Ein bunter Haufen

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    • Edgar fand sich in seinem Dorf wieder. Um ihn herum Kinder die spielten oder den Erwachsenen bei der Arbeit halfen. Es war so friedlich wie immer. Plötzlich hörte er wie eine hallende Stimme nach Hilfe rief. Es war jene von Lisa. Die Rufe schienen aus jeder Richtung zu kommen. Er drehte sich im Kreis, rannte von Hütte zu Hütte, trat Türen ein und blickte in leere Räume. Langsam verblasste alles um ihn herum und als alles in der Dunkelheit lag erwachte er.

      Als er die Augen öffnete starrte er nichts als Finsternis, als wäre er in seinem Traum gefangen. Jedoch war es hier anders. Er spürte wie Eisen sein Hände umklammerte, ihn hier festhielt bis jemand sie öffnen wollte oder auch nicht. Er musste wohl warten bis sich jemand damit begnügte zu ihm zu kommen.
      Kurze Zeit später öffnete sich eine Tür vor ihm und Licht trat in die Zelle und blendete Edgar, so das er unweigerlich die Augen zusammenkneifen musste. Die schemenhafte Gestalt vor ihm begann mit einer übertriebenen aufgesetzten Freundlichkeit zu sprechen, „Seid gegrüßt, Mann mit der Hand einer vergessen Schrift. Wir sind fasziniert. Woher mögt ihr wohl kommen und was sucht eure Gemeinschaft hier in Alios?“
      Ed hatte sich mittlerweile einigermaßen an das einfallende Licht gewöhnt und erkannte nicht viel mehr als davor. Der Mann war in seiner dunklen Robe genauso schemenhaft wie davor und seine Zelle war ein kleiner Kasten aus Stein. „Ich komme aus der Wüste, für die Anderen kann ich nicht sprechen, da sie lediglich eine Zweckgemeinschaft waren und ich mich trennen wollte nachdem ich Antworten auf meine Fragen gefunden habe.“
      Der Mann drehte sich auf der Stelle um, bevor er aus dem Raum trat, wandte er sich noch einmal um und sagte, „Selbst in einer Zweckgemeinschaft erzählt man sich seine Ziele, schließlich kann man nie genug Verbündete haben. Denkt nochmal gut darüber nach.“

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    • „Also, was führt den gescheiterten König einer unbedeutenden Küstenprovinz zur Magiergilde von Alios?“ Die Frage hing noch immer zwischen ihnen in der Luft, als sich die Tür der Zelle öffnete und schloss. Zumindest klang es so, Rodrick konnte kein Licht erkennen, dies war wohl keine natürliche Dunkelheit. Eine weibliche Stimme flüsterte etwas, dass sein Verhörer mit einigen sachlichen mhmms und jas bestätigte. “Einen Moment bitte, entspannt euch kurz ich bin gleich zurück.“ Rodrick wollte ihm ein paar harsche Worte von wegen Entspannen entgegenwerfen, als er von einem gleisenden Licht geblendet wurde. Als sich seine Augen an den plötzlichen Lichtwechsel gewöhnt hatten, war der Raum um ihn wie ausgetauscht. Die Wände bestanden noch immer aus Stein, allerdings weniger gemauertem und mehr aus rohem, von Säulen getragenem Fels, welcher von Wandteppichen geziert wurde, sogar zwei Fenster gab es. Der Raum wirkte wie das Zimmer das er sich in seiner Kindheit mit seinem Bruder geteilt hatte und welches einen Teil des inneren Hafens überblickte. Als der Mann es wagte, seinen Blick von dem Zimmer loszulösen und ans Fenster zu treten konnte er tatsächlich unter sich eine bunte Vielfalt an Segeln erkennen, erhellt sowohl von Fackeln als auch von durch verschiedene Felspalten einfallendem natürlichem Licht. Die Rufe der Hafenarbeiter drangen an seine Ohren, Flüche von einem dem wohl ein Fass auf den Fuß gefallen war, irgendwo aus einer Taverne wehten Gesangfetzen begleitet von einer Leier zu ihm. Rodrick lehnte sich auf die Fensterbank und lauschte einige Sekunden dem Gesang, gemischt mit dem Geräusch der Wellen und der Möwen, die weiter oben im Fels nisteten. Irgendwo weit entfernt fiel erneut eine Tür ins Schloss und der Raum war wieder schwarz. Etwas beschämt versuchte Rodrick, sich die Tränen aus den Augen zu wischen, doch seine Hände waren wieder gebunden. Sein Verhörer klang nun aufgeregter. „Was wisst ihr über Adahna Delron?“ Noch immer überwältigt von der vorhergegangenen Illusion überlegte Rodrick eine Sekunde wie viel er über das Mädchen erzählen durfte. Diese Magier konnten dem Dämon in ihr gegenüber nicht freundlich gesinnt sein. „Wenn ihr unsere Adahna meint, so denke ich, sie hat einmal in dieser Stadt gelebt.“ fasste er sich kurz
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      GNU Terry Pratchett
    • Es hatte Adahna nicht viel Zeit gekostet, den kleinen Raum tastend zu erforschen. Die Wände waren aus Stein, fugenlos, fensterlos und ohne eine erkennbare Möglichkeit, überhaupt hier hinein zu kommen. Das Mädchen wusste nicht viel über Magie, aber die Beschaffenheit ihres Gefängnisses erklärte zumindest die vollständige Dunkelheit.
      Ein sanfter Luftzug in ihrem Nacken beendete ihr Alleinsein. Das Mädchen wich vorsichtig in die entgegengesetzte Richtung zurück und schob sich an den kalten Stein.
      „Ich habe dir jemanden mitgebracht“, sagte die Frauenstimme, welche Adahna bereits verhört hatte. „Antworte nach bestem Wissen und wir können diese… diese Umstände vielleicht aufheben.“
      Das Mädchen nickte zuerst nur und ergänzte anschließend ein „Ja“.
      „In… in den östlichen Wäldern von Alios… wohnt ein Panther“, begann eine andere Frauenstimme zögerlich zu sprechen. Adahnas Gedanken wirbelten, ihr Herz geriet in Aufruhr, sie wollte auf die Frau zulaufen, aber sie durfte es nicht. Diese Stimme, so sehr sie sich auch verändert hatte, würde alles aufklären.
      „Sein Fell ist weiß“, fuhr die Frau mit bemüht ruhiger Stimme fort. „Nur wenig schwarz ziert seinen Körper und…“
      Adahnas Augen füllten sich mit Tränen der Freude, als sie nicht mehr länger warten konnte. Sie kannte diese Geschichte einfach zu gut.
      „Ni… Nivo“, unterbrach sie schniefend die Erzählung und hörte, wie jemand nach Luft schnappte. „Nivo hat eine… eine Zeichnung auf dem Rücken, die wie… wie eine kräftige Haarsträhne aussieht.“
      „Lasst sie mich sehen!“, rief die Frau außer sich. „Ich muss sie sehen! Sofort!“
      Einen Augenblick später wurde Adahna zuerst von einer stechenden, bläulichen Flamme geblendet und gleich darauf fand sie sich in einer heftigen Umarmung wieder. Isadora, ihre ehemalige Kinderfrau, liebkoste das Mädchen so sehr, dass einige blaue Flecke zurückbleiben mochten. Durch einen Tränenschleier sah sie die in Ungläubigkeit versteinerte Miene der Magierin, in deren Hand kleine Flämmchen freudig emporzüngelten. Die Innigkeit der Umarmung rief eine Erinnerung an die Freundlichkeit ihrer neuen Gefährten wach.
      „Bitte lasst meine Freunde frei. Wir wollen nur mit euch reden, mehr nicht“, brachte Adahna mühsam hervor, während Isadora sie weiterhin fieberhaft besah, an sich drückte und ungestüm abküsste.
      Die Magierin verharrte unbeweglich und schien die Gedanken einer ganzen Ära zu denken, ehe ihre Mundwinkel kaum wahrnehmbar nach oben wanderten. „Gut, Kind. Ich werde ein Ratstreffen einberufen und die Freilassung veranlassen“, versprach die Magierin und spreizte ruckartig die Finger. Im Licht der kleinen Flamme verlor der Raum plötzlich an Gestalt. Die Wände waberten und vergingen in schmaler werdenden Streifen der magisch errichteten, parallelen Realität. Zurück blieb eine recht schmutzige, aber immerhin sonnenbeschienene Gefängniszelle. „Willkommen zu Hause, Adahna“, verabschiedete sich die Magierin und mit einem echten Lächeln, ehe sie den Raum auf völlig unmagische Weise durch die Tür verließ.
      Wortgefechte

      Ein Schwert und sein Held
    • Matt hatte sich bei ihrer Reise durch die Wüste so an die Anwesenheit von Hitze gewöhnt, dass ihm die Kälte in der Gefängniszelle wie eine Schneewehe anfühlte, die sich mit jedem Luftzug über ihm ergoss. Sie schnitt ihm in die Haut, brannte in seinen Lungen und ließ ihm das Blut in den Adern stocken. Er hätte gern die Hände aneinander gerieben oder sich mit etwas Gehen aufgewärmt, doch all das ließen die Fesseln nicht zu. Seine Beine fühlten sich taub an, seine Arme hatte er schon seit Stunden nicht mehr gespürt. Zumindest nahm er an, dass es Stunden waren.
      Schritte im Gang ließen ihn aufschrecken und gleich darauf drehte sich gut hörbar ein Schlüssel in dem verrosteten Schloss um. Licht strömte in die Zelle und mit ihm ein Hauch wohltuende Wärme. Vor ihm stand wieder der Kuttenbewehrte Mann, der ihn schon beim letzten Mal ausgefragt hatte, nur dass sein Gesicht diesmal härter war. Wütender. Matt zitterte und dieses eine Mal hatte es nur bedingt mit der Kälte zu tun, die sich den Raum unnachgiebig zurückeroberte.
