Was lest ihr gerade? (Non-Fantasy)

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    • "The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde" von Robert Louis Stephenson. Manchmal wird das auch als "Horror", "Schauerliteratur" oder "Fantasy" bezeichnet, aber meiner Meinung nach passt das nicht sooo gut. Zugegeben, es ist teilweise etwas gruselig, aber auf eine aus heutiger Sicht sehr sanfte Art. ^^
      Bisher gefällt es mir ganz gut, ich bin aber auch erst im fünften Kapitel (von zehn).
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Asni schrieb:

      Zugegeben, es ist teilweise etwas gruselig, aber auf eine aus heutiger Sicht sehr sanfte Art.
      Ja, das ist mir bei 'Dracula' so aehnlich aufgefallen - die Klassiker sind aus unserer heutigen Sicht sehr behutsam und mit Zwischentoenen und Andeutungen geschrieben was Horror angeht.

      Waere interessant zu wissen wie man damals unser heutiges Handwerkszeug wie man unheimliche oder grausame Szenen macht empfunden haette...
    • kalkwiese schrieb:

      Komisch, alles chemisch! von Dr. Mai Thi Nguyen-Kim (wer sie nicht kennt, das ist die hier -> youtube.com/watch?v=GhYnvuQNGSY).
      Sie hat den YouTube-Kanal mailab, moderiert die Quarks im WDR. Sie ist heute Wissenschaftsjournalistin und ihr Job ist es, nicht darin geschulten Leuten die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Zusammenhänge näher zu bringen. Das ist eine noble Sache, besonders in Zeiten wo die Flat Earth Society wächst . Jedenfalls hat sie eine Lesung an meiner Hochschule gehalten und ich habe mir da ihr Buch signieren lassen.
      Es ist so aufgebaut, dass man Mai durch einen fiktiven Tag begleitet und sie einem die Chemie im Alltag aufzeigt. Der Laie lernt dabei Grundlagen der Physik und Chemie kennen, um am Ende auch schon etwas komplexere Dinge nachvollziehen zu können. Mal sehen, wie das Buch sich so schlägt.
      Heute beendet! Das war eine schöne kleine Sammlung von Alltagschemie - mir hat besonders das Kapitel über's Backen gefallen, weil ich da noch einiges lernen konnte, das ich im Alltag gebrauchen kann. Außerdem ist es nützlich zu wissen, dass man einen Lithium-Ionen-Akku nicht überladen kann und dass man den Akkustand möglichst voll halten sollte.
      Wie gut ein Laie sich damit zurechtfindet, kann ich aber nicht sagen. :hmm: Trotzdem ein schönes kleines Büchlein.

      kalkwiese schrieb:

      Der Dreizehnte Monat von David Mitchell.
      Ja, mal wieder ein Mitchell-Buch. Es gibt einfach viel, was man von ihm lernen kann. Seinen Büchern würde ich auch eher das komplett schwammige Label "Literatur" zuschreiben, einfach weil sie diese gewisse Tiefe besitzen, wenn ihr versteht, was ich meine. Was drückt es denn eigentlich aus, wenn man sowas sagt wie "Das nicht bloß ein Buch, das ist Literatur!"?
      Hauptcharakter ist ein pubertierender Junge und bisher werden die Machtspiele der Kinder untereinander thematisiert. Das erinnert mich sehr an meine Schulzeit und das ist nicht angenehm. Der Hauptcharakter ist außerdem ein Dichter und er würde im Buch nicht zögern, Gedichte "schwul" zu nennen. Das eine böse Wort, mit dem keiner assoziiert werden möchte und das viele davon abhält zu tun, was sie eigentlich tun wollen. Überhaupt schafft es das Buch bereits auf der ersten Seiten wunderbar einen an der Gefühlswelt und dem Alltag dieses Jungen teilhaben zu lassen.
      Der Junge ist übrigens auch Stotterer. Bisher hat das nur eine untergeordnete Rolle gespielt, aber Mitchell ist selbst ein Stotterer. Das sollte also interessant werden, denn in Verbindung mit den dummen Machtspielchen pubertierender Kinder ist man mit so einem Sprachfehler einfach am Arsch.
      Ich bin vollkommen zufrieden. Der Dreizehnte Monat stellt sich als Bildungsroman heraus und Mitchell gelingt es meisterlich, die Perspektive eines Zwölfjährigen im Jahre 1982 einzufangen. Und alles mögliche aus der Zeit spielt eine Rolle und greift ineinander, sei es der Falklandkrieg, Margaret Thatcher oder generell die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Großbritanniens während das langsamen Zusammenbruchs des Empires. Es brachte mich zum Lachen, zum Seufzen und zum Nachdenken auf eine Weise, die ich mir auch von anderen Büchern wünschen würde. Alles wirkte wie an seinem Platz, nicht gekünstelt, aber auch mutig und wild, wenn es gepasst hat.
      Außerdem scheint es das Ding dieses Autors zu sein, seine Geschichten zu zerteilen und die Stücke einander anschaulich gegenüber zu stellen. Es funktioniert wunderbar, in diesem Buch macht er das zwar weniger, denn alles ist vom selben Charakter erzählt, aber man findet diese Elemente in etwas kleinerem Rahmen wieder.
      Eine klare Empfehlung von mir, wie auch alles andere von Mitchell, das ich hier bereits genannt habe. :D
      Ich fürchte den Tag, an dem der Autor mich vielleicht enttäuscht.

      Wenn ich mir das so anschaue, dann ist "Der Wolkenatlas" bisher sogar das Buch, das mir von ihm am wenigsten gefällt und das Buch fand ich großartig. :hmm: Den Rest fand ich nur toller!
      [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

      Nachdem ich jetzt schon einige Jahre hier bin, kann ich ja auch mal meine Geschichte in die Signatur setzen, oder? :D Mit Geschichten bin ich dann doch geschickter als mit Signaturen.
      Himmelsjäger [Neufassung]
    • Christoph Elschenbroich - Organometallchemie

      Jawohl, ich versuche mal ein verdammtes Lehrbuch zu lesen. xD Herr R meinte mal, das wäre das erste Lehrbuch gewesen, in dem er sich festgelesen hatte. Und am Ende hätte er sich noch eine Fortsetzung gewünscht.
      Die ersten Seiten haben es bereits in sich, ist ja auch klar, aber es ist noch verständlich genug für mich. Die Anorganische Chemie ist etwas, wo ich noch einige Lücken habe und das finde ich blöd. Mal sehen, wie und ob ich das durchhalte. :hmm:
      [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

      Nachdem ich jetzt schon einige Jahre hier bin, kann ich ja auch mal meine Geschichte in die Signatur setzen, oder? :D Mit Geschichten bin ich dann doch geschickter als mit Signaturen.
      Himmelsjäger [Neufassung]
    • Ich habe gerade Die Blechtrommel von Günter Grass angefangen. Und verdammt, das wird hart. Laut der Ex meines Bruders hat Grass später einen einfacheren Schreibstil vorgezogen, zu Anfang war er aber jung und wild, wie viele junge Autoren eben. Und laut Pressetexten in diesem Band ist das Grass' Erstling. Hier mal ein Beispielsatz, der mich eben fast in die Knie gezwungen hätte:

      Günter Grass schrieb:

      Als sie meinte, genug geblasen zu haben, öffnete sie die Augen nacheinander, biß mit Durchblick gewährenden, sonst fehlerlosen Schneidezähnen zu, gab das Gebiß sogleich wieder frei, hielt die halbe, noch heiße Kartoffel mehlig und dampfend in offener Mundhöhle und starrte mit gerundetem Blick über geblähten, Rauch und Oktoberluft ansaugenden Naslöchern den Acker entlang bis zum nahen Horizont mit den einteilenden Telegrafenstangen und dem knappen oberen Drittel des Ziegeleischornsteins.
      Hätte der Günter das Buch mal vorher mit dem Forum geteilt, dann wäre das nicht passiert! :rofl:
      Mal gucken, ob ich damit klarkomme. Es sind fast 800 Seiten.
      [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

      Nachdem ich jetzt schon einige Jahre hier bin, kann ich ja auch mal meine Geschichte in die Signatur setzen, oder? :D Mit Geschichten bin ich dann doch geschickter als mit Signaturen.
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    • Ekologia (ein finnisch-sprachiges Lehrbuch fuer Oekologie)

      Ich bin ueber verschiedene Ecken (meistens Weltenbau, Konzeptstudien wie eine ausserirdische Rasse wohl sein koennte oder nicht sein koennte) schon auf das Thema gestossen, jetzt hab' ich mir mal Zeit genommen das ordentlich anzuschauen.

      Man kennt ja Begriffe wie 'survival of the fittest' oder 'natural selection' - aber was bedeutet das eigentlich? Im Kapitel ueber quantitative Genetik geht's zum Beispiel ueber so Probleme wie - was bringt es evolutionaer, wenn ein Individuum ueberlebt, aber die Nachkommen daraufhin nicht? Oder, was bringt es wenn die Nachkommen ueberleben, aber ihrerseits eine geringe Chance haben Nachkommen zu haben? Nach welchem Optimum sucht man, und vor allem - wie sieht das dann in einer veraenderlichen Welt aus.

      Ein Aha-Erlebnis fuer mich war zum Beispiel dass in einer raeumlich veraenderlichen Umgebung die mittlere Fitness das arithmetische Mittel (addieren und durch die Gesamtzahl teilen) ist, in einer zeitlich veraenderlichen aber das geometrische Mittel (multiplizieren und die n-te Wurze ziehen) - der Grund dafuer ist dass ein schelchtes Jahr die ganze Population ausrotten kann, ein schlechter Platz aber nicht.

      Alles in allem gewinne ich aus den Datentafeln den Eindruck, dass die ganze Idee dass Gentechnik jetzt den Menschen optimieren koennte eher ein feuchter Traum ist - in der Praxis scheinen viele Merkmale korrelliert zu sein und auf einen Tradeoff rauszulaufen - wenn man eine Eigenschaft verbessert, wird praktisch automatisch was anderes schlechter (was man im Prinzip auch an allen ueberzuechteten Nutztierrassen und Pflenzen sieht die ja alle moeglichen Probleme haben...) - ein paar Millionen Jahre Evolution hatten ja schon Zeit alles was kein Tradeoff ist zu optimieren...

      Naja, das Buch ist ein ganz schoener Brocken zu lesen, aber ich finde es interessant das ganze was man so in Worten kennt mal in Gleichungen und mit Daten unterfuettert zu sehen.
    • Thorsten schrieb:

      Alles in allem gewinne ich aus den Datentafeln den Eindruck, dass die ganze Idee dass Gentechnik jetzt den Menschen optimieren koennte eher ein feuchter Traum ist - in der Praxis scheinen viele Merkmale korrelliert zu sein und auf einen Tradeoff rauszulaufen - wenn man eine Eigenschaft verbessert, wird praktisch automatisch was anderes schlechter (was man im Prinzip auch an allen ueberzuechteten Nutztierrassen und Pflenzen sieht die ja alle moeglichen Probleme haben...) - ein paar Millionen Jahre Evolution hatten ja schon Zeit alles was kein Tradeoff ist zu optimieren...
      Ein ganz anderes Spiel beginnt allerdings dann, wenn man den Menschen für eine völlig andere Umgebung genetisch optimieren würde. Zum Beispiel sind wir denkbar schlecht dafür ausgerüstet wirklich auf Weltraumfahrt zu gehen. Als erstes würde ich DNA-Reparaturenzyme hochfahren, wegen der Strahlung.
      Ein interessanter Ansatz für Science Fiction wäre für mich, dass Raumfahrer garnicht mehr gut auf der Erde überleben können, weil sie auf die Umgebung im Raumschiff angepasst wären.

      PS: Was Gentechnik jetzt schon kann sind "Fehler" zu korrigieren. Also Mutationen zurückzuführen. Und hey, ohne die ganzen genveränderten Nutzpflanzen wären wir, in der Zahl, längst verhungert.


      Was ich gerade lese.
      Als ich einen gelangweilten Blick durch mein Bücherregal tat, blieb dieser bei Erich Fromms "Ihr werden sein wie Gott" hängen. Laut Buchrücken habe ich es zu DM-Zeiten gekauft, konnte mich aber nicht daran erinnern, es gelesen zu haben. Allerdings wiesen leichte Gebrauchsspuren drauf hin. Jetzt lese ich es neu. Und ja, an Teilaspekte kann ich mich erinnern. Hab es irgendwie in mein Weltbild eingebaut, ohne zu erinnern woher die Gedanken kamen.
      Fromm interpretiert das alte Testament in einer nachvollziehbaren aber revolutionären Art. Ein sehr schönes Aufsatz von 1966.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Sensenbach schrieb:

      Ein interessanter Ansatz für Science Fiction wäre für mich, dass Raumfahrer garnicht mehr gut auf der Erde überleben können, weil sie auf die Umgebung im Raumschiff angepasst wären.

      Kommt etwa bei James Corey vor der die 'Belter' in seiner Story hat die an niedrige Gravitation angepasst sind und nicht mehr den Knochenbau und die Muskeln haben um auf einem Planeten zu landen.

      Mein eigener Beitrag dazu (in der 'Alliance'-Welt) ist dass die nicht-planetengebundenen Menschen historisch jedes Raumgefecht verloren haben - weil sie die Beschleunigungskraefte die fuer effektive Ausweichmaneuver noetig sind nicht ertragen koennen - und das sie es deshalb nie geschafft haben einen eigenen Staat zu gruenden. In 'The Gas Giant's Daughter' sinniert eine der Protagonistinnen darueber nach, welche Opfer sie bringen muesste um permanent in den 1.7 g in der Atmosphaere des Gasriesen Gymir zu ueberleben, dem Platz den sie am meisten in der Welt liebt.

      Gibt schon was her, das Thema :)

      Sensenbach schrieb:

      Und hey, ohne die ganzen genveränderten Nutzpflanzen wären wir, in der Zahl, längst verhungert.

      Jo - oder wir waeren einfach weniger.

      Das Ding mit dem exponentiellen Wachstum der Bevoelkerung ist ja, egal wie toll die Technik, das Rennen ist nicht zu gewinnen. Also, schon ueber einen mittel-langen Zeitraum muss das Wachstum irgendwie sanft runter, oder es korrigiert sich ueber Ressourcenmangel hart. Technik gewinnt nur Zeit um das Problem anzugehen, aber loest es nicht.

      Sensenbach schrieb:

      Fromm interpretiert das alte Testament in einer nachvollziehbaren aber revolutionären Art

      Klingt interessant - jetzt bin ich fast neugierig...
    • Neu

      kalkwiese schrieb:

      Ich habe gerade Die Blechtrommel von Günter Grass angefangen. Und verdammt, das wird hart. Laut der Ex meines Bruders hat Grass später einen einfacheren Schreibstil vorgezogen, zu Anfang war er aber jung und wild, wie viele junge Autoren eben. Und laut Pressetexten in diesem Band ist das Grass' Erstling. Hier mal ein Beispielsatz, der mich eben fast in die Knie gezwungen hätte:

      Günter Grass schrieb:

      Als sie meinte, genug geblasen zu haben, öffnete sie die Augen nacheinander, biß mit Durchblick gewährenden, sonst fehlerlosen Schneidezähnen zu, gab das Gebiß sogleich wieder frei, hielt die halbe, noch heiße Kartoffel mehlig und dampfend in offener Mundhöhle und starrte mit gerundetem Blick über geblähten, Rauch und Oktoberluft ansaugenden Naslöchern den Acker entlang bis zum nahen Horizont mit den einteilenden Telegrafenstangen und dem knappen oberen Drittel des Ziegeleischornsteins.
      Hätte der Günter das Buch mal vorher mit dem Forum geteilt, dann wäre das nicht passiert! :rofl:Mal gucken, ob ich damit klarkomme. Es sind fast 800 Seiten.
      Ich habe mittlerweile das erste Drittel (das Buch ist unterteilt in 'Erstes Buch', 'Zweites Buch' und 'Drittes Buch') geschafft und jetzt, wo so vieles mittlerweile etabliert ist, auf dem man aufbauen kann, finde ich es wirklich spannend. Es ist auch mittlerweile der Krieg ausgebrochen, was dem ganzen Drama gibt, das im ersten, eher episodenhaften Drittel eher fehlt. Jeden Tag 10 Seiten ist mein Ziel und das wird immer leichter zu erreichen, je weiter ich lese.
      Man merkt auch, wie einige Stellen 1959 provokant gewesen sein müssen, das amüsiert mich zusätzlich etwas. c: Die Stellen wirken natürlich und sind deswegen gut gealtert - stumpf sind sie also nicht.
      [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

      Nachdem ich jetzt schon einige Jahre hier bin, kann ich ja auch mal meine Geschichte in die Signatur setzen, oder? :D Mit Geschichten bin ich dann doch geschickter als mit Signaturen.
      Himmelsjäger [Neufassung]
    • Neu

      Planet Germany von Eric Hansen

      Hansen, auf Hawaii geboren, lebt schon eine Weile in Deutschland und wirft einen Blick von aussen auf das Land was ihm so komisch vorkommt und wie nach seiner Meinung die Selbstwahrnehmung der Deutschen von ihrer Fremdwahrnehmung auseinandergeht.

      Das ist manchmal ganz interessant und lustig (er hat eine 'Studie' ueber die verschiedenen Arten von Noergelei und wie sie den sozialen Status heben drin), oft aber auch nur die Amerikanische Brille mit anderem Vorzeichen.

      Zum Beispiel zur Kulturfoerderung faellt ihm ein dass man ja einem Burgerbraeter der verbrannte Kost anbietet auch nicht Burgerfoerderung zukommen laesst damit er im Geschaeft bleiben kann - warum sollte man das dann mit einem Opernhaus machen das sich nicht finanzieren kann? Da kommt mir so spontan der Gedanke - vielleicht weil eine Oper was anderes ist als ein Fleischklops? Weil es Dinge gibt die man am Markt regeln kann, und andere vielleicht nicht? Weil es vielleicht was mit Zivilisation zu tun hat wenn ein Staat auch Geld fuer Dinge ausgibt die nicht fuer jeden sofort nuetzlich, aber doch irgendwie wertvoll sind - wie Grundlagenforschung, oder Opern? Ueber sowas kann man ja mal reden und sich Gedanken machen statt es fuer komisch zu erklaeren.

      Will sagen, zeitweise kommt mir Hansen eher ein bisschen ignorant als kritisch vor.

      Manches ist auch nicht mein Erfahrungshorizont, zum Beispiel vertritt er die These dass die Deutschen gar nicht wissen wie wirtschaftlich erfolgreich ihr Land ist und auf ihre Industrie nicht stolz sind - nur lese ich in gefuehlt jedem dritten Wirtschaftsartikel, sei es auf Spiegel oder in der Zeit staendig vom Exportweltmeister und vom starken Mittelstand - keine Ahnung was Hansen so liest.

      Das Buch ist uebrigens aus der Vor-Trump Zeit - inzwischen vermute ich duerfte ihm sein Spott ueber die Ueberlegungen deutsche Sprache und Kultur vor aeusseren Einfluessen zu schuetzen was ihm als Ami fremd ist ein bisschen im Hals stecken bleiben - immerhin versucht Planet Germany sich nicht am erneuten Bau einer Mauer wie ein gewisses anderes Land das er so offen fuer andere Kulturen haelt...

      Naja, lohnt sich trotzdem zu lesen wenn man sich immer bewusst macht was denn nun seine Brille ist - hilft ein bisschen den eigenen Standpunkt kritisch zu hinterfragen (toll, das erste Mal in meinem Leben dass ich diese Phrase verwendet habe, wollte ich schon immer mal....) - also, mal im Ausland leben ist besser um einen anderen Blick zu bekommen wie Dinge sein koennten, aber das Buch ist das naechst-bessere Ding wenn man das jetzt nich hinbekommt.

      Daher gebe ich mal eine Leseempfehlung, es lohnt sich drueber nachzudenken und sich dran abzuarbeiten.
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      Pride and Prejudice von Jane Austen

      Meine Schwester liebt das Buch und hat mir eine mega schöne leinengebundene Fassung zum Geburtstag geschenkt. Eigentlich fand ich Mr. Darcy nie sooo richtig toll. Vielleicht war ich auch einfach zu jung als ich es zum ersten Mal gelesen habe, aber ich muss sagen, dass Buch gefällt mir nun fast schon wieder ... Mir fallen Dinge auf, die ich früher überhaupt nicht gemerkt habe ...
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London

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