Der Sinn des Lebens

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      Hallu RenLi :) hier ein kleines Feedback von jemanden, der nicht so gut darin is :x

      alles gelesen bisher °-°

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      der Prolog is ziemlich mysteriös und was der mit der Geschichte zu tun hat is mir nach wie vor nicht schlüssig :x sone Prologe mag ich persönlich nicht, auch wenn er gut geschrieben war xD
      allerdings hat sich ja aus den kommis irgendwo mal ergeben dass das der Vater war, der entführt wurde... hm... ich bin ein schlechter detektiv q.q

      zu lesen wars bis auf eine Sache alles sehr gut, habs regelrecht verschlungen mit den Augen :P
      allerdings hats länger gedauert als erwartet (1 woche), weil ab dem Moment wo Edwin ins Waisenhaus kam wurde es irgendwie öde und schnöde und ka....las sich sehr zäh D: und hatte einiges an Motivation gekostet da durch zu kommen (4 Tage) o.o

      Jakob, Edwin und Richard gefallen mir sehr gut als Charaktere, wobei der bisherige Stand Richard > Edwin > Jakob is xD also haben mir die Teile mit Richard am besten gefallen :3

      Jakob is irgendwie doof, weil er nich mit Mädels umgehen kann und immer so schnell zornig wird irgendwie im Umgang mit ihnen. Ewdin is total naiv, aber niedlich. Andererseits kann einen die Naivität mit der er an den Tag geht von Zeit zu Zeit auch nerven x.x
      Richard wirkt am sympathischsten, auch wenn er ein ziemlicher Trauerkloß war (verständlich). aber er hat sich halt wieder aufgerafft und lebt sein Leben. Seine Gefühlswelt zu erleben macht Spaß xD

      so.. ich stückel mal ein bisschen zusammen xD sprich überflieg alles kurz und lass ein paar Gedanken zu verschiedenen Teilen da x.x

      Über die Gnosis und deren Glauben zu lesen war ziemlich trocken, aber trotzdem sehr interessant, das hatte es wieder wett gemacht :o

      Das es angekündigt düsterer wurde, kann ich bestätigen. Ein bisschen wenig Action, für meinen Geschmack, aber düster wars xP

      Ziemlich süß wie sich Richard in Sessilia verguckt °-° wobei Sessilia nicht grade ein Name is, den ich mir persönlich merken kann :x

      Hätte nicht gedacht, dass Edwin tatsächlich jagen geht. Hab dann erwartet dass diese kleinen Helfer sterben oder ihm Signale geben, dass das böse war xD

      Dieses vorherige Leben von Edwin mit Anastasia, das ganze ist irgendwie ... krass O.o und dass er sich erinnert... und auch andere Leute wiedererkennt :O

      Und da denkt man mal Richard is der Auserwählte und dann war er nur der Diligo... oder wie der hieß... pfff xD

      btw Gilbert der Brummelbär is auch recht Sympathisch. Nur wenn er zwischen seinen Persönlichkeiten hin und her zwitscht, das is dann irgendwie... komisch xD weil er plötzlich freundlich is o.o *grusel*

      Und ich finde die können mit Edwin echt nicht umgehen im Waisenhaus. Der gehört da nicht hin <.<
      Ein Badass Edwin, der ausm Wald zurückkehrt wäre ein ziemlich starke Wendung... hm...

      Jakobs plötzlicher Entschluss doch wieder nach Lux zu reisen kam ja doch etwas... plötzlich O.o
      nachdem er sich so vehemend dagegen gewehrt hatte D:

      Und Devi... Devi war am anfang irgendwie total Tsundere, was ich irgendwie mochte, aber jetzt wo sie zum halben Dämon wurde is sie gaaanz gewaltig abgerutscht bei mir o.o

      Und dass er nu urplötzlich doch in Asha verliebt war.. kann man machen, traf mich aber kalt von hinten D: fand ich nich so toll xD


      tjaaa, mehr fällt mir im Moment nicht ein xD

      lg Kramurx
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      Hallo zusammen
      Danke fürs Ausharren, nun kommt doch tatsächlich der letzte Teil dieses Kapitels, der Abschied findet seinen Abschluss :)

      Schön einen neuen Leser begrüssen zu dürfen! @Kramurx, da hast du dich ja echt ins Zeug gelegt und einen Lesemarathon hingelegt!


