Self-Publishing (Ideensammlung)

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    • Cory Thain schrieb:

      Wenn ich meine Meinung mitteilen will, tu ich das schon sehr viel genauer als nur "Oh, doll!"
      Dann ist doch alles gut.
      Jedweder Kommentar, den ich zu einem Text abgebe, ist kein Eingriff in die Gestaltungsfreiheit des Autors. Ich bin weder willens noch in der Lage, dem Autor irgendwas vorzuschreiben.
    • Was ich mich naiv frage.
      Wenn ich meine Geschichte fertig gestellt habe und diese bei einem freien Lektor gegengelesen wurde. Dann gestalte ich ein Cover und suche mir eine Druckerei, die mir 100 Exemplare für 3 Euro das Stück druckt. So funktioniert, dass mit dem SP doch?
      Wie finde ich dann aber Leser/Käufer? Ist das nicht eher das größte Problem beim Self-Publishing?
      Beim E-Publishing wird doch gerade in Fantasy-Bereich raubkopiert ohne Ende. Oder?
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sensenbach ()

    • Ich habe ja eigentlich gesagt, dass ich mich die Woche zurück halte mit meinen Kommentaren. Aber dieses Thema lässt mich nicht in Ruhe :huh:

      Erstmal finde ich es gut, dass das Thema überhaupt aufgegriffen wird. Ihr habt das alles super aufgelistet und man kann für sich deshalb gut entscheiden, ob das was für einen ist...

      Meine Meinung dazu ist schlicht: für mich keine Option. Und das hat auch einen ziemlich festen Grund und zwar der Punkt Geld. Ich, als Ottonormalverbraucher, habe leider nicht das nötige Kleingeld, um ein zukünftiges Buch selber zu publizieren. (sein wir mal ehrlich, die wenigsten, die den Wunsch an ein eigenes Buch haben, sind vermögend genug um das zu schaffen)... Hier irgendwo kam der tolle Spruch: Wer hat, der kann. Und das ist auch so. Und ehrlich gesagt, schreckt mich ein Gedanke auch noch ab. Bekomme ich genügend Gewinn um die Ausgaben zu decken und mir auch noch was in die Tasche stecken kann?
      Ich möchte diese Variante nicht schlecht reden und ich finde es auch gut, dass es so etwas gibt. Eine Möglichkeit, auch ohne einen "richtigen Verlag" sein Buch an den Mann zu bringen.

      Da schon viel zum Thema gesagt wurde, belasse ich das dabei und greife mal @Sensenbach s Frage auf.
      Ich kann mir das nur so vorstellen, dass du dir selber Gedanken um Werbung etc. machen kannst, sicher gibt es bestimmt auch Dienstleister, die sich damit befassen... Ich habe auch mal gehört, dass man in die Buchläden gehen kann und seine Werke dort vorstellen kann. Ich denke, das funktioniert aber eher bei den kleinen Stadtbücherein oder? ?(
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-
    • Sensenbach schrieb:

      Was ich mich naiv frage.
      Wenn ich meine Geschichte fertig gestellt habe und diese bei einem
      freien Lektor gegengelesen wurde. Dann gestalte ich ein Cover und suche
      mir eine Druckerei, die mir 100 Exemplare für 3 Euro das Stück druckt.
      So funktioniert, dass mit dem SP doch?
      Wie finde ich dann aber Leser/Käufer? Ist das nicht eher das größte Problem beim Self-Publishing?
      Beim E-Publishing wird doch gerade in Fantasy-Bereich raubkopiert ohne Ende. Oder?
      Die Frage ist völlig normal. Es kursieren so viele Infos rund ums SP im Netz, dass man sich wirklich erstmal einen Grobüberblick verschaffen muss.

      Wenn man sozusagen ein komplettes Selfpublishing macht, dann läuft das so, wie du sagst.
      Du musst vor dem Druckenlassen noch entscheiden, ob du die Bücher völlig allein verkaufen willst (über deine Internetseite oder am einem Marktstand) und ergo keine ISBN brauchst, dann musst du nur mal rechecherieren, ob die Deutsche Nationalbibliothek trotzdem ihre Pflichtexemplare haben will. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob es irgendwelche Stellen gibt, denen du den Verkaufspreis melden musst, immerhin gilt in Dtl. die Buchpreisbindung.
      Wenn du im Buchhandel (on- oder offline) eine Chance haben willst, brauchst du eine ISBN (wo man die herkriegt, ist zu ergoogeln).
      Und dann muss du den Vetrieb organisieren. Dafür gibt es Vertriebsdienstleister (da ich das so nicht mache, kann ich wieder nur auf google und SP-Gruppen verwiesen). Oder du nimmst selbst mit den Händlern Kontakt auf (amazon, Thalia etc. sowie der Buchladen vor Ort) - Amazon hat da z. B. mehr oder weniger standardisierte Verfahren. Achtung! Bei der Buchpreisgestaltung die Händler-Spannen nicht vergessen! Auch wichtig: Es gibt Listen bestellbarer Bücher von Großhändlern, die die Buchläden vor Ort nutzen, wenn ein Kunde kommt und nachfragt!
      Je nachdem, was du da nutzt, kommt die (steuer-)rechtlich einwandfreie Abwicklung (z.B. Wie sehen Rechnungen aus? Wie entrichte ich die Umsatzsteuer? Gewährleistung etc.) des Vertriebes dazu.
      All das kann man so machen. Vorteil: Durch das "Auflage-Drucken" kannst du den Verkaufspreis etwas günstiger halten. Nachteile: Wo die Bücher lagern? Hoher kaufmännischer Aufwand.

      Genau hier liegt meiner Meinung nach der größte Vorteil, wenn man auf Print-on-Demand-Dienstleister wie BoD oder tredition zurückgreift (es gibt auch andere Nicht-Abzocker / ob es auch [seriöse] Auflage-druckende Dienstleister gibt, weiß ich). Denn hier läuft das so:
      Du kümmerst dich um den Text, um den Buchsatz und das Cover (ganz oder soweit, dass du den oft auf den Plattformen angebotenen Cover-Generator nutzen kannst), lädtst diese Druckdaten hoch und den (fast ganzen) Rest macht der Dienstleister. Er stellt die ISBN zur Verfügung, kümmert sich ums Listing bei den großen Händlern und im VlB (Verzeichnis lieferbarer Bücher), liefert die Bücher aus, kümmert sich um die Abrechnung (du musst nur ermitteln, ob du Umsatzsteuer-pflichtig bist oder nicht) und zahlt dir in regelmäßigen Abständen deine Marge aus … Genau in die Verträge schauen! Meist werden z. B. auch die Pflichtexemplare verschickt.
      Nachteil: Da on-demand gedruckt wird, sind die Verkaufspreise oft ein bisschen höher und vom Gewinn (Preis - Druck&Materialkosten - Handelsspanne), den das Buch erzielt, behält sich der Dienstleister etwas ein. Deshalb sind diese Dienstleister auch durchaus daran interessiert, dass die Bücher verkauft werden, obwohl sie vorab eine Gebühr verlangen (BoD classic ca 20 Euro; tredition ca. 150 Euro).

      Man kann bei den meisten dieser Dienstleister auch Zusatz-Pakete buchen, wie Lektorat, Korrektorat, Werbe-Zusatz-Pakete etc. In jedem einzelen Fall sollte man prüfen, ob man dieses Geld ausgeben will. (Hier schlagen Abzocker gern zu, indem sie viel Geld für wenig gute Leistung haben wollen.)

      Apropos Werbung: Es gibt natürlich auch Dienstleister, deren Spezialgebiet Werbung & Public Relations für Autoren ist. Das muss man sich dann aber echt leisten können, für den völligen Anfänger ist das eher nichts (obwohl der es am ehesten brauchen könnte).



      LadyK schrieb:

      (sein wir mal ehrlich, die wenigsten, die den Wunsch an ein eigenes Buch haben, sind vermögend genug um das zu schaffen)...
      Das stimmt so nicht. Es gibt massenhaft SP-Bücher da draußen - so viele "Vermögende" gibt es in Deutschland gar nicht. Und man findet immer wieder Bücher von Leuten, die (an ihrer Vita erkennbar) defintiv nicht in Geld schwimmen. Im Extremfall (also wenn du alles alleine stemmen kannst), kostet dich das Veröffentlichenn bei BoD z.B. gerade mal 20 Euro, bei tredition 150 Euro.
      Aber du hast natürlich insofern recht, dass es mit Blick auf den Verkaufserfolg nicht verkehrt ist, sich das Cover vom Profi machen zu lassen (ab 60 Euro bis hoch zu "Oh! Teuer!"). Wer es nicht kann und richtig machen will, engagiert einen Setzer (Preise kenne ich nicht). Sehr empfehlenswert ist immer ein Korrektorat (ab 1 Euro je Normseite - je nach Korrektor und Ausgangsqualität des Textes). Und auch ein Lektorat sollte drin sein (ab 3 Euro pro Normseite, meist aber eher etwas mehr // Das ist vermutlich der teuerste Part an der ganzen Sache *); wer das absolut nicht stemmen kann, sollte wenigstens kompetente Betaleser um Hilfe bitten.
      (* neben den Druckkosten, wenn man Auflage druckt. Aber das muss man ja nicht, siehe oben. // Die Preise sind ganz grobe Richtlinien vom "freien Markt" und nach oben offen.)

      Wie gesagt: Man kann all diese Kosten minimieren, wenn man dafür in Kauf nimmt, dass das Buch als laienhaft erkannt wird (weil man es eben doch selbst nicht so gut hinkriegt) und sich deshalb schlechter verkauft.
      Spoiler anzeigen
      (Ich persönlich schätze es sehr, wenn man Büchern nicht anmerkt, dass an Lektorat und Korrektorat gespart wurde. Siehe die Diskussion oben über die überduchschnittlich häufig schlechte Qualität von SP-Büchern. Bei Satz und Cover bin ich nicht direkt mäklig, aber wenn es da schlecht aussieht, beeinflusst das natürlich den Erst- und den Gesamteindruck.)


      Und wie auch schon mal erwähnt: So ein Projekt macht man nicht in drei Wochen, da ist Zeit, ein bisschen zu sparen oder sich eventuell Geld zu leihen (aus meiner Sicht eine riskante Option, aber es gibt sie). Auch Ratenzahlungen kann man bei freien Lektoren, Korrektoren und Grafikern anfragen. Und - wie gesagt - als SPler ist man normalerweise an keinen Termin gebunden, man kann sich als0 auch an den aktuellen finanziellen Umständen bei seiner Arbeit ausrichten.
      Jedweder Kommentar, den ich zu einem Text abgebe, ist kein Eingriff in die Gestaltungsfreiheit des Autors. Ich bin weder willens noch in der Lage, dem Autor irgendwas vorzuschreiben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von jon () aus folgendem Grund: Tippfehler behoben

    • Ich habe ja schon einmal irgendwo geschrieben, dass SP für mich nicht in Frage kommt. Die Gründe dafür habe ich auch in meinem Blog dargelegt.
      Aber vielleicht nochmal zusammengefasst.
      Eins noch vorweg: Ich habe jetzt hier mal bewusst alle „DKZV’s“ sowie andere schwarze Schafe und so krams rausgelassen und mich auf die, für mich wichtigen Fakten beschränkt. Auch gehe ich nicht auf die Frage ein, wie SP den Buchmarkt so beeinflusst - das würde nämlich ein Referat werden XD^^

      1.) Das erste, was mich bei SP abschreckt, ist der Zeitaufwand. Ich bin voll berufstätig und auch gerne mal im Ausland unterwegs. Ich habe einfach keine Zeit neben meinem Job, mich noch um Marketing und Vertrieb zu kümmern. Ich möchte meine geringe Freizeit eigentlich mit Schreiben verbringen, denn das macht mir ja Spaß...
      Ja, ich weiß, dass man je nachdem, wie man daran geht, ja andere bezahlen kann, die sich um gewisse Dinge kümmern. Aber es kostet halt auch wieder Geld...
      Was mich zum 2ten Punkt führt.

      2.) Kosten
      Klar kann man sagen, dass es da auch günstige Varianten gibt. Bei Tredition und BoD gibt es da, je nach Paket, ne einmalige Zahlung von 150€, bzw. bis zu 250€, was ehrlich gesagt nicht viel ist. (Anmerkung: Die Infos kommen von der Homepage. Ihr kennt mich, normalerweise durchforste ich erst alle AGB’s und den Vertrag, bevor ich ein Urteil fälle, aber das war jetzt hier nicht möglich. Also wie gesagt, das sind die HP infos.)
      Hinzukommt, dass ich für mich selbst entschieden habe, mein Buch niemals unlektoriert auf den Markt zu werfen. Ich meine, klar ... Ich selber kann das x-Mal querlesen und ich weiß, dass es hier auch im Forum Leute gibt, die mich da unterstützen würden, aber ich meine mir einzubilden, dass ein professionelles Korrektorat und Lektorat da noch einmal anders drauf guckt. Das sind Profis, die haben täglich Texte vor sich und lesen Dinge anders. Vor allem ist man als Autor ja oft Textblind.. (Also mir geht das oft so..)

      Wenn ich also mal mit 3€ pro Seite rechne (weiß nicht, ob das so hinkommt, hängt ja auch vom Aufwand ab, aber nur mal sooo grob!) Dann komme ich bei ca. 900 Seiten auf 2.700€ nur für das Lektorat....
      So, und hier haben wir dann ein Sümmchen erreicht, wo ich sage – Nope! Und hinzukommt ja noch das Coverdesign (weil ich zu blöd für sowas bin) etc.

      Das alles liegt aber an meinem eigenen Qualitäts Anspruch. Weil, da steht am Ende auf dem Buch mein Name drauf, also solls bitte auch die Leser nicht verzweifeln lassen, weil sie im Textfluss durch Dinge gestört werden, die mir nicht aufgefallen sind. Nennt mich Perfektionist - ist mir egal, aber ich will nicht, dass jemand mein Buch in den Händen hält, bevor nicht ich +1 Experte (Lektor, oder so) davon überzeugt sind, dass das so passt. Denn gerade DwM ist an Komplexität kaum zu überbieten....


      BoD:
      Ich habe mal den Book on Demand Rechner angeworfen als Beispiel für mein DwM Buch.
      Habe zwar oben schon festgestellt, dass ich mir ein Lektorat finanziell aus eigener Tasche nicht leisten kann, aber Rechenbeispiele kosten ja nichts.^^

      Also bei BoD ist es so, dass man auf der Homepage online berechnen kann, was das ganze kosten wird, bzw. wo der Buchpreis am Ende liegt. Probiert es selbst aus: Hier der Link. (bod.de/autoren/buch-veroeffentlichen/preiskalkulation.html)

      Aber ich stoße direkt auf das erste Problem :D . Maximale Seitenanzahl ist 700. Tjoa und ich liege ca. bei 900 Buchseiten! – Mist! :D.

      Nehmen wir mal an, ich könnte 200 Seiten kürzen (unwahrscheinlich), denn das würde bedeuten, dass ich 200 Seiten „Mist“ geschrieben habe, oder um es anders zu formulieren – 200 Seiten die nicht relevant für den roten Faden sind. Und das glaube ich nicht – also ich hoffe, dass ich das nicht getan habe XD..^^ Dann ergäbe sich für mich folgendes Bild.



      Erstmal ist zu sagen, dass mir der vorgeschlagene Endpreis von 20,99 gefällt. (Wir erinnern uns: Novum sagte irgendwas von 36€ – Ich weiß auch, dass der Verlag ein schlechter Referenzwert ist, lasst mich...^^). Und JA ich schaue zuerst auf den Endpreis, weil mir die Marge mal scheiß egal ist, denn die kriege ich ohnehin nicht, wenn das Buch überteuert ist und von niemandem gekauft wird. Bin schließlich Jungautor und keiner kennt mich!

      An und für sich, also gar nicht so schlecht. Löst aber mein Problem mit den 900Seiten nicht. Klar könnte ich jetzt drüber nachdenken die 900 Seiten in 2 Bände zu packen, wobei ich davon überzeugt bin, dass die Spannungskurven drunter leiden würden. Außerdem müsste ich unglaublich viel umstellen, den Plot anpassen und Charaktere anders einbinden, was am Ende ein Lektorat noch notwendiger machen wird, als ohnehin schon. *seufz*^^


      Ich denke, es ist so, dass man sich überlegen muss welcher Weg der beste ist, für das aktuelle Projekt. Und ich komme hier wieder zu dem Schluss, dass für DwM Selfpublishing einfach nicht in Frage kommt. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, eines meiner Randprojekte über SP zu veröffentlichen. Zum Beispiel HIS Rules. (Ja, und Skadi haut mich gleich wieder, weil ich da nicht weiterschreibe)^^. Aber hier werden es in etwa 350 Seiten, das ist stemmbar und auf Grund der Kürze des Buches und der geringeren Komplexität vermutlich auch ohne Lektorat möglich – Keine Ahnung, ist auch nur ne Vermutung, denn das Projekt ist ja noch am Anfang.^^

      Ich glaube einfach, dass umfangreiche Werke ihr Zuhause nicht im SP haben. Aber das ist nur meine Meinung. Denn wie gesagt, ich sehe DwM hier eher bei den großen Publikumsverlagen richtig aufgehoben. Ob mir das gelingt steht auf nem völlig anderem Blatt, aber Piper prüft das Werk ja gerade. Durchaus möglich, dass sie es ablehnen und ich dann nocheinmal 3 Jahre dran arbeite, bevor ich den nächsten Versuch wage, wer weiß das schon? Nur ich, für mich kann sagen, dass für mein Herzblutprojekt SP keine Option ist, was ja aber nicht heißt, dass es nicht für viele andere doch ein gangbarer Weg sein kann.

      So far, Cheers
      Rael

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Kein Problem, mein Beitrag soll ja auch kein Überreden zu SP sein, Rael. Deine Gründe sind stichhaltig. Ich sage ja: SP nicht nicht für jeden Autor etwas. Und, wie an deinen Beispielen zu sehen, auch nicht für jedes Buch.

      PS: Was den Aufwand angeht: Es kann dir auch beim Verlag passieren, dass deren Lektor mit dir noch kräftig an dem Buch schrauben will. Und die Länge: Auch da könnte durchaus die Ansage kommen "Gern, aber nicht 900 Seiten." (Ich hab grade mal so ein Ziegelstein-Buch in die Hand genommen, das wegen seiner Unhandlichkeit eigentlich nicht mehr ordentlich lesbar ist. Und dann reingeschaut: 614 Seiten. Deines wäre ein halb mal dicker. Das ist als Print dem Leser eigentlich kaum nicht zumutbar. Als E-Book schon.)
      Jedweder Kommentar, den ich zu einem Text abgebe, ist kein Eingriff in die Gestaltungsfreiheit des Autors. Ich bin weder willens noch in der Lage, dem Autor irgendwas vorzuschreiben.
    • jon schrieb:

      (Ich hab grade mal so ein Ziegelstein-Buch in die Hand genommen, das wegen seiner Unhandlichkeit eigentlich nicht mehr ordentlich lesbar ist. Und dann reingeschaut: 614 Seiten. Deines wäre ein halb mal dicker. Das ist als Print dem Leser eigentlich kaum nicht zumutbar. Als E-Book schon.)
      Hast du völlig recht mit. Es wird halt irgendwann auch unhandlich.
      Ich habe hier Kristen Britains Reiter "Trilogie" liegen, veröffentlicht von Heyne. Der schwarze Thron hat 910 Seiten inkl. Epilog und Danksagung. Ist noch im Rahmen, weil die Seiten unglaublich dünn sind. Aber ich verstehe, was du meinst.
      Theoretisch gesehen ist es möglich, aber ja... sollte der Fall eintreten, dass ich überhaupt Diskussionen führen darf - wird es diese Diskussionen auch geben.^^- und keine Sau weiß, wie das endet^^.

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Sensenbach schrieb:

      Was ich mich naiv frage.
      Wenn ich meine Geschichte fertig gestellt habe und diese bei einem freien Lektor gegengelesen wurde. Dann gestalte ich ein Cover und suche mir eine Druckerei, die mir 100 Exemplare für 3 Euro das Stück druckt. So funktioniert, dass mit dem SP doch?
      Wie finde ich dann aber Leser/Käufer? Ist das nicht eher das größte Problem beim Self-Publishing?
      Beim E-Publishing wird doch gerade in Fantasy-Bereich raubkopiert ohne Ende. Oder?
      Du findest deine Leser genauso wie es auch ein Autor in einem Verlag machen würde. Bei 100.000 Neuerscheinungen in Verlagen pro Jahr wird nur ein Bruchteil der Bücher vom Verlag beworben. Vor allem bei den 1000 Klein- und Kleinstverlagen gibt es kein Budget für Werbung.
      Da muss sich der Auor selbst kümmer. Da geht maximal ein Newsletter und eine Medieninfo raus, in der ist das Buch aber zusammen mit einem Haufen anderer Neuerscheinungen aufgeführt.

      Nur wenn sich der Autor dreht, dreh sich auch das Buch. Entsprechend gibt es absolut null Unterscheid zwsichern SPLern und den Großteil der anderen Autoren.
      D.h. - selbst an die Presse herantreten; Radios anschreiben, Blogger anschreiben, Lesungen, Leserunden auf div Webseiten, Forenarbeiten, Blogtouren, etc pp. Eben alles, was auch ein Verlagsautor unternimmt, um sein Buch bekannt zu machen.
    • PeryRhodan schrieb:

      Bei 100.000 Neuerscheinungen in Verlagen pro Jahr wird nur ein Bruchteil der Bücher vom Verlag beworben. Vor allem bei den 1000 Klein- und Kleinstverlagen gibt es kein Budget für Werbung.
      Da muss sich der Auor selbst kümmer. Da geht maximal ein Newsletter und eine Medieninfo raus, in der ist das Buch aber zusammen mit einem Haufen anderer Neuerscheinungen aufgeführt.
      Ich wollte mich wirklich hier nicht äußern, aber diese Äußerung ist grundlegend falsch. Da musste ich jetzt einfach was sagen.

      Jeder Klein oder Kleinstverlag, der seinen Namen verdient, ist:
      - auf Buchmessen aktiv, wo am Stand die Werke beworben werden.
      - hat einen Internetauftritt, wo die Werke gelistet und beworben werden.
      - schickt kostenlose Probeexemplare an interessierte Buchhändler.
      - hat Blogger, die ebenfalls Probeexemplare bekommen und öffentlich kommentieren (bei amazon etc).
      - Besitzt einen Bestellkatalog, wo u.a. Neuheiten großflächig beworben werden.

      Und das ist nur das Minimum, da gibt es sicher noch mehr Dinge. Was ich auch schon gesehen habe, sind Lesezeichen mit einigen Neuerscheinungen. Das machen auch kleine Verlage gerne.
      Oder Mengenrabatt: Du kauft's fünf Bücher, und du bekommst ein sechstes kostenlos dazu. Oder bei fünf Büchern gibt es eine Neuerscheinung kostenlos dazu. Ist auch irgendwie alles Werbung.

      Große Verlage haben viele Fehler, aber das sie ihre Neuerscheinungen nicht bewerben würden (und damit ich selbst ins Knie schießen), gehört sicher nicht dazu. Vor allem, da vieles was ich da gelistet habe, kein Kostenfaktor ist der ins Geld fällt. Schon gar nicht für die Branchenriesen. Die können das halt nur ein paar Hausnummern größer angehen als die Kleinverlage.

      Und um den Bogen zum Topic zu finden: Als Selfpublisher hat man diese ganzen Wege nicht, beziehungsweise kosten die richtig Geld. Wenn man nicht zufällig ein Dutzend Blogger kennt, hat man nur wenig Chancen auf amazon (sofern einem die Nutzungsbedingungen nicht egal sind).
      Seine Homepage so interessant zu gestalten, dass Händer auf einen aufmerksam werden, ist hingegen als Selfpublisher nahezu unmöglich. Selbst Kleinverlage haben damit echte Probleme.
      Da einem als Selfpublisher auch keine Vertriebswege offenstehen, hat man hier ein weiteres Problem. Händer nehmen kostenlose Probeexemplare logischerweise nur von ihren Handelspartner an. Man müsste also erst mit den Händler in Kontakt treten, Interessen abwägen, wahrscheinlich sogar (mündliche) Verträge abschließen und könnte dann erst Probeexemplare abschicken. Und damit ist noch lange nicht gesagt, das der Buchhändler dann das besagte Werk auch tatsächlich präsentiert.
    • Also, meine Erfahrung ist nicht dass Du als Self-Publisher keine Chance hast. Es kommt halt drauf an was Du hast - ob das tatsaechlich auch Leute begeistern kann - und was Du Dir als Gewinn vorstellst.

      Ich bin da eher zufaellig reingerutscht, ich habe vor Jahren Einfuehrungskurse zu Tolkien's Elbisch geschrieben und die dann halt auch in Elbischforen vorgestellt - ansprechendes Layout fuer PFDs gemacht (damals hatte ich noch Zeit meine eigenen Fonts zu designen...) und das Ganze zum Runterladen zur Verfuegung gestellt, dann noch auf Englisch uebersetzt.

      Das hat sich durch Mundpropaganda unvorhersehbar verbreitet - auf einmal hatte ich Anfragen von Leuten die das auf Franzoesisch, Russisch, Chinesisch, Arabisch... uebersetzen wollten.

      Irgendwann hat mich Evenstar, die Betreiberin der Seite 'Ambar Eldaron' drauf angesprochen - was wenn wir noch eine Buchedition mit Print-on-Demand machen? Okay - nachdem sie die franzoesische Uebersetzung gemacht hatte, hab' ich sie das in eigener Regie ueber ihre Website machen lassen - unter der Bedingung dass das originale PDF frei runterzuladen bleibt. Also hat sie das erst ueber lulu.com (print on demand) und dann createspace (?) gemacht - amazon hatte zwischenzeitlich die Nutzungsbedingungen so dass ich gesagt habe 'machen wir nicht' - das war dann eine Weile nicht ueber amazon zu haben - inzwischen haben sie wieder geaendert und wir sind wieder ueber amazon zu beziehen,...

      Die PFDs haben inzwischen (mindestens) eine halbe Million Leser weltweit (das wird auch auf vielen Stellen gehostet von denen ich die Downloadstatistik nicht kenne) - die gedruckte Ausgabe verkauft sich zu etwa 100-200 Exemplaren im Jahr (je nachdem ob PJ in dem Jahr grade einen Film macht...), bei einem Gewinn von 8 Euro (durch zwei Personen geteilt) ist das nicht so schlecht.

      ich denke, der Punkt ist - aus dem Stand was verkaufen ist hart - da brauchst Du Werbung und alles. So funktioniert das Internet eher nicht und alles andere kostet - aber Leute fuer ein frei zugaengliches Projekt begeistern, und dann, wenn das einen Namen hat, fuer eine Druckausgabe oder eine aufwaendigere Edition auch Geld nehmen - das geht.

      (In Brasilien hat dann ein Verlag angefragt ob sie die Portugiesische Uebersetzung drucken koennen, also gibt's das da auch so... )
    • Nunja: Für Fanartikel (und ein Buch über "Elbisch" ist ein Fanartikel) gelten nochmal etwas andere Regeln, da ist die Sache mit der "Mund"propganda der Schlüssel …
      Jedweder Kommentar, den ich zu einem Text abgebe, ist kein Eingriff in die Gestaltungsfreiheit des Autors. Ich bin weder willens noch in der Lage, dem Autor irgendwas vorzuschreiben.
    • jon schrieb:

      und ein Buch über "Elbisch" ist ein Fanartikel

      Sieht das 'Tolkien Estate' offenbar anders - die sind sehr kritisch bei Fan-Artikeln - ein Sprachkurs aber gilt als 'scholarly work'.

      Und ja, die Sache mit der Mundpropaganda ist der Schluessel, das ist der Punkt den ich hier versuche zu machen. Die meisten Leute machen nicht einfach so fuer Dich Werbung damit Du Geld verdienen kannst egal wie gut sie es finden - aber sie machen fuer etwas Werbung das der Allgemeinheit zur Verfuegung gestellt wird wenn sie es gut finden.
    • Doch, es ist ein Fan-Artikel - nur ausgewachsene Fans (oder Leute, die sich aus anderen Gründen mit dem Tolkien-Fandom oder mit dem Werk Tolkiens beschäftigen) haben ein Interesse an so einem Buch. Ein "normales" Buch wie z. B. ein Rügen-Krimi kann auch Leute anlocken, die bislang noch nie einen Krimi gelesen haben, und erst recht Leute, die zwar schon Krimis gelesen haben, denen aber Rügen egal ist.
      Jedweder Kommentar, den ich zu einem Text abgebe, ist kein Eingriff in die Gestaltungsfreiheit des Autors. Ich bin weder willens noch in der Lage, dem Autor irgendwas vorzuschreiben.
    • In diesem Sinn ist jedes Fachbuch ein 'Fanartikel' - nur Leute die sich mit Wetterkunde beschaeftigen werden 'A modern Introduction to Meteorology' kaufen...

      (Ich hab' keine Ahnung aus welchen Gruenden Leute Elbisch-Kurse durcharbeiten - ich kenne Linguisten, Rollenspieler, Lehrer die's zu didaktischen Zwecken machen, Liedermacher die sich Texte erhoffen... - das gemeinsame Thema ist, dass sie der Inhalt des Buchs interessiert - und das ist meiner Meinung nach bei jedem Buch so).

      Ich denke der Punkt auf den Du rauswillst ist dass ein Elbisch-Buch nicht 'per se' interessant sein kann, sondern nur von Interesse an Tolkien profitiert - mag sein - aber genauso profitiert ein Ruegen-Krimi von Interesse an Ruegen und ein Fantasy-Buch ueber Vampire von Interesse an Vampiren und ein Reisefuehrer ueber Rom von Interesse an Rom. Ich denke nicht, dass da irgendwie andere Regeln gelten.

      Unser Filmprojekt ist jetzt nicht 'ueber' irgend ein bekanntes Thema - aber die Mittelfinnische Zeitung hat uns vor der Premiere des zweiten Teils eine viertelseite Artikel (mit Bild) gewidmet und die Lokalzeitung fast eine Doppelseite mit Bildern - weil sie von der Idee begeistert waren - sowas als bezahlte Werbung in die Zeitung zu setzen kostet mit einiger Sicherheit ein paar Tausender...

      Fuer mein OpenSource Softwareprojekt (eine detaillierte Space Shuttle Simulation) bin ich vom Betreiber eines grossen Flugsimulatorportals angesprochen worden der mich gefragt hat, ob ich nicht was bei ihm schreiben will - da erreicht man schnell mal 10.000 Simulatorfans.

      Also - ich kann's nur wiederholen - meine Erfahrung ist durchwegs dass wenn Leute von etwas begeistert sind und es toll finden und dann dabei nicht sehen dass sie nur fuer meinen Gewinn arbeiten - dann helfen sie auch bei der Werbung.
    • Schreibfeder schrieb:

      PeryRhodan schrieb:

      Bei 100.000 Neuerscheinungen in Verlagen pro Jahr wird nur ein Bruchteil der Bücher vom Verlag beworben. Vor allem bei den 1000 Klein- und Kleinstverlagen gibt es kein Budget für Werbung.
      Da muss sich der Auor selbst kümmer. Da geht maximal ein Newsletter und eine Medieninfo raus, in der ist das Buch aber zusammen mit einem Haufen anderer Neuerscheinungen aufgeführt.
      Ich wollte mich wirklich hier nicht äußern, aber diese Äußerung ist grundlegend falsch. Da musste ich jetzt einfach was sagen.
      Jeder Klein oder Kleinstverlag, der seinen Namen verdient, ist:
      - auf Buchmessen aktiv, wo am Stand die Werke beworben werden.
      - hat einen Internetauftritt, wo die Werke gelistet und beworben werden.
      - schickt kostenlose Probeexemplare an interessierte Buchhändler.
      - hat Blogger, die ebenfalls Probeexemplare bekommen und öffentlich kommentieren (bei amazon etc).
      Du hättest dich wirklich nicht äußern sollen. All das macht jede normale SPLer ebenso. Entsprechend ist das kein Arguemtn für einen Verlag. Es ist eher ein Argument dagegen. Eben weil sie kaum mehr machen.
    • Na, wenn ich wählen könnte, zwischen einer Veröffentlichung im Heyne Verlag oder selbstgemacht auf Amazon, dann weiß ich, was ich machen würde :pardon:
      Als SPler muss man sich alles selbst kümmern. Wenn einem dies liegt, ist das ja schön und gut. Und es kann sicherlich sogar Spaß machen. Es ist allerdings Zeit, die vom Schreiben neuer Bücher und vom Offline-Leben abgeht. Wenn man dann noch einen Dayjob nachgeht, frage ich mich schon, wie dies erfolgreich gehen soll. Ich selbst bin halt kein Lektor, Werber, Grafikdesigner, Drucker, Blogger etc in einem.
      Die wenigen Autoren, die vom Schreiben leben können, sind sogar bei Agenturen unter Vertrag. Dann bleibt denen mehr Zeit zum Schreiben.

      Ich habe selbst vor kurzem eine Kurzgeschichte bei einem kleinen Verlag untergebracht. Die kümmern sich wirklich sehr um die Vermarktung und sind sogar auf der Frankfurter Buchmesse etc. Das würde ich selbst kaum hinkriegen.
      Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich finde SP vollkommen legitim und schließe auch nicht aus, das selbst mal zu machen. Die Diskussion darum erscheint mir allerdings sehr dogmatisch.

      PeryRhodan schrieb:

      Du hättest dich wirklich nicht äußern sollen
      Lieber @PeryRhodan So einen Kommentar finde ich unangebracht. @Schreibfeder hat seine Einschätzung mit Argumenten untermauert und niemanden angegriffen. Du hast es sicher nicht so gemeint, wie es da steht. ;)
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Sensenbach schrieb:

      Als SPler muss man sich alles selbst kümmern
      Nee...Also, so gar nicht.

      Ich trau' mich wetten dass es hier in diesem Forum alle Faehigkeiten gibt die man braucht - jemanden der gut mit Layout ist, jemanden der gut mit Graphik ist, jemanden der Verbindungen hat und gut Werbung machen kann...

      Man sucht sich halt Leute zusammen die aehnliche Interessen haben, ergaenzt sich und arbeitet zusammen. Ich hab' keine Ahnung von 3d Modellierung - da hab' ich halt fuer mein Space Shuttle Projekt jemand gefunden der das kann. Die ganze OpenSource Software Bewegung basiert auf der Idee dass sich Leute finden die ein Ziel teilen und jeder seine Faehigkeiten einbringt.

      Ich bin mir sicher dass wenn Interesse besteht die Leute hier im Forum in Eigenregie ueber eine print-on-demand Anbieter SP anbieten koennten - hier gibt's Leute die schreiben koennen, die Korrekturlesen koennen, die Graphik machen, koennen..

      Ich meine, ja, heute besteht das Internet ja oft aus Shitstorms und Niederbruellen von anders denkenden - aber der Teil dass man Leute finden kann mit denen man zusammen was auf die Beine stellen kann - den gibt's schon auch noch. Wer alles alleine macht, ist wirklich selber schuld.
    • Und vielleicht noch ein paar Gedanken hinterher - Beobachtungen aus Gespraechen mit Leuten aus der Verlagsbranche und Interviews mit Autoren die ich gelesen habe,...

      Als ich bei Evenstar mal 'Verlag' angesprochen hatte hat sie nur muede gelacht und mir zu verstehen gegeben dass es fuer sie ueberhaupt keinen Sinn ergibt auf ein Geschaeftsmodell von gestern aufzuspringen. Hat mich zumindest zum Nachdenken gebracht.

      Ich glaube, was Verleger, Literaturagenten etc. gerne machen wuerden ist spannende und ungewoehnliche Buecher zu finden, den Autoren Raum zu geben sich da zu entwickeln und ihr eigenes zu finden und diese Buecher dann bekannt zu machen.

      Tatsaechlich steht vielen Verlagen finanziell aber das Wasser bis zum Hals - viele Haeuser sind gar nicht mehr eigenstaendig sondern unter den Dach eines Grosskonzerns (Random House ist da ein grosser Spieler) - da werden Stellen gestrichen, Abteilungen zusammengelegt, da wird gespart. Es wird insgesamt weniger gelesen und es werden weniger Buecher verkauft - und das wirkt sich aus.

      Also scheint die Realitaet eher zu sein dass sich keiner an die ungewoehnlichen Buecher traut die er eigentlich gerne machen wuerde - statt dessen will die Geschaeftsfuehrung den naechsten Bestseller sehen, statt einen Autor zu entwickeln wirbt man lieber erfolgreiche ab oder kauft sich Uebersetzungen, man hat Angst einen Fehler zu machen... Von all den Leuten aus der Verlagsbranche mit denen ich mich unterhalten hatte, hatte ich bei keinem den Eindruck er ist ganze gluecklich mit dem was er macht - und bei den meisten irgendwo die Sehnsucht gespuert ungewoehnliche Buecher zu machen die ihnen was bedeuten statt mehr und mehr Mainstream.

      Von Cornelia Funke - immerhin mit der Tintenwelt richtig erfolgreich gewesen, hatte ich mal gelesen dass sie richtig Probleme hatte 'Reckless' an den Verlag zu bringen - da kam von allen Seiten 'lass das doch, schreib Tintenwelt weiter' - was sie auch richtig frustriert hatte. Ein deutscher SciFi Schriftsteller mit dem ich ueber zwei Ecken bekannt bin hat erzaehlt dass der Korridor an Geschichte die er noch verkaufen kann eher eng ist und die Verleger klare Vorstellungen haben was sie haben wollen - da kann er vieles nicht machen was er machen moechte.

      Bei einem Kleinverlag kann ich mir gut vorstellen dass da auch noch viel Herzblut des Verlegers mit drinsteckt - bei Heyne z.B. eher nicht mehr, das gehoert Random House (wie auch Goldmann und die meisten anderen bekannten Namen in Deutschland), da spielen Geschaeftszahlen die Hauptrolle.

      Also, ich wuerde mit der Frage anfangen - warum will ich eigentlich veroeffentlichen? Und wie will ich beim Schreiben und spaeter arbeiten?

      Wenn's darum geht so viel Geld zu verdienen um davon zu leben fuehrt am groesseren Verlag kein Weg vorbei.

      Wenn's darum geht eine Geschichte hinter der man steht bekannter zu machen - geht auch in SP wenn man sich ein Team von gleichgesinnten sucht - das ist manchmal vom Ergebnis sogar besser als im Verlag (mir faellt spontan die eher bescheidene deutsche Uebersetzung von Harry Potter ein, die verglichen mit der Fan-Uebersetzung die ein Team von motivierten Lesern gemacht hat einfach verliert - nicht die Schuld des Uebersetzers, er hat halt nur so viel Honorar bekommen (der Verlag will sparen...) und muss auch leben und schnell machen, aber... wirft ein Schlaglicht auf die Frage wie man als Autor gerne arbeiten moechte.

      Wundermittel gibt's so oder so nicht - am Ende muss ein Werk Leute begeistern koennen wenn sie sie lesen, sonst schafft sie es weder im Verlag noch in SP. Wenn die Begeisterung da ist, dann gibt's auch die Chance dass beides geht - mit Verlag ist manches bequemer, in SP ist vieles freier und man kann netter zusammenarbeiten weil die Geschaeftszahlen keinen Druck machen.
    • Thorsten schrieb:

      Tatsaechlich steht vielen Verlagen finanziell aber das Wasser bis zum Hals - viele Haeuser sind gar nicht mehr eigenstaendig sondern unter den Dach eines Grosskonzerns (Random House ist da ein grosser Spieler) - da werden Stellen gestrichen, Abteilungen zusammengelegt, da wird gespart. Es wird insgesamt weniger gelesen und es werden weniger Buecher verkauft - und das wirkt sich aus.
      Hallo @Thorsten.
      Ja, diese Thematik habe ich sogar hier im Forum aufgegriffen und angefangen diese Struktur zu durchleuchten. Ist recht kompliziert, aber in der Liste der Fantasyverträge habe ich mit einer Übersicht angefangen, die ich immer weiter verfeinere (wenn ich Zeit dafür habe).

      In den drei großen Konzernen sind die meisten bekannten Namen vertreten, und wie du richtig sagtest, sind bei einigen davon die Geschäftszahlen wirklich mies. Der Grund liegt aber hier hauptsächlich im Missmanagement. Nicht daran, dass weniger gelesen wird. Denn hier muss ich dir ein wenig widersprechen. Die Zahl der Buchverkäufe ist seit etlichen Jahren stabil. Sie schwankt nur. Mal werden im Jahr einige zigtausend Bücher weniger verkauft, mal einige zigtausend mehr. Im Schnitt ist die Zahl aber stabil.

      Allerdings ist es richtig, dass die Bücher der Großverlage immer weniger gekauft werden. Kleinverlage verzeichnen hierfür jedoch oft zweistellige Wachstumszahlen. Und auch die Anzahl der Kleinverlage steigt.
      In der Statistik werden SP-Bücher meist auch nicht erfasst. Man kann also davon ausgehen, dass hier noch ein weiterer Batzen hinzukommt.

      Allerdings stimmt es auch: Wenn man richtig Energie reinsteckt und ein Netzwerk hat, kann man sicher auch ein SP-Buch gut herausbringen. Man braucht dafür sieben oder acht Blogger, die auch schon andere Bücher bewertet habe (für die Amazon-Statistik), man braucht irgendwie einen Draht zu Buchhändlern, damit diese überhaupt auf eine Anfrage reagieren, einen Designer, eine Druckerei die auf einen zugeht....

      Aber das hat kaum einer und wie @Sensenbach so treffend sagte: Mit welcher Zeit will man das durchziehen? Meistens hat man doch einen Vollzeitjob, ein Studium, eine längerfristige Weiterbildung, oder man baut ein Haus oder gründet eine kinderreiche Familie.
    • Im großen und Ganzen geh ich da mit Dir konform, Schreibfeder, ich frag mich allerdings, wieso Du erwartest, dass

      Schreibfeder schrieb:

      eine Druckerei ... auf einen zugeht....
      Wieso sollte sie das? Wenn ich ein Buch rausbringen will, gehe ich auf die Druckerei zu. Woher sollen die denn wissen, dass du einen bahnbrechenden Bestseller (oder was gleichwertiges) in der Schublade hast?

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