Die Prophezeiung von Eolond - Die Welt der Drachen

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    • Die Prophezeiung von Eolond - Die Welt der Drachen

      Die Prophezeiung von Eolond

      Prolog:

      Die Schiffe glitten über die neblige See. Nur die Laternen waren durch den dichten Schleier zu sehen und schemenhaft zogen sich die dunklen Umrisse der Segel in den verdeckten Nachthimmel hinauf. Geisterhaft bewegten sich die flackernden Lichter über das Meer und die gewaltige Armada aus Schiffen kam der Küste immer näher. Ihr Anführer hatte sie über Jahre hinweg über den Ozean geführt und war auf der Suche nach seiner Rache. Rache für sein Volk und seine Familie, die in den Flammen von dannen gegangen waren. Schweigend stand er an der Reling und mit geschlossenen Augen ließ er den sanften Wind durch seine Haare streichen. Der Magier stand nun kurz vor dem Erreichen seines Ziels und nur ein glücklicher Zufall wenige Tage zuvor hatte ihm seinen letzten Weg gezeigt. Sie hatten jeden ermordet, der auf der Insel gewesen war und nur einen hatten sie verschont. Er hatte dem Zauberer alles erzählt was er wissen wollte und nun war der von Rache Getriebene kurz davor sein Versprechen einzulösen.
      Seine Frau lag sterbend in seinen Armen, als er die Worte zu ihr gesprochen hatte und nur noch das leise Röcheln vor dem Tode hatte ihm geantwortet. Brennend war sie aus ihrem Haus gerannt und hätte der Magier nur schneller gehandelt, dann hätte er sie retten können. Hätte er das Feuer nur schneller gelöscht, dann wäre sie jetzt noch am Leben. Und doch war jeder Hauch ihres Lebens in jener Nacht aus ihrem Körper gewichen.
      Mit Blut hatte er sein Versprechen gegeben und nun hatte er nichts mehr, was er verlieren konnte. Er war frei und doch hielten die Ketten der Rache an seinem Hals fest wie das Band eines Sklaven an dem seinigen.
      „Wir erreichen in Kürze das Festland, Herr“, fauchte eine seltsame Stimme hinter dem Zauberer.
      Ein gehörntes Monster stand mit verschränkten Armen hinter ihm und obwohl das Geschöpf so groß war wie ein Bär, wich er vor seinem Herren zurück, als dieser sich umdrehte.
      „Die Männer sollen sich bereit machen... Wir haben unser letztes Ziel erreicht“, antwortete der Zauberer und seine Stimme war monoton. In seinen Augen funkelte keine Fröhlichkeit und keine Freude, nur der Hass und die Rache brannte in ihm wie das Feuer, das ihm seine Familie genommen hatte.
      „Sehr wohl, mein Herr“, verbeugte sich das Geschöpf, drehte sich um und verschwand auf dem Oberdeck, von wo er die neuen Befehle weitergab.
      „Wir haben unser Ziel erreicht...“, murmelte der Magier und schob sich langsam seine Kapuze über den Kopf, während er sich umdrehte und durch den Nebel das schwache Leuchten einer Stadt entdeckte.
      „Jetzt wird Eolond brennen“, brummte er mit tiefer Stimme.

      Die Zeit des Krieges war gekommen.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


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    • Keine Sorge, man kann es verschieben ^^

      Also, das Land an sich klingt schonmal gut. Oder eher nicht, so wie die Zustände da sind.

      Es ist ein wirklich kurzer Text, da kann man noch nicht viel zu sagen.
      Abgesehen davon, dass auch nicht viel passiert. Manche Sätze sind sehr lang, für so eine Einleitung geht das gerade so noch gut, hat ja schon fast was Märchenhaftes. Weiß nur noch nicht, wie das wird, wenn die Geschichte tatsächlich erzählt wird.

      Ansonsten and ich den Erzählstil ok. Aber auch da kann man mehr sagen, wenn mehr passiert ist :)


      Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
      Josh: Meine Prophetin!
    • So, hier mal das erste Kapitel, bzw. ein Teil davon. Vorweg sollte ich schon sagen, dass das Buch ,ähnlich wie Herr der Ringe, häufig Perspektivenwechsel mit sich bringt, ich bemühe mich natürlich diese klar abzutrennen und euch das Lesen nicht so schwer zu machen. Viel Spaß(;


      Kapitel 1

      Invasion

      Fürst Serdar, ein älterer Mann mit grauen Haaren und einem grauen Stoppelbart, saß vor einem reich gedeckten Tisch mit gebratenem Truthahn, gedünsteten Tomaten, frischen Trauben, einem saftigen Süßkuchen, hervorragend riechender Kürbispastete, einem Berg aus warmen Brötchen, einer Kanne voll Wein und einer Auswahl der besten Käsesorten in ganz Eolond in seinem wohlig warmen Thronsaal. Er selbst war schon in seiner typischen Abendgarderobe, einem Nachthemd aus Seide mit kleinen aufgestickten Pferden und Vögeln. Gerade wollte er sich einen prall gefüllten Löffel mit Kürbispastete in den Mund schieben, als eine seiner Wachen in den Thronsaal stürzte. Leicht verdutzt hielt Fürst Serdar inne und blickte die noch immer keuchende Wache fragwürdig an.
      „Was fällt Euch ein, mich beim Essen zu stören, Ilfgar?“, fragte der inzwischen etwas unzufriedene Fürst seine völlig erschöpfte Wache.
      Ilfgar lehnte sich noch immer keuchend auf seine Knie und hustete zweimal laut auf den Boden, bevor er sich aufrichtete und beinahe flüsternd sagte:
      „Wir werden angegriffen,... mein Herr“.
      Serdar ließ den Löffel auf den Teller hinab und fing an herzlich zu lachen.
      „Ilfgar, ich habe schon deutlich bessere Scherze von Euch gehört als „wir werden Angegriffen“. Also lasst den Unfug und verschwindet dahin, wo Ihr hergekommen seid".
      „Mein Herr, ich weiß ich bin vielleicht der Falsche für diese Nachricht, aber ich meine es tatsächlich Ernst, es kommen Schiffe, viele Schiffe, ich weiß nicht, wie viele es sind, aber Ihr solltet euch das anschauen. Bitte mein Herr!“ Serdar hörte langsam auf zu lachen und blickte Ilfgar, der so langsam wieder zu Atem kam, ernst an.
      „Nun gut Ilfgar, ich werde Euch folgen, aber wenn sich herausstellt, dass Ihr mich wieder an der Nase rumführt, verbringt ihr die nächsten zwei Wochen im Kerker, habt Ihr mich verstanden? Das letzte mal als ich euch gefolgt bin musste ich zwei Tage lang in der Wildnis umherziehen bis mich ein Bauernjunge mit seinem Vater zurück in die Stadt gebracht habt, erinnert ihr euch?“
      Ilfgar lächelte kurz und sagte dann bestimmt und ernst:
      „Dafür habe ich bereits mehrmals um Vergebung gebeten mein Herr, aber diesesmal meine ich es Ernst, wir sollten keine Zeit verlieren.“ Serdar richtete sich auf , blickte traurig auf seine reich gedeckte Tafel, der er den ganzen Tag schon so unendlich entgegengefiebert hatte, und folgte seiner ersten Wache Ilfgar in seinem typischen Nachthemd.
      Sie verließen die heimelige Halle, die so wunderbar nach gebratenem Truthahn roch, und betraten den Hof bei einer sternenklaren Nacht. Auf der Linken Seite leuchtete es flackernd aus den Gemächern des Fürstenhauses und ein lauer und warmer Frühlingswind durchzog den Hof. Auf der Rechten Seite blickte man in die Tiefen von Eolond und man konnte in der Ferne das Gebirge von Valstheim erkennen. Vor Serdar und seiner ersten Wache tat sich langsam das Meer auf. Eigentlich sollte man nur eine dunkle, ebene Fläche sehen, aber an jenem späten Abend bedeckte das Meer eine gigantische Menge an Schiffen unter einer leichten Nebelschicht. Erkennen konnte Serdar sie sehr gut, tausende Laternen leuchteten etwas über dem Wasser und glitten gespenstisch unter der Nebeldecke auf die Fürstenstadt zu. Der Blick des Fürsten verfinsterte sich. „Ihr habt also nicht gelogen Ilfgar. Was schätzt ihr? Wie viele Schiffe kommen da auf uns zu?“ „Ich weiß es nicht mein Herr, was sollen wir tun, sollen wir ein Warnsignal ausrufen?“ antwortete Ilfgar angespannt. Serdar blickte zurück auf die Thronhalle und auf den Hof davor. Es war ein sehr schöner Hof, ein schmaler gepflasterter Weg führte geradewegs zu den Toren des Fürstenhauses, links und rechts am Wegesrand blühten bereits die ersten Blumen und dahinter plätscherten zwei Brunnen auf jeder Seite des Weges. Genau in der Mitte des Platzes wurde der Weg etwas Breiter und ein kleiner runder Platz bot ein paar Sitzmöglichkeiten um in warmen Nächten, so wie an diesem Tag eine war, gemütlich Pfeife zu rauchen. Den Rest des Hofes füllte lediglich eine saftige Rasenfläche und um die Rasenfläche herum an den Brüstungen entlang führte ein breiter Weg aus feinem Sand, auf dem tagsüber Marschübungen für die Rekruten der Wache stattfanden. Serdar blickte nach Rechts und erblickte seine Frau durch das Fenster ihrer Gemächer wie sie sich konzentriert wie immer ihre dunkelbraunen Haare kämmte. Auf der Linken Seite wieherten unter den Flachen Stallungen ein paar Pferde und knapp über den Stallungen erspähte Fürst Serdar das ferne Gebirge auf dem fast geisterhaft der Schnee auf den Spitzen der Berge im Mondschein schimmerte. Für einen kurzen Moment fühlte sich Serdar wohl. Doch die heimelige Stimmung wurde von Ilfgar abrupt unterbrochen: „Mein Herr? Sollen wir die Stadt absichern?“ Serdar drehte sich zu seiner treuen ersten Wache um und sagte: „Sichert die Stadt unbemerkt ab, weckt die Soldaten und Wachen auf und postiert sie auf den Mauern. Hisst eine weiße Flagge am Tor und stellt mein Pferd ab, ich werde mit den Neuankömmlingen reden und herausfinden was sie in Eolond wollen und wo sie herkommen . Aber alles muss unbemerkt geschehen, das Volk soll nicht merken das etwas nicht stimmt. Habt ihr verstanden?“ „Ja, mein Herr“ erwiderte Ilfgar und machte sich schnurstracks auf den Weg zu den Kasernen.
      Serdar schaute seiner Wache hinterher und ihm wurde bewusst das er Ilfgar wirklich gern hatte. Ilfgar war zwar auf seine eigene Art und Weise verrückt und unfassbar nervig, aber Serdar würde seine erste Wache jedem auch noch so guten Soldaten vorziehen. Serdar lächelte und erinnerte sich an jeden Streich den sein Junger Untertan ihm gestellt hatte, für Abwechslungsreichtum hatte Ilfgar in Serdars Leben immer gesorgt und dafür war Serdar der treuen Wache unendlich dankbar. Noch während er über die Streiche nachdachte lief der ältere Fürst auf seine Gemächer zu in denen seine Frau bereits sehnsüchtig auf ihren Gatten wartete. Ihre Haare waren inzwischen zu einem langen braunen Zopf zusammengebunden und ihr Gewand schmiegte sich um ihre taillierte Hüfte. Und wie so oft fiel Serdar auf wie wenig seine Gemahlin sich seit ihrer ersten Begegnung verändert hatte. „Was bekümmert euch mein Liebster?“ fragte die wunderschöne Gattin ihren nachdenklichen Fürsten und wusste schon anhand des Blickes ihres Gatten, das etwas nicht stimmte. Serdar lächelte und gab Anya einen zärtlichen Kuss auf die Wange. „Es nähern sich Schiffe über das Meer, ich werde mit den Fremden reden und muss herausfinden was sie in Eolond wollen, hast du meine Rüstung irgendwo gesehen?“ Anya blickte sowohl beängstigt als auch leicht belustigt in die Augen ihres Mannes und antwortete lächelnd: „Serdar du weißt doch das dir deine Rüstung nicht mehr passt, aber ich habe noch deinen Lieblingswams im Schrank gesehen.“ Serdar erinnerte sich, nachdem er Fürst von Barion geworden war, war er auch leider von Tag zu Tag etwas fülliger geworden, sodass seine ehemalige Kriegsrüstung vor allem um den Bauch herum ziemlich eng geworden war. Leicht unzufrieden, aber auch über sich selbst belustigt stimmte Serdar seiner Gattin zu und ließ sich von ihr in den dunkelroten Wams helfen. Unter den Wams versteckte er ein Kettenhemd für alle Fälle und das Wams mit dem aufgestickten goldenen Wolfskopf ließ den älteren Mann doch tatsächlich wie ein hoher adliger Fürst aussehen. Serdar hing sich sein Schwert um, an dessen Griffende ein rot schimmernder Rubin glitzerte. Die Schwertscheide war verziert mit feinen Goldstreifen, die wie Weinranken ineinander flossen und sich wie ein Wirrwarr an Linien über die ganze Schwertscheide erstreckten. Anya blickte mit feuchten Augen auf ihren stattlichen Mann und war stolz auf ihren Gatten, den sie damals auf dem Markt kennengelernt hatte. Sie war damals in den jungen Serdar, der damals noch eine Wache in Barion war, hineingerannt und seitdem hatten die beiden sich nie wieder getrennt. Serdar hatte sich damals sofort um die junge Frau gekümmert und sie wenige Jahre später geheiratet bis er dann vor 8 Jahren zum Fürsten von Barion ernannt wurde.
      Sie umarmten sich und Serdar küsste seiner in Tränen ausbrechenden Gattin zum Abschied liebevoll auf den Mund. Es sollte der letzte Kuss werden den die Beiden miteinander teilten.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


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    • Draußen im Hof wartete Ilfgar ungeduldig auf seinen Herrn und tippte ungeduldig mit den Fingern auf dem Schwertgriff. Neben ihm standen zwei Pferde an einer Brüstung angeleint, das eine war ein brauner Hengst, ein stattliches Pferd für den Krieg gerüstet und mit Scheuklappen versehen. Neben dem braunen Hengst wieherte ein schneeweißer Schimmel, das Pferd des Fürsten, das beste Pferd des Hofes und war schon in zahlreichen Schlachten geritten worden, es war größer als der Hengst und seine Muskeln traten an den Beinen deutlich hervor, auch der Rumpf des Pferdes wirkte stark und kräftig. Während Ilfgar seine Rüstung unter Beobachtung nahm und gerade den Riemen für seine Schulterlappen festzurrte, kam Serdar aus der Tür der Gemächer und erblickte seinen treuen Begleiter beruhigt.
      Nachdem beide aufgesattelt hatten, ritten sie los in Richtung des Haupttores der Stadt. Die Stadt Haalingar im Osten von Eolond galt als eine der schönsten Städte in ganz Eolond und gleichzeitig war Haalingar die einzigen Stadt mit einem befestigten Hafen. Aufgebaut war die Hauptstadt von Barion in vier Sektoren, den Feldsektor, ein Gebiet, welches zur Versorgung der Stadt gedacht war und zwischen Hafen und den Stadtmauern lag. Hier fand man Bauernhöfe und Felder, einige Tavernen und Unterkünfte für Reisende, kleinere Privatläden und ein paar Stallungen, die wegen ihrer guten Weiden geschätzt wurden. Vor dem Feldsektor erstreckte sich der befestigte Hafensektor, Handelsumschlagplätze und Versteigerungshäuser, Unterkünfte für Seefahrer und eine breite Tavernenkultur füllten den direkten Hafenraum, während an den Rändern der Bucht die großen Lagerhäuser entlang der breiten Hafenstraße standen. Dann gab es natürlich den allgemeinen Stadtsektor, er war geschützt von einer Stadtmauer und war überwiegend mit Wohnhäusern bedeckt. Aber auch Gildenhäuser, Schmieden und Läden der Kaufmänner fanden im geschützten Stadtbereich Platz. Ein großer Marktplatz markierte das Zentrum des Wohnsektors der Stadt und lag im Schatten des großen Gotteshauses. Eine Kirche gab es in Haalingar nicht, da in Eolond eine Vielzahl von Göttern verehrt wurden, das Gotteshaus war vollgestellt mit Schreinen für jeden erdenkliche Gottheit in Eolond und bot jedem Gläubigen eine ruhige Gebetsstätte. Der letzte Stadtbezirk war der Hochsektor. Wie der Name bereits vermuten lässt, lag der Hochsektor auf dem Hügel der Stadt und lag erhöht über den restlichen Stadtvierteln, die Fürstengemächer, die Thronhalle und die fürstlichen Stallungen, sowie der gesamte Hofstaat des Fürsten lebten in dem politischen Machtzentrum der Stadt. Zusätzlich war der Hochsektor von einer gut 5 Meter hohen Mauer umgeben und bot bei einem Angriff der Stadtbevölkerung zusätzlichen Schutz, auch die Ausbildungslager und Kasernen der Soldaten und der Stadtwache fanden Platz im Regierungsviertel der Stadt.
      Fürst Serdar und sein Begleiter Ilfgar ritten durch den Wohnsektor der Stadt und bemerkten nicht sonderlich überrascht aber enttäuscht, das ihr Plan sich heimlich auf die Ankömmlinge vorzubereiten gescheitert war. Die Bewohner waren allesamt in panische Planlosigkeit geraten, nachdem sie von der sich nähernden Streitmacht erfahren hatten und verriegelten hektisch Häuser und Läden, rannten durch die Straßen, schubsten sich dabei gegenseitig des Öfteren um und standen dann nur noch ängstlicher auf um weiter zu rennen und so schnell wie möglich in ihrem sicheren Heim anzukommen. Tatsächlich könnte man das rege Treiben auch sehr belustigt beobachten, die Bewohner der Stadt wuselten wie eine führungslose Ameisenkolonie durch die Straßen und schafften es immer wieder sich gegenseitig zu behindern. Dennoch war für Belustigung wenig Zeit da immer noch eine gigantische Armada an Schiffen auf den Hafen zusegelte.
      Die meisten Bewohner nahmen ihren Fürsten eigentlich nichtmal wirklich wahr, sondern gingen ihrem planlosen Durcheinander nach, Serdar hielt sein Pferd an zu warten und zog ein kleines Ziegenhorn hervor, nachdem eine Junge Frau geradewegs in sein Pferd gestolpert war. Er setzte es an den Mund und blies hinein. Ein durchgängiger Hornstoß ließ dem regen Treiben Einhalt gebieten und alle Bewohner blickten verduzt zum Ausgangsort des Tones. Serdar rief gut hörbar:“ Helft euren Mitbewohnern. Verriegelt die Türen, schafft die Planwägen aus dem Weg, sucht Schutz im Gotteshaus und im Hochsektor. Verfallt nicht in Panik! Der Feind naht.“ Die Bewohner fingen genauso schnell mit den Aufgaben des Fürsten an wie sie mit ihrem Chaos aufgehört hatten und die Ameisenkolonie zog zumindest für kurze Zeit an einem gleichen Strang. Serdar blickte zufrieden auf die inzwischen fast freie Straße vor und hinter ihm und steckte das Horn in seine Satteltasche zurück. Die meisten Bewohner waren den Anweisungen des Fürsten gefolgt und waren in das Gotteshaus und in den Hochsektor geflohen, nur noch vereinzelte Menschen verriegelten ihre Häuser und rannten auf der Straße umher. Der Fürst und sein Begleiter ritten weiter auf das Stadttor zu. Dort angekommen stand bereits der Großteil des Stadtheeres vor den Toren und bereitete sich auf ein kämpferisches Aufeinandertreffen vor, während sich die Stadtwache mit Bögen auf der gut 8 Meter hohen Brüstungsmauer der Stadt positionierte. Sobald der Fürst vor das Tor galoppierte brüllten die Hauptmänner des Heeres ihren Einheiten einige kurze Befehle zu und die gesamte Armee aus einer kompletten Legion stand wie auf den Schlag stramm in Reih und Glied. Einer der Befehle brüllenden Männer in einer silbern funkelnden Rüstung mit grünen Schnallen, die den samtroten Umhang trugen, der hinter ihm wehte, kam auf den rasch angaloppierenden Fürsten und seine erste Wache zugelaufen. Er half Serdar aus dem Sattel und brachte schnell seine bisherigen Wissensstände über den feindlichen Kontakt an der Küste an den Fürsten. Wie sich rausstellte war das feindliche Heer etwa 150 Schiffe stark, was in der damaligen Schiffbaukunst genau 15 Legionen auf dem Land ausmachte und führe keine bekannte Flagge aus Eolond. Die wenigen Schiffe, die zur Verteidigung des Hafen eingesetzt wurden waren bereits vor wenigen Minuten auf offener See zerstört worden und die Armada hielt unbeirrt auf die befestigte Hafenanlage zu. Der ältere Fürst blickte besorgt auf den etwas abwärts liegenden Hafen, von dem schon seit geraumer Zeit die Warnglocken läuteten. Während der Fürst so besorgt in die Nacht hinausblickte, fiel Ilgar eine Regung im Gesicht seines Herren auf, welchen er nie erwartet hatte von Serdar zu sehen. Eine Spur von Angst durchschnitt das sonst so fröhliche Gesicht seines Herren. Trotzdem behielt er seine Beobachtung für sich, schnürte seinen Waffengurt enger und schritt auf den fürstlich gekleideten Mann zu, der ihn vor drei Jahren zu ersten Wache und zu seiner persönlichen Leibgarde erklärt hatte. Damals war Ilfgar mit 15 Jahren in die Armee gekommen und hatte sich immer weiter nach oben gearbeitet, was er überwiegend seinen hervorragenden Bogenschießkünsten zu verdanken hatte. Auf einer der häufigen Jagdgänge Serdars rettete Ilfgar den Fürsten mit einem gewagten Schuss in den Kopf eines Bären davor zerfleischt zu werden. Völlig verdutzt hatte Serdar damals nach dem Mann hinter dem Schuss umgeschaut und den bis dahin 18 jährigen Wunderschützen entdeckt. Noch in der selben Woche ernannte der Fürst Ilfgar zum Mitglied der königlichen Wache und ein Jahr später hatte Serdar ihn bereits so liebgewonnen, das Ilfgar den Titel der ersten Wache einheimste und zusätzlich noch als Leibwache für den Fürsten diente. Seitdem waren Beide durch viele Gefahren gestolpert und konnten doch immer glücklich lachend und vorallem unversehrt aus den misslichen Lagen herauskommen. Auch Ilfgars lockere, entspannte Art und seine freundliche Offenheit ließen Serdar häufig lächeln und der alte Fürst bereute es immer öfter selbst keinen Sohn in die Welt gesetzt zu haben.
      „Herr, sollen wir zum Hafen vorrücken und dort die Unterredung veranlassen? Wir hätten die Verteidigungsstellungen zu unserem Schutz und könnten in einer ungünstigen Lage direkt in den Kampf einsteigen?“ Serdar nickte nachdenktlich. Neben vielen anderen Talenten war Ilfgar nämlich auch noch ein hervorragender Taktiker und von Kriegskunst verstand der 22 jährige Bogenschütze ungeahnt Viel. „Schließt das Tor und stell deine Männer, Garad als Notreserve vor das Tor, bei drei Hornstößen kommt ihr zu Verstärkung zum Hafen“, während der Fürst seine Befehle durchgab trat einer der vier Hauptmänner, ein jüngerer, stämmiger Mann namens Garad vor und salutierte vor seinem Befehlshaber: „Sehr wohl, Mylord“. Mit einem kurzen „Kompanie rechts um und Marsch“, setzte sich eine Soldatengruppe von etwa 200 Mann von den übrigen ab und marschierte in Richtung des Tores um dort in einem geordneten Quadrat in Aufstellung zu gehen. Der Fürst hatte indes seine gut 2800 Mann auf den Weg zum Hafen befehligt und ritt mit den drei übrigen Hauptmännern, Ilgar und einem Fahnenträger vorweg. Der Hafen selbst hatte eine von der Stadt unabhängige Wache. Etwa 500 Soldaten warteten gespannt auf das eintreffen ihres Fürsten an den Brüstungsmauern der Hafenanlage und blickten angsterfüllt auf den immer näher kommenden Feind. Der Hafen war bis auf seine Verteidigung auf dem Wasser mit einer breiten Mauer umgeben, an dessen Wänden sich die Tavernen und Lagerhäuser schmiegten, sodass zwischen Mauer und Wasser lediglich ein paar hundert Meter Platz waren. Auf den breiten Mauern standen Katapulte und Hakengeschosse, die schon weit entfernte Schiffe versenken konnten. Beladen wurden die Katapulte auf der wasserabgewandten Seite der Mauer, die durch Erdaufschüttungen deutlich besser erreichbar war als von der zur Wasser zeigenden Seite. Außerdem konnte man nur von der zur Stadt zeigenden Seite der Mauer auf die Brüstung kommen, dadurch war vom Wasser aus kaum eine Möglichkeit anzulegen und in den Bodenkampf umzusteigen ohne vorher bereits von Katapultgeschossen versenkt worden zu sein oder kurz vor den Anlegestegen in die Schussweite der Bogenschützen auf der Mauer zu kommen. Doch für eine so gewaltige Streitmacht war auch die einzige Hafenanlage in Eolond nicht ausgelegt und entweder Pfeile oder Steine der Katapulte würden nach wenigen versenkten Schiffen einfach ausgehen. Serdar durchschritt das Tor der Hafenanlage und ließ seine Bogenschützen die Brüstung verstärken, während die Nahkämpfer mit Schwertern und Äxten hinter den Speerkämpfern vor dem Hafentor positioniert wurden und zwischen Hafen und Stadt neben der Reserve von Hauptmann Garad eine zweite Barriere bildeten.
      Die weiße Verhandlungsflagge wurde gehisst und der Fürst schritt mit ausgewählten Männern neben Ilfgar auf den Hauptanlegesteg der Stadt, einer gut 5 Meter breiten Straße, die gut und gerne vierzig Meter gerade aufs Meer führte. Vorne angelangt stellte sich die kleine Gruppe in einem Dreieck, dessen Spitze Serdar markierte, auf. Langsam kamen die Schiffe näher und tief beladen schnitten sich die Planken der Schiffe einen Weg durch die ungewöhnlich ruhigen Wassermassen der See. Beinahe unheimlich bewegten sich die Fackeln über dem leichten Nebel im Hafen auf das Festland zu. Als eines der Schiffe lediglich zweihundert Meter vom Anlegesteg entfernt war rief der Fürst von Barion in einer kaum merklich von Angst leicht erzitterten Stimme: „Wer seid ihr und was wollt ihr hier, Fremde?“ Ohne eine Antwort näherte das Schiff sich der kleinen Gruppe auf dem Anlegesteg und verlangsamte nach und nach das Tempo. „Wer seid ihr und was wollt ih....?“ Noch während Serdar erneut fragte ertönten nacheinander mehrere Hornstöße von den Schiffen und ohne Vorwarnung schossen Pfeile auf die Stege und Mauern zu. Ilfgar schaffte es noch gerade rechtzeitig den Fürsten wegzuziehen, als der Pfeil in die Schulter Serdars eindrang, ein Schmerzensschrei hallte aus dem Mund des Fürsten und keine zwei Sekunden später fielen drei weitere Männer aus der Unterredungsgruppe zu Boden. Ilfgar schnappte sich einen Deckel von einem umgefallenen Fass und nutzte ihn gekonnt als Schild, während er den immer noch schmerzverzehrten Serdar in Richtung des Tores schleifte. Inzwischen hatten auch die Männer auf den Mauern das Feuer eröffnet und hielten den Angriff der Armada etwas auf, das vordere Schiff der Feinde war bereits von einem Katapultgeschoss getroffen und schon zu einem Drittel gesunken als einer der Hauptmänner Ilfgar zur Hilfe eilte und den Fürsten mit zwei Soldaten hinter die Hafenmauern brachte. Immer mehr Schiffe kamen im Hafen an und zwei Schiffe erreichten beinahe unbeschadet die Stege. Das Tor wurde geschlossen und die Hauptleute des Heeres setzten auf Schaden aus sicherer Entfernung durch Bogenschützen und Katapulte, doch schon bald waren die Katapultgeschosse aufgebraucht und die Pfeile gingen unaufhaltsam zu Neige. Gut zwanzig Schiffe hatten die tapferen Verteidiger bereits versenkt und Ilfgar schickte inzwischen von der Mauer aus einen Pfeil nach dem andern auf einen tödlichen Flug von denen fast alle ihr Ziel trafen. Serdar wurde nicht unweit von seinem treuen Begleiter von einem Wundartzt aus der Armee behandelt und blickte hoch zu seiner ersten Wache, die erneut einen Pfeil anlegte und ihn mit einer unbeschreiblichen Ruhe auf den Weg schickte. „Bringt Ilfgar zu mir“ sagte Serdar noch immer mit Schmerzen in der Schulter „Schnell!!“. Ein junger Soldat der zur Bewachung des Fürsten abgestellt war rannte ohne sich umzuschauen los und brachte Ilfgar wenige Momente später zu ihm. „Danke mein Junge und jetzt sieh zu das du am Leben bleibst“ sagte Serdar zärtlich lächelnd. Ilfgar blickte seinen Herren mitleidvoll an. „Nun schaut nicht so mein Junger Freund, noch bin ich nicht tot. Auaa!“, sagte der Fürst und schrie los als der Wundarzt ihm Alkohol über die Wunde kippte.
      Wütend blickte er den Wundarzt an und wandte sich dann schleunigst wieder seiner ersten Wache zu. „Ihr müsst etwas für mich erledigen Ilfgar. Reitet los und berichtet dem König von allem hier, ihr blickt nicht zurück und macht keine Rast. Ihr reitet geschwind und berichtet dem König von der unbekannten Streitmacht. Sag ihm wir halten sie so lange auf wie möglich. Er muss davon erfahren. Du bist der Einzige dem ich diese Aufgabe anvertraue, mein Sohn. Und nun fürchte dich nicht um einen alten Greis, reite los mein Freund, wir werden uns wiedersehen, ganz bestimmt.“ Ilfgar blickte Serdar durchdringlich an, einerseits hatte der Fürst „Sohn“ gesagt und für Ilfgar wurde eine Art Tagtraum real. Ungewollt zitterte der junge Mann und plötzlich hatte er Angst. Seine Augen füllten sich mit Tränen und sein Atem wurde schwer. Schon immer empfand er Serdar als eine väterliche Figur in seinem Leben aber noch nie hatte der Fürst ihm dieses Gefühl so stark erwidert wie heute.
      „Nein, ich bleibe bei euch“, widerstand er dem Befehl Serdars und eine erste Träne durchzog den Staub auf Ilfgars Wangen. Er wusste zwar, dass er an der Entscheidung seines Herren nichts mehr ändern konnte und wusste das es richtig war den König zu informieren, aber seine Gedanke glichen einem Gewittersturm.
      „Ich will euch nicht zurück lassen“, stotterte er mit brüchiger Stimme und presste kurz darauf seine Lippen aufeinander um nicht weiter zu weinen. Serdar blickte ihn warm lächelnd an und antwortete mit Tränen in den Augen:
      „Leb Wohl Ilfgar, ihr wart mir immer ein treuer Freund und Begleiter, ich werde euch nie vergessen.“ „Und nun geht, beeilt euch“, röchelte der Fürst kurz darauf und der junge Mann verzog schmerzlich das Gesicht. Die Tränen ließen sich nicht mehr halten und nun tropften sie dumpf auf den Boden. Einen Moment lang schüttelte er den Kopf und wandte die Augen von Serdar ab, dann rannte Ilfgar weinend und ohne zurückzublicken zu seinem Pferd und ritt über die Felder zur großen Handelsstraße vor der Stadt, der er bis zur Hauptstadt folgen musste. Er weinte den ganzen Weg über und sein Herz pochte wie wild vor Trauer. Seine Kehle war trocken und doch hatte er einen Entschluss gefasst. Er würde Serdar wieder sehen. Er würde seinen Auftrag erfüllen und sollte es ihn kosten, was es wolle. Es würde mehrere Tage dauern und Ilfgar hatte kaum Verpflegung, wenig Geld und sicher nicht die passende Reisekleidung, aber das war ihm egal, er hatte einen Auftrag von einem ihm wichtigen Menschen erhalten und nichts würde ihn davon abhalten, ihn zu erfüllen. Tränen kullerten über seine Wangen als Ilfgar die große Handelsstraße erreichte und er ritt immer weiter in die Nacht davon, ohne auf den brennenden Hafen zurückzuschauen oder auf die hinter ihm liegenden Schlachtgeräusche zu hören. Drei Hornstöße übertönten den Lärm der Schlacht und hallten durch die Dunkelheit der Nacht.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lehaidin ()

