Greta [Arbeitstitel]

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      Den Teil mit den Verbesserungen überspringen wir heute einfach mal. Ich hab nämlich mal wieder gar keine :(

      Kitsune schrieb:

      Mein Freund lehnte sich derweil so dicht neben ihn auf den Tisch, dass ich mich wunderte, warum er ihm nicht gleich die Zunge in den Hals steckte.
      Das hätte Greta wohl gerne :grinstare:

      Kitsune schrieb:

      »Sind nicht menschlich.«
      OMG! CLIFFHANGER! :panik: Das ist gemein D:

      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      "Spem sine corpore amat, corpus putat esse, quod unda est." - Ovid, Metamorphosen
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      Hey Kitsune,

      bin in Post 15 angelangt.So, jetzt ist Schmitti also eingeweiht.Für Greta bestimmt eine Erleichterung, das Geheimnis um dieses mysteriöse Wesen nicht mehr alleine mit sich herumtragen zu müssen. Bin schon gespannt, was sich nun genau dahinter verbirgt.

      Ein paar kleine Fehlerchen, die ich gefunden habe, packe ich dir in den Spoiler:

      Spoiler anzeigen

      Kitsune schrieb:

      und entdeckte die Glasscherben, die noch immer vor der Spülen verstreut lagen.

      Kitsune schrieb:

      Bedächtig holte ich die Schatulle hervor und legte sich in meinen Schoß...

      Kitsune schrieb:

      Du musste keine Angst vor ihm haben.


      Viele Grüße,
      Rainbow
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      Hey Kitsune,

      zu Post 20:

      Leo ist genauso cool, wie die anderen :) Und die Vorstellung, wie dieses Wesen da hockt und mit seinen langen dünnen Fingern in dem Schloss der Schatulle herumpopelt...wirklich sehr lustig. Du schaffst eine schöne Situationskomik.
      Über eine Sache bin ich beim Lesen gestolpert:

      Kitsune schrieb:

      Und meine Frisur war an dem Tag auch viel zu schön für.
      Der Satz irritiert mich. Vielleicht: "...zu schön dafür." (?)

      LG,
      Rainbow
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      Hey,

      zu Post 22: Ein cooler Teil. Wie die da mit dem Wesen in Gretas Klamotten durch die Stadt gondeln...und Leo mit ihren magischen Fähigkeiten stellt ja wohl alle anderen in den Schatten :) Es macht wirklich Spaß, zu lesen...aber was ist denn nun in der Schatulle??? Bin gespannt, wie es weitergeht.

      Kitsune schrieb:

      Bei seinem Versuch zu Beginn der Fahrt das Radio einzuschalten, hatte sich stets dagegengehalten, weil unser Gast auf der Rückbank jedes Mal fauchte, sobald die Stimme des nervigen Morgenmoderators mit seiner guten Laune erklang.
      soll das vielleicht ein "ich" sein ?


      Kitsune schrieb:

      »Immerhin ist es kein entlaufenes Mammut«, versuchte Schmitti die Stimmung etwas aufzulockern, doch keiner von uns lachte. Die Geschichte mit dem Mammut war noch zu frisch, um wirklich lustig zu sein.
      Sehr geil! :rofl:

      LG,
      Rainbow
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      @Xarrot

      Xarrot schrieb:

      Das hätte Greta wohl gerne
      Glaub mir, das ist das Letzte, was Greta reizvoll findet. :D

      @Rainbow

      Rainbow schrieb:

      Leo ist genauso cool, wie die anderen
      Yaaaay. :panik:
      Ja, Leo stellt sie etwas in den Schatten, aber hey, sie hat auch diverse Vorteile ihnen gegenüber. :D





