Eisige Hände

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    • Eisige Hände

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      *räusper*
      Zuerst einmal muss gesagt werden, dass diese Geschichte nur mein "Lückenfüller" sein wird und ich so vielleicht auch nicht in gleichem Maße und regelmäßig wie an meiner Hauptgeschichte posten werden.
      Dass ich mich dazu entschlossen habe, eine weitere Geschichte überhaupt hier reinzustellen, liegt an mehreren Gründen.
      a) Schreibblockade. Ja, momentan stocke ich ein wenig mit meiner Hauptgeschichte "Krieg der Königsboten". Ich bin nur froh, dass ich da ziemlich viel schon vorgeschrieben habe, das ich jetzt als Polster abbauen kann xD
      b) Ich in zwei Wochen ohnehin auf Klassenfahrt fahre und dort keine Möglichkeit habe, an meiner eigentlichen Geschichte zu schreiben.
      Natürlich hätte ich wieder eine Geschichte auf meiner Festplatte später verstauben können, aber irgendwie packt sie mich im Moment sehr, wodurch ich sie einfach anderen zur Korrektur zeigen MUSSTE. :D

      Joar, was gibt es sonst noch zu sagen... Für alle, die wissen wollen, um was es direkt geht und denen der Klappentext zu wenig und vaage ist, hier eine kurze Beschreibung.
      Genre: Fantasy ^^ (ÜBERASCHUNG!!)
      Ansiedlung: Wikingerzeit, irgendwann und -wo im hohen Norden.
      Protagonistin: Aikana, 16 Jahre alt, Tochter eines waschechten Wikingerpaares

      Und hier noch eine kleine Info bezüglich des Jahreszyklos, ohne den der Text vielleicht ein wenig schwer verständlich ist:








      Prolog

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      Schwere rote Teppiche, unterbrochen durch Fackeln mit zuckenden Flammen, die mit ihren Zungen an den Vorbeigehenden züngelten, zierten die steinernen Wände und verstärkten das erdrückende Gefühl einer kaum tragbaren Last. Ihre zischenden, spuckenden Geräusche trugen zu einer beklemmenden Atmosphäre bei.
      Der heutige Gast des Hausherrn vermutete, dass dies auch der erwünschte, entstehende Eindruck von Macht sein sollte. Stumm folgte Er den beiden Soldaten vor ihm. Die scheppernden Schritte deren Rüstungen hatten ihn bereits durch dutzende ähnlicher Gänge begleitet, bis sie nun vor einer schweren, alten Holztür ankamen, die so breit wie zwei kräftige Männer war und ihn - obwohl Er meist durch seine Größe aus der Menge herausstach - um eine gute Armlänge überragte. Beinahe ehrfurchtsvoll betätigte einer der beiden Wächter den Eisenknauf in der Mitte oberhalb ihrer Köpfe. Dies sollte wohl dem Neuankömmling erneut demonstrieren, dass die Macht bei jemandem anderen lag und man selbst nur ein unbedeutender Punkt am Boden war.

      Der Mann in dem erdbraunen Umhang konnte nur mit Mühe ein resigniertes Seufzen unterdrücken. Wie oft hatte Er schon vor solchen protzigen Objekten gestanden, die einzig und alleine dazu dienten, der Machtgier ihrer Eigentümer zu genügen? Er konnte es schon längst nicht mehr zählen. Übermotivierte Emporkömmlinge, die sich durch dubiose Geschäfte Einfluss und Geld gesichert hatten und nun der Ansicht waren, auch außerhalb ihrer Refugien Angst und Schrecken verbreiten zu müssen.
      Doch sie waren gute Kunden und zahlten reichlich und pünktlich, auch wenn man dafür hin und wieder ein wenig Gewalt einsetzen musste.

      Nachdem eine gebührende Zeit verstrichen war, öffnete ein alter Mann offenbar unter höchster körperlicher Anstrengung die Tür einen Spalt breit und warf dem Besuch einen scharfen Blick zu. Auch wenn der Anblick auf keinen Fall beruhigend sein konnte, wurde Er hineingelassen. Wer erwartete auch von einem Spion und Mörder, dass er aussah wie ein Gaukler, der die Kinder zum Lachen brachte?
      Im Vergleich zu den Gängen, die Er zuvor zu Gesicht bekommen hatte, war dieser Raum regelrecht lichtdurchflutet. Die längliche Halle maß mit Sicherheit über dreißig Fuß, an den seitlichen Wänden, die sich ihm erstreckten, reihten sich bodenlange Fenster. Kein Wunder – dieser Teil war einzig und allein durch die Tür zu erreichen, nur ein Lebensmüder hätte versucht, die Burg über die todbringenden Felsen zu stürmen; von der hungrigen Gischt, die sich wie dutzende wilde, fauchende Bestien daran schlug, ganz zu schweigen.
      Nein, es war durchaus legitim, hier seinen Reichtum in Form von Wandöffnungen auszuleben.
      Einzig und allein die schweren, roten Vorhänge schützten den Raum vor dem heulenden Wind. Der Lärm konnte jedoch nicht gedämpft werden. Wäre Er ein Wolf, hätten sich seine Nackenhaare mit Sicherheit aufgestellt. Er lächelte in sich hinein; der Vergleich gefiel ihm. Und bei genauerem Nachdenken – was ihm gegönnt wurde, schließlich ließ der Hausherr auf sich warten – konnte Er einige Gemeinsamkeiten aufweisen. Wie oft Er doch schon durch das Unterholz geschlichen war und seine Beute dabei genauestens im Auge behalten hatte, bereit, bei dem kleinsten Fehltritt ihrerseits aufzuspringen und sie sich zu schnappen.
      Wirklich, der Wolf als Symbol behagte ihm. Wenn Er sich eines Tages zur Ruhe setzen und sein eigenes Stück Land besäße, würde Er sich vermutlich den Wolf als Wappentier aussuchen.
      Resigniert stellte Er jedoch fest, dass bis dahin noch einige Zeit verstreichen würde und noch viele Sonnen erwachen mussten. Gerade als Er sein Gesicht leise verzog und zu dem Schluss gekommen war, dass dies wohl noch lange nicht sein letzter Auftrag sei, ließ eine gewaltige Sturmwehe den Saal erzittern. Mit einem ohrenbetäubenden Knall fiel die schwere Holztür hinter ihm zu und Er musste feststellen, dass Er ganz alleine in der Halle mit dem Kuppeldach war. Wohin war nur die Eule, wie Er den Greis insgeheim benannt hatte, hin verschwunden?

      Als Er seine Aufmerksamkeit wieder nach vorne lenkte, konnte Er eine große, eher hagere Gestalt hinter einem der Vorhänge ausmachen. Würdevoll und unbeschreiblich arrogant bewegte sie sich zu dem Thron auf der kleinen Anhöhe am anderen Ende des Raumes und ließ sich mit einer Nonchalance, wie es nur der Adel aufweisen konnte, darauf gleiten.
      Beim Klang der Stimme schien ihm, als würden sich tausend feiner Glasscherben ihren Weg über seine Ohren mitten in sein Herz bahnen und in von innen heraus verbluten lassen. Mit einem erschrockenen Augenaufschlag erkannte Er, dass Er die Figur, die diesen Akt des Trauerspiels wohl dominieren würde, gnadenlos unterschätzt hatte. Der Jarl war kein einfacher Landherr mit Geld und einem zu großen silbernen Löffel, sondern er war ein Mann, den man sich nicht zum Feind machen wollte.
      „Ihr habt also den weiten Weg aus dem Norden hier her gefunden?“Ein Schaben an seinen Stimmbändern schnitt Ihm die Kehle zu, sodass Er hastig nach Luft schnappte. Was würde dieser Mann nur erst mit einer Waffe anstellen können?
      „Ja“, Er räusperte sich und schollt sich selbst für sein laienhaftes Auftreten, „Ihr habt einen meiner Art gerufen und ich habe Euren Ruf erhört.“ Genau genommen war es der Meister der Eisigen Hand gewesen, der ihn hier her geschickt hatte, aber das wäre wohl nur halb so ästhetisch gewesen. Umso mehr spannten sich die Muskeln seines gesamten Körpers an, als ein kaltes, berechnendes Lachen die Halle erfüllte. Fast wäre Er versucht gewesen, seine Hand zu dem Messer zu führen, das Er immer in einer versteckten Tasche seines Mantels trug, konnte sich aber im letzten Moment noch beherrschen.
      „Ich hoffe, Ihr seid dieser Aufgabe auch wahrlich gewachsen. Ich bat den alten Krol darum, seinen besten Mann zu schicken. Ich hoffe, Ihr wisst welche Verantwortung nun auf Euren Schultern liegt. Ihr seid für den Ruf Eurer Enklave entweder der Untergang … oder die Rettung. Das wird sich noch zeigen“, spielte der Jarl offensichtlich auf das eingeschüchterte Auftreten seines Gasts an.

      Unbewusst hatte Er sich daraufhin gerader aufgestellt und die Kapuze noch tiefer ins Gesicht fallen lassen.
      „Soweit ich weiß, verlangtet Ihr nach einem Mörder und Spion und nicht nach einem persönlichen Berater“, erklärte Er und ärgerte sich darüber, wie leicht der andere seinen Zorn geweckt hatte.
      „Da habt Ihr nur allzu recht. Aber ich hatte angenommen, dass man für Euer … Metier eine gewisse Schauspielkunst besitzen sollte, nicht wahr?“, reizte ihn der andere weiter.
      Noch ehe Er darüber nachdenken konnte, was sein Gegenüber mit diesen offensichtlichen Sticheleien erreichen wollte, hatte eine Antwort bereits seine Lippen verlassen: „Ich habe nie das Gegenteil behauptet.“ Der andere warf ihm einen ebenso durchdringenden, wie vielsagenden Blick zu.
      „Nun gut, habt Ihr schon einmal von der Insel Björlö gehört?“, wechselte der Jarl das Thema.
      „Die kleine Felseninsel im Serlmer? Natürlich“, antwortete Er nicht ohne eine gewisse Genugtuung, „namentlich zum ersten Mal vor 180 Sonnen erwähnt, zuvor war sie noch mit dem Land verbunden. Ihr Name geht auf die Landzunge zurück, die nach einem bedeutenden zeitlichen Ereignis so benannt wurde.
      Joleg, der achte Jarl der Erselberget hatte sich mit dem mächtigsten Mann Celems überworfen, dessen Name der Überlieferung zufolge Björl lautete. Als Jolegs Söldner ihn aus Celem vertrieben, suchte er Zuflucht in einem kleinen Dorf namens Hjalstedt im Westen. Doch als ihn die Häscher auch bis dorthin verfolgten, sprang er von den Klippen mit den Worten: ‚Lieber durch eigene Hand gestorben, als von den Feinden um das Seelenheil gebracht.‘ Seine Anhänger und Befürworter nannten daraufhin die Landzunge als Symbol für alle Flüchtigen und Heimatlosen Björlen und schließlich wurde er zu einem gängigen Begriff für dieses Landstück“. Er lächelte im Schutz der Kappe in sich hinein. Der Jarl konnte ja nicht wissen, dass Er selbst aus Celem stammte und ein entfernter Nachkomme Björls war.
      „Ja, mein Vorfahr Jarl Joled wäre darüber sicherlich erzürnt, wüsste er, dass die Menschen sich mehr an seinen Erzfeind und einem Suizidanten, der sich durch Feigheit seiner gerechten Strafe entzog, als an seinen glorreichen Feldzug erinnern“, erklärte der Jarl. Bildete Er es sich ein oder ging von dem jetzigen Herrscher eine Welle der Wut und Empörung aus? Wer konnte es ihm verdenken, schließlich wurde damit seine gesamte Familie herabgesetzt – und diese war schon immer für ihre Eitelkeit weit über die Grenzen hinaus bekannt. Doch es war sicherlich keinen Nachteil, den Schwachpunkt seines Auftraggebers zu wissen. Vielleicht würde er ihm eines Tages noch nützlich sein.
      „Nun, was hat es mit diesem historiengetränkten Ort auf sich?“, führte Er die Unterredung fort.
      „Sie wird seit geraumer Zeit von … Halunken, Lügnern entweiht. Ein seltsamer Zufall, dass sie sich gerade an dem Ort niedergelassen haben, der schon seit vielen Jahren nicht mehr heilig ist“, erklärte der Jarl und hatte nun wieder seine angsteinflößende, unnahbare Haltung eingenommen. Fast schien es, als spräche eine andere Person zu dem Gast. Aber das war vermutlich eine Krankheit, die jeden einflussreichen Herrscher eines Tages befallen würde.
      „Ich soll die Insel für Euch … bereinigen?“, fragte Er nach und runzelte die Stirn. Für eine solche Aufgabe verpflichtete er den besten Mann der Eisigen Hand?! Was für eine Geldverschwendung, schließlich hätte eine ordentliche Söldnertruppe das Ziel für die Hälfte der Taler genauso erreichen können.
      „Nein“, harsch durchfuhr die Stimme die Halle, wie ein greller Blitz, der genauso schnell wie gefährlich auf die Erde niederschoss.
      „Ihr sollt für mich dort Augen und Ohren sein, wo ich selbst zurzeit nicht sein kann. Eine solche Aufgabe benötigt viel Geschick und eine gewisse Menschenkenntnis. Deswegen bat ich ja auch um den Besten, enttäuscht mich nicht“, erklärte der Jarl.
      „Das werde ich nicht“, erklärte Er ihm Brustton der Überzeugung.
      Leise zischte sein Auftraggeber zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor: „Das will ich für Euch hoffen – mich hat noch niemand ungeschoren zum Narren gehalten.“ Und das glaubte der Angeheuerte auf Anhieb. Denn gleichgültig wie seltsam sein Gegenüber ihm auch vorkommen mochte, so war Er sich sicher, dass er ein skrupel – und gnadenloser Gegner sein konnte, mit dem nicht leicht Kirschen essen war. Erneut bestätigte sich sein Eindruck vom Beginn der Unterredung.
      „Wie Ihr wünscht“, beteuerte Er daraufhin und neigte seinen Kopf nur gerade so viel, wie der Anstand es gebot. Niemals würde Er eine richtige Verbeugung jemandem entgegen bringen, der es sich nicht hart verdient gemacht hatte.
      „Solltet Ihr jedoch zu dem Schluss kommen, dass diese … Organisation, dieses Pack, etwas gegen mich plant, so werdet Ihr keinen Augenblick zögern und sie aufhalten, nicht wahr?“ Erneut hatte Er das Gefühl, als würde die Stimme des Jarls seinen Kopf sprengen und Er fühlte sich immer unwohler. Je schneller Er hier rauskommen würde, desto besser. Daher nickte Er – nicht eifrig, aber deutlich genug, dass der andere es erkennen konnte.
      „Selbiges gilt natürlich auch für Personen, die damit in Zusammenhang stehen – im Gegenteil, dies gilt für solche besonders“, fügte sein Gegenüber hinzu, ohne auf seine Geste einzugehen.
      „Wie Ihr wünscht“, gab Er nun die gewünschte Antwort und blieb wartend in dem Raum stehen. Nach einem Augenblick der peinlichen Stille erklang erneut das Lachen, das in Wirklichkeit keines war.
      „Natürlich – wie konnte ich das nur vergessen.“ Die Gestalt mit den langen, glatten schwarzen Haaren, die Seinen eigenen nicht unähnlich waren, griff in eine Tasche der dunklen Gewänder und zog einen prall gefüllten Beutel aus feinem Leder heraus. Achtlos warf sie ihm diesen vor die Füße, ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen.
      „Das gleiche erhaltet Ihr bei Erledigung Eures Auftrages erneut“, erklärte der Jarl an die Wand gerichtet. „Geht nun - oder braucht Ihr Geleitschutz?“ Zähneknirschend deutete Er eine Verbeugung an, indem er kaum merklich den Oberkörper nach vorne kippte und leicht den Kopf neigte. Wortlos wandte Er sich um und ließ die Tür geräuschlos hinter sich ins Schloss fallen.







