Ein Tanz von Flammen

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    • Ein Tanz von Flammen

      Hallöchen,
      In meiner Facharbeit (Richtung Literatur) kann ich mit moderner Fantasy beschäftigen. Ich hoffe das ich dieses breite Feld noch auf George Martin (Game of Thrones) spezialisieren darf. Unter anderem wird es Pflicht sein einen dem Vorbild ähnlichen Romananfang aufzubauen. So kam ich mehr oder weniger zum Tanz der Flammen.
      Zum Szenario:
      Vor fast einhundert Jahren brach eine kleine Gruppe Siedler auf zu einer gefährlichen Reise in die neuen Kolonien der Shaxlanden und ließ sich zwischen unbekannten Wäldern und Bergen nieder. Mittlerweile hat NeuHolmstett sich in eine rauhe Stadt am nördlichen Rande der erforschten Welt entwickelt. Weit entfernt von jeglichen Kontrollen und Gesetzen. Es ist das zu Hause von Abenteurern, Verfolgten und Verzweifelten.
      Die Zeiten sind finster, doch ist die aufkommende Hexenjagd bloß die Folge von allgemeiner Furcht und Pech? Auf jeden Fall breitet sich dieses Phänomen wie eine Plage rasant auf den Kontinenten aus. Schließlich infiziert es auch diese Stadt. Doch nicht ein jeder versucht einfach nur den Flammen zu entgehen sondern stattdessen wie ein Phönix aus der Asche empor zusteigen.
      Vielleicht gibt es ja Interessanten die mir auch noch Tipps geben wollen ;)
    • Also wenn ich das richtig verstanden habe, ist das dein Thema in einer Facharbeit? Also mit Games of Thrones kann ich nichts anfangen, weil ich es zwar kenne, aber mich nie dafür interessiert habe. Ich dachte, das sei jetzt FanFiction, darum habe ich mal nach diesem Stadtnamen NeuHolmstett gesucht. Aber er kommt nur hier vor.

      An sich finde ich die Idee gut, so wie ich das jetzt für mich verstanden habe. Auch sonst kann man daraus eine gute Geschichte machen. Also ich denke mal, du willst dich auf die Hexenverfolgung, Machtergreifung und sowas spezialisieren.
      Inwiefern ich dir nun Tipps geben kann, kann ich nicht beurteilen, weil ich auch nicht weiß, auf was sich die Tipps beziehen sollen. Denn um eine Analyse des Geschehens zu erhalten, würde ich dir nur diesen Tipp geben, erstmal ein Szenario zu schreiben (Kapitel1) und dieses dann hier zu posten. Denn zur Zeit hast du nur grob erklärt, was passiert ist, oder passieren soll.

      Wir würden uns sehr freuen, etwas mehr von dir zu lesen. :)
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
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      Helios III (Arbeitstitel)
    • @Zarkaras JadeDie Welt entstammt meinem eigenen Köpfchen ;)
      Naja ich werde mich in der Arbeit auf eine bestimmte Romanreihe spezialisieren müssen. Das genaue Thema wird mir dann noch vorgegeben allerdings weiß ich schon das ich bei der Analyse eines epischen Text einen meinem Vorbild im Stil nachempfundenen Romananfang schreiben muss. Dieser gehlört dann zum Anhang und in der Arbeit soll man daran die Sachen zeigen usw. :S
      Ich bin mir sicher das kein ausführliches Meisterwerk erwartet wird (wer z.B als Thema Lyric nimmt muss auch ,,nur'' ein kleines eigenes Gedicht verfassen) allerdings wollte ich dennoch etwas Übung tanken.
      Betrachte die Frage nach Tipps eher als einfache Floskel, hab mir da nicht viel mehr bei gedacht. Mir ist halt aufgefallen das hier gerne korrigiert wird. Das Projekt ist bloß ziemlich spontan entstanden und nicht aufwendig geplant.
      Meine Szenariobeschreibung kannst du dir vielleicht etwas groben und schlichten Klapptext vorstellen. Vielleicht bearbeitete ich die irgendwann mal noch in etwas spektakulärer und angenehmer zu lesen
    • -Prolog-

      So würde es also enden. Beendet werden. Geschunden, entehrt und vor den Augen derer, zu denen sie selbst stets gehört hatte. Taub vor der Angst was sie erwarten würde spürte die alte Gwydna kaum noch wie der flutartige Regen ihre zerrissenen Lumpen durchweichte. Und dass, obwohl die Kälte sich bereits tief in ihre Knochen fraß. Der finstere Himmel hatte sich wahrhaftig in einen einzigen Wasserfall verwandelt. <<Keine Sorge um dieses üble Nass. Früh genug wirst du es ja wieder schön warm und trocken haben.>>, brüllte einer von den hinteren. Der Rest lachte hämisch.
      Du Narr, bestimmt weinen einfach nur selbst die Götter. Oder zumindest der letzte Funken gesunden Verstandes, sagte sie sich selbst und schloss die Augen. Ihre eigenen Tränen waren in den letzten Tagen vollständig versiegt. Denn wie eine gefährliche Bestie hatten sie die Frau über Wochen im Kerker gehalten. Und das nur, weil manche ein noch gefährlicheres Wesen hinter ihr vermuteten.

      Alle Bewohner, ob jung oder alt, des Städtchen NeuHolmstett hatten sich in der Morgendämmerung dieses Frühlingmorgen für dieses ja so großartige Ereignis auf dem sonst verlassenen Tempelhügel versammelt. Nun beobachteten sie gebannt wie der Zug bestehend aus mehreren Priestern, deren Novizen und Gwydna zwischen ihnen, sich von dem Tor der Tempelanlage hinauf zu zu einem auf der Wiese aufgestapelten Scheiterhaufen aufmachte. Geschah denn hier sonst nichts, dass schon eine brutale Hinrichtung ihre Sensationssucht anstachelte?

      Erschöpft brach Gwydna zusammen in die matschige Erde, jemand zog sie grob wieder auf die Beine.
      Die schluchzende Frau fing an wild zu fluchen, alles begann zu spotten.
      Sie versuchte ein letztes Mal zu beten, von hinten trat man ihr zur Unterbrechung in den Rücken.
      Da gab sie es endgültig mit einem würdigen Abschied auf.

      Ohnehin waren sie angekommen. Das Grab, aus sie erwartenden Zweigen und Stöckern, befand nur noch wenige Schritte entfernt. <<Tritt vor Teufelsweib!>> ,wies der Ältestenpriester sie scharf an, doch ohne ihren Beinen überhaupt eine Chance zu geben stieß die Person von hinten sie erneut nach vorne. Ihr in die Jahre gekommener Körper konnte nicht rechtzeitig reagieren und so stürzte er erbarmungslos ins spitze Holz. An mehreren Stellen schlitzten Splitter die Hände auf. Diese waren allerdings bereits so abgefroren das kaum Blut hervor trat.

      <<Liebe Gemeinde! Brüder und Schwestern, Kinder dieser noch jungen Heimat. Das sind unschuldige, reine, ehrliche Menschen. So dachten wir zumindest. Doch das Böse zieht sich in diesen unsicheren Zeiten über die Welt.>>, rief der Greis feierlich dem Regen entgegen zu der Menge und wies mit seinem knorrigen Stab auf sie.
      <<Leider befiel der Teufel auch ein der Seelen unter uns. Gwydna Dwinsson ist seit jeher eine gute Frau, Mutter und schließlich vereinsamte Witwe gewesen. Doch uns allen ist aufgefallen wie die Ärmste in letzter Zeit nach und nach von einem Dämon eingenommen wird. Unser heiliges Gericht bestätigte eure klugen Vermutungen.>> Was geschieht hier wenn verdeckte Folter als Zunge der Wahrheit gilt. Empört schüttelte sie ihren Kopf <<So lasst uns gemeinsam unsere liebe Freundin erlösen. Die Flammen werden ihren vom Dunklen befallenen Körper und den Geist lösen, sodass dieser bereinigt und wohlbehütet zu den Göttern rückkehren kann.>> beendete er die Rede und reckte seinen Stab gen Wolken. Zunächst verstummte das Volk einen Augenblick. Dann brach es in einen tosenden Beifall aus.
      Nun war es das also wirklich. Noch hätten sie ihre Mitbürgerin aus den Fängen des wohl einzig wahren Dämonen retten können. Aber dieser schaffte es ja sichtlich erfolgreich sich als rettender Engel darzustellen.

      Von hinten rissen plötzlich starke Hände an ihren Armen und befestigen eine enge Kette aus Metall an den Gelenken, bevor sie Gwydna auf den Berg aus Holz zerrten und diese Fesseln an einem aus dem Scheiterhaufen herausragenden Pfosten befestigten. Mühsam gelang es Gwydna sich an dem dicken Stamm aufrichten und so blickte sie nun direkt auf ihre alten Bekannten hinab: Die Kinder, Frauen, Männer und Alten mit welchen sie ihr ganzes Leben geteilt hatte. Doch in kaum einem Blick erkannte sie einen Hauch Mitgefühl. Stattdessen spiegelte sich in ihren Augen bloß das Feuer der Erleichterung wieder. Ein Feuer, wie sie es in wenigen Sekunden tatsächlich erfahren würde. Hinter den Einwohnern erhoben sich die ersten, windschiefen Hütten NeuhHolmstetts in den Himmel. Die Stadt in der sie geboren worden war und in der sie nun sterben würde.
      Erstes Knistern unter ihr riss sie aus den trüben Gedanken. Wenigstens hatten die Priester es irgendwie geschafft, das Feuer möglichst trocken zu halten. So verschlangen die Flammen spürbar gierig das Unterholz. Beißender Qualm stieg zusammen mit Wärme zu einer sie umhüllenden Säule auf. Der Rauch zwang sie beinahe sich verzweifelt die gesamten Lungenflügel auszuhusten. Langsam aber stetig entwickelte sich nun aus der angenehmen Wärme auch eine quälende Hitze. Doch noch schaffte Gwydna es sich eisern zu beherrschen und keinen Schrei der Schwäche von sich geben. Gelegentlich das weit entferne Johlen der Menge drang in ihre Ohren. Bis es endgültig begann, indem die ersten Flammen die Zehen auf ihre tödliche Art küssten. Ein unglaublicher und sich nur verschlimmernder Schmerz brach aus. Ungehemmt schrie sie aus ganzer Kehle dieses einzige, letzte Gefühl heraus.
      <<Hört wie der Dämon in ihr winselt!>>, kam schwach von irgendwo die Stimme des verhurten Schweinehund in Kutte zu ihr herüber geweht.
      Diese hochkriechenden Schmerzen waren nicht mehr aushalten.
      Weg wollte sie. Weg musste sie.
      Verzweifelt warf Gwydna sich in ihre erbarmungslosen Fesseln, doch diese schnitten gelegentlich tiefer ins Gelenksfleisch. Es ging nicht mehr. Sich ihrer letzten, brutalen Atemzüge bewusst, begann sie unter Schluchzen an zu kreischen:<<Ich habe nichts verbrochen.>>
      Immer wieder, immer leiser.
      Hohn gegen den Teufel in ihr resultierten als Folge doch die Frau gab nicht auf und brüllte panisch immer weiter.
      Beteuerte immer wieder panisch ihre Unschuld bis endlich auch die Stimme versagte und das Feuer es beenden durfte.
    • Per Gylfson schrieb:

      So würde es also enden. Beendet werden. Geschunden, entehrt und vor den Augen derer, zu denen sie selbst stets gehört hatte. Taub vor der Angst_ was sie erwarten würde_ spürte die alte Gwydna kaum noch_ wie der flutartige Regen ihre zerrissenen Lumpen durchweichte. Und dass (jenes, dieses, welches), obwohl die Kälte sich bereits tief in ihre Knochen fraß. Der finstere Himmel hatte sich wahrhaftig in einen einzigen Wasserfall verwandelt. <<Keine Sorge um dieses üble Nass. Früh genug wirst du es ja wieder schön warm und trocken haben.>>, brüllte einer von den hinteren. Der Rest lachte hämisch.
      Du Narr, bestimmt weinen einfach nur selbst (überflüssiges Füllwort) die Götter. Oder zumindest der letzte Funken gesunden Verstandes, sagte sie sich selbst und schloss die Augen. Ihre eigenen Tränen waren in den letzten Tagen vollständig versiegt. Denn wie eine gefährliche Bestie_ hatten sie die Frau über Wochen im Kerker gehalten. Und das nur, weil manche ein noch gefährlicheres Wesen hinter ihr vermuteten.
      Beendet werden- ist Angesichts des Anfangs eigentlich überflüssig.
      Geschunden, entehrt und vor den Augen derer, zu denen sie selbst stets gehört hatte - Geschunden und entehrt vor den Augen, zu denen sie selbst einst gehört hatte - klingt stimmiger.
      _=Kommata


      Per Gylfson schrieb:

      Alle Bewohner, ob jung oder alt, des Städtchen NeuHolmstett_ hatten sich in der Morgendämmerung dieses Frühlingmorgen für dieses_ ja so großartige Ereignis_ auf dem sonst verlassenen Tempelhügel versammelt. Nun beobachteten sie gebannt_wie der Zug_ bestehend aus mehreren Priestern, deren Novizen und Gwydna zwischen ihnen, sich von dem Tor der Tempelanlage hinauf zu zu einem auf der Wiese aufgestapelten Scheiterhaufen aufmachte. Geschah denn hier sonst nichts, dass schon eine brutale Hinrichtung ihre Sensationssucht anstachelte?

      Erschöpft brach Gwydna zusammen in die matschige Erde (umstellen - Erschöpft brach Gwydna auf der durchnässten Erde zusammen), jemand zog sie grob wieder auf die Beine.
      Die schluchzende Frau fing an wild zu fluchen, alles begann zu spotten.
      Sie versuchte ein letztes Mal zu beten, von hinten trat man ihr zur Unterbrechung in den Rücken.
      Da gab sie es endgültig mit einem würdigen Abschied auf.
      Alle Bewohner, ob jung oder alt, des Städtchen NeuHolmstett_ hatten sich in der Morgendämmerung dieses Frühlingmorgen für dieses_ ja so großartige Ereignis auf dem sonst verlassenen Tempelhügel versammelt. - Irgendwas stimmt mit dem Satz nicht Oo Genitiv ...
      Städtchens ??? Frühlingmorgens??? Ereignisses???
      Ich würde den komplett umstellen, der ist ungewollt kompliziert.

      So hab den ersten Post erstmal durch und ich liebe ja so Themen mit Hexenverbrennung und hab mich auch eingehend damit befasst ^^
      Da hätte ich sofort mitgemacht, vermutlich aus der ersten Reihe ... mittendrin statt´s nur dabei :D

      So, aber mal zu Text, die erste Hälfte hab ich mal angefangen zu korrigieren, was mir eben so aufgefallen ist.
      Die Thematik ist gut und ein großes Vorbild hast du dir genommen - GoT (kenne es nur vom Hörensagen)
      Allerdings sehe ich hier noch ganz klar Anfängerfehler ...
      Gewollte Sprache ... was ich damit meine. Du schreibst nicht, wie du erzählen würdest, sondern gezwungen. Hab ich auch am Anfang. Ich wollte auch zu Beginn meiner Schreibzeit gewollt episch klingen, das ging aber derbst in die Hose und ich musste viel Kritik einstecken, was mir aber letztlich geholfen hat meinen Stil zu finden.
      Komplizierte Sätze, um so viel Information unterzubringen wie nötig - verwirrt nur eigentlich. Formuliere sie aus.
      Geschichten leben vom Erzählen.
      Überall Kommata reinzuhauen, wo ein "und" hingehören könnte, hakt Sätze ab und ist nicht immer von Vorteil.
      Dabei gilt abzuwiegen, wann man diese benutzen sollte.

      Textbeispiel: Die schluchzende Frau fing an wild zu fluchen, alles begann zu spotten.
      Gegenbeispiel: Die schluchzende Frau fing wild an zu fluchen, während sie vom Rest verspottet wurde.

      Der Spott lässt sich auch ausbauen: Die Mop schmiss fauliges Gemüse, sie spuckten und betitelten sie mit schlimmen Namen "Hexenweib" "Dämonenhure"
      Flöße der Veranstaltung Leben ein.
      Lass sie grölen, schreien und schimpfen - das schon von Beginn an.

      Auch sprichst du vom Teufel, aber dann wieder von Göttern.
      Sei dir bewusst darüber, dass der Teufel nur in der christlichen Religion angesiedelt ist. Wenn du eine eigene Welt erschaffst, ist der Teufel unwahrscheinlich und bei einer Arbeit weiß ich nicht, wie das andere werten ;) Da kannst du auch etwas rumfantasieren.
      Gelenkfleisch ... Gelenke reichen :D

      Der Kern der Geschichte ist gut ^^
      Am Stil musst du noch pfeilen.
      Natürlich weiß ich auch nicht, inwiefern das jetzt schon ausgearbeitet war :whistling:
      Will hier nicht vorgreifen ... eine Facharbeit über Literatur, darunter kann ich mir nichts vorstellen.
      Stelle ich mir aber sehr fordernd vor ...

      Liebe Grüße

      Jennagon
    • Per Gylfson schrieb:

      Taub vor der Angst was sie erwarten würde spürte die alte Gwydna kaum noch wie der flutartige Regen ihre zerrissenen Lumpen durchweichte. Und dass, obwohl die Kälte sich bereits tief in ihre Knochen fraß.
      Für mich ist das kein Widerspruch. Wenn man friert, spürt man auch weniger bis gar nichts mehr.


      Das Thema ist sicher spannend. Was ich auch gut finde, dass du es nicht wie "üblich" als Hexenverbrennung darstellst, sondern dass Gwydna von einem Dämon besessen sein soll.
      Mit dem Stil kann ich Jennagon zustimmen. Ich finde aber, dass es am Ende des Prologs schon wesentlich besser als am Anfang ist. Du könntest vielleicht versuchen, dass der Leser mit Gwydna mitfühlt. Dass er weiss, wie es ist, verbrannt zu werden (was praktisch natürlich nicht geht).
      Lass dir Zeit und schreib schön weiter ;)

      LG
      Lyn
      Ewigkeit

      Stell dir eine Stahlkugel vor, die so gross ist wie die Erde. Und eine Fliege, die sich einmal in einer Million Jahren darauf niederlässt. Wenn die Stahlkugel durch die damit verbundene Reibung aufgelöst ist, dann … ja dann … hat die Ewigkeit noch nicht einmal begonnen!

      – David Lodge, 1993
    • Also: Jennagon hat es sehr gut auf den Punkt gebracht. Gibt da nur wenig hinzuzfügen. An sich finde ich die Idee gut. Ich kennen GoT nur von Hörensagen, hab da sonst keine Kenntnisse drüber, außer das da am laufenden Meter die Hauptcharaktere durch Intrigen niedergemacht werden. Beim Hintergrund kann ich also nichts bewerten.

      Ich würde dir auch anraten, bei der Thematik aufzupassen, wenn du keine ungewollte theologische Diskussion führen willst. Hole HIntergrundinformationen ein, gerade wenn du Elemente wie Hexenverbrennung, oder gar die Inqusition einbringst. Eine Geschichte zu schreiben, kann mitunter eine sehr aufwendige Sache werden.

      Jetzt am Anfang kann ich noch nicht viel zu der Motivation sagen, dass die Leute einfach jemanden verbrennen. Ist schließlich erst noch der Prolog. Stell dich aber darauf ein, dass die Leser (vor allen die kritischen) das später erklärt sehen wollen.
    • Ersteinmal will ich sagen, dass es mir Spaß gemacht hat den Prolog zu lesen. Ich fands besonders mitreißend, deinen Text laut in epischer Manier vorzulesen. Ich war ja lange Zeit inaktiv in dem Forum hier und habe, obwohl ich mich bereits eingelebt hatte, nicht mehr wirklich hier herein gefunden. Doch hast du mein Interesse geweckt. ich werde aufjedenfall deine Geschichte weiter verfolgen, insofern du sie hier im Forum auch weiter führst.

      Aber leider kam mir der Schmerz, wie schon von Lyn erwähnt, etwas zu kurz. Schön wäre es auch gewesen, wenn du die alten Bekanntschaften von Gwydna etwas mehr unterstrichen hättest. Ich vermisste das Gefühl von Verrat und Wut, welches man bei einer solchen Hinrichtung ja auch verspüren sollte. Oder zumindest ein mehr als ausgeweitetes Verständniss und die Akzeptanz des Todes. Ich hoffe du verstehst was ich dir versuche mitzuteilen... Der Text lässt recht wenig Emphatie für Gwydna zu, was ich ehrlich gesagt ein wenig schade finde.

      Liebe Grüße,
      Wirzba
    • Sodele. Da alle anderen GoT offenbar nur vom Hörensagen kennen, sage ich auch ma was.

      Ich habe die Bücher gelesen (deutsch) und die Serie geguckt.

      Mein Buch eins - Die Herren von Winterfell - beginnt mit den Wächtern, die vor den Weissen Wanderern fliehen. Dann Cut (der Leser ist aufgewühlt, hatte Angst, Spannung, weiss nicht, was war) zu der "richtigen" Geschichte, in der erst einmal nicht wirklich was passiert. Klar, ein Deserteur wird hingerichtet, aber als Leser leide ich da grad weniger mit. Es ist geschrieben aus Sicht von Bran, der Norden wird erklärt, Winterfell, die Wölfe, die Starks.

      Dein Anfang hier wäre quasi dieser "Wächter"- Teil. Aufregung, Spannung, Leser hat keinen Plan, was eigentlich los ist. Hexen? Dämonen? WTF? Im Prinzip müsste es jetzt Cut machen zu ENORM viel Erklärung, einer gigantischen Welt, Dutzenden von Figuren, Politik, Machtspiele und ... naja, Drachen :D Yey ^^

      Und das ist mein Hauptproblem hier. Martin musste so anfangen, weil nachher eine Tonne Blabla kam. Er musste dem Leser ein Häppchen geben, ihm zeigen, dass es in dieser Geschichte NICHT um Fantasy-Palaver geht, sondern die Action kommen wird. Ich glaube nicht, dass die Bücher so erfolgreich gewesen wären, wenn der Anfang in einer random Hinrichtung, einigen Wölfen und sooooo vielen Erklärungen bestanden hätte.
      Wie weit reicht für dich "Anfang"? Ein Kapitel? Ein Prolog? Denn diesen Prolog hättest du, und du hast noch nicht einmal einen Bruchteil von Martins Welt abgedeckt. Eigentlich hast du gerade mal den Leserfang geschrieben. Du hast hier ein extrem schwieriges Thema für so eine Aufgabe ausgesucht, und ich bin mir nicht sicher, ob du dir dessen bewusst bist. Die von dir beschriebene Welt wirkt viel zu klein, um an Westeros und Essos heranzukommen. Vielleicht verstehe ich die Aufgabenstellung auch falsch, aber noch wirkt alles lose und unfertig und schrecklich ... random. Was GAR nicht Martins Stil ist.

      Dein Ziel muss es also sein, den Leser zu packen, ihn in diese WTF, was ist hier los, was passiert, wo sind wir?- Stimmung zu versetzen. Ich habe den Prolog im Buch jetzt nur kurz überflogen, und zwar deswegen:

      Per Gylfson schrieb:

      Betrachte die Frage nach Tipps eher als einfache Floskel, hab mir da nicht viel mehr bei gedacht.
      Wenn du nur einen Korrekturdienst willst, hast du den gekriegt. Wenn du möchtest, dass ich deinen und Martins Anfang stilistisch vergleiche und aufgrund dessen Kritisiere, sag das bitte. Ich werde es gerne tun, habe aber keine Lust darauf, wenn es nicht entsprechend wertgeschätzt wird (ist immerhin auch Arbeit). Das Vorherige waren die Gedanken und Bedenken, die ich mir als Martin-Leser gemacht habe. Wenn du dir all das schon selber überlegt hast, umso besser ^^ Auf mich wirkte es einfach, als würdest du das alles so gar nicht ernst nehmen. Was vielleicht auch nicht nötig ist, wenn von euch nicht viel Leistung erwartet wird;

      Per Gylfson schrieb:

      Ich bin mir sicher das kein ausführliches Meisterwerk erwartet wird (wer z.B als Thema Lyric nimmt muss auch ,,nur'' ein kleines eigenes Gedicht verfassen) allerdings wollte ich dennoch etwas Übung tanken.
      Gibt einfach Bescheid, wenn ich mich mehr mit all dem befassen soll. Hier oder PN ist mir soweit Wurst ^^

      Viel Erfolg jedenfalls!

      LG Klim :crazypilot:

      "You know what the big problem is in telling fantasy and reality apart? They're both ridiculous."

      - Twelve

    • Tatsächlich hätte ich gedacht das ich das erstmal nur als Entwurf gespeichert hätte. :saint:
      Deshalb verstehe ich auch wohl das es einige Missverständnisse und Ungereimtheiten gibt. Zum anderen habe ich aber auch einfach mal versucht einige rhetorische Experimente auszuprobieren und hinterher selbst zu gucken, wie die wirken. (Wie gesagt noch vor Veröffentlichung.) Dennoch danke ich für die Kritik :*
      Und natürlich nehme ich das ernst ;)