      "Es scheint als hättet ihr die Wahrheit über eure kleine Freundin gesagt", begrüßte ihn sein Wächter und griff mit einem Schlüssel in der Hand nach seinen Fesseln. Hoffnung keimte in Matt auf, gleich darauf überlagert von freudiger Erregung, als der Mann tatsächlich anfing sich an den dicken Armringen zu schaffen zu machen. Durfte er dieses kalte Verlies etwa tatsächlich verlassen.
      "Das scheint euch nicht sehr zu freuen", antwortete er davon ermutigt. Sein Gegenüber schnaubte.
      "Ich verstehe euch nicht", behauptete der Mann unverblümt, "Woher kommt eure Fähigkeit das Feuer zu kontrollieren? Welche Grenzen sind euch gesetzt? Wie kann man euch kontrollieren?" Der erste Armreif sprang klickend auf und Matt sackte zur Seite. Sein ganzes Gewicht hing nun an einem einzelnen Arm und sein Gegenüber schien es nicht sehr eilig zu haben diesen Missstand zu beheben.
      "Und deshalb fürchtet ihr mich?", fragte er mit zusammengebissenen Zähnen. "Weil ihr nicht alles über mich wisst? Ihr müsst ein einsamer Mensch sein." Vielleicht hätte er damit warten sollen, bis sein zweiter Arm frei wäre, denn sein Gegenüber hielt inne und blickte ihn stattdessen forschend an.
      "Man lebt in meiner Position nicht so lange wie ich, wenn man jedem vertraut, der das von einem verlangt", erwiderte er schließlich und drehte den Schlüssel. Endlich, endlich knackte das Schloss und der Armreif sprang klirrend auf. Seine Beine berührten den Boden und Matt war überrascht, dass sie nicht sofort einknickten. In den Augen seines Wärters flackerte kurz etwas wie Enttäuschung auf. Trotzig straffte er den Rücken und zwang sich nicht die Hände zu reiben, in die das gestaute Blut zurück schoss.
      Der Mann in der Kutte bedeutete ihm zu folgen und verließ die Zelle durch die offene Tür.
      "Wohin bringt ihr mich?", wollte Matt wissen, während sie die Treppe hoch schritten. Der Mann ignorierte die Frage und stieß die Tür auf. Licht flutete den dunklen Gang, mit einer Wucht, die Matt nahezu körperlich traf. Er schritt auf den Sonnenbeschienenen Innenhof und sog gierig die dringend vermisste Wärme auf. Um ihn herum, waren die Steine versengt und Teile der um sie aufragenden Fassade schienen ebenfalls schwarz verbrannt. Dies musste derselbe Hof sein, auf dem sich sein kurzer aber ernüchternder Kampf gegen die Gilde abgespielt hatte. Diesmal waren außer ihnen beiden keine weiteren Personen zu sehen. Nur ein paar Tauben hatten es sich auf den Simsen und den Fresken der Wasserspeier gemütlich gemacht, die grimmig und unheilverkündent auf sie herabstarrten.

      In dem Ratssaal hatten sich dutzende Personen versammelt. Männer und Frauen jeden Alters saßen auf den höhenversetzten Bänken und blickten abwägend auf sie herunter. Matt stand zusammen mit seinen Gefährten in der Mitte der Halle und lauschte wie Lordas die Gründe schilderte weswegen sie die Stadt aufgesucht hatten. Als er fertig war füllte eine bedrückende Stille die Lehre, die Lordas Stimme hinterlassen hatte. Endlich stand die Vorsitzende des Rates, eine zierliche Frau, die mit Ausnahme ihrer strahlend grauen Haare viel zu jung für dieses Amt wirkte, auf um das Wort zu erheben. Alle blickten sie gespannt an, welche Schlüsse sie aus ihrer Lage ziehen würde.
      Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.

      Aldous Huxley
    • Die Frau sprach mit junger, klarer Stimme.
      "Ich denke, ich spreche für uns alle", hier hielt sie kurz inne, falls jemand Einwände erheben wollte, "wenn ich sage, dass wir euch helfen werden. Wir verabscheuen Krieg, doch verabscheuen wir das Unrecht noch mehr."
      Bei diesen Worten warf Lohra einen Blick auf Adahna. Sie wusste nicht viel über die Geschichte des Mädchens, allerdings war sie sich nicht sicher, wie viel Unrecht nicht dahinter steckte ... Als sie aufblickte fing sie Erecks erleichterten Blick auf.
      "Unter einer Bedingung", setzte dann die Vorsitzende erneut an.
      War ja klar ..., dachte Lohra.
      Alle Blicke wandten sich wieder zu der grauhaarigen Frau. "Da Adahna nun ein Mitglied dieses Rates ist, muss der Dämon in ihr beseitigt werden. Erst dann werden wir sie vollständig anerkennen und ausbilden."
      Lohra hob eine Augenbraue. "Wie stellt Ihr euch das vor?", wagte sie zu fragen. Sie hatten alle keine magischen Fähigkeiten, geschweige denn, dass sie sich mit Dämonen auskannte. Nichtmal Lohra. Die hatte zwar schon einiges über Dämonen gehört und gelesen, doch waren diese nie der Fokus ihres Interesses gewesen.
      Die Vorsitzende blickte Lohra nun direkt an, wirkte aber nicht unfreundlich. Sie schien außerdem die Flut an Fragen zu erkennen, obwohl Lohra nur eine einzige gestellt hatte.
      "Nun, zunächst möchte ich uns erklären. Wir können es nicht. Dies ist ein Feld der Magie, in dem wir uns - wie ich gestehen muss - nicht auskennen. Aber wir kennen jemanden, der es kann. Er wohnt recht weit von hier, aber die Richtung in der die Stadt Lordas liegt, ist schon mal die Richtige."
      Sie gab eine detaillierte Wegbeschreibung. Es würde nicht leicht werden, aber machbar. Lohra spürte, wie Adahna sich anspannte, während Dinge diskutiert wurden, die sie betrafen, als wäre sie nicht da. Die Kriegerin legte dem Mädchen beschwichtigend eine Hand auf die Schulter und lächelte zu ihr hinunter.
      Am Ende hatte man sich darauf geeinigt, dass die Magier samt einer Armee in einer Woche aufbrechen würden. Diese Zeit würde genutzt werden, um Männer und Kriegsgeräte aufbruchsbereit zu machen und Vorräte zu sammeln.
      Adahna würde nach dem Kampf losziehen, um den Dämon loszuwerden.
      Im stillen dachte Lohra entgegen ihrer Art Versprechen zu halten, dass sie Adahna zu nichts zwingen würde, was diese nicht wollte. Doch sie mussten erstmal ja sagen, damit sie Unterstützung bekamen.
      Bei einer guten Gelegenheit würde sie nochmal mit dem Mädchen sprechen und erfragen, was diese davon hielt.
      Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.
      1. Mose 12
    • Die Ratssitzung hatte fast abrupt geendet. Die Ratsvorsitzenden hatten Lordas und Ereck in ein privates Gespräch geholt, vermutlich um den weiteren Ablauf des Angriffs zu planen. Die restliche Gruppe hatte sich irgendwie verstreut und Rodrick hatte sich allein in der hohen von Säulen gesäumten Eingangshalle zum Rat wiedergefunden. Beim verlassen des Gebäudes merkte er, das es auf einem Hügel gebaut war und das unübersichtliche Meer aus Häusern und Gassen überblickte. Eine große Insel in Form eines Marktplatzes tat sich in diesem Meer direkt vor ihm auf. Er hatte ein Badehaus finden zu können, als er sich weiter in die Stadt begeben hatte, stattdessen sprach ihn eine bekannte Stimme von hinten an. “Dachtest wohl du könntest die Belohnung für die hübsche Lady selber einstecken, Halbgesicht.“ Er seufzte innerlich. Kloch. So wie es aussah hatte er beim Angriff auf die Oase ein paar neue Narben gesammelt. Auch Haran war bei ihm, keiner der beiden Söldner wirkte besonders glücklich. Rodrick blickte sich um, ob ihn irgendjemand sehen oder hören konnte, doch die Straße in der er sich wiedergefunden hatte wirkte glücklicherweise verlassen. „Seit ihr vollkommen verrückt geworden, euch hier so blicken zu lassen?“ „Wir haben dich mit dieser Söldnerin gesehen, es bringt nichts es zu verleumden. Du wolltest uns verarschen.“ „Ich habe einen Plan.“ Antwortete Rodrick. „Allem Anschein nach, geht die Gruppe sowieso ein Stück durch Nocats Länder. Und wer weiß was auf so langen Strecken alles passieren kann? Wir könnten angegriffen werden, Jemand könnte eine hübsche junge Frau entführen. Aber das geht nur, wenn ich nicht mehr mit euch gesehen werde.“ „Was ist mit dem Mädchen.“ Fragte Kloch beharrlich. “Nach dem was mit Karch passiert ist…“ „Karch hat es verdient. Wir kümmern uns darum. Deswegen ist es wichtig den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Es ist wichtig, dass wir erst auf dem Rückweg angegriffen werden. Kloch blickte ihn ungläubig an, doch Haran nickte und bedeute seinem Kumpan, ihm zu folgen. Kurz darauf fand Rodrick auch endlich das Badehaus. Als er sich in eine der Wannen sinken ließ, kreisten seine Gedanken nicht um das Gespräch mit den Söldnern, oder die Ratssitzung, sondern um die Illusion, die ihm der Magier in der Zelle vorgespielt hatte. Wenn er sich jetzt geschickt anstellte, würde er dem echten Möwenfels bald wieder sehr viel näher sein.
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    • Nachdem Ed unsanft aus seiner Zelle geschleift wurde hatte man ihn in einen Raum gebracht wo auch der Rest seiner Gefährten war. Was er dort gehört hatte hörte sich nach den immer wiederkehrenden Floskeln von Gut und Böse an. Unrecht und Recht. Diese Worte aus dem Mund einer Hex oder einer Magierin hatten generell keine Bedeutung. Sich mit ihnen zu Verbünden würde die Gruppe und für welchen König auch immer sie hier kämpften klar zu den Bösen machen. Jedoch hatte Ed bereits gesehen das auch andere Menschen sich mit Hex verbündet hatten. Diese Welt war verwirrend. Alles schien auf dem Kopf zu stehen. Gut und Böse waren hier nicht so klar voneinander trennbar wie in seiner Heimat. Klar gab es dort auch Grauzonen, wenn es um Streitereien oder Kriegen einzelner Adliger ging, aber das Böse waren immer schon die Hex und die Guten die Menschen gewesen und so wird es auch immer sein.
      Nachdem er das Gebäude verlassen hatte erfragte er sich den Standort der Bibliothek, der sich anscheinend direkt hinter dem Rat befand. Er hoffte das der Rothaarige hier gewesen war. Immerhin sagte er das er eine Armee aus Hex jenseits des Waldes hätte und hier gab es sehr viele Magier die er rekrutieren hätte können. Das imposante Bauwerk strahlte eine Aura der Weisheit aus. Es schien uralt zu sein, älter als das Ratsgebäude und alles andere in dieser Stadt. Nur ein Teil des Gebäudes schien erneuert worden zu sein.
      Als Edgar die Bibliothek betrat blieb er kurz stehen, erstarrt vor Ehrfurcht. In der Mitte des Raumes war eine Treppe gebaut die vier Stockwerke hinaufging. Überall waren Regale mit tausenden von Büchern darin. Vor der Treppe war ein kleiner Tisch, an dem ein alter Herr saß und irgendetwas in ein dickes Buch schrieb.. Als Ed sich etwas gefasst hatte ging er auf ihn zu.
      "Was sucht ein Krieger in den Hallen des Wissens?", fragte der Mann.
      "Der Krieger sucht nach Weisheit und Erleuchtung." sprach er ruhig und verbeugte sich.
      Der alte Mann blickte hoch, "Ein seltener Anblick. Nun gut, wonach sucht ihr junger Mann?"
      "Ich suche nach einem Mann und ich hoffe ihn in euren Aufzeichnungen zu finden."
      "Was macht ihn so wichtig das er Erwähnung finden sollte?"
      "Ich bin mir nicht sicher. Der Mann hat langes feuerrotes Haar, genauso rote Augen und eine sehr tiefe Stimme."
      "Er trägt eine weiße Robe und kam vor zehn Jahren in diese Stadt. Sämtliche Informationen über ihn sind unter Verschluss und nur wenn der gesamte Rat zustimmt können sie eingesehen werden."
      Ed drehte sich um und ging. Er musste zum Rat zurück und sie um Einsicht in die Aufzeichnungen bitten.
    • Die Tage vergingen schnell. Die Stadt war die ganze Zeit über von geschäftigem Treiben erfüllt gewesen. Überall liefen Männer und vereinzelt auch Frauen herum, die ihre Waffen schleifen und polieren, ihre Rüstungen flicken oder ergänzen ließen und ihre Vorräte auffüllten.
      Handwerker waren dabei Kriegsgeräte zu bauen. Pferde wurden ausgesucht und den Kriegern zugewiesen. Die Vorräte aufgefüllt. Auch Lohra nutze die Gelegenheit ihre Wasserschläuche gegen einen größeren Wasserbeutel aus Leder einzutauschen. Außerdem legte sie sich einen kleinen Privatvorrat an Nahrungsmitteln zu: ein kleines Rund Käse, einen kleinen Laib Brot, Pökelfleisch und ein paar Äpfel. Man konnte nie wissen, was auf so einem Marsch passieren würde und vielleicht wäre sie noch dankbar daran gedacht zu haben.
      Außerdem machte sie einen Abstecher zu einem Schmied und ließ ihre Klinge schärfen und fetten. Dabei beobachtete sie den Schmied genauestens.
      "Warum macht Ihr es nicht selbst, wenn ich es nur falsch machen kann?", fragte er sie irgendwann augenzwinkernd. Er war ein großer und muskelbepackter Mann, aber von Grund auf gutmütig. Er ließ sich von ihrem seltsamen Aussehen auch nicht beirren (was noch ein Grund war, warum sie in der Schmiede blieb und ihm zusah. Es war erfrischend sich mal nicht argwöhnisch begutachtet zu fühlen).
      Sie lachte ihre glockenklares Lachen. "Ihr macht das sehr gut. Ich danke Euch."
      "Ein wunderschöne Klinge", führte er das Gespräch fort und hielt ihr Schwert in den Glanz des Feuers, sodass es funkelte. "Perfekt ausgewogen, messerscharf und leicht und doch so untypisch." Ein kurze Stille trat ein. "Es ist auf Euch angepasst worden, nicht wahr?"
      Lohra überging, dass der Schmied vermutlich damit sagen wollte, dass eine untypische Klinge zu einer untypischen Frau passte (denn er meinte es sicher nicht böse) und nickte schlicht.

      Als sie wieder aus der Schmiede trat, entging ihr nicht, dass ein Mann schnell hinter einer Hausecke verschwand. Sie konnte ihn nicht genau erkennen, dennoch kam er ihr vage bekannt vor. Ihre Nackenhaare stellten sich warnend auf. Sie nahm sich vor wachsamer durch die Straßen zu gehen und verschwand so schnell es ging in der Menschenmasse. Dabei streifte sie die Kapuze ihre Umhangs über ihr auffälliges Haar ...
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    • Krähen kreisten über den Stadtmauern, als die lange Kolonne die Stadt verließ. Der Krieg rückte näher und hatte die Aasfresser vorausgeschickt, um sich anzukündigen. Wieder ritt er inmitten hunderter Soldaten, hörte das Scheppern der Rüstungen und roch Leder und Waffenfett. Ein Schauern durchlief seinen Körper und stellte die Härchen auf seinen Armen auf. Selbst wenn die Situation eine grundlegend andere war, fühlte er sich doch nur zu sehr an die vergangenen Kriegszüge erinnert, die er miterleben musste. Diese Männer waren Soldaten und das hieß, dass sie schänden, plündern und morden würden. Wenn schon nicht in seinem Namen, dann mit seiner Duldung. Offensichtlich. Er seufzte und versuchte so auszusehen als beeindrucke ihn die endlose Schlange an Kriegern, die sich langsam einen Hügel hinauf wand, doch er schaffte es einfach nicht. Also sank er in seinem Sattel zusammen und versuchte die Bilder aus seinem Kopf zu verbannen, die unaufhörlich Einlass forderten.
      Sie ritten ganz vorne direkt hinter den vier Magiern, die die Armee anführten. Natürlich weil man sie im Auge behalten wollte. Immer wieder warfen sie prüfende Blicke nach hinten, doch statt das Heer zu inspizieren, wie man es hätte erwarten können, lasteten sie nur auf ihnen. Jedes Mal wuchs sein Misstrauen. Ganz abgesehen davon, dass sie ihn eingesperrt und verhört hatten, er glaubte einfach nicht, dass eine Stadt, die von niemanden bedroht wurde, in einen Krieg ziehen sollte, in dem sie nichts gewinnen konnten. Jedes Geschwätz über das Recht und Unrecht musste eine Lüge gewesen sein. Schon die Art, wie man sie empfangen hatte, zeigte deutlich wessen Interesse die Magier wirklich verfolgten. Nur ihre eigenen.

      Die Sonne küsste bereits den Horizont, als der Tross endlich halt machte. Matt ließ sich erschöpft aus dem Sattel sinken und streckte seine verkrampften Glieder. Sofort eilten Diener herbei, um ihre Zelte zu errichten, während der Rest des Heeres ausschwärmte und sich um sie herum positionierte. Die Magier hatten eine flache Ebene gewählt, auf der sie die Nacht verbringen wollten. Ihr Lager würde von Hügeln auf der einen Seite und einem Wald auf der anderen Seite begrenzt werden. Ein schwachsinniger Entschluss. Der Wald würde einem vorsichtigen Feind Deckung bieten und die Hügel einen Höhenvorteil. Stattdessen hätten sie sich die größte Erhebung suchen sollen und dort das Lager aufschlagen. Da die Zelte sich über den gesamten Hang ergießen würden, müssten sich Angreifer nach oben kämpfen. Doch es war nicht seine Aufgabe, dass Heer zu koordinieren. Stattdessen sah er zu wie Kundschafter ausschwärmten und blickte sehnsüchtig auf die Feuerstellen, die gerade errichtet wurden. Ein gutes Mahl würde jetzt nicht schaden.
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      Aldous Huxley
    • Lohra saß mit den anderen um ein Feuer, über dem ein großer Kessel an einem Dreibein hing.
      Sie hatten sich alle ein wenig von der Suppe genommen. Sie schmeckte ein wenig orientalisch (Masala vielleicht, überlegte sie und anderen leckeren Gewürzen.) Im Laufe ihres langen Lebens hatte sie schon öfter solches Essen gegessen. Am liebsten mochte sie Falaffel, aber es schien so, als hätten sie diese nicht im Gepäck. Erst beim Essen merkte sie, wie sehr sie den Geschmack vermisst hatte. Sie streckte das Gesicht Richtung der letzten Sonnenstrahlen und genoss die Wärme. Es war einer dieser selten gewordenen Momente, in denen sie das Leben zu schätzen wusste. Innerleich seufzte sie und öffnete die Augen. Dabei bemerkte sie wie Rodrick sie von der Seite musterte. Er war sogar so dreist ihren Blick zu erwidern, statt ihn beschämt abzuwenden. Irgendetwas sagte Lohra, dass sie diesem Mann nicht trauen konnte, trotz des vorübergehenden Friedens, den sie geschlossen hatten.
      "Was?", fragte sie ein wenig unfreundlich.
      "Dir scheint das Zeug ja zu schmecken", sagte Rodrick und deutete auf ihre leere Suppenschale.
      Sie nickte. Was sollte sie dazu auch sagen. Sein Pech, wenn er gutes Essen nicht zu schätzen wusste.
      "Hast du sowas schon mal gegessen?", bohrte er nach.
      "Ja", antwortete sie knapp.
      "Wann? Wo?"
      Lohra hasste es, wenn andere in ihrer Vergangenheit stocherten. Ihre Geschichte hatte keinen Sinn, ihre Existenz keine Berechtigung. Sie hatte nichts von ihrer Bestimmung erfüllen können. Sie spürte, wie sich ihr Blick verfinsterte. Toll. Gerade, wo sie mal nicht daran gedacht hatte, musste ausgerechnet Rodrick sie in die Realität zurückholen.
      "Das geht dich einen feuchten Dreck an", fuhr sie ihm über den Mund, stand auf und entfernte sich von der Gruppe. Sie bemerkte, wie die anderen ihr verwundert hinterher blickten und wusste, dass sie Dinge sagten wie: "Die hat wohl ihre Tage." Und das machte sie noch zorniger. Es gab auf der ganzen verfluchten Welt niemanden, der sie verstand. Und dann traf sie eine Erkenntnis, die sie mittlerweile in 358 Jahren noch nicht so klar gesehen hatte. Sie musste einen der beiden letzten lebenden Alchimisten finden. Nur sie konnten ihr sagen, wie sie ihr Leben beenden könnte ... Gleich nach dem Kampf um Lordas Thron würde sie sich auf den Weg machen.
      Immer noch wütend fragte sie sich, warum zum Henker sie nicht früher darauf gekommen war. Aber sie schluckte ihren Frust hinunter und begann ihre Gedanken zu sortieren. Von den sieben lebten nur noch zwei. Der Ork und der Elf. Die Orks waren definitiv näher als die Elfen. Sie lebten im "hohen Gebirge" (sehr kreativ, dachte die Kriegerin). Das lag eine Woche Fußmarsch westlich von Lordas Stadt. Der "Singende Wald", die Heimat der Elfen, lag drei Wochen Fußmarsch südwestlich. Also würde sie es erst bei den Orks versuchen. Wenn das nichts brachte, konnte sie immer noch zu den Elfen gehen ...
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    • Neu

      Rodrick blickte der wütenden Frau überrascht hinterher. Er erinnerte sich an seinen Vater, der ihm vor langer Zeit erklärt hatte, wie Frauen oft über einige Tage hinweg sehr aggressiv wurden und man sie dann lieber in Ruhe ließ. Er konnte sich nicht erinnern, mit Selene jemals zu so einer Zeit aneinander geraten zu sein, aber seine Frau war ein freier Geist gewesen und er hatte sie auch nie wirklich bedrängt. Er wunderte ob es überhaupt eine gute Idee war, mehr über diese seltsame Frau erfahren zu wollen, wo er sie doch ohnehin einem widerlichen Mann liefern wollte. Er lenkte seine Gedanken weg von dem, was vermutlich mit ihr passieren würde, wenn die Entführung gelang und dacht stattdessen daran, was danach anstand. Auch seine Heimat zurückzuerobern würde kein leichtes sein, aber es war all das wert, wenn er dann Selene wieder in den Arm nehmen können würde.

      Das Lager wurde nach einigen Tagen Weg endlich ein gutes Stück entfernt von Zesnar aufgeschlagen. Die Magier hatten sich entschlossen, fürs Erste Späher auszusenden, um das Gebiet zu erforschen, außerdem hatten sie Erreck zu Rat gezogen, der die Stadt immerhin kannte. Rodrick war sich nicht sicher, was er von dem jungen Mann halten sollte. Zumindest war sich sicher, ihm nie auf dem Schlachtfeld begegnet zu sein. Ein weiteres Rätsel stellte Edgar für ihn dar. Der frühe Aufbruch des Heeres schien ihm nicht besonders gefallen zu haben. Auch im Moment konnte er den Mann nirgends sehen, als er durch das Lager schlenderte und das Verhalten der Soldaten beobachtete. Es war wichtig, die Leute einschätzen zu können, mit denen man in die Schlacht ziehen würde. Konnte ein Mann sein Schwert führen, oder würde man ihm konstant den Rücken freihalten müssen? Hatte sich jemand verfrüht an den Biervorräten vergriffen? Wenn ja, war es aus Angst oder Wagemut? Doch die Männer hier schienen ein gutes Training erhalten zu haben. Am Trainingsplatzt entdeckte er auch Matt, der den Blick zu seiner Überraschung auch Schweifen ließ. Für sein Alter und seinen Stand wirkte er sehr erfahren. „Gibt es irgendwelche Risiken?“ Der Schmied zog fragend eine Augenbraue hoch. „Bei den Männern?“ Er schüttelte den Kopf. „Ich denke nur es ist wichtig die Leute zu kennen, die man an seiner Seite hat.“ Antwortete er selbstbewusst…“Was?“ fügte er hinzu, als er Rodricks nachdenklichen Blick bemerkte. „Du scheinst dich gut auszukennen…“ Er wollte noch fragen warum, als sie beide von einer kleinen Gestalt aufgeschreckt wurden, die an ihnen vorbeihuschte, gefolgt von einem „Warte doch, du hast mich nicht richtig angehört! Adahna!“ Aus einem der größeren Zelte waren zwei Gestalten getreten, ein General, den die Magier mitgebracht hatten, sowie Lohra. Beide sahen nicht glücklich aus, allerdings schien Lohras Wut sich diesmal mehr auf den General zu konzentrieren. „Ich denke, da hast du deine Antwort.“ Spuckte sie fast aus. “Was ist hier vorgefallen?“ mischte sich Rodrick ein und für einen Moment sah es so aus, als würde sie auch ihn wieder anfahren wollen, stattdessen atmete sie einmal tief durch und meinte dann ruhiger. „Dieser freundliche, strategisch veranlagte Mensch hat gerade vorgeschlagen, ein Kind auf dem Schlachtfeld vorzuschicken, um ein wenig Nutzen aus ihrem Fluch zu schlagen.“ Rodrick war bereit dem Mann die Nase zu brechen, zu seinem Glück kam ihm Matt zuvor, der zwar kräftig, aber doch leichter zurückzuhalten war. „Sie ist ein Kind! Ihr wollt sie da rausschicken und dazu zwingen Menschen zu töten?! Habt Ihr gar keine Skrupel?!“ Der General sah Matt an, der hochrot angelaufen war und versuchte sich aus dem Griff der beiden anderen zu winden, die auch aussahen als ob sie durchaus bereit waren, ihn einfach loszulassen und entschloss, dass es Zeit für eine verbale weiße Flagge war. “Ich…ja…nun…wenn man es so sagt…es war natürlich nur ein Vorschlag, aber wenn man es so ausprich klingt es wirklich wie eine schlechte Idee…“
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      GNU Terry Pratchett
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      Sein Schatten tanzte wild umher, umgeben von züngelnden Flammen in orangenen Farben. Jene verkündeten zischend und knisternd eine unheilvolle Zukunft in der Edgar zum zweiten mal alles verlieren würde was ihm wichtig war. Seinen Bruder, sein Dorf, die Grafschaft und seine Lisa.

      Ed öffnete die Augen. Er hatte sich die ganze Zeit über am Ende der Karawane aufgehalten und war, als sie sich zur Ruhe begab und ein Lager aufgeschlagen hatte. In eines der Zelte gegangen um sich etwas auszuruhen. Doch alles was er bekam waren Flammen gewesen, die in seinen Träumen alles verzehrten. Er hätte darum bitten können bei den Ausarbeitungen der Schlachtpläne beizuwohnen, aber wieso sollte er jemanden unterstützen der Magier gegen Menschen kämpfen ließ. In der kommenden Schlacht, wann sie auch kommen möge würde auch er mit den Magiern kämpfen, aber nur um das Mädchen zu Schützen. Jeder der sich ihr nähern würde, würde seinen Zorn auf sich ziehen. Niemals wieder wollte er das Bild eines toten Kindes vor seinen Augen sehen.
      Plötzlich wurde es laut in der nähe seines Zeltes. Zuerst wollte er es ignorieren, doch dann hörte er die Ursache des lautstarken Unterhaltung. Sie wollten Adahna auf das Schlachtfeld schicken. Langsam erhob Edgar sich und ging aus seinem Zelt heraus. Er erblickte sofort Matt, der sich im Griff zweier Soldaten befand. Ihm Gegenüber stand ein hochrangiger Soldat. Schnellen Schrittes ging er unbeirrt auf das Szenario zu. Als er hinter Matt stand, legte er seine Hände um seinen Hals, noch waren sie locker. „Niemals werde ich es dulden das ein Hex sich gegen jemand anderen erhebt, denn sie sind niedrige Wesen die nur getrieben werden von blindem Hass und Zorn. Solche Wesen muss man ausrotten und von der Welt tilgen. Doch...“, er legte seine Hände nun auf Matts Schultern und sprach weiter, „... du bist nicht so wie ein Hex. Du stellst dich gegen verpestetes Gedankengut und zeigst mehr Courage als die Soldaten die sich deinem Weg versperren.“
      Er löste sich von Matt und ging an ihm vorbei. Der General schien Angst zu haben, da er zwei Schritte zurückstolperte. Als Ed direkt vor ihm stand, sprach er, „Wisse, wenn du jemals wieder einen solchen Gedanken laut aussprichst werde ich nicht so gnädig sein dein Leben zu verschonen. Kinder haben nichts auf einem Schlachtfeld verloren. Ihre Leben sind zu kostbar um sie zu verlieren und es bringt uns nichts außer Schmerz und Trauer.“
      Er wandte sich um und ging zu Lohra und Rodrick. Ihn ignorierte er vollkommen. Er war ihm schlichtweg egal. „Lohra ich bitte euch das ihr Adahna weiterhin beschützen mögt. Sie vertraut euch und so werde ich auch mein vertrauen in euch legen. So wie ich die Grafschaft Gothenberg, meine Heimat schützte, so werde ich auch euch vor allem bösen schützen. In den kommenden Schlachten werde ich an eurer Seite stehen, sofern ihr neben Adahna steht, doch daran hege ich keine Zweifel.“