      »Was?« Klager setzte sich aufrechter in den Stuhl, während er sich näher an den Tisch schob.
      »Sie bestehen nicht einmal aus echten Knochen«, erklärte Schmitti weiter, wenn auch leiser als zuvor.
      »Bitte? Woher weißt du das überhaupt?«, fragte ich mit gerunzelter Stirn.
      »Weil«, setzte Schmitti an und zog sich den kleinen Klapphocker heran, der sonst in der Ecke zwischen Wand und Aktenschrank ein trostloses Dasein fristete, »Noah mir noch einen Gefallen schuldig war. Ich hab ihn gebeten, sie sich genauer anzuschauen.« Er wich meinem langen Blick aus, fummelte stattdessen am Mausrad, während er sich etwas zu intensiv auf den Bildschirm konzentrierte.
      »Noah?« Mir zog es den Magen zusammen.
      »Wer zum Teufel ist Noah?«, schaltete sich Klager dazwischen.
      »Ein Freund«, bemerkte Schmitti kleinlaut.
      Ich lachte freudlos auf, bevor ich mich an unseren Kollegen wandte. »Er ist ein Spezialist.«
      »Und das ist schlimm, weil ...?«, hakte Klager ruhig nach, als er zu mir aufsah.
      Im Grunde sagte Spezialist schon alles über Noah aus, was man wissen musste, doch Klager war noch nicht lang genug dabei, um mit dieser Abteilung bereits ausgiebig Bekanntschaft geschlossen zu haben.
      Schulterzuckend stieß ich schwer den Atem aus. »Er ist etwas - speziell.«
      »Aber er ist schnell, nicht wahr?« Schmitti blinzelte vorsichtig in meine Richtung. Ich hob nur erneut die Schultern. Zugegeben, ich konnte meinen Freund verstehen. Wir kannten Noah seit der Grundschulzeit auf der Akademie und er hatte uns schon mehrfach aus der Patsche geholfen, besonders wenn wir kurz davor standen, einen gewaltigen Fehler zu begehen. Was nichts an der Tatsache änderte, dass ich die kleine Ratte nicht ausstehen konnte.
      »Nur, damit ich es richtig verstehe«, bemerkte Klager und lehnte sich mit verschränkten Armen zurück, »dieser Freund bei den Spezis hat also herausgefunden, dass die Skelette nicht echt sind, ja?«
      »Kann man so sagen.« Schmitti kaute auf seiner Unterlippe. »Zumindest sind es keine Knochen - weder menschlich noch anderer Art.«
      »Das auch noch«, seufzte Klager, der einen Moment die Augen schloss. Zwischen seinen zusammengerückten Brauen bildete sich eine kleine Furche.
      »Was soll es denn dann sein, wenn kein Knochen?«, knurrte ich, worauf Schmitti ein Stück mitsamt Hocker zurückwich.
      »Plastik«, nuschelte er abgewandt.
      Einen Moment herrschte Stille. »Bitte - was?«, fragte Klager langsam, den Blick direkt auf Schmitti gerichtet.
      »Plastik«, wiederholte mein Freund lediglich. Seine Schultern sackten nach vorn, sein Rücken war gekrümmt und sein Kopf hing ihm fast auf der Brust.
      »Moment.« Klager hob die Hand. »Ich hatte den Arm des Skeletts in der Hand. Ich weiß, wie sich menschlicher Knochen anfühlt. Ich habe jahrelang in der Rechtsmedizin gearbeitet.« Er legte die Stirn in etliche Falten. »Das war keine Plastik.«
      »Genaugenommen ist es auch keine alltägliche Plastik«, erklang unvermittelt eine kratzige Stimme aus den Lautsprechern von Schmittis Rechner. Wir fuhren zusammen - bis auf Schmitti, der wie ein scheues Reh in den Hintergrund rückte. Ein Fenster sprang auf dem Bildschirm auf und prompt starrte uns das rundliche Gesicht von Noah entgegen. Sein schulterlanges Haar hing ihm halb vor den hellgrauen Augen; ständig pustete er es sich aus der Stirn. Immer, wenn ich das sah, stieg in mir das dringende Bedürfnis auf, ihm mit einer Schere diese wirren Zotteln abzuschneiden.
      »Wer ist das?«, fragte Klager ohne eine Miene zu verziehen.
      »Darf ich vorstellen?«, sagte ich gedehnt. »Klager, Noah. Noah, Klager. Hast du wieder heimlich zugehört, Ratte?«
      »Liebenswürdig wie immer, Stinkstiefel«, sagte Noah mit einem Naserümpfen. »Dafür, dass ich dir letztens den Hintern gerettet hab, könntest du etwas netter sein.« Mit dem letzten Wort blies er sich erneut die Haare aus dem Gesicht.
      »Du hast meinen Rechner repariert, mehr nicht.« Darum hasste ich es, ihn um Hilfe zu bitten. Immer bildete er sich etwas darauf ein, hielt mir stundenlange Vorträge, wie unfähig ich doch sei – in dreifacher Ausführung, jeweils mit anderem Wortlaut.
      »Auf dem wichtige Daten sind!« Noahs Stimme schrillte kurz, bevor er sich räusperte. »Jedenfalls, um auf die Plastik zurückzukommen: Fühlt sich echt an, ist es aber nicht.«
      »Wer macht denn so was?«, fragte Schmitti von hinten.
      »Jeder, der seinen Schülern oder Studenten keine echten Skelette zutrauen will?« Noah grinste. »Vielleicht hat euer Freund doch schon vorher Bekanntschaft mit gemacht. Was bist du? Studierter Mediziner?«
      »Anthropologe«, brummte Klager. Er schien nicht besonders begeistert von dieser Offenbarung Noah gegenüber zu sein.
