Soldaten der abtrünnigen Provinz

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    • Die neuen Teile gefallen mir um einiges besser, als die davor. Viel besser geschrieben, spannend, die Handlung kommt voran und kaum Dativfehler.

      Ich hoffe mal, dass Erzähler, bis er Sandweiler nochmal unterhalten darf, etwas Nachhilfe im Erzählen bekommt und dann wird das auch in folgenden Teilen noch was.

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      Schreibfeder schrieb:

      ~ Die Geschichte des Erzählers, der seine Zuhörerschaft trotz seiner ungeschulten Stimme einigermaßen in Bann gezogen hatte, wurde plötzlich abgebrochen, als ein Trupp Söldner in den Schankraum trat. Der Wirt machte eine kurze Geste zum alten Will, der aber schon aufgehört hatte, weiterzureden. Scheinbar hatte er feinere Sinne, als die meisten Bauern, da er die Bewaffneten wohl schon deutlich früher bemerkt hatte.
      Söldner waren ein ungewohnter, und auch unwillkommener Anblick in Sandweiler. Sie bedeuteten immer Ärger. Meistens waren (verhielten sie sich) sie ungehobelt, störten den Frieden in der Schenke, tranken zu viel Alkohol und wurden schnell aggressiv. Nicht selten überfielen sie auch junge Mädchen und schändeten sie. Die Probleme, die dadurch entstanden, ließen nicht selten ein Blutbad zurück. In diesen lernten die Bauern, dass Söldner zu Recht für ihre Waffenkünste bezahlt wurden. Und die Söldner erfuhren am eigenen Leib, dass man auch von Feldarbeit Muskeln von tödlicher Kraft erlangen konnte.
      Folglich scheuchten die Mütter ihre Kinder zügig aus der Schenke, sobald der erste Bewaffnete die aufgeraute Theke erreichte.
      „Zwei Bier, Wirt, für jeden von uns“, bestellte dieser mit grölender Stimme und lachte dabei kehlig. Der Wirt sah sich abschätzend die kampferprobten Männer an, ließ seinen Blick über die löchrigen Kettenhemden gleiten, die ganz offensichtlich nichts weiter als Plünderware war. Doch deren Äxte und Schwerter waren gut gepflegt und die Muskeln und die Haltung der Männer deuteten an, dass sie ihre Probleme gerne mit Gewalt lösten.
      Stumm fing er an, die bestellte Menge zu zapfen. Sein Widerwillen war deutlich zu erkennen.
      Als es sich die Söldner in einer Ecke bequem gemacht hatten, winkte der Wirt den Erzähler zu sich.
      „Gut. Deine Geschichte war nicht die Beste, die ich hier je gehört habe, aber sie war gut genug. Für Morgen hast du noch einen Versuch, wenn diese Bande dort weg ist. Du kannst das Zimmer hinter der Küche beziehen, meine Tochter wird dir den Weg weisen. Ich will sie hier eh nicht sehen, solange diese Halsabschneidern mir die Zeit stehlen.“
      „Danke Wirt, du wirst nicht enttäuscht sein“, sagte der Greis mit brüchiger Stimme.
      „Nenne mich nicht Wirt“, bat dieser. „So nennt mich nur Abschaum wie dort in der Ecke. Nenne mich Sonn und nun gehe bitte nach hinten. Wenn ich so ein Pack als Gäste habe, will ich hier nur kräftige Bauern sehen, die ein paar Kiefer brechen können.“
      Ein schmallippiges Lächeln umspielte die Mundwinkel des alten Wills, als er nickte. „Danke. Ganz wie Ihr wünscht.“

      Schreibfeder schrieb:

      Kapitel 2 - Der Kampf

      Der nächste Morgen brach schön an. Die Sonne ging schon früh auf und schien warm vom Himmel, ohne tatsächlich zu brennen. Es war am Vortag in der Schenke friedlich geblieben. (Es ging am Vortag in der Schenke friedlich zu.) Die Söldner waren (benahmen sich) zwar ungehobelt und unverschämt, jedoch gab es sonst keine Probleme mit ihnen. Selbst dann nicht, als Sonn sich offen geweigert hatte, ihnen ein Zimmer zur Verfügung zu stellen.
      Diese (Die Söldner) hatten dann noch ein paar Bier gekippt und waren bald darauf zu ihren Pferden gegangen. Seitdem hatte man sie nicht mehr gesehen. Den Bauern war das nur recht.
      Diese waren schon früh auf den Beinen und schleppten die Ernte von den Feldern in den Kornspeicher. Und je weniger Sorgen man sich um solche Tagediebe machen musste, umso besser.

      „Jetzt sag mal, Hank. Wie war die Geschichte gestern Abend?“, bat die vierzehnjährige Sonja ihren deutlich jüngeren Bruder. (Hat das Mädchen nicht den Erzähler im Prolog noch bedient? Wieso fragt sie dann nach der Geschichte? Oder war das ein anderes Mädchen im selben Alter?) Beide liefen über den staubigen Trampelpfad in Richtung der Felder und trugen das Mittagessen für die Bauern.
      „Nur wenn du den Korb die ganze Zeit alleine schleppst“, sagte der Junge listig.
      „Jetzt sag es, oder du kannst den ganzen Weg bis zu den Feldern alleine gehen“, drohte das Mädchen.
      „Das machst du eh nicht. Du hast viel zu viel Angst, dass Papa dich fragt, wo ich bleibe“, gab Hank zurück und streckte ihr die Zunge raus.
      „Na, schön“, meinte das Mädchen hochnäsig und warf die Haare in den Nacken. „Ganz wie du willst.“
      Sie griff den Korb fester und marschierte mit strammen Schritten los, sodass sich der Junge anstrengen musste, mit ihr Schritt zu halten.
      „Warte Sonja, warte. Ich erzähle es ja“, beeilte sich Hank zu sagen, während er versuchte, zu ihr aufzuschließen. Sofort ging sie langsamer und blickte ihren Bruder mit strahlenden Augen an: „Also, wie war sie?“
      Als er nicht sofort antwortete, blieb sie stehen und hielt den schweren Korb vor ihrer Schürze. „Jetzt komm schon, ich will alles wissen.“
      „Also, der Erzähler erzählte, dass er früher eine Burg hatte. Ganz groß. Und sie stand im Gebirge. Überall waren Berge. Und Bäume, die so hoch waren, wie die Türme seiner Burg.“
      „Dann war es sicher keine große Burg“, meinte das Mädchen selbstgefällig und streckte den Kopf in die Luft.
      „Doch, doch, das war sie. Und seine ganze Burg war aus Steinen und Eisenholz gemacht. Also Holz, das so hart ist wie Eisen, weißt du? Nur seine Wehrgänge hatte er aus normalem Holz gemacht.“
      „Warum sollte er das tun?“, fragte Sonja lächelnd. „Das ist doch Unsinn. Er hat euch ein Märchen erzählt. Siehst du? War doch gut, dass ich nicht dahin gegangen bin.“
      „Du bist blöd. Ich erzähle dir nie wieder was“, maulte der Junge und streckte ihr die Zunge raus.
      „Selber blöd“, gab sie zurück und stolzierte erhobenen Hauptes davon. Der Junge blieb etwas zurück, bis er plötzlich ein lautes Kreischen hörte. (Böse, hier aufzuhören!)
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater
    • Der Cliffhanger war keine Absicht, aber nur bis dahin war die Geschichte wirklich gut. Der nächste Teil ist eine Kampfszene, die mir misslungen ist, zu meinem großen Verdruß.
      Das dauert noch, die zu retten. Ich glaub sogar, ich muss die komplett neu schreiben.

      Es ist ein anderes Mädchen, was man recht leicht daran erkennt, dass ich da einen neuen Charakter einführe (tut mir Leid, Rael). Der Wirt (Sonn) hat zwar eine Tochter, die aber namenslos ist. ;)
      Merkt man auch daran (vom Inhalt her), dass ein Wirt wohl kaum ebenfalls auf den Feldern schufften muss (könnte er aber, stimmt).
      Ich versuche noch ein paar Namen rauszulöschen.
      Vorteil ist auch, dass ein paar Leute später umkommen. Da spar ich wieder Namen. ^^
    • Wenn der Cliffhanger nicht beabsichtigt war, dann war er trotzdem gut abgepasst :thumbsup:

      Ich habe gerade wenig Zeit, aber verbessert wurde wohl schon alles. Deswegen schließe ich mich an: Schön geschriebene Fortsetzung, neue Personen und eine andere Perspektive. Ich bin gespannt, was von der Geschichte des Erzählers mit der "realen" Geschichte verknüpft wird.
      "Sehe ich aus wie einer, der Geld für einen Blumentopf ausgibt, in den schon die Pharaonen gepisst haben?"
    • Falls du magst, kannst du mir die Kampfszene schicken. Morgen bin ich wieder auf Arbeit und hätte Zeit, sie mal anzusehen. Dass sie so verhunzt ist, kann nach der Kampfszene im Film bei "Die Todgeweihten" gar nicht glauben.

      Ich dachte, die Kinder des Wirts bringen den Bauern das Essen auf die Felder. Sozusagen Lieferservice im Mittelalter. Dass es Kinder der Bauern sind, klingt auch logisch. Kommt bestimmt günstiger^^
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater
    • Nein, es ist mir tatsächlich die Kampfszene misslungen. Oder besser gesagt: Sie trifft nicht einmal ansatzweise mein Niveau bei Kampfszenen. Auch wenn ich sonst vielleicht nicht den besten Schreibstil habe, gelingen mir Kampfszenen für gewöhnlich ziemlich gut. Gerade deshalb ist es um so frustrierender.
      In der Zeitreisegeschichte kann ich die Kampfszene theoretisch auch hochladen, die ist ja schon fast fertig. Hab da gestern abend noch mal drüber geschaut.

      Das war übrigens, soviel ich weiß, im Mittelalter normal, dass die Kinder "Hilfsdienste" für ihre Eltern verrichteten. Die Eltern mussten schon früh auf den Feldern sein und die Kinder mussten dann das Feuer hüten, - und mittags den Erwachsenen dann das Essen bringen, welches auch (von den Kindern) frisch zubereitet wurde (wenn auch von bescheidener Art, Fladenbrot und so weiter).

      Aufbauend auf diesen Wissen habe ich dann halt den nächsten Abschnitt (und die Geschichte) geschrieben. Und ihn dann mit einigen fantastischen Elementen verknüpft.
    • Schreibfeder schrieb:

      Es ist ein anderes Mädchen, was man recht leicht daran erkennt, dass ich da einen neuen Charakter einführe (tut mir Leid, Rael)
      XD Ich bin wohl kaum in der Postion, mich über die Anzahl an Charackteren in einer Geschichte aufzuregen^^ du sollst sie halt nur nicht alle gleichzeitg einführen ;)

      Schreibfeder schrieb:

      Nein, es ist mir tatsächlich die Kampfszene misslungen. Oder besser gesagt: Sie trifft nicht einmal ansatzweise mein Niveau bei Kampfszenen.
      Überlass dieses Urteil doch uns? ;) Wir schauen mal drüber und dann finden wir bestimmt, gemeinsam was schönes^^

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Hab mich gestern abend und heute drangesetzt und die Szene gerettet. Jetzt ist sie mir brutal genug. ^^

