Die Prophezeiung von Eolond - Die Welt der Drachen

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    • Kapitel 7
      Die Verliese von Aspholium

      Aspholium brannte.
      Die Stadt des Königs war gefallen und die drei Gefährten standen mit einer verwundeten Juna im Thronsaal. Der König war verschwunden, kein Soldat bewachte die Tore, jeder Überlebende versuchte verzweifelt zu fliehen. Niemand wusste von dem geheimen Tunnel, der seit Jahrhunderten von den Verließen ins Freie führte und zur Entsorgung der Leichen genutzt wurde, die Überlebenden im Thronsaal blickten angespannt auf die Türen.
      Noch immer erschallten Einschläge der Katapultgeschosse und Schmerzensschreie der Verwundeten durch die verzierten Türen hindurch und bei jedem Aufprall zuckten die Überlebenden zusammen.
      Atrion blickte sich um und konnte die Angst in den Augen der Männer, Frauen und Kindern sehen, die hier Zuflucht gesucht hatten und sein Herz wurde schwer.
      Er wusste, was er zu tun hatte.
      Er erhob sich von der Junas Trage und richtete seine Stimme an die wahrscheinlich letzten Überlebenden im Thronsaal:
      "Hört her!"
      Der Großteil der Menschen im Saal richtete seine Augen auf Atrion. "Hört her! Nehmt eure Kinder und alles, was ihr dabei habt und flieht mit uns von hier. Die Stadt ist gefallen, eure Häuser brennen. Lasst den Tod derer, die für uns gestorben sind, die für diese Stadt gestorben sind, nicht umsonst gewesen sein."
      "Und wie sollen wir hier rauskommen? Die Türen sind zu und verriegelt. Ich selbst habe sie verschlossen, um uns zu schützen", erwiderte eine übrig gebliebene Turmwache.
      "Die alten Verliese! Der Leichengang ist unsere Chance hier heraus. Früher waren die Verließe voll, heute dienen sie als Abstellkammer und als Unterbringung für Angeklagte, die vor das königliche Gericht müssen", antwortete Atrion und zeigte auf eine kleine Tür hinter dem Thron.
      Alle Augen richteten sich auf die Tür und die Turmwache nickte zustimmend, dann erhob sie erneut ihre Stimme:
      "Ihr habt den Mann gehört, alle raus hier....solange wir es noch können."
      Sobald die Worte seine Lippen verlassen hatten, knallte etwas gegen die Türen des Thronsaals und die Halle erzitterte.
      "Ein Rammbock, lauft!", schrie Ilfgar und schnappte sich die Trage zusammen mit Elion.
      Die Tür zu den Verliesen wurde aufgestoßen und die Überlebenden pressten sich hindurch. Die Kinder weinten vor Angst und die Mütter hielten sie fest in ihren Armen, während sie durch den engen, dunklen Gang flüchteten und Juna stöhnte erbärmlich in ihrer blutdurchtränkten Trage.
      Hinter ihnen knallte es erneut und von der Decke rieselte Staub herab.
      Die Turmwache ging als Letzter durch die Tür und schloss sie, danach klemmte er seinen Speer zwischen die Tür und verriegelte sie, während ein weiterer Schlag gegen die Türen des Thronsaals ertönte.
      Die Türen hielten stand.
      Der Gang weitete sich und vor den Überlebenden taten sich die Verliese auf. Sie waren schwach mit Fackeln beleuchtet und in der Mitte des kreisrunden Raumes stand ein kleiner Tisch, auf dem die Überreste einer zu schnell verschlungenen Mahlzeit standen.
      Die Wache war bereits geflohen und die Zellen waren leer, fast leer. In einer Zelle auf der linken Wandseite stand ein junger Mann mit schwarzen, zerzausten Haaren. Seine Haut war blass und dunkle Augenringe trieften unter seinen dunkelbraunen Augen hervor, während er verzweifelt versuchte, mit einem kleinen Knochen das Schloss zu knacken.
      Als er die kleine Gruppe an Überlebenden sah, schmiss er den Knochen weg und rief um Hilfe:
      "Hier! Nehmt mich mit, ich flehe euch an, lasst mich nicht zurück."
      Die Frauen zogen ihre Kinder zurück und gingen fast teilnahmslos an dem Gefangenen vorüber und verschwanden in den Tunneln, sie fürchteten sich vor ihm.
      "Halt, wartet!", sagte Atrion zu Ilfgar und ging auf den Gefangenen zu.
      "Wer seid ihr?", fragte er den Gefangenen und schnappte sich den Dolch auf dem Tisch.
      "Ich..Ich bin Sel. Sel Rotdorn. Bitte, ich flehe euch an. Lasst mich nicht zurück!"
      Erneut ertönte das Knallen aus dem Thronsaal und dieses Mal folgte dem Knallen ein berstendes Geräusch von zerbrechenden Türen. Der Feind hatte den Thronsaal erreicht und war nur noch wenige Schritte von ihnen entfernt.
      Ohne ein weiteres Wort begann Atrion entschlossen mit dem Dolch an der Zellentür zu stochern.
      "Was..Was machst du? Atrion, wir müssen weiter! Dafür haben wir keine Zeit!", warf Elion ein und schaute unruhig den Gang zurück zum Thronsaal.
      Stimmen und Schritte hallten den hinter der Tür den Gang hinunter und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Feinde versuchen würden, die Tür zu den Verliesen zu öffnen.
      Atrion ließ sich nicht beirren und der Dolch verschwand ein weiteres Mal in den Tiefen des Schlosses.
      "Beeilt euch!", drängte Sel hinter den Gittern und Atrion warf ihm einen bösen Blick zu, der den verzweifelten Gefangenen zum Schweigen brachte.
      Trotzdem ließ Atrion nach zwei weiteren Versuchen den Dolch sinken und blickte sich im Raum um, es musste etwas Besseres geben um die Tür zu öffnen.
      Inzwischen hämmerten die Feinde auch gegen die Tür des Ganges zum Thronsaal und die Turmwache meldete sich unruhig zu Wort:
      "Wir müssen jetzt wirklich gehen, die Tür wird nicht lange halten!"
      Atrion suchte noch immer im Verlies umher und entdeckte eine lose Metallstange von einer Zellentür. Er schnappte sich die Stange und stemmte sie zwischen die Zellentür und den Rahmen, dann drückte er sich mit seinem Körper gegen die Stange und das Metall knarzte unter seinem Gewicht, aber die Tür hielt stand.
      Ein weiteres Mal drückte Atrion sich gegen die Stange und mit einem metallischen Klirren ging das Schloss zu Bruch, die Tür schwang auf und Sel sprang aus der Zelle, während mit einem lauten Schlag die Tür zum Thronsaal aufsprang.
      "Dort unten sind noch welche!", schrie eine Stimme aus dem Gang.
      "Raus hier! Lauft!", schrie die Turmwache und sie rannten los.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lehaidin ()

    • Wow, da ist ja noch eine Geschichte... @Lehaidin


      Das geht ja ganz schön ab hier, mensch. Man muss richtig mitfiebern bei dem, was du da schreibst.

      Schade, dass der gute Mann in Kapitel eins sein ach so leckeres Essen stehen lassen musste, um die Bürger zu verteidigen... bei diesem Mahl is mir das Wasser im Mund zusammengelaufen xD Und jetzt hab ich Hunger, man... :rolleyes:

      Ein bisschen Futzelarbeit (hab ich ja schon so lange nicht mehr gemacht :D )

      Erstmal- Verliese schreibt man doch nicht mit "ß", oder?

      Lehaidin schrieb:


      Niemand wusste von dem geheimen Tunnel, der seit Jahrhunderten von den Verließen ins Freie führte und zur Entsorgung der Leichen genutzt wurde und die Überlebenden im Thronsaal blickten angespannt auf die Türen,
      Ich würde das zweite "und" weglassen, das klingt komisch hier. Außerdem: "(...) die Überlebenden im Thronsaal blickten angespannt auf die Türen(.)"

      Lehaidin schrieb:


      Er wusste was er zu tun hatte.
      "Er wusste(,) was er zu tun hatte."

      Lehaidin schrieb:


      der Großteil der Menschen im Saal richteten ihre Augen auf Atrion. "
      "(D)er Großteil der Menschen im Saal richtete( ) (seine) Augen auf Atrion."


      Lehaidin schrieb:


      "Und wie sollen wir hier rauskommen? Die Türen sind zu und verriegelt, ich selbst habe sie verschlossen um uns zu schützen", erwiderte eine übrig gebliebene Turmwache.
      "Die alten Verließe! Der Leichengang ist unsere Chance hier heraus. Früher waren die Verließe voll,
      "(...) Die Türen sind zu und verriegelt(.) Ich selbst habe sie verschlossen(,) um uns zu schützen(.)"
      Verlie(s)e

      Lehaidin schrieb:

      dann er hob sie erneut ihre Stimme:
      erhob

      Lehaidin schrieb:




      Verließen
      Verlie(s)en

      Lehaidin schrieb:


      Verließe
      dunkle Augenringe trieften unter seinen dunkelbraunen Augen hervor, während er verzweifelt versuchte mit einem kleinen Knochen das Schloss zu knacken.
      Verlie(s)e
      Frage: Wie können Augenringe triefen?
      "(...) während er verzweifelt versuchte(,) mit (...)"

      Lehaidin schrieb:


      Lasst mich nicht zurück"


      Der Feind hatte den Thronsaal erreicht und nur noch wenige Schritte von ihnen entfernt.


      bis die Feinde versuchen würden die Tür zu den Verließen zu öffnen.


      in den tiefen des Schlosses.


      es musste etwas besseres geben um die Tür zu öffnen.


      Verließ


      den Ramen,
      "Lasst mich nicht zurück(!)"

      "(...) und (war) nur noch wenige Schritte von ihnen entfernt."

      "bis die Feinde versuchen würden(,) die Tür zu den Verlie(s)en zu öffnen."

      "in den (T)iefen des Schlosses."

      "es musste etwas (B)esseres geben(,) um die Tür zu öffnen."

      "Verlie(s)"

      "den Ra(h)men"



      Aber ich werde deine Geschichte auf jeden Fall weiterverfolgen, mir gefällt die Spannung und die Action, die du so schön aufbaust!

      Liebe Grüße,
      Blue
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • @BlueRosesInMyHeart :love:

      Ich bin überglücklich :D Danke, dass du hier vorbeigeschaut hast. Hinter @Schaffe von Drag bleibt meine Geschichte der High Fantasy leider etwas zurück. ;)
      Und danke für deine Futzelarbeit. Die hilft mir echt immer sehr weiter :thumbsup:
      Freut mich natürlich, dass dir das dir die Geschichte zusagt :) Mal gucken wann ich hier weiterschreiben kann, hab demnächst viel um die Ohren und wollte Percy Jackson jetzt erstmal etwas vorantreiben, aber wenn du jetzt auch hier mitliest, sollte ich vielleicht das ein oder andere Kapitel zusammenschreiben :D
      Deine Verbesserungen werden natürlich bei der nächstbesten Gelegenheit übernommen.
      Bis dahin: Hab einen schönen Sonntag und danke für deinen Kommentar.

      LG Lehaidin
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      - Gandalf -


    • Was? Wo? Wie? Die Prinzessin wurde gerufen? :pupillen: :queen: :schiefguck: :panik:

      Na dann muss ich jetzt doch endlich mal weiterlesen ^^ Habe ja in letzter Zeit kaum zeit gefunden.

      Bisher kann ich leider nur zum Prolog und Kapitel 1 was sagen.

      Ich finde die Geschichte an sich toll, nur muss ich mich den anderen anschließen, Aufzählungen sind nicht so dolle. Auch wenn ich nicht viel besser bin XD

      Außerdem finde ich du geizt etwas mit Absätzen, ich hab aber beim schnellen rüber-schauen gesehen dass sich das bereits geändert hat.
      Ich hoffe ich finde morgen auf Arbeit genügend zeit mir deine Geschichte mal in ruhe durchzulesen. ^^
      Nur Verrückte Hier
      Komm Einhorn wir gehen

      :jennagorn:

    • Kapitel 7 (Fortsetzung)

      Sie rannten los. Zumindest so schnell, wie Juna es zuließ. Immer wieder stöhnte sie auf, wenn Elion und Ilfgar etwas ruckartig die Trage bewegten.
      Sel war nach Vorne gesprintet, sobald er seinen Fuß aus dem Verlies gesetzt hatte und war in der Dunkelheit der Gänge verschwunden.
      Hinter ihnen rannten ihre Verfolger durch den Leichengang und das laute Klappern ihrer Rüstungen durchzog den in den Stein gehauenen Gang.
      Der Gang wurde immer schmaler und Atrion blickte sich unruhig um. Noch waren die Feinde nicht zu sehen, aber ihre Schritte hallten durch den dunklen Tunnel auf sie zu und die Schwertscheiden klirrten an ihren Gürteln wie eine verhängnisvolle Warnung.
      Die Fackel, die die Turmwache in der Hand hielt leuchtete ihnen schwach den Weg und das Flackern warf geisterhafte Schatten an die Wände.
      Auf einmal standen sie vor einer Windung, der Gang machte einen steilen Knick nach Rechts und keine zweihundert Schritte weiter schien Tageslicht durch einen Eingang.
      "Da! Schnell, wir haben es gleich geschafft", schrie Atrion und Ilfgar stöhnte vor Anstrengung auf. Elion ächzte bereits unter dem Gewicht der Trage und sein Gesicht war vor Angst weiß wie Schnee.
      "Elion, lass mich das machen, schnell!", wies Atrion seinen Schützling an und nahm den Platz des Prinzen ein, welcher dankend unter dem Gewicht hervorkam.
      Der Ausgang kam immer näher. Plötzlich hatten die Angreifer sie erreicht und die Turmwache schrie auf, als ein Schwert sich durch seinen Oberschenkel bohrte. Dann brachten die Angreifer ihn mit einem Stoß durch die Rippen zum schweigen und verfolgten Atrion und Ilfgar weiter.
      Gerade holte einer der Angreifer zum Schlag aus, als ein Messer durch den Tunnel flog und im Schädel des Mannes stecken blieb. Atrion hatte sich bereits weggeduckt, aber jetzt schaute er verdutzt nach Vorne und blickte auf einen dürren Mann im Eingang. Es war Sel.
      "Los jetzt, das war ein reiner Glückstreffer!", schrie er und machte den Eingang frei.
      Die Feinde waren noch immer hinter Atrion, aber die Leiche des Mannes hatte sie so lange blockiert, dass sie wieder einige Meter Abstand gewonnen hatten.
      Elion rannte als Erster durch die Tür und wenige Momente später huschten Atrion und Ilfgar hinterher. Sobald sie draußen waren knallte Sel die Tür zu und vier weitere Überlebende schoben einen Felsblock vor die Tür, während Sel und Elion sich gegen sie drückten.
      "Das sollte sie zumindest etwas aufhalten", freute sich Sel und wandte sich Atrion zu, der erleichtert auf dem Rasen saß. "Danke, dass du mich da rausgeholt hast."
      "Etwas Anderes hätte ich mir nie verziehen! Trotzdem, wir müssen weg von hier, so weit wie möglich!", sagte Atrion und half Ilfgar auf die Beine, der völlig erschöpft neben Juna auf dem Rasen lag und sich die Hände vor das Gesicht geschlagen hatte.
      "Wenn es euch nichts ausmacht, möchte ich mit euch kommen", sagte Sel und blickte mitleidend auf Juna, die erneut in der Bewusstlosigkeit verschwunden war.
      "Nun ja, ihr habt uns gerade das Leben gerettet, also Nein sagen tue ich da schonmal nicht", antwortete Ilfgar und reichte Sel dankbar die Hand.
      Nachdem sie die Trage Sel und Atrion anvertraut hatten, liefen die vier Gefährten los und ließen eine wütende Meute in einem dunklen Tunnel, gegen die Tür hämmernd, zurück.
      Schnell hatten sie das versteckte kleine Tal verlassen und aus den saftigen Wiesen wurde ein dichter Wald. Dornhecken und Sträucher erschwerten den Freunden das Vorankommen und ein Großteil der weiteren Überlebenden hatte sich den vier Gefährten angeschlossen.
      Mühsam kämpften sie sich einen Weg durch das Gestrüpp und das dichte Unterholz. Blutig und zerkratzt erreichten sie nach einigen Minuten den Rand des kleinen Waldstücks und ein kleiner Pfad tat sich auf.
      "Das ist ein kleiner Wanderpfad, östlich von uns verläuft die große Nordstraße", erklärte Elion und zeigte nach Osten.
      "Wir sollten im Schatten des Waldes bleiben, falls sie uns Reiter hinterherschicken. Dort sind wir zumindest etwas geschützt und man entdeckt uns nicht so leicht", warf Atrion ein und die vier Gefährten trennten sich von der großen Gruppe der Überlebenden, die die Nordstraße kreuzen wollten.
      "Jetzt sind wir wohl auf uns allein gestellt", seufzte Ilfgar.
      Vor ihnen warteten weitere qualvolle Stunden voller Dornen und Gestrüpp.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Kapitel 8
      Das Fürstentum von Raeg

      Stunden waren vergangen, sie hatten die dornigen Wälder hinter sich gelassen und vor den fünf Gefährten taten sich die weiten Graslandschaften von Raeg auf.
      Hohes Gras sprieß aus dem hügeligen Boden und zu ihrer linken erhob sich das leicht ansteigende Schlüsselgebirge. Die Landschaft war einseitig, aber strahlte eine beeindruckende Wirkung aus. Wie eine Wüste erstreckte sich die Graslandschaft und wie Flecken auf einer Tischdecke unterbrachen Fichtenhaine den Teppich aus Gras.
      Die sanften Hügel ließen das Gras wie Wellen auf dem Meer ansteigen und wieder fallen, während die wechselhafte Bewölkung schwarze Schatten über die Landschaft fliegen ließ.
      Sel und Atrion hatten Junas Trage bereits an Ilfgar und Elion abgegeben und spähten abwechselnd den Weg vor ihnen aus. Juna war aus ihrer Bewusstlosigkeit wenige Stunden nach der Flucht aus den Verliesen erwacht und schaute schmerzlich über die fruchtbare Landschaft, während Ilfgar ihr gut zuredete und versuchte, sie daran zu hindern, erneut in der Bewusstlosigkeit zu versinken.
      Niemand von ihnen wusste, ob ihnen Verfolger auf der Spur waren oder ob sie überhaupt noch verfolgt wurden, aber keiner von ihnen verspürte den Wunsch eine Rast einzulegen und sich Gewissheit zu verschaffen.
      Also waren sie ununterbrochen weiter gegangen und erst jetzt bemerkten sie, wie ihre Kräfte allmählich schwanden.
      Elion schwieg schon seit geraumer Zeit und Atrion wusste, wie schwer es für den jungen Prinzen war, seine Heimat hinter sich zu lassen und im Ungewissen darüber zu sein, ob sein Vater noch lebte.
      Vor Jahren hatte Elion bereits seine Mutter an die Pest verloren und das Leben des Thronerben war alles andere als einfach gewesen. Er hatte keine Freunde gehabt, niemanden, der ihn so behandelte, wie er es gerne gewollt hätte, aber trotzdem musste er an der Seite seines Vaters stets einen freundlichen und aufrechten Eindruck hinterlassen.
      Der junge Prinz hatte Leid erfahren und der einzige, der ihm etwas bedeutet hatte, war sein Vater, von dem er nun nicht einmal mehr wusste, ob er ihn jemals wiedersehen würde.
      Atrion hatte Mitleid und lief einige Schritte neben Elion her.
      "Alles in Ordnung?", fragte er vorsichtig und berührte Elion an der Schulter, auf der noch immer die Trage von Juna lastete, obwohl Atrion wusste, dass das nicht alles war, was den jungen Prinzen nach Unten zog.
      "Ja, na klar", sagte Elion und blickte Atrion flüchtig in die Augen.
      "Du denkst an deinen Vater, an Aspholium, oder?"
      "Ja...", antwortete Elion und seine Stimme brach ab. "Lebt er noch? Atrion lebt mein Vater noch?"
      Atrion hielt inne und überlegte, wie er seine Worte möglichst verkraftbar wiedergeben konnte. Dann wandte er sich wieder Elion zu, der wie gebannt auf seine Lippen starrte und seine Augen tränten.
      "Dein Vater ist der König von Eolond, er ist zu viel wert um ihn zu töten. Außerdem ist dein Vater ein kluger Mann, wer weiß, vielleicht konnte er fliehen"
      Obwohl er viel Zuversicht in seine Worte gelegt hatte, wusste Atrion, dass der König unter keinen Umständen geflohen wäre und er sich niemals einem Feind ergeben würde, selbst wenn sein Leben davon abhinge.
      Trotzdem schienen die Worte Elions Trauer ein wenig zu mildern und der junge Prinz lächelte Atrion kaum merklich zu.
      "Danke Atrion...", sagte er und rückte Junas Trage auf seiner Schulter zurecht.
      Damit war ihr Gespräch beendet und Atrion ging etwas schneller um mit Juna reden zu können.
      "Wie geht es der tapferen Bogenschützin?", fragte er und schaute in ihr bleiches Gesicht.
      Noch immer lag ein Schweißfilm auf ihrer Stirn und die Verbände waren inzwischen von Blut durchtränkt, während Junas Augen über die schier endlosen Graslandschaften glitten.
      "Ich halte das...aus", antwortete sie und schaute zu Atrion. "Wo gehen wir hin?", fragte sie und blickte wieder auf die Hügellandschaft, die an ihr vorbeizog.
      "Wir gehen nach Daarg und suchen Zuflucht bei Fürst Janus. Zumindest so lange, bis du wieder laufen kannst", antwortete Atrion.
      "Das kannst du ganz sicher bald wieder!", warf Ilfgar ein und stolperte fast über ein Kaninchenloch.
      "Das sehe ich genauso", schloss sich Atrion an und lächelte Juna an.
      "Ihr seid...", sie fing an zu husten, aber beruhigte sich nach einigen Sekunden wieder. "..süß. Ihr seid süß."
      "Süß? ich vielleicht, Ilfgars Gesicht sieht eher aus wie eine Fußmatte", stichelte Atrion und Juna begann zu lachen. Es war zwar ein gequältes und vor Schmerz geplagtes Lachen, aber es erwärmte Atrions Herz. Ilfgar und Atrion schlossen sich Juna an und selbst Elion brachte ein gequältes Lächeln zu Stande.
      Nach kurzer Zeit kam Sel von seiner Erkundung zurück und berichtete von ein paar Bauernhäusern und Feldern, welche sich ein paar Meilen vor ihnen auftaten und schlug vor, eine Pause in einem nahe gelegenen Fichtenhain zu machen.
      Dankbar stöhnten Ilfgar und Elion nach einer Rast und die Gefährten setzten sich in den Schatten einer großen Fichte auf den nadelbedeckten Boden.
      Gerade wollten sie ihre Pause beenden und in einem der umliegenden Bauernhöfe nach Wasser fragen, als Sel sie zum Schweigen aufforderte.
      Gemeinsam lauschten sie in die Landschaft hinein und warteten auf ein Geräusch oder suchten nach einer Bewegung im hohen Gras. Ilfgar hatte seinen Bogen gespannt und der Pfeil ruhte bereits auf der Sehne, während Atrion vor Junas Trage wachte und mit seinem Schwert in der Hand das Gras absuchte.
      Plötzlich hörten sie das Wiehern eines Pferdes. Sie konnten es werde sehen, noch die Richtung abschätzen, aus der das Pferd gewiehert hatte, aber wenn es ihre Verfolger waren, standen ihre Chancen unermesslich schwach. Sie hatten seit Stunden nichts getrunken, geschweige denn gegessen und der Dornenwald hatte einen imensen Tribut gefordert. Erschöpft, ausgelaugt und müde würde ein Kampf mit berittenen Verfolgern kein gutes Ende nehmen.
      Dann erschien der erste Reiter über einem Hügel im Süden und hinter ihm tauchten weitere Soldaten auf.
      Soldaten der Stadt Daarg.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


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    • Kapitel 8 (Fortsetzung)

      Sie kamen direkt auf die Gruppe zugeritten und Atrion stand mit seinen Gefährten noch immer schützend um Junas Trage. Die Sonne stand hoch über ihnen und lediglich der Schatten des Baumes verhinderte, dass die warmen Strahlen auf Juna hinabschienen, aber trotzdem war ihre Stirn gesprenkelt von Schweißtropfen.
      Ihre Wunden forderten allmählich immer größeren Tribut und die Verbände trieften inzwischen nur so vor Blut. Sel blickte besorgt auf die anreitenden Soldaten und Atrion wurde das Gefühl nicht los, dass Sel auch in diesem Fürstentum vielleicht kein unbescholtener Bürger mehr war.
      Die Reiter waren fünfzig Schritte vor ihnen stehen geblieben und abgestiegen. Langsam liefen sie auf Atrion und seine Gefährten zu und hoben beschwichtigend die Arme. Niemand von ihnen hatte ein Schwert gezogen und Ilfgar fiel eine Konstruktion hinter einem der Pferde auf.
      Eine Art Bahre war dort an das Geschirr des Pferdes angebracht und schleifte kontrolliert hinter dem Pferd auf dem Boden.
      Sie waren hier um zu helfen.
      "Was wollt ihr von uns?", fragte Atrion, dem die Bahre noch nicht ins Auge gefallen war.
      "Wir wurden vom Fürsten geschickt, er wusste von der Schlacht um Aspholium und auch seine Truppen starben vor den Mauern der Hauptstadt. Er selbst ist zu Alt für den Krieg und Schlachten, deshalb war er nicht in der Hauptstadt als Aspholium fiel. Wir sind hier um euch zu helfen. Wir sahen euch vom großen Drachenturm", antwortete einer der Soldaten in einer prächtigen Rüstung, die in der Sonne verführerisch glänzte.
      Dann zeigte er in die Ferne und Ilfgar fiel ein schwarzer Strich in der Landschaft auf, der wie ein Pfeil aus dem Boden herausragte.
      "Ihr seid hier um zu helfen?", fragte Sel ungläubig und spielte nervös mit den Fingern an seinem Gürtel.
      "Ganz recht. Wir wurden geschickt um eurer Verwundeten Gefährtin und euch ein schnelles Geleit in die Hauptstadt von Raeg zu gewähren", antwortete der Soldat und musterte Sel schmunzelnd.
      Widerstrebend bedeutete Atrion seinen Gefährten, die Waffen wegzustecken und erlaubte den Soldaten, Juna an das Gestell hinter dem Pferd zu binden, während er jeden Handgriff der Männer aus Daarg aufmerksam verfolgte.
      Er wusste, dass sie auf die Hilfe der Soldaten angewiesen waren, aber andererseits wusste Atrion, dass kein Fürst in Eolond aus reiner Herzensgüte handelte. Zwar waren die Geschichten um Fürst Janus stets mit Herzensgüte und Freundlichkeit gefüllt, aber ebenso war der Fürst bekannt für sein unerbittliches Verlangen nach Geld.
      Nachdem Juna auf die Bahre geschnallt war, führte man Atrion, Ilfgar, Sel und Elion vier Pferde an die Hand, die die Soldaten von Daarg mitgebracht hatten.
      Innerhalb kürzester Zeit war der Konvoi auf dem Weg und der Turm rückte immer Näher, während Juna unaufhörlich stöhnte. Immer wieder blickte Sel unruhig auf die Wachen um ihn herum und versuchte unauffällig, den Blicken des Hauptmanns auszuweichen, welcher vor ihm ritt.
      Das hohe Gras wellte unter der leichten Brise hin und her, bis sich die Landschaft nach ein paar Minuten änderte.
      Felder mit Weizen, Gerste und Roggen wuchsen seitlich des kleinen Pfades und waren in akkurater Genauigkeit perfekt Rechteckig abgestimmt, während hier und da ein Bauernhof inmitten der Felder auftauchte.
      Weiden mit Nutzvieh und Felder mit Mohn und Raps erstrahlten in der prallen Mittagssonne, während Daarg in voller Pracht hinter einem Hügel hervorkam.
      Die Stadt war gewaltig.
      Dicke Mauern aus hartem Stein umgab die Stadt, welche ebenfalls kunstvoll aus Stein geschaffen war. Kein Holz war zu sehen, kein Strohdach zu entdecken und keine Ziegeln bedeckten die Dächer der Häuser. Die Stadt war geschliffen aus bernsteinfarbenem Stein und in der Mitte thronte ein gewaltiger schwarzer Turm, der gute hundert Meter in die Höhe schoss.
      Die Straßen wurden besser und bald ritt der Konvoi über Backsteinstraßen, so breit, dass gut und gerne drei Planwägen aneinander vorbeifahren konnten. Die Steine waren abgeschliffen und dem Regen Handel jahrhundertelang ausgesetzt gewesen.
      Furchen zogen über die Straße von den Planwägen und Kutschen, Steine waren gesprungen von den Witterungen der Jahre, aber trotzdem befand sich die Straße in astreinem Zustand.
      Der Konvoi war inzwischen kurz vor dem beeindruckenden Tor, welches gut fünf Meter hoch in die Mauer gestanzt war. Gewaltige Eisentüren mit Zacken aus schwarzem Stahl schützten die Stadt, während auf der Mauer ein Wehrgang aus solidem Stein für Deckung sorgte.
      Sobald die Wachen am Tor den Konvoi kamen sahen, wurde das Tor geöffnet. Ein metallenes Quietschen ertönte, die Türen schwangen langsam auf und gaben den Blick auf den Platz hinter den Toren frei.
      Eine Zwergenstatue zierte den Backsteinplatz und einige Bewohner kamen neugierig aus ihren Häusern um die Neuankömmlinge zu bewundern.
      Ilfgars Mund stand weit offen, während er seinen Blick über den Platz und die umstehenden Häuser schweifen ließ. Sel schien der Trubel und die neugierigen Augen deutlich nervöser zu machen und er schrumpfte förmlich in seinem Sattel zusammen. Auch Elion und Atrion waren von der Schönheit Daargs überwältigt und ritten fast willenlos hinter den Soldaten her.
      Die Hauptstraße schlängelte sich durch die Häuserreihen auf den Turm in der Mitte der Stadt zu und enge Gassen öffneten sich zu beiden Seiten. Kleine Läden und Tavernen durchzogen die Gassen und der Geruch von frischen Backwaren und Schmiedeöfen durchzog die Stadt wie ein unsichtbares Band.
      Nach wenigen Biegungen der Hauptstraße öffnete sich vor dem Konvoi ein großer Marktplatz, an dessen Ende ein kleiner Mauerring die Wohnstadt von dem Palast des Fürsten und dem schwarzen Turm trennte.
      Reges Treiben herrschte zwischen den Ständen der Händler und Waren jeglicher Art und Weise erstrahlten auf den reich präsentierten Ablagen. Teppiche, Schmuck, frisches Fleisch und Gemüse, auf dem Marktplatz gab es alles. Ein Gittertor im inneren Mauerring war der einzige Zugang zu den Sälen des Fürsten und ein kleiner Garten erstrahlte hinter den Gitterstäben.
      Zwei Wachen waren links und rechts neben dem Gittertor positioniert und beobachteten den Marktplatz aufmerksam. Ihre Langschwerter steckten griffbereit in den Schwertscheiden an ihren Gürteln und ein Speer mit der Fahne des Fürstentums Raeg funkelte bedrohlich in den Händen der Wachmänner.
      Ohne ein Wort mit dem Hauptmann des Konvois zu wechseln, nickten sie ihm kurz zu und öffneten die Gittertore für die Reitergruppe, die sich mühsam einen Weg durch die Menschenmassen auf dem Marktplatz suchte.
      Sie waren in Sicherheit.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Lehaidin schrieb:

      "Süß? ich vielleicht, Ilfgars Gesicht sieht eher aus wie eine Fußmatte", stichelte Ilfgar und Juna begann zu lachen.
      Ich glaube hier ist dir ein Fehler unterlaufen^^

      Kurze Frage ob ich dass richtig verstanden habe, ist der Schwarze Turm/Drachenturm auch in der Stadt? oder kann man diesen nur aus der Stadt sehen?

      Ich gebe zu das ich mitten drin einsteige, werde mir aber den rest mal genauer durchlesen
    • Hey @Etiam,
      Den einzigen Fehler, den ich gefunden habe war das kleine "ich"? :S

      Und ja, der Turm bildet quasi das Zentrum der Stadt. Die Zwerge bauten die Stadt um den Turm herum. Kleiner Zusatz: Ursprünglich war der Turm ein Aussichtsturm für die Bedrohung der Drachen. Die Stadt bildete sich erst viel später. Der kleine Stützpunkt von damals war lediglich so groß wie der innere Mauerring, das Gittertor wurde nachträglich eingebaut. Vorher waren nur versteckte Zugänge als Eingang gedacht. ;)

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • @Lehaidin

      Da bin ich wieder! :love: :D

      Ich weiß schon, was @Etiam meinte. Ilfgar wird sich ja wohl kaum selbst verspotten^^

      Hach, es geht doch recht entspannt weiter- nur für die arme Schützin ja nicht. Hoffentlich kommt sie schnell wieder auf die Beine. Wenigstens sind sie jetzt an einem sicheren Ort angekommen- zumindest fürs Erste. Bei dir weiß man ja nie, ob das so bleibt :P Du jagst deine Charaktere ja recht gerne in Situationen ungewissen Ausgangs.

      Ach und Futzelarbeit mach ich heute nicht, so viel hab ich nicht gefunden, dass es sich lohnt :D


      LG
      Blue ^^
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • Oh, verdammt.
      Sorry @Etiam und @BlueRosesInMyHeart, ihr habt natürlich völlig Recht. Wird bei Gelegenheit direkt verbessert. :/

      Auch hier freut es mich, dass du wieder dabei bist Blue. :thumbup: Ja, mal schauen ob ich meine Charaktere in den nächsten Kapiteln weiterhin so rumscheuche ;) :whistling: Aber ich denke... es wäre machbar :D

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Kapitel 8
      (Fortsetzung)

      Der Turm war gewaltig.
      Der schwarze Stein erstreckte sich so weit in die Höhe, dass Atrion sich die Hand über die Augen halten musste um nicht in die Sonne zu blicken. Auch seine Gefährten starrten hinauf in den Himmel und vergaßen für einen Moment Juna, die noch immer hinter den Pferden auf einer Bahre getragen wurde.
      Erst als ihre Bahre neben Ilfgar abgeschnallt wurde, realisierten ihre Gefährten, dass Juna noch immer unter ihren Verletzungen litt. Ihr Stöhnen holte die Gemeinschaft zurück in die schmerzlichen Erinnerungen der Verluste von Aspholium. Elion, welcher gerade noch mit offenem Mund den Drachenturm hinaufgeblickt hatte, starrte nun erneut mit niedergeschlagenem Gesicht auf den Boden.
      Der Innenhof war wunderschön.
      Der kleine Hof war Kreisrund und hatte einen Durchmesser von etwa 200 Fuß. Der schmale Kiesweg trennte sich genau in der Mitte des Platzes in drei Richtungen auf und unterteilte den Kreisrunden Platz in vier Teile.
      Auf der Linken Hälfte des Platzes standen Ställe und die Unterkünfte der Armee. Gegenüber von dem verzierten Gittertor erstreckte sich der Drachenturm in die Höhe und neben ihm entlang führten zwei weiter Wege vorbei auf einen weiteren Platz. Beide Höfe waren perfekt identisch und auf den, durch die Wege getrennten, Bereichen waren bunte Blumen und saftiger Rasen angebaut. In der Mitte der beiden Innenhöfe stand jeweils ein Frauenbrunnen aus Marmor, die die Wege umrundeten wie Schlangen einen Baumstamm.
      Mit skeptischen Blicken und abgelenkt von der Schönheit seiner Umgebung, blickte Atrion Juna hinterher, die gerade von Wachen in die Gebäude auf der Rechten Seite gebracht wurde.
      Dann führte der Hauptmann Atrion und seine Freunde weiter in den inneren Ring hinein und blieb vor einer großen Tür in den Gebäuden auf der rechten Seite stehen.
      "Ihr werdet nun mit Fürst Janus reden und ihm alles über die Schlacht erzählen! Er hat seine Tochter vor den Feldern der Hauptstadt verloren, sie war als Kommandantin der Bogenschützen auf den Mauern. Die genauen Grausamkeiten solltet ihr ihm also besser ersparen", warnte der Hauptmann die Gefährten und stieß die Türen auf.
      Der Thronsaal war im Vergleich zu den Hallen von Aspholium ein gemütlicher Wohnraum. Die Decke war hoch und aus Holz, während Steinerne Säulen aus zwergisch geschlagenem Stein die Dachbalken trugen.
      Kamine brannten auf den Seiten des Raumes und Fackeln an den Säulen ließen den Saal gemütlich erstrahlen. Reich verzierte Wandteppiche hingen an den Steinwänden und der Boden war mit braunen, glatten Steinen gefliest.
      In der Mitte des Raumes stand eine Ovale Tafel, an der ringsrum Stühle standen, aber kein Stuhl dem anderen glich. Prunkvolle Kerzenhalter und ein gigantischer Kronleuchter, aus einem ganzen Bergkristall erschaffen, beleuchteten die heimelige Halle. Am anderen Ende des Saales führten Stufen auf ein Holzpodest, auf dem ein älterer Mann in einem Thron aus Stein saß, in welchen glitzernde Edelsteine und funkelnde Goldornamente eingelassen waren.
      Hinter Fürst Janus schmückte ein riesiger Gobelin die Wand, auf dem Drachen durch die Lüfte glitten und auf ihnen Reiter mit Schwertern über ein gewaltiges Schlachtfeld flogen. Feuerstöße verließen die Mäuler der gigantischen Tiere und verbrannten die Feinde unter ihnen, während im Hintergrund eine gewaltige Armee von Zwergen den Fluchtweg versperrte und im Vordergrund ein Menschenheer begann zu kämpfen.
      Atrion zog der Wandteppich so in den Bann, dass er geradewegs in die Tafel lief und mit einem lauten Knallen neben einem der Stühle landete, der ebenfalls zu Boden fiel, weil Atrion vergeblich versucht hatte, sich an ihm fest zu halten.
      Sel konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und Ilfgar schaute belustigt zu Janus hinauf, während Elion nur traurig in die Flammen eines Kamins starrte und Atrions Missgeschick nicht wahrgenommen hatte.
      Atrion selbst sprang auf und lief rot an, während er, um Verzeihung bittend, den Stuhl wieder aufstellte und hinter dem Hauptmann hertrottete.
      "Mein Herr, ich bringe euch die Überlebenden von Aspholium um die ihr gebeten habt", sagte der Hauptmann und trat zur Seit, damit der Fürst die geschundenen Gefährten sehen konnte.
      "Nun, schämt euch nicht, Junge! Ihr seid nicht der Einzige, der sich von diesem Wandbehang ablenken lässt. Mir selbst ist so etwas ähnliches ebenfalls geschehen. Diese Treppe hier ist für mich schon das ein oder andere Mal sehr gefährlich geworden", lächelte Janus und Atrion fiel so schnell ein Stein vom Herzen wie er wenige Minuten zuvor auf den Boden gefallen war.
      "Ihr seid nun in Sicherheit und eure Gefährtin wir wieder gesund werden. Trotzdem muss ich euch nach dem einen Fragen, was euch noch immer Schmerzen bereitet. Wir müssen wissen womit wir es zu tun haben. Womit Eolond es zu tun hat. Ihr seid die einzigen Überlebenden, die es bisher in eine Fürstenstadt geschafft haben. Wer ist der..."
      "Es ist mein Onkel", brach es aus Elion heraus und er würgte die freundlichen Worte von Janus ab.
      "Was?", fragte Janus verwundert und sein Blick fiel auf Elion.
      "Es ist mein Onkel!", wiederholte dieser. "Er hat diesen fremden Feind nach Eolond gebracht. Ich habe gesehen, wie er ihnen dazu verholfen hat in die Stadt zu gelangen. Er hat geholfen meine...Familie zu.. zu ermorden. Meinen Vater zu töten und meine Stadt zu verbrennen."
      Tränen kullerten über Elions Wangen und Janus erhob sich, dann ging er auf den jungen Prinzen zu und umarmte ihn fürsorglich.
      Elion schluchzte in den Armen des Fürsten laut auf und Janus hielt ihn weiterhin fest in seinen Armen, während er dem Hauptmann signalisierte, sie alleine zu lassen.
      Nach einer Weile beruhigte sich Elion, blieb aber in der schützenden Umarmung des Fürsten und Atrion blickte mitleidend auf den jungen Prinzen.
      "Alles wird gut, mein Junge. Ich habe euch kaum erkannt, wisst ihr das, junger Prinz? Euer Vater wäre mehr als nur stolz auf euch und ich bin mir sicher, er wäre beruhigt, wenn er wüsste, dass ihr in Sicherheit seid. Ihr wart das Wichtigste für ihn", versuchte Janus Elion zu beruhigen und obwohl der junge Prinz erneut in Tränen ausbrach, sprach er weiter und redete ununterbrochen auf ihn ein.
      "Wisst ihr noch, was euer Vater immer zu sagen pflegte? Das Leben ist wie ein Ozean, den es zu überqueren gilt. Wellen kommen und gehen, ob stürmisch oder sanfte Wogen, wir schwimmen weiter. Egal wie oft wir unter Wasser gezogen werden, egal wie oft wir von den Wellen zurückgedrückt werden, wir besitzen die Kraft um uns zu retten. Also wozu fallen wir, Junge? Um zu..."
      "..lernen, wieder aufzustehen", vollendet Elion den Satz von Fürst Janus in Tränen und löste sich, noch immer schniefend von der Schulter des liebevollen Fürsten.
      "Besser?", fragte Janus und klopfte dem Prinzen auf die Schulter.
      "Ja, ich...das musste jetzt raus", wandte sich Elion an seine Gefährten und schlug beschämt die Augen zu Boden.
      "Es gibt nichts, wofür du dich rechtfertigen müsstest", sagte Atrion und sah, wie sich sowohl Ilfgar, als auch Sel, Tränen von den Wangen wischten und tat es ihnen, mit seinen eigenen, gleich.
      "Und jetzt setzt euch, wir essen etwas und ihr erzählt mir, was passiert ist und was diese Hausratte von Arimed mit alledem zu tun hat", sagte Janus und sie setzten sich an die Tafel von Daarg.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Kapitel 8
      (Fortsetzung)

      Es war still als Atrion die tragische Geschichte von Aspholium erzählte. Nur das Flackern der Fackeln und das leise Knistern der Holzscheite in den Kaminen hallte neben Atrions Stimme durch den Saal.
      Janus blickte gespannt durch die Runde und jedes Mal, wenn Atrion den Tod erwähnte, der an jenem Tag durch Aspholium fegte, senkte er traurig den Kopf und blickte Elion ebenso gequält an wie er ihn.
      Gelegentlich huschte ein Diener zwischen den Säulen hindurch und störte die von Trauer geprägte Runde, indem er Holz nachlegte und dann versuchte, lautlos wieder zu entschwinden.
      Atrion beendete seinen letzten Satz und Elion blickte teilnahmslos und gedankenverloren in die Kerzenflammen vor ihm, während Ilfgar und Sel in Erinnerungen schwelgten und unruhig auf ihren Stühlen hin und her rutschten.
      Atrion griff erschöpft zu dem Wasserkrug und trank einen kräftigen Schluck, als Janus seine Stimme erhob und einfühlsam auf die Gefährten einredete: "Meine Freunde, ihr könnt euch glücklich schätzen, am Leben zu sein. Ich weiß, ihr habt enorme Verluste erlitten, ich weiß, ihr tragt Schmerz in euch und ich weiß, dass jeder von euch völlig am Ende ist, aber ich muss euch eine weitere Aufgabe anvertrauen. Ihr seid die einzigen Überlebenden und habt als Einzige das Recht, diese Aufgabe zu vollführen", sagte Janus und erhob sich leise. "Folgt mir!"
      Die Gruppe erhob sich und folgte dem warmherzigen Fürsten an den Gobelin hinter dem Thron.
      "Das ist die Geschichte von Eolond. Ein Abbild der größten Schlacht in der Erinnerung dieses Reiches. Was seht ihr?", fragte janus und präsentierte mit einer eleganten Handbewegung den gigantischen Wandteppich.
      Atrion schaute auf das Bildnis und suchte nach besonderen Dingen, aber er sah nur eine Schlacht, eine gewaltige Schlacht.
      "Da sind Drachen", sagte Sel plötzlich und Janus lächelte zufrieden.
      "Genau, wer von euch hat denn schon Mal einen Drachen gesehen?", fragte er und blickte in die Runde.
      "Niemand", antwortete Ilfgar, nach dem einige Augenblicke lang nachdenkliches Schweigen herrschte.
      "Genau, jetzt schaut erneut auf das Bild und sagt mir, was an den Drachen so besonders sein könnte", forderte Janus und lächelte noch immer wie ein stolzer Lehrer.
      Die Gruppe schaute erneut auf den gewaltigen Gobelin und Elion trat einen Schritt nach Vorne.
      "Da.. Da sitzen Leute auf den Drachen", sagte der junge Prinz nach einem Augenblick und schmunzelte verwundert.
      "Genau, mein junger Prinz. Das, sind die Drachenreiter von Eolond. Sie waren die entscheidenden Gewichte für die Waage der Schlacht von Sumpfland. Nur durch sie schafften die Völker der Menschen und Zwerge es, den Feind von Westspitze zu bezwingen. Die Schlacht war so gewaltig, dass die besten Künstler und Handwerker diesen Wandteppich erschufen. Der große Zwergenkönig Huron nahm in damals an sich und brachte ihn nach Daarg", erzählte Janus und blickte wehmütig hinauf zu den Feuer speienden Drachen und ihren Reitern.
      Schweigen durchzog die Gemeinschaft vor dem Gobelin und Atrion schaute fragend druch die Runde, während Janus lächelnd vor ihnen stand.
      "Nun, ich glaube, das war etwas zu Viel für euch. Sagen wir es so: Das ist euer Auftrag. Findet die Drachenreiter von Eolond, nur sie könnten den übermächtigen Feind aufhalten. Wir brauchen Hilfe, das ist unumstritten. Die Macht des Feindes ist zu groß, als das die vereinten Völker sie besiegen könnten", unterbrach Janus das Schweigen.
      "Pah, entschuldigt die Worte, aber ihr seid nicht von Sinnen. Die Drachenreiter sind tot, ausgestorben und verschwunden. Es gibt keine Drachen mehr in Eolond. Und außerdem, wo sollten die Drachen denn sein. Seit Jahrhunderten wurde kein Drache mehr gesichtet", spottete Ilfgar und schlug beschämt durch seine eigenen Worte die Augen zu Boden.
      "Nun, werter Herr Ilfgar. ich verstehe eure Worte durchaus, nur gibt es Geschöpfe in Eolond, die überzeugt sind, dass sie existieren. Manche von ihnen sind sogar älter als die Geschichten, die ihr von den Drachen hört. Kindergeschichten und Ammenmärchen, entstanden aus Funken von Wahrheit und Realität. Viele von ihnen erzählen von der Flucht der Drachen in ein fernes und verstecktes Reich, in dem die Drachenreiter und die Drachen in Harmonie und Frieden leben", antwortete Ilfgar verständnisvoll und schaute rätselhaft auf den Gobelin und die Drachenreiter.
      "Diese Geschöpfe von denen ihr redet, glaubt ihr, sie wissen wo die Drachen und ihre Reiter verblieben sind?", fragte Sel.
      Janus versank einen kurzen Moment in seinen Gedanken und fuhr sich mit der Hand durch den Bart, dann wandte er sich zu Sel und begann zu antworten: "Manche glauben, dass die Drachen noch immer in Eolond leben. Andere wiederum glauben, dass die Drachen seit Jahrhunderten den Kontinent verlassen haben...", er hielt inne und überlegte einen Moment.
      "Ich glaube, es gibt Jemanden, der es wissen könnte. Er lebt schon sehr, sehr lange auf dieser Welt und ist einer von Dreien, die alles Wissen und doch nichts preisgeben dürfen", fuhr er fort.
      "Ihr..Ihr meint einen Thain?", fragte Elion und seine vorige Trauer schien bei dem Gespräch über die Drachen zu weichen.
      "Genau. Ein Thain ist ein magisches Geschöpf, dass seit Jahrhunderten existiert. Einst waren die drei Thains die Weissager von Eolond, sie lasen das Schicksal und halfen den Menschen. Und doch, durften sich die Thains nicht aktiv in das Geschehen der Welt einmischen. Sie waren neutral und kein Krieg konnte sie betreffen. Dennoch konnten sie sterben und durch jedes Geschöpf in Eolond getötet werden. Sie waren machtlos und besaßen doch mehr Macht, als jeder andere auf der Welt und sie wussten Alles, aber konnten ihr Wissen nicht teilen. Ihr Leben war eine Bürde. Unsterblich... und doch so menschlich, so sterblich. Zwei der drei Thains verschwanden im Laufe der Jahre, ob getötet oder verschwunden, es weiß niemand. Aber ein Thain existiert noch immer, nur wenige wissen, wo er sich befindet. Er ist der Einzige, der wissen könnte, wo sich die Drachen nun befinden", erklärte Fürst Janus.
      "Und wo finden wir ihn?", fragte Atrion und stellte die Frage, die jedem der Gefährten durch den Kopf schoss.
      "Nun, man sagt, er sei derzeit in einem Wald. Hoch oben im Schlüsselgebirge. Der Aufstieg ist mühsam und der Weg gefährlich, aber wir müssen etwas gegen die wachsende Bedrohung tun. Ich will das nicht von euch verlangen, aber wenn jemand einen Thain von der
      Ernsthaftigkeit der Lage überzeugen kann, dann seid ihr das", sagte der Fürst.
      "Wir sollten so schnell wie möglich aufbrechen", drängte Sel.
      "Nein, Juna ist noch immer verletzt. Wir warten, bis sie wieder gesund ist", fauchte Ilfgar und Atrion stimmte seinem Freund entschlossen zu.
      "Das schaffen wir schon", sagte plötzlich eine junge Bogenschützin, die von einer Wache gestützt plötzlich hinter ihnen stand.
      Juna war zurück.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


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    • Kapitel 9
      Die Hände des Chaos

      Atrion und Ilfgar sprangen auf, als sie in das Gesicht der braunhaarigen Bogenschützin blickten, die sie noch immer ein wenig erschöpft anlächelte. Die Wache neben ihr stütze sie, ihre Wunden waren mit frischen Verbänden versorgt worden und ein starker Heiltrank hatte sie wieder zurück auf die Beine gebracht, aber Juna sah noch immer ramponiert aus wie ein abgelaufener Teppich.
      Atrion umarmte seine Freundin und schaute besorgt in ihr blasses Gesicht, als Ilfgar sie ebenfalls umarmte und auch Elion drückte Juna freudig an sich.
      "Geht es dir gut?", fragte Ilfgar und rückte ihr einen Stuhl zurecht.
      "Ja, mir geht es besser. Ein paar Tage Ruhe und ich bin wieder startklar", krächzte sie und ließ sich erschöpft auf den Stuhl fallen.
      Die Wache trat einige Schritte zurück und blieb vor einer kleinen Seitentür stehen um Juna gegebenenfalls auf ihr Zimmer zu begleiten und verschränkte die Arme hinter dem Rücken.
      "Nun, mein junges Fräulein. Ich glaube, wir haben noch keine Bekanntschaft miteinander gemacht, oder?", fragte Fürst Janus und erhob sich. "Ich bin Fürst Janus. Herrscher über Raeg."
      Juna versuchte sich stöhnend aus dem Stuhl zu erheben und stützte sich auf die Armlehne, aber Janus bestand darauf, sie im sitzen begrüßen zu dürfen und sie ließ sich zurückfallen.
      Auch Sel stellte sich Juna vor und Fürst Janus rückte unruhig hin und her, während Atrion Juna alles erzählte, was seit ihrer Verletzung geschehen war. Immer wieder warf sie verschwommene Eindrücke und Bilder dazwischen, die sie wahrgenommen hatte und die junge Bogenschützin warf Elion einen mitleidenden Blick zu, als sie hörte, dass der Verbleib des Königs weiterhin ungeklärt war. Gerade sprach Atrion seinen letzten Satz zu Ende, als Janus wie aus einer Kanone geschossen fragte:
      "Habt ihr meine Tochter gesehen?"
      Die Augen des Fürsten suchten in Junas nach Antworten und die braunhaarige Soldatin schaute verdutzt in das besorgte Gesicht des alten Mannes. Dann schloss sie kurz die Augen und versuchte sich an die Schlacht auf der Mauer zu erinnern. Sie hatte Dutzend Pfeile verschossen gehabt und erste Belagerungsleitern hatten sich wie Efeu an die Mauerwände geschmiegt. Feinde kämpften mit den Soldaten auf dem Wehrgang und Juna hatte bereits einige Schnitte einstecken müssen. Ihre Erinnerungen verschwammen wieder und sie krampfte ihre Augen zusammen, während Schweißtropfen über ihr bleiches Gesicht liefen.
      "Ich, ich weiß es nicht, es ist alles zu verschwommen", sagte Juna und öffnete enttäuscht ihre Augen.
      Fürst Janus schwieg und suchte verzweifelt nach Worten, aber sein Blick senkte sich zu Boden und er atmete tief ein und aus. Die Anderen schwiegen ebenfalls und die Stille breitete sich in der Halle aus wie ein Feuer auf einem trockenen Boden.
      Gerade wollte sich Janus erheben als ein ein dumpfer Aufprall die Gruppe herumfahren ließ. Dort, wo gerade noch die Wache stand, blickten nun drei grimmige Männer mit Schwertern auf die Gemeinschaft an der Tafel und vor ihnen lag der Wachmann mit durchschnittener Kehle. Blut quoll aus seinem Hals hervor und eine rote Pfütze breitete sich auf dem Steinboden aus, während die drei Gestalten näher auf die Tafel zugingen. Schwarze Kapuzen verdeckten ihr Gesicht und ihre Schwerter funkelten unheilvoll im flackernden Schein der Fackeln.
      "Halt! Wer seid ihr? Wachen!", rief Janus und zog einen Dolch aus seinem Gürtel. Auch Atrion und Ilfgar zogen ihre Waffen und Sel half Juna aus ihrem Stuhl. Schweigend gingen die vermummten Männer weiter und Juna stellte sich zusammen mit Sel und Elion hinter Atrion, Ilfgar und den Fürsten.
      "Wachen!", rief Janus erneut, aber kein Wachmann betrat den Thronsaal, sondern vier weitere Vermummte, die hinter einer Seitentür auftauchten.
      Sie verteilten sich im Kreis um die Gemeinschaft und umzingelten sie, sie kreisten Atrion und seine Gefährten ein wie ein Rudel Wölfe seine Beute. Dann sprangen sie vor und der Kampf begann.
      Fürst Janus parierte die ersten Hiebe, aber sein Alter forderte schon nach kurzer Zeit sein Tribut und Schnittwunden überzogen seinen Arm, Ilfgar hatte einem Angreifer eine üble Wunde über der Brust verpasst, konnte sich aber schwerlich gegen zwei Gegner verteidigen, Atrion hatte den ersten Vermummten gezielt niedergestreckt und stellte sich breitbeinig vor Juna und Elion. Sel warf einen Stuhl nach dem anderen durch den Saal und hatte gerade einen Angreifer am Kopf erwischt, als Elion aufschrie und in die Knie ging. Ein Pfeil steckte in seiner linken Schulter und Atrion entdeckte den Schützen, der in einiger Entfernung neben einer Säule stand und erneut einen Pfeil anlegte. Im Thronsaal war es dunkel gewesen, deshalb hatte der Pfeil nur Elions Schulter durchbohrt, aber der junge Prinz war vor Schmerz schreiend zusammengesackt. Ohne zu wissen was er tat, rannte Ilfgar los und duellierte sich mit seinen beiden Gegnern in einem hitzigen Gefecht, Sein Schwert durchtrennte den Hals eines Angreifers und Atrion erledigte seinen zweiten Vermummten, während ein weiterer Pfeil knapp an seinem Ohr vorbei zischte.
      Blut überzog den Steinboden und rote Fußabdrücke spickten die Steinplatten. Auch Janus hatte einen Gegner zu Fall gebracht und sein Dolch steckte im Auge des Vermummten, während Ilfgar auch seinen zweiten Duellanten zu Boden warf und ihm mit einem Stoß ins Herz das Leben nahm. Sel schlug mit einem Kelch auf den Kopf auf einen der Angreifer ein, den er kurz zuvor glücklich entwaffnen konnte und Blut spritzte durch den Raum. Atrion erreichte den Bogenschützen, der inzwischen sein Schwert gezogen hatte und beide lieferten sich ein feuriges Schwertgefecht. Funken stoben an den Schneiden der beiden Schwerter und das Klirren wurde lediglich von Elions schmerzhaftem Stöhnen durchbrochen, während Janus und Ilfgar gemeinsam gegen zwei weitere Vermummte antraten, die gerade versucht hatten Elion und Juna zu attackieren. Fast zeitgleich streckten Atrion, Janus und Ilfgar ihre Gegenspieler nieder und das Blut der Feinde quoll über den Boden wie eine Flutwelle über den Strand. Völlig außer Atem versammelten sie sich um Elion und Atrion kniete sich neben den jungen Prinzen.
      "Wie ist das möglich? Wer sind die? Und was wollen sie von uns?", fragte Sel und wischte sich die Blutspritzer aus dem Gesicht.
      "Mein Heer ist vor den Mauern von Aspholium gefallen. In Daarg befindet sich nur noch die Stadtwache. Sie ist nicht frei von Fehlen und Tadel, wahrscheinlich wurden sie bestochen. Ihrem Aussehn nach zu urteilen...", hechelte Fürst Janus und holte tief Luft, während er sich wachsam im Raum umsah. "...sind das einfache Auftragsmörder. Und was sie von uns wollen? Nun, junger Sel, ich nehme an unseren Tod."
      "Nicht unseren, sondern seinen", sagte Ilfgar plötzlich und war einige Schritte weiter bei einem toten Vermummten in die Hocke gegangen. Dann erhob er sich und hielt ein Bild in die Luft, das auf ein Blatt Papier gemalt war, an dessen Rändern das warme Blut triefte.
      Ein Bild von Elion.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Kapitel 9
      (Fortsetzung)

      "Oh, das ist gar nicht gut", sagte Atrion und schnappte sich den Zettel aus Ilfgars Hand. Seine eigenen Hände zitterten noch immer von dem Kampf und Blut tropfte von seinen Fingerspitzen auf den Boden.
      Wortlos betrachtete er Elions Gesicht, dass auf dem gelblichen Papier aufgezeichnet war und gab das blutverschmierte Bild an Janus weiter, der sich erschöpft auf einen Stuhl hatte fallen lassen.
      Juna hatte sich zu Elion hinabgebückt und begonnen ihn aufzurichten, während Sel sein Gesicht von den Blutspritzern befreite und angewidert den Kelch fallen ließ, in dem noch immer Fleischstücke seines Gegners schwammen.
      "Wartet, das Siegel dort... Ich kenne es", sagte Janus und zeigte auf ein kleines Schwarzes Symbol in der rechten unteren Ecke des Kopfgeldes. Atrion hatte den fleck unter den Blutspritzern kaum erkannt, aber jetzt entdeckte er ein kleines Siegel. Kleine Flammen, durch die zwei gekreuzte Schwerter stachen.
      "Die Gemeinschaft des Chaos", keuchte Ilfgar und Janus nickte besorgt.
      "Ich dachte die Gesellschaft sei zerstört?", fragte Juna und nahm das Bild von Elion an sich.
      "Nun, diese Krise wird der Gesellschaft in die Karten gespielt haben. Ein fremder Feind greift Eolond an und zerstört alles, was sich ihm in den Weg stellt. Ziemlich genau das ist es, was die Gesellschaft des Chaos zu erreichen versucht. Chaos. Keine Regeln, keine Systeme. Nur die blanke Unordnung", erklärte Janus und seufzte.
      "Nein", stöhnte Elion schmerzerfüllt und richtete sich mit Sels Hilf auf, während er sich seine Wunde zuhielt.
      "Erinnert ihr euch an meinen Onkel? Er war derjenige, der die Gemeinschaft des Chaos studierte, sie verfolgte und versuchte zu vernichten. Ich glaube, nachdem, was wir in der Schlacht von Aspholium gesehen haben, ist deutlich geworden, was Arimed wirklich ist. Ein Verräter, ein Feind der Krone. Ein Mitglied der Gesellschaft des Chaos."
      Stille durchfuhr die Runde und Atrion wusste, dass Elion mit seiner Vermutung Recht hatte. Arimed, der Bruder des Königs war in die Machenschaften des Feindes involviert und ein Mitglied der Gemeinschaft des Chaos.
      "Ihr sagt also, dass euer Onkel von Anfang an gewusst hat, dass ein Feind nach Eolond kommen würde und sich das zu Nutzen gemacht hat?", fragte Janus und sprach aus, was sich fast alle im Raum gedacht hatten.
      "Wie?", ergänzte Juna und schaute Elion besorgt an, während sie ein Tischtuch um seine Wunde band, in der noch immer der Pfeil steckte.
      "Ich..Ich weiß es nicht. Nur würde das erklären, warum ihn die feindlichen Krieger nicht angegriffen haben", antwortete Elion und presste seine Zähne aufeinander als Juna den provisorischen Verband zuzog.
      "Wir sollten Elion in die Heilräume bringen. Zwar wird ihn die Wunde nicht umbringen, aber der Pfeil muss raus", unterbrach Juna die Vermutungen und zeigte auf den schwarzen Pfeil, der noch immer in der Schulter des Prinzen steckte.
      "Da habt ihr wohl Recht. Für dieses Gespräch ist ein anderer Augenblick durchaus besser geeignet", stimmte Fürst Janus zu und erhob sich mühsam.
      Gemeinsam ging die Gemeinschaft auf die Tür zu und Atrion stützte Elion, der bei jedem Schritt schmerzerfüllt zu taumeln begann. Sel öffnete das Tor und ihnen stockte der Atem.
      Daarg brannte.
      Einige Wachen lagen auf dem runden Platz vor dem Thronsaal und Schreie der Bevölkerung ertönten vom Marktplatz, während die Rauchsäulen sich in den Himmel erhoben.
      "Nein!", schrie Janus und rannte auf den Platz.
      "Was, was haben sie getan?", stöhnte er und fiel auf die Knie.
      Durch die Gittertore strömten verängstigte Bewohner von Daarg und Kinder weinten in den Armen ihrer Mütter, während die ersten Flammen auch die Ställe erreichten. Obwohl Daarg überwiegend aus Stein erbaut war, waren die Ställe nachträglich aus Holz gebaut worden und die Innenräume der Wohnhäuser war mit genug Holz gefüllt gewesen um ein Feuer zu entfachen, welches die Stadt entfacht hatte.
      "Janus, kommt schon, wir müssen zu den Heilern", drängte Atrion und schleppte Elion zu dem Fürsten.
      "Ich.. Ich kann nicht. Seht nur, was sie mit meiner Stadt gemacht haben", antwortete Janus und sein Kopf war inzwischen auf seine Brust gefallen.
      "Atrion, wir haben ein Problem", rief Sel und zeigte auf den Eingang der Heilräume. Sechs vermummte Männer kamen aus der Tür und erste Rauchfahnen zogen aus den Fenstern des Gebäudes, während die Brandstifter auf Elion und Atrion zustürmten.
      "Lauft, zu den Ställen", rief Juna und zeigte auf den Stall, der in einiger Entfernung nur an einem Balken angefangen hatte zu brennen. Die Pferde darin wieherten bereits laut vor Angst und Atrion schleppte Elion vorwärts.
      Ilfgar zog sein Schwert, Sel schnappte sich die Lanze einer toten Wache und gemeinsam stellten sie sich vor Janus, der noch immer regungslos auf dem Boden kniete.
      Während Juna, Atrion und Ilfgar in den Ställen verschwanden, erreichten die Vermummten Sel und Ilfgar. Schwerthiebe prasselten auf die beiden Verteidiger nieder und Sel streckte gerade einen Vermummten nieder, als Janus aufsprang und wutentbrannt auf die Angreifer losstürmte. Sein Dolch funkelte in der einen Hand und ein Schwert in seiner Anderen. Der Fürst streckte den ersten Mann nieder und rannte auf den nähsten Gegner zu, als fünf weitere Vermummte auf den Platz stürmten.
      "Janus, kommt schon, wir müssen weg hier!", schrie Ilfgra und rammte einem Feind sein Schwert in den Kopf.
      Der Fürst von Raeg rannte weiter wie ein ungebändigtes Tier und streckte seinen nächsten Feind nieder, während die anderen Vermummten sich um ihn reihten. Gerade sprang der Fürst nach vorne, als eine Schwertspitze seinen Brustkorb durchbohrte und eine weitere seinen Kopf von den Schultern trennte.
      "Nein!", schrie Ilfgar und wollte gerade nach vorne stürmen, als Hufgatrappel wie Donnergrollen von hinten heranbrauste. Im letzten Moment sprang er zur Seite und sah zu, wie die freigelassenen Pferde durch das Gittertor sprengten und die Vermummten zu Seite wichen.
      Dann hielten drei Pferde vor ihm an und Atrion streckte seine Hand aus.
      "Na los, steig auf!"
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
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    • Kapitel 10
      Der untere Schlosswald

      Elion konnte sich kaum auf seinem Pferd halten, als er vor Sel und Ilfgar anhielt. Der Pfeil in seiner Schulter machte dem jungen Prinzen schwer zu schaffen und sein Gesicht war inzwischen kreidebleich und schweißüberströmt. Sel war genau zum richtigen Zeitpunkt bei Elion angelangt und schob den Prinzen zurück in den Sattel, bevor er vom Pferd fallen konnte. Dann sprang Sel auf und setzte sich hinter Elion, fasste die Zügel und klemmte den jungen Prinzen zwischen seine schmächtigen Arme. Sel war zwar durchaus durchtrainiert, aber der große Schlacks war durchaus kein muskelbepackter Krieger. Trotzdem schaffte er es problemlos, Elion auf dem Sattel zu halten und wartete nur noch darauf, dass Ilfgar sich auf Junas Pferd schwang.
      Dann preschten die drei Reiter los und rasten durch die brennende Stadt. Auf den Straßen herrschte das Chaos, so, wie die Gemeinschaft es gewollt hatte. Massenweise Menschen strömten panisch durch die Stadt, Schreie hallten durch die Gassen und Flammen zehrten an allem brennbaren in der untergehenden Stadt. Rauch stieg auf und türmte sich meterhoch in den abendlichen Himmel und einige wenige Stadtwachen versuchten verzweifelt die Lage zu kontrollieren. Einige Bewohner versuchten die Brände zu löschen, Stadtwachen kämpften mit Mitgliedern der Gesellschaft des Chaos und Leichen säumten die Gehwege, während die Gefährten durch das Geschehen rasten.
      Atrion schmerzte es, mit Ansehen zu müssen, wie sich Schmerz und Leid ausbreiteten und die Stadt ebenso schnell verschlangen wie die Zungen des Feuers.
      Sie erreichten das Haupttor und entdeckten den Hauptmann, welcher mit einer blonden Soldatin Rücken an Rücken versuchte, mehrere Angreifer zurückzuschlagen, die durch das Tor gekommen waren. Pferde wieherten panisch vor den kleinen Unterställen und rissen an ihren Halterungen, als ein brennender Balkonbalken vor den Unterständen niederbrach.
      "Los, wir helfen ihnen!", rief Atrion seinen Freunden zu und ritt auf die Angreifer zu, die gerade einen erneuten Vorstoß gegen den Hauptmann und die Soldatin unternahmen.
      Mit einem kurzen Nicken zu Sel, bedeutet Atrion dem jungen Schlacks, die Pferde zu befreien und preschte kurz darauf in die Menge der Angreifer.
      Sein Pferd überrannte den ersten Vermumten und Elion schlug dem Zweiten gekonnt den Kopf von seinem Haupt. Auch Juna wusste, wie man beritten in eine Schlacht ritt und übermähte gleich zwei Angreifer, während Ilfgar absprang, eine elegante Rolle machte und einem Weiteren sein Schwert in den Bauch rammte.
      Elion und Juna drehten eine kleine Runde und setzten an zu einem neuen Vorstoß, den inzwischen auch der Hauptmann und seine Soldatin unternommen hatten. Innerhalb kürzester Zeit waren die vierzehn Angreifer nur noch leblose Körper auf dem Steinboden des Eingangsplatzes.
      "Habt dank", keuchte der Hauptmann und Atrion blieb vor dem erschöpften Soldaten stehen. Üble Schnittwunden bluteten an seinem Schwertarm und die blonde Soldatin kam auf Atrion zu.
      "Habt ihr meinen Vater gesehen?", brach es aus ihr heraus wie ein Geysir in den nördlichen Höhen.
      "Äh..entschuldigung? Wer ist euer Vater?", fragte Atrion verdutzt.
      "Habt ihr Janus gesehen. Sie ist seine Tochter", keuchte der Hauptmann dazwischen und Atrions Augen weiteten sich.
      "Er.. Er ist tot", antwortet Janus und senkte seinen Blick zu Boden.
      "Was? Nein! NEIN!", brüllte die blonde Frau los und packte Atrions Knöchel.
      "Sagt, dass es nicht war ist! Sagt, dass es nicht stimmt. Na los!", schrie sie ihn an und Atrion konnte nur wortlos mit Ansehen, wie sie vom Hauptmann zurückgezogen wurde und er versuchte, sie zu beruhigen.
      Sel kam mit Elion aus dem Stall geritten und vier Pferde preschten durch das Haupttor in Freiheit, während Ilfgar zwei weitere Pferde aus dem Stall führten.
      "Na los, weg hier!", rief die braunhaarige Bogenschützin zu Atrion rüber und ritt mit Sel aus dem Tor.
      "Kommt mit uns. Na los!", befahl Atrion dem Hauptmann und der weinenden Prinzessin von Daarg.
      "Was? Nein! Wir bleiben hier. Wir müssen kämpfen!", antwortete der Hauptmann und die Prinzessin schluchzte an seiner Schulter.
      "Es gibt Nichts mehr, wofür ihr kämpfen könntet. Die Stadt ist verloren. Die Gemeinschaft des Chaos hat ihr Ziel erreicht und euer Vater...", Atrion hielt inne. "Euer Vater hat sein Leben gelassen um uns zu retten. Also steigt auf dieses Pferd und lebt!"
      Verdutzt schaute der Hauptmann zu Atrion und selbst die blonde Prinzessin richtete ihre tränenroten Augen auf Atrion.
      "Na los jetzt!", schrie er die Beiden an und Ilfgar führte ein Pferd zu ihnen. Der Hauptmann nahm die Zügel, aber zögerte noch immer.
      "Atrion, wir haben keine Zeit dafür", warf Ilfgar ein und schwang sich auf sein Pferd.
      "Euer Vater gab uns einen Auftrag. Was nutzt es euch hier zu bleiben und zu sterben, wenn ihr den letzten Willen eures..."
      Geschrei unterbrach Atrions letzten Versuch, die Beiden zu überzeugen und zehn Vermummte kamen auf den Platz gestürmt.
      "Atrion!", schrie Ilfgar und mit einem letzten enttäuschten Blick auf den Hauptmann und die weinende Prinzessin ritt Atrion los.
      Sie verließen Daarg und preschten die Straße entlang, auf Sel, Elion und Juna zu, die bereits an der Kreuzung warteten.
      "Warum hat das so lange gedauert?", rief Juna ihnen entgegen und Atrion kam vor ihr zum stehen.
      "Ach nichts, wir wollten wenigstens zwei Leben aus dieser Stadt retten", antwortete Atrion und er war wütend. Wütend über seine Machtlosigkeit, Wütend darüber, erneut fliehen zu müssen und wütend über den Hauptmann.
      "Wartet", schrie plötzlich eine bekannte Stimme hinter ihnen.
      Atrion lächelte, als er die Stimme des Hauptmanns erkannte und drehte sich um, während der Hauptmann und die Prinzessin bei ihnen angelangt waren.
      "Ihr habt gesagt, mein Vater hätte euch einen Auftrag erteilt. Ich will euch helfen", sagte die blonde Prinzessin und ihre grauen Augen bohrten sich in Atrions. Noch immer waren ihre Wangen nass von den Tränen und ihre unterlaufenen Augen suchten in Atrions nach Antworten.
      "Nicht hier. Auf in den unteren Schlosswald", sagte Sel und ritt los.
      Die Anderen folgten ihm und keiner von ihnen blickte zurück oder merkte, dass zwei Dutzend Reiter ihnen im Schatten der Bäume über den Hügelkamm folgten.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Das geht ja wieder spannend weiter... Du hältst deine Charaktere ganz schön auf Trab.
      Und irgendwie hab ich das Gefühl dass die Tochter von Janus noch eine große Rolle spielen wird
      Sorry mein Kommentar is heut etwas kürzer Sitz in der Vorlesung und sollte eigentlich aufpassen ^^ aber ich lese lieber

      Ich bleib auf jeden Fall weiter dran... schnell weiter ;D

      lg
      Blue
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • Hey @BlueRosesInMyHeart,
      Was? Welche Prinzessin? Keine Ahnung was du meinst!! :whistling: :D
      Aber schön, dass dir meine Geschichte wichtiger ist als die Vorlesung. Aber da ich grade auch in einer sitze ist das wohl Standart :D ;)
      Ja, geht demnächst weiter, im Zweifel sogar schon heute Abend, mit einer der wichtigsten Figuren der Geschichte :huh: ;)

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -