Der Sinn des Lebens

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    • Hey,

      zu Post 173: Richard Pulvis

      Du schaffst es, eine düstere und trostlose Stimmung zu erschaffen. Ich habe dieses Dorf tatsächlich vor mir gesehen mit diesen bemitleidenswerten Gestalten und dem heruntergekommenen Wirtshaus.
      Die Idee, dass es ausschließlich die Frauen und die Kinder trifft, finde ich gut. Damit baust du natürlich jetzt eine wahnsinnige Spannung auf und jede Aufmerksamkeit schwenkt auf Sessilia.

      Mir war aber am Anfang nicht klar gewesen, dass Samuel mit der Gruppe "incognito" dort aufschlagen würde. Ich weiß nicht warum, aber ich dachte, seine Hilfe sei irgendwie angefordert worden, weshalb ich anfangs etwas irritiert war. Vielleicht habe ich das aber auch einfach falsch abgespeichert.

      Ich habe in diesem Teil das erste Mal in deiner Geschichte eine gewisse Situationskomik entdeckt, die mir sehr gut gefallen hat. Alles weitere im Spoiler:

      Spoiler anzeigen


      RenLi schrieb:

      Richard erinnerte sich an das Bild mit dem Kind, welches im Rasen spielte..
      im Rasen? müsste es nicht heißen "auf dem Rasen" ?
      dieser Satz verwirrt mich. kann es sein, dass hier irgendwas nicht stimmt?

      RenLi schrieb:

      He! Wer ist da unten!? Wenn ihr keine Dämonen seid, dann kommt zwischen den Bäumen hervor und versteckt euch nicht länger!“, bellte eine Stimme von der Mauer hinunter.
      Sehr geil! das klingt so wie: Wenn ihr Dämonen seid, dann dürft ihr euch weiter verstecken :)

      RenLi schrieb:

      Er hat sich zu der Leiche seiner Frau in die Flammen gestürzt und ist bei lebendigem Leib verbrannt.“
      „Was?!“, brüllte Tridan. „Den bring ich um!“
      Sehr schön....ein kleiner Schmunzler in dieser trüben Stimmung....

      RenLi schrieb:

      Der Bauer saß zusammengesunken mit ausdrucksloser Mine
      Miene

      RenLi schrieb:

      „Nur für einen Moment in die Küche“, sagte Richard.
      „Zu viele Messer“, brummte Bart.
      schöne Situationskomik :rofl:



      Viele Grüße,
      Rainbow
    • :rofl: hahaaa, das ist mir gar nicht aufgefallen! ein schöner englischer Rasen mitten im mittelalterlichen Lux :D danke für das genaue Lesen!
      Gut, nun ist aus dem Rasen eine Wiese geworden :)

      Das mit der Incognito-Geschichte ist ein berechtigter Einwand. Agmen, der Priester, der nach Pulvis beordert wurde, hat den Hilferuf gesendet. Vielleicht hat er die Dorfbewohner darüber sogar informiert, vielleicht aber auch nicht. Die Dorfbewohner sind jedoch so in ihr Chaos verstrickt, dass sie gar nicht mehr an die Aussenwelt denken. Für sie besteht die ganze Welt aus diesem einen Ort, rein gefühlsmässig.
      Was aus Agmen geworden ist, konnte die kleine Crew auch noch nicht herausfinden. Und ob wirklich nur die Frauen und Kinder betroffen sind... Wer weiss...

      Übrigens: schön, dass du wieder up to date bist :)

      So, jetzt häng ich hier noch den nächsten Teil dran (sozusagen um Papier zu sparen ;) )

      Richard, Opfer des Wahnsinns II (566 n. Rh.)
      Richard saß neben Roland am Boden und hielt seine Hand. Der Atem des Kriegers ging ruhig. Richard war sich nicht sicher, ob er eingeschlafen war. Oder war er ohnmächtig geworden? Es gab nichts, was er für ihn tun konnte. Nur die Bisswunde des Wolfes hatte er mit göttlichem Licht gereinigt. Sie war nun nicht mehr schwarz, eiterte aber noch immer. Richard blickte den Weg hinauf, er konnte kaum etwas erkennen, denn die Bäume schirmten das Licht des Mondes und der Sterne zum größten Teil ab. Angestrengt horchte er in die Stille der Nacht. Immer wieder hörte er Rascheln im Dickicht. Nur kleine Tiere, versicherte er sich. Aber was soll ich tun? Ich kann nicht ewig hier bleiben. Doch er getraute sich nicht, die Hand Rolands loszulassen. Der Herzschlag des Kriegers fühlte sich schwach an, um sein Bein hatte sich eine Blutlache gebildet. Als Richard den Knochen aus der Wunde hatte ragen sehen, war ihm schwindlig geworden.
      Emud und Sessilia lagen noch immer regungslos ein Stück weiter unten auf dem Weg. Auch sie war völlig schutzlos, sollte er wieder zu sich kommen. Wenn Sessilia wach wäre, könnte sie Roland vielleicht helfen, dachte Richard. Es widerstrebte ihm, den Freund alleine zu lassen, doch er sah keine andere Möglichkeit. Also bettete er Rolands Hand auf dessen Brust und hastete zu Sessilia zurück. „Sessilia, wach auf“, bat er verzweifelt. „Roland verblutet, wenn wir ihm nicht helfen.“
      Ihre Hand zuckte. Plötzlich schlossen sich ihre Finger um sein Handgelenk. Ihre Augenlider flatterten, dann sprangen sie auf. Vor Schreck wäre Richard beinahe aufgesprungen, doch er zwang sich, ruhig zu bleiben. Ist sie noch besessen? „Sessilia, bist du wach?“
      Keuchend sog sie Luft ein und schaute ihn erschrocken an. „Richard, du lebst!“, stieß sie hervor. „Es tut mir so leid!“, flehte sie, in ihren Augen schimmerten Tränen. „Ich wollte dir nicht wehtun.“
      „Ich weiß.“ Er half ihr, sich aufzurichten.
      „Ist er noch da?“ Sie erblickte Emud, der bewusstlos am Boden lag und schreckte zurück.
      „Er schläft, mach dir keine Sorgen.“
      „Ich war wie von Sinnen“, sagte sie. „Doch ein Teil von mir wusste, dass das nicht ich bin. Also habe ich meinen Körper selbst ausgeschaltet. Ich wollte dir nicht wehtun.“
      Er zog sie auf die Füße. „Mach dir keine Vorwürfe. Außerdem müssen wir uns beeilen, Roland ist schwer verwundet.“
      Sessilia riss sich zusammen und folgte Richard zu der Stelle, an der der Krieger noch immer lag. „Das sieht nicht gut aus“, sagte sie und kniete sich neben Roland. „Du musst mir helfen, den Knochen wieder zu richten, bevor ich ihn behandeln kann.“
      Richard schaute auf das Bein des Kriegers, dafür allein brauchte er schon Überwindung. Wie schaffte sie es nur, so nüchtern zu bleiben? „Gut“, sagte er trocken. Nein, nicht gut, gar nicht gut. Ach, halt die Klappe!, wies er sich selbst zurecht. „Was kann ich tun?“
      Sessilia zeigte ihm wie er das Bein anpacken sollte. Der Schmerz musste ungeheuerlich sein, denn als sie den Knochen zu richten versuchten, erwachte Roland kurz aus der Bewusstlosigkeit. Er schlug um sich und schrie, sank aber durch Sessilias Berührung wieder in den Nebel zurück. Zusammen schafften sie es tatsächlich, den Knochen wieder einigermaßen zu richten und Sessilia machte sich daran, die Wunde mit Magie zu verschließen. Richard betrachtete seine Hände, die nun voller Blut waren. In der Dunkelheit sah es vollkommen schwarz aus. Er wischte die Hände an seiner Hose ab. Dies ist nun mein geringstes Problem, ermahnte er sich und sah zu, wie sich die Wunde an Rolands Bein schloss. „Unglaublich“, sagte er. Als nächstes behandelte sie die Wunde am Arm.
      „Er hat noch zwei Rippen gebrochen und die Wirbelsäule ist verletzt. Die Wunden sind zwar oberflächlich wieder verheilt, aber er braucht bestimmt noch ein paar Tage, um sich vollständig zu erholen.“
      Richards Herz sank tiefer. „Was sollen wir tun? Wir können ihn nicht hier liegenlassen.“
      „Wir können ihn aber auch nicht transportieren“, wandte Sessilia ein.
      „Richard“, erklang die raue Stimme des Kriegers.
      „Roland!“ Sofort kniete sich Richard neben den Kopf seines Freundes.
      „Lasst mich hier. Ihr müsst ohne mich weiter.“
      „Nein, wir können dich nicht hierlassen. Die Dämonen könnten zurückkommen.“
      „Das spielt keine Rolle“, flüsterte der Krieger. Das Sprechen bereitete ihm sichtlich Mühe. „Ihr habt alles in eurer Machtstehende für mich getan. Nur, gib mir mein Schwert. Bevor die mich kriegen, werde ich mein Leben selbst beenden.“
      „Nein, Roland. Sessilia hat dich geheilt. Du wirst bald wieder gesund!“
      „Was aus uns wird ist nicht so wichtig, nur du musst dich in Sicherheit bringen. Vater Canis hat Recht, ich habe dein Licht gesehen, Richard. Du bist es tatsächlich, du bist der, von dem die Sterne berichten.“
      Richards Atem stockte. „Was redest du da?“ Was soll das Gerede von wegen Sternen?
      „Bring dich in Sicherheit, ich flehe dich an.“ Rolands Stimme wurde immer schwächer.
      „Nein, ich kann dich nicht hierlassen. Ich hole Samuel.“ Niemals mehr werde ich jemanden im Stich lassen, das habe ich mir geschworen.
      Roland antwortete nicht mehr. Sein Atem ging flach. Ist er wieder ohnmächtig geworden?
      „Was hast du vor, Richard?“, fragte Sessilia als er den Stein in Rolands Hand legte.
      „Du hast Recht, wir können ihn nicht tragen. Aber wir können auch nicht einfach abhauen und ihn alleine hier zurücklassen. Wir hätten uns von Anfang an nicht trennen dürfen“, sagte Richard bitter. „Ich gehe ins Dorf zurück. Du musst nicht mit mir kommen, wenn du nicht willst.“ Beinahe hoffte er, sie würde alleine nach Caput zurückgehen. Aber als er die Entschlossenheit in ihren Augen sah, wusste er, dass sie ihn begleiten würde.
      „Ich komme mit“, sagte sie mit fester Stimme. „So schnell werden mich die Dämonen nicht noch einmal überrumpeln.“
      Er nickte. „Vorher müssen wir Emud aber noch fesseln.“ Richard sah sich nach einem Seil oder etwas ähnlichem um. Das einzige, was er fand war Rolands Gürtel. Sessilia half ihm, den Gürtel von Rolands Hose loszumachen und Emuds Hände damit hinter dessen Rücken zu binden. Während der Arbeit schauten sie immer wieder gehetzt über die Schulter, doch keine dunkle Gestalt stürzte sich auf sie, nichts regte sich.
      „Hast du die Dämonen vertrieben, Richard?“, fragte Sessilia, als sie sich Hand in Hand in Richtung Dorf aufmachten.
      „Es war seltsam. In dem Moment, in dem ich mich mit meinem Tod abgefunden hatte, ist das heilige Licht in mich eingeströmt. Plötzlich hatte ich keine Angst und auch keine Zweifel mehr.“
      Mit schnellen Schritten eilten sie den Weg hinauf, stets auf Geräusche in der Umgebung horchend. Sie passierten den Torbogen und erreichten den Waldrand. Fackeln brannten auf der Mauer und erhellten die Schemen von zwei Menschen, die regungslos oben standen. „Wie kommen wir da rein?“, fragte Sessilia flüsternd. Ihrer Stimme war anzuhören, wie sehr es ihr widerstrebte, diesen dunklen Ort wieder zu betreten.
      „Lasst mich durch!“ Der laute Ruf von der anderen Seite der Mauern hallte schrill durch die Nacht.
      „Sinister!“, keuchte Sessilia. „Er ist hinter dem Tor!“
      Die Gestalten auf der Mauer setzten sich in Bewegung und verschwanden aus dem Schein der Fackeln. „Komm“, wisperte Richard und zog Sessilia mit sich auf das Tor zu.
      „Haltet ihn fest!“, rief jemand auf der anderen Seite.
      „Im Namen des Heiligen Rhamnus, lasst mich durch!“, hörten sie Sinister schreien.
      Wo ist nur Samuel?!, fuhr es Richard durch den Kopf. Warum ist er nicht bei Sinister? Von erneuter Verzweiflung ergriffen, ließ er alle Vorsicht fallen und hämmerte mit den Fäusten gegen das Tor. „Sinister! Macht das Tor auf!“, rief er.
      „Wer ist da draußen?!“
      „Richard!“, schrie Sinister.
      „Diese Wahnsinnigen sind zurückgekommen!“
      „Dann lasst sie rein, wir werfen sie mit den anderen auf den Scheiterhaufen!“
      „Richard, hau ab von hier!“, hörte er Sinister rufen, dann folgte ein Schmerzensschrei.
      „Sinister!“
      Das Tor begann sich zu öffnen, Richard sprang zurück. Er prallte mit Sessilia zusammen, beinahe wären sie gestürzte. Stimmt, ich darf auch sie nicht aus den Augen lassen.
      Das Tor schwang auf, am liebsten wäre Richard sofort wieder davongerannt. Was tue ich da? Das ist blanker Wahnsinn! Er blickte in die Gesichter von Bart und einem der Jungen aus dem Dorf. Finn hielt Sinister mit dem Bauch nach unten auf dem Boden fixiert. „Fasst sie!“, rief Finn.
      Das Licht, erinnerte sich Richard. Doch er war viel zu aufgewühlt, als dass er sich mit dem heiligen Licht hätte verbinden können. Schon stürzten Bart und der Junge auf sie zu. Richard stolperte zurück. Wie ein riesiges Ungetüm erschien Bart vor ihm. „Oh heiliger Rhamnus, beschütze uns!“, stammelte er, da traf ihn ein Schlag ins Gesicht. Der Schmerz trieb ihm Tränen in die Augen, sein Kopf schwirrte und schmerzte. Er presste sich die Hand aufs Gesicht und spürte, wie warmes Blut aus seiner Nase lief. „Richard!“, hörte er Sessilias entsetzte Stimme. Was habe ich mir nur dabei gedacht, sie hierher zurückzubringen?, waren seine letzten Gedanken, bevor die Dunkelheit ihn verschluckte.

      Spoiler anzeigen
      (Den folgenden Teil hab ich aus Sessilias Sicht geschrieben. Später wird sie wahrscheinlich auch zu einer der Hauptfiguren werden, ich bin jedoch noch nicht sicher, ob dieser Teil dann in die Endversion kommt, aber es scheint mir doch wichtig, hier ihre Sicht der Dinge mit einzubringen...)


      Sessilia, Legion (566 n. Rh.)
      Richard ließ sich nicht aufwecken. Wie tot lag er auf dem kalten Steinboden. Nein, er atmet. Er ist nur bewusstlos. Seine Nase hatte sie bereits wieder geheilt, aber eine leichte Gehirnerschütterung hatte er bestimmt davongetragen. Sie schielte zu Sinister hinüber. Seit sie hier eingesperrt worden waren, hatte er sich nicht mehr gerührt. Er saß nur da in der Ecke und blieb stumm. Wo ist nur Vater Samuel, halten sie ihn etwa auch in einer Zelle der Festung gefangen? Sie strich Richard eine Strähne seines Haars aus dem Gesicht. Er sah fürchterlich aus mit dem ganzen Blut, aber sie hatte nichts, womit sie es abwaschen konnte. Ob Roland noch lebt?
      Sie erhob sich, ihre Knie zitterten. Ihr angsterfüllter Geist fand Zuflucht in einem der Gedichte, die sie so liebte. „In diesem Spiegelkabinett siehst du eine Menge Dinge. Reibe dir die Augen! Nur du allein bist da“, murmelte sie. Ich und eine Horde wildgewordener Dämonen. Sie ging an der Wand entlang, da drüben stand etwas, in großen, dunklen Lettern. Ein Geräusch ließ sie erschrocken herumfahren. Sinister hatte sich bewegt. Er blickte sie an, dann ließ er den Kopf wieder sinken. Ich darf ihn nicht aus den Augen lassen. Wer weiß, wann er den Verstand verliert. Und auch Richard. Sie schaute zu dem Jungen hinüber, der noch immer regungslos dalag. Genauso, wie sie ihn verlassen hatte. Unsinn, ich habe ihn nicht verlassen, aber ich darf auch nicht so dumm sein, den Dämon zu unterschätzen. – Gott gibt das Leben und Gott nimmt es auch wieder. Wenn ich hier sterbe, dann ist es Gottes Wille.
      Sie atmete tief durch und setzte ihren Weg fort, bis sie vor dem Schriftzug stand. Die Buchstaben waren schräg und ungelenk geschrieben. Ist das Blut?, fragte sie sich. Wir sind nicht die ersten, die in dieser Zelle sitzen. Gut möglich, dass der letzte Insasse diese Schrift hinterlassen hatte. Sie las: Legion ist mein Name, denn wir sind viele.
      Ihr stockte der Atem. Legion! Er ist es, der hier sein Unwesen treibt. Ihr Kopf begann zu schmerzen, als sie sich zu erinnern versuchte. Woher kenne ich diesen Namen? Legion, Legion, Legion. Ich kenne dich. Legion, denn wir sind viele. Wann war das? Sie begann zu zittern. Wo? Legion ist mein Name. Ich kenne dich. Erinnere dich, kleines Mädchen. Es ist lange her. Sehr lange. Nenn mir deinen Namen. „Sessilia“, flüsterte sie. Nein, nenn mir deinen richtigen Namen. Wer bist du? Erinnerst du dich, wie wir uns das letzte Mal getroffen haben? Sessilia schüttelte den Kopf. „Ich kenne dich nicht“, flüsterte sie. Sie fühlte sich, als würde ihr Kopf bersten. Sie sank auf den Boden. „Richard“, wimmerte sie. Wie dumm, wie schwach. Ein kleines Mädchen. Sie kroch auf allen vieren über den Boden. Sehen konnte sie nichts mehr, ihre Sicht war verschleiert durch das Pochen in ihrem Schädel. Er wird mich holen! Die Panik verbreitete sich in ihrem Körper wie ein Lauffeuer. Legion, Legion! Sie brach zusammen, hielt den Kopf mit den Händen umschlossen, als wolle sie ihn zusammenhalten, damit er nicht auseinanderbrach. Du gehörst bereits mir, deine Seele gehört mir schon seit vielen Jahren und nun, da du in dieser Form zu mir zurückgekehrt bist, gibt es kein Entrinnen mehr für dich. Sie presste die Hände auf die Ohren, doch das konnte sie vor der Stimme in ihrem Kopf nicht schützen. „Richard“, schluchzte sie. Wie erbärmlich, Sessilia. Erinnere dich! Legion ist mein Name! „Nein, ich kenne dich nicht, ich kenne dich nicht. Richard, hilf mir!“ Er kann mich nicht hören, er ist nicht hier. Ich bin allein in der Dunkelheit gefangen. „Legion, Legion ist mein Name“, flüstere sie, ohne dass sie es merkte. Die viele, einer von ihnen. Brich! „Sessilia!“ Der Schmerz in ihrem Kopf wurde etwas gedämpft, ihre Sicht klärte sich. Sie blickte in ein Gesicht. „Richard!“ Doch sein Gesicht verzog sich zu einer Fratze. Dämonische Augen blickten ihr aus seinem Schädel entgegen, der Mund war verzerrt zu einer Maske des Grauens. „Bleib weg!“, kreischte sie und stieß ihn von sich. Weg von ihm! Weg von ihm! Sie schleppte sich weg von dem Dämon. So weit entfernt wie möglich ließ sie sich in eine Ecke sinken. Hier bin ich sicher. In der Dunkelheit bin ich sicher. Ich bin nicht allein, denn wir sind viele. Legion. Sie hörte Schritte. Er kommt. Es ist der Dämon! Aber auch Richard! Sie hörte eine Glocke. Hoch und schrill war ihr Klang. Reibe dir die Augen! Nur du allein bist da, hauchte eine Stimme in ihr. Die Dunkelheit viel von ihr ab und für einen Moment lang sah sie die Welt klar und deutlich vor sich. Dort, wo die Liebe, der Liebende und der Geliebte eins sind. Richard schritt auf sie zu, auch Sinister hatte sich erhoben. Der Dämon in ihr schwieg. Doch er war noch da. Er war diese dunkle, kalte Einsamkeit in ihr. Wie ein kleines Kind erschien er ihr nun. Hilflos und allein. Sieh mich nicht an!, brüllte der Dämon. Die Glocke verklang und sie wurde zurück in das schwarze, bodenlose Loch gesogen.

      Spoiler anzeigen

      Legion ist ein Dämon aus der Bibel:
      "Dieser Mensch wurde von Dämonen beherrscht und lebte in Grabhöhlen.
      Er war so wild, dass er nicht einmal mit Ketten gebändigt werden konnte.
      Sooft man ihn auch fesselte und in Ketten legte, jedesmal riss er
      sich wieder los. Niemand wagte sich in seine Nähe. Tag und Nacht hielt
      er sich in den Grabhöhlen auf oder irrte in den Bergen umher. Dabei
      tobte er und schlug mit Steinen auf sich ein."
      Jesus rettet den Mann, indem er den Dämon in einer Herde Schweine schickt, die dann im See ertranken.
      Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
      von einem Herzen zum andern;
      Doch wo es keine Mauer gibt,
      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von RenLi ()

    • Wie immer hab ich mitgefiebert und bin super gespannt wie es weiter geht. Hier entwickeln sich die Charaktere offensichtlich im Laufschritt weiter. Ich habe immer noch Hoffnung für Sinister, er scheint mir ein Zweifelnder zu sein, ein Suchender, der irgendwie verloren auf mich wirkt. Trotz oder gerade wegen seiner Ruppigkeit.

      Das sie direkt wieder in das Chaos des Dorfes rennen. Naja, etwas vorsichtiger hätten sie schon sein können.

      Du schreibst super und ich bin fast ein wenig neidisch ;)
      Was ich etwas vermisse sind Beschreibungen der Personen. Sind Sessilias Haare unordentlich? Sind da Grübchen in ihren Wangen wenn sie lächelt? Klebt Schlamm an Richards Wange? So etwas, wenn du verstehst was ich meine.

      Spoiler anzeigen

      RenLi schrieb:

      Auch sie war völlig schutzlos, sollte er wieder zu sich kommen.
      Dann ist Emud noch gefährlich?

      RenLi schrieb:

      Also habe ich meinen Körper selbst ausgeschaltet.
      Das kann sie einfach so? Das Mädchen ist möglicherweise mächtiger als ich dachte.

      RenLi schrieb:

      „Hast du die Dämonen vertrieben, Richard?“,
      Sollte sie sich dies nicht schon vorher fragen, nachdem sie aufgewacht ist?
      Ist sie garnicht erstaunt über Richards plötzliche Fähigkeit?

      RenLi schrieb:

      Vater Canis hat Recht, ich habe dein Licht gesehen, Richard. Du bist es tatsächlich, du bist der, von dem die Sterne berichten.“
      Wenn ich richtig verstehe hört Sessilia diese Worte auch. Was denkt sie sich dabei, wenn so etwas über Richard gesagt wird?

      “Every artist is a cannibal, every poet is a thief. All kill for inspiration and then sing about the grief.”
      -Bono-
    • Hi @Sensenbach

      Danke für die Anmerkungen! Du schätzt Sinister gut ein, sehr gut, wenn er so rüberkommt.
      Ist es zu unrealistisch, dass sie zurückgehen? Hatte vorher eine andere Version, in der sie einfach abhauen...
      Diesen Abschnitt muss ich nochmal überarbeiten, habe ihn vielleicht etwas voreilig ins Forum gestellt. Vor allem Sessilias Reaktionen muss ich, wie du sagst, noch mals überdenken...
      "Also habe ich meinen Körper selbst ausgeschaltet." Ja, Sessilia wird mit Sicherheit unterschätzt :D neben Richard oder eher aus Richards Sicht geht sie etwas unter (obwohl er in sie verliebt ist), ausserdem in einer Welt, in der Frauen als minderwertig betrachtet werden.

      Bin froh, dass du etwas zu Rolands Worten schreibst. Ich war mir nicht sicher, ob ich das überhaupt reinnehmen sollte. Vielleicht streich ich es auch wieder. Ich frage mich manchmal, wie das ganze Sternenkin-Gelaber auf den Leser wirkt. Wie nehmt ihr das auf? Nimmt man bei diesem Stand der Geschichte selbstverständlich an, dass Richard der 'Erlöser' / 'Auserwählte' ist? Stellt sich Richard zu dumm an in dieser Beziehung? Er vermutet zwar, dass er mit dem Sternenkind gemeint ist, hat aber zu wenig Selbstvertrauen, diese Möglichkeit wirklich in Betracht zu ziehen.

      Ob Emud noch gefährlich ist: sie sind sich nicht sicher. Richard weiss selbst nicht genau, was da vor sich geht, wenn er das göttliche Licht einsetzt. Er macht gerade erst seine ersten Erfahrungen mit Dämonen. Er ist sich nicht sicher und macht sich deshalb Sorgen.
      Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
      von einem Herzen zum andern;
      Doch wo es keine Mauer gibt,
      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi
    • Hallo @RenLi

      RenLi schrieb:

      Ist es zu unrealistisch, dass sie zurückgehen?
      Nein, das passt zu ihren Charakteren. Es wäre unglaubwürdig, wenn sie ihre Freunde zurücklassen.
      Ich finde es aber realistischer, wenn sie mit einem konkreten Plan zurück gingen, der dann aber scheitert ...

      RenLi schrieb:

      Ich frage mich manchmal, wie das ganze Sternenkind-Gelaber auf den Leser wirkt. Wie nehmt ihr das auf? Nimmt man bei diesem Stand der Geschichte selbstverständlich an, dass Richard der 'Erlöser' / 'Auserwählte' ist?
      Ich nehme an, dass Richard der Erlöser ist.

      Dazu ein paar grundsätzliche Gedanken.
      Spoiler anzeigen

      Du fragtest: Ich frage mich manchmal, wie das ganze Sternenkind-Gelaber auf den Leser wirkt.

      Da sprichst du ein interessantes Thema an, dass mich auch gerade auch für eines meiner Projekte bewegt. Man könnte für die Diskussion fast einen neuen Strang eröffnen

      Das Motiv des Helden oder des Erlösers, findet sich ja immer wieder und ist an sich ja sehr attraktiv. Die Idee hat mich meine Jugend lang begleitet.

      Star Wars: Luke Skywalker
      Rad der Zeit: Rand al Thor
      Bibel: Jesus
      Matrix: Neo
      Odyssee: Odysseus
      und so weiter...

      Denn mythologischen Hintergrund findet man sehr gut in den Publikationen von Joseph Campbell erörtert (The Heroes Journey, The Power of Myth).

      Die Grundidee ist in der Fantasy Literatur inzwischen so verbreitet, dass es die Schwelle zum Klischee überschritten hat. Wird ja auch von Pratchett aufgegriffen, wo ein magisches Schwert auf der Suche ist: Nach einem Waisenjungen und Schäfer, der eigentlich ein Prinz ist... und so weiter. Der erfahrene Leser könnte also schnell sagen „Ahh, schon wieder eine Erlöser Story“.
      Auf der anderen Seite gibt es bei einem Krimi auch immer einen Mord und einen Detektiv.

      Für mich ist der Held die Hauptidentifikationsfigur für den Leser. Ich persönlich finde es auch sehr anstrengend, wenn die Identifikationsfiguren andauern sterben wie bei GOT. Ich bin also sehr für den Helden in der Geschichte, es bleibt also, nur den Helden nicht zu eindimensional werden zu lassen.

      Um zu deiner Geschichte zurück zu kommen. Ich finde deinen Helden bisher nicht zu eindimensional und denke du bist auf einem guten Wege. Nur wie die Umgebung auf das Sternenkind reagiert, darauf bin ich gespannt. Wird es Jünger geben und erbitterte Gegner? Ein Erlöser zwingt die Menschen ja Stellung zu beziehen, irgendwann.

      “Every artist is a cannibal, every poet is a thief. All kill for inspiration and then sing about the grief.”
      -Bono-

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sensenbach ()

    • Hi RenLi,

      bin bei Post 176 angekommen."Opfer des Wahnsinns"

      Jetzt kommt mal ein bisschen Action ins Spiel. Man merkt, dass es dir Spaß gemacht hat, das zu schreiben :) Ich finde den Teil sehr gelungen. Meine Gedanken dazu und was ich sonst noch gefunden habe, packe ich in den Spoiler:

      Spoiler anzeigen


      RenLi schrieb:

      Sollen wir Sessilia etwa alleine gehen lassen?!“
      „Das wäre mir am liebsten“, blaffte Sinister zurück.
      Ein wahrer Genleman. So richtig zum Liebhaben :) Was für ein Blödmann! Krass, dass er sich traut, das offen auszusprechen.


      RenLi schrieb:

      Nein, ich hatte keine Ahnung, welche Ausmaße das ganze annehmen kann.
      das Ganze


      RenLi schrieb:

      Konnte es sein, dass er seine Meinung geändert hatte? Samuel?, fragte er in die Weite des Inneren Raues hinaus.
      was ist ein "inneres Raues" (?)...bestimmt wieder so ne peinliche Bildungslücke :rofl: Außerdem fehlen hier die Gänsefüßchen vor und hinter Samuel.


      RenLi schrieb:

      Sobald das schweren Torflügel hinter ihnen verschlossen waren, fühlte Richard sich etwa
      die schweren Torflügel (?)


      RenLi schrieb:

      Er musste Husten.
      wir "husten" in dem Fall nicht klein geschrieben? Er "hatte Husten" würde ich groß schreiben...aber in diesem Fall hier "tut" er es ja eindeutig, oder?


      RenLi schrieb:

      doch der Krieger ließ sein Schwert auf das Tier niederfahren. Es versenkte seine Zähne im Arm des Kriegers und Roland brannte dem Wolf mit der Fackel ein Loch ins Fell.

      das zweite "Krieger" würde ich ersetzen vielleicht: "...im Arm des Mannes..." (?)


      RenLi schrieb:

      „Glaubst, du könntest uns entkommen. (?) Das wird ein Fest.“

      fehlt hier vielleicht ein zweites "du"? Außerdem würde ich hier ein Fragezeichen setzen.


      RenLi schrieb:

      Dies ist meine Gelegenheit wegzulaufen, fuhr es ihm durch den Kopf.Solange er mit Sessilia beschäftigt ist.
      Den Gedanken finde ich schon ziemlich krass. Auch, wenn er sofort gegenlenkt. Ich frage mich gerade, ob ich Richard solche Gedanken zutraue :hmm: Ich weiß natürlich, worauf du anspielen möchtest und ich kenne Richards Ängste zu versagen...trotzdem ist das schon ziemlich bösartig. Okay, vielleicht liegt das auch an dem Bösen, das ihm diese Gedanken einplanzt. So kann man es sich vielleicht erklären.


      RenLi schrieb:

      Wie in meinem Traum. Vielleicht war dieser Traum mehr eine Vorhersage. Vielleicht hat es nicht anders kommen können.
      Wenn das Richards Gedanken sind, müsstest du es kursiv setzen.



      Viele Grüße,
      Rainbow
    • @Rainbow Hallihallo.
      Die Leute im Dorf und auch in der Umgebung stehen alle unter dem Einfluss des Dämons/der Dämonen. Sogar Aper, auch wenn das die Figuren in der Geschichte nicht wissen, steht unter dem Einfluss von Legion, dem Drahtzieher-Dämon in Pulvis. Dass Sinister so offen feindlich ist und Richard solche Gedanken hat, ist die Wirkung, die der Dämon auf sie hat.
      Dieses Samuel, das Richard in die Weite des innenern Raumes hinausruft, das ist gedacht, deshalb hat es keine Gänsefüsschen. Ich muss mir noch überlegen, ob ich das so drinnlassen soll, denn Richard hat eigentlich bisher noch nicht wirklich Kontakt mit Telelpathie oder ähnlichem gemacht, nur in dem Kreis, in dem sie zusammengesessen sind und ihre Erinnerungen getauscht haben. Das hat eine Verbindung in der Gruppe geknüpft, die schon sehr speziell ist.

      @Sensenbach cool, danke, dass du noch auf den 'Erlöser' eingegangen bist! Ich find das nämlich selbst ein bisschen doof, gerade eben weil es so oft gebraucht wird und so. Deshalb fällt es mir auch schwer, das gut einzuführen. Bin froh, dass Richard bisher nicht als eindimensionaler Held rüberkommt, bisher war er auch nicht wirklich heldenhaft - bis auf das eine Mal :)

      Bitte meldet mir, wenn das Erlöser/Sternenkind-Gelaber zu kitschig oder fadenscheinig wirkt. Oder wenn es sonst irgendwie stört. Ist auf jeden Fall ein wichtiger Teil der Geschichte und wird sicherlich mit der Zeit auch nicht mehr aufgesetzt oder kitschig rüberkommen, denke ich. Nur mit dem Anfang hab ich Mühe.

      Oh, und nun muss ich mir einen Plan für Sessilia und Richard überlegen. Da muss ich meine grauen Hirnzellen nochmals richtig anstrengen. Wie kommt man in die Festung rein? Hmmm.... ;)
      Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
      von einem Herzen zum andern;
      Doch wo es keine Mauer gibt,
      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi
    • Neu

      Okay, bin jetzt also durch und wieder auf dem aktuellen Stand :)

      Das letzte Kapitel ist ja nun schon ein bisschen diskutiert worden. Ich war ebenfalls über Sessilias Äußerung gestolpert, dass sie sich selber einfach "ausgeschaltet" habe. Beim Lesen dachte ich mir so: "Echt? Das geht?" Richard schien darüber nicht halb so verwundert gewesen zu sein, wie ich es war. Er hat das eigentlich gar nicht kommentiert.

      Die Sache mit dem Sternenkind / dem Auserwählten. Voll mein Thema :) Ja, es ist klischeehaft...das musste ich mir bei meiner eigenen Geschichte auch diverse Male anhören. Ich selber finde aber, es kommt darauf an, was du daraus machst, deshalb stellt dich eine solche Darstellung als Schreiber auch vor eine große Herausforderung. Da ich noch nicht weiß, wohin uns deine Geschichte führen wird, fällt es mir schwer, dir da einen Tipp zu geben. Nur soviel: ich würde weniger offensichtliche Hinweise sträuen. Als Roland Richard sagt, er halte ihn für den Auserwählten, fühlte ich mich als Leser irgendwie mit der Nase darauf gestoßen, wenn du verstehst, was ich meine. Nach Richards magischer Rettungsaktion war mir der Gedanke ja selber schon gekommen und es gab ja auch schon ein paar andere Hinweise...So offensichtlich würde ich es nur schreiben, wenn es sich im Nachhinein als Finte herausstellt oder zumindest noch ein großer Haken an der Sache ist. (verstehst du, was ich meine?)
      Dass dein Held im Moment noch nicht sonderlich heldenhaft auftritt, bzw. sich selber nicht für stark und mutig hält, macht ihn einerseits sympathisch...andererseits ist auch das natürlich wieder ein Klischee: Kleiner unscheinbarer Junge wird zum Superhelden! Das macht die Story dann irgendwie vorhersehbar. Was grundsätzlich nicht schlecht sein muss, wenn du noch die eine oder andere Überraschung bereithältst.

      Ansonsten fand ich den Teil wie immer gut geschrieben. Vor allem Sessilias Perspektive war super dargestellt. Gänsehaut pur!

      Viele Grüße,
      Rainbow
    • Neu

      Hi @RenLi ,
      das war spannend! Um Sinister steht es ja gar nicht gut... Ich muss sagen, du hast es geschafft, dass ich am Ende fast Sympathie mit ihm empfand. Seine (bisher?) letzten Worte galten der Sicherheit seines Rivalen - das zeugt von innerer Stärke und Größe. Du schaffst es immer, dass deine Charaktere vielschichtig werden. Super! ^^
      Und dann greifst du noch die wohl grusligste biblische Erzählung auf. Eine Legion umfasste ja zur Zeit des Augustus 6000 Mann + Tross. Also eine ganze Menge Seelen. So viele böse Giester auf einmal - das ist gleich eine ganz andere Herausforderung. :D Wobei er/sie ja erstmal im Singular von sich spricht/sprechen - dieses Mittel macht es für micht besonders gruslig! Gute Wahl also! ^^
      Fünf Ausrufezeichen, das sichere Zeichen für einen wahnsinnigen Geist!!!!!

      -Terry Pratchett
    • Neu

      Danke für eure Kommentare!!

      @Rainbow, Du schreibst genau, was ich befürchtet habe, Rainbow :) Ich glaub, ich streich den Kommentar von Roland. Und: Überraschungen wird es ganz bestimmt noch geben! :evil: so einfach mach ich es Richard und der Gnosis nicht :)

      @Windweber Hui, dass eine Legion soooo gross ist, hätt ich jetzt nicht gedacht. Macht aber nichts.
      Ich hab mal gehört, dass die Erzählung von Legion einen Menschen mit psychischen Problemen darstellen soll, mit gespaltener Persönlichkeit. Was weisst du darüber? Habt ihr die Stelle irgendwie interpretiert?
      Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
      von einem Herzen zum andern;
      Doch wo es keine Mauer gibt,
      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi
    • Neu

      Ich habe mich jetzt mit der Stelle nicht sehr intensiv beschäftigt, aber verschiedene Krankheiten und Syndrome wie Tourette, Epilepsie, Schizophrenie usw. wurden (und werden teils noch heute in gewissen Gruppen) auf Bessenheiten zurückgeführt. Wenn man das nicht kennt, dann können die alle auf Umstehende auch sehr erschreckend wirken. Ich fände es plausibel, wenn solche Fälle Vorbild gewesen wären.
      Fünf Ausrufezeichen, das sichere Zeichen für einen wahnsinnigen Geist!!!!!

      -Terry Pratchett
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      Der Teil ist jetzt sehr kurz und endet abrupt. Habe zwei Möglichkeiten, wie ich weiterfahren soll und muss mir noch klar werden, welche ich wähle. Darum geht es als nächstes für ein Weilchen mit Edwin weiter, das wird mir auf die Sprünge helfen. Sorry für den Cliffhanger.

      Richard, der Wahnsinn greift um sich (566 n. Rh.)
      Als Richard wieder zu sich kam fand er sich in einem dunklen, kalten Raum wieder. Seine Glieder fühlten sich steif an, sein Schädel brummte und als er sein Gesicht betastete, fühlte er eingetrocknetes Blut. Mühsam gelang es ihm, sich aufzusetzen. Es stank widerlich, nach Fäulnis und Verwesung. Wo bin ich hier? Die einzige Lichtquelle war ein vergittertes Loch in der Tür am anderen Ende des Raumes. „Richard“, flüsterte eine angsterfüllte Stimme neben ihm. In der Dunkelheit erkannte er Sessilia. Doch sie blickte ihn nicht an. Sie lag auf dem Boden, hatte die Hände auf die Ohren gepresst und krümmte sich, als hätte sie Schmerzen. „Nein, ich kenne dich nicht, ich kenne dich nicht“, schluchzte sie. „Richard, hilf mir.“
      Richard rutschte auf den Knien näher zu ihr. „Sessilia, ich bin hier“, rief er, doch sie sah ihn nicht an. Ihr Gesicht war angstverzerrt, sie zitterte. „Legion, Legion ist mein Name“, flüstere sie.
      „Sessilia, was redest du, schau mich an.“ Sie ist völlig von Dunkelheit verschluckt worden. Er legte eine Hand auf ihren Kopf und konzentrierte sich auf das göttliche Licht. „Wach auf, Sessilia!“ Ihr Zittern verebbte. Sie blickte ihn an. „Richard!“, keuchte sie. Den Göttern sei Dank!, dachte er erleichtert, doch im selben Moment weiteten sich ihre Augen, gepackt von Angst.
      „Bleib weg!“, kreischte sie und stieß ihn zurück. Er taumelte und stürzte nach hinten. Sessilia kroch weg von ihm. Sie murmelte etwas, fluchte. Erschrocken starrte er sie an. Sie ist verrückt. Genau wie die anderen Frauen. Sie wird mich umbringen, wenn ich nicht aufpasse, dann bringt sie mich um! Panik griff nach ihm, schnürte seine Brust zu und vernebelte seinen Verstand. Sie haben mich gewarnt. Erdrosseln, im Schlaf. Kalter Schweiß rann ihm über die Haut. Nicht, wenn ich sie zuerst töte, schoss es ihm durch den Kopf. Seine Hände verkrampften sich und sein Atem ging stoßweise. Ich kann sie erwürgen. Sie ist schwächer als ich. Es ist für uns beide das Beste. Schon stand er auf den Füßen. Sie hatte sich in einer Ecke verkrochen. Der Dämon hat von ihr Besitz ergriffen. Es ist die einzige Möglichkeit. Er schritt auf sie zu. Sie kreischte. „Sieh mich nicht an!“, schrie sie, griff sich in die Haare und zerrte daran. Er beugte sich über sie, doch sie schlug wild um sich. Einer ihrer Füße traf sein Schienbein.
      „Richard!“, brüllte eine Stimme neben ihm. Reflexartig blickte Richard auf und sah, wie Sinister auf ihn zugestürzt kam. Der Candidatus riss ihn mit sich zu Boden und Richard wurde unter ihm begraben. Ein Schlag traf ihn seitlich an der Schläfe, dann wurde er hochgerissen. Sinister hatte hielt ihn am Kragen gepackt und schüttelte ihn. „Du! Von der Straße haben sie dich geholt! Aber du bist nicht würdig! Du musst verschwinden!“
      „Lass mich los, du Irrer!“, schrie Richard und kratzte dem Candidatus über das wutverzerrte Gesicht. Doch Sinister war viel stärker als Richard. Er wird mich töten!, durchfuhr es ihn. Aber ich will noch nicht sterben!
      Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
      von einem Herzen zum andern;
      Doch wo es keine Mauer gibt,
      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi
    • Neu

      Hey,

      ein wirklich kurzer Teil. Kennen wir so gar nicht von dir :)

      Hier meine Anmerkungen:

      Spoiler anzeigen


      Wie geil, jetzt gehen die sich alle gegenseitig an die Gurgel. Den Wahnsinn, der hier um sich greift, fängst du wirklich gut ein. Besonders schön finde ich die Stelle:

      RenLi schrieb:

      „Lass mich los, du Irrer!“, schrie Richard und kratzte dem Candidatus über das wutverzerrte Gesicht.

      Offensichtlich hat Richard noch nicht begriffen, dass er sich nicht weniger verrückt verhält. Schließlich zieht er gerade in Betracht, Sessilia zu töten....über diese Widersprüchlichkeit musste ich an dieser Stelle schmunzeln.

      RenLi schrieb:

      Als Richard wieder zu sich kam fand er sich in einem dunklen, kalten Raum wieder.
      ich denke, das erste "wieder" könnte man auch streichen, dann gibt es keine Dopplung.


      RenLi schrieb:

      Sinister hatte hielt ihn am Kragen gepackt und schüttelte ihn.
      ich glaub`, das "hielt" ist hier zu viel, oder das "hatte". :)



      Lass uns mit der Fortsetzung nicht zu lange warten...

      Viele Grüße,
      Rainbow
    • Neu

      Rainbow schrieb:

      Offensichtlich hat Richard noch nicht begriffen, dass er sich nicht weniger verrückt verhält.
      Hihi, das hast du richtig erkannt. Das ist einer der fiesen Tricks der Dämonen. Die Opfer halten sich für normal, sehen aber in allen um sich lauter Dämonen. Kennen wir das nicht alle auf eine gewisse Weise? Wer versucht schon nicht den Splitter im Auge seines Kameraden mit dem eigenen Balken zu erschlagen? :saint:

      Also dann. Bis es mit Richard weitergeht dauert es wohl noch ein Weilchen. Ich gebe mir aber Mühe, schnell aufzuholen. Erstmal hab ich den Anfang der Geschichte wieder mal überarbeitet. Bin zwar noch nicht ganz zufrieden, ihr seht es dann selbst, wenn ihr es lest. Ich würde euch empfehlen, die ersten Teile von Richard bis und mit Post 7 nochmals zu lesen, es hat sich schon einiges geändert. Falls ihr aber keine Lust habt, dann aber vielleicht doch das Unterkapitel Richard, Verloren (in Post 7). Da ist ein wichtiges Detail drin.
      Und sonst geht es dann weiter mit Edwin. Auch da hab ich die alten Posts bis und mit Edwin, im Keller (Post 48) überarbeitet. Als nächstes ersetze ich dann die alten Teile von Edwin, denn von da an geht es völlig anders mit Edwin weiter als in der alten Version.
      Um Jakob kümmer ich mich dann später noch, bei ihm wird sich aber sehr wahrscheinlich auch nicht viel ändern.
      Also dann, ich hoffe, ihr macht den Zirkus noch mit und viel Spass beim Lesen!

      Lg, RenLi
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      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RenLi ()

    • Neu

      Hi RenLi,

      ich finde es ganz normal, dass eine Geschichte von solcher Komplexität wächst und nicht von vorneherein "heruntergeschrieben" werden kann.
      Insofern finde ich es cool, mitzuerleben, wie sie zunehmend runder und nachvollziehbarer wird. Ich habe den Anfang bis Post 7 noch mal gelesen. Einiges kam mir schon bekannt vor weil du mir ja das überarbeitete Manuskript mal zugesendet hattest. Ich finde, es ist viel besser geworden und einige meiner Kritikpunkte, die ich am Anfang hatte, sind von dir ausgemerzt worden. Die Szene mit dem sterbenden Onkel ist neu, wenn ich mich recht erinnere und den Teil, in dem du beschreibst, dass der Vater nicht wieder heimkehrt ist auch etwas ausführlicher. Der Aufbruch der beiden Jungs in den Sumpf wird dadurch nachvollziehbarer. Cool finde ich auch, dass du die Szene rund um Edwins mysteriöse Entführung noch weiter ausgebaut hast. Dass er in den Flammen verschwindet ist wahrscheinlich ein wesentliches neues Detail, richtig?

      Überhaupt fand ich es gut, mit dem Kenntnisstand, den wir aktuell erreicht haben, noch mal den Anfang zu lesen. Das ist irgendwie witzig, wenn man sieht, wie die Charaktere sich entwickelt haben.

      Also, keine Sorge...ich werde den "Zirkus", wie du es nennst, gerne noch ein Weilchen mitmachen :)

      Viele Grüße,
      Rainbow
    • Neu

      Hallo zusammen

      Phu, für die ganze Überarbeiterei braucht man schon Überblick. Aber jetzt hab ich auch noch den Prolog ersetzt, inhaltlich gab es keine Änderungen, aber die Version war noch alt, noch vor Rainbows Korrekturen. Jetzt ist er etwas aufgebügelt.

      Habe in Post 58 die erste tatsächlich neue Stelle von Edwin eingefügt (die Liebe Gottes und Feuerdämon) - auf Seite 3 (Der Sinn des Lebens). Bin gespannt zu hören, wie ihr den Verlauf der Geschichte findet, bis jetzt ist es eigentlich nur etwas aufgepeppt. Das Kapitel "Die Liebe Gottes" ist vielleicht etwas verwirrend. Macht auch nur Sinn im Hinblick auf das Gottesbild, das die Geschichte vermitteln soll und wenn man eines von Edwins früheren Leben kennt. Das kommt aber erst später, im verlauf der nächsten Posts.

      @Rainbow Danke für deine Hinweise! Dass Richard sieht, wie Edwin in den Flammen verschwindet, fand ich wichtig. Erstens war er mir in der alten Version doch etwas zu passiv und hat die Suche nach Edwin zu schnell aufgegeben. Und zweitens wollte ich, dass er wirklich an Edwins Tod glauben kann. Im alten Erzählstrang hat er sich dies einfach eingeredet, damit er sein Leben fortsetzen konnte. Ich hoffe, dass seine Reaktion nun realistischer wirkt, denn in der alten Fassung hätte er sich eigentlich zu tode suchen müssen, weil sein Bruder alles ist, was er noch hat auf dieser Welt....
      Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
      von einem Herzen zum andern;
      Doch wo es keine Mauer gibt,
      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi