Ins kalte Wasser

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    • @Tariq: Danke für die Erinnerung. Ich hab gerade mal weitergeschrieben. Ich bin damit zwar noch nicht so zufrieden, was einerseits daran liegt, dass ich etwa ein Jahr nachdem ich damit angefangen habe, nicht mehr denselben Stil treffe (glaube ich zumindest), und zum anderen, dass ich noch nicht genau weiß, wo es hingehen soll. :hmm: Daher würde ich mich sehr freuen, wenn du das mal liest und kommentierst. ^^ Alle anderen sind natürlich auch herzlich eingeladen, weiterzulesen oder neu einzusteigen.

      Teil 3


      Argon saß vor der Hütte auf dem Boden in der Sonne und genoss den Tee, den Saira ihm gegeben hatte. Sie war ein nettes Mädchen. Nun, sie war schon ein ordentliches Stück auf dem Weg zur Frau gegangen. Und ein besonders sonniges noch dazu.
      Natürlich hatte Argon von den Erdleuten gehört, einem Volk aus dem Süden, deren Haut die Farbe von Erde hatte. Doch es war etwas anderes, jemandem aus diesem Volk gegenüberzustehen. Anscheinend war er ihr genauso fremd, wie sie ihm. Jedenfalls hatte Saira ihn neugierig und ohne Scheu ausgefragt. Ob er unter einer Krankheit litt, weil er so bleich war, hatte sie ihn gefragt. Argon musste bei dem Gedanken daran wieder lächeln. Er fühlte sich gesund, auch wenn sein ganzer Körper schmerzte, als sei er von einer Klippe gefallen und eine Nacht lang von einem reißenden Strom mitgerissen worden. In dem Wasser musste zudem bösartige Dämonen hausen, die alles daran gesetzt hatten, ihn an den Felsen wie Korn in einer Mühle zu zermahlen. Zum Glück war Argon schon immer sehr robust gewesen und so hatte er zwar zahlreiche Schrammen und Blessuren, aber seine Knochen waren heil geblieben.
      Nur seine Stiefel hatten ihm die Dämonen geraubt, diese Bastarde. Lächeln betrachtete Argon seine Zehen, die er abwechselnd wackeln ließ. Immerhin lebte er noch. Genüsslich schloss Argon die Augen und lehnte sich zurück. Ein bisschen Schlaf am Morgen hatte noch niemandem geschadet.

      „Wer bist du, Fremder! Verschwinde!“ Eine barsche Stimme riss Argon aus seinem leichten Schlaf. Noch während er die Augen öffnete, packte seine Rechte nach seinem Schwert, doch er hatte es nicht bei sich.
      „Los verschwinde! Du hast hier nichts verloren!“ Vor Argon stand ein großer Mann, der ebenso dunkelhäutig war wie Saira. Breitbeinig stand er da, so als wolle er besonders stark wirken, doch alles an ihm verriet Argon, dass er von diesem Kerl nichts zu befürchten hatte. Er trug ein abgetragenes weißlich-graues Hemd, das fast bis zum Bauchnabel offen war. Darunter quoll ein dicker schwarzer Pelz hervor, der jedem Hammel zur Ehre gereicht wäre. Die einfache Stoffhose saß schief und wurde mehr schlecht als recht von einem Strick am rechten Fleck gehalten. Waffen konnte Argon nicht entdecken, aber darauf würde er sich nicht verlassen. Zwei große, dunkle Augen saßen in einem bärtigen Gesicht, das durchaus angenehm anzusehen hätte sein können, wenn es nicht so aufgedunsen wäre. Die Haare auf dem Kopf waren ebenso schwarz wie die auf der Brust, aber begannen sich über der Stirn schon sehr zu lichten.
      „Guten Morgen,“ erwiderte Argon gelassen. „Ich bin...“
      „Verschwinde!“, wurde er harsch unterbrochen. Argon zuckte unwillkürlich zusammen. Hinter den dicken Lippen waren zahlreiche, schiefe Zähne zum Vorschein gekommen, deren Farbe von Gelb über Braun bis hin zu fauligem Schwarz reichte.
      „Du bist nicht sehr höflich, dicker Mann.“, knurrte Argon zurück, während er sich erhob. Seine Hände ballten sich schon zu Fäusten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Kerl einen Streit begann.
      „Du hast hier gar nichts zu sagen, Fremdling! Verschwinde!“
      Bevor Argon darauf reagieren konnte, trat Saira aus der Tür ins Freie. Ihr Gesichtsausdruck war eine Mischung aus Erschrecken und Abscheu.
      „Onkel Thambi,“ Argon entging nicht, dass die Stimme des Mädchens zitterte.
      „Geh zurück ins Haus!“, herrschte sie der Mann an. „Ich komme gleich zu dir. Erst muss dieser Fremdling hier verschwinden.“
      „Argon ist auf meine Einladung hier, Onkel Thambi.“ Wieder glaubte Argon eine Spur Angst zu hören. Aber auch Trotz. Er hatte das dumpfe Gefühl, dass er schon wieder in einen Kampf hineingezogen wurde, den er nicht kämpfen wollte. Gleichzeitig rückte er an den Rand der Aufmerksamkeit der beiden.
      „Auf deine Einladung?“, gespielte Fassungslosigkeit. Dann Gelächter. „Du, kleines Mädchen, hast kein Recht dazu, jemanden ins Dorf einzuladen! Also schick diesen Wildling weg. Und dann kommst du mit in mein Haus, damit du kein Unheil mehr anrichtest.“ Der Mann, den Saira Onkel Thambi genannt hatte, wedelte herrisch mit der Hand, als würde er eine Fliege verscheuchen.
      „Ich... Unheil?“
      „Sei still. Du sprichst nur noch, wenn du gefragt wirst.“ Wo zu Anfang noch Unsicherheit und Vorsicht war, hörte Argon nun nur noch die überhebliche Gewohnheit eines Möchtegernherrschers. Dieser Mann war einer der ekelhaftesten Sorte. Er würde selbst keinen Finger krumm machen, aber andere für seine Zwecke einspannen und manipulieren.
      „Solange die Trauerzeit noch dauert, bleibe ich hier! Und auch danach werde ich nicht zu dir gehen!“ Argon hob eine Augenbraue. Trauerzeit? Das erklärte, warum sonst niemand in der Hütte war. Nur wer war aus welchem Grund gestorben?
      „Doch, das wirst du! So will es das Gesetz und die Traditionen. Also füge dich. Sonst verpasse ich dir eine Tracht Prügel.“ Argon räusperte sich hörbar. Er spürte Sairas und Thambis Blicke förmlich auf sich gerichtet.
      „Bevor hier leichtfertig Prügel ausgeteilt werden, möchte ich wissen, was hier los ist.“ Während Saira ihn dankbar und hoffnungsvoll ansah, ergriff Thambi bereits zornig das Wort.
      „Das geht dich nichts an! Verschwinde, Fremdling! Geh zurück in die Wildnis, aus der du gekrochen bist!“
      „Sprich nicht so mit ihm, Onkel Thambi. Sein Name ist Argon, aber ich nenne ihn Kanja. Meinen Kanja.“ Verwirrt sah Argon nun Saira an, doch das Mädchen hielt ihren Onkel mit Blicken fixiert, der lautlos die Lippen bewegte, als würde er nach bestimmten Worten suchen.
      „Kanja.... aus dem Wasser geboren... der Held, der Retter in der Not...“, brabbelte er dann halblaut, während sich Verständnis in seinem Gesicht breitmachte. Dann lachte er wieder. Laut und schallend, so dass sein Bauch wie ein praller Weinschlauch hin und her hüpfte.
      „Ein räudiger Köter wird nicht zum Wolf, nur weil man ihn aus dem Wasser zieht. Wenn du glaubst, dieser Kerl könnte dich retten, dann lass dir gesagt sein, dass ich ihn auch höchstpersönlich im Kreis der Alten zu Boden schlagen und später aus dem Dorf prügeln werde!“ Stolz, fast feierlich drückte er seine Brust heraus, ganz so als hätte er den Kampf schon gewonnen. Argon verstand nur die Hälfte, aber es klang Zweikampf, Mord und Totschlag. Er würde nicht kämpfen, lieber verließ er das Dorf.
      „Abgemacht. In drei Tagen, wenn die Trauerzeit vorbei ist, wird mein erwählter Kanja gegen dich vor den Alten antreten und mit dir um mich streiten.“ Sairas Stimme war schnell und scharf und zerschnitt jeden kleinen Widerspruch, bevor er geäußert werden konnte. Thambi war mindestens so verdutzt wie Argon, aber Argon war sich sicher, dass er sein Gesicht besser unter Kontrolle hatte als dieser Kerl. Mit offenem Mund musste er erkennen, dass er sich gerade zu einem Zweikampf verpflichtet hatte. Ohne weitere Worte machte er kehrt und zog davon.
      Argon passte es überhaupt nicht, dass Saira ihn als Unbeteiligten in diese Familienstreiterei hineingezogen hatte. Darüber würden sie noch sprechen müssen.
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Asni ()

    • Hab's gelesen! ^^ Danke für die interessante Fortsetzung.
      Hab grad kurze Kaffeepause auf Arbeit, du kriegst dann heute Abend ein ausführlicheres Feedback. :)

      @Asni

      Edit: So, wie versprochen, mein Kommi.
      :hmm: Insgesamt ein schöner Teil. Da haben wir also einen neuen Prota, und einen unangenehmen Zeitgenossen noch dazu. Du baust gut Spannung auf mit diesem Onkel, die in der Ankündigung des Zweikampfes gipfelt. Das wir sicher noch lustig, wenn sich die beiden gegenüberstehen. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Argon Saira damit allein lässt.

      Ein was ist mir noch aufgefallen:

      Asni schrieb:

      Natürlich hatte Argon von den Erdleuten gehört, einem Volk aus dem Süden, deren Haut die Farbe von Erde hatte. Doch es war etwas anderes, jemandem aus diesem Volk gegenüberzustehen.
      Ein Volk, dessen Bewohner eine andere Hautfarbe haben, wohnt doch sicher sehr weit weg. Er ist eine ganze Nacht von einem reißenden Strom mitgerissen worden. Nun hab ich keine rechte Vorstellung, wieviel Kilometer man in so einer Zeit zurücklegen kann, aber ist das weit genug? Der Ort, wo es lebt, wird von dir nur als "der Süden" bezeichnet.
      Hier frage ich mich, ob das mit der anderen Hautfarbe für die Geschichte relevant ist. Kann es nicht einfach ein anderes Volk sein? Schließlich sprechen sie ja auch dieselbe Sprache, sie verstehen einander problemlos. Das hat mich schon gewundert, als Saira Argon gefunden hat. Vielleicht haben sie ja ihre Behausungen in die Erde gegraben und heißen deshalb Erdleute?
      Kannst ja mal drüber nachdenken. Ich weiß ja noch nicht, was du aus der Geschichte machst.

      Spoiler anzeigen
      Falls du Futzelkram möchtest - sag Bescheid. Ein paar Kleinigkeiten hab ich gefunden, aber wenn du keinen Wert drauf legst, würd ich's lassen. :)
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • @Tariq Dankeschön, für's Lesen und Kommentieren! Mach dir um den Futzelkram keine Sorgen, wenn ich die Story überarbeite (was ich bei dem Teil sowieso noch machen muss :whistling: ), dann finde ich da bestimmt die kleinen Fehlerchen. Vielen Dank trotzdem für das Angebot!

      Spoiler anzeigen

      Zu den Erdleuten:
      Dazu hab ich mir tatsächlich eine ganze Menge überlegt, manches davon stand schon im Abschnitt davor. Für die Erdleute habe ich mich von Indien und den Kulturen dort inspirieren lassen, so haben z.B. die Namen allesamt eine Bedeutung, was im nächsten Teil ein bisschen mit anklingen wird. So bedeutet z.B. Saira "die Reisende" bzw. auch "die Rose, die Sonnenprinzessin" (mir genügt die erste Bedeutung ^^ ). Argon... ist mir irgendwann so eingefallen, der hat keine Bedeutung. Jedenfalls keine, von der ich weiß. "Thambi" bedeutet "kleiner Bruder", was dieser gar nicht leiden kann.
      Aus ihrerer eigenen Geschichte (oder vielleicht auch Mythologie) heraus erzählen sich die Erdleute, dass sie von Engeln "in den Norden" geführt wurden, um dort besseres Siedlungsgebiet zu bewohnen. Saira sagt z.B. im zweiten Teil, dass sie wie Argon die Sprache der Engel spricht, aber auch die alte Sprache aus der Heimat gelernt hat. Letztere Sprache wird eigentlich nur noch vom Priester für bestimmte religiöse Kulthandlungen verwendet. Daher ist Saira stolz, dass sie diese Sprache auch gelernt hat.

      Was mir gerade auffällt: Ich habe mir noch keinen Namen für die "Erdleute" ausgedacht / ausgesucht, wie sie sich selbst nennen. Das muss ich dringend nachholen.

      Ist die Hautfarbe jetzt wirklich relevant? Könnte die Geschichte nicht auch in einer "rein weißen Welt" spielen? Ja, bestimmt. Aber das möchte ich ehrlich gesagt gar nicht. Ich will eigentlich vermitteln, dass der Teil meiner Welt, in dem die Geschichte spielt, politisch wie ethisch (und auch phantastisch, d.h. bezogen auf Fantasywesen) bunt gemischt ist. Ein paar andere Länder werden dazu dann einen Gegenpol aufbauen, in dem alles wesentlich einheitlicher, weniger frei, strenger, etc. ist. Aber das kommt vielleicht in der Geschichte noch gar nicht vor.
      Dazu kommt noch, dass es mir überhaupt nicht um eine Fantasy-Geschichte geht (bisher kam ja noch nichts phantastisches vor), sondern eher um so Fragen bzw. Themen wie Emanzipation, Macht, Kindheit und Erwachsenwerden, Kultur, Identität, gerade unter dem Gesichtspunkt des Sich-fremd-fühlens. Ob das letztlich gut wird oder überhaupt funktioniert... keine Ahnung xD

      Ich versuch einfach, die Geschichte so gut wie ich es eben kann weiter- und einem runden Abschluss entgegenzuführen. ^^
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Hallo @Asni

      Spoiler anzeigen

      Dass für die Erdleute eine Kultur von Menschen mit dunkler Hautfarbe Pate stand, hab ich mir schon gedacht, und mir sind auch gleich Länder wie Indien oder Saudi-Arabien oder so eingefallen. Weiter südlich waren meine Gedanken nicht unterwegs. :)
      Von daher hab ich mich gefragt, wie er eine so große Entfernung im Fluss überwinden konnte. Nun klingt das natürlich ganz anders, da du ja sagst, dass die Erdleute sowas wie Immigranten sind.
      Für Immigranten geht die dunkle Hautfarbe natürlich voll in Ordnung. Ich hab mich nur gewundert, weil bisher nichts davon erwähnt hattest und ich als Leser davon ausging, dass die Erdleute genauso an dem großen Fluss leben wie Argons Volk. Deswegen war ich etwas verwundert, dass da plötzlich dunkle Menschen leben. Relevant würde ich die Hautfarbe jetzt nicht nennen. Ich denke auch, dass die Geschichte - so, wie du sie beschreibst - auch in einer rein weißen Welt spielen könnte. (Da wird der Prota wenigstens nicht bleich oder fahl wie ein Knochen genannt :rofl: ) Aber du bist der Autor, und wenn die Erdleute dunkel sind, sind sie dunkel. Ich denke, die Erklärung, warum sie überhaupt so weit im Norden sind, wirst du sicher noch einflechten.
      Die Idee mit den Bedeutungen für die Namen find ich schön. Ich mache das ja ähnlich (siehe Thread "Namen, Namen, Namen"). Und Argon hat sehr wohl eine Bedeutung, eine schöne noch dazu. :) Link
      So, wie du es geschildert hast, hast du dir mit deiner GEschichte ziemlich viel vorgenommen, und es klingt alles ziemlich spannend. Ich hatte gar nicht erwartet, dass du so was Großes damit vorhast. Klingt aber auch, als ob du noch gear keinen richtigen Plot hast. Nur ein paar Ideen. Falls das ...

      Asni schrieb:

      ... was als nächstes passieren soll (etwas mehr... mir schwebt ein Kampf auf Leben und Tod vor oder eine abenteuerliche Reise in wunderbar magische Welten ).
      ... noch so ist. Also - ich bin neugierig, und ich bleib dran. :thumbup:

      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • Tariq schrieb:

      Und Argon hat sehr wohl eine Bedeutung, eine schöne noch dazu. Link
      Aaaaah... :panik: Wie cool! Danke ^^ . Ich meinte auch nur, dass ich den Namen nicht wegen seiner Bedeutung ausgewählt hatte, weil ich mir darüber keine Gedanken gemacht hatte. Aber mit der Bedeutung aus deinem Link lässt sich ja noch was richtig cooles basteln. :hmm:
      Das ist genau der Grund, warum ich dieses Forum liebe: Ständig bekomme ich Ideen oder werde zu irgendwas inspiriert. <3
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Tariq schrieb:

      Wie geht's mit der Bastelei und natürlich mit der Geschichte überhaupt voran?
      :hmm: Das ist eine gute Frage... ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal daran geschrieben habe. Irgendwie kann ich zur Zeit nicht wirklich gut schreiben, oder überhaupt schreiben. Alles ist gequält und erzwungen, da macht das auch keinen großen Spaß. Daher tut es mir Leid, dass ich dich da auf unbestimmte Zeit vertrösten muss.

      (Außer ich hätte schon den nächsten Teil geschrieben... das werde ich jetzt gleich mal gucken)
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    • Kein Stress, @Asni. :D

      Wenn's dir recht ist, frag ich irgendwann später nochmal nach, nur damit du es nicht ganz aus den Augen verlierst. Wenn du nicht erinnert werden möchtest, sag's einfach. Dann lass ich das. Will dich ja nicht nerven. ^^

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    • Tariq schrieb:

      Wenn's dir recht ist, frag ich irgendwann später nochmal nach, nur damit du es nicht ganz aus den Augen verlierst.
      Ja, bitte! Und vielen, herzlichen Dank, dass du so hartnäckig bist <3 . Das ist echt eine Menge wert! Und irgendwann wird vielleicht auch diese Geschichte fertig...
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    • Hi Asni ^^

      Ein kleines kurzes Geschichtchen. Niedlich. Perfekt, um ein kleines Kommi da zu lassen. :)

      Du hast eine angenehme Art zu erzählen, das gefällt mir. Es wirkt sehr ruhig, obwohl gerade am Anfang der Protagonist ja doch recht aufgebracht wirkt. bzw in den Gedanken swicht und nicht so recht weiß, was er nun machen soll. Dieser Unterschied gefällt mir irgendwie ziemlich gut. Auch dein Schreibstil ist angenehm und flüssig. Man kann allem leicht folgen und wird irgendwie mitgezogen. ^^ Über die eine oder andere Formulierung musste ich sogar schmunzeln - gerade am Anfang des dritten Teils.

      Handlungstechnisch ist noch nicht so viel passiert. Man wird in eine Szene geworfen und erfährt, dass Argon offenbar heiraten sollte/schon verheiratet ist (?) und die Frau offenbar nicht die Freundlichkeit in Person ist. :hmm: Um sich vor ihr zu retten (?) stürzt er sich eine Klippe hinab und wird von Saira gefunden. Die selbst scheinbar auch einiges mitgemacht hat in der Vergangenheit. Und diese wirft ihn jetzt in einen Zweikampf, ohne, dass es Argon will. Beste Voraussetzungen also. Ob diese Situation allerdings besser ist, als das zuvor, wird sich wohl nicht zeigen. :thumbsup:

      Auch, wenn noch nicht viel passiert ist, wird klar, dass den Charakteren bereits eine Vergangenheit anlastet, was sie bereits jetzt griffig macht. Es geht direkt interessant los und es schwirren mir bereits jetzt einige Fragen durch den Kopf, die ich mir beim Lesen stelle, und auf deren Beantwortung/Nichtbeantwortung ich im Laufe der Story gespannt bin. Wie kam Argon in diese Situation? Wer zum Henker ist Elivia? Wie funktioniert die Welt? Erdleute? Was hat Saira durchgemacht? Warum schickt sie Argon in einen Zweikampf? Und was ist das bitte für ein aggro Onkel? O.o
      Bisher kann ich das alles noch nicht so recht einschätzen, weder die Handlung noch die Charaktere. Ich bin gespannt, in welche Richtung das gehen wird. :)

      Drei Kleinigkeiten:

      Asni schrieb:

      Das war die dümmste Idee, die Argon je hatte. Und wie ausnahmslos jeder wusste, war sein Leben eine einzige Reihe unüberlegter Einfälle. Doch dieser war mit Abstand der Dämlichste.
      Kopfschüttelnd stapfte er weiter durch die Bäume. Der Lärm an den Lagerfeuern hinter ihm ließ etwas nach und er erreichte den Rand der Klippe. Vorbeiziehende Wolken bedeckten den ganzen Himmel. Nur ab und zu spitzten der Mond oder ein Stern dazwischen hervor. Er ging vorsichtiger. Es wäre das Dümmste, was ihm jetzt passieren konnte, wenn er angetrunken beim Austreten die Klippe hinabstürzte und damit aus dem Leben trat. Argon schnürte seine Hose auf.
      Eventuell kann man über die Formulierung nochmal nachdenken. Ich nehme an, der erste Teil bezieht sich auf die Hochzeit. Der zweite auf den Fall von der Klippe. Was ist jetzt das dümmste, dass ihm passieren kann? Dass er heiratet, oder dass er von der Klippe fällt. Gewichtet er das gleich? Aber letztendlich stürzt er lieber, statt zurückzugehen, weshalb wohl eher das Erste dümmer für ihn ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, könnte das sinnbildlich eher die Kirsche auf dem Sahne-Eis-Becher sein.
      Man wird zu sehr darauf hingewiesen, dass der Gute offenbar nicht selten blöde Entscheidungen trifft :hmm:

      Asni schrieb:

      War das Träumen nicht immer schöner als das Aufwachen? Vielleicht wäre Argon schon tot, wenn er am Morgen aufwachte.
      Ich weiß, was du sagen willst. (frei nach dem Motto, wenn du stirbst, erschieße ich dich) aber irgendwie stört mich da etwas, an dem Wort "aufwachen". Es ist der Klang, denke ich. Wenn die Wortwiederholung hier ein Stilmittel sein soll, dann kommt es bei mir weniger so an, und stört mich eher.
      Das zweite eher mit erwachen? Und eventuell Bezug auf den ersten Satz nehmen, damit man direkt die Verbindung, Frage - Antwort hat? :hmm:

      "[...] Und er würde vielleicht am nächsten Morgen tot/mit einem Messer im Rücken/der Brust erwachen."

      Ich habe bei so etwas echt auch keine Ahnung. Irgendwas an der Formulierung hat mich stolpern lassen. Vielleicht findest du eine andere Möglichkeit :rofl:

      Asni schrieb:

      Argon schüttelte ab und schnürte seine Hose wieder zu. Hinter ihm stimmten sie an den Feuern lautstark das erste Hochzeitslied an. Es war höchste Zeit, dass er zurück ging. Die schönste und vielleicht tödlichste Frau der Welt wartete aufihn. Er drehte sich zum flackernden Schein der Lagerfeuer um und ging langsam wieder auf die Bäume zu.
      Es war wirklich die dümmste Idee in Argons Leben gewesen. Siegestrunkene Männer und viel Bier war nie eine schlaue Kombination, auch wenn die Mehrzahl der Männer das anders sah. Natürlich war eine Frau wie Elivia begehrenswert, geradezu ein Traum. Aber welcher Mensch konnte wirklich wollen, dass ein Traum, der so schön war, wahr würde? War das Träumen nicht immer schöner als das Aufwachen? Vielleicht wäre Argon schon tot, wenn er am Morgen aufwachte. Das war das letzte, was er wollte, dessen war er sich sicher.

      Ohne weiter darüber nachzudenken, drehte er sich wieder um und sprintete los. Wie weit war es noch gleich bis zur Klippe? Ah, hier kommt sie…
      Den Absatz finde ich irgendwie verworren. Für mich passt der Satz nicht so ganz rein, der steht da ohne weitere Erklärung und hat mich unbefriedigt zurückgelassen. Ich habe sogar geschaut, ob und was ich verpasst habe. Siegestrunken? Die haben was gewonnen? Eine Schlacht? Einen Wettkampf? Frauen? Und was hat das mit Elivia zu tun? Der Hochzeit? Irgendwie fehlt mir dazu die Verknüpfung. 8|


      Bis auf diese drei Krümel habe ich aber bisher echt nichts an deinem Geschriebenen auszusetzen. Du weißt auf jeden Fall, wie man Spannung aufgreift und den Leser neugierig macht. :)
      Ich wäre auf jeden Fall begeistert, wenn du hier weiterschreiben würdest. Der letzte Post liegt ja nun doch schon ein Weilchen zurück. :)

      LG, Kyelia

      *Geschichte abonniert*

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
      Síchestja - Das Erbe einer Vergangenheit
    • Danke, @Kyelia, für das schöne Feedback. Ich muss sagen, dass deine Kritikpunkte allesamt ziemlich gut zutreffen. Ich werde darüber nachdenken :hmm:
      Mein großes Problem an der Geschichte (neben sehr, sehr vielen kleineren, die mir mittlerweile aufgefallen sind) ist, dass ich einfach drauflos geschrieben habe, ohne Ziel oder großartige Hintergrundplanung. Daher gibt's das zum ersten Post auch nicht so richtig. Nach dem ersten hab ich dann angefangen, mir was zu überlegen, aber das ist auch nicht so richtig ausgereift. Trotzdem werde ich versuchen, deine Fragen dazu zu beantworten. Natürlich nicht einfach so, sondern in das einzubauen, was ich noch schreiben werde (hoffentlich in nicht allzuferner Zukunft).

      Nun gibt's aber mal noch ein klitzekleines weiteres Stückchen Geschichte:

      „Wer war das?“, begann Argon das Gespräch vorsichtig.
      „Mein Onkel... Lokesh, der Bruder meiner Mama.“
      „Hast du ihn nicht gerade Thambi genannt?“ Er merkte, dass Saira durch die Auseinandersetzung aufgewühlt war, und versuchte daher behutsam vorzugehen.
      „Ja... das... das heißt kleiner Bruder. Er mag es nicht, wenn man ihn so nennt.“
      „Wieso verhält er sich so?“
      „Wie meinst du? Herrisch war er schon immer. Er versucht, mich zu seiner dritten Frau zu machen. Seit Mama...“ Das junge Mädchen brach ab. „Ich habe niemanden mehr,“ fuhr sich nach einigen Augenblicken der Stille fort. Die ersten Tränen kullerten Saira über die Wangen. Argon biss sich betroffen auf die Lippe. Er war noch nie gut darin gewesen, Trost zu spenden.
      „Rede weiter. Ich höre dir zu,“ versuchte Argon so etwas wie Vertrauen aufzubauen. Besser wäre es wahrscheinlich, aufzustehen, aus der Hütte zu rennen und das Dorf so schnell wie möglich zu verlassen. Doch irgendetwas hielt ihn hier.
      „Mein Vater und mein Bruder... eines Tages kehrten sie nicht aus den Wäldern zurück. Sie hatten dort Bauholz schlagen wollen. Einige andere Männer aus dem Dorf suchten sie und fanden sie schließlich tot auf. Herabstürzende Äste hatten sie erschlagen. Wir haben sie beim heiligen Platz auf zwei Scheiterhaufen aufgebahrt und vor sieben... nein schon acht Nächten verbrannt, damit sie den Weg zu den Göttern finden.“ Sairas Stimme brach immer wieder. Ihre Augen starrten in die Vergangenheit, in ihre Erinnerung, in die Leere, die in jedem lauerte und nur darauf wartete, einen zu verschlingen. Argon kannte diesen Blick zur Genüge. Viele Jungen bekamen ihn nach ihrem ersten Gefecht, wenn ihre Kindheit im Geschrei und Gemetzel brutal endete und die Träume von Ruhm und Ehre sich am Lagerfeuer in beißenden Rauch und tränende Augen wandelten. Zumindest bei den Glücklichen, die überlebten. Manch einen verschlang die düstere Erinnerung an die Vergangenheit.
      „Mama... sie war sehr gläubig,“ Sairas Worte rissen Argon aus seinen Gedanken. „Nicht nach dem neuen Weg, sondern nach dem alten... sie hat mir noch einmal über die Wange gestrichen...“ Ihre Hand ahmte die Bewegung ihrer Erinnerung nach, so als sei sie selbst ihre Mutter und streichelte ein unsichtbares Gegenüber. „...und mich auf die Stirn geküsst. Dann ist sie meinem Papa gefolgt.“ Saira brach endgültig in Tränen aus und schluchzte laut. Argon fühlte sich hilflos. Um überhaupt etwas zu tun, legte er seinen Arm um Sairas Schulter. Sofort klammerte sie sich an ihn, suchte Sicherheit, Geborgenheit, vielleicht auch einen Weg zurück in die Vergangenheit. Argon spürte den Schmerz ihres Verlustes, fühlte die heißen Tränen ihrer Trauer an seinem Hals und auf seine Schulter tropfen. Langsam, ganz langsam kratzte auch in seinem Inneren die viel zu lange vergrabene Erinnerung an unvergessene Pein. Argon schluckte und widmete seine Aufmerksamkeit wieder dem Kind in seinen Armen. Denn ein Kind war sie, einsam und verlassen auf dem Weg zum Erwachsenwerden, mit niemandem, dessen Hand sie greifen konnte und so klammerte sie sich an das Stück wertlose Treibholz, als das sich Argon fühlte.
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Asni schrieb:

      Mein großes Problem an der Geschichte (neben sehr, sehr vielen kleineren, die mir mittlerweile aufgefallen sind) ist, dass ich einfach drauflos geschrieben habe, ohne Ziel oder großartige Hintergrundplanung. Daher gibt's das zum ersten Post auch nicht so richtig. Nach dem ersten hab ich dann angefangen, mir was zu überlegen, aber das ist auch nicht so richtig ausgereift. Trotzdem werde ich versuchen, deine Fragen dazu zu beantworten. Natürlich nicht einfach so, sondern in das einzubauen, was ich noch schreiben werde (hoffentlich in nicht allzuferner Zukunft).
      Losschreiben, ohne Ziel und ohne Hintergrundplanung. <-- kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Also aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass das nicht immer schlecht sein muss. Manchmal entwickelt sich die Geschichte auch während dem Schreiben. Und irgendwann hast du dann vielleicht ein bestimmtes Ziel. Wurst, dann überarbeitest du eben und passt an. Etwas anderes mache ich bei meiner Geschichte auch nicht. Dort habe ich auch ohne konkretes Ziel angefangen, maximal mit einer spontanen und seeeeehr groben Idee. :pardon:
      Also mach dir dahingehend keine Gedanken. Bisher passt ja alles zusammen :P

      Von Bäumen wurde ihre Familie also erschlagen. :hmm: Und ihre Mutter hat sich das Leben genommen und lässt damit ihre Tochter allein zurück. Das finde ich irgendwie noch viel schlimmer, als der Tod der kompletten Familie generell. Der Teil stimmt einen wirklich traurig, und ich fühle mit Argon mit. Wünscht sich schleunigst an einen anderen Ort, will sie aber auch nicht allein lassen. ;(
      Irgendwie macht der Gute generell den Eindruck, als würde er lieber immer den Schatten machen, statt sich der Sonne zu stellen :rofl:

      Asni schrieb:

      Denn ein Kind war sie, einsam und verlassen auf dem Weg zum Erwachsenwerden, mit niemandem, dessen Hand sie greifen konnte und so klammerte sie sich an das Stück wertlose Treibholz, als das sich Argon fühlte.
      Die Formulierung gefällt mir sehr gut. :thumbsup:

      LG, Kyelia

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      Der, der das Licht stahl
      Síchestja - Das Erbe einer Vergangenheit