      Spoiler anzeigen

      @Kramurx
      Cool, dass du alles so in einem Rutsch gelesen hast - eine Woche ist doch echt super! Es hilft ab und zu ein Feedback zu bekommen, das einen Gesamtüberblick kommentiert.
      Ja, der liebe Prolog, oder allgemein, der liebe Anfang. Damit bin ich noch nicht so ganz zufrieden. Die Zeitwechsel sind verwirrend und der Prolog passt nicht ganz zum Rest der Geschichte. Das werde ich noch ändern. Allerdings werden das ziemlich weitgreifende Verädnerungen werden, daran wage ich mich aber erst später, wenn ich mir mehr im Klaren darüber bin, was ich alles neu reinnehmen möchte. Zum beispiel werde ich nicht wie bisher mit Richard beginnen, sondern mit Jakob :) Das wird ein grösseres Überarbeitungsprojekt und muss noch etwas warten. Im Moment konzentriere ich mich mal auf's Weiterschreiben.
      Im Vergleich zu Richard und Edwin ist Jakob tatsächlich härter. Wie du sagst, wird er schnell wütend und so. Da ich selbst nicht so viel Ahnung vom Wütend sein habe, liegt mir sein Charakter nicht so sehr wie die anderen, aber ich finde es wichtig, unterschiedliche Charaktere in meiner Geschichte zu haben - selbstverständlich muss man auch nicht alle gleich mögen. Ich mag Jakob zwar trotz seiner Macken - Macken haben natürlich alle drei, da geht mir Richard schon eher mal auf n Keks, wenn er in seinem Selbstmitleid versinkt und ja, Edwins Naivität kann auch mal nerven, wie du sagst, so haben alle ihre Eigenheiten.
      Anfänglich wollte ich Jakob eigentlich noch etwas 'verkommener' beschreiben. Als guteaussehenden Frauenheld, der mit jeder mal was hat, der sich schnell in Streitereien verwickeln lässt, ein richtiger Krieger, der sich besäuft und so weiter. Aber ich glaub, er ist doch einfach zu süss, als dass ich ihn allzuweit auf diesen 'Abwegen' wandern lassen könnte. Irgendwie schafft er es doch immer, sich zu entschuldigen und bei seinem Streit mit Gansesha hat sogar er das Eis geborchen und den Streit versiegen lassen und nicht Ganesha - weiss nicht, ob das jemandem aufgefallen ist. Grundsätzlich will er sich nicht mit Menschen streiten, vor allem, wenn sie ihm nahe stehen.
      ^^ ich merk grad, dass ich wieder voll dabei bin, meine lieben, süssen Charaktere in Schutz zu nehmen. Wie schon Devi. Natürlich geht es nicht darum, aber ich mag sie halt alle, auch wenn sie mal stänkern. :D aber wie gesagt, niemand muss sie mögen. nur gut, dass sie sich alle noch entwickeln können, oder müssen...
      Die Frage, ob die Stellen mit den Ausführungen über Glaubensformen trocken sind, ist immer wieder präsent. In weiteren Überarbeitungen werde ich versuchen, diese aufzulockern. Ist gar nicht so einfach, aber es gab schon viele Rückmeldungen, dass diese harzig sind.

      Kramurx schrieb:

      Hätte nicht gedacht, dass Edwin tatsächlich jagen geht. Hab dann erwartet dass diese kleinen Helfer sterben oder ihm Signale geben, dass das böse war xD
      das ist ein guter Einwand. Über die Zeit im Wald hab ich tatsächlich auch nur sehr wenig geschrieben. Ich werd mich da nochmals dranhocken müssen. Die Reaktion der kleinen Helfer einzubeziehen ist eine super Idee!

