Schreibwettbewerb Dezember/Januar 2016/2017 - Voting & Siegerehrung

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    • Schreibwettbewerb Dezember/Januar 2016/2017 - Voting & Siegerehrung

      Welche Geschichte hat euch am Besten gefallen? 19
      1.  
        Kritik (8) 42%
      2.  
        Iythaim's Buch (5) 26%
      3.  
        Die Letzten (6) 32%
      Hey zusammen!

      Mit leichter Verspätung können wir euch endlich den neuen Schreibwettbewerb präsentieren, welcher auch gleich ins Uservoting geht. Erneut sind drei tolle Geschichten bei uns eingetroffen und wir wünschen euch viel Spass beim Lesen!

      Und somit geht der Schreibwettbewerb Dezember/Januar 2016/2017 ins entscheidende Uservoting.

      Folgendes Thema wurde von unserem letzten Gewinner RenLi vorgegeben:

      "Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen."
      Heinrich Heine


      Die Geschichten werden gemessen am Datum ihres Einreichens willkürlich gepostet. So steht ihr im Bezug auf deren Autoren völlig im Dunkeln. ;)

      ACHTUNG: Beim Voten ist man nicht anonym. Somit wird Schummeln ausgeschlossen. Zudem dürfen einmal abgegebene Stimmen nicht mehr verändert werden. Bedenkt das bitte bei eurer Stimmenabgabe!

      Das Voting dauert bis 31. Januar 2017 um 23:59:59 Uhr.

      Viel Spass beim Lesen und Voten! :)

      Euer Fantasy-Geschichten Forum
    • Kritik
      von Zarkaras Jade

      Mit Tränen in den Augen erblickte ich die Gesichter derer, die mich tot sehen wollten. Verschwommen und blass, meine Sicht war getrübt.
      Ich schrie um Hilfe, wollte erhört werden! Doch niemanden interessierte mein Leiden. Niemanden kümmerte mein Schicksal, mein Leben.
      Die Hände waren gefesselt, meine Füße schwer, als wären sie aus Stein. Bluttriefend, mit nichts weiter an als Stofffetzen, die geradeso meine narbenüberzogene Haut bedeckten. Mein Haar, so rot wie das Feuer der Scheiterhaufen, zu denen ich gebracht wurde.
      Kalt war die Luft in dieser sternenklaren Nacht. Sie erschwerte mir das Atmen, verwandelte die Luft zu feinem Nebel, die ich hektisch aus meinen Lungen presste.
      Die Stimmen der anderen gequälten Seelen hier quälten mich ebenso, wie das hämische Gelächter der beiden Wachen, die mich unter den Armen eingehakt umherschleppten. Fratzen des Hasses, der Falschheit und Sünde.
      „Emilia die Hexe“ wurde ich geschimpft. Emilia Arns ist mein Name, der schon bald ohne Bedeutung sein wird, wenn mir niemand hilft.
      Und plötzlich, hätte ich es nicht längst geahnt, kam er …
      Mein Geliebter.
      Wie gewohnt in schwarzer Robe gekleidet und Kruzifix in der rechten Hand, kam er auf mich zu. Ich hoffte zutiefst, dass er mich befreit und all dies hier richtigstellen wird.

      „Welch wunderschönes, blondes Haar du doch hast“, sagte er und fuhr mir durch Genanntes. Mein Kopf ging ihm entgegen, ich sehnte mich nach seiner Nähe. Ich liebte ihn so sehr.
      Doch er erwiderte es nicht …
      Er ließ von mir ab und die Wachen mich weiterschleifen.
      *
      „Sicherlich!“, entglitt es mir vor lauter Empörung, bevor ich das Buch zuschlug und Richtung Kamin warf.
      „So einen Schund habe ich schon lang nicht mehr gelesen! Keine Ahnung, wie man solch einen Mist niederschreiben kann.“
      Wütend auf mich selbst, für diesen Schinken auch noch bezahlt zu haben, sprang ich vom Sessel auf und stampfte zum Fensterbrett, um Streichhölzer zu holen. Anschließend entzündete ich die Duftkerze über dem Kamin und wagte einen Blick auf die Uhr.
      „Fünf vor zwölf.“
      Dann schaute ich hinab zu meinen Füßen, wo das Buch einsam herumlag. An sich war es ja trotzdem wert, gelesen zu werden. Aber ich wollte mich nicht durch hunderte Seiten quälen, nur um den Sinn dahinter zu verstehen.
      „Das Buch ist so grottenschlecht und voller Logikfehler. Wer bitte kann mir erklären, warum du in der ersten Szene rote Haare hast, er dir aber eine blonde Strähne aus dem Gesicht wischt? Und dass du dich wie aus heiterem Himmel in den Inquisitor verliebst, will auch nicht in meinen Kopf gehen.“
      *
      Trostlosigkeit suchte mich heim, erfüllte meine Gedanken mit schrecklichen Bildern. Bildern von der Zukunft. Einer Zukunft, die brennen wird. Genauso wie ich bald brennen sollte, in dem Feuer der Ungerechtigkeit, Naivität und Undankbarkeit!
      Womit hatte ich das verdient? War ich nicht immer dienlich, dem Guten und Gerechten? Ich war keine Hexe. Ich hatte nichts Unrechtes getan. Wieso erhörte mich niemand?
      Liegt es daran, dass ich nur eine einfache Frau bin? Manchmal unsausgeglichen, selten nachvollziehbar?
      Gut, ich sehe es ein. Ich hatte mich nicht immer richtig verhalten. Einige Entscheidungen waren falsch, brachten nicht das gewünschte Ergebnis mit sich.

      „Bitte lasst mich gehen! Bitte lasst mich frei!“
      „Schweigt!“, brüllte eine der Wachen und rammte mir sofort den Speer in die Rippen. Ich zuckte heftig zusammen, verlor den Halt im Schlamm und sackte auf die Knie. Dann kippte ich nach hinten um und der ganze Körper lastete auf meinem angewinkelten, linken Arm. Ich hörte es knacken und reißen. Alles schmerzte mir! Instinktiv griff ich danach und bemerkte die große klaffende Wunde am Gelenk, welche den Knochen teilweise offenbarte. Blut floss in Strömen …
      Mein Arm war gebrochen. Aber niemanden interessierte es.
      *
      „Ach echt?“, stieß ich sarkastisch aus und verdrehte provokant die Augen. „Da wäre ich jetzt nie drauf gekommen, dass du dir den Arm gebrochen hast.“
      Wieder klappte ich das Buch zu, behielt aber den Daumen drin, und drehte es um. Ich suchte die Signatur. „Liu Shan, da habt Ihr aber nicht mit Talent geglänzt, als Ihr dieses Buch geschrieben habt!“
      Kopfschüttelnd klappte ich es wieder auf und las weiter. In der Hoffnung, es würde vielleicht doch noch das Geld wert sein.
      *
      Sie hoben mich wieder auf, ließen mich schreien und kreischen. Es kümmerte sie nicht, wie dreckig es mir ging. Ich war für sie nichts wert. Die rosaroten Reiter, mit ihren Einhörnern und bunt verzierten Lanzen standen auch schon zum Empfang bereit. Und mittendrin mein Bruder Olaf, der breit grinsend eine Fakel hielt und leise das Lied des Todes summte.
      *
      „Also jetzt reicht es aber! Zuerst diese absolut wahnwitzigen Personennamen, dann das total unstimmige Setting und nun auch noch eine längst überflüssige Erklärung von offensichtlichen Tatsachen. Da kann ich auch gleich ein Kochbuch lesen. Dort ist mehr Kreativität enthalten … Das einzig gute sind die erotischen Parts. Da muss ich Euch wirklich mal loben, Liu Shan. Ich empfehle Euch für das nächste Buch mehr davon einzubauen. Dann nehme ich auch gern die Logiklücken in Kauf.“
      *
      „Hütet Eure Zunge!“, rief ich meinem Geliebten, Archibald, zu. „Ich finde es nicht nett, was für lüsterne Eigenschaften Ihr mir zuschreibt. Ich habe nie unchristlich gehandelt. Ich verlange eine Entschuldigung Eurerseits, für die frevelhaften Äußerungen bezüglich meiner privaten Empfindungen!“
      *
      „Jetzt geht es endgültig zu weit! Solch eine Provokation lasse ich mir nicht bieten. Mich, den Leser, auch noch zu kritisieren, das geht eindeutig zu weit.“
      *
      „Ihr habt ein völlig falsches Bild von mir. Bitte gebt mir die Gelegenheit, mich zu erklären ...“
      Doch mein Geliebter erwiderte es nur mit einem kräftigen Schlag auf meine Wange.
      „Bitte lasst das“, winselte ich und begann Blut zu spucken. „Ich habe nichts Unrechtes getan.“
      Dann kullerten mir die Tränen. „Ich dachte, Ihr liebt mich. Ihr wart doch so Feuer und Flamme für mich, als wir uns das erste Mal begegneten. Wieso hat es uns entzweit?“
      *
      „Das waren die ersten zehn Seiten! Da darf man schon davon ausgehen, dass der Rest des Buches auch gut sei.“
      *
      „Dann habt Ihr mich nie richtig geliebt!“
      *
      „Ich habe richtig gelesen!“, brüllte ich das Buch an. „Du hattest einhundert Seiten Zeit, dich weiterzuentwickeln. Aber es kam nichts!“
      Wutentbrannt schmiss ich es durch den Raum, raufte meine Haare und atmete tief durch. Ich begann zu zittern, es fröstelte mich. Recht kühl war es geworden.
      Also entschied ich, den Kamin anzuheizen.
      Einen Scheit nach dem anderen platzierte ich, schichtete sie auf, nahm die Streichhölzer zur Hand und ... fand keinen Zunder mehr. Ich suchte und grübelte, schaute auf dem Sims, im Fenster und den Schubladen.
      Nichts …
      „Ich frage mich, ob ...“ Resignierend verloren sich meine Augen in der hinteren Ecke. Dort, wo das Buch gelandet war.
      *
      „Ich blieb so, extra für Euch. Wieso verlangt Ihr auf einmal Veränderung? Wir haben uns doch geliebt, wisst Ihr nicht mehr? Erinnert Euch an die schöne Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Wollt Ihr all das mit mir auf dem Scheiterhaufen verbrennen?“
      Meine Worte wurden immer noch nicht erhört. Archibald packte mich, zerrte mich zum Scheiterhaufen hinüber und schubste mich schlussendlich auf diesen. Sein grässliches Lachen verstummte in der ewigen Weite. Seine schuldigen Augen, wie sie mich anstarrten und mein Herz durchbohrten. Ich verzweifelte daran. Ich wollte es nicht wahrhaben, dass er mich verraten hatte.
      Meinen nackten Körper auf dem Holz abstützend, ballte ich krampfhaft die Fäuste und schrie ihn aus tiefster Kehle an. „Ich hasse Euch! Möge der Herr Euch bestrafen für diese blasphemischen Gedanken. Das werde ich Euch nie verzeihen. Möget Ihr nach Eurem Tode niemals Ruhe finden. Ich werde Euch in Euren schlimmsten Albträumen verfolgen! Ich verlange Gerechtigkeit! Wie auch ich stets Gerechtigkeit walten ließ. Nie war ich unecht, nie war ich gemein. Ich blieb ich selbst, nie verstellte ich mich.“
      *
      „Was du dich beschwerst? Du bist eine fiktive Person einer fiktiven Geschichte! Nur weil Liu Shan offensichtlich eine an der Waffel hat, steht dieser Unsinn hier drin.“
      *
      „Ich ... ich habe nichts Unrechtes getan.“
      Endlich war es soweit. Sie hievten mich hoch und fesselten mich an den Pfahl.
      Tränen, Blut und Speichel flossen in Strömen, belustigten die Ansässigen und bewegten Archibald zu einem breiten, arroganten Grinsen.
      „Bitte!“, winselte ich mit gesenktem Kopf, dem Tode bereits so nahe. „Bitte lasst mich frei. Bin ich wirklich so schlecht, dass ich es nicht würdig bin, noch länger unter den Lebenden zu weilen?“
      *
      „Und jetzt weinst du, weil du keine Kritik verträgst.“
      *
      Heiß loderte das Feuer, verbrannte meine Hoffnung.
      Ich hatte Angst.
      Angst vor dem unvermeidbaren Schicksal.
      Ich wollte mich wehren, losreißen von den Fesseln. Doch ich war zu schwach. Mein Wille war nicht stark genug. Was sollte ich nur tun? Was erwartete mich? Wieso half mir denn keiner?
      *
      „Na, bin ich denn verrückt?!“
      *
      „Verrückt genug, einen Fehler zu begehen und mir das Leben zu nehmen. Bitte, mein Herr. Ich flehe Euch an. Lasst ab von diesem Wahnsinn und sichert mir das Leben.“
      *
      „Ich streite mich mit einem Buch ...“
      Plötzlich klopfte es an der Tür und ich zuckte zusammen. Instinktiv schaute ich auf die Uhr. „Fünf vor zwölf?“
      Wer das wohl war zu so später Stunde? Das Buch auf den Holzstapel fallen lassend, begab ich mich anschließend zur Tür und versuchte die Gedanken neu zu ordnen. Wer auch immer dort klopfte, er musste mir schon einen verdammt guten Grund nennen, ihm Aufmerksamkeit zu schenken.
      Als ich die Tür einen Spalt öffnete, und einen Blick riskierte, erstarrte ich vor Schreck! Dort stand eine Frau, vollkommen entblößt. Ich traute meinen Augen nicht. Wenigstens hielt sie sich mit den Händen den Schambereich bedeckt, was es nicht ganz so peinlich machte. Trotzdem war es heftig …
      Ihr feuerrotes, zerzaustes Haar und der verrußte Körper sagten mir, dass sie Hilfe brauchte. Sie weinte und schluchzte, blickte mich verzweifelnd an.
      Ich traute mich kaum zu fragen und hätte sie am liebsten sofort reingebeten, aber mein Misstrauen verweigerte dies. Und gerade deshalb fühlte ich mich irgendwie schlecht.
      „Wer sind Sie? Was ist passiert? Warum sind sie ... nackt?“
      Winselnd und schluchzend stammelte sie: „Ich ... ich bin Emilia Arns... und Ihr seid meine letzte Hoffnung!“
      Total verwirrt starrte ich sie an. Das war doch ein schlechter Scherz. „Hören Sie, das finde ich nicht witzig ...“
      „Bitte, mein Herr, verbrennt nicht das Buch. Es ist das einzige Exemplar. Ich will so nicht enden.“
    • Iythaim's Buch
      von Aztiluth

      Ich hörte keinen Schuss
      Ich spührte keinen Rückstoß
      Ich roch weder Ruß noch Blut.
      Es tat nicht weh. Ich...
      Ich fühlte einfach nichts.
      Mein Kopf war blank wärend ich zur Terasse und drüber hinweg sah.
      Das Feuer. Es brannte so hoch und hell.
      Man konnte es von hier aus so deutlich sehen.

      Warum nur? Wieso? Wann war mir alles entgleist?


      -Das Erste Treffen-


      Ich erinnerte mich, als ob es erst Gestern gewesen wäre. Die Nachrichten im Wellenkristall hatten mich wieder wütend gemacht. Lügen. Nichts als Lügen. Menschen wurden als Parasiten bezeichnet. Als Ungeziefer dass man los werden musste. Dabei traf sie keine Schuld. Das wusste ich damals aber nicht. Ich wusste nur, dass die Menschen vor unseren Mauern Hilfe brauchte. Es waren auch Lebewesen. Intelligente, Zivilisierte. Vor nicht allzulanger Zeit mit uns eng befreundet. Und nun versuchten die Weisen sie auszulöschen. Wir hatten noch genug Essen und Platz. Aber die feine Gesellschaft sah nur die zerlumpten Kleider und die schmutzigen Gesichter. Also sollten sie vor unseren Toren verhungern.

      Ich weiß noch, wie ich meinen Umhang nahm, meiner Mutter einen Kuss auf die Wange gab um dann mit der Gravitationsplattform nach unten zu schweben. Vorbei an unzähligen Bögen aus feinstem Marmor. Vorbei an grünen Pflanzen die trotz der jahrelangen Dürre bei uns blühten. Vorbei an weiteren Familien die sich die Lügen im Kristall ansahen. Manche grüßten mich, als ob sie fürchteten mein Vater würde sie strafen wenn sie unhöflich wären. Er war der Lichtbringer. Sie hatten nichts zu befürchten. Viele lebten schon zu lange wie Menschen und hatten vergessen bescheiden zu sein.

      Ich weiß nicht wie ich zur Mauer kam. Der Weg war mir schon so vertraut dass ich regelrecht abschalten konnte. Seit fast zwei Jahren ging ich regelmäßig runter um zu helfen wo es nur ging. An den Geruch, als die Wachen mir das Tor öffneten, erinner ich mich aber umso besser. Es roch nach Obst und Kräutern. Ich habe den Duft so deutlich vor mir. Es roch frisch, lecker, gesund. Völlig anders als sonst.

      Auf der anderen Seite sah ich den Markt. Die Menschen hatten ihn errichtet nachdem sie den Versuch aufgegeben hatten in die heilige Stadt zu gelangen. Der sonst so leere Markt, indem man höchstens Ratten, Spinnen und Schleime ergattern konnte, war überfüllt mit Menschen. Sie alle gierten nach Früchten und dem Gemüse. Ich weiß noch wie ich staunend da stand. Jemand hatte gespendet. Ein Helfer erkannte mich und sprach mich an. Danach verging die Zeit so schnell. Ich half beim verteilen, schlichtete Streitereien und beruhigte weinende Frauen. Die Masse lichtete sich erst Stunden nachdem das letzte Obst verteilt war. Es schnürrte mir die Kehle zu wie dieses einst stolze Volk auf den Boden zusammenbrach weil sie keinen Salat, keinen Apfel oder nichtmal eine Traube abbekommen hatten. Ich tröstete irgendjemand, weiß nicht mehr wen oder warum, als ich seine Stimme hörte.

      "Bitte! Lasst mich durch!"
      "Nein." Die harsche Stimme der Wache "Gleich schließen wir alle Tore. Dann musst du drinnen sein, sonst übernachtest du Außerhalb."
      Ich hörte ein Stampfen am Boden. Dann sah ich genauer hin.

      Schmollend stand da noch ein Elb. Völlig zerzaust, als ob er den ganzen Nachmittag hier geholfen hätte. Hatte er ja auch. In seinen zierlichen Armen waren drei Körbe voller Obst und Gemüse, die er für die restlichen Menschen besorgt hatte. Er konnte kaum drüber schauen, so vollgepackt hatte er diese. Mein Herz raste schneller. Seine Augen strahlten in einem Lila das so manches Veilchen vor Neid hätte erblassen lassen. Ohren filigran und bezaubernd lang. Er benötigte keinen Schmuck und hatte sein ascheblondes Haar zu einem lockeren Zopf gebunden. Anmutig wie eine junges Einhornpfohlen stand er da.

      Ich Spührte wie Tränen meine Wange runterliefen.
      Anmutig?
      Ich stieß ein trockenes Lachen aus.
      Iythaim war vieles gewesen. Aber nicht Anmutig.
      Er war Gütig.Voller Liebe. Ohne jegliches Vorurteil.
      Aber er war wohl auch der tollpatschigste Elb der mir je begegnet war.
      Er hat mich geliebt, so wie ich ihn.

      Meine Träne glitt bis zu meinem Kinn, wurde größer und fiel zu Boden.
      "Große Elbenkrieger weinen nicht"
      Hatte er mal zu mir gesagt und mir sanft eine Träne weggeküsst.
      Aber er war jetzt nicht da. Er würde es nie wieder sein. Es war meine Schuld.
      Wieder sah ich raus. Das Feuer wurde langsam gelöscht.
      Nun roch ich den Ruß, spührte meine zitrigen Hände.
      Ich lies die Waffe und das Buch fallen.
      Ich lief an der Leiche vorbei, zur Terasse.
      Der Himmel war rot.
      Mein Geliebter und meine Seele tot.

      Warum nur? Wieso? Wann war mir alles entgleist?


      -Sein Vater-


      Das erste was mir in Iythaims Behausung auffiel, war die Unordnung. Die Möbel waren alt und sehr spärlich verteilt. Aber auf Tischen lagen Kabel, Metalle und Kristalle. Viele davon Magisch. Vielleicht hätte ich genauer hinsehen sollen. Vielleicht hätte ich damals nachfragen sollen was sein Vater tat. Warum er ihn mir nicht vorstellen wollte. Ich wusste dass mein Vater unsere Beziehung nicht gutheißen würde. Iythaim war ein Elb der mittleren Klasse. kein Adel. Und noch dazu ein filigraner, junger Mann. Ob uns sein Vater aus den selben Gründen missbilligen würde? Habe ich deswegen nicht so genau hingesehen? Ich weiß es nicht mehr. Aber ich erinnere mich an das Bild.

      Der Rahmen war dünn und aus sehr kunstvoll zusammengeflochtenem Silber. Darin war das Bild einer jungen Elbin. Sie war keine Schönheit wie meine Mutter. Sie hatte welliges Haar und etwas mehr Gesicht als für uns Elben üblich. Aber es stand Ihr. Das freundliche Lächeln war wie das meiner Mutter. " Sie hätten sich bestimmt gut verstanden." Ich drehte mich zu Iythaim um. Er sah etwas betrübt aus, aber er lächelte." Sie starb vor drei Jahren. Wahrscheinlich besser so. Die jetzige Situation mit den Menschen hätte ihr starken Kummer bereitet."

      Langsam ging ich zu ihm und drückte ihn. Er weinte nicht. Ich versuchte auch stark zu bleiben. Wir redeten nicht mehr an diesem Abend und doch erzählten wir uns mehr als mit Worten je möglich gewesen wäre. Wir vergassen die Zeit. Wir vergassen Kummer und Sorgen und lagen Stunden da, sahen uns in die Augen und wussten dass wir immer zusammen bleiben würden.

      Törichte Liebe. Dumm. Ich dachte damals, meine Liebe wäre stärker als alles Andere. Wie unfassbar dumm.

      Sein Vater kam nach Hause.
      Unsere Herzen setzten aus, in Eile warfen wir uns unsere Roben über. Sein Vater war groß. Fast so groß wie mein Vater oder ich. Sein Gesichtsausdruck wechselte rasch von überrascht zu wütend, zu rasend. Ich wusste dass er mich erkennen würde. Ich war der einzige Sohn des Lichtbringers. Mein Vater hatte mir gesagt, dass Elben aus den unteren Klassen keine Ehre mehr hätten. Sie würden mich vielleicht sogar töten wenn sie mich erwischten. Ich hatte Ihm nie Glauben geschenkt. Nun bangte ich um mein Leben. Wie töricht.

      Ich wünschte, er hätte mir einfach mein Leben genommen, anstatt mir das Buch zu geben.

      Dieses Buch.
      Dieses verfluchte Buch.
      Ich habe es noch immer in der Hand.

      Warum nur? Wieso? Wo war mir alles entgleist?

      Mit diesem Buch fing an mir alles zu entgleisen.
      -Mein Vater-


      Iythaims Vater schrie mich an. Er kannte meinen Vater. Mein Vater kannte ihn.
      Mein Vater... Unser aller Lichtbringer. Er suchte doch etwas, um die Erde um uns herum wieder fruchtbar zu machen. Das war es doch, was mein Vater tat? Er suchte ein Buch, mit rotem Saum. Iythaims Vater hatte so ein Buch.
      Iythaim fauchte seinen Vater an. Behauptete ich sei anders. Anders als was?

      Ich war so unendlich verwirrt. Zu viele Informationen... die nur neue Fragen aufwarfen.
      Ich wünschte mir, ich hätte nie die Antworten darauf bekommen.

      Wir redeten lange.
      Dann wurde ich verstimmt. Wütend. Beleidigt.

      Was ich gehört hatte, das konnte unmöglich wahr sein.
      Iythaims Vater log mich an! Das war die einzige Erklärung. Oder?

      Ich verließ Iythaims Bleibe, nachdem Sie mir das rote Buch gegeben hatten.
      Iythaim rief mir nach dass er mich liebte.
      Ich schwieg, bekam kein Wort raus.
      Natürlich liebte ich ihn auch.
      Ich habe es nicht gesagt.

      Wie konnte das passieren?
      Eben noch schien sich die Welt wie in Zeitlupe zu drehen.
      Ich hatte Zeit, mich an all das Schöne zu erinnern.

      Die Wachen durchbrechen jetzt die magische Barriere, ich kann sie hören.

      Langsam gelange ich wieder völlig zu Sinnen.
      Das Gespräch mit Iythaims Vater ist gerade einmal 2 Stunden her.
      2 Stunden in denen sich so viel verändern konnte.
      -Das Rote Buch-


      Kaum war ich Zuhause öffnete ich das Buch und las darin.
      Mein Vater suchte danach um die Erde zu heilen.

      Es war keine Heilung. Es waren Beweise.
      Beweise dass mein Vater Schuld an allem trug.
      Beweise dass mein Vater Iythaims Mutter ermordet hatte.
      Beweise dass mein Vater so viele ermordet hatte.
      Beweise dass seine magischen Kristalle dem Land die Kraft raubten.
      Beweise über so viele Gräueltaten die er begangen hatte.

      Er suchte danach um es zu zerstören.
      Ich törichter Sohn wollte ihn zur Rede stellen.
      Er aktivierte den Schild kaum dass er das Buch erblickte.

      Ich erinnere mich.
      Mein Vater bedrohte mich. Ließ mir die Wahl.
      Ihm das Buch geben. Dann würde er es verbrennen und die Menschen verschonen.

      Das war eine Lüge. Er hat gelogen.
      Oder Iythaim würde brennen.

      Ich musste mich entscheiden.
      Menschen oder Iythaim?
      Ich weigerte mich ihm das Buch zu geben.

      Ich würde nicht zulassen dass er das Buch und die Menschen verbrannte.
      Ich würde nicht zulassen dass er Iyathaim verletzte.

      Es ist keine zehn minuten her.
      Vater drehte sich zur Terasse, um den Zauber zu sprechen und Iythaim zu töten.
      Ich nahm das was Iythaims Vater zusammengebaut hatte als wir sprachen.
      Das, was er mir zusammen mit dem Buch gegeben hatte.

      Ich zielte auf ihn, sah er wie er seine Macht sammelte.
      Wie seine magischen Kristalle sich aufluden.

      Ich konnte es nicht.
      Ich konnte meinen Vater nicht erschießen.
      Dann war dort die dunkle Magie.
      Die Blitze, das Donnern.

      Die Explosion.

      Und dann konnte ich es doch.

      Ich hörte keinen Schuss
      Ich spührte keinen Rückstoß
      Ich roch weder Ruß noch Blut.
      Es tat nicht weh. Ich...
      Ich fühlte einfach nichts...

      ...als ich meinen Vater tötete.

      Mein Kopf war blank wärend ich zur Terasse und drüber hinweg sah.
      Das Feuer. Es brannte so hoch und hell.
      Man konnte es von hier aus so deutlich sehen.

      Warum nur? Wieso? Wann war mir alles entgleist?

      FIN
    • Die Letzten
      von Windweber

      Es war unerträglich heiß. Staub machte ihm das Atmen schwer und der Durst war längst alles bestimmend geworden. Er war der letzte. Nicht der letzte überhaupt, dann hätte er sich längst zum Sterben in den Sand gelegt. Es konnte noch andere wie ihn geben, in Amos, der vermutlich letzten Stadt der Welt. Der Krieg hatte alles verwüstet, keine Seite hatte der anderen etwas geschenkt, weder Titanen noch Giganten. Die Magie, ein ganz natürlicher Teil ihrer Welt Ba hatte ihnen schlussendlich Verderben gebracht. Seit nunmehr zwei Generationen waren nur noch die Fähigsten in der Lage, sie zu benutzen, alle anderen waren Krüppel geworden. Angewiesen auf ihre Hände und Beine und ihre natürlichen, zerbrechlichen und unvollkommenen Leiber. Die Magie war erschöpft und würde Jahrhunderte brauchen, sich zu erholen.
      Er setzte Fuß vor Fuß und schleppte das Buch. Es war kein magischer Speicher von Wissen, sondern ein primitives Ding aus Pergament, der Haut der wenigen Tiere von ausreichender Größe, die es noch gab.
      Amos musste noch existieren. Diese Stadt hatte niemals wirtschaftlichen, strategischen oder politischen Wert besessen. Sie war ein Beweis. Ein Beweis für die Macht seines Volkes, der Titanen, das mitten in der heißesten Wüste einen prächtigen Ort erschaffen hatte.
      Dort, eine Mauer! Etwa zweimal so hoch wie er selbst. Sie war nie errichtet worden, um Feinde abzuwehren und würde auch keinem ernsten Angriff mit Kampfmagie standhalten. Der Sand war es, getragen vom Wind, den sie aufhalten sollte. Es war noch weit. Doch ihm fehlte die Kraft. Er sandte einen Strahl reinen Lichts gen Himmel, ein leichter Zauber. Dann brach er zusammen.

      Er erwachte. Eine Höhle umgab ihn. Es war angenehm kühl und die Düsternis war Balsam für seine seit Tagen geblendeten Augen. Er spürte Wasser auf seinen brüchigen, aufgeplatzten Lippen und trank gierig. Ein Titan stand über ihm. Sanftmütig sah er ihn an.
      „Die Götter sandten einen Strahl aus Licht, Freund, so konnte ich dich finden“, sagte er, „Was hat dich nur da raus getrieben? In welcher Sektion arbeitest du?“
      „Ich komme nicht von hier“, antwortete er leise.
      Der andere lächelte mitleidig. „Zu viel Sonne. Das vergeht.“
      „Zu viel Sonne? Nein, ich komme von vielen Meilen Entfernung“
      „Das kann nicht sein. Auf der Welt ist nur hier Leben möglich, so war es schon immer. Nur hier sind die Götter und fern der Götter kann nichts sein“
      Der Fremde entfernte sich und brachte ihm eine Schüssel mit einem Brei. Er kostete, aber es schmeckte nach nichts. Vermutlich Hirse oder ein anderes Getreide ohne irgendetwas.
      „Wie lautet dein Name?“, fragte sein Retter.
      „Unsere Eltern gaben uns keine Namen. Unsere Kolonie starb, verhungerte und war krank. Niemand dachte, dass die Kinder je einen Namen brauchen würden. Und die wenigsten taten es. Wie kann ich dich nennen?“
      Der Fremde runzelte die Stirn. „Vielleicht bist du doch weit weg von den Göttern geboren. Wo sie sind, ist Leben“
      „Was ist das – Götter?“, fragte er.
      „Unsere Schöpfer und Erhalter, denen wir dienen. Einst werden sie uns in neue Welten, Paradiese führen und die Arbeit wird leicht und unser Heil groß sein“, sagte er, „Mein Name ist Vorsteher der Sektion 3. Nenne mich Vorrei, wenn du möchtest.“
      Die neuen Welten – ja. Das erhab schon Sinn. Als die Ressourcen und das Land von Ba knapp zu werden begann, hatten Titanen und Giganten zusammen ein gewaltiges, magisches Ritual ersonnen und gewirkt. Nach und nach sollte es zwölf neue Welten mit Ba verbinden, die man besiedeln und bewirtschaften konnte. Aber es dauerte Generationen seine Wirkung zu entfalten und die Portale zu öffnen. Zu lange. Ehe die erste Welt erreicht wurde, begann der Krieg und er endete auch davor. Jetzt waren alle tot, bis auf die Bewohner von Amos.
      „Vorrei, diese Götter von denen du redest – wie sehen sie aus?“, wollte er wissen.
      „Wie wir. Aber erhabener natürlich! Sie sind voller Gnade und lassen die Pflanzen wachsen. Halten Unwetter fern. Beschützen uns vor dem Bösen. Dafür geben wir ihnen die Opfersteuern.“
      „Ich verstehe. Sie regieren euch?“
      „Aber natürlich tun sie das“
      „Dann muss ich sie sprechen. Wo ist das Buch, das ich mit mir führte?“
      „Hier“, er zeigte auf einen kleinen, hölzernen Hocker auf dem es lag, „Ich habe als Vorsteher etwas zu lesen gelernt. Ich verstehe, dass du das herbringen musstest!“
      Er nickte. Es war die Geschichte des Krieges. Es berichtete genau von den gesunden Völkern der Titanen und Giganten und all ihren Vorhaben. Es würde eine kostbare Lehre werden, damit sich ein so schrecklicher Krieg nie wieder zutrug.
      „Die Götter selbst kannst du natürlich nicht sprechen“, meinte Vorrei, „Wir sind ihrer nicht würdig, nur die Priester, die unsere Gebete und Opfer überbringen“
      Er schlang den geschmacklosen Brei hinunter. Dann stand er von der harten Bettstadt auf, auf der er gelegen hatte.
      „Führe mich zu den Priestern!“, bat er und hob sein kostbares, dickes Buch auf. Damit unter dem Arm folgte er Vorrei aus der Höhle an einen düsteren Ort.
      Amos war ein Schacht gewaltigen Ausmaßes. Eine Meile maß er im Durchmesser und eine Rampe führte spiralförmig in die Tiefe, wo sich nur mittags die Sonne im See am Grunde spiegelte, der die Stadt mit Wasser versorgte.
      Gebeugte gestalten schleppten schwere Wassereimer hinauf, um auf den oberen Ebenen, wo die Felder noch Sonne abbekamen, zu gießen. Sie trugen zerschlissene Kleidung, waren dreckig und oft krank. Nicht einmal mehr ein Schatten dessen, was ihr Volk einst war. Jeder Angehörige hätte die Felder mit wenigen Zauberworten in Sümpfe verwandeln können.
      In regelmäßigen Abständen fanden sich Eingänge in der Wand, die zu Höhlen ähnlich denen Vorreis führten. Alle waren karg eingerichtet, manche mit nicht mehr als ein paar löchrigen Decken als Schlafplatz.
      Sie mussten fast bis zum See wandern, der gut drei Meilen in der Tiefe lag. Hier war es finster und kühl. Boote lagen an Stegen am Ufer gegenüber, auf ihrer Seite aber war ein gewaltiges Tor. Das Holz war mit Gold beschlagen.
      Vorrei klopfte an. Es wurde von einem Mann in weißen Gewändern geöffnet. Sie waren sauber und heil. Er wirkte, als lebe er ein halbwegs würdiges Leben.
      „Dieser hier bringt ein Buch, Eminenz“, sagte Vorrei.
      „Ein Buch?“, fragte der andere, offenbar einer der Priester.
      „Ein ketzerisches Werk. Es behauptet, die Magie, die Macht der Götter, habe die Welt zerstört und nicht erschaffen. Zumindest verstehe ich es so. Das Wort `Gott´ kommt gar nicht vor. Es scheint davon auszugehen, alle Titanen wären einst Götter gewesen“
      Er lachte unsicher.
      „Gebt es mir. Wir werden es zerstören, auf dass es keine Lügen mehr verbreite!“, befahl der Priester und streckte fordernd die Hand aus.
      Er klammerte sich an das Buch. Hier schien etwas falsch zu sein. Grundsätzlich falsch.
      „Das kann ich nicht tun. Ich kann nicht zulassen, dass ihr es vernichtet!“
      „Du strebst nach der Erhaltung der Ketzerei? Nun denn, trage dein Schicksal!“, sagte der Priester mit einem grausamen Lächeln und brüllte: „Wachen! Hier ist jemand, der die Götter beleidigt!“
      Ein Trupp Titanen und Titaninnen mit Keulen und Speeren stürmten aus dem Tempel auf ihn und Vorrei zu, während sie rasch zurückwichen.
      „Bitte! Ich will niemanden verletzen!“, bat er, erntete aber nur höhnisches Gelächter.
      Sie griffen an.
      Er sammelte seine Magie, das Geschenk der Welt Ba selbst, und entließ einen Feuerstoß, Brausend bildete er einen Wirbel der flammen um ihn und Vorrei. Schreiend vergingen die Angreifer, verbrannten zu stinkendem Rauch und feiner Asche. Es war ein vergleichsweise schwacher Kampfzauber gewesen. Nichts im Vergleich zu den Schrecken des Krieges, der ganze Landstriche unbewohnbar gemacht und sogar die meisten Tierarten ausgelöscht hatte.
      Der Priester lag auf den Knien, als das Feuer erlosch, das Gesicht drückte er in den Staub des Bodens.
      „Ich wusste ja nicht, was Ihr seid, Herr! Großer Gott, vergebt mir!“
      „Bring mich zu den Göttern! Vorrei aber lass nach Hause gehen!“, befahl er rasch.
      Auch Vorrei hatte sich auf den Boden geworfen.
      „Vergebt, großer Gott, hätte ich das geahnt, hätte ich Euch Melonen und Fleisch dargebracht nicht den Brei der Sterblichen!“
      Der Priester erhob sich, rief Befehle über den See. Ein Boot setzte sich in Bewegung.
      „Es ist gut, Vorrei! Du warst freundlich und es gibt nichts zu vergeben. Ich weiß nur nicht, ob ich das auch über eure Götter sagen kann!“
      Ein Boot wurde von einem weiteren Priester herübergefahren und er lies sich zu einem gewaltigen Tor paddeln, größer noch als das des Tempels. Es öffnete sich ihm wie von Geisterhand – offenbar Magie. Er betrat einen großen, hell erleuchteten Saal. Magische Lichter fluteten ihn. Teppich bedeckte den Boden, dicke Kissen dienten dicken Gestalten in bunten Gewändern als Sitzgelegenheiten. Andere, in den Priestergewändern, tischten ihnen Melonen, Granatäpfel, Datteln, Brot und andere feine Speisen auf.
      „Ein neuer Gott hat zu uns gefunden!“, rief einer der fetten Titanen.
      Die Priester warfen sich auf den Boden.
      „Hinaus! Wir wollen unseren Bruder willkommen heißen!“
      Die Priester eilten davon. Plätschernde Geräusche zeigten, dass sie zur Tempelseite übersetzten.
      „Was ist das für ein Buch?“, fragte der `Gott´ nun plötzlich grimmig.
      „Die Wahrheit über den Krieg. Und unsere Herkunft“, antwortete er.
      „Oje! Siehe, wir warten hier, bis sich die Portale unserer Ahnen und ihrer Feinde öffnen. Und machen es uns so lange so bequem wie möglich. Das Buch da gefährdet unsere Ordnung, den Fortbestand unseres Volkes. Es muss vernichtet werden“
      „Ihr beutet diese Leute aus und wollt, dass ich das hinnehme?“
      „Wir wollen dich sogar einladen, es dir bequem zu machen. Koste die Melonen!“
      Er umklammerte das dicke Schriftstück fest.
      „Nun gut“, sagte der dicke Titan und schnippte mit den Fingern. Das Buch fing Feuer. Sein hastiger Gegenzauber konnte nur noch qualmende Reste retten.
      „So ist es besser. Nun müssen wir uns nur noch aller Mitwisser entledigen. Veranlasst die Tötung des Vorstehers und des Priesters! Dass ein Gott Ketzereien beschützt, könnte für Verwirrung sogen!“
      Gerade wollte einer der anderen `Götter´ gehen, da brüllte er: „Nein! Ihr werdet diesen Leuten nichts mehr tun!“
      Er rief eine Formel, die Teile des Felsens um sie in nichts auflöste. Erst knackte es, dann begann der Saal krachend einzustürzen. Das Tor war sofort unpassierbar.
      „Du Narr!“, rief der Dicke, „Ohne Magie kann dieser Ort nicht überleben! Was hast du dir dabei gedacht!“
      Ihre Gegenmaßnahmen waren zu schwach. Die Magie reichte noch, um einige Tonnen Gestein aufzulösen, aber um den Einsturz tausender Tonnen zu verhindern, war sie zu erschöpft. Und die `Götter´ waren wohl auch zu träge.
      So wurden die letzten Magiebegabten Titanen unter Schutt begraben.
      Es wurde ihm klar, dass er zu impulsiv gehandelt hatte. Sie waren in der Wüste. Ohne Magie war hier kein Leben möglich. Amos würde versanden, der Krater sich füllen, der See vertrocknen. Durch ihn hatte Ba wohl endlich die letzten ihrer hochmütigen Bewohner abschütteln können. Würden je neue kommen? Dann starb auch er.
    • Der Votingzeitraum zum Schreibwettbewerb Dezember/Januar 2016/2017 ist abgelaufen und die Schlacht um den Sieg des Wettbewerbs ist entschieden! :dwarf:
      Obwohl es "nur" 3 Einsendungen gab, konnte sich eine bestimmte Geschichte herauskristalisieren. Diese Geschichte hat euch am besten gefallen und hat verdient den Schreibwettbewerb Dezember/Januar 2016/2017 gewonnen!

      Und hier kommt auch schon die Auflösung:

      ...Gewonnen hat mit 8 von insgesamt 19 Stimmen (42%)...

      *trommelwirbel* :mamba2:

      Herzlichen Glückwunsch zum Sieg! Du kannst nun das Thema für den nächsten Wettbewerb vorgeben. Ausserdem wurdest du in die Rangliste eingetragen und bekommst für zwei Monate 5 goldene Sterne, sowie einen eigenen Benutzertitel. Natürlich kriegst du auch das geheimsnissvolle Überraschungspaket mit fantastischem Inhalt!

      Ein herzliches Dankeschön auch an alle anderen Teilnehmer! Wir hoffen, dass ihr beim nächsten Schreibwettbewerb auch wieder fleißig mitmacht und so zahlreich abstimmt. Wir sind schon sehr auf das neue Thema gespannt, das unsere aktuelle Gewinnerin hoffentlich schon bald vorgeben wird. 8)

      Übrigens könnt ihr nun auch nachschauen, wer die Autoren sind. Diese wurden den Geschichten beigefügt.

      Das war der Schreibwettbewerb Dezember/Januar 2016/2017. Vergesst nicht, euer Feedback zu den Geschichten zu hinterlassen! ;)

      Euer Fantasy-Geschichten-Forum
    • Glückwunsch Jade!
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • Gratulation. Leider kam mir immer was dazwischen alle Geschichten am Stück zu lesen, um so 'ne faire Meinung zu haben. Aber ich schätze auch deine war wirklich die Beste.
      Das Thema war 'ne harte Nuss für's Fantasy-Genre.
      Hätte ich nicht eh gerade 'ne Schreibpause eingelegt, ich weiß nicht, ob mir diesmal was dazu eingefallen wäre.
      Darum doppelt


      Respekt!
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      Tom Stark
      zum Lesen geeignet

      delectare et prodesse
    • Herzlichen Glückwunsch, Zarkaras Jade!
      War echt toll, die drei Geschichten zu lesen und zu sehen, was ihr aus dem Thema gemacht habt :D Alles ziemlich düster, kein Wunder :saint:
      Mir haben alle sehr gut gefallen. Sie sind auch schön in sich abgeschlossen. Auf tragische Weise.
      Freue mich schon auf den nächsten Wettbewerb :)
      Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
      von einem Herzen zum andern;
      Doch wo es keine Mauer gibt,
      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi
    • Mein Wettbewerbspreis ist eingetroffen! :alien:
      Jetzt muss ich nur noch einen würdigen Platz dafür finden. :hmm:
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
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      Helios III (Arbeitstitel)
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      Purpur
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      Big City Life