Die Schatten der Magie

    • @Myrtana222

      Mann, Myrti, was machst du bloß... dafür bin ich echt zu zart besaitet. ;(
      Der arme Malleo, und der arme Aer. Und natürlich der arme Celwig. Dass ihn das Ganze enorm mitnimmt, habe ich hier schon erkannt:

      Myrtana222 schrieb:

      Über die gesamte Prozedur zitterten die Finger des Knechts, doch seiner rauen Stimme ließ sich nichts von der Unruhe anmerken, die seine Hände ergriffen hatte.
      Ich habe sogar vermutet, dass ihn und Malleo etwas verbindet. Und deshalb habe ich bei dem Schrei, den Aer gehört hat, sofort an Celwig gedacht.
      Wahrscheinlich hatte ich nicht Unrecht, denn die Reaktion des Knechts erscheint mir ein wenig zu heftig für einen gewöhnlichen Diener, der von dem Alten ja schon etliches an Abscheulichkeiten gewöhnt sein dürfte.
      Vielleicht gibt dieser Selbstmord ja dem Alten mal einen kräftigen Gong vor den bornierten Magierschädel, damit er erkennt, dass auch Straßenkinder Menschen sind.
      Von mir aus kannst du dir gern etwas Zeit lassen mit dem Weiterschreiben. Ich muss das hier erstmal verdauen. ;( Ich hab ja wirklich schon viel gelesen hier im Forum, aber keine Geschichte ist mir so nahegegangen. Echt jetzt. Nicht falsch verstehen, es ist nicht zu brutal oder zu grausam geschrieben. Es ist einfach... ach, du wirst schon wissen, was ich meine.
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • Hab mir leider schon recht früh gedacht, dass malleo den freitod wählen wird. Hab mir auch schon Gedanken gemacht wie das vielleicht auf die anderen drei Charaktere wirken könnte. Ich lass mich mal überraschen.

      Ich bin auch gespannt was nun die ersten Worte tecenis sein werden. Mal schauen wie er unter deiner Feder reagieren wird. Könnte mir da mehreres vorstellen.
    • Gelähmt vor Entsetzen starrte Aer Malleos Leiche an, die dunklen Spuren an seinem Hals, die blasse Haut, das heruntergesunkene Kinn. Für einige Sekunden drang die Erkenntnis seines Todes nicht bis in den Verstand des Jungen durch, krallte sich außerhalb fest, weigerte sich, Gestalt anzunehmen.
      „Aer“, erklang die Stimme Tecenis' sonderbar unbetont. Die geweiteten Augen des Zauberlehrlings rissen sich von dem Toten los, blickten dem alten Magier in sein bleiches, faltiges Gesicht. Wie beiläufig las er Schock darin, Bestürzung, ein Ausdruck, der den Zügen Tecenis' so fremd war wie dem Teufel das Beten.
      Mit einem heiseren Aufheulen erbrach sich Aer in den Speisesaal, fiel hin, rutschte rückwärts kriechend aus dem Raum, ohne den Blick von dem Toten und den beiden Erwachsenen abzuwenden. Am ganzen Körper bebend zog er sich am Türrahmen auf die Füße – und rannte die Stufen empor, blind, taub.
      Ruhig legten Tecenis Hände die Schlinge des Jungen neben den Leichnam. „Scheiße.“ Fast schon zärtlich schloss Arbor die Augen des Toten. „Warum musstest du ihn hier rauf bringen?“
      Celwig schüttelte einfach nur den Kopf, als habe das Zittern seiner Hände auch auf seinen Schädel übergegriffen. Der Blick seiner Augen sprach von so tiefer Zerrüttung, einem so endlosen Grauen, dass Tecenis resignierend aufstöhnte und ratlos durch sein ergrautes Haar fuhr.
      „Du weißt, was zu tun ist. Was geschehen ist, ist geschehen, und wir können nichts daran ändern.“ Mit einem leisen Zögern legte Tecenis seinen Zauberstab auf den Tisch, drehte den toten Jungen auf den Bauch. „Schaffst du das?“
      Stumm nickte Celwig, und langsam legte sich sein Zittern.
      Sie zogen den Toten aus, ließen seine Kleidung, seine Lumpen achtlos auf den Boden fallen. Aschfahl zeichnete sich Malleos Haut von dem dunklen Holz des Tisches ab, weißer Marmor in der Finsternis des Todes. Vorsichtig legte Celwig seine Arme unter den Nacken und die Beine des Toten, hob sacht den so zerbrechlich anmutenden Körper. Tecenis griff nach seinem Stab, ging dem Knecht voraus, hinab in die Tiefen des Kellers.
      Nicht mehr als ein sachter Schein erreichte die Wände des Gemäuers, Schatten spielten über den Stein, schienen nach dem Totenzug zu greifen und sich zuckend zurückzuziehen, als hätten sie dich an der Flamme der Lampe Tecenis' verbrannt. Über ihnen mochte längst die Stadt aus der Ruhe der Nacht erwacht sein, hundert Füße über die ungepflasterten Wege schreiten, das Leben seinen Lauf nehmen – doch hier unten herrschte nur der Tod, und so würde es immer sein, der Tod und sein grauhaariger Meister.
      Tecenis hielt erst, als sie vor der letzten Türe standen, vor der letzten Kammer in diesem Gang des Grauens. Hell hallte der Klang der metallenen Laterne wieder, als Tecenis sie auf dem blanken Boden abstellte.
      „Schaffst du das?“, fragte Tecenis an seinen Knecht gewandt, und Celwig nickte. „Bist du wirklich bereit?“ Wieder ein Nicken.
      Wie von selbst öffnete sich die Tür zur Kammer, und mit einem nervösen Ruck hob Tecenis seinen Stab, richtete ihn auf etwas, das sich im Inneren befand. Jeder Muskel, jede Sehne in seinem Körper schien angespannt, und Schweiß trat dem alten Magier auf die Stirn, als Celwig sich mit dem toten Kind auf den Armen an ihm vorbeidrückte.
      Eilig legte Celwig Malleos Leichnam ab, floh mit solcher Hast, dass er beim Übertreten der Schwelle stolperte und vornüberfiel. Panisch kroch der Knecht auf den Knien weiter, und kaum hatte er sich in Sicherheit gebracht, ließ Tecenis die Tür ins Schloss fallen, senkte mit einem Aufatmen seinen Stab.
      Aus dem Inneren der Kammer drang ein Fauchen, donnernd, wütend, voll von verzehrendem Hass. Irgendetwas prallte mit so furchterregender Gewalt gegen die Tür, dass sie in ihren Angeln erbebte, die Klappe am unteren Ende klatschend auf und zu schlug. Selbst Tecenis trat einen Schritt zurück, doch die verzauberte Tür würde den Schlägen eines Rammbocks standhalten, dafür hatte der Alte gesorgt.
      Langsam erstarb das Pochen, doch Tecenis blieb für einige Sekunden stehen.
      „Der Junge darf davon nicht erfahren. Hast du mich verstanden? Kein Wort zu Aer.“
      Als Antwort bekam der Magier nur ein Nicken seines Knechts. Stumm griff Celwig nach der Laterne, ging seinem Meister voraus, die Stufen des Turms hinab.
      Und der Keller blieb in Dunkelheit zurück, die schreckliche Stille nur unterbrochen von dem Geräusch brechender Knochen und dem Klang zerreißenden Fleisches.
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Oha, lese ich da etwas so Ähnliches wie Bestürzung aus den Zeilen? Arbor, dieser Sadist, scheint noch irgendwie, irgendwo sowas wie ein verschrumpeltes Herz zu besitzen ... füttert er seine kleinen Haustiere mit viel Liebe (an der Stelle sei gesagt: Echt abartig! (ich mag es!))
      Ob das in der Kammer menschlich ist? Eines von den schiefgelaufenen Experimenten Tecenis? :hmm: Jedenfalls scheint es einen gesunden Appetit zu haben :rofl:
      Celwig tut mir wirklich sehr leid. Der muss das alles irgendwie mitmachen, dabei ist er so lieb. Aber mir gefiel der Umgang der beiden in diesem Teil. Arbor wirkte fast menschlich :rofl:

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • @Myrtana222
      Hier lernt man eine andere Seite von Tecenis kennen. Würde gerne wissen, was seine und Celwigs Geschichte ist!
      Mit was füttert er den Drachen im Keller, wenn keine toten Kinder da sind?

      Spoiler anzeigen

      Myrtana222 schrieb:

      „Schaffst du das?“
      "Schaffst du das?" benutzt du zweimal im Zusammenhang mit Celwig. Wenn es Absicht ist, ok. Sonst könnte man es einmal abwandeln.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Sensenbach schrieb:

      Mit was füttert er den Drachen im Keller, wenn keine toten Kinder da sind?
      Haferbrei :rofl:

      Sensenbach schrieb:

      "Schaffst du das?" benutzt du zweimal im Zusammenhang mit Celwig. Wenn es Absicht ist, ok. Sonst könnte man es einmal abwandeln.
      Ja, es war tatsächlich Absicht. Freut mich, dass dich Celwigs Hintergrund interessiert, dazu wird auch noch etwas kommen, aber wahrscheinlich an deutlich späterer Stelle. Außer, ich will es früher haben, das weiß ich jetzt nur noch nicht genau :hmm:
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Hallo @Myrtana222

      ich bin noch dabei. Schließlich will ich auch wissen, wie es weitergeht mit Aer und auch mit Celwig. Der Knecht ist für mich der Lichtblick in dieser düsteren Story.
      Und dieser alte Kinderquäler und Sadist kann gerne bleiben, wo der Pfeffer wächst :cursing: Dem würd ich kene Träne nachweinen, wenn seine Magie mal einen Schluckauf hätte und sein Haustier bei der nächsten Fütterung mit ihm anstatt mit weiteren Kollateralschäden seine großen Hunger stillt!!!
      So, das wollt ich bloß mal gesagt haben...
      Schreib fix weiter!! :stick:
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • Spoiler anzeigen

      Myrtana222 schrieb:

      der Magier trug selbst nicht viel mehr als zwei Kleidungssätze, und auch seinem Lehrling gönnte er nicht mehr als das Nötigste.
      "lediglich das Nötigste", um die Wiederholung zu vermeiden.

      Myrtana222 schrieb:

      aber seine Mühe hatten nicht mehr Früchte getragen als ein Kirschbaum im Dezember.
      Wow, sehr schöne Metapher, Myrti :thumbsup:

      Myrtana222 schrieb:

      „Ich bekomme das hin, und ich werde auch Malleo befreien und all die anderen, die Tecenis dort in seinem Keller eingesperrt hat. Ich schaffe das.“
      Da zeigt sich Aer ja von einer ziemlich rebellischen Seite ... der Junge kommt wohl allmählich in die Pubertät! Demnächst heißt es noch: "Boar, Arbor eh, du bischt voll peinlitsch ey!" :doofy:
      Aber mal im ernst, da schwelt doch der Beginn eines Konflikts vor sich hin! :hmm:

      Myrtana222 schrieb:

      seltsam heiser, erstickt und zudem viel naher als der erste.
      Ich glaube, hier müsste "näher" hin

      Myrtana222 schrieb:

      „Schaffst du das?“, fragte Tecenis an seinen Knecht gewandt, und Celwig nickte.
      Man könnte noch etwas einfügen. Etwa so: "... fragte Tecenis erneut an seinen Knecht gewandt." Dadurch könnte man den spannungsaufbaunenden Effekt der wiederholten Frage noch verstärken.

      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      "Spem sine corpore amat, corpus putat esse, quod unda est." - Ovid, Metamorphosen
    • Arbor ließ Aer bis zum Mittag in Frieden. Verzweifelt hatte sich der Junge auf seinem einfachen Bett zusammengerollt, geplagt von Gefühlen der Schuld, der Angst, der Reue. Statt Malleo zu helfen, hatte er ihm das Werkzeug zu seinem Selbstmord in die Hände gelegt.
      Hätte ich ihm von meinen Plänen erzählt, hätte er sich nichts angetan. Er hätte gewusst, dass es noch Hoffnung gibt. Er hätte sicher nicht diesen Ausweg gewählt.
      Hätte er das nicht?, formte sich ein anderer Gedanke in seinem Kopf. Für diese hohle Aussicht? Wie hätte er mit dir entkommen sollen, mit seinem Bein? Er hätte auch so keine Chance gehabt.
      Ohne ein Klopfen trat Tecenis schließlich ein, zog die Tür hinter sich zu. Teilnahmslos sah Aer auf die Schuhe des Magiers, wartete, was Arbor ihm zu sagen hatte.
      „Du weißt, dass es deine Schuld ist, dass Malleo nicht mehr am Leben ist, oder? Welcher Teufel hat dich geritten, ihm dein Hemd zu geben? Jedem Idioten hätte klar sein müssen, was er damit vor hat.“
      „Er … er sagte, ihm sei kalt ...“
      „Und du hast ihm geglaubt. Du hattest Mitleid mit ihm. Das war dein großer Fehler.“ Tecenis trat ein paar Schritte auf den Jungen zu, blieb dann jedoch unvermittelt stehen. „Du darfst kein Mitleid mit ihnen haben. Sie werden es ausnutzen, und dann passieren Dinge …“
      Nur mühsam hielt Aer sich zurück, der Wut in seinem Inneren freien Lauf zu lassen. Vieles hätte er dem Magier in jenem Moment an den Kopf geworfen, doch er wusste, dass er seine Situation mit jedem falschen Wort nur schlimmer machen konnte.
      „Es ist auch meine Schuld. Ich habe dir zu viel zugetraut. Du warst einfach noch nicht soweit.“ Mit einem kurzen Schnauben verstummte Tecenis, so als warte er, dass Aer eine Antwort gab. Doch der Junge zog es vor, den Mund zu halten. „Morgen setzen wir deinen Unterricht fort. Die Versuche können noch ein paar Monate warten.“
      „Wo ist er jetzt?“, traute sich Aer schließlich zu fragen. Tecenis' Finger verkrampften sich um den Stab, ließen seine Knöchel weiß unter der Haut hervortreten.
      „Wir haben ihn beerdigt. Ein Priester wird morgen an seinem Grab ein paar Worte sagen. Er kann froh sein, sonst werden Leute wie er einfach verscharrt.“ Es schien, als wollte der Alte noch etwas sagen, doch dann drehte Arbor sich um und verließ das Zimmer, und bald schon verhallte das Klacken seines Stabes im Treppenhaus des Turms.
      So verging eine Stunde, vielleicht auch mehr. Hunger bohrte in Aers Magen, doch der Junge dachte nicht daran, nach unten zu gehen und nach etwas zu essen zu fragen. Ja, irgendwie gab ihm das Hungergefühl Absolution, ließ ihn glauben, mit seinem Leid einen Teil der Schuld abtragen zu können, die glühend wie Kohle an seinem Herzen nagte.
      Und dann fiel Aers Blick auf die Schatulle, die noch immer auf dem Boden lag. Einige kurze Sekunden starrte er sie an, bevor er aus seinem Bett sprang und die Schatulle aufhob.
      Ich habe sie liegen lassen! In einem Anflug paranoider Panik schob er sie unter sein Hemd, den Rücken an den Bettpfosten gelehnt. Aber er muss sie übersehen haben, oder sie hat ihn nicht interessiert.
      Nein, hätte er sie gesehen, hätte er sie sicher nicht ignoriert.Nachdenklich drehte Aer die Schatulle zwischen den Fingern. Heute würde er ganz sicher nicht mehr mit ihr üben, dazu fehlte ihm die Willenskraft.
      Und gerade, als Aer sie weglegen wollte, durchzuckte seinen Körper ein Schock, eine plötzliche Entladung, ein knisternder Impuls. Dem Jungen schien, als werde sein Brustkorb eingedrückt, eingeengt zwischen den Fängen einer unsichtbaren Klammer, und gleichzeitig umspielte ein Gefühl von Wärme den Arm des Jungen. Auch die Schatulle in den Händen des Jungen erhitzte sich, wurde nicht heiß und verströmte doch die Wärme eines lebenden Wesens. Blau erschien die Schrift der Chlorkobaldtinte auf dem dunklen Metall, leuchtete geradezu matt in der Dunkelheit des Turmzimmers, bevor sie langsam wieder verblasste.
      Fassungslos starrte Aer auf die Schatulle in seinen Händen. Noch immer kühlte sie aus, nahm nur langsam die Kälte der Luft auf, und anders hätte Aer in jenem Moment geglaubt, sein Verstand hätte ihm nur einen Streich gespielt. Langsam fuhr Aers Hand an den Deckel der Schatulle, griff zu, zog.
      Und ohne Widerstand klappte das Kästchen auf. Verdutzt schloss Aer es wieder, öffnete den Deckel erneut.
      Natürlich. Du willst ja auch, dass sie sich öffnet. Kurz konzentrierte sich der Junge. Wenn sie jetzt geschlossen bleibt, dann hast du eine echte Chance. Sie darf nicht aufgehen.
      Sie darf nicht.
      Und der Deckel der Schatulle gab nicht einen Hauch nach. Auch, als Aer mit beiden Händen und aller Kraft an ihr zerrte, trennten sich die Hälften nicht, so als wären sie miteinander verschmolzen. Erst, als die Erkenntnis und der Triumph in Aer aufzusteigen begannen, lösten sie sich, als der Junge nicht mehr seine Konzentration aufrecht erhielt.
      Ich habe es geschafft.“ Tränen liefen über die Wangen des Jungen, Tränen des Glücks, des Schmerzes. „Ich habe es endlich geschafft.“
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Myrtana222 schrieb:

      Und gerade, als Aer sie weglegen wollte, durchzuckte seinen Körper ein Schock, eine plötzliche Entladung, ein knisternder Impuls. Dem Jungen schien, als werde sein Brustkorb eingedrückt, eingeengt zwischen den Fängen einer unsichtbaren Klammer, und gleichzeitig umspielte ein Gefühl von Wärme den Arm des Jungen. Auch die Schatulle in den Händen des Jungen erhitzte sich, wurde nicht heiß und verströmte doch die Wärme eines lebenden Wesens.
      Da müsste noch ein wenig Abwechslung hinein, sonst sind das eine ganze Menge Jungen :hmm:
      Das blaue ist außerdem ein wenig irreführend. Erhitzt sie sich jetzt, oder wird sie nicht heiß? Ich würde den Satz vielleicht so umstellen: Auch die Schatulle in den Händen des Jungen wurde zwar nicht wirklich heiß, verströmte aber dennoch die Wärme eines lebenden Wesens."

      Ansonsten wundert es mich ein bisschen, dass Aer sich gar nicht für den Inhalt der Schatulle interessiert. Oder hab ich was vergessen und er wusste es eh schon längst, sodass das Öffnen quasi nur der reinen Übung diente?
      Dafür muss ich sagen, ist Tecenis heute ziemlich feinfühlig. Sehr unerwarteter Charakterzug vom alten, vulgären Stinkstiefel. Gefällt mir gut :D

      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      "Spem sine corpore amat, corpus putat esse, quod unda est." - Ovid, Metamorphosen
    • Xarrot schrieb:

      Ansonsten wundert es mich ein bisschen, dass Aer sich gar nicht für den Inhalt der Schatulle interessiert. Oder hab ich was vergessen und er wusste es eh schon längst, sodass das Öffnen quasi nur der reinen Übung diente?
      Ah, das ist genau anders rum. Die Schatulle war vorher offen, er musste erst mal lernen, ein magisches Schloss zu erschaffen. Jetzt muss er noch lernen, selbiges zu brechen, das ist sein Ziel
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
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    • Etiam schrieb:

      Jetzt ist tecenis also auch noch ein Lügner...
      Das schockiert mich jetzt weniger xD

      ich bin eher überrascht über seine "Feinfühligkeit".
      Schließlich ist Aer bei ihm gefangen und muss tun, was er sagt.
      Also würde es grundsätzlich eigentlich nichts ausmachen, wenn Aer sich paar Mal mehr übergibt und Tecenis für die Art und Weise wie er Malleo entsorgt hasst ... Hassen tut er ihn ja eh schon XD
      Dreck auf Toast!
    • @Miri @Etiam: Ich hab echt damit gerechnet, dass irgendwer den Punkt aufgreift, und zwar eure beiden Blickwinkel darauf (und bin froh, dass es jetzt auch dazu kam xD).
      Ich denke, ich spoiler nicht zu stark, wenn ich sage, dass Tecenis etwas an dem Jungen liegt, natürlich hauptsächlich auf eine sehr ausbeuterische Weise. Er will ihn auf jeden Fall gefügig haben, er will ihn funktional haben, und beides erreicht er besser, wenn Aers emotionale Aufwühlung nicht ganz so stark ist. Außerdem will er nach wie vor noch vor ihm verschlossen halten, was sich in den anderen Zimmern des Kellers befindet. Deshalb lügt er. Natürlich kann er Aer zu allem zwingen, was er möchte, aber es ist einfacher für ihn, wenn er sich mit nur wenig Aufwand fügt.
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
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