Tirion - Gefährten der Finsternis (Arbeitstitel)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Tirion - Gefährten der Finsternis (Arbeitstitel)

      Nabend zusammen,
      Ich habe mich neben meiner Hauptgeschichte mal an etwas neues Gewagt. Eine Komplett eigene und völlig
      Frei erfundene Welt zu kreieren, ist eine große Herausforderung für mich. Daher bin ich besonders Stolz euch im
      ersten Teil meiner "Welt Vorstellung - Also der eigentlich Vorgeschichte" den ersten Einblick in Tirion zu gewährleisten.

      viel Spaß!
      :joker:

      Vorgeschichte


      Der erste Tag war ein Tag voller Sonne.
      Es war auch nicht der erste Tag, denn Abertausende von ihnen waren bereits vergangen, dahin geglitten unter den stummen Blicken derer,
      die sich im Schatten der Bäume verbargen. Überliefert in Erinnerungen, die für die Ewigkeit geschaffen wurden, um das Gedächtnis an jene verlorene Sekunde zu bewahren. Doch das konnten die Ersten nicht wissen, und deshalb nannten sie ihn den ersten Tag, nachdem die erste Nacht sie gelehrt hatte, was ein Tag und was eine Nacht überhaupt waren.
      Die Ersten mussten noch viel lernen und wussten sie auch. Binnen eines Herzschlags hatten sie in einer Welt die Augen aufgeschlagen,
      von deren Existenz sie nie zuvor etwas geahnt hatten. Und das, ohne sich zu erinnern, dass diesem Erwachen überhaupt ein Schlaf vorangegangen war.
      Sie wussten, dass sie lebten, dass sie Männer und Frauen waren, und sie unterhielten sich in einer Sprache, die sie kannten, ohne dass sie ihnen jedoch beigebracht worden wäre. Sie trugen Kleider, die sie nicht selbst gewebt hatten, und rot-goldene Anhänger, die ihnen eine unbekannte Hand angelegt hatte, hingen an Ketten um ihren Hals.
      Und jeden Augenblick entdeckten sie in dieser Welt, in die sie von irgendwoher hineingefallen waren, etwas Erstaunliches.
      Allem und jedem gaben sie Namen. Sie waren neugierig darauf, sich selbst zu entdecken, und verwundert, dass sie einander bereits kannten. Sie gaben der Sonne einen Namen, dem Mond, den Tieren und Pflanzen, dem Meer und dem Himmel, und als sie dann ihre Stadt bauten, mit weißen Türmen, die in den Himmel emporragten, gaben sie auch ihr einen Namen und nannten sie, Tirion, die Weiße Hauptstadt. Nur für den Tod hatten sie keinen Namen, denn wer auch immer sie in diese Welt geschickt hatte, hatte sie unsterblich erschaffen. Sie kannten den Tod nicht.
      Sie waren zwanzig an der Zahl, zehn Männer und zehn Frauen, und indem sie untereinander heirateten und Kinder bekamen, begründeten sie ihr Volk.
      Sie lebten, in einer Welt, die sie sich nicht gewaltsam erobern mussten, weil sie nur darauf gewartet zu haben schien, dass jemand von ihr Besitz ergriff.
      Und als ihre Kinder heran wuchsen, begannen sie, diese Welt zu erforschen. Sie zogen in alle Himmelsrichtungen, und auf ihrem Weg entdeckten sie, dass es Flüsse,
      Wälder, Berge und Wüsten gab. Sie bauten andere Städte und bevölkerten sie mit neuen Familien. Und so entstand und wuchs ihr Königreich, ohne dass die Ersten Zeit hatten,
      es zu bemerken. Und mit dem Einverständnis aller ernannten sie schließlich ihren ersten König.
      Damals nannten sie sich einfach das Volk, denn sie konnten sich nicht vorstellen, dass es außer ihnen noch andere Völker gab, und sie glaubten, ganz allein auf der Welt zu sein. Auch zählten sie die Tage nicht, da sie meinten, die Zeit würde bis in alle Ewigkeit weiterlaufen und ihr Leben würde immer so glücklich und fruchtbar sein wie jetzt.
      Sie beteten zu den Göttern, die sie kannten, obwohl ihnen niemand von ihnen erzählt hatte, und zu dem einen Gott, der sie alle erschaffen hatte.
      In jener Zeit waren die Ersten den Göttern ähnlich, die für sie wie ältere Geschwister waren. Sie gingen spielerisch mit ihrer Zauberkraft um und schufen wunderbare Dinge, obwohl sie das niemand gelehrt hatte.
      Dann entdeckten sie eines Tages die Feen im Wald, und von da an wussten sie, dass sie weder die ersten noch die einzigen Lebewesen auf dieser Welt waren.
      Und sie bemerkten, dass die Feen weiser waren als sie und so viel mehr kannten, und da die Ersten immer wissbegierig waren, baten sie die Feen, sie zu unterweisen.
      Mit der Zeit erfuhren die Ersten vom Schicksal der Welt und dem Willen der Götter, an dem die Feen teilhatten, und sie lernten, dass man einen Spalt in der Zeit öffnen und so einen Augenblick lang in die Zukunft sehen konnte. Und genauso freundlich, wie die Feen sie aufgenommen hatten, nahmen sie die jüngeren Völker auf, die in den folgenden Jahrhunderten auf der Welt entstanden waren: Zentauren, Kobolde, Goblins und die vier Gnomenstämme – P'shog, Blaoc, Li'uul und Reyas – und schließlich auch das Volk, das ihnen am meisten ähnelte, die Sterblichen. Als sie sich mit ihnen verglichen, lernten die Ersten, dass die anderen Völker sterblich waren, und so nannten sie sich die Ewigen, weil ihr Volk den Tod nicht kannte – und ihr Leben niemals endete.
      Das waren glückliche Zeiten, in denen es keinen Krieg gab und die Völker sich nicht vorstellen konnten, einander zu töten. Damals waren Ehen zwischen Sterblichen und Ewigen keine Seltenheit. In gegenseitigen Einverständnis legten die Völker die Grenzen ihrer Reiche fest und schufen die Allgemeine Sprache,damit alle einander verstehen konnten. Doch der Friede konnte nicht ewig halten, das wussten die Feen, die über die Grenzen der Zeit hinwegsehen konnten. Deshalb rieten sie den Ewigen wie den Sterblichen, ihre Städte mit Mauern zu befestigen und wachsam zu sein. Und das war weise. Denn ein dunkler Schatten breitete sich über die Welt aus, eine unbekannte, rätselhafte Bedrohung, die sich anschickte, alle Schrecken des Krieges über den Wesen auszuschütten. Dieser Schatten trug von da an den düsteren Namen Ungwe – Finsternis.
      Man erzählte sich, die Finsternis habe in sehr alter Zeit, lange vor Erschaffung der Welt, zu den Göttern gehört, doch Machtgier habe sie dazu getrieben, die göttlichen Gesetze zu brechen – in der Hoffnung, sich so über ihre Geschwister zu erheben. Sie war eine gewaltige, dunkle Kraft und vor ihrer Größe wirkten die Völker der Welt klein und ohnmächtig. Die Finsternis fuhr auf die Benachbarten Reiche hernieder – so nannten die Ewigen inzwischen die ihnen bekannte Welt – und überzog sie mit einem unendlich großen Heer von Wesen. Es waren Wesen, wie man sie noch nie gesehen hatte; Kreaturen der Finsternis. Schreckliche Untiere bevölkerten nun die Wälder, die früher einmal sicher und friedlich gewesen waren. Böse Geister nisteten sich in den Bäumen und Felsen ein. Und zum ersten Mal breiteten die Mörderdämonen, Söhne der Finsternis, ihre dunklen Flügel aus, besetzten den äußeren Rand der Nordlande und moderten und töteten, wie es in ihrer Natur lag. Die Finsternis öffnete die Gräber der Sterblichen und versprach den Toten die Illusion eines neuen Lebens als Lohn für ihre Loyalität. So kam es, dass die Untoten Seite an Seite mit den Truppen der Finsternis marschierten.
      Doch die Völker der Benachbarten Reiche hatten sich vorbereitet und insgeheim Waffen und Rüstungen geschmiedet. Ihre Magier wussten die Kräfte der Natur für Angriff und Verteidigung einzusetzen. Und die Krieger der Ewigen hatten sich die großen, Feuer speienden Drachen unterworfen. An der Spitze des Heeres, das auf die Begegnung mit dem Feind wartete, standen die Ersten – hoch gewachsene Lichtgestalten, anzusehen wie Götter. Und als die dunklen Mächte erschienen, leistete ihnen das Heer der Benachbarten Reiche Widerstand und für den Feind war kein Durchkommen. Die leblosen Körper der Untoten wurden vom Feuer der Magie aufgezehrt. Die Dämonen mussten vor dem Ansturm der Drachen zurückweichen, und die Ungeheuer, die aus dem Wald gekommen waren, wurden wieder dorthin zurück gejagt. Schließlich traten die Ersten der Finsternis selbst entgegen und besiegten sie. Daraufhin verschwand die Bedrohung in weiter Ferne und die Völker feierten ihren Sieg und ihre Freiheit.
      Doch diesen Sieg hatten sie teuer bezahlen müssen. Viele waren auf dem Schlachtfeld geblieben, darunter auch der König der Ewigen und zwei der Ersten. So fanden die Ewigen heraus, dass sie durch ein Schwert umkommen konnten, auch wenn sie auf natürliche Weise nicht starben, und sie lernten, den Schmerz des Todes kennen. Doch sie entdeckten auch, wie stark sie waren. Sie wussten Zauberkräfte einzusetzen und die Natur zu beherrschen wie niemand sonst in den Benachbarten Reichen. Zwar hatten alle Völker entdeckt, dass sie viel stärker waren, als sie geglaubt hatten, doch niemand war kraftvoller und mächtiger als die Ewigen.
      Der Krieg war vorüber, doch die Waffen waren geblieben und zwischen den Benachbarten Reichen war nichts mehr wie früher. Die Finsternis hatte ihre Länder vergiftet, überall entdeckte man nun ihre Spuren. Die Wälder waren voller Gefahren, denn die Dämonen lebten noch in den Nordlanden. Und mit der Zeit fingen die Völker an, einander zu misstrauen, und sie versuchten, sich einzuschüchtern. Dem großen Frieden zu Anbeginn der Zeiten war ein neues, nicht sehr stabiles Gleichgewicht zwischen den Völkern gefolgt, über dem die Ewigen mit ihrer Macht wachten und das ihren Bund mit den Sterblichen sicherte. Doch auch zwischen diesen beiden Völkern – den Ewigen und den Sterblichen – hatte sich alles verändert, und es stellte sich bald heraus, dass die Ewigen mit einem Hochmut auf die Sterblichen herabschauten, der beide für immer entfremdete.
      Die Sterblichen ihrerseits hätten alles dafür getan, das ewige Leben zu erlangen, das ihnen versagt geblieben war und um das sie die Ewigen beneideten. So wurden sie zu Druiden und Zauberern und versuchten auf diesem Wege, Unsterblichkeit zu erlangen. Doch nur die Ewigen kannten wirklich den Zauber, der dies ermöglichte, und behüteten eifersüchtig ihr Geheimnis . Mit der Zeit führten Misstrauen und Distanz zu offenen Auseinandersetzungen. Und während das Bündnis zwischen den Ewigen und den Sterblichen langsam zerbrach, kehrte die Finsternis zurück um erneut die Welt zu bedrohen.
      "Natürlich passiert es in deinem Kopf, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"
    • Ich finde deine Vorgeschichte ist dir gut gelungen.
      Deinen Schreibstil kann man schön nachvollziehen und deinem Textfluss
      kann ich persönlich gut verfolgen.
      Was mich allerdings stört, ist das du manchmal sehr lange Sätze verwendest
      die mich etwas durcheinander bringen und mich den Faden verlieren lassen, sodass ich nochmal
      am Anfang des Satzes beginnen muss.
      Dennoch :
      - Deine Welt ist schön gewählt und ist detailliert Beschrieben, sodass ich mein Kopfkino nicht unterdrücken konnte.
      - Du schreibst aus der dritten Person was dem ganzen einen gewissen Touch an Spannung
      verleiht.

