Sagen aus Illion - Götterklinge

  • Guten Abend oder was auch immer gerade ist!
    Wie bereits angekündigt möchte ich hier nach und nach meinen Fantasy-Roman hochladen, mit dem System muss ich dabei noch ein wenig klarkommen... :/
    Hoffentlich mache ich alles richtig! ^^
    Auf jeden Fall schmeiße ich sofort etwas epische Musik an und setze mich an einige eurer Geschichten.
    Wenn alles gut läuft helfen wir uns dann alle gegenseitig, um noch viel fantastischere Welten in diese Welt zu setzen, an denen sich dann Träumer wie wir erfreuen können.
    Viel Spaß beim Lesen und Gelesen werden! ;)

    It's easier to ask for excuse than for permission! - TheBackyardScientist

  • Sagen aus Illion - Götterklinge


    Vor dem ersten Akt - Die Schöpfungsgeschichte von Illion


    In einer Zeit, in der es weder Tag noch Nacht gab, lebten ein Gott und seine Göttin in einer leeren, kalten Welt. Sie liebten einander. Und als sich die Göttin einst nach Kindern sehnte, erschuf ihr der Gott zwei Töchter.
    Die eine, Elementia, war ruhig, wunderschön und intelligent. Sie wollte alles wissen und stellte ihren göttlichen Eltern am Himmel ununterbrochen Fragen.
    Die andere, Luga, war dynamisch, stark und sah sich jeder Herausforderung gewachsen.
    Sie lebten allein im kalten Antlitz dieser Welt, bis der Gott schließlich eine Entscheidung traf, um seine Töchter glücklich zu machen.
    Er erschuf das Leben. All die Wesen, die von da an Illion ihr zuhause nannten, entstammten seiner Macht. Sie sollten Elementia und Luga, die das Dasein in Einsamkeit Leid waren, auf ewig Freude bereiten.
    Doch nach einigen Jahrhunderten vergaßen die menschlichen Göttertöchter, wer sie waren. Sie wendeten sich von ihren Eltern ab und wurden Teil der Welt der anderen Lebewesen.
    Die Göttin wurde unglaublich traurig. Ihre Trauer wandelte sich jedoch in Eifersucht und dann in Wut. Aus ihrem Zorn heraus erschuf die Göttin einen furchtbaren Fluch – den Tod.
    Aber der Tod kam nicht alleine: Er brachte Schmerz, Hass, Verzweiflung und Misstrauen mit sich.
    Das alles veränderte die Menschen. Sie begannen zu verhungern, zu erkranken, sie begannen zu altern und sich fortzupflanzen. Kriege entbrannten, deren Ziel die Beschaffung von Acker- und Bauflächen war. Es wurde gestohlen, gemeuchelt und betrogen. Doch die Göttin hatte in ihrer blinden Wut vergessen, dass auch ihre Töchter sich unter den Menschen befanden. Nach einem langen Leben starben die inzwischen jungen Frauen schließlich in Gesellschaft ihrer Freunde. Im Moment ihres Todes nahm die Göttin reuevoll ihre Körper in ihr vor Trauer brennendes Herz auf, das uns seither das Licht des Tages gibt.
    Elementia und Luga verbrannten. Und ihre Asche regnete vom Himmel herab.
    Diejenigen, die eine Ascheflocke der Elementia berührten, wurden zu unsterblichen Göttern, von denen jeder über eine Naturgewalt herrschte. Der Gott gab diesen neuen Göttern eine Aufgabe, um das zu Schützen, was seine Töchter so sehr geehrt hatten. Sie sollten die Bewohner Illions vor den Gefahren der Welt schützen.
    Diejenigen, die eine Ascheflocke der Luga berührten, wurden zu Titanen – unsterbliche Menschen, die sich in gigantische Drachen verwandeln konnten. Auch sie erhielten von dem Gott eine Aufgabe: Sie sollten über die Menschen herrschen, um den Frieden unter ihnen zu wahren und die Folgen des Todes in Schach zu halten.
    Nachdem er den Unsterblichen seine Aufgaben vergeben hatte, zog er sich in die Nacht zurück, wo sein Herz vor Trauer zu kaltem, gefühllosem Stein erstarrte.



    Wäre es doch nur so geblieben...

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    3 Mal editiert, zuletzt von Glimpsel () aus folgendem Grund: Anwendung von Tipps (Die Tipps anzuwenden war auch ein Tipp XD)

  • Ja, ich habe mir nun auch etwas epische Musik eingeschaltet *verschluckt sich heftig und beginnt zu husten* Episch vielleicht nicht, aber angenehm, um nebenher hier reinzulesen. xD


    Ich muss sagen, ich bin positiv überrascht von deinen Anfang. Ein paar Kleinigkeiten sind zwar vorhanden, aber ich denke, das sind Sachen, die mit etwas Übung im Nirwana verschwinden. ^^


    Kommen wir erstmal zu den Sachen, die mir gut gefallen haben. :)
    Viel kann man noch nicht sagen, da die Geschichte ja noch nicht sonderlich weit vorangeschritten ist und es sich gerade mal um die Vorgeschichte handelt. Wenn man der Grundlage bedenkt, ist die Entstehung deiner Welt nichts Neues. Aber wer kann heutzutage schon das Rad neu erfinden? Du hast das meiner Meinung nach sehr gut geschrieben und auch eine gute Portion Eigenanteil reingebracht. Gefällt mir ganz gut. ^^
    Auch dein Stil lässt sich ganz flüssig lesen und man merkt, dass du dir Mühe gibst, alles zu beschreiben. Damit hast du mit dem kleinen Teil schon Leben in die Welt gebracht. Nicht viel, aber es ist ja auch erst der Anfang. Ich bin also diesbezüglich gespannt, was noch folgen wird.


    Zu den Kritikpunkten:
    Einige Fehler sind mir ins Auge gestochen. (siehe Spoiler) Aber die sind nicht der Rede wert und können jedem passieren. Hauptsache, es werden nicht unendlich viele... aber ein Komma kann jedem mal durch die Finger gleiten, da kann man hundert Mal nachlesen. :rofl:


    Du hast einige Wiederholungen drin und an manchen Stellen stockt es dann doch beim Lesen. Gerade gegen Ende.
    Versuche die Satzanfänge noch etwas mehr zu variieren, und für bestimmte Wörter Synonyme zu finden. Zum Beispiel verwendest du einige Male nacheinander das Wort Leben. Dabei gibt es dafür auch noch andere Worte: Leben: Dasein, Existenz.
    Oder auch Wut: Zorn, Missmut, Empörung, Raserei, Ärger.
    Ich hoffe, du verstehst, was ich dir versuche zu sagen. xD Aber hierfür gibt es kein Rezept, da heißt es üben und ein Gefühl dafür entwickeln. :)


    Diejenigen, die eine Ascheflocke der Elementia berührten, wurden zu unsterblichen Göttern, von denen jeder über eine Naturgewalt herrschte. Der Gott, dessen Herz zu Stein am Nachthimmel geworden war, gab ihnen die Aufgabe, alle Wesen in Illion vor den Gefahren der Welt zu beschützen.

    Das hier ist zum Beispiel so eine Stelle über die ich gestolpert und liegen geblieben bin. Ich finde es zwar schön, dass der Gott ihnen diese Aufgabe gibt, aber mir erschließt sich nicht ganz warum. Wenn sein Herz aus Stein ist, dann müsste es ihm ja egal sein. Außerdem stellt sich die Frage, warum sein Herz zu Stein geworden ist. Sicher wegen dem, was mit seinen Töchtern passiert ist, aber dann würde ich das so schreiben. Auch, dass er das Andenken seiner Töchter schützen will, indem er diesen Leuten, die von der Asche getroffen werden, Kräfte gibt. (das denke ich mir zumindest xD) Vielleicht könntest du das an der Stelle noch ausbauen?



    Ja, das ist auch erstmal alles, was ich dazu zu sagen habe. Ich freue mich schon darauf, dass du mehr schreibst. Lass dich von der Kritik nicht abschrecken. Wir haben alle mal angefangen und das klingt alles nur schlimmer, als es ist. Meiner Meinung nach, bist du echt nicht schlecht. :)


    LG, Kyelia



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -

  • Irgendwie ... poetisch. Im Besten Sinne.
    Ehrlich - ich fand's gut. :thumbsup: Schön geschrieben ist es auf jeden Fall. Man ahnt schon, dass du das Handwerkszeugs besitzt.
    Mehr kann ich noch nicht sagen. Ich weiß jetzt, dass es im Fantasy-Bereich spielt, dass Götter und Drachen eine Rolle spielen und fürs Erste sind das schon mal einige Informationen. Bin gespannt, wie es weitergeht, denn leider war der Teil etwas kurz. Also wirf uns ruhig noch ein paar Happen hin, wenn du hast.


    LG Dinteyra

  • Hallo Glimpsel


    Also ich hatte zwar keine epische Musik laufen, aber ich wr auch so angemessen beeindruckt ;)
    Nein, ganz im Ermst, ich finde es wirklich Wahnsinn, wie gut du mit deinen 16 Jahren schon schreibst. Wenn ich zurückdenke an meine Erstlingswerke - auweia! Ganz andere Liga.
    Du hast jetzt schon einen schönen Schreibstil, der sich sicher noch sehr entwickeln wird. Und darauf bin ich wirklich gespannt.
    Was ich jetzt schon toll finde, ist, dass du - zumindest auf diesem kleinen Teil - ohne häufige Nutzung der Worte "haben" und "sein" auskommst, das macht den Text rund und flüssiger.
    Einige kleine Dinge sind mir dann doch aufgefallen, die habe ich dir im Spoiler angemerkt. Und ganz grundsätzlich würde ich dir gerne mit auf den Weg geben, dass mir persönlich ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen langen und kurzen Sätzen gut gefallen würde. Im Moment wirkt es etwas abgehakt.
    Es kann natürlich auch sein, dass das in diesem ersten Teil so sein soll und später anders wird, dann will ich nichts gesagt haben :)


    Also, ich hoffe, du kannst etwas anfangen mit meinen Anmerkungen und möchte dir nochmal mit auf den Weg geben, dass du wirklich Talent hast. Und dass mir die Story bis hierhin schon einmal ganz gut gefällt. Ein sehr gutes Setting. Sehr viel versprechend.


    Ich hoffe auf mehr von dir
    liebe Grüße
    Franzi





    Ich bin ein Spiegel deiner Seele!
    Was also siehst du, wenn du mich anschaust?

  • Hab auch mal den Einstieg gelesen und kann mich meinen Vorrednern, für 16 Jahre ein absolut sauberer Schreibstil und beweist mir mal wieder, dass Jugend nichts mit mangelnder Rechtschreibung zu tun hat ;) Fehler schleichen sich bei jedem von uns sein, machen wir uns mal nichts vor, aber hier war es angenehm zu lesen - sehr flüssig und vor allem schon ein recht epischer Einstieg in das Geschehen :D :super:
    Die anderen haben korrigiert und Verbesserungsvorschläge gemacht. Über die Storys selbst kann man nichts sagen, aber ich glaube, dass du einen ziemlich genauen Plan von dem hast, was du hier machst.


    Nur ein Punkt brachte mich etwas ins Grübeln.

    Ihre Trauer wandelte sich jedoch in Eifersucht und ihre Eifersucht in Wut. In ihrer Wut erschuf die Göttin einen furchtbaren Fluch – den Tod.
    Der Tod veränderte die Menschen. Sie begannen zu verhungern, zu erkranken, sie begannen zu altern und sich fortzupflanzen. Sie zettelten Kriege um Territorien an, um an Nahrung zu kommen, sie schlachteten einander ab um das Hab und Gut anderer zu stehlen.

    Da muss ich sagen, da finde ich den Tod als etwas zu einfache Variante, um das Elend der Welt damit zu erklären. Leben - gut, Tod - böse. Dabei macht der Tod einem auch bewusst, wie kostbar das Leben ist. ;) Wenn die Göttin selbst eifersüchtig ist und wütend, könnte sie in Begleitung mit dem "Tod" auch noch Neid, Habgier und ect. auf die Welt loslassen. :hmm: Eben weil sie selbst Eifersucht empfindet und will, dass andere spüren, was sie spürt. Geb ihr so einen Ticken mehr Tiefe in ihrer Handlung - vielleicht. Ist aber nur ein Gedanke von mir gewesen bzw. ein Vorschlag ^^


    LG


    Jenna

    "Habent sua fata libelli."

    ("Bücher haben ihre Schicksale.")

    - Terentianus Maurus

  • Hallo nochmal und vielen Dank für die vielseitige Rückmeldung!
    Ich war unglaublich beeindruckt von eurer Kritik, die mich in meinen Befürchtungen bestätigt aber auch zu neuen Aspekten hingeführt hat. Damit will ich nicht sagen, dass sie nicht angemessen war; ich denke eure Tipps und Vorschläge werden mir in Zukunft helfen.
    Mein Ausgangsmaterial hat bis jetzt 23 DIN A4 Seiten und ich will sie erst einmal so hochladen, wie sie sind (ohne eure Tipps anzuwenden).
    Natürlich überarbeite ich sie im nachhinein, aber man soll ja keine mehrfachen Uploads tätigen und außerdem - wer will einen Text so schnell zwei mal lesen. Irgendwann zeige ich dann das überarbeitete unter nem neuen Thema oder so.
    Bis dahin viel Spaß mit der Fortsetzung!



    Geschehnisse einer stürmischen Nacht


    Regen prasselte auf das kalte Gestein des Berges. Die Nacht hatte ein Gewitter mit sich gebracht, das nur ab und zu durch einen Blitz den schwarz tosenden Himmel erhellte.
    Ungeachtet des Windes, der die Regentropfen nahezu seitlich durch die Luft schleuderte, bewegte sich eine Prozession den schmalen Berghang hinauf. Es waren Robenträger, etwa dreißig Mann, die mit vereinigter Kraft ein hölzernes Kreuz über ihren Köpfen hielten. Sie beachteten weder die Ströme von Regenwasser, die Kieselsteine und Stöckchen auf ihrem Weg ins Tal mit sich rissen, noch den an das Kreuz gebundenen Mann. Stattdessen bewegten sie sich langsam, aber zielstrebig den Berg hinauf, der sich ab einem bestimmten Punkt in zwei Gipfel aufteilte. Genau zwischen diesen Gipfeln stand eine beeindruckende Tempelanlage aus weiß glänzendem Marmor. Von kleinen Schreinen, deren Statuetten mit erloschenen Kerzen und Blumen geschmückt waren, bis hin zu halb eingestürzten Rotunden aus längst vergangener Zeit war jede Art von Zeremonienstätte vorhanden. Aber ein Tempel überragte alle anderen. Seine Fassade war vollständig mit unlesbaren Zeichnungen übersät. Dieser Tempel war das Ziel der Robenträger.
    Kurz bevor sie eintrafen, öffnete sich das Portal des Tempels. Eine goldene Lichtsäule drang aus dem Inneren, aus dem nun Gestalten mit langgezogenen Schatten herausströmten. Sie stellten sich mit Fackeln rechts und links von der Prozession auf, als einer der Männer die Kapuze seiner Robe zurückschlug und rief: „Seht! Dies ist der Abschaum unserer Welt! Eine Kreatur, die sich der schwarzen Magie verschieben hat!“ Er wies mit dem Finger in den Tempel. „Bringt ihn zum Altar! Dort werden wir seinen verdorbenen Körper im Namen des Himmelsgottes verbrennen!“
    Sie folgten ihm in das Innere des Tempels. Er war bereits einige Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende alt – auch hier war jedes Stücken Wand irgendwie verziert, sodass keine freie Stelle blieb. In dem Moment, in dem das Portal geschlossen wurde, verstummte der Wind zu einem leisen Heulen hinter den massiven Türflügeln aus Holz.
    Sie durchschritten antike Zeremonienräume, deren Wände mit farbigen Fresken geschmückt waren. Sie zeigten Geschichten von Wundern, die alle von einer mystischen Macht im Himmel vollbracht wurden.
    Schließlich erreichten sie den Altarraum, von dem der Mann gesprochen hatte. Die Robenträger stellten das Kreuz senkrecht in dem kreisrunden, etwa zehn Meter hohen Raum auf. Auch hier standen Personen mit Fackeln um die Prozession herum. Ihr Anführer nahm einer von ihnen eine Fackel ab und hielt sie in die Höhe, während der Mann vom Kreuz geschnitten und mit einer klaren Flüssigkeit übergossen wurde.
    „Am heutigen Tage wird der mächtigste Schwarzmagier der Titanen sterben! Macht euch darauf gefasst, dieses Monster hinzurichten!“
    Während die Männer mit den Fackeln und dem Kreuz hantierten, lugte eine junge Frau hinter einer Säule hervor und beobachtete ihr Vorgehen. Als sie sah, dass der Anführer die Fackel gerade zu den nassen Haaren des Mannes hin senken wollte, wagte sie sich aus ihrem Versteck hervor und machte einen Satz zu ihm hin. Sie packte die Hand, die die Fackel mit festem Griff hielt, und riss sie von dem am Boden liegenden Mann weg.
    „Bitte!“, rief sie mit bebenden Stimme, weiter an der Fackel zerrend, „Bitte, ihr dürft ihn nicht töten!“
    „Schweig, Seherin! Deine Visionen mögen uns helfen, Ungläubige zu bekehren“, er stieß sie beiseite, sodass sie mit den Händen auf dem kalten Steinboden aufschlug, „aber nun brauchen wir deine Geschichten nicht. Also kehre in dein Gemach zurück und störe uns nicht bei unserem Werk!“ Er hob das Feuer erneut in die Höhe.
    Die Frau hob den Blick. Ihre Augen leuchteten intensiv in einem hellen Eisblau. „Wenn du das tust“, drohte sie und presste die Zähne auf einander, „wirst du nie wieder der Selbe sein.“
    Er sah den wehrlos am Boden knienden Mann an, mit den dreckigen Lumpen am Körper und dem ausdruckslosen Gesicht. Die Seherin jedoch betrachtete erschüttert die mit schwarzem Blut gefüllten Adern, die durch die fade Haut des Mannes schienen. „Sage mir, Seherin“, erwiderte der Robenträger mit gerümpfter Nase, „Ist der Tod einer Person nicht gerechtfertigt, wenn dadurch hunderte Leben gerettet werden?“
    Er sprach die Worte aus – und ließ die Fackel los. Sie fiel ein Stück bis zu dem Kopf des Mannes, dann sprühten Funken, als er schreiend in Flammen aufging. Durch die klare Flüssigkeit brannte er sehr schnell am ganzen Körper. Er versuchte aufzustehen, aber seine Kraft reichte nicht aus. Schreiend stützte er sich mit den Händen auf den steinernen Boden. Seine Lumpen verbrannten. Nun waren die schwarzen Adern am ganzen Körper zu sehen.
    Er hob den Kopf und sah der Seherin direkt in die Augen. Mit einem Mal stellte sie fest, dass auch seine Augenfarbe vor Dunkelheit schwarz war.
    Die Flammen hatten sich bereits an etlichen Stellen durch seine Haut gefressen. Wäre er nicht der mächtigste Schwarzmagier der Welt, wäre er längst gestorben, dachte die Seherin.
    Seine Lippen waren bereits kaum vorhanden und sein Schrei war auch fast verstummt, als die Seherin ein Stechen hinter der Stirn spürte. Ihre Gesichtszüge verkrampften sich, doch sie hob eine Hand zum Kopf und drückte die Stelle – der Schmerz erfüllte sie immer mehr.
    Der Druck wurde unerträglich. Dann öffnete sie die Augen und der Schmerz entlud sich in einem Strom aus Worten. Obwohl sie selbst sprach, war es nicht ihre Stimme, die alle Anwesenden hörten.



    „In den schwärzesten Stunden unserer Welt, wenn wir dem Tod nahe stehen und die Götter mehr als alles andere brauchen, werden sie uns helfen!“


    Der Boden begann zu beben. „Was ist das!?“ Der Herzschlag des Robenrtägers beschleunigte sich.
    Die Seherin rief mit klarer Stimme:


    „Falv, Gott des Feuers!“ - Eine starke Erschütterung.


    „Mahra, Göttin des Wassers!“ - Ein blendender Blitz.


    „Krystal, Gott der Erde!“ - Die kuppelförmige Decke bekam Risse.


    „Elva, Göttin der Winde!“ - Der Donner des Blitzes war Ohrenbetäubend.


    „Dokaria, Göttin der Finsternis!“ - Steinbrocken stürzen von oben herab.


    „Und der Gott von Himmel und Licht!“ - Bei diesen Worten brach die Kuppel endgültig zusammen und der tobende Sturm war plötzlich mitten im Tempel. Einige der Männer wurden von den herabstürzenden Steinbrocken getroffen, jedoch starb wie durch ein Wunder niemand.


    „Bald wird eine göttliche Waffe vom Himmel herabstürzen!“


    In den Wolken über dem Tempel begann es zu leuchten. Der Anführer der Robenträger bewegte sich ungläubig rückwärts und stolperte über einen Steinbrocken. „Was passiert hier?“, hörte er einen seiner Begleiter rufen. Er wusste keine Antwort.


    Die Seherin fuhr fort. „Getragen von einem Menschen!“


    Das Licht am Firmament wurde immer heller.


    „Geführt durch die Hand der Götter!“
    Die Wolken wirbelten umher und gaben ein Stück Sternenhimmel frei.


    „Wird die Waffe unsere Welt erlösen.“


    Nachdem sie die Prophezeiung ausgesprochen hatte, brach sie erschöpft zusammen. Ein Lichtstrahl drang durch die Wolkendecke und hüllte den sterbenden Körper des Schwarzmagiers ein.
    „Ja!“, schrie der Robenträger von einem plötzlichen Eifer erfasst, „Gott des Himmels, beachte nicht die Worte der Schändlichen!“ Er rappelte sich auf und kam dem Licht wankend näher. „Nimm diese Bestie als Opfer an! Zerreiße seinen Körper und bestrafe ihn für die Taten, die er im Namen der Titanen beging!“
    Der Magier begann zu schweben. Als seine Füße den Boden nicht mehr berührten, fuhr eine Lichtwelle durch den Tempel. In den Augen des Robenträgers leuchtete etwas Wildes. Aber als das Licht verschwand, verschwand es inständig. Was er sah veränderte etwas in ihm.
    Der Magier schwebte aufrecht im Lichtkegel. Die Flammen erloschen. Sein Fleisch begann zu wachsen. An den Stellen, an denen das Feuer es weggebrannt hatte, wuchsen nun Muskeln, Fasern und Adern nach, bis sich schließlich eine dünne Schicht Haut über alles legte. Mit einem letzten Schmerzensschrei sog ihm der dem Himmel entspringende Lichtstrahl schwarzen Rauch aus dem Körper. Er strömte aus Augen, Nase und Mund. Aus dem Rauch formte sich eine kleine schwarze Kugel, die einen Moment lang pulsierend über dem Magier schwebte, bevor sie sich zusammen mit dem Lichtstrahl auflöste.


    Der Magier brach nackt auf dem Boden zusammen. Die Seherin stand wankend auf, griff schwach nach einer zwischen Trümmern herumliegenden Robe und hüllte ihn darin ein. „Keine Angst, Magier“, beruhigte sie ihn. „Du bist in Sicherheit. Es ist vorbei.“ Er blickte auf. Sie sah seine rotbraunen Augen und lächelte.

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    4 Mal editiert, zuletzt von Glimpsel () aus folgendem Grund: Tipps, Tipps und noch mehr Tipps ^^

  • Auch dieser Teil ist solide geschrieben. :thumbup:


    Die Seherin taucht etwas plötzlich auf, an der Stelle könntest du mehr beschreiben. Vielleicht, wie sie vorher vorsichtig um die Ecke lugt, oder welche Kleidung sie trägt. Ich musste den Satz zweimal lesen, um zu begreifen, dass jemand Neues aufgetaucht ist, weil er so unscheinbar war. Nur ein kleiner Nebensatz, in dem aber unendlich viel passiert.
    Insgesamt könnten die Beschreibungen noch viel detailreicher sein. Außerdem ist es ein bisschen schade, dass man die Charaktere bisher nur von außen beobachtet und nichts über ihre Gedanken und Beweggründe erfährt. Das ist an dieser Stelle aber vermutlich gewollt und es ist ja auch nicht falsch. Aber vielleicht könntest du auf die Gefühle, die man ihnen deutlich ansieht, noch etwas näher eingehen.

  • Ein schöner Teil, der mir vom Aufbau und vom Inhalt her sehr gut gefällt.
    Auch sprachlich ist das schon schön ausgearbeitet.
    Mich stört es nicht sonderlich, dass die Charaktere noch nicht ausgearbeitet sind, es passt hier eigentlich gut in die Stimmung. Ich stimme aber Dynteria zu, dass das in den nächsten Teilen schon irgendwann schön wäre, etwas mehr zu erfahren. Auch Beschreibungen würde ich gerne ein bisschen mehr haben, aber das kann ja auch immer Geschmackssache sein. :)


    Also, ich bin sehr gespannt auf mehr - die Geschichte selber interessiert mich immer mehr.
    Einige kleine Dinge sind mir aufgefallen, die findest du wieder im Spoiler. Und wie gesagt, alle Vorschläge sind nur Vorschäge ;)


    Lieben Gruß
    Shaylee


    Ich bin ein Spiegel deiner Seele!
    Was also siehst du, wenn du mich anschaust?

  • Es waren Robenträger, etwa 30 Mann, die mit vereinigter Kraft ein hölzernes Kreuz über ihren Köpfen hielten.


    Die Röbenträger stellten das Kreuz senkrecht in dem kreisrunden, etwa 10 Meter hohen Raum auf.

    Zahlen immer ausschreiben :) Das sieht im Text immer besser aus.


    Sete stimmungsvoll geschrieben, da kann man nichts sagen. Am Anfang ging es mir zwar etwas schnell, aber dafür war der Teil im Tempel umso besser geschrieben.


    LG, Kyelia


    EDIT:


    @Phi Das habe ich ganz vergessen zu erwähnen. Danke, dass du mich erinnerst. :) Jetzt weiß ich wieder, was mich gestört hat. (blöd, wenn man auf dem Handy liest und am PC schreibt)


    @Glimpsel
    Diese Einstellung wird dir hier nicht gut tun. Denn viele stecken sehr viel Arbeit in einen solchen Kommentar, sie nehmen sich Zeit, um die Geschichte zu lesen und Tipps zu geben. Und es ist unfair, wenn der Autor dann meint, nichts davon anwenden zu müssen (keiner sagt, dass ALLES umsetzt werden muss, aber wir geben die Tipps ja nicht aus Spaß...)
    Das ist nur eine Prophezeiung: Die Einstellung wird dir die Leser vergraulen und es wird sich keiner mehr die Arbeit machen, hier irgendwas zu kommentieren.
    Was hindert dich daran, das Genannte direkt umzusetzen?



    Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
    - Toni Morrison -

  • Ich kann mich meinen Vorrednern eigentlich nur anschließen. Wirklich gut geschrieben, mit einigen kleinen Fehlern, die aber alle schon angemerkt wurden. Nur eine Sache wurde noch nicht genannt, die mir ins Auge gestochen ist.



    Zitat von Glimpsel

    Ungeachtet des Windes, der die Regentropfen nahezu seitlich durch die Luft schleuderte, bewegte sich eine Prozession den schmalen Berghang hinauf. Es waren Robenträger, etwa 30 Mann, die mit vereinigter Kraft ein hölzernes Kreuz über ihren Köpfen hielten. Sie beachteten weder den heulenden Wind ...


    Diese Doppelung hat micht gestört. Vielleicht kannst du die Passage ein wenig umformulieren


    LG, Unor :thumbsup:

  • Uh, also eigentlich wollte ich deine Geschichte nach dem Prolog weiterverfolgen, weil es mich trotz der bereits gesagten Kleinigkeiten irgendwie angesprochen hat. Aber das:


    Mein Ausgangsmaterial hat bis jetzt 23 DIN A4 Seiten und ich will sie erst einmal so hochladen, wie sie sind (ohne eure Tipps anzuwenden).
    Natürlich überarbeite ich sie im nachhinein

    hat mich absolut abgeschreckt. Ich will doch keine 23 Seiten immer wieder denselben Fehler lesen, nur weil du erstmal ohne Korrekturen raushauen willst und dann irgendwann in ferner Zukunft mal was ausbesserst.


    Wieso nicht die genannten Vorschläge VOR dem ersten Hochladen auf den folgenden Text anwenden? Also, Tipps und Korrekturen für Teil I sofort einbauen (Beitrag editieren) und vor dem Hochladen von Teil II durchgucken, ob du die Tipps aus Teil I mit einbauen kannst. Ansonsten macht es für mich als Leser leider herzlich wenig Sinn, die Geschichte weiterzuverfolgen :/


    Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.

  • Ich habe mir deine bisherige Geschichte auch durchgelesen und finde sie sehr gut erzählt. Die Rechtschreibfehler und anderen Kleinigkeiten wurden schon von den anderen angemerkt, also hätte ich nichts weiter zu meckern. ^^ Bei der Formatierung könntest du die Worte der Seherin eventuell kursiv hervorheben, damit sie sich vom Rest des Textes unterscheiden und eindrucksvoller wirken, aber das ist nur ein Vorschlag.


    Ansonsten würde ich mich Phis Worten anschließen. Verbessere lieber den Text, bevor du ihn hochlädst, sodass wir uns auf die Fehler konzentrieren können, die verbleiben. So hast du die Kritik auch noch besser im Kopf und kannst sie gleich anwenden.

  • Guten Tag!
    Ich möchte mich jetzt schon mal für meine Worte entschuldigen. :/
    Was ich damit meinte, die Tipps nicht sofort anzuwenden, war keineswegs gegen euch gerichtet. Dahinter sah ich den Zweck, erst alle meine Schwächen und Fehler zu entdecken, um dann im Anschluss mit meinem neu erlangten Wissen weiterzuschreiben. Wenn ihr es als besser erachtet, die Kritik direkt zu verarbeiten und die verbesserte Version hochzuladen, werde ich dies natürlich sehr gerne tun ^^
    In der Zwischenzeit sehe ich mir weitere eurer Geschichten an und lasse euch mit dem nächsten Stückchen allein.
    Ich wünsch euch was!
    PS.: Sollte ich längere Textfragmente hochladen oder passen euch die Stücke so wie sie sind?


    Akt I – Die Königliche Garde


    Der Auserwählte und der Drachenreiter


    Knirschend kam der Rucksack auf dem sandigen Boden auf. Er wurde geöffnet und eine kleine runde Lederflasche verließ sein Inneres. Der Besitzer schloss die Augen und hob den Kopf, als würde er den wolkenlosen Himmel betrachten.
    Einen Moment lang verharrte er in dieser Position – ließ den Wind durch seine langen, weißen Haare wehen – und lauschte dem entfernten Rauschen der Bäume.
    Die Flasche wanderte leer zurück in den Rucksack, der nun wieder passend zum Schritttempo an den Rücken anliegend auf und ab hüpfte. Sein Inhalt:
    1. Eine große Wolldecke zum Schutz vor der nächtlichen Kälte
    2. Drei Seile unterschiedlicher Längen zum Bau kleiner Fallen, deren Opfer dann verspeist werden konnten, sollte eine Reise weiter von einer Stadt wegführen
    3. Ein Feuerstein zum erschließen einer Feuerstelle, für den Fall einer Übernachtung im Freien
    4. Ein Brief, dessen Inhalt der Grund für diese Reise war.
    Er berichtete von einem uralten Artefakt, das in diesem Teil des Landes westlich der Königsstadt verborgen lag. Was es genau war, wusste der Wanderer nicht. Aber der Freund, der ihn um die Beschaffung gebeten hatte, konnte nicht darauf verzichten.
    Der Mann bog vom sandigen Landweg ab und bahnte sich seinen Weg durch hüfthohes Gras. Nach einigen hundert Metern erreichte er eine kleine Baumgruppe, die den Anfang eines riesigen Waldes bildete. Er blieb unter dem mächtigsten Baum stehen.
    Der Rucksack fiel zu Boden und der weiche Erdboden wurde mit den Händen abgeklopft, bis ein dumpfes Geräusch zu hören war. Holz.
    Kurzerhand buddelte der Wanderer den alten, mit Metallbeschlägen verzierten Truhendeckel frei. Ächzend und Keuchend hob er die Kiste aus dem entstandenen Erdloch, zog den langen Dolch hervor, der in einer Scheide an seinem Gürtel hing, und rammte ihn in die Lücke zwischen Truhe und Deckel. Nach einigen Hebelbewegungen gab das rostige Vorhängeschloss nach und der Inhalt lag offen da.
    Auf den ersten Blick waren es nur beschriebene Seiten Papier, einige Metallstücke, sowie ein Bündel Werkzeug. Enttäuscht kniete er sich vor die Kiste. Das rostige Zeug eines Schmiedes war nicht das, wonach sein Freund ihn hat suchen lassen. Aus Interesse nahm er eines der Papiere genauer in Augenschein.
    Es hat gute Qualität, sagte er in Gedanken, Muss also ziemlich teuer gewesen sein. Kein Schmied kann so viel Gold verdienen, dass er sich solch ein teures Papier kaufen kann, zumindest kein Mensch. Er sah sich die Umgebung an, die Laubbäume, die Sträucher, das Gras.Aber in dieser Gegend leben keine Ghule, also müssen die Papiere sehr alt sein, vielleicht sogar aus der Zeit, bevor man die Ghule aus dem Königreich vertrieben hat.
    Seine Gedanken wanderten zu dem Freund, der ihm den Brief gesendet hatte. Was hatte er ihm damals über Illion erzählt?
    „Nachdem man sie bis zum riesigen Gebirge im Westen verfolgt hatte, überquerten sie mit großen Verlusten den engen Bergpass und flüchteten in die Eiswüste, wo sie viel Zeit verbrachten. Heute leben ihre Nachkommen im nördlichsten Teil des Westwalls, wie wir das Gebirge nennen, wo sie als Schmiede für das Königreich ihre Arbeit verrichten.“
    Der Wanderer betrachtete die Zeichnungen. Das sind unterschiedlichste Konstruktionen. Flaschenzüge, manipulierte Waagen und Trickschachteln. Das passte nicht zu Ghulen. Sie bevorzugen Erze, rohe Metalle, die sie frei nach ihrem Willen bearbeiten können. Wenn diese Konstruktionspläne also weder von Menschen, noch von Ghulen stammen, können sie nur einem Elf gehören. Oder gehört haben.
    Wieder eine Pause. Die Worte seines Freundes hallten in seinen Erinnerungen wieder.
    „Was, Elfen kennst du auch nicht? Also schön, unter diesen sehr vielseitigen Kreaturen gibt es einen Kult der Konstrukteure, der weder die Geister der Waldläufer, noch die Götter der Mönche verehrt."
    Wenn diese Kiste das Werk eines Konstrukteurs ist, hat sie also mit ziemlicher Sicherheit ein eingebautes Geheimversteck.
    Er untersuchte sie genaustens. Als er schließlich den Boden überprüfte, ertönte ein hohles Geräusch. In einem Moment lag der Inhalt der Kiste auf dem Gras ausgebreitet und der Boden wurde wie der Truhendeckel ausgehebelt.
    Darunter befand sich ein kleines Fach mit einem Stoffbeutel darin. Sein Inhalt schien ein weiteres Werkzeug zu sein. Dennoch spürte der Wanderer, dass er es gefunden hatte – das Artefakt. Es strahlte eine Kraft aus, die ihm Angst machte. Vielmehr beschlich ihn der Gedanke, einfach in den Beutel zu sehen.
    Was ist es wohl?, fragte eine innere Stimme.
    Wie groß ist seine Macht?
    Und obwohl ihn die Neugier ergriff, legte der Wanderer es in seinen Rucksack, ohne hineinzusehen. Sein Freund hatte ihn ausdrücklich davor gewarnt.


    Endlich habe ich es, dachte er und machte sich auf den Weg, ohne die Kiste eines weiteren Blickes zu würdigen. Er beendete den inneren Monolog wie einen Brief. Mein Freund, wenn du bis dahin am Leben bist, sehen wir uns in einer Woche in Arkanum. Dein Gladio Dei!

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    2 Mal editiert, zuletzt von Glimpsel ()

  • Hiho,


    Den Anfang fand ich ganz solide geschrieben mit der Entstehung der Götter und so. Auch die Szene mit der Seherin hat mir gut gefallen. Es war gut erklärt, bildlich und stimmunsgvoll. Doch der letzte Part, den fand ich etwas merkwürdig.
    Redet der Mann mit sich selbst? Der ist doch alleine, oder habe ich was überlesen? Ich fänd es stimmiger, wenn du die Informationen in Gedanken verpackst oder aus der Erzählperspektive einbaust. Oder redet der immer mit sich selbst?^^ Ich habe es mehrfach gelesen, weil ich die ganze Zeit auf die zweite Person gewartet habe.
    Inhaltlich ist noch nicht viel drin, dass ich dazu was sagen wollte. Außer, dass es durchaus interessant ist.



    PS.: Sollte ich längere Textfragmente hochladen oder passen euch die Stücke so wie sie sind?

    Wenn du wirklich vor hast jeden Tag zu updaten, dann lass sie kurz. Die wenigsten haben zeit täglich zu lesen und lange Textblöcke, die dann auch noch täglich kommen, sind eher "abschreckend" ^^


    Lg
    Rael


    :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:

  • Die Flasche fiel um einiges leichter zurück in den Rucksack, der nun wieder passend zum Schritttempo an den Rücken anliegend auf und ab hüpfte. Sein Inhalt: Eine große Wolldecke zum Schutz vor der nächtlichen Kälte; Drei (klein schreiben) Seile unterschiedlicher Längen zum Bau kleiner Fallen, deren Opfer dann verspeist werden konnten, sollte eine Reise weiter von einer Stadt wegführen; Ein (klein schreiben) Feuerstein zum erschließen einer Feuerstelle, für den Fall einer Übernachtung im Freien; Und (klein schreiben, kein Semicolon) zu guter Letzt ein Brief, dessen Inhalt der Grund für diese Reise war. (Allgemein ist der Satz etwas lang und verworren.)


    Darunter befand sich ein kleines Fach mit einem Stoffbeutel darin. Sein Inhalt schien ein weiteres Werkzeug zu sein. Dennoch spürte der Wanderer, dass er es gefunden hatte – Das (klein schreiben) Artefakt. Es strahlte eine Kraft aus, die ihm Angst machte. Vielmehr beschlicht ihn der Gedanke, einfach in den Beutel zu sehen.

    Das wäre mir an Fehlern aufgefallen.


    Zudem ist es kein gutes Stilmittel, wenn deine Charaktere ausschweifende Selbstgespräche führen. Wenn du die Informationen rüberbringen willst, entweder in einem richtigen Dialog oder in einer Art inneren Monolog. Natürlich murmeln einige Menschen ihre Gedanken laut vor sich hin, aber gerade bei Dingen, die sie schon wissen, kommt es gestellt und künstlich rüber. Auch die "innere Stimme" klingt sehr klischeehaft.


    Ansonsten ein interessanter Anfang, ich bin gespannt wie er mit dem bisher Geschehenen in Verbindung steht.

  • Zwei Tage später. Nachdem er bereits 6 Stunden gewandert war, erreichte Gladio ein kleines Dorf, das nur aus einigen Bauernhöfen, einer Taverne und einem zentralen Dorfbrunnen bestand. Er grüßte die wenigen Menschen, an denen er vorbei kam, und begab sich direkt zum Dorfbrunnen. Dort hing nicht mal ein Eimer. Nachdenklich blickte er in die dunkle Tiefe. Dann schnippe er ein Steinchen hinunter. Zu seiner Überraschung hallte ein Platschten wider.
    Als er es hörte fuhr seine Hand zum Dolch. Nein!, fuhr er sich selbst in Gedanken an. Du hast es dir versprochen. Du tust es nicht mehr. Also nimm die Hand vom Griff und geh wie ein normaler Mensch fragen.
    Einen Moment lang blieb er am Brunnen stehen. Kurz darauf betrat er die Taverne.
    Es war ein großer, dunkler Raum mit vielen gemütlichen Holztischen und Kerzenlichtern. Offenbar war dies die einzige Gaststätte weit und breit, denn im Gegensatz zu den wenig bevölkerten Straßen des Dorfes konnte sich Gladio hier vor Besuchern kaum einfinden. Also setzte er sich auf den einzigen freien Platz: direkt am Tresen, wo eine junge Magd emsig am arbeiten war. Als sie jedoch den neuen Besucher sah, legte sie jegliche Arbeit beiseite und sprach ihn an.
    „Willkommen der Herr, was kann ich euch bringen?“
    Er setzte den Rucksack vor sich auf der Holzplatte ab und holte die Lederflasche heraus. „Ich würde lediglich gerne wissen, wo ich denn mein Wasser auffüllen kann. Ich bin zur Zeit auf Reisen und muss ab und zu meine Vorräte auffrischen, aber an eurem Brunnen findet sich kein Eimer.“
    Sie beugte sich vor und stützte den Oberkörper mit den Ellenbogen auf dem Tresen ab. „Da muss ich euch leider enttäuschen.“ Sie verschränkte die Hände. „Unser Brunnen ist verseucht. Ihr werdet euer Wasser Wohl oder Übel unten am Fluss auffüllen müssen.“
    „Verseucht? Wie kann man denn einen Brunnen verseuchen?“
    Verlegen sah die Magd zu Boden. „Herr“, begann sie langsam, „Es ist uns verboten darüber zu sprechen.“ Sie zog ihn zu sich heran und flüsterte ihm ins Ohr: „Es könnte die Besucher vertreiben und nimmer mehr zurückkehren lassen.“
    Interessiert blickte Gladio auf.
    „Was vermag denn so schrecklich zu sein? Das einzige was mir einfiele wäre-“
    „Nein!“ Sie schnellte nach vorne, wodurch sie ihr Gleichgewicht verlor und fast vorn über den Tresen fiel, während sie Gladio mit der Hand den Mund zuhielt. „Sagt es nicht! Ich werde es euch erzählen aber bitte! Sagt es nicht!“
    Sie verweilten kurz so, dann realisierte die Magd, was sie getan hatte und zog ihre Hand schnell zurück.
    „Bitte verzeiht mir, mein Herr!“
    Sie wollte gerade aufstehen und gehen, aber er umschloss ihr Handgelenk und legte ihre Hand auf den Tresen. „Es hat also mit... du weist schon... Magie zu tun?“, fragte er leise.
    Sie sah ihn noch kurz an, verstand, dass er ihr nicht böse war und setzte sich wieder hin.
    „Ja. Vor einigen Wochen entpuppte sich eine Frau hier im Dorf als... naja...“ Sie flüsterte wieder. „Als Hexe.“
    Erstaunt lehnte sich Gladio zu ihr herüber. „Hast du gerade Hexe gesagt?“
    „Viele von uns waren darüber erstaunt, dass sie eine war. Aber um ehrlich zu sein, habe ich es schon immer geahnt. Sie hat immer seltsame Kräuter im Wald gesucht. Und sie hat komisch geredet, als würde sie Zauberformeln aufsagen.“
    „Und was habt ihr mir ihr gemacht?“
    „Kennt ihr die Legende vom Drachenreiter?“
    Er schwieg. Sie interpretierte es fälschlich als verneinen und begann mit der Geschichte. „Sie erzählt von einem mächtigen Magier im Dienste des Königs. Der Legende nach ist er kein Mensch, sondern ein Wesen aus den unerforschten Gebieten, weit im Osten.“ Sie drehte den Kopf in die Richtung, in der sie den Osten vermutete. „Sein ständiger Begleiter soll ein Drache sein, der fliegen kann und auf dem der Magier reitet! Vor drei Jahren soll er an der Seite des Auserwählten aus der Prophezeiung im Krieg gegen die Titanen gekämpft haben!“
    Einen Moment lang sah er sie nur schweigend an.
    Dann seufzte er. „Ich habe bereits ähnliches vernommen.“
    „Dann lasst euch von mir sagen, dass er hierher gekommen ist!“
    Gladio stand auf.
    „Was!?“
    „Ja!“, sagte die Magd, nun nicht mehr zurückhaltend, „Er kam in unser Dorf und nahm die Hexe mit, als wir sie verbrennen wollten!“ Ihre Augen huschten beim Erzählen hektisch hin und her. „Er sagte, ihre Magie hätte sie vor der Verbrennung gerettet, aber er kenne einen Weg sie zu töten!“
    „Und wieso habt ihr ihm vertraut?“
    Ein riesiger Mann mit Bart, schwarzer Söldnerrüstung und Streitaxt auf dem Rücken neben ihnen meldete sich zu Wort.
    „Er hatte eine silberne Taschenuhr. Mit dem Symbol eines Hofmagiers drauf.“ Er nahm einen Schluck von was auch immer in seinem Humpen war. „Aber die meisten von uns haben ihm nicht geglaubt, dass er ein Hofmagier war. Die Taschenuhr hätte man auch fälschen können. Und er hatte nicht einmal einen Drachen bei sich.“
    „Aber er war kein Mensch!“, warf die Magd ein, „Und der Drache war gerade unterwegs, um eine Nachricht zu den Magiern am Westwall zu bringen!“
    „Das hat Er dir erzählt.“
    „Was ist danach passiert?“, fragte Gladio energisch und packte seinen Rucksack zusammen. „Wohin ist er gegangen und was haben die Söldner unternommen?“
    „Er ist mit der Hexe in Richtung Nordwesten aufgebrochen“, berichtete der Mann. „Wenn man sich beeilt kommt man in ein Paar Stunden zu einem großen Wald. Was er dort mit ihr gemacht hat, weiß ich nicht.
    Was die Söldner betrifft – die sind aufgebrochen, um den Magier zu töten.“
    „Was!? Wann war das?“
    „Heute Morgen erst.“
    „Und wann war der Magier hier?“
    „Er ist gestern Abend mit der Hexe aufgebrochen. Wieso fragt ihr?“
    Gladio knallte einige Goldmünzen auf den Tisch, packte den Mann am Harnisch und zog sein Gesicht zu sich heran.
    „Wenn ihr ein ehrenhafter Mann seid, dann nehmt ihr dieses Gold und helft mir, diesen Vollidioten vor den Söldnern zu retten!“
    „Ja! Ist in Ordnung!“, stieß er verwirrt aus.
    „Gut.“ Gladio ließ ihn los und verließ wortlos die Taverne. Die anderen Menschen sahen ihm und dem Söldner hinterher – aber es kümmerte ihn nicht.
    Gladio ballte die Fäuste und fluchte im Gehen. „Dieser verdammte Mistkerl. Erst verschwindet er kurz nach dem Krieg, bleibt drei Jahre verschwunden und schreibt mit dann einen Brief, als sei nichts gewesen!“
    „Wer seid ihr überhaupt?“, fragte der Söldner, aber Gladio ignorierte ihn. Stattdessen gestikulierte er wütend.
    „Er hätte doch einfach mit mir reden können. Anstatt zu verschwinden und nach irgendwelchen Artefakten zu suchen. Ich meine, er hat sie ja noch nicht einmal gefunden! In drei Jahren!“ Er blieb stehen und fuchtelte vor dem Söldner mit dem Zeigefinger herum. „In drei Jahren konnte er das Artefakt nicht finden. Ich habe einen Monat gebraucht!“ Er ging weiter. „Wie stark sind die Männer, die ihn jagen?“
    „Die meisten sind gewöhnliche Söldner. Nur ihr Anführer hat im Krieg gegen die Titanen gekämpft. Ein Schwarzmagier hat ihm wohl etwas schreckliches angetan, denn er hasst die Magie über alles und würde jeden der sie anwendet bis ans Ende der Welt jagen.“


    „Nun gut. Führt mich zu diesem Wald, so schnell es geht.“

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  • Zu diesem Post von @Shaylee (bitte nimms nicht persönlich <3 ), aber hör nicht auf ihre Kommaverbesserungen, die stimmen nämlich nicht. Sowohl die bei der direkten Rede als auch bei den Einschüben sind von dir komplett richtig gesetzt, im ganzen Text ab ich tatsächlich nur ein einziges falsches Komma gefunden :thumbsup:


    Aber wie du siehst habe ich jetzt Sachen korrigiert, die bereits andere korrigiert haben und das ist wie gesagt einfach unglaublich nervig. Deswegen nochmal der dringende Rat: Korrigiere alle Fehler sofort, sowohl im bereits geposteten als auch in den zukünftigen Texten. So sehen wir, dass du Tipps annimmst, dass wir nicht gegen eine Wand reden und verlieren nicht die Lust am Helfen :)


    Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.

  • Puuuuhh... habe gerade daran gesessen, die bisherigen Texte zu überarbeiten. || Ich hoffe, ich konnte eure Tipps richtig anwenden und eurer Vorstellungen gerecht werden. :) An manchen Stellen konnte ich jedoch nicht widerstehen, doch etwas von euren Vorschlägen abzuweichen um eine ganz neue Version zu schreiben. ^^ Hat Spaß gemacht und es wird mir eine Freude sein, weiterhin Rückmeldungen zu erhalten und selbst welche zu schreiben.
    Bis dahin - liebe Grüße und anderes nettes Zeug!

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