      Kramurx schrieb:

      Und da denkt man mal Richard is der Auserwählte und dann war er nur der Diligo... oder wie der hieß... pfff xD
      Hihii, es ist zwar ein bisschen fies, aber ich mag es, den Leser an der Nase herumzuführen oder im Dunkeln tappen zu lassen. Dann die Auflösung zu bringen und alles ist anders als gedacht, das liebe ich in Romanen. Es soll ja nicht zu vorhersehbar sein :evil: :saint:

      Kramurx schrieb:

      Jakobs plötzlicher Entschluss doch wieder nach Lux zu reisen kam ja doch etwas... plötzlich O.o
      nachdem er sich so vehemend dagegen gewehrt hatte D
      das werd ich noch besser einleiten. Ist tatsächlich nicht so realistisch. Und den Badass Edwin streich ich, hab anderes mit ihm vor. In der Zeit, in der ich an Jakob geschrieben habe, hab ich auch am Rest weitergeschreibselt, jedenfalls in meinem Kopf. Da gibt es noch einiges zu tun, am liebsten würd ich an allen Charas gleichzeitig weiterschreiben :D und euch mit neuen Posts bombardieren - nur leider fehlt die liebe Zeit.

      Kramurx schrieb:

      Und Devi... Devi war am anfang irgendwie total Tsundere, was ich irgendwie mochte, aber jetzt wo sie zum halben Dämon wurde is sie gaaanz gewaltig abgerutscht bei mir o.o

      Und dass er nu urplötzlich doch in Asha verliebt war.. kann man machen, traf mich aber kalt von hinten D: fand ich nich so toll xD
      hmmmm. auch auf Asha werd ich wohl noch ein paar Hinweise geben müssen, damit das nicht so plötzlich kommt. Vielleicht als Erklärung, weshlab das für mich Sinn macht: Jakob hat total den Schwester-komplex. Er fühlt sich bei ihr geborgen und unbewusst an seine Schwester erinnert. So im sinne von Ödipus-Komplex, wo sich der Junge in die Mutter und das Mädchen in den Vater verliebt. Rosalie war für Jakob eine Mutter-Figur, welche er bei seiner echten Mutter nicht hatte. Er ist aber auch nicht so krass in Asha verliebt, mehr so halt jugendlicher Eifer-mässig. Das ist für einen Moment lang tragisch, geht aber wieder vorbei. Zuvor war er ein bisschen verliebt in Emilie, die vom Charakter eher an Devi erinnert. Mit diesem Mädchen-Typ hat er eine Art Hass-Liebe-Beziehung, die ihn zwar aufregt, aber auch anzieht.
      Dass Devi besessen ist, wird für den Rest der Geschichte noch wichtig werden. Allerdings ist nicht ihr ganzer Charakter von diesem bösen Geist oder Dämon bestimmt. Ihre - wie du sagst - Tsundere-Art kommt von ihr, nicht vom Dämon. Bisher ist auch noch gar nicht ganz klar, was so sein Dämon/böser Geist eigentlich ist. Das wird sich erst viel später noch wirklich zeigen, denn weder die Vorstellungen der Gnosis, noch die Vorstellungen der Spielleute sind ganz treffend.

      Danke nochmals, dass du deine Gedanken geteilt hast! Ich hoffe, du liest weiter! Wär cool :D



      @Tariq ist voll süss, dass Ganesha dir so gefällt! Ich mag ihn auch, auch wenn er vielleicht etwas idealisiert ist. Ich stell ihn mir ein bisschen wie Winnetou vor. Der reine Wilde oder so ähnlich, mit langen dunklen Haaren, die im Wind wehen, wie er auf seinem Pferd reitet ohne Sattel und Zaumzeg, mit Federn in den Haaren. Ich mag aber vor allem die Beziehung zwischen Jakob und ihm. Sie sind meine Blutsbrüder oder eben Brüder im Geiste, obwohl sie von ganz anderen Kulturen kommen.


      Jakob, Abschied (564 n. Rh.) Teil V

      Jakob gähnte herzhaft. Obwohl Ganesha und er irgendwann doch noch eingeschlafen waren, war er heute hundemüde. Ein gemütliches Frühstück schien ihm jedoch niemand gönnen zu wollen, alle waren in Eile, letzte Vorbereitungen wurden getroffen und die Spielleute, die sich auf Wanderschaft begaben, packten ihre wichtigsten Habseligkeiten zusammen.
      Jakob schaufelte sein Frühstück in sich hinein, während Prema ihm noch einmal erklärte, wie er sich bei der bevorstehenden Abschiedszeremonie zu verhalten hatte. Jakob schwirrte bereits der Kopf, der Alkohol vom Vorabend machte sich bemerkbar. „Warum muss es so kompliziert sein?“, meckerte er und spülte die letzten Essensreste mit Wasser hinunter.
      „So schwierig ist das doch nicht“, entgegnete sie. „Und wenn du mal den Faden verlierst, schau einfach links oder rechts. Wir anderen wissen wie der Hase läuft.“
      Jakob nickte. Darauf würde er sich verlassen müssen, denn sein Gehirn war heute früh ganz und gar nicht aufnahmefähig. In den wenigen Stunden, in welchen er geschlafen hatte, war er von wirren Träumen verfolgt worden. Er konnte sich zwar nicht mehr an deren Inhalt erinnern, jedoch hatten sie einen üblen Nachgeschmack und ein Gefühl der Beklommenheit bei ihm hinterlassen.
      Endlich war alles bereit, die Pferde und Esel bepackt, alle hatten sich voneinander verabschiedet. Devi hatte sich nicht blicken lassen, doch Jakob war sich nicht sicher, ob sie womöglich noch immer im Zelt der Stammesmutter schlief.
      Am nördlichen Rand des Lagers versammelte sich die gesamte Gemeinschaft der Anchin. Wie besprochen stellten sich die Abreisenden mit dem Rücken zum Stamm in einer Reihe nach auf, blickten gegen Süden, in welchen sie bald ziehen würden. War das dort in der Ferne der Flusslauf, welcher die Grenze zu Lux darstellte? Jakob war sich nicht sicher.
      Ein Signalhorn ertönte, der lange, durchdringende Ton ließ Jakobs Brust vibrieren. Shaukat, der Schamane, stimmte einen eigentümlichen Singsang an, der Geruch von verbrannten Kräutern stieg Jakob in die Nase. Trommelklänge setzten ein, hin und wieder erklang das wehleidige Säuseln einer Flöte. Mit jedem Ton des Signalhorns traten die Ausziehenden einen Schritt nach vorne, wobei sich der Abstand zum Stamm vergrößerte. „Dies ist das Zeichen dafür, dass euer Weggehen von den Ahnen, den Geistern und vom gesamten Stamm begleitet wird“, hatte Prema ihm erklärt.
      Mit einem Schlag verstummten die Geräusche, die eintretende Stille wurde nur vom gelegentlichen Schnauben eines Pferdes und vom Wehen des Windes durchbrochen. Schweigend warteten sie, die Blicke der anderen auf den Rücken spürend. Als sich die Stille in die Länge zog, linste Jakob zu Shiv hinüber, der neben ihm stand. Unbewegt stand dieser da, sein Gesicht vermochte er aus dem Augenwinkel nicht zu erkennen. Was wohl in ihm vorging? Ob er traurig war, Asha und seine Familie zurückzulassen?
      Ein gellender Ruf durchbrach seine Gedanken und Jakob bemühte sich, Shiv möglichst schnell auf den Boden zu folgen. Flach legte er sich auf den Bauch in den Staub der Steppe. „Dies ist ein Zeichen für die Verbundenheit mit der Erde, welche unser wahres Zuhause ist, wo auch immer wir uns befinden“, klangen Premas Worte in Jakob nach.
      „Die Steppe ist das Land unserer Ahnen, hier wohnen die Geister im Zeichen der Anchin, hier hin werden wir zurückkehren“, sprachen sie gemeinsam, dann erhoben sie sich wieder.
      „Deinen Geist rufe ich zurück, Prema, geliebte Schwester“, erklang die Stimme eines Spielmannes.
      Jakob wusste, dass Prema sich nun zum Stamm hin umdrehen und zu ihrem Bruder im Geiste gehen durfte. Dieses Ritual beschrieb die bleibende Verbindung zum Stamm, zu welchem die Ausziehenden zurückkehren sollten. Einer nach dem anderen wurde von seinem Geistbruder oder der Geistschwester heimgerufen und Jakob wartete mit wachsender Ungeduld, bis auch Ganesha das Wort an ihn richten würde. „Deinen Geist rufe ich zurück, Jakob, mein geliebter Bruder“, hörte er endlich Ganeshas Stimme.
      Nervös drehte er sich um und blickte der versammelten Gemeinschaft entgegen. Das ohnehin schon bunte Völkchen sah heute besonders farbenfroh aus. Viele hatten sich mit Farbe Verzierungen auf Gesicht und Arme gemalt und bunte Bänder in die Haare geflochten. Ein paar Schritte vor der versammelten Menge stand Ganesha. Mit dem rechten Arm zeigte er direkt in den Himmel hinauf. Jakob wusste, dass er damit die Verbindung zu ihm symbolisierte. Die Handfläche zeigte auf Jakob, sie rief ihn heimwärts. In gebührender Langsamkeit hob nun Jakob seine linke Hand und bewegte sich auf seinen Geistbruder zu. Zu Ganeshas Linken knieten die Paare, die sich bereits gefunden hatten. Bewegungslos verharrten sie, während Jakob auf Ganesha zuschritt und schließlich dicht vor ihm stehenblieb. Er blickte in Ganeshas dunkle Augen und musste sich zwingen, nicht wegzusehen. Selbst mit seinem Blick schien Ganesha ihn an sich binden zu wollen.
      Bin ich nun an der Reihe, etwas zu sagen?, fragte sich Jakob. Ihre Handflächen berührten sich. „Ich habe deinen Ruf gehört und bin zurückgekommen“, sagte Jakob.
      Sie senkten die Hände und legten sie dem jeweils anderen auf die Schulter. „Wie weit auch immer du dich entfernen magst, solltest du selbst den Tod in der Ferne finden, ich werde deinen Geist rufen und er wird mich hören. Damit er zurückfinden kann in den Stamm, der deine Heimat ist.“
      Jakob musste schmunzeln. Ganesha hatte den Text ein wenig abgeändert. Normalerweise würde es heißen: „Damit er den Weg zu seinen Ahnen zurückfinden kann.“ Da Ganesha jedoch wusste, dass Jakob sicherlich nicht zu seinen Ahnen zurückkehren wollte, hatte er diesen Teil für ihn angepasst.
      Ganesha drehte sich zu einem Feuerbecken um. An den Flammen entzündete er eine Fackel. „Dieses Licht begleitet dich auch über den Rand der Erde hinaus und in der tiefsten Finsternis weist sie dir den Weg nach Hause.“ Er steckte sie neben sich in den Boden.
      Nun kommt der Teil mit der Feder, dachte Jakob und zog seine aus seinem Hosenbund hervor. Lange hatte er gesucht, bis er eine gefunden hatte, die seiner Meinung nach zu Ganesha passte. Er senkte den Kopf, während sein Freund ihm die seine in den kurzen Haaren befestigte, dann flocht Jakob ihm seine ins Haar. Dieser Austausch besiegelte ihren Bund. Die Feder, als Symbol für den Geist, der wie ein Vogel frei zu fliegen vermag, sollte die Verbindung von Geschwistern im Geiste aufrecht erhalten.
      Überzeugend echt ahmte Shaukat den Ruf eines Adlers nach, woraufhin die zwei jungen Nomaden in die Knie sanken. Mit wedelndem Adlerflügel tanzte der alte Schamane um die beiden herum, fächerte ihnen Rauch ins Gesicht und beendete das Ritual mit einem weiteren Adlerschrei.
      Ganesha legte seine Stirn an die Jakobs. „Ich bringe dich sicher wieder nach Hause, verlass dich auf mich“, flüsterte er.
      Jakob schluckte trocken. „Ich verlass mich drauf.“
      In dieser Position verharrten sie, bis auch die übrigen Paare das Ritual vollendet hatten. Die Zeit schien unendlich langsam zu verstreichen, doch endlich ertönte wieder das Signalhorn. Mit steifen Gliedern erhoben sich die neuen Geschwister. „Mach dir keine Sorgen – und kümmere dich um Devi“, sagte Jakob noch, dann drehte er sich um und schritt mit den anderen gegen Süden. Nun kam die letzte Prüfung. Und nach dem, was am Vorabend geschehen war, war er sich nicht sicher, ob er sie bestehen würde. Sie alle mussten ihr Pferd herbeirufen. Wenn es kam, durften sie gehen, wenn es dem Ruf seines Reiters jedoch nicht folgte, dann galt dies als ein schlechtes Omen und der Reiter musste beim Stamm bleiben. Normalerweise kommt sie auch ohne dass ich sie rufe, dachte Jakob. Immer außer gestern.
      „Venja!“, rief er nun laut. Die Stute war nicht weit entfernt, bereits gesattelt und bepackt mit dem Nötigsten für die Reise. Er wusste, dass sie ihn hören konnte, doch würde sie kommen? Oder war es doch besser für ihn, hier zu bleiben?
      Jakob sah, wie Shiv seine braune Stute begrüßte, die ohne zu zögern seinem Ruf gefolgt war. Ich überlasse die Entscheidung dir, wenn du denkst, wir sollten gehen, dann komm, beschwor Jakob die Stute. Erst passierte nichts und Jakob dachte schon, sie würde ihn im Stich lassen, doch dann spürte er ein sanftes Stupsen an seinem Hinterkopf. Erschrocken drehte er sich um. „Ist das deine Art von Humor?“, fragte er Venja, die ihm ihren warmen Atem ins Gesicht pustete. „Das heißt wohl, wir gehen“, stellte er mit gemischten Gefühlen fest.
      „Nun komm schon Jakob, keine Sentimentalitäten beim Aufbruch“, rief Raj und Jakob bemerkte, dass die anderen bereits auf ihren Pferden saßen.
      „Ich würde euch auch mit Vorsprung einholen“, entgegnete Jakob und schwang sich auf Venjas Rücken.
      Die Gruppe setzte sich in Bewegung, Jakob schaute zurück auf seine Familie, vorneweg Ganesha, der aufrecht stand und ihm hinterher blickte. Ich komme zurück!
      Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
      von einem Herzen zum andern;
      Doch wo es keine Mauer gibt,
      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi
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      Wow! RenLi, was für ein cooler Teil :thumbsup: Mir fehlen die Worte...was wohlgemerkt nicht sehr oft passiert. Aber ich finde, dieses ganze Abschiedritual und die Stimmung drumherum hast du ausgezeichnet eingefangen.

      RenLi schrieb:

      Ganesha legte seine Stirn an die Jakobs. „Ich bringe dich sicher wieder nach Hause, verlass dich auf mich“, flüsterte er.
      Jakob schluckte trocken. „Ich verlass mich drauf.“
      Ohhhh...ist das schööööön! Hier habe ich gerade beim Lesen eine Gänsehaut bekommen ^^ Nach diesem ganzen stimmungsvollen Ritual ist das echt der krönende Abschluss gewesen.

      Obwohl ich auch das Detail mit dem Pferd am Ende noch sehr schön fand...einen kurzen Augenblick spannst du den Leser damit zumindest noch auf die Folter, da es ja doch noch sein könnte, dass Venja ihn im Stich lässt.

      Also, ich bin begeistert :) Und freue mich schon auf den nächsten Teil...

      LG,
      Rainbow
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      @Rainbow hat schon alles gesagt, @RenLi, dem hab ich nichts mehr hinzuzufügen. ;(
      Sehr schön geschrieben, obwohl ausführlich, war es doch keine Sekunde lang zäh oder gar langweilig. Im Gegenteil. Ich hätte noch zehn Seiten so weiter lesen können.
      So. Du hast Ganesha gehört. Bring die beiden also wieder zusammen. Und - lebend bitte. :thumbup:
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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