Immortalis Secreta-Unsterbliche Geheimnisse

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    • Danke @Rael. :)
      Ja, Magdalena ist schon ein seltsames Fräulein. Ich vermute mal du wirst die später mehr lieben, als alle anderen Charaktere. ;)

      Und der Rest des Tages.

      "Kapitel 2 In Liebe A&E/Teil 3"

      Sechs Uhr am Abend holte sie mich spontan bei mir zuhause ab. Sie nahm mich mit zu ihrer Unterkunft, was mich schon etwas negativ stimmte. Das ging mir fast zu schnell, was auch immer sie vorhatte! Und wie mich die Leute im Gasthaus angafften!
      Nach einem kurzen Gespräch mit dem Wirt gingen wir beide sofort hoch auf ihr Zimmer. Oh je, was wird das denn jetzt? Ich durfte in die geheiligten Hallen einer Frau eintreten? Und dann noch von Frau Magdalena!
      Aber kaum war ich drinnen und die Tür geschlossen, fühlte ich mich viel heimischer und geborgener. Es war dieses Gefangenfühlen, welches mich schon etwas reizte. Ich konnte es wirklich nicht so recht glauben, wo ich nun gerade war. Na gut, es war eigentlich nur ein Gästezimmer in einem Gasthaus. Aber dass ich mit ihr hier war, war so besonders!
      Sie bot mir ihren Stuhl an, ich setzte mich an den kleinen Ecktisch. Sie packte ein paar Inschriften, Notizen und Bücher auf den Tisch und fragte mich, ob ich denn auch gerne lese. Sie jedenfalls las für ihr Leben gerne! Vorzugsweise Latein und alte Schriftstücke!
      Gut, alles klar! Wo war ich hier bloß hingeraten!? Sollte ich jetzt etwa mit ihre zusammen lesen? Also ich dachte eigentlich, wir unternehmen was besonderes! Etwas, was Spaß macht! Essen, oder so.
      Und dann sagte sie: “Also ich arbeite gerade an einem neuen Ritus! Es würde mich freuen, wenn Ihr mich dabei etwas unterstützen würdet! Ihr könnt doch lesen, oder?”
      Verwundert erwiderte ich: “Ja schon! Aber das scheint nicht in unserer Sprache zu sein! Also sowas kann ich nicht lesen, da muss ich passen! Ich will mich eigentlich auch nur ungern mit solchen Dingen besch...”
      Sie unterbrach mich.

      "Ach was, redet keinen Stuss! Das ist ganz leicht! Ihr sollt nur die Schriftstücke vergleichen und Gemeinsamkeiten aufschreiben!"
      Währenddessen holte sie uns etwas Essen und Trinken. Ich schaute mir die Inschriften genau an. “et lucem tenebras afferat. auri et dividetur pice? luceat aureum in tenebris interiorem. septem infirmare humilior?”
      Wie bitte? Wo sind da bitteschön Gemeinsamkeiten?
      "
      infernus et Novae fraternized. ac divortio fecunditate siccitatem?"
      Äußerst schwer zu lesen, für mich!
      "Wozu ist das gut?", fragte ich sie, als sie wiederkam. Sie meinte darauf, dass sie nur eine Hand voll Ansätze von Zauberformeln kenne. Ich solle ihr helfen, neue zu finden! Sie braucht die Gemeinsamkeiten der einzelnen Inschriften, um schneller herauszufinden, welche Wörter wahrscheinlich am wirkungsvollsten sind.
      Diese beiden Wörter hier scheinen besonders beliebt zu sein! “*tenebris* und *eclipsis*”, sagte ich und zeigte auf diese Zeile. “*aurum*, *argenti* und *casum* sind auch oft vertreten.”
      Sie ermahnte mich! Ich solle die Sätze unter keinen Umständen allzu oft laut sagen! Zumindest nicht, wenn sie es nicht ausdrücklich anordnet. Ich war etwas besorgt und fragte sie ganz interessiert, was dies eigentlich für Inschriften seien. Sie antwortete, ganz gelassen: “Das sind meine eigenen Inschriften! Und die Bücher stammen aus einem Kloster. Sie enthalten derweilen ganz nützliche Passagen! Aber leider sind sie alle nur auf das Sichtbare und Bekannte fixiert. Ich wiederum versuche, das Unbekannte zu finden und zu erschaffen!”
      Ich war irgendwie angetan von diesen Schriften. Ich verstand sie nur sehr grob. Sie erklärte mir ein paar Stellen aus dem einen Buch.
      “Hans, seht her! Hier geht es um das göttliche und gütige! Das Ewig Währende und Ehrfürchtige!”
      Sie schnappte sich den zweiten Stuhl und rückte an mich heran. “Dort steht etwas über einen einsamen Mönch... Nein, halt! Dies sind die Aufzeichnungen eines einsamen Mönchs! Verzeiht meinen Fehler! Er schrieb das etwas undeutlich. Er schreibt über die Prozession! Ihr kennt eine Prozession, oder?”
      Ich schaute etwas verwundert.
      “Also eine Prozession ist...”
      “Magdalena, ich weiß was das ist! Eine Feier, mit Umzug, bei einem Feiertag! Oder sowas.”
      Sie nickte. “So könnte man das auch sagen! Ich sehe, Ihr seid schon etwas gelehrt! Gelehrter als so manch anderer hier im Ort.”
      Sie rückte mit ihrem Stuhl immer näher an mich heran und legte sanft ihre Hand auf meinen Oberschenkel. Ich dachte, ich sähe nicht richtig! Ich solle mir zwei Sätze ganz besonders gut einprägen: “quamquam tenebris lux sum. et lux in perpetuum est.” Ich schrieb sie mir gleich auf, sogar mit der richtigen Betonung! Warum, wusste ich in dem Moment auch nicht so richtig.
      "Manchmal verwirrt Ihr mich wirklich, Herr Hans! Dass Ihr mir bei sowas spontan vertraut, ist schon etwas sonderbar. Bei Euch schlafen darf ich nicht, aber gegen wirre Worte habt Ihr nichts einzuwenden!"
      Da geriet ich ins Stutzen. Ich zögerte mit dem weiteren Niederschreiben.
      "Also habt Ihr mich jetzt nur testen wollen? Sind diese Worte gar nicht von magischer Bedeutung?"
      Ich wollte die Schreibefeder gerade weglegen, da erwiderte sie: "Doch, natürlich sind die richtig! Es macht mich nur etwas stutzig, dass Ihr mir so schnell geglaubt habt."
      "Ja, ich... Ihr seid halt..."
      Sie winkte ab. "Hans... Egal was auch jemals für schlimme Dinge passieren werden! Denkt immer an das Schönste und Wunderbarste was Ihr kennt! Sagt die Sätze und glaubt fest an diese Worte und an Euch selbst! Dann kann Euch Nichts und Niemand ein körperliches Leid antun!"
      Da wurde ich misstrauisch. "Aber warum sollte denn mir jemand etwas antun wollen?"
      "Nein, das habe ich nicht so gemeint. Falls Ihr mal in Gefahr geraten solltet, könnt Ihr dies anwenden, um Euch zu schützen."

      "Aber wie geht das? Also woher weiß ich, dass ich in Gefahr bin?"
      Magdalena erwiderte prompt: "Das werdet Ihr schon merken, wenn es soweit ist! Zumindest könnt Ihr mir in dieser Sache vertrauen. Und das solltet Ihr auch. Ihr vertraut mir doch, oder?"
      Freundlich lächelte sie mir zu und biss sich leicht auf die Unterlippe.
      Ich grübelte. Eigentlich war dies nur eine Sache des Vertrauens. Also so wie bei den anderen Dingen, die wir zusammen gemacht haben.
      "Magdalena, ich nehme diesen Rat dankbar an. Ich vertraue Euch."
      Wir suchten noch einige Stunden weiter. Und wir beide kamen uns gedanklich immer näher! Ich fühlte mich mit ihr verbunden. Als wäre sie das normalste auf der Welt.
      Aber dann war es doch schon ziemlich spät geworden! Ich wollte gehen, doch da bemerkte ich draußen diesen heftigen Regen. Wir haben ihn gar nicht bemerkt, so vertieft waren wir in unsere Sache. Magdalena wollte mich nicht bei diesem Regen nach Hause gehen lassen! Das hätte sie sich niemals verziehen, wenn mir dann etwas zugestoßen wäre. Also fragte sie den Gastwirt, ob ich vielleicht heute Nacht hier übernachten könnte.
      "Guten Abend, dürfte ich Sie kurz stören?", fragte Magdalena ihn.
      "Aber natürlich! Ihr dürft mich immer was fragen." Er wirkte angetan von ihr.
      "Ihr habt bestimmt auch schon dieses Wetter dort draußen bemerkt. Da wollte ich fragen, ob mein Besuch vielleicht heute mit bei mir übernachten könnte." Sie machte ihm schöne Augen und fuhr sich zärtlich durchs Haar.
      "Aber warum denn nicht? Solch einer hübschen jungen Dame kann ich doch keine Bitte abschlagen." Er wurde ganz rot im Gesicht. Und ich erst!
      "Das habt Ihr aber sehr lieb gesagt. Also wie regeln wir das mit dem Geld?"
      Er winkte sofort ab. "Lasst das mal meine Sorge sein, Fräulein Magdalena. Ihr habt schon genug für uns getan. Das regeln wir morgen Früh ganz in Ruhe."
      Dann wandte er sich mir zu und sagte: "Aber nur, wenn Ihr auch nichts dagegen habt."
      Sie ergriff augenblicklich das Wort. "Aber natürlich hat Herr Hans nichts dagegen. Bei mir ist er in guten Händen. Kümmert Euch nicht weiter um ihn
      ."
      Das war jetzt aber schon etwas verwirrend! "Moment mal! Wie soll ich das jetzt verstehen? Ich soll mit Euch zusammen in einem Bett schlafen? Wir haben doch schon mal das Thema gehabt."
      Der Wirt schaute skeptisch. "Wieso in einem Bett? Fräulein Magdalena hat doch zwei Betten. Ein Arbeitszimmer und nebenan ein Gästezimmer."
      "Genau", fügte sie hinzu. "Wir schlafen doch nicht im selben Bett! Das geht selbst mir zu schnell. Eher hätte ich Euch ein anderes Zimmer angeboten. Oder höre ich da etwa doch eine Sehnsucht heraus?"

      "Aber natürlich nicht! Was Ihr Euch immer einbildet?"
      Sie holte tief Luft. "Jedenfalls könnt Ihr heute Nacht bei mir übernachten und das ist doch gut. Dann bleibt Ihr wenigstens im Trockenen! Keine Widerworte mehr. Ich gehe sofort los und bereite das Gästebett vor. Wartet noch einen kurzen Moment und kommt dann nach."
      Ich hatte so meine Bedenken bei dieser Sache. Ich habe mich natürlich gefreut, dass ich hier übernachten konnte, aber für mich war die Situation ungewohnt. Sie bemerkte, dass ich noch etwas unentschlossen war und redete mit Engelszungen auf mich ein. Ich wollte ihr ja keine Umstände bereiten... Ich stimmte dem Vorschlag zu, hatte aber ein unwohles Gefühl bei der Sache!
      Und dann ging sie aber wirklich los und bereite das Gästezimmer vor.
      Unverzüglich gingen wir schlafen! Aber diesmal nahm ich mir vor, nicht einfach hereinzuplatzen und sie womöglich dann wirklich nackend zu sehen! Ich machte es mir bequem im Bett und lauschte dem niederprasselnden Regen. Schwach hörte ich aus ihrem Zimmer ein Rascheln und Flüstern. Ein leises Schniefen und Seufzen war auch zu hören. Mir kam es so vor, als würde sie weinen. Doch was vermochte sie denn zum weinen zu bringen? Mir fiel das Einschlafen schwer! Immerzu musste ich daran denken, was wohl im Nebenraum vor sich ging. Besorgt war ich um sie! Ich durfte ihr aber nicht näher sein, wie der Raum es zuließ. Erst gegen Zwei Uhr schlief ich endlich ein.
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
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      Mana

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Zarkaras Jade ()

    • Hallo,

      ich weiß nicht wie viel zeit ich noch habe, bis mein besuch kommt, aber ich versuche mal so viel wie möglich von deinem Text zu lesen und subjektiv zu kommentieren.

      Spoiler anzeigen

      Sechs Uhr am
      Abend holte sie mich spontan bei mir zuhause ab. Sie nahm mich mit zu
      ihrer Unterkunft, was mich schon etwas negativ stimmte. Das ging mir
      fast zu schnell, was auch immer sie vorhatte! Und wie mich die Leute im
      Gasthaus angafften, einfach nur ekelhaft! Nach einem kurzen Gespräch mit
      dem Wirt gingen wir beide sofort hoch auf ihr Zimmer. Oh je, was wird
      das denn jetzt? Ich durfte in die geheiligten Hallen einer Frau
      eintreten? Und dann noch von Frau Magdalena! [Da passiert aber ganz schön viel in ein paar Zeilen. Vllt etwas zu viel. Ein paar Beschreibungen wären ganz schön. Außerdem passen für mich die Begriffe "negativ stimmte" und "einfach nur ekelhaft" nicht zusammen. Sie scheinen von 2 unterschiedlichen Charakteren zu kommen. Innerhalb kurzer zeit so eine Wandlung in der Ausdrucksweise. Das wirkt etwas komisch]
      Aber kaum war ich drinnen und die Tür geschlossen, fühlte ich mich viel
      heimischer und geborgener. Es war dieses Gefangenfühlen, welches mich [Er scheint einen komischen charakter zu haben, wenn er Geborgenheit mit dem Prickeln des Gefangenfühlens gleichsetzt. Und welches Gästezimmer in einem Gasthaus ist so sonderlich heimelig? olltest du beschreiben]
      schon etwas reizte. Ich konnte es wirklich nicht so recht glauben, wo
      ich nun gerade war. Na gut, es war eigentlich nur ein Gästezimmer in
      einem Gasthaus. Aber der Moment, mit wem ich dies genossen konnte, war
      so besonders! [Der Satz verwirrt mich. Er genoss es mit dem Moment? Selbst wenn du das meinen solltest, finde ich es etwas unglücklich formuliert]
      Sie bot mir ihren Stuhl an, ich setzte mich an den kleinen Ecktisch. Sie
      packte ein paar Inschriften, Notizen und Bücher auf den Tisch und
      fragte mich, ob ich denn auch gerne lese. Sie jedenfalls las für ihr
      Leben gerne! Vorzugsweise Latein und alte Schriftstücke!
      Gut, alles klar! Wo war ich hier bloß hingeraten!? Sollte ich jetzt etwa
      mit ihre zusammen lesen? Also ich dachte eigentlich, wir unternehmen
      was besonderes! Etwas, was Spaß macht! Essen, oder so. [ :D sehr schön mit dem leser gespielt ... also ... mit anderen ... natürlich nicht mit mir ... :whistling: ]
      Und dann sprach sie zu mir: “Also ich arbeite gerade an einem neuen ["sprach sie zu mir", klingt so von oben herab. "Und Gott sprach zu mir ..." soll das so wirken?]
      Ritus! Es würde mich freuen, wenn Ihr mich dabei etwas unterstützen
      würdet! Ihr könnt doch lesen, oder?”
      Verwundert erwiderte ich: “Ja schon! Aber das scheint nicht in unserer
      Sprache zu sein! Also sowas kann ich nicht lesen, da muss ich passen!
      Ich will mich eigentlich auch nur ungern mit solchen Dingen besch...”
      [Vllt. Z.B. "Sie winkte ab." oder "Sie unterbrach mich mit wegwerfender geste"]“Ach was, redet keinen Stuß! Das ist ganz leicht! Ihr sollt nur die Schriftstücke vergleichen und Gemeinsamkeiten aufschreiben!”
      Währenddessen holte sie uns etwas Essen und Trinken. Ich schaute mir die
      Inschriften genau an. “et lucem tenebras afferat. auri et dividetur
      pice? luceat aureum in tenebris interiorem. septem infirmare humilior?”
      Wie bitte? Wo sind da bitteschön Gemeinsamkeiten? “infernus et Novae fraternized. ac divortio fecunditate siccitatem?” [Sagt er das oder liest er es nur? Das wirkt nämlich so, als könne er das, weil nirgens steht, dass es ihn anstrengt oder so. Wenn ich das aussprechen sollte]
      Sie kam wieder und ich fragte, wozu das gut sei. Sie meinte darauf, dass
      sie nur eine Hand voll Ansätze von Zauberformeln kenne. Ich solle ihr
      helfen, neue zu finden! Sie braucht die Gemeinsamkeiten der einzelnen
      Inschriften, um schneller herauszufinden, welche Wörter wahrscheinlich
      am wirkungsvollsten sind. [Wieso keine wörtliche Rede? Es wirkt, als wolltest du die Szene schnell hinter dir haben]
      Diese beiden Wörter hier scheinen besonders beliebt zu sein! “*tenebris*
      und *eclipsis*”, sagte ich und zeigte auf diese Zeile. “*aurum*,
      *argenti* und *casum* sind auch oft vertreten.” [Wirkt ja sehr düster ... und reich ...]
      Sie ermahnte mich! Ich solle die Sätze unter keinen Umständen allzu oft
      laut sagen! Zumindest nicht, wenn sie es nicht ausdrücklich anordnet.
      Ich war etwas besorgt und fragte sie ganz interessiert, was dies [Glaubt er an die Zauberformeln? Wurde das schon erläutert? Er wirkte nämlich recht ... uninteressiert]
      eigentlich für Inschriften seien. Sie antwortete, ganz gelassen: “Das
      sind meine eigenen Inschriften! Und die Bücher stammen aus einem
      Kloster. Sie enthalten derweilen ganz nützliche Passagen! Aber leider
      sind sie alle nur auf das sichtbare und bekannte [Sichtbare und Bekannte groß] fixiert. Ich wiederum
      versuche, das unbekannte zu finden und zu erschaffen!” [Auch das Unbekannte groß]
      Ich war irgendwie angetan von diesen Schriften. Ich verstand sie nur
      sehr grob. Sie erklärte mir ein paar Stellen aus dem einen Buch. [Absatz]“Hans,
      seht her! Hier geht es um das göttliche und gütige! Das Ewig Währende
      und Ehrfürchtige!”
      Sie schnappte sich den zweiten Stuhl und rückte an mich heran. “Dort
      steht etwas über einen einsamen Mönch... Nein, halt! Dies sind die
      Aufzeichnungen eines einsamen Mönchs! Verzeiht meinen Fehler! Er schrieb
      das etwas undeutlich. Er schreibt über die Prozession! Ihr kennt eine
      Prozession, oder?”
      Ich schaute etwas verwundert. “Also eine Prozession ist...” [Erst im nächsten Satz wird deutlich, dass sie das sagt. Ich hätte damit gerechnet, dass es seine Antwort ist.]
      “Magdalena, ich weiß was das ist! Eine Feier, mit Umzug, bei einem Feiertag! Oder sowas.”
      Sie nickte. “So könnte man das auch sagen! Ich sehe, Ihr seid schon etwas gelehrt! Gelehrter als so manch anderer hier im Ort.” [Nennt man das so? "etwas gelehrt"?]
      Sie rückte mit ihrem Stuhl immer näher an mich heran und legte sanft
      ihre Hand auf meinen Oberschenkel. Ich dachte, ich sehe nicht richtig![Liest sich vllt blöd, aber müsste hier nicht "sähe" stehen? Als Konjunktiv von der Vergangenheitsform "sah"? Oder liege ich hier falsch? ?( ]
      Ich solle mir zwei Sätze ganz besonders gut einprägen: “quamquam
      tenebris lux sum. et lux in perpetuum est.” Ich schrieb sie mir gleich [Interessanter Satz ...]
      auf, sogar mit der richtigen Betonung! Warum, wusste ich in dem Moment
      auch nicht so richtig.
      "Manchmal verwirrt Ihr mich wirklich, Herr Hans! Dass Ihr mir bei sowas
      spontan vertraut, ist schon etwas grenzwertig. Bei Euch schlafen darf
      ich nicht, aber gegen wirre Worte habt Ihr nichts einzuwenden!" [Grenzwertig? Da findest du doch ein schöneres Wort, oder?]
      Da geriet ich ins Stutzen. Ich zögerte mit dem weiteren Niederschreiben.
      "Also habt Ihr mich jetzt nur testen wollen? Sind diese Worte gar nicht von magischer Bedeutung?"
      Ich wollte die Schreibefeder gerade weglegen, da erwiderte sie: "Doch,
      natürlich sind die richtig! Es macht mir[mich] nur etwas stutzig, dass Ihr mir
      so schnell vertraut habt." [Er vertraut ihr? Ist mir noch nicht aufgefallen]
      "Ja, ich... Ihr seid halt..."
      Sie winkte ab. "Hans... Egal was auch jemals für schlimme Dinge
      passieren werden! Denkt immer an das Schönste und Wunderbarste was Ihr
      kennt! Sagt die Sätze und glaubt fest an diese Worte und an Euch selbst!
      Dann kann Euch Nichts und Niemand ein körperliches Leid antun!" [Das würde mir jetzt Angst machen, an Hans' stelle ...]
      Ich nahm diesen Rat dankbar an. Wir suchten noch einige Stunden weiter.
      Und wir beide kamen uns gedanklich immer näher! Ich fühlte mich langsam
      sehr heimisch bei ihr. Als wäre sie das normalste auf der Welt. [Ich würde das heimisch zu Beginn streichen, sonst wirkt "sehr heimisch" nicht wie eine sonderbar starke Steigerung]
      Aber dann war es doch schon ziemlich spät geworden! Ich wollte gehen,
      doch da bemerkte ich draußen dieses heftige Gewitter. Wir haben es gar
      nicht kommen gehört, so vertieft waren wir in unsere Sache. Magdalena
      wollte mich nicht bei dem Sturm nach Hause gehen lassen! Das hätte sie
      sich niemals verziehen, wenn mir dann etwas zugestoßen wäre. Also fragte
      sie den Gastwirt, ob ich vielleicht heute Nacht hier übernachten
      könnte.
      Der Wirt sagte uns: “Ja wenn es Euch nichts ausmacht, werter Herr, dann
      könnt Ihr bei der Dame übernachten! Sie hat sowieso damals ein
      Doppelzimmer verlangt. Also ist ja noch ein Schlafplatz bei ihr frei!
      Wegen dem Gold können wir morgen abklären!” [Das wirkt gerade sehr gestellt, was er da sagt, sorry]
      Magdalena war überglücklich, schaute mich an und sagte: “Hans, das
      klingt doch gut. Dann bleibt Ihr wenigstens im Trockenen! Ich gehe
      sofort los und bereite das Gästebett vor... Oder ist das Euch etwa doch
      nicht recht?” [Bisschen spät um das abzuklären, oder? Und wieso Gästebett, wenn es ein Doppelzimmer ist. Wäre doch einfach nur ein bett]
      Ich hatte so meine Bedenken bei dieser Sache. Ich habe mich natürlich
      gefreut, dass ich hier übernachten konnte, aber für mich war die
      Situation ungewohnt. Sie bemerkte, dass ich noch etwas unentschlossen
      war und redete mit Engelszungen auf mich ein. Ich wollte ihr ja keine
      Umstände bereiten... Ich stimmte dem Vorschlag zu, hatte aber ein
      unwohles Gefühl bei der Sache! Also gingen wir auf ihr Zimmer und
      bereiteten uns auf die Nacht vor.
      Die Betten waren getrennt von einander in zwei verschiedenen Räumen. Wir
      gingen schlafen, unverzüglich! Aber diesmal nahm ich mir vor, nicht
      einfach hereinzuplatzen und sie womöglich dann wirklich nackend zu
      sehen! Ich machte es mir bequem im Bett und lauschte den sanften Klängen [Sanfte Klänge der Nacht? Ein Gewitter sind für ihn sanfte klänge? oder ist das plötzlich weg?]
      der Nacht. Leise hörte ich aus ihrem Zimmer ein Rascheln und Flüstern.
      Ein leises Schniefen und Seufzen war auch zu hören. Mir kam es so vor,
      als würde sie weinen. Doch was vermochte sie denn zum weinen zu bringen? [Er hört während des gewitters ihr weinen?]
      Mir fiel das Einschlafen sichtlich [Wieso sichtlich? Ist doch aus seiner Sicht heraus geschrieben, dann passt das Wort nicht so gut] schwer! Immerzu musste ich daran
      denken, was wohl im Nebenraum vor sich ging. Besorgt war ich um sie!
      Durfte ihr aber nicht näher sein, wie der Raum es zuließ. [In diesem Satz fehlt das Subjekt] Erst gegen
      Zwei Uhr schlief ich endlich ein.

      So, habs wohl alles geschafft. Nochmal allgemein: Du schreibst sehr unstrukturiert, finde ich. Viel indirekte Rede, dann wieder direkt, dann vergeht die zeit ganz schnell, dann Gewitter, dann kein Gewitter. Es lässt die Szene sehr konstruiert wirken, zu sehr geplant, um Zufall zu sein. Die Charaktere sind eigentlich ganz gut, aber es fehlt ihnen doch noch etwas an Farbe, auch wenn sie sich gut voneinander abheben. Die Latein-Einlagen waren für mich etwas übertrieben. Vllt wäre auch die eine oder andere Übersetzung gut gewesen, oder möchtest du, dass deine Leser google bemühen? ;) Auch eine Taktik sich i m Hirn des Lesers einzubrennen, aber es könnte auch viele verschrecken.
      Vom Schreibstil ist es ganz gut, lebendig, wenn auch etwas zu verworren und mit zu vielen änderungen in der Geschwindigkeit.
      Ich hoffe das war nicht zu hart. Wie immer nur eine einzelne, subjektive Meinung.


      Liebe Grüße
      Jan
      Manchmal flüstert der Wind eine Legende,
      bevor die Geschichte sie zu schreiben vermag.

      Hört das Flüstern:

      Der Orden der Geweihten


    • Hallo @Geweihter .
      Ich hab deine Anmerkungen durchgelesen und werde die Textzeilen und Ungereimtheiten versuchen zu berichtigen.
      Hast schon recht mit einigen Dingen. Das fällt einem beim Schreiben oftmals nicht auf, wenn man so im Schreibrausch ist. Das mit dem Gewitter und dem Hören ihrer "Trauer" werde ich auch etwas anders darstellen. Vermutlich mache ich daraus nur einen Sturm oder starken Regen. Und es ist natürlich kein Doppelzimmer, hast auch recht, sondern ein Zimmer mit Gästeraum oder Zweibettzimmer.

      Mit dem "Latein" ist das so eine Sache. Diese eine Zauberformel werde ich auf deutsch dort einbauen, wie sie auf deutsch heißen soll. Aber ins lateinische übersetzt wäre das dann zu kompliziert, um als "Schnellzauber" zu gelten. Ich habe darum diese Sätze nur im sinnbildlichen übersetzt. Andere Zauberformeln dagegen sind genauer übersetzt, weil sie lang und kompliziert genug sind.


      Google bitte nicht verwenden! bringt sowieso nichts. Das Latein dort wird auch so oft geändert wie bei machen der Partner. ;)
      Drum versuchte ich bei den Zauberformeln einen Mittelweg zu finden.

      Dass Hans ziemlich unbeeindruckt wegen dem Zauber wirkt, liegt daran, dass er bereits mit ihr zwei Rituale durchgeführt hat. Er kennt also schon ein wenig ihre Begabung.

      Wenn es wirklich erwünscht ist, dass ich die Konversation zwischen ihnen beiden bei der Magiekunde ausführlicher machen soll, werde ich das auch in Angriff nehmen. Das waren noch meine Anfänge der Geschichte. Da wollte ich noch nicht so viel der Magie hineinpacken.


      Hans wirk sehr verwirrend. Das habe ich schon oft gelesen. Liegt aber auch daran, dass ich sozusagen Hans bin und auch ich in manchen Situationen sehr irrational reagiere. Aber bitte nicht davon ausgehen, dass ich generell so bin. ;)
      Ich glaube, mir ist Magdalena von allen Charakteren am besten gelungen. Es werden noch sehr viele Charaktere erscheinen, mit anderen kuriosen Gemütern
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
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    • Und weiter geht´s mit der Geschichte. Ich unterteile diesen Tag in 3 Teile. Auch wenn dieser Part hier etwas abrupt endet, ist er trotzdem so noch am sinnvollsten getrennt. Ich wünsche weiterhin viel Spaß am Lesen. Und vielleicht verirrt sich ja der eine oder andere hierher. :)



      "Kapitel 2 In Liebe A&E/Teil 4"

      Sonntag der 28. Ernting 1403
      Acht Uhr schlug es. Zeit aufzustehen. Heute ist Sonntag. Auf diesen freute ich mich immer besonders, denn da ist mein arbeitsfreier Tag. Erstmal schön strecken und recken, bevor ich mich dann ganz gemütlich anziehe. Magdalena schien noch zu schlafen, also bloß keine Hektik. War das nicht schön, gestern? Und der Regen hat auch nachgelassen.
      Ich genoss diese Ruhe und Gelassenheit hier, in dem Bett. Draußen zwitscherten fröhlich die Vögel und die Sonnenstrahlen kribbelten wohlig auf meiner Haut. Ich könnte fast schon wieder einschlafen. Ich ließ meine Gedanken schweben und erfreute mich einfach nur an dieser Ruhe.
      Doch irgendwie war mir dann zu still. Nebenan war noch nichts zu hören. Schlief sie noch? Ein wenig Hunger hatte ich schon. Und meine Lippen sehnten sich auch etwas nach Flüssigkeit.
      Ich zog mich an und öffnete vorsichtig die Tür. Gut, nackend war sie schon mal nicht. Und geschrieen hat auch niemand. Sie lag noch in ihrem Bett und schlief. Leise schlich ich mich in ihr Zimmer, an ihr Bett. Wie ein Engel sah sie aus, in ihrem kleinen Bett. Also ich meine, so würde ich mir einen Engel vorstellen, wie er meiner Meinung nach aussehen sollte.
      Ich beugte mich leise über sie und ergötzte mich an ihrem wundervollen Gesicht. Und dann, plötzlich, wachte sie auf und starrte mir ganz tief in die Augen. Ich zuckte ganz erschrocken zurück, schaute weg und stolperte in der Gegend rum. Das war mir jetzt aber äußerst peinlich. Was würde sie jetzt wohl von mir denken? Ich hielt mir die Hände vors Gesicht und drehte mich zur Tür. Magdalena freute sich, mich zu sehen. Es amüsierte sie, wie ich da so unbeholfen herum stolperte. Ganz fröhlich lachte sie und fragte mich, ob ich gut geschlafen hätte.
      Ich war noch immer ganz verwirrt und bekam kein Wort heraus. Ich stand nur da und starrte die Tür an. Sie schnaufte und sprach: “Also Hans, ich will jetzt nicht unhöflich sein, aber könnt Ihr bitte wieder in Euer Zimmer gehen? Ich möchte mich anziehen! Und das tue ich ungern in Anwesenheit anderer.”
      Sofort ging ich von dannen und knallte die Tür zu. Warum musste auch immer ich in solch ein Fettnäpfchen treten? Warum bin ich immer so angespannt in der Umgebung von Frauen? Geht das anderen Männern genauso? Was denkt sie wohl jetzt von mir? Ging ich zu weit, oder konnte ich noch weiter gehen? Sie ist aber auch wirklich schön. Warum habe ich dem nur zugestimmt? Ich hätte doch lieber zuhause schlafen sollen.
      Sie öffnete die Tür und lächelte mich freundlich an. “Wollen wir frühstücken? Oder ist dies Euch noch nicht genehm?”
      Ich stimmte zu und wir gingen gemeinsam runter in die Wirtsstube. Nachdem wir alles wegen dem Preis geregelt hatten, genehmigten wir uns ein kleines Frühstück mit lecker Wurst, Käse und Brot. Kaum waren wir am Essen, da fing sie auch schon ein Gespräch mit mir an: “Habt Ihr heute noch was vor? Oder würdet Ihr mit mir vielleicht etwas spezielles unternehmen?”
      Interessiert fragte ich genau nach, um was es denn ginge. Was sie sich denn nun schon wieder so außergewöhnliches ausgedacht hatte.
      “Nun ja, Hans! Ihr habt mir doch gestern von dem Anwesen erzählt. Und da wollte ich fragen, ob Ihr Euch zu einem Spaziergang dorthin überreden lasst. Vielleicht auch noch etwas mehr?”
      Ich hatte dabei kein gutes Gefühl. Schließlich sollte es dort spuken. Zumindest wenn man den Geschichten glaubte. Andererseits war dort, seitdem die Familie ausgezogen ist, niemand mehr. Ein kurzer Blick konnte doch nicht schaden, oder? Es sollte dort ja auch nicht immerzu etwas unheimliches geschehen sein. Aber trotzdem sollten wir auf der Hut bleiben. Sehr zu ihrer Freude stimmte ich schließlich seufzend zu.
      “Magdalena, da fällt mir ein, mein bester Freund Peter würde sich vielleicht auch darüber freuen, mitkommen zu dürfen”, fügte ich weiter hinzu.
      Ganz erstaunt darüber, fuhr sie sich durch ihr wundervolles Haar und lächelte mir zu.
      “Dann wären wir nicht nur als Paar unterwegs, sondern sogar mit Geleitschutz. Ich sehe, Ihr denkt mit, Herr Hans.”
      Das überhörte ich diesmal gekonnt und widmete mich weiter dem Frühstück. Krampfhaft versuchte ich mich zu benehmen und nicht allzu bäuerlich zu wirken. Denn sie schien schon auf dies zu achten. Selbstsicher biss sie vorsichtig von ihrem Brot ab und nippte an ihrem Bier.
      “Wisst Ihr, Hans, gestern habt Ihr mir wirklich gut geholfen”, sagte sie und zwinkerte mir keck zu. Echt schöne Lippen hat sie. Zu gerne würde ich da jetzt das Brot sein. Wie sie es ganz sanft mit diesen umschloss und vorsichtig abbiss.
      “Ich hoffe, es war Euch nicht zu unangenehm, bei mir zu übernachten. Ihr wirktet schon etwas angespannt. Aber jetzt stärken wir uns erstmal und gehen dann zum gemütlichen Teil über.”
      Ich war sehr nervös und bekam nur schwer das Essen hinunter. Doch sie hatte Geduld und schwieg dann auch. Sie spürte meine Unsicherheit.
      Mit dem Essen fertig, packten wir unsere Sachen und bereiteten uns auf das Wandern vor. Sie packte in ihren Beutel einige Notizen, ein Buch und noch ein paar andere Dinge hinein. Frauenkrams halt!
      Zwanzig Minuten dauerte es, bis zu Peters Haus. Dort angekommen, klopften wir und er machte sofort auf. Fröhlich schaute er drein, als er uns beide sah.
      “Das ist aber nett, dass ihr mich besuchen kommt. Danke vielmals für das Geld.”
      Magdalena ergriff sofort das Wort. “Ein schönes Haus habt Ihr hier. Hans und ich wollen uns mal das verlassene Anwesen anschauen. Wollt Ihr vielleicht mitkommen?”
      “Aber sicher. Ich würde mich freuen, wenn ich Euch begleiten darf. Und Hans natürlich auch.”
      Sie grinste.
      “Aber mit Euch ist es auch sehr schön, Herr Peter. Wollen wir dann auch los?”
      Nickend stimmte er ihr zu. “Soll ich noch irgendwas mitnehmen? Braucht Ihr was bestimmtes?”
      Sie grübelte. “Weiß nicht. Vielleicht ein Beil? Man weiß ja nie, was passiert.”
      Sofort stakste er los und besorgte eines. Ich war sehr verwundert. “Wozu ein Beil? Das verstehe ich jetzt nicht, Magdalena.”
      “Was ist denn los, Herr Hans? Was ist, wenn nun die Tür versperrt ist? Wie sollen wir dann hineinkommen? Ich würde auch ein Beil mitnehmen, wenn ich eines hätte.”
      Schnaufend akzeptierte ich dies mal so und ging nicht weiter darauf ein. Wir machten uns auf dem Weg zum verlassenen Anwesen. Es lag auf einem Hügel, etwas außerhalb von Branesheim. Umzäunt von einer zwei Meter hohen Hecke. Wir standen vor dem großen Eisentor, das zum Vorgarten führte. Dieser war sehr ungepflegt. Ich stellte mir vor, wie er wohl mal ausgesehen haben könnte. Große weite Blütenrabatten, mit zahlreichen Blumen und Sträuchern. Die wuchtigen Eichen wirkten aufgrund ihrer verdorrten Äste sehr bedrohlich auf uns. Ein steinerner Weg war wie eine Allee angelegt und führte direkt zum Eingangstor des Anwesens. Selbst die am Zenit stehende Sonne konnte dieses verwahrloste Anwesen nicht schöner wirken lassen.
      “So, das ist es nun also! Sieht doch ganz nett aus!”, sprach Magdalena und kratzte sich verlegen an der Stirn. Ich schmunzelte, wenig euphorisch. Peter klopfte mit dem Beilrücken gegen das Eisentor und sagte: “Solche Verschwendung von gutem Eisen!”

      ______________________________________________________________________________________________________________________
      Habe es jetzt geändert und an manchen Stellen etwas ausgeschmückt. Ich hoffe, es ist so besser und harmonischer.
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
      ___________________
      Helios III (Arbeitstitel)
      --------------------------
      Purpur
      --------
      Big City Life
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      Mana

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zarkaras Jade ()

    • So ich bin jetzt auch wieder up to date :D

      Zarkaras Jade schrieb:

      Sie lag noch in ihrem Bett und schlief. Leise schlich ich mich in ihr Zimmer, an ihr Bett. Wie ein Engel sah sie aus, in ihrem kleinen Bett. Also ich meine, so würde ich mir ein Engel vorstellen, wie es meiner Meinung nach aussehen sollte.
      Den Part verstehe ich nicht. Was ist Hans Motivation? In den vergangenen Abschnitten, war er immer peinlichst darauf bedacht, sowas eben genau nicht zu tun. Weisst was ich meine?

      Zarkaras Jade schrieb:

      Ein paar Nähnadeln, etwas Garn und Stoff für den Notfall.
      Wozu? :D Das ist an mir vorbei gelaufen :D

      So jetzt mal abwarten, was sie in diesem Haus zu erwarten haben, indem dieses Mädchen angeblich umgebracht worden ist.^^

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Ich habe nur 15 Minuten, also halte ich mich mal ran :D

      Spoiler anzeigen

      Acht Uhr schlug
      die Kirchenuhr! Zeit aufzustehen. Heute ist Sonntag. Ich freute mich auf
      diesen Tag immer besonders, denn da ist mein arbeitsfreier Tag. Erstmal [Wortwiderholung: Tag ; Uhr]
      schön strecken und recken, bevor ich mich dann ganz gemütlich anziehe.
      Magdalena schien noch zu schlafen, also bloß keine Hektik. War das nicht
      ein schöner Tag gestern? Und das Gewitter ist auch wieder weg.
      Doch so langsam wurde es doch schon Zeit, etwas mehr zu machen. [Wieso? Er scheint sich so über die Ruhe zu freuen]
      Immer noch war alles im Nebenraum still. Vorsichtig öffnete ich die Tür und
      linste hinein. Gut, nackend [klingt so umgangssprachlich] war sie schon mal nicht. [Ist ja nicht die feine Art einfach bei einer Dame ins Schlafzimmer zu gucken. Soll das so sein?]
      Und geschrieen hat
      auch niemand. Sie lag noch in ihrem Bett und schlief. Leise schlich ich
      mich in ihr Zimmer, an ihr Bett. Wie ein Engel sah sie aus, in ihrem
      kleinen Bett. Also ich meine, so würde ich mir ein[en] Engel vorstellen, wie
      es meiner Meinung nach aussehen sollte. [Der Satz passt nicht so recht. Würde den letzten Teil streichen]
      Ich beugte mich leise über sie und ergötzte mich an ihrem wundervollen
      Gesicht. [Ok ... er macht mir Angst ... Cilana! Kümmer dich mal darum ;-)] Und dann, plötzlich, wachte sie auf und starrte mir ganz tief
      in die Augen! Ich zuckte ganz erschrocken zurück, schaute weg und
      stolperte in der Gegend rum. Das war mir jetzt aber äußerst peinlich!
      Was würde sie jetzt wohl von mir denken? Ich hielt mir die Hände vors [Vor das]
      Gesicht und schaute zur Tür. Magdalena freute sich, mich zu sehen! [Wie kann man sich die Hände vor das gesicht halten und dann zur Tür sehen? Bitte mal ausprobieren ;-)]
      Es amüsierte sie, wie ich da so unbeholfen herum stolperte. Ganz fröhlich
      lachte sie und fragte mich, ob ich gut geschlafen hätte.
      Ich war noch immer ganz verwirrt vom Schreck und bekam kein Wort heraus.
      Ich stand nur da und starrte die Tür an.
      Sie schnaufte und sprach: “Also Hans, ich will jetzt nicht unhöflich sein, aber könnt Ihr bitte
      wieder in Euer Zimmer gehen? Ich möchte mich anziehen! Und das tue ich
      ungern in Anwesenheit anderer.”
      Sofort ging ich von dannen und knallte die Tür zu. Warum musste auch
      immer ich in solch ein Fettnäpfchen treten? [Weil er blöd ist ?! :P] Warum bin ich immer so
      angespannt in der Umgebung von Frauen? [Evtl. "Wieso macht mich die Anwesenheit/Gegenwart von Frauen immer so nervös?"]
      Sie öffnete die Tür und lächelte mich freundlich an. “Wollen wir frühstücken? Oder ist dies Euch noch nicht genehm?” [Das wirkt jetzt, als hätte sie sich in ein paar Sekunden umgezogen.]
      Ich stimmte zu und wir gingen gemeinsam runter in die Wirtsstube.
      Nachdem wir alles wegen dem Preis abgeklärt hatten [sehr umgangssprachlich geschrieben], genehmigten wir uns
      ein kleines Frühstück mit lecker Wurst, Käse und Brot. Kaum waren wir am
      Essen, da fing sie schon wieder ein Gespräch mit mir an: “Habt Ihr
      heute noch was vor? Oder würdet Ihr mit mir vielleicht etwas pezielles
      unternehmen?” [Wieso schon wieder? Die hatten heute noch keines und sie sitzen ja wohl schon ein wenig zusammen. Ich unterhalte mich auch manchmal beim Frühstück]
      Interessiert fragte ich genau nach, um was es denn ginge. Was sie sich denn nun schon wieder so reizvolles ausgedacht hatte. [Er fragt sie echt, was sie sich reizvolles ausgedacht hat?]
      “Nun ja, Hans! Ihr habt mir doch gestern von dem Anwesen erzählt! Und da
      wollte ich fragen, ob Ihr Euch zu einem Spaziergang dorthin überreden
      lasst! Vielleicht auch noch etwas mehr?” [Hab nur ich diese Gedanken???]
      Ich hatte dabei kein [g]utes Gefühl! Schließlich sollte es dort spuken!

      Muss hier abbrechen, dann schaffe ich noch ein kurzes Feedback.
      Also ich finde es schwierig dem zu folgen, weil du sie sehr hochgestochen reden lässt, gerade mit der gegenseitigen Anrede. Trotzdem schreibst du sonst seeehr umgangssprachlich, das verwirrt immer etwas. Man weiß auch manchmal nicht genau, was jetzt eigentlich geschieht, ob Zeit vergeht oder soetwas.
      Das Ganze erinnert mich übrigens stark an "Amizaras Chronik" von Valerian Caithoque. Kennst du das?
      Kümmer mich hoffentlich morgen um den Rest.


      Liebe Grüße
      Jan
      Manchmal flüstert der Wind eine Legende,
      bevor die Geschichte sie zu schreiben vermag.

      Hört das Flüstern:

      Der Orden der Geweihten


    • @Rael. Hans wollte sehr wohl auch bei sich zuhause ins Gästezimmer schauen und eigentlich auch einen Blick erhaschen. Aber er wollte nicht von ihr erwischt werden. Unweigerlich müsste er, als er bei ihr übernachtet, durch ihr Zimmer gehen, um das Gasthaus zu verlassen. Er sah halt eine Chance darin, sie etwas näher zu betrachten. Wurde dann aber doch von ihr erwischt.
      Später gerät er in noch viel größere Missgeschicke, die man ihn nur ungern zumuten möchte.
      Und die Sachen, die er mitnimmt. Also Nähgarn und Nadeln. Die nimmt er immer mit. Überall, wo er hingeht. Es ist seine Erfahrung, dass ihm oftmals ein Kleidungsstück kaputt geht. Soll ich das dazuschreiben? Als kleine Info?

      Später in der Geschichte kommen wir wieder darauf zurück. ;)


      Ich mache auch mal zwei Abschnitte als "Spoiler". Gefiel mir ganz gut bei @Geweihter. Hat es mir erleichtert, zu lesen.

      Spoiler anzeigen

      "Kapitel 2 In Liebe A&E/Teil 5"

      Langsam schritten wir über die Allee, an den Dornenbüschen und Rosenhecken vorbei, bis zum Eingangstor. Mit jedem Schritt wurde es immer düsterer und unheimlicher. Mir war sehr nach Umkehren zu Mute! Aber was hätte das denn für ein Bild gemacht, vor Magdalena? Ich blieb standhaft und fasste all meinen Mut zusammen! Vielleicht war es auch ganz harmlos und die Geschichten sind grundlos übertrieben? Magdalena zumindest hatte anscheinend keine Angst, sich dem Haus zu nähern.
      Das Tor war offen, also gingen wir hinein. Sie zuerst und wir ihr dann notgedrungen folgend. Drinnen offenbarte sich uns ein trauriges Bild. Noch viel trauriger, als von draußen zu erahnen war. Die Wände waren tiefschwarz und sehr porös. Der Fußboden fühlte sich irgendwie schwammig und schmierig an. Es knirschte und knackte bei jedem Schritt, den wir taten und der Wind säuselte gruselnd durch die Steinritzen und kaputten Fenster. Selbst die Motive der Bilder an den Wänden zeigten nur Trostlosigkeit und Trauer. Einzelne Stufen der Treppe, die nach oben führte, waren total zertrümmert. Die Farbe des von Termiten zerfressenen Holzgeländers war ganz flüssig. Alleinig das Licht, das durch die bunten Glasscheiben in das Haus fiel, ließ die Räume etwas weniger bedrohlich auf uns wirken. Überall hingen Spinnennetze und alle zurückgelassenen Möbel hatten eine dicke Staubschicht. Wir schauten uns in den unteren Räumlichkeiten ein wenig um. Als wir, wir vermuteten es so, in der Wohnstube waren, entdeckte Magdalena eine kleine Truhe, in der Ecke. Ich fühlte mich unwohl. Es war so kalt in meinem Innersten. Im Kamin lag eine dicke Ascheschicht, mit verwesten Tierkadavern und Knochen vermengt. Ich traute mich kaum, einen Schritt zu gehen, so abscheulich war es hier.
      Doch Magdalena war putzmunter und ging sofort zu der Truhe hin. Peter animierte mich zum Weitergehen und schob mich langsam zu ihr hin. Ich fixierte meinen Blick auf sie. Sie lenkte mich genügend ab.
      Es knarrte, als sie die Truhe öffnete. Sie war nicht mal abgeschlossen. Und dann war auch noch was in der Truhe. Bitte lass es nichts interessantes sein. Bitte kein... Es war Frauenkrams.
      Und wie sie strahlte vor Freude und Traurigkeit zugleich. Eine Haarspange holte sie hervor, verrostet und ganz eingestaubt. Und dann noch einen Kamm und etwas Schmuck.
      “Merkwürdig, wer lässt denn solche Reichtümer hier zurück?”, sprach sie und legte sie wieder zurück in die Truhe. Wir gingen weiter, zur Treppe und erklommen sie. Zum Glück hielt sie uns noch aus. Doch im Obergeschoss sah es keinen Deut besser aus. Im Gegenteil. Es war teilweise sogar so schlimm verwüstet, dass man dort kaum laufen konnte. Und die Bilder an den Wänden waren hier sogar so grässlich, dass wir unsere Augen schließen mussten. Die Gestalten darauf sollten vermutlich mal Menschen gewesen sein. Doch sie ähnelten nur noch verstümmelten Fleischkadavern aus purem Leid. Irgendwas war hier passiert, was wirklich nicht zu erklären war.
      Wir gingen weiter, ins Schlafzimmer. Kurz bevor wir dieses betraten, sah Magdalena am Türrahmen zu diesem Zimmer einen Spruch eingraviert. Nur ganz klein, an der oberen linken Ecke. Dort stand: “Für Elisabeth. In Liebe A.” Woher kam uns das bekannt vor? Magdalena ging hinein und fand eine weitere Gravur, auf der innengelegenen Seite, an der gleichen Ecke. “Für Adelhayt. In Liebe E.”
      Sehr eigenartig! Wer hat sich denn da einen Scherz erlaubt? Elisabeth und Adelhayt? Wir gingen hinein und schauten uns auch hier ein wenig um. Und just in dem Moment, wo ich das Bett sah, fiel es mir wieder ein.
      “Magdalena, habt Ihr noch diese kleine Brosche? In Liebe A&E? Ich glaube, ich weiß jetzt, was das heißt! A&E steht für Adelhayt und Elisabeth!”
      Magdalena runzelte die Stirn und erwiderte: “Adelhayt und Elisabeth? Aber das sind doch zwei Frauen... Och ist das süß. Zwei Frauen sind den Bund der Ehe eingegangen! Aber ist das denn nicht verboten?”
      Peter erwiderte prompt: “Natürlich ist das verboten, darum wurden sie ja auch schon vor der Eheschließung hingerichtet!”
      Ich schaute verwundert! “Wer wurde hingerichtet!? Adelhayt und Elisabeth? Aber woher willst du denn das wissen?”
      Da schaute er mich ganz erstaunt an und sprach, voller Verwunderung: “Sag bloß, du hast es vergessen. Adelhayt und Elisabeth, die Todesschwestern. Oder sagen dir die Namen Amo und Esus mehr?”
      Magdalena grübelte nach und sprach dann ganz keck: “Amo esus! Ich liebe Essen. Peter kann Latein, welch Wunder.”
      Ich erwiderte sofort, an beide: “Nein Peter kann kein Latein! Das sind zwei Namen von zwei fiktiven Personen, die vor gut hundert Jahren mal in Branesheim gelebt haben sollen. Amo und Esus waren zwei Brüder. Sie liebten sich angeblich so sehr, dass sie sich gegenseitig vergiftet haben sollen. Sie waren bisher das einzige gleichgeschlechtliche Liebespaar. Aber niemand weiß mehr so genau, ob es sie wirklich gab. Denn eine Schmach solchen Ausmaßes konnte es wohl mit Sicherheit niemals gegeben haben. Sie sollen sich vergiftet haben, um sich der Verantwortung zu entziehen.”
      Peter entgegnete mir: “Genau Hans. Bei dir wurde Amo und Esus gelehrt und bei mir die wahre Geschichte. Adelhayt und Elisabeth. Nur dass diese wirklich bestraft wurden, von der Kirche. Sie wurden aufgehängt, geköpft und dann separat beerdigt. Die eine kam beim alten Friedhof hin, in Branesheim und die andere nach Kiemesbach.”
      Plötzlich knallte unten das Eingangstor zu und es wurde schlagartig dunkler im ganzen Haus. Zum Glück hatten wir die Fackel und ein paar Kerzen dabei. Sofort entzündeten wir diese. Doch dann war es bereits zu spät. Eine Stimme ertönte, leise flüsternd. Eine Frauenstimme, die sagte: “please parce mihi!”
      Der Fußboden begann zu beben. Dann schlugen die anderen Türen zu und die Stimme ertönte wieder: “please parce mihi!”
      Magdalena übersetzte es uns: “Bitte verschone mich! Bitte verschone mich!” Und sofort wussten wir, dass nun etwas wirklich schlimmes passieren würde. Und gerade als wir die Flucht ergreifen wollten, schloss sich ebenfalls diese Tür hier im Schlafzimmer und wir waren gefangen. Peter versuchte sie mit aller Kraft aufzureißen. Doch je mehr er dran rüttelte, umso fester schien sie zu werden. Magdalena und ich hatten solche Angst. Nur Peter war noch ganz seiner Selbst.
      “please parce mihi! please parce mihi!”:ertönte es immer wieder und dann hörten wir eine Männerstimme, wie ein Säuseln, durchs Haus hallend. “Hab keine Angst, meine Kleine!”
      Was geschieht hier bloß? Was ist das für ein grausames Spiel? Wer ist dort, wer redet da? Die Steinwände begannen sich zu verändern, sie bluteten! Sie schienen sich zu bewegen, wie weiches Wachs. Überall knirschte und knackte es. Die Holzdielen der Decke bogen sich gewaltig durch. Beinahe schienen sie zu bersten. Wir hörten ein lautes Pochen, das durch das ganze Haus hallte. Es klang so als würde jemand die Treppe hinauf gehen. Es wurde immer düsterer und unheimlicher. Leise Schritte hallten durch die Gänge und Räumlichkeiten. Über uns polterte es gewaltig laut! Die Schritte, wie von einem Kind, kamen in unsere Richtung. Da schien jemand oder etwas auf der anderen Seite der Tür zu sein. Peter nahm sein Beil und schlug auf die Tür ein. Er schlug immer heftiger zu, aber er bekam sie nicht kaputt. Im Gegenteil..! Sie wurde dadurch augenscheinlich noch viel robuster.




      Spoiler anzeigen

      "Kapitel 2 In Liebe A&E/Teil 6"

      Magdalena versteckte sich hinter mir und ich wiederum versuchte sie als Schutzbarriere zu nehmen. Wir fürchteten uns sehr. Magdalena las ein paar Zeilen aus ihren Notizen vor. Sie blätterte wie wild in ihrem Buch. Probierte unzählige Sätze, aber nichts schien zu helfen!
      “Mortem vibrabit in spiritu,”willkürlich sagte sie Passagen auf. “Lux circumdat me. Ego illustrare.”
      Peter schlug weiter auf die Tür ein, aber sie gab nicht nach. Nur wenige Splitter lösten sich von dieser und flogen wie Geschosse durch den Raum. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Magdalena brauchte mich bestimmt, aber wie sollte ich ihr helfen?
      “Debilitat virtutem nobis et defluxit ens. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll!”, schrie sie und verzweifelte langsam.
      “please parce mihi! please parce mihi.”
      Und mit einmal herrschte Totenstille und die Finsternis brach augenblicklich über uns herein. Kein Knacken, kein Poltern, keine Schritte zu hören.
      Einige Sekunden später hallte eine laute, krächzende Mädchenstimme durch den Raum. Der Raum wurde in ein blutrotes Licht getaucht. Es roch vermodert und schimmelig. Der Boden war ganz schwammig und weich wie Sand. Wir hörten sie in unserem Kopf flüstern, während sie zeitgleich im Raum erklang. Magdalena klammerte sich mit aller Kraft an meinen Körper. Peter lauschte aufmerksam und stellte sich zum Kampf. Die Portraits schienen sich aus den Bildern reißen zu wollen. Sie sprachen mit dem Mädchen: “Hast du Angst?”
      Die Stimmen klangen so bosshaft und grässlich, dass wir uns die Ohren zu halten mussten. Aber so sehr wir uns auch anstrengten, die Stimmen waren trotzdem klar und deutlich zu hören. Die Stimme des Mädchens klang sehr besorgt und verzweifelt. “Bitte tue mir nichts. Ich habe Angst.”
      Und die Bilder riefen nach ihr: “Komm zu mir! Hast du Angst?”
      Die Stimmen überlagerten sich und es klang so, als würden sie uns eine Geschichte erzählen. Als würden sie das Mädchen quälen. Die Stimmen wurden immer wilder und lauter: “Hast du Angst? Niemand kann entkommen.”
      “Bitte tue mir nichts. Ich will nicht mehr. Du tust mir weh!”
      “Hab keine Angst. Es ist bald vorbei. Ich hab ein Geschenk für dich.”
      “Ich möchte nicht mehr. Du tust mir weh.”
      Magdalena schaute zu Peter und brüllte ihn an. “Zerschlage diese Tür! Wir müssen hier raus!”
      Sofort besann er sich wieder und malträtierte diese mit dem Beil. Doch sie war unzerstörbar! Nichts konnte ihr etwas anhaben.
      Alles war so unwirklich und beängstigend. Wer waren diese Stimmen? Wem wurde hier ein Leid angetan? War es dieses junge Mädchen, das damals ermordet wurde? Die Wand vor uns fing an zu brennen, währenddessen die Stimmen uns immer weiter zuriefen: “Hast du Angst? Niemand kann entkommen! Es wird schon bald vorbei sein. Fürchtet ihr euch?”
      Und nun war uns klar, dass wir das Ziel waren! Unter Tränen las Magdalena einige Passagen aus ihrem Buch vor, ohne jeglichen Erfolg zu erzielen. “Nulla magna dolor, non multum curare. Non stant obnixi. Moriemur sive manserimus hic.”
      Es schien so, als würde das gesamte Licht im Raum in die brennende Wand gesogen. Das Bett wackelte und der Raum schien sich in unseren Gedanken zu verformen. Überall dieses zähflüssige Blut an den Wänden, mit Ruß und Asche vermischt! Die brennende Wand loderte hell und brünstig wie ein Inferno!
      Magdalenas Notizen flatterten durch die Luft und sie hatte schwer zu kämpfen, ihre verbliebenden Sachen bei sich zu behalten. Die Deckenbalken bogen sich immer weiter, bis sie nachgaben und einer nach dem anderen von der Wand aufgesogen wurden. Das Bett gab auch langsam nach und rutschte allmählich in Richtung der Wand. Bluttropfen von der hinter uns gelegenen Wand flogen durch den Raum. Wir dachten Magdalena sei verloren. Das Wesen wollte in meinen Kopf! In meinen Geist eindringen und meine Seele zerbersten lassen.
      “Du hast Angst. Fürchte mich. Ich werde dich töten.”, ertönte eine tiefe Männerstimme und ein großer Schlund tat sich vor meinen Füßen auf. Er reichte von der brennenden Wand bis zur Mitte des Raumes und drohte alles zu verschlingen, was es erhaschen konnte.
      “Du kannst dich nicht verstecken, ich werde dich finden. Du bist Mein! Fürchtest du dich?”
      Peter machte ununterbrochen weiter mit seiner Sinnlosaktion.
      “Du willst von hier fliehen? Ich werde kommen und dich holen!”
      Urplötzlich sprang die Tür auf und schlug Peter den Beilrücken an die Schulter. Er taumelte zurück und verlor das Gleichgewicht. Wir starrten zur Tür und dort stand ein kleines Mädchen, blutüberströmt. Richtend zeigte sie auf uns und sagte: “Er hat mich geholt. Ich will nicht sterben.”
      Geistesgegenwärtig griff ich nach Magdalenas Hand und zerrte sie zu mir rüber. Peter taumelte weiter und versuchte krampfhaft sich dem Mädchen zu stellen. Es war uns im Weg, es ließ uns nicht vorbei.
      “Magdalena, tut doch etwas!”,schrie ich und drückte sie fest an mich.
      “Idcirco praecipio tibi ut facias me. Sit scriptor praeteritum.”
      Das Mädchen kam näher.
      “Verschwinde, du Monstrum!”, schrie Peter und schlug auf das Kind ein. Doch es war nicht existent. Er war nur Rauch und Schatten. Das Beil säuselte einfach hindurch und prallte gegen den Türrahmen.
      Etwas berührte mich am Bein. Ich zuckte zusammen und schaute mich hektisch um.
      “Ihr könnt nicht entkommen! Es gibt keinen Ausweg!”
      “Doch den gibt es immer”, sagte ich und lief los. Magdalena klammerte sich fest an mich und schob fleißig von hinten. Alles bebte und wackelte. Kaum hatte Peter den Raum verlassen, wurde er von einem Bild am Kopf getroffen. Es flog einfach auf ihn zu, als würde es jemand geworfen haben. Doch das war niemand außer uns.
      Peter strauchelte und suchte Halt an den Wänden. Überall war Blut und Asche. Wir konnten kaum was sehen. Der Schlund hinter uns wurde immer größer und bedrohlicher. Ich spürte den Sog, der mich fast umgerissen hätte. Magdalena hatte es viel schwerer und drängelte mich über den Flur.
      “Ihr könnt nicht entkommen. Ich werde euch vernichten!”
      Immer diese Stimmen in unseren Köpfen. Es drohte unsere Seelen zu zerreißen! Ich fühlte mich immer schwächer. Doch ich wollte nicht aufgeben. Ich war noch zu jung zum Sterben. Und Der Ausgang war nicht weit.
      Jeder weitere Schritt ließ uns immer tiefer in den Abgrund gleiten. Peter fiel auf die Knie und kroch nun über den Boden. Alles wirkte so erdrückend und beengend. Wir wurden verfolgt von einem Wesen, das wir nicht sehen konnten. Aber es war hier, wir spürten es.
      Der ganze Flur drehte sich imaginär und wir wurden an die linke Wand gedrängt. Dann kippte das Haus und wir liefen nun an der Wand entlang, die jetzt für uns wie der Fußboden war. Das zähflüssige Blut machte es ganz rutschig und ließ uns den Halt verlieren. Es geschah, was wir unbedingt vermeiden wollten. Wir glitten dahin und lagen brach. Mein Gesicht war rot und schwarz triefend. Die Bilder, Möbel und Holzdielen klimperten wild durchs Haus und drohten uns zu erschlagen.
      “Peter geht es dir gut?”, fragte ich besorgt und ergriff seine Hand. Er war benommen und kroch weiter zur Treppe. Magdalena schob und drängelte. Ich ließ sie vorbei, sie war kostbarer wie ich. Doch das Feuer aus dem Schlafzimmer sprang nun auch auf den Flur über und begann nun den Türrahmen einzuäschern. Es loderte und knirschte.
      Das Haus drehte sich weiter und nun mussten wir uns an der Decke fortbewegen. Der Fußboden, nun über uns, tat sich auf und es regnete Blut und Schleim. Ekelerregend!
      “Notam autem facimus vobis, neque impugnent eos, ait Sapiens, cepitque sceptrum.” Magdalena war sehr verzweifelt und krallte sich an Peters Hose fest. Er hatte starke Schmerzen an der Schulter und eine große Wunde am Kopf. Das Beil nutzte er als Anker um sich durch den Raum zu zerren.
      Schritte ertönten. Magdalena blickte nach oben und schrie auf. Es war wieder dieses Mädchen, welches nun über uns hinweg wanderte. Wir erreichten die Treppe, die nun leider über uns war. Wir konnten nicht passieren. Es war zu gefährlich! Peter wurde hinweggezogen und gegen das andere Flurende gedrückt. Ich sah ihn verloren! Und das Feuer hinter uns breitete sich weiter aus. Magdalena glitt breitbeinig dahin und versuchte sich am Treppengeländer festzuhalten. Denn nun drehte das Haus sich wieder in die Normalposition zurück. Peter konnte sich nicht abfangen und klatschte hart auf. Magdalena umschlang das Geländer wie ein Wurm und glitt langsam an diesem hinunter. Ich dagegen schlug Purzelbäume und ratterte unsanft die Stufen hinab.
      Doch kaum die letzte Treppenstufe erreicht, tat sich vor mir wieder ein Schlund auf und drohte mich aufzuzehren. Feuer schoss empor und schleuderte mich wieder zurück. Ich landete unsanft auf der Treppe und das Mädchen kam diese langsam hinuntergelaufen. Magdalena rappelte sich sofort auf und schnappte sich ihr Buch. Sie konnte nicht zu mir rüber, der Schlund trennte uns voneinander. Peter lag am oberen Ende der Treppe und quälte sich langsam wieder auf.
      Unter Tränen und seelischen Schmerzen schrie ich zu dem Wesen: “Verschwinde! Verschwinde aus meiner Seele du Poltergeist! Ich hasse dich, Poltergeist!”
      “Hans, halte es auf!”, rief Magdalena mir zu.
      Leichter gesagt, als getan. Ich wusste nicht mal, was dies überhaupt hier war. Das Mädchen griff nach mir und just als es mich berührte, wurde ich in eine andere Welt gerissen. Ich konnte dieses Wesen sehen und doch wiederum nicht. Es war das Haus an sich, das böse war. Nicht das Mädchen! Ich sah einen Mann, in schwarzes Gewand gekleidet. Er kam auf mich zu und wollte mich abstechen. Ich schrie, bekam aber keinen Ton heraus.




      Spoiler anzeigen


      "Kapitel 2 In Liebe A&E/Teil 7"

      “Hans, lenke es ab! Verschafft mir etwas mehr Zeit!”
      Wie denn nur? Es quälte mich. Ich spürte einen Schmerz in meiner Brust. Es brannte und kratzte. Die Treppe verbog sich und wurde zu einem Strudel, der endlos schien. Hinter mir der Schlund, Magdalena in der Ecke zusammen gekauert und Peter am Ende des Strudels. Ich griff nach ihm und meine Hand wurde in die Länge gezogen. Irgendwie schien ich ihn erreichen zu können. Es tat mir sehr weh!
      “intelligatur. intelligatur! tibi nulla querela! intelligatur. tibi nulla querela! non reprehenderit nos ergo vituperas!”
      Der Strudel schwebe über mich hinweg, in Magdalenas Richtung. Ich fühlte mich verloren. Alles drehte sich. Mein Leben schwand langsam dahin. Und Magdalena schien unerreichbar für mich.
      “Ich werde dich töten! Du bist Mein!”
      Es tat weh in meinem Gemüt. Es verbrannte meine Seele und mein Lebenswillen schien fast gebrochen zu sein. Was konnte nur so grausam sein? Was würde mit Magdalena und uns beiden geschehen? Ich verzweifelte! Ich weinte und winselte. Meine Hände zitterten, mir war flau im Magen. Das Blut besudelte meinen Körper und das Feuer schien mir die Haut zu verbrennen. Seelische Kälte und körperliche Hitze! Trostlosigkeit und Armut! Trauer, Leid und Schmerz! Angst, Pein! Alles war vorhanden und doch ungreifbar.
      Es reichte mir! Ich war in Rage! “Nichts und Niemand nimmt mir so einfach Magdalena weg!”
      Magdalena sagte weiter ihre Worte auf: “intelligatur. intelligatur! tibi nulla querela! intelligatur. tibi nulla querela! non reprehenderit nos ergo vituperas!”
      Es schien sich etwas zu tun. Der Schlund wandte sich von ihr ab. Kam jetzt aber wieder in meine Richtung.
      “intelligatur. intelligatur! tibi nulla querela! intelligatur. tibi nulla querela! non reprehenderit nos ergo vituperas!”
      “Du kannst mich nicht bezwingen! Ich werde dich töten! Fürchte mich! Du kannst nicht entkommen!”
      Sie machte weiter: “intelligatur. tibi nulla querela! non reprehenderit nos ergo vituperas. timor animi rodit!”
      Sie sagte es immer schneller und energischer. “Hans, lenkt ihn weiter ab!”
      Ich tat doch gar nichts. Ich vermute mal eher, dass sie ihn auf mich hetzte. Er fixierte sich stärker auf mich. Doch was sollte ich nun tun? Magdalena war doch selbst am Verzweifeln und improvisierte nur grob. Peter lag verletzt am oberen Treppenende und ich war mitten im Geschehen. Der Poltergeist wollte uns vernichten, komme was wolle.
      Ich schloss die Augen und ließ alles auf mich wirken. Ich suchte den Sinn hinter diesem Chaos. Ich suchte den Ausweg aus diesem Gefängnis.
      “Ihr könnt nicht entkommen. Ich werde euch vernichten.”
      “intelligatur. intelligatur! tibi nulla querela! intelligatur. tibi nulla querela! non reprehenderit nos ergo vituperas!”
      “Sie wird sterben. Peter wird sterben. Du wirst sterben.”
      Nein, es soll so nicht enden! Ich konnte doch nicht zulassen, dass er Magdalena tötet, wo ich doch gerade anfange, sie zu mögen! Und Peter hatte einen besseren Tod verdient! Ich fasste all meinen Mut zusammen und stampfte todesmutig die Treppe hinauf. Möge der Strudel mich zerreißen, oder nicht. Man soll nichts unversucht lassen.
      Und kaum hatte ich mich überwunden, was sehr schwer war, schien der Poltergeist Zweifel zu kriegen. Nun wirkte er etwas bekümmert und ängstlich. Er wollte mich energisch davon abhalten, Peter zu erreichen. Doch Peter und Magdalena waren mir zu wichtig, als dass ich sie zurücklassen würde. Eher sterbe ich, als sie.
      Überall das Blut und Feuer. Grausamkeiten, die unbeschreiblich sind, waren hier passiert. Jede Stufe offenbarte mir eine neue Gefahr. Der Weg schien endlos und doch so nahe. Ich konnte Peter direkt vor mir sehen, doch da entfernte er sich wieder von mir. Ein Abgrund aus Nichts tat sich zwischen uns auf. Der Geist wollte unbedingt verhindern, dass ich ihn erreiche.
      “Du wirst niemals entkommen. Spüre deine Angst. Spüre, wie du leidest.”
      Es war keine Frage des Willens, sondern des Glaubens. Ich wusste, es war nicht real. Mir war bewusst, dass ich in Wirklichkeit nur auf der Treppe saß und zu Peter hinaufschaute. Aber der Poltergeist pflanzte mir ein grausames Bild ein, welches mich beherrschen sollte. Er war dazu auserkoren, uns zu quälen.
      Ich setzte zum Sprung an und... Und sprang! Langsam schwebte ich dahin und landete wieder sicher auf der letzten Treppenstufe. Das Geländer kam auf mich zu und quetschte mich ein. Meine Hand griff nach Peter und ich zerrte ihn schnell zu mir rüber. Magdalena rief mir zu, ich verstand sie nur schwach.
      “ignavi prpitiare dimisit eum! ignavi prpitiare dimisit eum!”
      Die Stimmen verschwanden urplötzlich. Im Raum stand alles still. Die Bluttropfen und Holzsplitter schwebten herum und die Flammen waberten ganz langsam vor sich hin. Totenstille herrschte im Raum. Das Licht wurde langsam wieder normal und die Flammen erstickten. Alles glitt sanft zu Boden und die Wände hörten auf zu bluten. Alles fühlte sich einfach nur wunderschön an.
      Mein Blick ging zu Magdalena rüber, die wiederum mich ganz erstaunt ansah. Es blieb ruhig, Magdalena kam sofort zu uns rüber und half mir Peter hinunterzutragen.
      “Es ist bestimmt noch nicht vorbei, Hans!”, meinte sie und schaute besorgt zum Eingangstor. Es stand offen. Doch das Mädchen erschien dort wieder. Es hielt die Brosche in der Hand und grinste uns frech an. Die grässliche Stimme kam wieder und langsam wurde das Licht erneut verdrängt.
      “Schnell, wie müssen hier raus!”, rief sie und zerrte mit aller Kraft an Peter. Kaum waren wir unten, bebte wieder alles und die Wände begannen erneut zu bluten. Peter war ohnmächtig geworden. Die klaffende Wunde an seinem Kopf verhieß uns nichts gutes. Jetzt ging es nur um wenige Augenblicke. Wir packten ihn an Arme und Beine und schleppten ihn schnellstmöglich raus. Das Mädchen wollte uns den Weg versperren, aber wir wussten nun, dass sie nicht wirklich dort war. Solange das Tor noch offen stand, konnten wir fliehen. Wir liefen hinaus und durch den Vorgarten. Hier draußen schien seine Macht nicht zu wirken. Nur das Haus ist sein Quell des Lebens.
      Einen kurzen Blick zurück und das Tor verschloss sich wieder. Es tobte erneut, doch wir waren in Sicherheit. Jetzt wirkten die Bäume eher schön und aufheiternd, als beängstigend. Es war bereits Abend und die Sonne stand schon knapp über dem Horizont. Peter war verletzt und nicht bei Bewusstsein. Magdalena wirkte sehr traurig und verzweifelt. Und ich fühlte mich sehr erleichtert, dass es erstmal überstanden ist. Doch noch war Peter nicht außer Lebensgefahr. Und unsere Klamotten waren blutgetränkt. Wie das roch? Einfach nur ekelhaft! Ihr ganzes Gesicht war rot und schwarz und das Haar das reinste Chaos.
      Ich huckte Peter auf und schleifte ihn langsam nach Branesheim zurück. Magdalena ekelte sich vor sich selbst und traute sich kaum, Peter anzufassen. Sie wollte ihn nicht noch weiter besudeln mit Dreck und Blut.
      Auf dem ganzen Weg zurück zu seinem Haus schwiegen wir uns an und zeigten auch sonst keinerlei Gefühle füreinander. Es erschüttere uns einfach zu sehr, was dort geschah. Und ich hatte auch ein wenig Angst, wie sie nun von mir dachte. Ich habe nämlich schon so einiges gesagt, was uns beide betraf.
      Zum Glück war Jolene, Peters Schwester, die einzige Person der wir begegneten. Sie war sehr aufgebracht darüber, was geschehen war und weigerte sich anfänglich, Magdalena ins Haus zu lassen. Schließlich war sie unbekannt und dafür verantwortlich. Doch nachdem ich mit Engelszungen auf Jolene eingeredet habe, gab sie schließlich nach. Was sollte nun weiter geschehen? Was mussten wir nun tun?
      Ich zumindest war unzurechnungsfähig und wollte nur noch nach Hause. Mir war das alles zu viel geworden. Auch wenn Peter mein bester Freund war, konnte ich nicht hier verweilen und ihm weiter helfen. Und Jolene wollte das auch nicht. Wir sollten ihn nur schnell hineinbringen und wieder verschwinden. Sie wollte sich um ihn kümmern. Sie brauchte Zeit für sich allein, was wir verstanden.
      Also verabschiedeten wir uns von ihr und gingen davon. Magdalena wirkte sehr bestürzt und hätte ihm wirklich weiter beigestanden. Aber Jolene sollte man nicht reizen. Ich kenne sie und weiß, dass sie sehr zickig und streitlustig ist. Aber auch eine gute Seele, mit vielen guten Eigenschaften.
      Wir gingen zu mir und ich wollte sie eigentlich zuerst zu sich in das Gasthaus bringen. Doch Magdalena wollte das nicht. Sie wollte mich nicht länger damit belasten und es schnell hinter sich bringen. Es bestürzte sie sehr, dass sie womöglich an allem schuld war und wir nun darunter leiden mussten.
      Traurig blickte ich auf den Boden und rieb mir über die Arme. “Nun stehen wir also hier, Magdalena.”
      Ihr kullerten die Tränen hinunter. “Es tut mir wirklich leid, Herr Hans. Ich hätte es nicht von Euch verlangen sollen. Bitte lasst uns das wieder vergessen.”
      Eigentlich konnte sie nichts dafür. Niemand ahnte, dass es so enden würde. Also warum sollte ich ihr nun böse sein? Wir haben es überstanden und das ist die Hauptsache. Zögerlich legte ich meine Arme um sie und drückte sie sanft an mich heran.
      “Bitte hört auf zu weinen. Es ist nicht Eure Schuld. Ihr seid ein viel zu fröhlicher Mensch, als dass Ihr wegen sowas traurig sein solltet.”
      “Aber Ihr habt doch selbst gesehen, was geschehen ist. Ich kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Das ist unverzeihlich.”
      Sie versuchte ihr Schluchzen zu unterdrücken und stark zu wirken. Doch sie ist eine Frau. Da ist Schwäche nichts schlimmes.
      Wir blickten uns in die Augen und versanken in diesen. Ihre sind aber auch wirklich schön. Dieses sanftmütige in diesen und das Strahlen machten mich ganz schwach. Es verband mich mit ihr und ich fühlte mich zu ihr hingezogen. Sie drückte sich näher an mich heran und umklammerte mich ganz fest. Wie sie schüchtern auf ihren Lippen herum kaute und mich zögerlich musterte, fand ich sehr süß. Es regte mich etwas an. Ihre Robe war, trotz des Dreckes, so weich und flauschig. Noch nie zuvor verspürte ich solche starken Gefühle bei einer Frau. Und sie war wirklich was besonderes. Sie war Magdalena!
      Langsam näherten sich unsere Köpfe und sie neigte ihn leicht zur Seite. Ich schloss meine Augen und dann... Dann küsste sie mich! Ganz zärtlich und dezent, auf meinen Mund. Ich war überwältigt. Es fühlte sich so gut an. So schmeckten also ihre Lippen. Und jetzt würde das Brot mich beneiden, weil ich ihre Lippen berühren durfte. Ein Kribbeln ging durch meinen Körper und ich verspürte nur noch Glückseligkeit. Meine Hände waren ganz starr und ich versuchte nur den Moment zu genießen. Und jetzt spürte auch ich, wie mir eine einsame Träne die Wange hinunterlief.
      Gut eine Minute lang war dieser Kuss und ich genoss jede einzelne Sekunde. Stillschweigend ließen wir voneinander ab und verabschiedeten uns. Ich drehte mich zur Tür und sie ging ihren Weg. Was war das nur für ein Tag heute? So viele Gefühle, so viele Ereignisse.


      Aber jetzt war es doch an der Zeit, schlafen zu gehen. Gute Nacht!


      ______________________________________________________________________________________________________________________
      Habe alles geändert. Ist jetzt deutlich länger, aber auch (hoffentlich) sinnvoller. Danke @Rael , für das t
      olle Gespräch. :)
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
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      Mana

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Zarkaras Jade ()

    • Hey,

      wie versprochen kümmer ich mich zuerst um den 2. Part von dem alten Post. Ich hoffe es ist dir recht, wenn ich das so genau zerpflücke.

      Spoiler anzeigen

      Zumindest wenn man den Geschichten glaubte. Andererseits war dort, seitdem die Familie
      ausgezogen ist, keiner [vllt. "niemand"] mehr! Und ein kurzer Blick konnte doch nicht
      schaden, oder? Es sollte dort ja auch nicht immerzu etwas nheimliches
      geschehen sein! Aber trotzdem sollten wir auf der Hut bleiben! Ich[Die fetten Worte machen das Ganze etwas zäh, da sie alle sehr unbestimmt sind. ich weiß, dass es seine Gedanken sind, aber du bräuchtest nicht all diese Worte, um seine Unsicherheit zu beschreiben ;-)]
      stimmte dem Vorhaben zu. Sie freute sich natürlich sehr darüber. [Vllt. "Sehr zu ihrer Freude stimmte ich schließlich seufzend zu."]
      “Magdalena, da fällt mir ein, mein bester Freund Peter würde sich
      vielleicht auch darüber freuen, mitkommen zu dürfen”, fügte ich weiter
      hinzu. Und das gefiel ihr umso mehr! [Beschreib lieber ihre Reaktion darauf. "Show, don't tell". Sie könnte lächeln, sich eine Strähne aus dem Gesicht streichen, den Kopf schief legen. Eine Geste, die zeigt, dass sie sich freut. Das macht die Szene lebendiger] Dann wären wir nicht nur als Paar
      dort, sondern sogar noch mit Geleitschutz, meinte sie! [Wieso keine wörtliche Rede? Das wirkt so unpersönlich. Außerdem weiß man nicht wie sie es genau formuliert, wenn du es als indirekte Rede machst. Das engt ihren Charakter ein. Und sie ist wirklich interessant, finde ich] Dies überhörte
      ich diesmal gekonnt und widmete mich weiter dem Frühstück.
      Mit dem Essen fertig, [Entweder du baust hier nen Absatz ein oder packst was rein, was sagt, dass etwas Zeit vergangen ist. Ist wie mit dem Umziehen ;-)] packten wir unsere Sachen und bereiteten uns auf
      das Wandern vor. Sie packte in ihren Beutel einige Notizen, ein Buch und
      noch ein paar andere Dinge hinein. Frauenkrams halt! [Erinnert mich von der Formulierung an: "Ich packe in mein Köfferlein ..."]
      Auf dem Weg zu Peter, gingen wir nochmal schnell zu mir. Ich hatte da
      auch noch ein paar Sachen, die ich mitnehmen wollte. Ein paar Nähnadeln,
      etwas Garn und Stoff für den Notfall. Eine Rolle Pergament, Tinte und
      meine Schreibfeder. Drei Äpfel und etwas zu Trinken! Ohne diese Sachen
      gehe ich ab jetzt nie wieder aus dem Haus! [Ganz kurz: Du hast gesagt er nimmt immer Faden und sowas mit. Wieso hatte er es dann vorher nicht schon dabei und muss es holen?]
      Bei Peter angekommen, klopften wir, er machte auf und bedankte sich
      wegen dem Gold. Magdalena erzählte ihm ihr Anliegen und Peter stimmte [Wirkt sehr gehetzt.]
      mit Freuden zu. Er war nicht skeptisch, was das Vorhaben betraf. Er war
      eigentlich generell nicht sehr nachdenklich. Sofort holte er seine
      Sachen, die er immer griffbereit hat. Ich fragte ihn, warum er ein Beil
      mit nehmen will. [Wörtliche Rede?]
      ”Gute Idee Peter, ein Beil mitzunehmen”, sprach Magdalena.
      “Aber natürlich!”, erwiderte Peter! ”Man weiß doch nie, was
      passiert!”: [Was das? ?( ] und zwinkerte mir zu. Wir machten uns auf dem Weg zum[Da hätte man mehr draus machen können. Wäre ne gute Szene für irgendwas Lustiges gewesen]
      verlassenen Anwesen. Es lag auf einem Hügel, etwas abgelegen außerhalb [Wirkt doppelt. würde "abgelegen" streichen]

      von Branesheim. Umzäunt von einer zwei Meter hohen Hecke. [Dies ist kein vollständiger Satz] Wir standen
      vor dem großen Eisentor, das zum Vorgarten führte. Der Garten [Der garten oder Vorgarten? Sonst vllt "dieser". Ansonsten: Was ist dann der Unterschied und wieso beschreibst du den Vorgarten nicht? Sieht man den garten bei ner 2-Meter-Hecke eigentlich?] war sehr
      ungepflegt! ["Show, don't tell". Der Leser weiß, dass dort ewig niemand mehr war, man rechnet also damit, dass er ungepflegt ist] Ich stellte mir vor, wie er wohl mal ausgesehen haben
      könnte. Große weite Blütenrabatten. Mit zahlreichen Blumen und
      Sträuchern! [Auch das sind keine vollständigen Sätze. Du vergisst manchmal die Subjektive ;-)] Die wuchtigen Eichen wirkten aufgrund [Nimmt dem Satz ein bisschen an Kraft, weil "aufgrund" ein sehr objektiver Begriff ist]ihrer verdorrten Äste
      sehr bedrohlich auf uns. Ein steinerner Weg war wie eine Allee angelegt
      und führte direkt zum Eingangstor des Anwesens. Selbst die am Zenit
      stehende Sonne konnte dieses verwahrloste Anwesen nicht schöner wirken
      lassen. [Mit fehlt ein wenig die Beschreibung des Gebäudes. Oder kommt dir gleich noch?]
      “So, das ist es nun also! Sieht doch ganz nett aus!”, sprach Magdalena
      und kratzte sich verlegen an der Stirn. Ich schmunzelte, wenig
      euphorisch. Peter klopfte mit dem Beilrücken gegen das Eisentor und
      sagte: “Solche Verschwendung von gutem Eisen!”

      Ich finde die Charaktere haben etwas eigenes und das ist gut. Magdalena ist dir gut gelungen, auch wenn ich gute Laune bei ihr erwartet hatte, wenn sie das Gebäude sieht. Sie wirkt sehr direkt, aufgeschlossen und lebensfroh. Hatte nicht damit gerechnet, dass sie so verschüchtert wirkt. Den hans kann ich nicht so einschätzen. Wurde der peter vorher schon erwähnt? Sonst wäre eine kurze Beschreibung angemessen. Insgesamt hätte man beschreiben können, wie er wirkt, ob er sich freut, was er dafür angezogen hat etc. Auch wie er wohnt könnte interessant sein um beim Leser ne Meinung oder Vorurteile zu erzeugen.

      Liebe Grüße
      Jan
      Manchmal flüstert der Wind eine Legende,
      bevor die Geschichte sie zu schreiben vermag.

      Hört das Flüstern:

      Der Orden der Geweihten


    • Spoiler anzeigen

      Zarkaras Jade schrieb:

      Und dann war auch noch was in der Truhe. Bitte lass es nichts interessantes sein!
      Das macht irgendwie keinen Sinn. Wieso will er, dass nichts interessantes in der Truhe ist?

      Zarkaras Jade schrieb:

      Magdalena versteckte sich hinter mir und ich wiederum versuchte sie als Schutzbarriere zu nehmen.
      Wie soll das denn gehen? :D

      Zarkaras Jade schrieb:

      “Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll!”, schrie sie und weinte
      Die Frau wirkte auf mich die ganze Zeit sehr stark und zieht zum munteren Skelette kloppen auf Friedhöfe. Beschwört Kreaturen, etc. Jetzt bricht sie heulend zusammen?

      Zarkaras Jade schrieb:

      Wie sie an meinen Lippen herum zutschte
      zutschte? Das Wort kenn ich nicht, was ist das? :D

      Zarkaras Jade schrieb:

      Ich blieb einfach regungslos liegen und ließ es über mich ergehen
      Er ließ den Kuss über sich ergehen? Waaaas? Er ist total verschossen in die Frau und liegt da wie ein Maikäfer hilflos auf dem Rücken und macht nüx?

      Zarkaras Jade schrieb:

      Ich tat nichts dergleichen, ich genoss es einfach nur! Diese Tortur!
      Er genoß die Tortur? Tortur ist etwas negatives eigentlich, das widerspricht sich etwas.



      Der erste Teil hat mir ganz gut gefallen, du hast gut Tempo rausgenommen und gibts dem Leser jetzt etwas mehr Zeit die Informationen zu verarbeiten.
      Im zweiten Teil verstehe ich viele Sachen nicht. Magdalena bricht heulend zusammen? Hans kann plötzlich Latein und spürt sogar, dass der Poltergeist schwächer wird. Überhaupt woher weiß er das alles?
      Peter wird zur Salzsäure und zum Statisten dieser Szene. Hab' ich nicht ganz verstanden.

      Wobei die Beschreibungen, waren ok, war schon ein bissl gruselig.

      Aber du kriegst deine Ausrufungszeichen nicht in den Griff. Ich habe sie diesmal gezählt. 165 x !!!!, Nur 45 Stück davon im ersten Text.
      Nutz mehr Punkte und die Ausrufungszeichen, wirklich für, dass was sie eigentlich gedacht sind.

      Lieben Gruß
      Rael

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Kapitel 3/Gerüchteküche/Teil 1”

      Dienstag der 6. Scheiding 1403
      Mehr als eine Woche ist vergangen, seit dem Ereignis mit dem Poltergeist. Peter geht es inzwischen wieder gut. Magdalena nahm sich die Zeit, ihn gesund zu pflegen. Das war das mindeste, was sie für ihn tun konnte. Ich schaute auch jeden Abend kurz vorbei, um nach seinem Rechten zu sehen. Sie hat inzwischen eine neue Bleibe. Jetzt wohnt sie ein paar Häuser weiter die Straße hinauf. Also ganz in meiner Nähe.
      In meiner sonstigen Freizeit habe ich angefangen, alles Wissen über die Kreaturen aufzuschreiben. Man weiß ja nie, ob das Wissen nochmal von Nützen sein könnte. Denn so eine Begegnung, wie bei dem Poltergeist will ich nicht noch einmal unvorbereitet haben.
      Aber heute denke ich mal nicht an diesen Tag. Heute sind keine Abenteuer geplant. Denn heute ist in unserem Ort ein großer Jahrmarkt. Drei Tage sind geplant für den Jahrmarkt. Es kommen wieder zahlreiche Gaukler und Musiker, Tänzer und Händler. Vielleicht gibt es wieder schöne Sachen zu kaufen?
      Magdalena würde das bestimmt auch gefallen, denn sie hatte mir gesagt, dass sie noch nie auf einem Jahrmarkt war. Dann wird es ja mal Zeit, fand ich. Denn einen Jahrmarkt muss man einfach mal erlebt haben. Und unserer soll ja einer der schönsten und größten sein.
      Ich machte mich auf den Weg, um Magdalena abzuholen. Ja, in dieser Woche kamen wir uns ungewöhnlicherweise noch viel schneller viel näher. Aber nicht zu nahe. Sie war schon ganz aufgeregt. Ich musste natürlich noch vorher ein bisschen arbeiten, aber das störte sie nicht. Sie mochte die Arbeit an meinem Obststand. Und außerdem merkte ich, dass das Geschäft dank ihr viel besser lief.
      Bei ihr angekommen, klopfte ich und sie stand schon regelrecht hinter der Tür bereit. Sofort riss sie die Tür auf, umarmte mich. “Hans, endlich! Jetzt können wir also los, auf den Jahrmarkt?”
      Ich nickte. “Ja, Magdalena. Aber vorher müssen wir noch ein wenig arbeiten. Du weißt ja, dass es ohne Geld nichts zu kaufen gibt.”
      Ja, wir haben uns jetzt das “Du” angeboten. Das freute mich sehr, als sie es mir anbot. Da wusste ich, dass es ihr doch ernster war mit uns beiden. Also als gute Freunde, meine ich jetzt. Peter hat sie ja auch schon bereits als Mitglied in unserem Freundeskreis akzeptiert. Nur Steffan mussten wir noch überzeugen. Er hatte sie bis jetzt noch nicht kennen lernen können. Wir kamen noch nicht dazu. Aber da bot sich doch der Jahrmarkt regelrecht dafür an.
      Unterwegs sahen wir schon ein paar Wagen durch die Gassen ziehen, in Richtung des großen Marktplatzes. Ich habe meinen Stand schon gestern Abend auf den Marktplatz gestellt, damit wir heute mehr Zeit zum Verkaufen hatten. Peter war auch schon da und heizte die Esse an. der Marktplatz war 400 Meter lang und 300 Meter breit und lag zentral von Branesheim. Ringsum standen Wohnhäuser. Der Platz hatte einen Brunnen auf der Ostseite und in der Mitte des Platzes stand eine große alte Eiche. Liebes- oder auch Verliebteneiche genannt, weil sich dort immer die Liebespärchen und Ehepaare treffen und sich ihre Liebe gestehen. Es trug sich auch schon oft zu, dass unter dieser Eiche zwei Leute zueinandergefunden haben.
      Langsam füllte sich der Platz mit vielen unterschiedlichen Wagen. Aus Nah und Fern sind sie angereist, nur um in den nächsten drei Tagen ihre Attraktionen, Künste und Waren vorzustellen. Ich bediente derweilen meine Kunden, bekannt wie fremd. Magdalena half mir fleißig mit, obwohl ihr Augenmerk doch schon sehr auf die anderen Dinge gerichtet war.
      Und da kam auch schon wieder Frau Engelson, mit einem bereiten Grinsen auf dem Gesicht. “Guten Morgen ihr beiden! Es ist immer wieder schön euch beide zusammen vorzufinden! Sehe ich da denn nicht vielleicht doch einen Hoffnungsschimmer am Firmament? Behaltet ihn schön bei euch!”
      Ich verdrehte die Augen und erwiderte: “Bitte lasst diese Bemerkungen, Frau Engelson! Ich weiß, Ihr meint es gut. Aber wir sind nur gute Freunde.”
      Da lachten sie beide ganz herzhaft und sprachen im Chor: “Frauen meinen es immer gut!”
      Das fand Frau Engelson dann so faszinierend, dass sie sofort zufrieden das Weite suchte. Magdalena schmiegte sich sanft an mich und drückte mich kurz. “Hans, sei doch nicht immer so. Genieße es doch, die Aufmerksamkeit. Oder bin ich dir etwa peinlich?”
      Ich verneinte dies. Sie war mir nicht peinlich! Aber Frau Engelson, mit ihren Bemerkungen, war mir peinlich! Am frühen Nachmittag ging es dann offiziell los mit dem Jahrmarkt. Magdalena war wie ein kleines Kind. Sie staunte über die halsbrecherischen Manöver der Artisten, über das fröhliche musizieren der Minnesänger und erlebte ein Gefühlschaos der besonderen Art bei der Eröffnungsrede des Bürgermeisters.
      Aber am meisten interessierte sie sich für die farbenfrohen Gewänder der Musiker und Tänzer. Ihr gefielen diese erquickenden Farben sehr. Überall wollte sie unbedingt mal hinschauen. Also machten wir für heute schluss, da wir merkten, dass der Andrang nach ließ und es sich nicht weiter lohnen würde. Ich konnte sie kaum bändigen, so euphorisch war sie! Sie zog mich regelrecht über den gesamten Marktplatz! Überall gab es was zu sehen und zu erleben.
      Sogar zwischen den Sehenswürdigkeiten waren Sehenswürdigkeiten. Wie ein kleines Mädchen tänzelte sie über den Platz, fröhlich lachend. Inzwischen schaute ich an den zahlreichen Ständen vorbei. Am meisten interessierten mich die Obst- und Gemüsesorten, die es bei uns nicht gab. Noch nicht...
      Ich informierte mich gründlichst über die Anbaubedingungen, Ertrag und alles was dazu gehört. Ich verköstigte einige Obstsorten und fand auch ein paar, die ich gerne anbauen lassen würde. Und die hatten so merkwürdige Namen, die Pflanzen. Helena, Agatha und sogar Magdalena war vertreten. Als Apfelsorte! Aber die schmeckten mir leider nicht! Da bevorzugte ich lieber meine, echte, Magdalena!
      Und als ich gerade ein paar Samen gekauft hatte, kam sie auch schon wieder an und zog mich zu einen anderen Stand! Sie sagte: “Hans, schau dir mal dieses Kleid an.” Sie nahm es in die Hand und hielt es vor sich. “Was meinst du? Würde mir das stehen? Oder doch lieber dieses hier?” Sie schaute mich mit ihren Rehaugen an und lächelte mir zu.
      Die Kleider waren beide sehr schön. Das erste war Rubinrot mit einer weißen Schleife in Hüfthöhe, mit einem weiten Ausschnitt und gestickten weißen Ornamenten am unteren Saum entlang. Es war kurzärmlig, wozu es ein passendes hellblaues Unterkleid gab, bei dem die Ärmel länger waren und einen kleinen Ausschnitt hatte. Das zweite wiederum war in einem kräftigen Blauton, am unteren Drittel lila und die Ärmelsäume mit lila Stoff umnäht. Farblich dazu passend ein Hüftband.
      Und jetzt sollte ich mich für eines der beiden entscheiden? Beide waren wirklich unfassbar schön anzusehen. Dementsprechend war auch der Preis der Kleider! Zwanzig Gold für ein solches Kleid! Ich sagte: “Nimm das zweite, Magdalena.”
      Kaum gesagt, erwiderte sie: “Dann müssen wir aber noch diesen lila Gürtel dazu kaufen.”
      “Dann doch lieber das erste”, sagte ich leicht genervt. Ungeduldig mit dem Körper wippend, antwortete sie darauf mit: “Aber das zweite gefällt mir besser, Hans.” Sie sah mich mit ihren wunderschönen Saphirblauen Augen an und machte einen Schmollmund. Es sah so aus, als würde sie gleich anfangen zu weinen. Sie hatte mich erwischt. Diesem Blick konnte ich einfach nicht widerstehen.
      Schweren Herzens griff ich in meine Tasche und holte die Goldstücken raus. Schließlich war das ja ihr erster Jahrmarkt. Und sie sollte ihn ja positiv in Erinnerung behalten. “Nagut, dann kaufe ich dir das zweite Kleid. Mit lila Gürtel.”
      Zwanzig Gold für das Kleid und nochmal Fünf Gold für den Gürtel. Na wenigstens sie war glücklich! Wir gingen noch an ein paar Ständen vorbei, bis wir zu dem Kräuter- und Gewürzestand kamen. Sie kannte alle Kräuter und Gewürze mit Namen und Geschmack. Ich kannte vielleicht gerade mal zwei Kräuter. Bohnenkraut und Unkraut. Und beides würde ich auf keinem Fall für den Verzehr empfehlen.
      Nachdem wir nun die gesamte Kräuterpalette verköstigt haben, schauten wir mal bei Peter vorbei. Er war emsig am arbeiten. “Hallo, ihr beiden”, sagte er. “Seid ihr heute Abend auch hier?”
      Magdalena fragte ihn, was denn heute Abend sei.
      “Na Musik und Tanz! Ich habe gehört, dass Steffan auch kommt und wieder meine Schwester umwerben will. Das wird das erste Treffen mit Magdalena und ihm.” Er grinste und hämmerte fleißig weiter auf seinem Eisenstück herum.
      “Musik und Tanz? Hans, gehen wir da auch hin?”, fragte Magdalena mich, während sie sich ganz fest an mich drückte. Hatte ich eine Wahl? Wohl eher nicht. Ich gab ihr darauf mal keine Antwort, weil die Antwort sowieso schon längst klar war.
      Wir schauten uns noch einige Minuten die Gaukler und Tänzer an und gingen anschließend nach Hause. Ich musste mich ja noch hübsch machen, für heute Abend. Also waschen, festliche Sachen anziehen.

      ______________________________________________________________________________________________________________________
      Der Schluss ist zu wenig, oder?

      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
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      Mana
    • So habe jetzt 2,6 und 2,7 gelesen.

      Sehr gut wie du den Kampf geändert hast, gefällt mir viel besser. wirkt sehr bedrohlich und stimmig jetzt. Auch die Kussszene gefällt mir!
      *Daumen hoch*

      Zarkaras Jade schrieb:

      Ich huckte Peter auf und schleifte ihn langsam nach Branesheim zurück. Magdalena ekelte sich vor sich selbst und traute sich kaum, Peter anzufassen. Sie wollte ihn nicht noch weiter besudeln mit Dreck und Blut.
      Auf dem ganzen Weg zurück zu seinem Haus schwiegen wir uns an und zeigten auch sonst keinerlei Gefühle füreinander.
      den letzten part würd ich streichen.

      Zarkaras Jade schrieb:

      Doch sie ist eine Frau. Da ist Schwäche nichts schlimmes
      Für den Satz kannst du dich jetzt mal virtuell verprügelt fühlen ^^ :P

      Zarkaras Jade schrieb:

      Gut eine Minute lang war dieser Kuss und ich genoss jede einzelne Sekunde. Stillschweigend ließen wir voneinander ab und verabschiedeten uns. Ich drehte mich zur Tür und sie ging ihren Weg. Was war das nur für ein Tag heute? So viele Gefühle, so viele Ereignisse.
      Sie ist immernoch blutüberströmt und glibschig oder? Warum geht sie überhaupt, sie hat doch vorher auch bei hans geschlafen.

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • “Kapitel 3/Gerüchteküche/Teil 2”


      Peter holte mich dann unabgesprochen ab. Ein wenig aufgeregt war er und sprach: “Schnell, Hans, Magdalena und Steffan sind schon dort. Ich habe sie getroffen und ihnen gesagt, dass ich dich abhole.”
      Ich beeilte mich schnell, sonst kommt Steffan noch auf dumme Ideen und nimmt Magdalena, anstatt Jolene! Und dies wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, wie er wieder ins Fettnäpfchen treten würde, bei Jolene! Als wir beim Marktplatz angekommen waren und ich Sie da stehen sah, war ich erstmal vollkommen sprachlos. Sie hatte das neue Kleid an. Ich war überwältigt von ihrer Schönheit. Dieses tiefschwarze Haar, welches butterzart an ihrem Rücken hinunterglitt und gekonnt das wundervolle Kleidchen umschmeichelte. Und dieses Strahlen in ihren Augen, unbezahlbar!
      Ich stand wie angewurzelt da! Sie kam mir entgegengelaufen und lächelte mich entzückt an. “Hans, du siehst aber gut aus. Wie wäre es denn? Hast du Lust zu tanzen?”
      Ich kam nicht mal zu Wort, da zog sie mich schon zur Eiche rüber. Ich wollte dort aber nicht tanzen. Am Brunnen war doch auch noch Platz. Warum also ausgerechnet hier?
      “Magdalena, können wir nicht wo anders tanzen?”, fragte ich sie mit angespannter Haltung. Sie schaute verwundert und sprach: “Warum denn? Ist doch schön hier.”
      Die Leute schauten schon alle und schmunzelten, aber Magdalena beeindruckte das gar nicht. Und da war dann auch schon wieder Frau Engelson, die ebenfalls alleinstehend war, und zwinkerte mir keck zu.
      Ich sagte Magdalena ganz verlegen, dass dies hier die *Liebeseiche* sei und sich hier immer die verliebten trafen.
      “Ach so, jetzt verstehe ich auch dein merkwürdiges Verhalten! Da stehen wir ja hier vollkommen richtig!”, antwortete sie mit einem herzhaften Lachen und zwinkerte mir ebenfalls keck zu. Ich lief rot an. War mir das gerade peinlich. Und wie die alle starrten und gafften. Meinte sie das jetzt ernst, oder war das wieder nur ein Späßchen von ihr? Peter und Steffan amüsierten sich darüber sehr und konnten sich ihre frechen Sprüche mal wieder nicht verkneifen.
      “Ich wusste ja, dass dieses Jahr dein Jahr sein würde. Aber so hätte ich das nicht vermutet.”
      “Hans, mehr aus der Hüfte. Magdalena ist doch kein Besenstiel.”
      “Du gewinnst heute den Ehrenpreis. Da bin ich mir sicher.”
      “Das ist der Wille der Eiche!”
      Ich versuchte sie nicht weiter zu beachten und tanzte so gut ich konnte. Und dann musste ich auch noch mit Frau Engelson tanzen, einen Tanz. Sie nahm es mit Humor. Was ich auch musste, in diesen schweren Zeiten.
      Langsam wurde es dunkel und die Wachen zündeten die Lagerfeuer an. Wunderschön war dies immer anzusehen, wenn sie die großen Feuerschalen entzündeten und somit die ungehemmtere Zeit einläuteten. Wobei ich es lieber passiv genoss.
      Aus der Ferne sah ich Jolene auf den Marktplatz kommen. In Begleitung einer ihrer besten Freundinnen. Jolene trug ein weißes Kleid mit schwarzen Blumenstickereien. In ihrem blonden lockigen Haar eine Spange in Form eines Eichenblattes. Das Eichenblatt war in Branesheim ein Symbol für, wie soll mańs sagen, Fruchtbarkeit und Nächstenliebe.
      Steffan wollte gerade zu ihr gehen, da kam aber schon ein älterer Herr an und bat sie um ein Tänzchen! Das gefiel Steffan überhaupt nicht!
      “Warum sucht er sich nicht eine Dame in seinem Alter!?”, rief Steffan erzürnt. Der Herr kam mir auch etwas komisch vor. Er hatte eine sehr helle Haut und eine sehr schlanke Statur. Und so wie er gekleidet war, hatte er doch mindestens den Status eines Burgherren, oder sogar noch höher. Schließlich hätte sich jeder andere Herr mit seinem Ansehen nicht mit einer einfachen Bäuerin abgegeben.
      Das ließ sich Steffan nicht lange gefallen. Wutentbrannt ging Steffan zu dem Herrn und wies ihn darauf hin, dass Jolene ihm gehöre. Der Herr solle sich eine andere Dame suchen. Eine reiche und eitle und nicht eine zerbrechliche Bauertochter.
      Der Herr ließ von Jolene ab und suchte sich ein anderes Mädel. Jolene war sehr enttäuscht von Steffan. Augenblicklich verpasste sie ihm eine Ohrfeige vor versammelter Mannschaft und ging wortlos zu ihrem Bruder. Steffan wollte sich bei ihr entschuldigen, aber das war ihr egal.
      “Steffan, du benimmst dich immer wie ein Flegel! Der Herr wollte doch nur mit mir tanzen. Du hättest dich doch auch gefreut, wenn eine Burgherrin oder Herzogin dich zu einem Tanz aufgefordert hätte!”, schrie sie ihn an, mit Tränen in den Augen. Magdalena war auch fassungslos enttäuscht von seinem Verhalten.
      Und ich erst! Dies war die erste offizielle Begegnung zwischen ihnen beiden und schon benahm er sich wieder wie ein Rüpel! Ich dachte eigentlich, dass er sich diesmal von seiner guten Seite zeigen würde. Aber nun hatte sie ihn bereits als Dummling abgestempelt! Selber schuld, Steffan!
      Peter konnte Jolene dann wenigstens noch dazu bringen nicht zu gehen. “Dann tanze ich halt mit Peter! Oder hast du auch vielleicht etwas dagegen!?”, entgegnete sie Steffan. Dazu schwieg er und setzte sich bockig auf die Baumwurzel.
      Irgendwie fand ich es aber schon schade, dass Steffan immer eine Abfuhr von Jolene bekam. Eigentlich ist er doch gar nicht so schlimm, wie sie alle immer behaupten. Er verlangt halt immer nur zu viel! Bis auf Steffan amüsierte sich jeder prächtig. Magdalena wollte eigentlich noch länger bleiben, aber sie war so müde dass sie kaum noch stehen konnte. Verständlich, nach so vielem Getanze! Ich hatte auch genug für heute erlebt. Schließlich geht der Jahrmarkt ja noch zwei Tage lang.
      Also brachte ich sie nach Hause. Sie bedanke sich nochmal ganz herzlich für den schönen Tag und drückte mir einen langen Kuss auf die Wange. War das schön. Also ich meine der Abend an sich jetzt so.
      Ich wollte in Richtung meines Hauses gehen, da hörte ich plötzlich ein merkwürdiges Geräusch aus einer Nebenstraße. Ich wollte mal kurz nachschauen, wer da wieder herumschleicht! Die kleinen Kinder vermutlich wieder! Aber das durften sie nicht! Leise schlich ich mich heran und sah dann aber was ganz anderes, unerwartetes! Ich sah diesen seltsamen Herrn von vorhin. Aber was machte er denn da? Ich sah ihn mit einem jungen Mädel, Arm in Arm. Na gut, das ist nichts schlimmes, sich zu liebkosen. Sie schien es auch sehr zu genießen, denn sie stöhnte schon sehr auffällig. Er strich ihr durch ihr langes blondes Haar. Ich versteckte mich hinter einer Mauer, damit er mich nicht so leicht entdecken konnte. Ich weiß, was jetzt einige über mich denken könnten. Aber es wirkte schon sehr unsittlich auf mich. Fast schon verboten!
      Sie war wie Wachs in seinen Händen. Sie stöhnte und schnaufte. Aber was er dann machte, war mir richtig unheimlich. Es war sehr dunkel und ich konnte kaum was erkennen. Es sah so aus, als würde er ihr in den Hals beißen. Nicht einfach so leicht, sondern richtig stark. Sie bemerkte es offensichtlich gar nicht. Ich war wie gelähmt. Sie wollte schreien, aber er drückte ihr die Kehle zu, während er immer fester in ihren Hals biss. Wie grausam kann man nur sein? Mir stockte der Atem. Was geschieht hier gerade? Was tat er da?
      Er verbiss sich immer mehr in ihrem Hals und riss ihren Kopf weit nach hinten! Sie wehrte sich gar nicht! Sie ließ es über sich ergehen, als würde es ihr sogar gefallen! Doch wie groß mussten wohl dabei die Schmerzen gewesen sein? Das konnte doch nicht gesund sein, was er da tat!
      Als sie sich nicht mehr regte, riss er ihr die Kleider vom Leib! Was soll das denn jetzt? Was hatte er vor? Er legte sie auf die kalten Pflastersteine und beugte sich über sie. Mehrmals strich er mit seiner Hand über ihren nackten Körper und ergötzte sich genüsslich mit lauten Stöhnen an ihr! Es war so erschreckend und ekelhaft! Das arme Fräulein! War sie noch am Leben?
      Nach endlos scheinenden Minuten ließ er von ihr ab und verschwand im Schutz der Dunkelheit. Ich wartete noch ein paar Minuten, um sicher zu gehen, dass er nicht nochmal wieder kam. Dann ging ich langsam zu dem Mädel rüber, um nach ihr zu schauen. Ich traute meinen Augen nicht, als ich ihren nackten Körper da liegen sah. Ihre jungen, kleinen Brüste und die nackten Schenkel. Es war solch ein verstörendes Bild. Mit Blut überströmt und voller Dreck lag sie in einer Wasserpfütze. Ihre Augen waren geschlossen und ihr Hals mit blauen Flecken übersäht. Sie war bereits tot! Ich konnte nichts mehr für sie tun. Oder hätte ich sie vielleicht doch retten können? Ich wusste nicht, was nun zutun war. Ich war vollkommen überfordert mit sowas! Wären wir doch nur noch eine Weile länger auf dem Fest geblieben, dann hätte ich es gar nicht mitgekriegt! Oder wären wir etwas eher los gegangen, dann hätten wir sie vielleicht noch retten können. Wäre ich jetzt nicht so ängstlich gewesen, dann wäre sie vielleicht auch noch am Leben. Das hätte Jolene sein können, die hier lag.
      Ich konnte jetzt aber auch nicht einfach die Wachen rufen, sonst wäre ich am Ende vielleicht noch der schuldige gewesen. Völlig verzweifelt war ich und fiel neben ihr auf die Knie. Mir wurde ganz übel bei diesem Anblick. Nicht wegen ihr, sie war hübsch, sondern wegen dieser Situation und was mit ihr geschehen ist. Ich war fertig mit den Nerven. Ich konnte hier nicht noch länger bleiben, sonst wäre ich wirklich noch in den Verdacht geraten. Sofort verließ ich diese Nebenstraße und ging nach Hause. Hoffentlich ist dies das erste und letzte Mädchen, welches durch seine Hand sterben würde.
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zarkaras Jade ()

    • Hiho,

      erstmal zu Kapitel 3/Gerüchteküche/Teil 1:
      Spoiler anzeigen

      Zarkaras Jade schrieb:

      und erlebte ein Gefühlschaos der besonderen Art bei der Eröffnungsrede des Bürgermeisters.
      Wieso ? Was hat der Bürgermeister denn so tolles gesagt?

      Zarkaras Jade schrieb:

      Sogar zwischen den Sehenswürdigkeiten waren Sehenswürdigkeiten.
      wie geht das? :D Das verstehe ich nicht ^^

      Zarkaras Jade schrieb:

      Sie sah mich mit ihren wunderschönen Saphirblauen Augen an und machte einen Schmollmund. Es sah so aus, als würde sie gleich anfangen zu weinen.
      Hier wirkt Magdalena als wäre sie 13. Ist das gewollt? Ich find das ein wenig übertrieben


      Im prinzip schön beschrieben, weniger Ausrufungszeichen - Yeah :D. Und auch flüssiger zu lesen :)

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Danke @Rael, dass es dir gefällt. Ich würde gerne erst ein Kommentar zum 2. Teil erhalten, bevor ich den 3. poste. Möchte eure Meinung dazu hören, ob es an sich alles sinnvoll klingt und auch spannend, wie auch amüsant.

      Rael schrieb:

      Wieso ? Was hat der Bürgermeister denn so tolles gesagt?
      Er hat eine normale Rede gehalten. Hans hat nur geschrieben, dass Magdalena ein Gefühlschaos erlebte, als sie des Bürgermeisters Rede vernahm. Das ist ihr erster Jahrmarkt und sie hat auch sonst kaum Veranstaltungen in solch einem Maße erlebt. Für sie ist jede Rede eine besondere. Aber das wird später noch etwas deutlicher, wenn man ihre Vorgeschichte erfährt. Wobei ich glaube, dass du die bereits schon erahnen kannst. ^^

      Rael schrieb:

      Hier wirkt Magdalena als wäre sie 13. Ist das gewollt? Ich find das ein wenig übertrieben
      Ja, das ist gewollt. Auch das hängt zum Teil mit ihrer Kindheit zusammen und was sie dort erlebt hat. Und andererseits weiß sie, wie sie Hans um den Finger wickeln kann. Sie drück ein paar Tränen raus und er frisst ihr aus der Hand. ;)
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

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    • Spoiler anzeigen

      Zarkaras Jade schrieb:

      Und dies wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, wie er wieder ins Fettnäpfchen treten würde, bei Jolene!
      Komischer Satzbau am Ende. "Wie er bei Jolene wieder ins Fettnäppchen treten würde" Wobei ich auch den Satz komisch finde.

      Zarkaras Jade schrieb:

      Frau Engelson
      Die stell ich mir irgendwie, wie die Dorftratschtante vor XD

      Zarkaras Jade schrieb:

      Und dann musste ich auch noch mit Frau Engelson tanzen, einen Tanz
      Gleicher komischer Satzbau wie oben.

      Zarkaras Jade schrieb:

      dass Steffan immer eine Abfuhr von Jolene bekam.
      Wieso immer? Ich dachte er sieht sie zum ersten Mal?

      Zarkaras Jade schrieb:

      Sie ließ es über sich ergehen, als würde es ihr sogar gefallen!
      Der Angriff des Vampir.. Also hier gefällt es ihr..

      Zarkaras Jade schrieb:

      Sie wollte schreien, aber er drückte ihr die Kehle zu,
      ... und hier will sie schreien?

      Zarkaras Jade schrieb:

      ch konnte jetzt aber auch nicht einfach die Wachen rufen, sonst wäre ich am Ende vielleicht noch der schuldige gewesen.
      Hans Reaktion für mich nicht nachvollziehbar.
      Ok durch Angst gelähmt, greift nicht ein. Aber dann hockt er sich dahin, wenn ihn dann jemand gesehen hätte, hätte sie ihn verantwortlich gemacht. Dann geht er einfach und meldet das ganze nicht und hofft einfach, dass es nicht wieder passiert.
      Ich würde das ende nocheinmal überdenken.


      Stimmung beim Fest war ok, auch amüsant. Der arme Hans^^
      Die Sache mit dem Vampir, war zwar ziemlich vorhersehbar, aber außer der Dinge im Spoiler ganz gut beschrieben fand ich.

      Ach und deine Ausrufungszeichen sind zurück^^

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Danke @Rael, für dein Feedback und deine Anmerkungen. Eben genau wegen dem Schluss wollte ich zuerst auf eine Antwort warten, bevor ich den nächsten Part reinstelle. :)

      Zuallererst wollte ich Hans mit Magdalena den Mann entdecken lassen, aber dann hätte es später keinen Sinn gemacht. Eventuell werde ich Hans von zuhause aus (in seinem Bett) den Mann beobachten lassen, oder ihn doch Hilfe holen lassen und in seiner Abwesenheit würde dann die Leiche weggeschleppt werden. :hmm:

      Frau Engelson ist genau das! Gut erkannt. Sie wird noch etwas weiter erläutert in diesem Kapitel.
      Auch gut, dass du jetzt schon bereits weißt, dass er ein Vampir ist. Du wärst sowieso früher oder später deutlicher darauf gekommen. Aber mehr will ich nicht verraten. ;)

      Rael schrieb:

      Wieso immer? Ich dachte er sieht sie zum ersten Mal?
      Steffan und Jolene kennen sich schon ein paar Jahre. Steffan versuchte es bei jedem Fest, sie zu erhaschen. Aber Jolene will nichts von ihm. Noch nicht. Magdalena kennt Steffan noch nicht. Kam vielleicht etwas kompliziert rüber.


      Der folgende Abschnitt ist wieder etwas länger. Ging wirklich nicht kürzer, sonst hätte ich die Szene in der Mitte geteilt. :(

      “Kapitel 3/Gerüchteküche/Teil 3”


      Mittwoch der 7. Scheiding 1403
      “Hans...Hans..!”, hörte ich jemanden rufen. Da klopft doch jemand an meine Haustür. “Hans! Hans, steh endlich auf!” Es war Magdalena. Sie klang überhaupt nicht erfreut. “Hans, du musst an die Arbeit gehen!”
      Ach her je, ist es schon so spät? Ich war noch so müde. Ich bekam kein Auge zu, weil ich immer an das Mädel denken musste. Noch halb im Schlaf rief ich ihr aus dem Fenster zu: “Entschuldigung Magdalena, ich bin gleich da.”
      Ich konnte mich glücklich schätzen, dass sie an mich gedacht hatte. Was wäre nur, wenn ich sie jetzt nicht gehabt hätte? Ich zog mich schnell an, schnappte mir ein Stück Brot und machte ihr die Tür auf.
      “Hans! Los, du musst auf Arbeit! Was ist denn los? Ich dachte schon, dir sei was Schlimmes passiert.”
      “Passiert? Mir doch nicht, wie kommst du denn auf sowas? Bist du besorgt um mich?”
      “Besorgt, um dich? Ach was. Und wie kommst du jetzt auf sowas?”, erwiderte sie kopfschüttelnd.
      Natürlich ging es mir nicht gut, aber das konnte ich ihr ja nicht erzählen, was ich gesehen habe. Ich wollte ihr ja nicht die Tage vermiesen. Auf dem Weg zur Arbeit, schaute ich nochmal schnell in der Gasse vorbei. Das Mädchen war weg. Es kann aber auch sein, dass schon jemand sie entdeckt hat und sie weggebracht wurde. Magdalena fragte mich ganz verwundert was ich hier suche.
      “Nichts, Ich wollte halt mal einen anderen Weg zur Arbeit nehmen!”, erwiderte ich aufgeregt.
      “Nein Hans!! Wir gehen jetzt da lang. Du hast keine Zeit zu verlieren!” Warum sagte sie immer, dass ich schnell zur Arbeit muss? Sie ging doch auch da hin! Oder wollte sie darauf anspielen, dass sie keine Minute auf dem Jahrmarkt verpassen wollte und mich nebenbei zu meiner *unserer* Arbeit begleiten wollte? Manchmal ist sie schon ein bisschen merkwürdig. Nebenbei, während ich ihr zu meiner Arbeit folge, als wenn ich den Weg nicht selbst wusste, schaute ich mich um, ob ich irgendwo diesen Mann entdecken konnte. Aber er war nirgendwo zu entdecken!
      “Hans, was ist denn hier los?”, fragte sie ganz traurig, als sie den Markplatz sah. Ich erwiderte ganz genervt: “Na nichts ist hier los, Magdalena. Die Schausteller fangen nicht vor Neun Uhr früh́ s an.”
      Leicht enttäuscht erwiderte sie: “Das hättest du mir aber auch eher sagen können! Was soll ich denn da jetzt die zwei Stunden nur machen?”
      “Mir bei meiner Arbeit helfen zum Beispiel”, antwortete ich und rieb mit meinem Daumen an einem Goldstück. Sie hatte keine Wahl. Dann musste sie eben mal etwas arbeiten. Aber pünktlich Neun Uhr fingen die ersten Musiker dann doch zu spielen an und Magdalena wurde schon wieder ganz hibbelig und konnte kaum still stehen. Sie fragte mich, ob ich jetzt ohne sie klar kommen würde. Als wenn ich jetzt zum erstem Mal Obst verkaufen würde. Und egal ob ich es verneint hätte oder nicht, sie ging von dannen und ließ mich alleine. Da hatte ich wenigstens etwas Zeit für mich alleine, um nochmal eingiebig über das gestrige Erlebnis nachzugrübeln.
      Da kam endlich Peter. “Guten Morgen Peter. Und wie ist der Abend gestern noch verlaufen, nachdem wir gegangen sind?”
      Er winkte entnervt ab und sprach: “Höre bloß auf, Hans! Steffan war die ganze Zeit lang traurig und Jolene nur sauer auf ihn! Und dann jammerte sie mir auch noch zu Hause die Ohren voll. Wie blöd Steffan doch sei und wie sehr sie sich doch auch einen Burschen wünschte, der so ist wie du. Hans, mach dir keinen Kopf darum. Du weißt doch, wie Jolene ist.”
      Schon irgendwie schade, dass es bei den beiden im Argen liegt, mit der Liebe. So blöd ist Steffan ja eigentlich gar nicht. Und Jolene sollte sich auch mal etwas zurückhalten. Sie ist auch nicht gerade die liebste und netteste Frau.
      Peter sprach weiter: “Und wie ist es bei euch noch so weitergegangen? Seid ihr euch näher gekommen? Ich hoffe doch, sie war nicht zu stürmisch.”
      Ich war empört! Ich tippte ihm an die Stirn und sprach, ganz angewidert: “Sage mal, hast du sie noch alle? Was du hier wieder für einen Unsinn redest! Ich habe sie einfach nur nach Hause gebracht!”
      Peter zuckte zurück und sprach ganz ängstlich: “Es tut mir Leid, Hans. Ich dachte nur... Magdalena hat da was angedeutet. Ich hab das vielleicht wieder mal falsch verstanden.”
      Ich schaute skeptisch und drohte ihm. “Zügele deine Zunge, Peter. Was auch immer Magdalena dir erzählt haben sollte, es ist bestimmt nichts dergleichen. Sie ist nur meine gute Freundin.”
      Peter ging langsam weg von meinem Stand und machte sich dann schleunigst auf dem Weg zum Schmied. Langsam füllte sich auch der Marktplatz mit kauflustigen Leuten. Das Geschäft lief, trotz dass Magdalena heute nicht dabei war, ausgesprochen gut. Aber trotzdem wollte ich Sie nicht missen! Und Frau Engelson kam dann auch wieder mal vorbei, wie jeden Tag. Ich versuchte nicht allzu genervt zu wirken und schaute dezent nach unten. Sie kam an, stellte sich mir gegenüber und sprach, verwundert: “Wo ist denn eure Begleitung? Habt ihr sie etwa schon wieder vergrault? Oder wart ihr etwa Gestern doch zu lange auf den Beinen?”
      Ich schüttelte den Kopf und zeigte in die Menschenmenge. “Dort ist sie. Wohlauf und quicklebendig. Ihr müsst wissen, das ist ihr erster Jahrmark. Soll sie ihn genießen, so viel sie will.”
      Das fand sie sehr lieb von mir, dass ich Magdalena so viel Freiraum ließ und nur das Beste für sie wollte. Na ja, so würde ich das jetzt noch nicht sagen! Aber ich finde halt schon, dass Magdalena es wert ist! Frau Engelson kaufte dann wieder ihr tägliches Obst und Gemüse und ging dann wieder. Nachdem dann Magdalena überall mal geschaut hatte, kam sie wieder zu mir und half mir noch ein Wenig bei meiner Arbeit. Als Begründung sagte sie, dass es ohne mich nur halb so schön wäre.
      “Hans..?”, fragte sie zögerlich, mich mit́n Schmollmund ansehend. “Ist denn heute Abend auch wieder Tanz und Musik?”
      “Ja, Heute Abend und Morgen auch noch mal”, antwortete ich etwas genervt. Da war sie überglücklich, als sie dies hörte. Dann könne sie wieder stundenlang mit mir tanzen! Und reden und lachen! Und fröhlich der Musik lauschen und vieles mehr! Heute hatte ich sowieso vor, dahin zu gehen! In der Hoffnung, den Mann wieder zu sehen. Und ihn etwas genauer auf den Zahn zu fühlen!
      Bis Sechs Uhr arbeiteten wir heute. Zeit, um sich auf den Abend vorzubereiten. Diesmal holte Magdalena mich ab und wir gingen gemeinsam zum Marktplatz. Sie wollte schon wieder unter der Eiche tanzen! Na wenn es unbedingt sein musste?
      Zum Glück war Frau Engelson noch nirgends zu sehen. Da waren wir wenigstens in unserer Runde unter uns. Peter und Steffan waren auch schon lange da und spendierten uns erstmal ein leckeres Bierchen, bevor wir dann zum Tanzen übergehen würden. Ein wenig Mut antrinken, sozusagen.
      Jolene war auch noch nicht da, sie würde aber bestimmt schon bald kommen. Magdalena nahm sich erstmal Steffan zur Brust und wies ihn höflich zurecht: “Heute lässt du Jolene bitte tanzen, mit wem SIE will. Solch ein Gezeter wie gestern wollen wir heute nicht erleben.”
      Ich hatte schon ein paar Bedenken. Nicht wegen Steffan, sondern wegen dem Mann! Was ist, wenn er sich wieder Jolene aussuchen würde? Aber dafür blieb jetzt keine Zeit! Magdalena zerrte schon an mir und forderte mich zum Tanz auf. Und dann kam Jolene auch schon. Sie trug das selbe Kleid wie gestern Abend. Sie war wieder in Begleitung ihrer guten Freundin, die sie an uns übergab und wieder verschwand. Ja ihre Freundinnen sind etwas merkwürdig! Sehr jung, naiv, leicht zu beeindrucken und ziemlich dümmlich. Ich will sie jetzt nicht sonderlich schlecht machen, aber sie passten nicht in unsere Runde. Jolene war getrennt zu betrachten! Halt nur wegen Peter und Steffan habe ich ein wenig mit ihr zutun.
      Und Steffan gehorchte und tat nichts. Auf Magdalena hörte er wenigstens, was schon an ein Wunder grenzte. Jolene kam zu uns rüber und Steffan entschuldigte sich sofort bei ihr. Ihr war das aber egal. Sie wollte nichts mit ihm zutun haben. Steffan stand sehr betrübt da und schlürfte sein Bier. Jolene schaute sich erstmal ein wenig um und unterhielt sich mit Peter über den heutigen Tag.
      Und so lange musste ich gar nicht warten, da kam auch schon der merkwürdige Mann. Er ging wieder zu Jolene und bat sie um einen Tanz. Steffan unternahm nichts und ersäufte seinen Kummer im Bier. Ich schaute etwas angespannt zu Steffan und versuchte ihn auf Jolene aufmerksam zu machen. Doch Magdalena unterband dies und zerrte mich weiter weg. Wir tanzten nun etwas mehr in der Mitte und ich konnte nur noch schwer Jolene und den Mann im Auge behalten. Sie schien es sehr genossen zu haben. So glücklich war sie noch nie. Er las ihr alle Wünsche von den Lippen ab und umschmeichelte sie gekonnt mit seinen dürren Händen. Ich versuchte Magdalena auszubremsen, um besser das Geschehen zu verfolgen. Doch Magdalena war richtig energisch und fragte mich etwas genervt, warum ich nun auf einmal so fixiert auf Jolene sei! Gerade ich wäre ja derjenige, dem es am egalsten sei, meinte sie.
      Ich versuchte mich herauszureden und stritt alles ab. Aber dann wollte er mit ihr woanders hingehen. Er führte sie langsam vom Geschehen fort und hatte schon fast den Tanzplatz verlassen. Ich musste was unternehmen! Sofort lief ich los und ließ Magdalena allein dort stehen. Mir gefiel das überhaupt nicht, was der Mann dort tat.
      Ich stürmte durch die tanzende Menschenmeute und packte Jolene an den Arm. Sie schaute mich verwundert an und versuchte sich sanft loszureißen. “Hans, was soll das? Er wollte mir nur etwas zeigen.”
      Ich nahm ihn mir zur Brust und stieß ihn sanft von Jolene weg. “Also jetzt ist Schluss hier! Ihr könnt euch eine andere Dame suchen! Jolene bleibt hier, beim Tanz! Bitte geht jetzt!”
      Er ließ sie sofort los und ging davon, ohne sich von ihr zu verabschieden. Sie war außer sich und schaute mich ganz grimmig an! Sie konnte es nicht fassen, dass ich so etwas tat! Traurig winkte sie ihm hinterher und wollte sich von mir losreißen. Doch ich zerrte sie an mich und sprach zu ihr: “Es ist besser so, glaube mir! Er würde dir nur das Herz brechen! Lass uns wieder zurück zu den anderen gehen! Komm, tanze mit Steffan!”
      Sie war stinksauer auf mich und verpasste mir eine kräftige Ohrfeige! “Hans, das hätte ich von dir niemals gedacht!! Ausgerechnet du tust mir sowas an!! Ich bin so enttäuscht von dir!!”, brüllte sie mich an und rannte weinend davon. Nun stand ich da, wie doof, und wusste nicht weiter. Sofort kam Peter zu mir gerannt und verpasste mir ebenfalls eine Ohrfeige.
      “Sag mal Hans, wirst du jetzt völlig verrückt!? Was sollte das jetzt!?” Er rannte ihr hinterher, um sie zu trösten und zu überreden wieder zurück zu kommen. Steffan bekam es auch mit und fing gleich an zu pöbeln! Über den ganzen Marktplatz schrie er: “Ach so ist das also, ja!? Ich darf es nicht, aber du! Und nur wegen dir ist sie jetzt weg! Danke Hans!”
      Und dann starrten mich alle an! Ich fühlte mich sehr einsam und allein, in dem Moment. Langsam ging ich zu Steffan zurück und versuchte gute Miene zu machen. Magdalena kam auch zurück zu mir und stellte mir zur Rede. Die Leute wandten sich wieder von mir ab und tanzten weiter. Ihnen war es genau-so unangenehm, wie mir.
      Ich wollte es doch erklären, wusste aber nicht wie. Dem Mann war das anscheinend egal. Er suchte sich einfach eine neue Tanzpartnerin. Magdalena war fassungslos, packte mich am Arm und zerrte mich unter die Eiche: “So Hans, jetzt erkläre mir mal, warum du das gemacht hast!”
      “Ich kann es dir nicht sagen, Magdalena! Also ich möchte es dir nicht sagen. Ich meine, ich darf es dir nicht sagen.”, versuchte ich ihr zu erklären. Ich war verwirrt und brach zusammen. Mir kamen die Tränen!
      Der Mann verschwand derweilen mit einem Mädchen. Ich konnte ihm jetzt aber nicht folgen. Musste ich aber!
      “Hans! Was ist denn los!?”, fragte sie mich mit ernster Stimme.
      “Magdalena, ich will mit Steffan reden! Alleine!”, erwiderte ich ganz traurig. Magdalena ließ uns beide alleine und ging derweil zu Peter und Jolene. Steffan war gar nicht amüsiert darüber und schaute mich abfällig von ob herab an. “Das Weinen hilft dir jetzt auch nichts, Hans! Ich hasse dich dafür! Und sowas wie du soll mein Freund sein! Wenn du mir jetzt nicht eine vernünftige Erklärung gibst, dann waŕs das für heute!”
      Völlig verzweifelt war ich und grübelte schnell nach, wie ich es ihm schonend und flott sagen konnte. Steffan war ungeduldig und schubste mich leicht an. Auch ich war mit mir selbst sehr ungeduldig und gab mir selber einen gedanklichen Schubs.
      “Ich habe den Mann gestern gesehen, wie er sich an einem jungen Mädel vergriffen hat. Ich war auf dem Nachhauseweg und da hab ich ihn heimlich beobachtet, wie er das Mädchen verführt hat.”
      Steffan pöbelte weiter rum: “Ja und!? Lass ihn doch!! Denkst du etwa, Jolene ist so naiv und würde sich nicht wehren!?”
      Ich schüttelte den Kopf:”Steffan, verstehe mich doch! Der Mann ist böse. Er hat das Mädel getötet und ihren Leichnam nackt im Dreck liegen gelassen. Ich wollte nicht, dass er das auch Jolene antut.”
      Er glaubte mir sofort, weil ich noch nie wegen irgendwas so aufgebracht war. Also musste es wirklich was ernstes gewesen sein! Doch war es für ihn auch wirklich glaubwürdig? Etwas verwundert und überrascht erwiderte er: “Aber warum willst du es denn nicht Magdalena oder Jolene erzählen? Schließlich sind sie doch Frauen! Und wenn das wirklich stimmen sollte, sind sie beide gefährdet!”
      Ich erwiderte, ganz verzweifelt: “Weil ich Magdalena nicht den Jahrmarkt verderben wollte! Und Jolene hätte es mir sowieso nicht geglaubt! Das ist Magdalenas erster Jahrmarkt! Was hätte das denn für einen Eindruck gemacht, wenn sie erfährt, dass hier ein Mörder herumläuft!? Hier in Branesheim!”
      Steffan begriff langsam meine Sorge. Und er begriff auch, dass er unwissentlich wohlmöglich Jolenes Leben gerettet hatte! “Aber Hans, wir müssen ihn aufhalten, sonst wird er vielleicht wieder ein Mädchen töten. Wieso sind wir noch hier? Wir müssen ihn sofort suchen.”
      Er drückte mich sanft und klopfte mir tröstend auf die Schulter. Ich stand auf und besann mich, während Steffan dann sofort zu Peter eilte. Er erzählte ihnen nichts von dem Vorfall, aber sagte, dass wir schnell weg mussten. Magdalena und Jolene sollten nicht auf uns warten und den restlichen Abend zu zweit genießen. Ich glaube mal, das hatten sie jetzt sowieso vorgehabt.
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

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    • Zarkaras Jade schrieb:

      Peter und Steffan waren auch schon lange da und spendierten uns erstmal ein leckeres Bierchen, bevor wir dann zum Tanzen übergehen würden. Ein wenig Mut antrinken, sozusagen.
      Jolene war auch noch nicht da, sie würde aber bestimmt schon bald kommen.

      Zarkaras Jade schrieb:

      “Also jetzt ist Schluss hier! Ihr könnt euch eine andere Dame suchen! Jolene bleibt hier, beim Tanz! Bitte geht jetzt!”
      Er soll sich eine andere Dame suchen? Wohl wissentlich, dass er die auch aussaugt?^^

      Zarkaras Jade schrieb:

      Magdalena kam auch zurück zu mir und stellte mir zur Rede.
      mich

      Zarkaras Jade schrieb:

      Was hätte das denn für einen Eindruck gemacht, wenn sie erfährt, dass hier ein Mörder herumläuft!? Hier in Branesheim!”
      Das check ich nicht so 100%. wieso erzählt es es Magdalena nicht. Von allen Charackteren hat sie doch die meiste Erfahrung mit solchen Sachen. Und diese Erklärung ist auch bissl komisch, ich meine sie waren vor ein paar Tagen in einem Haus ganz in der Nähe wo ein Poltergeist drin war. So nen Vampir, sollte doch jetzt den Eindruck nicht großartig verschlimmern^^

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Sollte Hans wirklich, in Anwesenheit von Jolene, zu dem Vampir sagen, dass er keine Frauen mehr töten soll? Das war von Hans eine Kurzschlussreaktion. Panik, könnte man so sagen.
      Und Hans möchte Magdalena nicht den Jahrmarkt verderben. Er vertritt den Standpunkt, dass sie sich mal nicht um sowas kümmern soll. Und er hat zu große Angst um sie, als dass er sie in das mit einweiht. Es könnte doch trotzdem passieren, dass Magdalena mit ihnen geht und durch eine Unachtsamkeit von dem Vampir abgemurkst wird.

      Hauptsächlich geht es ja in diesem Kapitel um die Beziehung zwischen Magdalena und Hans und um die besonderen Ereignisse. Zumindest lag mein Augenmerk darauf. Ich weiß ja nicht, welche Kreaturen du so alles kennst. Aber ich behandele im Buch sehr viele, die auch etwas unbekannter sind. Der Vampir ist auf Anhieb zu erkennen. Darum versuchte ich, ihn auf realistische Weise gruselig darzustellen. Aber das wird man jetzt etwas genauer erfahren. Denn nun verfolgen die drei ihn erstmal.

      Hoffe doch wirklich, dass dir das Lesen trotzdem Spaß bereitet. :)


      “Kapitel 3/Gerüchteküche/Teil 3”


      Wir gingen los und suchten den Mann. Unterwegs erklärten wir Peter, was wir vorhatten. Ich berichtete ihm von dem, was ich gestern gesehen hatte und Peter war darüber gar nicht amüsiert. Er war auch sofort mit dabei und glaubte mir. Ich erzählte ja auch die Wahrheit. Und bestimmt war es ihnen beiden auch recht, jetzt erstmal etwas Zeit nut mit mir zu verbringen. Um mir eventuell doch noch etwas mehr auf den Zahn zu fühlen, falls sich meine Behauptung als falsch herausstellen sollte.
      Wir suchten in jeder Gasse und jeder Ecke, aber er war nirgends zu entdecken. Doch irgendwo musste er sein! Aufgeben kam für uns nicht so schnell in Frage. Und dann, nach etwa einer Stunde, sahen wir ein Licht am Ortsrand. Eine lodernde Fackel. Peter wusste genau, wo wir hin mussten! Durch eine kleine Nebengasse, das Tor passieren und dann an der Mauer entlang, bis wir zu einer kleinen Unterführung kamen. Eine Blutspur wies uns ebenfalls den Weg. Wir kamen an einen Feldweg, der direkt in das kleine Wäldchen führte. Doch wo war er hin? Keine Spur von ihm! Kein Licht mehr zu sehen. Doch die Blutspur endete hier noch lange nicht. Eine Blutlache war auf dem Erdboden. Vermutlich hatte er sein Opfer hier kurz abgesetzt, um die Fackel loszuwerden. Wir folgten der Spur weiter, in das Wäldchen.
      Ein geheimer Weg war dies, den wir beschritten. Die Wachen hatten ihn anscheinend immer noch nicht entdeckt. Aber wir taten auch nichts dergleichen, um es ihnen zu sagen. Wir waren allemal froh, dass es wenigstens einen Weg gab, über den man unbemerkt Branesheim verlassen konnte!
      Doch je weiter wir der Blutspur folgten, umso unheimlicher wurde es! Wir schnappten uns jeder einen stabilen Ast, vom Waldesrand, und bereiteten uns auf das schlimmste vor! Steffan war sehr angespannt und wusste nicht so recht, ob er vielleicht doch wieder umkehren sollte. Dabei hatte ich die meiste Angst von uns dreien! Und ich wollte keinesfalls umkehren! Ich wollte kein Feigling sein! Nicht, wenn ich wusste, was der Mann vermutlich für grausame Sachen anstellen würde!
      Kaum waren wir im Wäldchen, wussten wir schon, wohin uns die Blutspur führen würde. Zur alten Gruft.
      “Zur alten Gruft?”, fragte Steffan ganz angespannt und schaute sich ängstlich um. Peter nickte und ging zielstrebig den dunklen Waldpfad entlang. Ich nahm Steffan zur Brust und sprach: “Wir werden das schon schaffen! Wir sind zu dritt und er nur allein! Und was soll das denn für ein Bild von dir geben, wenn du jetzt zurückweichst? Was soll Jolene von dir denken?!”
      Steffan verstand meine Worte und auch, was ich meinte. Aber er hatte wirklich so langsam seine Bedenken dabei. Ihm war das nicht ganz geheuer! Zur Gruft ging ja schließlich nicht ohne Grund keiner mehr hin. Wenn der Bürgermeister sogar schon diesen Weg dorthin offiziell für geschlossen erklärt hat, musste das ja auch was bedeuten! Es wollte sich niemand mehr dort oben beerdigen lassen. Verständlich, in Anbetracht, dass der Weg dahin schon allein eine Zumutung war. Außerdem lag er deutlich außerhalb Branesheims. Und daher konnte der Bürgermeister nicht für unsere Sicherheit garantieren.
      “Ideal, um sich dort unbemerkt zu verstecken”, erwiderte ich. Steffan stimmte mir leider zu. Peter war schon fast aus den Augen verschwunden, ihn kümmerten unsere Sorgen nicht. Wir nahmen uns an die Hand und liefen so schnell wir konnten Peter hinterher. Es war sehr düster hier im Wald! Unheimlich und beängstigend! Nicht mal die Fackel hatten wir bei uns. Und auf halber Strecke hörte der Weg auf und drillte sich so auf im Gebüsch und dem Gras. Nur wer ganz genau wusste, wo sich die Gruft befand, konnte sie auch finden. Wir wussten es, leider! Aber im Dunkeln ist das natürlich etwas schwieriger.
      Wir erreichten Peter wieder, der bereits vorm Abhang zur Gruft stand. Er schaute gar nicht amüsiert aus und versteckte sich hinter einem Baum. Was er wohl bereits dort schlimmes entdeckt hatte?
      “Hans, willst du da wirklich hin?”, fragte er mich und schaute bedenklich zur Gruft hinüber. Ich sagte ihm, dass ich nicht nur dahin wollte, sondern auch musste! Ich war es mir selber schuldig, alleinig dem Mädel wegen! Und um außerdem ihnen beiden zu beweisen, dass ich die Wahrheit sagte!
      “Aber was ist, wenn er dort bereits auf uns lauert?”, sprach Steffan ganz besorgt und rieb sich am Hals entlang. Ich winkte ab! “Nein Steffan. Der Mann kann es nicht wissen. Er hat mich gestern nicht gesehen und vorhin auch nicht. Eher überraschen wir ihn! Und außerdem will ich die Wahrheit wissen. Ich will nicht, dass irgend so ein dahergelaufener Mann unsere Frauen tötet.”
      Da musste Steffan kräftig schlucken. “Na wenn du das meinst, Hans. Ich bin jedenfalls sehr skeptisch, was das angeht.”
      Und dann verpasste Peter ihm einen kleinen Klaps auf den Hinterkopf. “Steffan, jetzt komm zur Vernunft. Wenn Hans recht hat, was ich leider auch glaube, dann könnte morgen bereits Jolene dran sein. Und dann hast du nichts mehr. Willst du das?”
      “Jolene!? Nein, das glaube ich nicht. Das werde ich nicht zulassen. Aber muss das unbedingt jetzt sein? Können wir nicht morgen hierhin gehen? Wenn es hell ist?”
      Und dann riss ich ihm den Ast aus der Hand und sprach: “Los, dann gehe doch, du Feigling! Gehe und weine! Ich gehe da jetzt hin. Um mich zu vergewissern, dass ich mich geirrt habe.”
      Und da hatte Steffan dann doch keine andere Wahl, als mit uns zu kommen. Sein Verlangen nach Jolene war zu groß, um sie so zu enttäuschen. Aber die Angst vor Jolenes Standpauke war noch viel größer!
      Oh je, wie wir uns dann gewünscht haben, doch nicht dahingegangen zu sein. Dort angekommen, offenbarte sich uns ein sehr schauriges Bild. Etwa zehn Meter vor der eigentlichen Gruft war ein drei Meter großes hölzernes Kreuz. Welch ein Trauerspiel, mit dieser Frauenleiche an diesem hängend. Solch ein junges Ding, tot und vollkommen nackt. Sie war an den Händen und Füßen festgenagelt. Mit geronnenem Blut und blauen Flecken übersäht. Wir mussten uns fast übergeben, so abscheulich war der Anblick. Und modrig roch sie auch schon ein wenig. Mir setzte das besonders zu. Ich konnte und wollte sie einfach nicht weiter ansehen. Wie konnte man sowas nur solchen jungen Mädchen antun!? Wie konnte man sowas generell tun?
      Langsam schlichen wir uns an ihr vorbei, zur Gruft hinüber. Dort war auch ein Lichtschein zu sehen. Ein paar alte Grabsteine standen noch, mit Moos und Schlamm bedeckt. Einige zerbrochen, andere noch im Stück. Und dann lag da noch eine Frauenleiche, direkt neben dem Eingang. Sie hockte im Schneidersitz und ihre Arme waren so drapiert, dass sie ihren unteren Schambereich bedeckten. Der Kopf nach unten gesenkt und nur leicht an der Wand angelehnt. Uns kamen die Tränen und der Brechreiz!
      Wir verloren keine Zeit und schlichen uns sofort in die Gruft. Steffan wurde langsam rasend vor Wut und Peter konnte sich auch kaum noch zügeln. Nur bei mir war es eher Mitleid und Scham. Ich fühlte mich sehr unwohl, in der Umgebung von diesen Leichen.
      Es führte eine Treppe weit hinunter. Diese langsam hinuntergehend, hörten wir schon einige seltsame Geräusche. Ich lief ganz vorne, hinter mir Steffan, gefolgt von Peter. Warum musste ich immer als erster irgendwo hingehen? Peter schaute immer wieder mal nach hinten, ob da jemand kam. Überall waren Blut und Stofffetzen. Und dieser Modergeruch hier überall. Ganz schleimig waren die Stufen schon von dem ganzen Blut, das hier pfützenweise herumlag. Wer ist denn so verrückt und schleicht nachts hier rum? Wir natürlich.
      Zum Glück konnten wir nicht viel sehen. Noch nicht. Wer weiß, was sich hier bereits für ekelige Sachen befinden? Ich signalisierte ihnen, stehen zu bleiben. Ich war hier erst einmal unten und das ist schon Jahre her. Aber ich konnte mich erinnern, dass hier unten eine Art Vorraum war. Im hinteren Raum stand immer ein Sarg auf einem Steinpodest und an der hinteren Wand ein kleiner Altar. Doch ich wünschte mir, dies nicht so genau gewusst zu haben. Schon allein die Vorstellung daran, was hier unten vor sich geht, ist grausam genug.
      Ich schaute vorsichtig um die Ecke... Die Luft war rein.
      Der Mann war im hinteren Raum. An der hohen Decke flogen Fledermäuse herum und zirpten munter vor sich hin. Doch kaum lehnte ich mich ein wenig weiter hinein, wollte ich schon wieder zurück! An den Wänden lagen unzählige Frauenkörper! Nackt und teilweise stark verstümmelt! Es war ziemlich kalt hier unten. Die Kälte hielt die Leichen frisch genug, um nicht zu modern, aber nicht zu kühl, um sie zu beiden. Also nicht, dass ich sie etwa angefasst hätte, oder es vorhatte.
      Ein wirklich grausamer Anblick! Wir wussten echt nicht, wie wir das alles überhaupt ertragen konnten. Eines hatten diese ganzen Frauen gemeinsam, sie waren jung und hübsch! Soweit man Leichen als hübsch bezeichnen kann.
      So wie ich es erkennen konnte, beim genaueren Hinsehen, lagen an der linken Seite ein altes Schwert und einige andere Waffen. Also wäre es bestimmt sinnlos gewesen, unbewaffnet ihm gegenüber zu treten. In dem Sarg lag, so wie es aussah, eine Frauenleiche. Ihre Arme und Beine ragten aus dem Sarg. Und er lag angezogen auf ihr und verging sich fürchterlich an dieser Leiche. Mit lauten Gestöhne und wildem Gerangel hantierte er mit dem leblosen Körper herum und missbrauchte ihn aufs Übelste! Wie krank muss man denn nur sein, um so etwas zu machen? Und dass er es dann auch noch schön fand, war das wohl ekelerregendste überhaupt.
      Steffan konnte nicht länger zusehen und schlich sich weg. Ich beugte mich noch ein wenig weiter um die Ecke. Plötzlich rutschte ich weg! Der Mann drehte sich um, ließ die Leiche fallen und schnappte sich augenblicklich sein Schwert! Er kam näher, mit großen Schritten und sehr lautem Gestöhne!
      Sofort ergriffen wir die Flucht und schauten nicht zurück! Ich schubste und drängelte Peter und geriet in Panik. Peter beeilte sich und zerrte mich hinter sich her.
      Unmittelbar hinter uns hörten wir seine Stimme. “Wer ist da? Hier gibt es nichts zu sehen. Verschwindet!”
      Wir schnappten uns Steffan, der draußen auf uns wartete, und rannten weg von diesem abscheulichen Ort. Zurück nach Branesheim, schnellstmöglich. Wir waren uns einig, dass wir Unterstützung brauchten. Am besten wir würden die Wachen fragen. Aber nicht heute.
      Steffan war total am Boden zerstört. Er wollte diese Nacht nicht alleine bei sich zu Hause verbringen. Verständlich, bei solch einem abscheulichen Anblick. Wir schauten nochmal schnell auf dem Jahrmarkt vorbei, um uns etwas abzulenken und nach unseren Mädels zu schauen. Aber sie beide waren bereits schon gegangen.
      Mit viel Überwindung verabschiedete ich mich von ihnen beiden und ging langsam zu mir nach Hause. Peter nahm Steffan mit zu sich, für diese Nacht. Ich wünschte, ich hätte mit ihm mitgehen können. Aber Steffan ging es wirklich nicht gut. Er hat sich sogar dann noch unter der Eiche erbrochen!
      Je weiter ich mich vom Jahrmarkt entfernte, umso schneller lief ich. Doch kaum war ich in meiner Straße angekommen, traf mich die Angst vollkommen.
      Verzweifelt stand ich vor Magdalenas Haus und klopfte feste gegen die Tür. Leise rief ich ihren Namen und pochte. Ich hoffte so sehr, dass sie noch wach war. Und zum Glück war sie noch wach. Sie machte mir die Tür auf, schaute mich mit bitterernster Miene an und fragte mich, was mein Anliegen zu so später Stunde sei. Ganz verschlafen sah sie aus und nicht gerade glücklich, mich zu sehen.
      Dreist fand ich es selber von mir, sie dann zu fragen, ob ich diese Nacht bei ihr schlafen könne. Ganz tief und lange schaute sie mir in meine panischen Augen, spitzte ihre Lippen und bat mich widerwillig herein. “Hans...das ist jetzt aber echt eine Ausnahme! Ich bin immer noch sehr sauer wegen vorhin!”
      Ich bedankte mich mit einem lieb gemeinten Kuss auf ihre Wange, aber sie kümmerte dies nicht. Genervt sprach sie weiter: “Leider habe ich nur ein Einzelbett. Und das weißt du eigentlich auch.”
      Ich gab ihr noch ein zögerliches Küsschen auf die Wange. Normalerweise küsse ich sie nicht als erstes. Aber ich merkte, dass sie sehr mies gelaunt war, darum machte ich mal eine Ausnahme. Auch wenn sie dies nun nicht ehrte. Sie führte mich zum Bett und scheuchte mich hinein. Voneinander abgewandt legten wir uns hin.
      “Hans, aber nicht auf dumme Gedanken kommen. Ist das klar?”, wies sie mich nochmal drauf hin und schlief ein. Jetzt fühlte ich mich sicher. In ihrer Gegenwart konnte mir nichts passieren! Ich fühlte mich so geborgen, dass ich sofort einschlief.

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      Helios III (Arbeitstitel)
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
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      Helios III (Arbeitstitel)
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      Purpur
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      Big City Life
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      Mana