Die Nebel von Arenor

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    • Vaendur


      Letztlich brach ein Balken unter der Last und der Skarne war frei. Mittlerweile war die Wache aus Althris eingetroffen und zückte die Speere und Schwerter, als das Biest, das sie alle um das Zweifache überragte, aus den Trümmern trat. Hätte Reynard zu diesem Zeitpunkt nicht unlängst ein Wort der Vernunft mit dem Hauptmann gewechselt, es wäre sicher zu einem Blutbad gekommen. Und während Vaendur in Ketten an zwei Ochsen gespannt wurde, leitete der alte Farmer die Aufräumarbeiten. Der hintere Teil des Gasthofes stand noch, größtenteils unbeschadet von den Flammen, die so schnell verschwunden, wie sie aufgekommen waren. Dort fand man eine Kiste und Vaendur musste nicht die Gespräche der anderen überhören um zu wissen, wem der Inhalt gehört. Die zarte Minznote im Duft verriet es ihm allemal.
      „Ihr fragt Euch sicher, was nun mit Euch geschehen wird.“ Reynard trat an ihn heran, während in seinem Rücken emsige Geschäftigkeit herrschte. An seiner Seite lief ein hochgewachsener Mann, der nicht nur die Gesichtszüge des Alten, sondern wohl auch des Ausstrahlung geerbt hatte. Trotz dem Narbengeflecht am Hals wirkte er wie jemand, dem man zuhörte.
      Vaendur hob den gehörnten Kopf zum verhangen Himmel und atmete tief ein und aus. „Ich gehe dorthin, wohin mich Olindir führt. Er weist meinen Weg und hat mich nie fehlgeleitet.“
      Reynards kluge Augen schauten nachdenklich unter der breiten Krempe des Strohhutes hervor. „Wie Ihr meint, dennoch wird es wohl für eine Zeitlang Wisbald sein, der Euch den Weg weist. Die Ritter kamen aus Silberstadt und das ist Euer Ziel. Zusammen mit der Wache und einigen anderen Dingen. Ich würde Euch ja gern begleiten, aber…“ Er sah hinab auf seine krummen Beine und dann zu dem Stock, der ihn stützte. Schließlich fand sein Blick den Mann neben sich, als wäre der ihm erst jetzt aufgefallen. „Oh, darf ich vorstellen: mein Sohn, Therik. Ein Lobholdt durch und durch. Er wird Euch begleiten und mein Wort zu Adalrich, Herzog von Silberstadt tragen. Zusammen mit diesem Schreiben…“ Mit knotigen Finger holte er eine Schriftrolle hervor, welche ein blutrotes Siegel zierte. „Hier habe ich alles niedergeschrieben, was Ihr mir erzählt habt und meine Empfehlung. Das Wort eines Lobholdt fand schon immer Gehör in der Stadt des Silbers.“
      „Habt Dank“, antwortete Vaendur mit einem wohlwollenden Nicken. „Ihr habt mich gut behandelt und das soll nie vergessen werden. Saga segne Euch.“
      „Ich muss Euch danken“, erwiderte Reynard leicht beschämt. „Unser kleines Gespräch war sehr aufschlussreich und ich stehe tief in Eurer Schuld.“
      Somit trennten sich ihre Wege. Auf einen Karren wurden die Kiste mit Mavens Hab und Gut, sowie eine weitere mit dem Gold, das ihr die Silberritter für ihre Dienste anbieten wollten, geladen. Dazu gesellten sich die Leichen des Ritters Cedric und des Mannes in der Robe.
      Mit Wisbald an der Spitze schlugen sie schließlich ihren Weg gen Silberstadt ein.
      Bis zu drei Tagen könne die Reise andauern, bei schlechtem Wetter oder lahmen Pferden. Wisbald brüstete sich damit, die Strecke einst in nur einem Tag bestritten zu haben. Allgemein ritt er tagsüber mit recht stolz geschwellter Brust, während er des Nachts sein Zelt so weit weg von Vaendur aufschlug, wie es ihm möglich war.
      Der Mann war von stämmigem Wuchs. Kräftig zwar, dennoch machten ihn der wohl übermäßige Genuss von Schweinshaxen und dem örtlichen Gebräu weich – ließen seine Form auseinandergehen. Sein Hals erinnerte an einen breiten Hautlappen, der vom Kinn hinabhing, ähnlich eines Truthahns. Und stets stellte sein pockennarbiges Gesicht einen leicht dümmlichen Ausdruck zur Schau.
      Knapp zwei Tage waren sie unterwegs und zogen die Blicke der Reisenden und Händler auf sich, denen sie auf dem Weg begegneten. In ihrer ersten Nacht machten sie Rast im einzigen Ort auf der Strecke. Die Leute scharrten sich um ihre Gruppe mit großen Augen und weiten Mündern. In herrischem Ton versuchte der Hauptmann sie zur Räson zu bringen, doch er genoss die Aufmerksamkeit sichtlich. Vaendur verbrachte die Nacht an eine verfallene Turmruine gekettet, ein Stück außerhalb des Ortes, denn er war den Dörflern nicht geheuer. Bald schon gesellte sich eine kleine Herde Ziegen zu ihm, die sich im weichen Gras um den Turm schlafen legten. Ihr Hirte folgte ihnen, bis er der massigen Silhouette Vaendurs gewahr wurde. Fortan an hielt er die Nacht über respektvollen Abstand.
      Dem Skarne war die Gesellschaft der Tiere ganz recht. Seine Heimat, die Nebellande, waren arm an Pflanzen und Tieren und es waren einst sehnige Bergziegen gewesen, deren Milch ihn als Frischling genährt hatte.
      Die Nacht war sternenklar und es hing ein strahlender Mond am Firmament. Gekettet an die bröckligen Mauern und umringt von den ruhenden Tieren reckte Vaendur den Kopf gen Himmel und gönnte sich einen Moment des Friedens.
      Jemand näherte sich.
      Mit etwas Abstand hatten drei von Wisbalds Männern ihr Lager aufgeschlagen um über den Skarnen zu wachen. Immer wieder warfen sie verstohlene Blicke zu ihm herüber und tuschelten über das Feuer hinweg etwas vom Schrecken von Rhön und Nassfurt und über das Verspeisen von Kindern.
      Einige Monate war Vaendur in den Klingenhügeln untergetaucht nachdem er den Sklavenhändlern entkommen war. Und er wäre dort auch länger geblieben, wären da nicht diese Kinder gewesen…
      Als die Wachleute den Neuankömmling schließlich bemerkten, war der junge Lobholdt bereits in den Feuerschein getreten. Er präsentierte den Männern Fleisch und Brot auf einem Holztablett, was sie begierig annahmen. Dazu einen vollen Lehmkrug. Dem Beutel an seinem Gürtel schenkte sie daraufhin keine Beachtung mehr. Sie wechselten ein paar Worte, dann ließ Therik sie allein und schritt durchs Gras auf Vaendur zu. Die Ziegen, an denen er vorbeikam, hoben kurz die Köpfe und schenkten ihm ab und an mal ein verschlafendes Meckern.
      „Wie ich sehe“, begann der Spross Reynards und sah sich im Halbdunkel um, „habt Ihr ein paar neue Freunde gefunden.“
      „Sie wissen, dass ich keine Gefahr bin“, antwortete Vaendur, der sich mittlerweile wieder wesentlich sicherer mit seiner Stimme fühlte. „Ich glaube manchmal, ihnen näher zu sein als euch.“
      Die Blicke des jungen Mannes wanderten respektzollend zu den gewunden Hörner hinauf. „Da könntet Ihr Recht haben“, meinte er halblaut und senkte den Kopf sogleich wieder. Etwas verlegen nestelte er an seinem Gurt. „Ich… ich dachte, Ihr wärt vielleicht hungrig. Das konnte ich vom Bankett retten. Es ist nicht viel, aber… Die Leute im Ort veranstalten ein regelrechtes Fest und tafeln ihre besten Speisen auf. Und Wisbald, dieser…“ Er murmelte einen Ausdruck vor sich hin, den Vaendur noch nie gehört hatte, der aber keineswegs nett klang. „Jedenfalls spielt er sich zum Geschichtenerzähler und Held auf. Als hätte er Euch gefangen und so…“ Ein wenig verloren stand er da, mit dem Beutel in der ausgestreckten Hand und schien etwas zu erwarten. Vaendur wusste nicht, was von ihm verlangt wurde, doch der Duft von gebratenem Huhn und frischem Brot lockte ihn, sodass er sich schließlich zu Boden kniete. Ohne, dass es weiterer Worte bedurfte, schüttete Therik den Inhalt seines Beutel in die offene Pranke des Skarnen.
      „Nehmt auch“, bot das Biest an und zusammen aßen sie. Nachdem sie fertig waren, erkundigte sich Therik nach der Verletzung am Arm Vaendurs. Dort, wo Storges Pfeil Sehnen und Fleisch durchdrungen hatte. Die Wunde war mit einer Salbe aus den Beständen der Lobholdts behandelt worden und heilte gut. Nun war es an der Reihe des Skarnen, Fragen zu stellen.
      „Als ich gefangen war und in einem Käfig saß, hörte ich die Männer in den glänzenden Rüstungen reden. Sie sprachen über einen Nebel und eine Gilde jemanden wie mich gebrauchen könnte. Wisst Ihr etwas darüber? Was ist dieser Nebel und warum fürchtet man sich davor?“
      Therik hockte im Schneidersitz im Gras und streichelte gedankenverloren eine Ziege. Am Lagerfeuer lachten die Männer.
      „Um ehrlich zu sein, weiß ich es nicht genau. Seit Tagen, wenn nicht gar Wochen vernehmen wir die Berichte über den Nebel und wie er sich im Nordwesten ausbreitet. Erst nahm er Wälder und Landstriche ein, zuletzt war zu hören, dass Horknir selbst in den grauen Schwaden verschwunden sein soll. Es ist wahrlich seltsam.“ Um Worte ringend kraulte er das weiche Fell des Bocks. Vaendur sah keinen Grund zur Eile und ließ ihn gewähren.
      Schließlich: „Man sagt, dass niemand, der den Nebel je betreten, ihn auch wieder verlassen hat. Die Wächter Arenors, unsere hohen Magier, suchen fieberhaft eine Lösung und vielleicht… haben sie endlich eine gefunden.“

      Von nun an ritt Therik auf seinem Fuchs tagsüber neben Vaendur her, der weiter an das Ochsengespann gekettet war. Sie sprachen über viele Dinge. Auch über die Narbe, die sich vom Schlüsselbein über den Hals bis zum linken Ohr des jungen Lobholdts zog. Statt sie schamvoll zu verbergen, schien er sie wie einen Schild vor sich herzutragen.
      „Mein Vater hat mich gerettet. Ich war damals nicht einmal groß genug um über die Tischkante zu lugen. Es war der Ofen, sagten sie mir später. Ist mit irgendwas verstopft gewesen, die Hitze staute sich und schließlich…“
      „Euer Vater ist ein tapferer Mann“, durchbrach Vaendur das Schweigen nach einer Weile. Therik nickte nachdenklich. Im Gegenzug wollte er wissen, wie der Skarne sein rechtes Horn verloren hatte und bekam somit die Geschichte vom König Thorgrim zu hören, der vor Jahrzehnten die Nordvölker vereint hatte um in den Krieg gegen die Skarne zu ziehen. In der Schlacht um die Nebellande haben unzählige ihr Leben verloren.
      „Er stand über mir“, erinnerte sich Vaendur noch immer schaudernd. „Zusammen hatten sie mich in die Knie gezwungen und dann baute sich dieser Mann vor mir auf. Ein wahrer Hüne für einen Menschen mit der Entschlossenheit und Inbrunst eines Halbgottes. Er hob die in blauen Flammen stehende Axt und ließ sie brüllend auf mich niederschmettern. Seit jener Zeit steht der Meerschaumthron leer.“
      Vaendur kannte viele derlei Geschichten aus den Jahrhunderten seines Lebens und Therik war begierig sie alle zu erfahren. Bis spät in die Nacht lauschte er noch den Worten des Biests und schlief dann neben ihm ein.
      Vaendur selbst schwelgte in Erinnerungen und sah sich einmal mehr an den Klippen seiner Heimat mit dem unnachgiebigen Mahlstrom vor sich, der die See aufwühlte. Und neben ihm, nur wenige Schritte entfernt, stand der große Ebermann, Ardan Torc. Sein Skål. Nie würde Vaendur den betrübten Blick vergessen, mit dem Ardan ihn aus den kleinen schwarzen Augen angesehen hatte, bevor er starb.
      Kurz nach dem Morgengrauen des zweiten Tages erschien Silberstadt am Horizont.
      Starraider - Die Sternenjäger: Eine verwegene Crew, ein waghalsiger Coup und das Schicksal der Galaxie auf Messers Schneide.

      Die Nebel von Arenor: Ein uraltes Übel kehrt zurück und nur eine Gruppe ungewöhnlicher "Helden" kann noch helfen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Maxwell ()

    • Warum nur beschleicht mich das Gefühl, dass Hexe und Büffel in Silberstadt zusammentreffen werden? War das womöglich arrangiert, dass Maven dorthin soll? xD Irgendwo steht ja, dass Therik auf sie warten wird.
      Und die Story mit Lobholdts Sohn ist wohl einem ziemlich weiblichen Ofen geschuldet, der zu heiß war ... (das blicke ich nur, weil ich Mavens Teil gerade nochmal überflogen habe, aber vielleicht irre ich mich auch).

      Ich fürchte allerdings, dass Mavens kleiner Auftritt in Silberstadt noch Nachwirkungen haben wird. Ebenso für Vaendur, mit einem einfachen Brief wird das doch nicht alles weggewischt sein.
      Was übrigens sehr cool ist: dass es von nun an in ganz viele Richtungen weitergehen könnte, man rätselt also mit, was wohl passiert. Wer ist gut, wer ist böse und was ist mit den ganzen Anspielungen wie Nebelländer oder den Teufelsanbetern.

      Hier noch mein üblicher copy-paste-Satz unter eure Stories: Es gibt nichts zu meckern. :thumbsup:

      Maxwell schrieb:

      Der Mann war von stämmigem Wuchs
      Dein Lieblingsfehler mal wieder :D Ansonsten waren noch zwei, drei kleine Fehlerchen irgendwo, die der Erwähnung nicht würdig sind.
      "Sehe ich aus wie einer, der Geld für einen Blumentopf ausgibt, in den schon die Pharaonen gepisst haben?"
    • Wysenfelder schrieb:

      Und die Story mit Lobholdts Sohn ist wohl einem ziemlich weiblichen Ofen geschuldet, der zu heiß war ... (das blicke ich nur, weil ich Mavens Teil gerade nochmal überflogen habe, aber vielleicht irre ich mich auch).
      Das stimmt so noch nicht ganz :D Maven hat das Feuer nicht verursacht, aber dazu gibts in den nächsten Beiträgen noch klärende Worte!

      Immanuel Kant schrieb:

      Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
      Sapere Aude!
      Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
    • Wysenfelder schrieb:

      Was übrigens sehr cool ist: dass es von nun an in ganz viele Richtungen weitergehen könnte, man rätselt also mit, was wohl passiert. Wer ist gut, wer ist böse und was ist mit den ganzen Anspielungen wie Nebelländer oder den Teufelsanbetern.
      Ja, bestens, genauso war es beabsichtigt. Die Grenzen zwischen gut und böse mögen verschwimmen und daran arbeiten wir auch in den nächsten Teilen noch tüchtig.

      Wysenfelder schrieb:

      Hier noch mein üblicher copy-paste-Satz unter eure Stories: Es gibt nichts zu meckern.
      Kann mich an dem Satz nicht satt sehen. :D



      Wysenfelder schrieb:

      Dein Lieblingsfehler mal wieder Ansonsten waren noch zwei, drei kleine Fehlerchen irgendwo, die der Erwähnung nicht würdig sind.
      Und ich hasse dich dafür, dass du mich immer wieder darauf aufmerksam machst! :cursing: :P 8)


      Gruß!
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    • Dilesos

      Gedankenverloren blickte er von einem kleinen Hügel aus über die Graslandschaft von Rilas-Tan, die sich in der Abenddämmerung einsam vor ihm ausbreitete und strich sich immer wieder nachdenklich durch den dichten, dunklen Bart, der seine ernsten Züge umrahmte. Einmal mehr ging er die Geschehnisse im Kopf durch, die letztendlich zu seiner Versetzung von Silberstadt nach Rilas-Tan geführt hatten. Zwar kam er so zurück in seine Heimat und in die Nähe seiner alten Mutter, doch mit dem fahlen Beigeschmack des Versagens, der ihm anhaftete, seit ihm die Hexe entkommen war. Dass er sie in gewisser Weise hatte entkommen lassen, hatte er niemandem anvertraut. Er konnte das Bedauern in ihren Augen nicht vergessen, als sie ihn mit seinen eigenen, magischen Handeisen an das Brückengeländer gekettet hatte. Natürlich hatte er ihr Vorhaben schon gesehen, ehe sie die Eisen hatte einrasten lassen, doch hatte er es hingenommen und auch nicht versucht, das Geländer zu sprengen, um sie einzuholen. Nein. Er hatte sie entkommen lassen.
      Tief durchatmend verdrängte er das Bild ihrer glimmenden Augen, die sich wie Feuer in sein Gedächtnis brannten und strich sich mit den dicken, dornenbesetzten Lederhandschuhen grollend durch das graumelierte Haar, das ihm dicht über die Schultern hing.
      Erst später war ihm klar geworden, dass der Erzmagier der Wächter zur Silberstadt besonderes Interesse an dieser Hexe gehabt hatte. Warum sonst hätte man ihn nach zwanzig Jahren treuem Dienst bei seinem nahezu einmaligen Versagen direkt nach Rilas-Tan versetzen sollen? Die Enttäuschung und der Groll saßen tief, zumal er Erzmagier Ildasar zu einem seiner engsten Vertrauten gezählt hatte.
      „Ein Narr, wer glaubt, die Geschicke der Wächter zu erkennen“, grollte er vor sich hin und schüttelte die Gedanken schließlich gänzlich ab. In der Ferne hatten seine Augen etwas ausgemacht, wie schon oft zuvor. Ein winziges Licht war am Rand des fernen, westlichen Waldes aufgeflackert. Ein Lagerfeuer, wie Dilesos vermutete.
      Die Sterne hatten sich mittlerweile das Firmament erkämpft, als er den Waldrand erreichte und sich fortan mit großem Geschick einen lautlosen Weg durch das Unterholz in Richtung des Feuers bahnte. Das musste er endlich sein. Seinen Quellen zufolge hatte dieser Abtrünnige nun schon öfters sein Unwesen in diesem Teil des Landes getrieben. Seit dem Auftreten des Nebels wagte es kaum mehr jemand in diesen Gefilden bei Nacht noch unter freiem Himmel zu schlafen, geschweige denn ein Lager aufzuschlagen und friedlich etwas über offenem Feuer zu braten.
      Endlich nahm er den Geruch von Rauch wahr, der ihm dezent zwischen den Bäumen entgegenwehte. Nach wenigen Minuten sah er den Widerschein der Flammen über die Stämme huschen und während sein gestählter Körper unter der dunklen Lederrüstung von Adrenalin geflutet wurde, blieben seine Hände ruhig und sein Blick fokussiert. Solche Situationen hatte er zu dutzenden durchlebt. Auch die Hexe hatte er auf diese Weise des Nachts überrascht. Allerdings war sie intelligent genug gewesen, kein Feuer zu entfachen. Jedenfalls zu Anfang…
      Sich innerlich verfluchend und seine Gedanken wieder auf das Ziel richtend, trat er endlich aus dem Dunkel des Waldes und direkt in den Widerschein der Flammen. Wie von einer Witwe gebissen, sprang sein Gegenüber auf die Beine und starrte den Auror mit weit aufgerissenen Augen an.
      „Langsam“, brummte er dem verschreckten Lamm zu. Es war nicht Umriel. Eine Wanderhure, so vermutete er beim Anblick ihres doch recht üppigen und einladenden Dekolletees.
      Dann jedoch saher es. Die Täuschung, die Umriel für ihn erschaffen hatte und die jeden Augenblick zusammenbrechen würde, doch noch ehe der Zauber ein Ende fand, hatte Dilesos bereits geistesgegenwärtig seine Klinge gezogen und der Stoß seiner telekinetischen Kraft riss das vermeintliche Weib zu Boden. Als der Verräter wie in Dilesos‘ Vision den Platz der Frau hätte einnehmen müssen, passierte absolut gar nichts. Die Hure wimmerte zu seinen Füssen und wand sich vor Schmerzen, die sein ungebremster, magischer Schlag offensichtlich verursacht hatte.
      Irgendetwas lief scheinbar gewaltig schief, doch er ließ sich nicht beirren. Er hatte schon zu vieles erlebt, um auf solch alte Tricks hereinzufallen.
      „Nun, Ihr seid bei weitem nicht hässlich genug, um Umriel zu sein“, meinte er trocken, während er die Schwertspitze auf ihren großherzigen Ausschnitt richtete, „Wo ist er?“
      Das Wimmern verstummte schlagartig, dann richtete sich die Dame mit einer Schnelligkeit auf, die Dilesos überrascht einen Schritt zurückweichen ließ und als ihre Augen begannen die Schwärze ihrer Seele zu entblößen, erkannte er, was sie wirklich war. Ein Dämon.
      „Umriel ist tot, Mensch“, zischelte das Wesen, dessen Schönheit allmählich begann wie alte Farbe abzublättern. Darunter kam ein vertrockneter Körper zum Vorschein, dessen Adern wie ein schwarzes Netz durch die papierartige Haut hindurchschimmerten. Es streckte seine dürren Finger nach ihm aus, während es nun bei einem gehässigen Grinsen seine Fänge entblößte.
      „Dann hast du Arenor einen Gefallen getan. Lass es mich dir vergelten“, und noch während er das Wesen mit einem weiteren Wink seiner Linken gegen einen Stamm schmetterte, sprang er mit gezogener Klinge über das Feuer hinweg und war mit einem Satz vor dem Biest angelangt.
      „Ich schicke dich dahin zurück, wo du hergekommen bist, elende Teufelsbrut!“, doch ehe er zuschlagen konnte, hielt ihn eine weitere Vision zurück, die das Monster verächtlich gackern ließ. Was er bereits vermutet hatte, bestätigte sich damit. Der Dämon hatte seine Eingebungen gefährlich beeinflusst.
      „Zurück in die Nebel, nicht wahr, Sohn des Norven? Gern. Sehr gern! Dann kann ich mich endlich wieder an Menschenfleisch laben. In Horknir stapeln sich die Leichen und Wolfshain folgt schon bald!“, ein weiteres Lachen entsprang der Kehle des Ungetüms, von dessen Nase sich nun der vordere Teil in Wohlgefallen auflöste und nur noch zwei abstoßende Schlitze zurückließ.
      „Ich nehms zurück. Viel zu hässlich um Umriel zu sein. Und das soll was heißen. Bei den Wächtern.“
      Das Vieh schien verwirrt. „Umriel. Ist tot. Ich habe ihn getötet. Getötet und gefressen!“
      „Jaja, das hatten wir schon. Wir waren an der Stelle angelangt, an der ich dich töten und in die Nebel zurückschicken wollte“, das hoffnungsvolle Aufblitzen in den Augen des Dämons ließ ihn abschätzig lächeln, „Herrje, ich wünschte, ich bekäme es mal wieder mit einer echtenHerausforderung zu tun. Ihr Schattengestalten seid so leicht durchschaubar…“
      Gerade als das Ungeheuer sich anschickte, sich blitzschnell aufzurappeln und ihn zu attackieren, hatte Dilesos schon seine Linke erhoben und das dürre Wesen gegen einen der Baumstämme geworfen. Mit einem gewaltigen Schritt war er vor ihm angelangt und während seine Linke eisern die Kehle umschloss, ließ er das Schwert auf den Laubboden fallen und zückte den Dolch an seinem Gürtel. Die Rune, welche er dem Teufelswesen unter großem Gezappel und Gekreisch auf die Stirn ritzte, ließ es in dem Moment bewusstlos in sich zusammensacken, als Dilesos den Stahl absetzte.
      Langsam setzte sich der Auror tief durchatmend neben den reglosen Dämon, an dessen Stirn inzwischen auch die typischen, dornenartigen Hörner aufgetaucht waren. Ein Dämon der Schatten aus dem dritten Kreis der Hölle. Dass dieses Vieh so viel über den Nebel gewusst hatte, beunruhigte ihn. Wolfshain sollte als nächstes fallen? Das musste der Erzmagier zu Rilas-Tan umgehend erfahren, ansonsten würde auch dort der Nebel alles Leben verschlingen.
      „Was zum Teufel geht da oben vor sich“, brummte er leise, während er routiniert die Eisenfesseln aus der wattierten Gürteltasche entnahm und diese dem Dämon sicherheitshalber um die Handgelenke legte. Rilas-Tan war gute fünf Stunden Marsch entfernt und während er das hässliche Etwas neben sich betrachtete, wünschte er sich insgeheim, es möge sich wieder in die offenherzige Wanderhure verwandeln. Körperkontakt war ihm nicht zu wider, aber lieber hätte er sich ein üppiges Flittchen über die Schulter geworfen, als dieses faserige Stück Haut und Knochen.
      Murrend blieb ihm nach einem großzügigen Schluck Wasser aus dem Schlauch nichts mehr anderes übrig, als mit dem Dämon vorlieb zu nehmen.
      Während er leise am Waldrand entlang in Richtung Stadt schlich, um nicht mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen als nötig, schweiften seine Gedanken abermals ab, als sich wieder die glühenden Augen der Hexe in sein Gedächtnis drängten. Sie hatte ihn bezwungen, ohne sich ihm zu widersetzen und bei den Wächtern, er war froh gewesen, dass sie sich hatte überrumpeln lassen. Wie Dilesos bei seiner Abreise in Silberstadt erfahren hatte, hatte der Erzmagier eine Delegation Silberritter unter dem Kommando von Sir Eisenbeißer Cedric Inmher und Wasserschleuder Meriaz losgeschickt, um sie zu finden.
      Ganz schön schweres Geschütz für eine einzelne Hexe.
      Sorge keimte in ihm auf, die er sogleich wieder zu ersticken versuchte. Sie war eine Feuerhexe der Wildnis. Sie hatte sich dazu entschieden frei zu sein und würde so auch mit den Konsequenzen leben müssen. Damit hatte er seinen Gedankengang abbrechen lassen und konzentrierte sich auf seinen weiteren Weg. In der Ferne konnte er bereits die Lichter der Zinnen sehen, welche die Ebene wie ein Leuchtfeuer überragten.

      Immanuel Kant schrieb:

      Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
      Sapere Aude!
      Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Chnorzi ()

    • @Maxwell & @Chnorzi Ich hab zwar erst den Prolog und das erste Kapitel gelesen, aber das gefällt mir auf jeden Fall. Das Bild von einer nebligen, hügeligen Landschaft war sofort in meinem Kopf drin und ging da auch nicht mehr raus xD Sehr schön soetwas :thumbsup:
      Mit Nebel und dergleichen habt ihr euch aber auch was mystisches rausgesucht... so jetzt abe zu meinen Anmerkungen:
      Spoiler anzeigen

      Maxwell schrieb:

      Von Osten her, von einem Ausflug in die Wälder Nordargs, war eine kleine Delegation Silberritter gekommen,
      "Aus dem Osten, von einem Ausflug in die Wälder Nordargs" würde die Wiederholung von "von" vermeiden... jedenfalls bei euch, bei mir grade nicht xD Auch würde hier "Ausritt" oder "Streifzug" meiner Meinung nach etwas besser passen als "Ausflug". Das klingt so nach Wochenende oder Ferien.

      Maxwell schrieb:

      eine saftige Mahlzeit
      Saftig? Da muss ich unwillkürlich an wilde Kreaturen denken, die sich das Maul mit blutigem Fleisch vollstopfen. Wie wäre es mit "deftig", "herzhaft" o.ä?

      Maxwell schrieb:

      Vaendur hatte es schon bei einigen Menschen erlebt, die dass sie sich mit verschiedenen Geruchsmischungen versahen.
      Klingt ein bisschen befremdend der Satz. Die Verbesserung wäre ein Vorschlag, allerdings könnte man hier Haupt- und Nebensatz auch gleich ganz zusammenfassen das etwas als "Vaendur hatte solch verschiedene Geruchsmischungen schon bei einigen Menschen erlebt" dabei heraus kommt.

      Maxwell schrieb:

      wollte Storges wissen, dem die Gier im Nacken saß.
      Mit "im Nacken sitzen" ist doch eigentlich gemeint, dass man von etwas gegen seinen Willen getrieben wird. Wie wäre es mit "den die Gier antrieb"?

      Maxwell schrieb:

      ein duftender Mann
      Sehr schönes Adjektiv an dieser Stelle muss ich anmerken, gefällt mir gut xD
      Allerdings würde ich das "ein" durch "der" ersetzen, da ich mal annehme, dass es der Ritter von vorhin ist. Zudem klingt es dann nicht ganz so zufällig ("Oh schau! Ein duftender Mann!")

      Mir gefällt die Geschichte auf jeden Fall gut, denn mit den Worten wird mir sofort ein hübsches Bild in den Kopf gezaubert und auch die Namen klingen stimmig (und nur etwas nach "Holzhammermethode" *räusper* xD @Maxwell). Nur bei manchen Formulierungen müsste man aufpassen, wie zum Beispiel bei der Sache mit dem im Nacken sitzen.
      Auf jeden Fall habt ihr hiermit einen neuen Leser (der zwar noch ein bisschen aufholen muss, aber egal).

      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      "Spem sine corpore amat, corpus putat esse, quod unda est." - Ovid, Metamorphosen
    • Yeah, @Xarrot!

      Freut mich, dass es dir gefällt!

      Danke für deine Anmerkungen. Es ist doch immer wieder hilfreich, wenn sich jemand mit dem Stoff beschäftigt, den man selbst schon so viele Mal im Kopf herumgewälzt hat. Ein frischer Blick ist da immer willkommen!


      Gruß!

      Spoiler anzeigen

      Xarrot schrieb:

      (und nur etwas nach "Holzhammermethode" *räusper* xD @Maxwell).
      Touché! :P
      Starraider - Die Sternenjäger: Eine verwegene Crew, ein waghalsiger Coup und das Schicksal der Galaxie auf Messers Schneide.

      Die Nebel von Arenor: Ein uraltes Übel kehrt zurück und nur eine Gruppe ungewöhnlicher "Helden" kann noch helfen.
    • So, jetzt hab ich auch mal die nächsten beiden Abschnitte gelesen. Und es gefällt mir immer noch :D
      Spoiler anzeigen

      Chnorzi schrieb:

      Auf dem dunklen Waldboden Zu Mavens Füssen zeichnete sich im Widerschein dreier Fackeln ein weißes Triquetra aus Salz auf dem dunklen Waldboden ab,
      Wäre mein Vorschlag.

      Chnorzi schrieb:

      Überlange, spitze Schlappohren ragten aus dem wild wuchernden Haarschopf des nackten Kobolds,
      1. Reaktion: WUHU! Kobolde! 2. Reaktion: NEIN! Toter Kobold! ;(

      Chnorzi schrieb:

      Die Ritter hatten ihn am verbotenen Weiher aufgescheucht und kaum hatte er panisch sein Versteck verlassen, sirrte schon der Pfeil todbringend durch die Luft und hatte ihn in vollem Laufe grausam zu Boden gerissen. Aus ihrem sicheren Versteck hatte Maven die verwerfliche Tat beobachtet und wenn sie nicht gewusst hätte, dass die Männer eigentlich auf der Suche nach ihr gewesen waren, wäre sie dem Geschöpf zu Hilfe geeilt. Niemand hatte es verdient durch einen Pfeil im Rücken an seinem eigenen Blut zu ersticken.
      Vorvergangenheit ist immer so ein Problem. Irgendwie stehen einem da immer nur die Wörter "hatten" und "waren" zur Verfügung. Versuch trotzdem hier und da ein "hatte" zu ersetzen. Ansonsten... armer Kobold... :(

      Chnorzi schrieb:

      In den ersten beiden galt es die Zutaten aus den äußeren beiden Kreisen einzubeziehen, in der Letzten wurden diese eingesetzt, um die Energien aus dem Kadaver zu lösen und im speziell geschmiedeten und bereits magisch vorbereiteten Amulett zu speichern.
      Die Erklärung könnte man noch etwas besser gestalten. Was heißt hier "mit einzubeziehen" und "einsetzen"? Man kann sich nur wenig darunter vorstellen.

      Chnorzi schrieb:

      leise im Dunkel der Nacht rauschen. Das Feuer der Fackeln loderte auf und dunkle Schatten züngelten über die Szenerie,
      Eines von beiden müsste man durch finster o.ä. ersetzen. Ansonsten hast du aber ein gutes Bild in meinem Kopf mit diesem Satz geschaffen.

      Maxwell schrieb:

      Er trat auf die Lichtung und hatte nur Augen für das aus Salz gestaltete Symbol auf dem dunklen Waldboden.
      Eventuell könnte man noch erwähnen, dass er die Hexe ignoriert. Es ist zwar nur ein kurzer Sprung bis zu diesem Absatz, dennoch wirkt es etwas seltsam.

      Maxwell schrieb:

      war von einer tiefen Glut erfüllt.
      Tiefe Glut ist auch wieder so eine Formulierung. Wie wäre es mit "feurig" oder "inneren"?

      Maxwell schrieb:

      Die Flammen der Fackeln ließen Schatten über ihr Gesicht tanzten
      Welch fataler Fehler!

      Maxwell schrieb:

      schließlich brummte er: „… lørck…“
      Das, zusammen mit dem :

      Maxwell schrieb:

      Bloß, die Worte zu finden und sie zu verstehen, war bei weitem einfacher, denn sie auszusprechen. Seine Stimme hatte er über Jahre zu nichts anderem als Brüllen und gelegentlichen Knurren verwendet.
      finde ich sehr stimmig und sind zwei Details, die mit gut gefallen. Es wäre auch irgendwie seltsam gewesen, wenn Vaendur einfach so, ganz normal sprechen könnte.

      Wie bereits erwähnt gefällt es mit gut, allerdings hab ich etwas bemerkt. Den Name "Vaendur" fand ich persönlich sehr schön und er klang irgendwie norwegisch. Also hab ich ihn bei Google Übersetzer eingegeben und gesehen das es isländisch für den vor Erhabenheit und Heldenmut nur so strotzenden Begriff Prostitution ist. Ich schätze aber mal, dass das jetzt nur Zufall ist xD

      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      "Spem sine corpore amat, corpus putat esse, quod unda est." - Ovid, Metamorphosen
    • Hey Xarrot!
      Schön dich bei uns zu haben! Danke für dein Interesse und deine Arbeit, die du bei der Sache reinsteckst, das freut :D
      Gleich kurz zu deinen Anmerkungen:

      Chnorzi schrieb:

      Auf dem dunklen Waldboden zu Mavens Füssen zeichnete sich im Widerschein dreier Fackeln ein weißes Triquetra aus Salz ab, in dessen Mitte ein kleines, wunderliches Geschöpf lag.
      Hab ich geändert.

      Chnorzi schrieb:

      Die Ritter hatten ihn am verbotenen Weiher aufgescheucht und kaum war er panisch aus seinem Versteck gerannt, sirrte schon der Pfeil todbringend durch die Luft und hatte ihn in vollem Laufe grausam zu Boden gerissen. Aus ihrem sicheren Versteck sah Maven die verwerfliche Tat und wenn sie nicht gewusst hätte, dass die Männer eigentlich auf der Suche nach ihr gewesen waren, wäre sie dem Geschöpf zu Hilfe geeilt. Niemand hatte es verdient durch einen Pfeil im Rücken an seinem eigenen Blut zu ersticken.
      Jaah, doofe Vorvergangenheit, grml. So besser? ^^

      Chnorzi schrieb:

      Das Ritual besaß drei Phasen. In den ersten beiden galt es die wichtigen Bestandteile der Zutaten aus den äußeren beiden Kreisen mittels einfacher Zauberworte zu lösen, in der Letzten drangen diese Essenzen in den Leichnahm ein, um die verbliebenen Energien zu lösen und im speziell geschmiedeten und bereits magisch vorbereiteten Amulett zu speichern.
      Ich verstehe was du meinst, habe es nun so umgeschrieben.

      Chnorzi schrieb:

      Ein lauer Luftzug umwehte sie nun und ließ das Blätterdach, das über die kleine Lichtung ragte, leise im Dunkel der Nacht rauschen. Das Feuer der Fackeln loderte auf und finstere Schatten züngelten über die Szenerie, während sich silbern leuchtende Schwaden aus den Zutaten emporschlängelten.
      Dunkel dunkel dunkel! Manchmal überliest man sowas, hihi. Danke

      Grüsse, Chnorzi :pig:

      Immanuel Kant schrieb:

      Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
      Sapere Aude!
      Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
    • @Xarrot - so, mein Bester ... habe mich deiner Anmerkungen angenommen und so gut es mir möglich ist, verbessert.

      Nochmals Danke! :thumbup:

      Deine kleine Namensstudie ist ... erschreckend? :rofl: Tatsächlich entstand Vaendurs Name mit dem Google Translator. Ich glaube der Ursprung war Schottisch-gälisch ... keltisch, irgendwie so. Habe den Namen dann soweit verändert, dass er locker flockig über die Zunge geht, das Ergebnis dann aber nicht gegen gecheckt. Ein Fehler, wie sich herausstellt und mir hoffentlich nicht nochmal passieren wird. Also ja: Zufall. Irgendwie ... :ugly:

      Gruß!
      Starraider - Die Sternenjäger: Eine verwegene Crew, ein waghalsiger Coup und das Schicksal der Galaxie auf Messers Schneide.

      Die Nebel von Arenor: Ein uraltes Übel kehrt zurück und nur eine Gruppe ungewöhnlicher "Helden" kann noch helfen.
    • @Maxwell @Chnorzi Hallöchen :hi2: ich bins wieder...
      Spoiler anzeigen

      Maxwell schrieb:

      Dabei nahm er den Geruch des Waldes wahr.
      Ich finde es super wie du immer auch beschreibst, was er riecht und das sein Geruchssinn allgemein einen recht hohen Stellenwert zu haben scheint. Das gibt Vaendurs Charakter auf jeden Fall auch ein wenig Tiefgang, da er die Welt auf einer Ebene mehr wahrnimmt, könnte man sagen :thumbsup:

      Maxwell schrieb:

      Neben ihn stand ein junger Mann mit Fackel und Schwert, der wie Espenlaub zitterte, als der Skarne sich zu voller Größe erhob und auf ihn hinabblickte.
      Das würde ich ein wenig umformulieren, um die Wiederholung von "und" zu vermeiden. Vorschlag: "als der Skarne sich zu voller Größe erhob, um von oben auf ihn herab zu blicken."

      Maxwell schrieb:

      Seine Rüstung war silbern
      Das mit der silbernen Rüstung hattest du ja bereits mehrfach erwähnt und zudem kommt "Silber" auch nochmal im nächsten Satz vor. Ich würde es von daher vielleicht durch "Seine Rüstung glänzte" o.ä. ersetzen.

      Maxwell schrieb:

      In seine Augen spiegelte sich eine belustigte Grausamkeit wieder,
      Warum musste ich da an einen schmachtenden Franzosen denken... xD

      Maxwell schrieb:

      „Wir können darauf warten, dass Sir Silberlöffel den ganzen Ruhm und das Gold einheimst und uns wie räudige Hunde vom Hof jagt
      Hier würde ich das noch etwas ausbauen. Bezahlt wird er ja auch von Sir Silberlöffel und Ruhm scheint die Söldner ja auch nicht soooo sehr zu kümmern. Es fehlt daher ein wenig an Logik, warum er wegen soetwas gleich einen Haufen Ritter abschlachtet. Wie wäre es, wenn der Söldner vermutet, dass "Sir Silberlöffel" (sehr schöner Kosename :D ) sie sowieso nicht gut oder sogar gar nicht bezahlen wird. Eventuell hat er ja auch schon schlechte Erfahrungen gemacht.

      Chnorzi schrieb:

      In diesem Moment brach die Erinnerung wie eine Flutwelle über sie herein. Die Erinnerung an
      Eines der beiden könnte man durch "Bilder", "Gedanke" etc. ersetzen.

      Chnorzi schrieb:

      Die Erinnerung an das Inferno, welches sie verursacht hatte und an den Pfeil, der sie zu Boden gerissen hatte, bevor sie das Bewusstsein verlor.
      Eine kleine Umformulierung und das 2x "hatte" hat sich: "Die Erinnerung an das durch sie verursachte Inferno und den Pfeil, der sie zu Boden gerissen hatte,..."

      Chnorzi schrieb:

      grauen Strähnen durchzogen, die sein Alter auf die Vierziger schätzen ließ.
      "...durch die er um die vierzig wirkte."

      Chnorzi schrieb:

      die Laken und auch Kleidung und Luft waren innert weniger Augenblicken
      Ich denke mal du meintest "innerhalb", oder ich bin doof und hab das Wort einfach noch nie gehört... kann auch sein xD

      Chnorzi schrieb:

      und nach einigen Augenblicken wandte er sich mit aufrechter Körperhaltung wieder der Hexe zu, die ihn noch immer mit argwöhnischer Vorsicht beobachtete.
      Klingt ein wenig seltsam. "..wandte er sich wieder etwas aufrechter der Hexe zu" oder so könnte man schreiben. Das würde auch die Wiederholung von "mit" vermeiden.

      Chnorzi schrieb:

      die gurgelnd und mit aufgerissenen Augen zurücktaumelten und schließlich leblos in sich zusammensanken.
      Das "und" weg und ein Komma dahin und der Satz ist einfach nur wundervoll :thumbsup:

      Chnorzi schrieb:

      „Ich bin kein Werkzeug, das man nach Belieben einsetzen kann, Rittersmann. Wenn sie meine Freiheit beschneiden wollen, werde ich ihnen einheizen.“
      DARAUF HATTE ICH GEWARTET! Man jetzt ist mir die Hexe sympathisch geworden!

      Zwei sehr schöne Abschnitte muss ich sagen und nur eine Sache hätte ich noch zu bemängeln: Was ist mit dem Wirtshaus und den anderen Leuten darin, oder zumindest dem Wirt und seinen Mitarbeitern? Vermutlich töten die Söldner auch die, aber man sollte es vielleicht kurz irgendwo erwähnen sonst denkt der Leser, die seien einfach verschwunden oder so.
      Weiter so und Tschüssi! ^^


      EDIT: Och nö was ein Käse ich hab mich grade selbst gespoilert und den einen Eintrag von Chnorzi übersprungen :( VERDAMMT! Der wird dann nächstes Mal mit nachgeholt :rolleyes:

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Xarrot ()

    • @Chnorzi hab mir jetzt auch den einen Teil durchgelesen, den ich letztes Mal übersprungen hatte :whistling:
      Spoiler anzeigen

      Chnorzi schrieb:

      Erst der nahe, erbärmliche Schrei eines Menschen, das klägliche Wiehern eines Pferdes und der dumpfe Aufschlag zweier Körper, ließ sie aus der Starre erwachen.
      "Das dumpfe Aufschlagen zweier Körper, begleitet vom Wiehern eines Pferdes und dem erbärmlichen Schrei eines Menschen, ließ sie aus der Starre erwachen." - würde ich eher schreiben. Deine Aufzählung wirkt hier ein wenig streckend, was in einem Moment, in dem die Ereignisse rasch aufeinander folgen etwas an der Spannung nagt.

      Chnorzi schrieb:

      brach ganz in der Nähe eine gewaltige Stimme
      Laut, kräftige, volltönende wäre mein Vorschlag, ich weiß nicht ganz ob eine Stimme gewaltig sein kann.

      Chnorzi schrieb:

      Sie rannte so schnell ihre Füße sie Tragen konnte
      Dieser GRAVIERENDE Fehler sprang mir beim durchlesen ins Auge... geradezu skandalös ( :sarcasm: ) ^^

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    • Hallöööchen Xarrot!

      - Spannungsnager wurde ersetzt!

      - Hajo, eine gewaltige Stimme ist halt GEWALTIG!! :D (habs durch "kräftig" ersetzt)

      - Oh gott... "Tragen"... Asche über mein Haupt :D dieser fatale Fehler hätte mir nicht passieren dürfen :doofy:

      danke für deine Anmerkungen ^^ dadurch wirds immer besser, hähä

      Immanuel Kant schrieb:

      Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
      Sapere Aude!
      Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
    • @Chnorzi @Maxwell Ja Tag auch! :hi2: Hab mal wieder vorbei geschaut und was da gelassen:
      Spoiler anzeigen

      Chnorzi schrieb:

      „Was bleibt uns denn anderes übrig? Die Hütte wird uns noch unter dem Hintern wegbrechen, du kannst dich gegen ein solches Feuer unmöglich zur Wehr setzen! Dafür wäre es außerdem jetzt ohnehin zu spät. Bahn uns einfach einen Weg nach draußen. Irgendetwas wird uns dann schon einfallen. Wir werden hier ganz sicher nicht wie Feiglinge sterben!“
      Hier könntest du die Aufgebrachtheit des Ritter noch ein wenig mehr verdeutlichen, zum Beispiel indem du seine saubere Ausdrucksweise etwas verschandelst oder seinen Worten etwas vorderndes gibst. Ich hab ein paar Ideen mal rot eingefügt. Sonst gefallen mir deine Dialoge aber super. Sie passen wirklich gut zu den jeweiligen Charakteren :thumbsup:

      Chnorzi schrieb:

      der sich unter dem Türspalt und zwischen den Dielenbrettern in das Zimmer stahl, begann sie Sicht zu trüben.
      Da hat sich wohl ein kleiner Tippfehler eingeschlichen.

      Chnorzi schrieb:

      donnerte der Ritter und er wandte sich widerwillig an Maven
      Das er kann man eigentlich auch weglassen. Klingt dann etwas flüssiger und schöner finde ich.

      Chnorzi schrieb:

      bewegte sie sich langsam in Richtung der doppelflügeligen Tür, die ihr den Weg ins Freie bahnen sollte.
      Bahnen finde ich hier etwas unpassend gewählt. Die Tür an sich macht ja nicht wirklich etwas. "Die ihr den Weg ins Freie öffnen sollte." wäre mein Vorschlag.

      Chnorzi schrieb:

      und erst nach endlosen Sekunden, als ein Schwall eiskalten Wassers sie in die Knie zwang, kam sie wieder zur Besinnung. Rund um sie schwelten und knisterten die verkohlten Balken, Stühle und Tische des Hauses leise und sowohl Asche als auch Ruß bedeckten den Boden und schwängerten die Luft in einem beißenden Nebel. Keuchend und zitternd stemmte sie sich langsam wieder auf die nackten Füße und wurde dann sogleich brutal zur Seite gezerrt. Ein sirrender Pfeil verfehlte sie nur um Haaresbreite.
      Hier war ich kurz verwirrt. Ich wusste nicht, woher plötzlich der Ritter und der Magier kamen oder wie viel Zeit vergangen war. Eventuell könntest du da noch ein paar Sätze zu verlieren.

      Maxwell schrieb:

      zurück zum Gasthof an der Weggabelung zu finden. Die meilenhohe Rauchsäule machte jede Wegfindung
      Beim ersten mal würde einfach nur Gabelung ausreichen. So würde die Wiederholung von Weg vermieden werden.

      Maxwell schrieb:




      da barsten die Balken zu seinen Flanken und das Gewicht des herabstürzenden Obergeschosses zwang den Skarnen in die Knie.
      Kleine Frage: Das Haus brennt doch, würde sich Vaendur bei da so einem Einsturz nicht massenweise Verbrennung zuziehen? Jetzt nicht das ich es ihm wünschen würde...

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    • Hi @Xarrot!

      Wiedermal besten Dank für deine Kritik und dein Interesse.


      Xarrot schrieb:

      Kleine Frage: Das Haus brennt doch, würde sich Vaendur bei da so einem Einsturz nicht massenweise Verbrennung zuziehen? Jetzt nicht das ich es ihm wünschen würde...
      Ahhh, ich verstehe das Problem. Tatsächlich habe ich die entsprechenden Stellen gleich nochmal gelesen und es wurde nie so explizit gesagt, aber das Gasthaus brennt zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich. Mavens Feuersturm speiste sich aus den Flammen im Untergeschoss, welche somit erloschen. Rauszulesen wäre das evtl. aus folgenden Zitaten:

      Chnorzi schrieb:

      Rund um sie schwelten und knisterten die verkohlten Balken, Stühle und Tische des Hauses leise und sowohl Asche als auch Ruß bedeckten den Boden und schwängerten die Luft in einem beißenden Nebel.

      Chnorzi schrieb:

      „Ihr seid ein Teufelsweib, wisst Ihr das?“, zischte der Ritter leise, während er sie an sich presste und dann hinter den kokelnden Überresten des Tresens zu Boden zwang.

      Chnorzi schrieb:

      Die Pfeilspitzen waren auf sie gerichtet und die Schritte der schweren Stiefel knirschten leise auf der erloschenen Kohle.
      All das impliziert ja kein loderndes Feuer mehr. Aber ich verstehe den Einwand. Hätte man etwas genauer beschreiben können ... :hmm:


      Gruß!
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    • Caspar


      Im Nordarg-Wald, unweit von Althris an den Ufern des Menrath, lag zum Fuße einiger Hügel ein verschlafenes Nest mit dem Namen Fürstenwald. Einst, vor vielen Jahren – wie viele vermochte niemand mehr genau zu sagen – war ein Fürst bei der Jagd hier durchgekommen und hatte im hiesigen Gasthof genächtigt. Zuvor schimpfte sich das Örtchen Unkenwald, da besonders viele dieser Tierchen in den vom Menrath gespeisten Tümpeln rundherum hausten. Ihr Quaken erfüllte die dunklen Nächte.
      Fürstenwald war arm. Ein paar Holzfällerhütten verteilten sich zwischen den Bäumen und den Ortskern bildeten eine windschiefe Versammlungshalle und besagtes Gasthaus, direkt am Wasser.
      Die Nacht war hereingebrochen und im Schankraum hatten sich kaum eine Handvoll Stammkunden eingefunden. Männer ohne Zukunft und Hoffnung. Holzfäller, die ihr mageres Geld für einen Humpen Vergessen ausgaben. Es spielte keine Rolle, wer man war oder woher man kam. Auch Alter und Geschlecht waren zweitranging, solange man klimperndes Metall auf den Tresen legen konnte. Caspar liebte diese Orte.
      Stets suchte er den Platz in der hintersten Ecke auf. Dort, wohin das Feuer des Kamins kaum noch reichte. Wo es zugig war und kalt. Er saß über der Tischplatte zusammengesunken auf einer wackeligen Bank, den zerschlissenen Mantel über sich ausgebreitet und wer ihn für tot hielt war der Wahrheit so nah und doch so fern. Den Arm hatte er um einen leeren Humpen gelegt, wie um eine Geliebte. Es war sein fünfter Trunk Selbstgebranntes, welches jeden gestanden Mann bereits durch den Geruch gelähmt hätte. Auch seine Sinne vernahmen eine sanfte Betäubung, wenngleich nicht im gewünschten Maße. Und den Durst konnte dieses Gesöff schon gar nicht stillen. Dieser würde nie gänzlich vergehen.
      Leider war er nicht soweit abgestumpft um das Eintreten der jungen Maid zu missachten. Doch selbst die schlimmsten Trunkenbolde hoben beim Anblick von Derya murrend zumindest eine Braue. Sie war hübsch, weitaus zu hübsch für solch ein gottverlassenes Nest und würde sie nicht bald nach Silberstadt oder Eichberg verschwinden, stand ihr ein übles Schicksal bevor. Dem armen Ding schlotterten die Knie.
      Unsicher schlurfte sie über den mit Rotz, Sabber, Fusel und Pisse getränkten Bretterboden auf den Tresen zu. Ihr zartes Stimmchen bebte vor Angst und war kaum lauter, als das Piepsen einer Maus. Sie fragte nach dem Fremden und der Wirt wies mit einer behaarten Pranke in den hintersten Winkel des Raums.
      Bei jedem ihrer Schritte ächzte das Holz, bis sie schließlich vor der scheinbar schlafenden Gestalt stehen blieb – zitternd wie Espenlaub. Und während sie so da stand, sich über die Lippen leckte und mehrmals den Mund zum Sprechen öffnete, jedoch keinen Ton hervorbrachte, dachte Caspar darüber nach, weshalb sie wohl zu ihm gekommen war. Faszination und Begierde konnte er ausschließend – so sehr, wie sie schlotterte. Auch hatte er selbst keinen seiner Tricks angewandt um sie gefügig zu machen. Also warum…?
      „M-mein Herr?“, fragte sie zögerlich.
      Er ließ sie noch einige quälende Augenblicke zappeln und ein weiteres „Verzeihung, mein Herr?“ stammeln, ehe er ohne aufzusehen reagierte: „Was willst du?“
      Wieder fasste sie sich ein Herz und Caspar begann ihren Mut zu bewundern. Oder war es Verzweiflung?
      „Ich weiß von… ich meine, ich habe gesehen, wie… Ihr habt die Witwe Huber geheilt. Von der roten Seuche. Sie war… fast tot, beinahe, doch Ihr habt sie geheilt. Ich weiß es. Ich habe sie gesehen.“
      Ach ja, die Witwe. Todkranke und Sterbende zogen ihn an wie das Licht die Motte. Das war seine Krankheit und eine Heilung war nicht in Sicht.
      „Und wen soll ich für dich vor dem Tod bewahren?“
      Sie holte etwas unter ihrem Rock hervor und ließ es auf den Tisch plumpsen. Das kleine Säckchen klirrte leise – wahrscheinlich ihre gesamten Ersparnisse. „Meine Mutter“, sagte sie nun fester. „Auch sie zeigt… Anzeichen der Seuche.“
      Nun hob er doch den Kopf und spähte unter der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze hervor. Eine Verbreitung der Seuche war nicht ungewöhnlich, wenngleich selten. Dennoch… das Mädchen war unglaublich nervös und irgendetwas sagte ihm, dass nicht er allein der Grund war. Das Blut in ihren Adern pochte und die Hitze, die ihm entgegenschlug, machte ihn fast wahnsinnig. Einzig der schwere Branntwein hielt ihn davon ab, über den Tisch zu hechten und ihr an die Kehle zu springen. Wo unter der weißen Haut, eingebettet in weiches Fleisch ein Fluss kostbaren Rotes pulsierte.
      „Das wird dich einiges mehr kosten“, antwortete er, während sein Blick ihren Körper verschlang.
      Sie nickte. „B-bitte helft mir. Werdet Ihr das tun?“

      Ihr Weg führte sie weg vom Fluss tiefer in den Wald hinein. Die Luft war erfüllt vom Sirren der Mücken um dem Quaken und Knurren der Unken. Derya ging voran, eine Laterne mit einer winzigen Kerze darin vor sich her schwenkend. Die Gestalt hinter ihr war kaum mehr als Haut und Knochen, eingehüllt in einen langen Mantel, der weit bessere Tage gesehen hatte. Caspar brauchte kein Licht um sich zu Recht zu finden. Der Dunkelheit war er ein gern gesehener Gast und ihre zarte Umarmung ihm stets willkommen. Er torkelte noch ein wenig, während die Reste des Branntweins in seinen Adern verdampften. Um ihn herum zirpte und quiekte es. Rascheln im Unterholz und den Kronen der hohen Bäume. In der Ferne war ein Wolfsrudel auf der Jagd. Die Nacht gehörte den Tieren – allen voran den Jägern und Räubern. Und Caspar fühlte sich in ihrer Mitte als einer der ihren.
      Bald glomm ein Licht vor ihnen zwischen den Stämmen auf, wuchs heran und schließlich gebar die Finsternis eine winzige Hütte.
      An ihre Seite schmiegte sich ein kümmerlicher Haufen gestapelter Holzscheite und aus dem Schornstein drang bleicher Rauch.
      Derya öffnete die Tür und verschwand hastig im Inneren. Caspar blieb zurück. Um den Schwanken Einhalt zu gebieten stützte er sich gegen den Türrahmen und wartete. Von drinnen erklang eine erboste Männerstimme: „Was hat da solange gedauert, Mädchen?! Wo ist mein Wein? Hast du etwa den Wein vergessen?! Und wer ist das da draußen? Verdammt, komm herein und zeig dich, mieser Feigling!“
      Jetzt endlich wagte er es über die Türschwelle zu treten und fand sich gleich darauf in einer stickigen Stube wieder, an deren niedriger Decke man sich beinah den Kopf stoßen konnte. Ein muffiges Bett, ein Tisch mit drei Stühlen, ein Schrank und ein alter Ofen, dessen Feuer spärliches Licht spendete, mehr gab es nicht. An den Wänden hingen getrocknete Kräuter und Felle von Hasen, Hermelinen und ähnlichem. Am Boden waren Decken verstreut.
      „Wer bei den sieben Höllen ist das?“, fragte der Mann, der ihn hereingebeten hatte, während er mit einer Hand das alte Mütterchen Deryas gepackt hatte und mit der anderen ein Messer an ihren faltigen Hals hielt. Das Mädchen selbst stand wie erstarrt neben dem Eingang, noch immer die Laterne hochhaltend.
      „I-ihr meintet, Ihr bräuchtet Hilfe. Wenn ich Euch Hilfe hole, dann… Ihr habt versprochen ihr nichts zu tun. Bitte, lasst sie gehen!“
      Das Mütterchen wimmerte, als der Mann seine Stellung etwas veränderte. Er schien aus mehreren Wunden zu bluten, für sich genommen nichts bedrohliches, bloß in der Masse… Caspar erfasste die Situation. Der Fremde, womöglich ein Räuber, war in Schwierigkeiten geraten und dann auf dieses abgeschiedene Häuschen getroffen. Natürlich hatte er hier keinen Mann vorgefunden, der ihm weitere Schwierigkeiten bereiten konnte. Die Holzfäller blieben oft tagelang im Wald um genug Holz zu schlagen, damit sie ihre Familien einigermaßen über die Runden brachten. Somit war es dem Räuber ein leichtes gewesen, das Mädchen mit dem Tod ihrer Mutter zu erpressen, damit sie ihm etwas gegen die Schmerzen brachte. Und beflissen wie sie war, hatte sich das arme Ding an die wunderhafte Heilung der Witwe Huber erinnert und sich an ihn, Caspar, gewandt. Irgendwie rührend.
      „Und was“, brachte der Kerl grollend hervor, „soll er mir nützen?!“ Schweiß stand ihm auf der Stirn und alle Farbe hatte sein unansehnliches Gesicht verlassen.
      Caspar sah die Zeit als gekommen, der Situation Herr zu werden. „Lasst es mich Euch erklären“, sprach er und lüftete die Kapuze.
      „Ein Kind!“, keuchte der Kerl. „Ein dreimal verfluchtes Kind!“ Das Mütterchen in seinen Armen verdreht die Augen und sabberte. Wenn das Messer ihrem Leben kein Ende setzte, dann würde es sicher ihr schwaches Herz tun.
      Caspar lehnte sich zu Derya, öffnete das kleine Türchen an der Laterne und blies die Kerze aus. „Ich kann Euch helfen.“
      „Helfen. Pah!“ Der Fremde spuckte und knurrte darauf vor Schmerzen. „Wie bei den sieben Höllen sollte mir ein verdammtes Kind helfen können?“
      „Lasst Euch von Äußerlichkeiten nicht täuschen“, erwiderte Caspar. „Hört mir lieber zu.“ Langsam schritt er den Tisch entlang, der ihn und den Kerl voneinander trennte und hielt auf den Ofen zu. „Ich traf einst auf einen Mann, der meinte, ich würde bald sterben. Er hätte es in seinen Träumen gesehen und war dabei absolut sicher. Als nächstes fragte er mich, ob ich mich freuen würde? Worauf, wollte ich wissen. Na, auf den Tod, sprach er.“ Dass es sich bei dem Mann von damals um einen Blutmagier gehandelt hatte, verschwieg Caspar. Seine Zuhörer sollten ihre eigenen Schlüsse ziehen. Mittlerweile war er am Ofen angelangt und starrte in die lodernden Flammen. Hinter ihm hörte er überraschtes Zischen und Aufstöhnen. Eine Reaktion, die er wohl beabsichtigt hatte, denn so erging es jedem, der seinen eingeschlagenen Hinterkopf sah. Der geschorene Schädel, den jedes Kind zu seiner Zeit hatte um den Läusen und Flöhen kein Heim zu gewähren, bot einen ausgezeichneten Blick. Sein eigener Vater hatte mit einem großen Prügel nachgeholfen und die Prophezeiung des Fremden wahr werden lassen. Damals, als Caspar noch gerade einmal 13 Lenze zählte.
      „Etwas später traf ich erneut auf diesen Mann. Er fragte mich, wie ich den Tod denn fände. Ich antwortete, es sei kalt und dunkel und einsam. Daraufhin bot er mir das Leben und ich nahm es dankend an. Küsste ihm dafür die Füße.“ Diesmal verschwieg er den Preis, den sein neues Leben kosten sollte, sah jedoch keinen Grund, die Anwesenden dahingehend zu unterrichten. Sie würden es nicht verstehen.
      „Nun lasse ich auch Euch die Wahl“, sagte Caspar und tastete mit seinem Verstand hinaus um den Geist des Räubers zu berühren. Angst und Schmerz hatten dessen Widerstand bereits geschwächt. „Hauptmann Storges – wählt ihr den Tod oder das Leben?“
      Es klapperte, als der Räuber sein Messer fallen ließ, doch anstatt zu fliehen hauchte er kleinlaut: „Leben…“
      „Das dachte ich mir.“ Caspar hob den Arm und biss sich ins Handgelenk. Seine spitzen Zähne durchdrangen Haut und Fleisch und bald schon quoll bittersüßes Blut hervor. Es lief ihm über die Lippen und tropfte schwer zu Boden. Caspar wandte sich um und hielt Storges die frische Wunde entgegen. „Dann trinkt!“
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      Die Nebel von Arenor: Ein uraltes Übel kehrt zurück und nur eine Gruppe ungewöhnlicher "Helden" kann noch helfen.
    • @Chnorzi @Maxwell Ich hab da mal ein wenig weiter gelesen ... :)
      Spoiler anzeigen

      Maxwell schrieb:

      Steinmenschen nannte man die Seinen, ohne je verstanden zu haben, wie weit die Ähnlichkeiten und die Verbundenheit reichten.
      Der Satz war ein wenig verwirrend. Ich denke mal, dass Vaendur nicht begreift in wie fern der Begriff "Steinmenschen" zutrifft. Das könnte man vielleicht etwas mehr verdeutlichen.

      Maxwell schrieb:

      Skål meines Volkes.
      Skål? Der "Prost" seines Volkes? xD (das bedeutet es übersetzt aus dem Schwedischen)

      Chnorzi schrieb:

      Das war sie nun seit über vierhundert Jahren und würde sie auch in den nächsten vierhundert bleiben.
      Der zweite Teil des Satzes hingt ein bisschen, durch die Wiederholung von "sie", das ich eventuell einfach mit "es" ersetzen würde.

      Chnorzi schrieb:

      hörte sie Tanner etwas heiser krächzen und holte sie aus ihren Gedanken ins Diesseits zurück.
      "Krächzte Tanner etwas heiser und holte sie aus ihren Gedanken ins Diesseits zurück" ebenfalls zur Vermeidung des Wörtchens "sie".

      Chnorzi schrieb:

      Solltest du bis dahin nicht aufgetaucht sein, wird eine andere Nachricht den Herzog erreichen, wobei du die Hauptschuld am Tod der Ritter und des Wächters tragen wirst
      Das klingt mir ein wenig sehr nach Drohung. In etwas, als würden sie selbst diesen zweiten Brief schreiben und abschicken. Ich dachte, sie seien der Hexe eher zugewandt und wollten ihr nicht wirklich etwas böses.

      Insgesamt muss ich sagen das mit bei Maxwell wirklich sehr gut gefällt, wie er immer Vaendurs Geruchssinn einbaut. Allerdings könntest du hier und da eventuell etwas mehr "erklären". So kam mir das Verhalten des alten Mannes doch etwas zufällig vor, wie er da so den Weg entlang kommt und einfach beginnt mit dem Skarnen zu reden. Da könnte man Vaendurs Gedanken etwas stärker zum Ausdruck bringen. Ich vermute nämlich mal, dass es auch für ihn nicht unbedingt eine ganz alltägliche Situation ist. Hoffe ich ... Ansonsten armer Vaendur! Jeden Tag aufs neue irgendwelche verrückten Furien retten und unter verbrannten Häusern begraben werden ;( Ein Herz für Rindviecher! <3

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    • Halluuu!

      Wieder mal ein grosses Dankeschön für die Anmerkungen :)

      Ich habe mich darum gekümmert und jetzt ist eigentlich nur noch etwas offen:

      Chnorzi schrieb:

      Solltest du bis dahin nicht aufgetaucht sein, wird eine andere Nachricht den Herzog erreichen, wobei du die Hauptschuld am Tod der Ritter und des Wächters tragen wirst

      Xarrot schrieb:

      Das klingt mir ein wenig sehr nach Drohung. In etwas, als würden sie selbst diesen zweiten Brief schreiben und abschicken. Ich dachte, sie seien der Hexe eher zugewandt und wollten ihr nicht wirklich etwas böses.
      Eigentlich soll dieser Satz genau das offenlegen. Dass die Lobholdts Maven nur dulden, weil sie damals ihren Sohn gerettet hatte. Magier/Hexen wie Maven sind kaum mehr 'Wert' als Verbrecher. Deshalb habe ich Tanner auch eher so dargestellt, als hätte sie Angst vor Maven und dass sie die Hexe so schnell wie möglich loswerden will. Auch die Lobholds wollen Maven nicht mehr in der Gegend herumstreichen sehen, daher verfolgen sie das Ziel, die Hexe in die Obhut des Herzogs zu zwingen... Ansonsten hätte der alte Lobholdt wohl kaum Mavens Habe mit diesen Knilchen nach Silberstadt geschickt. Er ist ein Fuchs... nur durch ihn geht Maven jetzt da hin, auch wenn es ihr extrem widerstrebt ^^

      Immanuel Kant schrieb:

      Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
      Sapere Aude!
      Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
    • @Xarrot Helau, altes Haus!


      Xarrot schrieb:

      Der Satz war ein wenig verwirrend. Ich denke mal, dass Vaendur nicht begreift in wie fern der Begriff "Steinmenschen" zutrifft. Das könnte man vielleicht etwas mehr verdeutlichen.
      Hm, ne, eigentlich nicht. Es geht viel mehr darum, dass die Menschen nicht verstehen, wie sehr die Skarne, denen sie den Namen "Steinmenschen" gegeben haben, tatsächlich den Felsen (oder eben Steinen) ähneln. Gleich darauf lässt Vaendur seinen Verstand ja quasi zu Stein erstarren um die Schmerzen zu ertragen. Das sollte es erklären.


      Xarrot schrieb:

      Skål? Der "Prost" seines Volkes? xD (das bedeutet es übersetzt aus dem Schwedischen)
      Bei der nächsten Namensfindung muss ich echt öfter den Translator zurate ziehen xD Aber immerhin eines hab ich erreicht: die Namen wirken skandinavisch - Mission accomplished! :D


      Xarrot schrieb:

      Allerdings könntest du hier und da eventuell etwas mehr "erklären". So kam mir das Verhalten des alten Mannes doch etwas zufällig vor, wie er da so den Weg entlang kommt und einfach beginnt mit dem Skarnen zu reden. Da könnte man Vaendurs Gedanken etwas stärker zum Ausdruck bringen. Ich vermute nämlich mal, dass es auch für ihn nicht unbedingt eine ganz alltägliche Situation ist.
      Argh, genau das werde ich eben nicht. Gerade in Bezug auf Vaendur möchte ich eben nicht allzu viel erklären, nur das Nötigste. Der Leser wird zu dieser Figur nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommen, sondern muss selbst ein wenig investieren. Aufmerksamkeit und vor allem: Fantasie. Es widerspräche dem Wesen der Skarne, wenn Vaendur jeden Gedanken auswälzen und genüsslich darauf herumkauen würde. Siehe oben: Steinmenschen. Vielleicht ist bei dieser Figur auch nicht viel mehr zu holen, aber das sei mal dahingestellt. Also... nein, seine Gedanken werden nicht viel ausführlicher, da es nicht zu seiner Rasse passen würde. Vieles muss man sich hier eben selbst erarbeiten.
      Aber was meinst du mit der Zufälligkeit von Reynard? Magst du mir das bitte noch genauer erklären?

      Danke fürs Lesen und fleißige Kommentieren!

      Gruß!
      Starraider - Die Sternenjäger: Eine verwegene Crew, ein waghalsiger Coup und das Schicksal der Galaxie auf Messers Schneide.

      Die Nebel von Arenor: Ein uraltes Übel kehrt zurück und nur eine Gruppe ungewöhnlicher "Helden" kann noch helfen.
    • @Maxwell gern doch. :)

      Maxwell schrieb (Zitate hängen grad bei mir):
      "Aber was meinst du mit der Zufälligkeit von Reynard? Magst du mir das bitte noch genauer erklären?"

      Es kam mir nur ein wenig komisch vor, weil sich Reynard doch etwas sehr entspannt gegenüber Vaendur verhalten hat. Eventuell gehört es ja zu seinem Charakter oder der Geschichte, aber das er einfach so mir nichts dir nichts neben ihm einschläft. Das war eigentlich sogar schon alles xD

      Ansonsten, das mit Vaendur versteh ich natürlich, dass er als Skarne die Dinge etwas "stumpfer" sieht als andere Charaktere, macht schon Sinn. :hmm:

      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      "Spem sine corpore amat, corpus putat esse, quod unda est." - Ovid, Metamorphosen