      »Oha, und dann fällt dir so etwas nicht auf?« Noah kicherte. »Aber keine Sorge, selbst euch unterlaufen mal Fehler.«
      »Anscheinend will uns jemand an der Nase herumführen«, murmelte Klager, ging damit nicht auf die Beleidigung von Noah ein.
      »Bing, bing, bing!«, rief Noah aus, klatschte begeistert in die Hände und drehte sich auf seinem Stuhl einmal im Kreis. »Ich mag euren neuen Kollegen. Er denkt mal einen Schritt weiter.«
      »Wie bist du eigentlich so schnell zu einem Ergebnis gekommen?«, fragte ich, obwohl ich mir die Antwort bereits denken konnte. »Außerdem sind die Skelette doch mit Sicherheit nicht frei zugänglich?«
      »Beziehungen, Stinkstiefel, Beziehungen«, sagte Noah mit einem breiten Grinsen. Schließlich tippte er sich gegen die Schläfe und wackelte dann mit den Fingern vor der Kamera. »Und deswegen.«
      Klager runzelte die Stirn. »Ein schlauer Verstand ersetzt keine Gewebeprobe.«
      Ich musterte meinen Kollegen einen Moment. Sein rechter Fuß scharrte mit der Spitze über den Teppich. Ihn schien es anzufressen, dass er die Sache mit den Skeletten nicht selbst eher bemerkt hatte. Schon als Leo auf den Gedanken kam, dass die Skelette nicht immer im Keller gewesen sein konnten.
      In diesem Moment fiel mir ein, dass ich Klager nie gefragt hatte, warum er nicht mehr in der Rechtsmedizin arbeitete. Oder warum er bei uns im Büro gelandet war und nicht in unserer eigenen Medizinabteilung. Soweit ich wusste, war er nicht gerade der Depp vom Dienst gewesen. In seiner Akte stand zwar ›aus gesundheitlichen Gründen‹, doch dasselbe konnte man von der Hälfte unserer Besatzung behaupten. Alles ›Quereinsteiger‹, die zuvor in ganz normalen Berufen gearbeitet hatten, bevor sie urplötzlich vor unserer Haustür standen. Leute wie Schmitti und ich, die von der Akademie direkt in der Zentrale für spezifische Sonderfälle anfingen, waren eine zusätzliche Ausnahme.
      »Noah meint seinen Chip im Kopf und die Sensoren in den Fingerspitzen«, riss Schmitti mich aus den Gedanken, wobei er nur den irritierten Blick von Klager auf sich zog. Mein Freund hob die Schultern. »Noah ist ein Technikfreak«, sagte er, als würde das alles erklären.
      Noah war nicht nur ein Freak - er war vollkommen übergeschnappt. Amtlich bestätigt. Seit seiner Kindheit stand er unter ständiger Beobachtung. Er sah es nicht als Beleidigung. Im Gegenteil: Noah wusste, dass er nicht sauber tickte. Was sein Vorteil war. Dass er dazu bewusstseinserweiternde Stimulanzen zu sich nahm, stand jedoch nicht in seiner Akte. Es wurde toleriert, schließlich halfen sie ihm, die rasenden Gedanken in seinem Kopf zu ordnen. Gemeinsam mit der ganzen Technik, die er in seinen Körper verpflanzt hatte.
      Genau deswegen war er nach der Akademie direkt bei den Spezis gelandet – zwei Jahre, bevor Schmitti und ich unseren Abschluss in der Tasche hatten; dabei war er drei Jahre jünger als wir.
      Nicht nur Noah machte es einem nicht leicht, die Spezis leiden zu können; dort half jeder in irgendeiner Weise seiner Gabe nach. Bei dem Gedanken lief es mir kalt den Rücken hinab.
      Klager schwieg einen Moment, dann holte er tief Luft. »Ändert nichts an meiner Aussage.«
      »Bei Noah schon«, grummelte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. »Die Sensoren in seinen Fingern sind hypersensibel. Sie leiten die Informationen, die sie aufnehmen, direkt an den Chip in Noahs Gehirn weiter.«
      »Es ist wie eine eigene kleine Festplatte, Noahs Gehirn«, erklärte Schmitti weiter, der wieder näher heranrückte. »Noah hat schon vor dem ganzen Technikzeug im Kopf nichts vergessen, aber die Verarbeitung war ihm zu langsam, deswegen ...« Schmitti tippte leicht gegen seine Schläfe. »Anders gesagt: Fährt Noah beispielsweise mit den Fingern über Knochen, leiten die Sensoren die Informationen an den Chip weiter, der dann wiederum Noahs Gedächtnis schneller auf die Sprünge hilft, die richtige Erinnerung herauszusuchen, die er braucht.«
      »Zum Beispiel, dass die Plastikknochen eine andere, feinere Struktur aufweisen als echte Knochen«, schloss Noah, der sich wieder das Haar aus der Stirn pustete. Kannte der Junge eigentlich keinen anständigen Friseur?
      »Ihr meint das ernst, oder?«, fragte Klager. Skeptisch sah er von Schmitti zu mir und schlussendlich zu Noah, dessen Grinsen sein gesamtes pausbäckiges Gesicht einnahm.
      Ich klopfte Klager leicht auf die Schulter. »Mach dir nichts draus, mir schwirrte davon anfangs auch der Kopf.« Ehrlich gesagt verstand ich bis heute nicht genau, wie alles bei Noah funktionierte. Es interessierte mich auch nicht weiter.
      "Don't worry, Xavier's on the job," said Sharon. We heard a squeak and looked down to see the rat in question with a piece of cheese in its mouth. Sharon picked him up and scolded him. "Keys, I said, not cheese!"

      Library of Souls - Ransom Riggs