      Ich bin gespannt wie sich die ersten Kapitel entwickeln.
      Jetzt gerade kann man noch nicht viel erahnen. Du stellst ja bis jetzt nur die Welt
      vor ... Weiter so!

      David.
    • Guten Abend, @Dawn :hi1:

      Ich hab mir den Anfang deiner Geschichte mal durchgelesen, formales Zeugs findest du im Spoiler.
      Spoiler anzeigen
      Vorgeschichte

      Der erste Tag war ein Tag voller Sonne.
      Es war auch (auch ist etwas unpassend, da hier ja ein Widerspruch ausgedrückt wird) nicht der erste Tag, denn Abertausende von ihnen waren bereits vergangen, dahin geglitten (ich bin mir nicht sicher, wie das offiziell ist, aber persönlich find ichs zusammengeschrieben schöner) unter den stummen Blicken derer, die sich im Schatten der Bäume verbargen. Überliefert in Erinnerungen, die für die Ewigkeit geschaffen wurden, um das Gedächtnis an jene verlorene Sekunde zu bewahren. Doch das konnten die Ersten nicht wissen, und deshalb nannten sie ihn den ersten Tag, nachdem die erste Nacht sie gelehrt hatte, was ein Tag und was eine Nacht überhaupt waren.
      Die Ersten mussten noch viel lernen [Komma] und [das] wussten sie auch. Binnen eines Herzschlags hatten sie in einer Welt die Augen aufgeschlagen, von deren Existenz sie nie zuvor etwas geahnt hatten. Und das, ohne sich zu erinnern, dass diesem Erwachen überhaupt ein Schlaf vorangegangen war.
      Sie wussten, dass sie lebten, dass sie Männer und Frauen waren, und sie unterhielten sich in einer Sprache, die sie kannten, ohne dass sie ihnen jedoch beigebracht worden wäre. Sie trugen Kleider, die sie nicht selbst gewebt hatten, und rot-goldene Anhänger, die ihnen eine unbekannte Hand angelegt hatte, hingen an Ketten um ihren Hals.
      Und jeden Augenblick entdeckten sie in dieser Welt, in die sie von irgendwoher hineingefallen waren, etwas Erstaunliches.
      Allem und jedem gaben sie Namen. Sie waren neugierig darauf, sich selbst zu entdecken, und verwundert, dass sie einander bereits kannten. Sie gaben der Sonne einen Namen, dem Mond, den Tieren und Pflanzen, dem Meer und dem Himmel, und als sie dann ihre Stadt bauten, mit weißen Türmen, die in den Himmel emporragten, gaben sie auch ihr einen Namen und nannten sie, (das Komma muss weg; Wenn du sagst: "Ich heiße X", setzt du auch kein Komma vor deinen Namen. Tolle Erklärung, ich weiß :D ) Tirion, die Weiße Hauptstadt. Nur für den Tod hatten sie keinen Namen, denn wer auch immer sie in diese Welt geschickt hatte, hatte sie unsterblich erschaffen. Sie kannten den Tod nicht.
      Sie waren zwanzig an der Zahl, zehn Männer und zehn Frauen, und indem sie untereinander heirateten und Kinder bekamen, begründeten sie ihr Volk. Sie lebten, (Komma weg) in einer Welt, die sie sich nicht gewaltsam erobern mussten, weil sie nur darauf gewartet zu haben schien, dass jemand von ihr Besitz ergriff.
      Und als ihre Kinder heran wuchsen (zusammen), begannen sie, diese Welt zu erforschen. Sie zogen in alle Himmelsrichtungen, und auf ihrem Weg entdeckten sie, dass es Flüsse, Wälder, Berge und Wüsten gab. Sie bauten andere Städte und bevölkerten sie mit neuen Familien. Und so entstand und wuchs ihr Königreich, ohne dass die Ersten Zeit hatten,es zu bemerken. Und mit dem Einverständnis aller ernannten sie schließlich ihren ersten König.
      Damals nannten sie sich einfach das Volk, denn sie konnten sich nicht vorstellen, dass es außer ihnen noch andere Völker gab, und sie glaubten, ganz allein auf der Welt zu sein. Auch zählten sie die Tage nicht, da sie meinten, die Zeit würde bis in alle Ewigkeit weiterlaufen und ihr Leben würde immer so glücklich und fruchtbar sein wie jetzt.
      Sie beteten zu den Göttern, die sie kannten, obwohl ihnen niemand von ihnen erzählt hatte, und zu dem einen Gott, der sie alle erschaffen hatte.
      In jener Zeit waren die Ersten den Göttern ähnlich, die für sie wie ältere Geschwister waren. Sie gingen spielerisch mit ihrer Zauberkraft um und schufen wunderbare Dinge, obwohl sie das niemand gelehrt hatte (das kam inzwischen oft genug vor^^)
      Dann entdeckten sie eines Tages die Feen im Wald, und von da an wussten sie, dass sie weder die ersten noch die einzigen Lebewesen auf dieser Welt waren.
      Und sie bemerkten, dass die Feen weiser waren als sie und so viel mehr kannten, und da die Ersten immer wissbegierig waren, baten sie die Feen, sie zu unterweisen.
      Mit der Zeit erfuhren die Ersten vom Schicksal der Welt und dem Willen der Götter, an dem die Feen teilhatten, und sie lernten, dass man einen Spalt in der Zeit öffnen und so einen Augenblick lang in die Zukunft sehen konnte. Und genauso freundlich, wie die Feen sie aufgenommen hatten, nahmen sie die jüngeren Völker auf, die in den folgenden Jahrhunderten auf der Welt entstanden waren: Zentauren, Kobolde, Goblins und die vier Gnomenstämme – P'shog, Blaoc, Li'uul und Reyas – und schließlich auch das Volk, das ihnen am meisten ähnelte, die Sterblichen. Als sie sich mit ihnen verglichen, lernten die Ersten, dass die anderen Völker sterblich waren, und so nannten sie sich die Ewigen, weil ihr Volk den Tod nicht kannte – und ihr Leben niemals endete.
      Das waren glückliche Zeiten, in denen es keinen Krieg gab und die Völker sich nicht vorstellen konnten, einander zu töten. Damals waren Ehen zwischen Sterblichen und Ewigen keine Seltenheit. In gegenseitigen Einverständnis legten die Völker die Grenzen ihrer Reiche fest und schufen die Allgemeine Sprache,damit alle einander verstehen konnten. Doch der Friede konnte nicht ewig halten, das wussten die Feen, die über die Grenzen der Zeit hinwegsehen konnten. Deshalb rieten sie den Ewigen wie den Sterblichen, ihre Städte mit Mauern zu befestigen und wachsam zu sein. Und das war weise. Denn ein dunkler Schatten breitete sich über die Welt aus, eine unbekannte, rätselhafte Bedrohung, die sich anschickte, alle Schrecken des Krieges über den Wesen auszuschütten. Dieser Schatten trug von da an den düsteren Namen Ungwe – Finsternis (Nicht Sauron? :huh: Ungwe klingt aber auch nach Tolkien :rolleyes: ) .
      Man erzählte sich, die Finsternis habe in sehr alter Zeit, lange vor Erschaffung der Welt, zu den Göttern gehört, doch Machtgier habe sie dazu getrieben, die göttlichen Gesetze zu brechen – in der Hoffnung, sich so über ihre Geschwister zu erheben. Sie war eine gewaltige, dunkle Kraft und vor ihrer Größe wirkten die Völker der Welt klein und ohnmächtig. Die Finsternis fuhr auf die Benachbarten (klein, außer die Benachbarten Reiche sind als solche ein Eigenname, dann passt es) Reiche hernieder – so nannten die Ewigen inzwischen die ihnen bekannte Welt – und überzog sie mit einem unendlich großen Heer von Wesen. Es waren Wesen, wie man sie noch nie gesehen hatte; Kreaturen der Finsternis. Schreckliche Untiere bevölkerten nun die Wälder, die früher einmal sicher und friedlich gewesen waren. Böse Geister nisteten sich in den Bäumen und Felsen ein. Und zum ersten Mal breiteten die Mörderdämonen, Söhne der Finsternis, ihre dunklen Flügel aus, besetzten den äußeren Rand der Nordlande und moderten und töteten, wie es in ihrer Natur lag. Die Finsternis (Die Wörter "dunkel" und "Finsternis" scheinen mir recht oft vorzukommen) öffnete die Gräber der Sterblichen und versprach den Toten die Illusion eines neuen Lebens als Lohn für ihre Loyalität. So kam es, dass die Untoten Seite an Seite mit den Truppen der Finsternis marschierten.
      Doch die Völker der Benachbarten Reiche (Okay, ist ein Eigenname, vergiss den Kommentar weiter oben ;) ) hatten sich vorbereitet und insgeheim Waffen und Rüstungen geschmiedet. Ihre Magier wussten die Kräfte der Natur für Angriff und Verteidigung einzusetzen. Und die Krieger der Ewigen hatten sich die großen, Feuer speienden Drachen unterworfen. An der Spitze des Heeres, das auf die Begegnung mit dem Feind wartete, standen die Ersten – hoch gewachsene Lichtgestalten, anzusehen wie Götter. Und als die dunklen Mächte erschienen, leistete ihnen das Heer der Benachbarten Reiche Widerstand und für den Feind war kein Durchkommen. Die leblosen Körper der Untoten wurden vom Feuer der Magie aufgezehrt ("verzehrt" würde besser passen). Die Dämonen mussten vor dem Ansturm der Drachen zurückweichen, und die Ungeheuer, die aus dem Wald gekommen waren, wurden wieder dorthin zurück gejagt. Schließlich traten die Ersten der Finsternis (Wenn du schon das Wort Ungwe als Eigenname für die Finsternis hast, benutz es doch öfter) selbst entgegen und besiegten sie. Daraufhin verschwand die Bedrohung in weiter Ferne und die Völker feierten ihren Sieg und ihre Freiheit.
      Doch diesen Sieg hatten sie teuer bezahlen müssen. Viele waren auf dem Schlachtfeld geblieben, darunter auch der König der Ewigen und zwei der Ersten. So fanden die Ewigen heraus, dass sie durch ein Schwert umkommen konnten, auch wenn sie auf natürliche Weise nicht starben, und sie lernten, (Komma weg) den Schmerz des Todes kennen. Doch sie entdeckten auch, wie stark sie waren. Sie wussten Zauberkräfte einzusetzen und die Natur zu beherrschen wie niemand sonst in den Benachbarten Reichen. Zwar hatten alle Völker entdeckt, dass sie viel stärker waren, als sie geglaubt hatten, doch niemand war kraftvoller und mächtiger als die Ewigen.
      Der Krieg war vorüber, doch die Waffen waren geblieben und zwischen den Benachbarten Reichen war nichts mehr wie früher. Die Finsternis hatte ihre Länder vergiftet, überall entdeckte man nun ihre Spuren. Die Wälder waren voller Gefahren, denn die Dämonen lebten noch in den Nordlanden. Und mit der Zeit fingen die Völker an, einander zu misstrauen, und sie versuchten, sich (einander passt besser und ist präziser) einzuschüchtern. Dem großen Frieden zu Anbeginn der Zeiten war ein neues, nicht sehr stabiles Gleichgewicht zwischen den Völkern gefolgt, über dem (das) die Ewigen mit ihrer Macht wachten und das ihren Bund mit den Sterblichen sicherte. Doch auch zwischen diesen beiden Völkern – den Ewigen und den Sterblichen – hatte sich alles verändert, und es stellte sich bald heraus, dass die Ewigen mit einem Hochmut auf die Sterblichen herabschauten, der beide für immer entfremdete.
      Die Sterblichen ihrerseits hätten alles dafür getan, das ewige Leben zu erlangen, das ihnen versagt geblieben war und um das sie die Ewigen beneideten. So wurden sie zu Druiden und Zauberern und versuchten auf diesem Wege, Unsterblichkeit zu erlangen. Doch nur die Ewigen kannten wirklich den Zauber, der dies ermöglichte, und behüteten eifersüchtig ihr Geheimnis (da ist dir ein Leerzeichen reingerutscht). Mit der Zeit führten Misstrauen und Distanz zu offenen Auseinandersetzungen. Und während das Bündnis zwischen den Ewigen und den Sterblichen langsam zerbrach, kehrte die Finsternis zurück [Komma] um erneut die Welt zu bedrohen.


      Interessanter Einstieg in die Geschichte, erinnert recht stark an Tolkien, aber das haben die meisten High-Fantasy-Geschichten eben so an sich. Aus der Ausgangslage lässt sich auf jeden Fall was machen, eine klassische High-Fantasy-Welt eben, von der Ausgangslage vergleichbar mit Mittelerde am Anfang des Herrn der Ringe.
      Diesen distanzierten, mystischen Schreibstil, mit dem du deine Welt vorstellst, hast du drauf, der Text lässt sich außerordentlich gut und flüssig lesen, deine Worte sind gut gewählt, die Sätze weder zu lang noch zu kurz und ich konnte kaum formale Fehler ausmachen (lediglich einige Wörter solltest du seltener benutzen). :hi1: Wenn die nächsten Teile, in denen die richtige Geschichte losgeht, diesem hier entsprechen, werde ich versuchen dabeizubleiben :thumbup:

      LG
      Arathorn
    • Vielen Dank für ein schönes und ehrliches Feedback. :danke:
      Ich hoffe das ich deinen Anforderungen gerecht werden kann...
      Jetzt folgt noch ein wenig Vorgeschichte und dann geht es mit
      der eigentlichen Geschichte los.

      Ich würde mich freuen, wenn du dabei bleibst.

      Lieben Gruß Dawn. :gutenacht:
      "Natürlich passiert es in deinem Kopf, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"
    • Hier der zweite Teil meiner Vorgeschichte, und der erste Ausschnitt von Kapitel EINS.
      Ich wünsche euch viel Spaß mit der Fortsetzung von Tirion - Gefährten der Finsternis ... :paladin:






      Vorgeschichte Teil 2


      Sie war nicht vernichtet worden. Das mussten die Völker der Benachbarten Reiche nun feststellen, denn mächtiger denn je erschien sie wieder, als ob niemand je ihr göttliches Wesen töten könnte. Zudem waren die Völker nicht auf ihr Erscheinen vorbereitet, wie noch damals zu Zeiten des Ersten Krieges. Es traf sie überraschend und schnell verdächtigte jeder den anderen und Zwietracht keimte zwischen den Verbündeten auf.
      Während die Völker sich auf die Verteidigung vorbereiteten, versuchte Ungwe alles, um sie weiter zu entzweien. Sie verhieß allen, die anfällig für ihre Versprechungen waren, Macht und Reichtum, und so zog sie die Goblins und die Kobolde auf ihre Seite. Und der Zweite Krieg gegen die Finsternis brach aus, härter und grausamer noch als der Erste.
      Schließlich gelang es den Ewigen und den Sterblichen, Seite an Seite noch einmal das Heer der Finsternis zu vertreiben.
      Aber um welchen Preis! Die Goblins und die Kobolde waren nun alle Sklaven der Dämonen aus dem Norden. Es hatte riesige Verluste gegeben, ganze Städte waren zerstört, die Gnome hatten sich in die Wälder im Westen zurückgezogen und hatten praktisch jeden Kontakt zu den anderen Völkern abgebrochen, und von den Ersten waren nur mehr vier am Leben. Die Ewigen bemühten sich, ihre Welt wieder aufzubauen, doch Frieden war inzwischen nur noch eine Erinnerung, ein schöner Traum. Und das sie wussten, das Ungwe zurückkehren würde, legte sich die Angst wie ein dünner Schleier über ihr leben, wie ein Gedanke, den man zwar nicht aussprach, der aber ständig gegenwärtig war, sich in jedes Schweigen drängte und drohend über jeder Tat lastete.
      Im laufe der Zeit brachen die Ewigen ihre Beziehung zu den anderen Völkern ab und verschanzten sich ganz hinter ihrem Stolz. Nun sahen sie es nicht mehr gern, wenn Ewige Sterbliche heirateten. Nun begannen sie, die Gnome zu verachten. Sie verließen ihre Behausungen im Land der Feen und zogen sich in die Grenzen des ewigen Königreiches zurück. Sie reisten auch nicht mehr durch die Welt, beschäftigten sich nur noch mit dem Studium der Magie, das sie begeisterte, und damit, ihre Geschichte aufzuschreiben und die Geheimnisse ihres Wissens eifersüchtig zu überwachen. Als dann die Finsternis zum dritten mal über sie kam, war ihr Bündnis mit den Sterblichen schon fast zerbrochen. Nur aus gemeinsamen Interesse beschlossen die beiden Völker, noch einmal Seite an Seite zu kämpfen. Die Gnome und Zentauren verhielten sich neutral. Goblins und Kobolde hatten sich schon seit den Zeiten des Zweiten Krieges auf die Seite von Ungwe geschlagen. Diesmal standen also Ewige und Sterbliche allein gegen den Feind. Der Dritte Krieg gegen die Finsternis dauerte noch länger und war noch blutiger als die beiden vorherigen. Sterbliche und Ewige wehrten sich lange, doch mit jedem Tag verloren sie an Boden. Auf den Feldern von Numa wurde die gesamte Bevölkerung eines Teils des Reiches vernichtet. Im Norden wurde der Druidenkreis dem Erdboden gleichgemacht. Die Feen errichteten Tore vor ihrem Reich, die jedem den Zutritt versperrten, der den Weg dorthin nicht schon vorher kannte. Achthundert Jahre dauerte der Krieg; ganze Generationen erfuhren nie, was Frieden bedeutete. Die Drachen starben aus, große Helden fielen, in der nähe der Schlachtfelder entstanden Hügelketten mit anonymen Gräbern. Doch die Ewigen und die Sterblichen hielten stand. Sie lebten weiter, bekamen Kinder, gaben ihnen Namen ihrer Vorfahren und bauten ihre zerstörten Städte aus den Trümmern wieder auf. Sie hissten erneut ihre heruntergerissenen Fahnen, schmolzen die zerbrochenen Schwerter ein und schmiedeten neue daraus, flickten die durchbohrten Schilde, nähten die Wunden und trockneten Tränen. Und langsam wendete sich das Kriegsglück. Die Ewigen und die Sterblichen gewannen allmählich den Boden zurück, den sie verloren hatten, und schließlich besiegten sie die Finsternis zum dritten Mal.
      Und auch dieser Dritte Krieg endete damit, dass die Benachbarten Reiche gerettet waren. Doch als sich die Sieger am Tag nach der Schlacht umsahen, mussten sie feststellen, dass sie ihr Land zwar bewahrt hatten, dass es nun aber völlig verheert war. Von den Ersten lebten nur noch Hauptmann Vandriyan von der Schwarzen Lilie und Mardyan, der Einsame. Ganze Städte waren in Schutt und Asche zerfallen, Hunderte von Familien trauerten um ihre Väter, Ehemänner und Brüder. Jeder hatte seine eigene Last zu tragen, und so lockerte sich das Band zwischen Ewigen und Sterblichen wieder, das ihr langer gemeinsamer Kampf neu gefestigt hatte. Als der Krieg nun zu Ende war, merkten die Ewigen, dass sie sich zu sehr von der Magie hatten leiten lassen, ja von ihr abhängig geworden waren, und sie beschlossen, ihr Studium aufzugeben. Doch der Stolz darauf, unsterblich zu sein, wuchs in ihren Herzen. Weil sie sich einbildeten, diesmal sie die Finsternis endgültig besiegt, brachen die Ewigen auch noch ihr letztes Bündnis und setzten ihrer langen Freundschaft mit den Sterblichen ein Ende. Unter Herrschaft von Sire Ataran dem Zweiten, der als der hochmütigste König der Ewigen in die Analen der Geschichte eingehen sollte, zogen sie sich in die Grenzen ihres Königreiches zurück. Dort lebten sie fortan in stolzer Abgeschiedenheit.
      Die Jahrhunderte vergingen. Man beseitigte die Schäden, die der Krieg verursacht hatte. Jedes der Völker in den Benachbarten Reichen lebte für sich allein, und es herrschte Frieden – abgesehen von gelegentlichen Überfällen der Goblins, die man in wenigen Tagen niedergeschlagen hatte. Die Zeit des Krieges gegen Ungwe schien unendlich weit zurückzuliegen, und mit jedem Tag, der verging, festigte sich die Überzeugung, dass der Feind kein viertes Mal zurückkehren würde. Langsam entstand ein neues Gleichgewicht zwischen den Völkern, das so auf Eigenständigkeit fußte wie das vorige auf dem Miteinader. Es konnte erfolgreich sein, so hoffen es alle.
      Doch diese Hoffnungen sollten wieder einmal enttäuscht werden.




      EINS


      *
      Das Feuer prasselte und verbreitete eine angenehme Wärme. Ein eisiger Wind pfiff am Saum des Finsterwaldes entlang, fegte über Grenzländer und versuchte, die flackernden Flammen auszulöschen. Unter dem Gebirgszug, der „der Schroffen“ genannt wurde, funkelten die Lichter der letzten Stadt vor den Augen des einsamen Wanderers, der sich eng in seinem dunkelvioletten Umhang gewickelt hatte. Die Tannen des Waldes ragten hoch und schwarz vor ihm auf wie eine dichte Wand, die der Feuerschein kaum erhellte, und aus dem Unterholz drangen ab und an leise Raschel- und Knacklaute, Geräusche von Tieren oder herabfallenden Ästen. Der Mann seufzte und fuhr sich mit einer Hand durch die langen silbernen Haare. Seit dreihundertfünfzigtausend Jahren zog er nun rastlos umher. Er hatte solche Sehnsucht nach Ruhe – aber die schien nicht seiner Bestimmung zu entsprechen.
      Der Junge kniete beim Feuer und sah zur dunklen Silhouette des Einsamen auf, die sich am Rande des Schroffen gegen den lilafarben leuchtenden Himmel erhob. Die langen Haare des Mannes wehten im Wind und sein Umhang bauschte sich. Ruhelos und einsam wirkte seine ganze Erscheinung.
      „Slyman“, rief ihn der Einsame jetzt mit rauer, tiefer Stimme an.
      „Ja?“ Der Junge erhob sich und schaute ihn aus seinen sanften hellgrünen Augen an. Er war noch zu jung, um jemanden wie dem Einsamen ein würdiger Reisegefährte zu sein.
      „Was wünscht Ihr, Herr?“
      „Slyman“, wiederholte der Einsame. „Morgen Mittag werde ich die letzte Grenze überschreiten. Es steht dir frei, mich zu verlassen, wenn du das möchtest. Ich war noch nie jenseits dieser Grenze und weiß nicht, was mich auf der anderen Seite erwartet. Wahrscheinlich lauern dort große Gefahren. Wenn du eigene Wege gehen willst, kannst du das tun. Überleg es dir gut.“
      Slyman senkte den Kopf. „Eure Worte verletzen mich, Herr“, antwortete er. „Ich bin kein Feigling und ich werde Euch auf keinen Fall allein unbekannten Gefahren entgegentreten lassen. Ihr seid alles, Ihr seid mehr als mein Vater für mich. Es erstaunt mich, dass Euch überhaupt in den Sinn kommt, ich könnte fortgehen. Was könnte ich damit gewinnen? Ich habe niemanden auf der Welt, niemanden außer Euch. Wenn ich schon sterben muss, so erlaubt mir wenigstens, an Eurer Seite zu sterben.“
      Er hatte das Gefühl, dass der Einsame lächelte. „Du bist noch jung“, erwiderte er, „doch du bist mutig,Slyman. Du hast genau das gesagt, was ich von dir erwartet habe. Ich danke dir. Du hast mich und ich habe dich. Wir sind uns selbst genug. Jetzt leg dich hin und schlafe, denn morgen sollten wir bei Sonnenaufgang aufstehen. Es wäre gut, wenn wir die Grenze überschreiten, bevor der Nebel sich lichtet. Schlaf, mein Junge, ich werde Wache halten. Ich brauche schon lange keinen Schlaf mehr.“
      Slyman breitete seine Decke aus und rollte sich darauf zusammen. Die Letzte Stadt leuchtete unwirklich zu ihnen herüber. Ehe er in einem Strudel wirrer Träume versank, nahm Slyman als letzten Eindruck das Bild des Einsamen mit, der beim Feuer saß, das blanke Schwert auf den Knien.
      "Natürlich passiert es in deinem Kopf, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"
    • @Dawn

      Spoiler anzeigen
      Vorgeschichte Teil 2


      Sie war nicht vernichtet worden. Das mussten die Völker der Benachbarten Reiche nun feststellen, denn mächtiger denn je erschien sie wieder, als ob niemand je ihr göttliches Wesen töten könnte (ist jetzt nicht falsch, aber "würde töten können" wär schoner). Zudem waren die Völker nicht auf ihr Erscheinen vorbereitet, wie noch damals zu Zeiten des Ersten Krieges. Es traf sie überraschend und schnell verdächtigte jeder den anderen und Zwietracht keimte zwischen den Verbündeten auf. (Zwietracht ist bereits im letzten Abschnitt aufgekeimt)