    • Hey, ich hab mal den Prolog gelesen. Hier zwei Anmerkungen:

      Lehaidin schrieb:

      Kriminalität wie am Fließband an ihnen vorbeizieht.
      Wer erzählt den Prolog? Wenn es jemand aus der gleichen Zeit ist wie die Wächter, die mit Goldmünzen in ihren Taschen klingen, dann würde ich den Begriff "Fließband" vielleicht ändern... ah, ne... sorry. Der Erzähler ist aus unserer Zeit... wegen Alaska etc. :hmm:

      Lehaidin schrieb:

      In dieser Geschichte handelt es sich um einen genau solchen Menschen.
      Ich fände "Diese Geschichte handelt von einem solchen Menschen" schöner zu lesen.

      Ich finde die Idee für den Prolog gut, dass der Erzähler sich direkt an die Leser wendet. Ich könnte mir gut vorstellen, das noch ein bisschen mehr auszubauen, auch wenn ich gerade noch nicht so genau weiß wie. :pardon:
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Lehaidin schrieb:

      Eolond. Ein Reich, bestehend aus 16 Fürstentümern, mit vielen Gebirgen, Wässern und Städten, gepflegten Handelsstraßen, ansehnlichen Häfen, riesigen Waldländern, feuchten Sümpfen, mit exotischen Tieren und Gestalten, mit Dieben, Räubern und Barbaren, mit Kriegern, Fürsten und Königen und einer Vielzahl an Bettlern.

      Lehaidin schrieb:

      und tatsächlich könnte man Eolond mit Kanada, Alaska und Amerika zusammen am besten vergleichen.

      Lehaidin schrieb:

      saß vor einem reich gedeckten Tisch mit gebratenem Truthahn, gedünsteten Tomaten, frischen Trauben, einem saftigen Süßkuchen, hervorragend riechender Kürbispastete, einem Berg aus warmen Brötchen, einer Kanne voll Wein und einer Auswahl der besten Käsesorten in ganz Eolond
      Listen sind etwas, das ich in Geschichten vermeiden würde. Mich interessiert gar nicht, was alles auf dem Tisch liegt, außer, es wäre irgendwie inszeniert. Und selbst dann wäre es zu viel. Weniger Listen, mehr Inszenierung; in fast jedem Land der Welt (und in fast jeder Fantasywelt) gibt es Gebirge, Wässer, Städte, Handelsstraßen, Häfen, Kätzchen mit mörderscharfen Zähnen, Waldländern, liest eigentlich noch jemand mit?, feuchten Sümpfen, exotischen Tieren und Gestalten, Dieben, Räubern, Blubb, Barbaren, Kriegern, Fürsten, Königen und Bettlern.
      Aber das alles interessiert mich nicht, wenn es nicht ansehnlich präsentiert wird. Der Prolog scheint mir wie eine verdammt große Liste, in der du alles aufzählst, was es so in deinem Setting gibt, ein bisschen Natur, böse Haudraufs, Königreiche, die den Bach runtergehen, eine Spur Elend. Das sind schon Grundzutaten für eine gute Geschichte, aber nicht für einen guten Prolog. Ein Prolog muss den Leser irgendwie mitreißen, und das tut er nicht, wenn der Leser sich durch Listen kämpfen muss von Dingen, die ihn noch kein bisschen interessieren. Niemand interessiert sich für die Details deiner Geschichte, wenn er nicht irgendwie gelockt wird, und das soll der Prolog leisten. Der ist der Wurm an der Angel, und der muss gut aussehen und ein bisschen zappeln, dass jemand da rangeht. Führe uns doch mit einer Situation, einer Erzählung, irgendetwas in deine Welt ein, statt sie uns in einem Bündel vor die Füße zu werfen.
      Okay, als kurzes Fazit: Mehr Inszenierung, weniger Listen!

      Lehaidin schrieb:

      Ihr fragt euch jetzt sicher, wie die Menschen in Eolond Probleme wie das der Armut angehen?
      Ist mir noch nebenher aufgefallen

      Und, poste nicht zu viel auf einmal. Der Umfang deiner einzelnen Posts ist gut, aber wenn du drei Posts hintereinander raushaust, ohne das jemand kommentiert hat, schreckt das ab, denn nach einer Seite Liste muss jeder Neuleser sich dann noch durch zwei weitere Posts kämpfen, und das schreckt ab. Die meisten kommentieren gerne, was sie in einem Rutsch gut lesen können, und wenn das eben mehr ist, machen sich die meisten nicht die Mühe.
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • Hey, danke für die gut verständliche Kritik von eurer Seite.

      @Asni:
      Ja, ich persönlich mag es sehr gerne mich als Erzähler, bzw. Autor direkt an die Leser zu wenden, das verleiht finde ich dem Erzähler der Geschichte etwas Charme. Und danke für deinen Vorschlag bezüglich meines Endsatzes, du hast Recht, es klingt schöner!
      Danke :)

      @Myrtana222:
      Da hast du natürlich völlig Recht mit dem Prolog!! Ich glaube auch nicht das ich es als solchen auslegen sollte, es passt viel mehr zu einer Länderbeschreibung und ist nicht als Prolog geeignet. Listen sind für mich leider normal, im Laufe der Geschichte bleiben diese aber überwiegend aus oder werden deutlich kleiner. Würde dir denn kapitel 1 als Prolog mehr zusagen oder ist dafür das Kapitel schon zu lang?

      Und ja, das mit dem Posts hab ich noch nicht so raus :( Einerseits finde ich es blöd ein Kapitel nur zur Hälfte zu veröffentlichen, andererseits verstehe ich natürlich völlig, dass diese Menge einen teilweise erschlägt ;(

      Danke euch Beiden, ich nehme mir eure Tipps mal mit in die weitere Entwicklung meines Romans. :) :thumbsup:

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Den Prolog lasse ich mal aus, hier finde ich auch, dass er in einem Weltenthread besser aufgehoben wäre als am Anfang eines Buches.

      Also direkt zum ersten Kapitel:
      Spoiler anzeigen

      Lehaidin schrieb:

      [...]Er selbst war schon gekleidet in seiner typischen Abendgarderobe gekleidet, einem Nachthemd aus Seide mit kleinen aufgestickten Pferden und Vögeln. Gerade wollte er sich einen prall gefüllten Löffel mit Kürbispastete in den Mund schieben Komma als eine seiner Wachen in den Thronsaal stürzte. Leicht verdutzt hielt Fürst Serdar inne und blickte die noch immer keuchende Wache fragwürdig an. „Was fällt Euch ein Komma mich beim Essen zu stören, Ilfgar?“, fragte der inzwischen etwas unzufriedene Fürst seine völlig erschöpfte Wache. Ilfgar lehnte sich noch immer keuchend auf seine Knie und hustete zweimal laut auf den Boden Komma bevor er sich aufrichtete und beinahe flüsternd sagte: „Wir werden angegriffen, keuch..., mein Herr." (Punkt und " vertauschen) Das "keuch" würde ich weglassen, da du schon oben erwähnt hast, dass er keucht. Lautmalerei finde ich persönlich auch etwa störend, aber das ist subjektiv.
      Serdar ließ den Löffel auf den Teller hinab und fing an herzlich zu lachen. „Ilfgar, ich habe schon deutlich bessere Scherze von Euch gehört als „wir werden angegriffen“. Also lasst den Unfug und verschwindet dahin Komma wo Ihr hergekommen seid.“ „Mein Herr, ich weiß ich bin vielleicht der Falsche für diese Nachricht, aber ich meine es tatsächlich Ernst, es kommen Schiffe, viele Schiffe, ich weiß nicht Komma wie viele es sind, aber Ihr solltet euch das anschauen. Bitte Komma mein Herr!“ kein Punkt Serdar hörte langsam auf zu lachen und blickte Ilfgar, der so langsam wieder zu Atem kam, ernst an. „Nun gut Ilfgar, ich werde Euch folgen, aber wenn sich herausstellt, dass Ihr mich wieder an der Nase rumführt Komma verbringt Ihr die nächsten zwei Wochen im Kerker, habt Ihr mich verstanden? Das letzte mal Komma als ich Euch gefolgt bin Komma musste ich zwei Tage lang in der Wildnis umherziehen Komma bis mich ein Bauernjunge mit seinem Vater zurück in die Stadt gebracht habt, erinnert Ihr Euch?“ Ilfgar lächelte kurz und sagte dann bestimmt und ernst: „Dafür habe ich bereits mehrmals um Vergebung gebeten Komma mein Herr, aber diesesmal meine ich es ernst, wir sollten keine Zeit verlieren.“ Serdar richtete sich aufkein Leerzeichen, blickte traurig auf seine reich gedeckte Tafel, der er den ganzen Tag schon so unendlich entgegengefiebert hatte, und folgte seiner ersten Wache Ilfgar in seinem typischen Nachthemd.
      Sie verließen die heimelige Halle, die so wunderbar nach gebratenem Truthahn roch, und betraten den Hof bei einer sternenklaren Nacht. Auf der linken Seite leuchtete es flackernd aus den Gemächern des Fürstenhauses und ein lauer und warmer Frühlingswind durchzog den Hof. Auf der rechten Seite blickte man in die Tiefen von Eolond und man konnte in der Ferne das Gebirge von Valstheim erkennen. Vor Serdar und seiner ersten Wache tat sich langsam das Meer auf. Eigentlich sollte man nur eine dunkle, ebene Fläche sehen, aber an jenem späten Abend bedeckte das Meer eine gigantische Menge an Schiffen unter einer leichten Nebelschicht. Erkennen konnte Serdar sie sehr gut, tausende Laternen leuchteten etwas über dem Wasser und glitten gespenstisch unter der Nebeldecke auf die Fürstenstadt zu. Der Blick des Fürsten verfinsterte sich. „Ihr habt also nicht gelogen Ilfgar. Was schätzt Ihr? Wie viele Schiffe kommen da auf uns zu?“ „Ich weiß es nicht Komma mein Herr, was sollen wir tun, sollen wir ein Warnsignal ausrufen?“Komma antwortete Ilfgar angespannt. Serdar blickte zurück auf die Thronhalle und auf den Hof davor. Es war ein sehr schöner Hof, ein schmaler gepflasterter Weg führte geradewegs zu den Toren des Fürstenhauses, links und rechts am Wegesrand blühten bereits die ersten Blumen und dahinter plätscherten zwei Brunnen auf jeder Seite des Weges. Genau in der Mitte des Platzes wurde der Weg etwas breiter und ein kleiner runder Platz bot ein paar Sitzmöglichkeiten Komma um in warmen Nächten, so wie sie an diesem Tag eine war, gemütlich Pfeife zu rauchen. Den Rest des Hofes füllte lediglich eine saftige Rasenfläche und um die Rasenfläche sie herum an den Brüstungen entlang führte ein breiter Weg aus feinem Sand, auf dem tagsüber Marschübungen für die Rekruten der Wache stattfanden. Serdar blickte nach rechts und erblickte seine Frau durch das Fenster ihrer Gemächer Komma wie sie sich konzentriert wie immer ihre dunkelbraunen Haare kämmte. Auf der linken Seite wieherten unter den flachen Stallungen ein paar Pferde und knapp über den Stallungen erspähte Fürst Serdar das ferne Gebirge Komma auf dem fast geisterhaft der Schnee auf den Spitzen der Berge im Mondschein schimmerte. Für einen kurzen Moment fühlte sich Serdar wohl. Doch die heimelige Stimmung wurde von Ilfgar abrupt unterbrochen: „Mein Herr? Sollen wir die Stadt absichern?“ Serdar drehte sich zu seiner treuen ersten Wache um und sagte: „Sichert die Stadt unbemerkt ab, weckt die Soldaten und Wachen auf und postiert sie auf den Mauern. Hisst eine weiße Flagge am Tor und stellt mein Pferd ab, ich werde mit den Neuankömmlingen reden und herausfinden Komma was sie in Eolond wollen und wo sie herkommenkein Leerzeichen. Aber alles muss unbemerkt geschehen, das Volk soll nicht merken Komma dass etwas nicht stimmt. Habt Ihr verstanden?“ „Ja, mein Herr“Komma erwiderte Ilfgar und machte sich schnurstracks auf den Weg zu den Kasernen.
      Serdar schaute seiner Wache hinterher und ihm wurde bewusst Komma dass er Ilfgar wirklich gern hatte. Ilfgar war zwar auf seine eigene Art und Weise verrückt und unfassbar nervig, aber Serdar würde seine erste Wache jedem auch noch so guten Soldaten vorziehen. Serdar lächelte und erinnerte sich an jeden Streich Komma den sein junger Untertan ihm gestellt hatte, für Abwechslungsreichtum hatte Ilfgar in Serdars Leben immer gesorgt und dafür war Serdar der treuen Wache unendlich dankbar. Noch während er über die Streiche nachdachte lief der ältere Fürst auf seine Gemächer zu Komma in denen seine Frau bereits sehnsüchtig auf ihren Gatten wartete. Ihre Haare waren inzwischen zu einem langen braunen Zopf zusammengebunden und ihr Gewand schmiegte sich um ihre taillierte Hüfte. Und wie so oft fiel Serdar auf Komma wie wenig seine Gemahlin sich seit ihrer ersten Begegnung verändert hatte. „Was bekümmert euch Komma mein Liebster?“Komma fragte die wunderschöne Gattin ihren nachdenklichen Fürsten und wusste schon anhand des Blickes ihres Gatten, das etwas nicht stimmte. Serdar lächelte und gab Anya einen zärtlichen Kuss auf die Wange. „Es nähern sich Schiffe über das Meer, ich werde mit den Fremden reden und muss herausfinden Komma was sie in Eolond wollen, hast du meine Rüstung irgendwo gesehen?“ Anya blickte sowohl beängstigt als auch leicht belustigt in die Augen ihres Mannes und antwortete lächelnd: „Serdar Komma du weißt doch Komma dass dir deine Rüstung nicht mehr passt, aber ich habe noch deinen Lieblingswams im Schrank gesehen.“ Serdar erinnerte sich, nachdem er Fürst von Barion geworden war, war er auch leider von Tag zu Tag etwas fülliger geworden, sodass seine ehemalige Kriegsrüstung vor allem um den Bauch herum ziemlich eng geworden war. Leicht unzufrieden, aber auch über sich selbst belustigt Komma stimmte Serdar seiner Gattin zu und ließ sich von ihr in den dunkelroten Wams helfen. Unter den Wams versteckte er ein Kettenhemd für alle Fälle und das Wams mit dem aufgestickten goldenen Wolfskopf ließ den älteren Mann doch tatsächlich wie ein hoher adliger Fürst aussehen. Serdar hing sich sein Schwert um, an dessen Griffende ein rot schimmernder Rubin glitzerte. Die Schwertscheide war verziert mit feinen Goldstreifen, die wie Weinranken ineinander flossen und sich wie ein Wirrwarr an Linien über die ganze Schwertscheide erstreckten. Anya blickte mit feuchten Augen auf ihren stattlichen Mann und war stolz auf ihren Gatten, den sie damals auf dem Markt kennengelernt hatte. Sie war damals in den jungen Serdar heingerannt, der damals noch eine Wache in Barion war, hineingerannt und seitdem hatten die beiden sich nie wieder getrennt. Serdar hatte sich damals sofort um die junge Frau gekümmert und sie wenige Jahre später geheiratet Komma bis er dann schließlich vor 8 Jahren zum Fürsten von Barion ernannt wurde.
      Sie umarmten sich und Serdar küsste seiner in Tränen ausbrechenden Gattin zum Abschied liebevoll auf den Mund. Es sollte der letzte Kuss werden Komma den die Beiden miteinander teilten.

      Die lange Aufzählung am Anfang stört mich auch, weil es zu langweilig ist.
      Außerdem solltest du mehr Absätze einbauen, am besten immer bei der wörtlichen Rede. Das macht es angenehmer, den Text zu lesen.
      Kommafehler sind ein paar drin, da solltest du nochmal drüber gucken. Und nach der wörtlichen Rede wird nach den letzten Gänsefüßchen kein Satzzeichen mehr gemacht. Allgemein die Zeichensetzung bei wörtlicher Rede solltest du nachlesen.
      Ihr, Euch, Sie werden in der höflichen Anrede groß geschrieben.
      Allgemein hast du noch ein paar Groß-/Kleinschreibungsfehler drin.
      Versuche, nicht so oft Namen und Anreden zu wiederholen.

      So viel zum formellen.

      Inhaltlich hat es mich zuerst gestört, dass Serdar die ganzen Schiffe erblickt und erstmal eine lange Passage mit Beschreibungen über den Garten eingeschoben wird. Dann aber fand ich es ganz nett, dass du so mit reingebracht hast, dass er anscheinend etwas verträumt und leicht abzulenken ist.
      Mich hat gewundert, dass Serdar an seiner reichlich gedeckten Tafel speist, während seine Frau in den Gemächern auf ihn wartet. Warum essen sie nicht zusammen, wenn sie sich doch so sehr lieben?
      Mir kommt es komisch vor, dass Anya zuerst so locker flockig ist, lacht und stolz auf ihren Mann ist, und dann auf einmal beim Abschied das Weinen anfängt. Ich finde, da müsste sie vorher schon leicht ängstlich und traurig sein. Über Serdar weiß ich noch zu wenig, vielleicht ist er wirklich so naiv und realitätsblind, aber auch er kommt mir zu locker, zu fröhlich, zu sehr "dumdidum mal gucken was da ist" vor.

      An sich hast du einen sehr angenehmen Schreibstil. Wenn die Aufzählungen keine Überhand nehmen, beschreibst du die Umgebung sehr lebendig und es fügt sich gut in den Text ein. Du streust gut wichtige Informationen ein, ohne dass man von ihnen erschlagen wird.

      Ob sich das erste Kapitel als Prolog eignen könnte, weiß ich noch nicht. Je nachdem, wie es in dem zweiten weitergeht (da hab ich nur grade keine Zeit), würde ich erstmal ja sagen. Vor allem der letzte Satz würde gut in einen Prolog passen. In einem normalen Kapitel würde ich ihn rausstreichen.


      Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.
    • Danke für die Kritik, Kommasetzung ist nun leider nicht meine Stärke. Zu den Aufzählungen habe ich mich bereits geäußert. Groß und Kleinschreibefehler sind natürlich vermeidbar, kommen aber bei meinem Schreibprogramm leider sehr häufig vor. Meist schreibe ich schneller als ich kann und da passiert sowas mal, aber na klar, das nehme ich mir zu Herzen. Zu den Namen und Anreden muss ich sagen, dass es mir häufig zu unübersichtlich wird einfach nur "sagte er" oder einen Dialog zu schreiben. Das wird sich im Laufe der Geschichte auch noch ändern, weil die Gruppe sich deutlich vergrößert und der Erzähler sich überwiegend an die Fersen der Gruppe heftet. Von der reinen Form der Kapitel hast du natürlich völlig Recht, das werde ich bei den weiteren Veröffentlichungen beachten.
      Nun zum Inhalt:
      Ja, Serdar ist hier fürs erste ein Nebencharakter, er hat diese lockere und etwas verpeilte Art. Das Mahl nimmt er alleine zu sich, da seine Frau sich gerade wäscht. Die beiden haben eine so gute Beziehung, dass sie nicht zusammen essen müssen. Außerdem befindet sich Serdar noch im Thronsaal. er hat den ganzen Tag geschafft und will sich nun mal in ruhe seinem Essen widmen. Das die Frau sich gewaschen hat wird vorallem deshalb klar, weil sie sich in den folgenden Abschnitten die Haare kämmt. Nun zu Anya selbst. Ich persönlich finde, dass sie nicht von Anfang an ängstlich sein muss. Der Mann betritt den Raum und sie ist ängstlich? Ich finde da fehlt noch der Anstoß zum ängstlich sein. Nachdem Serdar ihr von den Feinden erzählt hat und nach seiner Rüstung fragt ist sie ja beängstigt, aber findet die Rüstungsproblematik amüsant. Während sie ihren Mann beim Kleidung Anlegen beobachtet, wird ihr erst bewusst wie schlimm die Situation ist, verbildlicht durch das Kettenhemd. Mit feuchten Augen stolz sein... Mhh, ich verstehe die Problematik dieser Formulierung. Ich glaube aber in dieser Situation ist Anya einfach mit sehr vielen Gefühlen gleichzeitig konfrontiert. Serdar ist ein fröhlicher Mensch, was er überwiegend Ilfgar zu verdanken hat, der ihn gelehrt hat, einfach alles etwas weniger streng zu sehen.

      Danke führ dein Lob im Bezug auf meinen Schreibstil, sowas höre ich natürlich gerne. Mit dem Prolog weiß ich mir leider auch nicht zu helfen :D Das erste Kapitel ist eigentlich wirklich mehr so eine Art Vorgeschichte, sie beschreibt die Ausgangssituation. Das zweite Kapitel springt dann erst zu unserer Hauptperson. Trotzdem spielen sich Kapitel 1 und 2 so gut wie zeitgleich ab und werden im Buchverlauf auch zusammengeführt. Aber eine Lösung für das Prologproblem hab ich leider nicht :|

      Danke und LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Hi hab mir mal deinen Prolog durchgelesen. Das Land Eolond hört sich schon sehr interessant an. Besonders, da der König von anderen "erpresst" wird. Mal was anderes. Dass der Prolog so kurz ist, finde ich nicht so schlimm. Man wird kurz hinein geworfen und kann sich schonmal ein Bild machen. Mir ist aufgefallen, dass deine Sätze sehr lang sind, wodurch der Lesefluss etwas unterdrückt wird. Mach öfters mal einen Punkt oder fasse dich etwas Kürzer.

      Lehaidin schrieb:

      Wie euch sicher auffällt muss ein solches Reich gigantisch sein, und tatsächlich könnte man Eolond mit Kanada, Alaska und Amerika zusammen am besten vergleichen.
      Wenn ich das richtig habe, dann Blickt dein Erzähler von oben auf Eolond drauf. Der Vergleich hört sich zwar gut an und man hat gleich ein Bild vor Augen, doch ich finde ihn nicht ganz so passend. Für mich hört es sich dann so an, dass sich Eolond in unserer Welt befindet.

      Lehaidin schrieb:

      nt sich nach der Vergangenheit, einer Vergangenheit, in der jeder, jederzeit zum Helden werden konnte,
      Hier kommen zwei Wiederholungen hintereinander. Vielleicht solltest du hier besser nach Synonymen suchen.
    • Kapitel 2 (Teil 1)

      Aspholium

      Atrion war müde. Den ganzen Tag lang war er auf den Beinen gewesen und hatte dem jungen Prinzen Unterricht im Zweikampf gegeben, nun lag er erschöpft und ausgelaugt in seinem Zimmer in der Militärskaserne. Aber trotz der Anstrengungen und Mühen machte der Prinz beträchtliche Fortschritte im Führen eines Schwertes und entwickelte sich immer mehr zum treffsicheren Bogenschützen.
      Atrion richtete sich auf, begann seine Schuhe aufzuknoten und blickte müde in das von Kerzen flackernd beleuchtete Zimmer. Blasen kamen zum Vorschein als er die Schuhe neben das Bett gestellt hatte und er stupste vorsichtig auf die mit Eiter gefüllte Verletzung, ein stechender Schmerz durchfuhr ihn und er zuckte zusammen.
      Seit vier Jahren war Atrion nun schon im Dienste der Armee und er bereute es keineswegs, damals nach seiner Zeit im Waisenhaus zum Militär gegangen zu sein. Er hatte wirklich schnell eine kleine Karriere beim Militär begonnen. Zuerst durchlebte er einigermaßen unbeschadet seine fünfmonatige Ausbildung zum Soldaten, die er mit einem goldenen Stern für den Schwertkampf beendete. Danach wurde er schnell, aufgrund seiner Fähigkeiten mit dem Schwert, zum Ausbilder im Schwertkampf ernannt und trainierte neue Rekruten. Nach zwei Jahren im Ausbildungslager versetzte man ihn in die Hauptstadt zu den Ringwachen, die Stadtwachen. Nachdem der König von seinem Wundersoldaten im Schwertkampf erfahren hatte, ernannte er Atrion zum privaten Ausbilder des Prinzen und zum Leibwächter der Königsfamilie.
      Der 18 jährige Prinz war 4 Jahre jünger als Atrion und stellte sich schnell als ein lernbegieriger Schwertkampflehrling heraus. Neben seiner Hingabe für den Schwertkampf interessierte sich der Prinz für die Mythen und Sagen der Vorzeit. Jeden Tag erzählte er Atrion von den längst vergessenen Geschichten über Drachen und Magier, über Elfen und Zwerge und von den dunkelsten Geheimnissen über die Falmer und die Verbannten. Atrion hielt die Geschichten meist für völligen Unsinn und lächelte häufig über die Naivität des jungen Träumers vor ihm, aber er mochte den Prinzen. Beide waren sehr schnell zu sehr guten Freunden geworden und verstanden sich hervorragend, Für den jüngeren Prinzen Elion war Atrion fast wie ein Bruder geworden. Jeden Tag verbrachten sie Zeit miteinander, übten den Schwertkampf, gingen auf die Jagd, besuchten die Bibliothek oder wühlten sich durch die engen Einkaufspassagen der Stadt. So oder so waren die Beiden unzertrennlich und Atrion nahm seine neue Berufung als Leibwächter sehr ernst und bereitete Elion auf sein Leben als Heerführer und Prinz vor, was ihm der vielbeschäftigte König dankend anrechnete.

      Nachdem Atrion seinen Blasen mit einer Wundcreme geholfen hatte, wusch er sich und kleidete sich zum Schlafen ein. Er legte sich ins Bett und schnappte sich ein kleines Büchlein auf dem Nachttisch. Er öffnete es und fing an in das Buch zu zeichnen. Schon seit ein paar Monaten hatte Atrion begonnen zu zeichnen, es beruhigte ihn und er schuf seine eigenen kleinen Kunstwerke. Was am Anfang eher wie Kleinkindzeichnungen aussah, entwickelte sich bald zu deutlich erkennbaren Gegenständen und Personen. Meistens zeigten die Bilder Szenen aus dem erlebten Tag von Atrion, aber gelegentlich ließ Atrion seiner Fantasie freien Lauf und erschuf ungewöhnliche Formen und Gestalten, welche nur zu häufig Drachen oder Vögeln ähnelten und er sich jedes Mal wenn er sie sah an Elion erinnerte, der strahlend Geschichten von Drachen ausplauderte. Eifrig zeichnete die Leibwache in sein Tagebuch und legte nach einer Weile seinen Bleistift zufrieden auf den Nachttisch zurück.
      Nun blickte er prüfend auf das von ihm geschaffene Werk und begann nach einer ihm bekannten Ähnlichkeit zur realen Welt zu suchen. Nach ein paar Minuten nickte er mit dem Kopf und legte das Buch zufrieden auf den Nachttisch. Er hatte kaum vergleichbare Gegenstände oder Personen finden können die ihm bekannt vorkamen, aber im Großen und Ganzen ähnelte das Werk seiner Meinung nach einem Heer aus Soldaten vor einem Berg oder einer Stadt auf einem Hügel.
      Die überwiegend schwarze Masse aus Soldaten ging fast nahtlos in die leicht hellere graue Stadtmasse über und ein fantasieloser Mensch würde nur einen nicht ganz transparenten schwarzen Fleck wahrnehmen. Aber Atrion schuf sich aus seinen Bildern die fantastischsten Dinge. Zwar machte er sich häufig über Elion und seine blühende Fantasie lustig, aber in diesen Minuten, wenn er das Buch aufschlug und begann zu zeichnen, lebte Atrion in seiner ganz eigenen Welt, die er meist aus seinen Träumen heraus erschuf.
      Während er noch eine Weile auf sein Werk im Büchlein blickte fielen ihm nach und nach die Augen zu und er schlief seelenruhig ein. Er träumte von einem Herr vor den Toren einer gewaltigen Stadt, plötzlich erkannte Atrion die Stadt in seinem Traum. Es war die Stadt des Königs. Es war die Stadt Aspholium.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Hallo Lehaidin,

      ich finde dein neues Kapitel besser als die Kapitel davor, du hast auch die Listen reduziert. Ich denke du bist auf gutem Weg eine interessante Geschichte zu erzählen.
      Pass ein wenig auf, dass du sprachlich im Mittelalter bleibst! (Einkaufspassagen?)

      Du läufst auch in Gefahr, dass es zu glatt wird.
      Atrion=Waisenkind-Militär-Schwertkämpfer-Künstler-Supermann.
      Lass deine Charaktere ruhig etwas leiden. Ein früher Verlust der Eltern als Trauma. Misshandlung im Waisenhaus. So etwas.

      Das Militärleben ist hart, auch auf einer Burg. Es hört sich bei dir etwa so an, als zöge sich Atrion auf sein Hotelzimmer zurück.
      Mehr Kälte, Dreck, Ratten, Staub und Schmerz!

      Du bist auf gutem Weg, ich freue mich mehr zu lesen!

      Lehaidin schrieb:

      Aber trotz der Anstrengungen und Mühen machte der Prinz beträchtliche Fortschritte im Führen eines Schwertes und entwickelte sich immer mehr zum treffsicheren Bogenschützen.
      Nicht „trotz“ der Anstrengungen.
      Aber die Anstrengungen und Mühen hatten sich gelohnt, denn der Prinz machte

      Lehaidin schrieb:

      Der 18 jährige Prinz war 4 Jahre jünger als Atrion und stellte sich schnell als ein lernbegieriger Schwertkampflehrling heraus.
      Ein 22 jähriger Unterrichtet einen 18 jährigen am Hof? Aus der Sicht meines fortgeschrittenen Alters lehrt hier das Kücken dem Ei etwas. Sollte ein Lehrmeister im Schwertkampf nicht eher ein kampferfahrener Recke von mindesten 30 sein?

      Lehaidin schrieb:

      Nachdem Atrion seinen Blasen mit einer Wundcreme geholfen hatte, wusch er sich und kleidete sich zum Schlafen ein.
      Blasen aufstechen! Wundcreme hilft gar nicht.

      Lehaidin schrieb:

      Eifrig zeichnete die Leibwache in sein Tagebuch und legte nach einer Weile seinen Bleistift zufrieden auf den Nachttisch zurück.
      Nach einem langen Tag mit Schwertkampf noch kreativ sein? Das ist sehr unwahrscheinlich.
      Kerzen sind auch sehr teuer und wahrscheinlich rationiert.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sensenbach ()

    • Hi @Sensenbach,
      danke für deine Tipps. Zuersteinmal hast du Recht, Atrion ist schon zu Beginn zu sehr ein Held und hat noch kaum eine charakterliche Entwicklung durchlaufen. Ich kann dir versichern, er wird in den Folgekapiteln etwas mehr charakterisiert und auch seine Probleme kommen im Laufe der Geschichte zum Vorschein. Bei der Mittelalterlichen Sprachgestaltung muss ich sagen, dass ich als Erzähler aus unserer Welt und damit der Zukunft für Eolond spreche. Zwar stimmt es, dass der Begriff Einkaufspassage hier nicht ganz passt, aber mir ging es sehr darum, dass der Leser sich wirklich vorstellen kann wie Laden an Laden in einer Straße aneinandergereiht ist. Trotzdem ist der Begriff nicht passend.
      Zum Miltärleben kann ich dir leider nur Begrenzt recht geben. Erstmal würde ich Aspholium nicht als eine Burg bezeichnen. Es ist eine für mittelalterliche Verhältnisse sehr große Stadt. (Ein vergleich wäre vielleicht Minas Thirit aus Herr der Ringe) Das heißt, das das Leben in dieser Stadt schonmal deutlich komfortabler ist, als auf einer englischen Burg beispielsweise. Zum reinen Militär gebe ich dir natürlich Recht und ein normaler Gefreiter oder Soldat würde wie jeder andere in den Sammelunterkünften der Kaserne untergebracht werden. Atrion ist aber nun mal kein gewöhnlicher Fußsoldat, er muss zwar normale, alltägliche Aufgaben bewältigen, ist aber immer noch privater Ausbilder des Prinzen und eine Leibwache und ein Laufbursche der Königsfamilie. Durch diese Stellungen hat er Privilegien zugesprochen bekommen, die ihm ein eher weniger luxuriöses Einzelzimmer eingebracht haben. (Tisch, Stuhl,Bett, Waschbecken, eine Kommode) Zu den Atributen die du gerne sehen würdest (Dreck, Staub, Schmerz) kommt die Geschichte noch. Das ist gleichzeitig der Nachteil daran, immer nur so wenig Text hochzuladen, es reißt etwas am Zusammenhang herum und dadurch wirken Passagen sehr langweilig oder bringen eine falsche Wirkung rüber.

      Zu den Formulierungsvorschlägen gebe ich dir in allen Punkten Recht, das werde ich bei Gelegenheit überarbeiten. Was das Alter und die damit verbundene Stellung betrifft, ich glaube wenn ein talentierter Schwertkämpfer an den Hof des Königs kommt und alle anderen Soldaten im Schwertkampf überragt, kann man ihm durchaus solch eine Stellung verpassen. Die Stellung wurde ihm von der Königsfamilie verliehen, nicht von den Hochrangigen Militärs, die hätten ihn lieber noch 8 Jahre lang schmoren lassen. Bei den Blasen wusste ich ehrlich nicht genau was mehr sinn ergibt, habe mich dann wohl für das falsche entschieden. Zum Tagebuch kann ich noch sagen, dass man die "Werke " dort nicht als kreative Kunst bezeichnen kann, wohl eher ein gekritzel. Aber natürlich könnte man nach einer Tageseinheit Schwertkampf auch gut und gerne einschlafen.

      Danke schonmal für deine super Kritik und ich freue mich in dir einen Leser gewonnen zu haben, hoffentlich kann ich dich mit meiner Geschichte auch weiterhin ansprechen.

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Ich würde ganz schnell noch ein paar Worte über das Kapitel hier verlieren, weil ich weiß, dass das was jetzt hier kommt ein ziemlicher Batzen ist. Trotzdem wollte ich den zweiten Teil des Kapitels in einem Stück veröffentlichen, weil sonst eine eher langweilige Stimmung im aufkommt und die Spannung etwas verloren geht. Ich hoffe euch gefällt der Rest von Kapitel 2, viel Spaß.

      Kapitel 2 (Teil 2)


      Am nächsten morgen waren Atrion alle Erinnerungen an den Traum verflogen wie die frühen Nebelschwaden über der Stadt. Nach einem scheußlich schmeckenden Hornbeerensaft (Ein Getränk, welches unserem handelsüblichen Kaffee ähnelt) machte er sich schlaftrunken auf den Weg in die Militärskantine.
      Dort angekommen wurde er von Matim schon eifrig erwartet. Matim war Atrions viel zu junger Wachpartner, der jeden morgen übereifrig an den Fersen von Atrion allerhand Informationen und Tipps absahnen wollte. Denn neben Atrions Auftrag als Leibwächter von Prinz Elion, musste der junge Schwertkämpfer trotzdem in der Armee Wachdienst abhalten, zu Atrions Enttäuschung aber leider mit Matim.
      Matim war nicht nur übereifrig und erst 16 Jahre alt, nein, er war auch noch der ungeschickteste Mensch auf der Welt.
      Jedes Mal wenn es das Schicksal so wollte, schaffte Matim die schier unmöglichsten Taten, bei denen häufig nicht nur Atrion, sondern noch einer Vielzahl anderer Personen und Gegenstände zu Bruch kamen.
      Ja, Matim konnte man so gut wie keine Sekunde aus den Augen lassen. Das gerade Atrion mit Matim zusammen Wachdienst halten musste war kein Wunder. Die Heerführer fühlten sich von Atrion hintergangen, da dieser sich häufig den Pflichten des Heeres entzog und der Königfamilie diente. Und außerdem erhofften sie sich, dass ihr bester Schwertkämpfer und Vorzeigesoldat aus dem tollpatschigen Matim am ehesten einen Soldaten machen könnte.
      Während sich Atrion mit einem Frühstückstablett, bestehend aus einem Spiegelei, ein wenig Butter, Brot und Käse, an einen der vielen Tische im Speisesaal setzte, hörte er bereits hinter sich das laute Klirren von Matims Teller. Ein paar Soldaten lachten und grunzten von ihren Tischen noch verschlafen auf, während Matim sich mit dem Spiegelei auf dem Boden abmühte. Einer der Soldaten am Nebentisch schien es besonders lustig zu finden und warf Matim johlend Brotstückchen gegen den Kopf, bis der junge Soldat dem Blick von Atrion begegnete und sich ohne zögern schweigend um sein eigenes Frühstück kümmerte.
      Ja, Atrion war zwar nicht gerade glücklich über seine Wacheinteilung, aber er beschützte Matim vor dem Großteil der Stichelein der Mitsoldaten. Das Spiegelei war wie jeden morgen fad und langweilig gewürzt, das Brot etwas hart und der Käse schon etwas bröselig, aber Atrion genoss jeden Bissen seines Frühstück und unterhielt sich inzwischen mit Juna, einer jungen Bogenschützin seines Regiments.
      „Du hast es immer noch schwer mit ihm, oder?“ fragte die junge Brünette Atrion und deutete unauffällig auf Matim, der inzwischen ein neuen Teller von der Essensausgabe bekommen hatte.
      „ Er macht sich. Seine Schwertkünste haben sich verbessert, so wie seine Bogenschießerfahrungen. Gegen seine Tollpatschigkeit bin auch ich machtlos!“ seufzte Atrion Juna entgegen.
      Juna blickte Atrion mitleidend an und versuchte ihn aufzumuntern:
      “Übermorgen ist der Soldatenwettkampf, freu dich doch wenigstens mal. Ich meine keiner dieser Amateurgefreiten hat eine Chance gegen den besten Schwertkämpfer des Heeres.“ „Das stimmt, der König wird wieder außer sich sein und dich zum Mahl einladen“ schloss sich ein älterer Soldat leicht spottend an Junas Aufmunterungsversuch an.
      Atrion musste tatsächlich lächeln. Juna und der ältere Soldat hatten Recht. Schon drei Mal konnte Atrion die Schwertkampfdisziplin ohne auch nur ein gekrümmtes Haar gewinnen und wurde letztes Jahr tatsächlich vom König zum Festmahl geladen.
      „Jetzt schwelgt er schon in ruhmhaften Träumen meine Freunde, schaut euch das an!“, sagte Juna laut und riss Atrion aus den Träumen. Einige Soldaten im Umkreis lachten zurückhaltend und hatten sich schnell wieder ihrem Spiegelei zugewandt.
      „Dankesehr!“ sagte Atrion sarkastisch in Junas Richtung und wandte sich Matim zu, der sich inzwischen neben ihn gesetzt hatte und versuchte krampfhaft den umgeschütteten Milchbecher aufzufangen. Atrion ignorierte das Missgeschick gekonnt und befragte Matim nach seinen Hausaufgaben, die er ihm nach jeder Wacheinheit aufgab.
      “ Wodurch lässt sich ein Schwertkampf negativ beeinflussen?“
      „Durch Ablenkung, Gefühle und den Verlust des Umgebungswissens“
      „Sehr gut Matim, Rache oder Zorn bringt dich dazu Fehler zu machen. Eine hübsche Frau in deinem Kopf lenkt dich ab und du musst immer deine Umgebung im Auge behalten. Sehr gut! Nächste Frage, was ist deine größte Stärke im Schwertkampf?“
      „Die Wucht des Gegners.“ erwiderte Matim.
      „Und wieder richtig, prima. Nutz die Wucht der Schläge deines Gegners. Du sparst Kraft und nutzt die Stärke des Gegners um zu kontern. Letzte Frage: Beinarbeit oder Armkraft, was ist entscheidend für einen siegreichen Schwertkampf?“
      Matim überlegte kurz und zögerte verlegen mit der Antwort. Juna lächelte Matim vorwurfsvoll an und zwinkerte kaum merklich mit dem Auge. Matim grinste verlegen und sagte:
      „Beides ist gleich wichtig, die Beinarbeit um einem Hieb des Gegners auszuweichen und die Armkraft ist notwendig um den schlag zu parieren und zu kontern“
      „Sehr gut Matim“,
      sagte Atrion und blickte Juna kritisch an, während sie unauffällig versuchte sich in das Gespräch ihres Sitznachbarn einzuklinken.
      „So, theoretisch hast du schonmal alles richtig gemacht Matim, also auf zum Übungsplatz, mal schauen ob wir vor der Wachablösung ein paar Schwerthiebe austeilen können.“
      Nachdem sie fertig gegessen hatten, brachten Beide ihr Tablett weg und verabschiedeten sich von Juna. Auf dem Übungsplatz war schon reges Treiben, Marschübungen, Bogenschießgruppen und Ringer wühlten sich auf dem Platz hin und her.
      Atrion und Matim suchten sich einen Platz etwas abseits der Bogenschützen und machten sich ans Werk. Die Schwertklingen prallten aufeinander und entwickelten ihren ganz eigenen Zauber. Fast wie ein Tanz bewegte sich Atrion vor Matim hin und her, der immer häufiger Probleme hatte gegen die gut platzierten Schläge zu parieren, geschweige denn zu kontern.
      Aber trotzdem waren seine Fortschritte sehr beeindruckend und schon bald unterbrachen einige der Soldaten ihre Übungen und blickten interessiert zu den beiden hinüber. Beide Kontrahenten waren so in den Kampf vertieft, dass sie das Signal zur Wachablösung völlig überhörten. Auch die interessierten Soldaten auf dem Hof wollten dem Ende des Kampfes noch beiwohnen und bildeten eine Traube um die kämpfenden Soldaten.
      Während Atrion schweißfrei vor Matim hin und her tänzelte, tropfte dieser wie ein Wasserfall vor sich hin und hatte immer mehr Schwierigkeiten Atrions Schläge zu parieren. Gerade wollte Matim einem schnellen Schlag von der Seite ausweichen, als er sich beim Schritt nach hinten selbst ein Bein stellte. Atrion wartete nur auf einen solchen Fehler und versetzte Matim einen Schlag noch bevor dieser auf dem Boden aufkam.
      Matim landete unsanft und blickte enttäuscht auf sein zerrissenes Hemd und seine beiden unglückseeligen eignen Füße. Atrion half Matim lobend und zufrieden wieder auf die Beine, während viele umstehende Soldaten Matim anerkennend auf die Schulter klopften. Matim war völlig erstaunt und stand regungslos verdutzt vor Atrion.
      „Das war super Matim, du machst beeindruckende Fortschritte. Diesesmal bist du nur gestolpert, das war einfach nur Pech!“
      tröstete Atrion seinen schweißgebadeten jungen Gefreiten.
      „Wenn du mit dem Schwert kämpfst, konzentrierst du dich, du blendest alles andere aus und lässt dich von keinem Menschen ablenken. Wenn wir jetzt noch das Gespür für deine Umgebung perfektionieren und du dir den Ein oder Andern gewagten Vorstoß zutraust, wirst du mich auch ins schwitzen bringen.“
      „Wirklich?“, fragte Matim unglaubwürdig und fürchtete schon in ein neues Fettnäpfchen zu treten.
      „Ja, Matim, ich meine es Ernst, nicht einmal der Prinz macht so schnelle und gute Fortschritte wie du!“
      „Woow“,
      stammelte der sichtlich gerührte Matim vor sich hin und hob sein Holzschwert vom Boden auf.
      Es war übersät mit Kerben von den Schlägen und Splitter standen an einigen Stellen heraus. Nachdem beide ihre Kampfausrüstung in den Waffenschuppen gebracht hatten, machten sie sich auf den Weg zur Ostmauer der Stadt.
      Die Nachtwache stand schon wütend vor dem Wachgang der Mauer und verschränkte die Arme. Schnell nahmen Atrion und Matim ihre Standpauke entgegen und entschuldigten sich mehrfach bei dem fluchend wegstapfenden Soldaten.
      Eine Wache auf der Mauer ist wie ihr euch sicher vorstellen könnt eine ziemlich langweilige Angelegenheit. Neben der Hitze in der Sonne und unter der Uniform, muss man die ganze Zeit über auf Berge, Bäume, Wiesen und Felder starren und nach Feinden Ausschau halten. Und das Schlimmste ist, Feinde sind schon seit mehreren Jahrhunderten nicht näher als 200 Meilen an die Königsstadt herangekommen.
      Die Gründe dafür sind schon beim Anblick der Stadt ziemlich klar wie Klosbrühe.
      Aspholium war nicht nur die größte Stadt in Eolond, sondern gleichzeitig auch die mit Abstand am schwersten einzunehmende. Die Stadt bestand aus 8 Stadtringen, die wie eine Blume um den Hauptring herumgebaut wurden. Hinter der Stadt erstreckt sich nahtlos das Gebirge und bietet der Stadt Schutz, während der aus dem Gebirge entspringende Fluss so gut wie vollständig die Ostseite abdeckte.
      Die Ostmauer umgab einen der beiden Wohnbezirke der Stadt und war nur über die Wehrgänge der Hauptbezirke erreichbar, oder durch die Straßen der Wohnstadt.
      Obwohl die Mauerwache eine sehr ungemütliche und langweilige Aufgabe für einen Soldaten ist, hat man von dort aus einen wunderschönen Blick auf die Landschaft vor der Hauptstadt.
      Während sich in weiter ferne die schneebedeckten Ostberge auftürmten, drängten sich auf der Oststraße wie immer die Wägen der Händler über die schmale Zugbrücke vor den Stadtmauern.
      Zwischen den Bergen im Osten und Aspholium lag sehr fruchtbares und bestelltes Ackerland. Grelle Farben von Raps, Weizen und Zuckerrüben, sowie Kartoffelfelder und saftige Wiesen schimmerten noch leicht angetaut vom Reif der Nacht in der warmen Vormittagssonne.
      Hinter dem Ackerland befand sich der Wald von Baren, ein großer und geheimnisvoller Ort. Der Wald war nicht nur gigantisch sondern gleichzeitig auch die Heimat der Grünelfen von Baren, einer zurückgezogenen und kriegerischen Rasse der Elfen, die bekannt ist für ihr außerordentliches Talent lautlos und unbemerkt zu bleiben. Neben ihren beeindruckenden Tarnfähigkeiten und Schleichkünsten, sind sie beeindruckende Bogenschützen und Speerwerfer.

      Es war inzwischen beinahe Nacht und die letzten Strahlen der Sonne ließen die Landschaft vor ihnen in einem wunderschönen roten Schimmer strahlen.
      Matim träumte schon wieder eifrig vor sich hin, während ihn die Berge in ihren Bann zogen, als Atrion auf der inzwischen so gut wie leeren Landstraße vor der Stadt hektische Bewegungen wahrnahm. Er tippte Matim energisch an und zeigte seinem aufgeschrockenen Schüler den schnell näherkommenden schwarzen Punkt auf der Oststraße.
      Beim Näherkommen wurde aus dem schwarzen Punkt nach und nach eine menschliche Gestalt auf einem Pferd. Der Reiter trieb sein Pferd in Windeseile auf die Stadt zu, während die Sonne am Horizont versank und das Land prompt in ein von den Wolken lila reflektierendes Schimmern versetzte.
      Atrion und Matim eilten zum Torhaus auf der Mauer und warteten auf den Reiter, der soeben die Zugbrücke etwa einige hundert Meter vor dem Tor passierte. Kurz vor dem Tor verlangsamte der Reiter sein Tempo und kam letztlich vor dem verschlossenen Tor zum Stehen. Sein stürmisches Auftreten hatten inzwischen auch die anderen Mauerwachen wahrgenommen und richteten gezielt ihre Bögen auf den Fremden vor dem Tor.
      Der Torwächter brüllte in seiner gewohnt tiefen Stimme:
      „Wer seid ihr? Und was wollt ihr in Aspholium? Die Tore sind seit der Dämmerung geschlossen, solange euer Anliege nicht von größter Wichtigkeit ist, müsst ihr in einer der Tavernen an der Oststraße nächtigen.“
      Zuerst folgte eine bedrückende Stille auf die Fragen und Mahnungen des wie so oft strengen Torwächters bis der in schwarz gehüllte Reiter seinen Kopf hob und versuchte zu antworten. Doch noch während er seinen Mund öffnete um eine Antwort in Richtung des Torhauses zu geben kippte der Mann seitlich von seinem Pferd und schlug mit einem dumpfen Schlag bewusstlos auf den staubigen Boden vor dem Tor.
      Der Torwächter blickte verwundert und etwas ratlos hinab auf die reglose Gestalt vor dem Tor und wusste nicht so recht was als nächstes zu tun sei.
      „Helft ihm!! Öffnet das Tor!!“,
      rief Matim energisch und deutete mit dem Finger wie wild auf die Gestalt vor dem Tor. Etwas verdutzt von den frechen Anweisungen des Gefreiten , blickte er zuerst wütend in Matims Richtung ,ließ aber das Tor schleunigst öffnen um den Bewusstlosen in die Stadt zu tragen.
      Atrion und Matim halfen zwei weiteren Gefreiten den unerwartet stämmigen Mann in die Stadt zu hieven, während ein anderer Soldat das noch immer schnaufende und vor Schweiß triefende Pferd in die Stadt und zu den Trinkbottichen vor den Stallungen führte.
      Gerade als sie den Mann auf einen Karren neben dem Wachhaus gelegt hatten traf die Wachablösung für die Nacht an der Mauer ein.
      „Atrion, begleitet den Mann in den Heilungsflügel, sofort!!“
      „In den Heilungsflügel? In der Nähe befindet sich eine Heilerin, wir sollten sie um...“
      „Nein, bringt ihn in die Burg, macht was ich euch sage Soldat“,
      befahl der eintreffende Torwächter.
      „Er hat vielleicht nicht mehr lange Zeit, er ist völlig dehydriert, Sir!!“
      „Ich kenne diesen Mann, Soldat, er ist ein Berater des Fürsten von Haalingar, bringt ihn sofort in die Heilungsflügel der Burg, schnell!!“
      Beeindruckt blickte Atrion auf den leblosen Körper auf den Wagen und rannte los zu den Ställen neben dem Wachaus, schnappte sich das erstbeste Pferd aus der Militärabteilung und spannte es mithilfe von Matim geschwind vor den Wagen, auf dem der bewusstlose Berater lag. Er sprang auf das nicht gesattelte Pferd und eilte durch die sternenklare Nacht in Richtung des Hauptbezirkes der Stadt, während der Mann auf dem Wagen verzweifelt stöhnte.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Guten Morgen Lehaidin

      Jetzt nimmt es schon ganz gut Fahrt auf. Ich finde die Charaktere nehmen jetzt auch mehr Gestalt an und die Ankunft des Boten könnte der Auftakt für eine interessante Geschichte darstellen.

      Generell mag ich es in die Welt eines Romans einzutauchen und mich sozusagen während des Lesens in ihr zu bewegen.
      In deinem Manuskript ist diese Möglichkeit auch angelegt, wird allerdings immer wieder durch Bezugnahme auf unsere Welt unterbrochen. Ich habe verstanden, dass du dies als Teil deines Erzählstils begreifst. Mich persönlich wirft es immer wieder raus.
      Aber es ist natürlich deine Show!

      Lehaidin schrieb:

      Nach einem scheußlich schmeckenden Hornbeerensaft (Ein Getränk, welches unserem handelsüblichen Kaffee ähnelt)
      Das meinte ich, mit der direkten Bezugnahme auf unsere Welt.

      Lehaidin schrieb:

      erst 16 Jahre alt, nein, er war auch noch der ungeschickteste Mensch auf der Welt.
      Hier ist er der ungeschickteste auf der Welt. Ein wenig weiter entwickelt er sich zum geschickten Schwertkämpfer. Ein Widerspruch.

      Lehaidin schrieb:

      Während sich Atrion mit einem Frühstückstablett
      Frühstückstablett hört sich eher nach Jugendherberge an

      Lehaidin schrieb:

      Übermorgen ist der Soldatenwettkampf, freu dich doch wenigstens mal. Ich meine keiner dieser Amateurgefreiten
      Vielleicht: Turnier der Stadtwache?

      Lehaidin schrieb:

      Nachdem beide ihre Kampfausrüstung
      Übungsausrüstung?

      Lehaidin schrieb:

      einer zurückgezogenen und kriegerischen Rasse der Elfen
      Das ist meiner Meinung nach ein Widerspruch. Entweder zurückgezogen oder kriegerisch

      Lehaidin schrieb:

      er ist völlig dehydriert,
      Dehydriert ist wieder Jetztzeit. Würde Legolas sagen, "Gandalf, Frodo ist völlig dehydriert"?

      ich bin jedenfalls gespannt was der Bote zu berichten hat!
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Servus @Sensenbach,

      ich freu mich wirklich mit dir einen Leser gefunden zu haben, der meine Geschichte gerne liest. Du hast mich jetzt auch überzeugt, die Verbindungen in das "Hier und Jetzt" lassen Eolond irgendwie als erfundenes Land dastehen und als Leser hat man es dadurch schwer sich in die Welt hineinzuversetzen. In Zukunft achte ich darauf die Verweise auf unsere Welt wegzulassen.

      Zu Matim hätte ich aber noch eine Kleinigkeit zu erläutern: Ich habe mir Matim so vorgestellt, dass er wirklich ein Tollpatsch ist, aber im Schwertkampf seine Berufung findet und selbst seine Tollpatschigkeit während eines Kampfes überwindet. Zwar noch nicht vollständig (Er stolpert), aber er entwickelt sich weiter. Bei den Elfen dachte ich an eine einfach sehr unfreundlichen Rasse. (Vergleichbar mit dem sehr feindseelig und kriegerischem Auftreten der Elben vom Düsterwald (König Thranduils Elben in der Hobbit)) Deshalb auch die Zurückgezogenheit der Elfen, sie leben alleine, sind aber, sobald man sie antrifft, sehr gefährlich und kriegerisch gesinnt.

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Lehaidin schrieb:

      Ich habe mir Matim so vorgestellt, dass er wirklich ein Tollpatsch ist, aber im Schwertkampf seine Berufung findet und selbst seine Tollpatschigkeit während eines Kampfes überwindet.
      Das hab ich mir schon so gedacht und ich finde die Idee auch wirklich super. Vielleicht lässt du dir etwas mehr Zeit für diese Entwicklung oder du schreibst wie überrascht Atrion ist, als Matim plötzlich den richtigen Dreh findet.

      Lehaidin schrieb:

      Deshalb auch die Zurückgezogenheit der Elfen, sie leben alleine, sind aber, sobald man sie antrifft, sehr gefährlich und kriegerisch gesinnt.
      Dann meinst du "feindselig", würde ich einfach statt kriegerisch schreiben.

      Schöne Grüsse!
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Kapitel 3
      Die Warnung

      Ilfgar ritt durch die grellende Mittagssone an den Säumen des Waldes entlang und Schweiß rann ihm über die von Schmutz verdeckte Stirn und tropfte in von Schmutz gebräunten Tropfen auf die Mähne seines Pferdes, welches in Windeseile über den Sandigen Pfad preschte.
      Vier Tage war Ilfgar nun schon unterwegs und bis auf kleinere Pausen um etwas Wasser zu trinken hatte er noch kein Auge zugetan. Noch immer hörte er die Hornstöße in seinen Gedanken und die leisen Schreie von Männern und Frauen durch die Nacht hallen, aber das Geräusch in seinem Kopf spornte ihn von Minute zu Minute mehr an, seinen Auftrag zu erfüllen, den Fürst Serdar im gegeben hatte.
      Ob Fürst Serdar oder irgendjemand Anderes in Haalingar überlebt hatte wusste Ilfgar nicht, aber nachdem er sich die Flotte der Feinde auf dem Wasser ins Gedächtnis gerufen hatte, schwanden seine Hoffnungen schweren Herzens.
      Ilfgar war bereits vier Mal in der Hauptstadt Eolonds gewesen und kannte sie in und auswendig. Der Wald von Baren flog neben ihm vorbei und Aspholium rückte immer näher, während die Ostberge und der Wald nach und nach hinter ihm kleiner wurden. Da Aspholium auf einem stattlichen Hügel gebaut war und an den Ausläufern des Gebirges gebaut war, konnte Ilfgar die Königsstadt schon von weitem sehen und rechnete mit einem Eintreffen in der frühen Dunkelheit, sofern ihn dein Pferd und sein Körper bis zur Stadt tragen könnten.
      Seit drei Tagen hatte er nun nichts mehr gegessen, nachdem er bei seiner ersten Pause das einzige kleine Stück Dörrfleisch, das er in der Aufbruchshektik hatte besorgen können, weggegessen hatte. Sein Körper fühlte sich schwach und leer an und die Hitze der Sonne ließ ihn unter seinem Kriegsgewand immer mehr eingehen.

      Aspholium rückte immer näher und Ilfgar ritt der allmählich untergehenden Sonne entgegen. Die Mauern und die Wehrgänge kamen langsam in Sichtweite und die Zugbrücke der Oststraße ließ sich nach und nach erkennen, während Ilfgar sich Sekunde für Sekunde mehr darauf konzentrieren musste nicht völlig zusammen zu brechen. Er erreichte die Zugbrücke und aus dem Geräusch von Kies und Sand unter den Hufen des Pferdes wurde ein dumpfes Gegklapper auf den Holzbalken der Brücke.
      Ilfgar blickte unter seiner Kapuze auf die immer größer werdenden Mauern der Stadt und bemerkte schnell die schussbereiten Bogenschützen auf dem Wehrgang. Er verlangsamte den Galopp seines Pferdes und kam völlig erschöpft einige Meter vor dem Tor zum stehen.
      Erst jetzt wurde ihm bewusst wie sehr er seinen Körper an die Grenzen seiner Leistung gebracht hatte und kämpfte um jede Sekunde bei Bewusstsein zu bleiben.
      Während er die Zähne zusammenbiss und desorientiert auf die Mähne seines Pferdes schielte, hörte er von der Mauer eine tiefe Stimme runterrufen. Doch so sehr er sich auch anstrengte, sein Kopf schien schier zu platzen und Ilfgar verstand nur Bruchstücke von dem was die Torwache ihm zurief. Als die Stimme verstummte sammelte Ilfgar all seine Kräfte, öffnete seinen Mund und wollte gerade aufschauen und sein Anliegen vortragen als ihn die Dunkelheit erfasste.
      Er spürte wie sein schwerer und vom Reiten geschundener Körper vom Pferd glitt und unsanft auf den Boden aufschlug. Dann umfing ihn Dunkelheit. Immer wieder glitten seine Gedanken zurück an den Tag an dem er Haalingar verlassen musste und Serdar im Stich gelassen hatte. Er machte sich Vorwürfe und es schmerzte ihn in der Ungewissheit zu bleiben, wie es den Bewohnern Haalingars ergangen war. Ilfgar spürte wie man ihn hochhob und auf etwas Weiches legte, er vernahm undeutliche Stimmen, war aber zu kraftlos um sich zu bewegen oder dem Gespräch der zwei Männer zu folgen.
      Der Untergrund auf dem er lag setzte sich in Bewegung und Ilfgar öffnete für einen kurzen Moment seine Augen, nur einen Spalt weit, für mehr reichte seine Kraft nicht. Über ihm glitzerten die Sterne in der Nacht und ein leichter Frühlingswind wehte durch die Straßen der Stadt. Er hatte es geschafft, er hatte Aspholium erreicht. Mit einem Stöhnen sank der Berater von Fürst Serdar aber zurück in die Fänge der Bewusstlosigkeit und schlief fest ein.

      Hunger. Das war das Erste an was Ilfgar denken konnte, nachdem ein tückischer Sonnenstrahl den jungen Mann aus dem Schlaf holte. Ilfgar lag in einem großen Bett unter einer feinen decke aus roter Seide. Neben dem Bett stand ein kleiner Nachttisch, auf dem man seine Sachen säuberlich zusammengelegt hatte. Neben seinen Sachen stand ein silberner Trinkkelch aus welchem Ilfgar dankbar einen kräftigen Schluck Wasser nahm.
      Nachdem er sich aufgerichtet hatte und sich in seine Klamotten geworfen hatte, blickte er sich in dem Zimmer um. Sein Zimmer war spartanisch eingerichtet, eine einfache Kommode, sowie ein Kleiderschrank standen an der gegenüber liegenden Seite des Bettes. Die großen Fenster auf der Südseite des Zimmers machten den Raum hell und freundlich. Ein erfrischender Wind wehte zaghaft in das Zimmer und Frühlingsdüfte füllten den Raum.
      Ein großer, runder Holztisch stand zwischen den Fenstern und dem Bett und vor der Nordwand des Raumes gab ein großer Spiegel Ankleidemöglichkeit. Ilfgar trat hinaus auf den kleinen Balkon des Zimmers und für einen kurzen Moment stockte ihm der Atem.
      Er blickte von Oben auf die gesamte Stadt Aspholium und die weite Landschaft vor der Stadt. Selbst die Nebelhöhen und die Ausläufer des Meeres im Westen glaubte der junge Soldat zu erspähen. Er war so gefesselt von dem beeindruckenden Anblick, dass er das Klopfen an der Tür überhörte. Erst als die Tür geöffnet wurde und ein Mann „Hallo?“ fragte, schreckte Ilfgar zusammen und ging mit einem letzten Blick über die Schulter zurück ins Zimmer.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Schön, dass es hier weiter geht und es zeichnet sich schon die weitere Entwicklung etwas ab.
      Den Wechsel der Perspektive finde ich etwas ungewohnt, da du dich ja auf etwas beziehst was schon geschehen ist (Die Ankunft des Boten).

      Ich habe den Eindruck, dass du den letzten Teil recht schnell geschrieben hast. Es sind noch recht viele Fehler und Unstimmigkeiten drin.
      Unten sind einige Beispiele, aber ich würde noch mehr finden.

      Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weiter geht!

      Lehaidin schrieb:

      lfgar ritt durch die grellende Mittagssone an den Säumen des Waldes entlang und Schweiß rann ihm über die von Schmutz verdeckte Stirn und tropfte in von Schmutz gebräunten Tropfen auf die Mähne seines Pferdes, welches in Windeseile über den Sandigen Pfad preschte.
      grelle Mittagssonne
      an den Saum des Waldes
      sandiger Pfad
      2 x "und" im Satz
      Dies meinte ich mit schnell geschrieben. Lass dir Zeit.

      Lehaidin schrieb:

      Feinde auf dem Wasser ins Gedächtnis
      Feinde auf dem Meer vor Haalingar

      Lehaidin schrieb:

      Hunger. Das war das Erste an
      Ich dachte er wäre dehydriert. Durst wäre logischer.

      Lehaidin schrieb:

      kämpfte um jede Sekunde bei
      Formulierung überprüfen

      Lehaidin schrieb:

      seiner Leistung gebracht hatte
      seiner Leistungsfähigkeit

      Lehaidin schrieb:

      die Fänge der Bewusstlosigkeit und schlief fest ein.
      Bewusstlosigkeit und Schlaf sind unterschiedliche Dinge

      Lehaidin schrieb:

      gab ein großer Spiegel Ankleidemöglichkeit.
      Hmm. Man kann sich doch auch ohne Spiegel ankleiden
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • So, jetzt kann ich auch wieder antworten, war die letzten Tage nicht zu gegen.
      Ich freue mich, dass du die Geschichte so aufmerksam verfolgst @Sensenbach!!! Riesen Dankeschön schonmal für deine Kritik und deine unerbittliche Hilfe zu meinem Werk.

      Du wirst sehr kleinlich bei deiner Kritik, und das ist auch überhaupt kein Problem. Es ist leider schon länger her, dass ich dieses Kapitel geschrieben habe. Ich kann dir leider nicht sagen in welcher Verfassung ich dieses Kapitel geschrieben habe, oder ob ich in Eile war. Aber ich gebe dir schonmal Recht, dass es jetzt sehr schnell geht. Trotzdem hast du meine Antwort auf die Problematik schon erwähnt: Das Geschehen ist ja bereits geschehen, weshalb ich nicht unbedingt weiter darauf rumerzählen wollte, sondern nur erklären, wieso Ilfgar überhaupt vom Pferd kippt und die erste Begegnung mit der noch etwas versteckten Hauptperson beschreiben.
      Nun zu deinen Zitatkritiken:
      Wie oben schon erwähnt wirst du sehr detailliert und einige Sachen sehe ich Leider auch etwas anders.
      1. Feinde auf dem Meer --- Stimmt, klingt deutlich besser und gibt grammatikalisch mehr Sinn
      2. Hunger. Das war das Erste an was er dachte --- Er trinkt nach dem Aufwachen etwas, einen großen Schluck sogar, natürlich könnte ich das noch etwas ausbauen, aber die Heiler haben hier einfach gute Arbeit geleistet.
      3. Formulierung --- Na klar, hast Recht, das ist schlichtweg falsch
      4. seiner Leistung gebracht hatte --- Sehe ich keinen Fehler, finde auch die Formulierung besser so. Leistungsfähigkeit bringt wieder etwas die Moderne ins Spiel.
      5. Bewusstlosigkeit --- In diesem Fall denke ich kann man das so schreiben. Ich weiß es ist kein "Schlaf". Trotzdem schließt man die Augen und bewegt sich nicht. Diese Bewusstlosigkeit ist auch nur teilweise vorhanden, er öffnet ja die Augen und sieht noch Sterne. Er ist erschöpft, Müde und dehydriert, die Bewusstlosigkeit umfängt ihn immer wieder für kurze Momente, erst auf dem Karren setzt sie dann vollends ein.
      6. Spiegel als Ankleidemöglichkeit --- Sehe ich kein Problem mit dieser Formulierung, bevor ich aus dem Haus gehe schadet ein Blick in den Spiegel nicht, ich denke das kann man son stehen lassen.

      Obwohl ich jetzt sehr viel von der Kritik zurückgewiesen habe, hoffe ich dich weiterhin als Leser zu erreichen. Danke für deinen Support in dieser Sache, bis bald.
      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -