Charaktere und Krankheit

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    • Charaktere und Krankheit

      Hallo zusammen ^^

      bin mir zwar nicht sicher, ob sowas hier schon einmal besprochen wurde oder überhaupt für jemanden relevant ist (habe auch noch nicht alle Geschichten gelesen, die hier so veröffentlicht wurden), aber mich würde mal interessieren, ob oder wie ihr in euren Arbeiten mit Krankheit von Charakteren umgeht.

      Ich habe in letzter Zeit mehrere Bücher gelesen, in denen auch im Fantasybereich die ein oder andere Figur ordentlich zu leiden hatte und mich gefragt, wie weit man mit so einem ja eigentlich doch recht sensiblen Thema gehen kann... In meinen Geschichten kommt sowas öfter mal vor - Warum ist mir eigentlich gar nicht so ganz klar

      Habt ihr schon einmal Figuren erschaffen, die an (magischen) Krankheiten leiden? Wenn ja, wie wichtig war diese Figur, habt ihr sie bis zum Ende kämpfen oder sogar überleben lassen?

      LG
      "Have I gone Mad?"
      "I'm afraid so. You're entirely bonkers. But I'll tell you a secret. All the best people are."

      - Alice in wonderland
    • Hallo Yanara

      Mein RPG-Charakter Iskossa hat ein Leiden, je nach Situation hat/wird es ihn einschränken und es benötigt Zuneigung. Sterben würde ich Ihn nicht lassen, aber leiden soll er schon. Wie sieht es den bei dir aus? Würdest du einen von dir erschaffenen Char sterben lassen?

      lg
    • Krankheiten gehören zum Leben dazu und können Figuren interessanter machen, aber wie mit allem, sollte man es nicht übertreiben.
      Wir haben einen Charakter, der langsam aber sicher erblindet, außer er wird alle paar Jahre mit Magie behandelt.
      Ein anderer hat ein Auge und eine Hand verloren, Andere nur ein paar Finger.

      Am kränklichsten sind aber zwei jüngere, ein Junge hat Autismus/Asperger (müssen uns nochmal genauer informieren) und zwei Figuren sind Sozipathisch (gehören aber nicht zu den Feinden)

      Der Held, der mit Feuer Kämpfen kann, hat panische Angst vor Feuer.
      Und bestimmt vergesse ich so manches.

      Figuren sterben lassen? Klar doch! Aber es ist schwer, sehr sogar. Man hat sie lieb, man will sie behalten. Aber die Situation erfordert es, oder es macht das Buch interessanter, realistischer. Einfacher wird es deswegen nicht XD

      Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
      Josh: Meine Prophetin!
    • Iskossa schrieb:

      Wie sieht es den bei dir aus? Würdest du einen von dir erschaffenen Char sterben lassen?
      Wenn es für den Verlauf von Bedeutung ist auf jeden Fall, gehört ja irgendwo dazu...auch, wenn es immer so schwer fällt ;( Wobei ich auch hier sagen muss, dass ich vor allem bei einem kranken Charakter sicher Ewigkeiten darüber nachdenken würde, wann und wie der Zeitpunkt kommen soll. Angenommen, es müssen mehrere Figuren sterben, würde es mir wahrscheinlich schwer fallen, diese als ersten "auszuradieren", weil ich das Gefühl habe, dass es zu "typisch" wäre, den Kranken/Schwachen zuerst zu verlieren. Andererseits habe ich auch genau das schon getan, gerade weil es abzusehen war...


      Aztiluth schrieb:

      Am kränklichsten sind aber zwei jüngere, ein Junge hat Autismus/Asperger (müssen uns nochmal genauer informieren) und zwei Figuren sind Sozipathisch (gehören aber nicht zu den Feinden)
      Das finde ich auch ganz interessant, vor allem wenn es in den psychischen Bereich geht...

      So richtige "Psychopathen" lassen einem natürlich auch irgendwo Handlungsspielraum, weil sie nicht zwingend logisch oder ihrem scheinbaren Charakter entsprechend handeln müssen (evtl. verschiedene Persönlichkeiten, schlimmstenfalls könnten sich diese ja auch noch während der Geschichte entwickeln)
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    • :hmm: Gute Frage... Bisher gibt es bei mir hauptsächlich verkrüppelte Leute, einfach weil das einerseits irgendwie dazugehört (Krieg und Unfälle und so) und andererseits, weil es für die Persönlichkeit sehr prägend sein kann. Das stimmt jetzt für Krankheiten auch, aber bisher habe ich das noch nie eingebaut.

      Naja, vielleicht doch. Allerdings eher im psychischen Bereich. So z.B. ein oder zwei depressive Charaktere. Da ist natürlich die Grenze zur Persönlichkeit sehr fließend. Also ob jemand "einfach nur" etwas melancholisch ist oder im medizinischen Sinne die Krankheitsdiagnose "Depression" zutrifft, kann man vielleicht gar nicht so genau sagen.

      Ich würde auch beinahe jeden Charakter sterben lassen. Warum auch nicht?
      Wobei, wiederum gibt es da einen Charakter, der gerne sterben würde, der aber solange die Geschichte nicht zu Ende erzählt ist nicht sterben darf, sonst funktioniert die Geschichte nicht. Sorry, my friend. ^^

      Den Gedanken, magische Krankheiten einzubauen, finde ich interessant. Bisher bin ich da noch nicht auf die Idee gekommen, aber jetzt, dank deiner Inspiration, @Yanara ^^, werde ich mir da mal was überlegen. Greyscale (ASoIaF) finde ich das sehr interessant. Oder auch die Auswirkungen des Ringes in LotR. Das habe ich bisher nie als "Krankheit" gesehen, aber irgendwo trifft das ja vielleicht doch auch ein bisschen zu.
      Eine Hand wäscht die andere.
    • Jetzt wo du es sagst - Krankheiten sind selten in der Fantasy. Höchstens als Seuche im Hintergrund, an der aber kaum mal eine wichtige Figur erkrankt. Verwundungen hat man oft . beginnend mit Frodo mit der Morgulklinge im Leib, den Arwen nach Bruchtal bringt bis hin zu Halvar in @Chaos Rising s und @Jennagon s Story hier im Forum. In der Realität sterben die größten gerne mal an Krankheiten. Man nehme nur Alexander den Großen. Aber das ist irgendwie so entwürdigend und profan. Wer will, dass Gandalf an einem Herzinfarkt, Boromir an einem Hirntumor, Dumbeldore an Altersschwäche stirbt? Wohl weder der Autor noch der Leser. Selbst in GoT werden die Leute doch eher enthauptet, erstochen, vergiftet oder erschossen.
      Es wäre wohl mal wirklich Mut zur Hässlichkeit, seinen großen Krieger und Feldherren wie Alexander am Malaria krepieren zu lassen. Aber den Mut hat kaum einer. :D
      Und es kann einfach auch unbefriedigend sein. Man denke an Krieg der Welten. Die übermächtigen Aliens sterben einfach an einer irdischen Seuche. Ganz plötzlich. Es wirkt, zumindest auf mich, wie ein billiger Deus ex Machina.

      Also: Verwundungen sind allgemein anerkannt. Man zieht es sich heroisch im Kampf oder anderen heldenhaften Taten zu und erholt sich dann. Gerne unter den Händen eines Meisterheilers. Krankheiten dagegen, uh...

      Geistige "Krankheiten" hat man dagegen in meinen Augen öfter. Sie werden aber selten als solche benannt. Bei genauer Betrachtung gewisser Charaktere kann man aber leicht auf die Idee kommen. Bei Gollum, einer tragischen und extrem wichtigen Figur im Herrn der Ringe ist es noch offensichtlich. Aber wenn man sich den durchschnittlichen Helden anschaut, wie es Dutzende andere, denkende, fühlende Lebewesen abschlachtet und danach zufrieden kauend im nächsten Gasthaus anzutreffen ist, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden...

