Der Oger Magus

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    • Hey @bigbadwolf,

      Skyrim!!!!! 8o :rolleyes: Ungefähr genau so würde ich deine Welt, deine Charaktere, deine Abenteuer, die in den ersten paar Kapiteln durchlebt werden, beschreiben. Hammer! Ne, ganz ehrlich. Die Geschichte hat mich jetzt echt gepackt. Zuerst stirbt Iason irgendwie und jetzt wird er von Nekromanten zurück ins Leben geholt, während sein Meister unter dem Joch dunkler Magie steht. Kam sau unerwartet, hat mich überrascht und gleichzeitig mein Interesse geweckt. Untoten Armee? "Game of Thrones" lässt grüßen :D Zu Verk muss ich sagen, wenn ich von ihm lese, stelle ich mir immer vor, bei Skyrim in Ego Perspektive mit den beiden Händen nach vorne ausgestreckt Draugr mit diesem dunkelroten Feuer zu grillen :assaultrifle: Finde ich super!! :D
      Bjanka und Bjanik finde ich bisher (Bin am mit der ersten Seite durch) ein bisschen wie Merry und Pippin in "Herr der Ringe". Wenn man von ihnen liest, dann muss ich immer ein bisschen lächeln. Hier hast du den Beiden wirklich tolle Verhaltensmuster gegeben. Die Beiden sind vielschichtig, amüsant, ärgern sich, witzeln und sind ohne Zweifel in der Geschichte für den Spaß zuständig, den man beim Lesen haben kann. :crazy:
      Das Aufeinandertreffen von Verk und unseren Beiden Komikern gefällt mir auch ziemlich gut. Bjanik wird zum Oger und kämpft mal ein bisschen? Na gut? Wieso nicht? :D Auch hier, sau unerwartet. Aber echt gut.
      Sprachlich behältst du deine Linie bei und es lässt sich fließend und sehr gut lesen. Viele Verbesserungsvorschläge habe ich nicht. Nur manchmal werden einzelne Absätze ein bisschen unübersichtlich. Du fängst an etwas zu erklären, was wichtig ist, aber du baust es so ein, dass die Handlung dadurch etwas ins Stocken gerät. Ist aber jetzt echt nur ganz selten passiert, dass ich mich so dabei gefühlt habe und wenn es so war, hab ich den Abschnitt einfach wiederholt. Das hat gereicht.
      Also, vielleicht packe ich heute noch die zweite Seite. ^^

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Spoiler anzeigen

      Lehaidin schrieb:

      Skyrim!!!!! Ungefähr genau so würde ich deine Welt, deine Charaktere, deine Abenteuer, die in den ersten paar Kapiteln durchlebt werden, beschreiben.
      Tatsächlich habe ich das Spiel noch nie selbst gespielt und mich auch nicht im Mindesten daran orientiert. Die Ähnlichkeiten zu Game of Thrones sind ebenfalls rein zufällig, ohne Witz.

      Lehaidin schrieb:

      Bjanka und Bjanik finde ich bisher (Bin am mit der ersten Seite durch) ein bisschen wie Merry und Pippin in "Herr der Ringe".
      Ist mir auch noch nicht aufgefallen, aber ja, stimmt. Die Hintergrundgeschichte der beiden wird ja im Lauf der Geschichte beleuchtet.

      Lehaidin schrieb:

      Das Aufeinandertreffen von Verk und unseren Beiden Komikern gefällt mir auch ziemlich gut. Bjanik wird zum Oger und kämpft mal ein bisschen? Na gut? Wieso nicht? Auch hier, sau unerwartet. Aber echt gut.
      Naja, zu mehr bleibt ja auch keine Zeit bei dem kurzen Kampf. Bjaniks Verwandlung in einen Oger war ja auch eher unbeabsichtigt. Zu den Hintergründen wirst du noch mehr erfahren. Die Handlungspunkte fügen sich hier auch nahtlos ineinander. In den meisten Fällen hat bei mir jede Handlung Auswirkungen auf das weitere Geschehen. Belangloses ist oft als solches erkennbar und beabsichtigt, sei es zur Auflockerung oder einfach, weil mir die Idee kam.
      Das Unerwartete macht mir beim Schreiben am meisten Spaß. Ich hab auch vor kurzem ne Kurzgeschichten-/Gedichtesammlung begonnen. Da spiele ich auch mit den Erwartungen des Lesers zeige ihm dann seinen Denkfehler auf.
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

      Ob du es glaubst oder nicht, ich habe bereits zu viele Antworten von diesem Bogen bekommen!
    • Es geht weiter. :)

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      4. Kapitel: „Frostiger Empfang“

      Der durchscheinende Palast bestand komplett aus Eis und in seiner Gänze musste er wahrhaft riesig sein, denn allein der Thronsaal ließ alle Anwesenden wie winzige Ameisen erscheinen. Die Sonne konnte der starken Magie nichts anhaben, Aurils Stürme trugen ihre scheußliche Wärme hinfort. Reil und die gesamte Aurilitengruppe, ihre Brüder und Schwestern im Glauben waren anwesend. In einiger Entfernung überragte Gerti Orelsdottr alle Umstehenden. Neben den kunstvollen Eisskulpturen und –ornamenten zog der mächtige zentrale Kronleuchter Cinnabelle in seinen Bann. Wie ein gigantischer Eiszapfen von etwa hundert Fuß Länge, erhellt durch magische blaue Flammen, schwebte er, einer unausgesprochenen Drohung gleich, über den Versammelten.

      Neben ihr bewegte sich Reil und als sie nach ihm sah, stand er bereits mit dem Rücken zu ihr vor einem Eisthron von überwältigender Schönheit. Die schimmernde, kristallene Sitzfläche wurde durch geschwungene Eisfortsätze nach allen Richtungen erweitert, als wäre eine wirbelnde Windströmung plötzlich eingefroren – als wäre er die Manifestation des Atems der Göttin.
      Obwohl sie den Bildnissen, welche Cinnabelle gesehen hatte, kaum ähnelte, ließen ihre kalte Anmut, ihre eisblauen Augen und ihre unheilvolle Präsenz keinen Zweifel zu, wer diese Audienz gewährt hatte. Die Göttin wartete, bis Reil vor ihr auf die Knie sank, den Kopf demütig geneigt.
      „Ihr habt überlebt“, sprach Auril mit kräftiger Stimme, welche ein fernes Echo erzeugte. Sie lächelte. Was gütig hätte aussehen können, wirkte abweisend und bedrohlich. Plötzlich fixierte sie Cinnabelle und die junge Aurilitin spürte Hitze in sich aufsteigen, fühlte die Wärme ihres Köpers deutlicher als je zuvor.

      Ohne den Blick von ihr abzuwenden, öffnete Auril den Mund. Doch sie sprach kein weiteres Wort. Stattdessen entstand plötzlich ein glitzernder Fächer aus Eiskristallen vor der Göttin und breitete sich rasch in Reils Richtung aus. Der Atem Aurils. „Ist dies eine Segnung durch die Göttin?“, dachte Cinnabelle. Seit sie ein Kind gewesen war, hatte sie die vielen Riten der Diener Aurils miterlebt, mächtige Magie gesehen und gefühlt. Seit die Auriliten ihre Familie wurden. Seit ihre Eltern sie verlassen hatten.
      Als Reil aufschrie und vor Schmerzen verkrümmt zu Boden sank, erkannte Cinnabelle Aurils Absicht. Obwohl sie ihre Augen nicht von Aurils lähmendem Blick abwenden konnte, widerstand die junge Priesterin der göttlichen Macht und rannte zu ihrem Bruder. Sie stemmte sich gegen die überwältigende Kälte und legte ihm die Hände auf den Rücken. Als sie sofort einen Heilzauber nach dem anderen anstimmte, blieb jedoch das vertraute Gefühl aus. Unter ihr wand sich Reil in Todesqualen, doch die Zauber wirkten nicht. Aurils Gesicht wandelte sich zu einem Lächeln, aber ihre Augen verhießen Qualen. Cinnabelle konnte sich der Kälte nicht mehr widersetzen. Sie fühlte, wie Reil steif wurde, die Haut auf ihren Händen platzte auf, Schmerzenstränen vereisten ihre Augen, ihr Sichtfeld verengte sich… und Auril lächelte.

      Ein gleißender Lichtstrahl durchbrach die Palastdecke und blendete Cinnabelle. -


      Als Cinnabelle schweißgebadet hochfuhr, wärmte ihr die Morgensonne durch ein Loch in der Wolkendecke das Gesicht. Der Anblick des Tempeleingangs beruhigte sie keineswegs.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bigbadwolf ()

    • Hey, ich hab gerade die erste Threadseite deiner Geschichte gelesen und dachte, ich lasse mal ein erstes Feedback da. Kurz vorweg, ich kenne mich in dem Universum, an dem die Story angelehnt ist, absolut nicht aus.

      Rechtschreibetechnisch ist deine Geschichte top - das ist für mich sehr angenehm, so kann ich sie auf dem Handy lesen, werden durch Fehler nicht rausgerissen und hab nicht diesen Korrekturdrang, der mich alles Zitieren lässt xD Stilistisch bist du auch gut dabei, der Text lässt sich wirklich gut lesen - ich mag zwar immer gerne etwas bildhafte Sprache, aber für einen guten Lesefluss ist diese nicht notwendig.

      Setting - sieht für mich bisher sehr typisch aus, auch mit gängigen Klischees versehen. Da du aber gut schreibst, fällt das nicht ins Gewicht, Klischees sind ja aus dem Grunde Klischees, weil sie eben funktionieren - wobei mich der Heiltrank aber auch rausgeworfen hat. In den Kommis stand es schon, es klang etwasd nach Videogame, du hast geantwortet, du hast dir was bei gedacht, also warte ich ab.

      An einer Stelle hast du geschrieben, man soll die Monate beachten - ganz ehrlich, Eigenenamen schön und gut, aber das System hat genauso wie unseres auch 12 Monate und ich hab keine Lust, immer wieder vorne in der Erklärung nachzugucken, welcher was ist. Hängengeblieben ist, dass Hammer wohl das Synonym für Januar ist - mMn tut sowas einfach nicht Not, sondern macht alles für den Leser nur komplizierter, wenn es nicht eingeführt wird - und das wird es hier nicht. Vermutlich ist das aber aus dem Universum entnommen, an das die FF angelehnt ist, also geht die Kritik wohl eher an den Autor davon.

      Storytechnisch kann ich noch nicht ganz so viel sagen. Für mich stehen da bisher drei Handlungsstränge, von denen sich zwei gerade treffen. Ist auf alle Fälle unterhaltsam und das möchte ich von einer Geschichte :D

      Ach und ich mag Bjanka ^^

      LG, Alopex

      :fox:

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • bigbadwolf schrieb:

      Ein gleißender Lichtstrahl durchbrach die Palastdecke und blendete Cinnabelle. -


      Als Cinnabelle schweißgebadet hochfuhr, wärmte ihr die Morgensonne durch ein Loch in der Wolkendecke das Gesicht.


      Treffen hier Auril und Lathander aufeinander? So ganz blick ich nicht durch.
      Bin gespannt wie du die Fäden weiterspinnst.

      Anmerkung: Da ich mit den vergessenen Reichen ziemlich gut vertraut bin und (sogar ich ^^ ) Gefahr laufe etwas die Übersicht zu verlieren, solltest Du vielleicht überlegen etwas deutlicher zu werden. Vielleicht geheimse ich aber durch mein Wissen mehr in den Text hinein, als da ist ...
      Jedenfalls meine ich, dass du vielleicht etwas länger am jeweiligen Handlungsstrang verweilen solltest, falls das möglich ist. Bisher kann ich nur den Gnommagier und den Ogerhexer so richtig greifen, die anderen Figuren, sogar Bjanka, die ich eigentlich am Meisten mag, entgleiten mir meist sofort nach dem Lesen.
      -------------------
      Tom Stark
      zum Lesen geeignet

      delectare et prodesse

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Tom Stark ()

    • bigbadwolf schrieb:

      Verk Höhle sauber machen!
      Oger kümmern sich um die Sauberkeit ihrer Höhlen? Na gut, dient wohl eher der Erniedrigung, eine völlig sinnlose Aufgabe erfüllen zu müssen. :D

      bigbadwolf schrieb:

      Für die Jagd diente ihm ein Wurfspieß, welchen er mit Hilfe des Menschendolches aus einem jungen Ast angefertigt hatte.
      Vielleicht junges Stämmchen statt Ast? Aus Ästen kann man nicht viel machen, die sind fast immer kreuzkrumm...

      bigbadwolf schrieb:

      Bjanka schlich mit gezückten Dolchen, von denen einer bereits MIT DEM Blut des Armbrustschützen verschmiert war
      "MIT DEM" - Warum groß geschrieben?

      bigbadwolf schrieb:

      „Willst du uns begleiten?“, fragte er.
      Verk sah ihn fragend an und tippte sich an den Mund.
      „BIST DU JETZT VOLLKOMMEN WAHNSINNIG?“, peitschte Bjankas Stimme aus dem Gebüsch zu seiner Linken.
      :rofl: Ein toller Abschluss der erstem Seite. Man merkt dem schon deutlich an, dass es ein Rollenspielsetting ist.

      EDIT

      @bigbadwolf Ich habe jetzt aufgeholt und muss sagen - ich mag deinen Sprachstil und du verstehst auch, Spannung aufzubauen. Du machst etwas zu viele Cliffhanger, da musst du aufpassen. Dieses Stilmittel nutzt sich schnell ab. Ich mag auch deine Charaktere - herrlich schrullig. Was ich nicht mag, und das macht mir die Geschichte etwas madig, ist das, das du nicht erschaffen hast - die Welt. Sie wirkt auf mich wie das Klischee eines P&P-Rollenspiels aus den 70-ern. Vermutlich, weil sie genau das erschaffen hat... Alles ist voll von fiesen, magischen Ungeheuern, die irgendwelche Abenteuerergruppen angreifen und sich hauptsächlich durch ihre Namen unterscheiden. Oger - groß, stark, bringen um. Trolle - groß, stark, bringen um. Yetis - groß, stark, bringen um... Sowas kann ich fast nur in Parodien genießen. Ein bisschen erinnert mich dein Plot an "Die Goblins" von Jim C. Hines. Ohne aber wie ein Abklatsch zu wirken. Ist nur eine entfernte Erinnerung. Der bastelt auch so eine klassische Rollenspielwelt und man kommt aus dem Lachen nicht mehr raus. Du schreibst ernst und das gut. Auch deine Erklärungen sind angenehm formuliert und lassen die Welt gut verstehen. Ich habe auch die Drizzt-Reihe gelesen und für so naja befunden, obwohl sie sonst so gehyped wird. Wohl auch gerade, weil sie in dieser Welt spielt. Aber abgesehen davon finde ich das alles klasse! Gut, vielleicht etwas arg viel Kämpfe, aber das ist vielleicht wieder der Welt geschuldet. Mit Kämpfen muss man in der Literatur immer etwas vorsichtig sein, wenn man mich fragt, aber darüber habe ich mich ja im Schlachten-Schreibtipthread schon ausgelassen. Aber vor allem diesen Zombi mit eigenen Willen finde ich spannend!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Windweber ()

    • So, bin wieder da! :) Rom war klasse! Leider viel zu kurz, aber war ja klar...

      :danke: für die vielen Kommentare! Antworten und Rückfragen stehen im Spoiler.

      Spoiler anzeigen

      Tom Stark schrieb:

      Jedenfalls meine ich, dass du vielleicht etwas länger am jeweiligen Handlungsstrang verweilen solltest, falls das möglich ist.
      Das ist an sich eine gute Idee. Ich habe das anfangs versucht, aber es hat mir nicht gefallen. Ist wahrscheinlich mein persönlicher Geschmack. Gerade jetzt, wo die Handlungsstränge langsam zusammenlaufen, ist es auch meines Erachtens nicht mehr sinnvoll, es noch einzuführen. Aber danke trotzdem.

      Windweber schrieb:

      Aus Ästen kann man nicht viel machen, die sind fast immer kreuzkrumm...
      Verk hat ja zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht viel Ahnung von irgendwas. Er hat Kraft und einen scharfen Gegenstand, mit dem er Holz in eine beliebige Form heckseln kann. Auch einen total verwachsenen Ast kann man in einen (vielleicht nur kurzen) "Speer" umarbeiten. :aikido:

      Windweber schrieb:

      Man merkt dem schon deutlich an, dass es ein Rollenspielsetting ist.
      Inwiefern?

      Windweber schrieb:

      Du machst etwas zu viele Cliffhanger, da musst du aufpassen.
      Ich weiß. :sack: Ich finde es gut. Bin ich mit dieser Meinung allein? :tumbleweed:
      Mich hält sowas eben immer am Lesen, daher empfinde ich es so als spannender.

      Windweber schrieb:

      Sie wirkt auf mich wie das Klischee eines P&P-Rollenspiels aus den 70-ern. Vermutlich, weil sie genau das erschaffen hat...
      Ja, ich glaube, R. A. Salvatore war/ist leidenschaftlicher D&D-Spieler (gewesen). Ich hab mir da mal ein paar Interviews angesehen. Die Kampfbeschreibungen rühren auch unter anderem aus seinem Hobby Schwertkampf. Er hat da halt seinen Faible. Ich hab schon überlegt, ob ich eine gute Anzahl an Kampfhandlungen habe, aber das ist eben mal wieder Geschmackssache. Bei mir sind Kämpfe in jedem Fall handlungsfördernd und situativ oft geradezu unumgänglich.
      Abgesehen davon hatte ich ja im allerersten Post erklärt, dass ich mich an Salvatore anlehne und seine Welt nutze. Aus der Nummer komme ich jetzt nicht mehr raus. :D

      Windweber schrieb:

      Du schreibst ernst und das gut. Auch deine Erklärungen sind angenehm formuliert und lassen die Welt gut verstehen.
      :danke:

      Windweber schrieb:

      Ich habe auch die Drizzt-Reihe gelesen und für so naja befunden, obwohl sie sonst so gehyped wird.
      Ich finde sie nach wie vor gut. Diese Meinungsdifferenz sorgt wahrscheinlich auch für unsere leicht unterschiedlichen Ansichten zu meiner Geschichte. Hast du alles bislang Erschienene gelesen? Oder wie weit?



      Eine Entscheidung

      24. Mirtul

      Das ist nicht gut, dachte die Gnomin und musterte Verks Füße.
      „Und?“, fragte Bjanik interessiert. Er verstand sich nicht aufs Fährtenlesen. Verk, der sich ebenfalls über die Spur gebeugt hatte, kam Bjanka zuvor.
      „Oger… vielleicht ein ganzer Clan“, sagte er und Bjanka nickte nachdenklich. Sie deutete auf die klar umrissenen Fußabdrücke, in denen die verdichtete Erde noch feucht glänzte. Die Zehen zeigten genau in ihre Marschrichtung.
      „Der ist von heute“, ergänzte Bjanka, was in Verk einiges Unbehagen auszulösen schien.
      „Nicht gut“, sagte der Oger. „Wir müssen vorsichtig sein.“
      „Ich denke, wir sollten uns auf den Ernstfall vorbereiten… zumindest so, dass es unserer Reise dienlich ist“, sagte Bjanik und holte das Trankkästchen aus seiner extradimensionalen Robentasche. Bjanka hatte erst gestern dabei zugesehen, wie ihr Gefährte aus einigen unterwegs eingesammelten Zutaten eine zähflüssige Heilpaste hergestellt und danach verstaut hatte. Die Gnomin konnte die kleine Holzschale mit der Paste sehen, aber Bjanik griff nach den gekauften Tränken und löste drei aus ihrer Fixierung. Als der Gnomenmagier dabei die Phiole mit dem Heiltrankkonzentrat touchierte, bildete sich ein hübscher kleiner Wirbel in der dicken Flüssigkeit. Eltoora hatte gesagt, dass dieses Konzentrat so ziemlich alles außer den Tod heilen kann. Allerdings hatte sie auch empfohlen, den Trank zu verdünnen und aufzuteilen, damit er – wenngleich mit geringerer Wirkung – häufiger einsetzbar ist.
      „Diese hier machen für kurze Zeit unsichtbar“, sagte er und reichte den beiden je eine verschlossene Phiole. Er musterte den Oger. „Bei dir könnte die Wirkung etwas schneller nachlassen als bei uns, da du ja auch mehr zu verstecken hast, aber normalerweise reicht die Zeit nach der Einnahme aus, um einer unmittelbaren Gefahr zu entgehen. Der Zauber ist nicht erweitert… ähm, das heißt, er bildet nur eine sehr dünne, instabile Hülle um dich. Bei jeder Bewegung muss dich der Zauber komplett umschließen, sonst zerreißt er förmlich und du wirst wieder sichtbar. Normales Laufen ist kein Problem, aber hektische Bewegungen, an die sich die magische Hülle nicht schnell genug anpassen kann, zerstören den Zauber in der Regel. Mach also lieber keine hektischen Bewegungen, indem du jemanden angreifst oder so.
      Verk behielt die Phiole gleich in der Hand, während Bjanka ihre in eine Tasche ihres Lederwamses steckte.
      „Und wenn ich nicht mehr unsichtbar sein will?“, fragte Verk.
      „Na dann…“
      „Dann wedel mit deinen Armen herum, so wie gestern“, unterbrach Bjanka mit einem Grinsen. Rasch wurde sie jedoch wieder ernst. „Wir sollten uns den restlichen Weg einprägen, falls wir getrennt werden.“
      Nachdem die drei die Karte studiert hatten, legten sie einen weit entfernten Felsvorsprung als Treffpunkt fest und setzten ihre Reise vorsichtiger fort.

      Das Unwetter der letzten Nacht hatte eine ungewöhnlich große Ausdehnung und schien von den hochaufragenden Bergen massiv ausgebremst zu werden. Insofern hatte die Gruppe das Gefühl, den Wolken direkt nachzulaufen.
      Während Bjanka häufig in einiger Entfernung vor ihren Gefährten die Gegend ausspähte, verließ sich Verk auf seine schiere Größe und musterte die Umgebung von oben herab. Bjanik, der um seine diesbezüglich mangelhaften Fähigkeiten wusste, sah es als seine Aufgabe an, die Gruppe nach hinten abzusichern.
      Die Sonne stand noch nicht im Zenit, als Bjanka eilig aus ihrer vorgelagerten Position zurückkehrte.
      „Da vorn ist ihr Lager. Sie scheinen auf der Jagd zu sein.“
      „Können wir sie schnell umgehen?“, wollte Bjanik wissen, während er zweifelnd das Gelände musterte. Aus der Ferne drangen die gutturalen Laute der Ogersprache zu ihnen durch.
      „Wir zwei vielleicht, aber unser großer Freund hier müsste definitiv seinen Trank verwenden, wenn er… hey, Verk!“, zischte Bjanka halblaut, als er zielstrebig auf das Ogerlager zumarschierte.
      Bjanka ahnte nichts Gutes und auch Bjaniks Blick sprach Bände, als die beiden Verk nacheilten, um ihn noch vor dem Ogerlager zu stoppen. Aber Verks riesige Schritte hielten seinen Vorsprung aufrecht.
      Exakt an ihrer vorherigen Spähposition stoppte der Oger und kauerte sich hin, wobei er die Gnome noch immer überragte.
      „Was soll das denn? Wir müssen hier weg!“, schimpfte Bjanka so leise wie möglich. Die kaum zwanzig Schritte entfernten Oger schienen jedoch nichts zu bemerken, denn ihre Stimmen dröhnten mit unverminderter Lautstärke heran.
      „Mein Bruder. Da. Mit ohne Haare“, flüsterte er, was in Verks Fall noch immer recht laut wirkte. Er deutete auf einen glatzköpfigen Oger, der gerade mit seiner Keule gestikulierte.
      „Dein Bruder?! Wieso sollte denn dein Bruder hier sein? Verk, du willst doch nicht…“, setzte Bjanka an, aber dann spürte sie Bjaniks Hand auf ihrer Schulter und sah Verk ins Gesicht. Der Oger rang offensichtlich mit sich selbst. Vermutlich war er gerade zu sehr in seine Gedanken versunken, um Bjankas Einwände auch nur wahrzunehmen.
      Es blieb ihnen nichts übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass ihr Freund auch wirklich ihr Freund war.

      „Wir gehen“, sagte Verk schließlich und Bjanik atmete hörbar aus, als er seinen Freunden aus der Gefahrenzone folgte.
      „Verk will außen herum gehen, nicht an Bruder vorbeischleichen“, sagte der Oger mit einem untypischen Drängen in der Stimme, als sie etwas Abstand zwischen sich und die Ogergruppe gebracht hatten.
      Immer noch leicht erschüttert von der unerwartet heiklen Situation nickten die beiden nur und die drei machten sich auf, das Ogerlager in Richtung Westen weitläufig zu umgehen. Die Weiterreise verlief ruhig und Verk wirkte die ganze Zeit über sehr nachdenklich. Gelegentlich bewegte der Oger seine Hände auf seltsame Weise, ähnlich wie Bjanik es beim Zaubern tat, aber die Gesten hatten keine wahrnehmbaren Folgen. Schließlich gesellte sich Bjanik zu ihm und begann ein weiteres magisches Gespräch, eine Ablenkung auf die Verk anscheinend nur zu gern einging.
      Bjanka ließ sich einige Schritt zurückfallen, trübsinnig darüber, wie wenig Vertrauen sie offensichtlich in Verks Urteilsvermögen hatte.
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

      Ob du es glaubst oder nicht, ich habe bereits zu viele Antworten von diesem Bogen bekommen!
    • Ich hoffe du warst in Rom unten am Tiber spazieren. Man spürt dort den Hauch der Geschichte, was dieser Fluss alles gesehen hat!

      Den neuen Abschnitt mag ich, bin aber auch gespannt, wie es mit Verks Magie weiter geht.


      Spoiler anzeigen

      bigbadwolf schrieb:

      Wir müssen vorsichtig sein.“

      bigbadwolf schrieb:

      Und wenn ich nicht mehr unsichtbar sein will?“, fragte Verk.
      Verk spricht hier fehlerfrei, ist das so gewollt?

      bigbadwolf schrieb:

      wie wenig Vertrauen sie offensichtlich in Verks Urteilsvermögen hatte.
      Urteilsvermögen?
      Meinst du: Treue oder Freundschaft?
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • So, hey @bigbadwolf,
      Habe mir dann auch mal Threadseite 2 durchgelesen und ich komme aus dem Lob zu deiner Geschichte irgendwie nicht mehr raus :D
      Also zuerst ein Mal muss ich hier festhalten, dass Verk und die beiden Gnome meine absoluten Lieblings Charaktere sind. Die Dynamik zwischen den Drei ist einfach perfekt. Bjanka, die vorsichtige Pessimistin, Bjanik, der faszinierte Gutmensch und Verk, ein wissbegieriger Oger.
      Gefällt mir verdammt gut. :thumbsup:
      Wenn wir gerade bei "verdammt" sind. Obwohl mir Iason am Anfang super gut gefallen hat, bin ich was seine derzeitige Verfassung angeht immer noch mit ein paar Fragezeichen gebrannt.
      Erstes Fragezeichen: Können Untote Riechen?? :D Also ich weiß, dass sie ja versuchen Iason wieder einigermaßen zurück in einen lebenden Körper zu bringen, aber er verspürt keine Schmerzen, hat keine Temperatur. Kann aber sehen und gelegentlich hören. Also die "Zombies", die ich in den Geschichten kennengelernt habe, konnten nie sonderlich gut auf ihre Sinne vertrauen. ?(
      Zweites Fragezeichen: Woran liegts? Also wieso schaffen diese Nekromanten es nicht Iason mal zurück ins Leben zu rufen. Aber naja, vielleicht wird ja meine Frage in Threadseite 3 beantwortet. ;)

      LG Lehaidin :)
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Sensenbach schrieb:

      Verk spricht hier fehlerfrei, ist das so gewollt?
      Jup. Das verdeutlicht seinen raschen Fortschritt mit der Allgemeinsprache. Die anfängliche Begegnung mit dem magischen blauen Energienetz hat eben einige Schaltkreise in seinem Gehirn aktiviert... :)

      Sensenbach schrieb:

      Urteilsvermögen?
      Meinst du: Treue oder Freundschaft?
      Ich meine, dass Bjanka Verk zugetraut hätte, einfach fried- und freudvoll auf die anderen Oger zuzulaufen, vielleicht sogar seinen Bruder einzuladen, sich der Gruppe mal eben auch noch anzuschließen, wodurch die beiden Gnome aber sich draufgegangen wären. Nicht alle Oger sind wie Verk. Aber du hast recht, eigentlich zweifelt sie hier ja offensichtlich nicht nur daran, sondern an Verk selbst. Ich ändere es.

      Lehaidin schrieb:

      Erstes Fragezeichen: Können Untote Riechen?? Also ich weiß, dass sie ja versuchen Iason wieder einigermaßen zurück in einen lebenden Körper zu bringen, aber er verspürt keine Schmerzen, hat keine Temperatur. Kann aber sehen und gelegentlich hören. Also die "Zombies", die ich in den Geschichten kennengelernt habe, konnten nie sonderlich gut auf ihre Sinne vertrauen.
      Zweites Fragezeichen: Woran liegts? Also wieso schaffen diese Nekromanten es nicht Iason mal zurück ins Leben zu rufen. Aber naja, vielleicht wird ja meine Frage in Threadseite 3 beantwortet.
      Das kommt auf die Art der Erweckung an. Ein Lich kann alle Sinne benutzen, allerdings nur magisch adaptiert, denn ohne Atem kein Riechen usw. Ein hirnloser Zombie (quasi unterste Schublade) kann weder denken, noch sonst etwas die Sinne betreffendes. Er folgt nur den telepathischen Anweisungen des Erweckenden. Durch Zufall (was genau passiert ist, sollte jeder Leser selber rausfinden) erreicht Iason bei der Erweckung durch den Lich einen ähnlich hohen Bewusstseins- und Fähigkeitenlevel wie der Lich, nur eben ohne die magischen Fähigkeiten.
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

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    • Und weiter gehts! ;)

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      Lauf!

      24. Mirtul

      Viel später am Tag hatten sie das Gewitter wieder eingeholt. Sie erklommen Kuppe um Kuppe und konnten mit Glück einem humpelnden Braunbären ausweichen. Schließlich hatten sie einen hervorragenden Aussichtspunkt zwischen zwei Steilwänden erklommen, der den ungestörten Blick über ein tiefes Tal ermöglichte. Das ungewöhnliche, ausgedehnte Tal schien das Licht förmlich zu absorbieren. Zu ihrem großen Schrecken hatten sie in der Ferne zwei Frostriesen gesehen, turmhohe Gestalten, welche die Gnome nur aus Büchern kannten und gegen die selbst Verk wie ein überernährter Zwerg aussah. Unschlüssig, wie sie mit dieser Bedrohung umgehen sollten, schlugen die drei Gefährten ihr Lager in einer kleinen Höhle auf. Den Bearbeitungsspuren an den Höhlenwänden nach zu urteilen war dieser Unterschlupf nicht natürlichen Ursprungs, doch nichts wies darauf hin, dass sie kürzlich benutzt worden war. Zumindest lag sie außerhalb des Sichtfeldes der Frostriesen. Obgleich sich keiner der drei auf diese Entfernung und bei den ungünstigen Lichtverhältnissen wirklich sicher war, glaubten sie, dort unten im Tal auch zwei kleinere Gestalten entdeckt zu haben.

      „Ich kann es mir immer noch nicht erklären. Wie sollen denn Frostriesen zu solch einer Stätte gefunden haben?“, dachte Bjanik laut nach, als er gerade begann ein gehäutetes junges Kaninchen über dem Feuer anzubraten.
      „Die werden den Komplex wahrscheinlich als Unterschlupf nutzen“, entgegnete Bjanka.
      „Aber wenn der Aufsatz über die Riesenartigen nicht lügt, haben sich quasi sämtliche Frostriesenstämme Westfaerûns in den letzten Jahrzehnten viel weiter östlich im Grat der Welt angesiedelt, nicht weit von der Mithrilhalle entfernt.“
      „Ach, und wir zwei sind wohl kein Beweis dafür, dass Gnome Lantan auch mal verlassen dürfen? Vielleicht gibt es unter den Riesen ja auch Aussätzige. Schon mal daran gedacht?“
      Obwohl Bjanik der Vergleich offensichtlich nicht gefiel, zuckte er schließlich mit den Achseln, denn im Kern hatte sie ja Recht.
      „Und was machen wir?“, stellte Verk die aktuell unangenehmste Frage.
      „Ich seh mal nach, wen oder was die Riesen da bei sich haben“, sagte Bjanka und verließ das Lager in Richtung Aussichtspunkt. Bjanik sah ihr nachdenklich hinterher, sagte jedoch nichts.

      Es dauerte lange, ehe der Gnom reagierte und noch länger, ehe er zu sprechen begann.
      „Heute unternehmen wir erstmal gar nichts mehr und… vielleicht sind die Riesen morgen ja schon gar nicht mehr da.“ Während er dies sagte, kramte er in seiner Tasche und zog das in schwarzes Leder gebundene Buch heraus. Verk rückte näher, um die letzte der vielen Karten in Augenschein nehmen zu können. Der Karte nach zu urteilen, befanden sich die Frostriesen tatsächlich direkt vor dem abgebildeten Komplex, der anscheinend tief in den Berg getrieben worden war. Der Oger hielt es durchaus für möglich, dass wilde Kreaturen die vermeintliche Ruine in Besitz genommen hatten. Die Riesen könnten demnach bloß ein Teil, der enorme sichtbare Teil, des Problems sein.
      Während Bjanik weitere Möglichkeiten durchging, wie sie den Eingang erreichen konnten, ohne gesehen zu werden, fiel Verk einige Schritt außerhalb ihrer kleinen Höhle ein sanftes rotes Schimmern auf. Und dieses Mal, erkannte er, war es kein pulsierender verschlungener Knoten, sondern vermutlich jenes fließende, gleichmäßig gewobene magische Netz, von dem Bjanik ihm erzählt hatte. Obwohl Verk nur einen kleinen Abschnitt sehen konnte, faszinierte ihn die filigrane, teils durchsichtige Erscheinung. Einem Impuls folgend stand er auf.
      „Was ist los?“, fragte Bjanik alarmiert.
      „Dort Magie“, war die schlichte Antwort des Ogers.
      Bjanik fummelte sofort an seinen Taschen herum, da er wohl an einen magischen Angriff dachte. Er hatte seinen Schleimstab bereits gezogen, als Verks beruhigende Handbewegungen seine Gedanken an einen Angriff zerstreuten. Während Verk sich dem Gewebe näherte, verblassten die rötlichen Fäden zusehends und als er sie fast greifen konnte, leuchteten sie kurz in intensivem Rot – und waren verschwunden. Zögernd durchmaßder Oger die Stelle mit der Hand und jeder seiner Bewegungen folgte ein kaum sichtbarer rötlicher Schleier. Vollkommen gebannt probierte Verk verschiedene Gesten und Bewegungsabläufe, welche er bei Bjanik gesehen hatte und die auftretenden magischen Verwirbelungen änderten ihr Erscheinungsbild, blieben teilweise gar länger sichtbar. Die verwobenen Schleier, die Verks Hände hinter sich her zogen, ähnelten stark den roten Fäden, welche er aus der Höhle heraus gesehen hatte, doch manche Handbewegungen schienen die Fäden ineinander zu verweben, sie neu auszurichten, sie zu weiten oder zu verdichten. Einmal spürte er ein Ziehen in einer seiner Hände, als ob etwas losgelassen werden wollte, aber da ihm sein letzter ungewollter Zauber noch in schlechter Erinnerung war, gab er dem Gefühl nicht nach. Das Ziehen breitete sich schlagartig auf seinen gesamten Oberkörper aus. Er hielt abrupt in der Bewegung inne. Das Gefühl verschwand wieder, als wäre nichts gewesen.
      „Kannst du etwas sehen?“, fragte Bjanik hinter ihm.
      Verk rührte sich nicht. Hinter sich hörte er schnelle Schritte.
      „Alles in Ordnung?“
      Der Gnom lief hektisch um den Oger herum und starrte schließlich hinauf in sein Gesicht.
      Verk ließ die Arme langsam sinken und fühlte dem Erlebten nach.
      „Ich denke, ja“, antwortete er nach einigen Sekunden.
      „Was genau ist passiert?“ Bjanik hüpfte inzwischen von einem Fuß auf den anderen
      Verk versuchte, das Gesehene und Gefühlte zu erklären. In Bjaniks Kopf überschlugen sich die Gedanken.
      „Es sind zwei Menschen“, ertönte eine Stimme von der Seite.
      Bjanik wäre fast aus seiner Robe gesprungen. Wie so häufig war Bjanka ungesehen auf wenige Schritte an die beiden herangekommen. In diesem Moment war Verk froh, dass die Gnomin zu ihnen gehörte.
      „Riesen und Menschen?“, fragte Verk. „Menschen sind Essen für Riesen!“
      „Soweit ich mich erinnere, verhalten sich Frostriesen etwas gesitteter als ihre Verwandten“, wandte Bjanik ein. „Sie nehmen sogar Gefangene… aber warum sollten sie die beiden im Freien festhalten? Wahrscheinlich sind sie wirklich nur auf der Durchreise“, schloss er hoffnungsvoll.
      Da Bjanik sich nicht mehr an alle Details, etwa die nutzbringenden Allianzen von Frostriesen und den Priestern Aurils, erinnern konnte, war dies die vermeintlich logische Erklärung und die Diskussion damit vorerst beendet. Verk war sowieso noch viel zu abgelenkt und grübelte über seinen ersten Eingriff in das magische Gewebe nach… zumindest den ersten Eingriff in einen nicht seltsam verknoteten Teil des Gewebes.
      Während Bjanik sich in Vorbereitung auf den morgigen Tag wie immer mit verschiedensten Zaubern beschäftigte, prüfte Bjanka ihre Dolche und schliff hier und da geschickt eine Klinge an einem winzigen Wetzstein nach. Verk gesellte sich zunächst zu Bjanik und sah ihm dabei zu, wie er die Kalte Hand, eine Reihe magischer Geschosse und dann einen Flammenstrahl herbeizauberte. Danach ließ er sich von Bjanik erst magisch verlangsamen, dann taub machen und schließlich beschleunigen. Die ganze Zeit über beobachtete Verk das Farben- und Formenspektakel wie es kein anderer vermochte. Während beispielsweise die Kalte Hand oder der Geschosszauber ziemlich simpel wirkten, war die fließende Form-, Farb- und Dichteveränderung der magischen Energiekonzentration für Bjaniks Beschleunigungszauber bereits hochkomplex. Schließlich beendete Bjanik seine Übung mit einem Stinkschleimzauber, den er vorsichtshalber weit abseits des Lagers ausführte.

      Nach der anschließenden abendlichen Mahlzeit – Verk bekam das letzte Stück von Zam‘ras Käse – gesellte sich der Oger mit seinem Wurfspieß zu der Gnomin, die mit ihren frisch geschärften Dolchen ihre Zielsicherheit trainierte. Der Oger musste sich schnell eingestehen, dass er seine Wurfwaffe zwar weiter werfen konnte, Bjanka ihre Ziele dafür jedoch auf zwei bis drei Fingerbreit genau traf. Gnomenfinger. Sie einigten sich schließlich darauf, dass Verk im Zweifelsfall einfach auf den größten Feind zielen sollte.
      Leichter Nieselregen setzte ein und es wurde rasch kälter. Plötzlich hörten sie Bjanik leise fluchen, als fast im selben Moment mehrere kleine Geschosse in die Höhlenwand einschlugen. Bjaniks leises Grummeln erfüllte die Höhle.
      „Deswegen bleibe ich bei meinen Dolchen“, meinte Bjanka schulterzuckend und fixierte das nächste Ziel. Verk sah stattdessen nach dem Gnomenmagier.
      „Hab versehentlich einen Geschosszauber ausgelöst“, sagte Bjanik als Verk vor der engen Höhle auftauchte.
      „Das war nicht zu überhören. Alles in Ordnung?“
      „Muss ihn mir eben nochmal einprägen. Bleib doch gleich hier und sieh nochmal zu“, bot er an. „Vielleicht ist es diesmal wieder ganz anders.“
      Verk setzte sich zu ihm, wobei sein Kopf fast an die für ihn eher niedrige Höhlendecke anstieß.
      Bjanik begann erneut, die benötigte Energie in sich aufzunehmen und Verk sah eine dunkelgrüne Wolke vom Zauberbuch auf den Gnom übergehen. Gleichzeitig glühte das Buch in einem sehr hellen rot, während es die magische Energie aus dem Gewebe zurückgewann. Der Oger rief sich Bjaniks Bewegungsablauf beim Wirken seiner Geschosszauber ins Gedächtnis. Überrascht stellte er fest, dass er sie sich bereits eingeprägt hatte. Das gab ihm zu Denken.
      Allmählich wurde aus dem Nieselregen ein heftiger Schneeregen. Bjanka sammelte rasch ihre Dolche ein und eilte in die Höhle. Während Bjanik noch mit seinen restlichen Vorbereitungen beschäftigt war, erzählte Verk von seinem Leben vor dem Zusammentreffen mit den beiden Gnomen. Auch Bjanka teilte einige Erlebnisse aus ihrer Kindheit in Lantan mit ihm und als Bjanik sich schließlich mit eigenen Geschichten beteiligte, wurde die regnerische Nacht zu einer der angenehmsten, welche die drei Gefährten bislang erlebt hatten.

      25. Mirtul

      Ein Schrei riss Bjanik aus dem Schlaf, dann hörte er drei kleine Explosionen, gefolgt von einem tiefen Grollen, dass er zuerst unter sich spürte und dann durch die Luft wahrnahm. Während er sich noch aufrappelte, hatte sich Bjanka bereits ihren Tornister gegriffen und rannte dem starken Echo von Verks Schrei und dem rasch anschwellenden Lärm entgegen. Bjanik wusste instinktiv, dass jetzt jede Sekunde zählte, sodass er ebenfalls seine wärmende Decke zurückließ. Zum Glück hatten sie aus Furcht vor einer nächtlichen Frostriesenpatrouille schon am gestrigen Abend gepackt, sodass sich sein Zauberbuch bereits im Tornister und seine Stäbe wieder in seiner Robe befanden.
      Einen Augenblick später ließ der Gnom den Höhleneingang hinter sich. Die Morgendämmerung tauchte die fernen Wolken bereits in ein warmes Licht. Bevor er wusste, wie ihm geschah, baumelte er drei Fuß über dem felsigen Boden. Gleich darauf fand er sich über Verks breite Schulter gelegt wieder, Auge in Auge mit einer sichtlich verängstigten Bjanka. Der Oger hatte sich die Gnomin über die andere Schulter geworfen und rannte um ihr aller Leben. Als Bjanik sich verrenkte, um den vibrierenden Steilhang hinaufzuschauen, ließ ihn das Ausmaß der Schnee- und Gerölllawine fast ohnmächtig werden. Verzweifelt begann er, den vorbereiteten Beschleunigungszauber zu wirken, doch Verks schaukelnde Schritte vereitelten den Versuch fast sofort. Auf dem allmählich flacher abfallenden Gelände, welches der Oger zurückließ, verlor die Lawine zwar an Schwung, näherte sich jedoch weiterhin, während sie immer weiter anschwoll. Auf eine rettende Idee hoffend, schrie Bjanik über den donnernden Lärm hinweg Bjanka an, aber die überwältigte Gnomin starrte vollkommen paralysiert die Schneemassen an.

      Dann wurde Bjanik der Pfad bewusst, den sein Freund gewählt hatte. Sollten sie nicht weitergezogen sein, lief Verk den Frostriesen geradewegs in die Arme.
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    • Dann treffen die beiden Gruppen bald aufeinander. Das wird spannend.

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      bigbadwolf schrieb:

      fastohnmächtig
      fast ohnmächtig

      bigbadwolf schrieb:

      Viel später am Tag hatten sie das Gewitter wieder eingeholt. Sie erklommen Kuppe um Kuppe und konnten mit Glück einem humpelnden Braunbären ausweichen. Schließlich hatten sie einen
      Zweimal "hatte" kurz hintereinander

      bigbadwolf schrieb:

      teils durchsichtige Erscheinung und einem Impuls
      Vorschlag: ...teils durchsichtige Erscheinung. Einem Impuls

      bigbadwolf schrieb:

      Überrascht stellte er fest, dass er sie sich bereits eingeprägt hatte. Das gab ihm zu Denken.
      Kann Verk den Zauber jetzt ausführen oder ist dies nur der erste Schritt dahin?

      bigbadwolf schrieb:

      Ein Schrei riss Bjanik aus dem Schlaf, dann
      Dann ist die folgende Flucht vor der Lawine in der Nacht? Ist es dann draussen dunkel?
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

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      Sensenbach schrieb:

      Kann Verk den Zauber jetzt ausführen oder ist dies nur der erste Schritt dahin?
      Eher Letzteres. Er hat ja von den übrigen genannten notwendigen Fähigkeiten noch keine vorweisen. Er hat ja nicht mal ein eigenes Zauberbuch. Aber wir werden sehen... ;)



      Aurils Schutz

      Als die Flammen an der ölgetränkten Fackel emporzüngelten, fiel den Geschwistern zuerst die große Steinstatue auf, welche gewissermaßen das Atrium des Tempels im Inneren beherrschte. Das Tal hatte den Sonnenaufgang geradezu ignoriert und lag weiterhin in einem bedrückenden Zwielicht, sodass Reil und Cinnabelle bereits nach wenigen Schritten kaum noch etwas erkennen konnten.
      Die Steinstatue stellte einen großen Barbarenkrieger dar, welcher sich stolz und aufrechtauf seinen Zweihänder stützte. Obgleich die Inschrift nur noch vereinzelt zu entziffern war, wirkte schon die Statue an sich völlig unpassend in einem Tempel, welcher ursprünglich Auril geweiht war. Da sich Aurils Tempel jedoch häufig erst im innersten Heiligtum als Anbetungsstätte der Frostmaid zu erkennen gaben, hielt sich die Verwunderung der Geschwister in Grenzen. Etwas viel Subtileres erregte zumindest Cinnabelles Aufmerksamkeit. Diese Luft ist so… abgestanden, dachte sie, befeuchtete einen Finger und hielt ihn vor sich in die Höhe „Draußen im Tal weht der Wind so schneidend, aber...
      „…hier ist es windstill“, beendete Reil ihren Satz.
      Kein schneidender, kalter Wind in Aurils Heiligtum?, ergänzte Cinnabelle gedanklich.
      Der vage Blickkontakt im schwachen Licht genügte, um deutlich zu machen, dass sich beide die Frostriesen an ihre Seite wünschten.
      „Vielleicht blockieren Schnee und Geröll die Windschächte...", argwöhnte Reil, „...wir sollten diesen Ort nicht unterschätzen. Ich gehe vor.“
      Reil steckte sich einen verzauberten Onyxring an, welcher die Barbarenstatue sofort in kühles, blaues Licht tauchte. Der schwache Schein reichte nur wenige Schritte weit, sodass Wände und Decke nur unscharf zu erkennen waren. Während Reil die Göttin für einen Zauber anrief, welcher seine Sinne übernatürlich schärfen sollte, näherte sich Cinnabelle vorsichtig und auf Fallen achtend der Wand zu ihrer Rechten. Ein dürres Pflanzengeflecht bedeckte Teile des bearbeiteten Steins. Als sie an der Wand entlang in die vor ihnen liegende Dunkelheit starrte, näherte sich Reils blauer Lichtschein, bis ihr Bruder neben ihr stand. Mit seinem Streitkolben deutete er auf eine Stelle und Cinnabelle musste bis auf wenige Fingerbreit an die Wand herantreten, um die winzigen, maßvoll eingemeißelten Buchstaben zu erkennen: C T - A.
      Fragend wandte sie sich ihrem Bruder zu, welcher sich wesentlich besser mit bekannten Würdenträgern unter den Auriliten auskannte, aber er schüttelte den Kopf und begann, den Weg ins Innere nach Auffälligkeiten abzusuchen. Schon wenige Augenblicke später hieß der Priester sie mit einer Handbewegung, sich an der linken Wand des Ganges zu halten, ehe sie ihren Weg langsam fortsetzten.

      Kurz darauf wurde außerhalb des magischen, blauen Scheins eine weitere Lichtquelle sichtbar – einige der Pflanzen leuchteten schwach. Dies wiederum passte ins Bild, da kein Aurilit auf die Idee gekommen wäre, einen Tempel der Frostmaid mit Fackeln zu erhellen. Fluoreszierende Pflanzen, magische Gegenstände, kaltes Feuer… Auriliten waren einfallsreich, wenn es um die Einhaltung ihrer Dogmen ging.
      Die Decke kam in Sicht, als Reil erneut stoppte. Er streckte die Hand aus und bedeutete seiner Schwester, Abstand zu gewinnen.
      „Was siehst du?“, wollte Cinnabelle wissen.
      „Eine scharf umrissene Bodenplatte, aber keine Spuren an Wänden und Decke. Könnte eine magische Falle sein, aber wir können sie nicht überspringen.“ Er dachte einen Moment nach. „Ich mach das.“
      Cinnabelle wusste zwar, dass ihr Bruder über stärkere Absorptions- und Ablenkungszauber verfügte als sie, aber sie ergänzte seinen Schutz noch um eine geringe magische Rüstung und Verbesserung seiner natürlichen Reflexe.
      Gewappnet für nahezu jegliche Art von Angriff, setzte Reil behutsam den linken Fuß auf die Bodenplatte. Zunächst geschah nichts, aber als er sein Gewicht auf die Platte verlagerte, sank sie etwa einen Fingerbreit ab und eine Eislanze erschien mitten in der Luft. Cinnabelle entspannte sich, noch bevor ihr Bruder getroffen wurde, denn sie wusste, dass die göttliche Energie den Schaden vollständig abfangen würde. Selbst ohne den magischen Schutz hätte die antrainierte Kälteresistenz des Aurilitenpriesters die stärksten Schmerzen von ihm abgewendet.
      Geradezu unbeeindruckt vom Einschlag der Eislanze setzte Reil seinen Weg fort, jedoch nicht ohne zunächst auch Cinnabelle auf die Bodenplatte zu lassen, damit sie die Falle nicht eventuell erneut auslöste.

      Wenige Minuten später, als sie sich bereits fragte, wie lang der Gang eigentlich war, begann plötzlich der Boden unter ihren Füßen zu zittern. Ehe die junge Priesterin auch nur überlegen konnte, wie sie reagieren sollte, stürmte ihr Bruder an ihr vorbei und zog sie hinter sich her, zurück zum Eingang.
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    • Wie immer gut geschrieben. Ich weiss nicht woran es liegt, für mich sind die Teile mit Cinnabelle und den Frostriesen weniger zugänglich. Verk und die Gnome kann ich mir besser vorstellen und machen mehr Spass.

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      Die Steinstatue stellte einen großen Barbarenkrieger dar, welcher sich stolz und aufrecht auf seinen Zweihänder stützte. Obgleich die Inschrift zu verwittert war,
      Ich bin mir nicht sicher ob ich verstanden habe, wie der Tempel aussieht. Er ist doch im Berg, oder? Ich fragte mich, warum es dann so eine starke Verwitterung gibt.

      „…hier ist es windstill“, beendete Reil ihren Satz.
      Also doch nicht im Berg!

      Gewappnet für nahezu jegliche Art von Angriff, setzte Reil behutsam den linken Fuß auf die Bodenplatte. Zunächst geschah nichts, aber sobald in dem Moment als er sein Gewicht auf die Platte verlagerte, sank sie etwa einen Fingerbreit ab und eine Eislanze erschien mitten in der Luft.
      Wie sieht die Eislanze aus? Ich habe mir hier so eine Art Eiszapfen vorgestellt. Das passt aber nicht richtig. Oder?

      Geradezu unbeeindruckt vom Einschlag der Eislanze setzte Reil seinen Weg fort, achtete jedoch darauf, zunächst auch Cinnabelle auf die Bodenplatte treten zu lassen, damit sie die Falle nicht eventuell erneut auslöste.
      Die Bodenplatte könnte man an dieser Stelle ignorieren, dann musst du es weiter unten nicht noch einmal erwähnen. Es wirkt dann weniger technisch.

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    • Hab ein wenig dran herumgebastelt. Danke.
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      Sensenbach schrieb:

      „…hier ist es windstill“, beendete Reil ihren Satz.Also doch nicht im Berg!
      Ich hab die Stelle nochmals überarbeitet. Es sollte jetzt mehr Sinn für den Leser ergeben. Ich habe schlicht zu viel Hintergrundwissen vorausgesetzt.
      Also: Ja, wir sind im Berg.

      Sensenbach schrieb:

      Wie sieht die Eislanze aus? Ich habe mir hier so eine Art Eiszapfen vorgestellt. Das passt aber nicht richtig. Oder?
      Ich gebe zu, hier orientiere ich mich an der Darstellung des Zaubers in diversen Spielen. Da erleidet der Getroffene nur Kälteschaden, wird also nicht aufgespießt. Ich habe den Zauber dementsprechend als "in Form gegossene Kälte" interpretiert, die beim Aufprall in Eisstaub zersplittert.

      Das mit der Bodenplatte: Wo soll ich sie ignorieren? Schreib mir bitte mal die Stelle so, wie du sie verfassen würdest.
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    • Bodenplattenversuche.

      Spoiler anzeigen

      Version 1 inhaltlich verändert
      Geradezu unbeeindruckt vom Einschlag der Eislanze setzte Reil seinen Weg fort und half Cinabelle über die gefährliche Stelle.
      Wenige Minuten später, als sie sich bereits fragte, wie lang der Gang eigentlich war, begann plötzlich der Boden unter ihren Füßen zu zittern. Ehe die junge Priesterin auch nur überlegen konnte, wie sie reagieren sollte, stürmte ihr Bruder an ihr vorbei und zog sie hinter sich her, zurück zum Eingang.

      Version 2 kürzer aber inhaltlich näher
      Geradezu unbeeindruckt vom Einschlag der Eislanze setzte Reil seinen Weg fort, währenddessen sicherte Cinabelle die gefährliche Stelle.
      Wenige Minuten später, als sie sich bereits fragte, wie lang der Gang eigentlich war, begann plötzlich der Boden unter ihren Füßen zu zittern. Ehe die junge Priesterin auch nur überlegen konnte, wie sie reagieren sollte, stürmte ihr Bruder an ihr vorbei und zog sie hinter sich her, zurück zum Eingang.

      Version 3 mit einmal Bodenplatte, aber kürzer
      Geradezu unbeeindruckt vom Einschlag der Eislanze setzte Reil seinen Weg fort und achtete jedoch darauf, auch Cinnabelle auf die Bodenplatte treten zu lassen, damit sie die Falle nicht erneut auslöste.
      Wenige Minuten später, als sie sich bereits fragte, wie lang der Gang eigentlich war, begann plötzlich der Boden unter ihren Füßen zu zittern. Ehe die junge Priesterin auch nur überlegen konnte, wie sie reagieren sollte, stürmte ihr Bruder an ihr vorbei und zog sie hinter sich her, zurück zum Eingang.

      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

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    • Heute mal ein kurzer Abschnitt.


      Fjotkars Fehler

      Fjotkar hatte in seinen zweihundert Jahren schon vieles erlebt. Der Anblick des Orkkönigs Obould Todespfeil, der trotz seiner vergleichsweise mickrigen Statur eine enorme, selbst den mächtigen Fjotkar einschüchternde Macht ausgestrahlt hatte, war nur ein ungewöhnliches Ereignis im langen Leben des Frostriesen gewesen. Nur der alte Jarl Orel auf dem Höhepunkt seiner Macht hatte ihm bislang derartiges Unwohlsein bereitet. Er hatte Magier fliegen sehen und die Druckwelle eines explodierenden Berges hatte ihn zu Boden gerissen. Er hatte Lawinen gesehen und überlebt, die auch viele seiner Gefolgsleute getötet hätten.
      Als er jedoch zu der nahenden Lawine schaute und mit seinen scharfen Augen einen um sein Leben rennenden Oger mit zwei winzigen Gestalten auf den Schultern erblickte – zwei noch lebenden Gnomen, wie er rasch erkannte – musste er sich einfach die Augen reiben, ehe er nach einem wirksamen Schutz gegen das heranrauschende Toben suchte. Die beiden parallelen Felsen kamen für ihn und Sigrulf nicht in Frage. Die Lawine wirkte jedoch nicht annähernd so mächtig, wie jene, die sie vor wenigen Tagen nur knapp überlebt hatten. Einen kurzen Blickkontakt später waren sich die beiden Frostriesen einig, dass sie am sichersten waren, wenn sie den Steilhang seitlich des Tempeleingangs erklommen.
      Während sie höher und höher stiegen, schwoll der Lärm immer weiter. Gerade als er sich in sicherer Höhe wähnte, wandte sich Fjotkar um und blickte auf das Spektakel unter ihm hinab. Der Oger, eingehüllt in einen herrlichen Winterwolfpelz, sprang mitsamt seiner ungewöhnlichen Fracht zwischen die beiden parallelen Felsen. Der erste Gnom trug eine weite, orange Robe und eine seltsames Band um den winzigen Kopf und wäre beinahe kopfüber im Schnee gelandet. Der zweite rollte sich über die Schulter ab und fing so den Fall von der Schulter des Ogers elegant ab, weshalb Fjotkar diesen Gnom als gewandter und kampferfahrener einschätzte. Sofort stemmte sich der Oger gegen den ersten Felsen, um ihn gegen die Lawine zu stabilisieren, als die Schneemassen auch schon über die Gruppe hinwegdonnerten.

      Sigrulf hatte das imposante Winterwolffell ebenfalls gesehen. Als die Lawine weitestgehend stoppte, stieg er rasch hinab, um dem Oger als Erster das Fell abnehmen zu können. Fjotkar ließ sich jedoch einfach fallen und landete eine Sekunde später bäuchlings auf den Überresten der Lawine, wodurch er trotz seines Gewichts nur wenige Fuß versank. Einen Augenblick später stapfte er zu der Stelle, wo er die verschütteten parallelen Felsen vermutete. Sigrulf hatte den Schnee gerade erreicht, als Fjotkar sich vornüber beugte, um den Oger, die Gnome und vor allem das Fell auszugraben.

      Plötzlich gab der gesamte Schnee unter Fjotkar nach und der Frostriese landete wild um sich schlagend auf dem Bauch.
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    • Das wird ist ein kompliziertes Aufeinandertreffen. Ich hoffe Verk lässt sich nicht das Fell klauen.
      Ich fand den Teil mir Verk und den Gnomen unter dem Arm super, ich hab fast schon die Verfilmung vor Augen gehabt.

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      Fjotkars Fehler

      Fjotkar hatte in seinen zweihundert Jahren schon vieles erlebt. Der Anblick des Orkkönigs Obould Todespfeil, der trotz seiner vergleichsweise mickrigen Statur eine enorme, selbst den mächtigen Fjotkar einschüchternde Macht ausgestrahlt hatte, war nur ein ungewöhnliches Ereignis im langen Leben des Frostriesen gewesen.
      Ich habe mich hier gefragt, ob ein Anblick ein Ereignis sein kann.
      Vorschlag: Das Zusammentreffen mit Orkkönig ..
      .

      Nur der alte Jarl Orel, als er auf dem Höhepunkt seiner Macht war, hatte ihm bislang derartiges Unwohlsein bereitet. Er hatte Magier fliegen sehen und die Druckwelle eines explodierenden Berges hatte ihn zu Boden gerissen. Er hatte Lawinen gesehen und überlebt, die auch viele seiner Gefolgsleute getötet hätten.
      Als er jedoch zu der nahenden Lawine schaute und mit seinen scharfen Augen einen um sein Leben rennenden Oger mit zwei winzigen Gestalten auf den Schultern erblickte – zwei noch lebenden Gnomen, wie er rasch erkannte – musste er sich einfach die Augen reiben, ehe er nach einem wirksamen Schutz gegen das heranrauschende Toben suchte. Die beiden parallelen Felsen kamen für ihn und Sigrulf nicht in Frage (warum nicht? Zu klein?). Die Lawine wirkte jedoch nicht annähernd so mächtig, wie jene, die sie vor wenigen Tagen nur knapp überlebt hatten. Einen kurzen Blickkontakt später waren sich die beiden Frostriesen einig, dass sie am sichersten waren, wenn sie den Steilhang seitlich des Tempeleingangs erklommen.
      Während sie höher und höher stiegen, schwoll der Lärm immer weiter. Gerade als er sich in sicherer Höhe wähnte, wandte sich Fjotkar um und blickte auf das Spektakel unter ihm hinab. Der Oger, eingehüllt in einen herrlichen Winterwolfpelz, sprang mitsamt seiner ungewöhnlichen Fracht zwischen die beiden parallelen Felsen. Der erste Gnom trug eine weite, orange Robe und eine seltsames Band um den winzigen Kopf und wäre beinahe kopfüber im Schnee gelandet. Der zweite rollte sich über die Schulter ab und fing so den Fall von der Schulter des Ogers elegant ab, weshalb Fjotkar diesen Gnom als gewandter und kampferfahrener einschätzte. Sofort stemmte sich der Oger gegen den ersten Felsen, um ihn gegen die Lawine zu stabilisieren, als die Schneemassen auch schon über die Gruppe hinwegdonnerten.
      Die Position der Felsen ist mir nicht richtig klar.
      Sigrulf hatte das imposante Winterwolffell ebenfalls gesehen. Als die Lawine weitestgehend abgeebbt war, stieg er rasch hinab, um dem Oger als Erster das Fell abnehmen zu können. Fjotkar ließ sich jedoch einfach fallen und landete eine Sekunde später bäuchlings auf den Überresten (Überreste hört sich wenig beeindruckend an. Auf den Schneemassen der zur Ruhe gekommenen Lawine?)
      der Lawine, wodurch er trotz seines Gewichts nur wenige Fuß versank. Einen Augenblick später stapfte er zu der Stelle, wo er die verschütteten parallelen Felsen vermutete. Sigrulf hatte den Schnee gerade erreicht, als Fjotkar sich vornüber beugte, um den Oger, die Gnome und vor allem das Fell auszugraben.
      Die Geometrie der Felsen ist mir nicht klar. Die Bezugspunkte wechseln, denke ich, da du vorher von einem ersten Felsen sprichst.


      Plötzlich gab der gesamte Schnee unter Fjotkar nach und der Frostriese landete wild um sich schlagend auf dem Bauch.

      Wie immer alles nur Vorschläge

      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sensenbach ()

    • @Sensenbach: Ich fand den Teil mir Verk und den Gnomen unter dem Arm super, ich hab fast schon die Verfilmung vor Augen gehabt.
      Genau das ist mein Anspruch. Selbst, wenn es nie dazu kommen wird, möchte ich die Szene vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen lassen.

      Was Iason wohl so treibt?


      Der Eisrufer

      Das Schlimmste war die Untätigkeit. Das Stehen und Warten, das Nachdenken, sich im Kreis drehen, Pläne zu entwickeln und zu verwerfen, stumm zu klagen, still um Torms Beistand zu bitten, aufzugeben und doch weiterhin existieren zu müssen.
      Erschreckenderweise nahm Iason den Fäulnisgeruch, welchen sein Körper verströmte, kaum noch wahr. Die gelegentlichen unbeobachteten Momente versuchte er diskret zu nutzen, um sich einen besseren Überblick vom Gewölbe zu verschaffen, immer auf der Suche nach vorteilhaften Gegebenheiten, die ihm bei einem Überraschungsangriff dienen oder wenigstens zur Flucht verhelfen könnten. Der Lich hatte ihm seit seinem letzten Ruf keine Befehle mehr erteilt und schien sich mit der teilnahmslosen Anwesenheit des untoten Tormpriesters zu begnügen. In der stets von magischem Licht erhellten Umgebung hatte Iason jegliches Gefühl für Zeit verloren. Doch wie er wusste, war in seinem Zustand Zeit ohnehin sein geringstes Problem.
      Bislang hatte er wenig über die Beweggründe des untoten Erzmagiers herausgefunden, noch nicht einmal seinen Namen, da sein Schüler Kazim ihn ausschließlich mit Meister ansprach. Da er häufig telepathisch mit Kazim kommunizierte, gab es kaum Gelegenheiten, Informationen zu erlangen. Der Lich verlor sich jedoch gelegentlich in halblauten Monologen, in denen er Arklem Greeth, den ehemaligen Anführer der vernichteten Arkanen Bruderschaft, verfluchte. Iason riet, dass der namenlose Lich früher jener luskanischen Führungsriege angehört, sich aber den übermächtigen Greeth zum Feind gemacht hatte. Er sprach von Rache, von Eroberung, einer Ernte, der Übernahme Luskans – und er schien fest überzeugt, dass Greeth den Aufstand in Luskan vor etwa zehn Jahren überlebt hatte. Berichten zufolge soll das Monstrum bei seiner Vernichtung den gesamten Hauptturm des Arkanums in die Luft gejagt haben. Bei allem Drängen und Fluchen schien sich der Lich allerdings stets bewusst zu sein, dass er ja noch die ganze Ewigkeit hatte, um sich an Greeth zu rächen.

      „Kazim!“, erscholl die krächzende Stimme des Lichs. Schritte wurden lauter und der glatzköpfige Magier eilte zu seinem Meister. Der mentale Befehl kam ohne Vorwarnung und Iason erschrak so heftig, dass es sicher aufgefallen wäre, wenn der Lich auch körperlich anwesend gewesen wäre. Der Lich befahl ihm, sich einen Speer zu nehmen, zu einem bestimmten Bereich der Gruft zu gehen und dort zu warten. Glücklicherwese führte der Weg dorthin genau an seinen Peinigern vorbei, sodass er in bedächtigem, zombiehaftem Gang an ihnen vorbeischlurfte, um einige Informationen mitzubekommen.
      „Die Falle wurde ausgelöst. Reaktiviere die Platte, falls noch mehr kommen. Warte dann vor der großen Halle.“
      „Ja, Meister“, sagte der Magier, verbeugte sich kurz und wirkte ein Dimensionstor, welches er sofort durchschritt, während der Lich einen eigenen Zauber anstimmte.
      Iason verlangsamte sein Tempo noch ein wenig, um den Lich im Auge behalten zu können. Dieser begann jedoch plötzlich, immer dünner und dünner zu werden, bis er auf eine haarbreite Fläche zusammengeschrumpft war. Sofort schlüpfte der Lich in seiner zweidimensionalen Gestalt durch einen Riss im Gestein.

      Szarmon spürte das Beben, als er gerade durch die Risse des alten Mauerwerks und die natürlichen Hohlräume des unbearbeiteten Gesteins glitt. In dieser zweidimensionalen Gestalt besaß er weder Augen noch Ohren, konnte jedoch in ungewohnter Weise fühlen. Seine übrigen Sinne wurden indes weiterhin magisch aufrechterhalten. Seit seine damalige Flucht vor Arklem Greeth durch eine Anzahl unwahrscheinlicher Ereignisse nötig geworden war, glaubte der Lich nicht mehr an den Zufall. Insofern stand diese Lawine – die charakteristischen Erschütterungen deuteten auf eine solche hin – aus seiner Sicht klar im Zusammenhang mit den Eindringlingen, welche die Bodenplatte ausgelöst hatten. Als nicht räumlich existierendes Wesen durchmaß er rasch das poröse Gestein bis zu jenem Bereich, in welchem sich die Bodenplatte befand.
      Seiner Erwartung entsprechend fand er den angesteuerten Bereich leer vor und glitt weiter in Richtung Haupthalle. Schritte ertönten über das Beben hinweg und Szarmon verharrte am äußeren Rand der Mauer, bis zwei Gestalten an ihm vorbei rannten. Seine magische Sicht wäre auch ohne den leuchtenden Ring an der Hand des Mannes gut genug gewesen, um das Schneeflockensymbol an seiner Rüstung zu erkennen. Noch ehe die beiden außer Sicht waren, hatte der scharfe Verstand des Lichs alle Vor- und Nachteile eines zukünftigen Aufeinandertreffens mit den Auriliten ausgewertet.
      „Auriliten…“, dachte Szarmon mit einem imaginären Kopfschütteln. Da sie ihm in seinem untoten Zustand in der Regel nichts anhaben konnte, hatte der Lich neben nekromantischen Zaubern vor allem die Kältemagie gemeistert. Die Priester der Frostmaid waren jedoch gegen Kälte, egal ob magisch oder natürlich, teilweise abgehärtet. Zufälle waren nicht akzeptabel.
      „Wird der Tempel einstürzen?“, rief eine weibliche Stimme, vermutlich die zweite Person.
      Tempel? …, überlegte der Lich.
      Da wurde ihm alles klar.
      Szarmon unterschätzte seine Gegner nie und ihm war klar, dass ihm die Lawine genügend Zeit verschaffen würde. Während er durch das Gestein rasend schnell zur Haupthalle glitt, sandte er telephatische Befehle an Kazim und seine Armee der Untoten aus, bereitete in Gedanken die notwendigen Zauber vor und überlegte sogar schon, welche Geschöpfe er beschwören und wo er sie postieren sollte.
      Die Aussicht auf zwei untote Priester in seinen Reihen ließ ihn die Konfrontation regelrecht herbeisehnen.
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

      Ob du es glaubst oder nicht, ich habe bereits zu viele Antworten von diesem Bogen bekommen!
    • Finale Kapitel 4

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      Inferno

      Als der Donner um sie herum endlich verebbte, hörte er gedämpfte Schritte. Verk war sofort klar, dass die Frostriesen sie suchten und zermalmen würden, sobald sie ihrer habhaft wurden. Die kleine Luftkammer zwischen den parallelen Felsen, in welcher sie eng zusammengedrängt eingeschlossen waren, erzitterte bei jeder Erschütterung.
      „Wenn sie uns hier erwischen… “, sagte Bjanik angsterfüllt und stimmte sofort einen Zauber an, während sich Bjanka noch enger an Verk drückte, um aus der Schussbahn zu bleiben.
      Einen Augenblick später presste sich auch Verk erschrocken gegen den Fels in seinem Rücken, um der explosiven Stichflamme zu entgehen, welche aus Bjaniks Fingerspitzen emporschoss. Binnen Sekunden benetzten zwei Fuß Schnee als warmer Sprühregen ihre Haut. Die kegelförmig abgestrahlte Hitze war so intensiv, dass bereits der gegenüberliegende Felsen wieder sichtbar wurde.
      Plötzlich ertönte direkt über ihnen ein überraschter Aufschrei, gefolgt von einem heftigen Aufschlag, doch durch das immer heißer und größer werdende Flammeninferno war nichts zu erkennen. Schnee verdampfte, ehe er auch nur in Erwägung ziehen konnte, der Schwerkraft zu gehorchen. Verglichen mit den Flammen, die Verk gegen seinen Vater erzeugt hatte, spien Bjaniks Hände Drachenodem. Dass der unablässige Hitzeschwall unbeabsichtigt war, wurde Verk jedoch erst bewusst, als sein Freund ihn panisch anblickte, dann den nicht abreißenden Flammenstrom aus seinen Händen anstarrte und begann, seine Finger zu bewegen, was zwar den Winkel, aber nicht die Intensität der Flammen änderte. Ein qualvolles Schreien ertönte jenseits des Flammenmeeres und Verk glaubte, rotglühendes Metall durch das Inferno über ihnen zu erkennen. Als er wieder zu Bjanik sah, fielen ihm die losen Fäden an den Händen des Gnoms auf. Intensiv orange leuchtende Fäden, deren Enden im Nichts verschwanden. Bjanik versuchte, seine Hände zusammenzuführen, doch dabei hätte er beinahe die Flammen seitlich ausgelenkt und Verk und Bjanka eingeäschert. Der kleine Gnomenmagier wurde immer panischer und verzweifelter. Obgleich der Zauber seine Hände vor der Feuermagie schützte, war die Luft um sie herum mittlerweile unerträglich heiß. In einem Radius von etwa fünfzehn Fuß gab es keinen Schnee mehr, sie standen mittlerweile auf blankem Fels und ihre Kleidung war durchnässt von Schmelzwasser und Schweiß.
      Verk erinnerte sich an die Muster eines Zaubers, den er bei Bjanik beobachtet hatte. Es hatte so leicht ausgesehen. Vor seinem geistigen Auge erschien das rot schimmernde magische Netz.

      Schlimmer konnte es nicht werden. Hoffentlich.

      Verk griff in die wabernde Luft vor ihm und sah, wie er Mystras Gewebe zu fassen bekam, unter anderem einige der pulsierenden losen Enden, welche von Bjaniks Händen ausgingen. Mehr einem Gefühl als einem gesteuerten Ablauf ähnelten Verks Gesten in dem magischen Geflecht. Die Worte, an welche er sich erinnerte, kamen unsicher, aber konstant über seine angesengten Lippen. Als seine Händevon einem blauen Leuchten umfangen wurden, wusste der Oger, dass er den leichten Teil geschafft hatte. Ohne über den schieren Wahnsinn seines Versuches, die außer Kontrolle geratene Magie seines Freundes in den Griff zu bekommen, nachzudenken, umschloss Verk mit seinen riesigen Händen die flammenspeienden Hände des Gnoms. Es war ein Kampf der Elemente, Magie gegen Magie, die Flammen tobten in den eisigen Handflächen des Ogers, züngelten seitlich aus den Fäusten hervor und schossen eine Schneise in die ferne Schneewand. Bjanik starrte paralysiert auf die riesigen Hände des Ogers und die Sekunden vergingen. Verk fühlte, wie seine Handflächen schwitzten, als die ungeheure Macht dieses eigentlich schwachen Feuerzaubers die Magie seiner improvisierten Kalten Hand zu überwinden begann. Gerade als das Schwitzen zu Schmerzen wurde, nahm das Tosen in seinen Fäusten merklich ab. Bjanik bewegte seine Hände ganz leicht und sah geschockt zu Verk auf.
      Dann war es einfach vorbei.
      „Raus hier!“, schrie Bjanka hinter ihnen und rollte sich zur Seite. Ohne ihren plötzlichen Befehl zu hinterfragen hechteten die beiden zwischen den Felsen hervor. Keine Sekunde später brach das verkohlte Rückgrat des Frostriesen und der tonnenschwere schwelende Kadaver krachte zwischen die beiden Felsen herunter. Entsetzt starrten die Freunde das Brandloch im Rücken des toten Riesen an, während die Luft über seinem rotglühenden Kettenhemd flimmerte. Keiner der drei bemerkte, wie der zweite Frostriese Hals über Kopf das Weite suchte.
      Sicher, dass vorläufig keine unmittelbare Gefahr mehr drohte, überprüften die Gefährten ihre verbliebene Ausrüstung. Glücklicherweise hatte Verk beim Losbrechen der Lawine seinen gesamten Besitz bei sich getragen. Lediglich der Verlust ihrer Schlafstätten stellte ein ernstes Problem dar. Das zweite Problem war kaum noch zu sehen: Der Eingang war fast vollkommen verschüttet.

      „Wo auch immer dieser Eingang hinführt: Das Innere ist windgeschützt“, merkte Bjanik schließlich an.
      „Dann sollten wir gleich anfangen, zu graben“, schlug Verk vor.
      Bjaniks nachdenklicher Gesichtsausdruck reichte bereits aus, dass Bjanka ihn energisch zu sich herum drehte.
      „Wenn du auch nur einen EINZIGEN Gedanken an deine Katastrophenzauber verschwendest, schlag ICH ihn dir aus dem Kopf!“
      Der Gnomenmagier war überrascht von Bjankas harschen Worten. Aber er war auch sichtlich eingeschüchtert und begann herumzustammeln, während er abwehrend die Hände hob und vor seiner Freundin zurückwich.
      „I-Ich weiß… Ich w-weiß auch nicht, w-was da passiert ist…
      „Vielleicht ist das vorhin auch mit meinem Geschosszauber passiert“, sagte Verk unvermittelt, denn sein Zauber, welcher schlussendlich die Lawine ausgelöst hatte, war nach der Einschätzung des Ogers korrekt von ihm ausgeführt worden. Dennoch waren die Geschosse unlenkbar gewesen. „Die sollten ganz woanders einschlagen und waren auch viel stärker als Bjaniks…“, sinnierte er weiter.
      Bjanik schaffte es tatsächlich, noch perplexer auszusehen.
      „Du warst das?!“, herrschte Bjanka den Möchtegern-Zauberer an. Die Zornesröte stieg ihr ins Gesicht und selbst Verk begann, sich ob ihrer offensichtlichen Wut unbehaglich zu fühlen.
      „Ihr beide! Hört mit diesem verdammten Magiemist auf! Wenn mich nicht bald ein Riese zermatscht, werde ich noch hinterrücks von euch geröstet oder begraben!“
      Da die beiden es für unklug hielten, auch nur das geringste Widerwort zu geben, begannen Verk und Bjanik eilig den Eingang zu dem unbekannten Gebäude frei zu räumen.
      Mit den Händen.
      Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

      Ob du es glaubst oder nicht, ich habe bereits zu viele Antworten von diesem Bogen bekommen!

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