Thorsten Das klingt wirklich interessant, danke für die Eindrücke. Werde mir das Buch mal ansehen. Habe bisher in diesem Genre nur die "Neuromancer" Reihe von William Gibson gelesen. Aber die fand ich überraschend gut.
Was lest ihr gerade? (Non-Fantasy)
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Learn to Read Ancient Sumerian von Joshua Bowen und Megan Lewis
Vor ein paar Jahren hab' ich schon mal versucht mir Sumerisch und Keilschrift beizubringen, damals kam mir eine Krise in die Quere - jetzt also wieder. Dieses Buch als Einstieg.
Man kann... nicht waehlerisch sein wenn man Einfuehrungen in eine 4000 Jahre alte Sprache sucht. Das meiste Material ist akademisch und/oder recht alt.
Trotzdem ist man damit wohl besser bedient. Ich hab' noch nie so einen schlecht gemachten Sprachkurs gesehen (und ich hab' schon viele gesehen und durchgearbeitet)

Gut gemeinte Vereinfachungen sind halt nicht immer gut gemacht.
Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach, dass Sumerisch eine ergative Sprache ist, die Autoren aber partout alles mit englischer Grammatik erklaeren wollen.
Also - in einer ergativen Sprache beschreiben Verben - grob gesprochen - ein Geschehen, keine Taetigkeit wie auf Deutsch oder Englisch. Das Verb nimmt dann immer ein direktes Objekt, aber nicht immer ein handelndes Subjekt. Einfache Saetze koennen dann auf Deutsch impersonal, passiv oder intransitive Saetze darstellen. Also
'es passiert Bauen fuer ein Haus' = ein Haus wird gebaut (passiv)
'es passiert Sterben fuer einen Mann' = ein Mann stirbt (intransitiv)
'es passiert Sterben fuer einen Mann durch einen Krieger' = der Krieger toetet einen Mann' (transitiv)
'es passiert Sterben' = 'es wird gestorben' (impersonal, passiv)Wenn man das mal verinnerlicht hat (und das dauert eine halbe Stunde) ergibt die ganze Logik der Sprache inneren Sinn - man weiss sofort wo und warum Pronomen kommen muessen, warum Relativsaetze so funktionieren wie sie es tun, wie das Partizip uebersetzt werden muss,...
Bowen und Lewis erklaeren aber alles in englischer Grammatik - und da ergibt halt nichts irgend einen Sinn sondern ist ein einziger Wust von Regeln die sich scheinbar willkuerlich aendern je nachdem ob das Verb im englischen hetzt transitiv ist. Schlimmer noch - weil die meisten Leser vermutlich englische Muttersprachler sind, muessen sie die englische Grammatik erklaeren (normalerweise kennen Leute die Grammatik der Muttersprache ja nicht explizit) - nun will aber niemand Englisch in Sumerisch uebersetzen, sondern das Ziel ist einen existierenden sumerischen Text zu lesen - und dazu waere eigentlich die sumerische Grammatik hilfreicher...

Dann sind die Beispiele fuer die englische Grammatik leider aber auch oft falsch gewaehlt - 'to walk is an intransitive verb, you cannot walk 'something' - doch, kann ich, 'I can walk my dog'...
Beim Durcharbeiten der Lektionen stellt sich dann raus - das Vokabular enthaelt Woerter die nicht in den Uebungstexten vorkommen, die enthalten dafuer Woerter die nicht im Vokabular vorkommen, oft nicht mal in der grossen Vokabelliste am Ende, man kann sie ja online nachschlagen,... man lernt Zeichen die man erst 5 Lektionen spaeter fuer Leseuebungen braucht (und bis dahin wieder vergessen hat, weil - man uebt sie ja nie), dann verwenden die Leseuebungen auch Zeichen die noch gar nicht eingefuehrt waeren (kann man ja raten?)
Alles in allem ist die Frustschwelle bei den Uebungen so hoch, man weiss nie ob man's nicht kapiert hat, ob man was vergessen hat oder ob das Buch einfach wieder was erwartet was nicht erklaert war - probegelesen hat das Werk anscheinend niemand...
Angeblich sind die beiden fuehrend darin, die Assyrologie der Oeffentlichkeit nahezubringen.
Wenn dem Feld also demnaechst alle Forschungsgelder gestrichen werden - ich weiss warum...
(Ich lerne inzwischen mit Introduction to Sumerian Grammar von Daniel Foxvog als Unterstuetzung - das ist eine akademische Referenzgrammatik, ein bisschen grosskalibrig fuer einen Anfaenger, aber mit einem Hintergrund als Hobbylinguist packt man das...)
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Ich führe mir aktuell Stephen Kings "Es" zur Gemüte. Bin bei 400 Seiten und finde es recht gut. Kenne die Filme und merke halt wieder, dass man auf gewisse Dinge verzichtet oder sie umgedichtet hat, was mir immer ein wenig sauer aufstößt, weswegen ich eher ungern verschiedene Medien von einer Geschichte konsumiere.
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12 Bände, 1-3 sind auf Deutsch, am 26.02.26 soll Band 4 folgen
Eine Art Jack Reacher, Mary Sue-Held (bzw Gary Stu ^^), aber im Action-Stil geschrieben und daher kurzweilig und leichte Kost. Mir als Autor fallen natürlich die vielen Copy-Paste-Action-Versatzstücke auf, aber bei den vielen Kampfszenen, braucht man schon den gewissen Ehrgeiz um jede einzelne einzigartig zu machen.Verlag: Runner House Books, London
Im Deutschen 380 Seiten, im Englischen etwa 320 Seiten
Kindle Unlimited oder 16 Euro als Taschenbuch -
Vonne Endlichkait von Günter Grass.
Ein Gedichtband und das letzte Buch, an dem er gearbeitet hat. Da setzt er sich natürlich mit seinem Ende auseinander, was ein guter, ruhiger Abschluss für mein Grass-Projekt ist. Ein netter Nebeneffekt ist auch, dass ich nach so vielen reimlosen, ungebundenen Gedichten die strengeren Formen definitiv mehr zu schätzen weiß. Grass nehme ich ab, dass es wirklich Gedichte sind, aber das liegt an der dichten Schreibe, den vielen sprachlichen Mitteln.
Ob die Gedichte jetzt besonders gut waren oder nicht, das sei mal dahingestellt, das weiß ich gar nicht zu beurteilen. Darauf kam es bei dem Buch auch nicht an. Teilweise hat es mich sehr berührt.
Aber kann ich es empfehlen? Teilweise muss man die Person Grass ein bisschen kennen, um mit den Gedichten etwas anfangen zu können. Da ist er sich treu geblieben, ob man das nun gut findet oder nicht.
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Ausgelesen:
Louis Pergaud: Der Krieg der Knöpfe


1912 hat der Mann einen Klassiker der Jugendliteratur verfasst, basierend auf seinen eigenen Erfahrungen als 12 - jähriger Junge. Der Stil ist schlicht, die Sprache direkt und die Wortwahl für zartbesaitete Gemüter heutzutage vielleicht zu grob. Ich hab' die oben angeführte Ausgabe von 1964 gelesen, da das Buch aber vielfach neu aufgelegt wurde, dürfte es mittlerweile andere (entschärftere) Übersetzungen geben. Von denen ich natürlich abrate.
Da streiten die Jungen zweier benachbarter Dörfer im ländlichen Frankreich seit Ewigkeiten gegeneinander, ohne daß es eigentlich einen Grund zu geben scheint. Mit schönster Regelmäßigkeit trifft man sich in einem kleine Waldstück dazwischen, bombardiert und beschießt sich mit Steinen oder liefert sich in den heißeren Kämpfen eine handfeste Prügelei. Die "Armee" von Longeverne unter ihren General Lebrac gegen die Jungen aus Valrene. Größtmögliche Demütigung für die besiegten Gegner besteht im Abtrennen und Entfernen sämtlicher Gegenstände, die dem Betreffenden die Kleider am Leib zusammenhalten: Knöpfe, Hosenträger, Schnürsenkel etc. , so daß der Besiegte mit nahezu blankem Hintern nach Hause zurückkehrt und sich auf die Abreibung seitens seiner Eltern freuen darf...
Aus der Entfernung von über 100 Jahren eine tolle Zeitreise dahingehend, wie die Kinder damals dachten und handelten. Da hat sich, glaube ich, nicht soviel verändert. Klare Regeln hat man mit Zwölf.
Schön wär's, wenn man sich später noch dran erinnern würde.
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Marc-Uwe Kling, Die Känguru-Rebellion. Gut acht Jahre nach dem letzten Band mit Känguru-Geschichten kehrt Kling jetzt mit sehr tagesaktuellen, satirischen Kurzgeschichten zurück. Man könnte sich denken, da jetzt die Luft raus sein müsste, aber nein, gar nicht. Die Rebellion ist strukturell ähnlich dem Känguru-Manifest (Band 2) aufgebaut: Es gibt einige rote Fäden, beispielsweise soll das Känguru eine Kunstausstellung abhalten und bastelt dafür Exponate, Marc-Uwe soll eine Rede an einer Schule halten (beides hatte den Ursprung im Suff) und das Känguru und Marc-Uwe haben eine Wette am Laufen, wer mehr Leute für die Rebellion ("gegen die Zustände") rekrutieren kann. Diese Rebellion ist eher klein gedacht und es geht natürlich um denn Alltag und all die Momente, in denen man eben doch einen Unterschied machen kann. Besonders schön fand ich neben allem, was man typischerweise von diesen Geschichten erwarten kann, wie Marc-Uwe ein Mitglied der CDU für die Rebellion gewinnt, das er auf der Straße angequatscht hat (die Wette). Die beiden treffen sich seitdem immer mal auf eine Biobrause in der Eckkneipe und quatschen über den Todesstern und sowas. Man merkt, es geht ums Brückenbauen, und das ist eigentlich eine ganz schöne, hoffnungsvolle Sache.

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Ausgelesen:
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Auf Sten Nadolny wurde ich durch "Die Entdeckung der Langsamkeit" aufmerksam, daß ich im Bücherregal meiner Ferienwohnung vor drei Jahren fand und verschlungen habe. Ein grandioses Buch, also war's für mich klar, mir weitere Bücher des Autors anzutun.
Aber wie das manchmal so ist: Weder "Netzkarte" noch hier "Selim..." haben eine ähnlich Wirkung gehabt. Bei "Selim" mußte ich mich fast schon zwingen bis zum Ende zu lesen. Nicht, weil es schlecht wäre. Vielmehr ist es eine Zeitreise durch drei Jahrzehnte Geschichte der BRD und allein deswegen schon lesenswert. Auch haben Nadolnys wie nebenher eingestreute Wahrheiten über das Leben nicht gefehlt, die mich schon in "Die Entdeckung der Langsamkeit" so fasziniert haben nicht gefehlt:
"Ein großer, weitverbreiteter Irrtum: daß wir uns unsere Freunde selbst aussuchen. Einige vielleicht, aber nicht die besten - dazu wären wir nie fähig."
Da steckt soviel Wahrheit drin, daß man unwillkürlich beim ersten Mal lesen dran hängen bleibt - aber noch ein zweites Mal lesen muß, um es zu verstehen. Und dafür liebe ich diesen Schriftsteller.
Aber wo "Die Entdeckung..." ein durchgehend flüssig aufgebauter Roman war ist "Selim..." immer wieder durchbrochen von Tagebucheinträgen des Hauptprotagonisten, voll mit Querverweisen auf andere in der Handlung vorkommende Charaktere. Und bis man mal weiß, in welchem Verhältnis Alexander und Selim letztlich stehen/gestanden haben, dauert es und dauert es und dauert es.

In der Gesamtwirkung für mich ein wertvolles Buch. Aber nicht die Art Literatur, mit der ich ich wohlfühle.
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Das siebte Kreuz von Anna Seghers.
Ich habe jetzt etwa 20% gelesen. Das ist eine alte Schullektüre, die ich nie beendet habe - für den Vortrag gab es trotzdem eine 1 -, jetzt hole ich mal nach.
Erstaunlicherweise das Buch fast ein Thriller! Klar, die Sprache ist heute eher altbacken und die fluide, allwissende Erzählweise wahrscheinlich auch. Aber es ist ein multiperspektivisch Roman über eine Flucht aus einem Konzentrationslager. Der Protagonist Georg kann niemandem wirklich trauen. Es gibt gebrochene Herzen, verratene Freundschaften, ein bisschen christliche Symbolik - das ist ziemlich spannend erzählt.
Ich glaube, damals hat mich der Zwang der Schullektüre aus dem Buch rausgehauen, das und das enge Schriftbild auf der Seite, brr ... Das Hörbuch hat letzteres natürlich nicht, das hilft also.
Dieses Mal wird das was. -
Ich lese gerade eine Biographie über Philip K.Dick, die aber eher so etwas wie einen Tatsachenroman darstellt, vergleichbar Truman Capotes "Kaltblütig". Auch mit erzählerischen Elementen.
Der Mann hatte wohl das abgefahrendste Leben, das man sich vorstellen kann. Die meisten Fantasy-und Science-Fiction-Geschichten können da nicht mithalten.
Der Titel des Buches lautet: "Ich lebe und ihr seid tot".
Schon mal sehr vielversprechend. Autor ist Emmanuel Carrere.
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Spoiler anzeigen

Einen kleinen Großstadtroman aus Hamburg legt der Autor hier hin. Teilweise lustig, teils erheiternd, manchmal eher depressiv. Andreas Sonntag heißt der Protagonist, der in einem heruntergekommenen Haus mit einem ziemlich kaputten Mitbewohner namens Bruno wohnt, der ausser Vögeln wenige Hobbies hat.
Andreas selbst ist Kunststudent, ohne zu studieren, besäuft sich bei jeder sich ergebenden Gelegenheit und steigt mit jeder Frau ins Bett, die er rumkriegen kann nach einer halben Nacht in irgend einer Kneipe. Eigentlich will er nichts anderes, als ein normales Leben führen, aber wie das gehen soll, kann er auch nicht so richtig erkennen. Und die Frau, die er über alles liebt, stellt sich im Augenblick des gemeinsamen Beisammenseins augerechnet als die raus, die keinen Bock auf Liebe hat.
Tja, sowas nenne ich eine Kiezstudie der besseren Art. Hat mir gefallen.
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Ausgelesen revisited.
Apostolos Doxiadis - Onkel Petros und die Goldbach'sche Vermutung (1992)

Das Buch habe ich kurz nach Erscheinen aufgrund des Titels gekauft, ohne zu wissen, was mich da erwarten würde. Habe es nach der ersten Zeile verschlungen und war begeistert. Dann habe ich es verliehen, was man mit guten Büchern nie machen sollte: Liber kauft man es nochmal und verschenkt es dann...
Denn wieder bekommen habe ich's natürlich nicht, dafür in den letzten Jahren immer wieder gesucht. In offenen Bücherschränken, Secondhand Läden etc. . Dann hab' ich's mir für 12€ bei Amazon bestellt.
Aber was ist nun der besondere Reiz daran?
Apostolos Doxiadis, der angewandte Mathematik studiert hat nimmt einen mit auf eine Tour de Force durch das Reich der Zahlentheorie. Also in eine Thematik, mit der der Normalmensch (am besten noch so einer wie ich mit einer immerwährenden "5" in profaner Schulmathematik
) eigentlich gar nichts anfangen kann. Das macht er aber auf eine Art und Weise, daß niemand Angst haben muß, wenn er mit Namen wie Riemann, Gödel, Hilbert, Euler, Gauß, Euklid oder eben dem Namensgeber Christian Goldbach und seiner bis heute weder bewiesenen noch widerlegten Vermutung konfrontiert wird, daß"Jede gerade Zahl, die größer als 2 ist, die Summe zweier Primzahlen ist."
Und genau die Lösung dieser Aussage verlangt der fast 80jährige Onkel Petros, der beschaulich auf dem Land lebt und sich ausschließlich mit seinem Gemüsegarten und dem Schachspiel zu beschäftigen scheint von seinem 15jährigen Neffen, der in die Fußstapfen seines Onkel treten und Mathematik studieren möchte, aber keine Ahnung davon hat, welche Aufgabe ihm sein Onkel hier stellt und warum.
Erst Jahre später findet er heraus, welches Spiel sein Onkel da mit ihm getrieben hat. Und macht sich auf die Suche nach dem "Warum".
Das ganze wird auf knappen 200 Seiten so dicht und spannend und doch für Nichtmathematiker wie mich so einfach erzählt, - es ist einfach ein Genuß.
Und ja, natürlich. Um etwas Zahlentheorie kommt auch dieser Roman natürlich nicht herum. Ich zitiere mal:
"Die Verteilung der Primzahlen (d.h. die Anzahl der Primzahlen, die kleiner als eine gegebene natürliche Zahl n sind) und die Konstruktion des Nachfolgers, also die Suche nach einer Formel, mit der man zu einer gegebenen Primzahl Pn die nächstgrößere Primzahl Pn+1 bestimmen kann. Oft (Es gibt sogar die Vermutung: unendlich oft) gibt es Primzahlzwillinge, also Paare wie 5 und 7, 11 und 13, 41 und 43 oder 9857 und 9859 - die Differenz dieser Primzahlen ist jeweils 2."
Definitiv nicht mein Ding. Ich kapiere davon nix. War früher schon so und wird sich auch nicht ändern. Aber mörderinteressant und lesenswert trotzdem.



P.S.: Hier noch ein kleines Video, was recht gut erklärt, was ich meine. Ich verstehe nach wie vor nicht da geringste dieser Vorlesung, sehe sie mir aber immer wieder gerne an...vielleicht schnackelt's ja mal in meinem Hirnkasten.



Unendlichkeit
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Katzen und der Sinn des Lebens von John Gray
Ein Streifzug durch philosophische Fragen - immer mit der Frage im Kopf 'was wuerde eigentlich eine Katze dazu denken?' Es geht um Fragen wie das Streben nach Glueck und einem guten Leben, Liebe, Ethik und Altruismus und auch die Rolle von Philosophie selbst.
Gray ist Vertreter der These, dass rationale Systeme und Denkschulen komplett ungenuegend sind um tatsaechlich ein gutes Leben zu fuehren. Obwohl ich seine These im Prinzip teile, bin ich dann doch etwas schockiert wie schnell er die Stoiker und Epikureer, Marc Aurel oder Descartes einfach als 'offensichtlich falsch' zur Seite fegt.
Naja - die Katze jedenfalls haelt wohl vieles von dem, was Menschen gemeinhin so machen, fuer sehr kurios. Statt einfach in der Sonne zu liegen und jetzt zufrieden zu sein, werden immer Plaene gemacht die dazu fuehren dass man irgendwann anders zufrieden sein soll - was dann in der Regel Probleme hat. Statt einfach ihrer Natur nach zu leben erfinden Menschen fuer sie komplett unnatuerliches Verhalten (keine Katze wuerde auf die Idee kommen, Artgenossen in ein Konzentrationslager zu sperren) - um was genau zu erreichen?
Gray's These ist da, dass Denken oft hinderlich ist und das Leben eher ungluecklich machen kann - die Katze ist da pragmatischer und besser dran.
Jeder, der (wie ich) die Katze schon lange fuer die ueberlegene Lebensform haelt, kann hier eine verwandte Seele lesen.
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