir mehrfach in den Arm, um sicher zu gehen, dass ich auch nicht träumte. Verzweifelt sank ich zu Boden, nachdem ich die ersten Häuser erblickte. Sie standen weit auseinander, umgeben von Feldern und Weiden. Die Wände bestanden aus Holz, welches mit Lehm verspachtelt worden war und die Dächer setzten sich aus Stroh oder Weidengeflechten zusammen. Fenster gab es in dem Sinne nicht. Ich fand lediglich offene, eckige Löcher vor, die durch einen Rahmen die Form hielten. Kein Glas weit und breit. Meine Heimat sah anders aus. Das war nicht einmal meine Zeit. Eine nachgebaute mittelalterliche Stadt in meiner Umgebung hätte ich gekannt, kein Zweifel und für den Mittelaltermarkt war das hier deutlich zu aufwendig gewesen.

      „Das kann doch alles nicht wahr sein ... Das gibt es doch nicht ... “, murmelte ich vor mich hin. „Ich bin verrückt, das muss es sein. Das ist alles nur in meiner Fantasie, reine Einbildung.“

      Ich wimmerte eine Weile vor mich hin. Das hier fühlte sich zu real an, als dass ich es mir nur eingebildet haben könnte. Die Stimme hallte wieder in meinem Kopf, welcher mittlerweile schmerzte. Jedenfalls hatte ich normale Kleidung an und stolperte nicht in meinem Schlafanzug durch diese Epoche, oder Welt oder was das hier auch immer war.
      Nach einiger Zeit festigte sich der Weg endlich und ich konnte viele Spuren erkennen. Sie stammten von Menschen, von Pferden und anscheinend von Karren oder Kutschen. Alles, was ich erblickte, sprach sich gegen meine Epoche, meine Welt aus. Wie auch immer ich hierhergelangte, ich musste auf demselben Weg auch wieder zurückkommen. Meine Beine trugen mich weiter voran. Ins Ungewisse und doch konnte ich nicht stehen bleiben.

      In der Ferne baute sich eine steinerne Mauer auf, die an manchen Stellen von kleinen Wachtürmen unterbrochen wurde. Die Straße, auf der ich lief, wurde breiter und führte durch ein großes Tor in der Mauer. Ich blieb etwas entfernt stehen und endlich kam mir ein älterer Mann mit einem kleinen Karren entgegen. Er begutachtete mich argwöhnisch. Meine Kleidung missfiel ihm offenbar, obwohl ich lediglich eine Jeans mit einem dünnen hellblauen Pullover trug. Ich setzte an, um ihn etwas zu fragen, doch er ging weiter und beachtete mich nicht. Enttäuscht wollte ich ihm nach, entschloss mich dann aber in der Stadt vor mir nach Hilfe zu fragen.

      Hinter der Mauer kam mir ein unangenehmer Geruch entgegen. Es roch nach Urin und vergammeltem Essen, sowie Pilzen. In und auf den verschmutzten Straßen tummelten sich Ratten. Manche Gassen endeten bei kleinen Fachwerkhäusern. Andere führten bis weit in die Stadtmitte. Diese Häuser erinnerten stark an die Bauernhäuser von vorhin. Je näher ich dem Marktplatz kam, desto mehr Leute drängten sich um mich herum. Es war eng und stickig. Ständig berührte mich jemand, oder ich stieg gegen Ellenbogen und harte Schultern. Alle beäugten mich abschätzend und tuschelten hinter meinem Rücken. Mit einem Kloß im Hals ging ich weiter, traute mich nicht jemanden anzusprechen. Die Häuser um mich herum nahmen beträchtlich an Größe zu und bestanden nun aus Naturstein. Mehrere Stockwerke rekelten sich in die Höhe und ein befestigtes Dach zierte ihre Häupter. Hier wohnten die wohlhabenden Bürger, kein Zweifel. Ich erkannte eine kleine Gruppe Frauen, die schöne und relativ kräftig gefärbte Obergewänder trugen. In der Mitte waren diese an der Taille geschnürt und betonten ihre Körper. Ich wagte mich in ihre Nähe, wieder erntete ich abwertende Blicke. Trotzdem versuchte ich mit ihnen zu sprechen. Diese Frauen schienen mir nämlich die kleinste Bedrohung in dieser Welt.

      „Guten Tag“, begann ich zögernd. „Könntet ihr mir sagen, wo ich hier bin?“

      Sie schauten mich nun noch angeekelter an, verzogen ihre Gesichter. Scheinbar erlaubten sie es mir nicht, sie anzusprechen. Sie kicherten und bedeckten ihre Nasen mit den Ärmeln ihrer Kleider. Dann kam eine von ihnen auf mich zu und griff nach meinen Haaren. Sie betrachtete sie wie etwas, was sie noch nie zuvor gesehen hatte.

      „Das ist ein sehr schönes Rot-Blond“, sagte sie mit einem spöttischen Unterton und riss mir eine Strähne raus, sodass ich aufschrie. „Oh, tut mir Leid.“

      Ich wich zurück und hielt mir die pochende Stelle, an der mir mein Haar herausgerissen wurde. Es blutete sogar ein wenig. Die Frauen lachten und andere Leute beobachteten das Spektakel. Eine Traube aus Menschen bildete sich um uns.

      „Was trägst du da für einen Bauernschund?“, mischte sich nun eine der anderen ein. „Das sieht ja grauenhaft aus. Hat dir denn niemand beigebracht, wie man sich kleidet und verhält?“

      „Sie weiß ja nicht einmal, wo sie ist“, erwiderte die andere lachend. „Aber wir wollen nicht so sein. Du bist in einer der Städte des nördlichen Reiches, besser bekannt unter dem Namen Dorsteinn, das von Zaafir dem Goldenen regiert wird.“

      Ich verstand nur Bahnhof. Dorsteinn und Zaafir? Diese Namen hörte ich zum aller ersten Mal. Unvorsichtig stolperte ich zurück und stieß mit einem Verkäufer zusammen, der mir wütend eine Kartoffel nachwarf. Nachdem ich mich in einer kleinen, stinkenden Seitengasse versteckt hatte, musste ich wieder weinen. Ich war komplett allein in einer Zeit oder Welt, die ich nicht kannte und niemand wollte mir helfen. Alles was sie taten, war mich anzustarren, als sei ich ein komisches Tier. Eine Rarität. Ohne Hilfe würde ich es nicht schaffen, hier zu überleben, oder gar nach Hause zurück zu kommen.

      Es begann zu Nieseln und ich suchte in der Nähe des Marktplatzes, wo sich nicht so viele Leute tummelten, nach einem kleinen Unterstand. Meine Kleidung tropfte von der Nässe und ich versuchte mich ein bisschen aufzuwärmen, was aber nicht funktionierte. Meine Hände waren eiskalt und meine Beine zitterten unentwegt. Die Fingerspitzen verloren allmählich ihre rosige Farbe. Außerdem hatte ich den ganzen Tag noch nichts gegessen und mein Magen knurrte. Eine Übelkeit rumorte in meinem Magen und ich ließ mich auf eine Holzkiste fallen, die morsch knarrte. Mein Gesicht in die Hände legend, linderte ich meine Kopfschmerzen. Die Stimme in meinem Kopf zu unterdrücken, kostete mich eine Menge Energie, aber sie ständig zu hören hielt mir nur vor Augen, dass ich meinen Verstand verlor.

      Bis zum Abend wanderte ich unschlüssig umher. Auf der Suche nach einer Bleibe oder einem sicheren Platz für die Nacht passierte ich viele Gasthäuser. Jedoch wollte mich keiner in seiner Nähe haben und zwischen den Ratten im Müll zu schlafen, hielt ich ebenfalls für unangebracht. Die Krankheiten, die ich mir dort einfangen würde, würden mich sicherlich umbringen. Jetzt dankte ich meiner Mutter dafür, dass sie mich regelmäßig impfen ließ. Bei dem Gedanken an sie kamen mir wieder die Tränen. Meine Eltern arbeiteten wahrscheinlich noch, würden mein Verschwinden aber heute Nacht bemerken und sich dann sorgen. Aber die Polizei konnte mich hier unmöglich finden.

      „Hallo, meine Hübsche“, hörte ich eine männliche Stimme hinter mir. „Na, wie wäre es? Ich spendiere dir ein warmes Bett und du gibst mir dafür deine Wärme?“

      Der Mann war an die Vierzig und stank nach Schweiß. So wie er roch, betrank er sich wahrscheinlich regelmäßig in den Kneipen. Nüchtern erschien er mir jedenfalls nicht. Er grinste mich breit an und entblößte dunkle Zähne. Alles woran ich denken konnte, war wegrennen. Die düsteren Gassen brachten mich einige Male in eine Sackgasse, oder verschleierten den Boden unter meinen Füßen. Der Mann folgte mir, jedoch reichte meine Geschwindigkeit momentan aus, um seinen Pranken zu entkommen. Er rief mir etwas nach, das ich aber nicht verstand. Dann stieß ich gegen etwas Hartes.

      „Wir sind aber stürmisch“, sagte ein anderer Mann, der mich sofort an den dünnen Armen packte. „Wie wäre es, wenn wir uns bei mir zurückziehen? Hier draußen ist es immer so ungemütlich.“

      Der Mann drückte mich gegen eine der Hauswände. Seine Hände waren im Gegensatz zu denen des anderen sauber, das machte die ganze Situation aber nur mäßig besser. Ich wehrte mich, aber seine körperliche Überlegenheit triumphierte. Er fixierte meine Beine mit seinem, sodass ich nicht nach ihm treten konnte. Hinter ihm trat mein erster Verfolger hervor. Er griff nach dem Kopf des Mannes und riss diesen von mir weg. Ich versuchte wieder zu flüchten, nun hielten mich beide zusammen fest und ich fiel zu Boden. Ihre Hände glitten an meinem Körper entlang und ich schrie in die Nacht hinein. Einer hielt mir schließlich den Mund zu. Entschlossen biss ich in das warme und weiche Fleisch seiner Hand.

      „Aber, aber, meine Herren“, entgegnete ihnen eine rauchige, weibliche Stimme. „Das können wir doch sicher anders regeln. Wir wollen in dieser Gegend schließlich keinen Ärger.“

      Beide ließen von mir ab und ich rappelte mich hustend auf. Der Dreck der Straße klebte feucht auf meiner Haut und Kleidung. Meine Finger glitschten aneinander ab. Die Gestalt der Frau säumten schulterlange schwarze Haare ein und ihre braunen Augen funkelten die Männer auffordernd an. Sie warf einen olivfarbenen Umhang über mich, verschwand dann zusammen mit ihnen in einer der dunklen Gassen. Ich hörte alles. Das Stöhnen, die etwas klagenden Laute der Frau und die tierischen der Männer. Ich wollte es nicht hören, wollte von hier fliehen. Doch meine Beine hörten nicht mehr auf mich. Kein einziger Muskel in meinem Körper war unter meiner Kontrolle. Nach kurzer Zeit kam die schwarzhaarige Frau zu mir zurück. Ich wagte es nicht, mich zu bewegen oder ihr in die Augen zu sehen. Sie zog sich ihr braunes Kleid zurecht, strich den Unterrock glatt und gab mir dann ihre Hand.

      „Komm, kleines Vögelchen. Bei mir bist du sicher.“

      Ich folgte ihr durch einige Gassen, die in der Finsternis der Nacht alle gleich aussahen. Es war wie in einem schlechten Film, dachte ich. Nicht einmal der fahle Mond spendete Licht. Dicke, bauschige Regenwolken verdeckten seine schillernde Silhouette, sowie die Sterne auch. Manche Fenster, an denen wir vorbeikamen, tauchten den Weg vor uns in ein gelbliches Licht. Es war sehr schwach, genau wie ich jetzt. Jedoch zog mich die Frau immer weiter. Ich stapfte in viele der modrig stinkenden Pfützen. Die Feuchtigkeit sickerte durch meine Kleidung als wir an einem großen Gebäude ankamen. Es brannte in fast jedem Zimmer Licht und ich vernahm sowohl männliche als auch weibliche Stimmen. Vorhänge verbargen die Fenster. Sie hielt meine Hand locker und führte mich durch eine Art Eingangshalle. Obwohl das Haus so riesig erschien, hielt man es hier von außen und innen sehr einfach. Von der Eingangshalle zweigten vier Gänge im unteren Stockwerk in verschiedene Richtungen. Dort waren vermutlich die Zimmer, die ich draußen schon gesehen hatte. Das obere Stockwerk baute sich ähnlich auf und gab durch den Balkon Ausblick über die Eingangshalle. Die Frau zog mich weiter in einen Gang und öffnete eine Zimmertür.

      „Hier kannst du dich waschen. Mach aber schnell.“

      Ich gehorchte und zog meine verdreckte Kleidung aus. In einem kleinen Holzeimer befand sich kaltes Wasser, aber ich freute mich über jeden sauberen Tropfen. Den Dreck und Gestank abwaschend bemerkte ich das Fehlen meiner Sachen erst, als ich ins Leere griff. Jemand hatte sie durch ein altmodisches dunkelblaues Leinenkleid ausgetauscht, das ich nicht allzu geschickt anzog. Auf dem Flur wartete die Frau ungeduldig auf mich, tippte mit dem Fuß auf den Boden. Ihre starke Präsenz schüchterte mich ein.

      „D-danke für die Hilfe eben“, sagte ich.

      Sie nickte und ging den Flur entlang. Am Ende dieses Ganges spaltete sich dieser rechts und links in zwei weitere Gänge. Die Frau bog rechts ab und ich folgte schweigsam. Gedämpft vernahm ich wieder Stimmen und Gelächter. Dann öffnete sie eine der letzten Türen.

      „Das ist deins“, sagte sie müde. „Bleib da drin, bis ich dich morgen raushole. Ich bin übrigens Radmilla. Mach das was ich sage und wir beide werden gut mit einander auskommen.“

      Ich schlich in das Zimmer, was lediglich ein einfaches Holzbett und ein Fenster besaß. Mehr als ich mir erhofft hatte. Dankbar sank ich in das Bett und schlief sofort ein. Wer auch immer Radmilla war, so schlecht konnte sie nicht sein. Ich schätzte sie auf Mitte zwanzig, vielleicht auch etwas älter. Und sie rettete mich vor den beiden Männern. Eine Begegnung, mit der ich nicht mehr gerechnet hatte.
      Am nächsten Morgen begrüßte mich eine kleine Frau, die etwas älter war als ich, mit einem kleinen Frühstück. Auf der Holzplatte lagen ein Vierteil eines Brotleibes und ein Schälchen mit Wasser. Da ich seit über einem Tag nichts mehr gegessen hatte, schmeckte es wunderbar. Bei jeder Bewegung fielen der kleinen Frau ihre kurzen, dunkelblonden Haare ins Gesicht. Unentwegt lächelte sie mich an. Ihre Augen begutachteten jeden Bissen, den ich herunterschluckte.

      „Wie heißt du?“, fragte sie mich.

      „Cara“, antwortete ich schüchtern. „Und du?“

      „Nasira!“, erwiderte sie fröhlich. „Ich dachte schon, ich würde dich nicht zum Reden bekommen. Radmilla hat dich gestern von der Straße gelesen, nicht wahr? Du hattest ganz seltsame Kleidung an, hat sie mir gesagt.“

      „Nasira, sei nicht so aufbrausend.“ Radmilla betrat stürmisch den Raum. „Hast du gut geschlafen, kleines Vögelchen?“

      „Ja, danke für alles. Wärst du nicht gekommen ... dann.“

      „Ich hab mir schon gedacht, dass du deine Unschuld noch nicht verloren hast. Zumindest, wenn man dein Verhalten bedenkt, obwohl du dich in diesem Stadtviertel herumgetrieben hast. Aber keine Sorge, hier wirst du gut behandelt. Ich sorge für meine Mädchen. Woher kommst du? Deine Kleidung habe ich noch nie zuvor gesehen.“

      „Ich … ich bin mir selbst nicht so sicher. Alles ging so schnell.“

      „Na schön, dann belassen wir es dabei. Ich muss nichts über deine Vergangenheit wissen. Zumindest noch nicht. Du wirst dich schon jemandem anvertrauen, wenn die Zeit reif ist.“

      „Was ist das denn für ein Ort? Ich weiß nicht, wie ich es formulieren soll, aber ich kenne mich hier in diesem Land überhaupt nicht aus“, fragte ich schnell.

      „Na, du bist im besten Bordell der ganzen Stadt!“, vertönte Nasira stolz. „Willkommen in der Familie und auf eine gute Zusammenarbeit!“

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von kaddyabby ()

    • HI ^^

      Spoiler anzeigen

      kaddyabby schrieb:

      Zuhause las ich mir allein in meinem Zimmer einige der Unterlagen von den Professoren durch.
      zu Hause

      kaddyabby schrieb:

      Vor dem Fernseher, wo wieder nur Müll lief, verbrachte ich dann den Abend.
      Seltsame Satzstellung... hm. Den Abend verbrachte ich vor dem Fernseher, aber es lief wieder nur Müll. ?

      kaddyabby schrieb:

      Um 22 Uhr ging ich dann ins Bett, meine Eltern waren immer noch nicht da, machten wahrscheinlich Überstunden. Ich nahm meinen Laptop mit ins Bett, um von dort aus noch eine DVD zu gucken. Gegen Mitternacht hörte ich schließlich die Haustür. Still lag ich in meinem Bett, bildete mir ein, es könnte ja auch ein Einbrecher sein. Nachdem ich die Stimmen meiner Eltern erkannte, schlief ich weiter.
      Okay ich gebe zu, dass das kleinlich ist, aber: Sie geht um 22 Uhr ins Bett und schaut einen Film (die in der Regel knapp 2 Stunden gehen...) und gegen Mitternacht schläft sie WEITER, so als hätte sie schon geschlafen.
      Es ist total kleinlich XD Sie kann ja auch während dem Film eingeschlafen sein XD
      Wollte es nur mal anmerken :)

      kaddyabby schrieb:

      In der Universität eingetroffen, setzte ich mich in die erste Vorlesung und hörte aufmerksam zu. Ein paar bekannte Gesichter waren zu sehen, aber niemand, mit dem ich mich sonderlich gut verstand. Die Meisten grüßte ich freundlich und manchmal hielt man Smalltalk, mehr aber auch nicht. Hier hatten alle ihre Cliquen aus der Oberstufenzeit. Meine beste Freundin war schon vor einem Jahr wegen ihres Studiums weggezogen. Wir sahen uns nur selten, wenn sie in den Semesterferien hierher kam. Doch das machte nichts, denn jedes Mal wenn sie kam, war es so als gäbe es die Zeit dazwischen nicht, in der wir uns nicht getroffen hatten.

      Zuhause las
      ich mir allein in meinem Zimmer einige der Unterlagen von den Professoren durch. Die Prüfungen würden dieses Semester schwer
      Hier ist wieder zu ein krasser Übergang.
      Eben ist sie in der Uni und, dann denkt sie über ihre beste Freundin nach und schwupp ist sie zu Hause.
      Vielleicht könntest du den einen Absatz durch einen Satz beenden, der beschreibt, dass die Vorlesung fertig ist :) Das würde für mich schon reichen :)

      kaddyabby schrieb:

      Ich erschrak als ich in etwas Kaltes und feuchtes griff
      groß

      kaddyabby schrieb:

      Verzweifelt sankt ich zu Boden, nachdem ich die ersten Häuser erblickte.
      sank

      kaddyabby schrieb:

      Jedenfalls hatte ich normale Kleidung an und stolperte nicht in meinem Schlafanzug durch diese Epoche, oder Welt oder was das hier auch immer war.
      clever ;)

      kaddyabby schrieb:

      Es war wie in einem schlechten Film, dachte ich.
      ist
      Gedanken kannst du ruhig im Präsens schreiben. Du gehst durch die Stadt, siehst nen tolles Kleid und denkst auch "Das ist schön" nicht "Das war schön" ^^



      So das war's :)

      Ich muss sagen, deine Geschichte gefällt mir immer besser.
      Der Anfang ist etwas holprig gewesen, aber ich nehme an, das lag daran, dass du etwas brauchtest, was dich zu deinem eigentlichen Ziel führt. Nämlich, dass sie in einer anderen Welt aufwacht. Das geht einem dann meistens eh nicht mehr so leicht von der Hand.
      Dafür kommst du immer besser in Fahrt!
      Die Leute und die Männer hast du wirklich authentisch beschrieben. Kein alle werden auf wundersame Weise Freunde, obwohl man sich nicht kennt und die eine da komische Klamotten an hat.
      Die Frauen hast du auch fraulich fies beschrieben und die Männer männlich fies (was echt echt widerlich war *brrr*).
      Und auch die unerwartete Hilfe hat natürlich ihren Preis.
      Vom Regen in die Traufe. Klingt ganz so als wäre Radmilla die Puffmutter und Cara jetzt eine ihrer Damen ... X/
      Aber sonst habe ich nichts zu nölen :)
      ich denke, jetzt wo du da bist, wo du ja eigentlich hin wolltest, lässt sich deine Geschichte auch "einfacher" lesen :)

      Hmmm Achja der Prolog.
      Ich finde ihn okay :)
      Das ist das was ich meinte :)
      Dein Prolog hat mit diesem Kapitel eigentlich nichts mehr zu tun, weswegen ich es jetzt nicht schlimm finde, dass er nicht sonderlich viele Fragen aufwirft :)

      LG Miri
      Menschen, die von sich behaupten, sie seien "positiv bekloppt", sind meistens einfach nur negativ grenzdebil.
      Patrick Salmen

      Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber nicht jeder ist Schmied.
      Till Reiners
    • @Miri
      Danke dir für die Kritik! :)
      Das kleinlich sein ist super! Ich meine, ich selbst weiß, warum meine Charaktere so handeln, wie sie es tun, aber für den Leser kann es oft verwirrend werden, wenn Infos fehlen oder so. Deshalb sind alle Ungenauigkeiten, die aufgelistet werden, eine echte Hilfe. Ich will ja schließlich so viele Plot Holes füllen, wie möglich ^^

      LG Kaddyabby
    • Heyho ^^ Einmal die Formsachen vorweg
      Spoiler anzeigen

      kaddyabby schrieb:

      Zu Hause las ich mir allein in meinem Zimmer einige der Unterlagen von den Professoren durch. Die Prüfungen würden dieses Semester schwer werden. Ich bemerkte gar nicht, dass es schon wieder Abend war. Meine Eltern waren noch nicht von der Arbeit zurück und ich machte mir wie so oft selbst etwas zu essen. Den Abend verbrachte ich vor dem Fernseher, wo wieder nur Müll lief. Um 22 Uhr ging ich dann ins Bett, meine Eltern waren immer noch nicht da, machten wahrscheinlich Überstunden. Ich nahm meinen Laptop mit ins Bett, um von dort aus noch eine DVD zu gucken. Gegen Mitternacht hörte ich schließlich die Haustür.
      Dieser Abschnitt klingt ein wenig aufzählerisch. Ich machte das, dann das und zum schluss das. Und eigentlich ist es nicht wirklich wichtig.

      kaddyabby schrieb:

      „Das kann doch alles nicht wahr sein...Das gibt es doch nicht...“, murmelte ich vor mich hin.
      Vor und hinter den Auslassungspunkten brauchst du Leerzeichen. Gilt auch für alle anderen Stellen im Text.

      kaddyabby schrieb:

      Verzweifelt sank ich zu Boden, nachdem ich die ersten Häuser erblickte. Sie standen weit auseinander, umgeben von Feldern und Weiden. Jedes Haus bestand aus Holz, welches mit Lehm verspachtelt worden war und die Dächer waren aus Stroh oder Weidengeflechten.
      Hmm, wenn die Landschaft aus weiten Feldern besteht, dann wird sie die Häuser zuerst nur ganz klein in der Ferne erkennen. Da sieht sie noch nicht, dass die mit Stroh bedeckt und mit Lehm verspachtelt sind.

      kaddyabby schrieb:

      „Das ist ein sehr schönes Rot-Blond.“, sagte sie mit einem spöttischen Unterton und riss mir eine Strähne raus, sodass ich aufschrie.
      hier wieder auf Satzzeichen achten. Der Punkt ist zu viel. Hast du bei allen wörtlichen Reden

      kaddyabby schrieb:

      Der Mann war an die Vierzig und stank nach Scheiß.
      Ernsthaft? :D Oder fehlt da ein "w" ?

      Das waren die direkten Stellen. Weiterhin ist mir aufgefallen, dass du sehr gerne verbfaul schreibst, heißt, du beschreibst Zustände in der Mehrzahl der Fälle mit "war". Dadurch schleift der Text ein wenig beim Lesen und wird etwas monoton. Versuche auf die Verben "sein" und "haben" weithestgehend zu verzichten und andere Verben zu finden, dadurch wird der Text bunter.

      Das war´s soweit erstmal an Tipps. Inhaltlich entwickelt die Geschichte jetzt erst Spannung. Caras Verzweiflung und die Hilflosigkeit, die sie Angesichts ihres plötzlichen Ort/Zeitwechsels empfinet kommen gut rüber.
      Und das Ende vom Kapitel ist ja wohl der Knaller schlechthin . kam für mich völlig unerwartet :D Da ist sie wohl vom Regen in die Traufe geraten.

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • @Alopex Lagopus
      So, danke dir erst mal für die ganzen Formsachen :) ja, das mit der wörtlichen Rede und den Punkten habe ich wohl immer falsch gemacht. Wird bestimmt noch ein paar Mal auftauchen, weil ich es einfach in der alten Version übersehe. Dennoch geht´s den Punkten ab jetzt an den Kragen!
      Der Teil mit der Aufzählung ist echt nicht so schön geworden, da hast du recht. Soll ein bisschen wie ein Lückenfüller agieren. Vielleicht etwas überflüssig, aber das ist in dem Moment noch Caras "normales" Leben ^^ und das soll ruhig eintönig erscheinen.
      Das mit dem "verbfaul" nehme ich mir sehr zu Herzen. Die Überarbeitung wird ihre Zeit kosten, um meine Verben aufzufrischen, doch das wird sich sicherlich lohnen. Ich gebe mir auf alle Fälle Mühe, "war, sein, haben usw," zu vermeiden.

      LG Kaddyabby
    • Hey @kaddyabby

      Auf mich macht die Geschichte bisher einen guten und soliden Eindruck. Der Schreibstil gefällt mir und ich bekomme beim Lesen das Gefühl, dass du genau weist, auf was du hinaus willst. Deine Beschreibungen sind auch sehr schön und lassen das Kopfkino wunderbar mitlaufen.
      Zwar ist es jetzt nicht unbedingt etwas neues, dass der Hauptcharakter durch einen blöden Zufall in einer anderen Welt landet, aber ich finde du hast das bisher richtig gut gemacht und auch viele eigene Ideen eingebracht. Die Welt hast du meiner Meinung nach auch sehr schön beschrieben und sie hinterlässt einen schön unsympathischen Eindruck auf mich. ^^
      Das Einzige, was ich jetzt anmeckern würde, wäre die Länge des ersten Kapitels. Ich bin der Überzeugung, dass man es auch in zwei Teile unterteilen könnte. Als Orientierungshilfe vielleicht: drei Seiten sind immer eine angenehme Zahl und lassen sich leichter lesen. ;)
      Aber gut, so ist es auch noch okay, und ich bin mal gespannt, wie sich Cara in der Welt einlebt und wie es in dem Freudenhaus nun weiter geht. ^^

      LG, Kyelia

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
    • So, endlich habe ich wieder die Zeit gefunden, weiterzuschreiben. Auf @Kyelia Kommentar hin habe ich das Kapitel in zwei Part aufgeteilt. Ich hoffe, ihr habt Spaß am Lesen und das war's dann auch schon wieder von mir!


      Kapitel 2 (Teil 1): Gottestimmen


      „In einem Bordell?!“, stieß ich hervor.

      „Sei nicht so überrascht“, erwiderte Radmilla streng. „Du solltest wirklich dankbar sein, dass ich dich mitgenommen habe. Und keine Angst, du wirst hier nur putzen und den Herren ihre Getränke bringen. Immerhin sollst du für das Bett, was wir dir geben, etwas leisten.“

      Ich atmete erleichtert aus, da ich nicht mit den Gästen des Bordells schlafen musste. Für Radmilla und selbst für Nasira war das offenbar etwas ganz Normales. Mein neues „Heim“ sah vielleicht auf den ersten Blick nicht sonderlich sicher aus, aber für den Anfang reichte es mir. Ich benötigte nur einen Ort, an dem ich einen Plan austüfteln konnte, um nach Hause zurückzukehren.

      Nasira führte mich ein bisschen in dem Gebäude herum. Zu dieser Zeit waren nicht viele Gäste da. Die vielen Flure erinnerten mich sehr an ein Labyrinth, aber Nasiras Anwesenheit und ihre Zielstrebigkeit verscheuchten meine Ängste. Sie zeigte mir die Küche und den Raum, wo die Frauen die Schmutzwäsche sammelten. Sie schlug sogar vor, mir eine kleine Karte des Bordellinneren anzufertigen. In dem Wäscheraum begann dann auch schon meine Arbeit. Voll bepackt mit Kleidung und Bettlaken folgte ich Nasira in den Hinterhof. Auf dem Rasen waren lange hölzerne Becken aufgebaut, in denen Wasser ruhte. Sie zeigte mir, wie ich die Wäsche zu waschen hatte und ich befolgte all ihre Anweisungen achtsam. Das kalte Wasser betäubte schnell meine Fingerspitzen. Viele der Kleider waren geflickt worden. Als ich die Unterwäsche fremder Frauen waschen sollte, sträubte ich mich ein wenig. Allerdings blieb mir keine andere Wahl, denn ich weigerte mich in einem noch größeren Maße, die Gäste zu belustigen und meinen Körper zu verkaufen. Also wusch ich alles gehorsam und biss die Zähne zusammen. Gemeinsam hingen wir die nasse Kleidung an Leinen auf, die zwischen dem Haus und einer kleinen Überdachung, wo große Kisten lagerten, gespannt waren. Dann ging die eigentliche Führung weiter. Wir kamen an einem kleinen Bach vorbei, der bestialisch stank. Das Wasser kräuselte sich in bräunlichen Farben und Nasira sah nicht in dessen Richtung.

      „Was ist das für ein Bach?“, fragte ich zögernd.

      „Dort werden die Frauen entsorgt, die nicht mehr arbeiten können. Und wenn eine Frau ein Kind bekommt, wird es in den Fluss geworfen."

      Mir stockte augenblicklich der Atem. Nasira sagte es so ausdruckslos und selbstverständlich. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich nun auch, dass menschliche Gebeine und andere Körperteile durch die Wasseroberfläche schimmerten. Ein säuerlicher Geschmack kroch mir die Kehle hinauf. Er brannte im Hals. Ich biss mir auf die Unterlippe, denn der Schmerz half mir zu verstehen, dass das hier wirklich passierte. Dass alles, was ich sah, Realität war. Nasira ging stumm voraus, schaute nicht zurück. Auf wackligen Beinen stolperte ich hinter ihr her. An einem hohen Zaun fand ich Halt und übergab mich leise. Sie wartete auf mich an der Tür zum Bordell. Ich wischte mir den Mund ab und bereute es, überhaupt gefragt zu haben. Ich bereute es, diesen Fluss so lange angeschaut zu haben.

      „So sah auch meine Reaktion aus, als Radmilla mir davon erzählte. Sie ließ selbst schon zwei Kinder dort zurück. Es ist die dunkle Seite des Stadtlebens, welche alle totgeschweigen. Daran lässt sich nichts ändern, vertrau mir.“

      Wieder stieg mir Galle den Hals hoch, aber ich konnte den Würgreflex gerade noch unterdrücken. Etwas benommen ging ich in die Küche. Die älteren Frauen gaben mir strickte Anweisungen, wie ich Brot zubereiten sollte und wie ich abends den Wein ausschenken musste. Radmilla leitete das Bordell, so viel verstand ich auch ohne Erklärungen. Jeder kannte und respektierte sie. Ich hörte kein schlechtes Wort von den anderen über sie. Es würde nicht leicht werden, hier zu leben, aber mir tat sich keine andere, bessere Möglichkeit auf.
      Die folgenden Tage schenkte ich Wein für die Männer nach und musste mir andauernd anzügliche Kommentare gefallen lassen. Nasira achtete darauf, dass die männlichen Gäste mir nicht zu nahe kamen, da sie wusste, dass ich hier lediglich als Dienerin arbeitete. Die meiste Zeit über blieb Nasira an meiner Seite. Die anderen Frauen nahmen mich nur wegen meiner Haarfarbe wahr. Manche sprachen mich darauf an und schienen mich darum zu beneiden. Es wunderte mich immer wieder aufs Neue, dass rötliche Haare eine solche Aufmerksamkeit auf sich zogen.

      Das Bedienen der Gäste fiel mir von Mal zu Mal leichter. Radmilla war mit meiner Arbeit zufrieden und Nasira blieb lange auf meinem Zimmer, wenn sie nicht arbeiten musste. Mit der Zeit bildete sich eine freundschaftliche Beziehung zwischen uns. Ich vertraute ihr, obgleich ich ihr noch immer einiges verschwieg. Sie würde mich für verrückt halten, würde ich ihr erzählen, dass ich aus einer anderen Zeit oder Welt stammte. Ich redete viel mit ihr und stellte viele Fragen zu diesem Land. Dorsteinn, das Reich des Nordens, unter der Führung eines Adligen namens Zaafir. Man bezeichnete ihn als goldenen Krieger, aufgrund seiner unverkennlichen gold-blonden Haare. Viel mehr wusste Nasira auch nicht. Ihre eigenen Eltern verkauften sie mit sieben Jahren an das Bordell, da sie das Geld zum Leben brauchten. So schrecklich das auch klang, es schien den meisten Frauen hier so ergangen zu sein. Sie waren froh von der Straße zu sein und einen sicheren Ort „Zuhause“ nennen zu können. Ein wenig konnte ich sie verstehen. Radmilla tat etwas Gutes, da sie ihre Untergebenen beschützte und selbst die gleiche Arbeit verrichtete. Sie stellte sich nicht über die anderen. So neu und unwirklich sich diese Umgebung für mich auch anfühlte, langsam fand ich meinen Platz darin.

      Es war noch nicht spät, da hörte ich von meinem Zimmer aus eine große Menschenmenge vor dem Bordell. Neugierig spähte ich in die Eingangshalle. Ich erkannte viele Männer, die schöne Rüstungen und Mäntel trugen. Sie alle strahlten Größe und Kraft aus, trugen Dolche und Schwerter am Leibe. Nasira tauchte hinter mir auf und zog mich in einen der leeren Räume.

      „Radmilla sagte, wir beide müssen uns heute um wichtige Gäste kümmern“, erklärte sie eilig.

      „Meinst du die Soldaten?“

      „Ja, genau. Unter ihnen sind viele Adlige. Radmilla wittert viel Profit aus dieser Nacht“, auch Nasiras Augen leuchteten bei diesen Worten auf. „Außerdem sind Adlige angenehmer, wenn du verstehst.“

      „Aber warum ich? Sollten nicht erfahrenere Frauen solch wichtige Leute bedienen?“

      „Ich glaube Radmilla will dich, weil du so auffällig bist.“

      „Ich und auffällig? Warum?“

      „Wegen deiner Haare und deinen Augen, Dummerchen. Glaub mir, so schöne blaue Augen haben selbst diese Soldaten noch nicht gesehen. Aber sie dürfen nur schauen, nicht anfassen.“

      Belustigt und aufgeregt klopfte sie mir auf die Schulter. Zusammen richteten wir in Windeseile das Zimmer her. Einige Vorhänge dienten als Raumtrenner und Kissen platzierten wir überall im Raum. An das Hauptzimmer grenzten weitere drei Nebenräume, die man nur von hier aus erreichte. Um die Privatsphäre zu gewährleisten, meinte Nasira. Ich stellte es mir schwer vor, in einem Bordell seine privaten Angelegenheiten zu sichern.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kaddyabby ()

    • kaddyabby schrieb:

      Wir kamen an einem kleinen Bach vorbei, der bestialisch stank. Das Wasser kräuselte sich in bräunlichen Farben und Nasira sah nicht in dessen Richtung.

      Mir stockte augenblicklich der Atem. Nasira sagte es so ausdruckslos und selbstverständlich.
      Was sagte sie? Da war keine wörtliche Rede und auch keine zusammenfassung einer aussage.

      kaddyabby schrieb:

      Ich wischte mir den Mund ab und bereute es, überhaupt gefragt zu haben. Ich bereute es, diesen Fluss so lange angeschaut zu haben.
      Wie man im ersten Zitat sieht, hat sie aber nicht gefragt. Ich fand es etwas verwirrend beschrieben.

      kaddyabby schrieb:

      Die folgenden Tage schenkte ich Wein für die Männer nach und musste mir nur anzügliche Kommentare gefallen lassen.
      nur? Mir hätte as ganz und gar nicht gefallen.
      Ich glaube, hier hast du dich im Füllwort vertan "anauernd" würde besser passen.

      Solaten und Adelige? Wenn da einer zu viel Wein bekommt und dann sauer wird, dass er die bezauberte Fremde nicht haben darf, könnte er es mit Gewalt erreichen wollen. So wie der Besuch eine Chance auf Profit bietet, so auch Konfliktpotential.

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Hey ^^
      Ich glaube bei der Sache mit dem Bach ist dir ein Absatz flöten gegangen aber sonst ist mir nichts aufgefallen, was Alo nicht schon erwähnt hätte ^^
      Auch ich hab an Vergewaltigung oder so gedacht ... ich hoffe Radmilla passt gut auf ...
      Menschen, die von sich behaupten, sie seien "positiv bekloppt", sind meistens einfach nur negativ grenzdebil.
      Patrick Salmen

      Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber nicht jeder ist Schmied.
      Till Reiners
    • Spoiler anzeigen


      kaddyabby schrieb:

      Allerdings blieb ich keine andere Wahl, denn ich weigerte mich in einem noch größeren Maße, die Gäste zu belustigen und meinen Körper zu verkaufen.
      mir

      Es klingt zwar nach keinem schönen Zuhause, aber ich denke, dass Cara dort sicher ist. Wobei man die Sicherheit auch in mehrere Teile untergliedern kann. Sicher vor Hunger und ein Dach über dem Kopf. Aber ich denke mal nicht, dass die Adligen Cara in Frieden lassen, wenn sie doch etwas "Besonderes" ist. Wie Alopex schon sagte, Adlige nehmen sich, was sie wollen, wenn es sein muss, auch mit Gewalt. :hmm:
      Ich bin mal gespannt. ^^

      LG, Kyelia

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
    • Hmm. Also ich habe am Schreibstil ein paar Sachen zu kritisieren. Denn er wirkt arg "gehetzt".
      Das mag daran liegen, dass du sehr oft sehr kurze Sätze verwendest.
      Das hier könnte man auch mühelos zusammenschreiben.
      "Nasira führte mich ein bisschen in dem Gebäude herum, zu dieser Zeit waren nicht viele Gäste da."
      Und ich glaube auch nicht, dass es unbedigt nötig ist, nach jeder wörtlichen Rede eine Leerzeile einzufügen.

      Ansonsten ist es von der Geschichte her nicht schlecht. Schließlich gibt es auf jeden Fall eine Verbindung in unsere Welt, man denke an die Großmutter. Jedoch vermisse ich den Sinn, warum sie in eine mittelalterliche Welt eintaucht.