      Und: Warum erlebt man eigentlich nie eine PTBS? Was viele Charaktere so erleben MUSS eigentlich eine zur Folge haben. Sähe aber nicht cool aus. ;)

      Krankheiten thematisieren passt irgendwie nicht in klassische High-Fantasy. Dabei bietet sie so viel Potential für Drama. Ich finde, sie sind missverstanden und unterschätzt. Aber Krankheiten mit tödlichem Verlauf sind in unserer Kultur auch ein Tabuthema. Wo das Gilgamesch-Epos oder die Bibel damit umgehen kann und Sterbenskranke und deren Begleiter beleuchtet, kriegen wir das kaum hin. Wer also mal "was anderes, neues, provozierendes" machen will - hier ist die Chance! Von daher: Geniales Thema @Yanara !
      Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.
      -Mutter Teresa
    • @Windweber jaaa körperliche leiden wie wunden haben wir viele, aber Geisteskrankheiten kommen auch noch. Es kommt auf die Definition von Krankheit an. Pest,Grippe ect. Aber es gibt auch unbekanntere Todesursachen wie das Broken Heart Syndrom. Wo sich Psyche auf Physis überträgt. Ich glaube, dahingehend schlachten @Chaos Rising und ich viel aus.
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Yoda. Ich dachte gerade, der böte einen berühmter Tod eines Fantasycharakters an Altersschwäche! Aber...



      Hintergrundmaterial kann auch alles ruinieren!

      @Jennagon Ich wollte euch keinen Vorwurf machen, ganz und gar nicht. Ich genieße eure Geschichte. Nur weil auf das Verwundeten-Motiv gerne zurückgegriffen wird, heißt ja nicht, dass es schlecht ist. Im Gegenteil. Wird ja nicht umsonst gemacht. :D
      So kann man auch Harry Potter mal auf die Krankenstation schicken, mal nachdem er als Kind den Stein der Weisen gesichert hat, mal, als sein Knochen verschwunden war...

      Geisteskrankheiten haben, wie schon erwähnt, vermutlich die meisten Fantasyhelden. Soziopathische Mörder ohne Gewissen. ;)

      Aber ich bin gespannt. Broken-Heart-Syndrom wäre auf jeden Fall mal was selteneres. Normalerweise passiert sowas nur offscrean. Arwen nach Aragrorns Tod vielleicht? Die Mutter von Alfadas und Ehefrau Mandreds in Die Elfen von Hennen? Padme Amidala nach der Geburt ihrer Kinder? (das ist sogar nicht ganz offscream).
      Ich werde eure Geschichte mit großem Interesse weiter verfolgen!
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      -Mutter Teresa
    • @Windweber hab das auch nicht als Vorwurf verstanden ^^ nur am handy fass ich mich kürzer. Soziopathen ja ... selten auf der guten Seite hihi. Aber andere leiden sind oft selten, eben wie Pest, Malaria :whistling: auch weil ansteckend und dann stirbt die halbe Heldentruppe. In der Tat hab ich eine Geschichte angefangen wo der Held (Prota) im Kontrast zu Heldin steht 2. Prota. Er quasi unsterblich und sie leidet an sowas Ähnliches wie Leukämie. Um ihn den Begriff Sterblichkeit näherzubringen. Dazu existiert aber zu wenig Text bisher, die Idee reift noch ... weil man ja auch ne Haupthandlung brauch. Aber auslassen wollte ich so eine.Begebenheit auch nicht. ^^
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      :jennagorn:
    • Jennagon schrieb:

      @Windweber jaaa körperliche leiden wie wunden haben wir viele, aber Geisteskrankheiten kommen auch noch.
      Tolles Thema. Habe nen Charakter geplant, der bissl Schizo ist, weil er eine Geistesverbindung mit 2 anderen gleichzeitig eingegangen ist. Üblich ist ja ne 1:1 Beziehung. XD
      Generell Krankheiten, tjoa finde ich ne geile Sache, habe ich mir aber nie wirklich drüber gedanken gemacht. Ich denke, dass werde ich aber mal tun. Ist spannend und kann auf ne ganz andere art nochmal bissl Brisanz schaffen. (Also ich meine jetzt nicht Husten oder so)^^

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • Windweber schrieb:

      Und es kann einfach auch unbefriedigend sein. Man denke an Krieg der Welten. Die übermächtigen Aliens sterben einfach an einer irdischen Seuche. Ganz plötzlich. Es wirkt, zumindest auf mich, wie ein billiger Deus ex Machina.
      Ich könnte mir vorstellen, dass das vor allem dann der Fall ist, wenn das Ziel / der Endpunkt der Geschichte dann durch die eher zufällige Krankheit / Seuche erreicht wird als durch den geplanten, überlegenen Einsatz von individuellen Fähigkeiten. Es ist ja doch oft so, dass ein Held oder eine Heldengruppe versucht die Bedrohung von außen irgendwie zu stoppen. Die Geschichte erzählt, wie das geschieht und wie toll und überlegen doch die Helden sind. Wenn jetzt der Held jetzt durch reinen Zufall das erreicht, wofür wir als Leser ihn toll finden sollen, dann wertet das seine Heldenhaftigkeit ab, denn eigentlich spielt er überhaupt keine Rolle mehr.

      Bzgl. Aliens fällt mir da noch "Mars Attacks" ein. Hat zwar nichts mit Krankheit zu tun, aber es ist trotzdem irgendwie witzig, wodurch die Aliens vernichtet werden ^^

      Seht ihr Vampirismus als Krankheit? Gerade in neueren Filmen (ich denke an Underworld) wird das Phänomen ja eher biologisch als mystisch erklärt. Gleiches gilt für Zombiehorden (z.B. Resident Evil und der T-Virus). Bei Glamour-Vampiren ist es vielleicht eine Krankheit, auch wenn es mehr wie eine Projektion "unserer Konsumgesellschaftwünsche" (ewige Jugend, beinahe Unsterblichkeit, körperliche Fitness, Immunität gegenüber Krankheiten etc.) wirkt ;)
      Ich muss da gerade an die Vampire Diaries (in Buchform) denken. Da beschließt der gute Vampir, dass er, nachdem er sich 100 Jahre lang versteckt hat, in einer amerikanischen Highschool einen Neuanfang zu wagen :hmm: ?( Natürlich sieht er als gebürtiger Italiener exotisch und unglaublich sexy aus und natürlich fährt er einen dieser "schicken kleinen italienischen Sportwagen"... ?( :rofl: :rofl:
      Eine Hand wäscht die andere.
    • Asni schrieb:

      Gleiches gilt für Zombiehorden (z.B. Resident Evil und der T-Virus). Bei Glamour-Vampiren ist es vielleicht eine Krankheit, auch wenn es mehr wie eine Projektion "unserer Konsumgesellschaftwünsche" (ewige Jugend, beinahe Unsterblichkeit, körperliche Fitness, Immunität gegenüber Krankheiten etc.) wirkt
      Ich muss da gerade an die Vampire Diaries (in Buchform) denken. Da beschließt der gute Vampir, dass er, nachdem er sich 100 Jahre lang versteckt hat, in einer amerikanischen Highschool einen Neuanfang zu wagen Natürlich sieht er als gebürtiger Italiener exotisch und unglaublich sexy aus und natürlich fährt er einen dieser "schicken kleinen italienischen Sportwagen"...
      Sehr gut erkannt. Konsum!!! Die Interpretation von Vampirismus ist immer unterschiedlich. Mal ein Fluch (Judas) oder eine Krankheit oder beides. Aber abgesehen von wenigen Ausnahmen, macht diese Krankheit meistens sexy, sportlich und schick :hmm: Ist aber bei den Werwölfen genauso. Mal Fluch, mal Krankheit - nur das man sich da auf die Menschenforum berufen muss - die da immer mal äußerst "ansehnlich" ist - Aller Jacob. Und mit dem Unterschied, dass die dann "animalischer" werden - Vampire sind elegant krank. Yay ... Aber alles andere verkauft sich auch schlecht an Teenies. Wer will denn so einen Bram Stocker Vampir neben sich im Klassenzimmer Oo Ich fände es lustig. :rofl: Ich frag mich eh, welche Krankheit stärker, fitter und gutaussehender macht??? Ist das dann überhaupt noch eine Krankheit? Es lebe das Vampirsein, wenn man unreine Haut hat. Da wäre ich sofort dabei!!! Da rückt das "Ich muss Blut trinken" absolut in den Hintergrund, denn - wie man an Twilight gesehen hat, wird man einfach Vegetarier. :rofl:

      Richtig ernste Krankheiten werden meist nur genutzt, wenn es um Dramen geht. (Walk to remember oder Ps: Ich liebe dich) Oder etwas neuer "Ein ganzes halbes Jahr" Eigentlich nette Geschichten, wenns nicht so traurig wäre. X/ Marvins Töchter war einer so meiner ersten Filme, die mich mit Thema Krankheit in Verbindung gebracht hat - als anfängliche Jugendliche. Die VHS hab ich heute noch :rofl:
      Eigentlich nutzt man das Kranksein dann, wenn man auf eine gewisse Moral hinweisen will. "Das Leben ist kostbar!" Ich muss selbst gestehen, dass sich mein Denken über das Leben selbst grundlegend geändert hatte, als man mir mit 16 sagte, dass die Vermutung nahe lag, dass ich einen Hirntumor hatte. Klingt erstmal "Oh Himmel!" war ja aber nicht so, sondern meine Symptome kamen von einem Fieberkrampf aus der Kindheit. Trotzdem, wenn man mit so etwas konfrontiert wird, dein Leben sichtlich vor der Zeit enden soll, wachst du morgens auf und bist entweder zutiefst deprimiert ODER du nimmst alles viel genauer um dich wahr. Die Menschen, deine Umwelt ect. <--- Und nein, nicht wie bei den Vampiren mit Supersinnen :rofl: In meinem Beruf hatte ich auch viel mit Kranken zu tun. Sei es im Altersheim gewesen oder eben Frau Schneider, die zum Perückenanpassen kam, Herr Schmidt, der wieder zu Chemo musste und ich ihm deshalb den Kopf rasierte. Und so unterschiedlich diese Menschen waren, um so unterschiedlicher gingen sie damit um. Manche redeten ununterbrochen darüber, andere wollten es `tot´schweigen.
      Ich kann das heute gut einbinden, was ich aus mir selbst oder anderen gelernt habe. Wenn ich also eine kranke Protagonistin irgendwo einbaue, dann ist da vermutlich vieles drin, was recht persönlich ist, weshalb ich es immer aufgeschoben hab. Diese Menschen denken nicht immer logisch oder rational. Ganz im Gegenteil. Ich durfte schon vieles erleben. (Geisteskrank) Selbst das abnorme Verhalten einer Frau, die ihren Lebensgefährten erstochen hat und dann noch zu uns in den Salon kam, um ihre offene Rechnung zu bezahlen, bevor sie sich der Polizei stellte. :hmm:

      Deswegen halte ich es auch nicht für allzu einfach, eine "kranke" Figur irgendwo einzubauen. :hmm: Interessan wäre es bestimmt ^^
      Sei wie du bist, es sei denn, du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!!!
      :jennagorn:
    • Windweber schrieb:

      Wer will, dass Gandalf an einem Herzinfarkt, Boromir an einem Hirntumor, Dumbeldore an Altersschwäche stirbt? Wohl weder der Autor noch der Leser.
      Richtig, das wäre ziemlich blöd :D Bisschen anders wäre es evtl. wenn eben lange bekannt ist, dass einer Figur nicht mehr viel Zeit bleibt, zu erreichen, was sie unbedingt erreichen muss. Ich könnte mir vorstellen (sofern man es richtig macht), dass das auch nen gewissen Zugzwang einbringt. In dem Fall würde ich wahrscheinlich eine für den Verlauf wichtige Figur wählen, die nicht zwingend der Held ist. Eher ein Unterstützer, Begleiter - der Meister des Helden oder der Antagonist, der alles gibt, weil er sowieso nichts mehr zu verlieren hat. Aber du hast natürlich Recht, es ist etwas "einfacher" und auch eher bekannt, wenn es sich um geistige Probleme handelt, man will ja auch nicht zu nah an den realen Alltag herankommen, an dem jeder Zweite erkrankt ist.


      Asni schrieb:

      Seht ihr Vampirismus als Krankheit?
      Seit der Bissreihe mit dem glitzernden Pattinson: ja. :thumbsup:

      Asni schrieb:

      nachdem er sich 100 Jahre lang versteckt hat, in einer amerikanischen Highschool einen Neuanfang zu wagen Natürlich sieht er als gebürtiger Italiener exotisch und unglaublich sexy aus und natürlich fährt er einen dieser "schicken kleinen italienischen Sportwagen"...
      :thumbsup:

      Zum dem Thema im Allgemeinen kann ich nur sagen, dass mir dieser ganze ich-bin-ein-zahmer-Vegetarierer-und-glitzere-im-Sonnenlicht-Krempel mir den ganzen Vampirbereich völlig zerstört hat, zumal sich das eine gewisse Zeit lang so dermaßen gehäuft hat, dass es nur noch nervig war. X/
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    • Yanara schrieb:

      Zum dem Thema im Allgemeinen kann ich nur sagen, dass mir dieser ganze ich-bin-ein-zahmer-Vegetarierer-und-glitzere-im-Sonnenlicht-Krempel mir den ganzen Vampirbereich völlig zerstört hat, zumal sich das eine gewisse Zeit lang so dermaßen gehäuft hat, dass es nur noch nervig war.
      Kann ich gut verstehen. Ich hab nur mit ca. 16 oder so mal die Vampirtagebücher gelesen. Das war einfach mal witzig und eigentlich sogar ziemlich spannend. Man darf es halt nur nicht ernst nehmen.
      Von den ganzen Teenie-Filmen habe ich nur am Rande ein bisschen was mitbekommen. Wobei... an die Fernsehserie "Buffy - Im Bann der Dämonen" kann ich mich noch erinnern. Das war damals ja schon ziemlich cool. Und Buffys Mutter stirbt an einem Hirntumor oder so. Ist für eine eher an Teenies gerichtete Serie auch ein eher ernstes und ungewöhnliches Thema.

      Jennagon schrieb:

      ie Interpretation von Vampirismus ist immer unterschiedlich. Mal ein Fluch (Judas) oder eine Krankheit oder beides. Aber abgesehen von wenigen Ausnahmen, macht diese Krankheit meistens sexy, sportlich und schick Ist aber bei den Werwölfen genauso.
      Stimmt. Werwölfe hatte ich ganz vergessen. Naja, sagen wir mal so: die meisten Hollywood-Interpretationen sind nicht unbedingt ein Gewinn für das Genre.

      Jennagon schrieb:

      Da wäre ich sofort dabei!!! Da rückt das "Ich muss Blut trinken" absolut in den Hintergrund, denn - wie man an Twilight gesehen hat, wird man einfach Vegetarier.
      Das ist die schöne Illusion, die einem da angedreht wird: die Vorteile (ewige Jugend, Schönheit, etc.) ohne die Nachteile wie Neigung zu Sonnenbrand :rofl: , nur noch nachtaktiv... versuch z.B. mal in Bayern nach 8 Uhr einkaufen zu gehen! Wobei das durch Amazon etc. auch an Bedeutung verliert. Spannender wären vielleicht Gewissensbisse über das, was man als Vampir tut, ein Ekel vor sich selbst / Selbsthass und Angst davor, in die Hölle zu kommen. Letzteres wäre im Sinne einer pseudochristlichen Interpretation ja auch denkbar und vielleicht spannend, vor allem weil der Vampir damit eben nicht mehr der platte Böse wäre, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, sondern eine eher tragische Gestalt, die gegen alle Vernunft auf Erlösung durch einen barmherzigen Gott hofft. Oder verzweifelt nach einem Heilmittel sucht.
      Naja, ich entferne mich vom Thema Krankheit...
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    • Asni schrieb:

      Seht ihr Vampirismus als Krankheit?
      Spannende Frage!

      Vielleicht hilft uns die moderne Medizin auf die Sprünge, wenn wir Menschen betrachten, die man früher als generell krank bezeichnet hätte und die noch immer ein Schattendasein führen müssen. ;) Münzen wir den Wikipediatext mal auf untot um.

      Wikipedia schrieb:

      Die Diagnose [Untoter durch Krankheit] darf nur noch gestellt werden, wenn der Betroffene anders als durch die Ausübung [untoter] Praktiken keine sexuelle Befriedigung [oder andere Grundbedürfnisse wie Hunger- und Durststillung] erlangen kann, oder seine eigene [untot] geprägte Sexualpräferenz [und Nahrungspräverenz] selbst ablehnt und sich in seinen Lebensumständen eingeschränkt fühlt oder anderweitig darunter leidet.
      So müssten wir ganz gut hinkommen. Vampirismus ist eine Krankheit, wenn du sie als solche betrachtest.

      Nimm Skyrim als Beispiel - dein Assassine fängt sich Vampirismus ein oder holt ihn sich ganz bewusst auf der Vampirburg. Und du denkst dir - cool! Ich schleiche eh lieber im Schatten rum und die erworbenen Fähigkeiten sind echt nützlich. Definitiv keine Krankheit. Nun fängt sich dein frommer Paladin auf der Jagd nach finsteren Kreaturen eine Ansteckung ein. Er will kein Blut trinken, obwohl in das zum Komplettaußenseiter macht und am Tage, eigentlich seine bevorzugte Zeit, nutzlos. Er kämpft mit dem ewigen, unheiligen Durst. Er fühlt sich in seinen Lebensumständen eingeschränkt und lehnt seine Bedürfnisse ab. Er strebt eine Heilung an (für mich ein wichtiges Merkmal, ob sich jemand als krank betrachtet - würde er sich "heilen", wenn er könnte). Er ist definitiv krank.

      Und das lässt sich, denke ich, gut auf alle Welten ummünzen. Funktioniert aber natürlich nur, wenn der Betroffene noch seine alte Persönlichkeit hat. In den meisten Zombi-Filmen und den Strigoi aus The Strain ist das nicht der Fall. Meist ist der Persönlichkeitsverlust ireversibel, unumkehrbar. Dann würde ich die Betroffenen nicht als krank, sondern tatsächlich als tot betrachten, auch wenn ihre Körper noch handeln.

      Fassen wir zusammen: Vampirismus und co. sind eine Krankheit, wenn der Betroffene sie als solche wahrnimmt und noch seine alte Persönlichkeit hat. Hat er sie nicht mehr, kann sie aber wiedererlangen, kann man ebenfalls von einer Krankheit sprechen, dann unabhängig von der Selbstwahrnehmung.
      Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.
      -Mutter Teresa
    • Spannendes Thema mit dem ich mich bisher tatsächlich auch kaum beschäftigt habe fällt mir ein. :hmm:

      Neben den bereits erwähnten typischen Fantasy-Erkrankungen magischer Natur (Flüche, Gifte, oder dem unsäglichen Vampirismus etc.) und psychischen Erkrankungen, ganz vorne mit dabei natürlich der Wahnsinn gibt es höchstens noch ab und an mal eine Epidemie.

      "Normale" Krankheiten wie Grippe, Pocken, TBC, Syphilis oder Krebs tauchen so gut wie nie auf, dabei waren die früher ebenso tödlich.
      Bzw sind es bei Krebs immer noch, aber früher starben viele bevor sie überhaupt Krebs bekommen konnten.
    • Also ich verwende ja gerne Seuchen und Krankheit in einer meiner Geschichten (jetzt nicht bei der hier im Forum), die dann gerne auch mal wichtige Charaktere dahinraffen. Es passt halt einfach wunderbar zu den dreckigen Goblins & Gremlins, dass da mal einer ganz unspektakulär an meiner erdachten Seuche namens Hirnfäule verreckt, die durch die Sporen eines Pilzes auf dem Essen ausgelöst werden und auch höchst ansteckend sein kann.
      Verstümmelungen etc. sind dagegen eigentlich schon fast an der Tagesordnung. Hier ein Ohr ab, ein paar Finger fehlen, ein dauerhaft geschädigter Muskel ... bei unzähligen Raufereien gehört sowas finde ich einfach dazu und macht die ganze Geschichte auch um einiges Interessanter.
      Als geistig gestört kann man dagegen wohl sämtliche Norder aus unserer Sicht bezeichnen, wobei ich mir auch schon Charaktere überlegt hatte, die wirklich komplett am Rad gedreht sind und dementsprechend agieren. Aber solche bilden dann doch eher die Ausnahme, da sie auf jeden Fall ihren abstrusen Charakter behalten sollen, was logischerweise nicht aufgeht, wenn jeder zweite ähnlich veranlagt ist.

      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      "Spem sine corpore amat, corpus putat esse, quod unda est." - Ovid, Metamorphosen
    • Mir ist auch noch etwas aufgefallen. Welche Fantasyspezies sind wohl die bekanntesten und beliebtesten? Elfen und Zwerge. Elfen sind oft fast vollständig immun gegen Krankheiten, Zwerge schon bei Tolkien so resistent, dass ihnen Krankheiten fast unbekannt sind. Das sind wichtige Aspekte des üblichen Klischees. Als ich meine Welt Ba vorgestellt habe, hat jemand sehr deutlich angemerkt, dass es im Grunde falsch ist, dass meine Zwerge dort oft an Krankheiten sterben. Neben dem Alter (und auch dieses tastet Elfen oft gar nicht, Zwerge nur sehr langsam an, werden sie doch gern mehrere hundert Jahre alt) ist Krankheit eine Sache, eine Schwäche, die man nicht gern an seinen Lieblingen sieht, nehme ich an. Ist vielleicht auch ein Grund, von diesen Klassikern abzurücken, und Spezies mit deutlichen Schwächen wie Goblins und Gremlins zu verwenden, bei denen sich niemand über solche Phänomene besonders wundert. ;)
      Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.
      -Mutter Teresa
    • Eine meiner Figuren leidet an einer Krankheit, die ihm im umbringen wird. Für ihn ist mit 35 Jahren Schluss. Während der eigentlich Handlung ist er 30 ^^ Viel Zeit bleibt ihm also nicht. Er hat sich schon als Junge infiziert und lebt deswegen schon lange damit. Das Wissen, nicht sehr alt zu werden, hat seine Persönlichkeit nicht gerade zum Positiven beeinflusst und ein paar Neurosen (er hat zusätzlich eine leichte Form von Autismus) verstärkt. Vorranging merkt man ihm die Krankheit an seinen blutunterlaufenen Augen an und er wird schnell krank und erbricht manchmal Blut. Vincent ist sich dem Verlauf seiner Krankheit völlig bewusst, denn er ist selbst Arzt und kriegt alles bei vollem Bewusstsein mit. Deshalb wird er, wenn es soweit ist, genau wissen dass er bald sterben wird.

      Außerdem wurde eine andere Figur von mir einmal von einer magischen Zecke gebissen. Anstatt Blut, saugt diese Magie aus dem Körper. Und da mein Char ein magisches Wesen war (sie ist inzwischen auch tot, aber sie ist nicht daran gestorben), also ihr Leben. Skye ist immer schwächer geworden und konnte irgendwann nicht mehr aufrecht stehen, geschweige denn, selbst laufen.

      Tja, und sonst gibt es noch die kleinen Leiden: Mein Magier Schwindler ist Laktoseintolerant, Tarek hat seinen Arm verloren... Solche Kleinigkeiten eben.
      "Art, like morality, consists in drawing the line somewhere."
      - G. K. Chesterton

      _________
      Skadi zeichnetSkadi liest
    • Ich habe mich immer davor gescheut, meinen Figuren wirklich ernsthafte Krankheiten anzudichten, weil ich immer gedacht habe, es würde mich beim Schreiben einschränken. Was im Grunde auch so ist, aber auf der anderen Seite werden einem so wieder Möglichkeiten eröffnet, die man sonst nie gehabt hätte.
      Mittlerweile finde ich es immer recht spannend, wenn sich der Autor auch mal so etwas zuwendet. Schließlich ist nicht immer alles gut und wunderbar und überall wachsen Blumen. Krankheiten gehören genauso dazu und will man es realistisch machen, gehört auch sowas hier und da dazu. Auch in der Fantasy. Allerdings bin ich weiterhin kein Fan davon, wenn es ZU übertrieben dargestellt wird. Das Buch wird dann dennoch beiseite gelegt :D

      Yanara schrieb:

      Habt ihr schon einmal Figuren erschaffen, die an (magischen) Krankheiten leiden? Wenn ja, wie wichtig war diese Figur, habt ihr sie bis zum Ende kämpfen oder sogar überleben lassen?
      Ich selbst habe eine Figur, die an Krebs leidet, selbst davon aber noch gar nichts weiß. Um die Krankheit der Person später richtig darzustellen, habe ich mich mit dem Thema echt lang und intensiv auseinandergesetzt. Damit auch alles realistisch wird. Zumindest im Ansatz. Genau kann man das leider nie so umsetzen, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Was auch der Grund ist, warum ich keine Krankheiten mit denen ich selbst keine Erfahrungen habe, da ich so etwas niemals darstellen könnte.

      Eine andere Figur in meinen Geschichten ist durch eine Krankheit querschnittsgelähmt. Keine leichte Aufgabe, vor allem im Bereich Fantasy. Aber bisher klappt es ganz gut mit ihm in der Planung und wenn alles so weitergeht, könnte es sogar etwas werden. Er ist quasi ein Experiment :D

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!