      Während die Völker sich auf die Verteidigung vorbereiteten, versuchte Ungwe ( :thumbup: ) alles, um sie weiter zu entzweien. Sie verhieß allen, die anfällig für ihre Versprechungen waren, Macht und Reichtum, und so zog sie die Goblins und die Kobolde auf ihre Seite. Und der Zweite Krieg gegen die Finsternis brach aus, härter und grausamer noch als der Erste (Ich denk mal, das ist als eine spezifische Bezeichnung für die beiden Kriege, wie ein Eigenname, gedacht, ich würds an deiner Stelle aber klein schreiben).
      Schließlich gelang es den Ewigen und den Sterblichen, Seite an Seite noch einmal das Heer der Finsternis zu vertreiben.
      Aber um welchen Preis! Die Goblins und die Kobolde waren nun alle Sklaven der Dämonen aus dem Norden. Es hatte riesige (ungeheure) Verluste gegeben, ganze Städte waren zerstört, die Gnome hatten sich in die Wälder im Westen zurückgezogen und hatten (das hatten steht weiter vorne schon, reicht als Bezug auch für zwei andere Verben) praktisch jeden Kontakt zu den anderen Völkern abgebrochen, und von den Ersten waren nur mehr vier am Leben. Die Ewigen bemühten sich, ihre Welt wieder aufzubauen, doch Frieden war inzwischen nur noch eine Erinnerung, ein schöner Traum. Und das (da) sie wussten, das Ungwe zurückkehren würde, legte sich die Angst wie ein dünner Schleier über ihr leben (groß), wie ein Gedanke, den man zwar nicht aussprach, der aber ständig gegenwärtig war, sich in jedes Schweigen drängte und drohend über jeder Tat lastete.
      Im laufe (groß) der Zeit brachen die Ewigen ihre Beziehung zu den anderen Völkern ab und verschanzten sich ganz hinter ihrem Stolz. Nun sahen sie es nicht mehr gern, wenn Ewige Sterbliche heirateten. Nun begannen sie, die Gnome zu verachten. Sie verließen ihre Behausungen im Land der Feen und zogen sich in die Grenzen des ewigen Königreiches zurück. Sie reisten auch nicht mehr durch die Welt, beschäftigten sich nur noch mit dem Studium der Magie, das sie begeisterte, und damit, ihre Geschichte aufzuschreiben (niederzuschreiben) und die Geheimnisse ihres Wissens eifersüchtig zu überwachen. Als dann die Finsternis zum dritten mal (groß) über sie kam, war ihr Bündnis mit den Sterblichen schon fast zerbrochen. Nur aus gemeinsamen Interesse beschlossen die beiden Völker, noch einmal Seite an Seite zu kämpfen. Die Gnome und Zentauren verhielten sich neutral. Goblins und Kobolde hatten sich schon seit den Zeiten des Zweiten Krieges auf die Seite von Ungwe geschlagen. Diesmal standen also Ewige und Sterbliche allein gegen den Feind. Der Dritte Krieg gegen die Finsternis (wenn du den durchgestrichenen Satz streichst, da er überflüssig ist, kannst du hier wieder Ungwe verwenden) dauerte noch länger und war noch blutiger als die beiden vorherigen. Sterbliche und Ewige wehrten sich lange, doch mit jedem Tag verloren sie an Boden. Auf den Feldern von Numa wurde die gesamte Bevölkerung eines Teils des Reiches vernichtet. Im Norden wurde der Druidenkreis dem Erdboden gleichgemacht. Die Feen errichteten Tore vor ihrem Reich, die jedem den Zutritt versperrten, der den Weg dorthin nicht schon vorher kannte. Achthundert Jahre dauerte der Krieg; ganze Generationen erfuhren nie, was Frieden bedeutete. Die Drachen starben aus, große Helden fielen, in der nähe (groß) der Schlachtfelder entstanden Hügelketten mit anonymen Gräbern. Doch die Ewigen und die Sterblichen hielten stand. Sie lebten weiter, bekamen Kinder, gaben ihnen Namen ihrer Vorfahren und bauten ihre zerstörten Städte aus den Trümmern wieder auf. Sie hissten erneut ihre heruntergerissenen Fahnen, schmolzen die zerbrochenen Schwerter ein und schmiedeten neue daraus, flickten die durchbohrten Schilde, nähten die Wunden und trockneten Tränen. Und langsam wendete sich das Kriegsglück. Die Ewigen und die Sterblichen gewannen allmählich den Boden zurück, den sie verloren hatten, und schließlich besiegten sie die Finsternis zum dritten Mal.
      Und auch dieser Dritte Krieg endete damit, dass die Benachbarten Reiche gerettet waren. Doch als sich die Sieger am Tag nach der Schlacht umsahen, mussten sie feststellen, dass sie ihr Land zwar bewahrt hatten, dass es nun aber völlig verheert war. Von den Ersten lebten nur noch Hauptmann Vandriyan von der Schwarzen Lilie und Mardyan, der Einsame. Ganze Städte waren in Schutt und Asche zerfallen, Hunderte von Familien trauerten um ihre Väter, Ehemänner und Brüder. Jeder hatte seine eigene Last zu tragen, und so lockerte sich das Band zwischen Ewigen und Sterblichen wieder, das ihr langer gemeinsamer Kampf neu gefestigt hatte. Als der Krieg nun zu Ende war, merkten die Ewigen, dass sie sich zu sehr von der Magie hatten leiten lassen, ja von ihr abhängig geworden waren, und sie beschlossen, ihr Studium aufzugeben. Doch der Stolz darauf, unsterblich zu sein, wuchs in ihren Herzen. Weil sie sich einbildeten, diesmal [hätten] sie die Finsternis endgültig besiegt, brachen die Ewigen auch noch ihr letztes Bündnis und setzten ihrer langen Freundschaft mit den Sterblichen ein Ende. Unter Herrschaft von Sire Ataran dem Zweiten, der als der hochmütigste König der Ewigen in die Analen ( :D da steckt ein Fehler drin) der Geschichte eingehen sollte, zogen sie sich in die Grenzen ihres Königreiches zurück. Dort lebten sie fortan in stolzer Abgeschiedenheit.
      Die Jahrhunderte vergingen. Man beseitigte die Schäden, die der Krieg verursacht hatte. Jedes der Völker in den Benachbarten Reichen lebte für sich allein, und es herrschte Frieden – abgesehen von gelegentlichen Überfällen der Goblins, die man in wenigen Tagen niedergeschlagen hatte. Die Zeit des Krieges gegen Ungwe schien unendlich weit zurückzuliegen, und mit jedem Tag, der verging, festigte sich die Überzeugung, dass der Feind kein viertes Mal zurückkehren würde. Langsam entstand ein neues Gleichgewicht zwischen den Völkern, das so auf Eigenständigkeit fußte wie das vorige auf dem Miteinader. Es konnte erfolgreich sein, so hoffen es alle.
      Doch diese Hoffnungen sollten wieder einmal ("einmal mehr" würde besser zum sonstigen Stil des Textes passen) enttäuscht werden.




      EINS

      *
      Das Feuer prasselte und verbreitete eine angenehme Wärme. Ein eisiger Wind pfiff am Saum des Finsterwaldes entlang, fegte über [die] Grenzländer und versuchte, die flackernden Flammen auszulöschen. Unter dem Gebirgszug, der „der Schroffen“ (der Schroffe/die Schroffen (Berge)) genannt wurde, funkelten die Lichter der letzten (groß) Stadt vor den Augen des einsamen Wanderers (er ist doch nicht alleine?), der sich eng in seinem dunkelvioletten Umhang gewickelt hatte. Die Tannen des Waldes ragten hoch und schwarz vor ihm auf wie eine dichte Wand, die der Feuerschein kaum erhellte, und aus dem Unterholz drangen ab und an leise Raschel- und Knacklaute (würde ich ändern, könnte sich u.U. seltsam ausmachen, wenn man schnell drüber liest und sich verguckt), Geräusche von Tieren oder herabfallenden Ästen. Der Mann seufzte und fuhr sich mit einer Hand durch die langen silbernen Haare. Seit dreihundertfünfzigtausend (das ist doch ein wenig ZU viel, oder? :D ) Jahren zog er nun rastlos umher. Er hatte solche Sehnsucht nach Ruhe – aber die schien nicht seiner Bestimmung zu entsprechen.
      Der Junge kniete beim Feuer und sah zur dunklen Silhouette des Einsamen auf, die sich am Rande des Schroffen gegen den lilafarben leuchtenden Himmel erhob. Die langen Haare des Mannes wehten im Wind und sein Umhang bauschte sich. Ruhelos und einsam wirkte seine ganze Erscheinung.
      „Slyman“, rief ihn der Einsame (scheint sein Name zu sein, aber dann streich das Adjektiv im letzten Absatz; man muss nicht beschreiben, dass die Erscheinung des Einsamen einsam wirkt :P ) jetzt mit rauer, tiefer Stimme an.
      „Ja?“ Der Junge erhob sich und schaute ihn aus seinen sanften hellgrünen Augen an. Er war noch zu jung, um jemanden wie dem Einsamen ein würdiger Reisegefährte zu sein.
      „Was wünscht Ihr, Herr?“
      „Slyman“, wiederholte der Einsame. „Morgen Mittag werde ich die letzte Grenze überschreiten. Es steht dir frei, mich zu verlassen, wenn du das möchtest. Ich war noch nie jenseits dieser Grenze und weiß nicht, was mich auf der anderen Seite erwartet. Wahrscheinlich lauern dort große Gefahren. Wenn du eigene Wege gehen willst, kannst du das tun. Überleg es dir gut.“
      Slyman senkte den Kopf. „Eure Worte verletzen mich, Herr“, antwortete er. „Ich bin kein Feigling und ich werde Euch auf keinen Fall allein unbekannten Gefahren entgegentreten lassen. Ihr seid alles, Ihr seid mehr als mein Vater für mich. Es erstaunt mich, dass Euch überhaupt in den Sinn kommt, ich könnte fortgehen. Was könnte ich damit gewinnen? Ich habe niemanden auf der Welt, niemanden außer Euch. Wenn ich schon sterben muss, so erlaubt mir wenigstens, an Eurer Seite zu sterben.“
      Er hatte das Gefühl, dass der Einsame lächelte. „Du bist noch jung“, erwiderte er, „doch du bist mutig,[Leerzeichen]Slyman. Du hast genau das gesagt, was ich von dir erwartet habe. Ich danke dir. Du hast mich und ich habe dich. Wir sind uns selbst genug. Jetzt leg dich hin und schlafe, denn morgen sollten wir bei Sonnenaufgang aufstehen. Es wäre gut, wenn wir die Grenze überschreiten, bevor der Nebel sich lichtet. Schlaf, mein Junge, ich werde Wache halten. Ich brauche schon lange keinen Schlaf mehr.“
      Slyman breitete seine Decke aus und rollte sich darauf zusammen (sollte er sich nicht zudecken, wenn er im Freien schläft?). Die Letzte Stadt leuchtete unwirklich zu ihnen herüber. Ehe er in einem Strudel wirrer Träume versank, nahm Slyman als letzten Eindruck das Bild des Einsamen mit, der beim Feuer saß, das blanke Schwert auf den Knien.


      Zur restlichen Vorgeschichte:
      Vom Stil gibts nichts zu bemängeln, du hast lediglich ein paar Mal die Shifttaste nicht erwischt :thumbup:
      Allerdings ist diese Vorgeschichte länger als nötig und gegen Ende nicht mehr sonderlich überraschend, da sich sowohl die Geschichte als auch die Wortwahl zu denselben Ereignissen (Letztere zwangsläufig) wiederholen; ich an deiner Stelle würde den zweiten und dritten Krieg zu einem einzigen verschmelzen, auf Dauer wirkt dieses ständige Hin und Her nicht mehr authentisch
      Die nun vorkommenden Namen gefallen mir, ebenso wie die Bezeichnung "Ewige" und "Erste" für die (denke ich) elbenähnlichen Wesen :thumbsup:

      Zur richtigen Geschichte:
      Die Beschreibung der Umgebung und Natur am Anfang gefällt mir, der Einsame scheint ein doch nicht ganz uninteressanter Charakter zu werden, vor allem, da er in seinem Leben einiges erlebt haben dürfte, was spannend zu erfahren wäre. Allerdings halte ich sein Alter für etwas übertrieben, hier könnte man noch kürzen (auch falls es sich um einen der noch lebenden Ersten handeln sollte) ;) Silberne Haare und violetter Mantel - passt, schönes Bild :thumbup:
      Mit dem Jungen kann man noch nicht viel anfangen, es passiert ja noch nichts.
      Die beiden reden ein wenig zu lang am Stück und zu hochgestochen und pathetisch, du könntest ihre Sprache noch ein wenig vereinfachen.
      Dann schreib mal schnell den nächsten Teil :thumbup:

      LG
      Arathorn
    • So Freunde des Abends :vampire: , ich melde mich auch mal wieder zurück mit einer (ich weiß) schon lange
      überfälligen Fortsetzung meines Werkes Tirion - Gefährten der Finsternis....
      Also quatsche ich nicht lange um den heißen Brei, sondern lege direkt los :








      An diesem Sommermorgen war die Illusion von Frieden so perfekt, dass manch einer in Tirion schon auf ein Ende das Krieses hoffte. Doch diese Hoffnung war trügerisch: Tag für Tag brachen Männer zur Nordgrenze auf, wo die erbittertsten Kämpfe tobten; und die Frauen fragten sich, wie viele ihrer Söhne und Männer wieder heimkehren würden.
      Hauptmann Vandriyan von der Schwarzen Lilie war gerade erst von der Nordwestgrenze eingetroffen. Seine drei ältesten Söhne waren bei ihm; weitere fünf kämpften noch an der Front. Nur einer seiner Söhne, der jüngste, war in der Hauptstadt zurückgeblieben: Lyannen.
      Vor Jahren hatte Vandriyan von der Schwarzen Lilie einen Schritt gewagt, den kaum noch ein Ewiger tat: Er hatte eine Sterbliche Frau genommen. Tatsächlich hatte diese Entscheidung sogar ihn selbst überrascht. Vor langen Zeiten, als der Dritte Krieg gegen die Finsternis nur mehr eine ferne Erinnerung war, hatte sich das Reich auf einmal mit einer neuen Gefahr konfrontiert gesehen: Ein gewisser Algus, ein Zauberer, der behauptete, der uneheliche Sohn von Sire Ataran II. Zu sein und mit Hilfe von Magie Unsterblichkeit erlangt zu haben, hatte die Grenzen des Ewigen Königreichs mit einem Heer von Goblins und Kobolden angegriffen. Als Verbündete hatte er die Sterblichen gewinnen können, die vom Groll gegen die Ewigen angetrieben wurden. Und als Vandrivan nach einer Schlacht mit seinem Gefährten Mardyan, dem Einsamen, nach Hause zurückgekehrt war, hatte er entdecken müssen, dass die Sterblichen ihnen zuvorgekommen waren und das sie ihre Frauen und Kinder niedergemetzelt hatten. Damals hatte Vandriyan sich geschworen, niemals mehr eine Frau zu lieben.
      Doch dann war Sasha gekommen: eine Sterbliche, die zusammen mit vier Gefährten berufen wurde, dem Zauberer die Stirn zu bieten, weil eine alte Prophezeiung besagte, dass nur diese fünf Sterblichen ihn besiegen konnten. Vandriyan erkannte, dass kein Schwur der Welt ihn davon abhalten konnte, Sasha zu lieben. Und ebenso wenig die Missbilligung der Ewigen. Denn auch wenn Sasha groß und blond war wie eine Prinzessin der Ewigen, gründete sich ihre Unsterblichkeit doch nur auf Magie, und ihre zehn gemeinsamen Kinder waren Halbsterbliche – sogenannte Herkunftslose. Und es gab nur weniges, was für einen Ewigen schlimmer war, als ein Herkunftsloser zu sein.
      Obwohl sich Sasha einst die Anerkennung und den Respekt der Ewigen erworben hatte, da sie das Reich vor Ungwe gerettet hatte, war ihre Verbindung mit Vandriyan im Königreich nicht gern gesehen. Mochte sie auch noch so heldenhaft gehandelt haben – keine Sterbliche war nach Meinung der Ewigen würdig, Vandriyan von der Schwarzen Lilie zu heiraten. Er war der Letzte der Ersten, der zwanzig Urahnen ihres Volkes, die ihre Augen vor unendlich vielen Jahren zum ersten Mal geöffnet hatten, als der Gott der Götter die Welt bevölkerte. Wenige unter den Töchtern der Ewigen wären seiner würdig gewesen – aber ganz sicher keine Sterbliche!
      Doch Vandriyans Wahl war gefallen. Sasha hatte ihm neun Söhne und eine Tochter geschenkt, und sie alle waren eindeutig die Sprösslinge ihres Vaters: groß, schön, mit goldblondem oder silbernem Haar und feinen, edlen Zügen. Niemand kam bei ihrem Anblick in den Sinn, dass diese zehn Kinder Halbsterbliche seien. Sie waren so schön und ähnelten ihrem Vater so sehr, dass man die Herkunft ihrer Mutter vergaß.
      Das heißt: Bei allen vergaß man sie – nur nicht bei einem.
      Lyannen war der jüngste Sohn von Vandriyan und Sasha. Er war vor Kurzem einhundert Jahre alt geworden, ein Alter, von dem man sich eigentlich Freiwillig dem Heer anschließen durfte. Doch obwohl an der Front verzweifelt Verstärkung gebraucht wurde, war Lyannen nicht mit seinen Brüdern aufgebrochen. Denn Lyannen war anders als seine Geschwister. Seit seiner Geburt hatten seine Eltern gewusst, dass er es nicht leicht haben würde.
      Lyannen war nicht sehr groß, gerade einmal einen Meter achtzig, während ein Ewiger mittlerer Statur zwei Meter zehn erreichte. Er hatte einen schönen gelenkigen und kräftigen Körper und wunderschöne eisblaue Augen, die aufmerksam in die Welt blickten. Sein Gesicht war schmal und seine feinen intelligenten Züge ähnelten durchaus denen seines Vaters und wie alle Ewigen hatte er spitze Ohren. Doch etwas unterschied ihn deutlich von seinen Geschwistern und brachte Leute dazu, verächtlich auf ihn herabzusehen. Es brandmarkte ihn als einen Herkunftslosen und war niemals zu übersehen: Es war die Farbe seiner Haare.
      Alle Ewigen hatten entweder silberne oder goldblonde Haare. Das war ein Geschenk der Götter, ein sichtbares Symbol ihrer Herkunft, und sie waren so stolz darauf, dass sie sie nur selten schnitten. Allerdings wuchsen ihre Haare auch meist sehr langsam. Die Haare von Lyannen dagegen waren wie seines Großvaters mütterlicherseits, der ein Jahrhundert vor Lyannens Geburt gestorben war und den er deshalb nur aus Sashas Ezählungen kannte: Sie waren lang, glatt, glänzend und vor allem rabenschwarz. Sasha musste sie ihm häufig schneiden, damit sie nicht zu lang wurden. Sie waren ein sichtbares Zeichen dafür, dass Lyannen ein Herkunftsloser war. Niemand konnte das übersehen. Und niemand tat es. Aus diesem Grund wurde Lyannen nicht beim Heer zugelassen. Aus diesem Grund würde niemand es wagen, ihm seine Tochter zur Frau zu geben. Und seine Haare waren auch der Grund, warum er von den Leuten gemieden wurde, als ob sie fürchteten, er habe eine ansteckende Krankheit. In Tirion war er für alle nur Lyannen, der Halbsterbliche. Er war ein Geächteter, ohne Gegenwart, ohne Hoffnung auf Zukunft. Für Lyannen war die Weiße Hauptstadt nichts als ein goldener Käfig, aus dem er nur allzu gern geflohen wäre.
      Trotz alledem aber war Lyannen seit seiner Geburt der Lieblingssohn seines Vaters. Vor knapp achtzig Jahren, als Lyannen gerade einmal zwanzig war, hatte ihn sein Vater zu einem Orakel mitgenommen, damit man ihm dort seine Zukunft prophezeite. Lyannen erinnerte sich nicht mehr daran, was das Orakel über ihn gesagt hatte, aber dafür wusste er noch genau, was auf dem Rückweg geschehen war. Er hatte noch nie eine so schöne Sternennacht erlebt.
      "Papa", hatte er gesagt, "Papa, hol einen Stern für mich!"
      Anstatt über die Bitte des Kindes zu lachen, hatte Vandriyan seinen Sohn voller Zärtlichkeit angesehen. Dann hatte er eine Hand zum Himmel erhoben und sie blitzschnell zusammengeballt, als wolle er eine Eidechse fangen. Als er sie wieder herunternahm, pulsierte in seiner Faust ein heller silberner Lichtschein. Vandriyan hatte seine Hand geöffnet und dem Sohn einen funkelnden Anhänger greicht, der die Form eines fünfzackigen Sterns hatte. Im Licht des Mondes leuchtete der Anhänger geheimnisvoll, und Lyannen hatte sofort gewusst, dass dies kein gewöhnliches Schmuckstück aus Silber war. Es war ein echter, ein wirklicher Stern vom Firnament. Mehr als einmal hatte Vandriyan behauptet, dass der Anhänger, den Lyannen immer an einer Silberkette um den Hals trug, besondere Kräfte berge. Im Moment der Not – so erklärte der Vater – würde Lyannen schon wissen, wie er sie zu gebrauchen habe. Lyannen verstand zwar nicht, um welche Kräfte es sich handelte, aber er spürte, dass sein Vater die Wahrheit sagte.
      Vandriyan sorgte auch dafür, dass Lyannen seine Studien beendete, zunächst mit einem eigenen Hauslehrer und später dann in einer Militärakademie. Wie alle anderen jungen Männer hatte Lyannen den Umgang mit dem Schwert gelernt. Er kannte die Heilkräuter und wusste, wie man sie nach den Regeln der traditionellen Medizin verwendete. Er konnte in Lettern und Runen schreiben, war gut im Zeichnen, spielte Flöte und Harfe und hatte eine schöne Gesangsstimme. In der Militärakademie hatte er auch endlich wahre Freunde gefunden, darunter sogar einen Neffen des Königs. Deshalb und natürlich auch seines Vaters wegen hatte man ihm schließlich den Zutritt zum Königshof gewährt.
      Lyannen war ein höflicher und intelligenter Junge und sogar der König fand Vergnügen an seiner Gesellschaft. Alles in allem hatte Vandriyan ungewöhnlicher Sohn so ein beinahe annehmbar zu nennendes Leben gefunden. Aber – und das wusste Lyannen nur zu gut – er war ein Außenseiter und würde es immer bleiben. Ein Halbsterblicher, nichts mehr.




      An diesem Tag stand die Sonne hoch am azurblauen Himmel über Tirion, strahlte über die Türme der Weißen Residenz und spiegelte sich glitzernd im Fluss Silberstrom, der sich quer durch die Stadt zog. Eine sanfte Brise linderte die Hitze des Tages. Ein beinahe vollkommender Frieden lag über Tirion. Vandriyan und seine drei ältesten Söhne, die nach fünf Monaten an der Front in die Stadt zurückkehrten, genossen den majestätischen Anblick, der sich ihnen bot. Weiß wie Schnee, gleißend hell im Sonnenglanz, erschien ihnen ihre Stadt wie ein Wunderwerk. Unzählige Spitzen und Türmchen reckten sich dem Himmerl entgegen, der Fluss brauste mächtig unter den Bögen der Weißen brücke hindurch und der stattliche Bau der Königlichen Residenz mit den vier Türmen erhob sich stolz am Großen Platz mit seinem herrlichen Park. Sie waren drei Wochen lang ununterbrochen gelaufen, ihr schweres Gepäck auf den Schultern, aber nun lag die Front des Krieges weit hinter ihnen. Vandriyan und seine Söhne waren staubbedeckt und erschöpft und brauchten dringend Erholung.
      Auf der Straße wurde der Hauptmann mit lauten Jubelrufen empfangen. Trotz der vergangenen Strapazen hielt Vandriyan sich aufrecht und lief mit hoch erhobenem Haupt vorwärts. Er war ganz in Grün gekleidet, ein langer Umhang wehte von seinen Schultern. An den Handgelenken trug er hellgoldene Armreifen, auf denen Runen eingraviert waren, und um seinen Hals hing eine Kette mit einem Anhänger aus rotem Gold, die er seit Anbeginn der Zeiten trug und noch nie abgenommen hatte. Seine Züge wirkten vornehm und stolz, seine Haut war glatt und unbehaart wie bei allen Ewigen. Er hatt zwei leuchtend Grüne Augen und lange goldfarbene Haare. Hinter eines seiner spitzen Ohren hatte er eine schwarze Lilie gesteckt – allerdings hatte die in der Hitze ziemlich gelitten.
      Sein ältester Sohn Hilsir neben ihm war ganz in Blau gekleidet. Er hatte einen durchtrainierten, muskulösen Körper, langes Silberhaar und eisgraue Augen. Der Zweitgeborene Tyhanar war groß und eher zart. Seine Gewänder waren aus türkisfarbener Seide und passten ausgezeichnet zu seinen Augen, die genauso grün leuchteten wie die von Vandriyan. Unterwegs begrüßten ihn viele Mädchen, ebenso wie Lanyan, den dritten Sohn. Er war groß und schlank, eher hager und bewegte sich elegant. Seine Kleidung war in Rot gehalten udn an seine langen kräftigen Beine schmiegten sich braune Lederstiefel.
      Die vier Reisenden mussten auf ihrem Weg durch die Stadt oft stehen bleiben. An jeder Straßenecke hielt sie jemand an und wollte Nachrichten aus dem Krieg erhalten. Eine besorgte Mutter fragte nach ihrem Sohn, der unter Vandriyand Kommando kämpfte, und ein Mädchen erkundigte sich bei Hilsir nach ihrem Verlobten, der sein Waffengefährte war. Der Feldherr versuchte, für jeden ein Wort des Trostes zu finden.




      Danke fürs Lesen ... würde mich über Feedback freuen!
      :friends: :gutenacht:
      "Natürlich passiert es in deinem Kopf, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?"
    • Durch Zufall bin ich auf den Text gestoßen, der seit fast einem Jahr nicht kommentiert wurde. Da ich mir gerade über Perspektiven Gedanken mache, passte dieser Text für mich sehr gut.

      Ich muss gestehen, er liest sich angenehm runter. Wie gesagt, ich frage mich, aus welcher Perspektive ist er erzählt. Am Ende gibt es nur eine Erklärung: der auktoriale Erzähler schlägt zu. Der allwissende Erzähler, der in allen Köpfen gleichzeitig drinnen ist und alles weiß, was je geschah und je geschehen wird. Eben dieser Erzähler führt uns durch den Text. Interessant, dass diese Technik durchaus funktioniert. Alles erklärt zu bekommen, ohne von den Beschränkungen betroffen zu sein, die anderen POV mit sich bringen.

      Dieser allwissende Erzähler erklärt uns die Szene über Götter und Halbgötter. Krieg und Frieden. Direkte Rede kommt einmal als Rückblende vor.

      Weiß gar nicht, ob ich dem auktorialen Erzähler mehr als diesem Textbeispiel folgen würde. Aber ich mochte den Text, half er mir Einsichten zu gewinnen, welche Crux es mit den Perspektiven hat.