Vergessen

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    • Hallo ihr Lieben,
      ich bin mir um erlich zu sein, noch etwas unsicher ob ich das richtig eingeordnet habe.
      Ich dacht mir als Erstes erkläre ich kurz was so die grobe Grundidee meiner Geschichte ist und schreibe dann gleich das erste Kapitel dazu.

      Ich möchte mich Verbessern und bin deshalb schon sehr auf euer Feedback gespannt.

      Ok gut also zur groben Grundidee.
      Es spielt sich alles in einem Königreich ab. Eine böse dunkle Macht kommt aus der Tiefe und versucht nach den Gaben der Menschen zu greifen. Um so mehr er sich holen kann, desto stärker wird das Böse.
      Die Protagonistin heist Lilie und besitzt verschiedene Gaben die sie selbst zum Teil nicht kennt, da sie durch einem Angriff auf das Schloss ihr Gedächnis verlor. Ihre Mutter wurde von dieser dunklen Macht entführt.
      Oh und das wichtigste was nicht fehlen darf, es muss auch eine ergeifende Liebesgeschichte drinnen stecken.


      Ok dann starte ich mal :D

      Kapitel 1



      Es ist dunkel. Leise zwitschern Vögel im Hintergrund. Ich öffne die Augen und sehe alles verschwommen. Heftig blinzelnd reibe ich mit den Händen über mein Gesicht. Sie sind nass. Langsam und vorsichtig setzte ich mich auf. Der Boden unter mir ist feucht. Meine Kleidung ist durchnässt und klebt an mir, wie eine zweite Haut. Mir ist kalt. Ich schaue mich um. Ein großer Baum steht neben mir. Ich liege zwischen seinen Wurzeln. Diese schlängeln sich in Wellen über den Boden und enden in einem kleinen Bach.
      Der Baum sieht alt aus.
      Eine Eiche.
      Die Blätter sind leuchtend grün und bilden ein schützendes Dach vor der Sonne. Ein Vogel hat, zwischen den Ästen, ein großes Nest gebaut, mit vielen kleinen Zweigen, Heu und Federn.
      Ich schaue mir den Bach an. Er entspringt aus einem Spalt zwischen zwei großen Felsen, nur einige Schritte entfernt von mir. Er fließt das Gestein hinab und bahnt sich in schlangen Linien einen Weg. An der Eiche vorbei zwischen mehreren Beeten, unter einer kleinen Steinbrücke durch und dann, auf eine große Mauer zu. An dieser Stelle sind Gitter angebracht, damit der Bach durch die Wand hinfort fließen kann. Am Rand des Baches liegen Steinplatten und eine kleine sehr schlichte Steinbrücke ermöglicht den Übergang ohne nasse Füße zu bekommen. Überall stehen verteilt, kleine runde Beete im Garten. Viele verschiedene Blumen sind dort angepflanzt. Rosen in Rosa, Rot, Gelb, Weis und Orange. Tulpen in Lila, Rot, Gelb, Orange, Rosa sogar zweifarbig. Auch Krokusse und Schneeglöckchen blühen neben Nelken, Sonnenblumen und Margeriten.
      Bienen, Schmetterlinge und Maikäfer fliegen vergnügt durch die Lüfte von einer Blume zur anderen und genießen die warmen Strahlen der Sonne.
      Der Garten strahlte etwas sehr Magisches und Geheimnisvolles aus. Dies wird jedoch überdeckt von etwas sehr einschüchternd Mächtigem.
      Ich stütze mich auf einer Wurzel ab und stehe auf. Alles schmerzt. Ich sehe an mir hinab.
      Ich trage eine eng anliegende Hose aus braunem Leder diese passt wie angegossen. Sie ist durch das Wasser durchnässt und von oben bis unten mit Schlamm und Laubblättern bedeckt. Die weise Bluse mit kurzen Ärmeln sieht nicht besser aus. Meine Arme sind übersät mit Kratzern. Es sieht aus, als wären Sie von einem Strauch mit Dornen.
      Die Stiefel sind durch Schlamm und Wasser so durchnässt, das man weder Art noch ursprüngliche Farbe erkennen kann.
      Es blitzt. Da liegt etwas neben meinen Füßen unter dem Schlamm. Ich bücke mich danach und hebe es auf.
      Mit zittrigen Fingern wische ich den Dreck weg und schneide mir in die Handfläche. Ein brüchiger Schmerzensschreib entweicht meiner Kehle. Es gleitet mir aus der Hand und verfehlt nur knapp meinen Fuß.
      Ein Dolch!
      Panisch blicke ich mich in alle Richtungen um. Woher kam er? Wem gehört er? Wo ist diese Person?
      Der Garten liegt leer vor mir, keine andere Person hielt sich hier auf.
      Einige Minuten verstreichen, dann trete ich vorsichtig aus dem Schatten des Baums.
      Die Sonne ist angenehm warm und wärmt mich. Ich drehe mich einmal im Kreis. Der Garten ist überdacht mit einer Glaskuppel. Die Mauer ist rund herum um den ganzen Garten. Am Ende des Steinweges ist eine große Tür.
      Ich gehe langsam und vorsichtig auf sie zu. Sie kommt mir bekannt vor. Die Tür ist riesig und Smaragdgrün angemalt, mit goldenen Türringen zum Öffnen. Ein Klopfer ist auf Augenhöhe angebraucht. Auch in Gold und in der Form einer blühenden Rose. Der Türring fühlt sich angenehm kühl in der Hand an.
      Ich ziehe.
      Nichts passiert.
      Ich drücke.
      Keine Bewegung.
      Warum geht sie nicht auf? Sie müsste doch offen sein, das ist sie immer.
      Ich lausche kurz. Langsam drehe ich mich um. Nirgendwo sonst ist eine weiter Tür zu sehen. Ein Schmetterling fliegt auf mich zu. Er hat weise Flügel mir vielen braunen Flecken. Sie sehen aus wie meine Bluse. Er fliegt auf mich zu. Langsam und ganz leicht setzte er sich auf meine Hand. Er bewegt seine Flügel und fliegt wieder los.
      Hinter mich. Ich drehe mich, um ihn mit meine Blick zu verfolgen. Er setzt sich genau auf die Rose des Türklopfers.
      Will er, dass ich klopfe?
      Wird jemand drinnen sein und mir öffnen?
      Was wird passieren, wenn man sie mir öffnet?
      Ich leg mein Ohr an die Tür und lausche. Nichts.
      Totenstille. Bei dem Gedanken an Tod bekomme ich eine Gänsehaut. Ich spüre, wie Panik in mir aufsteigt. Irgendetwas Schlimmes muss passiert sein, denn ich kann mich an nichts erinnern.
      Mein ganzes Leben.
      Weg.
      Ich weiß, wie man geht, wie man redet, was das hier um mich alles ist.
      Aber ich weiß nicht, wie ich heiße.
      Wer meine Eltern sind.
      Wo ich bin.
      Nichts.
      Dort ist nur gähnende Leere.
      Tränen schießen mir in die Augen, das Atmen fällt mir schwer. Mein Herz setzt einige Sekunden aus, bevor es rasend wieder einsteigt. Übelkeit überfällt meinen Körper. Ich schaffe es gerade noch mich in eine Busch gleich neben der Tür zu übergeben. Dann sinke ich zitternd zu einem kleinen Haufen zusammen. Ein Schleier aus Tränen nimmt mir die Sicht, während ich zitternd und schluchzend auf dem Boden liege. Unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen oder die Panik zu besiegen.
      Nach einer gefühlten Ewigkeit beruhige ich mich langsam. Das Atmen fällt mir wieder leichter, mein Herz schlägt gleichmäßig und ruhig wie es sollte.
      Vorsichtig richte ich mich zum Sitzen auf.
      Der Schmetterling fliegt auf meine Schulter und bleibt dort sitzen. Ich atme langsam tief durch. Ein und Aus. Dann richte ich mich auf. Meine Beine zittern leicht, unsicher ob sie mich halten können. Dann greife ich nach der goldenen Rose und klopfe. Hinter der Tür hört man das Echo. Ein, zwei, dreimal, dann verstummt es. Nichts. Keine Bewegung, kein Geräusch, Stille.
      Der Schmetterling flattert mit den Flügeln und streift sacht meine Wange. Ich klopfe noch mal, diesmal fester. Das Echo ist lauter. Ein, zwei, dreimal, dann verstummt es erneut. Wieder nichts. Keine Schritte. Keine Stimmen. Nichts.
      Ich strecke die Hand aus, um noch ein drittes Mal den Klopfer zu betätigen. Bevor ich die Rose berühre, schwingt sie auf, und ich schrecke zurück. Niemand ist da. Die Tür hat sich von selbst geöffnet.
      Ich trete ein.
      Die Tür schwingt mit einem lauten Knall zu.



      Ich stehe in einem riesigen Saal. Auf der anderen Seite des Saals und zu meiner linken sind riesige Türen. Sie sehen der Tür, durch die ich kam sehr ähnlich. Meine ist Smaragdgrün und hat Blumen Ornamente am Rand. Die Tür gegenüber ist Rot mit Flammen. Links die Tür ist saphirblau und mit schwungvollen Wolken und Wellen geschmückt.
      Wo soll ich nur hingehen?
      Warum ist hier keiner?
      Der Boden hat überall blutrote Flecken und Streifen. Bei einem dieser Flecken gehe ich in die Hocke, um ihn mir näher anzusehen. Vorsichtig strecke ich meine Hand danach aus und streiche drüber. Der Fleck war nicht im Boden, sondern auf dem Boden. Es war zwar schon getrocknet, aber trotzdem haftete es an meinen noch leicht nassen Fingerspitzen.
      Was ist das nur?
      Das ist doch nicht etwa ...
      Mein Herz setzt einen Moment aus. Zittrig ziehe ich meine Hand zurück und richte mich schwankend auf.
      Blut.
      Es ist Blut.
      Der Boden dreht sich unter meinen Füßen, ich bekomme keine Luft mehr, egal wie tief ich versuche einzuatmen. Taumelnd entferne ich mich von dem Blutfleck. Der Boden wird unter meinen Füßen weggezogen und ich lande auf allen Vieren. Tränen verschleiern mir die Sicht. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen vor Panik. Die Galle versucht sich einen Weg nach oben zu bahnen, mein ganzer Körper bebt, bei dem Würgereize der mich erfasst.
      Tausend von Fragen stellen sich mir.
      Was ist hier nur geschehen?
      Woher kommt das viele Blut?
      Sind diese Menschen gestorben?
      Einige Minuten vergehen, bevor ich nicht mehr würgen muss.
      Langsam und bedacht atme ich durch.
      Ein und aus.
      Ein und aus.
      Die Tränen versiegen, während ich in die ferne starre.
      Ein und aus.
      Ich blicke mich im Raum um. An den Wänden liegen umgeworfene Tische. Das Essen liegt auf dem Boden, Glasscherben verstecken sich dazwischen. Es wurde wohl grade ein Fest gefeiert, als der Kampf begann.
      War ich auf dem Fest?
      Meiner Kleidung zur Folge nicht, denn dann würde ich ein Kleid tragen oder wäre hübsch hergerichtet.
      Was soll ich jetzt nur machen?
      Wo soll ich hin?
      Die drei großen Türen sind alle geschlossen. An der Wand, wo keine Tür ist, liegen zwei umgestoßene Throne. Sie sind sehr schlicht gehalten. Dunkel braunes Holz, fast schon schwarz. Königsblauer Samt. Zittrig richte ich mich auf und gehe mit langsamen, vorsichtigen Schritten auf die Stelle zu. Das Blau ist mit Blutspritzern befleckt. Der Samt hat Risse und das Holz Einkerbungen als hätte jemand mit seinem Schwert wahllos drauf gehauen.
      Ich stehe hinter den Thronen und begutachte ganz genau die Wand dort. Irgendetwas stimmt nicht.
      Ich weiß nicht was, aber am Gesamtbild stimmt etwas nicht. Es ist dieses Bauchgefühl. Ich geh einige Schritte auf die Wand zu. Was stimmt bloß nicht damit?
      Das Holz hat schöne Ornamente getragen, doch jemand hat auch hier mit einem Schwert drauf eingeschlagen. Überall waren Kratzer und auch einige Blutspritzer. Mein Blick wandert von oben langsam nach unten. Am Boden angekommen trifft es mich wie einen Schlag.
      Mein Magen beginnt zu rebellieren.
      Am Boden hat sich eine Blutlache gebildet. Welche von Sekunde zu Sekunde größer wurde. Das Blut erreichte langsam meine Stiefel und umschließt den Boden außen rum.
      Wie kann das sein?
      Es sieht aus, als würde die Wand bluten. Einige Sekunden verstreichen bis mein Hirn wieder zu arbeiten beginnt und erfasst, was das zu bedeuten hat.
      Ich stolpere nach vorne und taste so schnell wie möglich die Wand mit meinen zitternden Händen ab. Irgendwo muss ein Mechanismus versteckt sein. Ich muss ihn so schnell wie möglich finden. Ich taste die ganze Wand ab. Doch nirgendwo lässt sich etwas eindrücken, drehen oder verschieben. Die Blutlache unter mir wird immer größer. Wer auch immer hinter der Wand sich versteckte. Die Person würde demnächst sterben. Sie hat schon zu viel Blut verloren.
      Angst steigt in mir auf. Auch wenn ich die Person nicht kenne, ich will nicht, dass sie stirbt. Vielleicht kann sie mir weiterhelfen. Sie war die Einzige hier, außer mir, in diesem großen Raum.
      Klick!
      Eins der Ornamente ganz nah am Boden hat sich eindrücken lassen. Ich springe auf. Mit Schweiß nassen, zitternden Händen ziehe ich die einen Spalt geöffnete Geheimtür auf. Da hinter war ein langer dunkler Gang. Zwei Männer sind dort. Der eine lehnte mit dem Rücken an die Tür. Als ich die Tür weiter öffnete, fällt er um. Seine glasigen Augen starren mich an. Sein Mund war geöffnet zu einem stummen Schmerzensschrei. In seiner breiten Brust steckte ein Dolch, in seinem Bauch ragte ein Schwert hervor.
      Ich stoße einen lauten, markerschütternden Schrei aus.
      Er ist tot. Das ganze Blut stammt von ihm. Hätte ich den Knopf schneller gefunden, wäre er vielleicht noch am Leben und nicht erstochen worden.
      Ein Schatten bewegt sich im Tunnel. Reflexartig versuche ich, nach dem Schwert zu greifen, um es auf den Tunneleingang zu richten. Der Schatten ist schneller. Er schupst mich vom Schwert weg. Ich taumle einige Schritte zurück und kann mich grade noch halten, bevor ich im Blut ausrutsche. Mir gegenüber steht nun ein Mann. Er trägt ein weißes Hemd, welches mit Blut und Dreck verschmutzt ist. Seine schwarze Hose hat einige Risse. Er ist ungefähr einen Kopf größer als ich, sehr muskulös und attraktiv. Seine blonden Haare erstrahlten in den Lichtstreifen wie Gold und seine grünen Augen leuchten vor Entschlossenheit. In seinen Augen kann ich seinen Wunsch nach meinem Tod sehen. Ich schrecke einige Schritte zurück. Durch diese Bewegung sieht er mich erst richtig an.
      Der Ausdruck in seinen Augen verändert sich. Als Erstes blitzt Erkennen auf, dann Erleichterung und Freude. Ich kann sehen, dass die großen Schuldgefühle und die Angst, die hinter der Entschlossenheit und Wut stehen, sich auflösen. Dann bricht er den Blickkontakt ab und schaut auf seine Füße. Seine Gefühle und Gedanken sind nun für mich nicht mehr einsehbar.
      Ich gehe noch einige Schritte zurück, um so viel Abstand zwischen uns zu bringen wie nur möglich.
      Was war das?
      Ich hab seine Gefühle in den Augen sehen können und einige Gedanken am Anfang.
      Das ist doch nicht normal!
      Panik steigt langsam in mir auf und ich kann sie nur schwer zurückdrängen.
      „Lil, … es … es tut mir so leid.“ Er blickt wieder auf. In seinen Augen sehe ich, dass er es ernst meint. Schuldgefühle überdecken all seine Gefühle. Er sprich leise mit zitternder Stimme weiter, „ ich ... wir“
      Seine Stimme brach ab und er räusperte sich "Das Ziel des Angriffes war es, dich, deine Mutter und andere mit Gaben zu entführen oder zu töten. Wir konnten dich nirgendwo finden... sobald die Angreifer deine Mutter hatten, schloss sich das Tor zum Garten. Keiner von uns konnte es öffnen. …“
      Es tut ihm offensichtlich sehr leid, was mit meiner Mutter geschehen ist. Doch, da ich nicht so reagiere, wie er es erwartet hat, entsteht Verwirrung und Misstrauen in seinen Augen.
      Er runzelt seine Stirn und tritt einige Schritte auf mich zu, dabei mustert er mich von oben bis unten.
      „Komm nicht näher …“ Meine Stimme ist sehr leise und hört sich furchtbar rau und kaputt an. „Bitte ...“, krächze ich noch hervor, dann versagt meine Stimme komplett.
      „Geht es Dir gut? Bist Du verletzt? Lil, ich will Dir nur helfen“, sagt er und geht langsam weiter auf mich zu.
      Ich weiche zurück.
      Er hebt seine Hand.
      Ich spüre etwas Hartes hinten an meinem Bein.
      „Vorsicht…“
      Zu spät!
      Ich verliere das Gleichgewicht und falle nach hinten. Einige Augenblicke schwebe ich in der Luft, dann wirkt die Schwerkraft auf mich ein und zieht mich zum Boden. Ich pralle zwischen den Thronen auf dem Boden auf und schlage mit dem Hinterkopf gegen eine der Lehnen. Ein greller Schmerz jagt durch meinen Kopf. Ich stoße einen erstickenden Schmerzensschrei aus. Benommen bleibe ich am Boden liegen. Blut sickert aus der Platzwunde an meinem Kopf zu Boden.
      „Lil?!“ Er kniet neben mir. In seinem Blick erkenne ich große Sorge. Seine Hand bewegt sich zu meiner Verletzung. Ich zucke zurück und versuche, ihn von mir weg zu schieben. Ohne Erfolg. durch die Bewegung rollt eine weitere Schmerzwelle durch meinen Kopf und Körper.
      Ich liege genauso zwischen den Thronen, dass ich nicht entkommen kann und dem Schatten ausgeliefert bin.
      „Lil, was hast Du?“, fragt er mit Sorge in der Stimme. „Du brauchst keine Angst haben, ich bin doch da und kann Dich beschützen.“
      Vorsichtig hebt er mich hoch. Meine Versuche, ihn von mir weg zu drücken scheitern kläglich. Er trägt mich zum Tunnel, wo immer noch der Tote liegt.
      „Ich bring Dich in den Krankenflügel, ... “
      Was redet er da? Ich verstehe nicht mehr, was er sagt, es rauscht nur noch in meinen Ohren. Durch die Bewegungen vom Tragen werden die Schmerzen immer schlimmer. Ich ziehe zischend die Luft ein und schließe die Augen. Meinen Kopf lehne ich gegen seinen muskulösen Oberkörper. Ich verstehe nur Wortfetzen von dem, was er sagt: „Lil es … rede mit mir … Lil, bitte. … was hast …“
      Dann wird alles schwarz um mich herum und ich falle in ein tiefes Nichts.


      Wie findet ihr es?

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Aurora () aus folgendem Grund: Text überarbeitung

    • Hallo Aurora,

      ich habe deine Geschichte gelesen und mir sind einige Dinge aufgefallen.

      Zunächst verwedest du sehr viele kurze abgehackte Sätze. Das hat es mir schwer gemacht, in einen Lesefluss zu kommen. Für gewöhnlich benutzt man diese Art von Satzbau, wenn man Hektik entstehen lassen möchte, zum Beispiel bei einer Flucht, während einer Kampfszene oder Ähnlichem. Ich nehme an, du wolltest damit eine gwisse Spannung aufbauen, weil Lil ja in einer ganz schön ätzenden Situation steckt.

      Dafür finde ich aber, dass du ihre Gefühle eine Spur zu nüchtern beschreibst. Hey, die ist gerade in einem Garten aufgewacht, ohne Plan wer sie ist, wo sie ist und was überhaupt passiert ist. Dann hat sie überall Blut an sich kleben. Also, ich glaube, in diesem Moment wäre eine Panikattacke schon irgendwie angebracht, oder nicht? Das kommt für mich nicht richtig rüber. Stattdessen hat sie die Ruhe weg und betrachtet die Schönheit des Gartens und schaut sich den Verlauf des Baches an...Für meine Begriffe ist sie eine Spur zu abgeklärt. Das setzt sich fort, als sie den Thronsaal betritt.

      Ich weiß, dass das schwierig ist, denn einerseits willst du natürlich das Bild beschreiben, das sich bietet, damit der Leser eine Vorstellung davon hat...und andererseits nimmst du mit diesen Beschreibungen Tempo raus bzw. arbeitest gegen ihre Gefühle an, die dem Leser ja möglichst authentisch vermittelt werden sollen.

      Dann hast du viele Wortwiederholungen drin. Direkt zu Beginn benutzt du 3x das Wort Augen. (Nur so als Beispiel). Das zieht sich durch den ganzen Text. Hier noch ein Beispiel: "Ein Vogel hat, zwischen den Ästen, ein großes Nest gebaut, mit vielen kleinen Ästen, Heu und Federn."
      Versuche, diese Wortdopplungen zu vermeiden indem du verwandte Wörter (Synonyme) benutzt.

      Es sind einige Rechtschreib - und Kommafehler drin. Die werde ich jetzt nicht alle einzelnd anführen. Ich kann dir die "Duden Rechtschreibprüfung online Betaversion" empfehlen. Findest du sofort, wenn du das als Suchbegriff in die google-Suchleiste eingibst. Das ist kostenlos und hier kannst du Abschnitt für Abschnitt deinen Text einfügen und bekommst sofort die Fehler markiert mit entsprechendem Korrekturvorschlag. :) Ich konnte auf die Weise schon wirklich viele Fehler in meinen Texten aufdecken. Gott sei Dank lernt man dazu und es wird mit der Zeit besser ...

      Ich hoffe, ich konnte dir helfen und du kannst etwas mit meiner Kritik anfangen. Zur Story selber kann ich sagen, dass du mein Interesse geweckt hast...Natürlich will man wissen, was passiert ist und was es mit dem mysteriösen jungen Mann auf sich hat :)

      Den Dialog am Ende fand ich übrigens schon ganz gut. Sicher ausbaubar ... aber gute Dialoge zu schreiben ist ja auch nicht ganz einfach!

      Viele Grüße,
      Rainbow
    • Liebe Rainbow,
      danke für Deine Kritik sie hilft mir sehr. :)

      Ich werde mich gleich ran machen und die Wortwiederholungen ausmerzen.
      Der Tipp mit dem Rechtschreibprogramm ist sehr gut, da ich hierbei immer wieder mal Probleme habe.

      Das mit dem Einbauen der Gefühle wird wohl etwas dauern, bis ich das umgeschrieben hab.

      Es freut mich zu hören, dass meine Geschichte Dein Interesse wecken konnte :D

      Liebe Grüße
      Aurora
    • Ich habe noch ein Tipp vür deine Geschichte. Ich schreibe selber meinzweites Buch und habe am Anfang eine Erinnerung meiner Hauptperson eingebaut. Vielleichtsolltest du das auch machen, das sie vom Kampf träumt und dann schweißüberbadetaufwacht. Dann hast du schon ihre Vergesslichkeit im Spiel und fängst an die Geschichtespanend anzufangen.

      Ich hoffe mein Tipp hilft dir.
    • MIr ist aufgefallen, du verwendest fast ausschließlich Hauptsätze. Auf Dauer erzeugt es eine ermüdende Wirkung, außer du setzt es als bewusstes Mittel ein. Die Sätze zu varieren, kann den Leser bei der Stange halten. Also Nebensätze sind nicht immer böse.



      Aurora schrieb:

      Ich stehe in einem riesigen Saal. Auf der anderen Seite des Saals und zu meiner linken sind riesige Türen. Sie sehen der Tür durch die ich kam sehr ähnlich. Meine ist Smaragdgrün und hat Blumen Ornamente am Rand. Die Tür gegenüber ist Rot mit Flammen. Links die Tür ist Safirblau und mit schwungvollen Wolken und Wellen Ornamenten geschmückt.
      In diesem Absatz ist nur ein Nebensatz und in dem hast du ein Komma vergessen.

      Sie sehen der Tür ähnlich, durch die ich kam.

      Nur ein Nebensatz auf 9 Hauptsätze.

      Ich weiß, seufz, Rechtschreibung ist immer auch so ein Thema. Ich weiß, es ging dir um die Geschichte, und Word hatte kein Rechtschreibprogramm. Auf Dauer mag es den einen oder anderen ägern, der über zu viele stolpert.
    • Hey Aurora :)

      Den anderen habe ich nicht wirklich was hinzuzufügen, aber vielleicht hab ich noch ein paar Tipps, die dir helfen könnten :)

      Aurora schrieb:

      Er entspringt aus einem Spalt zwischen zwei großen Felsen, nur einige Schritte entfernt von mir. Er fließt den Fels hinab und bildet sich zu einem kleinen seichten Bach aus. Der Bach bahnt sich in schlangen Linien einen Weg.
      Du beginnst viele Sätze Nacheinander mit einem Substantiv. Das erinnert ein wenig an den früh gelernten Satzbau: Subjekt Prädikat Objekt.
      Versuche zu variieren :)
      Mindestens zwei der kurzen Hauptsätze kannst du übrigens problemlos zu einem langen zusammenfügen:

      Er entspringt aus einem Spalt zwischen zwei großen Felsen, nur einige Schritte entfernt von mir und fließt den Fels hinab und bildet sich zu einem kleinen seichten Bach aus. Ab dann bahnt sich das Wasser einen Weg in Schlangenlinien.

      (Den Teil habe ich weggestrichen, weil du vorher schon sagst, dass es sich um einen Bach handelt :) )

      Alternativen für Er/der Bach
      Wasser
      silbernes Band
      Gewässer

      Schau mal auf Woxikon in der Rubrik Synoyme :) Da schaue ich auch manchmal rein.
      Man muss mit der Variation nicht übertreiben und wirklich JEDES Mal ein anderes Wort benutzen, aber ein bisschen Abwechslung schadet nicht :)

      Aurora schrieb:

      Der Garten strahlte etwas sehr magisches und geheimnisvolles aus. Dies wird jedoch überdeckt von etwas sehr einschüchternd Mächtigem.
      Du springst zwischen den Zeiten. Entscheide dich für eine :)

      Rainbow schrieb:

      Dafür finde ich aber, dass du ihre Gefühle eine Spur zu nüchtern beschreibst. Hey, die ist gerade in einem Garten aufgewacht, ohne Plan wer sie ist, wo sie ist und was überhaupt passiert ist. Dann hat sie überall Blut an sich kleben.
      Da kann ich zustimmen. Das habe ich am Anfang auch gemacht. Viel die Umgebung beschrieben und vielleicht auch was passiert, dabei sind aber eindeutig die Gefühle des Chars zu kurz gekommen. Das lässt ihn leider etwas flach wirken.
      Wenn du Gefühle einbauen willst, musst du das übrigens nichts direkt machen mit "Sie fühlte sich gelangweilt."
      Benutzte entsprechende Verben und Adjektive.
      "Entsetzt stellte ich fest, dass mich jemand mit einem Messer angegriffen haben musste."
      Das ist grob unter dem Begriff "Show, Don't tell" zusammengefasst.
      Es besagt lediglich, dass du nicht sagen sollst, der Char fühlt sich so und so, sondern eine Handlung beschreibst, die das Gef+hl zum Ausdruck bringt, z.B. "Ging im Raum auf und ab" -> nervös
      hierbei ist es auch hilfreich auf Hilfsverben wie war/ist/sein/hat/kann zu verzichten und bildliche Verben zu werden, sprich Verben, die man wirklich tun kann: Sägen, schneiden, streicheln, lächeln. Eben Verben unter denen sich der Leser konkret was vorstellen kann.
      Das soll wieder nicht heißen, dass du auf Hilfsverben komplett verzichten sollst, das geht gar nicht, aber du kannst sie auf ein Minimum reduzieren :)

      ist jetzt sicherlich alles sau viel Input ^^°
      geh einfach eins nach dem anderen an. Übung macht den meister :D

      Rainbow schrieb:

      Den Dialog am Ende fand ich übrigens schon ganz gut.
      Auch hier kann ich mich übrigens anschließen! :thumbsup:
      Kein Pingpong-Dialog, mit sagte er, sagte sie, sagte er, sagte sie usw ^^
      Schön, dass du kleine Textpassagen zwischen das gesagte eingebaut hast :)
      Rosen sind rot,
      gelb ist die Biene,
      ich kann nicht dichten,
      Waschmaschine!

    • Hallo Ihr Lieben,
      nachdem ich Mitte Februar meine Abschlussprüfung erfolgreich abgelegt habe, bin ich jetzt endlich ausgelernt und muss nicht mehr Tag und Nacht lernen. Bedeutet, mein Prüfungsstress ist vorbei, und ich hab wieder Zeit mich meiner Geschichte zu widmen.

      Danke für die Lieben Ratschläge zur Verbesserung von Kapitel 1.
      Ich habe meine 2.0 Version von Kapitel 1 reingestellt, es ist zwar noch nicht die Endversion, aber ich denke zur Version 1.0 eine Verbesserung.

      @Felix Witte : Die Idee mit dem Einbauen einer Erinnerung vom Angriff gefällt mir sehr.
      Momentan handelt mein 3. Kapitel von einer Kindheitserinnerung, als Lil lernte, ihre Kräfte, die Sie besitzt zu kontrollieren.

      @Thot grubenbauer : Ich werde daran Arbeiten, auch Nebensätze zu bilden. Hoffe aber, dass es dann nicht meine berühmten Kettensätze aus meiner Schulzeit werden. Meine Deutschlehrerin ist damals verrückt geworden, weil meine Sätze über 3 Zeilen gingen, mit recht kleiner Schrift. Sie hat in meinen Schulaufgaben Sie immer markiert und aus einem Satz 3-5 Sätze gebildet.

      @Miri : Danke für den Tipp mit Woxikon, ich werde mich gleich daran setzen und es zurate ziehen.
      An dem Einbauen von Gefühlen arbeite ich noch, es wird aber vermutlich etwas dauern, bis ich das richtig hinbekomme.

      Liebe Grüße
      Aurora
    • Hi Aurora,

      ich denke, dass deine Überarbeitung sich gelohnt hat. Es gefällt mir schon bedeutend besser, als die erste Fassung. Ein paar Kleinigkeiten sind mir aber dennoch aufgefallen. In erster Linie Rechtschreibfehler, die ich jetzt nicht aufführen werde. Ansonsten sind es Wechsel in den Zeiten und Wortwiederholungen oder ungünstige Formulierungen...hier nur ein paar Beispiele:

      Aurora schrieb:

      Der Garten strahlte etwas sehr Magisches und Geheimnisvolles aus.
      Hier wechselst du plötzlich in die Vergangenheit, obwohl du sonst alles in der Gegenwart schreibst.

      Aurora schrieb:

      Sie ist durch das Wasser durchnässt und von oben bis unten mit Schlamm und Laubblättern bedeckt. Die weise Bluse mit kurzen Ärmeln sieht nicht besser aus. Meine Arme sind übersät mit Kratzern. Es sieht aus, als wären Sie von einem Strauch mit Dornen.
      Die Stiefel sind durch Schlamm und Wasser so durchnässt, das man weder Art noch ursprüngliche Farbe erkennen

      2 x fast der identische Wortlaut. Vielleicht fällt dir eine andere Formulierung ein, mit der du für Abwechslung sorgen kannst.

      Aurora schrieb:

      Griff bereit, um im Notfall mich zu verteidigen.
      Griffbereit, um mich im Notfall verteidigen zu können. (würde ich eher schreiben)

      Aurora schrieb:

      Die Sonne ist angenehm warm und wärmt mich.
      klingt irgendwie doppelt gemoppelt. Vielleicht: Die Strahlen der Sonne sind angenehm und wärmen mich....oder so?

      Aurora schrieb:

      Schmetterling fliegt auf mich zu. Er hat weise Flügel mir vielen braunen Flecken. Sie sehen aus wie meine Bluse. Er fliegt auf mich zu.
      wieder 2 x fast die geiche Formulierung. Vielleicht beim zweiten Mal: "Er schwirrt um mich herum..." (oder sowas)

      Aurora schrieb:

      Ich stehe in einem riesigen Saal. Auf der anderen Seite des Saals.....
      2x Saal.


      Aurora schrieb:

      Überall waren Kratzer und auch einige Blutspritzer.


      Hier bist du plötzlich wieder in der Vergangenheit gelandet


      Aurora schrieb:

      Da hinter war ein langer dunkler Gang.


      ebenfalls wieder Vergangenheit....Da ich noch nie aus der Gegenwartsperpektive geschrieben habe, fällt es mir schwer, hier alternative Formulierungen zu finden, weil ich auch immer wieder in die Vergangenheit abgleite. Wenn du dich aber für die Gegenwart entscheidest, dann wirst du das durchziehen müssen. Vielleicht: "Dahinter erschließt sich ein langer dunkler Gang..." (oder so)


      Aurora schrieb:

      Der eine lehnte mit dem Rücken an die Tür. Als ich die Tür weiter öffnete, fällt er um. Seine glasigen Augen starren mich an. Sein Mund war geöffnet zu einem stummen Schmerzensschrei. In seiner breiten Brust steckte ein Dolch, in seinem Bauch ragte ein Schwert hervor.
      Hier wird besonders deutlich, wie du in der Zeit springst. mal Gegenwart, mal Vergangenheit...


      Aurora schrieb:

      Doch, da ich nicht so reagiere, wie er es erwartet hat, entsteht Verwirrung und Misstrauen in seinen Augen.
      Ich frage mich, ob man selber in so einem Moment darüber reflektiert.... :hmm:

      Bin gespannt, wie es weitergeht....
      Viele Grüße,
      Rainbow
    • Hi Aurora,

      am Anfang deiner Geschichte hast du wie Rainbow schon erwähnt hatte, die Sätze sehr kurz geschrieben und dadurch wirken sie sehr abgehackt und da habe ich Probleme gehabt mich in die Geschichte reinzufühlen, weil es das Kopfkino so abbremst. Zu Ende hin wurde es besser vor allem als dann was passiert ist (als sie die toten Männer fand), wurden deine Sätze geschmeidiger.

      Für meinen Geschmack erzählst du etwas zu detailliert, gerade zu Beginn im Garten und als sie im Saal ist, da ist bei mir dann irgendwie nur noch Ornamente im Kopf geblieben, da du diese so öfter erwähnt hast. Ebenso haben mir zu Beginn ihre Gefühle und Gedanken gefehlt, oder besser gesagt für mich kam ihr Feststellung das sie ihr Gedächtnis verloren hat etwas spät vor.

      Was ich dafür sehr gut finde war deine Idee, ich mag das wenn die Charakteren besondere Gaben haben :D
      Außerdem hat mir auch sehr gute gefallen WIE du deine Umgebung beschreibst nur etwas weniger und dann wäre es perfekt.

      Ebenso bist du zum Ende der Geschichte schön in Fahrt gekommen und es hat sehr viel Spaß gemacht sie zu lese und ich will gerne wissen wie es weitergeht, UNBEDINGT.
      Vielleicht nach meinem Geschmack hätte ich den Typen in ihren Augen nicht gleich als atemberaubend schön dargestellt, ist zu offensichtlich das zwischen ihnen was war oder sein wird. Ich hätte das mir glaub zur nutze gemacht das sie ihr Gedächtnis verloren hat und hätte ihr vielleicht erst eine Person vorgeworfen mit der sie nicht so eine enge Bindung hatte, da wir uns als Leser selbst etwas hilfloser fühlen wenn wir nicht viel mehr wissen als der Prota. Würde denke mal mehr Spannung erzeugen.

      Aber im Großen und Ganzen eine gelungene Geschichte, schreibe bitte weiter. :thumbsup:

      LG Remoni ^^

      Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
      Mahatma Gandhi
    • Ich weiß, ich weiß... Ich schreibe hier wirklich erst JAHRE nach den anderen etwas hinein, aber mein Weg hierher ist lang gewesen...
      Naja, ich habe dieses erste Kapitel ja dennoch gefunden, nicht wahr? :D

      Also, alles in Allem finde ich die Idee und den Anfang gut und ich muss auf jeden Fall sagen, dass ich mich freue mehr über Lil und den "atemberaubend" schönen Mann zu erfahren.
      Dennoch muss ich mich in den Kritikpunkten den meisten anschließen und hab auch noch wenige Stilistische Anmerkungen zu machen

      Aurora schrieb:

      In seinen Augen kann ich sehen, dass er mich töten will
      In seinen Augen kann ich seinen Wunsch nach meinem Tod erblicken/ sehen. --> Klingt meistens besser, wenn du weniger "dass" verwendest. Ist aber Geschmackssache ^^

      Aurora schrieb:

      Das ist doch nicht normal!
      Ich liebe es, wenn Autoren die Gedankengänge der Protas offen darlegen, da so ein viel besseres Eintauschen möglich ist. Ein kleiner Tipp: Schreibe die konkreten Gedanken kursiv, dann heben sie sich eleganter vom Text selber ab.

      Aurora schrieb:

      Alles, was er sagt, entspricht der Wahrheit
      Woher weiß Lil das? Hat sie nicht ihr Gedächtnis verloren? ?(

      Aber wie gesagt, freue ich mich auf das nächste Kapitel, auf die Spannung, ihre Gaben, ihre Erinnerungen und die Lovestory zwischen den beiden :love:
      Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt
      <3

      Träum nicht, wenn du kannst
      Schicksal
      Hogwarts and you
    • Hallo ihr Lieben,
      nach langer, langer Zeit meld ich mich auch mal wieder.
      Ich habe mein zweites Kapitel endlich in den Laptop eingetippt und auch Einigemale überarbeitet.
      Ich bin schon sehr gespannt, was ihr davon haltet.
      Mich würde interessieren, wie ihr den Anfang findet. Ich bin damit noch nicht so zufrieden und hab es schon Einigemale umgeschrieben. Leider überzeugt es mich immer noch nicht. Also sind Tipp's und Kritik sehr willkommen. Natürlich auch zu dem restlichen Text :P



      Kapitel 2

      Piep… Piep… Piep. Ich liege im Bett. Piep…Piep…Piep. Es ist warm und weich. Piep…Piep. Das gleichmäßige Piepen eines Gerätes ist beruhigend. Langsam kommt die Erinnerung wieder.
      Piep... Piep... Piep.
      Das ganze Blut.
      Die toten, glasigen Augen, die mich anstarren.
      Pieppieppiep. Das Piepen wird immer schneller. Plötzlich spüre ich, wie jemand ganz vorsichtig meine Schulter berührt und sie sanft drückt. Vor Schreck reise ich die Augen auf, ein Schrei bleibt in meiner Kehle hängen. Der Schatten beugt sich über mich. Panisch versuche ich ihn von mir wegzuschieben, um vor ihn zu flüchten. Er umfasst fest meine Oberarme und drückt mich auf das Bett. „Schhhhh ruhig, Du bist im Krankenflügel. Beruhig Dich“, sagt er zu mir, während er fest in meine Augen blickt. Das Piepen überschlägt sich fast. Mein Blick huscht schnell durch den Raum.
      Wo hat er mich hingebracht?
      Was ist das hier alles?
      Sterile weiße. Egal wo man hinsieht, weiße Wände, weiße Stühle, weißer Boden, weiße Tür, weiß, weiß, weiß. Die Geräte, meine Kleidung, das Bett: strahlendes weiß. Keine Farbe ist vorhanden, als hätte jemand mit einem Radiergummi alles Bunte entfernt. Der einzige Farbfleck in diesem Zimmer ist der Schatten, der mich immer noch ins Bett zurückdrückt. Er hat sich umgezogen und gewaschen. Kein Blut hängt mehr an ihm und seine Kleidung ist nicht mehr kaputt.
      Piep... Piep... Piep...
      Die Geschwindigkeit des Piepens nimmt ab und wird gleichmäßiger.
      Er räuspert sich. „Ich lasse Dich jetzt los, okay? Renn bitte nicht weg, Lil, wir müssen reden.“
      Ich nicke zustimmend. Langsam setzt er sich auf die Bettkante meines Bettes, den Blick durchgehend auf mich gerichtet. Ich setzte mich auf, um ein wenig abstand, zu ihm, zu bekommen. Einige Sekunden dreht sich alles. Ein Ruck, dann sitze ich und lehne mich mit dem Rücken gegen die kühle Wand. Sein Blick sucht den meinen.
      „Durch den Sturz hast du eine leichte Gehirnerschütterung bekommen.“ Er atmet einmal tief durch. „Sie dürfte nicht schlimm sein, aber wir wissen nicht, was bei dem Angriff mit dir passiert ist.“ Er sieht mich erwartungsvoll an und lässt genug Zeit verstreichen, damit ich antworten kann. Aber ich schweige.
      „Ich hab den Ärzten dein Verhalten geschildert, als ich dich fand. Sie vermuten, dass Du eine Amnesie hast. Das kann durch einen Sturz, Schlag auf dem Kopf oder ein traumatisches Erlebnis entstehen.“ Er fährt sich verzweifelt mit den Händen durch die Haare und schaut zur Decke hoch, bevor er weiter spricht.
      „Weißt Du, wer ich bin? Als ich dich gefunden hab, warst Du so verschreckt. Erkennst Du mich?“
      Ich schüttle leicht den Kopf. Wieder ein leichter Schwindel. Die ganze Situation ist mir unangenehm. Ich beginne mit der Decke zu spielen.
      „Es tut mir leid.“ Ich sehe zu ihm hoch. Was tut ihm leid? Er sieht so gequält aus und vermeidet den Blickkontakt.
      „Ich hab dir bestimmt eine Riesenangst eingejagt. Das wollte ich nicht, ich... ich wusste nicht, dass… Es macht wohl keinen guten ersten Eindruck, wenn man vor einem wen umbringt, was?“ Ich lächle ihn scheu an, was ihn richtig strahlen lässt.
      Ich habe keine Angst mehr vor ihm. In seinen Augen kann ich erkennen, dass er mich liebt und alles Machen würde, um mich zu beschützen.
      „Das stimmt“, sage ich. Meine Stimme ist leise und unsicher, aber nicht mehr so rau und gebrochen wie zuvor.
      Seine Augen werden größer und strahlen förmlich. „Wollen wir noch mal neu anfangen? Jeder hat eine dritte Chance verdient, sich vorzustellen.“ Er grinst unverschämt und ich kann in seinen Augen sehen, dass er einen Scherz gemacht hat. Ich erwidere scheu sein Grinsen und strecke ihm die Hand entgegen. Er ergreift sie dankbar.
      „Ich bin Lenhardt, aber meine Freunde nennen mich Len. Dein ehemaliger und zukünftiger bester Freund.“ Er blickt mich gespannt auf meine Antwort an. „Freut mich, dich kennenzulernen, Len. Ich… also… mein Name… ähm…“ Ich versuche mich an etwas zu erinnern. Nichts. Dröhnende Kopfschmerzen bahnen sich einen weg an. „Sie… du.,. du hast mich Lil genannt. Ist... ist das mein Name?“
      Trauer steigt in seinem Gesicht auf.
      „Ja! Also nein… ich meine,... das ist dein Spitzname. Dein richtiger Name ist Lilie wie die Blume.“ Er rutscht näher zu mir und blickt mich ernst an. „Kannst du dich an irgendetwas erinnern? An etwas aus deiner Kindheit an den Überfall? Irgendwas?“
      Ich schweige kurz und überlege, was ich antworten soll.
      „Ich kann mich an nichts erinnern. Ich kannte meinen Namen bis grade nicht, ich weiß nicht, wer meine Eltern sind, wo ich hier bin. Da…“, ich zeige auf meinen Kopf, „da… ist es leer… nichts… schwarz bis zu dem Moment, wo ich im… im Garten aufgewacht…“
      Meine Stimme bricht ab.
      Mein Hals schnürt sich zu und Tränen schießen in meine Augen.
      Ich kann Sie nicht zurückhalten, also lass ich Sie einfach laufen. Er lehnt sich zu mir vor und zieht mich auf seinen Schoß.
      Ich vergrabe mein Gesicht in seiner starken Schulter. Len hält mich ganz fest und streicht sacht mit einer Hand über mein Haar.
      „Schhhhhh… Schhhhhh… Lil, es wird alles gut. Du brauchst nur Zeit und Ruhe, dann kommt die Erinnerung ganz von selbst.“
      „Was ist, wenn nicht?“, schluchze ich in seine Schulter. Len drückt mich noch fester an sich.
      „Ich helfe dir dabei“, sagt er ganz zuversichtlich. „Zusammen schaffen wir das, wie sonst auch immer.“
      Noch eine ganze Weile bleiben wir so sitzen, bis ich keine Tränen mehr hab.
      Ohne Mühe steht er mit mir im Arm auf und setzt mich Vorsicht wieder zurück aufs Bett.
      „Ich hol schnell einen Arzt, damit ich dich hier raus bringen kann. Du wirst dich in deinem Zimmer bestimmt wohler fühlen als in diesem farblosen Raum.“ Er lächelt mich an, dann dreht er sich um und geht zur Tür hinaus.
      Allein.
      Ich versuche nochmal all meine Gedanken zu sortieren und die Informationen zu ordnen.
      Ich heiße Lillie, wie die Blume. Meine Freunde nennen mich Lil. Len ist mein bester Freund, an den ich mich nicht mehr erinnern kann. Ich hab eine Amnesie, weshalb ich mich an nichts aus meinem Leben erinnern kann. Momentan liege ich im Krankenflügel und warte auf Len, der einen Arzt holt.
      Piep… Piep... Piep...
      Was ist das?
      Das Geräusch ist da, seit dem ich wach geworden bin. Ich sehe mich im Raum um.
      Da!
      Eins der vielen Geräte, gleich neben mir, piept immer, wenn dieser Strich nach oben ausschlägt. Ein Kabel von diesem Gerät führt direkt zu mir. Unter dem weißen Nachthemd, teilt es sich in drei Teile und verbindet sich mit meiner Haut.
      Das Gerät misst meinen Herzschlag. Sobald der Herzschlag zu langsam oder zu schnell wird, beginnt ein Alarm. Eine Lampe begint dann rot zu leuten, damit jeder Arzt und Pfleger informiert wird.
      Piep … Piep … Piep …
      Ein sehr alter Mann, ganz in Weiß gekleidet, betritt mein Zimmer. Im Folgen zwei junge Männer, vermutlich in Lens Alter. Sie sind auch ganz weiß gekleidet und haben ihre Haare ganz kurz geschnitten. Sie machen momentan die Ausbildung zum Arzt, das sieht man an der Frisur, dem Klemmbrett und der Art, wie sie dem Doktor an den Lippen hängen.




      Mein Zuhause stellt sich als eine ganze Etage an Zimmern heraus. Meine Mutter und ich hab hier gewohnt, jetzt wohne ich hier alleine. Mein Schlafzimmer ist sehr groß und geräumig. Ein riesiges Himmelbett steht links an der Wand. Eine Seite, besteht nur aus eine Fensterfront, mit einem perfekten Blick auf den Garten. Die Zweige der Eiche reichen bis zum Balkon hoch. Rechts im Raum steht am Fenster ein Schminktisch mit vielen bunten Fläschchen, die alle unterschiedlich riechen. Einen Schritt entfernt führt eine große Tür in ein Bad mit einer in den Boden eingelassenen Wanne, einem langen Waschbecken und einem Spiegel, der eine ganze Wand bedeckt. Die Fenster sind weit oben angebracht und klein, trotzdem kommt tagsüber genug Licht herein. Abends wird der Raum durch kleine Lämpchen an der dunkelblauen Decke erleuchtet. Es ähnelt dem Sternenhimmel in der Nacht. Len erzählt mir, dass das mein Dad für mich bauen gelassen hat. Weil ich früher Abends nur draußen im Bach baden wollte, um die Sterne zu sehen. Deswegen ist der Boden aus grünen Fliesen mit grünen flauschigen Verlegern. Die Wände haben das Muster von Bäumen und die Badewanne ist braun gehalten. Alles erinnert an einen kleinen Tümpel im Wald.
      Neben dem Bad ist eine weitere Tür, die zu einem begehbaren Kleiderschrank führt. Fein säuberlich sortiert hängen hier Kleider, Hosen, Oberteile und was man noch so brauchen könnte.
      Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Jede Jahreszeit hat einen eigenen kurzen Gang. Alles in Weiß und Naturtönen, einige Kleider strahlen leuchtend Rot heraus.
      Das Zimmer löst nur leider keine Erinnerungen bei mir aus.
      Len zeigt mir die anderen Räume und erzählt mir so einiges über die Besonderheiten. Das Zimmer meiner Eltern sieht meinem sehr ähnlich, nur dass es zwei begehbare Kleiderschränke hat. Das Badezimmer ist auch anders, in Weiß- und Grüntönen gehalten, mit Blumen.
      Die Gästezimmer sind in Grün- und Blautönen gehalten und sind wesentlich kleiner. Wir haben ein geräumiges Wohn- und Esszimmer und eine kleine gemütliche Küche. Für meinen Dad gibt es ein Arbeitszimmer, das als Büro diente, bevor er vor einigen Jahren im Krieg auf dem Schlachtfeld verstarb.
      Das letzte, was mir Len zeigt, ist der Balkon in den überdachten Garten. Links und rechts stehen Blumenkästen wie unten im Garten. Auch hier oben blühen alle Blumen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. In der Mitte steht ein Pavillon mit Bänken und einem Tisch. Das ist der Lieblingsplatz von mir und meiner Mum. Wir verbrachten hier Stunden damit, die Blumen zu versorgen.
      Wir haben beide eine Begabung für Pflanzen. Egal, was wir machen, die Pflanze wachsen immer und blühen in kürzester Zeit auf. Wir haben auch in der Nähe vom Krankenflügel ein Gewächshaus, für die Kräuter und Heilpflanzen, die man zum Heilen braucht.
      Len setzt sich auf eine der Bänke und beginnt sich zu sonnen. Ich gehe von Beet zu Beet und betrachte die verschiedenen Blumen. Primeln, Narzissen, Margeriten und viele mehr. Was auffällt, sind die Lilien. Sie wachsen mittig in jedem Beet, das auf der rechten Seite der Terressa liegt. Auf der linken Seite des Balkon sind in der Mitte Margeriten gepflanzt.
      In der Nähe der Glastür steht ein Brunnen und mehrere Gießkannen. Ich fülle sie auf, und gebe jedem Beet zwei Kannen, da es ein sonniger warmer Tag ist und die Pflanzen sonst zu welken beginnen. Auf der Margeriten-Seite lassen die Blumen schon leicht die Köpfe hängen. In dem Moment, als das Wasser die Erde berührt, nehmen die Blumen das Wasser auf und heben die Köpfe. Die Farben strahlen noch intensiver als davor.
      Das letzte Beet ist gegossen, ich trage die Gießkanne zurück und sortiere sie der Größe und Farbe nach. Len hat mich die ganze Zeit dabei beobachtet. Ich setzte mich neben ihn auf die Bank.
      „Wie geht’s dir?“, fragt Len und starrt weiterhin nach vorne in den Sonnenuntergang.
      „Ganz okay, ich kann mich an die Blumennamen erinnern und dass man sie täglich mit circa zwei Kannen gießen muss, wenn es so warm und sonnig ist. Aber an mehr nicht.“
      Wir schweigen kurz.
      „Mutters Blumen lassen die Köpfe hängen, sie vermissen ihre Anwesenheit“ stelle ich fest.
      Len blickt mich kurz an, dann legt er seinen Arm um meine Schulter und zieht mich näher zu sich. Ich lege meinen Kopf auf seine Schulter und merke, wie erschöpft ich wirklich bin.
      „Woher weist du, wem welche Blumen gehören?“ Mit seinem Zeigefinger zeichnet er kreise auf meine Schulter. „Durch die Blumen in der Mitte Lilien für mich und Margareten für meine Mum Margarete“ murmle ich leise.
      Sein zustimmendes Nicken ist an meinem Kopf zu spüren.
      Wir verfallen wieder in Schweigen. Vor uns geht langsam die Sonne hinter den Mauern unter. Das Sitzen ist trotz des Schweigens angenehm.
      Der ganze Himmel ist in rote und orange Töne eingefärbt. Ganz leicht, kann man über uns am Himmelszelt die ersten funkelnden Sterne erkennen. Meine Augenlider werden vor Erschöpfung immer schwerer. Ich kuschel mich ein bisschen näher an Len, und lege die Füße auf die Bank neben mir. Dann fallen mir die Augen zu und ich sinke in einen tiefen Schlaf.