Skadi liest skadilöse Bücher

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Dinteyra schrieb:

      Und wie viele Seiten kommen da noch? Denn ganz ehrlich: Bis dahin ist ja noch nicht so viel passiert. Hocken die das ganze Buch über nur auf dem Schiff und versuchen ihren Gelüsten zu widerstehen? ?(
      Jap. Das sind etwa 3/4 des Buches. Beziehungsweise sind sie nicht die ganze Zeit auf dem Schiff, sondern irgendwann auf einer Insel, auf der Dariq sein Piratennest hat. Dort geht es dann genau so weiter wie auf dem Schiff.
      Zum Ende hin wird es im letzten Viertel nochmal... naja, ich will nicht sagen, dass es spannend wird. Aber es gibt nochmal den ein oder anderen obligatorischen Wendepunkt in der Handlung, damit die Liebesgeschichte auch extra dramatisch wird ^^
    • Jeeey, endlich, der Piratenprinz. Mein Lieblingsbuch. Scheiß auf Pratchett, Tolkien oder Goethe! Connie Masons Bücher, das ist der Shit! :panik:

      Skadi schrieb:

      Nur Dariq konnte fliehen und bangt seitdem um das Leben seiner Mutter, die er im Harem des verhassten Bruders zurücklassen musste.
      Wenn man das ganze mit englischer Betonung liest, ergibt die Handlung des Buches gleich VIEL mehr Sinn!

      Skadi schrieb:

      Meine Vermutung ist, dass Willow einfach eine Überdröhnung Duftöle eingeatmet hat. Wer weiß das schon.
      Oder die Gute ist einfach seit Jahren chronisch untervögelt und macht deswegen ihrem Dariq Schnürzelpürzel sofort einen neuen Ozean im Schlafzimmer, sobald er auch nur leicht mit der Zungenspitze an ihren Käsefüßen schlabbert :hmm:
      Scheiße. Jetzt hab ich selbst das Bild dazu im Kopf ...
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Oh man, das war ja was :D

      Ich hatte mit allem möglichen gerechnet, nur nicht mit sowas. @Skadi deine "Rezensionen" sind der pure Hammer. Einmal angefangen
      konnte ich gar nicht mehr aufhören, sie zu verschlingen, hab geheult vor Lachen und Kakao geschrien :thumbsup:
      Ich hoffe, dir geht noch lange nicht das Material aus, und dass du uns alle noch mehr mit deinem Humor und deinen Wortspielen beglücken kannst :spiteful:

      Großes Kompliment an dich :hi1:

      eine, auf mehr lachbedingte Bauchschmerzen/Hyperventilationen wartende, Wölfin :D
      - Hikari

      Keen to the scent, the hunt is my muse
      A means to an end this path that I choose
      Lost and aloof are the loves of my past

      WAKE THE WHITE WOLF, remembrance at last
    • Die Geliebte des Piraten von Amy J. Fetzer.
      Und ja, mir ist da leider ein kleiner Irrtum unterlaufen. Ich habe unseren stattlichen Protagonisten Raiden mit Reins Ziehbruder Colin verwechselt und deswegen gedacht, es geht um meinen neuen Lieblingspiraten. Was es nicht tut. Das ist aber nur halb so schlimm, denn Raiden ist ebenfalls Pirat und in der Familie bleibt es so gesehen auch. Raiden ist nämlich einer der Halbbrüder von Reins Ziehvater, also so gesehen Rains Zieh…halb…onkel? Und damit der Halbonkel von Colin. Der Reins Ziehbruder ist. Jedenfalls einer davon. Und es gibt noch mehr Halbonkel. Der Stammbaum dieser Familie ist ein wahres Fest, sage ich euch. Ein Fest!

      Wieder einmal beweist die Autorin, dass sie von zärtlichen Einführungen nichts hält. Anstatt uns behutsam in die Handlung hineingleiten zu lassen, stößt sie uns mitten ins Geschehen: Kalkutta anno 1757. Raiden Montegomery, der berüchtigte, unter dem Namen „Schwarzer Engel“ bekannte Pirat ist umzingelt von Soldaten der East India Company. Allein und ohne seine Crew als Rückendeckung, muss er sich gegen eine Überzahl an Bewaffneten behaupten. Schwerter werden gezückt, Pistolen gezogen! Knall! Puff! Peng! Unverhofft kommt ihm eine junge Frau zur Hilfe, zieht einem der Soldaten einen Tonkrug über den Schädel und gemeinsam fliehen die beiden durch die dunklen Gassen Kalkuttas. Die Soldaten auf den Fersen, reißt Raiden ihr einen Teil ihres Rocks vom Leib und weil auf Verfolgungsjagden ja immer Zeit für sowas ist, schiebt er auch erstmal seine Hand unter den verbleibenden Fetzen und begrabbelt ihre Oberschenkel. Sie findet das irgendwie ungeil, er dafür umso mehr und weil unser Raiden eben schon bewiesen hat, was für ein Gentleman er ist, bringt er seine unverhoffte Bekanntschaft noch sicher in ihre Unterkunft, ehe er geheimnisvoll in die Dunkelheit entgleitet.
      Puh, was für ein Einstieg. Aber für Willa ist die Nacht noch nicht vorbei. So heißt unsere einsatzbereite Heldin nämlich: Willa. Einen Nachnamen hat sie auch, aber den habe ich vergessen. Jedenfalls ist Willa mit dem Lord von Eastwick verheiratet, einem herzlosen Mann, der seine Geschäftspartner betrügt und die Amerikanerin nur des Geldes wegen geheiratet hat. Der grausame Schuft schreckt nicht einmal davor zurück, seinen eigenen kleinen Sohn zu entführen, um Willa damit unter Kontrolle zu halten. Sowas gemeines aber auch! Generell tritt Alistair (also Willas Mann) auf wie das unsympathischste Schwein, das man sich vorstellen kann. Wieso sollte der Antagonist eines Romans auch irgendwelche nachvollziehbaren Charakterzüge an sich haben? Pff, wer will sowas schon lesen?
      Ich schweife ab. Also, Willas Nacht ist noch nicht vorbei: Als sie in ihrer Unterkunft ankommt, ist ihr Zimmer durchwühlt und Manav ist tot! Hinterhältig ermordet und in seiner eigenen Blutlache zurückgelassen. Nein, Manaaaav! Tu mir das nicht an! Bitte stirb nicht! Nein! Wenn ihr euch jetzt fragt, wer zum Geier Manav ist: ich hab auch keine Ahnung, weshalb mich sein Tod so sehr tangiert, wie die aktuelle Mehrheit der CSU innerhalb des Stadtrats von Lauf an der Pegnitz. Aber er ist tot, wir sind traurig. Buhuhu. Jetzt seid halt traurig, Mensch!
      Okay, wie ihr euch denken könnt, bleibt es nicht bei dieser einen Begegnung zwischen unserem Raiden und Willa. In einer der darauffolgenden Nächte treffen sich die beiden in einer zwielichtigen Spelunke wieder. Doch plötzlich bricht dort die Hölle los! Soldaten tauchen auf, jemand schießt auf Willa, Raiden rettet sie, indem er seinerseits den Soldaten erschießt, seine Mannschaft prügelt sich, mit Ausnahme von einem, weil der damit beschäftigt ist, das Schankmädchen zu knallen. Na, wenn das nicht der perfekte Vorwand ist, unser Liebespaar in Spe zusammenzuführen. Kurzerhand schnappt sich Raiden Willa, pfeift seine Leute zusammen und flieht auf sein Schiff. Willa passt das gar nicht, denn A) findet sie die Rolle der entführten Geisel extrem uncool und B) muss sie doch ihren Sohn finden! Warum Raiden Willa mitnimmt, habe ich übrigens nicht ganz verstanden (wie so einiges, aber ich will nicht vorweggreifen). Angeblich stellt sie eine Gefahr für ihn und seine Mannschaft dar, obwohl sie eigentlich gar nichts über ihn weiß? Naja, was man hat, das hat man. Oder so.
      Und dann passiert nichts.
      Nein, ernsthaft. Gefühlt 200 Seiten lang passiert gar nichts, außer dass sich Raiden und Willa gegenseitig angiften, dass man am liebsten beide hochkant über Bord werfen will. Willa kann an dem grausamen, finsteren Piraten nämlich gar nichts finden. Und schon gar nicht ist er der Mann, mit dem sie einmal ganz romantisch auf den Rücken eines edlen Rosses in den Sonnenuntergang raiden (hihi) will. Wenigstens denkt Madame soweit mit, einem Seeräuber nicht auf die Nase zu binden, dass sie ein stinkreicher Ehemann in die Finger kriegen will. Stattdessen erzählt sie ihm, sie sei eine Witwe ohne Geld, Verbindungen oder Informationen. Raiden ist sich völlig bewusst, dass Willa schwindelt, fühlt sich aber trotzdem von ihr angezogen. Nichtdestotrotz geht ihm ihr Gekeife ganz schön den Hauptmast. Vor allem da Willa unbedingt darauf beharrt, ihren Sohnematz finden zu wollen und sogar Raiden damit belästigt. Nagut, denkst sich der Pirat mit Hut, und schlägt ihr ganz gewieft einen Handel vor, von dem er sich sicher ist, dass Willa ihn niemals annehmen wird und ihn deshalb endlich mal mit ihrem Scheißbalg in Ruhe lässt: Sie muss seine Geliebte werden.
      Jap. So einfach ist das. Sie macht für ihn die Beine breit, dafür hilft er ihr bei der Suche nach ihrem Kind. Womit Raiden allerdings nicht gerechnet hat ist, dass Willa auf den Handel eingeht. Deal. Abgemacht. Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen. Tja, die Frau ist eben zu allen bereit. Übrigens wettet Raiden noch mit ihr, dass Willa innerhalb von 14 Tagen von selbst in sein Bett kommen würde. Willa hingegen interpretiert daraus, dass sie erst nach dieser Zeitspanne mit ihm schlafen muss… während Raiden später meint, er würde erst nach diesen zwei Wochen anfangen, zu suchen? Ihr seht, hier besteht eindeutig Klärungsbedarf. Noch nie haben zwei Menschen es geschafft, so gekonnt aneinander vorbei zu reden und sich dabei selbst zu widersprechen. John Travolta und Olivia Newton-John erblassen vor Neid, ebenso Aladdin und Jasmin. Willa ist jedenfalls entschlossen, sich nicht vor Ablauf ihrer Schonfrist zu verhuren. Und weil sie das Ganze konsequent durchsetzen will, lässt sie sich erst nach Sage und Schreibe einer Minute seine Zunge in den Rachen schieben. Konsequenz, Leute! Das K in Willas Namen steht dafür und für nichts Anderes.
      Tja und dann tröpfelt die Handlung vor sich hin. Wir erfahren mehr über Raiden und Willa, dürfen außerdem die Piratenmannschaft und einige andere Figuren kennenlernen: Den Tristan, den Balthasar, den Schiffsjungen Jarabi (oder so), es gibt einen kleinen Araber, einen großen Araber, einen Typen mit Turban, nen Kerl der Kopfüber in der Takelage hängt, einen Sultan, seine Krieger, Eingeborene mit Blasrohren, Kannibalen, den Neuling Mr Perth, eine tote Amme, Leichenfledderer, einen englischen Typen mit Perücke und irgendwoher taucht auch noch Raidens irischer Halbbruder auf? What ever. Da auf Raiden ein Kopfgeld ausgesetzt ist und er außerdem persönliche Probleme mit irgendeinem englischen Admiral hat (wahrscheinlich hat Raiden dessen Teebeutelsammlung durcheinandergebracht), ist bald die halbe East India Company hinter ihm her. Gleichzeitig will Willas schrecklicher Ehemann sie einfangen und verfolgt seinerseits die Truppe. Dann können sich die Briten untereinander nicht leiden, treten sich gegenseitig auf die Füße und spätestens an dieser Stelle habe ich aufgegeben zu verstehen, wer jetzt eigentlich wen brandschatzen will und gebe mich dem Gefühl hin, in einer dieser schlechten Fluch der Karibik-Fortsetzungen zu sein. Solange der irische Halbbruder dabei ist, soll mir eh alles Recht sein :grinstare:
      Mit der Zeit muss Willa feststellen, dass Raiden trotz obligatorisch trauriger Vergangenheit gar nicht so schlecht ist. Eines Tages beobachtet sie ihn, wie er die Mannschaft eines überfallenen Schiffs verschont und fängt an, sich in ihn zu verlieben. Die Frau weiß, worauf sie zu achten hat. Das nenne ich ein Auge für Qualität. Ich habe mich auch schon mehrfach in Männer verliebt, weil sie darauf verzichtet haben, andere Menschen umzubringen. Auf diesen einzigartigen Charakterzug muss man einfach abfahren. Kribbelt es euch auch schon zwischen den Schenkeln, werte weibliche Leserschaft? Mir schon, vielleicht ist mir auch nur das Bein eingeschlafen. Wer weiß. Da Raiden Willa auch total dufte findet, finden wir die beiden irgendwann nackt im Urwald wieder. Ich weiß, das überrascht euch jetzt wenig. Zum Zug kommt Raiden aber erstmal (noch) nicht, es bleibt erstmal beim Petting im Dschungel.
      Doch eines Tages treffen sie auf einen Schergen von Willas Ehemann, der sie als Lady Eastwick zu erkennen gibt. Oh Schreck! Willas Lügen sind damit aufgeflogen! Raiden ist schockiert und verletzt, dass Willa verheiratet ist - er hat schließlich nur die ganze Zeit über gewusst, dass sie ihm nicht die Wahrheit über sich erzählt hat - und stößt sie von sich. Willa kann daraufhin nicht länger mit Raiden auf demselben Schiff sein und flieht mit gebrochenem Herzen… und läuft dabei direkt in die Arme ihres Ehemanns… .
    • Skadi schrieb:

      dass sie von zärtlichen Einführungen nichts hält
      wörtlich oder metaphorisch? XD

      Skadi schrieb:

      Manav ist tot! Hinterhältig ermordet und in seiner eigenen Blutlache zurückgelassen. Nein, Manaaaav! Tu mir das nicht an! Bitte stirb nicht! Nein! Wenn ihr euch jetzt fragt, wer zum Geier Manav ist: ich hab auch keine Ahnung, weshalb mich sein Tod so sehr tangiert, wie die aktuelle Mehrheit der CSU innerhalb des Stadtrats von Lauf an der Pegnitz. Aber er ist tot, wir sind traurig. Buhuhu. Jetzt seid halt traurig, Mensch!
      :rofl:

      Skadi schrieb:

      Angeblich stellt sie eine Gefahr für ihn und seine Mannschaft dar, obwohl sie eigentlich gar nichts über ihn weiß?
      ... und sie hatte im am Anfang des Buches ja auch nur geholfen. Schon gefährlich, die Braut.

      Skadi schrieb:

      Konsequenz, Leute! Das K in Willas Namen steht dafür und für nichts Anderes.
      Willa mit K XD

      Skadi schrieb:

      Willa kann daraufhin nicht länger mit Raiden auf demselben Schiff sein und flieht mit gebrochenem Herzen… und läuft dabei direkt in die Arme ihres Ehemanns… .
      Aber das ist doch wohl hoffentlich nicht das Ende ... oder? ... ODER? *stirbt fast vor Spannung*
      Menschen, die von sich behaupten, sie seien "positiv bekloppt", sind meistens einfach nur negativ grenzdebil.
      Patrick Salmen

      Jeder ist seines Glückes Schmied. Aber nicht jeder ist Schmied.
      Till Reiners
    • Haben sie denn die 14-Tage-Frist eingehalten oder hat unser Popopirat schon vorher seinen Musketenschuss abgegeben? :hmm:
      Phyrene lag am Rande eines Hügels, inmitten des Waldes, als versuche es,sich zwischen den Stämmen zu verstecken, unsichtbar zu werden in einer Welt, inder das Unauffällige überlebte. Ein Palisadenwall umgab die Stadt und die Höferingsum, schien die letzten Spuren der Menschlichkeit einzufassen, als könntesie durch die kleinste Lücke entströmen und in der Unbarmherzigkeit der Zonevergehen, verklingen wie der letzte Ton eines Liedes.
      Das Lied der Stille
    • In den Armen des Highlanders

      Asni schrieb:

      Ist das Buch ["In den Armen des Highlanders" von Kinley MacGregor] so witzig, wie du es beschreibst? Ich könnte mich wegschmeißen!

      Ich befürchte nur irgendwie, dass der Stil deiner Beschreibung besser ist als der des Buches...
      Haha! Ich habe es tatsächlich gelesen! Wer hätte das gedacht? Als ich den Kommentar da oben schrieb, habe ich jedenfalls nicht daran gedacht, je ein solches skadilöses Buch komplett zu lesen.

      Nun, bevor ich @Skadis Rezension nochmal lese, schreibe ich mal was zu dem Buch, vielleicht wird's ja eine Gegendarstellung oder so, keine Ahnung.
      [Asni hat schon wieder vergessen, wie die Charaktere eigentlich heißen und blättert deswegen nochmal nach.]

      Also: Da wäre Draven de Montague, der vierte Earl of Ravenswood, der einerseits unglaublich heiß aussieht, aber andererseits für ein Monster gehalten wird, weil er so gefühlskalt, beherrscht und dämonisch rüberkommt. Draven liegt mit seinem Rivalen, einem Hugh Illingworth, dem dritten Earl of Warwick, seit Monaten (oder Jahren) im mehr oder minder offenen Fehdekrieg. Der König Henry will den Zwist dadurch schlichten, dass er die wunderschöne, noch jungfräuliche und wie ein Augapfel gehütete Tochter Hughs - ihr Name ist Emily - dem zwar kalten, aber durch und durch ehrhaften Draven für ein Jahr als Pfand (und Prüfung) gibt. So ganz nachvollziehbar ist für mich die Logik nicht, aber was soll's. Es genügt als Ausgangsstellung für Emilys Mission, die sie selbst ungefähr so formuliert: "Ich werde Euch, Draven, heiraten, ob Ihr wollt oder nicht." Nun, irgendwie möchte er schon, aber natürlich ist da seine Ehre, die auch sehr standfest ist, im Weg. Außerdem lauert da noch ein schrecklicher Fluch in der Vergangenheit, dem Draven unbedingt entgehen will. Nicht um seinetwillen, sondern aus tief empfundener, aber verheimlichter Liebe zu Emily. Nun, das Hin und Her zwischen erotischer Anziehung und unbefriedigter Zurückweisung zieht sich für meinen Geschmack etwas zu lange, vor allem deshalb, weil die Beschreibungen auch immer irgendwie die gleichen sind. Irgendwann jedenfalls siegt doch die Standhaftigkeit von Dravens Lanze über den Schild seiner Ehre und Emily wähnt sich schon auf der Zielgerade ihrer Mission. Doch Position Nummer dreiundsiebzig muss noch warten, denn Hugh möchte seine Tochter aus Ravenswood zurückholen, weil Draven angeblich in der Nacht eines von Hughs Dörfern überfallen hat. Tja, Draven und Emily haben sich in eine ziemlich verzwickte Stellung gebracht. Sie kann ihrem Vater nur beteuern, dass es nicht das Dorf war, das Draven mit seinem Feuer entflammt hat, aber die Wahrheit über die Ohrenknabberkünste des Earls of Ravenwood kann sie nicht preisgeben, da dieser sonst die Bestrafung durch König Henry befürchten muss.
      Nun, so drei, vier Monate später - Emily ist derweilen wieder bei ihrem Vater - zeigt sich, dass der Earl of Ravenwood nicht nur mit Pfeil und Bogen zielsicher trifft. Und so spitzt sich der Konflikt zum Ende hin nochmal zu. Aber es geht natürlich romantisch und gut aus.


      Insgesamt ist das Buch tatsächlich witzig und unterhaltsam, aber auch etwas einseitig und platt. Aber gut, das gehört zum Genre. Wer allerdings auf Highlander steht, sollte was anderes lesen, weil auf den ganzen, grob 400 Seiten nur einmal Highlander erwähnt werden. Und wenn ich nochmal "Aye" irgendwo lese, dann platze ich. ^^
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Neu

      Lynsay Sands – Das Geheimnis des goldenen Schlüssels.
      And guess what: Während der ganzen Handlung taucht kein einziger goldener Schlüssel auf und es gibt schon gar kein Geheimnis um einen solchen. Im Original heißt der Roman „The Key“ und selbst das ist für die tatsächliche Handlung ein weithergeholter Titel.
      Aber: Das Buch war echt kurzweilig und ich hab’s gestern an einem Tag durchgelesen. Kann man mal machen xD

      Liebe Damen der Schöpfung, stellt euch einmal folgende Situation vor: Ihr seid jung, schlank, hübsch und möchtet endlich auf eigenen Beinen stehen. Das einzige, was euch dazu noch fehlt, ist der passende Mann an eurer Seite. Fix werft ihr also Tinder an, Paarship oder wie diese ganzen Datingplattformen auch immer heißen mögen und prompt wird euch ein passendes Gegenstück ausgespuckt. Doch als ihr euer Match endlich in live trefft, ist der Kerl völlig verkatert und ihm klebt eine Dreckschicht im Gesicht, die selbst aknegeplagte, pubertierende Teenagerinnen in hundert Jahren mit ihrem Make-Up nicht so deckend hinkriegen würden. Außerdem jammert der Typ die ganze Zeit rum, sein Vater hätte ihm Whiskey in die Augen geschüttet.
      So in etwa läuft das erste Treffen zwischen Iliana und ihrem Verlobten Duncan Dunbar ab. Nur ohne Tinder, dafür mit King Edward an dessen Stelle. Aber fangen wir mal von vorn an:
      Duncan Dunbar ist der Sohn eines schottischen Lairds und übernimmt bereits einen Großteil der Aufgaben seines Vaters. Er hat große Pläne für die heimische Burg, denn er will die Mauern verstärken, den Burggraben verbreitern und tut generell alles dafür, seine Leute sicher zu wissen. Da kann man nichts dagegen sagen, das klingt sehr vernünftig und gehört sich auch so für das Oberhaupt einer Familie. Das Ganze kostet natürlich eine Menge Geld – Geld, dass Duncans Familie nicht hat. Glücklicherweise wird ihm vom König ein Angebot unterbreitet: Er heiratet die Tochter einer englischen Lady und bekommt dafür eine Mitgift, mit der er seine Burg vollständig finanzieren kann. Wie sollen Duncan und sein Vater das schon ablehnen können? Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul und fix wird besagte Lady nach Schottland bugsiert. Iliana, der weibliche Teil unseres aktuellen Traumpaares, kommt die Heirat im hohen Norden aus eigenen Gründen sehr gelegen: Ihr Vater ist tot und ihre geliebte Mutter wurde in eine Ehe mit einem anderen Lord gezwungen, der sie misshandelt und Iliana eingesperrt hält. Nur dank freundschaftlichen Beziehungen zum König selbst kommt es zu der ganzen Kuppelaktion und Iliana kann sich im wirschen Schottland in Sicherheit bringen. Noch am selben Tag ihrer Ankunft wird geheiratet, es gibt ein Fest, fidirallala, fidirallala, fidirallalalala. Nur die Hochzeitsnacht findet nicht ganz so statt, wie sich das die Beteiligten vorgestellt haben. Abgesehen davon, dass Duncan schon einpennt, bevor er überhaupt das Bett erreicht hat, kann sich Iliana nicht dazu durchringen, den hünenhaften Schotten an sich ran zu lassen. Denn der Kerl stinkt.
      Nein, wirklich. Duncan mufft schlimmer als drei schottische Hochlandbullen in der Paarungszeit, die sich im Dung einer Herde Shetlandponys gewälzt haben. Generell sieht die Burg aus wie ein Schweinestall, seitdem Duncans Mutter vor vielen Jahren gestorben ist. Duncan, Papa und die anderen stört das nicht sonderlich (sie müssen sich ja auch nicht selbst riechen), aber hätte es zu der Zeit schon DTP-Impfungen gegeben, Iliana hätte sich davon vermutlich gleich drei Stück auf einmal in den Arm gejagt und würde bei Sagrotan Großkundenrabatt bekommen. Dabei findet sie Duncan nicht mal hässlich, im Gegenteil.
      Ihr fragt euch jetzt sicher, wo denn jetzt die Sache mit dem Schlüssel kommt. Genau jetzt. Iliana hat, wie gesagt, keinen Bock den Esel an sich ranzulassen, bevor er nicht gründlich gebadet hat. Duncan hingegen sieht das nicht ein, schließlich macht er das ja regelmäßig: Einmal Ende Januar und einmal Ende Juli und nein, das ist keine Hyperbel meinerseits. Das reicht, das hat schon immer gereicht. Never touch a running system. Das sieht das werte Fräulein aber anders und was danach folgt, ist der Kampf der Geschlechter! Mann gegen Frau! Sauber gegen Schmutzig! Kurz gesagt: Iliana verweigert sich ihrem Ehemann so lange, bis der was gegen seine Mieffahne getan hat. Damit setzt sie Duncan gleich doppelt unter Druck. Abgesehen davon, dass er ziemlich geil auf sein neues Frauchen ist, erwartet der Herr Papa spätestens in neun Monaten die ersten Enkelkinder. Was auch immer der Mann mit „spätestens“ meint. Ich hab echt keine Ahnung. So, okay. Schlüssel. Also um ganz sicherzugehen, dass Duncan sich von ihr fernhält, legt sich Iliana einen Keuschheitsgürtel an. Das Ding besteht aus Leder und hat ein Vorhängeschloss dran. Nur Iliana weiß, wo der Schlüssel ist. Damit hat Duncan überhaupt nicht gerechnet, aber der Mann hat seinen Stolz und lässt sich ganz sicher nicht von einer Frau erpressen.
      Nebenbei bringt Iliana ihr neues Zuhause auf Vordermann, freundet sich mit dem Koch an, kümmert sich um den neuen Kräutergarten und lernt die Nachbarn kennen. In dieser Zeit erfährt sie auch mehr über Duncan, unter anderem von seinen Plänen bezüglich des Ausbaus der Burg, dass er ziemlich vernünftig, höflich und eigentlich auch ganz klug ist. Insgesamt also ein angenehmer Zeitgenosse, wenn man praktischerweise gerade verschnupft ist. Es werden auch grundsätzliche Problemstellungen einer Beziehung aufgeworfen: Wie oft sollte man baden? Muss man das gemeinsame Schlafzimmer wirklich aufräumen? Haferkekse oder Eintopf? Sollte Frau beim Sex laut oder leise sein? Was sagt ihr dazu? Schreibt‘s in die Komment-… Moment, falsche Plattform.
      Duncan versucht der Lage auf seine Weise Herr zu werden. Mit dem ein oder anderen Verführungsversuch will er Iliana dazu bringen, ihren Ledertanga abzulegen. Zur allgemeinen Überraschung funktioniert das sogar ganz gut. Sobald er sie nur küsst, vergisst Iliana sofort alles um sie herum und gibt sich hemmungslos seiner Umarmung hin. Seine Berührungen entfachen das Feuer der Leidenschaft in ihrem Körper, sodass sie nichts mehr um sich herum wahrnimmt. Vielleicht hat Duncans Gestank sie auch einfach betäubt. Kann auch sein. Was ich mich an dieser Stelle des Romans allerdings gefragt habe, ist Folgendes: Wenn der Kerl schon vom Waschen so viel hält, wie Mark Zuckerberg vom Datenschutz, in welchem Zustand müssen sich dann seine Zähne befinden? Wahrscheinlich zerspringen die Glasscheiben, wenn er sie anhaucht. Iliana scheint dieser Aspekt seiner Hygiene allerdings wenig zu interessieren. Naja. Zum Zug kommt Duncan trotzdem nicht, wir müssen ja schließlich noch etwa 100 Seiten sexuelle Spannung aufbauen.
      Während Duncan über den Putzfimmel seiner Frau derbe abkotzt, findet Papi das ziemlich gut und ist hellauf begeistert von seiner Schwiegertochter. Eines Tages bringt sie die Frauen auf der Burg dazu, zu baden und läutet damit Runde zwei unseres Geschlechterkampfs ein. Denn die nun gut riechenden, sauberen Frauen bemerken jetzt ebenfalls, dass die Kerle in ihren Betten stinken, dass sich die Nasenflügel nach ihnen kräuseln und lassen sie nun auch nicht mehr an sich ran. Die Männer hingegen stehen auf derselben Seite wie ihr Anführer Duncan. Junge, junge. Übrigens bekommt Duncan im Laufe der Handlung mehrfach am eigenen Leib demonstriert, wie widerlich es ist, wenn der Partner riecht wie nach einem Bad in Iltisurin. Trotzdem reicht diese Erkenntnis in keinem dieser Momente aus, um seine Gewohnheiten zu überdenken. Sowieso ist Duncan ja der Meinung, dass Iliana nur deshalb auf Hygiene steht, weil sie es von zuhause so kennt und nicht bereit ist, Veränderungen zu akzeptieren.
      Okay, ja. Da hat er Recht.
      Ja. Wirklich.
      Hey, was guckt ihr denn so? Ich war doch noch gar nicht fertig! Was ich noch sagen wollte: Dem mitdenkenden Leser dürfte an dieser Stelle klarwerden, dass der Vorwurf ebenso auf Duncan zutrifft, weil er seinerseits auch keine Veränderungen will. Nach einem Unfall mit dem Misthaufen der Burg bekommt Iliana den Herrn Gemahl schließlich doch mit einer List in die Wanne. Und dann geht es so richtig los. Der Keuschheitsgürtel fällt und Duncan darf endlich seinen Schlüssel in Ilianas Schlüsselloch stecken. Die beiden spielen Schlüsselmeister und Torwächter, bis sich die Strahlen kreuzen und der Marshmallowmann seinen weißen Glibber verspritzt. Wer nun hofft, dass das unser Happy-End für die beiden ist: Nope! Denn trotz dessen, dass sich die beiden inzwischen auch zwischenmenschlich gernhaben, war Duncans Begegnung mit dem Badezuber ein Einzelfall und er verfällt wieder in seinen alten Trott. Wenn ihr jetzt denkt: „Hmja. Aber man muss in einer Beziehung aufeinander zu gehen. Vielleicht kann Iliana etwas toleranter werden… hm“, dem sage ich: Jap. Da habt ihr Recht. Und genau so habe ich auch gedacht. Jedenfalls bis zu dem Punkt, an dem Duncan an Iliana rumgrabbeln will, ohne sich vorher die Hände zu waschen. Nachdem er einer Stute beim fohlen geholfen hat und der ganze Schmodder noch an seinen Händen klebt. Ich persönlich kann an dieser Stelle behaupten, beim Sex recht tolerant gegenüber fremden Körperflüssigkeiten zu sein. Pferdeplazenta übersteigt dann aber doch auch meine persönliche Akzeptanzgrenze. So nebenbei entwickelt sich außerdem mit Papa eine Art Running Gag. Weil Iliana von ihren Meister-Propper-Aktionen fix und fertig ist und nachts kaum schläft, da der Typ in ihrem Bett sie mit seinem Gestank um den Schlaf bringt, denkt Laird Dunbar, die beiden würden es die ganze Nacht über treiben wie die Karnickel und zieht Duncan damit auf. Dieser kann darüber nicht lachen, weil genau das Gegenteil der Fall ist. Na, er brauch das ja schließlich auch nicht lustig finden. Das tu ich schon zur Genüge. Hihihi!
      Nach einiger Zeit kommt Ilianas Mutter auf der schottischen Burg an. Übel von ihrem Ehemann zugerichtet, muss sie das Bett hüten und jemand muss ihre Verletzungen versorgen. Zum Glück ist Duncans Vater Single und kann sich um sie kümmern :grinstare: Das tut dieser auch sehr gern, was wenig überraschend kommt, weil bereits am Anfang die Frage in den Raum gestellt wird, weshalb er nach dem Tod seiner Frau nicht wieder geheiratet hat. An dieser Stelle ein kleines Quiz:
      Wenn Duncans Vater Ilianas Mutter heiratet, und dieses Paar noch ein Kind bekommt, in welchen Verhältnis steht es dann zu Duncan?
      A) Es ist der Bruder/die Schwester
      B) Es ist der Stiefbruder/die Stiefschwester
      C) Es ist der Halbbruder/die Halbschwester
      D) Es ist der Busfahrer
      So schnell kann man zu seinem eigenen Schwager werden. Ob es dazu kommt, steht allerdings in den Sternen, denn plötzlich werden Anschläge auf Ilianas Leben verübt. Mitten in der Nacht versucht jemand, sie zu erdolchen! Ein Feuer wird in ihrem Schlafzimmer gelegt, das um ein Haar nicht nur sie, sondern auch ihre Mutter und Duncan umbringt. Das Drama spitzt sich zu, als Duncan mit seinen Männern ausreiten muss, um seine Schwester aus den Händen eines verfeindeten Clans zu befreien. Denn kaum sind er und die Krieger fort, steht Ilianas grässlicher Stiefvater vor den Toren und greift die schutzlose Burg an, in der sich außerdem auch noch ein Verräter befindet… .
    • Neu

      Von deiner mal wieder grandiosen Wortwahl abgesehen... das ist Handlung vom Buch? :rofl:
      Du stinkst - ich stinke nicht - du stinkst - ich stinke nicht - du stinkst - ich stinke nicht - du stinkst nicht mehr, lass uns Sex haben - oh, wir werden überfallen? 8o

      Klingt gut, muss ich auch lesen! x)


      Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.
    • Neu

      Vom Prinzip war es das, ja. Es wird noch darauf eingegangen, wie Iliana die Burg entkeimt und welche Probleme dabei entstehen.
      Ich muss dazu sagen, dass mich die Liebesgeschichte zwischen den beiden nicht so sehr gepackt hat. Die zwei haben in der ganzen Geschichte eigentlich nicht wirklich Zeit miteinander verbracht und auch keine Gespräche geführt, die die beiden aneinander ranführen. Da hab ich bei Draven und Emily mehr mitgefiebert, oder bei Sin (Sin <3 ) und Callie. So gesehen war es mir sogar egal, ob die beiden sich verlieben xD Da waren ihre Eltern schon spannender.

      Insgesamt ist das Buch erzähltechnisch nicht die dickste Rübe im Acker ^^ Es liest sich aber flüssig, zieht sich an keiner Stelle und ist für ein paar Stunden ein guter Zeitvertreib. Da hab ich schon schlimmeres gelesen.