      Kapitel eins: Fühlung aufnehmen

      Aikana sah sich mehrmals verstohlen um, als sie ihr kleines Heimatdorf im hohen Norden verließ, um auf Jagd zu gehen, während die Sonne bereits hoch über ihr stand. Trotz ihres Scheinens fröstelte sie.
      Sie wusste, dass ihre Mutter über ihren Ausflug nicht begeistert sein würde, aber nach den mageren Ausbeuten der Fischfänger würde sie wohl kaum etwas gegen ein oder zwei Hasen sagen. Zudem war die Jagd eine Möglichkeit, den ständigen Verkupplungsversuchen ihrer Eltern aus dem Weg zu gehen. Diese gingen ihr damit bereits auf die Nerven, seit sie ihre sechzehntes Fest zu Ehren der Götter in der ersten Hälfte der untergehenden Sonne erlebt hatte.
      Doch obwohl Aikana den Wald normalerweise zu jeder Jahreszeit liebte, war ihr dieses Mal ein wenig mulmig zu Mute. Die Ereignisse der vergangenen Wochen steckten auch ihr noch tief in den Knochen.
      Tokia, Jona, Zetun. Die Namen der Toten erschienen vor ihrem inneren Auge wie Mahnmale, die sie vor den Tiefen des Waldes beschützen wollten. Tokia, Jona, Zetun. Zu jung zum Sterben, und doch hatten die Götter kein Erbarmen mit ihnen gehabt. Drei Tote in einer Nacht, so viele waren zuletzt bei der großen Sturmflut während der untergehenden Sonne zu beklagen gewesen.
      Aikana schüttelte die trüben Gedanken in die hinterste Ecke ihres Hirns. Es half nichts, über die Toten nachzudenken. Weder half es ihnen, noch wurde das Dorf davon satt.
      So schlang Aikana den dicken Wollumhang enger um ihre dünne Gestalt, die durch wochenlange Kälteperioden und die daraus folgenden Missernten und Hunger noch schmaler geworden war. Die wollene Mütze ins Gesicht gezogen, dann machte sie sich auf in den Wald, den hölzernen Speer und eine Ledertasche mit allerhand nützlichen Hilfsmitteln, wie ihrem besten Messer und einem Seil, eng an den Körper gedrückt.
      So ließ sie ihr Dorf mit den rechteckigen Häusern hinter sich, deren Wände aus Grassoden, senkrechten Stämmen, Flechtwerk mit Lehmbewurf und Stein bestanden. Die Dächer waren mit Balken und Sparren errichtet und mit Stroh, hölzernen Schindeln und Grassoden gedeckt worden.
      Aikana huschte leise und inzwischen routiniert durch das Unterholz, zwischen den dürren Baumstämmen und tristen Ästen hindurch. Immer wieder blieb sie stehen und lauschte nach den bekannten Geräuschen des Waldes. Stiller waren sie dieses Mal, dachte Aikana. Normalerweise blieben die kohlrabenschwarzen Steinmeisen über den großen Sonnentod in den Wäldern und erfüllten die Luft mit kristallklaren Lauten. Doch dieses Jahr waren sie verstummt. Aikana hoffte, dass sie nur Unterschlupf in einer wärmeren Gegend gefunden hatten und die Kältezeit überstanden.
      Sie seufzte leise auf, als sie sich an einen Baum lehnte und die Umgebung nach Regungen absuchte. Sonnentod, eigentlich war dies ein Begriff, der die kalte Jahreszeit nur zu gut beschrieb.
      So summte Aikana eines der alten Lieder, die diese Jahreszeit besangen. Sie hoffte, dass die Götter ihnen damit milder gesinnt waren und ihre Jagd erfolgreich verlief.

      Sonnentod,
      Mach Herzen schwer.
      Wärmetod,
      Veränd're folgenschwer
      Unser armes Leben.
      Sonnentod.
      Zittern, schlottern, beben.
      Gib uns unser täglich Brot.

      Aikanas Mutter hatte ihr dieses kurze Lied bereits vor einigen Jahren beigebracht, vermutlich an einem gemütlichen Lagerfeuer.
      Da riss sie ein winziges Knacken von Ästen unter der dünnen Schneeschicht aus ihren Gedanken. Beinahe hätte sie ganz den Zweck ihres Ausflugs vergessen.
      Kopfschüttelnd ging sie weiter. Wie sollte sie denn ihren Eltern beweisen, dass sie es wert war, ein Mokshaja zu werden, wenn sie sich bereits bei kleinsten Übungen ablenken ließ?

      Nein, Aikana schwor sich, dass sie nicht eher zurückkehren würde, bis sie eine gute Jagd gemacht hatte. Ansonsten käme sie mit leeren Händen nach Hause und ihre Mutter würde sie wieder wie ein kleines Mädchen behandeln. Wie ihre Eltern dies jedoch mit der gewünschten Verlobung in Einklang brachte, konnte sich Aikana nicht vorstellen. Offenbar war man eher bereit, einen Bund für das restliche Leben einzugehen, als alleine das Dorf zu verlassen.
      Aikana nahm den Speer in die rechte Hand und näherte sich vorsichtig dem Geräusch, bedacht darauf, selbst keinen Lärm zu verursachen. Als die Beute, ein unvorsichtiges Kaninchen, sie bemerkte, war es bereits zu spät. Mit einem gezielten Wurf fiel das kleine Wesen zur Seite, blieb dort noch eine kurze Zeit zuckend liegen, ehe es endgültig den Weg zu seinen Vorfahren nahm. Vorsichtig zog AIkana den Speer heraus und wischte das wenige Blut von der Spitze ab. Kurz und schmerzlos, so wünschte sie sich jeden Tod der Beute. Obwohl sie aus hartem Holz geschnitzt war, wollte sie ihre Opfer nicht unnötig lange leiden sehen.
      Ohne es genauer zu betrachten, sah sie, dass es dürr war. Der lange, kalte Sonnentod hatte es wohl dazu gezwungen, alle Vorsichtsmaßnahmen in den Wind zu schlagen. Als sie nach ihm griff, konnte sie mit den Fingern deutlich seine Knochen spüren. Dieses Tier würde kaum einem Hungrigen genügen. Während Aikana das Tier begutachtete, konnte sie sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen. Wie oft hatte sie sich als Kind bereits angewiderte Blicke der anderen Mädchen eingeheimst, wenn sie lieber den Fischern und Jägern als den Frauen geholfen hatte!

      Sorgfältig band Aikana das kleine Tier an ihre Tasche und sah sich um. Sie wollte schließlich keine wilden Tiere anlocken.
      Also folgte Aikana einem kleinen Pfad zwischen zwei kahlen Birken. Vielleicht würde ihr nächster Fang ergiebiger werden. Gegen einen saftigen Wildschweinbraten hatte wohl keiner etwas auszusetzen. Doch wenn Aikana ehrlich mit sich war, dann wäre sie über ein kleines Häschen bereits froh. Nach den kalten Wochen war dies bereits ein Erfolg. Und einen solchen benötigte sie dringend. Schließlich konnte man nur durch eine Ehrung ein Mokshaja werden, der von den Dorfobersten nur an wenige verliehen wurden. Doch es würde wohl noch eine ganze Weile dauern, bis diese Aikana für würdig halten würden.
      Mit dieser Ehrung begann zumindest die Ausbildung. Sie ermöglichte es, selbst einen Talisman zu finden. In besonderen Fällen konnte man sogar zwei erhalten. Dies gelang zumeist nur den Mok'al'Shais, die die Dorfvorsteher und Mentoren stellten. Mok war hierbei der Ehrentitel und hieß so viel wie "Bezwinger" oder "Eisige Hand".
      Inzwischen war Aikana beinahe einmal im Bogen um das Dorf geschlichen, doch hatte sie keine weiteren Geräusche wahrgenommen. Das war es dann wohl mit dem Plan, ihren Eltern aus dem Weg zu gehen. Aber vielleicht würden sie es ja für den heutigen Tag bei mahnenden Blicken am Frühstückstisch belassen.

      Glem mig
      Og la' vær' at fiks' et smadret glas
      Min hånd ville stadig mærke revnerne

      Se frem, vi ka' hurtigt ende rundt i ring
      Ærligt, var vi kun bundet sammen af drømmene

      Dieser Beitrag wurde bereits 21 mal editiert, zuletzt von Nyneve ()

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      Nyneve schrieb:

      Aikana sah sich mehrmals verstohlen um, als sie ihr kleines Heimatdorf im hohen Norden verließ [Komma] um auf Jagd zu gehen. Sie wusste, dass ihre Mutter darüber sicherlich nicht begeistert sein würde, aber nach den mageren Ausbeuten der Fischfänger würde sie wohl kaum etwas gegen ein oder zwei Hasen mehr sagen. Zudem war die Jagd eine Möglichkeit [Komma] den ständigen Verkupplungsversuchen ihrer Eltern aus dem Weg zu gehen. Diese gingen ihr damit bereits [Komma] seit sie ihr sechzehntes Fest zu Ehren der Götter in der ersten Hälfte der untergehenden Sonne erlebt hatte [Komma - und dann fehlt da was].

      Doch obwohl Aikana den Wald normalerweise zu jeder Jahreszeit liebte, war ihr dieses Mal ein wenig mulmig zu Mute. Die Ereignisse der vergangenen Wochen steckten auch ihr noch tief in den Knochen.
      Tokia, Jona, Zetun. Die Namen der Toten erschienen vor ihrem inneren Auge wie Mahnmale, die sie vor den Tiefen des Waldes beschützen wollten. Tokia, Jona, Zetun. Zu jung zum Sterben [Komma] und doch hatten die Götter kein Erbarmen mit ihnen gehabt. Drei Tote in einer Nacht, so viele waren zuletzt bei der großen Sturmflut während der untergehenden Sonne zu beklagen gewesen.
      Aikana schüttelte die trüben Gedanken in die hinterste Ecke ihres Hirns. Es half nichts, über die Toten nachzudenken, ihnen brachte es nichts mehr und satt wurde das Dorf davon auch nicht.
      So zog sich Aikana ihren dicken Wollumhang enger um ihre schlanke Gestalt, die durch wochenlange Kälteperioden mit damit zusammenhängenden (Bürokratendeutsch, oder wie man das auch immer nennt) Missernten und Hunger noch schmaler geworden war. Noch einmal die wollene Mütze ins Gesicht gezogen, dann machte sie sich auf in den Wald, ihr hölzerner (ihren hölzernen) Speer und eine Ledertasche mit allerhand nützlichen Hilfsmitteln [Komma] wie verschiedene Messer und Seile [verschiedenen Messern und Seilen) [Komma] eng an den Körper geschmiegt.
      So ließ sie ihr Dorf mit den rechteckigen Häusern hinter sich, deren Wände aus Grassoden, senkrechten Stämmen, aus Flechtwerk mit Lehmbewurf, (kein Komma) und Stein bestanden. Die Dächer waren aus Balken und Sparren errichtet und mit Stroh, hölzernen Schindeln und Grassoden gedeckt.
      Aikana huschte leise und inzwischen routiniert durch das Unterholz, zwischen den dürren Baumstämmen und tristen Ästen hindurch. Immer wieder blieb sie stehen und lauschte nach den bekannten Geräuschen des Waldes. Leiser waren sie diesen Sonnentod, dachte Aikana. Normalerweise blieben die kohlrabenschwarzen Steinmeisen über den großen Sonnentod in den Wäldern und erfüllten die Luft mit ihren kristallklaren Lauten. Doch dieses Jahr waren sie verstummt. Aikana hoffte, dass sie einfach nur Unterschlupf in einer wärmeren Gegend gefunden hatten und den Sonnentod überstanden.
      Aikana seufzte leise auf, als sie sich an einen Baum lehnte und die Umgebung nach Regungen absuchte. Sonnentod, eigentlich war dies ein Begriff, der diese kalte Jahreszeit nur allzu sehr verdeutlichte (seltsame Formulierung).
      So summte Aikana eines der alten Lieder, die den Sonnentod besangen. Sie hoffte, dass die Götter ihnen damit milder gesinnt waren und ihre Jagd erfolgreich verlief.

      Sonnentod,
      Mach Herzen schwer.
      Wärmetod,
      Veränd're folgenschwer
      Unser armes Leben.
      Sonnentod.
      Zittern, schlottern, beben.
      Gib uns unser täglich Brot.

      Aikanas Mutter hatte ihr dieses kurze Lied bereits vor einigen Jahren beigebracht, vermutlich an einem gemütlichen Lagerfeuer.
      Da riss sie ein winziges Knacken von Ästen unter der dünnen Schneeschicht aus ihren Gedanken. Beinahe hätte sie ja ganz den Zweck für ihren Ausflug (ihres Ausflugs) vergessen.
      Kopfschüttelnd ging Sie (klein) weiter. Wie sollte sie denn ihren Eltern beweisen, dass sie es wert war, eine Mokshaja zu werden, wenn sie sich bereits bei kleinsten Übungen ablenken ließ. (Fragezeichen)

      Nein, Aikana schwor sich, dass sie nicht eher zurückkehren würde, bis sie eine gute Jagd gemacht hatte. Ansonsten käme sie mit leeren Händen nach Hause und ihre Mutter würde sie wieder wie ein kleines Mädchen behandeln. Wie sie (das letzte sie war Aikana, hier muss also wieder ein Name stehen) dies jedoch mit der gewünschten Verlobung in Einklang brachte, konnte sich Aikana nicht vorstellen. Offenbar war man früher bereit [Komma] einen Bund für das restliche Leben einzugehen, als alleine das Dorf zu verlassen.
      Aikana nahm den Speer in die rechte Hand und näherte sich vorsichtig dem Geräusch, bedacht darauf, nicht selbst (selbst keinen) Lärm zu verursachen. Als die Beute, in diesem Fall ein unvorsichtiges Kaninchen, sie bemerkte, war es bereits zu spät. Ohne es genauer zu betrachten, sah sie bereits, dass es recht dürr war. Der lange, kalte Sonnentod hatte es wohl dazu gezwungen, alle Vorsichtsmaßnahmen in den Wind zu schlagen. Als sie nach ihm griff, bohrten ihre Finger mühelos Gruben ins Fell (das wäre auch bei einem fetten Kaninchen der Fall; hier solltest du was anderes schreiben). Dieses Tier würde wohl kaum einem Hungrigen genügen. Während Aikana das Tier weiter begutachtete, konnte sie sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen. Wie oft hatte sie sich als Kind bereits angewiderte Blicke der anderen Mädchen eingeheimst, wenn sie lieber den Fischern und Jägern als den Frauen geholfen hatte. (Frage- oder Ausrufezeichen)

      Sorgfältig band Aikana das kleine Tier an ihre Tasche und sah sich um. Sie wollte schließlich keine wilden, ebenfalls hungrigen Tiere anlocken. Zum Teilen war das Kaninchen definitiv zu mager. (der Satz kann eigentlich ganz raus; ist überflüssig)

      Also folgte Aikana einem kleinen Pfad zwischen zwei kahlen Birken. Vielleicht würde ihr nächster Fang ergiebiger werden. Gegen einen saftigen Wildschweinbraten hatte wohl keiner etwas auszusetzen. Doch wenn Aikana ehrlich mit sich war (besser keine solchen Phrasen benutzen), dann würde sie über ein kleines Häschen bereits froh sein (wäre ... froh). Nach den kalten Wochen war dies bereits ein Erfolg. Und einen solchen benötigte sie dringend. Schließlich konnte man nur durch eine Ehrung eine Mokshaja werden, die von den Dorfobersten nur an wenige verliehen wurden.
      Mit dieser Ehrung begann die Ausbildung. Sie ermöglichte es, selbst einen Talisman zu finden. In besonderen Fällen konnte man sogar zwei erhalten. Dies gelang zumeist nur den Mok'al'Shais, die die Dorfvorsteher und Mentoren stellten. Mok war hierbei der Ehrentitel und hieß so viel wie "Bezwinger" oder "Eisige Hand".
      Inzwischen war Aikana beinahe einmal im Bogen um das Dorf geschlichen, doch hatte sie keine weiteren Geräusche wahrgenommen.



      Bisher passiert ja noch nicht viel, aber ich weiß nicht recht, was ich von der Geschichte halten soll. Am Anfang sind ihre Gedanken gut dargestellt und man findet schnell in die Szene hinein, aber die Jagd verläuft doch sehr simpel und am Ende klingt das ganze Zeug bezüglich Aufsteigen und Talismane suchen etwas nach einem RPG.
      Sprachlich solltest du auf Wortwiederholungen und überflüssige Füllwörter achten

      LG
      Arathorn
    • Arathorn schrieb:

      Bisher passiert ja noch nicht viel, aber ich weiß nicht recht, was ich von der Geschichte halten soll. Am Anfang sind ihre Gedanken gut dargestellt und man findet schnell in die Szene hinein, aber die Jagd verläuft doch sehr simpel
      Ja, Spannung kommt noch, versprochen xD
      Das Problem liegt eigentlich vor allem darin, dass man Aikana erst einmal besser kennenlernen und ihren Alltag verstehen muss. Da sie ja offenbar schon sehr oft jagen war, ist dies so routiniert, dass da nicht mehr groß etwas passiert. Als etwas ruhigerer Einstieg fand ich es eigentlich ganz passend... schade, dass du dies anscheinend anders siehst.

      Arathorn schrieb:

      am Ende klingt das ganze Zeug bezüglich Aufsteigen und Talismane suchen etwas nach einem RPG.
      Ja *Zähne knirsch* Bei meiner anderen Geschichte, bin ich darauf wenig *hust* gar nicht *hust* auf die "Welt" eingegangen, sondern wollte das erst in der Story beschreiben. Hier jedoch prägt diese Gesellschaftsstruktur ihr gesamtes Leben, beeinflusst im Grunde ihr komplettes Handeln und Denken. Deswegen war ich in diesem Fall der Meinung, dass man darauf doch intensiver eingehen sollte. Wenn es für dich mehr wie die Aufzählung einer Missionsbeschreibung klingt, tut mir dies echt leid. Vor allem, da die Geschichte sich ja nicht einmal nur um dieses Thema dreht, sondern nur EINE Rolle spielt.


      Arathorn schrieb:

      Sprachlich solltest du auf Wortwiederholungen und überflüssige Füllwörter achten
      O.O Oh ja, da war ich wohl noch ein wenig in der anderen Geschichte drin. :dash:
      Das muss ich mir dann in diesem Fall echt abgewöhnen, denn es stimmt schon, dass dieser Stil hier nicht so ganz reinpasst.

      _________________________________________
      Ansonsten:
      YEAAAAAAY :dance: :party:
      Jemand neues, der mein Geschreibsel liest. Hoffentlich kann ich dich dazu bringen, dass du hier auch weiterliest und es nicht einfach fallen lässt.

      Joar..., dann wünsche ich mal noch einen schönen *hust* Tag
      Lg Nyneve

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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Nyneve ()

    • Hallo, da bin ich wieder xD
      In diesem Teil passiert jetzt noch nicht soooo viel, aber ich hoffe, dass dann im nächsten Teil die erste Action-Szene kommt :D
      Lg Nyneve

      Seufzend beendete Aikana ihren Ausflug und begab sich nach Hause. Dieses Mal würde sie den Rat des Dorfes wohl noch nicht von ihren Qualitäten überzeugen können. Sie knirschte mit den Zähnen, als die ersten Häuser zwischen den Bäumen erschienen. Kaum zu glauben, dass hinter dem Dorf bereits der Strand mit seinen zerklüfteten Felsen begann. Früher, als die Zungen des salzigen Wassers noch den Strand verschlungen hatten, waren sie tückische Fallen für verfeindete Langschiffe gewesen. Heute noch konnte man dort angespülte Treibgüter wie verfaulte Holzplanken finden. Manche behaupteten sogar, dass es noch weitaus wertvollere Schätze zu bergen gab. Doch nach jahrhundertelangem Suchen, bei dem manch einer durch heftige Wellen gegen die Felsen geschleudert wurde und sein Leben gelassen hatte, war man davon abgekommen. Die Toten, so sagte man, würden ihren Schatz nie hergeben.
      Und so bekam der Strand nur noch wenig Aufmerksamkeit. Alleine ein schmaler Holzsteg war dort vorzufinden, der jetzt, im Sonnentod, jedoch keine Verwendung fand.
      Schuldbewusst zog Aikana die Schultern zusammen. Doch gleichzeitig schob ihr Unterbewusstsein trotzig den Unterkiefer nach vorne, um sich bei einer Strafpredigt sogleich verteidigen zu können.
      Als sie auf die Straße einbog, die mit groben Steinen unordentlich ausgelegt war und sie direkt in die Dorfmitte brachte, hörte sie einen alten Holzladen im Wind schlagen. Ansonsten erklang kein Geräusch. Die meisten männlichen Dorfbewohner befanden sich vermutlich in der windschiefen Taverne, um ihre streng geheimen Beratungen zu führen. Die Frauen und Kinder saßen vor einem prasselnden Kaminfeuer und ließen dünne Brotrollen rösten, die hierzulande Tokalas genannt wurden und mit süßem, fruchtigem Honig gegessen wurden. Doch wahrscheinlich würden sie diesen Sonnentod noch um einiges dünner ausfallen als sonst.
      Die dicken Rauchschwaden, die aus beinahe jedem gemauerten Schornstein quollen, schienen Aikana willkommen zu heißen. Im Grunde verdienten sie es nicht, als solche bezeichnet zu werden, waren die meisten doch bereits vom Wind zur Seite geneigt worden und einige Steine herausgefallen.
      Auch wenn der Boden um das Dorf herum fruchtbar und die Fischgründe erträglich waren, schaffte der Sonnentod es immer wieder, es verarmen zu lassen. Zudem lag es weit im Norden, nur wenige Reisende, Händler und Handwerker verirrten sich dorthin. Und die eigenen Bewohner waren meist viel zu beschäftigt mit dem wenigen Vieh, den Feldern, dem Fischen, Jagen und Rauben, um sich um die Ästhetik ihrer Behausungen zu kümmern. Es zählte, dass sie funktionierten und der Familie Schutz vor Kälte und Tieren boten.
      Hier an diesem Ort spielte die Zeit keine Rolle. Hier war jeder Tag wie der andere.

      Aikana seufzte beinahe erleichtert auf, als sie das Haus ihrer Eltern sah. Es stand schräg zu der Taverne, sodass sich zwischen den beiden ein kleiner Innenhof befand. Ein einzelnes Licht drang durch eine der Öffnungen. Es war mit schmalen Holzbrettern vergittert, sodass sich keine Tiere, von Essen oder der Wärme angezogen, dort ebenfalls einnisten konnten. Bei näherem Anschleichen konnte sie auch Gylia, ihre Mutter, sehen, wie sie mit einer flickenübersäten Schürze vor der kleinen Feuerstelle hantierte.
      Aikana atmete noch einmal tief ein, dann öffnete sie die hölzerne Tür. Warme Luft schlug ihr entgegen, als sie das Haus betrat. Ein köstlicher Geruch drang in ihre Nase. Das Mädchen bemerkte erst jetzt, wie hungrig sie eigentlich war. Ihr Bauch bestätigte dies postwendend.
      >>Aikana? Bist du es?<<, erklang die besorgte Stimme ihrer Mutter.
      >>Ja<<, erwiderte Aikana und biss sich auf die Lippe. Sie hatte sich also doch Sorgen gemacht. Aikana sah verlegen zu Boden, ehe sie langsam zu ihr trat. Wie ein Schutzschild hielt sie das Kaninchen vor sich.
      >>Ich habe dir etwas mitgebracht.<< Aikana versuchte sich an einem schuldbewussten Lächeln, doch der bohrende Blick ihrer Mutter ließ sie erstarren.
      >>Wie oft soll ich dir das denn noch sagen? Überlass das Jagen den Männern, sollen sie sich die Knochen abfrieren. Außerdem hätte ich deine Hilfe gebrauchen können.<< Gylias zorniger Anblick beruhigte Aikana, auch wenn sie dies nicht zeigte. Es hatte eine Zeit gegeben, in der sie geglaubt hatte, ihre Mutter hätte sich lieber einen Sohn gewünscht. Vor allem, als ihr Vater erneut auf Raubzug mit einem der Langschiffe gegangen war, als Aikana noch recht klein gewesen war. Doch inzwischen war dieses Gefühl in Aikana verschwunden. Wie viel sie ihrer Mutter eigentlich verdankte, konnte sie kaum begreifen. Wie oft hatte diese ihr in ausweglosen Situationen geholfen und sich auch des Öfteren bei Streitereien mit ihrem Vater auf Aikanas Seite geschlagen.
      >>Ja, Ma'Laka, ich weiß. Es tut mir leid.<< Das Mädchen setzte eine übertrieben zerknirschte Miene auf. Das Gesicht ihrer Mutter entspannte sich und es war, als würde die Sonne hinter dicken Wolken hervorlugen.
      >>Du bist halt ein kleiner Wildfang. Dich wird man wohl nie in einem Raum einsperren können.<< Gylia wand sich wieder der Feuerstelle zu. >>Dann hilf mir wenigstens beim Tischdecken. Dein Vater wird jeden Moment kommen, und er muss nicht unbedingt von deinem Ausflug erfahren, nicht wahr?<< Als ihre Mutter ihr nun spitzbübisch zuzwinkerte, wirkte sie auf einmal kaum älter als Aikana selbst. Diese grinste zurück.
      >>Nein, muss er nicht. Er wird mit Sicherheit hungrig sein.<<
      >>Hungrig wie ein Bär, meinst du wohl. Dabei täte ihm ein wenig Fasten gut.<< Aikanas Mutter lächelte jemanden hinter Aikana an, der im Türrahmen stand.
      >>Ha! Das ist alles Muskelmasse. Und überhaupt, einen solchen Sonnentod kann man doch kaum anders überleben. Du hast doch ebenfalls schon vorgesorgt, nicht wahr, Ma'Laka? Ich hoffe, dass dies nicht der Grund für Aikanas dünne Gestalt ist<<, sprach die tiefe Stimme von Aikanas Vater.
      Gylias helles Lachen erklang, die dicken, braunen Zöpfe links und rechts ihres Gesichts wippten fröhlich auf und ab.
      Aikana begann derweil, die Tonteller auf den Tisch zu stellen, während ihre Eltern sich weiter gegenseitig neckten.
      >>Und, was gibt es heute Gutes?<< Noch bevor er nach dem Deckel des Tontopfs greifen konnte, schlug ihm Aikanas Mutter auf die Hand.
      >>Willst du dir gleich die Finger verbrennen?<< Grummelnd setzte er sich neben Aikana an den Tisch.
      >>Und wehe, du meckerst an meinem Essen herum!<<, fuhr sie fort und stemmte die Arme in die Seite. >>Wenn ihr Männer uns Frauen nichts Vernünftiges nach Hause bringt, dann gibt es eben eine Woche lang kein Fleisch und kein frisches Brot und ihr werdet einmal nicht satt!<<
      >>Ja, ja, ich habe auch nichts gesagt. Doch von einem halben Laib Brot kann schließlich keine dreiköpfige Familie satt werden! Aber ich sage ja nichts, ich setze mich zu meiner Tochter und werde keinen Mucks von mir geben<<, erwiderte Aikanas Vater und verdrehte die Augen.
      Aber als er sich zu ihr an den Tisch setzte, fragte er scharf: >>Nun, Ma'La, was hast du heute gemacht?<< Eigentlich war es eine völlig normale Frage, Aikana hörte dennoch den scharfen Unterton.

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      Nyneve schrieb:

      Seufzend beendete Aikana ihren Ausflug und begab sich nach Hause. Dieses Mal würde sie den Vorstand wohl noch nicht von ihren Qualitäten überzeugen können. Sie knirschte mit den Zähnen, als die ersten Häuser vor ihr zwischen den Bäumen erschienen. Kaum zu glauben, dass hinter dem Dorf bereits der Strand mit den ("seinen" würde hier besser klingen) vielen zerklüfteten Felsen begann. Früher, als die Zungen des salzigen Wassers noch den Strand verschlungen hatten, waren sie tückische Fallen für verfeindete Wikingerschiffe (du hast ja gesagt, dass es eine Art Wikinger-Setting sein soll, aber wenn es nicht im europäischen Mittelalter spielt, sondern in einer Fantasywelt, würde ich sie nicht explizit Wikinger nennen, sondern mir ein eigenes Wort für dieses Volk ausdenken. Bleibt natürlich dir überlassen) gewesen. Heute noch konnte man dort noch angespülte Treibgüter wie verfaulte Holzblanken (Planken mit P) zu finden. Manche behaupteten sogar, dass es noch andere, weitaus wertvollere Schätze zu bergen gab. Doch nach Jahrhunderte langem (jahrhundertelangem? bin mir nicht sicher) Suchen, bei dem manch einer durch heftige Wellen gegen die Felsen geschleudert wurde (worden war) und sein Leben gelassen hatte, war man davon abgekommen. Die Toten, so sagte man, würden ihren Schatz wohl nie hergeben.Und so bekam der Strand nur noch wenig Aufmerksamkeit. Alleine ein winziger Holzsteg war dort vorzufinden, der jetzt, im Sonnentodkeine Leerstelle, jedoch keine Verwendung fand.
      Schuldbewusst zog Aikana bereits die Schultern zusammen. Doch gleichzeitig schob sie den Unterkiefer unbewusst nach vorne, um sich bei einer Strafpredigt sogleich verteidigen zu können (wie lässt sich ein vorgeschobener Unterkiefer als Waffe verwenden?).
      Als sie auf die Straße einbog, die sie direkt in die Dorfmitte brachte und mit groben Steinen unordentlich ausgelegt war (würde ich vor "die sie direkt in die Dorfmitte brachte" ziehen, klingt dann schöner), hörte sie einen alten Holzladen im Wind schlagen. Ansonsten erklang kein Geräusch. Die meisten männlichen Dorfbewohner befanden sich vermutlich gerade in der windschiefen Taverne [Komma] um ihre streng geheimen Beratungen zu führen. Die Frauen und Kinder saßen mit Sicherheit vor einem warmen, prasselnden Kaminfeuer und ließen dünne Brotrollen rösten, die hierzulande Tokalas genannt wurden. Mit süßem, fruchtigem Honig schmeckten sie wirklich gut (diese Formulierung stört den Textfluss ein bisschen, weil sie nach einem kleinen Kind klingt und nicht nach einem Autor, der die Sätze ausformuliert -> du könntest es in den vorigen Satz miteinbauen: "... die hierzulande Tokalas genannt und meist mit süßem, fruchtigem Honig gegessen wurden."). Dafür sprachen die dicken Rauchschwaden, die aus beinahe jedem gemauerten Schornstein quollen. (ich würde behaupten, in einem derartigen Dorf brennen im Winter durchgehend Feuer, nicht nur zum Kochen) Im Grunde waren sie es kaum wert, als solche bezeichnet zu werden, waren die meisten doch bereits vom Wind zur Seite geneigt worden und einige Steine waren herausgefallen (der Teil passt vom Satzbau her nicht zum Rest; ich würde ihn sowieso streichen. Vielleicht auch den ganzen Satz, der mMn überflüssig ist).
      Auch wenn der Boden um das Dorf herum fruchtbar und die Fischgründe erträglich waren, schaffte der Sonnentod es immer wieder, es verarmen zu lassen. Zudem lag es weit im Norden, nur wenige Reisende, Händler und Handwerker verirrten sich dort hin (dorthin). Und die eigenen Bewohner waren meist viel zu beschäftigt (zu beschäftigt, um was zu tun?) mit dem wenigen Vieh, den Feldern, dem Fischen, Jagen und Rauben. Hier an diesem Ort spielte die Zeit keine Rolle. Hier war jeder Tag wie der andere.
      Aikana seufzte beinahe erleichtert auf, als sie das Haus ihrer Eltern sah. Es stand schräg zu (die Lagebezeichnung sagt in diesem Fall nichts aus; "schräg gegenüber" würde eher passen, falls das gemeint ist) der Taverne [Komma] und ein einzelnes Licht drang durch die Scheibe (die typischen Wikingerhäuser hatten keine Fensterscheiben; Glas dürfte in einer mittelalterlich geprägten Welt sowieso zu teuer sein, damit jedes kleine Dorf seine Hütten damit ausstatten kann. Außerdem hast du vorhin geschrieben, dass sich kaum Handwerker dorthin verirren, und Glaser würden die Reise wohl definitiv nicht unternehmen. Die Fenster könnten mit Fell/Tierhaut verhangen oder nur Öffnungen mit einem hölzernen Laden davor sein) eines Fensters. Bei näherem Anschleichen konnte sie auch Gylia, ihre Mutter, sehen (ohne Fenster würde das dann wiederum nicht gehen, falls du es umschreiben solltest^^ übrigens würdest du dir bei "ihre Mutter Gylia" zwei Kommas sparen), wie sie mit einer flickenübersähten Schürze vor dem kleinen Steinofen hantierte.
      Aikana atmete noch einmal tief ein, dann öffnete sie die hölzerne Tür. Ein warmer Lufthauch schlug ihr entgegen, als sie eintrat. Ein köstlicher Geruch drang in ihre Nase. Aikana bemerkte erst jetzt, wie hungrig sie eigentlich war. Ihr Bauch bestätigte dies postwendend.
      >>Aikana? Bist du es?<<, erklang die besorgte Stimme ihrer Mutter aus der kleinen Küche.
      >>Ja<<, erwiderte Aikana und biss sich auf die Lippe. Sie hatte sich also doch Sorgen gemacht. Aikana sah verlegen zu Boden, ehe sie langsam in die Küche trat. Wie einen Schutzschild hielt sie das Kaninchen vor sich.
      >>Ich habe dir etwas mitgebracht.<< Aikana versuchte sich an einem schuldbewussten Lächeln, doch der bohrende Blick ihrer Mutter ließ sie erstarren.
      >>Wie oft soll ich das dir denn noch (zu viele Wörter) sagen? Überlass das Jagen doch den Männern, sollen sie sich die Knochen abfrieren lassen. Außerdem hätte ich deine Hilfe gebrauchen können.<< Gylias zorniger Anblick beruhigte Aikana, auch wenn sie dies nicht zeigte. Es hatte eine Zeit gegeben, in der sie geglaubt hatte, ihre Mutter hätte sich lieber einen Sohn gewünscht. Vor allem [Komma] als ihr Vater erneut auf Raubzug mit einem der Langschiffe gegangen war, als Aikana noch recht klein gewesen war. Doch inzwischen war dieses Gefühl in Aikana verschwunden. Wie viel sie ihrer Mutter eigentlich verdankte, konnte sie kaum begreifen. (was verdankt sie ihr?)

      >>Ja, Ma'Laka, ich weiß. Es tut mir leid.Kein Leerzeichen<< Aikana setzte eine übertrieben zerknirschte Miene auf. Das Gesicht ihrer Mutter entspannte sich und es war, als würde die Sonne hinter dicken Wolken hervorlugen.
      >>Du bist halt ein kleiner Windfang (DAS <- ist ein Windfang; du meintest vermutlich "Wildfang"). Dich wird man wohl nie in einem Raum einsperren können.<< Gylia wand sich wieder der Feuerstelle zu.
      Kein Absatz, es spricht ja dieselbe Person weiter>>Dann hilf mir wenigstens beim Tischdecken. Dein Vater wird jeden Moment kommen [Komma] und er muss ja nicht unbedingt von deinem Ausflug erfahren, nicht wahr?<< Als ihre Mutter ihr nun spitzbübisch zuzwinkerte, wirkte sie auf einmal kaum älter als Aikana selbst. Diese grinste zurück.
      >>Nein, muss er nicht. Er wird mit Sicherheit hungrig sein.<<
      >>Hungrig wie ein Bär, meinst du wohl. Dabei täte ihm ein wenig Fasten sicherlich gut.<< Aikanas Mutter lächelte jemanden hinter Aikana, der im Türrahmen stand, an (vor den Nebensatz ziehen).
      >>Ha! Das ist alles Muskelmasse. Und überhaupt, einen solchen Sonnentod kann man doch kaum anders überleben. Du hast doch ebenfalls schon vorgesorgt, nicht wahr, Ma'Laka. (Fragezeichen) Ich hoffe, dass dies nicht der Grund für Aikanas dünne Gestalt ist<<, erklang (erklingen ist eher etwas Plötzliches; wenn er schon so lange geredet hat, passt das nicht mehr) die tiefe Stimme von Aikanas Vater.
      Gylias helles Lachen erklang (Wiederholung), die dicken braunen Zöpfe links und rechts ihres Gesichts wippten fröhlich auf und ab.
      Aikana begann derweil, die Tonteller auf den Tisch zu stellen, während ihre beiden Eltern sich weiter gegenseitig neckten.
      >>Und [Komma] was gibt es heute Gutes?<< Noch bevor er nach dem Deckel des Tontopfs greifen konnte, schlug ihm Aikanas Mutter auf die Hand.
      >>Willst du dir gleich die Finger verbrennen?<< Grummelnd setzte er sich neben Aikana an den Tisch.
      >>Nun, Ma'La, was hast du heute gemacht?<< Eigentlich war es eine völlig normale Frage, doch Aikana hörte dennoch den scharfen Unterton.


      In dem Teil lernt man die Welt und das Dorf noch besser kennen und erhält einen Einblick in Aikanas Familie; größtenteils gut geschrieben, es sind nur ein paar Ungereimtheiten drin, die stehen alle im Spoiler :thumbup:
      Allerdings hatte ich gedacht, es ist Nacht, als sie zum Jagen geht :huh: Vielleicht habe ich das falsch aufgefasst, du könntest aber nochmal deutlich erwähnen, dass es Tag ist (falls ich es nicht einfach überlesen habe)
      Dann noch einige Sachen zum ersten Teil, die ich beim letzten Kommi nicht angemerkt hatte: Du schreibst, sie will durch die Jagd den Verkupplungsversuchen ihrer Mutter aus dem Weg gehen, kehrt aber nach gefühlt einer halben Stunde nach Hause zurück -> das passt nicht besonders gut zusammen.
      Warum nimmt sie eine ganze Tasche voller Seile und Messer mit? ein Messer und vielleicht ein Seil müssten reichen.
      Im ersten Post schreibst du von Missernten und Hunger, den sie leiden müssen - warum kocht dann jetzt ihre Mutter ganz fröhlich und sie setzen sich zusammen an den Tisch?
      Dann schreibst du, dass die Mutter in der kleinen Küche steht, welche du als eigenen Raum darstellst - es würde mehr Sinn machen, wenn das Feuer einfach mitten im Haus ist (eine Hütte hat sowieso eher wenig Raumunterteilung, sondern einfach einen großen Innenraum für alles), damit es auch heizt und nicht nur zum Kochen gut ist.

      Es sind also noch einige Sachen für meinen Geschmack nicht ganz glaubwürdig dargestellt, aber du schreibst insgesamt nicht schlecht ... ich werde also weiterlesen :thumbup: Falls ich das irgendwann nicht mehr tun sollte, hau mich drauf an

      LG
      Arathorn
    • So, hab das jetzt alles verbessert. xD
      Mir ist selbst aufgefallen, dass ich immer noch viele überflüssige Füllwörter benutze. Das versuche ich mir aber nach und nach abzugewöhnen.
      Das im Spoiler habe ich alles auch ausgebessert. Nur zu einem sollte ich noch sagen, warum ich das nicht verbessert habe...

      Arathorn schrieb:

      (wie lässt sich ein vorgeschobener Unterkiefer als Waffe verwenden?).
      Also ich kenne das eigentlich von mir selbst, dass ich den vorschiebe xD Keine Ahnung warum, aber dadurch wirkt das Gesicht noch grimmiger. Daher lasse ich das jetzt erst einmal noch.

      Zum Rest gibt's jedoch nicht mehr zu sagen.

      Arathorn schrieb:

      1.Allerdings hatte ich gedacht, es ist Nacht, als sie zum Jagen geht Vielleicht habe ich das falsch aufgefasst, du könntest aber nochmal deutlich erwähnen, dass es Tag ist (falls ich es nicht einfach überlesen habe)
      2. Dann noch einige Sachen zum ersten Teil, die ich beim letzten Kommi nicht angemerkt hatte: Du schreibst, sie will durch die Jagd den Verkupplungsversuchen ihrer Mutter aus dem Weg gehen, kehrt aber nach gefühlt einer halben Stunde nach Hause zurück -> das passt nicht besonders gut zusammen.
      3. Warum nimmt sie eine ganze Tasche voller Seile und Messer mit? ein Messer und vielleicht ein Seil müssten reichen.
      4.Im ersten Post schreibst du von Missernten und Hunger, den sie leiden müssen - warum kocht dann jetzt ihre Mutter ganz fröhlich und sie setzen sich zusammen an den Tisch?
      5. Dann schreibst du, dass die Mutter in der kleinen Küche steht, welche du als eigenen Raum darstellst - es würde mehr Sinn machen, wenn das Feuer einfach mitten im Haus ist (eine Hütte hat sowieso eher wenig Raumunterteilung, sondern einfach einen großen Innenraum für alles), damit es auch heizt und nicht nur zum Kochen gut ist.
      So, das habe ich jetzt auch noch einmal überarbeitet.
      1. Ganz am Anfang des 1. Kapitels habe ich das noch eingeführt
      2. Dazu gibt es jetzt noch am Ende des 1. Kaps ein paar Gedanken von Aikana dazu.
      3. Auch geregelt ^^
      4. Ich habe jetzt noch an allen Stellen, an denen von Essen die Rede ist, eingefügt, dass dies jedoch von diesem "schlechten Sonnentod" negativ beeinflusst wird, z.B. die dicke des Brots, der Geschmack, fehlendes Fleisch etc.
      5. Ich habe die Küche jetzt einfach weggelassen. Ich denke, dass reicht aus. Denkst du, da sollte ich dann noch genauer drauf eingehen? Ich denke nur, dass es dann vllt ein bisschen viel Beschreibung ist und es langweilig wird.

      ___________________
      So, das war's dann dazu xD

      Lg Nyneve

      PS: Untersteh dich nicht weiterzulesen. Ohne deine Korrektur wäre da sicherlich einiges ziemlich unklar. :P

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      Nyneve schrieb:

      Diese gingen ihr damit bereits, seit sie ihr sechzehntes Fest zu Ehren der Götter in der ersten Hälfte der untergehenden Sonne erlebt hatte, auf die Nerven.
      Den Satz musste ich mehrmals lesen um ihn zu verstehen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Nebensatz von den Informationen und auch allgemein her etwas komplex ist. Deswegen würde ich ihn an deiner Stelle lieber an das Ende des ganzen Satzes setzen.

      Nyneve schrieb:

      Offenbar war man früher bereit, einen Bund für das restliche Leben einzugehen, als alleine das Dorf zu verlassen.
      Bei dem "früher" denke ich immer vom Sinn her mehr an "damals", deswegen glaube ich würde hier "eher" besser passen.

      Nyneve schrieb:

      Als die Beute, ein unvorsichtiges Kaninchen, sie bemerkte, war es bereits zu spät. Ohne es genauer zu betrachten, sah sie, dass es dürr war. Der lange, kalte Sonnentod hatte es wohl dazu gezwungen, alle Vorsichtsmaßnahmen in den Wind zu schlagen. Als sie nach ihm griff, konnte sie mit den Fingern deutlich seine Knochen spüren.

      Nyneve schrieb:

      Sorgfältig band Aikana das kleine Tier an ihre Tasche und sah sich um. Sie wollte schließlich keine wilden Tiere anlocken.
      Bei der Szene hatte ich um ehrlich zu sein ein kleines Problem. Irgendwie fehlt mir die Aktion in der sie den Speer wirft. So hatte ich im Kopf, dass sie nach dem lebendigen Tier greift und sich das arme Tierchen einfach zappelnd an den Beutel hängt. 8| :blush:

      Nyneve schrieb:

      Doch wenn Aikana ehrlich mit sich war, dann wäre sie über ein kleines Häschen bereits froh sein (wäre ... froh). Nach den kalten Wochen war dies bereits ein Erfolg. Und einen solchen benötigte sie dringend. Schließlich konnte man nur durch eine Ehrung eine Mokshaja werden, die von den Dorfobersten nur an wenige verliehen wurden.
      XD Ich schätze mal das war ein Korrektur Kommentar.
      Irgendwie klingt für mich das blau Markierte im Zusammenhang so, als würde das kleine Häschen schon ausreichen damit sie eine solche Ehrung bekommt. :hmm:


      Im Spoiler sind jetzt nur Sachen vom ersten Teil, da ich im zweiten nichts wirklich gefunden hab, was Arathorn nicht schon erwähnt hätte. ^^

      Arathorn schrieb:

      Allerdings hatte ich gedacht, es ist Nacht, als sie zum Jagen geht Vielleicht habe ich das falsch aufgefasst, du könntest aber nochmal deutlich erwähnen, dass es Tag ist (falls ich es nicht einfach überlesen habe)
      Aus einem mir gerade unerfindlichen Grund habe ich auch die ganze Zeit gedacht, dass es Nacht ist. Wo steht denn eigentlich das es nicht Nacht ist? XD

      Arathorn schrieb:

      Dann schreibst du, dass die Mutter in der kleinen Küche steht, welche du als eigenen Raum darstellst - es würde mehr Sinn machen, wenn das Feuer einfach mitten im Haus ist (eine Hütte hat sowieso eher wenig Raumunterteilung, sondern einfach einen großen Innenraum für alles), damit es auch heizt und nicht nur zum Kochen gut ist.
      Das hat mich auch ein wenig verwirrt. Zuerst hatte ich das Bild eines extra Raums, wie sie ihn eigentlich nur reichere Leute im Mittelalter hatten, im Kopf und dann fiel mir erst auf, dass es eigentlich nur eine einfache Feuerstelle sein kann.

      Ich finde deine Story bis jetzt recht interessant obwohl ja auch im zweiten Teil noch nicht so viel passiert ist. :D Mir gefällt es vor allem irgendwie, dass es nicht nur genug ist, dass sie eine Ehrung erhält und dann eine Ausbildung beginnen kann um was besonderes da zu sein, nein, sie muss auch noch irgend so einen Talisman finden.
      Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf wenns weiter geht.
      Der Schlüssel zu einer fremden Welt ist das Lesen...
      ...die Tür zu ihr ist das Buch...
      ...das Land dahinter sind die Wörter...
      ...und der Weg dahin sind meine Gedanken und meine unendliche Phantasie.
    • OMG *Freudentanz aufführ* :dance:
      Jemand neues, der meine Story liest. xD
      So, habe das jetzt alles verbessert, was ihr beiden bisher angesprochen habt.

      Nur eines habe ich im letzten Kommi vergessen anzusprechen.

      @Arathorn

      Arathorn schrieb:

      (die Lagebezeichnung sagt in diesem Fall nichts aus; "schräg gegenüber" würde eher passen, falls das gemeint ist)
      Dafür habe ich jetzt in Paint eine kleine Skizze gemacht (bitte keinen Lachanfall kriegen xD)

      So soll das praktisch aussehen, ich weiß nur nicht, wie ich das am besten mit Worten beschreiben sollte. Du siehst, es steht nicht gegenüber von der Taverne, aber auch nicht direkt daneben oder im rechten Winkel... :hmm:
      Euch fällt da vllt was besseres ein? ;(

      Lg Nyneve

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    • Nyneve schrieb:

      So soll das praktisch aussehen, ich weiß nur nicht, wie ich das am besten mit Worten beschreiben sollte. Du siehst, es steht nicht gegenüber von der Taverne, aber auch nicht direkt daneben oder im rechten Winkel...
      Schreib einfach, dass sich die Hausecken berühren und ein 36,5-Grad-Winkel zwischen den Wänden besteht :P
      Oder dass sich die Ecken berühren und dadurch ein dreieckiger Innenhof zwischen den Gebäuden entsteht. :hmm:
      Oder du denkst dir was Besseres aus als meine phänomenalen Vorschläge :whistling:

      Nyneve schrieb:

      So, das habe ich jetzt auch noch einmal überarbeitet.
      1. Ganz am Anfang des 1. Kapitels habe ich das noch eingeführt
      2. Dazu gibt es jetzt noch am Ende des 1. Kaps ein paar Gedanken von Aikana dazu.
      3. Auch geregelt
      4. Ich habe jetzt noch an allen Stellen, an denen von Essen die Rede ist, eingefügt, dass dies jedoch von diesem "schlechten Sonnentod" negativ beeinflusst wird, z.B. die dicke des Brots, der Geschmack, fehlendes Fleisch etc.
      5. Ich habe die Küche jetzt einfach weggelassen. Ich denke, dass reicht aus. Denkst du, da sollte ich dann noch genauer drauf eingehen? Ich denke nur, dass es dann vllt ein bisschen viel Beschreibung ist und es langweilig wird.
      :thumbup:

      Noch was zu den neuen Stellen:
      Spoiler anzeigen

      Nyneve schrieb:

      Aikana sah sich mehrmals verstohlen um, als sie ihr kleines Heimatdorf im hohen Norden verließ, um auf Jagd zu gehen, während die Sonne bereits hoch über ihr stand. Trotz ihrem Scheinen (ihres Scheinens - oder steht trotz mit Dativ? :hmm: Jedenfalls klingt der Satz umständlich :P ) fröstelte sie.

      Nyneve schrieb:

      So schlang Aikana ihren dicken Wollumhang enger um die schlanke Gestalt, die durch wochenlange Kälteperioden und die daraus folgenden Missernten und Hunger noch schmaler geworden war.

      Nyneve schrieb:

      Das war es dann wohl mit ihrem Plan, ihren Eltern aus dem Weg zu gehen.
      -> ... mit dem Plan, ihren Eltern ...

      Nyneve schrieb:

      >>Und wehe [Komma] du meckerst an meinem Essen herum!<<, fuhr sie fort und stemmte die Arme in die Seite, >>w (Punkt und groß weiter nach dem Anführungszeichen; das ist ein neuer Satz)enn ihr Männer uns Frauen nichts vernünftiges (groß) nach Hause bringt, dann gibt es eben eine Woche lang kein Fleisch und kein frisches Brot und ihr werdet einmal nicht völlig satt!<<
      >>Ja, ja, ich habe auch nichts gesagt. Doch von einem halben Laib Brot kann doch keine dreiköpfige Familie satt werden! Aber ich sage ja nichts, ich setze mich zu meiner Tochter und werde keinen Mucks von mir geben<<, erwiderte Aikanas Vater und verdrehte die Augen. Doch als er sich zu ihr an den Tisch setzte, fragte er scharf: >>Nun, Ma'La, was hast du heute gemacht?<< Eigentlich war es eine völlig normale Frage, doch Aikana hörte dennoch ("doch dennoch" klingt überladen -> "dennoch hörte Aikana den scharfen Unterton" reicht auch. Hatte ich vorhin noch nicht angemerkt :whistling: ) den scharfen Unterton.


      :hi1:
    • Ich wollte eigentlich stillschweigend abwarten, was das hier so wird. Die anderen haben deinen Text ja schon auseinandergenommen, daher bleibt mir nicht viel.
      Vielmehr gebe ich dir etwas zur Orientierung, was mir sehr gut gefallen hat. Stilistisch kannst du dich zukünftig an diesen Abschnitt halten, da hatte ich nichts zu meckern:

      Spoiler anzeigen


      Nyneve schrieb:

      Seufzend beendete Aikana ihren Ausflug und begab sich nach Hause. Dieses Mal würde sie den Vorstand wohl noch nicht von ihren Qualitäten überzeugen können. Sie knirschte mit den Zähnen, als die ersten Häuser zwischen den Bäumen erschienen. Kaum zu glauben, dass hinter dem Dorf bereits der Strand mit seinen zerklüfteten Felsen begann. Früher, als die Zungen des salzigen Wassers noch den Strand verschlungen hatten, waren sie tückische Fallen für verfeindete Langschiffe gewesen. Heute noch konnte man dort angespülte Treibgüter wie verfaulte Holzplanken finden. Manche behaupteten sogar, dass es noch weitaus wertvollere Schätze zu bergen gab. Doch nach jahrhundertelangem Suchen, bei dem manch einer durch heftige Wellen gegen die Felsen geschleudert wurde und sein Leben gelassen hatte, war man davon abgekommen. Die Toten, so sagte man, würden ihren Schatz nie hergeben.
      Und so bekam der Strand nur noch wenig Aufmerksamkeit. Alleine ein schmaler Holzsteg war dort vorzufinden, der jetzt, im Sonnentod, jedoch keine Verwendung fand.
      Schuldbewusst zog Aikana die Schultern zusammen. Doch gleichzeitig schob ihr Unterbewusstsein trotzig den Unterkiefer nach vorne, um sich bei einer Strafpredigt sogleich verteidigen zu können.
      Als sie auf die Straße einbog, die mit groben Steinen unordentlich ausgelegt war und sie direkt in die Dorfmitte brachte, hörte sie einen alten Holzladen im Wind schlagen. Ansonsten erklang kein Geräusch. Die meisten männlichen Dorfbewohner befanden sich vermutlich in der windschiefen Taverne, um ihre streng geheimen Beratungen zu führen. Die Frauen und Kinder saßen vor einem prasselnden Kaminfeuer und ließen dünne Brotrollen rösten, die hierzulande Tokalas genannt wurden und mit süßem, fruchtigem Honig gegessen wurden. Doch wahrscheinlich würden sie diesen Sonnentod noch um einiges dünner ausfallen als sonst.
      Die dicken Rauchschwaden, die aus beinahe jedem gemauerten Schornstein quollen, schienen Aikana Willkommen zu heißen. Im Grunde vedienten sie es nicht, als solche bezeichnet zu werden, waren die meisten doch bereits vom Wind zur Seite geneigt worden und einige Steine herausgefallen.
      Auch wenn der Boden um das Dorf herum fruchtbar und die Fischgründe erträglich waren, schaffte der Sonnentod es immer wieder, es verarmen zu lassen. Zudem lag es weit im Norden, nur wenige Reisende, Händler und Handwerker verirrten sich dorthin. Und die eigenen Bewohner waren meist viel zu beschäftigt mit dem wenigen Vieh, den Feldern, dem Fischen, Jagen und Rauben, um sich um die Ästhetik ihrer Behausungen zu kümmern. Es zählte, dass sie funktionierten und der Familie Schutz vor Kälte und Tieren boten.
      Hier an diesem Ort spielte die Zeit keine Rolle. Hier war jeder Tag wie der andere.


      Den Anfang fand ich übrigens nicht gerade "einfangend". Wenn ich das Zitat oben heute nicht gelesen hätte, hätte ich vermutlich erst nächste Woche mal wieder reingeklickt. Ich hätte zu Beginn, wenn sie alleine loszieht, irgendwie etwas anderes alseinen Rundgang erwartet, der eigentlich überhaupt nichts aussagt. Aber jetzt hast du mich ja wieder angelockt, also bleibe ich mal dabei xD

      Ansonsten gibt's nichts zu sagen, außer, dass Vikinger eine Zeit lang mein Hobby waren und ich Massen an Infos über diese Zeit geschmökert habe. Auch ein Grund, weshalb ich hier angefangen habe, zu lesen, also mal sehen, was du damit machst.
      "Sehe ich aus wie einer, der Geld für einen Blumentopf ausgibt, in den schon die Pharaonen gepisst haben?"
    • Huhu @Wysenfelder


      Wysenfelder schrieb:

      Den Anfang fand ich übrigens nicht gerade "einfangend". Wenn ich das Zitat oben heute nicht gelesen hätte, hätte ich vermutlich erst nächste Woche mal wieder reingeklickt. Ich hätte zu Beginn, wenn sie alleine loszieht, irgendwie etwas anderes alseinen Rundgang erwartet, der eigentlich überhaupt nichts aussagt. Aber jetzt hast du mich ja wieder angelockt, also bleibe ich mal dabei xD
      Okay, schade, dass dir der erste Teil nicht so gefallen hat. Vllt ändere ich dann daran noch einmal ein bisschen was um xD


      Wysenfelder schrieb:

      Ansonsten gibt's nichts zu sagen, außer, dass Vikinger eine Zeit lang mein Hobby waren und ich Massen an Infos über diese Zeit geschmökert habe. Auch ein Grund, weshalb ich hier angefangen habe, zu lesen, also mal sehen, was du damit machst.
      Oh, okay. Dann muss ich jetzt aufpassen, was ich weiter schreibe xD
      Ich habe nämlich erst vor einer Woche die Wikinger für mich entdeckt... ;)

      Ansonsten gab es ja eher weniger Korrekturen deinerseits.
      LG Nyneve

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    • So, neuer Lesestoff xD
      Lg Nyneve

      Sie wusste zwar, dass sich dahinter nur Angst und Sorge verbargen, dennoch wurde sie zornig. Sie war alt genug, um auf sich selbst aufzupassen. Doch bevor sich ihre scharfe Zunge zu einer Bemerkung leiten ließ, die sie später bereuen würde, mischte sich Gylia in das Gespräch ein.
      >>Bei mir. Aikana war mir eine große Hilfe. Die Betten sind frisch gemacht, Löcher gestopft und die wenigen restlichen Früchte eingelegt.<< Über den Tisch hinweg zwinkerte sie Aikana zu. Beide, sowohl Aikanas Vater als auch sie selbst, entspannten sich.
      >>Gut<<, meinte er, >>Julim hat behauptet, er hätte dich aus dem Wald kommen sehen. Vermutlich hat der alte Miesepeter mal wieder etwas gesehen, was niemand sonst wahrnimmt.<< Damit griff er nach Aikanas Hand.
      >>Die Geister des Waldes sind uns zur Zeit nicht gut gesinnt. Angeblich wurde ein Bär gesichtet. Es ist besser, im Schutz des Dorfes zu bleiben - auch für uns Männer.<< Damit zwinkerte er Gylia zu und widmete sich der Suppe, die seine Frau gerade in den Teller geschöpft hatte.
      >>Ein Bär? Hier oben? Ich glaube nicht, dass ich schon etwas Ähnliches hier gegeben hat, nicht wahr, Pa'Laka?<< Aikanas Stimme überschlug sich beinahe vor Aufregung.
      >>Wie bitte? Und das musst du deiner Tochter auch noch auf die Nase binden?<<, mahnte Gylia. Aikana sah sie grinsend an.
      >>Früher oder später hätte ich es ohnehin erfahren.<<
      >>Ja, aber für jeden Tag mehr Ruhe wäre ich dankbar gewesen. Du wirst uns doch jetzt ständig in den Ohren liegen, um Neues von ihm zu erfahren. Und so schnell wird auch kein heimlicher Waldausflug mehr gemacht, verstanden?!<<, erwiderte Gylia mürrisch.
      >>Was heißt das? Warst du doch im Wald? Ich habe dir doch gesagt, dass du…<<, unterband Welun eine Antwort.
      >>Nein, ich baue nur vor<<, ging Aikanas Mutter sogleich dazwischen. Sie wusste genau, was passieren würde, wenn die beiden sich einmal mehr in die Haare bekämen.

      Nach dem Essen stand Aikana auf und half ihrer Mutter in der Küche.
      >>Du darfst ihm nicht böse sein. Er meint es nur gut, und das weißt du auch. Ich glaube ohnehin, dass du beleidigt wärst, wenn er sich nicht um dich sorgen würde<<, sagte Gylia, als Aikanas Vater das Haus erneut verlassen hatte. Offenbar war man sich im Rat einig, dass das Dorf gegen einen möglichen Bären noch nicht genug gesichert war. Aikana seufzte.
      >>Wenn er mir nur mehr zutrauen würde. Ich könnte ihm zum Beispiel draußen helfen.<< Sie nickte zu dem kleinen Fenster. Ihre Mutter schüttelte bestimmt den Kopf.
      >>Auf keinen Fall! Ihm und mir ist es ja bereits nicht recht, dass er in der Dunkelheit noch hinausgeht. Und du musst zugeben, dass dein Vater selbst stark wie ein ausgewachsener Bär ist.<< Aikana schwieg und biss sich auf die Lippe.
      Dann erwiderte sie: >>Würdest du das auch zu einem Sohn sagen?<<
      >>Ich würde es zu all meinen Kindern sagen!<< Energisch wischte sie mit einem alten Lederlappen über die kleine Holztheke neben dem steinernen Spülstein.
      Zähneknirschend akzeptierte Aikana diese Aussage und wandte sich zum Fenster.
      >>Denkst du, er ist dort draußen?<< Sie runzelte die Stirn und sah sich genauer um. Das wenige Licht aus anderen Fenstern reichte kaum zwei Fuß weit.
      >>Dein Vater? Bestimmt<<, antwortete Gylia besorgte, >>und vermutlich ist er wieder viel zu dünn angezogen.<< Aikana drehte sich zu ihr um und verdrehte die Augen.
      >>Ma'Laka!!<<, rief sie und warf die Hände nach oben.
      Ihre Mutter seufzte auf und grummelte: >>Hoffentlich nicht. Ansonsten wird er es mit mir zu tun bekommen!!<< Dabei schwang sie den Tonkrug, den sie zuvor getrocknet hatte, wie ein Schwert vor sich. Aikana musste lächeln. Wenn überhaupt, würde der Bär wohl bei ihrem Anblick vor Lachen sterben.
      >>Nun aber ins Bett, Aikana. Morgen gibt es wieder genug Arbeit. Und dieses Mal wirst du mir nicht einfach so entkommen!<<, drohte Gylia. Aikana nickte mürrisch und wandte sich um. In diesem Moment klopfte jemand hektisch an die hölzerne Haustür. Einen Augenblick sahen sie sich überrascht an. Wer dies wohl zu einer solchen Uhrzeit war? Aikana wischte sich die nassen Hände an der Schürze ab.
      >>Dann wollen wir den Störer einmal vertreiben<<, obwohl es als Scherz gedacht war, lag ein ernster, besorgter Unterton darin.
      Aikana folgte ihr langsam. Bevor Gylia überhaupt die Gelegenheit bekam, die Tür zu öffnen, wurde erneut panisch dagegen geschlagen.
      >>Ja,ja<<, grummelte sie. Aikana bemerkte, dass ihre Hände zitterten.

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    • Nyneve schrieb:

      So schlang Aikana ihren dicken Wollumhang enger um die dünne Gestalt, die durch wochenlange Kälteperioden und die daraus folgenden Missernten und Hunger noch schmaler geworden war.
      Das ließt sich, als ob sie jemand anderen in den Wollumhang einwickelt. "enger um ihre" ?

      Nyneve schrieb:

      Die wollene Mütze ins Gesicht gezogen, dann machte sie sich auf in den Wald, ihren hölzernen Speer und eine Ledertasche mit allerhand nützlichen Hilfsmitteln, wie ihrem besten Messer und einem Seil, eng an den Körper geschmiegt.
      Ich weiß, was du sagen willst, aber Messer und Seil eng an den Körper geschmiegt klingt für mich etwas komisch. Mir fällt aber auch grad nicht besseres ein.

      Nyneve schrieb:

      So schlang Aikana ihren dicken Wollumhang enger um die dünne Gestalt, die durch wochenlange Kälteperioden und die daraus folgenden Missernten und Hunger noch schmaler geworden war. Die wollene Mütze ins Gesicht gezogen, dann machte sie sich auf in den Wald, ihren hölzernen Speer und eine Ledertasche mit allerhand nützlichen Hilfsmitteln, wie ihrem besten Messer und einem Seil, eng an den Körper geschmiegt.
      So ließ sie ihr Dorf mit den rechteckigen Häusern hinter sich, deren Wände aus Grassoden, senkrechten Stämmen, Flechtwerk mit Lehmbewurf und Stein bestanden. Die Dächer waren mit Balken und Sparren errichtet und mit Stroh, hölzernen Schindeln und Grassoden gedeckt worden.
      Aikana huschte leise und inzwischen routiniert durch das Unterholz, zwischen den dürren Baumstämmen und tristen Ästen hindurch. Immer wieder blieb sie stehen und lauschte nach den bekannten Geräuschen des Waldes. Stiller waren sie diesen Sonnentod, dachte Aikana. Normalerweise blieben die kohlrabenschwarzen Steinmeisen über den großen Sonnentod in den Wäldern und erfüllten die Luft mit kristallklaren Lauten. Doch dieses Jahr waren sie verstummt. Aikana hoffte, dass sie nur Unterschlupf in einer wärmeren Gegend gefunden hatten und den Sonnentod überstanden.
      Sie seufzte leise auf, als sie sich an einen Baum lehnte und die Umgebung nach Regungen absuchte. Sonnentod, eigentlich war dies ein Begriff, der die kalte Jahreszeit nur zu gut beschrieb.
      So summte Aikana eines der alten Lieder, die den Sonnentod besangen. Sie hoffte, dass die Götter ihnen damit milder gesinnt waren und ihre Jagd erfolgreich verlief.
      Okay, hier wiederholst du das Wort Sonnentod recht häufig. Schau mal drüber.

      Nyneve schrieb:

      Dieses Mal würde sie den Vorstand wohl noch nicht von ihren Qualitäten überzeugen können.
      Sry aber bei dem Wort denke ich an Büros, Aktien und Krawatten XD Vielleicht Dorfvorstand? Rat der Ältesten ? Oder so ähnlich.


      So zur Story.
      Du hast mich mehrfach überrascht.
      1.) Das ist ein Setting, dass ich dir nicht zugetraut hätte, weil es kilometerweit entfernt von deiner bunten Elfenstory ist. Hut ab Nice.
      2.) Der Stil ist auch komplett anders und ehrlich gesagt weit besser als bei Königsboten. Das bringt mich grad zu dem Punkt, dass ich glaube, dass Königsboten mit einem Perspektivwechsel auch nochmal besser werden könnte. Diese "Ich sache" ist ja manchmal schwierig. (und ich ganz persönlich mags auch net so, aber das ist ja nur meine persönliche Meinung)

      In der Geschichte selbst ist ja noch nicht so viel passiert, aber wir haben bisher Einblicke ins Dorfleben und ihre Familie bekommen. Und deine Prota ist ein kleiner "Rebell", muss so sein, sonst wärs ja fad. Sie will also so eine Mokshaja werden. Weiß noch nicht so genau, was das ist, scheint aber was wichtiges zu sein. Stell mir das wie so ne Art Ehrentitel vor. Bezwinger der Bestie oder Verteidiger der Feste. Keine Ahnung :D Was mir hier noch fehlt ist ihre Motivation, warum sie das will. (Musst du nicht jetzt beantworten, machs stepwise im Text, wollte dir nur sagen, was ich grad für Fragen im Kopf habe, weil ich weiß, dass sowas immer hilfreich ist.)

      Du solltest hier definitiv dran bleiben. Bin gespannt was du dir überlegt hast und was du draus machst. Ist auf jeden Fall ein interessanter Einstieg.

      Tja, und ich habs dir in der anderen Story schon gesagt. Es ist wirklich spannend zu verfolgen, wie du immer besser wirst. Du befolgst Ratschläge, nimmst Kritik an, und überarbeitest es, wenn es dir sinnvoll erscheint. Mach weiter so! :thumbsup:

      Lg
      Rael

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Hallo @Rael

      OMG :golly: Ich freue mich grad echt, dass du dir auch meine zweite Story anschaust. xD BITTE BLEIB DRAN!! :party:

      Rael schrieb:

      Du hast mich mehrfach überrascht.
      :hail: Vielen Dank :blush:


      Rael schrieb:

      weit besser als bei Königsboten
      An dieser Stelle habe ich erst überlegt, ob ich jetzt traurig sein soll, weil ich mir eigentlich viel mehr Mühe mit der anderen Story gegeben habe, aber eigentlich bin ich echt happy darüber. Vllt sollte ich jetzt immer an meinem Handy schreiben... :hmm:


      Rael schrieb:

      Das bringt mich grad zu dem Punkt, dass ich glaube, dass Königsboten mit einem Perspektivwechsel auch nochmal besser werden könnte. Diese "Ich sache" ist ja manchmal schwierig. (und ich ganz persönlich mags auch net so, aber das ist ja nur meine persönliche Meinung)
      Okay, dazu hätte ich dann mal eine Frage: Käme es jetzt nicht iwie total doof, wenn ich jetzt die Perspektive vom Ich-Erzähler zum allwissenden ändere (Oh Gott, ich merke grad, was für einen schlechten Einfluss mein Deutschunterricht auf mich hat...)?
      Oder sollte ich vielleicht die Perspektive von Laumé auf einen anderen wechseln? Da würde mir nämlich was vorschweben... xD


      Rael schrieb:

      In der Geschichte selbst ist ja noch nicht so viel passiert, aber wir haben bisher Einblicke ins Dorfleben und ihre Familie bekommen. Und deine Prota ist ein kleiner "Rebell", muss so sein, sonst wärs ja fad.
      Ja klar, ist Aikana der kleine Rebell xD :girl_devil:


      Rael schrieb:

      Sie will also so eine Mokshaja werden. Weiß noch nicht so genau, was das ist, scheint aber was wichtiges zu sein. Stell mir das wie so ne Art Ehrentitel vor. Bezwinger der Bestie oder Verteidiger der Feste. Keine Ahnung Was mir hier noch fehlt ist ihre Motivation, warum sie das will. (Musst du nicht jetzt beantworten, machs stepwise im Text, wollte dir nur sagen, was ich grad für Fragen im Kopf habe, weil ich weiß, dass sowas immer hilfreich ist.)
      Klar, da dieser Punkt ja eigentlich nicht nur eine wichtige Charaktereigenschaft ist, sondern auch Aikanas Handeln und Denken beeinflusst, wird dies immer wieder angesprochen xD


      Rael schrieb:

      Du solltest hier definitiv dran bleiben. Bin gespannt was du dir überlegt hast und was du draus machst. Ist auf jeden Fall ein interessanter Einstieg.
      Okay, ich freue mich, dass dir der Anfang besser gefällt als anderen. Denn ich merke bei mir immer wieder, dass ich laaaaangsam anfange und es dann erst spannend wird xD


      Rael schrieb:

      Tja, und ich habs dir in der anderen Story schon gesagt. Es ist wirklich spannend zu verfolgen, wie du immer besser wirst. Du befolgst Ratschläge, nimmst Kritik an, und überarbeitest es, wenn es dir sinnvoll erscheint. Mach weiter so!
      :danke: Das freut mich xD

      Lg Nyneve

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    • Nyneve schrieb:

      Okay, dazu hätte ich dann mal eine Frage: Käme es jetzt nicht iwie total doof, wenn ich jetzt die Perspektive vom Ich-Erzähler zum allwissenden ändere (Oh Gott, ich merke grad, was für einen schlechten Einfluss mein Deutschunterricht auf mich hat...)?
      Oder sollte ich vielleicht die Perspektive von Laumé auf einen anderen wechseln? Da würde mir nämlich was vorschweben... xD
      Du das kann dir ja kein Mensch sagen. Am ende musst du das entscheiden, und dir muss es gefallen. Meine Meinung ist halt, dass Königsboten, gerade weils auch bissl größer und soviele Characktere hat, vielleicht besser wäre, wenn man sie nicht im Ich stil erzählen würde, aber das ist wie gesagt deine Entscheidung. Der Gedanke kam mir nur vorhin so relativ spontan.
      Du müsstest wenn schon dann auch den Anfang umschreiben, damit es wieder passig wäre.

      Da fällt mir grad noch was ein zu dieser Story.
      Du benutzt hier wieder eigene Begriffe, wie Ma'Laka und sowas. Bisher gehts noch, aber mach nicht zuviele, sonst wirds unübersichtlich ;)

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • *hüstel*
      Ich glaube, dass der letzte Post ein wenig untergegangen ist...Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass der Teil perfekt ist :D
      Deswegen pushe ich das Ganze mal xD


      Rael schrieb:

      Du benutzt hier wieder eigene Begriffe, wie Ma'Laka und sowas. Bisher gehts noch, aber mach nicht zuviele, sonst wirds unübersichtlich
      Keine Sorge, da kommt in nächster Zeit nix neues mehr. Nur ab und an Ma'Laka oder Pa'Laka. Aber ich glaube, dass ist im Zusammenhang dann gut ersichtlich, was das heißt ^^



      Rael schrieb:

      Du das kann dir ja kein Mensch sagen. Am ende musst du das entscheiden, und dir muss es gefallen. Meine Meinung ist halt, dass Königsboten, gerade weils auch bissl größer und soviele Characktere hat, vielleicht besser wäre, wenn man sie nicht im Ich stil erzählen würde, aber das ist wie gesagt deine Entscheidung. Der Gedanke kam mir nur vorhin so relativ spontan.
      Du müsstest wenn schon dann auch den Anfang umschreiben, damit es wieder passig wäre.
      *hüstel* Auch wenn's eigentlich die falsche Geschichte ist: Bei Kapitel 4 gibt es einen Umschwung *hehehe*. mehr wird nicht verraten...
      Lg Nyneve

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    • Ist nicht untergegangen, ich hatte nur keine Zeit bzw war nicht in der Verfassung, sinnvolles Feedback zu verfassen :whistling:
      Spoiler anzeigen


      Nyneve schrieb:

      So, neuer Lesestoff xD
      Lg Nyneve

      Sie wusste zwar, dass sich dahinter nur Angst und Sorge verbargen, dennoch wurde sie zornig. Sie war schließlich alt genug [Komma] um auf sich selbst aufzupassen. Doch bevor sie (sich) ihre scharfe Zunge zu einer Bemerkung leiten ließ, die sie später sicherlich bereuen würde, mischte sich Gylia in das Gespräch ein.
      >>Bei mir. Aikana war mir eine große Hilfe. Die Strohbetten (hier versuchst du, die Welt weiter anschaulich zu machen und lebendig wirken zu lassen, indem du die Art der Betten direkt einbaust - du erreichst aber das Gegenteil. Sie würde hier einfach "Betten" sagen, oder sprichst du immer von deinem "Bett mit der Schaummatratze drin"? :P ) sind frisch gemacht, Löcher gestopft und die wenigen restlichen Früchte eingelegt worden.<< Über den Tisch hinweg zwinkerte sie Aikana zu. Beide, sowohl Aikanas Vater als auch sie selbst, entspannten sich wieder.
      >>Gut<<, meinte er, >>Julim hat behauptet, er hätte dich aus dem Wald kommen sehen. Vermutlich hat der alte Miesepeter mal wieder etwas gesehen, was niemand sonst wahrnimmt.<< Damit griff er nach Aikanas Hand.
      >>Die Geister des Waldes sind uns zurzeit (zur Zeit) nicht gut gesinnt. Angeblich wurde ein Bär gesichtet. Es ist besser, im Schutz des Dorfes zu bleiben - auch für uns Männer.<< Damit zwinkerte er Gylia zu und widmete sich der Suppe zu, die diese gerade in die Teller geschöpft hatte.
      >>Ein Bär? Hier oben? Ich glaube nicht, dass ich schon so etwas ähnliches (groß) hier gegeben hat, nicht wahr, Pa'Laka?<< Aikanas Stimme überschlug sich beinahe vor Aufregung.
      >>Siehst du? Ich habe dir gesagt, dass sie gleich Feuer und Flamme sein wird<<, mahnte Gylia (hier ist ein Logikfehler drin. Aikanas Eltern hatten keine Gelegenheit, unter vier Augen miteinander zu reden, seit der Vater heimgekommen ist. Also muss die Mutter schon davor von dem Bären gewusst haben. Dann hätte sie aber keinesfalls so gelassen auf Aikanas Ausflug reagiert, wie du es dargestellt hast.) . Aikana sah sie grinsend an.
      >>Früher oder später hätte ich es ohnehin erfahren.<<
      >>Ja, aber für jeden Tag mehr Ruhe (was erwarten die beiden jetzt von ihrer Tochter? Dass sie den Bären töten will? Würden sie ihr das, ihrer bisherigen Linie folgend, nicht verbieten?) wäre ich dankbar gewesen<<, erwiderte Gylia mürrisch.

      Nach dem Essen stand Aikana auf und half ihrer Mutter in der Küche.
      >>Du darfst ihm nicht böse sein. Er meint es nur gut, und das weißt du auch. Ich glaube ohnehin, dass du beleidigt wärst, wenn er sich nicht um dich sorgen würde<<, sagte Gylia, als Aikanas Vater das Haus erneut verlassen hatte. Offenbar war man sich im Vorstand einig, dass das Dorf für (gegen) einen möglichen Bären noch nicht genug gesichert war. Aikana seufzte auf.
      >>Wenn er mir nur mehr zutrauen würde. Ich könnte ihm zum Beispiel draußen helfen.<< Sie nickte mit dem Kopf zu dem kleinen Fenster. Ihre Mutter schüttelte energisch den Kopf.
      >>Auf keinen Fall! Ihm und mir ist es ja bereits nicht recht, dass er jetzt, in der Dunkelheit, noch hinausgeht. Und du musst selbst zugeben, dass dein Vater stark wie ein ausgewachsener Bär ist.<< Aikana schwieg und biss sich auf die Lippe. Doch dann erwiderte sie: >>Würdest du das auch zu einem Sohn sagen?<<
      >>Ich würde es zu all meinen Kindern sagen!<< Energisch wischte sie mit einem alten Lederlappen (Was macht Batman in deiner Geschichte? :crazy: ) über die kleine Holztheke neben dem steinernen Spülstein.
      Zähneknirschend akzeptierte Aikana diese Aussage und wand (wandte. Außerdem würde ich es drehen: "wandte sich dem Fenster zu" oder "wandte sich zum Fenster" schreiben) sich zu dem Fenster.
      >>Denkst du, er ist dort draußen?<< Sie runzelte die Stirn und sah sich genauer um. Das wenige Licht aus anderen Fenstern reichte kaum zwei Füße weit.
      >>Dein Vater? Bestimmt<<, antwortete Gylia besorgte, >>und vermutlich ist er wieder viel zu dünn angezogen.<< Aikana drehte sich zu ihr um und verdrehte die Augen.
      >>Ma'Laka!!<<, rief Aikana und warf die Hände nach oben.
      Ihre Mutter seufzte auf und grummelte: >>Hoffentlich nicht. Ansonsten wird er es mit mir zu tun bekommen!!<< Dabei schwang sie den Tonkrug, den sie zuvor getrocknet hatte, wie ein Schwert vor sich. Aikana musste lächeln. Wenn überhaupt, würde der Bär wohl bei ihrem Anblick vor Lachen sterben.
      >>Nun aber ins Bett, Aikana. Morgen gibt es wieder genug Arbeit. Und dieses Mal wirst du mir nicht einfach so entkommen!<<, drohte Gylia. Aikana nickte mürrisch und wand (wandte) sich um. In diesem Moment wurde hektisch an die hölzerne Haustür geklopft. (der Passiv zerstört die aufkommende Spannung -> "klopfte jemand ...") Eine Augenblick sahen sie sich überrascht an. Wer dies wohl zu einer solchen Uhrzeit war? Doch dann (diesen Satzanfang hast du zu oft drin) wischte sich Aikana die nassen Hände an der Schürze ab.
      >>Dann wollen wir einmal (hinter "Störer" ziehen) den Störer vertreiben<<, o (Punkt und groß weiter)bwohl es als Scherz gedacht war, lag ein ernster, besorgter Unterton darin.
      Aikana folgte ihr langsam. Bevor Gylia überhaupt die Gelegenheit bekam, die Tür zu öffnen, wurde erneut panisch dagegen geschlagen.
      >>Ja,ja<<, grummelte sie. Doch Aikana bemerkte, dass ihre Hände zitterten.


      Ich nehme mal an, das ist der Vater mit vom Bären herausgerissenen Eingeweiden? :pooh:
      Im letzten Teil, als jemand an die Türe klopft, solltest du zu Gunsten der Spannung kürzere, abgehacktere Sätze schreiben und "doch"s, "dann"s, "wohl"s und dergleichen vermeiden.
      Ansonsten ein guter Teil, jetzt kommt also ein Element in die Story, das für Action sorgt :thumbup:

      LG
      Arathorn :hi1:
    • Arathorn schrieb:

      Ist nicht untergegangen, ich hatte nur keine Zeit bzw war nicht in der Verfassung, sinnvolles Feedback zu verfassen
      Dann bin ich ja froh ^^


      Arathorn schrieb:

      Ich nehme mal an, das ist der Vater mit vom Bären herausgerissenen Eingeweiden?
      Den brauche ich noch !!! xD obwohl ich mit diesem Gedanken gespielt habe.


      Arathorn schrieb:

      Im letzten Teil, als jemand an die Türe klopft, solltest du zu Gunsten der Spannung kürzere, abgehacktere Sätze schreiben und "doch"s, "dann"s, "wohl"s und dergleichen vermeiden.
      Ansonsten ein guter Teil, jetzt kommt also ein Element in die Story, das für Action sorgt
      Habe den Teil noch einmal bearbeitet. Dummerweise gab's da in meinen Augen nicht mehr viel zu kürzen, bzw. umzustellen. Die "doch"s, "dann"s und "wohl"s wurden gestrichen xD

      So, vielen Dank, @Arathorn für deine sehr ausführliche Korrektur!!
      LG Nyneve

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    • Sry für den Doppelpost, aber ich wollte die Kommentare zu der Korrektur und ein neuer Teil voneinander trennen.


      Kapitel zwei: Leben für Leben


      Der ungebetene Besucher war Tyna, die Ehefrau des Vorstehers. Vollkommen aufgelöst stürzte sie in Gylias Arme.
      >>Na, na, na. Wer wird denn gleich hysterisch?<< Aikanas Mutter tätschelte ihr begütigend den Kopf.
      >>Was ist passiert?<<, wollte Aikana ernst wissen.
      >>Der Bär, er hat... er ist hier, hier im Dorf!<< Das restliche Gestotter bekam Aikana nicht mehr mit, stattdessen griff sie nach dem Speer ihres Vaters, der wie immer neben der Tür lehnte, und rannte ins Freie. Mit diesem hatte sie bereits als Kind oft heimlich geübt, wenn ihr Vater nach Hause gekommen war. Inzwischen glaubte sie, recht gut damit umgehen zu kennen. Sicherlich war sie nicht so gut wie die Jungen in ihrem Alter, die von klein auf eine Ausbildung von ihren Vätern genossen, aber sie konnte mit gutem Recht sagen, mit einem Speer im Wald überleben zu können. Und dies zählte schließlich.

      >>Pa?! Pa?!<<, schrie sie. Ihre Augen brauchten einen Moment, bis sie sich an die trübe Nacht gewöhnt hatten. Sie hörte Schreie, ängstliche Rufe von Menschen. Nicht weit von ihr entfernt. Blind vor Wut eilte sie weiter, wurde von der Dunkelheit verschluckt. Nebel zog vom Meer heran. Sie konnte kaum noch die eigene Hand vor Augen sehen. Bewegungen kaum zwei Schritte voraus. Ihr Griff um den Speer wurde fester. Einen Augenblick zögerte sie noch, doch als sie weitere Schreie hörte, stand ihr Entschluss fest. Sie würde weitergehen. Koste es, was es wollte. Und damit nicht nur das Leben dutzender Männer und das ihres Vaters retten, sondern endlich auch den Vorstand davon überzeugen, dass sie es wert war, eine Mok'al'Shai zu werden. Immer wieder rief sie sich dies ins Gedächtnis, als sie vorsichtig näher schlich. Es gab ihr Mut, weiterzugehen. Sie sah das Ungetüm bereits, als sie aus den Schatten der Bäume trat.
      Im Grunde hatte sie dies schon hundert Mal getan: Anschleichen, Fixieren, Zielen, Treffen. Das war alles, was sie zu tun hatte. Doch noch nie hatte ihr Herz so heftig geschlagen wie dieses Mal.
      Sie gab sich einen Moment Zeit, beobachtete die Bewegungen des Bären. Er war groß, was noch durch sein aufrechtes Stehen verstärkt wurde. Ein Prachtexemplar von einem Tier.
      Aus den Augenwinkeln nahm sie eine Bewegung wahr. Es war einer der Männer. Er machte Anstalten, um den Bär herumzugehen. Wollte er ihn von hinten verletzen? Doch der Bär war schlau – oder besaß einfach eine gute Nase. Er ließ sich zur Seite schleudern. Mit einem Tatzenhieb hatte er dem Nordmann die Waffe entrissen. Aikana erschauerte, als sie ihn erkannte. Es war einer der einfachen Bauern. Sie bezweifelte, dass dieser je mehr als eine Sichel in der Hand gehalten hatte. Das Tier schrie auf. Es war ein tiefer, drohender Laut. Dann griff er nach dem armen Mann. Aikana sah weg, als sie den letzten Todesschrei des Menschen hörte. Doch eine vernünftige Stimme sagte, dass dies ihre Gelegenheit war. Sie hatte nicht viel Zeit. Der Bär konnte sich jeden Moment zu ihr umdrehen. Doch es war lange genug, um zu ihm zu sprinten und ihm den Speer in den Rücken zu rammen. Zugegeben, es war kein perfekter Stoß, doch er verletzte das Tier unter der Schulter.

      Zitternd sprang Aikana zurück auf den Boden und ging in die Hocke. Mit bebenden Händen griff sie in ihre Stiefel und suchte hastig nach dem kleinen Dolch, den sie selbst zum Schlafen nie weglegte. Ihr Vater hatte ihn ihr zur Geburt geschenkt, ein Ritual, das normalerweise nur bei Jungen gemacht wurde. Später hatte er oft gescherzt, dass er für ihr jungenhaftes Verhalten verantwortlich war.
      Schließlich hatte sie den Dolch gefunden und hielt ihn fest in der Hand. Inzwischen hatte sich auch der Bär zu ihr gewandt und war nun keine zwei Armlängen mehr von ihr entfernt.
      Aikana hielt den Dolch schützend vor sich und versuchte, ruhig ein- und auszuatmen. Das Tier war verletzt, versuchte sie sich zu beruhigen, obwohl sie genau wusste, dass dies eher das Gegenteil bewirkte. Plötzlich fuhr es seine Tatze nach vorne und Aikana spürte, wie die Krallen in die Haut ihrer Wange eindrang und tiefe Schrammen rissen. Gleichzeitig warf sich der Bär nach oben und schlug mit der linken Pfote erneut zu. Dieses Mal zerfetzte er ihre Kleidung und Aikana spürte stechende Schmerzen in der Bauchgegend. Diese entflammten ihre Lebensgier auf's Neue. Nur knapp war sie dem Tod noch einmal über die Klinge gesprungen.
      Sie wölbte ihren Körper unter Qualen nach vorne und rammte den Dolch dem Tier in das Hinterbein. Wenn ein Bär schreien konnte, dann tat er dies in jenem Moment. Vor Schmerzen machte das Tier einen Satz nach hinten und gab zornige Töne von sich. Aikanas Körperspannung verflog wie eine Feder im Wind. Reflexartig griff sie nach der Verletzung am Bauch.
      Unverhohlen begann sie zu fluchen und vergaß dabei völlig den Bären zu ihren Füßen. Da griffen starke Arme unter ihre und zogen sie nach oben. Aikana begann zu schreien und wollte sich losreißen, obwohl ihr Verstand ihr sagte, dass sie nicht länger in dieser Kälte bleiben konnte.
      >>Aikana!<<, erklang die besorgte Stimme ihres Vaters. Als sie die bis dahin zugekniffene Augen öffnete, blickte sie direkt in seine beruhigenden, grünen. Dann wandte sie den Kopf zu dem Tier. In diesem Moment hechtete Golan, der Ortsvorsteher, zu ihm, in der Hand glänzte es unheilvoll. Ein Blick auf das Tier reichte, um Aikana zu sagen, dass es sich nicht mehr fliehen konnte. Die Wunde am Bein war zu tief, um das Gewicht darauf verlagern zu können.
      >>Nein!!<<, schrie Aikana. Sie wusste nicht, was sie plötzlich überkam. Es war, als würde der Geist des Bären von ihrem Besitz ergriffen. Mit letzter Kraft ließ sie sich nach vorne kippen. Sie landete weich auf dem Fell des Bären. Dann drang eine Klinge unter ihre Kleidung.
      Ihr wurde schwarz vor Augen.

      Glem mig
      Og la' vær' at fiks' et smadret glas
      Min hånd ville stadig mærke revnerne

      Se frem, vi ka' hurtigt ende rundt i ring
      Ærligt, var vi kun bundet sammen af drømmene

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Nyneve ()

    • Pack den Kommentar zum Kommentar das nächste mal einfach in einen Spoiler, dann hast du keinen Doppelpost und man muss auch nicht so lange scrollen, wenn man nur den eigentlichen Text lesen will :P
      Spoiler anzeigen


      Nyneve schrieb:


      Kapitel zwei: Leben für Leben

      Der ungebetene Besucher war Tyna, die Ehefrau des Vorstehers (wie enttäuschend :censored: ). Vollkommen aufgelöst stürzte sie in Gylias Arme.
      >>Na, na, na. Wer wird denn gleich hysterisch?<< Aikanas Mutter tätschelte ihr begütigend den Kopf.
      >>Was ist passiert?<<, wollte Aikana ernst wissen.
      >>Der Bär, er hat... er ist hier, hier im Dorf!<< Das restliche Gestotter bekam Aikana nicht mehr mit, stattdessen griff sie nach ihrem Speer, der wie immer neben der Tür lehnte, und rannte ins Freie. (das passt von der Logik her auch nicht so ganz. Ihre Eltern wollen sie verheiraten, sehen sie also in einer sehr traditionell weiblichen Rolle. Du stellst sie dem entgegen als "Kriegerin" dar, die trotzdem jagen und mit Waffen umgehen kann und diese auch immer zur Hand hat, weil eben eine Fantasygeschichte mit Kriegern als Protas vielen spannender/interessanter vorkommt. Vielleicht solltest du das ein bisschen umschreiben und den Speer ihres Vaters draus machen, mit dem sie mit anderen Jugendlichen/Kindern heimlich das Kämpfen geübt hat. Das würde die Figur glaubhafter dastehen lassen)

      >>Pa?! Pa?!<<, schrie sie. Ihre Augen brauchten einen Moment, bis sie sich an die trübe Nacht gewöhnt hatten. Dann taumelte sie weiter, direkt den Weg entlang, den sie erst am Mittag gegangen war. Da hörte sie Schreie, ängstliche Rufe von Menschen, nicht weit von ihr entfernt. Sie eilte blind vor Wut und Angst weiter, wurde von der Dunkelheit verschluckt. Nebel zog vom Meer her, sodass sie kaum noch die eigene Hand vor Augen sehen konnte. Ihr Griff um den Speer wurde fester, als sie Bewegungen kaum zwei Schritte vor sich. (das könntest du ganz einfach mit ein bisschen mehr Spannung schreiben, indem du die Kommas weglässt und an den Sätzen sonst kaum etwas veränderst ... z.B.: "Sie hörte Schreie, ängstliche Rufe von Menschen. Nicht weit von ihr entfernt. Blind vor Wut eilte sie weiter, wurde von der Dunkelheit verschluckt. Nebel zog vom Meer heran. Sie konnte kaum noch die eigene Hand vor Augen sehen. Bewegungen kaum zwei Schritte voraus. Ihr Griff um den Speer wurde fester.") Einen Augenblick zögerte sie noch, doch als sie weitere Schreie hörte, stand ihr Entschluss fest. Sie würde die Bestie besiegen (das ist auch so klischeehaft-pathetisch, eine Heldin, die natürlich vor nichts Angst hat, obwohl sie ein sechzehnjähriges Mädchen ist, das vermutlich noch nie etwas außer ein paar Kaninchen getötet hat). Und damit nicht nur das Leben dutzender Männer und das ihres Vaters retten, sondern endlich auch den Vorstand davon überzeugen, dass sie es wert war, eine Mok'al'Shai zu werden. Immer wieder rief sie sich dies ins Gedächtnis, als sie vorsichtig näher schlich. Sie sah bereits das Ungetüm (sah das Ungetüm bereits), als sie aus den Schatten der Bäume trat.
      Im Grunde hatte sie dies schon hundert Mal getan: Anschleichen, Fixieren, Zielen, Treffen. Das war alles, was sie zu tun hatte. Doch noch nie hatte ihr Herz so heftig geschlagen wie dieses Mal.
      Sie gab sich einen Moment Zeit, beobachtete die Bewegungen des Bärs (Bären). Er war groß, was noch durch sein aufrechtes Stehen verstärkt wurde. Wahrlich, es war ein Prachtexemplar von einem solchen Tier. Aikana bückte sich vorsichtig, griff nach einem losen Stein des Wegs und schleuderte ihn weit von sich weg. Wie erwünscht, drehte sich der Bär für einen kurzen Moment um. (Du hast geschrieben, dass die Leute laut schreien, da hört er nicht einen weggeworfenen Stein. Und seine Aufmerksamkeit wird wohl auch nicht so leicht von den Menschen weichen) Lange genug, um zu ihm zu sprinten und ihm den Speer in den Rücken zu rammen. Zugegeben, es war kein perfekter Wurf (du beschreibst es abwechselnd als Wurf und Stoß. Musst dich für eins entscheiden), doch [er] verletzte das Tier. Zitternd sprang Aikana zurück auf den Boden und ging in die Hocke. Mit bebenden Händen griff sie in ihre Stiefel und suchte hastig nach ihrem kleine.(n) Dolch, den sie selbst zum Schlafen nie weglegte. Ihr Vater hatte ihn ihr zur Geburt geschenkt, ein Ritual, das normalerweise nur bei Jungen gemacht wurde. Später hatte er oft gescherzt, dass er für ihr jungenhaftes Verhalten verantwortlich war.
      Schließlich hatte sie den Dolch gefunden und [hielt] ihn fest in der Hand. Inzwischen hatte sich auch der Bär zu ihr gewandt und war nun keine zwei Armlängen mehr von ihr entfernt.
      Aikana hielt den Dolch schützend vor sich und versuchte [Komma] ruhig ein- und auszuatmen. Das Tier war verletzt, versuchte sie sich zu beruhigen. Plötzlich fuhr er seine Tatze nach vorne und Aikana spürte, wie die Krallen in die Haut ihrer Wange eindrang(en) und tiefe Schrammen rissen (damit Bärenklauen nur Schrammen reißen, darf er sie aber nur ganz, ganz leicht streifen). Gleichzeitig warf sich der Bär nach oben und schlug mit der linken Pfote erneut zu. Dieses Mal zerfetzte er ihre Kleidung und Aikana spürte stechende Schmerzen in der Bauchgegend. Diese entflammten ihre Lebensgier auf's neue (groß).
      Sie wölbte ihren Körper unter Qualen nach vorne und rammte den Dolch zwischen Schulter und Hals in das Tier. (ein Dolch, den sie in ihrem Stiefel verstecken kann, wird bei einem Bären zwischen Schulter und Hals wenig anrichten. Vielleicht macht er ihn ein bisschen wütender, aber mehr nicht)

      Wenn ein Bär schreien konnte, dann tat er dies in jenem Moment. Vor Schmerzen krümmte sich das Tier auf dem Boden und gab wimmernde Töne von sich. Aikanas Körperspannung verflog wie eine Feder im Wind. Reflexartig griff sie nach der Verletzung am Bauch.
      Unverhohlen begann sie zu fluchen und vergaß dabei völlig den Bären zu ihren Füßen. Da griffen starke Arme unter ihre und zogen sie nach oben. Aikana begann zu schreien und wollte sich losreißen, obwohl ihr Verstand ihr sagte, dass sie nicht länger in dieser Kälte bleiben konnte.
      >>Aikana!<<, erklang die besorgte Stimme ihres Vaters zu ihr durch. Als sie die bis dahin zugekniffene Augen öffnete, blickte sie direkt in seine beruhigenden, grünen. Dann wandte sie den Kopf zu dem Tier. In diesem Moment hechtete Golan, der Ortsvorsteher oder Bürgermeister, zu ihm, in der Hand glänzte es unheilvoll.
      >>Nein!!<<, schrie Aikana. Sie wusste nicht, was sie plötzlich überkam. Es war, als würde der Geist des Bären von ihrem Besitz ergriffen. Mit letzter Kraft ließ sie sich nach vorne kippen. Sie landete weich auf dem Fell des Bären. Doch dann drang eine Klinge unter ihre Kleidung.
      Ihr wurde Schwarz (klein) vor Augen.


      Besser geschrieben, unrealistischer Kampf, interessantes Ende. :hi1: