Skadi liest skadilöse Bücher

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    • Ich hoffe, nicht ich bin der Auslöser dieses Einwurfes. ^^

      Ehrlich gesagt, lese ich derartige Romane durchaus gerne mal. Als meine Oma starb, "erbte" ich ihre Romanheft-Sammlungen. Die Doktor-Dinger, die Berg-Geschichten, Hedwig Courts-Mahler... ich hab sie alle gelesen.
      Denn unabhängig vom Grundsujet (A trifft B und muss erstmal c damit er d) waren da sehr gute Hintergrundstories dabei, interessante Plote (Plötter?) und aufregende Nebenschauplätze. Textlich waren die (fast) alle gut, handwerklich einwandfrei. Der Anteil an "Müll" war im Rahmen, den jedes Genre aufweist.
      Ja, man muss das Genre, wenn schon nicht mögen, so doch wenigstens akzeptieren. Dann bekommt allerdings durchaus gute Krimis, Thriller oder auch Historicals geboten.

      :thumbup:


      Ich habe noch die EDIT gefragt. Zum letzten @Skadi-gelesenen Buch: Ich könnte mir vorstellen, dass der männliche Name REIN von der Autoren nicht aus dem Deutschen geholt wurde: Reina ist in einigen Sprachen der iberischen Halbinsel der Begriff für "Königin" (Regina) (Leo-Link). Vielleichte wollte die Autorin einen "königlichen" Eindruck erzeugen. Den Begriff Rein habe ich als solchen allerdings nicht gefunden...
      Aus aktuellem Anlass:

      Ich möchte bitte keine LIKEs mehr haben! ^^
      Wenn Dir mein Beitrag hier und anderswo gefällt, schreibs mir einfach. :danke:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cory Thain ()

    • Ivy Paul – Der Pirat und das Mädchen.
      Ein ungeplantes skadilöses Buch, denn eigentlich hab ich den Roman in der Erwartung in die Hand genommen, ein Piratenabenteuer mit Romanze darin lesen zu dürfen. Einen zweiten Sabatini hatte ich zwar von Anfang an nicht erwartet aber... naja lest selbst:

      Magdalena O'Heara ist die uneheliche Tochter eines Engländers und einer Spanierin, weshalb mütterlicherseits irisches Blut in ihren Adern fließt. Als ihre geliebte Mutter stirbt, schickt ihr Vater Magdalena in die Karibik, um dort den Gouverneur einer kleinen Insel zu heiraten, weil er selbst nicht länger für seine Bastard-Tochter sorgen will. Magdalena passt das gar nicht, doch was soll sie tun? Das leben ist kein Ponyhof, da hilft auch keinen weinen und wimmern. Schluck dein Schicksal runter, Mädel, denn schlucken wirst du im laufe der Handlung so einiges. Doch ich will nicht spoilern, machen wir weiter.
      Während der Überfahrt hört Magdalena so einige Geschichten über den berüchtigten und gefürchteten Piraten Black Brian. Der Schrecken der See hat einen schlimmen Ruf. Ohne Gnade greift er Schiffe an, raubt, mordet und vergewaltigt Frauen und Kinder. Keine Überlebenden, das ist sein Motto. Nun denkt Madame an dieser Stelle bereits weit genug um sich die ernsthafte Frage zu stellen, wer denn dann überhaupt von diesem Black Brian berichten kann, wenn niemand die Begegnung mit ihm leben übersteht. Tja, darauf gibt es keine Antwort. Wie für so einiges innerhalb der Geschichte. Zumindest zeigt Magdalena damit etwas Brian ähhh Brain und hat damit manch anderen romantischen Heldinnen eines voraus.
      Aber dann! Action! Spannung! Magdalenas Schiff wird von Piraten angegriffen und wie sich schnell herausstellt, handelt es sich den Angreifer um keinen anderen, als Black Brian höchstpersönlich. Na so ein Zufall aber auch! Wieder legt Magdalenas Kopf den Turbogang ein. Die Stories bezüglich Vergewaltigung und Co findet sie als junge Frau nämlich gar nicht cool. Also gibt sie ein spontanes Makeover, schneidet sich in aller Hast die Haare kurz, bindet ihre Brüste ab und schlüpft in abgetragene Jungenkleider, die zufällig vor ihren Füßen liegen. Na so ein Glück. Als die Piraten sie in diesem Aufzug unter Deck finden, halten sie Magdalena für einen Jungen, einen blinden Passagier. Für Magnus, um genau zu sein.
      Jop, und deswegen nehmen sie „Magnus“ als neuen Schiffsjungen mit an Board ihres Piratenschiffs. Und an dieser Stelle kommt unser Held ins Spiel. Niemand anderes als Black Brian höchstpersönlich! Dieser beschließt, dass der neue Schiffsjunge mit ihm zusammen in seiner Kapitänskajüte schlafen soll. Der mitdenkende Leser fragt sich nun sicher, was der Unfug soll. Doch wie sich herausstellt, hat der phöse Pursche Prian eine Wünschelrute in seiner Hose. Und die zeigt unbeirrt auf Magnus. Das irritiert unseren Piratenkapitän ziemlich, weil er bisher nie auf Jungen gestanden hat. Jedenfalls bekommt er bei jeder Begegnung mit Magdalena aka Magnus eine so derbe Latte, dass man schon bald von einem eigenen Lattenzaun für seine Reling sprechen könnte. Das sieht der Bebauungsplan aber nicht vor. Schade schade, Schokolade.
      Magdalena geht es übrigens nicht anders als Brian. Obwohl sie Angst vor dem Piraten hat, hält sie ihn trotzdem für einen echt schnaften Kerl! Außerdem ist er gar nicht so fies, wie sein Ruf. Es stellt sich heraus, das Brian gerecht ist, treu und viele andere langweilige 0815-Good-Guy-Charakterzüge hat, die so generisch sind, wie Brians Mannschaftsmitglieder. Das Einzige, was Magdalena nicht so toll findet, ist Brians Angewohnheit nackt zu schlafen. Das heißt, eigentlich findet sie es schon geil, darf es sich als wohlerzogenes Fräulein der englischen Gesellschaft nur nicht eingestehen. Bei Brians Anblick setzt sogar so sehr ihr Gehirn aus, dass ihr jedes Mal nur eine einzige Beschreibung für seinen Körper einfällt: „Wie Gott ihn schuf“. Dass Brian nackt aussieht „wie Gott ihn schuf“, wird uns nicht nur einmal mitgeteilt oder zweimal oder dreimal oder viermal, sondern mit schöner Regelmäßigkeit. Sie muss sehr gottesgläubig sein, unsere Maggi.
      Als Schiffsjunge muss sich Magdalena von ihren neuen Crewkameraden einschließlich Kapitän Brian drangsalieren lassen. Es gelingt ihr jedoch, sich nützlich zu machen, indem sie ihre Heilkünste auspackt und diverse Zähne zieht, Schnittwunden näht etc. pp. Nebenbei bemerkt gehört die Autorin zu denjenigen, die von ihrer Leserschaft ein bisschen Mitdenken erwartet. Vieles erfährt man nämlich erst im Nachhinein, weil es im Laufe der Handlung nicht erzählt wird. Aber wozu hat man schließlich sein Hirn? Also wirklich! Das kann man sich doch wohl denken, das da noch andere Dinge passieren, die nichts mit dem gegenseitigen angegeile zu tun haben! So!
      Mit der Zeit wird in Brian der Verdacht stark, dass Magnus doch gar keine Junge ist. Übrigens ist sein einziger Anhaltspunkt dafür der massive Hauptmast zwischen seinen Beinen. Schließlich fühlt er sich in seiner Vermutung bestätigt und das fühlen meine ich damit wörtlich. Kurzerhand greift er Magdalena in die Hose, während die tief und fest schläft. Tja. Ein Satz mit X: Da war wohl nix! Erstmal ist unser Brian beruhigt, dass er seine sexuelle Orientierung doch nicht überdenken muss. Allerdings steht er mit seiner Entdeckung vor einem neuen Problem. Als demokratisch gewählter Kapitän seiner Mannschaft müsste er die anderen Männer über seine Entdeckung in Kenntnis setzen, damit ein gemeinschaftliches Urteil über den angeblichen Magnus gefällt werden soll. Tut er es nicht, würde es ihm als Vertrauensbruch vorgehalten werden und man würde ihm beim Misstrauensvotum durch die Opposition hochkannt vom Kapitänsstühlchen kicken. Allerdings ist unser Brian so spitz auf Magdamagnus, dass er doch erst mal die Füße stillhält. Probleme über Probleme! Der Pirat von Welt hat es schon nicht einfach.
      Naja, schließlich konfrontiert Brian Magdalena doch mit der Wahrheit und die beiden bringen das Bett in seiner Kajüte zum schunkeln, wie es selbst bei starken Seegang nicht wackelt. Man macht außerdem einen Abstecher auf eine einsame Insel, wo sich dann auch wieder ordentlich durch den Sand gewälzt wird und ja: Der Aufenthalt auf der Insel hat keinen anderen Zweck, es passiert nichts weiter, als dass Brian Magdalena zeigt, wie man Perlen rubbelt. Insgesamt kommt in der ganzen Geschichte so viel Piratenatmosphäre auf, wie im neusten Angebotsprospekt von ALDI. Ich kann euch leider auch nicht sagen, was unsere beiden leidenschaftlichen Helden überhaupt aneinander finden, außer ihrer ausgeprägten Libido.
      Achja: es gibt noch eine weitere Frau an Board, von der außer Magdalena niemand weiß: der angebliche Pulverjunge wird SOFORT beim ersten Augenkontakt von Magdalena als Frau identifiziert, obwohl sie schon seit Jahren verdeckt auf dem Schiff lebt. Na, was soll's schließlich hat der Kanonier nur ein Bein. Damit hört es sich sicher schlecht. Jedenfalls verschwindet die andere Frau plötzlich. Allerdings meine ich damit nicht etwa einen neuen Handlungsstrang, sie wird halt einfach nur nie wieder erwähnt und generell passiert nichts mit ihr und häh? Bevor ich mich aber fragen kann, welchen Sinn diese Figur nun eigentlich hatte, geht es rasant weiter.
      Beim Landgang in einer Hafenstadt muss Magdalena schließlich ein schreckliches Gespräch mit anhören. Brian berichtet seinen Vertrauten von ihrer Identität und es stellt sich heraus, dass Magdalenas Verlobter kein anderer ist als Brians Erzfeind. Woah! Verletzt und in Angst davor, Brian könnte sie als Druckmittel für ein Lösegeld missbrauchen, flieht sie vor Brian. Der ist verzweifelt, weil ja alles nur ein riiiiesen Missverständnis war. Naja. Der lange Rede gar kein Sinn: Durch zufällige Umstände landet Magdalena doch bei ihrem Verlobten. Doch der stellt sich als kaltherziger Schuft heraus und wenn Magdalena nicht tut, was er will, fügt er ihrer spontan gewonnenen Freundin, Schrägstrich Dienstmagd, Schmerzen zu. Magdalena sitzt fest und vermisst schlimmer denn je die gemeinsame Zeit mit Brian. Wird er sie suchen und aus ihrem goldenen Käfig retten? Gibt es überhaupt eine Zukunft mit dem schrecklichen Black Brian? Und wieso zum Teufel kommt in diesem Buch der Prolog am Schluss und ist eigentlich ein Epilog???
      „Art, like morality, consists of drawing the line somewhere“
      - G.K. Chesterton

      Skadi zeichnet Skadilöse BücherSkadi bloggt
    • Skadi schrieb:

      Magdalena O'Heara ist die uneheliche Tochter eines Engländers und einer Spanierin, weshalb mütterlicherseits irisches Blut in ihren Adern fließt
      Auch gar nicht von "Vom Winde verweht" geklaut :rofl:
      Die Hauptfigur heißt ja Scarlett O'Hara und hat ebenfalls irische Wurzeln ...
      (Obwohl ich bei den irischen Wurzeln von Magdalena wieder sehr viel Ironie spüre :P )
      Sternzeichen Kaffee, Aszendent Streuselkuchen
    • Da ich in den letzten Tagen viel Wartezeit zu überbrücken hatte, habe ich einfach mal das Forum durchforstet und dabei diesen Thread gefunden. Am Anfang war ich doch etwas skeptisch, was wohl skadilöse Bücher sein mögen ?( Aber nachdem ich das herausgefunden habe und erkannt habe, dass ich diese Highländer-Kitsch-Erotik-Romane mit der gleichen Ironie lese, hat mir das ganze doch viel Spaß gemacht :D Ich danke dir für all die Anreize für Bücher, die man so mal eben zwischendurch lesen kann @Skadi :thumbsup:

      Damit wir auch in Zukunft nicht auf deine lustigen Rückblicke auf kitschige, von sexueller Spannung viel zu überladene Bücher nicht verzichten müssen, möchte ich dir auch direkt noch eine Empfehlung hier lassen ^^
      Vielleicht hast du ja mal Lust dir von Lara Steel das Buch Wintermond anzuschauen und durchzulesen. Wobei ich da die Rahmengeschichte für einen Highländerroman schon für gut halten würde und nicht irgendwelche Entenküken spurlos verschwinden :/ .
      Ei tarvis jännittää ja sisintänsä selvittää kun ei sitä ymmärrä itsekään
    • @Skadi Ich hab neulich auch eins gekauft, weil der Titel cool war (Der Drachenkämpfer) und auf dem Cover n halb nackter Kerl zu sehen ist (der nach den ersten paar Seiten lesen keine Ähnlichkeit mit dem prota hat :rofl: ) (Was solls, das Buch hat 2€ im Secondhandladen gekostet XD)

      Der Anfang

      Aber da geht's auch um tiefgründige Storys ... Anfang ist: Er will sie umbringen, findet sie aber geil und sperrt sie deshalb ein. Sie hat Angst und will fliehen, findet ihn aber auch ziemlich heiß xD


      Vielleicht willst du ja auch mal reinlesen. Würde dir dann nochmal raussuchen, von wem es ist ^^
      Aber es würde auf jeden Fall Stoff für einen lustigen Eintrag hier bieten :D
      Sternzeichen Kaffee, Aszendent Streuselkuchen
    • Skadi schrieb:

      Schluck dein Schicksal runter, Mädel, denn schlucken wirst du im laufe der Handlung so einiges. Doch ich will nicht spoilern, machen wir weiter.
      HAHAH XD Schöner Satz, musste herrlich lachen.

      Aber ich warte auf die Review von unserem türkischen Piratenrpinz :) Also hopp bin schon ganz gespannt, wie es ausgeht .. ähm. ja :D

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!:
    • @Skadi Ich hab im WE auch noch einen gelesen xD
      "Ein Lord mit Gewissen Vorzügen" von Lyndsay Sands.
      Dafür, dass das Buch 300 Seiten hat, wird echt wenig gevögelt. Nur 4 Mal glaube ich. Das Buch war auch relativ ironisch. Musste an manchen Stellen irgendwie lachen. Es hatte sogar eine verhältnismäßig verzwickte Story =O Also ist das vielleicht auch mal was für dich :D
      Bin gespannt, was du dazu zu sagen hättest ... (zum Beispiel dazu, dass die Umstände sich immer fügen wie die Protas es gerade brauchen ... XD)
      Sternzeichen Kaffee, Aszendent Streuselkuchen
    • Hi Skadi :D
      Du hast dein Karma aufgebessert!
      Meiner Schwester geht es gerade nicht so gut, da habe ich ihr einfach ein paar von deinen Texten hier kopiert (mit Quellenangabe :P ) und per Mail gesendet.
      Sie musste richtig lachen und das hier war ihre Lieblingsstelle:

      Skadi schrieb:

      und was am wichtigsten ist: Was ist aus den Entenbabys geworden?
      Sternzeichen Kaffee, Aszendent Streuselkuchen
    • Ein paar von euch haben sehnsüchtig drauf gewartet und hier ist er endlich *g*
      Connie Masen – Der Piratenprinz
      Beziehungsweise, wie mein Fazit lautet: Man. Das war ganz schön schlecht.

      Im Jahre 1566 treibt in den Gewässern zwischen Griechenland und Konstantinopel ein gefürchteter Korsar sein Unwesen. Prinz Dariq – von seinem Bruder verraten und ins Exil getrieben – überfällt gnadenlos die Frachtschiffe seines Bruders Ibrahim und erbeutet dessen Hab und Gut. Es ist die Rache für Ibrahims schreckliche Taten, denn einst ließ er alle seine Brüder ermorden. Nur Dariq konnte fliehen und bangt seitdem um das Leben seiner Mutter, die er im Harem des verhassten Bruders zurücklassen musste. Eines Tages erfährt er von einem wertvollen Schatz, der sich auf der Überfahrt in die Hauptstadt Ibrahims befindet. Dariq sieht eine Chance gekommen. Der Korsar reißt den Schatz an sich und will ihn seinem Bruder zum Tausch anbieten: Der Schatz gegen seine Mutter. Jap, das klingt doch gut. Das ist ein solider Plan ohne Ecken und Kanten. Da kann nichts schiefgehen.
      Doch als Dariq seine Beute begutachten will, erlebt er eine Überraschung. Ibrahims Schatz ist nämlich eine Frau! Lady Willow Foxbury wurde während einer Schiffsreise überfallen und als Sklavin verschleppt. Nun soll sie als europäischer Exot den Harem Ibrahims bereichern. Das findet die holde Maid aber alles andere als dufte. Noch weniger begeistert ist sie davon, jetzt in den Händen eines Piraten zu sein, der sie als Tauschobjekt betrachtet. Aber Dariq lässt sich von seinem Vorhaben nicht abbringen. Schließlich muss er jetzt keine Truhen voll Gold schleppen, sondern nur knapp 60 Kilogramm Lebendgewicht. Na, wenn das nicht praktisch ist! Außerdem geht Dariq beim Anblick der blonden, grünäugigen Schönheit aus England sowieso augenblicklich der Shamshir in der Hose hoch, dass man ihn rücklinks aufs Deck legen und als Fahnenmast für seine Piratenflagge benutzen könnte. Aber das Mädel ist für Ibrahim reserviert, daher Finger weg oder es gibt eins drauf! Das sagt auch Dariqs Kumpel Mustafa mehrmals bis ihm der Mund fusselig wird. Na, ob das was bringt?
      Dariq macht keinen Hehl daraus, dass er Willow schärfer findet, als fünf Tuben Harissa. Sogleich umgarnt er sie mit galanten Komplimenten wie „Du bist schön, ich will dich in meinem Bett haben!“ Bester Anmachspruch ever. Leider ist Willow die feine, englische Gesellschaft gewöhnt und kann mit Dariqs zwischenmenschlich qualitativ hochwertigen Flirts nichts anfangen. Sowieso weiß unsere britische Blondine nicht, was sie von Dariq halten soll. Einerseits fürchtet sie sich vor ihm, andererseits findet sie ihn und seine blaugrauen Augen schon ziemlich geil. Nichtsdestotrotz wehrt sie sich mit Händen und Füßen gegen ihr Schicksal. Da Dariq die unterwürfigen Frauen seiner Kultur gewöhnt ist, findet er Willows Trotz irritierend, aber auch ganz schön reizvoll. Was Anderes bleibt ihm allerdings auch nicht übrig, da Willow keine anderen Charakterzüge besitzt, in die man sich verlieben könnte. Tiefgehende Figuren interpretiert halt jeder anders. Aber ich greife vor, machen wir weiter im Text:
      Je länger Willow auf seinem Schiff ist, desto härter (hihi) wird es für Dariq, ihren Reizen zu widerstehen. Buddy Mustafa ist inzwischen real angepisst, weil er inzwischen mehrfach ein und dasselbe Gespräch mit Dariq führen musste:
      Mustafa: „Nur gucken, nicht anfassen!“
      Dariq: „Aber ich will sie!“
      Mustafa: „Nur gucken, nicht anfassen!“
      Dariq: „Aber sie würde sich so gut in meinem Bett machen.“
      Mustafa: „Nur gucken! Nicht anfassen!“
      Dariq: „Vielleicht kann ich ein bisschen… .“
      Mustafa: „NUR. GUCKEN. NICHT. ANFASSEN.“
      Dariq hat so viel Selbstbeherrschung wie ein Kind im Spielzeugladen, dass mit seinen Fingern unbedingt eine Barbie begrabbeln muss. Leider ist seine dauerhafte Notgeilheit stärker als alles andere. Irgendwann kommt unser Held deshalb auf den Trichter, dass Sex zwar tabu ist, Fummeln und Petting aber durchaus in Frage kommt. Unser Zuckerstück greift in seine Charmekiste und verspricht Willow „Sie in die vielfältigen Geheimnisse der Liebeskunst einzuführen, ohne ihr die Jungfräulichkeit zu stehlen“. Aha. Na dann. Übrigens besteht diese „Vielfalt“ aus zwei Stellungen. Vielfalt, Leute, Vielfalt! Als schickliche, englische Lady findet Willow Dariqs Versprechungen alles andere als berauschend. Allerdings besteht ihre Gegenwehr aus nicht mehr, als einem kurzen Nein und dass sie sich kurz versteift, sobald Dariq sie berührt. Auf die Idee, ihm einfach eine zu knallen oder ihn von sich zu stoßen, kommt das werte Fräulein nicht. Tja, dann weiß ich auch nicht weiter.
      Natürlich birgt das Leben unter Korsaren auch Gefahren. Mehrmals schildert uns die Autorin auf dramatische Weise, wie Dariq Willow aus schlimmen Situationen rettet. Damit trägt sie auch gleichzeitig zum kulturellen und religiösen Verständnis bei, indem sie lebhaft beschreibt, wie einer der Matrosen Willow nur deshalb versucht zu vergewaltigen, weil sie keine Mütze trägt und man ihr Haar sehen kann. Aber zum Glück ist unser türkisches Sahnebonbon immer zur rechten Zeit in der Nähe. Na, wenn das nicht reicht, um sie unsterblich zu verlieben. Was will Frau mehr? Kein Wunder also, dass Willow nach und nach den Vorzügen unseres Piratenprinzen erliegt. Vielleicht liegt es aber auch an der höchst erotischen steilen Falte, die sich jedes Mal zwischen Dariqs Augenbrauen bildet, wenn er wütend oder geil ist (das heißt also, gefühlt 90% des Buches) oder dass er nachts vor ihrem Bett steht und aus der Dunkelheit heraus auf sie herabstarrt. Oder aber es ist sein imposanter Redefluss, den er in wirklich jeder Situation zeigen muss, die Willow ihr britisches Herzlein stiehlt. Meine Vermutung ist, dass Willow einfach eine Überdröhnung Duftöle eingeatmet hat. Wer weiß das schon. Übrigens versucht Dariq Willow davor zu warnen, dass sein Bruder sie mit Drogen willig machen könnte, benutzt dann aber selbst besondere Massageöle, damit sie sich „entspannt“. Na sowas.
      Immer wieder hegt Willow die Hoffnung, Dariq würde es sich anders überlegen und sie nicht seinem Bruder Ibrahim ausliefern, sondern sie stattdessen zurück nach England bringen. So weit reicht die Zuneigung dann aber doch nicht. Außerdem sieht es Dariq gar nicht ein, sich an nur eine einzige Frau zu binden, wenn ihm als Mann doch ein Harem an Konkubinen zusteht. Meine innere Romantikerin schreit derweil in tiefster Höllenpein auf, während die Monogamistin in mir literweise Dariqs persischen Teppich vollkotzt, bis darauf kleine Piratenschiffchen paddeln können. Land Ahoi.
      Doch dann passiert es: Im Liebesrausch kann Dariq sich nicht zurückhalten und raubt unserer Willow ihre Unschuld. Oh nein! Plötzlich steht der ganze Tauschhandel mit Ibrahim auf der Kippe, da der alte impotente Zuchthengst auf Jungfrauen abfährt. Mustafa sowie eine ganze Insel voller Piraten, Eunuchen und Konkubinen schlagen sich in diesem Moment kollektiv mit der Hand gegen die Stirn, dass das Geräusch in den Highlands widerhallt. Bloß Dariq findet das Ganze auf einmal gar nicht mehr soooo schlimm, weil er dadurch eine Entschuldigung hat, Willow doch für sich zu behalten. Aber wie soll Dariq sonst seine Mutter freikaufen? Wird er Willow wirklich an Ibrahim ausliefern? Und wird Willow je nach England zurückkehren können?
      „Art, like morality, consists of drawing the line somewhere“
      - G.K. Chesterton

      Skadi zeichnet Skadilöse BücherSkadi bloggt
    • Ich hab seit gestern so darauf gewartet @Skadi
      Wundertoll, schon ist mein Tag gerettet! :)

      Skadi schrieb:

      Meine innere Romantikerin schreit derweil in tiefster Höllenpein auf, während die überzeugte Monogamistin in mir literweise Dariqs persischen Teppich vollkotzt, bis darauf kleine Piratenschiffchen paddeln können. Land Ahoi.
      Das hat mich gekillt, ich kann mich kaum noch auf meinem Stuhl halten :rofl:

      Na da hat der feurige Piratenprinz ja anzeigen Arbeit geleistet :pirate:
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-
    • Ach @Skadi, das war wunderbar erheiternd! Ich hatte irgendwie so n Dauergrinsen aufm Gesicht während des Lesens.


      Skadi schrieb:

      Dariq: „Vielleicht kann ich ein bisschen… .“
      Mustafa: „NUR. GUCKEN. NICHT. ANFASSEN.“
      fand ich gut :rofl: Wie so ein kleines Kind, das unbedingt was haben will.

      Ach, jetzt ist mein Tag gerettet... Ich werde den ganzen Tag diese amüsanten Anekdoten mit mir rumtragen und immer wieder unkontrolliert anfangen, zu grinsen, bis alle mich für verrückt erklären, weil ich nicht sagen kann, warum ich so grinsen muss :D
      Ach nein, war schön zu lesen!
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • ... DAS ist mit Abstand die schlechteste Story ... Also nicht das, was du geschrieben, sondern das Buch.
      Alle anderen haben ja iwie wenigstens ein BISSCHEN zu bieten ... Ab er das ist schon grenzwertig XD
      Hast du es fertig gelesen?

      Skadi schrieb:

      Aber das Mädel ist für Ibrahim reserviert, daher Finger weg oder es gibt eins drauf!
      Ich denke, er findet seinen Bruder dämlich. Dann kann er sie doch auch knallen und ihm danach immer noch als Jungfrau unterjubeln.
      Bis dem aufgeht, dass sie keine mehr ist (sofern dem das überhaupt auffällt), ist Dariq doch schon längst wieder über alle Berge.
      Schiffe rauben, Matrosen umbringen - das is okay... aber eine von vielen knallen ist das doch ne Spur zu hart. Ich mein der Kerl hat ja nur seine gesamte Familie umgebracht ...

      Skadi schrieb:

      Tiefgehende Figuren interpretiert halt jeder anders.
      :rofl:
      Sternzeichen Kaffee, Aszendent Streuselkuchen
    • @Miri Ich hab es durch gelesen, ja ^^

      Bzgl. Jungfräulichkeit: Ein Arzt kann sofort feststellen, dass Willow keine Jungfrau mehr ist. Die Figuren sprechen das zwischendurch auch mal an. Ich hätte es sogar sehr unlogisch gefunden, wenn diese Möglichkeit nicht in Betracht gezogen wurden wäre, dass man wörtlich nachgucken kann, ob noch alles da ist :rofl:
      „Art, like morality, consists of drawing the line somewhere“
      - G.K. Chesterton

      Skadi zeichnet Skadilöse BücherSkadi bloggt
    • Und wie viele Seiten kommen da noch? Denn ganz ehrlich: Bis dahin ist ja noch nicht so viel passiert. Hocken die das ganze Buch über nur auf dem Schiff und versuchen ihren Gelüsten zu widerstehen? ?(
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor