Skadi liest skadilöse Bücher

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    • Ich hoffe, nicht ich bin der Auslöser dieses Einwurfes. ^^

      Ehrlich gesagt, lese ich derartige Romane durchaus gerne mal. Als meine Oma starb, "erbte" ich ihre Romanheft-Sammlungen. Die Doktor-Dinger, die Berg-Geschichten, Hedwig Courts-Mahler... ich hab sie alle gelesen.
      Denn unabhängig vom Grundsujet (A trifft B und muss erstmal c damit er d) waren da sehr gute Hintergrundstories dabei, interessante Plote (Plötter?) und aufregende Nebenschauplätze. Textlich waren die (fast) alle gut, handwerklich einwandfrei. Der Anteil an "Müll" war im Rahmen, den jedes Genre aufweist.
      Ja, man muss das Genre, wenn schon nicht mögen, so doch wenigstens akzeptieren. Dann bekommt allerdings durchaus gute Krimis, Thriller oder auch Historicals geboten.

      :thumbup:


      Ich habe noch die EDIT gefragt. Zum letzten @Skadi-gelesenen Buch: Ich könnte mir vorstellen, dass der männliche Name REIN von der Autoren nicht aus dem Deutschen geholt wurde: Reina ist in einigen Sprachen der iberischen Halbinsel der Begriff für "Königin" (Regina) (Leo-Link). Vielleichte wollte die Autorin einen "königlichen" Eindruck erzeugen. Den Begriff Rein habe ich als solchen allerdings nicht gefunden...
      Es ist ein Gerücht, dass Zeit ein Geschenk sei. Man muss sie sich nehmen! (Ania Vitale)

      Wer immer nur tut, was er schon kann, wird auch immer nur bleiben, was er schon ist. (Henry Ford)

      Master of Desaster - born to be bunt ^^

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cory Thain ()

    • Ivy Paul – Der Pirat und das Mädchen.
      Ein ungeplantes skadilöses Buch, denn eigentlich hab ich den Roman in der Erwartung in die Hand genommen, ein Piratenabenteuer mit Romanze darin lesen zu dürfen. Einen zweiten Sabatini hatte ich zwar von Anfang an nicht erwartet aber... naja lest selbst:

      Magdalena O'Heara ist die uneheliche Tochter eines Engländers und einer Spanierin, weshalb mütterlicherseits irisches Blut in ihren Adern fließt. Als ihre geliebte Mutter stirbt, schickt ihr Vater Magdalena in die Karibik, um dort den Gouverneur einer kleinen Insel zu heiraten, weil er selbst nicht länger für seine Bastard-Tochter sorgen will. Magdalena passt das gar nicht, doch was soll sie tun? Das leben ist kein Ponyhof, da hilft auch keinen weinen und wimmern. Schluck dein Schicksal runter, Mädel, denn schlucken wirst du im laufe der Handlung so einiges. Doch ich will nicht spoilern, machen wir weiter.
      Während der Überfahrt hört Magdalena so einige Geschichten über den berüchtigten und gefürchteten Piraten Black Brian. Der Schrecken der See hat einen schlimmen Ruf. Ohne Gnade greift er Schiffe an, raubt, mordet und vergewaltigt Frauen und Kinder. Keine Überlebenden, das ist sein Motto. Nun denkt Madame an dieser Stelle bereits weit genug um sich die ernsthafte Frage zu stellen, wer denn dann überhaupt von diesem Black Brian berichten kann, wenn niemand die Begegnung mit ihm leben übersteht. Tja, darauf gibt es keine Antwort. Wie für so einiges innerhalb der Geschichte. Zumindest zeigt Magdalena damit etwas Brian ähhh Brain und hat damit manch anderen romantischen Heldinnen eines voraus.
      Aber dann! Action! Spannung! Magdalenas Schiff wird von Piraten angegriffen und wie sich schnell herausstellt, handelt es sich den Angreifer um keinen anderen, als Black Brian höchstpersönlich. Na so ein Zufall aber auch! Wieder legt Magdalenas Kopf den Turbogang ein. Die Stories bezüglich Vergewaltigung und Co findet sie als junge Frau nämlich gar nicht cool. Also gibt sie ein spontanes Makeover, schneidet sich in aller Hast die Haare kurz, bindet ihre Brüste ab und schlüpft in abgetragene Jungenkleider, die zufällig vor ihren Füßen liegen. Na so ein Glück. Als die Piraten sie in diesem Aufzug unter Deck finden, halten sie Magdalena für einen Jungen, einen blinden Passagier. Für Magnus, um genau zu sein.
      Jop, und deswegen nehmen sie „Magnus“ als neuen Schiffsjungen mit an Board ihres Piratenschiffs. Und an dieser Stelle kommt unser Held ins Spiel. Niemand anderes als Black Brian höchstpersönlich! Dieser beschließt, dass der neue Schiffsjunge mit ihm zusammen in seiner Kapitänskajüte schlafen soll. Der mitdenkende Leser fragt sich nun sicher, was der Unfug soll. Doch wie sich herausstellt, hat der phöse Pursche Prian eine Wünschelrute in seiner Hose. Und die zeigt unbeirrt auf Magnus. Das irritiert unseren Piratenkapitän ziemlich, weil er bisher nie auf Jungen gestanden hat. Jedenfalls bekommt er bei jeder Begegnung mit Magdalena aka Magnus eine so derbe Latte, dass man schon bald von einem eigenen Lattenzaun für seine Reling sprechen könnte. Das sieht der Bebauungsplan aber nicht vor. Schade schade, Schokolade.
      Magdalena geht es übrigens nicht anders als Brian. Obwohl sie Angst vor dem Piraten hat, hält sie ihn trotzdem für einen echt schnaften Kerl! Außerdem ist er gar nicht so fies, wie sein Ruf. Es stellt sich heraus, das Brian gerecht ist, treu und viele andere langweilige 0815-Good-Guy-Charakterzüge hat, die so generisch sind, wie Brians Mannschaftsmitglieder. Das Einzige, was Magdalena nicht so toll findet, ist Brians Angewohnheit nackt zu schlafen. Das heißt, eigentlich findet sie es schon geil, darf es sich als wohlerzogenes Fräulein der englischen Gesellschaft nur nicht eingestehen. Bei Brians Anblick setzt sogar so sehr ihr Gehirn aus, dass ihr jedes Mal nur eine einzige Beschreibung für seinen Körper einfällt: „Wie Gott ihn schuf“. Dass Brian nackt aussieht „wie Gott ihn schuf“, wird uns nicht nur einmal mitgeteilt oder zweimal oder dreimal oder viermal, sondern mit schöner Regelmäßigkeit. Sie muss sehr gottesgläubig sein, unsere Maggi.
      Als Schiffsjunge muss sich Magdalena von ihren neuen Crewkameraden einschließlich Kapitän Brian drangsalieren lassen. Es gelingt ihr jedoch, sich nützlich zu machen, indem sie ihre Heilkünste auspackt und diverse Zähne zieht, Schnittwunden näht etc. pp. Nebenbei bemerkt gehört die Autorin zu denjenigen, die von ihrer Leserschaft ein bisschen Mitdenken erwartet. Vieles erfährt man nämlich erst im Nachhinein, weil es im Laufe der Handlung nicht erzählt wird. Aber wozu hat man schließlich sein Hirn? Also wirklich! Das kann man sich doch wohl denken, das da noch andere Dinge passieren, die nichts mit dem gegenseitigen angegeile zu tun haben! So!
      Mit der Zeit wird in Brian der Verdacht stark, dass Magnus doch gar keine Junge ist. Übrigens ist sein einziger Anhaltspunkt dafür der massive Hauptmast zwischen seinen Beinen. Schließlich fühlt er sich in seiner Vermutung bestätigt und das fühlen meine ich damit wörtlich. Kurzerhand greift er Magdalena in die Hose, während die tief und fest schläft. Tja. Ein Satz mit X: Da war wohl nix! Erstmal ist unser Brian beruhigt, dass er seine sexuelle Orientierung doch nicht überdenken muss. Allerdings steht er mit seiner Entdeckung vor einem neuen Problem. Als demokratisch gewählter Kapitän seiner Mannschaft müsste er die anderen Männer über seine Entdeckung in Kenntnis setzen, damit ein gemeinschaftliches Urteil über den angeblichen Magnus gefällt werden soll. Tut er es nicht, würde es ihm als Vertrauensbruch vorgehalten werden und man würde ihm beim Misstrauensvotum durch die Opposition hochkannt vom Kapitänsstühlchen kicken. Allerdings ist unser Brian so spitz auf Magdamagnus, dass er doch erst mal die Füße stillhält. Probleme über Probleme! Der Pirat von Welt hat es schon nicht einfach.
      Naja, schließlich konfrontiert Brian Magdalena doch mit der Wahrheit und die beiden bringen das Bett in seiner Kajüte zum schunkeln, wie es selbst bei starken Seegang nicht wackelt. Man macht außerdem einen Abstecher auf eine einsame Insel, wo sich dann auch wieder ordentlich durch den Sand gewälzt wird und ja: Der Aufenthalt auf der Insel hat keinen anderen Zweck, es passiert nichts weiter, als dass Brian Magdalena zeigt, wie man Perlen rubbelt. Insgesamt kommt in der ganzen Geschichte so viel Piratenatmosphäre auf, wie im neusten Angebotsprospekt von ALDI. Ich kann euch leider auch nicht sagen, was unsere beiden leidenschaftlichen Helden überhaupt aneinander finden, außer ihrer ausgeprägten Libido.
      Achja: es gibt noch eine weitere Frau an Board, von der außer Magdalena niemand weiß: der angebliche Pulverjunge wird SOFORT beim ersten Augenkontakt von Magdalena als Frau identifiziert, obwohl sie schon seit Jahren verdeckt auf dem Schiff lebt. Na, was soll's schließlich hat der Kanonier nur ein Bein. Damit hört es sich sicher schlecht. Jedenfalls verschwindet die andere Frau plötzlich. Allerdings meine ich damit nicht etwa einen neuen Handlungsstrang, sie wird halt einfach nur nie wieder erwähnt und generell passiert nichts mit ihr und häh? Bevor ich mich aber fragen kann, welchen Sinn diese Figur nun eigentlich hatte, geht es rasant weiter.
      Beim Landgang in einer Hafenstadt muss Magdalena schließlich ein schreckliches Gespräch mit anhören. Brian berichtet seinen Vertrauten von ihrer Identität und es stellt sich heraus, dass Magdalenas Verlobter kein anderer ist als Brians Erzfeind. Woah! Verletzt und in Angst davor, Brian könnte sie als Druckmittel für ein Lösegeld missbrauchen, flieht sie vor Brian. Der ist verzweifelt, weil ja alles nur ein riiiiesen Missverständnis war. Naja. Der lange Rede gar kein Sinn: Durch zufällige Umstände landet Magdalena doch bei ihrem Verlobten. Doch der stellt sich als kaltherziger Schuft heraus und wenn Magdalena nicht tut, was er will, fügt er ihrer spontan gewonnenen Freundin, Schrägstrich Dienstmagd, Schmerzen zu. Magdalena sitzt fest und vermisst schlimmer denn je die gemeinsame Zeit mit Brian. Wird er sie suchen und aus ihrem goldenen Käfig retten? Gibt es überhaupt eine Zukunft mit dem schrecklichen Black Brian? Und wieso zum Teufel kommt in diesem Buch der Prolog am Schluss und ist eigentlich ein Epilog???
      "Art, like morality, consists in drawing the line somewhere."
      - G. K. Chesterton

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      Skadi zeichnet Skadilöse Bücher
    • Skadi schrieb:

      Magdalena O'Heara ist die uneheliche Tochter eines Engländers und einer Spanierin, weshalb mütterlicherseits irisches Blut in ihren Adern fließt
      Auch gar nicht von "Vom Winde verweht" geklaut :rofl:
      Die Hauptfigur heißt ja Scarlett O'Hara und hat ebenfalls irische Wurzeln ...
      (Obwohl ich bei den irischen Wurzeln von Magdalena wieder sehr viel Ironie spüre :P )
      Dreck auf Toast!
    • Da ich in den letzten Tagen viel Wartezeit zu überbrücken hatte, habe ich einfach mal das Forum durchforstet und dabei diesen Thread gefunden. Am Anfang war ich doch etwas skeptisch, was wohl skadilöse Bücher sein mögen ?( Aber nachdem ich das herausgefunden habe und erkannt habe, dass ich diese Highländer-Kitsch-Erotik-Romane mit der gleichen Ironie lese, hat mir das ganze doch viel Spaß gemacht :D Ich danke dir für all die Anreize für Bücher, die man so mal eben zwischendurch lesen kann @Skadi :thumbsup:

      Damit wir auch in Zukunft nicht auf deine lustigen Rückblicke auf kitschige, von sexueller Spannung viel zu überladene Bücher nicht verzichten müssen, möchte ich dir auch direkt noch eine Empfehlung hier lassen ^^
      Vielleicht hast du ja mal Lust dir von Lara Steel das Buch Wintermond anzuschauen und durchzulesen. Wobei ich da die Rahmengeschichte für einen Highländerroman schon für gut halten würde und nicht irgendwelche Entenküken spurlos verschwinden :/ .
      Ei tarvis jännittää ja sisintänsä selvittää kun ei sitä ymmärrä itsekään
    • @Skadi Ich hab neulich auch eins gekauft, weil der Titel cool war (Der Drachenkämpfer) und auf dem Cover n halb nackter Kerl zu sehen ist (der nach den ersten paar Seiten lesen keine Ähnlichkeit mit dem prota hat :rofl: ) (Was solls, das Buch hat 2€ im Secondhandladen gekostet XD)

      Der Anfang

      Aber da geht's auch um tiefgründige Storys ... Anfang ist: Er will sie umbringen, findet sie aber geil und sperrt sie deshalb ein. Sie hat Angst und will fliehen, findet ihn aber auch ziemlich heiß xD


      Vielleicht willst du ja auch mal reinlesen. Würde dir dann nochmal raussuchen, von wem es ist ^^
      Aber es würde auf jeden Fall Stoff für einen lustigen Eintrag hier bieten :D
      Dreck auf Toast!
    • Skadi schrieb:

      Schluck dein Schicksal runter, Mädel, denn schlucken wirst du im laufe der Handlung so einiges. Doch ich will nicht spoilern, machen wir weiter.
      HAHAH XD Schöner Satz, musste herrlich lachen.

      Aber ich warte auf die Review von unserem türkischen Piratenrpinz :) Also hopp bin schon ganz gespannt, wie es ausgeht .. ähm. ja :D

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • @Skadi Ich hab im WE auch noch einen gelesen xD
      "Ein Lord mit Gewissen Vorzügen" von Lyndsay Sands.
      Dafür, dass das Buch 300 Seiten hat, wird echt wenig gevögelt. Nur 4 Mal glaube ich. Das Buch war auch relativ ironisch. Musste an manchen Stellen irgendwie lachen. Es hatte sogar eine verhältnismäßig verzwickte Story =O Also ist das vielleicht auch mal was für dich :D
      Bin gespannt, was du dazu zu sagen hättest ... (zum Beispiel dazu, dass die Umstände sich immer fügen wie die Protas es gerade brauchen ... XD)
      Dreck auf Toast!