Der Geheimbund der Jäger II - Der Weg der Kriegerin [abgebrochen]

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    • Der Geheimbund der Jäger II - Der Weg der Kriegerin [abgebrochen]

      Heyho, Leute!
      Es ist lange her, aber vielleicht gibt es doch noch den einen oder anderen der sich an "Der Geheimbund der Jäger I - Die Tochter der Götter" erinnern kann. Diese Geschichte wird der zweite Teil werden. Aber bevor ihr jetzt alle aufstöhnt, weil ihr den ersten Teil nicht kennt, keine Sorge, eigentlich solltet ihr den zweiten Teil auch verstehen, selbst wenn ihr den ersten nicht gelesen habt. Aber dennoch werde ich euch noch einmal kurz ins Gedächtnis rufen, was im ersten Teil geschehen ist.
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      In Der Geheimbund der Jäger I - Die Tochter der Götter geht es um das sechszehnjährige Mädchen Nyra Kanakaredes, die zusammen mit ihrer Mutter, Stella, und deren Freund, Theodor Constantinides, nach Griechenland zieht, weil Theo`s Sohn, Alexander, nach dem Tod seiner Mutter vollkommen alleine lebt. Aus diesem Grund zieht Theo zurück nach Lávrio und nimmt Stella und Nyra mit sich.
      Die vier ziehen alle gemeinsam in ein Haus am Strand, welches Theo und Stella zusammen gekauft haben, bevor sie umgezogen sind.
      Während Theo die Tage als Chefkoch in der Innenstadt von Lávrio verbringt und Stella von zu Hause an ihrem nächsten Roman arbeitet, hat sich Nyra an der ortsansässigen Schule eingeschrieben und Alex studiert gemeinsam mit seinen Freunden Geschichte an der Universität.
      An Nyra´s erstem Schultag lernt sie die junge Persephone kennen mit der sie gemeinsam ihre Kurse besucht. Die beiden Mädchen werden schnell zu besten Freundinnen, die dauernd aufeinander hocken. Außer wenn Nyra nachmittags in dem Klubrestaurant „Parthenon“, an der Seite von Alex als Kellnerin arbeitet. Diesen Job hatte sie sich mit viel Überredungskunst gesichert. Alexander hat dazu beigetragen, da er dort nicht nur als Barkeeper, sondern auch als Manager arbeitet. Aus dem einfachen Grund, dass der eigentliche Besitzer, Dio, nur sporadisch anwesend ist. Bei Dio handelt es sich eigentlich um den griechischen Gott des Weines, Dionysos.
      Durch die Arbeit im Klubrestaurant macht Nyra auch Bekanntschaft mit Aiden und Savina, die mit Alex befreundet sind und ebenfalls mit Nyra zur Schule gehen, allerdings in einem Jahrgang über ihr.
      Durch mehrere Verstrickungen lernt Nyra ihren leiblichen Vater kennen, welchen sie ihr ganzes Leben lang für tot gehalten hat. Sie erfährt, dass es sich bei dem besagten Mann, um den griechischen Kriegsgott Ares handelt, mit dem Stella auf der Universität eine Affäre hatte. Ohne zu wissen, wer er wirklich war. Bis sie letztendlich schwanger von ihm wurde und sich daraufhin die anderen Götter eingemischt haben, sodass die Wahrheit über Ares ans Licht gekommen ist.
      Dies alles macht Nyra zur Halbgöttin und somit auch zu einem wichtigen Teil des „Geheimbundes der Jäger“, die dafür da sind, dass die normalen Menschen nichts davon mitbekommen, das die sagenumwobenen griechischen Götter tatsächlich existieren, ebenso wie die mythischen Wesen aus den historischen Legenden.
      Sobald Nyra unfreiwillig in den Geheimbund aufgenommen wurde, hat sie viel mit Aiden und Savina zu tun, die dort ebenfalls Mitglieder sind. Allerdings nicht weil sie Kinder der griechischen Götter sind, sondern in der Gunst von ihnen stehen und dadurch ausgeschickt werden kleiner Aufträge zu erledigen. Beispielsweise ist Aiden die Aufgabe zu teil geworden für Nyra´s Sicherheit zu sorgen, so lange sie sich nicht alleine ausreichend verteidigen kann.
      Vor allem da aus dem Tartarus einige der Titanen entkommen sind und es nun darauf abgesehen haben die olympischen Götter zu stürzen, deren einzige Hoffnung Nyra ist, da diese die Macht besitzt die Titanen zu töten. Was dadurch entstanden ist, dass sie bei ihrer Geburt in die Gunst der Artemis aufgenommen wurde und gleichzeitig auch noch von dem Gott Ares abstammt, verfügt sie über besondere Fähigkeiten, die ihr das Töten von Titanen ermöglicht. Allerdings weiß Nyra darüber noch nicht Bescheid, sondern erfährt es erst im Verlauf der Geschichte.
      Durch die Flucht der Titanen und deren ständige Bedrohung kommt es letztendlich zu einem Kampf auf Leben und Tod, an dessen Ende Stella stirbt. Allerdings wird sie von Ares wieder zurück ins Leben geholt, da dieser seine Unsterblichkeit für sie aufgibt.
      Nyra schafft es unterdessen nur knapp zu überleben und ihre Freunde, die alle in den Kampf involviert sind, ebenso wie einige der Götter, kommen gerade so noch mit dem Leben davon, tragen aber Verletzungen davon.
      Am Ende des Kampfes wird offenbart, dass Aiden und Nyra Gefühle füreinander entwickelten, die sie sonst immer unter Streitereien versteckt haben. Ebenso kommen sich Alex und Persephone näher, die schon von Anfang an um einander herumgeschlichen sind. Zudem wird die Beziehung zwischen Stella, Ares und Theo komplizierter, da Stella doch noch Gefühle für den Vater ihrer Tochter hegt.
      Im Epilog wird auch die Titanen Reha, welche die Mutter aller griechischen Götter und die Gemahlin des Kronos ist, von einer geheimnisvollen Person getötet. Diese wird namentlich nicht erwähnt, hat aber letztendlich dafür gesorgt, dass die Titanen aus dem Tartarus entkommen können und die Chance bekommen, sich an ihren Kindern zu rächen.


      Jetzt habt ihr wieder alles abrufbereit und könnt euch hoffentlich wieder an andere Einzelheiten erinnern, wenn nicht, dann müsst ihr an den entsprechenden Stellen (wenn die Erinnerung es erfordert) noch einmal nachfragen. ich möchte schließlich das ihr alles versteht was ich hier zusammen gekritzelt habe :D
      So, jetzt aber erst einmal genug gequasselt. ich werde hier jetzt noch das Vorwort reinhauen und innerhalb der nächsten Tage, Wochen, Monate euch wieder in die komplizierte und wunderbare Welt der griechischen Götter entführen und hoffen, dass ihr auch bis zum Ende durchhalten werdet.
      In diesem Sinne, viel Spaß beim lesen :D

      Überarbeitete Version
      08.Juni.2016

      Vorwort

      Wisst ihr ganz genau wer ihr seid?
      Tja, bis zu einer Aneinanderreihung von Ereignissen hatte ich auch geglaubt zu wissen, wer ich bin und vor allem, was ich bin. Doch mit dem Umzug von Deutschland nach Griechenland, den ich zusammen mit meiner Mutter und ihrem Freund – Moment, mittlerweile ist er ihr Verlobter – unternommen hatte, war mein gesamtes Weltbild auf den Kopf gestellt worden.
      Natürlich wusste ich bevor wir umzogen, dass sich mein Leben verändern würde. Das man sich ein neues Leben aufbauen, neue Freunde und einen neuen Job finden musste. Alles normale Veränderungen bei einer Auswanderung. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet in Lávrio, der alten Heimat meiner Mutter und mein neues Zuhause, meinen leiblichen Vater kennenzulernen. Aus dem schlichten Grund, dass meine Mutter mir immer erzählt hatte, dass er gestorben sei – was er im Übrigen auch für meine Mutter war - ganz im Gegensatz zu mir.
      Zudem hatte ich im selben Atemzug von der Existenz der legendären, griechischen Götter erfahren und dass mein Vater einer von ihnen ist, was für mich bedeutete, dass ich damit eine Halbgöttin bin.
      Aufgrund meines Geburtsrechts – von dem ich nebenbei absolut nichts wusste - hatte ich das große Glück ein Teil des Geheimbundes der Jäger zu werden.
      Der Geheimbund der Jäger war eine geheime Organisation, die aus den Günstlingen und Kindern der Götter bestand. Sie sorgten dafür, dass die normalen Sterblichen vor den unheimlichen Kreaturen der Unterwelt beschützt wurden. Die Jäger waren dafür verantwortlich, dass kein normaler Mensch jemals davon erfuhr, dass es die griechischen Götter, sowie die Wesen der Unterwelt, wirklich gab.
      Durch meinen eher unfreiwilligen Beitritt war ich dazu gezwungen mit Waffen gegen Monster zu kämpfen. Ich hatte Gewalt immer verabscheut und musste das tun, was mir im Blut lag, aber das war etwas, was ich eigentlich nie anwenden wollte, um niemanden zu verletzten.
      Das hatte mich nur leider nicht davor bewahrt mich einem Kampf gegen Titanen zu stellen, die aus irgendeinem Grund aus dem Tartarus befreit worden waren. Ich war erneut unfreiwillig als Auserwählte der Götter auserkoren worden, um mich in den Kampf gegen die Titanen zu stellen und die Götter vor der Götterdämmerung zu bewahren.
      Mit diesem Kampf setzte ich nicht nur mein eigenes Leben aufs Spiel, sondern auch das von meinen Freunden und meiner Familie. Ich hatte sogar mit ansehen müssen, wie meine Mutter starb – das Schlimmste, was ich jemals im Leben hatte mit ansehen müssen. Letztendlich hatte dies aber ungeahnte Kräfte in mir freigesetzt, was mir dabei geholfen hatte, den Herrscher der Titanen zu stürzen und die Welt, meine Familie und Freunde, damit vor einem grausamen Schicksal zu bewahren.
      Aber auch wenn ich hatte mit ansehen müssen, wie meine Mutter starb, war ich dennoch Zeuge der Liebe meines Vaters geworden, der seine Unsterblichkeit für das Leben meiner Mutter aufgegeben hatte. Etwas, was ich ihm im Leben nicht zugetraut hätte.
      Zudem hatte ich selber ein außergewöhnliches Gefühl erfahren, welches weit über das hinaus ging, was ich bis jetzt empfunden hatte. Dabei kamen diese Gefühlsregungen von jemanden, den ich nicht einmal ansatzweise als eine Person wahrgenommen hatte, der solche Empfindungen für mich hegte oder für den ich so fühlen konnte.
      Vielleicht könnt ihr jetzt verstehen, warum ich keine Ahnung mehr hatte, wer ich bin oder was ich bin. Mein Leben stand vollkommen auf dem Kopf, ebenso wie meine Gefühlswelt. Aber vielleicht könnt ihr jetzt nachvollziehen, warum die Ereignisse, welche sich in der nächsten Zeit ereignen würden, nicht allzu ungewöhnlich für mich werden würden und doch schwerer zu bewältigen, als ich es für möglich gehalten hätte.




      Einmal zur Klärung für alle Begriffe, die ich innerhalb der Geschichte verwenden werde und die ihr eventuell nicht kennt, oder nicht mehr wisst, was sie bedeuten:
      Der Geheimbund der Jäger II - Der Weg der Kriegerin [Im Aufbau]
    • @Kyelia Ich hoffe mal, dass dir der einstieg in den zweiten Teil vom Geheimbund gefällt, ebenso wie die gesamte Geschichte, die ich online stellen werde. :D @Jennagon danke fürs verschieben.

      So, jetzt geht´s aber weiter!


      Überarbeitete Version
      08.Juni.2016

      Prolog

      54 v. Chr., Römisches Reich

      Es war eine warme Sommernacht in einem kleinen Dorf in der Nähe des Legionärslagers von Thessaloniki im römischen Reich.
      Die Hitze der Nacht war kaum zu ertragen. Weshalb die hölzernen Fensterläden in jedem Haus auch weit offenstanden, damit eine leichte Brise in das Innere der Hütten gelangen konnte. So konnten die Leute, die außergewöhnliche Wärme in der Nacht ertragen, wenn sie unter ihren leichten Leinendecken lagen und versuchten in den Schlaf zu finden.
      Eben diese Hitze ließ die junge Livianna nicht schlafen, da es in dieser Nacht kaum ein Lüftchen gab, welche die Wärme in dem stickigen Räumen ihres Elternhauses vertreiben konnte. Deshalb blieb ihr der Schlaf verwehrt. Sie stand Gedanken verloren an dem kleinen Fenster in ihrem noch kleineren Zimmer, welches man eher als Kammer bezeichnen konnte. Sie blickte mit ihren warmen, braunen Augen hinauf in den nachtschwarzen Himmel und beobachtete fasziniert die Sterne, welche auf die Erde hernieder erstrahlten. Der Anblick des Vollmondes, der sich am Horizont über den Hügeln erhob, war einzigartig und faszinierte sie jedes Mal aufs Neue.
      Livianna legte ihren Kopf in ihre Handfläche. Sie stützte ihren Ellenbogen auf dem schmalen, hölzernen Fensterbrett ab, an dem ihre Mutter von außen zwei winzige Kästen angebracht hatte in denen sie schon seit dem Frühling versuchte Kräuter anzubauen, mit welchen sie die spärlichen Speisen verfeinern wollte.
      Mit ihren zarten sechs Jahren half sie ihrer Mutter täglich dabei den Haushalt sauber und ordentlich zu halten. Dabei hatte sie kaum einmal eine Gelegenheit mit Nachbarskindern zu spielen. Sie musste viel helfen und lernen, wie man eine Mahlzeit zubereitete.
      Man konnte durchaus sagen, dass sie zwar ein einfaches Leben führte, aber dafür auch ein sehr glückliches. Denn es gab immer noch Leute, denen es um einiges schlechter ging als ihrer Familie. Dieser Gedanke machte sie immer traurig, weil sie sich dann unaufhörlich fragte, wie es ihren richtigen Eltern erging. Ob sie noch lebten? Ob sie ebenso glücklich waren, wie sie selbst? Oder ob sie den römischen Legionen zum Opfer gefallen waren?
      Das waren – zugegeben – merkwürdige Fragen, die sich eine sechsjährige nicht stellen sollte, aber wenn man von klein auf, damit aufgewachsen war, dass die eigenen Eltern einen auf der Schwelle eines Bauernhauses ausgesetzt hatten, dann stellte man sich solche existenziellen Fragen. Auch wenn ihre Eltern sie mit aller Liebe, die sie hatten, aufgezogen hatten und immer noch taten, war doch der Drang in Livianna da, mehr über ihre leiblichen Eltern zu erfahren. Aber sie hatte sich schon schweren Herzens damit abgefunden, dass sie ihre Fragen wohl niemals beantwortet bekommen würde.
      Livianna seufzte schwer auf und wischte sich mit dem Handrücken über ihre feuchte Stirn und rieb diesen anschließend an ihrem cremefarbenen Nachtgewand ab, welches kurze Ärmel aufwies. Es reichte ihr bis über die knochigen Knie und vorne vor ihrer Brust mit zwei dünnen weißen Fäden zusammengehalten wurde.
      Während sie in die Sterne blickte und auf Antworten wartete, merkte sie, wie sich über die Hügel, welche sich vor dem Dorftoren befanden, schwarze Gestalten in einem raschen Tempo näherten. Aber um Genaueres zu erkennen, war es dann doch, trotz des Vollmondes, zu dunkel.
      Sie hing also weiter ihren Gedanken nach, bis sie plötzlich das laute, unmelodische Läuten einer Glocke hörte. Livianna zuckte erschreckt zusammen und begann überrascht auf zu schreien, als die hölzerne Tür zu ihrer Kammer aufgeschlagen wurde, sodass diese an die Wand dahinter prallte und ihre Mutter in ihr Zimmer gestürmt kam.
      „Du bist wach? Gut, sehr gut. Wir müssen hier weg, Livianna“, haspelte Liviannas Mutter die Wörter herunter, während sie eine Decke packte und dann ihre verwirrt dreinblickende Tochter am Arm hinter sich herzog.
      „Was ist denn los, Mutter?“, fragte Livianna ihre Mutter, die hektisch zu ihrem Mann sah, der von irgendwoher ein Schwert hatte, welches er in der Hand hielt und durch die Hüttentür nach draußen spähte. Offensichtlich versicherte er sich dass die Luft rein war, damit seine Familie fliehen konnte und in Sicherheit war, während er den Kampf aufnehmen würde, welcher dem Dorf bevor stand.
      „Du musst mir jetzt ganz genau zuhören und genau das tun, was ich dir sage, Livianna“, wandte sich Liviannas Mutter mit eindringlicher Stimme an ihre Tochter, nach dem sie ihren Mann und dessen verkniffenen Gesichtsausdruck gesehen hatte. Sie würde keine Chance haben mit ihrer Tochter zu fliehen, dafür waren viel zu viele Soldaten dort draußen. Also musste sie zumindest dafür sorgen, dass ihr Kind in Sicherheit war und nicht von den römischen Legionen aufgegriffen wurde. „Du kennst den Weg, den wir dir gezeigt haben und der nur dann benutzt werden soll, wenn höchste Gefahr droht, oder?“
      „Ja, Mutter“, gab Livianna nickend zurück und blickte ihre Eltern mit Tränen in den Augen an, in denen sich Angst vor dem Ungewissen erkennen ließ.
      „Diesen Weg wirst du nun nutzen, um in die Höhlen zu gelangen. Du wirst nicht stehen bleiben oder dich umsehen! Du musst dich in Sicherheit bringen und dort solange bleiben, bis wir dich holen kommen. Hast du das verstanden?“
      „Ja, aber warum könnt ihr denn nicht mit mir kommen, Mutter?“
      „Das geht nicht“, erwiderte ihre Mutter verzweifelt, wobei sie ihren Kopf schüttelte und ihr einige, wenige Haarsträhnen ins Gesicht fielen, während ihr Tränen über die Wangen liefen und sie ihre Tochter noch einmal in den Arm nahm, sie ganz fest drückte und ihr einen festen Kuss auf die Stirn drückte.
      Ihr Vater ließ das Schwert sinken und drückte seine kleine Tochter auch noch einmal fest, bevor er sie davonschickte, damit sie in Sicherheit laufen konnte, während er den Kampf mit den Soldaten aufnehmen würde, um seine Frau und sein Heim zu beschützen.


      ~.~.~

      Livianna rannte den langen, dunklen Tunnel unterhalb des Hauses entlang, der sie außerhalb der Sichtweite ihres Elternhauses wieder an die Oberfläche führte.
      Als sie hinter dem Hühnerstall hervor kroch, tat sie genau das, was sie ihrer Mutter versprochen hatte. Sie flüchtete in die Höhlen ohne sich dabei noch einmal umzusehen. Ohne dabei nach ihren Eltern und Freunden Ausschau zu halten, ob es ihnen gut ging oder sie sich auch in Sicherheit bringen konnten.
      Doch als Livianna die markerschütternden Schreie hinter sich hörte, die durch das gesamte Dorf hallten, konnte sie nicht anders, als sich umzusehen. Sie blieb mit schreckgeweiteten Augen stehen und versuchte die aufsteigende Angst zu unterdrücken und den Blick von den grauenhaften Taten abzuwenden, die sie in der Ferne zu sehen bekam.
      Auch wenn sie es nicht vor sich selbst zugeben wollte, war sie von dem Schauspiel auf makabre Art und Weise fasziniert. Sie versteckte sich aus Neugierde, gepaart mit Angst, hinter einem rieseigen Felsen und schaute sich an, was sich in ihrem Heimatdorf abspielte. Wie die römischen Legionen über die hilflosen Dorfbewohner herfielen, die schreiend und panisch durcheinander liefen und nach einem sicheren Unterschlupf suchten, wo sie sich vor den Soldaten des römischen Kaiserreichs verstecken konnten.
      Livianna hatte keine Ahnung, wie lange sie dort saß und schweigend zusah, wie die Dorfbewohner, die sie ihr ganzes Leben lang kannte, abgeschlachtet worden waren. Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Erst als sie Schritte hinter sich hörte, bewegte sie sich wieder, fuhr erschrocken und mit ängstlichen Augen herum. Als sie ihren Blick an den Beinen vor sich heraufwandern ließ, schaute sie in die gnadenlosen Iriden eines römischen Legionärs, der einen finsteren Blick aufgesetzt hatte, aber dennoch ein zufriedenes Funkeln in den Iriden aufweisen konnte.
      „Ich habe noch eine gefunden!“, brüllte der Mann einem anderen zu, der mit geschäftigen Schritten auf Livianna und den Soldaten zukam.
      „Lass mal sehen“, wies der Neuankömmling den anderen an und beäugte Livianna eingehend, was ihr immer unangenehmer wurde, je länger sein stechender Blick auf ihrem notdürftig bedeckten Körper ruhte.
      „Was sollen wir mit ihr machen?“, fragte der erste Legionär den anderen.
      „Wir nehmen sie mit. Sie wird ein schönes Geschenk für unseren Kaiser abgeben“, bemerkte der zweite Soldat, während der erste Livianna hochhob und über seine Schulter warf und die Sechsjährige verschleppte, aus einem Dorf, welches mittlerweile vollkommen dem Erdboden gleich gemacht worden war.
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      Kisa schrieb:

      Wisst ihr ganz genau wer ihr seid?
      Tja, bis zu einer Aneinanderreihung von Ereignissen hatte ich auch geglaubt zu wissen_ wer ich bin und vor allem_ was ich bin. Doch mit dem Umzug von Deutschland nach Griechenland, den ich zusammen mit meiner Mutter und ihrem Freund – Moment, mittlerweile ist er ihr Verlobter – unternommen hatte, war mein gesamtes Weltbild auf den Kopf gestellt worden.
      Natürlich wusste ich bevor wir umzogen, dass sich mein Leben verändern würde. Das man sich ein neues Leben aufbauen, neue Freunde und einen neuen Job finden musste. Alles normale Veränderungen bei einer Auswanderung. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet in Lávrio, der alten Heimat meiner Mutter und mein neues Zuhause, meinen leiblichen Vater kennenzulernen. Aus dem schlichten Grund, dass meine Mutter mir immer erzählt hatte_ das er gestorben sei – was er im Übrigen auch für meine Mutter war,- ganz im Gegensatz zu mir.
      Zudem hatte ich im selben Atemzug von der Existenz der legendären_ griechischen Götter erfahren und dass mein Vater einer von ihnen war (ist - er lebt ja noch und bleibt Ares, auch ohne Unsterblichkeit), was für mich bedeutete, somit eine Halbgöttin zu sein. - dass ich somit eine Halbgöttin bin?!

      Aufgrund meines Geburtsrechts – von dem ich nebenbei absolut nichts wusste - hatte ich das große Glück ein Teil des Geheimbundes der Jäger zu werden.
      Der Geheimbund der Jäger war eine geheime Organisation, die aus den Günstlingen und Kindern der Götter bestand. Sie sorgten dafür, dass die normalen Sterblichen vor den unheimlichen Kreaturen der Unterwelt beschützt wurden. Die Jäger waren dafür verantwortlich, dass kein normaler Mensch jemals davon erfuhr, dass es die griechischen Götter, sowie die Wesen der Unterwelt, wirklich gab.
      Durch meinen eher unfreiwilligen Beitritt war ich dazu gezwungen mit Waffen gegen Monster zu kämpfen. Ich hatte Gewalt immer verabscheut und musste das tun, was mir im Blut lag, aber das war etwas, was ich eigentlich nie anwenden wollte, um niemanden zu verletzten.
      Das hatte mich nur leider nicht davor bewahrt mich einem Kampf gegen Titanen zu stellen, die aus irgendeinem Grund aus dem Tartarus befreit worden waren. Ich war wieder einmal (Sie wurde doch nur im letzten Teil auserkoren, oder kam das davor schon vor? ^^) unfreiwillig als Auserwählte der Götter auserkoren worden, um mich in den Kampf gegen die Titanen zu stellen und die Götter vor der Götterdämmerung zu bewahren.
      Mit diesem Kampf setzte ich nicht nur mein eigenes Leben aufs Spiel, sondern auch das von meinen Freunden und meiner Familie. Ich hatte sogar mit ansehen müssen, wie meine Mutter starbdas Schlimmste, was ich jemals im Leben hatte mit ansehen müssen. Letztendlich hatte dies aber ungeahnte Kräfte in mir freigesetzt, was mir dabei geholfen hatte, den Herrscher der Titanen zu stürzen und die Welt, meine Familie und Freunde_ damit vor einem grausamen Schicksal zu bewahren.
      Aber auch wenn ich hatte mit ansehen müssen, wie meine Mutter starb, war ich dennoch Zeuge der Liebe meines Vaters geworden, der seine Unsterblichkeit für das Leben meiner Mutter aufgegeben hatte. Etwas, was ich ihm im Leben nicht zugetraut hatte - hätte, wenn ich von meinen ersten Begegnungen mit ihm Rückschlüsse hätte ziehen müssen.
      Zudem hatte ich selber ein außergewöhnliches Gefühl erfahren, welches weit über das hinaus ging, was ich bis jetzt empfunden hatte. Dabei kamen diese Gefühlsregungen von jemanden, den ich nicht einmal ansatzweise als eine Person wahrgenommen hatte, der solche Empfindungen für mich hegte oder für den ich so fühlen konnte.
      Vielleicht könnt ihr jetzt verstehen, warum ich keine Ahnung mehr hatte, wer ich bin oder was ich bin. Mein Leben stand vollkommen auf dem Kopf, ebenso wie meine Gefühlswelt. Aber vielleicht könnt ihr jetzt nachvollziehen_ warum die Ereignisse, welche sich in der nächsten Zeit ereignen würden, nicht allzu ungewöhnlich für mich werden würden und doch schwerer zu bewältigen, als ich es für möglich gehalten hätte.

      Kisa schrieb:

      Es war eine warme Sommernacht in einem kleinen Dorf in der Nähe des Legionärslagers von Thessaloniki im römischen Reich.
      Die Hitze der Nacht war kaum zum Aushalten (zu ertragen). Weshalb die hölzernen Fensterläden in jedem Haus auch weit offenstanden, damit eine leichte Brise in das Innere der Hütten gelangen konnte. So konnten die Leute, die außergewöhnliche Wärme in der Nacht ertragen, wenn sie unter ihren leichten Leinendecken lagen und versuchten in den Schlaf zu finden, ohne dabei an Hitzewallungen einen qualvollen Tod zu erleiden.
      Eben diese Hitze ließ die junge Livianna nicht schlafen, da es in dieser Nacht kaum ein Lüftchen gab, welche die Wärme in dem stickigen Räumen ihres Elternhauses vertreiben konnte. Deshalb blieb ihr der Schlaf verwehrt. Sie stand Gedanken verloren an dem kleinen Fenster in ihrem noch kleineren Zimmer, welches man eher als Kammer bezeichnen konnte, anstatt eines richtigen Zimmers. Sie blickte mit ihren warmen_ braunen Augen hinauf in den Nachtschwarzen Himmel und beobachtete fasziniert die Sterne, welche auf die Erde hernieder erstrahlten. Der Anblick des Vollmondes, der sich am Horizont über den Hügeln erhob, auf denen sich die Weiden befanden, wo die Pferde das ganze Jahr lang grasten, war einzigartig und faszinierte sie jedes Mal aufs Neue.
      Livianna stützte ihren Kopf in ihre Handfläche. Sie stützte ihren Ellenbogen auf dem schmalen, hölzernen Fensterbrett ab, an dem ihre Mutter von außen zwei winzige Kästen angebracht hatte_ in denen sie schon seit dem Frühling versuchte Kräuter anzubauen_ mit welchen sie die spärlichen Speisen verfeinern wollte, die sie täglich zu sich nahmen.
      Mit ihren zarten sechs Jahren fand sie es spannend ihrer Mutter bei ihrer täglichen Arbeit Gesellschaft zu leisten und gleichzeitig auch noch zu helfen. Zumindest dann, wenn nicht die anderen Kinder des Dorfes gemeinsam mit ihr spielen wollten.
      (Kinder im alten römischen Reich "spielten" nicht. Sie wurden schon früh auf ihre Rollen vorbereitet, das beinhaltet den Haushalt. Klar, gab es Spiele und sowas, aber das arme/einfache Volk arbeitete eigentlich bis zum Umfallen, Kinder inbegriffen, das klingt hier bisschen zu "hast du Lust zu helfen? Viel zu moderne Dastellung.)

      Man konnte durchaus sagen, dass sie zwar ein einfaches Leben führte, aber dafür auch ein sehr glückliches. Denn es gab immer noch Leute_ denen es um einiges schlechter erging als ihrer Familie. Dieser Gedanke machte sie immer traurig, weil sie sich dann unaufhörlich fragte, wie es ihren richtigen Eltern erging. Ob sie noch lebten? Ob sie ebenso glücklich waren, wie sie selbst? Oder ob sie den römischen Legionen zum Opfer gefallen waren?
      Das waren – zugegeben – merkwürdige Fragen, die sich eine sechsjährige nicht stellen sollte, aber wenn man von klein auf, damit aufgewachsen war, dass die eigenen Eltern einen auf der Schwelle eines Bauernhauses ausgesetzt hatten, dann stellte man sich solche existenziellen Fragen. Auch wenn ihre Eltern sie mit aller Liebe, die sie hatten, aufgezogen hatten und immer noch taten, war doch der Drang in Livianna da, mehr über ihre leiblichen Eltern zu erfahren. Aber sie hatte sich schonschweren Herzens damit abgefunden, dass sie ihre Fragen wohl niemals beantwortet bekommen würde.
      Livianna seufzte schwer auf und wischte sich mit dem Handrücken über ihre feuchte Stirn und rieb diesen anschließend an ihrem cremefarbenen Nachtgewand ab, welches kurze Ärmel aufwies. Es reichte ihr bis über die knochigen Knie und vorne vor ihrer Brust mit zwei dünnen weißen Fäden zusammengehalten wurde.
      Während sie in die Sterne blickte und auf Antworten wartete, merkte sie, wie sich über die Hügel, welche sich vor dem Dorftoren befanden, schwarze Gestalten in einem raschen Tempo näherten. Aber um Genaueres zu erkennen, war es dann doch -(Komma bitte) trotz des Vollmondes - (da auch) zu dunkel.
      Sie hing also weiter ihren Gedanken nach, bis sie plötzlich das laute, unmelodische Läuten einer Glocke hörte. Livianna zuckte erschreckt zusammen und begann überrascht auf zu schreien, als die hölzerne Tür zu ihrer Kammer aufgeschlagen wurde, sodass diese an die Wand dahinter prallte und ihre Mutter in ihr Zimmer gestürmt kam.
      „Du bist wach? Gut, sehr gut. Wir müssen hier weg, Spätzchen (Tochter ... Spätzchen werden die früher nicht gesagt haben :rofl: )“, haspelte Liviannas Mutter die Wörter herunter, während sie eine Decke packte und dann ihre verwirrt dreinblickende Tochter am Arm hinter sich herzog.
      „Was ist denn los, Mama (Mutter)?“, fragte Livianna ihre Mutter, die hektisch zu ihrem Mann sah, der von irgendwoher ein Schwert hatte, welches er in der Hand hielt und durch die, einen Spalt offenstehende, Hüttentür nach draußen spähte. Offensichtlich versicherte er sich dass die Luft rein war, damit seine Familie fliehen konnte und in Sicherheit war, während er den Kampf aufnehmen würde, welcher dem Dorf bevor stand.
      „Du musst mir jetzt ganz genau zu hören und genau das tun, was ich dir sage, Spätzchen“, wandte sich Liviannas Mutter mit eindringlicher Stimme an ihre Tochter, nach dem sie ihren Mann und dessen verkniffenen Gesichtsausdruck gesehen hatte. Sie würde keine Chance haben mit ihrer Tochter zu fliehen, dafür waren viel zu viele Soldaten dort draußen. Also musste sie zumindest dafür sorgen, dass ihr Kind in Sicherheit war und nicht von den römischen Legionen aufgegriffen wurde. „Du kennst den Weg, den wir dir gezeigt haben und der nur dann benutzt werden soll, wenn höchste Gefahr droht, oder?“
      „Ja, Mama“, gab Livianna nickend zurück und blickte ihre Eltern mit Tränen in den warmen braunen Augen an, in denen sich Angst vor dem Ungewissen erkennen ließ.
      „Diesen Weg wirst du nun nutzen, um in die Höhlen zu gelangen. Du wirst nicht stehen bleiben oder dich umsehen, Spätzchen! Du musst dich in Sicherheit bringen und dort solange bleiben, bis wir dich holen kommen. Hast du das verstanden?“
      „Ja, aber warum könnt ihr denn nicht mit mir kommen, Mama?
      „Das geht nicht“, erwiderte ihre Mutter verzweifelt, wobei sie ihren Kopf schüttelte und ihr einige_ wenige Haarsträhnen ins Gesicht fielen. (wenn so formuliert, dann Komma) Während ihr Tränen über die Wangen liefen und sie ihre Tochter noch einmal in den Arm nahm, sie ganz fest drückte und ihr einen festen Kuss auf die Stirn drückte.
      Ihr Vater ließ das Schwert sinken und drückte seine kleine Tochter auch noch einmal fest, bevor er sie davon schickte, damit sie in Sicherheit laufen konnte, während er den Kampf mit den Soldaten aufnehmen würde, um seine Frau und sein Heim zu beschützen.

      ~.~.~
      Livianna rannte den langen, dunklen Tunnel unterhalb des Hauses entlang, der sie außerhalb der Sichtweite ihres Elternhauses wieder an die Oberfläche führte.
      Als sie hinter dem Hühnerstall hervor kroch, tat sie genau das, was sie ihrer Mutter versprochen hatte. Sie flüchtete in die Höhlen ohne sich dabei noch einmal umzusehen. Ohne dabei nach ihren Eltern und Freunden Ausschau zu halten, ob es ihnen gut ging und (oder) sie sich auch in Sicherheit bringen konnten.
      Doch als Livianna die markerschütternden Schreie hinter sich hörte, die durch das gesamte Dorf hallten, konnte sie nicht anders, als sich umzusehen. Sie blieb mit schreckgeweiteten Augen stehen und versuchte die aufsteigende Angst zu unterdrücken und den Blick von den grauenhaften Taten abzuwenden, die sie in der Ferne zu sehen bekam.
      Auch wenn sie es nicht vor sich selbst zugeben wollte, war sie von dem Schauspiel auf makabre Art und Weise fasziniert. Sie versteckte sich aus Neugierde_ gepaart mit Angst _ hinter einem rieseigen Felsen und schaute sich an, was sich in ihrem Heimatdorf abspielte. Wie die römischen Legionen über die hilflosen Dorfbewohner herfielen, die schreiend und panisch durcheinander liefen und nach einem sicheren Unterschlupf suchten, wo sie sich vor den Soldaten des römischen Kaiserreichs verstecken konnten.
      Livianna hatte keine Ahnung, wie lange sie da (dort) saß und schweigend zusah, wie die Dorfbewohner, die sie ihr ganzes Leben lang kannte, abgeschlachtet worden waren. Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Erst als sie Schritte hinter sich hörte, bewegte sie sich wieder, fuhr erschrocken und mit ängstlichen Augen herum. Als sie ihren Blick aus braunen Augen an den Beinen vor sich heraufwandern ließ, schaute sie in die gnadenlosen Augen eines römischen Legionärs, der einen finsteren Blick auf gesetzt hatte, aber dennoch ein zufriedenes Funkeln in den Iriden aufweisen konnte.
      „Ich habe noch eine gefunden!“, brüllte der Mann einem anderen zu, der mit geschäftigen Schritten auf Livianna und den Soldaten zukam.
      „Lass mal sehen“, wies der Neuankömmling den anderen an und beäugte Livianna eingehend, was ihr immer unangenehmer wurde, je länger sein stechender Blick auf ihrem notdürftig bedeckten Körper ruhte.
      „Was sollen wir mit ihr machen?“, fragte der erste Legionär den anderen.
      „Wir nehmen sie mit. Sie wird ein schönes Geschenk für unseren Kaiser abgeben“, bemerkte der zweite Soldat, während der erste Livianna hochhob und über seine Schulter warf und die sechsjährige verschleppte_ aus einem Dorf, welches mittlerweile vollkommen dem Erdboden gleich gemacht worden war.


      So, ich muss zugeben, der Prolog gefiel mir besser, als das Vorwort. Irgendwie schöner formuliert, auch wenn wieder einige selbsterklärende Dinge drin waren, die ich im Spoiler gestrichen hab. Die ziehen Sätze unnötig in die Länge.
      Gut, da ist also ein Dorf ausgerottet worden, ich bin mal gespannt, in welcher Verbindung das mit deiner Hauptprotagonistin steht. Ich hatte bei Livianna gleich das Bild von Herkules oder so um Kopf. Von einem göttlichen/halbgöttlichen Kind, was man versteckt aussetzt, damit es niemand findet ^^ Die Schilderung, dass sie neugierig, wie geschockt ist, fand ich sehr gut.

      Beide Teile waren schön .. soweit nichts zu bemängeln außer, dass wenn du dich mit reellen Vergangenheiten befasst, dich auch da hineinversetzen musst. Die "moderne" Umgangssprache ist da störend, wie "Spätzchen", spielende Kinder ... wie heute, die eine Wahl haben ... Es zerstört etwas die Harmonie, die man sich beim Lesen vergangener Tage aufbaut, wenn sie denn reeller Natur sind, weil man da eben weiß, dass das etwas anders war. ^^
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Jennagon schrieb:

      Beide Teile waren schön .. soweit nichts zu bemängeln außer, dass wenn du dich mit reellen Vergangenheiten befasst, dich auch da hineinversetzen musst. Die "moderne" Umgangssprache ist da störend, wie "Spätzchen", spielende Kinder ... wie heute, die eine Wahl haben ... Es zerstört etwas die Harmonie, die man sich beim Lesen vergangener Tage aufbaut, wenn sie denn reeller Natur sind, weil man da eben weiß, dass das etwas anders war.
      Okay, ich werde mehr darauf achten, wenn ich weitere solcher Teile schreibe, dass ich keine neumodischen Ausdrücke verwende, aber danke das du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Zudem finde ich es klasse, das du dir so viel Mühe beim korrigieren gemacht hast. Auch dafür danke schön an dieser Stelle. Da du die erste bist die kommentiert, freue ich mich ganz besonders über deine Meinung und werde es in den künftigen Teilen berücksichtigen :D

      xoxo
      Kisa
    • So, dann habe ich mich auch mal ans Lesen gewagt. Bisher liest es sich auf jeden Fall sehr viel besser, als der Schluss vom ersten Teil. Durchdachter. Zwar sind da immer noch diese alles erklärenden Sätze, die manchmal etwas fehl am Platz wirken, aber es ist dennoch angenehm zu verfolgen. ^^
      Bei Bezeichnungen wie "Spätzchen" und "Mama" muss ich Jennagon aber zustimmen. Es wirkt etwas merkwürdig an den Stellen. Zumal du in dem Prolog in einem Abschnitt bist, der weit zurückliegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass damals solche Worte benutzt wurden.
      Das Vorwort fand ich okay. Es ist schön, dass du damit noch einmal alles zusammen gefasst hast, was im ersten Teil passiert ist. Ich muss aber sagen, dass der Prolog schreibtechnisch noch etwas besser war. Im Vorwort waren mir ein wenig zu viele Gedankenstriche dabei.
      Was mich beim Prolog etwas irritiert hat, war der Bezug auf die Hitze - dass es in der Nacht noch so warm ist. Ja, das verstehe ich und finde ich auch gut geschildert. Nur irgendwie ist das dann doch zu viel. Thessaloniki liegt ja in Griechenland und dort ist es im Sommer schließlich häufig sehr warm. Die Menschen, die dort leben empfinden das ganz anders. Natürlich werden sie die Fenster aufmachen in der Nacht, aber dass sie ersticken würden, wenn es nicht so ist, oder nicht schlafen können, kann ich mir nicht vorstellen. Die sind Hitze ja gewöhnt. Auch früher schon. (wenn ich bedenke, dass die Menschen bei 20-25 Grad teilweise mit Pullover herumrennen.)
      Mal sehen, was es mit der Handlung zu tun haben wird. ^^

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Also, ich bin dann auch mal eingestiegen, ohne deine Vorgänger-Geschichte gelesen zu haben, aber du schreibst ja, man muss sie nicht zwingend lesen um die 2. Geschichte zu verstehen.

      Ich finde Geschichten über die griechischen Götter grundsätzlich sehr spannend und freue mich da definitiv auf mehr. :thumbsup: Ich fühlte mich beim Vorwort direkt an Percy Jackson und die Göttlich-Reihe erinnert. Beim Prolog hatte ich dann auch sehr schnell das Bild von Herkules (in der Disney-Fassung) im Kopf.

      Ein paar kleine Anmerkungen:
      Du wiederholst des Öfteren Dinge, die einem auch schon bei der ersten Erwähnung im Gedächtnis bleiben. Wie zum Beispiel die warmen braunen Augen von Livianna.
      Ich habe jetzt selbst keine Kinder, finde aber dass die 6 Jährige hin und wieder nicht ganz kindlich dargestellt ist. Dass sie die Abschlachtung des Dorfes auf makabre Art und Weise faszinierend findet und sich aus Neugierde (und Angst) hinter dem Felsen versteckt, halte ich für eher unwahrscheinlich bei einem Kind. Zumindest für mich wäre ein verängstigtes Fortlaufen, oder ein wieder Zurücklaufen um nach ihren Eltern zu sehen, nachvollziehbarer gewesen.
      Du gehst sehr genau auf ihre Augen, ihre Kleidung und ihren Körperbau ein, aber welche Haarfarbe sie hat oder wie sie ihre Haare allgemein trägt, geht bisher nicht hervor. ist natürlich nur ein kleines Schönheitsdetail im Text, aber wenn man den Charakter schon recht genau beschreibt, sind Haare ja schon ein markanter Eckpunkt im Aussehen.

      Das war alles von meiner Seite. Ich freue mich auf jeden Fall auf mehr und bin gespannt wo du die Brücke zwischen deinem Prolog und der Heldin, die sich ja im Hier und Jetzt bewegt, schlagen wirst. :thumbsup:
      Alles das, kannst du sein, kannst es schaffen ganz allein. Ganz egal, was du nicht hast, was du mit dir trägst als Last. Streif die Ketten ab und tu, was du tun musst, weißt nur du. Nur wer nicht aufgibt, wenn er fällt, ist ein echter wahrer Held. (Schandmaul - echter wahrer Held - Titellied zum Film Mara und der Feuerbringer)
    • Kyelia schrieb:

      Was mich beim Prolog etwas irritiert hat, war der Bezug auf die Hitze - dass es in der Nacht noch so warm ist. Ja, das verstehe ich und finde ich auch gut geschildert. Nur irgendwie ist das dann doch zu viel. Thessaloniki liegt ja in Griechenland und dort ist es im Sommer schließlich häufig sehr warm. Die Menschen, die dort leben empfinden das ganz anders. Natürlich werden sie die Fenster aufmachen in der Nacht, aber dass sie ersticken würden, wenn es nicht so ist, oder nicht schlafen können, kann ich mir nicht vorstellen. Die sind Hitze ja gewöhnt. Auch früher schon. (wenn ich bedenke, dass die Menschen bei 20-25 Grad teilweise mit Pullover herumrennen.)
      Hm.. das war mir selber gar nicht so sehr bewusst, aber wenn ich die beiden Teile überarbeite, werde ich auch das berücksichtigen, da du durchaus recht hast. Kann deinen Einwand also nachvollziehen und werde darauf eingehen. Das mit dem "Spätzchen" hatte ich im letzten Kommentar schon angesprochen, nur als Info, damit du weißt, dass ich da nicht drüber weg gegangen bin :)
      Schön, dass du auch im zweiten Teil wieder dabei bist. Ich freue mich jetzt schon auf deine kommenden Kommentare.

      @Laladine
      Schön das du dich auch dazu entschlossen hast, dich durch diese Geschichte zu kauen, wenn du magst, kannst du die erste natürlich auch lesen, die findest du mittlerweile im Mitgliederbereich, ansonsten besteht im Lexikon eine Verlinkung. Ich hoffe mal das man diesen Teil auch ohne die Vorgeschichte verstehen kann. och versuche es zumindest so zu schreiben, mal sehen ob mir das gelingt, aber da bist du dann an dieser Stelle der beste Ansprechpartner :D Ansonsten werde ich schauen wie ich deine Anregungen in meine Korrektur mit einfließen lasse.

      xoxo
      Kisa
    • So ich habe jetzt mal das Vorwort gelesen und werde dran bleiben. Die Idee gefällt mir gut. Mir fällt auf dass du häufig Bindestriche verwendest, das mag ich, aber wenn du es zu oft machst, nutzt es sich ab, finde ich.

      Kisa schrieb:

      Ich war wieder einmal unfreiwillig als Auserwählte der Götter auserkoren worden,
      Wieder einmal? Wie kann man denn wieder einmal Auserwählte sein? Hört sich an, als wenn ihr das ständig passiert :) Das klingt etwas unlogisch.
      Werd mich die Tage durch den Prolog lesen. die Vorgeschichte kenne ich net, und lass es einfach mal auf mich wirken. :)

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Rael schrieb:

      Wieder einmal? Wie kann man denn wieder einmal Auserwählte sein? Hört sich an, als wenn ihr das ständig passiert Das klingt etwas unlogisch.
      Werd mich die Tage durch den Prolog lesen. die Vorgeschichte kenne ich net, und lass es einfach mal auf mich wirken.
      Wenn man die Vorgeschichte bedenkt, passt das "wieder einmal" durchaus. Da meine protagonisten dort auch schon von den Götter auserwählt wurde, deren Leben gegen die Titanen zu schützen. Deswegen passt es meiner Meinung nach durchaus :D
      Schön das ich dich auch bei dieser Geschichte mit an Boad habe. ich freue mcih schon sehr auf deine Ansichten und Meinungen zu meiner Geschichte. Wie ich es bei Laladine auch schon gesagt habe, hoffe ich einfach mal das ihr den zweiten Teil der Geschichte verstehen werdet, wenn nicht, dann müsst ihr mich einfach mit Fragen bombardieren. ich nehme mir dann auch die Zeit euch darauf zu antworten. Natürlich steht es euch/dir frei auch den ersten Teil meiner Geschichte zu lesen, musst zu aber selbstverständlich nicht machen.
      Wie gesagt, ich freue mich jetzt auf deine nächsten Kommentare :D

      xoxo
      Kisa
    • Kisa schrieb:

      So konnten die Leute, die außergewöhnliche Wärme in der Nacht ertragen, wenn sie unter ihren leichten Leinendecken lagen und versuchten in den Schlaf zu finden, ohne dabei an Hitzewallungen einen qualvollen Tod zu erleiden.
      Das Ende dieses Satzes ist doch etwas übertrieben. Der Vergleich hinkt etwas. Man stirbt ja nicht gleich qualvoll weg, nur weil es nachts heiß ist :) Die Hitze kommt auch ohne diesen Begleitsatz rüber. Ich würds streichen.


      Die Szene gefällt mir gut. Gerade zum ende hin erzeugst du eine gute Spannungskurve, die wirklich neugierig macht und es hat auch echt Spaß gemacht das zu lesen. Wenn ich das alles richtig raffe gehts hier um griechische Götter und das römische Reich Reich. Finde ich sehr geil.

      Nur der Einstieg ist etwas, keine Ahnung mir fehlen grad die Worte, das richtig zu beschreiben.
      Du erzeugst durch diese sternenklare Nacht und deine Beschreibungen eine gute Atmosphäre, die sich dann schlagartig verändert. Das ist gut, gefällt mir. Ich hatte die ganze Zeit Kopfkino laufen, aber was mir aufgefallen ist. Der Wechsel kam nicht gut rüber. Du nutzt sehr sehr häufig lange Sätze, die keine Spannung erzeugen können. Wenns ums Aktion geht, dann sollten die Sätze auch kürzer sein, aber du mischt das mit Beschreibungen. Das zwingt den Leser wieder sich auf das Bild und nicht die Handling zu konzentrieren. Keine Ahnung, ob ich das jetzt richtig erklärt habe, es ist auch mehr ein Gefühl, als das ich dir jetzt Textpassagen zitieren könnte.

      Seis drum. Es ist ohnehin Kritik auf sehr hohem Niveau, weil mir das eigentlich echt gut gefallen hat. Ich dachte nur, ich teile mal meine Gedanken mit dir^^

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Rael schrieb:

      Die Szene gefällt mir gut. Gerade zum ende hin erzeugst du eine gute Spannungskurve, die wirklich neugierig macht und es hat auch echt Spaß gemacht das zu lesen. Wenn ich das alles richtig raffe gehts hier um griechische Götter und das römische Reich Reich. Finde ich sehr geil.
      Danke für das Lob :love: und ja du hast es richtig verstanden. Es geht hauptsächlich um die griechischen Götter und deren Nachkommen, wobei in diesem zweiten Teil das römische Reich auch eine Rolle spielt, da es die Hintergrundgeschichte zu zwei neuen Charakteren bildet, die ich in dieser Geschichte einführen will. Dabei werden dann auch noch Familienbanden offengelegt.
      Was die Familienbeziehungen betrifft sind die griechischen Götter extrem kompliziert, deswegen werde ich irgendwie die Tage mal einen Stammbaum mit den wichtigsten Personen aufzeigt, die in meiner Geschichte auch eine Rolle spielen. Dabei tauchen in diesem Stammbaum auch die Hauptfiguren auf, nur damit du bzw. auch die anderen einen Überblick bekommen, wie wer mit wem verwandt ist.

      xoxo
      Kisa
    • Dieser Teil spielt in der Gegenwart, nur als kleine Randinfo :D

      Überarbeitete Version
      10.Juni.2016


      EDIT: Ich habe die Perspektive gewechselt. Es wird nicht mehr aus der Ich-Erzähler Perspektive geschrieben, sondern aus der Beobachter Perspektive. Einige von euch hatten das ja schon angesprochen, dass die Geschichte so eventuell einfacher für Neueinsteiger in dieser Geschichte zu lesen ist.


      Kapitel 1: Unerwartete Gefühle

      Nyra erwachte langsam aus der schwarzen Tiefe der Bewusstlosigkeit. Ihr Schädel dröhnte immer noch und das viel zu grelle Licht der Sonnenstrahlen, welches erbarmungslos durch die dünnen Vorhänge ihres Zimmers drang, machte die ganze Sache auch wirklich nicht besser.
      Seit dem Kampf gegen den Titanenherrscher Kronos waren zwei Wochen vergangen in denen sie immer wieder zu Bewusstsein gekommen und erneut abgedriftet war. Sie war unaufhörlich von demselben Bild begrüßt worden, das grelle Sonnenlicht, ihre Mutter mit müdem Gesichtsausdruck, die auf der Bettkante hockte. Und Aiden, welcher an der gegenüberliegenden Zimmerwand lehnte und sie mit kritischen Blick beäugte.
      Sobald Nyra ihre Augen aufschlug, raschelte die dünne weiße Bettdecke und sie konnte die kühle Hand ihrer Mutter auf ihrer Stirn und Wange spüren, wie sie ihre Temperatur überprüfte. Aufgrund der vielen Kraft, die sie während des Kampfes hatte einbüßen müssen, war sie vollkommen ausgebrannt gewesen und deshalb hatte sie dann auch noch Fieber bekommen, welches ihr noch mehr zusetzte.
      „Wie geht es dir, Nyra?“, flüsterte ihre Mutter mit besorgter Stimme, während sie sich über sie beugte und ihr einen Kuss auf die Stirn drückte.
      „Bin müde“, murmelte die Sechszehnjährige leise vor sich hin. Sie war sich durchaus der Tatsache bewusst, dass sie seit zwei Wochen nichts anderes getan hatte als zu schlafen, zu essen und wieder schlafen. Aber sie fühlte sich einfach zu ausgelaugt und erschlagen, um etwas anderes zu tun. Sie hatte während des Kampfes einfach zu viel Kraft verwendet.
      „Da bin ich mir sicher“, erwiderte Stella mit einem sanften Lächeln auf den Lippen, während sie über Nyra´s Wange streichelte. „Möchtest du etwas Essen, um wieder zu Kräften zu kommen?“
      Nyra hatte ihrer Mutter nur mit halben Ohr zugehört, da sie durch Aidens Anwesenheit für einen Moment aus dem Konzept gebracht worden war. Sein Blick aus grauen Augen hatte sie gefangen genommen, sodass sie nichts anderes mehr machen konnte, als diesen mit ihren zu erwidern.
      „Hm…?“, machte Nyra deshalb nur, hob fragend eine Augenbraue und wandte ihren trüben Blick Stella wieder zu.
      „Möchtest du etwas Essen, Nyra?“, widerholte Stella ihre Frage noch einmal.
      „Suppe“, nuschelte die Brünette verschlafen. „Ich hätte gerne etwas Suppe, wenn du welche hast, Mom“, fuhr sie mit rauer Stimme weiter fort und räusperte sich, woraufhin Aiden sich mit dem Fuß von der weißen Zimmerwand abstieß. Er nahm ein Glas voll mit Wasser von ihrem Schreibtisch und brachte es zu Nyra ans Bett und reichte es an sie weiter.
      „Natürlich kannst du eine Suppe bekommen“, entgegnete ihre Mutter, strich Nyra noch einmal liebevoll über die Haare, warf Aiden ein rasches Lächeln zu und verließ dann das Zimmer, um ihrer Tochter in der Küche eine Suppe zuzubereiten, wobei sie hoffentlich Hilfe von ihrem Verlobten Theo bekam. Stella war einfach keine gute Köchin, im Gegensatz zu Theo, der dies tagtäglich tat. Wenn ihre Mutter kochte, konnte man eigentlich damit rechnen, dass man die Küche anschließend von Grund auf sanieren musste. Ein Raketeneinschlag hatte eine geringere Wirkung, als Stella Kanakaredes mit einem Kochlöffel in der Hand.
      Nyra wandte ihren Blick wieder Aiden zu, nachdem sie Stella beim Verlassen des Zimmers beobachtet hatte. „Warst du die ganze Zeit über hier?“, fragte sie leise an ihn gewandt. Auch wenn sie sehen konnte, dass er nicht mehr dieselben blutdurchtränken Klamotten trug, wie an dem Tag, als der Kampf stattgefunden hatte. War sie sich doch der Meinung ihn immer gesehen zu haben, wenn sie kurz zu Bewusstsein gelangt war. Vielleicht bildete sie es sich nur ein, aber Aiden sah so aus, als wenn er seit zwei Wochen kaum ein Auge zu gemacht hätte und schon gar nicht in einem Bett geschlafen hätte; vor allem nicht in seinem eigenen. Aber Nyra war immerhin froh darüber, dass er sich der blutigen Klamotten entledigt und geduscht hatte.
      „Ja“, gab er schlicht zurück und zuckte lässig mit den breiten Schultern. Er setzte sich dann auf ihr Bett direkt neben sie, wobei sein Blick unablässig auf ihr ruhte. „Wie geht es dir wirklich?“
      Nyra schaute Aiden für einen Moment schweigend an, wandte dann ihre Augen von ihm ab und starrte aus dem Fenster, welches hinter den bläulichen Vorhängen einen Spalt breit offenen stand. So konnte eine leichte Brise des frischen Ozeans ins Zimmer gelangen. Wenn man genau hinhörte, konnte man sogar das Krächzen von einigen Möwen vernehmen. „Ich fühle mich ausgelaugt“, gab sie leise zu, während sie weiterhin seinem Blick auswich. Als Nyra ihn eben angesehen hatte, war ihr bewusst geworden, dass er so grauenhaft aussah, wie sie sich fühlte. Vollkommen zerschlagen. Sie fand es schrecklich, dass es ihm augenscheinlich so mies ging, wusste aber auch nicht, was sie dagegen machen sollte, damit er sich besser fühlte.
      „Das habe ich mir schon gedacht“, gab Aiden zu, wobei sie sich sicher war, das er zustimmend nickte. „Willst du darüber reden, was während des Kampfes geschehen ist?“, fragte er mit ruhiger Stimme an sie gewandt.
      Nyra konnte sich schon denken, worauf er anspielte. Ja, Stella war gestorben und wurde von ihrem Vater wieder zurück ins Leben geholt, wofür er seine Unsterblichkeit aufgegeben hatte. Ja, das hatte in ihr eine Kraft wachgerüttelte, was dazu geführt hatte, dass sie ungeahnte Fähigkeiten entwickelt hatte, wodurch sie in der Lage gewesen war ihre Familie und Freunde vor dem Titanenherrscher Kronos zu retten und zu vernichten. Und ja, Aiden hatte ihr mehr als einmal während des Kampfes das Leben gerettet. Zudem war sie sich bewusst, dass er sie geküsst hatte, als er sie ins Haus trug, nachdem der Kampf beendet war. Ihr Verstand hatte das alles trotz dessen wahrgenommen, dass sie sich die ganze Zeit über im Delirium befunden hatte.
      Man konnte also mit Fug und Recht behaupten, dass es eigentlich eine ganze Menge geben sollte über das sie reden wollte, doch um ehrlich zu sein, verspürte Nyra nicht den Drang darüber zu sprechen. Am liebsten wollte sie vergessen, dass der Kampf überhaupt stattgefunden hatte. Dass sie eine vollkommen andere Seite von ihrer Mutter gesehen hatte – kalt, präzise, gnadenlos, berechnend -, ebenso wie von ihrem Vater. Eine Seite, bei der sie sogar nachvollziehen konnte, warum Stella sich damals zu ihm hingezogen gefühlte. Schließlich gab nicht jeder einfach so sein unsterbliches Leben für einen auf und wurde zu einem stinknormalen Menschen. Vor allem dann nicht, wenn man - so wie ihr Vater - die Sterblichen für ihre Schwäche verachtete.
      Auch wenn das alles extreme Veränderungen für Nyra nach sich ziehen würde, war sie sich dennoch sicher, dass Aiden lieber über das kleine Detail des Kusses und der Rettungen mit ihr sprechen wollte, als über die versteckten Charaktereigenschaften ihrer Eltern.
      „Ich wüsste nicht, was es da zu reden gibt“, erwiderte Nyra und ging dem Thema damit bewusst aus dem Weg.
      Denn um ehrlich zu sein, wusste sie selber nicht mal was sie davon halten sollte, oder hatte auch nur den Hauch einer Ahnung, was sie mit diesen neuen Gefühlsregungen in ihrem Inneren anfangen sollte. Es waren einfach zu viele Emotionen. Zu viel Chaos, welches sich im Moment in ihrem Leben breit machte. Da konnte sie diesen Teenie-Kram einfach nicht gebrauchen. Selbst mit dem Hintergrund das sie wusste, dass sie sich irgendwann ihren Empfindungen stellen musste. Irgendwann, aber nicht heute und vor allem nicht wenn sie noch mit den Nachwirkungen des Kampfes zu tun hatte und mit Aiden zusammen in ihrem Bett saß. Es gab wirklich bessere Gelegenheiten und Plätze, wo man über dieses Thema sprechen konnte.
      Aiden gab nur ein Grunzen von sich, was Nyra dazu veranlasste ihren Blick vom offenstehenden Fenster abzuwenden und ihn in seine grauen Augen zu schauen, die sie viel zu durchdringend musterten. Er sagte nichts, aber sie war sich sicher, dass ihm etwas auf der Zunge lag, was ihr nicht wirklich gefallen würde, wenn er es laut aussprach. Deswegen betete Nyra im Stillen, dass er es einfach auf sich beruhen lassen würde.
      In diesem Moment hatte sie einfach mal Glück und ihre Gebete wurden erhört – ein absoluter Seltenfall. Aiden hielt den Mund, schüttelte nur mit dem Kopf, während er sich von ihrem Bett erhob und wortlos Nyra´s Zimmer verließ.
      Die Brünette blickte ihm nach, bis sich hinter ihm ihre Zimmertür wieder geschlossen hatte. Mit niedergeschlagenen Augen seufzte sie und schüttelte dann den Kopf, um die Gedanken und Gefühle an den Kuss zu vertreiben. Nyra wollte im Moment einfach nicht darüber nachdenken, was der Kuss mit ihrem Inneren anstellte. Denn würde sie diese ganzen Emotionen augenblicklich an sich heranlassen, würde sie wahrscheinlich von innen heraus zerbrechen, weil es einfach zu viel für einen einzelnen Menschen war.
    • Huhu *wink*

      Ich fand das von dir gewählte Setting einfach nur grandios, hab mich früher schon sehr für Mythologie begeistert und freu mich einfach tierisch das du das als Hintergrund gewählt hast, wird sicher ne grandiose Geschichte ^^
      Mein Kopfkino lief in beiden Teilen wunderbar und das obwohl du offen lässt durch wessen Augen wir die Szenerie im aktuellen Teil betrachten (was du sicher absichtlich so gemach hast ;) )

      Was die Rechtschreibung und Grammatik angeht halt ich mich lieber ganz dezent im Hintergrund, da haben wir hier Leute die wesentlich fitter sind als ich.
      Ich bleib hier auf alle Fälle dran und freu mich jetz schon auf das was da noch so kommen mag ^^

      LG Knuddel
      Ja, ich werde in die Hölle kommen.
      Und dann verlässt der Teufel seinen Thron und flüstert,
      sich demütig verbeugend:
      "Willkommen zurück, Meister."
    • Knuddeldings schrieb:

      Mein Kopfkino lief in beiden Teilen wunderbar und das obwohl du offen lässt durch wessen Augen wir die Szenerie im aktuellen Teil betrachten (was du sicher absichtlich so gemach hast )
      Es ist schön das du dabei bist udn das dir meine Geschichte so gut gefällt, ebenso, dass dein Kopfkino so gut mitgelaufen ist, allerdings lasse ich es eigentlich nicht offen aus welcher Perspektive die Geschichte erzählt wird. Der Ich-Erzähler ist Nyra. Es wird zwischendrin zwar immer mal wieder ein paar Persektivwechsel geben, aber das geschiet eigentlich nur, damit man die hintergründe, Gedanken und handlungen der einzelnen Figuren besser versteht.

      Wenn du dich immer schon für mythologie interessiert hast, ist vielleichta uch der erste Teil meiner Geschichte etwas für dich. Im Lexikon findest du dazu einen Eintrag, der dich dann zur Geschichte verlinkt.

      Ich freue mich auf jeden Fall dich mit an Boad zu haben :D

      xoxo
      Kisa
    • Spoiler anzeigen

      Kisa schrieb:

      Mein Schädel dröhnte immer noch und das viel zu grelle Licht der Sonnenstrahlen, welche (welches) erbarmungslos durch die dünnen Vorhänge meines Zimmers drang, und mir dabei direkt in die zusammengekniffenen Augen strahlte, machte die ganze Sache auch nicht besser.
      Ein Satz, den du locker auch in zwei aufteilen könntest.

      Kisa schrieb:

      Seit_dem Kampf gegen den Titanenherrscher Kronos waren zwei Wochen vergangen (Komma) an (in) denen ich immer wieder zu Bewusstsein gekommen und wieder abgedriftet war.
      Leerzeichen

      Kisa schrieb:

      Ich hatte meiner Mutter nur mit halben Ohr zugehört, da mich Aidens Anwesenheit für einen Moment aus dem Konzept gebracht hatte, als ich seinen intensiven Blick aus grauen Augen mit meinen Meeresblaugrünen erwiderte.

      Kisa schrieb:

      „Ja“, gab er schlicht zurück und zuckte lässig mit den breiten Schultern. Er setzte sich dann auf mein Bett neben mich, wobei seine grauen Augen unablässig auf mir ruhten. „Wie geht es dir wirklich?“

      Kisa schrieb:

      „Ich fühle mich ausgelaugt“, gab ich leise zu, während ich weiterhin den grauen Augen von Aiden auswich.

      Kisa schrieb:

      Aiden gab nur ein Grunzen von sich, was mich dazu veranlasste meinen Blick vom offenstehenden Fenster abzuwenden und schaute ihm in seine grauen Augen, die mich viel zu durchdringend musterten.
      Das sind mir zu viele graue Augen. Es einmal zu schreiben, ist okay, aber nicht immer wieder in diesem Zusammenhang. Das wirkt künstlich. :hmm:

      Kisa schrieb:

      Zudem war ich mir auch bewusst, dass er mich geküsst hatte, selbst wenn ich zu diesem Zeitpunkt mehr in einem Delirium, als wirklich bei klarem Verstand, gewesen war, während er mich vom Schlachtfeld weggetragen und mich nach Hause gebracht hatte.
      Daraus könntest du auch locker zwei Sätze machen.

      Kisa schrieb:

      Eine Seite (Komma) bei der ich sogar nachvollziehen konnte, warum meine Mutter sich damals zu ihm hingezogen gefühlt hatte.

      Kisa schrieb:

      Denn würde ich diese ganzen Emotionen momentan an mich heranlassen, würde ich wahrscheinlich von innenheraus (getrennt?) zu zerbrechen, weil es einfach zu viel für einen einzelnen Menschen war.


      Nyra geht es also immer noch nicht gut. Naja, das Geschehen liegt ja auch erst zwei Wochen zurück. :hmm: Ich finde es zwar recht übertrieben, dass Aiden da immer noch herumhängt und sich nicht mal andere Sachen angezogen hat. Muss er nicht arbeiten, oder zur Schule, oder andere Sachen erledigen? Und wenn er das kann, dann könnte er auch mal nach Hause fahren und andere Sachen anziehen, Oder zumindest Klamotten von Theo leihen. Finde ich etwas komisch. X/
      Noch etwas.
      Wie alt war Nyra nochmal? Denn solche Sachen ...

      Kisa schrieb:

      „Wie geht es dir, mein Schatz?“,
      ...sagt meine Mutter schon nicht mehr zu mir, seit ich 15. bin. Ich finde immer, das wirkt so kindlich. Als würde man ein kleines Kind von sechs Jahren ansprechen. Ich habe ja keine Ahnung, kann auch nur in meiner Familie so sein und bei anderen ist es anders. Vielleicht bekomme ich einfach nicht genug Liebe, aber irgendwie stolpere ich da immer wieder drüber. :rofl:

      Ansonsten ein schöner Teil, der noch mal etwas die vergangenen Sachen zusammenfasst und Nyras Zustand beschreibt. FInde ich super und mal sehen, wie es weiter geht. ^^

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Kyelia schrieb:

      Nyra geht es also immer noch nicht gut. Naja, das Geschehen liegt ja auch erst zwei Wochen zurück. Ich finde es zwar recht übertrieben, dass Aiden da immer noch herumhängt und sich nicht mal andere Sachen angezogen hat. Muss er nicht arbeiten, oder zur Schule, oder andere Sachen erledigen? Und wenn er das kann, dann könnte er auch mal nach Hause fahren und andere Sachen anziehen, Oder zumindest Klamotten von Theo leihen. Finde ich etwas komisch.
      Noch etwas.
      Wie alt war Nyra nochmal? Denn solche Sachen ..
      Ich hatte zu anfang erst zwei Tage zwischen dem Endkampf udn dem ersten Kapitel. Demnach ist das noch dringeblieben, aber wo du es jetzt erwähnst, das sollte ich beim korrigieren doch noch mal umschreiben.
      Was das mein Schatz betrifft, das bleibt udn in diesem fall habe ich es gemacht, damit man merkt, wie sehr Stella um Nyra besorgt ist und sich kümmern möchte um ihr armes kleines mädchen. Selbst wenn deine Mutter das nicht mehr zu dir sagt, bist doch noch immer ihr kleines Mädchen und wirst das auch immer bleiben :) Aber um noch einmal auf deine Frage zurück zukommen. Nyra ist sechszehn.

      An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal für die Ausführliche Korrektur bei dir bedanken. :)

      xoxo
      Kisa
    • Spoiler anzeigen

      Kisa schrieb:

      Ich erwachte langsam aus der schwarzen Tiefe der Bewusstlosigkeit. Mein Schädel dröhnte immer noch und das viel zu grelle Licht der Sonnenstrahlen, welche erbarmungslos durch die dünnen Vorhänge meines Zimmers drang, und mir dabei direkt in die zusammengekniffenen Augen strahlte, machte die ganze Sache auch nicht besser.

      Kisa schrieb:

      Seit_dem Kampf gegen den Titanenherrscher Kronos waren zwei Wochen vergangen an denen ich immer wieder zu Bewusstsein gekommen und wieder abgedriftet war.

      Kisa schrieb:

      allerdings lasse ich es eigentlich nicht offen aus welcher Perspektive die Geschichte erzählt wird. Der Ich-Erzähler ist Nyra.
      Ja, aber der Name fällt nicht ^^ und dem Leser, der den 1. Teil nicht gelesen hat, ist nicht bewusst, dass im Vorwort Nyra erzählt. ^^ Es könnte auch ne andere Ansicht sein, rein theoretisch. Allgemein, fällt der Name nicht, dass würde ich vielleicht nacharbeiten :P Damit es auch Outsider verstehen ;)


      Ein schöner Teil der im Grunde auch alles nochmal wiederholt. Auch, dass Nyra nicht gleich fit ist, ist gut.
      Na, da bin ich aber mal gespannt, wann sie alles mit Aiden bereden will :rofl:
      Der scheint ja drauf zu warten.
      Das Einzige, was ich zu bedenken gebe ist, dass wir nicht bei jedem Augenaufschlag die Farbe wissen müssen ;)
      Das liest sich irgendwann stark nach "SEINE AUGEN ... ACHTET AUF DIE AUGEN ... DIE AAAAAAAAAUGEN!" :pupillen:
      Und man selbst denkt sich. "MACH ICH DOCH... MACH ICH DOCH ... VERDAMMT, ICH GUCK IHM DOCH IN DIE AUGEN!" :search:
      Einmal pro Kapitel reicht da vollkommen ;)
      Ansonsten alles gut ... :super:
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Kisa schrieb:

      „Möchtest du etwas Essen, Nyra?“, widerholte meine Mutter ihre Frage.
      Wie du in meinem Zitat sehen kannst, fällt der Name von Nyra immerhin einmal, aber du hast Recht, vielleicht könnte ich ihn noch ein oder zweimal einbauen, damit es mehr auffällt aus wessen Sicht man liest. :D

      Jennagon schrieb:

      Ja, aber der Name fällt nicht
      Danke für dein Kommentar. Schön das dir der Teil gefallen hat und was die Augen betrifft werde ich darauf achten, wenn ich es richtig weiß, kommt das in den nachfolgenden Kapiteln auch nicht so oft vor, wie in diesem ;)

      xoxo
      Kisa
    • Überarbeitete Version
      11.Juni.2016


      Kapitel 2: Der ungeladene Gast

      Nyra hatte noch einige Minuten mit geschlossenen Augen in ihrem Bett gelegen, bis sie sich dann langsam auf hievte, sich anzog und schließlich mit schlurfenden Schritten aus ihrem Zimmer ging. Sie wollte ihrer Mutter die Mühe ersparen den heißen Suppenteller auf einem Tablett zu jonglieren und heile in ihr Zimmer zu bringen. Deswegen hatte Nyra sich auf den Weg in die Küche gemacht.
      Während sie sich gemächlich vom Treppengeländer löste und mit kleinen Schritten durch das marmorne Foyer in die Küche trottete, hörte sie die lauten Stimmen von einigen Männern, die anscheinend im Esszimmer zugange waren. Nyra vermutete, dass es sich bei diesen Männern um Handwerker handelte, die versuchten das Esszimmer wieder in einen ansehnlichen Zustand zu bringen und die Fensterfront, welche auf die geschundene Terrasse hinausführte, wieder in Ordnung brachten. Diese waren bei dem Kampf gegen den Titanenherrscher Kronos schließlich vollkommen zerstört worden und da war es auch kein Wunder, dass die Handwerker mit den Reparaturen immer noch beschäftigt waren.
      Als Nyra die Küchentür durchschritt, sah sie wie ihre Mutter dabei war mit einer Suppenkelle Löffel um Löffel in einen tiefen Teller zu füllen. Während Theo, ihr Verlobter, damit beschäftigt war, den Tresen sauber zu machen und die Zutaten wieder an ihren üblichen Platz zu räumen.
      „Du kommst genau richtig, Nyra“, wandte sich Stella an sie, während die gebürtige Griechin ihren Kopf hob und ihrer Tochter entgegen blickte, wobei sie die Suppenkelle ein bisschen zu hoch hielt, wodurch die Suppe in den Teller tropfte. Dabei gingen einige Spritzer daneben und verteilten sich auf ihrer hellblauen Bluse. „Allerdings hätte ich dir die Suppe auch hoch gebracht“, bemerkte Stella, während sie mit gerunzelter Stirn auf die Flecken auf ihrem Oberteil schaute und Nyra den Teller dann etwas gedankenverloren auf den Küchentresen stellte, sich abwandte und versuchte die Flecken mit etwas Wasser wieder aus dem zarten Stoff zu reiben.
      „Ist schon gut“, murmelte Nyra, während sie sich auf einen der Barhocker vor dem Küchentresen gleiten ließ. „Irgendwann musste ich ja aufstehen.“
      Stella war noch damit beschäftigt die Spritzer aus ihrer Bluse zu bekommen, als sich Theo zu der Sechzehnjährigen umdrehte, auf sie zukam und ihr einen Kuss auf die Stirn drückte. „Wie geht es dir?“, wollte er wissen.
      „Ich bin immer noch ziemlich müde, aber das wird schon“, gab sie zurück und versuchte dabei fröhlich zu klingen, was ihr aber gründlich misslang, wenn sie seinen zweifelnden Gesichtsausdruck richtig deutete.
      Nyra war immer noch davon überrascht, dass Theo noch nicht ausgeflippt war, sondern die ganze Sache mit den Göttern und dem Kampf, ebenso wie mit den Titanen vollkommen lockern hinnahm. Zumal er in die Situation komplett unwissend und unvorbereitet hineingeschlittert war. Er kam damit anscheinend sehr gut zurecht. Sie wunderte sich, dass er angesichts der ganzen verqueren Dramen innerhalb ihrer Familie noch nicht schreiend davongelaufen war. Es zeigte Nyra nur auf, was für einen starken Charakter er hatte, dass er sich davon nicht beirren ließ und wie sehr er ihre Mutter liebte.
      „Verständlich“, bemerkte Theo nickend und wandte sich dem Chaos zu, welches Stella an der Spüle veranstaltete. Ihr war es immer noch nicht gelungen, die feine Seide von den Suppenspritzern zu befreien. Das einzige was sie schaffte, war, das ihre Bluse nun einen großen nassen Fleck aufwies, welcher sich immer weiter auszubreiten schien.
      Nyra lächelte leicht über diese merkwürdige Verbindung, die zwischen ihrer Mutter und Theo bestand. Sie waren in ihren Augen komplette Gegensätze und dennoch ergänzten sie sich prächtig. Stella besaß dort ihre Stärken, wo er Schwächen aufwies. Und umgekehrt. Es war schön, dass sie sich gefunden hatten. Beide verdienten es endlich glücklich zu sein, was sie offensichtlich zusammen waren. Denn Stella begann wie ein kleines Mädchen zu kichern, als sich Theo den Lappen aus ihrer Hand schnappte, ihre Bluse ein Stückchen anhob und sich dann daran machte die Flecken heraus zu reiben, was ihm nach einigen Sekunden gelang, ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter, die daraufhin nur mit den Augen rollte, als er sie frech angrinste.
      Nyra lächelte vor sich hin, während sie den Löffel in die Hand nahm und sich ihrer Suppe widmete, die schon ein wenig abgekühlt war, sodass sie sich immerhin nicht mehr die Zunge verbrennen konnte. Genüsslich stöhnte sie auf, als sie die ersten Löffel von Theos Suppe probierte. „Sehr lecker“, wandte sie sich an ihn, wobei sein Lächeln ebenso strahlend war wie das ihre.
      Mit guter Laune wandte sie sich wieder ihrem Teller zu und schaufelte einen Löffel nach dem anderen in ihren Mund. Nyra merkte förmlich, wie sie sich von Sekunde zu Sekunde besser fühlte. Das lag ausschließlich an dem köstlichen Essen, welches ihr serviert worden war.
      Während sie aß, schweifte ihr Blick über die Bauarbeiten, die sich auf ihrer Terrasse ereigneten. Viele Männer, die in der brütenden Hitze ackerten, wie die Verrückten. Dennoch fanden ihre Augen weitaus mehr Interesse an dem Nachbargrundstück. Es war ihr – um ehrlich zu sein – noch nie wirklich aufgefallen, aber sie bemerkte, dass sich dort innerhalb kürzester Zeit Hausmauern erhoben hatten. Vor einigen Wochen waren diese noch nicht da gewesen. Es schien fast so, als wenn in Blitzgeschwindigkeit ein Haus erbaut wird. Irgendwie konnte das nicht mit rechten Dingen zugehen, aber Nyra wollte da auch nicht mehr hinein interpretieren, als es vermutlich zu bedeuten hatte. Wahrscheinlich waren ihr die Grundmauern des Nachbarhauses einfach nur nicht aufgefallen, weil sie in der letzten Zeit einfach zu viel um die Ohren hatte, als solch einer Kleinigkeit Beachtung zu schenken. Zumindest versuchte sie sich das selber einzureden.
      Während Nyra noch mit ihrem Essen beschäftigt war, klingelte es an der Haustür. Sie hob den Blick und fragte sich einen Moment lang, wer sie um diese Uhrzeit schon besuchte, vermutete aber einfach, dass es sich bei dieser Person um Persephone, ihre beste Freundin handeln musste, oder einen von Alex´s Freunden.
      Da Stella und Theo damit beschäftigt waren einen Salat für das Abendessen zu zubereiten, und demnach bis zu den Ellbogen in geschnittenen Gemüse standen, sprang Nyra etwas zu enthusiastisch von ihrem Barhocker auf und ging mit raschen Schritten in die Eingangshalle. Mit mehr Schwung als nötig, öffnete sie die weiße, halbverglaste Haustür, wobei sie nicht darauf achtete, wer da hinter zu sehen war. Nyra erstarrte im nächsten Augenblick zur Salzsäule, als sie erkannte, wem sie da gegenüberstand.
      „Dad“, stieß sie mehr als nur ein bisschen überrascht aus und blieb mitten im Türrahmen stehen, womit sie ihm den Blick ins Innere des Hauses verwehrte und den anderen die Sicht auf ihren ungeladenen Gast. „Was machst du hier?“, verlangte Nyra von ihm zu erfahren, bekam aber keine Antwort darauf, da im nächsten Moment die Stimme von Stella fröhlich hinter ihr erklang.
      „Sei doch nicht so unhöflich, Nyra, und lass unseren Gast eintreten“, wandte sie sich tadelnd an ihre Tochter, erstarrte aber ebenfalls als sie erkannte, wer da vor ihrer Haustür stand. „Ares.“ Der aufgebrachte Unterton, welcher sich in ihre Stimme schlich, als sie seinen Namen aussprach, war kaum zu überhören.
      Dieser grinste ihre Mutter frech an und ignorierte ihre Anwesenheit dabei vollkommen. „Hallo, Kriegsstern“, begrüßte er sie.
      Dummes Arschloch!, schoss es Nyra im Bruchteil einer Sekunde durch den Kopf, während sie ihren Vater mit gerunzelter Stirn betrachtete.
      Stella starrte den Erzeuger ihrer Tochter eine Sekunde lang ungerührt an, wobei ihre rechte Augenbraue leicht zuckte, dann holte sie schneller aus und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige.
    • Spoiler anzeigen

      Kisa schrieb:

      Deswegen hatte ich mich langsam auf den Weg in die Küche gemacht.

      Kisa schrieb:

      Diese waren bei dem Kampf gegen den Titanenherrscher Kronos schließlich vollkommen zerstört worden und da war es nach meiner Meinung auch kein Wunder, dass die Handwerker mit den Reparaturen immer noch beschäftigt waren.

      Kisa schrieb:

      Als ich die Küchentür durchschritt, sah ich wie meine Mutter dabei war mit einer Suppenkelle Löffel um Löffel in einen tiefen Teller zu füllen, während Theo – ihr Verlobter – damit beschäftigt war den Tresen sauber zu machen und die Zutaten wieder an ihren üblichen Platz zu räumen.
      Mir ist der Satz zu lang und ich habe das Gefühl, da fehlt irgendwo ein Komma. Da ich mir aber nicht sicher bin und er einfach sperrig kling, schlage ich vor, ihn irgendwo zu trennen.

      Kisa schrieb:

      Beide hatten es in meinen Augen verdient endlich glücklich zu sein, was sie offensichtlich zusammen waren.

      Kisa schrieb:

      Irgendwie konnte das nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn man mich fragte, aber ich wollte da auch nicht mehr hinein interpretieren, als es vermutlich zu bedeuten hatte.
      Du benutzt diese Aussage in dem Teil öfters. Einmal ist es okay, aber hier fiel es extrem auf. Sachen wie: wenn man mich fragte, in meinen Augen, meiner Meinung nach, wirken schnell überflüssig. Zumal die Geschichte ja aus der Ich- Perspektive geschrieben ist. In einem Gespräch ist das etwas anderes, aber bei der Ich-Erzählung klingt das immer, als würde man sich selbst hinterfragen. Das macht man vielleicht mal mit, aber nicht ständig. Es sei denn die Stimmen im Kopf beschweren sich pausenlos. :rofl:

      Ansonsten ein super Teil. Nyra hat etwas in den Magen bekommen und ich kann mir vorstellen, dass es ihr damit gleich besser geht. ich weiß gar nicht mehr, aber hat Stella schon im ersten Teil immer so wirr gewirkt? :D Ich finde es gut. Theo ist quasi ihre ruhigere Hälfte. :D Die beiden passen super zusammen. ^^ Und kaum glaubt man, die Welt ist in Ordnung kommt Ares - die Rüsselpfeife - vorbei und verdirbt den Tag. Bin mal neugierig, was er will und wie er mit seinem "normalen" Leben zurecht kommt. Mich wundert, dass er in den letzten zwei Wochen noch nicht verhungert ist. :rofl:

      LG, Kyelia

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