Die Todgeweihten (Zeitreise)

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    • Da mir jemand keine Ruhe ließ, hier mein Kommentar:

      Mir ist aufgefallen, dass du ziemlich oft "und" verwendest. Vielleicht öfter einen neuen Satz anfangen, den Satz umstellen oder Synonyme bei Aufzählungen verwenden.
      Desweiteren ist mir vor allem im ersten Abschnitt aufgefallen, dass du oft das "war/waren" verwendest, was ich unschön finde. Das würde ich an deiner Stelle nochmal überarbeiten.

      Insgesamt finde ich, wird das Kapitel zum Ende hin besser und dein Schreibstil wieder flüssiger (oder es liegt an mir und ich brauchte, bis ich wieder in die Geschichte reinkam). Bei Torn solltest du jedoch ein bisschen aufpassen. Irgendwie kommt er in dem Kapitel nicht so sympatisch rüber. Eher als würde er sich ein bisschen zu wichtig nehmen (z.B. Bräunling oder dass er annimmt, dass sie nur Minen legen müssen in der Hitze, weil der Leutnant sie schikanieren möchte.) Wenn die Dinos so nahe kommen, zeigt das doch, dass es sinnvoll ist, gleich Minen zu legen. Und mit seiner Hetze gegen den Leutant geht er mir auch langsam ein bisschen auf die Nerven. Ich glaube, es haben alle kapiert, dass der Leutnant nicht zu "den Guten" gehört. Ich bin dennoch gespannt, wie es weitergeht und wer sie da besucht.

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      Schreibfeder schrieb:

      Am nächsten Tag war der Leutnant wieder sein altes, unausstehliches Selbst. Er drillte eine Gruppe Soldaten an der Sonnenseite des Lagers, während eine zweite Gruppe (würde ich hier weglassen) am schattigen Waldrand Minen legen musste. Zu der zweiten Einheit waren auch Anna, Lisa und ich eingeteilt, was definitiv das bessere Los war. (Umständliche Formulierung, Wiederholung "auch" und die Formulierung "war/waren". Der zweiten Einheit gehörten Anna, Lisa und ich an, was definitiv das bessere Los war.) Zwar war es auch bei uns so heiß, dass es den Schweiß durch alle Poren trieb, die Kleidung am Körper klebte und die Gewehre einem fast aus den Fingern rutschten, aber wenigstens waren wir aus der knallenden Sonne raus. (konnten wir im Schatten arbeiten.) Außerdem war unsere Aufgabe recht einfach, wenn auch nicht gerade spannend. Je drei Soldaten spähten mit angelegten Gewehren in den Wald, während zwei Veteranen die Minen aufstellten und scharf machten. Was mich nur ankotzte, war die Tatsache, dass es völlig unnötig war, es um diese Uhrzeit zu machen. Die Aufgabe konnte man in der Abenddämmerung viel effektiver und bequemer anpacken. Es war nur wieder irgendeine sinnlose Schinderei vom Leutnant. Dementsprechend genervt war ich auch, obgleich meine Reizbarkeit im Augenblick gebremst wurde, da der Job einfach zu öde war. In den endlosen Minuten dachte ich eigentlich nur noch daran, wie schön es doch wäre, wenn ich durch eine kühle Nebenstraße schlendern könnte. Mit Tannenzweigen, die über mein Gesicht strichen und sanft im Wind schaukelten, während die frische Luft nach Regen roch. (Du läufst durch Nebenstraßen, während dir Tannenzweige durch das Gesicht streichen?) Oder ich über eine Brücke ging, währenddessen unter mir das kühle Wasser eines Baches gluckerte.
      Ich warf einen schwermütigen Blick auf Tyr, der, zusammen mit einem schweigsamen Mann namens Jon, eine Mine unter einer gefällten Palme positionierte. Beide waren tief vorgebeugt und ich sah eigentlich nur ihre entgegengestreckten Hinterteile. Dennoch konnte ich erahnen, an was sie bastelten: Eine Art Sprengfalle mit Stolperdraht. Falls irgendein kleiner Rep der Meinung war, er könnte unsere Verteidigungslinie unterlaufen, würde er eine tödliche Überraschung auslösen, die ihn in kleine Fetzen riss. Für Menschen war zumindest diese eine Mine harmlos, kein Stiefel passte da hin, doch in den Wäldern war genug versteckt, um Minenräumtrupps Monate zu beschäftigen. Auch wenn keiner die Absicht hatte, die verkrüppelten Wälder von ihrer explosiven Last zu befreien. Da waren sich selbst die Streithähne Tyr und Ming einig: Je mehr tödliche Fallen hier lagen, desto sicherer waren wir.
      Ich konzentrierte mich gerade auf einen Schweißtropfen, der an meiner Nase entlangfloß, als ich eine Bewegung aus dem Augenwinkel bemerkte. Anna streckte ihren Arm langsam nach vorne. Stirnrunzelnd sah ich zu ihr. Sie benahm sich so, als wenn sie etwas nicht erschrecken wollte. Vorsichtig drehte ich mich zur Seite und spähte in die Wälder. Lisa war bereits mit ruhigen Bewegungen in die Hocke gegangen und hatte ihr RX angelegt.
      Zuerst sah ich nichts Besonderes. Nur wogende Palmblätter und Farne, die sanft im Wind schaukelten. Erst auf den zweiten Blick sah ich braune Schuppen, die sich gemächlich durch den Wald schoben. Ich fluchte unterdrückt: Das Vieh war gut und gerne so groß wie ein Kleinlaster.
      Dann biss ich mir auf die Unterlippe. Falls das nämlich ein Fleischfresser war, würde es auf Warnschüsse aggressiv reagieren und uns angreifen. Und das Ding sah stabil genug aus, um einige der Sprengladungen zu überleben, die hier rumlagen. Ganz zu schweigen von unseren Kugeln. Außerdem könnte ich mit Schüssen auch Tyr und Jon erschrecken. Nicht so gut, wenn die gerade an einer Mine bastelten.
      Ich warf einen Blick auf Anna, die gelassen ihren Arm senkte. Sie schien das Riesending nicht als Gefahr einzustufen. Ich war mir da dessen nicht so sicher, also deutete ich stumm auf die beiden Veteranen an der Mine. Sie seufzte, womit ich die lautlose Diskussion gewonnen hatte.
      „Da ist eine Art Riesen-Typo“, rief sie den Minenlegern zu, und als Tyr fragend aufblickte, fügte sie hinzu: „Zehn Uhr.“
      Tyr folgte ihrer Richtungsangabe und fand das Tier sofort, welches noch immer gemütlich durch die Büsche stampfte.
      „Das ist ein großer Bräuning“, rief er zu uns rüber. „Vermutlich ein altes Tier. Ihm scheint der Geruch nach Aas nichts auszumachen. Wenn er näher kommt, vertreibt ihn! Ein paar Schüsse sollten reichen.“
      Dann kletterte er wieder unter der liegenden Palme und half Jon bei einer zweiten Sprengladung. Ich beäugte den vermeidlichen Pflanzenfresser noch immer mit Skepsis, aber bevor ich nervös werden konnte, drehte es gemächlich ab und verschwand zwischen den Blättern außer Sicht. Vielleicht wurde dem Tier der Geruch nach Aas, der noch immer schwer in der Luft lag, wirklich zu penetrant. Für meinen Geschmack war das Ding ohnehin viel zu tief in den Minengürtel eingedrungen. Beim letzten Gefecht waren wohl weitaus mehr Ladungen hochgegangen, als gehofft. Die Minensperre wirkte extrem ausgedünnt, aber ich würde mich hüten, dass laut auszusprechen. Wie ich das Arschloch von Leutnant einschätze, würde ich dann wohl der Erste sein, der die Aufgabe bekam, ein paar schwere Landminen zu vergraben.
      Tyr richtete sich stöhnend auf und riss mich damit aus meinen Gedanken. Mit schmerzerfülltem Gesicht hielt er sich den Rücken und machte langsame, kreisende Bewegungen.
      „Ich werde langsam zu alt für den Scheiß!“, murmelte er, während Jon gemächlich das Werkzeug einpackte und sich anschickte, zur nächsten geeigneten Bodenwelle zu gehen. Plötzlich ratterte ein Gewehr los.
      Blitzartig wirbelte ich herum und entsicherte meine Waffe. Doch es war nur Tom, der Jüngling, der mit uns die Ausbildung angefangen hatte. Irgendwas hatte ihn verunsichert und er hatte in den Wald gefeuert. Offensichtlich übereilt und ohne seine Minenleger vorzuwarnen, denn irgendwas schien schiefgelaufen zu sein. Eilig sprangen die Veteranen von der Sprengfalle weg, an der gerade irgendein Metallbügel zuschnappte.
      „Weg!“, warnte uns der eine, während sein Kollege sich Tom schnappte und mitzog. Nicht ohne ihm vorher das Gewehr aus der Hand zu nehmen. Die Veteranen schienen in dem nervösen Grünschnabel eine größere Gefahr zu sehen, als in ihrer eigenen Sprengfalle.
      Ich schüttelte den Kopf. Tom wurde unter Druck zu einem echten Risiko und Druck bekam er vom Leutnant reichlich. Das Arschloch schikanierte ihn absichtlich. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er zusammenbrechen würde.
      Zum Glück nahmen ihn einige der anderen Soldaten dafür in Schutz und bauten ihn wieder auf, so wie auch dieses Mal. Der eine Minenleger gab Tom sein Gewehr zurück und klopfte ihn auf die Schulter, bevor er mit väterlichen Tonfall sagte: „Ist nicht schlimm. Aber warne uns vorher, bevor du in den Wald schießt.“
      Sein Kollege fügte lächelnd hinzu: „Die Mine liegt nicht perfekt, aber sie ist scharf. Wir wollen sie ja nicht entschärfen, also ist alles gut.“
      „Na, komm Tom. Wir haben noch sechszehn Stück. Die legen sich ja nicht von allein. Du lernst es schon noch. Mach dir keinen Kopf.“
      Mit den Worten gingen die beiden zur nächsten Palme, wo sie wieder eine kleine Mine auspackten und scharf stellten. Tyr hingegen trat mit einer ganz anderen Botschaft zu uns: „Ich will runter zu meiner Kleinen. Wir machen später weiter.“
      „Alles klar“, meinte ich und warf einen Blick rüber zu Anna, die wiederrum (wiederum) zur Wiese deutete.
      „Was ist?“, fragte ich irritiert.
      „Ich denke, wir bekommen ohnehin Besuch“, antwortete sie und zeigte auf die Wiese, wo sich langsam ein Fahrzeug näherte. So eine Mischung aus Jeep, Unimog und Mini-Panzer, der irritierenderweise einen hellbraunen Wüstentarnanstrich trug. Die Teile kannte ich bislang auch nur aus dem Fernsehen.
      „Ein Dingo. Die sind neu, die bekommen wir hier nie zu Gesicht“, erklärte uns Tyr. „Sind vermutlich unsere neuen Soldaten und der neue Sergeant. Seht sie euch mal an und berichtet mir später, was das so für Kerle sind. Ich muss nun wirklich runter zu meiner Tochter. Bis dann.“
      Ich warf einen Blick zu Lisa und Anna, die mir zunickten. Jon hingegen schien wohl kein Interesse an einer Konservation zu haben und schlenderte in Richtung Versorgungszelt davon.
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater
    • @Morgy: Danke für dein Feedback. Ich werde mal sehen, was sich so machen lässt. Ja, ich weiß, dass es stellenweise etws holprig war. Nach den Datencrash noch einmal von vorne anfangen zu müssen, hat mich bisweilen etwas rausgebracht. Deine Korrekturen werde ich zügig einpflegen.
      Da @Rael ja vor langem schon den nächsten Erzählbogen erwartete: Hiermit wird er eingeleitet. Ein etwas kleinerer Teil, der eigentlich noch zum letzten gehörte.

      ____

      Als wir am Dingo ankamen, war dieser schon dabei zu wenden. Er hatte scheinbar nur vier Soldaten abgeladen. Drei von ihnen, zwei Männer und eine Frau, trugen Wüstentarnkleidung. Die Uniformen wirkten neu und frisch, es fehlten jedoch jegliche Abzeichen.
      Der vierte trug die hier übliche Uniform. Seinem Benehmen nach vermutlich unser neuer Sergeant. Ob er sich für so wichtig hielt, dass er meinte, der Lagerkommandant müsste ihn persönlich begrüßen, oder ob er ein Auge auf das Lager werfen wollte, damit er ein Bild von seinem neuen Kommando hatte, konnte ich nur schwer einschätzen. Mir waren die drei Bundeswehrsoldaten ohnehin sympathischer. Alle drei lungerten gemütlich auf ihren Rucksäcken rum und schienen die Sonne zu genießen.
      „Hi“, sprach ich sie an.
      „Hi“, grüßte einer der Soldaten freundlich zurück. „Ihr seid hier vom Lager?“
      „Wir sind selbst noch recht neu“, gab ich zu. „Aber ja, wir gehören hier zum Lager. Kann ich euch helfen?“
      „Wir warten hier nur auf den Leutnant“, erklärte der Soldat und fügte sofort hinterher: „Könnt ihr uns vielleicht ein bisschen hiervon erzählen? Wir haben selbst erst vor ein paar Stunden den Sprung hinter uns gebracht. Dieses Portal ist wirklich faszinierend. Die Wissenschaftler im Tor waren allerdings etwas zickig wegen des Dingos. Frag mich echt wieso ...“
      Ich verkniff mir die Erläuterung von Rick, dass große Objekte den Wissenschaftlern jedes Mal die Schweißperlen auf die Stirn trieben, und ging lieber auf die erste Frage ein.
      „Das hier ist das „Nest“, eines der Lager rund ums Portal. Wir schützen hier die Gegend vor einigen Nestern von kleinen Dinosauriern. Hauptproblem ist eine Art Mini-Laufechse, ziemlich gefährliche und hochintelligente Biester. Wir nennen sie Reps.“
      „Einen Großen haben wir zwar auch gesehen, aber das war ein Pflanzenfresser“, fügte Anna noch lächelnd hinzu.
      „Also nur kleines Ungeziefer? Keinen T-Rex oder so? Schade“, meinte einer der Soldaten enttäuscht. Diese Einstellung fand ich ziemlich leichtsinnig. „Unterschätzt sie nicht, das wäre ... nicht gut.“
      Anna nickte zustimmend. „Sie greifen in Rudeln an. Verwechsle sie nicht mit Tieren, die du kennst. Diese sind anders. Sie verfügen über eine überragende Intelligenz. Vielleicht sogar ein kollektiver Verstand. Sie kommunizieren auf jeden Fall intensiv miteinander und sind damit mühelos in der Lage euch einzukesseln und die Kehlen rauszureißen.“
      „Es gibt hier noch ein altes Video, das euch Lya noch zeigen wird“, fügte ich hinzu. „Darin wird eindrucksvoll gezeigt, wie eine Gruppe Reps einen ganzen Soldatentross fertigmachen. Kein schöner Anblick.“
      „Wer ist Lya?“, fragte die Frau dazwischen, wohl um das Thema zu wechseln.
      „Sie ist die zivile Lagerchefin hier. Der militärische Kommandant ist Leutnant Storm, ihr Vater übrigens. Ziemlich ungemütlicher Kerl, aber ich will euch nicht instrumentalisieren. Es gibt hier einige ... interne Lagerkämpfe, das solltet ihr vielleicht noch wissen.“
      „Das Leben ist wohl nirgends perfekt“, meinte einer der Soldaten und stieß gefrustet die Luft aus.
      „Was meinst du damit?“, wollte prompt Anna von ihm wissen. Der Mann klang irgendwie arg niedergeschlagen. Doch es war die Soldatin die aufklärte: „Wir kommen aus Masar-i-Scharif und mussten da einige ... Unschönheiten ... mit ansehen. Offiziell haben wir alle aufgrund des Stresses Selbstmord begangen. Inoffiziell hingegen bekamen wir nach unserer Rückkehr nach Deutschland Besuch von einigen Regierungsvertretern, die uns ein ziemlich gutes Angebot gemacht haben. Ehrlich gesagt: Alles ist besser, als wieder zurück nach Afghanistan zu müssen. Zumindest für mich. Nichts für ungut.“
      „Und wer bist du?“, wollte Lisa von ihr wissen. Irgendwie klang sie zickig, aber sie war in letzter Zeit ohnehin immer wehleidiger geworden und stiller. Etwas schien an ihr zu nagen und das Lager ohnehin von Anfang an unter ihrer Würde gewesen zu sein. Aus ihr wurde ich einfach nicht richtig schlau.
      Die andere Soldatin hingegen nickte schuldbewusst zu ihr rüber: „Stimmt, wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Oberstabsärztin Richter.“
      „Ich bin Oberfeldwebel Kurth und das ist Oberfeldwebel Reichert“, stellte der andere sich und seinen Kameraden vor.
      „Ohne Lya jetzt vorzugreifen, aber für gewöhnlich benutzen wir hier nur eine Art Kampfnamen. Kurz und einsilbig“, sagte ich zögerlich.
      „Und? Wozu soll das gut sein?“, fragte Oberfeldwebel Reichert skeptisch. Noch ehe ich eine Antwort geben konnte, ertönte es hinter uns: „Hans du altes Haus. Hätte ich gewusst, dass ausgerechnet du der neue Sergeant wirst, hätte ich einen Typo gegrillt.“
      Als ich mich umdrehte, sah ich meine schlimmste Befürchtung bestätigt. Der Leutnant und der neue Sergeant begrüßten sich wie alte Freunde.
      „Mensch, das ist ja eine Ewigkeit her“, begann er.
      „Allerdings. Sag mal, ist deine Tochter noch immer hier die zartfühlende Chefin“, fragte der Neue in einem Ton, der klar machte, was er von Lya hielt.
      „Natürlich. Aber sie hat hier nicht mehr viel zu melden.“
      „Wird auch höchste Zeit. Einmal haben wir sie hier doch wegbekommen, weißt du noch, Storm?“
      „Apropos Neue. Wie ich sehe, haben wir ein paar Neuzugänge. Was meinst du? Ein kurzer Gewaltmarsch ins Gelände, damit sie sich hier eingewöhnen?“
      „Klar, wird Zeit, dass hier wieder Disziplin reinkommt“, meinte der Sergeant und sich gegenseitig auf die Schulter klopfend, verschwanden sie in Richtung Versorgungszelt.
      In mir brodelte die Wut hoch und gleichzeitig stieg auch meine Furcht vor der Zukunft.
      „Der Kerl ist ja noch zehnmal schlimmer als der alte Sergeant“, stieß plötzlich Lisa aus und traf damit den Nagel auf den Kopf. Mit dem neuen Spitzenduo, würde der Aufenthalt zu einem wahren Alptraum werden. Das war jetzt der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
      Ich zog Anna ein paar Schritte weit weg. „Ich habe die Schnauze so voll hier. Ich hau hier ab. Ich weiß ungefähr wo das Portal ist. Keine Ahnung was mich da erwartet. Willst du mitkommen?“
      Anna warf einen langen Blick auf das Lager und dann hinter unseren Kommandanten hinterher und nickte entschlossen.
      „Wir warten auf die Dämmerung“, sagte sie mit einer Stimme, die andeutete, dass sie das auch schon lange in Gedanken durchgespielt hat. „Beim Wachwechsel gibt es immer Verzögerungen. Wenn wir geschickt sind, können wir uns zwischen den Zelten davonschleichen und sie merken erst am nächsten Morgen, dass wir fehlen. Das gibt uns einen Vorsprung von mindestens sechs Stunden.“
    • Zu Post 183.
      Ich bin erstaunlich gut reingekommen, nach der langen Pause. Die Szene war gut geschrieben und Kopfkino lief problemlos mit. Der Stil war flüssig und ich finde die Anspannung hast du gut rübergebracht, vor allem durch diesen Tom. Das fand ich authentisch. :)
      Mal gespannt wer da jetzt ankommt :)

      Den zweiten Teil lese ich später, habe grad nicht soviel Zeit :)

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Abends kletterte ich wieder die Leiter rauf. Ein wenig müde zwar, aber ausgeruht. Einige Stunden Schlaf in der kühlen Luft des Bunkers hatten bei mir Wunder bewirkt. Und der Plan, den wir uns ausgedacht hatten, steigerte meine Laune zunehmend. Nun war ich nicht mehr gereizt und unwillig, sondern voller produktiver Energie. Selbst mein Gehirn schien schneller zu arbeiten als sonst.
      Uns zu Gute kam die Tatsache, dass der Leutnant mit seinen Lieblingen in der Nachmittagssonne verschwunden und noch nicht zurückgekehrt war. Lya war, als sie den neuen Sergeant gesehen hatte, wie eine wütende Rakete in den Familienbunker gezischt und seitdem nicht mehr aufgetaucht. Daher war das Lager führungslos, was sich auch daran zeigte, dass Anna und ich nicht die einzigen waren, die sich eine zusätzliche Mütze Schlaf gönnten. Wir fielen absolut nicht auf.
      Als ich oben in die stetig zunehmende Dunkelheit starrte, bemerkte ich auch, dass die Wiesenseite des Lagers unbewacht vor mir lag. Die wenigen Wächter spähten in Richtung der Wälder und erwarteten die Rückkehr der Anderen. Ich hingegen huschte geduckt aus dem Bunker raus, nahm vorsichtig ein Gewehr aus einem der Waffenständer und entsicherte und kontrollierte es, ohne bewusst hinzuschauen. Der Drill machte sich bezahlt, keine Frage, auch wenn ich bezweifelte, dass sie damit erreichten wollten, dass ich diese Fertigkeiten gegen sie verwendete.
      Am Kistenstapel wartete bereits Anna auf mich, die genauso gekleidet war wie ich. Jeder Gurt saß perfekt, jede Provianttasche war gefüllt und ihre Waffe war ebenso geladen und gesichert wie meine.
      „Na dann“, meinte ich seufzend. „Packen wir es an.“
      „Packt ihr was an?“, fragte uns da plötzlich eine neue Stimme.
      Neben uns stand Rick. Gerüstet und gekleidet wie wir, ebenso ausgeruht und bereit, die ganze Nacht durchzumachen.
      „Rick“, sagte ich verwundert. „Du gehörst doch gar nicht zu der Wachschicht.“
      „Ihr aber auch nicht“, antwortete er nur und schien auf meine Erklärung zu warten.
      Ich überschlug in Gedanken, was das zu bedeuten hatte. Er gehörte nicht zu den Wächtern und schien sie auch nicht unterstützen zu wollen. Er war bewaffnet und gekleidet wie zu einem Marscheinsatz, hatte sich jedoch keinen Schritt aus dem Lager hinausbewegt. Was machte er also hier?
      Rick gehörte zweifelsohne zu den wenigen Menschen, denen ich absolut vertraute. Er würde uns niemals verraten und schon gar nicht dem Leutnant einen Gefallen tun. Vielleicht könnte er einen neugierigen Wächter ablenken, oder so.
      „Rick, hör zu. Wir wollen zum Portal. Wir haben einfach die Nase voll vom Lager“, eröffnete ich ihm.
      „Und ich habe schon gedacht, ihr würdet das nie durchziehen“, sagte er erleichtert.
      Meine Augenbraue ging steil in die Höhe.
      „Ich würde euch dann begleiten. Alleine ist das für euch beide zu gefährlich. Bevor ihr fragt: Ich hab eigene Gründe um zum Portal zu gehen. Wenn ihr nicht losgezogen wärt, wäre ich heute Nacht auf eigene Faust weg.“
      „Moment mal ...“, fing ich an, doch Anna unterbrach mich: „Woher wusstest du, dass wir heute Nacht aufbrechen wollten?“
      „Ehrlich Leute, ihr hättet euch nicht rausschleichen sollen, sondern einfach zusammen losgehen. Man ist es doch gewohnt, dass ihr aufeinander hockt. Locker bleiben und die Waffen ganz legal vom Stapel nehmen. Alles andere fällt doch auf.“
      „Und zum anderen?“, bohrte Anna nach, die die Spitze mit unbewegter Miene entgegennahm..
      „Ich habe euch belauscht“, gab Rick zu. „Beim Abendessen hatte ihr kurz darüber geredet.“
      Mist, da hatte er Recht. Es war ein echter Nachteil, dass hier alle Soldaten so derart gedrängt aufeinander hockten. Man konnte kein Geheimnis voreinander verbergen. Ich musste auch zugeben, dass ich kurz mit dem Gedanken gespielt hatte ihn, Ming oder Schack um Hilfe zu bitten. Nur waren die beiden verletzungsbedingt ausgeschaltet. Rick wäre unsere größte Chance, tatsächlich bis zum Portal vorzustoßen.
      „Okay“, gab ich betont locker von mir. „Wollen wir dann los? Der Wachwechsel wird nicht ewig dauern.“
      Plötzlich trat eine weitere Gestalt hinter einem Kistenstapel hervor. Bevor irgendwer etwas tun konnte, ertönte auch schon eine flehende Stimme.
      „Nehmt mich mit, bitte“, bettelte Lisa.
    • Schreibfeder schrieb:

      „Also nur kleines Ungeziefer? Keinen T-Rex oder so? Schade“, meinte einer der Soldaten enttäuscht. Ich konnte seine Einstellung zwar nachvollziehen, warnte ihn aber doch lieber gleich: „Unterschätzt sie nicht, das wäre ... nicht gut.“
      Er konnte sein Einstellung nachvollziehen? Das bezweifle ich. Der Soldat klingt, als hätte er gerne nen riesen Fleischfresser in seiner Nähe, damit er den niederschießen kann. So wie ich Torn kennengelernt habe, ist dem wohler, wenn da gar nichts in der Nähe ist, weder groß noch klein. Er wirds also eher nicht nachvollziehen können, sondern die Aussage sogar für etwas überheblich und ziemlich dämlich halten. Vermute ich.

      Schreibfeder schrieb:

      Ehrlich gesagt: Alles ist besser, als wieder zurück nach Afghanistan zu müssen. Zumindest für mich. Nichts für ungut.
      Habe ich das richtig verstanden? Die haben sich freiwillig gemeldet in der Kreidezeit Dinos zu töten, damit sich nicht mehr nach Afghanistan müssen? ähm...^^^? Kann ja jetzt schlecht beurteilen, was denen da passiert ist, aber sind das tatsächlich solche Holzköpfe, dass sie glauben, gegen Dinos ist alles leichter?^^


      Die Dialoge waren gut geschrieben. Ich kam immer gut mit, obwohl es soviele Charaktere waren. Der letzte Part jetzt war super. Endlich hauen sie ab. Oh man, da warte ich doch seit Monaten drauf :D YEAH. Das mit Rick war klasse, aber bei Lisa.. hm ich glaube, die wird denene noch Probleme machen. Naja mal abwarten.

      Lg
      Rael :)

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Lisa wurde ohne Federlesens mitgenommen und Rick übernahm das Kommando.
      „Na, kommt. Runter mit den Köpfen und folgt mir!“, befahl er knapp und eilte geduckt los. So wie er das Gewehr dabei vorstreckte, erinnerte er mich an einen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg. Ich beeilte mich zu ihm aufzuschließen. Was nicht leicht war, denn er war verdammt schnell und behielt das Tempo hoch. Selbst nach einigen hundert Metern. Langsam wurde es anstrengend. Dem gehetzten Atem der Frauen zur Folge erging es ihnen noch schlimmer, aber solange sie nicht protestierten, würde ich ebenfalls die Klappe halten.
      Hinter uns war alles ruhig geblieben, aber ich würde den Teufel tun und mich deshalb in Sicherheit wiegen. Keine Ahnung was die Wachtrupps für Befehle hatten. Außerdem war mir sehr wohl bewusst, dass man die Wiese sehr weit einsehen konnte. Es war zwar dunkel geworden, aber noch lange nicht stockfinster. Plötzlich sprang Rick zwischen die Büsche.
      „Hier liegen keine Minen mehr“, meinte er. Auch sein Atem ging keuchend. „Weiter jetzt! Zügig, aber nicht zu schnell. Passt auf das Unterholz auf. Nutzt das restliche Licht. Nicht stolpern! Schnell jetzt, wir sind noch lange nicht außer Reichweite.“
      Mit pfeifendem Atem eilte ich Rick hinterher, der sich brachial einen Weg durch das Unterholz schlug und dabei dennoch ein ordentliches Tempo hielt. Äste peitschten mir ins Gesicht. Wurzeln tauchten stets im ungünstigsten Zeitpunkt auf. Erde gab bröckelnd unter den Stiefeln nach. Mit unterdrückten Flüchen hetzten wir hinter ihm durch den Wald.
      Bis ich irgendwann mit vollem Tempo gegen eine schiefe Palme rannte.
      „Verfluchte Scheiße!“, schrie ich zornig, stampfte mit den Fuß auf und hielt mir die Stirn. Das würde eine Beule geben. Ich hatte diesen Drecksbaum im Dunkeln gar nicht gesehen. Etwas Feuchtes, von dem ich mir nicht sicher war, ob es Schweiß oder Blut war, machte meine Finger schlüpfrig.
      „Pause!“, entschied Rick und kam mit sorgenvoller Miene zu mir hin. Im fahlen Zwielicht versuchte er meine Stirn zu inspizieren.
      „Nur eine kleine Macke“, meinte er. „Hört gleich auf zu bluten.“
      „Mensch, Rick“, zischte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen. „Wir müssen uns hier nicht umbringen!“
      „Wir haben kaum eine andere Wahl. Im Lager wird man bald merken, dass wir weg sind.“
      „Werden uns Ming und Schack nicht decken?“, fragte Lisa mit sorgenvoller Stimme.
      „Doch, aber das wird uns vielleicht ein oder zwei Stunden mehr geben. Nicht mehr. Dass der Leutnant heute Abend weg war, war ein Glücksgriff, aber er dürfte bald wieder da sein. Innerhalb der nächsten Stunde, schätze ich. Es gibt eine geheime Wache, die Meldung macht, wenn Soldaten nicht in ihren Betten sind. Die wird er wohl noch heute befragen.“
      „Arschlöcher“, fluchte Anna unterdrückt und pustete sich Schweiß von den Lippen.
      „Dann müssten wir es noch gerade so zum Portal schaffen, oder?“, meinte ich mit gerunzelter Stirn. Rick sah mich kurz an, aber im Dunkeln konnte ich seinen Gesichtsausdruck nicht erkennen.
      „Vier Stunden hatte ich für den Weg geschätzt“, gab ich daher meine Einschätzung preis.
      „Eher Fünf bis Sechs“, meinte Rick. „Aber sonst richtig. Du unterschätzt das Gelände, das wird nach einiger Zeit schwierig, das kostet viel Kraft.“
      „Noch schwieriger?“, protestierte Lisa. „Das schaff ich nicht.“
      „Haltet euch das Portal vor Augen“, empfahl er uns. „Ihr seid ausgeruht und die Luft ist kühl. Unter diesen Bedingungen sollten wir es einigermaßen bequem schaffen. Zeitlich gesehen. Können wir?“
      Ich nickte kurz. Auch Lisa und Anna nickten und richteten sich schnaufend auf.
      „Es ist zu schaffen!“, wiederholte er noch einmal. „Also kommt!“
      Dann stürmte er wieder in den Wald und verschwand zwischen den Zweigen. Kurz darauf rannten ich und die Frauen ihm hinterher. Wir wollten und wir würden dieses Portal erreichen!

      Nach einigen hundert Metern durch den Wald fragte Anna keuchend Rick: „Seit wann gibt es denn diese geheime Wache? Mir ist nie etwas aufgefallen.“
      „Erst seit vielleicht anderthalb Jahren“, gab er preis und richtete seinen Blick auf die beiden Frauen. „Seitdem ist es auch untersagt, Neulingen Informationen zu geben.“
      „Aber du hast uns doch ständig Infos gegeben“, warf ich ein.
      „Nebensächliche“, gab er zu und schien reumütig. „Nichts wirklich Wichtiges. Ich konnte nur Hinweise ausspucken, Fingerzeige, nichts weiter. Ich weiß selbst nicht, wer alles zu Storms Spitzeln gehört. Und im Lager ist man nie alleine. Es hätte sich rumgesprochen, dass ich euch verbotenes Wissen vermittelt hätte. Das kann gefährlich sein. Ich wäre nicht der erste, der sich plötzlich in einer echt beschissenen Situation wiederfindet.“
      „Was sagt denn Lya dazu?“, fragte ich. Das Gehörte machte in meinen Ohren leider allzuviel Sinn.
      „Was wohl?“, schnaubte Rick, während er über eine mannshohe Wurzel kletterte. „Sie kuscht in allen Punkten. Das kommt von jemandem, der etwas höher steht als ihr Vater. Schon klar, sie gibt euch eine Einweisung, aber früher war die deutlich komplexer.“
      Ich hielt überrascht in meiner Kletterbewegung inne. „Von wem kommt denn dann diese merkwürdige Anweisung?“
      Auch Rick wurde langsamer. „Das weiß ich leider nicht. Noch ein Grund mehr, uns schnellstmöglich zum Portal durchzuschlagen. Weiter jetzt, los!“
      Anna und Lisa überholten mich, während ich einen Moment brauchte, um das Gehörte zu verdauen. Dann hastete auch ich wieder los und stürzte mich durch die Blätter.

      Nachdem wir uns eine Stunde lang durch den Wald geschlagen hatten, führte uns Rick wieder zurück auf die Wiese. Zwischen den Büschen war es nahezu stockdunkel geworden. Das Streulicht, was durch die Blätter sickerte, reichte definitiv nicht mehr zur Orientierung aus. Auf der Wiese hingegen schon. Der Mond tauchte die ganze Landschaft in sein silbriges Licht, bis hin zu den schwarzen Waldrändern. Es war ein geradezu idyllischer Anblick.
      „Von hier an, können wir nicht mehr gesehen werden“, entschied Rick. „Auf der Wiese kommen wir deutlich besser voran.“
      Ich warf einen Blick auf die Frauen. Beide waren verdreckt, Moos und Dreckspritzer überzogen ihr Gesicht und Kleidung. Ich musste noch schlimmer aussehen. Entgegen Ricks Einschätzung riss die Wunde ständig wieder auf. Ich war in ein Schlammloch getreten, weil mir Blut ins Auge gelaufen war und ich es nicht gesehen hatte. Mein Gesicht musste förmlich vor Schweiß, Dreck und geronnenem Blut glänzen. Selbst Rick sah ziemlich übel aus. Er versuchte es zu verbergen, stand aufrecht vor uns, aber man konnte sehen, dass auch er sein Limit erreicht hatte.
      Aus dem Augenwinkel sah ich eine Bewegung und etwas regte sich in meiner Erinnerung. Etwas Derartiges hatte ich schon einmal bemerkt. Auf der Wiese, als ich auf die Kinder aufgepasst habe.
      „Runter, Rick!“, schrie ich und riss ihn um. Sekunden später kreischte etwas und lederartige Flügel peitschten gegen meinen Rücken. Grobe Krallen zischten durch die Luft. Laute Schüsse ertönten. Feuerblumen erblühten und beleuchteten die Szenerie. Rick und ich rollten gerade auseinander, hechteten zu unseren Waffen. Ein riesiger Flugsaurier, der versuchte wieder an Höhe zu gewinnen. Krallen und Flügel, die zwischen uns durchpeitschten. Die Frauen waren in die Hocke gegangen, schnelle Feuerstöße abgebend. Panik und Entschlossenheit auf ihren Gesichtern. Ein protestierendes Kreischen erfüllte die Luft. Dann verhedderte sich der Flugsaurier an seinen eigenen Flügeln, machte eine halbe Umdrehung und brach einige Meter entfernt in der Wiese zusammen.
      Dann war Stille. Nur unsere keuchenden Atemzüge waren zu hören.
      „Ist es tot?“, kam zaghaft von Lisa. Rick warf einen vorsichtigen Blick auf die Stelle, an der noch immer einige fahrige Bewegungen zu bemerken waren. Ein leises Wimmern war von der Absturzstelle zu vernehmen.
      „Noch nicht ganz“, gab er seine Einschätzung preis. „Diese Biester sind unglaublich zäh. Er wird noch einige Stunden zu leben haben, bevor er dann verenden wird. Vorausgesetzt natürlich, kein Räuber hilft nach.“
      Langsam setzte ich mich auf. Mir machte etwas ganz anderes Sorgen.
      „Meinst du, die Schüsse hat man gehört?“, wollte ich von ihm wissen. Er stutzte kurz, prüfte den Wind und machte ein sehr unglückliches Gesicht.
      „Höchstwahrscheinlich. Das ist nicht gut. Wir haben einen Vorsprung von über einer Stunde, dass wird sie von Rückholaktionen abhalten. Sie werden aber die Grenzpatrouille alarmieren. Das macht unseren Job komplizierter.“
      Stöhnend richtete er sich auf und warf einen Blick auf den Wald, bevor er genauestens den Himmel beobachtete.
      „Los jetzt, am Waldrand entlang!“, befahl er uns auf die Beine. „Wo einer von denen ist, ist normalerweise kein zweiter. Aber eigentlich dürften die auch nicht nachts jagen, nicht zu dieser Jahreszeit. Also los, wir müssen noch einige Kilometer zurücklegen. Im Wald sind wir zu langsam, selbst der Waldrand wird ekelhaft werden. Aber die freie Fläche ist jetzt tödlich.“
      „Scheiße“, fluchte Lisa jammernd und ich konnte ihr nur vom ganzen Herzen beipflichten. Die nächsten Kilometer würden die Hölle werden.
    • Schreibfeder schrieb:

      Ich beeilte mich, an ihm Anschuss zu finden.
      Anschluss. Aber der Satz ansich ist etwas unglücklich. "an ihm dran zu bleiben", "den Anschluss nicht zu verlieren"
      Das würde ich schreiben.

      Schreibfeder schrieb:

      Mit pfeifendem Atem eilte ich Rick hinterher, der sich brachial einen Weg durch das Unterholz brach und dabei dennoch ein ordentliches Tempo hielt.
      Nichts wildes, aber es doppelt sich hier etwas.

      Schreibfeder schrieb:

      Grobe Krallen zischten durch die Luft.
      Krallen können eigentlich nicht zischen, zumindest stelle ich mir das komisch vor :)


      Die Szene war nicht schlecht. Man merkt, dass die da alles auf eine Karte setzen. Verständlich wenn man bedenkt, was bisher so geschehen ist, und wo die sich befinden. Und Rick scheint mehr zu wissen. Dann wäre es wohl langsam mal an der Zeit, dass er sie einweiht. Schließlich hat er jetzt auch nichts mehr zu verlieren. ^^
      Ich glaube ja, dass du diesen Afganistan Trupp nicht ohne Grund eingebaut ist. Ich denke, das werden deren Verfolger werden.
      Auf jeden Fall wird das ein harter Marsch und selbst wenn sie es schaffen, dann müssen sie noch durch das Portal, welches sicherlich nicht unbewacht ist^^

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • @Rael, danke für deine Anmerkungen, sie sind echt Gold wert. Das mit dem "Anschuss" ist verdammt richtig. Meine Freundin meinte auch, dass Krallen nicht zischen können, aber mir fällt da leider keine bessere Formulierung ein. ^^

      _______

      Als das Wimmern des Flugsauriers hinter uns verstummte, durchschoss mich ein Gedanke siedendheiß.
      „Gibt es hier eigentlich eine Luftüberwachung?“
      Rick schüttelte den Kopf. „Nein. Die Amerikaner haben eine, aber bei uns war jeder Versuch zwecklos. Unsere Maschinen wurden von den Flugsauriern als Provokation gesehen und sofort angegriffen. Nur schwere Einheiten können sich behaupten. Apache heißen die doch, oder? Diese Kampfhubschrauber der Amerikaner meine ich. Naja, die können sich noch wehren, die sind auch schnell und wendig genug. Alles andere wird innerhalb von einigen Stunden Schrott.“ Dann fügte er noch kopfschüttelnd hinzu: „Die großen Arten der Flugsaurier dulden keine Konkurrenz. Es hat in den Anfangstagen drei Piloten das Leben gekostet bis wir das herausgefunden hatten. Anfangs dachte man, es wären Zufälle gewesen. Spontane Aggressionen. Es musste erst zu einem Unglück kommen, bis man darauf kam, dass Flugsaurier meilenweit sehen können und sich von allem Möglichen provoziert fühlen. Tatsächlich ist es sogar das elementare Paarungsverhalten der Tiere. Sie müssen dominant auftreten, um sich selbst die besten Weibchen zu sichern. Außerdem müssen sie in der Lage sein, ausreichend Beute zu machen. In der Brutzeit hüten die Weibchen die Nester und müssen daher gefüttert werden. Also sehen sie alles als Bedrohung an, was fliegt. Kleinere Saurierarten, also alle unter fünf Meter Flügelspannweite, jagen deshalb nur nachts, in der Dämmerung, oder sind flink genug, um bei Gefahr ausweichen zu können. Gelingt aber nicht vielen. Wir finden ständig Kadaver und sehen auch oft genug Luftkämpfe, wenn das Wetter klar ist. Es ist eine harte Welt hier draußen.“
      Dann verstummte er und wir marschierten schweigend weiter durch die matschige Wiese. Kilometer um Kilometer. Die Zeit verrann nur zäh und genauso unerbittlich zehrte das Gelände an unseren Kräften. Unser Atem ging immer keuchender. Der Schlick klebte an den Stiefeln und so langsam spürte ich, wie meine Socken sich voller Feuchtigkeit zogen. Das Schlammloch rächte sich nun, denn der Stoff fing bei jedem Schritt an zu scheuern. Meine Muskeln protestierten immer stärker. Den anderen erging es nicht besser. Hinter mir brach Lisa stolpernd zur Seite weg und kurz darauf versank auch Annas Stiefel in einer tiefen Pfütze. Mit müden Bewegungen richteten sich beide auf und marschierten eisern weiter. Das konnte nicht ewig so weiter gehen.
      „Wir müssen eine Pause machen“, rief ich keuchend Rick zu. Dieser blickte sich um, sah unseren Zustand und setzte sich dankbar hin. Auch er war mit seinen Kräften am Ende angekommen. Er konnte es nur etwas besser kaschieren.
      Lisa und Anna ließen sich in die schlammige Wiese fallen und holten einfach nur hechelnd Luft. Müde griff ich zu meinem Wasserschlauch und trank in gierigen Schlucken, bevor ich mich zur Mäßigung zwang.
      Rick stellte das Gewehr zwischen seine Beine und legte müde sein Kinn darauf ab. Ihm schien der Marsch ebenfalls schwer zuzusetzen. Ich reichte ihm stumm meine Wasserflasche und er nahm sie dankend und trank langsam.
      „Bis du dir sicher, dass man die Schüsse gehört hat?“, erkundigte ich mich bei ihn.
      „Du fragst wegen unserem Marschtempo, nicht wahr?“, begann Rick und seufzte laut. „Es gibt kaum einen Zweifel. Nein, das Problem ist auch nicht, dass der Grenzpatrouille Bescheid gegeben wurde, sondern eher, was der Leutnant ihnen erzählen wird.“
      Ich verstand und fragte sofort nach: „Wie geht es also jetzt weiter?“
      „Wir müssen noch ein gutes Stück zu Fuß gehen, später aber auf den Waldrand achten. Je weiter wir uns von den Rep-Nestern entfernen, desto mehr andere Raubsaurier gibt es. Die meisten davon meiden die Wiese. Wenn sich dort etwas bewegt, sind es meistens Pflanzenfresser. Gefährlich wird es erst, wenn die Wälder zurückgehen und wir ins Grenzgebiet eintauchen.“
      „Warum?“, wollte Lisa wissen.
      „Weil dort die Grenzwache ist“, antwortete Rick mit ruhiger Stimme. „Aber jetzt keine Panik. Das Gebiet ist riesig und die Anzahl der Soldaten gering. Wenn wir aufpassen, sollten wir uns durchboxen können.“
      „Wie lange, meinst du, haben wir noch?“, fragte ich mit zusammengebissenen Zähnen.
      Rick musterte noch einmal gründlich die Umgebung, bis er schließlich die Hand hob und am Waldrand entlang zeigte. „Wir sind weiter, als gedacht. Noch grob fünf Kilometer, dann weichen die Palmen zurück und vor uns eröffnet sich das baumlose Grenzland. Dann noch knapp zehn Kilometer bis zum Portal.“
      „Ein ziemlich großes Gebiet, was es da zu bewachen gibt“, meinte ich und Rick stimmte mir zu: „Das Gelände ist flach und ohne Deckung, daher meiden es alle größeren Dinosaurier. Schließlich sind sie auf der Steppe nicht heimisch, sondern in den Wäldern. Dementsprechend sind unsere Patrouillen auch ausgestattet. Kommt weiter jetzt. Ich erkläre euch den Rest, wenn wir im Grenzgebiet angekommen sind.“
      „Kann es sein, dass es heller wird?“, fragte Lisa erschöpft und wir alle musterten sofort den Himmel.
      „Du hast Recht“, stimmte ihr Rick zu und erklärte sofort weiter: „Die Sonne geht zur jetzigen Jahreszeit nur für ungefähr vier bis fünf Stunden unter. Drei Stunden haben wir mit Sicherheit schon hinter uns. Vielleicht haben wir auch zu lange im Lager gewartet, oder zu viel Zeit im Wald verbracht.“
      „Deine Fehleinschätzungen gefallen mir nicht“, moserte Lisa. „Wer sagt denn, dass du auch mit Verfolgern Recht behältst. Die könnten jetzt schon hinter uns her sein.“
      Rick zuckte hoch und musterte die Wiese hinter uns. Er wurde merkbar unruhiger. Trotz meiner Erschöpfung war mir klar, dass er die Strecke schon einmal gegangen war. Nicht nur, weil er wusste, wo das Portal lag und das Gelände kannte. Auch wegen seines Benehmens auf den Marsch. Als er seinerzeit wohl zum Portal fliehen wollte, gab es keine Verfolger. Aber wir waren auch eine viel größere Gruppe. Gleich vier Deserteure, dass ließ den Leutnant schwach aussehen. Angesichts der Tatsache, dass er auf der Abschussliste des Obersts stand, konnte er uns das nicht durchgehen lassen.
      Ricks Gedanken gingen in eine ähnliche Richtung, denn seine Lippen formten lautlos die Worte „Der Oberst“.
      Dann sprang er plötzlich auf. „Wir müssen weiter, nun macht schon. Wir müssen uns beeilen!“
      Mit einer Ruhe, die mir selbst fremd war, widersprach ich ihm: „Nein, wir brauchen noch zehn Minuten Pause. Wenn wir uns hetzen, verlieren wir nur unnötig Kraft. Vergiss nicht, dass es keine Autos im Lager gibt und wir einen Vorsprung von über einer Stunde haben.“
      „Was ist mit der Panzerhaubitze?“, fragte Anna vorsichtig dazwischen.
      „Die brauchen sie selbst und dürfte auch kaum genug Sprit haben“, schätzte ich und blickte hilfesuchend zu Rick auf. Dieser setzte sich langsam wieder und schien sich beruhigt zu haben.
      „Ja, tut mir Leid, mein Fehler“, murmelte er. „Sie kämpfen mit denselben Einschränkungen wie wir. Außerdem müssen sie uns zu Fuß verfolgen. Wir haben den Zeitvorteil auf unserer Seite, also die besseren Chancen.“
      „Abgesehen davon, dass wir jetzt von zwei Seiten in die Zange genommen werden“, erinnerte uns Lisa warnend. „Auf der einen Seite die Grenzwache, auf der anderen der Leutnant.“
      „Stimmt, aber wir sind fast da. Nur noch fünf Kilometer bis zur Grenze, das ist also zu schaffen. Wir tauchen gleich in die Bäume ein und sind dann außer Sicht. Das sollte uns vorerst genug Deckung geben“, übernahm ich die Initiative und warf dann einen schnellen Blick auf Rick.
      Dieser nickte und fügte hinzu: „Wir machen noch einige Minuten Pause und gehen mit dem Tempo etwas runter. Zwischen den Palmen versuchen wir möglichst wenig Spuren zu hinterlassen und schlagen einen kleinen Bogen. Das sollte uns ausreichend Abstand zur Grenzwache einbringen. Dann auf direkten Weg über die Steppe. Das Gelände ist riesig und auf diesem Weg erwartet uns keiner.“
      „Wenn du nicht auch hierbei falsch liegst“, rutschte Lisa raus und legte fast gleichzeitig die Hand auf den Mund. „Oh, sorry, das meinte ich nicht so, wie es klang. Es tut mir ehrlich Leid. Ich meine, ich bin dir echt dankbar und es ist klar, dass du auch Fehler machen kannst, also von daher...“
      „Kein Problem“, fiel ihr Rick ins Wort. „Überlege selbst einmal, wie du so etwas Großes wie das Portal vor Horden von Dinosauriern schützen würdest. Also ich würde jeden Quadratmeter darum niederbrennen, es mit Wachposten spicken und darüber hinaus jede Technik benutzen, die mir so einfällt. Also Selbstschussanlagen, dessen Wärmesensoren nur auf Dinosaurier anschlagen. Ein paar Panzerminen, für den Fall, dass irgendwas Schweres angreift und so weiter. Aber nichts davon darf auch nur im Entferntesten eine Gefahr für Menschen oder Maschinen darstellen.“
      Er warf einen kurzen Blick auf Lisa, bevor er dann weiterfuhr: „Und: Ja, ich bin mir sicher, dass sie keine Gefahr für Menschen darstellen dürfen. Bis vor ein paar Jahren hatten wir am Lager nämlich nicht nur eine Minensperre, sondern auch einige Selbstschussanlagen. Bis die Sensoren irgendwann nicht mehr richtig funktionierten. Feuchtigkeit sickerte überall auf die Platinen und ließ sie korrodieren, oder so. Hätten mich mal fast umgepustet. Auf jeden Fall mussten wir damals alle Geschütze abbauen und hierher verfrachten. Das hatte damals der Oberst persönlich überwacht. Bei so etwas verstehen sie hier keinen Spaß.“
      „Wollen wir dann mal weiter?“, fragte ich ihn vorsichtig. Das Gespräch hatte länger gedauert, als geplant. Er nickte, stand auf und klopfte sich Dreck von seiner Uniform. Die Rast hatte ihm gut getan.
      „Na, dann“, meinte Rick und tastete nach etwas unter seiner Brust. „Dann lasst uns das vorletzte Stück anpacken.“
    • Schreibfeder schrieb:

      Meine Freundin meinte auch, dass Krallen nicht zischen können, aber mir fällt da leider keine bessere Formulierung ein.
      Wenn du unbedingt erwähnen willst, dass das Ding krallen hat.
      Vielleicht streifen die Krallen was, und verursachen ne Wunde? (Seinen Arm zum Beispiel?)
      Vielleicht ergreift es mit den Krallen ein Rucksack und zieht einen empor, der sich dan losschneidet oder so? (ok gebs zu, ist nicht sonderlich originiell^^)
      Oder vielleicht zischt das Viech an ihnen vorbei und durch das Licht, das von den Schüssen verursacht wird, sieht Torn dann, dass es große Krallen hat?

      Deinen neuen Part lese ich später, bin grad am kochen, und wollte dir nur aufs Kommi antworten.

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Durch den Dialog wirkt der Text sehr lebendig. Und er endet ja auch ziemlich erfreulich. Wobei du den beiden sicher einige Steine in den Weg legen wirst, wie ich dich kenne. Denn noch denke ich auf der einen Seite denke ich "Endlich!", auf der anderen "Irgendwie plötzlich." Ich weiß nicht genau, aber irgendwie störte mich, dass Storm und Hans sich einfach so vor den anderen unterhalten und sie ignorieren, bzw. man relativ wenig über die anderen während des Gesprächs erfährt. Wenn Torn da vllt etwas mehr seine Gedanken und Gefühle einbringt, wäre es nicht ganz so "Der passt mir nicht, jetzt haue ich endgültig ab.".


      Spoiler anzeigen

      Schreibfeder schrieb:

      Als wir am Dingo ankamen, war dieser schon dabei zu wenden. Er hatte scheinbar nur vier Soldaten abgeladen. Drei von ihnen, zwei Männer und eine Frau, trugen Wüstentarnkleidung. Die Uniformen wirkten neu und frisch, es fehlten jedoch jegliche Abzeichen.
      Der vierte trug immerhin schon die hier übliche Uniform. Seinem Benehmen her ("Von seinem Benehmen her" oder "Seinem Benehmen nach" klinge für mich richtiger) (Komma weg) war das wohl unser neuer Sergeant. Ob er sich für so extrem wichtig hielt, dass er meinte, der Lagerkommandant müsste ihn persönlich begrüßen, oder er erst(auseinander)mal ein Auge auf das Lager werfen wollte, damit er ein Bild von seinem neuen Kommando hatte, konnte ich nur schwer einschätzen. Mir waren die drei Bundeswehrsoldaten ohnehin sympathischer. Alle drei lungerten gemütlich auf ihren Rucksäcken rum und schienen die Sonne zu genießen.
      „Hi“, sprach ich sie an.
      „Hi“, grüßte einer der Soldaten freundlich zurück. „Ihr seid hier vom Lager?“
      „Wir sind selbst noch recht neu“, gab ich zu. „Aber ja, wir gehören hier zum Lager. Kann ich euch helfen?“
      „Wir warten hier nur auf den Leutnant“, erklärte der Soldat und fügte sofort hinterher: „Könnt ihr uns vielleicht ein bisschen hiervon erzählen? Wir haben selbst erst vor ein paar Stunden den Sprung hinter uns gebracht. Dieses Portal ist wirklich faszinierend. Die Wissenschaftler im Tor waren allerdings etwas zickig wegen des Dingos. Frag mich echt wieso ...“
      Ich verkniff mir die Erläuterung von Rick, dass große Objekte den Wissenschaftlern jedes Mal die Schweißperlen auf die Stirn trieben, und ging lieber auf die erste Frage ein.
      „Das hier ist das „Nest“, eines der Lager rund ums Portal. Wir schützen hier die Gegend vor einigen Nestern von kleinen Dinosauriern. ("vor kleinen Dinosauriernester" oder "vor Dinosaurieren aus kleinen Nestern" würde nicht ganz so kompliziert klingen.) Hauptproblem ist eine Art Mini-Laufechse, ziemlich gefährliche und hochintelligente Biester. Wir nennen sie Reps.“
      „Einen Großen haben wir zwar auch gesehen, aber das war ein Pflanzenfresser“, fügte Anna noch lächelnd hinzu.
      „Also nur kleines Ungeziefer? Keinen T-Rex oder so? Schade“, meinte einer der Soldaten enttäuscht. Diese Einstellung fand ich arg (sehr) leichtsinnig, daher warnte ihn vorsichtig: „Unterschätzt sie nicht, das wäre ... nicht gut.“
      Anna nickte zustimmend. „Sie greifen in Rudeln an. Verwechsle sie nicht mit Tieren, die du kennst. Diese sind anders. Sie verfügen über eine überragende Intelligenz. Vielleicht sogar ein kollektiver Verstand. Sie kommunizieren auf jeden Fall intensiv miteinander und sind damit mühelos in der Lage euch einzukesseln und die Kehlen rauszureißen.“
      „Es gibt hier noch ein altes Video, dass euch Lya noch zeigen wird“, fügte ich hinzu. „Darin wird eindrucksvoll gezeigt, wie eine Gruppe Reps einen ganzen Soldatentross fertigmachen. Kein schöner Anblick.“
      „Wer ist Lya?“, fragte die Frau dazwischen, wohl um das Thema zu wechseln.
      „Sie ist die zivile Lagerchefin hier. Der militärische Kommandant ist Leutnant Storm, ihr Vater übrigens. Ziemlich ungemütlicher Kerl, aber ich will euch nicht instrumentalisieren. Es gibt hier einige ... interne Lagerkämpfe, dass (das) solltet ihr vielleicht noch wissen.“
      „Das Leben ist wohl nirgends perfekt“, meinte einer der Soldaten und stieß gefrustet die Luft aus.
      „Was meinst du damit?“, wollte prompt Anna von ihm wissen. Die Betonung vom Soldaten (des Soldaten; und kann eine Betonung niedergeschlagen sein? Vllt. "Der Soldat klang niedergeschlagen.") war irgendwie arg niedergeschlagen gewesen. Doch es war die Soldatin, die aufklärte: „Wir kommen aus Masar-i-Scharif und mussten da einige ... Unschönheiten ... mit ansehen. Offiziell haben wir alle aufgrund des Stresses Selbstmord begangen. Inoffiziell hingegen bekamen wir nach unserer Rückkehr nach Deutschland Besuch von einigen Regierungsvertretern, die uns ein ziemlich gutes Angebot gemacht haben. Ehrlich gesagt: Alles ist besser, als wieder zurück nach Afghanistan zu müssen. Zumindest für mich. Nichts für ungut.“
      „Und wer bist du?“, wollte Lisa von ihr wissen. Irgendwie klang sie zickig, aber sie war in letzter Zeit ohnehin immer wehleidiger geworden und stiller. Etwas schien an ihr zu nagen und das Lager schien ohnehin von Anfang an unter ihrer Würde gewesen zu sein. Aus ihr wurde ich einfach nicht richtig schlau. Die Soldatin hingegen nickte schuldbewusst zu ihr rüber: „Stimmt, wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Oberstabsärztin Richter.“
      „Ich bin Oberfeldwebel Kurth und das ist Oberfeldwebel Reichert“, stellte der andere sich und seinen Kameraden vor.
      „Ohne Lya jetzt vorzugreifen, aber für gewöhnlich benutzen wir hier nur eine Art Kampfnamen. Kurz und einsilbig“, sagte ich zögerlich.
      „Und? Wozu soll das gut sein?“, fragte Oberfeldwebel Reichert skeptisch. Noch ehe ich eine Antwort geben konnte, ertönte es hinter uns: „Hans du altes Haus. Hätte ich gewusst, dass ausgerechnet du der neue Sergeant bist, hätte ich einen Typo gegrillt.“
      Als ich mich umdrehte, sah ich meine schlimmste Befürchtung bestätigt. Der Leutnant und der neue Sergeant begrüßten sich wie alte Freunde.
      „Mensch, das ist ja eine Ewigkeit her“, begann er.
      „Allerdings. Sag mal, ist deine Tochter noch immer hier die zartfühlende Chefin“, fragte der Neue in einem Ton, der klar machte, was er von Lya hielt.
      „Natürlich. Aber sie hat hier nicht mehr viel zu melden.“
      „Wird auch höchste Zeit. Dieses Verhätscheln und dieses Weicheigequatsche gingen mir so auf den Zeiger. Einmal haben wir sie hier doch wegbekommen, weißt du noch, Storm?“
      „Apropos Neue. Wie ich sehe, haben wir ein paar Neuzugänge. Was meinst du? Ein kurzer Gewaltmarsch ins Gelände, damit sie sich hier eingewöhnen?“
      „Klar, wird Zeit, dass hier wieder Disziplin reinkommt“, meinte der Sergeant und sich gegenseitig auf die Schulter klopfend, verschwanden sie in Richtung Versorgungszelt.
      In mir brodelte die Wut hoch und gleichzeitig stieg auch meine Furcht vor der Zukunft.
      „Der Kerl ist ja noch zehnmal schlimmer als der alte Sergeant“, stieß plötzlich Lisa aus und traf damit den Nagel auf den Kopf. Mit dem neuen Spitzenduo, würde der Aufenthalt zu einem wahren Alptraum werden.
      Ich zog Anna ein paar Schritte weit weg. „Ich habe die Schnauze so voll hier. Ich hau hier ab. Ich weiß ungefähr wo das Portal ist. Keine Ahnung was mich da erwartet. Willst du mitkommen?“
      Anna warf einen langen Blick auf das Lager und dann hinter unseren Kommandanten hinterher und nickte entschlossen.
      „Wir warten auf die Dämmerung“, sagte sie in (mit) einer Stimme (Tonlage), die andeutete, dass sie das auch schon lange in Gedanken durchgespielt hat. „Beim Wachwechsel gibt es immer Verzögerungen. Wenn wir geschickt sind, können wir uns zwischen den Zelten davonschleichen und sie merken erst am nächsten Morgen, dass wir fehlen. Das gibt uns einen Vorsprung von mindestens sechs Stunden.“
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater
    • Hatte ich wirklich Wissenschatler geschrieben? Oh, peinlich. ^^
      Danke. Deine Anmerkungen sind sehr gut. Ja, es mag etwas plötzlich klingen. Aber wenn man bedenkt, dass Torn eh mit einem Fuß die ganze Zeit aus dem Lager raus will, ist es eher ein Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt. Aber kann schon sein, dass ich das etwas näher hätte drauf eingehen können.
      Deine Anmerkungen und Korrekturen sind sehr gut, danke. Die pflege ich die Tage dann ein. Ich schätze auch, das sich die Tage auch die Geschichte weiterschreiben werde. Vielleicht komme ich noch im laufe der nächsten Woche zu einigen neuen Teilen. :)
    • Der Teil war super geschrieben. Nur Rick könnte ruhig mehr über seine Beweggründe sprechen. Oder wenigstens einen Hinweis geben. Dass er mit möchte finde ich richtig gut bzw. dachte ich mir fast, dass er eingeweiht wird. Lisa in der Fluchtgruppe gefällt mir hingegen gar nicht. Sie ist mir irgendwie unsympathisch und bereitet den anderen sicher noch Probleme. Evtl. steckt sie auch mit dem Leutnant unter einer Decke. Wäre ihr zuzutrauen. Irgendwie hoffe ich fast, dass sie die Flucht nicht überlebt.

      Spoiler anzeigen

      Schreibfeder schrieb:

      Abends kletterte ich wieder die Leiter rauf. Ein wenig müde zwar, aber ausgeruht. Einige Stunden Schlaf in der kühlen Luft des Bunkers hatten bei mir Wunder bewirkt. Und der Plan, den wir uns ausgedacht hatten, steigerte meine Laune zunehmend. Nun war ich nicht mehr gereizt und unwillig, sondern voller produktiver Energie. Selbst mein Gehirn schien schneller zu arbeiten als sonst.
      Uns zu Gute kam die Tatsache, dass der Leutnant mit seinen Lieblingen in der Nachmittagssonne verschwand (verschwunden) und noch nicht zurückgekehrt war. Lya war, als sie den neuen Sergeant gesehen hatte, wie eine wütende Rakete in den Familienbunker gezischt und seitdem nicht mehr aufgetaucht. Daher war das Lager führungslos, was sich auch damit ausdrückte (daran zeigte), dass Anna und ich nicht die einzigen waren, die sich eine zusätzliche Mütze Schlaf gönnten. Wir fielen absolut nicht auf.
      Als ich oben in die stetig zunehmende Dunkelheit starrte, bemerkte ich auch, dass die Wiesenseite des Lagers absolut unbewacht vor mir lag. Die wenigen Wächter spähten in Richtung der Wälder und erwarteten die Rückkehr der Anderen. Ich hingegen huschte geduckt aus dem Bunker raus, nahm vorsichtig ein Gewehr aus einem der Waffenständer und entsicherte und kontrollierte es, ohne bewusst hinzuschauen. Der Drill machte sich bezahlt, keine Frage, auch wenn ich bezweifelte, dass sie damit erreichten wollten, dass ich diese Fertigkeiten gegen sie verwendete.
      Am Kistenstapel wartete bereits Anna auf mich, die genauso gekleidet war wie ich. Jeder Gurt saß perfekt, jede Provianttasche war gefüllt und ihre Waffe war ebenso geladen und gesichert wie meine.
      „Na dann“, sagte (meinte) ich seufzend. „Packen wir es an.“
      „Packt ihr was an?“, fragte uns da plötzlich eine neue (neu, passt nicht so ganz, eher: "im ersten Augenblick unbekannte") Stimme.
      Neben uns stand Rick. Gerüstet und gekleidet wie wir, ebenso ausgeruht und bereit, die ganze Nacht durchzumachen.
      „Rick“, sagte ich verwundert. „Du gehörst doch gar nicht zu der Wachschicht.“
      „Ihr aber auch nicht“, antwortete er nur und schien auf meine Erklärung zu warten.
      Ich überschlug in Gedanken, was das zu bedeuten schien (hatte). Er gehörte nicht zu den Wächtern und schien sie auch nicht heute Nacht zu unterstützen wollen. Er war bewaffnet und gekleidet wie zu einem Marscheinsatz, hatte sich jedoch keinen Schritt aus dem Lager hinausbewegt. Konnte es das bedeuten, von dem ich dachte, dass es das bedeuten konnte?
      Rick gehörte zweifelsohne zu den wenigen Menschen, denen ich absolut vertraute. Er würde uns niemals verraten und schon gar nicht dem Leutnant einen Gefallen tun. Vielleicht könnte er einen neugierigen Wächter ablenken, oder so.
      „Rick, hör zu. Wir wollen zum Portal. Wir haben einfach die Nase voll vom Lager“, eröffnete ich ihm. „Und ich habe schon gedacht, ihr würdet das nie durchziehen“, sagte er erleichtert.
      Meine Augenbraue ging steil in die Höhe.
      „Ich würde euch dann begleiten. Alleine ist das für euch beide zu gefährlich. Bevor ihr fragt: Ich hab eigene Gründe, um zum Portal zu gehen. Wenn ihr nicht auch losgezogen wärt, wäre ich heute Nacht auf eigener Faust weg.“
      „Moment mal ...“, fing ich an, doch Anna unterbrach mich: „Woher wusstest du, dass wir heute Nacht aufbrechen wollten?“
      „Ehrlich Leute, ihr hättet euch nicht rausschleichen sollen, sondern einfach zusammen losgehen. Man ist es doch gewohnt, dass ihr aufeinander hockt. Locker bleiben und die Waffen ganz legal vom Stapel nehmen. Alles andere fällt doch auf.“
      „Und zum anderen?“, bohrte Anna nach, die die Spitze mit unbewegtem Gesicht (unbewegter Miene) entgegenahm..
      „Ich habe euch belauscht“, gab Rick zu. „Beim Abendessen hatte ihr kurz darüber geredet.“
      Mist, da hatte er Recht. Es war ein echter Nachteil, dass hier alle Soldaten so derart gedrängt aufeinander hockten. Man konnte kein Geheimnis voreinander verbergen. Ich musste auch zugeben, dass ich kurz mit dem Gedanken gespielt hatte ihn, Ming oder Schack um Hilfe zu bitten. Nur waren die beiden verletzungsbedingt ausgeschaltet. Rick wäre unsere größte Chance, tatsächlich bis zum Portal vorzustoßen.
      „Okay“, gab ich betont locker von mir. „Wollen wir dann los? Der Wachwechsel wird nicht ewig dauern.“
      Plötzlich trat eine weitere Gestalt hinter einem Kistenstapel hervor. Bevor irgendwer etwas tun konnte, ertönte auch schon eine flehende Stimme.: „Nehmt mich mit, bitte“, bettelte Lisa. Ich würde da ja einen fiesen Cliff setzen xD

      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater

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    • Du verwendest ziemlich oft Frauen und rennen. Wie wäre es mit Begleiterinnen/Verbündeten/(Flucht)-gefährtinnen und hasten/eilen/rasen/weiterstürmen? Bis auf das hat mir die Szene gut gefallen. Man kann es sich schön bildlich vorstellen, wie die vier durch den Wald fliehen.
      Doof nur, dass ihre Flucht jetzt wegen eines doofen Angriffs vermutlich entdeckt wurde.

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      Schreibfeder schrieb:

      Lisa wurde ohne Federlesens mitgenommen und Rick übernahm das Kommando.
      „Na, kommt. Runter mit den Köpfen und folgt mir!“, befahl er knapp und eilte geduckt los. So wie er das Gewehr dabei vorstreckte, erinnerte er mich an einen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg. Ich beeilte mich, an ihm Anschuss zu finden (besser: "den Anschluss zu ihm nicht zuverlieren", "zu ihm aufzuschließen" oder "mit ihm Schritt zu halten"). Was nicht leicht war, denn er war verdammt schnell und ging mit dem Tempo nicht runter (hielt das Tempo). Selbst nach einigen hundert Metern nicht. Langsam wurde es anstrengend. Dem gehetzten Atem der Frauen zur Folge (Komma weg) erging es ihnen noch schlimmer, aber solange sie nicht protestierten, würde ich ebenfalls die Klappe halten.
      Hinter uns war alles ruhig geblieben, aber ich würde den Teufel tun und mich deshalb in Sicherheit wiegen. Keine Ahnung was die Wachtrupps für Befehle hatten. Außerdem war mir sehr wohl bewusst, dass man die Wiese sehr weit einsehen konnte. Es war zwar dunkel geworden, aber noch lange nicht stockfinster. Plötzlich sprang Rick zwischen die Büsche.
      „Hier liegen keine Minen mehr“, meinte er. Auch sein Atem ging keuchend. „Weiter jetzt! Zügig, aber nicht zu schnell. Passt auf das Unterholz auf. Nutzt das restliche Licht. Nicht stolpern! Schnell jetzt, wir sind noch lange nicht außer Reichweite.“
      Mit pfeifendem Atem eilte ich Rick hinterher, der sich brachial einen Weg durch das Unterholz brach (schlug) und dabei dennoch ein ordentliches Tempo hielt. Äste peitschten mir ins Gesicht. Wurzeln tauchten stets im ungünstigsten Zeitpunkt auf. Erde gab bröckelnd unter den Stiefeln nach. Mit unterdrückten Flüchen hetzten wir hinter ihm durch den Wald.
      Bis ich irgendwann mit vollem Tempo gegen eine schiefe Palme rannte.
      „Verfluchte Scheiße!“, schrie ich zornig, stampfte mit den Fuß auf und hielt mir die Stirn. Das würde eine Beule geben. Ich hatte diesen Drecksbaum im Dunkeln gar nicht gesehen. Etwas Feuchtes, von dem ich mir nicht sicher war, ob es Schweiß oder Blut war, machte meine Finger schlüpfrig.
      „Pause!“, entschied Rick und kam mit sorgenvoller Miene zu mir hin. Im fahlen Zwielicht versuchte er meine Stirn zu inspizieren.
      „Nur eine kleine Macke“, meinte er. „Hört gleich auf zu bluten.“
      „Mensch, Rick“, sagte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen. „Wir müssen uns hier nicht umbringen!“
      „Wir haben kaum eine andere Wahl. Im Lager wird man bald merken, dass wir weg sind.“
      „Werden uns Ming und Schack nicht decken?“, fragte Lisa mit sorgenvoller Stimme.
      „Doch, aber das wird uns vielleicht ein oder zwei Stunden mehr geben. Nicht mehr. Dass der Leutnant heute Abend weg war, war ein Glücksgriff, aber er dürfte bald wieder da sein. Innerhalb der nächsten Stunde, schätze ich. Es gibt eine geheime Wache, die Meldung macht, wenn Soldaten nicht in ihren Betten sind. Die wird er wohl noch heute befragen.“
      „Arschlöcher“, fluchte Anna unterdrückt und pustete sich Schweiß von den Lippen.
      „Dann müssten wir es noch gerade so zum Portal schaffen, oder?“, meinte ich mit gerunzelter Stirn. Rick sah mich kurz an, aber im Dunkeln konnte ich seinen Gesichtsausdruck nicht erkennen.
      „Vier Stunden hatte ich für den Weg geschätzt“, gab ich daher meine Einschätzung preis.
      „Eher Fünf bis Sechs“, meinte Rick. „Aber sonst richtig. Du unterschätzt das Gelände, das wird nach einiger Zeit schwierig, das kostet viel Kraft.“
      „Noch schwieriger?“, protestierte Lisa. „Das schaff ich nicht.“ (Memme!)

      „Haltet euch das Portal vor Augen“, empfahl er uns. „Ihr seid ausgeruht und die Luft ist kühl. Unter diesen Bedingungen sollten wir es einigermaßen bequem schaffen. Zeitlich gesehen. Können wir?“
      Ich nickte kurz. Auch Lisa und Anna nickten und richteten sich schnaufend auf.
      „Es ist zu schaffen!“, wiederholte er noch einmal. „Also kommt!“
      Dann stürmte er wieder in den Wald und verschwand zwischen den Zweigen. Kurz darauf rannten ich und die Frauen ihm hinterher. Wir wollten und wir würden dieses Portal erreichen!

      Nach einigen hundert Metern durch den Wald fragte Anna keuchend Rick: „Seit wann gibt es denn diese geheime Wache? Mir ist nie etwas aufgefallen.“
      „Erst seit vielleicht anderthalb Jahren“, gab er preis und richtete seinen Blick auf die beiden Frauen. „Seitdem ist es auch untersagt, Neulingen Informationen zu geben.“
      „Aber du hast uns doch ständig Infos gegeben“, warf ich ein.
      „Nebensächliche“, gab er zu und schien reumütig. „Die wirklich wichtigen Informationen sind mir verwehrt weiterzugeben. Ich konnte nur Hinweise ausspucken, Fingerzeige, nichts weiter. Ich weiß selbst nicht, wer alles zu Storms Spitzeln gehört. Und im Lager ist man nie alleine. Es hätte sich rumgesprochen, dass ich euch verbotenes Wissen vermittelt hätte. Das kann gefährlich sein. Ich wäre nicht der erste, der sich plötzlich in einer beschissenen Situation wiederfindet.“
      „Was sagt denn Lya dazu?“, fragte ich. Das Gehörte machte in meinen Ohren leider nur allzuviel Sinn.
      „Was wohl?“, schnaubte Rick, während er über eine mannshohe Wurzel kletterte. „Sie kuscht in allen Punkten. Das kommt von jemandem, der etwas höher steht als ihr Vater. Schon klar, sie gibt euch eine Einweisung, aber früher war die deutlich komplexer.“
      Ich hielt überrascht in meiner Kletterbewegung inne. „Von wem kommt denn dann diese Anweisung?“
      Auch Rick wurde langsamer. „Das weiß ich leider nicht. Noch ein Grund mehr, uns schnellstmöglich zum Portal durchzuschlagen. Weiter jetzt, los!“
      Anna und Lisa überholten mich, während ich einen Moment brauchte, um das Gehörte zu verdauen. Dann rannte (hastete) auch ich wieder los und stürzte mich durch die Blätter.

      Nachdem wir uns eine Stunde lang durch den Wald geschlagen hatten, führte uns Rick wieder zurück auf die Wiese. Inzwischen war es nahezu stockdunkel geworden. Nur der Mond spendete Licht, aber davon reichlich. Es war zwar noch kein Vollmond, aber dennoch hell genug, um die Wiese kilometerweit zu überblicken.. (Wie kann es stockdunkel sein, wenn der Mond reichlich Licht spendet und man die Wiese kilometerwei überblicken kann?)

      „Ab (Von) hier an, können wir nicht mehr gesehen werden“, entschied Rick. „Auf der Wiese kommen wir deutlich besser voran.“
      Ich warf einen Blick auf die Frauen. Beide waren verdreckt, Moos und Dreckspritzer überzogen ihr Gesicht und Kleidung. Ich musste noch schlimmer aussehen. Entgegen Ricks Einschätzung, (Komma weg) riss die Wunde ständig erneut auf. Ich war in ein Schlammloch getreten, weil mir Blut ins Auge gelaufen war und ich es nicht gesehen hatte. Mein Gesicht glänzte förmlich vor Schweiß, Dreck und geronnenem Blut. (Torn kann sich doch nciht selbst sehen, oder? Also wüde ich schreiben: Mein Gesicht musste förmlich vor... glänzen.) Selbst Rick sah ziemlich übel aus. Er versuchte es zu verbergen, stand aufrecht vor uns, aber man konnte sehen, dass auch er sein Limit erreicht hatte.
      Aus dem Augenwinkel sah ich eine Bewegung und etwas regte sich in meiner Erinnerung. Etwas Derartiges hatte ich schon einmal bemerkt. Auf der Wiese, als ich auf die Kinder aufgepasst habe.
      „Runter, Rick!“, schrie ich und riss ihn um. Sekunden später kreischte etwas und lederartige Flügel peitschten gegen meinen Rücken. Grobe Krallen zischten durch die Luft. Laute Schüsse ertönten. Feuerblumen erblühten und beleuchteten die Szenerie. Ich und Rick (Der Esel nennt sich immer zuerst.) rollten gerade auseinander, hechteten zu unseren Waffen. Ein riesiger Flugsaurier, der versuchte wieder an Höhe zu gewinnen. Krallen und Flügel, die zwischen uns durchpeitschten. Die Frauen waren in die Hocke gegangen, schnelle Feuerstöße abgebend. Panik und Entschlossenheit auf ihren Gesichtern. Ein protestierendes Kreischen erfüllte die Luft. Dann verhedderte sich der Flugsaurier an seinen eigenen Flügeln, machte eine halbe Umdrehung und brach einige Meter entfernt in der Wiese zusammen.
      Dann war Stille. Nur unsere keuchenden Atemzüge waren zu hören.
      „Ist es tot?“, kam zaghaft von Lisa. Rick warf einen vorsichtigen Blick auf die Stelle, wo (an der) noch immer einige fahrige Bewegungen zu bemerken waren. Ein leises Wimmern war von der Absturzstelle zu vernehmen.
      „Noch nicht ganz“, gab er seine Einschätzung preis. „Diese Biester sind unglaublich zäh. Er wird noch einige Stunden zu leben haben, bevor er dann verenden wird. Vorausgesetzt natürlich, kein Räuber hilft nach.“
      Langsam setzte ich mich auf. Mir machte etwas ganz anderes Sorgen.
      „Meinst du, die Schüsse hat man gehört?“, wollte ich von ihm wissen. Er stutzte kurz, prüfte den Wind und machte ein sehr unglückliches Gesicht.
      „Höchstwahrscheinlich. Das ist nicht gut. Wir haben einen Vorsprung von über einer Stunde, dass wird sie von Rückholaktionen abhalten. Sie werden aber die Grenzpatrouille alarmieren. Das macht unseren Job komplizierter.“
      Stöhnend richtete er sich auf und warf einen Blick auf den Wald, bevor er genauestens den Himmel beobachtete.
      „Los jetzt, am Waldrand entlang!“, befahl er uns auf die Beine. „Wo einer von denen ist, ist normalerweise kein zweiter. Aber normalerweise dürften die auch gar nicht nachts jagen, nicht zu dieser Jahreszeit. Also los, wir müssen noch einige Kilometer zurücklegen. Im Wald sind wir zu langsam, selbst der Waldrand wird ekelhaft werden. Aber die freie Fläche ist jetzt tödlich.“
      „Scheiße“, fluchte Lisa jammernd und ich konnte ihr nur vom ganzen Herzen beipflichten. Die nächsten Kilometer würden die Hölle werden.
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater
    • Oh, jetzt wird es interesant! Wir nähern uns dem Finale. Ich bin jedenfalls gespannt, nach was Rick da tastet und was du für die Truppe noch alles bereit hältst. Ich denke, uns erwartet noch mindestens ein großer Kampf und Enthüllung.

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      Schreibfeder schrieb:

      Als das Wimmern des Flugsauriers hinter uns verstummte, durchschoss mich ein Gedanke siedendheiß.
      „Gibt es hier eigentlich eine Luftüberwachung?“
      Rick schüttelte den Kopf. „Nein. Die Amerikaner haben eine, aber bei uns war jeder Versuch zwecklos. Unsere Maschinen wurden von den Flugsauriern als Provokation gesehen und sofort angegriffen. Nur schwere Einheiten können sich behaupten. Apache heißen die doch, oder? Diese Kampfhubschrauber der Amerikaner meine ich. Naja, die können sich noch wehren, die sind auch schnell und wendig genug. Alles andere wird innerhalb von einigen Stunden zu Schrott.“ Dann fügte er noch kopfschüttelnd hinzu: „Die großen Arten der Flugsaurier dulden keine Konkurrenz (am Himmel). Es hat in den Anfangstagen drei Piloten das Leben gekostet, bis wir das herausgefunden hatten. Anfangs dachte man, es wären Zufälle gewesen. Spontane Aggressionen. Es musste erst zum Unglück kommen, bis man darauf kam, dass Flugsaurier meilenweit sehen können und sich von allem Möglichen provoziert fühlen. Tatsächlich ist es sogar das elementare Paarungsverhalten der Tiere. Sie müssen dominant auftreten, um sich selbst die besten Weibchen zu sichern. Außerdem müssen sie in der Lage sein, ausreichend Beute zu machen. In der Brutzeit hüten die Weibchen die Nester und müssen daher gefüttert werden. Also sehen sie alles als Bedrohung an, was fliegt. Kleinere Saurierarten, also alle unter fünf Meter Flügelspannweite, jagen deshalb nur nachts, in der Dämmerung, oder sind flink genug, um bei Gefahr ausweichen zu können. Gelingt aber nicht vielen. Wir finden ständig Kadaver und sehen auch oft genug Luftkämpfe, wenn das Wetter klar ist. Es ist eine harte Welt hier draußen.“
      Dann verstummte er und wir marschierten schweigend weiter durch die matschige Wiese. Kilometer um Kilometer. Die Zeit verrann nur zäh und genauso unerbittlich zehrte das Gelände an unseren Kräften. Unser Atem ging immer keuchender. Der Schlick klebte an den Stiefeln und so langsam spürte ich, wie meine Socken sich voller Feuchtigkeit sogen. Das Schlammloch rächte sich nun, denn der Stoff fing bei jedem Schritt an zu scheuern. Meine Muskeln protestierten immer stärker. Den anderen erging es noch schlimmer (nicht viel besser). Hinter mir brach Lisa stolpernd zur Seite weg und kurz darauf versank auch Annas Stiefel in einer tiefen Pfütze. Mit müden Bewegungen richteten sich beide auf und marschierten eisern weiter. Das konnte nicht ewig so weiter gehen.
      „Wir müssen eine Pause machen“, rief ich keuchend Rick zu. Dieser blickte sich um, sah unseren Zustand und setzte sich dankbar hin. Auch er war mit seinen Kräften am Ende angekommen. Er konnte es nur etwas besser kaschieren.
      Lisa und Anna ließen sich in die schlammige Wiese fallen und holten einfach nur hechelnd Luft. Müde griff ich zu meinem Wasserschlauch und trank in gierigen Schlucken, bevor ich mich zur Mäßigung zwang.
      Rick stellte das Gewehr zwischen seine Beine und legte müde sein Kinn darauf ab. Ihm schien der Marsch ebenfalls schwer zuzusetzen. Ich reichte ihm stumm meine Wasserflasche und er nahm sie dankend und trank langsam.
      „Bis du dir sicher, dass man die Schüsse gehört hat?“, fragte ich ihn.
      „Du fragst wegen unserem Marschtempo, nicht wahr?“, begann Rick und seufzte laut. „Es gibt kaum einen Zweifel. Nein, das Problem ist auch nicht, dass der Grenzpatrouille Bescheid gegeben wurde, sondern eher, was der Leutnant ihnen erzählen wird (ihnen erzählt hat).“
      Ich verstand und fragte sofort nach: „Wie geht es also jetzt weiter?“
      „Wir müssen noch ein gutes Stück zu Fuß gehen, später dann aber auf den Waldrand achten. Je weiter wir uns von den Rep-Nestern entfernen, desto mehr andere Raubsaurier gibt es. Die meisten davon meiden die Wiese. Wenn sich dort etwas bewegt, sind es meistens Pflanzenfresser. Gefährlich wird es erst, wenn die Wälder zurückgehen und wir ins Grenzgebiet eintauchen.“
      „Warum?“, wollte Lisa wissen.
      „Weil dort die Grenzwache ist“, antwortete Rick mit ruhiger Stimme. „Aber jetzt keine Panik. Das Gebiet ist riesig und die Anzahl der Soldaten gering. Wenn wir etwas aufpassen, sollten wir uns einigermaßen durchboxen können.“
      „Wie lange, meinst du, haben wir noch?“, fragte ich mit zusammengebissenen Zähnen.
      Rick musterte noch einmal gründlich die Umgebung, bis er schließlich die Hand hob und am Waldrand entlang zeigte. „Wir sind weiter, als gedacht. Noch grob fünf Kilometer, dann weichen die Palmen zurück und vor uns eröffnet sich das baumlose Grenzland. Dann noch ungefähr fünfzehn bis zwanzig Kilometer bis zum Portal.“
      „Ein ziemlich großes Gebiet, was es da zu bewachen gibt“, meinte ich und Rick stimmte mir zu: „Das Gelände ist flach und ohne Deckung, daher meiden es alle größeren Dinosaurier. Schließlich sind sie auf der Steppe nicht heimisch, sondern in den Wäldern. Dementsprechend sind unsere Patrouillen auch ausgestattet. Kommt weiter jetzt. Ich erkläre euch den Rest, wenn wir im Grenzgebiet angekommen sind.“
      „Kann es sein, dass es heller wird?“, fragte Lisa erschöpft und wir alle musterten sofort den Himmel.
      „Du hast Recht“, stimmte ihr Rick zu und erklärte sofort weiter: „Die Sonne geht zur jetzigen Jahreszeit nur für ungefähr vier bis fünf Stunden unter. Drei Stunden haben wir mit Sicherheit schon hinter uns. Vielleicht haben wir auch zu lange im Lager gewartet, oder zu viel Zeit im Wald verbracht.“
      „Deine Fehleinschätzungen gefallen mir nicht“, moserte Lisa. „Wer sagt denn, dass du auch mit Verfolgern Recht behältst. Die könnten jetzt schon hinter uns her sein.“
      Rick zuckte hoch und musterte die Wiese hinter uns. Er wurde merkbar unruhiger. Trotz meiner Erschöpfung war mir klar, dass er die Strecke schon einmal gegangen war. Nicht nur, weil er wusste, wo das Portal lag und das Gelände kannte. Auch wegen seines Benehmens auf dem Marsch. Als er seinerzeit wohl zum Portal fliehen wollte, gab es keine Verfolger. Aber wir waren auch eine viel größere Gruppe. Gleich vier Deserteure, dass konnte der Leutnant nicht auf sich sitzen lassen. Es ließ ihn schwach aussehen. Angesichts der Tatsache, dass er ohnehin schon auf der Abschussliste des Oberst stand, war es ungewöhnlich (unmöglich), dass er das durchgehen lassen konnte (tolerieren konnte).
      Ricks Gedanken gingen in eine ähnliche Richtung, denn seine Lippen formten lautlos die Worte „Der Oberst“.
      Dann sprang er plötzlich auf. „Wir müssen weiter, nun macht schon. Wir müssen uns beeilen!“
      Mit einer Ruhe, die mir selbst fremd war, widersprach ich ihm: „Nein, wir brauchen noch zehn Minuten Pause. Wenn wir uns hetzen, verlieren wir nur unnötig Kraft. Vergesse (Vergiss) nicht, dass es keine Autos im Lager gibt und wir einen Vorsprung von über einer Stunde haben.“
      „Was ist mit der Panzerhaubitze?“, fragte Anna vorsichtig dazwischen.
      „Die brauchen sie selbst und dürfte auch kaum genug Sprit haben“, schätzte ich und blickte hilfesuchend zu Rick auf. Dieser setzte sich langsam wieder und schien sich beruhigt zu haben.
      „Ja, tut mir Leid, mein Fehler“, murmelte er. „Sie kämpfen mit denselben Einschränkungen wie wir. Außerdem müssen sie uns zu Fuß verfolgen. Wir haben den Zeitvorteil auf unserer Seite, also die besseren Chancen.“
      „Abgesehen davon, dass wir jetzt von zwei Seiten in die Zange genommen werden“, erinnerte uns Lisa warnend. „Auf der einen Seite die Grenzwache, auf der anderen der Leutnant.“
      „Stimmt, aber wir sind fast da. Nur noch fünf Kilometer bis zur Grenze, das ist also zu schaffen. Wir tauchen gleich in die Bäume ein und sind dann außer Sicht. Das sollte uns vorerst genug Deckung geben“, übernahm ich die Initiative und warf dann einen schnellen Blick auf Rick zu. Dieser nickte und fügte hinzu: „Wir machen noch einige Minuten Pause und gehen mit dem Tempo etwas runter. Zwischen den Palmen versuchen wir, möglichst wenig Spuren zu hinterlassen und schlagen einen kleinen Bogen. Das sollte uns ausreichend Abstand zur Grenzwache einbringen. Dann auf direktem Weg über die Steppe. Das Gelände ist riesig und auf diesem Weg erwartet uns keiner.“
      „Wenn du nicht auch hierbei falsch liegst“, rutschte Lisa raus und legte fast gleichzeitig die Hand auf den Mund. „Oh, sorry, das meinte ich nicht so, wie es klang. Es tut mir ehrlich Leid. Ich meine, ich bin dir echt dankbar und es ist klar, dass du auch Fehler machen kannst, also von daher...“
      „Kein Problem“, fiel ihr Rick ins Wort. „Überlege selbst einmal, wie du so etwas Großes wie das Portal vor Horden von Dinosauriern schützen würdest. Also ich würde jeden Quadratmeter darum niederbrennen, es mit Wachposten spicken und darüber hinaus jede Technik benutzen, die mir so einfällt. Also Selbstschussanlagen, dessen Wärmesensoren nur auf Dinosaurier anschlagen. Ein paar Panzerminen, für den Fall, dass irgendwas Schweres angreift und so weiter. Aber nichts davon darf auch nur im Entferntesten eine Gefahr für Menschen oder Maschinen darstellen.“
      Er warf einen kurzen Blick auf Lisa, bevor er dann weiterfuhr: „Und: Ja, ich bin mir sicher, dass sie keine Gefahr für Menschen darstellen dürfen. Bis vor ein paar Jahren hatten wir am Lager nämlich nicht nur eine Minensperre, sondern auch einige Selbstschussanlagen. Bis die Sensoren irgendwann nicht mehr richtig funktionierten. Feuchtigkeit sickerte überall auf die Platinen und ließ sie korrodieren, oder so. Hätten mich mal fast umgepustet. Auf jeden Fall mussten wir damals alle Geschütze abbauen und hierher verfrachten. Das hatte damals der Oberst persönlich überwacht. Bei so etwas verstehen sie hier keinen Spaß.“
      „Wollen wir dann mal weiter?“, fragte ich ihn vorsichtig. Das Gespräch hatte länger gedauert, als geplant. Er nickte, stand auf und klopfte sich etwas Dreck von seiner Uniform. Die Rast hatte ihm gut getan. Auch wir anderen stellten uns wieder hin und verzogen schmerzerfüllt die Gesichter, als wir unsere steifen Muskeln wieder belasteten. Aber etwas Bewegung würde uns gut tun und sie wieder lockern.
      „Na, dann“, meinte Rick und tastete nach etwas unter seiner Brust. „Dann lasst uns das vorletzte Stück anpacken.“
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater
    • Also die nächsten Seiten wären ja geschrieben. Nur hochstellen mag er es nicht. Und nein, meine Schuld ist es nicht. Ich hab es noch nicht gelesen, auch wenn ich die Gelegenheit dazu hätte. @Schreibfeder, wir warten.
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater