Hinter den Bergen

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    • Hinter den Bergen

      Erstmal eine kleine Zusammenfassung, um was es überhaupt geht:
      Schon seit jeher ist das bewaldete Land, jenseits der Ostgrenzen der Reiche Söderhym und Ryttmark, für die Gardrim und Menschen ein Land voller Mythen und Legenden. Lediglich die schroffen Gipfel des von den grausamen Völkern der Gremlins, Goblins und Fraks Sor Pirsak genannten Gebirges ist zu sehen. Doch was mag wohl dahinter liegen? Egal ob es nun noch mehr Norder, oder aber sogar das vor langer Zeit vom Rest des Kontinents abgeschnittene Volk der Helvetrin ist, der junge Adelige Galdor ett Hogmir ist fest entschloss den Sagen und Legenden auf den Grund zu gehen und bei einer Reise quer durch die Wildnis endlich wieder zu entdecken, was andere vor langer Zeit vergaßen...

      Wer sich hiernach denkt: "Was ein Rotz", der lese trotzdem weiter. Oder auch nicht. Ist mir eigentlich egal. Ansonsten habt Spaß :lol:

      Prolog: Die Norder vom Schlachthain

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      Auszug aus den Aufzeichnungen des Generalhauptmanns Galdor ett Hogmir des ersten Vorstoßes in die Mordmark, über die Gremlins des Schlachthain:

      Über das Land im Osten, jenseits der Grenzen des großen Gardrimreiches erzählt man sich schon seit jeher allerlei Geschichten. Es liefert Stoff für Sagen und Inspiration für Dichter. Aber dennoch fanden bisher keinerlei Expeditionen in diese Regionen statt, die Aufschluss über die dort hausenden Völker geben würden. Lediglich in einigen älteren Büchern finden sich noch Aufzeichnungen, die jedoch allesamt unvollständig sind oder gar aus einem vergangenen Zeitalter stammen.
      Das wohl noch bekannteste der in der Mordmark ansässigen Nordervölker, die man nach dem großen Reich Nordern auf Awalor benannt hat, stellen die Gremlins dar. Es sind unsereinem nur etwa bis zur Brust reichende Kreaturen, die bevorzugt die Waldgebiete im Süden und den Abschnitt, den wir Schlachthain nennen, bewohnen. Ihr Aussehen lässt sich als recht wild und brutal beschreiben und mit ihren großen Augen, sowie den ebenfalls sehr ausgeprägten Fledermausohren wirken sie wie übergroße Kobolde. Ihr Maul ist dabei ebenfalls vergleichsweise breit und voller spitzer Zähne, die sie des Öfteren auch mal mitten im Kampf in ihren Feind schlagen. Ihre Ausrüstung hingegen ist eher schäbig zu nennen und besteht meist aus gefundenen oder geraubten Einzelteilen, welche dann wirr zueinander getragen werden, sodass bei einer großen Anzahl der harmlose Anschein entsteht, sie trügen allesamt nur dreckige Lumpen. Doch mit diesem Schein täuschen die Gremlins den unwissenden Betrachter genauso, wie sie in der Vergangenheit oft unsere Armeen getäuscht haben. Durch Hinterlist und Tücke brachten sie unserem Reich Ryttarmark bereits einmal eine schwere Niederlage ein.
      Die vermutlich gefährlichsten dieser Gremlins sind jene aus dem Schlachthain, der seinen Namen dank einer verlorenen Schlacht zur Zeit König Heraks trägt. Es ist keine schöne Erinnerung für unser Volk, denn seitdem liegen die Gebeine tausender Soldaten in den Schatten der Wälder. Ohne Grab und halb vergessen für die meisten.
      Die Truppen des Feindes lauerten zu jener Zeit, als das Unglück vor knapp zwei Jahrhunderten geschah, unserem marschierenden Heereszug an einem großen See auf, den sie selbst "Rautash Lampzt" nennen, was in unserer Zunge etwas wie "der eiserne See" heißt. Dort überfielen sie unsere Soldaten aus dem Hinterhalt. Zuvor hatte es jedoch keinerlei Hinweise auf eine größere Armee der Norder gegeben hatte, weshalb König Herak, der unsere Truppen persönlich anführte, auch nicht gegen den plötzlichen Angriff gewappnet war und so nahm das Unglück seinen Lauf. Fast zwei Dutzend Hundertschaften fielen an den schlammigen Ufern des Sees, den wir von diesem Tag an Herakens Ålyke nennen. Einige überlebende Soldaten schafften es schließlich nach mehreren Wochen Überlebenskampf doch noch aus dem Schlund der Wildnis zu entkommen. Allerdings ohne König Herak, der angeblich bei dem Gemetzel am See durch die Hand eines Gremlin Hauptmanns starb, nachdem er selbst fünf der Kreaturen allein erschlagen hatte.
      Dieser Ort liegt nunmehr zwei Tagesmärsche von unserem derzeitigen Lager auf einer baumlosen Wiese mitten in den Grenzwäldern der Mordmark entfernt in nordöstlicher Richtung. Ich, Galdor ett Hogmir, entsandte an diesem Morgen, dem 4. Morgen des 6. Mondwandels zur Zeit König Haralds des Kaltschnäuzigen einen Trupp aus acht Reitern, die unseren Weg, einen gewundenen Pfad zwischen ein paar Hügeln, übersät mit Steinen, Gestrüpp und Wurzelwerk auskundschaften sollen. Es sind gute Leute mit langjähriger Erfahrung, erworben im Dienste der Armee der Verbündeten Reiche Ryttarmark und Söderheim, und ich vertraue darauf, dass sie mit Botschaft zu mir zurückkehren werden.

      Es war bereits Abend, als sie endlich wiederkehrten. Einer von ihnen hielt einen auf den ersten Blick unkenntlichen Gegenstand in Händen, doch als sie ihn entrollten, wurde daraus ein Banner. Drei Felsen waren darauf abgebildet, wobei der mittlere zudem noch von einem Baum gekrönt wurde. Zwar war es eine äußerst grässliche Zeichnung, doch etwas ähnliches tauchte schon im Tagebuch Königs Heraks auf, welches glücklicherweise aus dem Gemetzel gerettet werden konnte. Dort steht geschrieben, dass die Norder damit ihre Grenzen markieren. Doch das Banner wirkte alt und löchrig, außerdem war der hölzerne Schaft, mit dem es wohl einst im Boden befestigt war, abgebrochen und halb vermodert. Dem Schein nach befinden wir uns also auf dem früheren Gebiet eines Norderstammes, welcher jedoch schon seit einiger Zeit nicht mehr an diesem Ort weilt. Desweiteren erzählten die Reiter von den Überresten eines Lagers, das sie einige Stunden Ritt von hier im Südosten vorfanden und welches scheinbar erst kürzlich abgebrochen wurde, da neben einer erloschenen Feuerstelle auch Fußabdrücke und Essensreste gefunden wurden. Es dünkt mir, dass wir vorsichtig voran schreiten müssen, wenn wir nicht wie einst König Herak von einem Norderheer aus dem Nichts heraus überrascht werden wollen.

      Heute trafen wir zum ersten Mal, nach langem Marsch durch die nahezu unpassierbaren Wälder der Mordmark auf Norder. Besser gesagt auf Gremlins. Die Rotte aus drei Dutzend muss uns schon lange bemerkt haben, bevor wir sie entdeckten. Jedoch konnte sie trotzdem nicht rechtzeitig fliehen und unsere Reiter machten schließlich fast alle auf einer Lichtung nieder. Zwei jedoch ließen sie auf meinen Befehl hin am Leben, denn wir brauchen jemanden, der sich auf dem Gebiet auskennt und der unsere Karten ergänzen kann. Sonst könnte es passieren, dass wir auf immer in diesen Wäldern verloren gehen. Unser einziges Wissen über die Mordmark, seit die Norder damals die Bibliothek von Hörtpåkkar abbrannten, stammt aus den Berichten von Händlern, die manchmal den gefahrvollen Weg durch die Wildnis wagen, um das ferne Land der Helvetrin zu erreichen. Doch kehrte nahezu niemand mehr von dort zurück und im Moment liegt es sowieso noch weit außerhalb unserer Reichweite im Südosten.
      Die Befragung der beiden Gremlins ergab, dass der eine ein Dudelsackspieler sei (ein Blasinstrument, welches unglaublich laute Töne von sich geben kann und dessen Bau sowie Spielweise von den Nordern zu perfektioniert wurde), der andere dagegen ein normaler Kämpfer, was uns die Bezeichnung Orkarar verriet. Besser gesagt eine Kämpferin, wie wir durch Zufall und eine mitgehörte Unterhaltung zwischen den beiden Nordern erfuhren. Dabei ist es erstaunlich wie die Gremlins selbst einander auf den ersten Blick als männlichen oder weiblichen Geschlechts identifizieren können, da sie sich augenscheinlich in Körperbau, Verhalten und Ausdrucksweise nicht voneinander unterscheiden (lediglich die Intimbereiche sollen wohl verschieden sein, wie einige Aufzeichnungen verlauten lassen, doch sehe ich keinen Grund, dies nachzuprüfen). Auch die Aufgabenbereiche scheinen nicht klar geregelt zu sein, sodass man auch weibliche Gremlins in hohen Führungspositionen einsetzt, was nach einer Aussage des männlichen Gremlins sogar gut zu funktionieren scheint (wörtlich sagte er: "Larjitkarar Kowskurg Ragt oljak jash sul kaikkzt atan mikarlz jokenr mitarnt katoalok!" was so viel heißt wie "Kowskurg ist seit langer Zeit Anführerin und tötet jeden, der etwas anderes sagt").
      Eine weitere Sache, die wir am Verhalten der beiden Gremlins beobachten konnten, ist ihr Hang zur Streiterei untereinander, der sie bereits zwei Mal dazu veranlasste, aufeinander loszugehen und zu sich gegenseitig tot zu beißen. Doch gingen wir jedes Mal rechtzeitig dazwischen, bevor sie dieses Ziel erreichen konnten. Auch auf unsere Fragen antworten sie zumeist sehr vulgär und feindselig. Einmal fiel das Männchen mich gar an, um mich zu erwürgen, sodass ich gezwungen war, es zu töten. Dadurch verbleibt mir nur noch der, von seinem Artgenossen Kjurrash genannte Norder als Informationsquelle, doch scheint sie wohl bisher nicht viel kooperativer zu sein. Doch da wir höchstwahrscheinlich bald auf weitere Gremlins treffen werden, kann ich mich ihrer vermutlich ohnehin bald entledigen ...
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 14 mal editiert, zuletzt von Xarrot ()

    • Und weils so schön war (und ich so viel auf Lager hab) hier gleich noch das erste Kapitel:

      Kapitel 1- Der Weg nach Osten
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      Vier Tage war es her, dass sie die Grenze zur Wildnis passiert hatten. Seitdem waren sie keiner Menschenseele mehr begegnet. Von den Helvetrin, die angeblich weit im Osten auf der anderen Seite der herrenlosen Wälder, Berge und Ebenen lebten, ganz zu schweigen. Vor zwei Tagen waren sie an einer Stelle vorüber gekommen, an der offensichtlich ein Überfall stattgefunden hatte. Der Boden war an mehreren Stellen vom Blut der Ermordeten getränkt worden, wobei hier und da noch ein paar Wertsachen sowie Fleischfetzen und Knochen herumgelegen hatten. Doch mehr nicht. Sein Vater hatte ihm erzählt, dass sie die Leichen mitnehmen und essen würden. Oftmals auch ihre eigenen und Kalln glaubte es ihm nur zu gern. Allerdings nicht weil er mit seinen neun Jahren noch besonderst leichtgläubig war, sondern weil er es selbst gesehen hatte.
      Vor einigen Jahren, als seine Familie noch auf dem Land beim Grafen Hugenot zu Moorring gelebt hatte, waren sie eines Nachts wie aus dem Nichts aufgetaucht. Sie waren etwas kleiner als Menschen gewesen mit großen, spitzen Fledermausohren, die vom Kopf abstanden, ebenfalls großen, runden Augen und einem breiten Maul voller scharfer Zähne. Einige waren sogar auf Raubkatzen mit überlangen Fangzähnen neben dem Rest hergeritten.
      Damals hatte sie nur die Tatsache gerettet, dass sie so nahe am Tor zur Burg wohnten. Die meisten anderen, darunter auch die Familie seines Freundes Ralf, waren von den in Felle und Leder gekleideten Wilden eingekreist worden. Die restliche Nacht hindurch waren die Schreie der Gefangenen zu den Überlebenden hinter dem Burgwall gedrungen, sowie ab und zu die Hohnrufe ihrer Peiniger, die lauthals und in mehr schlechtem als rechtem Grenzländisch angekündigten, was sie wem als nächstes antaten. Gegen Morgen waren sie dann endlich abgezogen und ließen nichts weiter als ein paar grausige Gebilde aus Knochen und Unrat zurück.
      Nach diesem Erlebnis fasste Kallns Vater den Entschluss, wegzuziehen. Ebenso wie viele andere. Allerdings hatten sie erkennen müssen, dass das Leben in der Stadt sehr viel teurer war als erwartet und auch die Arbeit nicht immer so leicht zu finden, wie immer angepriesen wurde. Darum, und weil Kallns Vater sowieso nie jemand gewesen war, der gerne länger an einem Ort blieb (wie er immer stolz erzählte), waren sie zu fahrenden Händlern geworden.
      Aus diesem Grund hatten sie sich auch der Karawane angeschlossen. Genauso wie über hundert andere, die allesamt das Ziel verfolgten, die Wildnis zu durchqueren, um ins gelobte Land der sagenhaften Helvetrin zu gelangen. Viel war über dieses Volk bei den Menschen in seiner Heimat nicht bekannt gewesen. Nur, dass sie angeblich Meister der Handwerkskunst und der Architektur waren. Doch schon seit vielen Jahrhunderten lebten sie nahezu abgeschnitten von den anderen Reichen und nur noch auf einem gefahrvollen Landweg konnte man zu ihnen gelangen. Folglich war schon seit längerer Zeit nichts mehr von ihnen vernommen worden. Dennoch war es das Ziel vieler Händler in diesen Tagen, das ferne Land dieses Volkes zu erreichen, um dort ihr Glück zu machen und als reicher Mann nach Ryttarmark oder Söderheim zurückzukehren. Wenn sie denn zurückkehrten.
      "Hey Kalln, könntest du das bitte tragen? Es fällt sonst noch vom Karren."
      Eifrig nickte der Junge auf die Frage seines Vaters hin und nahm die kleine Kiste, die zuvor ganz oben auf dem vollen Karren hin und her schwankte, entgegen.
      "Papa, wie weit ist es eigentlich noch bis zur anderen Seite?"
      "Zu weit um von einer zur anderen Seite schauen zu können, das kann ich dir flüstern", scherzte Kallns Mutter und fuhr ihrem Sohn durch das halblange, braune Kopfhaar.
      "Müssen wir auch über diese Berge, von denen der alte Mann mit dem Helm geredet hat?"
      Wenn er jetzt schon einmal dabei war, konnte er ja auch gleich den Rest seiner vielen Fragen stellen.
      "Ja, Berge haben es leider an sich, dass sie nicht einfach verschwinden können ... jetzt werd doch nicht gleich beleidigt!"
      Trotzig verzog Kalln das Gesicht. Dass seine Eltern auch nie ernst antworten konnten ...
      Plötzlich ging ein Ruck durch die vorderen Reihen der Karawane und kurz darauf kam auch der Rest der Kolonne zum Stillstand. Zudem drang von irgendwo ein leises Klatschen an Kallns Ohr, das er jedoch nicht weiter beachtete.
      "Hey, was ist los?", erklang sogleich ein verwirrter Ruf hinter Kalln. "Warum halten wir an?"
      "Ein Toter!", antwortete ein anderer.
      "Einer von uns?!"
      "Nein! Einer von diesen verdammten Gremlins!"

      "Ich glaub, sie haben Lajez gefunden ..."
      Die Bemerkung war zwar vollkommen überflüssig, da sie alle sehen konnten, doch etwas anderes war von seinen Leuten auch nicht zu erwarten.
      "Warum haben wir den auch nach der Schlägerei da liegen lassen?"
      "Leutz! Jetzt geht`s gleich los, macht euch bereit!", zischte Fraug, der als Sahek bezeichnete Unterführer des fast fünfzig Krieger starken Überfallkommandos, seiner wartenden Meute zu. Diese zog daraufhin die Waffen und wollte schon anfangen zu johlen. "Schnauzen! Ich sagte bereit machen, net rumschreien!"
      Dabei verpasste Fraug als zusätzliche Warnung dem Norder neben sich einen kräftigen Hieb mit der Peitsche. Gleich darauf zuckte der gesamte Haufen inklusive des Saheks selbst zusammen. Das Klatschen des Leders war doch etwas lauter gewesen, als erwartet. Vorsichtig warf Fraug einen Blick zur immer noch verharrenden Karawane. Schließlich waren sie nur etwa drei Dutzend Schritte von ihrem Ziel entfernt, da war man lieber vorsichtig und vor allem leise. Ganz besonders, wenn dieses Ziel über fast ebenso viele Wehrfähige, sowie haufenweise Frontlinienfutter in Form von Bauern und Händlern verfügte wie man selbst. Eigentlich zu viele für einen Überfall. Wobei, eigentlich war Gemetzel schon eher der richtige Begriff für das, was folgen sollte. Jedoch blieb abzuwarten, wer metzelte und wer selbst niedergemetzelt wurde. Aber was ihnen ihr Boss befahl, war eben Gesetz.
      Fraug ließ seine Krieger und Kriegerinnen noch ein paar Schritt näher durch den hohen Farn voran pirschen, dann richtete er sich unvermittelt aus seiner leicht geduckten Haltung auf und schwang sein Beil.
      "Akat nuauhautalok!" Kreischend, brüllend und im Falle der Morg genannten Raubkatzen fauchend, wetzte die Rotte los, dem überrumpelten Feind entgegen. "Haut sie um!"
      Wären die Söldner, welche die Karawane in regelmäßigen Abständen begleiteten, auch nur ein Quäntchen weniger abgebrüht gewesen, hätten die Gremlins wohl leichtes Spiel dabei gehabt, die Wehrlosen zu massakrieren. So allerdings rauschte den Morgreitern, die vorneweg ritten, gleich mal die erste kleine Pfeilsalve entgegen und tötete zwei von ihnen. Einem weiteren schossen sie praktisch das Tier unterm Hintern weg, dass er mit einem entsetzten und überraschten Kreischen durch die Luft flog und kopfüber im Farn landete. Auch die Gremlins ließen daraufhin ihre Pfeile fliegen, töteten jedoch nur ein paar der Bauern, aus denen die Karawane größtenteils bestand.
      "Weiter, weiter, weiter!", heizte Jurgl, der andere Sahek, der die Meute begleitete, die zu Fuß voran stürmenden Norder an und verpasste einigen eins mit der Peitsche.
      Währenddessen dröhnte die ganze Zeit über laute Gremlinkriegsmusik durch den Wald und nicht gerade wenige der Norder trällerten einen frei erfundenen Text dazu. Dann krachten die Fußtruppen der Horde in ihre meist nur schlecht bis teilweise gar nicht bewaffneten Feinde und das Sterben begann.
      Besonders die Menschen, die zuvor am vorderen Ende der Karawane liefen, erwischte es heftig. Denn dort schlugen die Morgreiter ein, wie ein von einem Katapult geschleuderter Fels, sodass kaum einer stehen blieb. Zwar fielen auch zwei Gremlins durch die Speere des Feindes, der Rest allerdings richtete ein Blutbad an. Einmal sah Fraug sogar einen der Söldner durch die Luft fliegen, als zwei der großen Raubkatzen gleichzeitig gegen ihn stürmten, um ihn dann am Boden zu zerfleischen.
      Der restliche Tross der Menschen war indessen mit den anderen Gremlins beschäftigt, die unter wildem Johlen und Kreischen frontal in die Feinde hinein gestürmt waren und sogleich ein Dutzend Gegner zu Fall brachten ohne eigene, nennenswerte Verluste. Doch der eigentliche Kampf begann erst, bei dem die meisten der Norder sich gleich gegen zwei Menschen behaupten mussten, was nicht immer von Erfolg gekrönt war.
      "Tötet die verdammten Söldner!", schrie derweil Jurgl, während er selbst mit weit ausholenden Schlägen einen Händler und dessen Frau abwehrte.
      Auch Fraug hatte sich in der Zwischenzeit ins Getümmel geworfen. Zwar etwas verspätet, jedoch wollte er nicht zu denen gehören, die beim ersten Aufeinanderprallen zu Boden gingen und vom Rest zertrampelt wurden. Sein erstes Ziel war dabei ein junger Kerl, der mit seinem rostigen Schwert nach einer Gremlin schlug, welche die Hiebe allerdings allesamt locker mit ihrem Schild abfing. Mit der anderen Hand, in der sie einen Speer hielt, versuchte sie gleichzeitig einen älteren Menschen auf Abstand zu halten, was ihr aber etwas weniger gut gelang, sodass der Alte immer näher heran rückte.
      "Warte! Ich schlitz den für dich auf!", rief Fraug ihr zu und rammte dem Jüngling seine Waffe in den Rücken.
      Schreiend stürzte er zu Boden und versuchte irgendwie seine Hände auf die Wunde zu pressen. Fraug verpasste ihm einen beiläufigen Tritt gegen den Kopf, damit er Ruhe gab, als der Ältere plötzlich ein zorniges Brüllen ausstieß, irgendetwas in seiner Sprache vor sich hin schnaufte und sich an der Gremlin vorbei gegen Fraug schmiss. Dieser wehrte die Attacke jedoch ab und schubste den Angreifer wieder zurück, woraufhin die Gremlin erneut mit ihrem Speer nach ihm stach. Grinsend begab sich Fraug erneut in Position, um auch den Zweiten mit einem Schlag in den Rücken zu Fall zu bringen. Doch wie es so oft in Getümmeln passiert, stolperte ihm jemand anderes vor die Klinge und schon fand sich Fraug in einem heftigen Nahkampf mit einem der Söldner wieder.
      "Verreck du Sau!", schrie der Gremlin und warf sich auf den gut gerüsteten und ausgebildeten Menschen, der ihm jedoch einfach den Schild ins Gesicht knallte und gleichzeitig mit seinem Schwert fast abstach.
      Nur der schartigen Armschiene aus Stahl war es zu verdanken, dass er nicht wie zuvor der Menschenjunge zu Boden ging. Stattdessen schrammte die Klinge einmal kräftig über das Metall und der Norder schaffte es sogar seinem Gegner eine Kopfnuss mit dem eigenen Schädel zu verpassen. Zu schade, dass der Lederhelm vorne mit eisernen Nieten versehen war.
      "Aurg ..."
      Eine Hand an der schmerzenden Stirn stolperte Fraug rückwärts und wedelte derweil mit seinem Beil, um den Söldner auf Abstand zu halten.
      "Warte Boss! Ich hab ihn!", rief irgendjemand zu seiner Rechten und im nächsten Moment sprang ein ihm unbekannter Gremlin dem Mensch auf den Rücken.
      Eine wahrhaft dumme Idee. Denn nun ließ sich der schwer Gepanzerte einfach nach hinten auf den Rücken fallen und begrub den quiekenden Norder unter sich. Der Mensch selbst sprang sogleich wieder hoch und rammte dem am Boden liegenden Gremlin einen Dolch in die Brust. Wobei ... eigentlich war die Aktion doch gar nicht so dumm gewesen. Nun streckte ihm der Mensch nämlich seinen nur durch einen dünnen Lederpanzer geschützten Rücken entgegen.
      "Naha!", rief Fraug triumphierend und holte zu einem kräftigen Hieb aus. "Njut kart gatanak"
      Kratzend durchdrang die Klinge das Leder, die Haut darunter und fraß sich sogar bis zur Wirbelsäule des Getroffenen vor. Brüllend versuchte sich der Mensch zu wehren und machte dabei irgendwelche affigen Bewegungen, bis ihm der Gremlin schwungvoll eins auf die Zwölfe gab, um dann die Nackenwirbel mit einem kräftigen Hieb zu durchtrennen. Saubere Handarbeit. Zufrieden sah er auf sein Werk hinab und schnitt beiläufig den Geldbeutel vom Gürtel des toten Norders, der sich so übermütig für Fraug geopfert hatte. Trotzdem: Nun galt es schleunigst den Rückzug anzutreten!
      Rasch lief der Sahek wieder zum Rand des Getümmels, wo immer noch die beiden Gremlins mit dem Dudelsack und der Trommel standen und laut die Angriffmusik ertönen ließen.
      "Ey! Stopp! Rückzug! Rückzug!", schrie Fraug sie an und sofort veränderten sich Rhythmus und Tempo des Liedes, sodass es weniger abgehackt klang, wobei sich die Dudelsackspielerin mehrmals in den Tönen vegriff.
      Trotzdem kapierten die anderen Gremlins was zu tun war. Schlagartig trat die Rotte, die soeben noch wild auf den Feind eingedroschen hatte, einen rasanten Rückzug an. Hier und da verschaffte sich ein Norder mit einem weit ausholenden Schwinger nochmals ein wenig mehr Zeit, doch schließlich waren alle am Rennen. Kurz befürchtete Fraug, seine Leute könnten vergessen haben, was er ihnen zuvor befohlen hatte. Doch als er sah, wie fast immer zwei Gremlins gemeinsam einen toten Menschen hinter sich her zogen, breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus. Sein Plan hatte funktioniert. Wie gut würde sich zeigen, wenn sie die Verluste gezählt hatten.
      "Rennt weiter bis ihr wieder im Wald seid! Hey du! Nich fressen! Rennen!", schrie er die laufenden Norder an und warf dabei einen gehetzten Blick nach hinten.
      Dort stand die gesamte Karawane mehr oder weniger geschockt und starrte der fliehenden Meute hinterher. Einige knieten neben Leichen und heulten sich die Augen aus dem Kopf. Andere schienen nicht recht zu wissen, ob sie nun ebenfalls wegrennen oder die Gremlins verfolgen sollten. Einer der Söldner entschloss sich schließlich für die Verfolgung, wurde allerdings sogleich vom Kommandanten zurück gerufen. Dieser Teil hatte also auch funktioniert. Fraug hatte darauf spekuliert, dass die Menschen zu viel Angst hatten, um ihnen in die unbekannten Weiten des Urks Tigras zu folgen, des großen Waldes zwischen den Bergen und den Reichen im Westen. Vermutlich erzählten sie sich gegenseitig irgendwelche Schauergeschichten darüber, was dort so alles hauste.
      "Das reicht! Anhalten!" Da die Hälfte der Gremlinrotte sowieso schon schnaufend zum Stehen gekommen war, schien der Befehl zwar etwas überflüssig, aber für die andere Hälfte sagte Fraug es trotzdem noch einmal. "Ey, Stopp! Ich glaub das is jetzt weit genug!"
      "Äh, Fraug?" Der Sahek drehte sich um und erblickte einen keuchenden Jurgl. "Ich will ja net meckern, aber der Plan war irgendwie kompletter Mist. Wir haben fast zwei Dutzend verloren un nur halb so viele Leichen erbeutet ..."
      "Un genau deswegen schnappst du dir jetzt alle Schützen, die wir haben un lässt sie, aus sicherer Entfernung natürlich, diesen Sauhaufen auf der Straße solange mit Pfeilen beschießen, bis er abhaut, kapiert?", entgegnete ihm Fraug und der andere Sahek nickte nur.
      Jurgl hatte schon früh kapiert, dass er nicht besonders schlau war und so tat er meist immer nur das, was Fraug sagte, obwohl sie vom Rang her eigentlich gleich auf waren. Wenn auch meist etwas widerwillig. Dennoch lief er jetzt rasch los und sammelte alle mit Bögen bewaffneten Gremlins ein, die er finden konnte. Auch Fraug gesellte sich zu ihnen. Selbstverständlich erst, nachdem er zwei Gremlins, denen er zutraute, dass sie sich nicht unerlaubt an der Beute vergriffen, als Wachen an dem Leichenhaufen zurückgelassen hatte.
      Erneut pirschten sie sich so nah wie möglich heran, damit sie nicht Gefahr liefen gesehen zu werden. Diesmal erfolgte der Angriff jedoch ohne das Geschrei oder irgendwelche Kriegsmusik. Auf einen Wink von Jurgl hin schossen die zwei Dutzend Gremlins ihre Pfeile ab. Kaum einer traf, doch das war sowieso egal. Diesmal kam es allein darauf an, dass die Menschen es mit der Angst zu tun bekamen und sich verzogen. Abermals rauschten die krummen Pfeile der Norder auf die Karawane nieder, töteten zwei und verletzten einige weitere. Die dritte Salve Pfeile brauchten sie eigentlich schon gar nicht mehr abzufeuern, taten es jedoch trotzdem und ein letzter Mensch blieb mit einem Geschoss im Rücken auf der Strecke. Dann war der gesamte Haufen außerhalb der Reichweite der Kurzbögen der Norder. Zurück blieb das Schlachtfeld mitsamt den Toten, einigen kleineren Karren und sogar einem der großen Wägen. Gut gelaunt und höchst zufrieden blickte sich Fraug um und grinste, ebenso Jurgl.

      "Ok, ich nehms zurück. Der Plan war doch nicht scheiße! Das sind ja mal locker über zwei Dutzend, die wir gut gemacht haben und der ganze andere Kram noch dazu ..." Übermütig rieb sich der Sahek mit dem Daumen das Kinn. "Hey! Lass das liegen du Dumpfdödel! Das geht alles an einem Stück zum Boss, sonst krieg ich wieder den Ärger! Un wer was anderes sagt, bekommt hier un jetzt ein paar mit der Peitsche, tajurgak?"
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Xarrot ()

    • Xarrot schrieb:

      Es sind erfahrene Leute mit langjähriger Erfahrung, erworben im Dienste der Armee der Verbündeten Reiche Ryttarmark und Söderheim, und ich vertraue darauf, dass sie mit Botschaft zu mir zurückkehren werden.
      entweder das eine oder das andere. Aber 'erfahrene Leute mit langjähriger Erfahrung' ist doppelt. :)

      Ansonsten habe ich erstmal nur den ersten Post gelesen, weil es gerade zu viel ist und ich nicht genug Zeit habe - an der Stelle sei gesagt: mache lieber kürzere Abschnitte, so wie der erste Teil und auch nicht mehrere Posts hintereinander. Einige werden davor abgeschreckt zu lesen, weil schlicht die Zeit fehlt, es zu lesen und zu bewerten. In deinem Fall hast du Glück, dass du nur wenige Fehler drin hast, aber dennoch sind welche drin :P

      Ein Punkt, der beim Lesen aufgefallen ist. Du nutzt sehr sehr viele Schachtelsätze und generell lange Sätze. Das ist an sich nicht schlimm, wenn auch mal ein paar kürzere drin wären. Ich empfehle, einfach nochmal drüber zu gehen und vielleicht aus ein paar der langen Sätze mehrere zu machen. Damit umgehst du auch die ganzen fehlenden Kommas ^^

      So, aber nun zur Geschichte.
      Die Idee gefällt mir recht gut und auch, dass der erste Teil als Tagebucheintrag verfasst ist. Ich weiß nicht, ob das so weitergeht, aber für den Anfang empfinde ich das als gute und nüchterne Art, den Sachverhalt zu klären. :)
      Auch die erwähnten Wesen sind mal eine Abwechslung. Soooo oft liest man ja nicht von Gremlins und Goblins. ^^
      Ich werde bei Gelegenheit den zweiten Teil auch noch lesen. :)

      LG, Kyelia

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen
    • @Kyelia Ja das Mit den langen Sätzen ist so ein Problem bei mir ich hatte mal eine Lehrerin die immer die Krise bekam beim korrigieren meiner Arbeiten :grumble: Wobei hier sind die tatsächlich gewollt, da ich den General etwas hochgestochener und verwirrend reden lassen wollte
      Achso ja die Kommas... Ich HASSE Kommas, wer hat die erfunden? Da bist du grad richtig schön gefesselt beim Schreiben und plötzlich kommt eins von hinten und brät dir eins über :orc: sodass du die nächste halbe Stunde damit beschäftigt bist, die hunderttausend vergessenen Kommas einzufügen. Aber natürlich werde ich auch das verbessern. Sonst danke das du dir die Zeit genommen hast das zu lesen :)
      Aber nochmal überarbeiten werde ich es auf jeden Fall sobald ich Zeit habe. Also vermutlich heute.
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Ich finde das bisher sehr interessant. Es gibt wahnsinnig viele dieser goblinesken/orkischen/gremloiden/koboldartigen Rassen, was echt spannend wirkt (gibt es Mischlinge? Wie stehen sie untereinander?) und wenn ich den Tagebucheintrag des Generals so lese, kommt mir der Gedanke, dass hier dennoch nicht einfach schwarz-weiß gezeichnet werden soll. Das menschliche Heer ist so nett auch nicht und metzelt die Fliehenden einfach nieder. Auch schreibst du später aus Sicht dieser Wesen, was für mich auch darauf hindeutet, dass sie nicht einfach Schwertfutter werden sollen, das man guten Gewissens massakrieren kann, sondern Wesen mit Gefühlen, Gedanken und Bedürfnissen und einer (wenn auch barbarischen) Kultur. Und das macht mich sofort neugierig! Es ist nämlich das Worldbuilding, dass in der Fantasy eine besondere Leidenschaft von mir ist. Von der Kultur oder den Kulturen dieser Wesen würde ich gern mehr erfahren. Vielleicht willst du ja deinen Welt-Thread dafür nutzen? Hier: Worldbuilding habe ich einiges gesammelt, was Anregungen bieten kann, um eine Welt detailreich mit Leben zu füllen (es soll die Phantasie nicht in Fesseln legen, sondern anregen, es dient nicht zum sklavischen Abarbeiten, sondern als Inspiration um Missverständnissen vorzubeugen).
      Warum diese Wesen wohl Geld stehlen? Mit Menschen handeln sie wohl eher nicht und ob sie selbst eine Währung haben und Menschgeld dafür benutzen... Gold ist ja an und für sich nutzlos, gut aus Kupfer könnte man Bronze und daraus Waffen und Werkzeuge machen...
      Immer her mit dem neuen!
      Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.
      -Mutter Teresa
    • Hi Xarrot,

      auch ich habe erst den Prolog gelesen, welchen du meiner Meinung nach schon ganz gut hinbekommen hast. Am Anfang störten mich die Schachtelsätze nicht, erst zum Ende des Textes wurde es mir dann etwas viel :)

      Die Sache mit dem Tagebucheintrag finde ich auch gut....mir kam aber zwischendurch eine Idee.Vielleicht könntest du hier noch Zeitangaben machen, wie in einem Logbuch zum Beispiel. Also, Datum, Uhrzeit oder sowas...quasi zur Orientierung....und weil es vielleicht ein ganz nettes authentisches Detail wäre. (?)

      Xarrot schrieb:

      doch scheint sie wohl bisher nicht viel kooperativer als ihr Artgenosse zu sein. Doch da wir höchstwahrscheinlich bald auf weitere Gremlins treffen werden, kann ich mich ihrer wohl bald entledigen...
      2 x wohl. Kannst du vielleicht einmal streichen oder ersetzen.

      Den Rest lese ich später...wenn ich mehr Ruhe habe.

      Viele Grüße,
      Rainbow
    • @Windweber Mit deiner Vermutung hast du schon ganz recht, einfach NUR Schwertfutter sollen sie nicht werden, allerdings versuche ich im weiteren Verlauf der Geschichte die Bedürfnisse und Wünsche der Norder (wie die Rassen der Gremlins, Goblins, Orks, Fraks, Rurg, Shragen und Borklinge, von denen einige hier gar nicht vorkommen werden, allgemein genannt werden :D) etwas verquirlt und verdreht darzustellen. Sie haben zwar Spaß daran, andere zu Foltern, allerdings ist das eine eher kindliche Schadenfreude und auch in ihrem Charakter sind sie ziemlich Ich-bezogen und es würde ihnen nicht im Traum einfallen, sich in ihren Gegenüber hineinzuversetzen. Das liegt aber weniger daran, dass sie nicht in der Lage dazu sind, allerdings wachsen sie in einem recht gewalttätigen Umfeld auf, sodass ihr leben früh von Tod geprägt ist. Man könnte schon fast sagen, wären die Norder Menschen von heute, wären sie vermutlich alle kranke Psychopathen. Würde ein Mensch genauso aufwachsen, dann würde er sich jedoch vermutlich nicht anders entwickeln.
      Zu meiner erdachten Welt hab ich schon einen Thread im einen Unterforum eröffnet, wo ich ordentlich reinschreiben werde, da ich die ganzen Dinge mal dringend aus meinem Kopf irgendwo hinschreiben muss. Kannst ja Mal vorbeischauen wenn du magst: Das belebte Land :this:

      @Rainbow Oh, da ist mir wohl ein Wiederho(h)lungsfehler unterlaufen und ich werde wohl sowohl diesen, als auch das mit den Sätzen wohlwollend verbessern
      Ansonsten :danke: an die, die das hier lesen ihr seid einfach nur :super: außerdem sind diese smileys einfach nur :lol: und ich :werderw: (nicht).
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Hi Xarrot,

      habe den zweiten Teil nun gelesen...krass, ganz schön brutal, oder? Ich merke gerade mal wieder, dass mich diese ganze Rassengeschichte verwirrt und der High-Fantasy-Bereich nicht so ganz meins ist. Trotzdem versuche ich es immer wieder und bemühe mich, so gut es geht meinen Senf dazuzugeben. Stell dich also darauf ein, dass ich blöde Fragen stellen werde und Dinge kristisiere, die eigentlich nicht erwähnenswert sind :) Ich glaube, @Windweber wird dir eher eine Hilfe sein, zu analysieren, was da jetzt logisch bzw. nachvollziehbar ist...Worldbuilding und Fantasyrassen sind ja seine Spezialität...

      Ich bleibe also bei den einfachen, und zum großen Teil formellen Dingen, die mir so aufgefallen sind.

      Spoiler anzeigen


      1. Die Regel mit dem "dass" und dem "das". Beispiele:

      Xarrot schrieb:

      Vier Tage war es her, das sie die Grenze zur Wildnis passiert hatten.
      in diesem Fall schreibst du "dass", weil es nicht als Artikel benutzt wird.

      Xarrot schrieb:

      Sein Vater hatte ihm erzählt, das sie die Leichen mitnahmen und essen würden.
      ebenfalls dass...

      Xarrot schrieb:

      Das seine Eltern auch nie ernst antworten konnten...
      auch hier heißt es dass...

      2. Die Gänsefüßchen der wörtlichen Rede.Irgendwie sehen die in deinem Text komisch aus. Fast so, als würdest du das Apostoph-Zeichen 2x hintereinander verwenden, ungefähr so: `` Gänsefüßchen sehen bei mir so aus: " Die unteren hast du meistens richtig gesetzt, nur die oberen nicht. Hat das einen Grund?

      Xarrot schrieb:

      Dies auch der Grund war warum Kalln heute überhaupt hier war, als Teil einer über hundert Menschen großen Karawane, die allesamt das Ziel hatten, die Wildnis zu durchqueren um ins gelobte Land der sagenhaften Helvetrin zu ge......
      3. An diesem Satz bin ich hängen geblieben und musste ihn 2 x lesen, um zu verstehen, was du mir mitteilen willst.Liegt wahrscheinlich auch an fehlenden Kommata. "Dies auch der Grund war...klingt für mich außerdem irgendwie komisch. :hmm: Und eine "über hundert Menschen große Karawane" liest sich für mich merkwürdig. Vielleicht besser: Eine über hundert Mann starke Karawane...(obwohl, das klingt irgendwie mehr nach Militär, mh) Vielleicht fällt dir ja noch was anderes ein...

      4. Zum Schluss noch eine Sache: Ich fand es komisch, dass die Gremlins sich einer ziemlich vulgären Sprache bedienen. Wahrscheinlich habe ich aber insgesamt ein Problem damit, weil ich von fantastischen Wesen irgendwie einen anderen Sprachgebrauch erwarte, der sich zumindest ansatzweise von dem unseren abheben sollte. Dass sie fluchen und ...naja...ziemlich unerzogen sind, ist ja okay. :) Die Sache mit dem Dummdödel fand ich zum Beispiel auch ganz lustig...aber ich würde es nicht so sehr abgleiten lassen. Ist nur so ein Eindruck von mir...Vielleicht liege ich damit aber auch komplett falsch.



      Das war`s von mir...Schau mal, was du gebrauchen kannst :)

      Viele Grüße,
      Rainbow

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    • @Rainbow ja dieses dämliche das/s werde ich wohl verbessern müssen und zu der Sache mit dem Apostroph... ähm... eventuell war ich zu Beginn des Schreibens schlichtweg zu blöd um die " auf meiner Tastatur zu finden und hab deswegen ´´ und `` benutzt xD (achso und das vor der wörtlichen Rede sind schlichtweg zwei Kommas hintereinander). Ich weiß aber nicht ob ich die Zeit aufwenden werde um das jetzt überall zu ändern solange es nicht zu sehr stört. Ich bin nämlich schon ein ganzes Stück weiter als nur Kapitel 1.
      Und dieser verquirlte Satz war ein perfektes Beispiel dafür, was passiert, wenn ich einen Satz anfange und ihn dann im Kopf umstelle und anders weiterschreibe. Wird auf jeden Fall abgeändert kann ich mir ja selbst kaum antun :hmm:
      Zur Sprache muss ich wiederum sagen, dass ich es komisch finde, wenn ich sie normal reden lasse. Aber ich pass wohl am besten Mal auf das ich da nicht zu abdrifte allerdings empfinde ich es als seltsamer wenn ein Gremlin so redet: ,,Wo geht es lang?´´ Da klingt "Wo geht`s lang?" für mich plausibler aber ich denke, solche Sachen wie "jett" werde ich lieber weg lassen. Hab auch schon von meiner Schwester gehört, die sich das auch durchgelesen hat, dass das wohl doch etwas zu asozial klingt :doofy:
      Achso ja und stell gerne so viele blöde Fragen wie du willst. Macht nichs und tu ich auch andauernd. Vor allem in der Schule :ugly:
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Zu Beginn: Der Prolog ist für mich ein Satz mit X, und zwar einem dicken, roten X. Die Idee mit dem Tagebuch ist dabei überhaupt nicht das Problem, das kann sehr gut sein. In dem Fall leider nicht. Hast du einmal gezählt, wie oft die Konstellation , welche / welcher allein im ersten Post vorkommt? Gefühlte tausendmal! Normalerweise hätte ich den Thread wieder geschlossen, denn auch wie das Tagebuch geschrieben war, hat mich nicht mitgenommen. Ich kann daher die lobenden Kommentare nicht nachvollziehen.

      Warum ich dann trotzdem alles gelesen habe, was bisher gepostet wurde? Zwei Gründe:
      Erstens habe ich den Weltthread zu der Geschichte überflogen, und der ist richtig gut soweit. Insofern wollte ich schon wissen, was du herausholst.
      Zweitens war der Teil mit den Gremlins (speziell der aus Sicht der Angreifer) stellenweise ziemlich amüsant und stilecht. Ich selber habe noch nie eine vollständige Geschichte aus Sicht von Orks oder sonstigem Gezücht gelesen, aber das Wenige, das ich kenne, findet sich in Fraugs Part wieder. Und das gefiel mir ganz gut. Diese wilde Horde aus scheinbaren Primitivlingen, die irgendwie doch organisiert sind und wie sie nur auf Beute aus sind. Siehe da, wo er seinem toten Kumpel noch den Geldbeutel abript :D
      Der ein oder andere Satz war überflüssig und hat die Szenen gedehnt, aber naja, wenn sich das häuft, läufst du lediglich Gefahr, dass ich das überlese.

      Ich werde nun mal abwarten, wie sich das Ganze sprachlich entwickelt. Storymäßig sehe ich keine Probleme, das Setting ist frisch für mich, der Rest muss sich beweisen. Also, nur zu :thumbsup:
      "Sehe ich aus wie einer, der Geld für einen Blumentopf ausgibt, in den schon die Pharaonen gepisst haben?"
    • @Wysenfelder Danke erstmal für deine klare und vor allem ehrliche Kritik . Ich bin um ehrlich zu sein selbst noch nicht wirklich damit zufrieden, Anfänge von Geschichten zu schreiben war schon immer mein Problem :blush: , wobei du nicht die ursprüngliche Fassung lesen willst xD Da hatte ich tatsächlich versucht, das ganze wie eine Übersetzung von Caesars Texten vom gallischen Krieg klingen zu lassen, aber das musste ich selbst einsehen, schreckt wohl so ziemlich jeden Leser ab... die welche/ welcher Konstellationen sind davon vielleicht ein Überbleibsel, das ich allerdings mit Absicht gelassen habe, da der gesamte Text so etwas hochgestochener klingt (Vergleich: "Der Berg, der im Westen aufragte" zu "Der Berg, welcher im Westen aufragte"). Passt meiner Meinung nach besser zu einem adeligen General :hmm: , aber du kannst dich freuen, bisher kam kein weiterer Tagebucheintrag vor und ich bin schon bei Kapitel 14, dafür jede Menge Gremlins :orc: :elf:
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Sooo, nachdem ich mir jetzt Kapitel 1 und den Prolog nochmal durchgesehen und einige Dinge verbessert habe, ist es nun denke ich langsam Zeit für Kapitel 3. Ja ganz richtig, Kapitel 3. Der Grund dafür ist einfach: Der Autor versucht lustig zu sein und scheitert kläglich. :doofy:

      Kapitel 2- Gegenangriff
      Spoiler anzeigen

      Eigentlich war es fast unmöglich in dem lockeren Waldboden einen größeren, unterirdischen Hohlraum zu schaffen. Dennoch konnte sich der Stamm, zu dem Fraug gehörte, stolzer Besitzer eines solchen nennen.
      Das Ganze war allerdings nur einer natürlichen Gegebenheit zu verdanken. Genau hier nämlich, mitten im dichtesten und finstersten Wald am Fuße eines kleinen Hügels lagen zwei mächtige Felsbrocken. Jedoch war dies nur zu erkennen, wenn man sich mindestens eine Gremlinlänge ins Erdreich grub, denn dann stieß man plötzlich neben jeder Menge Wurzeln und Erde auf harten Stein. Nun wollte es der Zufall aber so, dass es nicht einfach nur zwei unförmige Brocken waren, die hier unter der Landschaft lagen. Stattdessen waren die beiden genau so geformt, dass zwischen ihnen ein großzügiger Hohlraum frei blieb.
      Vier Dutzend Schritte lang und fast ebenso breit erstreckte sich das versteckte Lager der Gremlins. Hinzu kamen noch die Küche und zwei Einzelkammern für die Schamanin und die Anführerin, welche man zusätzlich in den Stein hinein gehauen hatte. Die gewöhnlichen Krieger und die beiden Sahek schliefen hingegen gemeinsam in der großen Höhle, wo gleichzeitig auch das alltägliche Leben stattfand. Hier wurden Waffen und das spärliche Rüstzeug ausgebessert, Häute gegerbt oder aber Seile und Netzte geknüpft.
      Von all dem war jedoch an der Oberfläche weder etwas zu sehen noch zu hören. Bis auf den Eingang, der als eineinhalb Gremlins hoher und drei Schritt breiter Spalt im Erdboden klaffte, sowie natürlich den drei gelangweilten Wachen. Wobei Wachen wohl ein wenig übertrieben war, denn noch nicht einmal als sich der Trupp näherte, zeigten sie irgendeine andere Reaktion, als zu gähnen und ihnen einen müden Blick zu schenken.
      "Sind die zum Essen?", kam es schließlich doch noch von einem der Gremlins, der es sich im Schatten eines Baumes gemütlich gemacht hatte, mit Blick auf die prall gefüllten Beutesäcke.
      "Ja, aber net für euch Schnarchnasen!", entgegnete Fraug nur und spuckte dem Faulpelz vor die Füße.
      Nun blitzte es doch kurz wütend in den gelben Augen der Wache auf, aber noch hatte der Sahek sie nicht weit genung gereizt, dass es sich gelohnt hätte aufzustehen und sich mit seinem Vorgesetzten anzulegen. Kopfschüttelnd folgte Fraug schließlich den anderen, die bereits voraus gegangen waren. Wenn sämtliche Wachen so motiviert bei der Arbeit waren, würden sie noch irgendwann im Schlaf alle von einer Horde Norderjäger überrascht und getötet werden. Ohne das die drei Trottel da draußen es überhaupt mitbekamen.
      "Fraug is wieder da!", erscholl augenblicklich ein Ruf, als sie in die finstere, nur von ein paar Feuern erhellte Höhle traten. "Un er hat was zum Fressen dabei!"
      "Fressen?!", grölte sogleich ein Stimme vom anderen Ende des Raumes dazwischen. Noch dazu eine Fraug wohl bekannte, aber vor allem verhasste Stimme. "Alles Essbare zu mir in die Küche! Aber dalli, ihr seid eh schon wieder viel zu spät dran, ihr Lahmärsche!"
      "Gar nix machen wir, Fettsack!", schnauzte der Sahek zu dem in der Tür zur Küche stehenden Norder zurück. "Wir haben genug gearbeitet, beweg dich lieber selber, du übergewichtiger Eitersack!"
      Fauchend holte der angesprochene und eigentlich gar nicht mal so dicke Gremlin, der von seinen Kumpanen Pauhurg genannt wurde, ein großes Fleischerbeil hervor und blickte Fraug herausfordernd an.
      "Mach hinne du Ratte! Oder ich geb dir Saures!", rief er ihm provozierend zu.
      Ein schlauer Gremlin hätte Pauhurg wohl nicht mehr als ein dreckiges Grinsen geschenkt und sich dann schleunigst verzogen. Vor allem wenn man wusste, dass man dem Gegner an Kraft eigentlich weit unterlegen war. Zwar war Fraug auch durchaus schlau, allerdings nicht schlau genug. Außerdem hatte der andere ihn etwas zu sehr gereizt.
      "Bis du hier bei mir ankommst, bist du Kellenschwinger doch längst außer Puste!", erwiderte er deswegen nur und holte ebenfalls sein Beil hervor.
      Offensichtlich hatte Pauhurg nun genug von der Disskusion, denn ohne ein weiteres Wort stapfte der kräftige Gremlin auf den anderen zu, ein fieses Grinsen im Gesicht. Auf der Hälfte der Strecke stieß er zudem noch ein lautes Brüllen aus, dass auch der letzte Norder in der Höhle wusste was los war und preschte los, dem kampfbereiten Fraug entgegen.
      "Ey!" Eine Tür knallte und ein lautes Keifen ertönte. "Ruhe ihr Arschgeigen!"
      Gleich darauf stolperte Pauhurg plötzlich, als habe ihm irgendjemand ein Bein gestellt, stolperte noch zwei Schritte mehr, krachte dann gegen den verdattert dastehenden Fraug und beide fielen übereinander zu Boden.
      "Ich racker mir da drinnen nicht den Buckel für euch Deppen schief, damit ihr euch in der Zwischenzeit gegenseitig kalt macht!" Zornig und mit dunkelgrünem Gesicht stand Barkowax, die Schamanin des Stammes in der Tür zu ihrer privaten Höhle. "Jetzt haltet endlich eure von Njordash verdammten Schnauzen! Noch ein Mucks un ich hex euch allen die Gedärme verkehrt rum!"
      Damit wirbelte sie wieder herum und knallte das lottrige Holzteil, das eigentlich nur entfernt an eine Tür erinnerte, hinter sich zu. Eine Weile rührte sich niemand in der Höhle und alles lauschte wie Barkowax noch ein bisschen über dies und das wetterte, dann wandten sich die Gremlins wieder ihren ursprünglichen Tätigkeiten zu. Auch Fraug und Pauhurg rappelten sich auf und grinsten einander an, der Streit war vergessen.
      "Das nächste Mal hau ich dich aber zu Brei!", meinte der Gremlinkoch und hinkte dann zu seiner Küche zurück, wo seine Gehilfen bereits aus der Türe lugten. "Leutz, holt mir das Fressen rein! Aber zackig!"
      Auch Fraug wandte sich wieder wichtigerem zu. An irgendeinem der Feuer musste doch noch ein wenig Essen zu ergattern sein und ein guter Schluck Harzbier käme ihm gerade auch ganz gelegen. Um Pauhurg machte er sich dabei keinerlei Sorgen mehr. Solche Streitereien, die nicht selten auch mal tödlich ausgingen, waren Alltag für die Norder und galten sogar als angesehener Zeitvertreib, wenn richtige Kämpfe mal wieder rar waren. Jedoch sollten sie alle bald mehr Gemetzel erfahren, als selbst dem rauflustigsten von ihnen lieb war ...

      Es war früh am Morgen und Koratzash stand noch etwas verkatert von der letzten Nacht neben dem Holzstuhl Nakjaraks, der Anführerin des Stammes auf dem niedrigen Podest, wo sie ihrer stumpfsinnigen Tätigkeit als Leibwache nachging. Ihre Vorgsetzte selbst war dagegen noch am Schlafen, ebenso wie der Großteil der anderen Gremlins. Nur Jurgl war bereits mit drei Dutzend Gremlins aufgebrochen, um ein wenig zu jagen und am Straßenrand zu lauern.
      Draußen waberte derweil noch klammer Nebel durch den düsteren Wald, sodass ein angenehm kühles Lüftchen in die sonst so stickige Höhle wehte. Nur die beiden Wachen am Eingang zum Lager hatten das Pech und mussten direkt in den kalten Schwaden sitzen.
      "Was würd ich jetzt dafür geben, dass Barkowax Pauhurg nochmal mit Magie so schön auf die Schnauze fliegen lässt, wie letztens ...", meinte neben ihr ein anderer Gremlin, der ebenfalls auf dem Podest Wache schob. Allerdings wirkte er wesentlich ausgeschlafener als Koratzash. "Oder wenn wenigstens irg ..."
      Als hätte man sich vorher abgesprochen, ertönten draußen laute Stimmen, die aufgeregt durcheinander brabbelten. Dann stolperten auf einmal ein übel zugerichteter Jurgl mit einem Haufen Gremlins hintendrein in die Höhle und machten dabei einen Radau, der sogar den schnarchenden Pauhurg hochschrecken ließ.
      "Aufwachen! Leutz! Aufwachen!", brüllte der Sahek umher und es dauerte nicht lange, bis die Holztür zum Raum der Anführerin aufgestoßen wurde und Nakjarak persönlich hervortrat, um zu erfahren, was dieser morgendliche Krach zu bedeuten hatte.
      "Jurgl, was soll der Mist?!", knurrte sie etwas verschlafen und rieb sich mit dem Ende ihres Wolfpelzumhangs die Augen.
      "Gefahr Boss! Okklajash un noch ein paar sind tot un jetzt kommen die, um uns alle abzumurksen!", redete der Sahek hektisch drauf los.
      "Halts Maul oder red in gescheiten Sätzen!", fuhr Nakjarak ihn genervt an. "Wer, was, wieso?"
      "So ein Haufen Menschengesocks, mehr als unser ganzer Stamm! Viel mehr!" Gehetzt warf er einen Blick zum Eingang. "Wir haben ein paar von denen auf einer Lichtung angegriffen ... sah aus als würde sie alle schlafen un waren ja auch nur ein Dutzend ... aber dann kamen noch mehr, viel mehr aus den Büschen ringsrum un haben uns mit Netzen beworfen, sodass die Hälfte von uns sich gar net mehr wehren konnte! Als nächstes wurden wir mit Knüppeln verdroschen, aber wir haben gekämpft wie blöd un ein paar von uns konnten sich befreien, um wegzulaufen ... aber die kommen hier her Boss! Hier her!´´
      "Schrei ...", war alles was die Anführerin dazu zu sagen hatte, dann wurde sie von wirrem Kreischen vor der Höhle unterbrochen und alles horchte auf, als ein lauter Warnruf zu ihnen hinab drang: "Wiholjinenr!Feinde! Feinde!"
      Dann erklang erneut ein abrupter Schrei von draußen und der tote Körper eines Gremlins rutschte den abschüssigen Gang zur Höhle hinab, dicht gefolgt von zwei Dutzend bewaffneter Gestalten. Noch bevor Koratzash oder sonst wer sich überhaupt rühren konnte, flogen bereits überall Pfeile umher. Die Reaktion der Gremlins darauf war ein völliges Wirrwarr und schon stürzte alles über und durcheinander, bis keiner mehr wusste wohin. Nakjarak war dabei praktisch sofort tot, da sie sich gleich zwei Treffer einhandelte. Verdattert fiel sie hinten über und blieb zur Hälfte in ihrem Schlafzimmer liegen.
      "Hä?!", teilte der andere Gremlin neben Koratzash ihr seine letzte, geistreiche Bemerkung mit, dann traf ihn ein Pfeil im Hals und um sich schlagend fiel er nach vorne, bis er still vor dem Holzstuhl der liegen blieb.
      Auch Koratzash selbst erwischte es und ein Stechen durchzuckte ihr ganzes Bein, als das Geschoss ihre Hüfte traf und sich dabei tief in das Fleisch der Gremlin grub. Kreischend machte sie einen unbeholfenen Schritt nach hinten, stolperte und stürzte vom Podest direkt auf einen anderen Norder, der sich dort vor dem Pfeilhagel in Sicherheit gebracht hatte.
      "Ey! Pass auf!", meckerte er nur und rasch wälzte sich Koratzash wieder von ihm herunter.
      Dort kauerte sie sich erst einmal hin, um zu verschnaufen und sich das Geschoss wieder aus der Hüfte zu ziehen. Unter heftigen Zähneknirschen und leisem Wimmern schaffte sie es schließlich, wofür sie von dem anderen Gremlin einen interessierten Seitenblick erhielt.
      "Hat weh getan?"
      "Ich geb dir gleich!", knurrte sie nur.
      Währenddessen ging um sie herum das Sterben weiter. Nun sogar noch heftiger als zuvor, da inzwischen ganze zwei Dutzend Bogenschützen ihre Positionen eingenommen hatten und einen Pfeil nach dem anderen auf die Norder abfeuerten. Von denen lagen inzwischen fast die Hälfte verwundet oder tot am Boden und der Rest kauerte hinter irgendwelchen Dingen oder Leichen, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden. Jurgl konnte Koratzash nirgendwo entdecken, doch Fraug hockte mit einer heftig blutenden Wunde an der Schulter hinter einem mit Pfeilen übersäten Fass.
      "Eeeeey, Sahek!", brüllte Koratzash so laut sie konnte, um den Kampfeslärm zu übertönen und der andere Gremlin neben ihr zuckte erschrocken zusammen.
      Fraug jedoch bemerkte nichts. Wenn das so weiter ging, würden sie bald alle noch aussehen, wie die
      Zielscheiben auf dem kleinen Schießplatz hinter der Höhle ...
      Plötzlich ertönte schon wieder ein Ruf in einer fremden Sprache und schlagartig hörte der Pfeilhagel auf. Anscheinend waren den Gegnern die Geschosse ausgegangen, oder sie wollten den Rest lieber per Hand erledigen. Was auch immer davon zutraf, nun war die Zeit für den Gegenangriff der Norder gekommen. Unter lautem Brüllen stürmten Pauhurg und sein Dutzend Gehilfen aus der Küche auf die Menschen am Eingang zu. Fast im selben Augenblick stieß auch Barkowax ihre Tür auf und wie durch Zauberei rissen plötzlich mehrere der gespannte Sehnen, sodass die Pfeile den Besitzern selbst um die Ohren flogen.
      "Nujukatalok!",kam es plötzlich laut von Fraug und sogar Jurgl war wieder aufgetaucht, die Peitsche fest in Händen.
      Lisarkz hatte zudem ihren geliebten Dudelsack hervorgeholt und ließ die gesamte Höhle mit ihrer Musik erbeben. Alles was von den Gremlins noch lebte warf sich nun irre kreischend, jauchzend und brüllend in den Kampf, auch Koratzash. Keiner verschwendete mehr einen Gedanken daran, ob er dies hier überleben würde, es war vielmehr wie im Alkoholrausch. Hier und da riefen einige noch irgendwelche erfundenen Schlachtrufe, doch der Großteil warf sich einfach nur vollkommen kirre vor Blutdurst auf die Eindringlinge.
      Kurz bevor sich Koratzash dabei selbst bis ganz in die vorderste Reihe durchdrängeln konnte, erwischte es den Gremlin vor ihr und schreiend fiel der Norder zu Boden. Dort geriet er unter die Stiefel seiner nachrückenden Artgenossen, welche sich jedoch nicht weiter um ihn scherten. Gleich darauf fand sich Koratzash auch schon selbst im dichten Gedränge der Front wieder und versuchte so gut es ging auszuteilen. Mit einem markigen Knacken wurden ihre Bemühungen schließlich belohnt, als einer der Menschenschädel unter ihrer Dolchklinge nachgab. Blut sprudelte aus der offenen Wunde ihres Gegners, der entsetzt niedersank, wo ihn die Stiefeln der Kämpfenden ebenfalls zu blutigem Matsch zerstampften.
      "Nujuljultar! Juljultalok!",rief dicht neben ihr Fraug, welcher ebenfalls kräftig mit seinem Beil um sich hieb und einem Menschen durch dessen ledernen Brustpanzer hindurch eine Wunde schlug.
      Auf einmal fing der Sahek jedoch selbst an laut vor Schmerz zu brüllen, als ein Speer tief in seinen Bauch eindrang. Nur Sekunden später ging auch er gurgelnd zu Boden. Grinsend prügelte Koratzash derweil, vom Tod ihres Vorgesetzten unbeeindruckt, weiter auf die Feinde vor ihr ein, bis es sie schließlich ebenfalls erwischte.

      Von irgendwo kam plötzlich eine Schildkante heran gesaust und traf sie hart an der Stirn. Noch bevor ihr aber überhaupt ein Schmerzensschrei über die Lippen hätte kommen können, zuckte zudem auch noch eine Dolchklinge vor, die sich in ihr sowieso schon angeschlagenes Bein grub. Nun ebenfalls schreiend, gaben ihr die Knie nach und sie landete neben ihrem Sahek, der dort im Dreck längst sein Leben ausgehaucht hatte. Verzweifelt versuchte sie noch ihren Körper vor den stampfenden Füßen der anderen zu schützen, da trat auch schon ein schwerer Stiefel auf ihre Hand und knackend brach irgendetwas. Mit einem im Getümmel der Schlacht unhörbaren Wimmern kugelte sich die Gremlin zusammen, bis der Nächste heftig gegen ihren Kopf stieß. Das Letzte was Koratzash wahrnahm war, dass Lisarkzs Dudelsackspiel unschön abschmierte. Dann schwanden der Gremlin die Sinne.
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

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    • Xarrot schrieb:

      großen, runden gelben
      Da fehlt noch ein Komma hinter rund.

      Xarrot schrieb:

      Ich versuch da drin die Geschichte unsres verdammten Volkes abzuschreiben, damit ihr Deppen später nich komplett verblödet
      Diese Wesen können lesen und schreiben und legen wert auf historische Bildung? Das ist ein überraschender Fakt für mich und so gar nicht barbarisch.

      Xarrot schrieb:

      Dies alles geschah drei Tage vor dem Angriff.
      Das würde ich, wenn überhaupt, eher in Klammern hinter die Überschrift packen, sonst ist es eher verwirrend.

      Xarrot schrieb:

      auf einen anderen Norder drauf
      Das "drauf" ist überflüssig, du hast ja schon das "auf". Außer du willst die Sprechweise der Norder auch im Text und nicht nur den wörtlichen Reden wiedergeben?

      Xarrot schrieb:

      und Brüllen warf sich alles was von den Gremlins noch lebte in die Schlacht
      Da fehlt ein Komma nach "alles"

      Das sind auf jeden fall kuriose und unterhaltsame Gestalten. Du bringst das Chaos gut rüber!

      Xarrot schrieb:

      Kwaik (Überbegriff für alle Gremlinansammlungen zwischen fünfzig und hundertfünfzig Nordern),
      Eine Erklärung in Klammern ist unorthodox, stört aber den Lesefluss weniger als eine Fußnote oder ein Lexikon am Ende des Buches oder im Welt-Thread, von daher finde ich das gar nicht so schlecht!
      Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.
      -Mutter Teresa
    • Tatsache, diese verfluchten Kommas schon wieder :doofy:
      Geschichten und Sagen haben bei allen Nordervölkern einen sehr hohen Stellenwert, zudem haben alle Schamanen oder Schamanen ähnlichen Wesen die Aufgabe, das Buch namens... ich finde den Namen gerade nicht mehr (es ist auf jeden Fall ein wichtiges Buch, in dem das gesamte "erste" Zeitalter niedergeschrieben steht und auf dem quasi sämtliche Sagen basieren) einmal in ihrem leben abzuschreiben. So soll verhindert werden, dass die alten Sagen verloren gehen (klappt nicht immer). Allerdings ist die einzige Person, die so etwas dann auch lesen und aufschreiben kann die Schamanin und eventuell ein paar Ausnahmen. Der Rest erzählt sich das ganze, meistens etwas abgewandelt oder überspitzt Abends betrunken am Lagerfeuer.
      Ansonsten stimme ich dir bei den restlichen Kritikpunkten zu, werde ich ausbessern und dankeschönigst für die schnelle Rückmeldung :danke:
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Xarrot ()

    • Also die Atmosphäre, dieses Chaotisch-Unorthodoxe, das kriegst du echt super hin. Aus Sicht der Gremlins ging es unterhaltsam weiter, da gibt es nicht viel zu meckern. Action, Randale und Blut, gut so, wir sind ja nicht im Kindergarten. Bis auf dieses willkürlich ausgewählte Paradebeispiel, das in Büchern wie am Bildschirm ziemlich im Auge schmerzt, war ich zufrieden:

      Xarrot schrieb:

      ,,EEEEEY! SAHEK!´´
      Die Anführungszeichen sind fast durchgängig falsch und stören den Lesefluss. Und die Überbenutzung von Großbuchstaben ist auch nicht gerade etwas, das den Text professionell wirken lässt :D Wenn jeder Autor Gebrüll mit Capslock schreiben würde, wäre ich ja still, aber ...

      Okay, lassen wir das mal außen vor - ich möchte nur nochmal erwähnen, dass diese Kleinigkeiten ganz schöne Stimmungskiller sein können. Auch passen einige der Schimpfwörter nicht so recht. Beleidigungen und Flüche aller Art unter Goblins - immer her damit. Aber keine, die ich auf dem nächsten Schulhof hören würde, weil sie so modern sind, bitte.
      Einige Stellen haben mich wirklich - ja, echt - zum Schmunzeln gebracht. Und daher hält sich der Text wieder die Waage.

      Xarrot schrieb:

      ,,Hä?!´´, teilte Suurwat Koratzash seine letzte geistreiche Bemerkung mit,
      So etwas in der Art sind z. B. kleine Juwelen. Alles in dem Stil - klasse gemacht!


      Xarrot schrieb:


      EDIT: Wortklärungen:
      [...]
      Zukünftig wäre ich damit vorsichtig. Das abgefahrene Setting erfordert verrückte Begriffe, aber wenn man mit einem (von dir erstellten) Lexikon daneben sitzen muss, dann wird es schnell zu abgefahren. In diesem Fall waren es nicht viele Wörter, die auch bestimmt wieder vorkommen, aber trotzdem wirst du damit rechnen müssen, dass einige Leser, besonders hier im Forum, schon morgen nicht mehr wissen, wie die Kampfreitkatzen nochmal hießen oder was auch immer. Da ist also Vorsicht geboten. Bis jetzt ist es noch leistbar, vor allem, wenn man regelmäßig weiterliest. Wollte ich nur noch gesagt haben.

      Weiter im Text, bitte. :thumbsup:
      "Sehe ich aus wie einer, der Geld für einen Blumentopf ausgibt, in den schon die Pharaonen gepisst haben?"
    • @Wysenfelder Ich muss schon zugeben, du bist mit Abstand mein schärfster Kritiker, mach bitte weiter damit :hail:
      Ich werde die Großbuchstaben sofort auf ein Minimum minimieren, genau so wie die Ausrufezeichen und wegen den Spezialwörtern mach dir keine Sorgen, das sind eigentlich alle die jemals in der gesamten Geschichte vorkommen werden. In Sachen Schimpfwörter weiß ich aber um ehrlich zu sein nicht, was ich da sonst verwenden soll, für mich ist es ziemlich egal ob da jetzt Schnauze, Fresse, Klappe etc. steht, klingt alles gleich asozial xD Darf ich also schlussfolgern, dass dieses Kapitel, abgesehen von den genannten Punkten, den Augen gemundet hat? :essen:
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Wysenfelder schrieb:

      In diesem Fall waren es nicht viele Wörter, die auch bestimmt wieder vorkommen, aber trotzdem wirst du damit rechnen müssen, dass einige Leser, besonders hier im Forum, schon morgen nicht mehr wissen, wie die Kampfreitkatzen nochmal hießen oder was auch immer. Da ist also Vorsicht geboten. Bis jetzt ist es noch leistbar, vor allem, wenn man regelmäßig weiterliest. Wollte ich nur noch gesagt haben.
      Zu solchen Leuten gehöre ich zum Beispiel. :rofl:

      Ich mag die Sprache und dass du dir damit so viel Mühe gibst, aber ich fürchte, dass ich schon bald nicht mehr durchblicken werde. Schon allein, weil du mega viele Namen drin hast und dann noch die Sprache. Es reißt ein wenig aus dem Lesefluss. :D

      Ansonsten kann ich Wysenfelder in seiner Kritik und auch in seinem Lob eigentlich nur unterstützen. Die Schimpfworte und auch allgemein die Sprache scheinen manchmal sehr modern. Gerade Worte wie Gesocks hat nicht unbedingt etwas in einer Geschichte im Mittelalter Setting zu suchen. :hmm: Auch hat dein Stil einen Wiederholungscharakter. Allerdings stört das nicht unbedingt, dass die letzten Szenen schon sehr hektisch waren und dass manche Worte mehrmals genannt werden, bringt die Hektik nur noch mehr zur Geltung.
      Mir gefallen die Gremlins eigentlich sehr gut. Nur irgendwie ist bisher jeder Charakter, der einen Namen hatte, gestorben. Fällt schwer, so in der Geschichte Fuß zu fassen. Das ist aber ein persönlicher Eindruck, weil ich eben einen Charakter brauche, um in die Geschichte einzutauchen. :rofl: Deshalb bin ich auch gespannt, wann es hier richtig losgeht. ^^

      LG, Kyelia

      Spoiler anzeigen


      Xarrot schrieb:

      ,,Sin die zum essen?´´,
      Essen

      Xarrot schrieb:

      ,,Fressen?!´´, grölte ein Stimme vom anderen Ende des Raumes dazwischen, noch dazu eine Fraug wohl bekannte und verhasste.
      eine

      Xarrot schrieb:

      ,,Jurgl, was soll der Mist? Wir sin am pennen du Trottel!´´,
      Pennen

      Das ist, was ich jetzt noch auf die Schnelle gefunden habe. Ich würde aber an deiner Stelle noch mal drüber schauen, weil noch einige Fehler (auch Kommafehler) drin sind. Da ich aber auf dem Handy gelesen habe, finde ich das jetzt nicht alles wieder ^^''

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen
    • @Kyelia Also tot ist Koratzash noch lange nicht, will ich hier nur mal anmerken (war das jetzt schon spoilern?), du kannst dich also schon mal an ihr wundervolles Wesen gewöhnen :ugly:
      Allerdings wundert es mich jetzt wirklich das gerade "Gesocks" für dich modern klingt, ich selbst hab das noch nie jemanden sagen hören. "Gesindel" klingt da meiner Meinung nach für einen Haufen Wilder schon wieder zu edel und daher versuch ich sie allgemein in ihrer Sprache etwas pöbelhafter wirken zu lassen, indem sie ein wenig Slang verpasst bekommen. Ich werde mich auf jeden Fall nochmal dran setzen und ein wenig herum tüfteln. Sonst Dankeschön für die ehrliche Kritik

      Gruß Xarrot
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Xarrot schrieb:

      Also tot ist Koratzash noch lange nicht...
      Na Gott sei Dank. Mein erster Gedanke war eben: Wie jetzt - alle tot? Bei dir jagt ja ein Gemetzel das nächste :) Zumindest kommt so keine Langeweile auf...aber mit den ganzen Namen und den Bezeichnungen habe ich ehrlich auch so meine Probleme.Aber ich bin lernwillig und werde versuchen, mein Bestes zu geben.

      Eine Kleinigkeit ist mir aufgefallen:

      Xarrot schrieb:

      Nur die beiden Wachen am Eingang zum versteckten Lager hatten die Arschkarte gezogen und mussten direkt in den dann doch etwas kalten Nebelschwaden sitzen.
      Hier gleitet die Ausdrucksweise deines Erzählers ab und passt sich an die der Gremlins an. "Arschkarte" würde ich in dem Fall deshalb eher nicht schreiben. (nur so vom Gefühl her)

      Bin gespannt, wie`s weitergeht....
    • Ja, die "Arschkarte" war tatsächlich eine kleine Notlösung, weil mir in dem Moment nichts passendes einfallen wollte. Hab das dann vergessen zu verbessern, wurde soeben behoben. :thumbsup:
      Jetzt aber weiter im Text. Ich hab mir diesmal das Kapitel nochmal etwas besser durchgesehen, hoffe das hat nervige Wiederholungsfehler bereinigt aber für Kommas übernehme ich keinerlei Haftung (die Dinger sind leider nicht tot zu kriegen... :dash: )

      Kapitel 3 - Sprachkurs in Westgesocksisch
      Spoiler anzeigen

      Bei jeder noch so kleinen Erschütterung jagten Schmerzen durch ihren gesamten Körper. Vom Kopf abwärts bis zu den Füßen fühlte es sich an, als hätte sie ein Norderriese zertrampelt. Ganz vorsichtig versuchte Koratzash ihre geschundenen Glieder zu strecken, wobei ihre Gelenke an den Fesseln scheuerten.
      "Au! Was zum, hä?!", keuchte sie auf als ihre rechte Hand von einem noch viel grausameren Schmerz erfasst wurde.
      Dem Gefühl nach zu urteilen, war einer ihrer Finger zumindest verstaucht. Angestrengt versuchte sie ihre Augen zu öffnen und musste prompt blinzeln. Wo auch immer sie sich befand, es war offensichtlich ziemlich hell hier. Schließlich hatte Koratzash sich weit genug an ihre Umgebung gewöhnt, dass sie zaghaft zwischen halb geschlossenen Lidern hervor spähen konnte und erstarrte.
      Was war mit den Bäumen geschehen? Mit dem Wald und seinen sanften Hügeln und Senken? Die einzigen Bäume die Koratzash sah, waren krumme Dinger, die hier und da mit ein paar Büschen aus dem Boden sprossen. Erst in einer Entfernung von fast einer Meile war erneut Wald zu erkennen, doch wie es aussah, bewegten sie sich stetig in die entgegengesetzte Richtung. Das brachte die Gremlin zu der Frage, auf was sie sich überhaupt befand. Denn trotz der Tatsache, dass sie keinen Finger krümmte, schaukelte Koratzash immer weiter vorwärts. Oder eher rückwärts?
      "Ey! Zappel net rum!", maulte jemand zu ihrer Linken. "Des tut weh!"
      "Oh, tschuldige Sahek", meinte Koratzash hastig als sie Jurgl erkannte, welcher direkt neben ihr saß und aussah, als hätte er versucht einen Baum zu fällen, mit nichts als seinem Kopf als Werkzeug.
      Sein linkes Ohr war oben eingerissen und blutverklebt. An der Schläfe des Gremlins hatte sich eine große, lila angelaufene Beule gebildet, die verhinderte, dass er sein rechtes Auge ganz öffnen konnte und die nackte, drahtige Brust zierte eine Wunde von der Länge eines Unterarms. Ob sie wohl genauso aussah? Ihrem Schmerzempfinden zur Folge, ja. Vorsichtig blickte Koratzash an sich herab und fand ihren Oberkörper ebenfalls nackt aber einigermaßen unversehrt vor. Ihr rechtes Bein hingegen wies eine kleine Wunde an der Hüfte und eine weitaus größere am Oberschenkel auf, dank der ihr gesamtes Bein mit Blut verklebt war. Nun, da ihre Benommenheit abklang spürte sie außerdem den Schmerz wieder stärker und gerade noch so konnte sie ein Aufheulen unterdrücken. Stattdessen verlegte sich Koratzash aufs Wimmern.
      "Halt die Klappe!", knurrte Jurgl, der von seinen eigenen Wunden weniger gerührt schien.
      "Natürlich Boss ... wo sin wir Boss?"
      "Auf einem Karren, du Dumpfbacke! Mach doch die Augen auf!", kam es missmutig zurück. "Scheiße eh, hab ich Hunger! Wenn ich net gefesselt wär, würd ich den Kerl da komplett bis auf die Knochen abfressen!"
      Dabei blickte er starr nach vorne, wo ein Mensch auf einem Pferd hinter dem hölzernen Karren her ritt, auf dem Koratzash und ein halbes Dutzend weiterer Gremlins hockten.
      "Au! Zieh dein Fuß da weg! Der hängt in meim Hintern!", maulte einer davon hinter ihr.
      "Sieht es für dich so aus als könnt ich mich bewegen?! Wirnak soll sein fetten Arsch gefälligts wo anders platzieren, dann könnt ich vielleicht ...", knurrte jemand anderes zurück.
      "Ach, jetzt bin ich wieder schuld? Leck mich, Warkz!", schnaubte eine dritte Gremlinstimme.
      "Lecken? Nä! Ich beiß dir in deine verkackten Ellbogen, wenn du die nicht glei aus meinem Gesicht nimmst!", fauchte wieder der zweite nahmens Warkz und neugierig warf Koratzash einen Blick nach hinten.
      Dort hockten drei Gremlins als wirres Knäul aneinander gefesselt und taxierten sich gegenseitig mit zornigen Blicken. Den einen von ihnen kannte sie sogar, nämlich Juurz, einen von Pauhurgs ehemaligen Küchengehilfen. Mit ihm war Koratzash schon zwei Mal in eine Schlägerei verwickelt gewesen und eigentlich fand sie ihn recht sympatisch. Nur ausweichen konnte er so gut wie ein dreibeiniger Stuhl.
      "Hört auf zu zappeln ihr Deppen! Ey! Wirnak, lass das! Du trittst mich!", schaltete sich nun auch noch eine vierte Gremlin ein, die zusammen mit Koratzash Rücken an Rücken gefesselt war und dem strampelten Wirnak prompt einen Tritt verpasste.
      Dabei stieß sie allerdings ziemlich unsanft genau gegen das geprellte Schulterblatt ihrer Artgenossin.
      "Autsch! Zieh die Grabscher ein, du Trottel!", empörte sich Koratzash und lies dabei den Lärmpegel noch weiter anschwellen.
      Auch Jurgl schnauzte nun irgendetwas zu den dreien hinüber, die die Quelle des Streits bildeten und der Reiter warf einen vielsagenden Seitenblick zum Kutscher, der bereits nach seiner Peitsche griff.
      "Ruhe ihr Bastarde! Ruhe sag ich! Kail, Torstin! Geht mir hier mal zur Hand!", rief er, während er sich halb umwandte und mit der Peitsche auf die wehrlosen Gremlins einschlug.
      Diese verstanden natürlich kein Wort von dem, was ihre Peiniger da in ihrer eigenen Sprache redeten. Als dann jedoch zwei mit Schlagstöcken bewaffnete Kerle auf die Ladefläche sprangen und auf die Streithähne einschlugen, kehrte nahezu sofort wieder Ordnung ein. Alles duckte sich hastig oder hob schützend die Hände vor den Hieben. Schließlich ließen die beiden von den Nordern ab und gingen wieder neben dem Karren her, wobei sie drohend zu den Gremlins hinüber sahen. Diese verhielten sich nun vollkommen ruhig und keiner sagte mehr ein Wort. Nur hier und da tauschte man noch ein paar böse Blicke oder zischte leise irgendwelche Beleidigungen hin und her.
      So schaukelten sie eine Weile auf dem Karren dahin, während am zuvor nahezu strahlend blauen Himmel langsam ein paar Regenwolken aufzogen, gefolgt von dunkleren Gewitterwolken. Auch gaben die Insassen bei jeder Unebenheit im Boden weiterhin leise Flüche von sich und verzogen ihre Gesichter vor Schmerz.
      "Au ... Autsch ... Mist ... Aua ...", drang es so von der anderen Gremlin, die hinter Koratzash saß, an deren Ohr.
      Dann kam endlich das Ende der baumlosen Weite in Sicht und zur Freude der Gremlins tauchten sie wieder in das sanfte Grün des Waldes ein, durch dessen Schatten die Luft sogleich um einige Grad kühler war. Kurz darauf begann es dann auch noch zu nieseln, bis es schließlich regelrecht schüttete. Mehrere leise Seufzer ertönten dabei, als das Wasser auf die geschundenen Gremlins tropfte und die heiß brennenden Wunden sowie pochenden Beulen benetzte. Eine kurze Zeit später kam dann jedoch das Lager der Menschen in Sicht und die Laune der Gefangenen erreichte einen neuen Tiefpunkt.
      Der Trupp aus etwa zweihundert Soldaten, welcher die Höhle des Stammes gestürmt hatte, war ganz offensichtlich nur ein kleiner Teil eines größeren Heeres gewesen, wie die Gremlins ernüchternd feststellen mussten. Das Lager dieser Armee war dementsprechend groß, sodass sie das andere Ende erst in einiger Entfernung erspähen konnten.
      "Mitar taix oljak warten Hurkat?", flüsterte Jurgl neben Koratzash. "Was is das für ein Mist?"
      "Jash ark kaikkzt mistar tuljalok", kam es von Wirnak, welcher mit großen Augen um sich glotzte und die Menge an Feinden gar nicht erfassen konnte. "Un von woher kommen die alle?"
      Auch für Koratzash war dieses Heerlager einfach nur zu viel. Einer solche Ansammlung von lebenden Wesen war sie schlichtweg noch nie begegnet. Selbst an der größten Schlacht, die sie je erlebt hatte, waren gerade mal vierhundert Kämpfer beteiligt gewesen. Hier jedoch waren weit mehr als dreimal so viele anwesend ... und sie hielten genau darauf zu! Beim Anblick der vielen Bewaffneten war sich Koratzash absolut sicher, diesen Ort niemals wieder lebend zu verlassen. Sie kannte keine Macht, die stark genug gewesen wäre, um es mit dieser Anzahl an Menschen und Gardrim aufzunehmen. Selbst die Skulpak, welche quasi die Götter der Norder darstellten, hätten mit dieser Masse einiges zu tun gehabt. Koratzash und die anderen aber waren gerade mal sechs mickrige, geschundene und zu allem Überfluss auch noch gefesselte Gremlins. Das wäre kein besonders fairer Kampf.
      "Heyho! Hauptmann Fabals Trupp ist wieder da! Macht das Tor auf!", rief einer der Wächter von dem Palisadenwall herab, welcher das gesamte Lager umgab, als sie gerade die letzten paar Meter auf dem erdigen Waldweg zurück gelegt hatten.
      Knarrend öffneten sich die beiden hölzernen Torflügel und gaben den Blick auf das Heerlager dahinter frei.
      "Och nö ...", meinte Juurz leise und fasste dabei ihre Situation glänzend zusammen.
      Zelt reihte sich an Zelt, nur hier und da unterbrochen von überdachten Plätzen, auf denen emsig geschmiedet, geschreinert oder Essen gekocht wurde. Überall liefen Menschen oder einer der stark behaarten Gardrim herum. Ab und zu schenkte man dem Karren mit den Nordern dabei einen missfallenden Seitenblick oder rief irgendeine Beleididung, welche die Gremlins aber sowieso nicht verstanden. Dennoch wurde Koratzash ein wenig mulmig zu Mute.
      Und dann fing es plötzlich an. Irgendjemand hatte einen Stein genommen und auf Jurgl geworfen, der zuvor abwesend auf einen leeren Fleck neben dem Wagen gestarrt hatte. Dann flog ein weiteres Geschoss heran, dann noch eins und zuletzt brach ein wahrer Hagel aus Dreck, Unrat sowie Steinen über die Gremlins herein (und teilweise auch über den Fahrer mitsamt dem berittenen Wächter). Lustigerweise gab es bei Nordern jedoch ein Spiel, welches genau dies beinhaltete: Andere mit Steinen und desgleichen bewerfen. Bisher war zwar noch nie jemand dahinter gekommen, was eigentlich der Sinn bei dieser Art von Zeitvertreib sein sollte, dennoch war es recht beliebt unter den Nordern. Somit war die Reaktion der Gremlins dementsprechend. Wirnak kicherte wie blöd und Koratzash versuchte sogar ab und zu einen der Zehengroßen Steinchen wieder zu seinem Besitzer zurückzukicken, was allerdings dazu führte, dass sie und Jurgl, welcher das selbe tat, sich gegenseitig ans Schienbein traten. Ab und zu war auch mal ein Schmerzensschrei zu hören, doch das Getroffenwerden gehörte schließlich ebenso dazu wie alles andere. Zuletzt war es dann ihr Kutscher, der es nicht mehr aushielt. Mit einem lauten Ruf und Peitschenknallen spornte er die beiden Pferde vor dem Karren an und ritt aus der Traube des pöbelnden Haufens heraus.
      "Achtung! Weg da!", brüllte er dabei unablässig, um alle die vor ihnen auf dem ausgetrampelten Weg liefen, zu warnen.
      Das hatte zur Folge, dass die sechs Gremlins auf dem Karren ordentlich durchgeschüttelt wurden und Jurgl sogar fast vom Karren flog. Nur knapp konnte er sich mit dem Beinen gegen den Rand des Gefährts stemmen, um zu verhindern, dass er kopfüber im Dreck landete, mit dem man sowohl sie selbst, als auch die Umstehenden bespritzte. Erst als sie ein ganzes Stück auf diese Weise zurückgelegt hatten, verlangsamte sich ihr Tempo wieder und mit viel Genörgel richteten sich die durchgeschüttelten größtenteils Norder wieder auf. Das Dreierknäul stieß dabei durchgehend Flüche aus und schaffte es nicht einmal hochzukommen. Als sie es dann doch auf die Reihe bekamen, hatte der Karren bereits ein weiteres Tor in einem zweiten Palisadenwall durchquert. Prompt wünschte sich Koratzash den steinewerfenden Pöbel von draußen zurück.
      Hier trugen die Wachen richtige Rüstungen aus hartem Stahl, nicht wie jene zuvor einen verdreckten Waffenrock mit einem Wams aus Leder oder sogar nur aus Stoff darunter. Selbst die Blicke, die sie den Gefangenen zuwarfen, waren um einiges härter und feindseliger, sodass sogar Jurgl, anfing sich besorgt umzusehen.
      Der Wagen fuhr derweil zwischen fein säuberlichin Reihen aufgestellten Zelten hindurch auf einem trotz all der Ordnung um sie herum immer noch schlammigen Weg und hielt stetig auf ein besonders großes Zelt in der Mitte des zweiten Rings zu. Anscheinend näherten sie sich ihrem Ziel.
      "Ähm, Sahek? Was solln wir machen?", fragte Koratzash etwas ängstlich.
      Was auch immer sie dort bei diesem Zelt erwartete, konnte absolut nichts Gutes sein.
      "Kein Radau machen un hoffen, dass es schnell vorbei is?", kam es von Jurgl zurück. "Oder jede Menge Radau machen un hoffen, dass die Typen da gut mit ihren Waffen umgehen können un dich schnell umlegen ..."
      "Ähm ... klar, Boss?" Wirnak sah aus, als wäre ihm eine Fliege auf der Stirn gelandet, während er intensiv über den Sinn der Worte seines Vorgesetzten nachdachte und dabei nach oben schielte.
      Plötzlich hielten sie an. Sofort eilten einige vom Westpack herbei und ergriffen die Gefesselten, um sie grob von der Ladefläche zu zerren. Vor dem Bündel, bestehend aus den drei Gremlins verharrten sie für einen Moment ratlos und einer von ihnen meinte etwas in die Richtung wie: "Welcher Idiot hat die denn aneinander gebunden?". Schließlich kamen noch drei weitere herbei und zu sechst zerrten sie die Gremlins auf die Füße und hoben sie regelrecht vom Wagen herunter. Dort wurden sie sogleich von einem Ring aus Bewaffneten umgeben, welcher die Norder mit viel Stoßen, Ziehen und Zerren zum Eingang des großen Zeltes triebt. Dort angekommen mussten sie auf die Knie fallen, beziehungsweise im Fall des Dreiergespanns, sich irgendwie hinsetzen und mit Blick zum Eingang des Zeltes sowie schmerzenden Beinen hockten sie da und warteten ...
      Der Regen fiel indessen weiter und prasselte auf die Rüstungen der Soldaten hernieder oder durchnässte die sechs Gremlins bis auf die Knochen, sodass Koratzash sogar anfing ein wenig zu frieren. Dann, als sie schon glaubte, hier im Schlamm kniend einfach verfaulen zu müssen, erklang ein lauter Ruf und die Stoffbahnen am Eingang des Zeltes wurden zurückgeschlagen.
      Hervor trat der offensichtliche Anführer dieser Ansammlung von Westpack, das sich hier so dreist in den Wäldern der Gremlins breit gemacht hatte. Ein augenscheinlich stinknormaler Mensch, wie Koratzash feststellen musste, der sich bis auf sein für die Gremlins überhebliches Auftreten nicht wirklich vom Rest unterschied. Lediglich der blaue Waffenrock, mit einem Turm über dem ein Adler schwebte als Wappen darauf, sowie das Kettenhemd darunter hoben ihn noch etwas von Masse ab. Seine Haare hingegen hatte er als Zopf nach hinten gebunden, der ihm bis zu den Schulterblättern hinab hing und einen recht gepflegten Eindruck machte. Koratzash konnte darüber nur belustigt schnauben. Was für eine Pfeife war das denn, wenn er noch nicht einmal ein bisschen Dreck an seinem schnöseligen Körper ertragen konnte?
      Zu seiner Rechten ging eine Frau mit einem Schild, auf dem das selbe Wappen zu sehen war, wie auf der Brust des Waffenrocks und an ihrer Hüfte baumelte ein recht einfach gehaltenes Schwert. Dahinter kam zur Verwunderung der sechs Norder eine andere Gremlin einhergetrottet. Ihre Hände waren in Ketten gelegt und die mordlüsternden Blicke, die sie dem Anführer zuwarf, sprachen Bände über ihre Laune. Zumindest jedoch trug sie anständige Kleidung, soll heißen einen zerfledderten Fellüberwurf und eine schlammbespritzte Hose aus Leder. Koratzash und der Rest hockten hingegen nur in ihrer löchrigen Beinbekleidung da. Den Rest hatte man ihnen abgenommen und sonst was damit getan.
      "Aha ...", machte der komische Anführer nur, als er die sechs Gremlins sah und fuhr dann in seiner, für die Norder unverständlichen Muttersprache fort. "Haben also endlich mal welche überlebt. Gut, ich brauche weitere von diesen Kreaturen mit Landeskenntnis, bevor wir weiter vorstoßen können."
      Dabei blickte er auf die sechs Gefangenen herab, als seien sie irgendwelche Waren, die es zu möglichst gutem Preis zu verscherbeln galt.
      "Ey, du dumme Blassfresse", meinte Jurgl laut und grinste dabei herausfordernd. "Geb mir eine Waffe, dann hau ich dir deine dämlichen Bäckchen zu Brei!"
      Für die Bemerkung des Saheks erhielt dieser von dem Menschen nur einen desinterresierten Seitenblick und einen Stoß mit dem Speerschaft von dem Gardrim hinter ihm. Stattdessen wandte sich der menschliche Anführer an die fremde Gremlin, welche tatsächlich über Jurgls Schmähung grinsen musste.
      "Sag ihnen, wer ich bin", sagte der Menschenboss zu ihr und nickte zu den sechs Nordern hin.
      "Tarjugak Ajwot ... taix Toljor mittaint Ajowtat Mashukrs oljak jash kutsuash Galjetat ... taz niin ...", meinte sie dann zu ihren Artgenossen gewandt. "Der Idiot hier is so ein großer Boss bei den Menschen un er heißt Galle ... oder so ...´´
      Die sechs Gremlins musterten ihre Artgenossin etwas verwirrt, während der Anführer der Menschen natürlich nichts verstand. Koratzash indessen kapierte immer noch nicht, was eine Norder hier verloren hatte.
      "Nun erklär ihnen, wieso sie hier sind" Wobei er diesmal seine Übersetzerin etwas missfallend ansah. Anscheinend war ihm bewusst, dass sie ein wenig von dem, was er ihr befohlen hatte zu sagen, abgewichen war. "Und zwar ohne irgendwelche dummen Bemerkungen!"
      "Toljor nurt halutashak, jot Kartashrs nuxjudentlok. Nur hjuwijk sult kertoalok, mitarnt pelkkar Hurkat tjetor jash esiteljalok, niin gakat", erklärte die Gremlin daraufhin, mit dummen Bemerkungen. "Der Idiot will, dass ihr seine Karten ergänzt. Sagt ihm am besten ihr wisst was un erzählt ihm dann nur Blödsinn, so wie ich."
      Nun breitete sich ein Grinsen auf den Gesichtern der sechs Gremlins aus, während die Norder auf diese Art ihre Späße mit dem Menschen trieben und alle nickten einstimmig. Allerdings schien dieser wohl einen Verdacht zu hegen und winkte drei seiner Leute heran.
      "Peitscht sie aus, zwölf Hiebe auf den Rücken!", befahl er und obwohl Koratzash kein Wort verstand, konnte sie an der Miene der anderen Gremlin ablesen, dass es wohl nichts allzu Gutes war.
      "Kiroux ...", murrte sie nur, als die drei sie packten und regelrecht davon schleiften. "Scheiße ..."
      "Und den Haufen sperrt in den Käfig!", meinte der Anführer dann an die anderen sechs Gremlins gerichtet. "Die Kreatur soll ihren Artgenossen gut genug unsere Sprache lehren, dass ich sie vernehmen kann. Ich will nicht ständig auf einen Übersetzer angewiesen sein, der nicht das sagt, was er soll! Los jetzt!"
      Dann wurden auch Koratzash, Jurgl, Wirnak, Warkz, Juurz und die Gremlin, die immer noch an Koratzashs Rücken gefesselt war, von Gerüsteten gepackt und weggebracht. Keiner der sechs Gefangenen machte sich dabei die Mühe die Füße zu benutzen. Wozu sollten sie ihren Widersachern auch noch helfen? Nach einer recht kurzen Strecke, über die sie von ihren Peinigern einfach geschleift oder getragen wurden, standen sie schließlich wieder vor dem Palisadenwall, diesmal jedoch an anderer Stelle. Statt der grünen Zelte hatte man dort einen nur wenig einladenden Käfig mit Dach und Boden aus dickem Holz sowie Gitterstäben aus hartem Stahl aufgestellt.
      "Wenigstens ein Dach ...", meinte Jurgl, welcher prompt als erster durch die Käfigtür gestoßen wurde.
      Ihm folgten Koratzash und die andere Gremlin, sowie zum Abschluss auch noch Wirnak, Juurz und Warkz, die bei ihrer Landung auf dem Holzboden nahezu gleichzeitig aufjaulten.
      "Mein Bein!"
      "Nicht schon wieder der Zeh ..."
      "Geh hoch Warkz! Ich erstick hier noch!"
      Das Westpack bedachten sie dabei nur mit verächtlichen Blicken, die von Koratzash mit einer ordentlichen Portion Spucke erwidert wurden. Der Klumpen Rotze erwischte einen der Menschen, der gerade den Riegel der Käfigtür vorgeschoben hatte, mitten im Gesicht. Zornentbrand machte sich der Getroffene daran, die Tür gleich wieder zu öffnen und hielt auch schon seinen Schlagstock bereit, als zwei seiner Kumpanen irgendetwas auf ihn einredeten. Schließlich beruhigte er sich wieder.
      "Los, du dämlicher Wurm, kriech nur davon!", rief ihm Koratzash noch hinterher, während ihre fünf Mitinsassen vor Lachen brüllten.
      "Schade, hätte der Depp sich hier reinegetraut, hätt ich ihm ins Bein gebissen ...", meinte Jurgl und sah verträumt und auch etwas hungrig den Waden des Menschen hinterher.
      "Bäh, die sin doch bestimmt wieder voller Haare ...", kam es von Juurz, der soeben mühsam seine Beine ausgestreckt und eine sitzende Position eingenommen hatte. "Ich musste ma so ein Bein für Pauhurg enthaaren ... das war Arbeit sag ich euch ..."
      Das einzige was er jedoch für diese Anekdote erntete, war ein verwirrter Seitenblick von Jurgl.
      "Was machen wir jetzt Boss?", fragte Koratzash erneut und wieder war die Antwort des Saheks nicht gerade hilfreich.
      "Äh ... warten?"
      Und so warteten sie. Fast ein halbes Dutzend Tage lang, ohne das irgendwer gekommen wäre, um ihnen zu sagen, was sie überhaupt zu tun hatten oder weswegen man sie hierher verschleppt hatte. Noch nicht einmal die Fesseln wurden ihnen abgenommen. Stattdessen mussten die Gremlins einander gegenseitig die Stricke anknabbern, bis diese rissen und sie sich wieder einigermaßen "frei" bewegen konnten. Erst am sechten Tag kreuzte endlich einmal jemand auf, allerdings nicht dieses komische Männlein von einem Anführer oder sonst jemand Wichtiges, sondern lediglich die fremde Gremlin.
      Ihr Rücken war von einer Reihe frisch verschorfter Striemen übersäht und in der rechten Hand hielt sie ein Bündel beschriebener Pergamentseiten, mit deren Hilfe sie ihnen vermutlich die Sprache dieses Gesocks beibringen sollte. Was sich allerdings bald als eine ziemlich mühselige Aufgabe herausstellte. Denn nicht nur, dass die fremden Laute und Sprachregelungen einfach nicht in die Köpfe der Gremlins wollten, redeten die Norder meist auch noch über völlig andere Dinge. Zum Beispiel wie viel sie wann gesoffen hatten und mit wem sie sich danach geprügelt hatten. Oder aber gnadenlos ausgeschmückte Geschichten über irgendwelche Schlachten. Wobei sich bei Jurgl eigentlich niemand so ganz sicher war, ob es nun wirklich nur übertrieben war, oder ob es tatsächlich stimmte, dass ihr ehemaliger Stamm einst viel näher an den Bergen gelebt und sogar eine eigene, kleine Burg bessen hatte. Schließlich war der Sahek mehr als doppelt so alt wie Koratzash, die von den sieben Gremlins mit ihren acht Wechseln noch eine der Ältesten war.
      Auch Kjurrash, wie die fremde Gremlin hieß, hatte trotz ihres recht geringen Alters von gerademal drei Wechseln bereits einige Scharmützel und Überfälle sowie eine Schlacht mit über vierhundert Gremlins hinter sich. Zuletzt war ihr Trupp aus drei Dutzend jedoch von einer Gruppe Reiter bis auf sie selbst und einen anderen inzwischen ebenfalls toten Gremlin niedergemacht worden. Seitdem war sie genauso eine Gefangene von diesem Pack aus dem Westen wie Koratzash und die anderen. Was diese dabei überhaupt in der Wildnis der Grenzwälder suchten, wusste Kjurrash zwar auch nicht, jedoch hatte sie in den drei Monaten, die sie bereits im Lager zugebrachte, einiges aufschnappen können.
      Anscheinend waren die knapp zweitausend Westländer eine Art großer Spähtrupp. "Expedosition" oder so ähnlich nannten sie es und ihre Aufgabe bestand im Allgemeinen darin, dass sie das unbekannte Waldland erkundeten und möglichst viele der verstreut lebenden Norder ausrotteten. Dazu errichteten sie über einige Monate hinweg ein befestigtes Lager, wie das, in dem sie sich gerade unfreiwillig aufhielten. Dort verweilten sie so lange, bis die Gegend einigermaßen von Gremlins, Goblins, Fraks und Borklingen gesäubert worden war. Erst dann zog das kleine Heer weiter, um das nächste Lager an anderer Stelle zu errichten. Eine Vorgehensweise, die sie auch bitter nötig hatten. Denn ohne die Palisadenwälle und Gräben hätten die Norderhorden von etwa drei oder sogar sechshundert Kämpfern, die fast schon in regelmäßigen Abständen das Lager attackierten, um einiges mehr Schaden anrichten können. So jedoch rissen sie meist nur einige der Baumstämme um, töteten noch ein paar wenige Soldaten und flohen dann panisch, wenn die feindliche Armee anrückte. Nur einmal hätten es ein paar Borklinge fast geschafft einen Großbrand zu entfachen, indem sie sich heimlich ins Lager schlichen und dort ein paar Zelte anzündeten. Leider hatte man die Unruhestifte ziemlich schnell gefasst und getötet, weswegen bis auf ein paar verkohlte Stoffhaufen nichts zu Schaden gekommen war.
      "Hey, Gremlin!", fuhr plötzlich einer der Wärter, die Tag und Nacht das Gefängnis der sechs Norder im Auge behielten, dazwischen und unterbrach die Gremlins in ihrer Unterhaltung. "Was wird das?! Du sollst deinen Artgenossen unsere Sprache lehren! Was erzählst du ihnen da für Geschichten? Versuch bloß nicht uns zu übertölpeln, oder General Hogmir wird sich nochmal deiner annehmen müssen!"
      "Ähm ... klaro ... ich mach Lernens, aber muss erst Gramadig ärklärn un so ...", meinte Kjurrash und versuchte beschwichtigend zu klingen, wozu sie jedoch weder die Ruhe noch die Sprachkenntnis besaß.
      "Ruhe! Du sollst machen was man dir sagt und nicht widersprechen!", knurrte der Mensch und verpasste ihr einen kräftigen Stoß mit seinem hölzernen Speerschaft. "Los, tu endlich wie man dir befiehlt!"
      "Au! Klaro doch, klaro doch! Du ist des Chefchen ...", meinte die Gremlins hastig und hob abwehrend die Hände. "Ich jett bringn Vokkbäln bei, klaro Chef?"
      Anstatt zu antworten, rümpfte der Mensch nur die Nase und ging dann murrend zu seinem Posten zurück.
      "Ähm ... der Mensch will, dass ich euch endlich deren hässliche Sprache beibring ...", meinte Kjurrash dann an Koratzash und die fünf anderen gewandt. "Äh... schlagen ljuordarak Jutpohoraxt kutsuashak ik ... schlagen bedeutet ljuordarak auf Jutpohorax ..." Wechselte sie hastig von einer Sprache in die andere, als der Wächter erneut böse zu ihr hinüber starrte.
      "Fangen wir an mit ein paar Wörtern. Du schläxt, ich schlack, es schlaggat ..."
      Und so erhielten Koratzash, Jurgl, Juurz, Wirnak, Warkz sowie die Sjunkarr genannte sechste Gremlin tatsächlich ihre erste Stunde in der Sprache des Packs aus dem Westen. Zwar blieb davon weder etwas in den Hirnen der Norder hängen, noch sollte es später einen größeren Nutzen für die Gefahren haben, denen sie sich bald würden stellen müssen, aber immerhin ...

      "Wir schläcken ... ne warte wir schlagen, ihr schläkt un sie schlaggern ..."
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

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