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      Ein großer, stoppelbärtiger Mann in einem löchrigen Kettenhemd, hatte Sonja gegen den nächsten Baum gedrückt. Ein bösartiges Grinsen ließ sie Schlimmstes befürchten.
      „Lass sie in Ruhe!“, brüllte der Junge mit überschlagener Stimme und stürmte auf den Söldner los. Der blickte nur kurz verärgert zu dem Kind rüber, bevor er ihm brutal in den Unterleib trat. Ein leises Klirren des Kettenhemdes war zu hören, dem ein sattes „Uff“ folgte, als Hank sämtliche Luft aus der Lunge getreten wurde. Schmerzverkrümmt blieb er am Wegesrand liegen.
      Sonja versuchte sich aus den eisenharten griff des Mannes herauszuwinden, doch dieser hielt sie erbarmungslos fest.
      „Zier dich doch nicht so“, sagte der Söldner mit bösem Unterton. Erregung ließ seine Stimme vibrieren. Seine Finger glitten unter ihren Rock.
      Sonjas Augen weiteten sich panisch, als ihr bewusst wurde, was der Söldner vorhatte. Ihre Finger prallten harmlos von seinem Kettenhemd ab, während er sie immer weiter bedrängte.
      Plötzlich wurde der Mann mit überraschender Kraft nach hinten gerissen. Staub stieg auf, als er sich überschlug und sich in derselben Bewegung aufrappelte. Neben ihm stand der alte Will, der völlig überraschend am Wegesrand aufgetaucht war. Sofort zuckte sein Stiefel vor und trat dem Söldner brutal ins Gesicht. Das Mädchen nutzte die Gunst des Augenblickes und tauchte weg.
      „Das war dein letzter Fehler, alter Mann“, sagte der Söldner ruhig und zog seine Waffe. Es lag kein Zorn in seiner Stimme, nur kalte Entschlossenheit.
      Doch bevor er die Klinge komplett aus der Scheide gezogen hatte, war der Greis auch schon herumgewirbelt. Hank machte große Augen, als ein Windstoß unter den aufbauschenden Umhang des Erzählers hindurchwehte und er deutlich ein Schwert erkennen konnte.
      Der alte Will schnappte sich den Waffenarm des Söldners, drehte sich in seinen Körper rein und hebelte ihn zu Boden. Sofort setzte er sein Knie auf dessen Brustkorb und hob die Faust. Mit schnellen brutalen Hieben schlug er ihn mehrfach ins Gesicht. Blut spritzte. Der Söldner sah gegen ihn kein Licht.
      Mit purem Glück schaffte er es, sich zu befreien und rollte beiseite. Doch der alte Erzähler ließ nicht nach und trat ihm die Beine weg. In jeder seiner Bewegungen lag eine absolute Selbstsicherheit und Kraft.
      Eine Faust zuckte vor und ein Knacken folgte, als irgendein Knochen brach. Dann bewegte sich der Söldner nicht mehr.
      Der alte Mann drehte sich um und ging zu den Mädchen hin.
      „Alles in Ordnung?“, fragte er sie mit leiser Stimme. Als keine sofortige Reaktion kam, zog er Sonja näher zu sich und ging in die Hocke. Er guckte ihr direkt in die Augen.
      „Ist alles in Ordnung?“, fragte er mit Nachdruck. Seine Stimme strotze nur so von Kraft und hatte nichts mehr mit der brüchigen Stimme gemein, die er am Vorabend an den Tag gelegt hatte. Es war die Stimme eines Mannes, der gewohnt war, sofort eine Antwort auf seine Fragen zu enthalten.
      Sonja warf einen verschreckten Blick auf das bärtige Antlitz des Erzählers, und wanderte dann über dessen Kleidung, die unter den zerschlissenen Mantel zwar schmutzig, jedoch gut genäht war. Ihre Augen weiteten sich auf Untertassengröße, als auch sie das Schwert erspähen konnte.
      Plötzlich rappelte sich der Söldner auf und stürmte davon. Als sich ihn Hank in den Weg stellte, wurde er erneut in den Dreck getreten.
      Der alte Will stand auf, ging gemessenen Schrittes zu den Jungen hin und reichte ihm die Hand. Verwirrt schlug dieser ein und ließ sich vom deutlich älteren Mann auf die Füße helfen.
      „Geht beide nach Hause!“, befahl er mit Nachdruck. Seine Stimme duldete keinen Widerspruch. Dementsprechend folgsam nickten die beiden Kinder und eilten davon.
      Der Erzähler blickte sich auf der staubigen Landstraße um und sein Blick landete auf den Korb mit den Essen für die Bauern. Ein verschmitztes Lächeln begann sich auf seinen Mundwinkel breitzumachen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Schreibfeder ()

    • Ok also erstmal ganz zusammengefasst. NICE! Mir hats super gefallen. Die Szene hatte power und Überraschungsmomente! :) Supi.
      Der alte Will schein was drauf zu haben, was man so auf den ersten Blick nicht erahnen würde. Er trägt ja sogar eine Waffe.^^
      Ja ich wiederhole mich, aber ich fands gut :) Du hast also gar keinen Grund an dieser Szene zu zweifeln - Meiner Meinung nach.

      Ein paar kleine Anmerkungen.
      Ich habe nicht mehr ganz auf dem Schirm wie alt die Kinder waren. Fands etwas merkwürdig, dass Hank den Helden spielt.

      Schreibfeder schrieb:

      Als sich Hank ihn mutig in den Weg stellen konnte, wurde er erneut in den Dreck getreten.
      Wer? Hank oder der Söldner?
      Hier ist der Satzbau etwas merkwürig. "Als Hank sich ihm in den Weg stellte" ? Oder sowas? Das "konnte" verwirrt mich da etwas.

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Die Szene kann doch gar nicht so schlecht gewesen sein, außer du hast sie komplett neu geschrieben. Jetzt ist sie jedenfalls ziemlich gut. Eine würdige Ausgangsszene, um dem Söldner so richtig eine reinzuhauen, was dann auch passiert. Zufriedenheit des Lesers: 100%.

      Hab sonst nichts mehr hinzuzufügen. Rael hat schon alles erwähnt, schließe mich da an.
      "Sehe ich aus wie einer, der Geld für einen Blumentopf ausgibt, in den schon die Pharaonen gepisst haben?"
    • Ich hab sie komplett neu geschrieben. (...und ein wenig von der alten Version mit übernommen.) ^^

      @Rael: Du hast richtig gelesen, es ist schon das Kind. Es benimmt sich halt nur etwas idiotisch, kann die Gefahren nicht einschätzen. Aber der Satzbau in der Ecke wird überarbeitet, der ist unnötig und verwirrend, wie du schon anmerktest.
      Bzw, hab ich ihn schon geändert.

      Ganz streng genommen habe ich eine Schlägerei, von einen meiner anderen Geschichten, genommen, und sie angepasst. Freut mich, dass es euch gefällt. ^^
    • Kann mich den anderen beiden nur anschließen. Die Szene ist dir super gelungen!

      Allerdings hätte ich Hank so auf 6-8 Jahre geschätzt, sodass es wie Rael schon sagte etwas unlogisch ist, dass er den Söldner gleich zweimal angreift. Dass er seiner Schwester beim ersten Mal helfen möchte ist klar und vollkommen logisch, aber dass er dann nochmal nachsetzt, obwohl die Gefahr gebannt ist. Und als Will kam und die Sache übernahm, hätten die Geschwister sich vielleicht aneinander klammern können bzw. Hank zu seiner Schwester gehen oder beide laufen weg. Wäre vielleicht nur ein Satz. Aber mir ist schon klar, dass du den Focus auf der Kampfszene und nicht auf den Kindern hast. Und ich mecker hier auch gerade auf hohem Niveau. Davon abgesehen, aber wirklich top!

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      Schreibfeder schrieb:

      Ein großer, stoppelbärtiger Mann in einem löchrigen Kettenhemd (kein Komma) hatte Sonja gegen den nächsten Baum gedrückt. Ein (Sein? Dann steht nicht zwei Mal hintereinander "ein" am Satzanfang.) bösartiges Grinsen ließ sie Schlimmstes befürchten.
      „Lass sie in Ruhe!“, brüllte der Junge mit überschlagener Stimme und stürmte auf den Söldner los (zu?). Der blickte nur kurz verärgert zu dem Kind rüber, bevor er ihm brutal in den Unterleib trat. Ein leises Klirren des Kettenhemdes war zu hören, dem ein sattes „Uff“ folgte, als Hank sämtliche Luft aus der Lunge getreten wurde. Schmerzverkrümmt blieb er am Wegesrand liegen.
      Sonja versuchte sich aus dem eisenharten Griff des Mannes herauszuwinden, doch dieser hielt sie erbarmungslos fest.
      „Zier dich doch nicht so“, sagte der Söldner mit bösem Unterton. Erregung ließ seine Stimme vibrieren. Seine Finger glitten unter ihren Rock.
      Sonjas Augen weiteten sich panisch, als ihr bewusst wurde, was der Söldner vorhatte. Ihre Finger prallten harmlos von seinem Kettenhemd ab, während er sie immer weiter bedrängte.
      Plötzlich wurde der Mann mit überraschender Kraft nach hinten gerissen. Staub stieg auf, als er sich überschlug und sich in derselben Bewegung aufrappelte. Neben ihm stand der alte Will, der völlig überraschend am Wegesrand aufgetaucht war. Sofort zuckte sein Stiefel vor und trat dem Söldner brutal ins Gesicht. Das Mädchen nutzte die Gunst des Augenblickes und tauchte weg.
      „Das war dein letzter Fehler, alter Mann“, sagte der Söldner ruhig und zog seine Waffe. Es lag kein Zorn in seiner Stimme, nur kalte Entschlossenheit.
      Doch bevor er die Klinge komplett aus der Scheide gezogen hatte, war der Greis auch schon herumgewirbelt. Hank machte große Augen, als ein Windstoß unter dem aufbauschenden Umhang des Erzählers hindurchwehte und er deutlich ein Schwert erkennen konnte.
      Der alte Will schnappte sich den Waffenarm des Söldners, drehte sich in seinen Körper rein (Klingt irgendwie komisch.) und hebelte ihn zu Boden. Sofort setzte er sein Knie auf dessen Brustkorb und hob die Faust. Mit schnellen brutalen Hieben schlug er ihm mehrfach ins Gesicht. Blut spritzte. Der Söldner sah gegen ihn kein Licht.
      Mit purem Glück schaffte er es, sich zu befreien und rollte beiseite. Doch der alte Erzähler ließ nicht nach und trat ihm die Beine weg. In jeder seiner Bewegungen lag eine absolute Selbstsicherheit und Kraft.
      Eine Faust zuckte vor und ein Knacken folgte, als irgendein Knochen brach. Dann bewegte sich der Söldner nicht mehr.
      Der alte Mann drehte sich um und ging zu den Mädchen hin.
      „Alles in Ordnung?“, fragte er sie mit leiser Stimme. Als keine sofortige Reaktion kam, zog er Sonja näher zu sich und ging in die Hocke. Er guckte ihr direkt in die Augen.
      „Ist alles in Ordnung?“, fragte er mit Nachdruck. Seine Stimme strotze nur so von Kraft und hatte nichts mehr mit der brüchigen Stimme gemein, die er am Vorabend an den Tag gelegt hatte. Es war die Stimme eines Mannes, der gewohnt war, sofort eine Antwort auf seine Fragen zu erhalten.
      Sonja warf einen verschreckten Blick auf das bärtige Antlitz des Erzählers, und wanderte dann über dessen Kleidung, die unter dem zerschlissenen Mantel zwar schmutzig, jedoch gut genäht war. Ihre Augen weiteten sich auf Untertassengröße, als auch sie das Schwert erspähen konnte.
      Plötzlich rappelte sich der Söldner auf und stürmte davon. Als sich Hank ihm mutig in den Weg stellen konnte, wurde er erneut in den Dreck getreten.
      Der alte Will stand auf, ging gemessenen Schrittes zu dem Jungen hin und reichte ihm die Hand. Verwirrt schlug dieser ein und ließ sich vom deutlich älteren Mann auf die Füße helfen.
      „Geht beide (zusammen? weglassen?) nach Hause!“, befahl er mit Nachdruck. Seine Stimme duldete keinen Widerspruch. Dementsprechend folgsam nickten die beiden Kinder und eilten davon.
      Der Erzähler blickte sich auf der staubigen Landstraße um und sein Blick landete auf dem Korb mit den Essen für die Bauern. Ein verschmitztes Lächeln begann sich auf seinen Mundwinkeln breitzumachen.
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Morgy ()

    • @Rael: Ja, das weiß ich. Deshalb hab ich es absichtlich etwas vage formuliert. :D
      Sonja 14 und Hank "erheblich jünger".

      Genau wie ich auch kurz mit @Morgy uns per PN unterhalten haben. Ja, ich weiß auch, dass die Kinder im Mittelalter erhelblich mehr Aufgaben hatten, als ich da erwähnt habe. Es fiel mir nur gestern beim Beitragschreiben nicht alles ein. ^^

      Wenn euch noch irgendwas merkwürdig vorkommt, sagt es einfach. Ihr prüft meine Geschichte auf Herz und Nieren und das freut mich.


      EDIT: @Morgy: Klingt eigentlich nicht komisch, man weiß genau, was gemeint ist. Die doppelten Wörter sind mir nicht aufgefallen, danke dafür. Und das Dativ habe ich etwas übersehen. Sorry.
    • Schreibfeder schrieb:

      Ja, ich weiß auch, dass die Kinder im Mittelalter erhelblich mehr Aufgaben hatten, als ich da erwähnt habe.
      Ja das stimmt, die haben schon sehr früh sehr viel Verantwortung, also bis hier alles Top.

      Schreibfeder schrieb:

      Sonja 14 und Hank "erheblich jünger".
      Damit ist sie ja fast schon im Heiratsfähigen Alter^^ Was erklärt, warum der Söldner ihr an die Wäsche wollte.
      Aber hier dann wieder der Hinweis.. Nimm Hanks zweiten "Angriff" raus, das passt dann nicht so, wenn er tatsächlich erheblich jünger ist. Sein Vater wird ihn dann ja noch nichteinmal im Kampf unterwiesen haben - Vermute ich.

      Schreibfeder schrieb:

      Ihr prüft meine Geschichte auf Herz und Nieren und das freut mich.
      Wie immer ;) Auch der Grund, warum ich nicht so vielen Geschichten folgen kann^^ Wenn, dann richtig.

      Wie gesagt die Szene ist Top und wie @Morgy schon gesagt hat ... wir diskutieren hier grad auf hohem Niveau.
      Mich lässt der Alte noch nicht los. Der wirkte erst so unscheinbar. Erzählt ne Geschichte über Bäume und Burgen und dann sowas... Ich habe das gelesen und dachte nur Whoaaat?^^ - okay :D

      Bitte mehr :)

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Jetzt folgt zunächst noch der Rest des Zwischenteils.

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      Die Schenke war nachmittags ein ruhiger Ort. Umso erstaunlicher daher, als sich ihr lautes Geschrei näherte. Der Wirt Sonn, der sich mit einem Großbauern unterhielt, blickte irritiert zu der Tür.
      Plötzlich stürmte ein Mann rein, eilte zur Theke und rammte dort einen Dolch in das kerbenübersäte Holz.
      „Wo sind sie?“, brüllte er schnaubend. Der Großbauer trat zögernd einige Schritte zurück und auch Sonn war äußerst beunruhigt über dieses Benehmen.
      „Was meinst du?“, fragte er betont vorsichtig.
      „Das Pack!“, fauchte der Bauer wütend.
      „Wenn du die Söldner meinst, die sind zur Mittagsstunde eilig aufgebrochen und wie der Wind davon geritten“, fügte der Großbauer bedächtig hinzu.
      „Dieses Pack! Diese Feiglinge! Mistkerle!“, fluchte der Bauern nach Leibeskräften und schlug vor Zorn und Enttäuschung auf die Theke.
      „Deiner Tochter geht es gut, ihr ist nichts geschehen“, mischte sich die Stimme des alten Wills träge ein. Er hatte seine Beine hochgelegt und sah satt und zufrieden aus.
      Der Bauer drehte sich langsam zu ihm um. Wut und Vergeltungsdrang verschwanden aus seinen Zügen und wurden durch Dankbarkeit und Scham ersetzt.
      „Ich denke, ich schulde Euch Dank“, sagte er ausgesucht höflich und verbeugte sich steif. „Wenn es etwas gibt, was ich für Euch tun kann, so gebt mir bitte Bescheid.“
      „Oh, das hast du bereits“, meinte der alte Will mit einen entschuldigenden Lächeln und drehte den Korb um, der vollkommen leer war. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Worte geduldig sind und den Magen nicht füllen.“
      Dem Bauern verschlug es buchstäblich die Sprache. Er öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Hinter ihm prustete der Großbauer los und auch Sonn hatte sichtbar Mühe, einen neutralen Gesichtsausdruck beizubehalten.
      Stampfend ließ der alte Erzähler seine Stiefel auf die Dielen fallen, als er aufstand und zur Theke schlenderte, wo er den Dolch herauszog. Prüfend drehte er die Waffe zwischen den Fingern.
      „Das ist ein Dolch aus dem Wasserreich. Wie hast du es geschafft, diese Waffe so verkommen zu lassen?“ Ein hörbarer Vorwurf schwang in seiner Stimme mit. „Dies ist eine ausgezeichnete Waffe. Dieser Dolch wird niemals rosten oder stumpf werden, und mit etwas Pflege ist er so gut wie neu.“
      Er reichte dem Bauern die Waffe mit dem Heft voran. Dieser nahm Klinge und Korb und eilte wortlos hinaus, nicht ohne sich noch einmal höflich verneigt zu haben.
      Will drehte sich lächelnd zu Sonn um. „Ich denke, dein Haus wird heute Abend gut gefüllt sein.“

      Als die Schatten länger wurden, erfüllte sich die Vorhersage des Erzählers. Die Wirtsstube war zwar nicht überfüllt, aber dennoch waren viele gekommen. Sonn war sichtbar zufrieden und eifrig dabei Bier zu zapfen, oder sonstige Getränke fertigzumachen.
      Es hatte sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen, dass der alte Mann die kleine Sonja vor einem Söldner beschützt hatte. Viele kamen aus Dankbarkeit, andere aus Neugier, denn auch die Beobachtung vom kleinen Hank, dass er ein Schwert tragen sollte, beflügelte die Phantasie. War es nun doch möglich, dass an dessen Geschichte etwas Wahres dran sein könnte?
      Als der Erzähler sich jedoch räusperte, war kein Schwert zu sehen. Aber das tat der Spannung keinen Abbruch. Es wäre sicherlich ungehörig gewesen, mit einer solchen Waffe in einer Schankstube aufzutreten.
      „Nun, denn, ich sehe viele neue Gesichter hier. Dennoch bin ich mir sicher, dass jeder genug aus zweiter Hand erfahren hatte, um mir heute folgen zu können. Gestern beendete ich meine Geschichte, in der ich euch erzählte, wie die Burg meines ärgsten Feindes auf mysteriöse Art niederbrannte und ich meine Soldaten weckte. Nun will ich euch erzählen, wie es weiterging.“


      Je nachdem, wie schnell ein Kommentar folgt, habe ich dann noch den nächsten Teil der Geschichte des Erzählers parat.
    • Da du so darauf gedrängt hast, hier eine kurze Rückmeldung. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich diesmal nicht alles erwischt habe.

      Was mir noch ein bisschen fehlt. Woher weiß der Vater von der Tat des Söldners? Sind die Kinder dann doch auf Feld gegangen? Oder kam der Vater nach Hause, weil das Essen nicht kam? Oder ist es schon Abend und er kam nach getaner Arbeit nach Hause? Hat die Mutter der Kinder ihn informiert?
      Ansonsten wieder solide geschrieben. Anmerkungen wie immer im Spoiler.

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      Schreibfeder schrieb:

      Die Schenke war nachmittags ein ruhiger Ort. Umso erstaunlicher daher, als sich ihr lautes Geschrei näherte. (Finde den Satz komisch. Umso erstaunlicher, dass ins innere des Wirtshauses lautes Geschrei drang.) Der Wirt Sonn, der sich mit einem Großbauern unterhielt, blickte irritiert zu der Tür. (Ist die Tür offen? Oder wäre es nich tlogischer, dass er durchs Fenster schaut, um zu sehen, was außen los ist?)

      Plötzlich (So plötzlich ist das nicht mehr, wenn man voher schon Geschrei hört. Vielleicht lieber, je nachdem ob die Tür der SChenke offen oder zu ist: Die Tür wurde aufgestoßen und schlug krachend gegen die Wand. Ein Mann stürmte zur Theke und rammte...) stürmte ein Mann rein, eilte zur Theke und rammte dort einen Dolch in das kerbenübersäte Holz.
      „Wo sind sie?“, brüllte er schnaubend. Der Großbauer trat zögernd einige Schritte zurück und auch Sonn war äußerst beunruhigt über dieses Benehmen.
      „Was meinst du?“, fragte er betont vorsichtig.
      „Das Pack!“, fauchte der Bauer wütend.
      „Wenn du die Söldner meinst, die sind zur Mittagsstunde eilig aufgebrochen und wie der Wind davon geritten“, fügte der Großbauer bedächtig hinzu.
      „Dieses Pack! Diese Feiglinge! Mistkerle!“, fluchte der Bauern nach Leibeskräften und schlug vor Zorn und Enttäuschung auf die Theke.
      „Deiner Tochter geht es gut, ihr ist nichts geschehen“, mischte sich die Stimme des alten Wills träge ein. Er hatte seine Beine hochgelegt und sah satt und zufrieden aus.
      Der Bauer drehte sich langsam zu ihm um. Wut und Vergeltungsdrang verschwanden aus seinen Zügen und wurden durch Dankbarkeit und Scham ersetzt.
      „Ich denke, ich schulde Euch Dank“, sagte er ausgesucht höflich und verbeugte sich steif. „Wenn es etwas gibt, was ich für Euch tun kann, so gebt mir bitte Bescheid.“
      „Oh, das hast du bereits“, meinte der alte Will mit einem entschuldigenden Lächeln und drehte den Korb um, der vollkommen leer war. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Worte geduldig sind und den Magen nicht füllen.“
      Dem Bauern verschlug es buchstäblich die Sprache. Er öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Hinter ihm prustete der Großbauer los und auch Sonn hatte sichtbar Mühe, einen neutralen Gesichtsausdruck beizubehalten.
      Stampfend ließ der alte Erzähler seine Stiefel auf die Dielen fallen, als er aufstand und zur Theke schlenderte, wo er den Dolch herauszog. Prüfend drehte er die Waffe zwischen den Fingern.
      „Das ist ein Dolch aus dem Wasserreich. Wie hast du es geschafft, diese Waffe so verkommen zu lassen?“ Ein hörbarer Vorwurf schwang in seiner Stimme mit. „Dies ist eine ausgezeichnete Waffe. Dieser Dolch wird niemals rosten oder stumpf werden, und mit etwas Pflege ist er so gut wie neu.“
      Er reichte dem Bauern die Waffe mit dem Heft voran. Dieser nahm Klinge und Korb und eilte wortlos hinaus, nicht ohne sich noch einmal höflich verneigt zu haben.
      Will drehte sich lächelnd zu Sonn um. „Ich denke, dein Haus wird heute Abend gut gefüllt sein.“

      Als die Schatten länger wurden, erfüllte sich die Vorhersage des Erzählers. Die Wirtsstube war zwar nicht überfüllt, aber dennoch waren viele gekommen. Sonn war sichtbar zufrieden und eifrig dabei Bier zu zapfen, oder sonstige Getränke fertigzumachen.
      Es hatte sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen, dass der alte Mann die kleine Sonja vor einem Söldner beschützt hatte. Viele kamen aus Dankbarkeit (wieso aus Dankbarkeit? Will hat doch im Grunde nichts davon, wenn sie aus Dankbarkeit kommen, oder?), andere aus Neugier, denn auch die Beobachtung vom kleinen Hank, dass er ein Schwert tragen sollte, beflügelte die Phantasie. War es nun doch möglich, dass an dessen Geschichte etwas Wahres dran sein könnte?
      Als der Erzähler sich jedoch räusperte, war kein Schwert zu sehen. (unter dem Umhang zu erahnen?)Aber das tat der Spannung keinen Abbruch. Es wäre sicherlich ungehörig gewesen, mit einer solchen Waffe in einer Schankstube aufzutreten.
      „Nun, denn, ich sehe viele neue Gesichter hier. Dennoch bin ich mir sicher, dass jeder genug aus zweiter Hand erfahren hatte, um mir heute folgen zu können. Gestern beendete ich meine Geschichte, in der ich euch erzählte, wie die Burg meines ärgsten Feindes auf mysteriöse Art niederbrannte und ich meine Soldaten weckte. Nun will ich euch erzählen, wie es weiterging.“
      Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss sich nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überall mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
      Richard Atwater
    • Also, wenn du harte Knochenarbeit verrichten musst und dein Magen hängt dir in den Kniekehlen. Was machst du dann in der Mittagspause, wenn dein Lieferservice nichts vorbeigebracht hat? ^^

      Ja, wie ich dir schon per PN schrieb, bin ich mit den ersten Abschnitt überhaupt nicht zufrieden, doch bekomme ihn nicht gerettet. Das mit der Wortwiederholung "Waffe" gegen Ende, fiel mir jedoch nicht auf und ist schnell zu korrigieren, danke.

      Je länger der Erzähler erzählen kann und je mehr Andrang herrscht, desto länger wird er dort kostenlos versorgt. Noch Fragen? ^^


      ____

      ~ Wider erwarten blieb die Nacht ruhig und auch der folgende Tag blieb ereignislos. Ich hatte die Stadt und die Burg in Alarmbereitschaft gehalten. Überall patrouillierten Wächter auf den Mauern und die Tore wurden scharf bewacht. Auch Boten waren zu den Grenzbefestigungen geschickt worden und ich ließ sogar jedes Dorf in meinem Herrschaftsbereich warnen. Viele waren es nicht, die Grafschaft Tannenberg war, wie ich bereits erzählte, nicht allzu groß.
      Als ich mir sicher war, alles Menschenmögliche getan zu haben, um jeder Bedrohung Herr zu werden, zog ich mich in mein Arbeitszimmer zurück.
      Natürlich blieb ich dort nicht lange ungestört. Kaum das ich zum Taubenverschlag wollte, wo ich mit meinem Vater ein geheimes Brieftaubennest eingerichtet hatte, klopfte es auch schon an meine Tür.
      Bevor ich etwas sagen konnte, trat Helmbruch durch die Tür. Ich stöhnte genervt auf. Er war so ziemlich der Einzige, der sich das traute und das konnte er sich auch nur deshalb erlauben, weil ich im Krankheitsfall auf ihn angewiesen war. So langsam nervte es.
      „Weißt du, so schwer ist es nicht, einen neuen Heiler aufzutreiben“, teilte ich ihm meinen Gedankengang mit.
      „Ich bitte um Verzeihung, Herr“, sagte er, ohne dass wirkliches Bedauern durch seine Stimme drang. „Aber es ist wichtig, dass du langsam tätig wirst.“
      „Wie bitte?“, fragte ich. Aus seinen Worten wurde ich nicht schlau.
      „Es bringt nichts, wenn wir uns hier einigeln“, sagte er mit Nachdruck. „Ich stimme mit dir überein, Herr, dass Rosenstolz unmöglich durch ein natürliches Ereignis vernichtet wurde, aber wir müssen herausfinden, was es war. Vor einer unbekannten Gefahr kann man sich nicht verstecken.“
      Seine Worte waren dreist, jedoch hatten sie einen wahren Kern. Und ich war nicht so dumm, als dass ich einen guten Rat ablehnte.
      „Ich denke, du hast Recht“, meinte ich. Als ich das aussprach, schien Helmbruch sich sofort zu entspannen, also fuhr ich mit ruhiger Stimme fort: „Gehe runter in die Ställe und lasse die Pferde bereitmachen. Du reitest voraus, als Strafe für deine vorlauten Worte und wir nehmen noch Ordenshell und Kahn mit. Und die kleine Lydia.“
      „Ich brauche diejenigen, denen ich vertrauen kann. Ja, sie hat ein vorlautes Mundwerk und redet zuviel. Wir müssen daher dafür sorgen, dass sie nichts mitbekommt, ganz gleich was wir dort finden. Die Leute sind ohnehin schon unruhig, ich will nicht, dass sich das verschimmert. Und für Lydia wird es ohnehin nur ein Abenteuer sein.“
      Ich konnte sehen, wie es Helmbruch gar nicht gefiel, was ich sagte, aber seine Erziehung gelangte Vorrang vor seiner Dreistigkeit. Er nickte folgsam. „Sehr wohl Herr. Der Spähtrupp wird gleich bereit sein. Du kommst dann nach?“
      Ich nickte. „Ja, Bornhelm wird das Kommando über die Burg bekommen. Ich muss nur noch etwas überprüfen und komme dann sofort hinterher.“
      Kaum das er gegangen war, ging ich zum versteckten Taubenverschlag und öffnete ihn. Drei Vögel hockten brav auf der Stange und schienen zu schlafen. Eine Taube pickte hingegen Körner. Ich erkannte sofort, dass sie neu war, denn sie hatte einen kleinen Brief am Beinchen befestigt. Mit flinken Fingern griff ich das Tierchen, löste die Schnüre und ließ die Taube dann wieder frei, die protestierend hinter mir herschimpfte.
      Lächelnd schloss ich den Verschlag wieder. Helmbruch war nicht der Einzige, der heute unzufrieden mit mir war. Ich ließ das Papier ungelesen auf meinen Schreibtisch wandern, denn ich hatte leider nicht die Zeit es zu entziffern. Meine Augen sind nicht die besten, schon gar nicht bei sehr kleiner Schrift.
      Also ging ich los und schloss gewissenhaft die Tür hinter mir ab. Ich war die einzige Person in der Burg, die einen Schlüssel für das Zimmer besaß. Nicht weil ich meinen Leuten nicht traute, sondern einzig aus Achtsamkeit. Es wäre eine Katastrophe, wenn mein Adelstitel, oder auch nur die Besitzurkunde zur Sturmbachinsel, schlussendlich im Putzwasser enden würde.
      Logischerweise lag mein Schlafgemach direkt neben meinem Arbeitszimmer. Eine Magd war dort beschäftigt, den Boden mit frischem Wasser zu wischen. Kaum das ich eintrat, stand sie dienstbeflissen auf, verbeugte sich höflich und eilte sofort aus dem Zimmer.
      Ich wunderte mich ein wenig, woher mein Personal immer dieses Benehmen herhatte, denn ich hatte es ihnen gewiss nicht beigebracht. Vermutlich war es wieder Marta, die meinte, dass ein hoher Herr auch dementsprechend behandelt werden muss. Es konnte aber auch Sun sein, die nur das Beste für mich und so ziemlich jeden anderen auf der Burg wollte. Ich schüttelte den Kopf. Das würde ich kaum herausfinden.
      Ich schlang mir meinen Kettenpanzer über die Schultern und schnappte mir meinen Waffengurt. Das Schwert war eine gewöhnliche Waffe, nur etwas besser ausbalanciert, als die meiner Soldaten.
      Das hieß aber nicht viel. Auch die normalen Waffen auf Burg Tannenberg waren außergewöhnlich gut. Wie gesagt, das ganze Militärzeug faszinierte mich. Auch die Kettenpanzer, obgleich alt und abgenutzt, waren von ausgezeichneter Qualität. Und das, obgleich die Rüstungen noch von meinen Urgroßvater stammten.
      Weder mein Vater, noch dessen Vater, hatten jemals Interesse gehabt die Steuern zu erhöhen, nur für ein paar blitzende Harnische. Seit meines Urgroßvaters Zeiten, sind die Abgaben genau der Zehnte an Ernte und Handelseinkunft. Nicht mehr, nicht weniger.
      Ich weiß natürlich, dass in anderen Grafschaften auch der Besitz, oder der Grund besteuert wird, jedoch würde das zu viel Aufwand bedeuten. Und auch zu unnötig viel Unfriede führen. Ich baute lieber darauf, dass mir meine Leute zur Not zur Seite standen. Ja, ich sehe ein Lächeln in euren Gesichtern. Aber meine Politik sorgte dafür, dass ich immer einen steten Zustrom an Neubürgern hatte. Darunter auch erstklassige Handwerker und gutbetuchte Händler, die sonst meine karge, unwirtliche Grafschaft sicher nicht betreten hätten. Mit anderen Worten: Mein Reichtum mehrte sich, wenn auch auf eine sanfte und bescheidene Art.
      Folgerichtig hatte ich im Nu einen erstklassigen Stoßtrupp zusammengestellt, und brach mit besten Pferden zur Grafschaft Rosenstolz auf.
      Dass unsere kleinen Reiche nicht im Krieg lagen, war wie bereits erwähnt, nur eine Formalie. Unter normalen Umständen, hätten wir also niemals in das feindliche Gebiet reinreiten können und vor allen nicht bewaffnet.
      Eine Tatsache, die Helmbruch offen aussprach. Denn nach meiner eigenen kleinen Grenzbefestigung, die ich an der Straße zwischen unseren beiden Ländereien unterhielt, begegnete uns keine Menschenseele mehr. Normalerweise hätten wir an einem Grenzposten von Rosenstolz aufgehalten werden müssen, doch dieser war verlassen. Das erinnerte mich auf eine unangenehme Weise an den letzten Minenkrieg.
      Ich ließ anhalten und winkte stumm Kahn und Ordenshell zum Eingang. Beiden Veteranen ging dasselbe durch den Kopf wie mir, das war zu sehen.
      Im vorletzten Krieg zwischen Rosenstolz und Tannenberg, ging es um die Minen, die wir beide im Hochgebirge unterhielten. Einer meiner Erzschnüffler hatte damals in den windigen und kalten Höhen eine neue Ader gefunden. Grünstein. Ein wertvolles Erz, was beim Schmieden hinzugeben wird, damit Eisenwaren nicht rosten.
      Rosenstolz behauptete seinerzeit diese Erzader bereits auszubeuten, was uns natürlich völlig egal war. Also reagierte Rosenstolz auf seine Art und töteten alle Minenarbeiter, die sich an der neuen Abbaustelle aufhielten. Woraufhin wir umgehend antworteten, indem wir einen Steinschlag in einem von deren Bergwerken auslösten, zu dem wir einen geheimen Tunnel gebuddelt hatten. Tags darauf griff uns ein Trupp Minenwächter in einer anderen Mine an. Auch Rosenstolz hatte Geheimgänge in unsere Schächte gegraben.
      Ich war selbst dort gewesen und habe gekämpft. Ich lehnte es ab, irgendwas von meinen Untergebenen zu verlangen, was ich nicht auch mir selbst zutraute. Also stritt ich an der vordersten Front und spürte jede einzelne widerliche Kriegstaktik von Rosenstolz an meinem eigenen Leib. Eine davon war, einen Stollen verlassen ausschauen zu lassen und wenn ein Trupp Soldaten sich dem finsteren Schacht näherte, wurde er aus dem Hinterhalt ausgelöscht. Glaubt mir, es ist nicht schön, Klingen ausweichen zu müssen, die man kaum sieht, sich unter brennenden Fackeln hindurchzuducken, oder plötzlich einen Pfeil abzubekommen, der aus dem Nichts kam.
      Wir verloren den Krieg, aber wir schworen uns, niemals wieder auf eine Finte von Rosenstolz hereinzufallen.
      Dementsprechend vorsichtig näherten sich mein Wachhauptmann und mein härtester Veteran der Wachhütte. Einen Liedschlag später waren sie im wuchtigen Steingebäude verschwunden und ich konnte von draußen hören, wie sie dort grob alles durchwühlten.
      Helmbruch und ich spähten draußen nach allen Seiten nach feindlichen Schützen. Wir beide hatten dieselbe Anzahl von Kriegen gesehen und absolut kein Interesse daran, uns einen Pfeil einzufangen.
      Lydia war zwar auch bewaffnet, aber ihre Aufgabe war eine gänzlich andere, denn sie hielt unsere Standarte. Das sie diese tragen durfte, hatte zwei Gründe. Zum einen, weil sie damit aus einen Kampf am effektivsten herausgehalten wurde, zum anderen, damit sie nicht mitbekam, wenn wir etwas fanden. Denn als Standartenträgerin ist es ihre Aufgabe und Pflicht, die Fahne und das Wappen derer von Tannenberg hoch aufgerichtet und für alle sichtbar zu präsentieren.
      Wir Männer hingegen hielten unsere Schwerter kampfbereit in den Händen. Stets bereit, unser Leib und Leben zu verteidigen. Plötzlich trat Kahn aus dem Gebäude, gefolgt von Ordenshell.
      „Nichts zu finden, Herr“, rief er mir rüber und stieg auf sein Pferd. Das war heikel, das könnt ihr euch vorstellen. Eine abgebrannte Burg war schon übel, aber nun auch eine Grenzfeste ohne Wachen?
      Bevor ich eine Entscheidung treffen konnte, rief mir Helmbruch ein Wort zu, aber das reichte, um mir Schauer über den Rücken zu jagen. „Blutinsekten!“
      Er hatte sich tief über den Sattel seines Pferdes gebeugt und sah aufmerksam auf den Wegesrand, wo ich ebenfalls die fetten, rotschwarzen Käfer sehen konnte, die eilig dort hin und herkrabbelten.
      Hier war Blut vergossen worden, und das reichlich. Die Spur der Insekten führte zwar in die Wälder, aber es wäre Selbstmord, dort nach Antworten zu suchen.
      Blutkäfer legten ihre Eier in frischen Leichen ab und ernährten sich von dessen Blut. Im Zweifelsfalle war es ihnen egal, ob die Körper auf den sie krabbelten, noch lebten oder nicht. Außerdem lockten sie Höhlenbären und Schwarzwölfe an, von denen behauptet wird, dass es seelenlose Bestien wären.
      Ich konnte die Angst und die Aufregung in Lydias Zügen sehen, als ich befahl, ohne Rast zur Burg Rosenstolz zu reiten.

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    • Spoiler anzeigen

      Schreibfeder schrieb:

      „Deiner Tochter geht es gut, ihr ist nichts geschehen“, mischte sich die Stimme des alten Wills träge ein. Er hatte seine Beine hochgelegt und sah satt und zufrieden aus.
      Woher weiß er dass sie seine Tochter ist?

      Schreibfeder schrieb:

      „Ich denke, ich schulde Euch Dank“, sagte er ausgesucht höflich und verbeugte sich steif. „Wenn es etwas gibt, was ich für Euch tun kann, so gebt mir bitte Bescheid.“
      Woher weiß, er dass er ihr geholfen hat?

      Schreibfeder schrieb:

      „Dies ist eine ausgezeichnete Waffe. Dieser Dolch wird niemals rosten oder stumpf werden, und mit etwas Pflege ist er so gut wie neu.“
      Wenn sie niemals rostet oder stumpf wird, warum soll man sie dann pflegen? Was ist mit der waffe? Da fehlt die Beschreibung.

      Schreibfeder schrieb:

      dass er ein Schwert tragen sollte, beflügelte die Phantasie.
      Fantasie? - bin mir nicht sicher.


      Die Szene gefällt mir. Der alte Will ist wirklich ein interessanter Charackter^^
      Anmerkungen sind im Spoiler.

      Ich les den nächsten Teil gleich weiter, muss erstmal kurz Wäsche machen ^^

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Schreibfeder schrieb:

      Wir müssen daher dafür sorgen, dass sie nichts mitbekommt, aber das lässt sich einrichten
      Wieso darf Lydia nichts mitbekommen? Das ist irgendwie an mir vorbei gelaufen

      Schreibfeder schrieb:

      Ich ließ das Papier ungelesen auf meinen Schreibtisch wandern, denn ich hatte leider nicht die Zeit es zu entziffern.
      Whoat? Ein geheimer Taubenschlag. Da muss doch was tolles drinstehen, ich hätte das sofort gelesen.

      Schreibfeder schrieb:

      Also reagierte Rosenstolz auf seine Art und töteten (tötete) alle Minenarbeiter

      Du beschreibst den Konflikt der beiden Grafschaften sehr schön. Fast schon etwas zuviel, aber es ist noch im Rahmen. Man kriegt so ein gutes Bild von dessen Vergangenheit.
      Diese Käfer, die du am ende beschrieben hast.. omg wie ekelhaft ist das denn.. Krieg ich gleich Gänsehaut^^
      So da gibt es nun also auch noch Höhlenbären und Schwarzwölfe... hm. klingt gefährlich. Ich bin gespannt was sie auf der Burg herausfinden :)

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!: