Schreibwettbewerb August/September 2017 - Voting & Siegerehrung

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    • Schreibwettbewerb August/September 2017 - Voting & Siegerehrung

      Welche Geschichte hat euch am Besten gefallen? 16
      1.  
        Dämmerung (0) 0%
      2.  
        Ramiel reicht's (4) 25%
      3.  
        Spiele (4) 25%
      4.  
        Zeit vergeht, doch der Wille bleibt (1) 6%
      5.  
        Blickwinkel (6) 38%
      6.  
        Der Zauber der Uhrms (1) 6%
      Hallo zusammen!

      Der Sommer hat sich noch einmal aufgebäumt, doch langsam geht es bergab mit den Temperaturen. Gar nicht bergab geht es hingegen mit den Teilnehmern am Schreibwettbewerb und es sind wieder eine ganze Menge Kurzgeschichten bei uns eingetroffen!

      Und somit geht der Schreibwettbewerb August/September 2017 ins entscheidende Uservoting.

      Folgendes Thema wurde von unserem letzten Gewinner Formorian vorgegeben:

      Der Zauber vergeht

      Die Geschichten werden gemessen am Datum ihres Einreichens willkürlich gepostet. So steht ihr im Bezug auf deren Autoren völlig im Dunkeln. ;)

      ACHTUNG: Beim Voten ist man nicht anonym. Somit wird Schummeln ausgeschlossen. Zudem dürfen einmal abgegebene Stimmen nicht mehr verändert werden. Bedenkt das bitte bei eurer Stimmenabgabe!

      Das Voting dauert bis 30. September 2017 um 23:59:59 Uhr.

      Viel Spass beim Lesen und Voten! :)

      Euer Fantasy-Geschichten Forum
    • Dämmerung
      von Feuervogel

      Die Morgendämmerung vertrieb die letzten Schatten der Nacht, als die beiden Elfen den Rand des Feenwaldes erreichten.
      „Eine ruhige Nacht, ohne besondere Vorkommnisse…“
      Nolvains Tonfall war es, der ihn verriet, sein Gefährte kannte ihn fast so gut wie sich selbst.
      „Denkst du das wirklich?“
      Eine kurze Pause entstand. „Ehrlich gesagt nein, aber-“ Der Elf mit der Narbe am Kinn unterbrach sich. Er wirkte ein wenig ratlos. „Ich bin mir nicht sicher“, fuhr er nach kurzem Schweigen fort. „Das ist auch der Grund, warum ich bisher nichts erwähnt habe.“
      Velanir nickte. Nolvain machte nie zu viele Worte, besonders dann, wenn ihn etwas beschäftigte. Er hätte daran denken sollen.
      „Natürlich. Dir müssen ebenfalls einige Dinge aufgefallen sein. Der Wald beginnt sich zu verändern.“
      „Ja. Es gibt erste Anzeichen. Wenige nur, aber sie sind nicht zu übersehen. Erst gestern entdeckte ich an einigen Stellen vertrocknetes Moos. “
      Velanir blieb stehen. Seine grauen Augen blickten wie gewohnt nachdenklich, ein wenig ernst. „Und die Tiere ziehen sich zurück. Sie scheinen tiefer in den Wald vorzudringen.“
      „Das dachte ich zuerst auch.“ Nolvain schüttelte den Kopf. „Ich wünschte, es wäre so. Aber ich befürchte, dass manche Arten gar nicht mehr hier sind.“
      Velanir wirkte bestürzt.
      „Ich kann mich irren, doch die Hinweise-“
      „Nein, du hast recht.“ Velanir machte eine unbestimmte Bewegung mit der Hand. Einen Moment verharrte er so, dann drehte er sich um und schaute zurück.
      Nolvain folgte seinem Blick. Ruhig wartete er darauf, dass der Freund sich erklärte.
      „Entschuldige.“ Velanir wandte sich ihm wieder zu. „Ich versuchte gerade mich daran zu erinnern, wann wir das letzte Mal einen Rothirsch zu sehen bekamen. Es muss etwa zwei Wochen her sein.“
      „Sogar etwas länger. Und wir schafften es beide nicht, den Bogen auf ihn anzulegen…“
      „Ja.“ Der Elf sah die Szene geradezu bildhaft vor sich. Das Tier hatte sie nicht bemerkt. Trotz der Stille schien es von Unruhe erfasst und war plötzlich mitten in der Äsung davon gestoben, immer tiefer in den Wald hinein. Seither war ihnen bei ihren Erkundungsgängen kein Rotwild mehr begegnet. Ihre Jagdbeute hatte sich auf ein paar Hasen und einige Vögel beschränkt.
      „Sie haben den Feenwald offenbar verlassen.“ Velanirs Blick ging erneut zurück. „Es ist diese eigenartige Stille, die mich vielleicht am meisten beunruhigt.“
      „Mich auch.“ Nolvain legte seinem Gefährten die Hand auf den Arm. „Komm, wir sollten eine Kleinigkeit essen und dann etwas ausruhen. Wir sind beide erschöpft. Später würde ich gerne noch mal losgehen.“
      „Das ist eine gute Idee.“
      Da das Gebiet, in dem die beiden Elfen sich aufhielten, auch noch aus einem Hochmoor und den Ausläufern einer Gebirgskette bestand, waren sie nicht täglich in dem Forst unterwegs. So war es durchaus möglich, dass ihnen weitere Veränderungen bisher entgangen waren, zumal sie ohnehin meist nur in der Dämmerung kamen.

      Gegen Mittag betraten sie erneut den Feenwald.
      „Findest du nicht, dass das Grün der Blätter irgendwie verblasst aussieht?“ Nolvain deutete auf eine Gruppe älterer Eichen, die in ihr Blickfeld gerieten. „Sie tragen auch nur wenige Früchte-“
      Velanir antwortete nicht, seine Aufmerksamkeit galt dem Teppich aus Farn und Moos, den sie gerade durchschritten. Er bückte sich und schob ein großes Farnblatt zur Seite.
      „Sieh doch nur!“
      Nolvain hatte Mühe, das kleine, grünbraune Etwas, das auf dem Handrücken seines Gefährten unruhig hin und her zappelte, zu erkennen. Er beugte sich nach vorne.
      „Ist das… ist das eine Waldfee? Sie sieht ein bisschen mitgenommen aus, finde ich.“
      „Hm, es sieht ganz danach aus, allerdings… merkwürdig.“
      „Oh, ich hätte nicht gedacht, dass ihr überhaupt wisst, wie eine Fee aussieht“, fauchte ihnen das kleine Ding entgegen, auch wenn man das klägliche Gezeter kaum als Fauchen bezeichnen konnte.
      Velanir beschloss freundlich zu bleiben. Vorerst zumindest. „Entschuldige bitte unser Eindringen. Mein Name ist Velanir, mein Gefährte heißt Nolvain. Wir beide sind in Sorge, dass der Wald-“ Der hochgewachsene Elf unterbrach sich. Er suchte nach den passenden Worten.
      Nolvain kam ihm zur Hilfe. „Wir hegen den Verdacht, dass einige Tierarten den Wald verlassen haben. Außerdem sehen die Eichen nicht gerade gesund aus. Wir fragen uns, was der Grund dafür sein könnte.“
      „Die Bäume bekommen nicht genug Feuchtigkeit, was dazu führt, dass sie weniger Früchte hervorbringen. Und dies hat dann zur Folge, dass auch das Nahrungsangebot für die Tiere geringer wird.“ Ihr anklagender Blick traf die beiden Elfen zutiefst.
      „Aber nicht nur die Eichen sind krank. Der grüne Teppich, über den ihr so achtlos hinweg getrampelt seid, die Jungbäume, Sträucher, die Blütenwiesen… sie alle leiden.“ Wieder bedachte das kleine Wesen sie mit vorwurfsvollen Blicken. Offensichtlich schien sie auf Elfen nicht gut zu sprechen zu sein.
      Velanir betrachtete die Fee etwas genauer. Sie schien Gewicht verloren zu haben. Außerdem sahen ihre Flügelchen ein wenig zerrupft aus, was ihr offenbar Schwierigkeiten beim Fliegen bereitete.
      „Ihr macht auch nicht gerade einen gesunden Eindruck, ähm… wie war noch gleich Euer Name?“
      „Ich bin Morgentau… und eine der letzten Waldfeen hier. Ein Teil meines Volkes hat unsere Heimat bereits verlassen und ist auf der Suche nach einem neuen Lebensraum. Von denen, die blieben, sind die meisten krank.“
      Nolvain schaltete sich erneut ein. „Wir bedauern es sehr, dass euer Wald in diesem Zustand ist, aber wie konnte es denn überhaupt so weit kommen? Was ist geschehen?“
      „Das fragt gerade Ihr-“ Morgentau wurde von einem Hustenanfall geschüttelt.
      Geistesgegenwärtig formte Velanir mit beiden Händen eine Schale und ließ sie sanft hineingleiten. Er tauschte einen besorgten Blick mit seinem Gefährten.
      Nachdem sich ihre Atmung beruhigt hatte, fuhr die aufgebrachte Waldfee fort. „Entweder Ihr wollt mich in meinem Leid noch verspotten oder Ihr seid wirklich so, so…“
      Velanir hatte zwar Mitleid mit der Kleinen, aber auch seine Langmut kannte Grenzen. „Offensichtlich macht Ihr entweder uns beide, oder das Volk der Elfen für all das hier verantwortlich. Was habt Ihr uns eigentlich vorzuwerfen? Mein Gefährte und ich haben nicht die geringste Ahnung, was wir verbrochen haben sollen.“
      Morgentaus Miene verfinsterte sich. Sie erwiderte zunächst nichts, starrte die Freunde nur an, als wollte sie in ihren Gesichtern lesen. Dann plötzlich brach es aus ihr heraus.
      „Ihr wisst es nicht? Ihr wisst es tatsächlich nicht? Ja, da könntet Ihr sogar recht haben, überhebliches Elfenvolk, das Ihr seid-“
      „Nun ist es aber genug! Wenn Ihr meint, uns beschimpfen zu müssen, statt anständig mit uns zu reden, dann setze ich Euch in der nächsten Brombeerhecke ab!“ Velanir reichte es, er war drauf und dran, seinen Worten Taten folgen zu lassen.
      Nolvain hielt es für angebracht erneut einzugreifen. „Soweit wie mein Gefährte würde ich zwar nicht gehen, aber Ihr solltet ihn nicht weiter reizen. Er ist nicht sehr geduldig, müsst Ihr wissen. Außerdem möchten wir gerne erfahren, was hier vor sich geht und ob wir vielleicht etwas tun können… dieser Wald ist auch für uns ein Stück Heimat geworden.“
      Seine Worte zeigten die gewünschte Wirkung. Die aufgebrachte Fee beruhigte sich ein wenig.
      „Ihr habt recht, bitte entschuldigt meine aufbrausende Art. Ihr zwei seid ja auch nicht die einzigen.“
      „Nicht die einzigen Elfen, Jäger, Besucher… oder was?“
      Morgentau warf Velanir einen schrägen Blick zu und richtete sich mit ihrer Antwort stattdessen an Nolvain. „Der Feenwald hat viele Besucher. Kentauren, denen es Spaß macht, im wilden Galopp hier durchzurasen und dabei die zarten Jungpflanzen- und Bäume zu zertrampeln. Meist sind sie betrunken und grölen so laut, dass das Wild in panischer Angst losrennt. Kein Wunder, dass die Tiere sich immer weiter zurückgezogen haben.“
      „Aber die wilden Pferdemänner sind sicher nicht die einzigen, die Eurem Wald Schaden zufügen?“ Nolvain beschlich eine bestimmte Ahnung.
      „Natürlich nicht. Die Kobolde machen sich einen Spaß daraus, die anderen Waldbewohner zu erschrecken. Sie zwicken das Wild in die Ohren oder ins Hinterteil und kichern dabei ekelhaft. Das erschreckt sie natürlich. Genauso wie die Elfenjäger, die ihnen nachstellen-“
      Morgentau unterbrach sich kurz. Das viele Reden erschöpfte sie.
      „Einzelne Jäger, so wie ihr…richten keinen… großen Schaden an. Schlimm wird es jedoch, wenn euer König meint, eine Jagdgesellschaft… in unseren Wald führen zu müssen. Sie gebärden sich, als würde ihnen alles gehören, was mein Volk seit jeher hegt und pflegt. Überdies bedient sich der Hof auch noch an unseren Wasservorkommen. Es ist einfach zuviel… was dem Feenwald zugemutet wird. Viele seiner Bewohner haben ihn inzwischen verlassen. Andere, wie ich, sind geblieben… um hier…zu sterben.“
      Die kleine Waldfee hatte sich stark verausgabt. Erschöpft sank sie in Velanirs Hände zurück. Sie mochte ihn nicht, aber sie ließ es geschehen, dass der Elf sie behutsam auf einem großen Blatt ablegte und mit einem weiteren zudeckte. Kurz danach schlief sie ein.
      Die beiden Elfen zogen sich zurück und bereiteten in der Nähe ihr Nachtlager vor. Nolvain holte aus seiner Jagdtasche einen Kanten Brot, brach die Hälfte davon ab und reichte es seinem Gefährten.
      „Sonst ist leider nichts da, aber besser, als hungrig schlafen zu gehen.“
      Velanir lehnte dankend ab. „Ich kann jetzt ohnehin nichts essen.“
      „Die Zustände hier nehmen dich mehr mit, als du zugeben wolltest, nicht wahr?“
      „Ja.“ Velanir löcherte mit einem Stock den trockenen Boden, von Mal zu Mal heftiger. „Dies hier war einmal ein Märchenwald, doch nun verliert er all seinen Zauber. So darf es nicht weitergehen. Wir müssen etwas unternehmen!“
      Nolvain antwortete nicht sofort. Er ließ sich mit einer Antwort Zeit. „Ich habe zwar wenig Hoffnung-“, hob er schließlich an, „…aber gar nichts zu tun, ist auch keine Lösung. Wir werden einen Weg finden… wir müssen einen finden, sonst-“
      „Aber was können wir zwei schon erreichen? Willst du etwa den Kentauren und Kobolden ins Gewissen reden? Oder gar unserem König? Er hört auf niemanden, und auf uns beide erst recht nicht. Wir gehören nicht einmal zu seinem Gefolge!“
      „Ich denke, wir werden bei uns, aber auch bei Unseresgleichen zuerst beginnen müssen. Wir können nicht erwarten, dass die anderen Völker Einsicht zeigen, wenn wir nicht mit gutem Beispiel vorangehen.“
      Velanir dachte über die Worte nach und stimmte dem Freund, wie so oft, zu. „Es wird schwierig werden, aber ich glaube, es wäre ein guter Anfang. Die Zeiten, in denen die einzelnen Völker über ihre Verhältnisse leben und die Schätze der Natur ausbeuten, müssen ein Ende haben.“
      „Genauso ist es“, erwiderte Nolvain und rollte sich in seine Decke ein.
    • Ramiel reicht's
      von Tom Stark

      Nebel überall. Längst waren die einst so eindeutig erkennbaren Schlachtordnungen in verbissene Einzelgefechte übergegangen. Man hörte die anderen Kämpfe, doch man sah nur seinen unmittelbaren Gegner. Hass traf auf Verachtung, Wut auf Zorn, Rechtschaffene Vergeltung auf gerechte Rache.

      Wild stürmte der schlanke Krieger nach vorne.
      Schwarz war seine Rüstung und schwarz war sein Mantel, dunkel schimmernd, wie das Federkleid eines Raben. In der Linken schwang er eine Waffe, weit eher ein Haumesser mit grausamen Zacken, als ein Breitschwert, aber genauso schwer und tödlich, mindestens. Altes Blut zeichnete rostige Muster des Todes auf das mattschwarze Blatt.
      Elegant und doch unaufhaltsam, unterlief der Kämpfer die Verteidigung seines Gegners.
      [... Demonstration der Stärke. Ein weiterer erfolgreicher Atomtest zeigt wieder einmal die Gefährlichkeit eines kleines Landes, dessen Herrscher sich ...]
      Die Schulter des schwarz Gerüsteten wurde von einem gleißenden Schild aufgehalten. Das gülden leuchtende Schwert fing den grausamem dunklen Hieb ab. Breitschwert und Haumesser verkeilten sich, schmerzhaft kreischender Stahl biss sich fest.
      Der blonde Ritter, kräftig und hochgewachsen, ließ den lodernden Blick der eisblauen Augen auf seinen Widersacher treffen.
      [... Friedensmarsch stoppt Panzerkolonne. In den frühen Morgenstunden geschah das Wunder, als es hunderten von Menschen gelang ...]
      Er stemmte seine gerüsteten Stiefel noch fester in den unsicheren Boden und brachte den Ansturm des schwarzen Kämpfers zum Erliegen - beinahe. Der dunkle Krieger schlüpfte zur Seite, ließ den Schild an seiner eigenen Schuppenrüstung abgleiten. Wie der Todesschrei eines Kindes klang es durch den Dunst, als sich beide Klingen voneinander lösen mussten.
      [... Machtwechsel im Weißen Haus. Der neue Präsident verspricht Frieden und Freiheit, zugleich entschiedeneres Vorgehen gegen die Feinde des Landes ...]
      Der weiße Krieger stolperte, glitt auf dem schlammigen Untergrund aus, zu dem der vormals feste Boden im Laufe des Krieges verkommen war. Ein heftiger Schlag in den Rücken ließ ihn auf ein Knie fallen, verzweifelt versuchend den tödlichen Nackenstreich abzuwehren ... der nicht kam.
      [... Friedensgespräche in Kolumbien. Juan Manuel Santos unternimmt weitere Anstrengungen den fünfzig Jahre andauernden Bürgerkrieg zu beenden ...]
      Als sich der weiße Ritter langsam umdrehte, den Schild weiterhin misstrauisch erhoben, sah er den Schwarzen, ebenfalls auf einem Knie verharrend, demonstrativ auf seine Waffe gestützt.

      »Timeout, Kumpel.«
      »Timeout? Und Kumpel nennst Du mich, du Verräter am großen Plan, Du Speichellecker des Lichtträgers, Du ...«
      »Mika, echt jetzt? Ich biete Dir eine Kampfpause aus einer überlegenen Position und Du kommst mir mit Propaganda? Das kann unmöglich Dein Ernst sein!«
      Michael, der einen leichten aber ziehenden Schmerz in seiner Brust fühlte, als er sich auf jene vertraute Weise angesprochen sah, erhob sich. Sein Mantel floss weiß und leuchtend, wie die Federn eines Schwans von seinen Schultern.
      Zögernd steckte er sein mächtiges Schwert in die Scheide. Ramiel, sein Gegner war vieles. Stolz bis zur Überheblichkeit, Mutig bis zur Tollkühnheit, Unbeugsam bis zur Hartherzigkeit, aber Hinterlist war seine Sache nicht, nie gewesen. Nicht als Engel des Donners, nicht als Donnergott Thor und auch nicht als Donner der Hölle. Dazu liebte er den großen Auftritt zu sehr, liebte den Rausch der Schlacht, liebte die Schneide des Schwertes, auf dem der Ausgang des Kampfes entschieden wurde.
      Michael konnte nicht anders. Er liebte ihn immer noch, den raubeinigen Philosophen mit dem Berserker-Herzen, einst sein zuverlässigster Waffenbruder, bester Freund und geliebter Gefährte.
      »Na schön. Was willst Du? Warum unterbrichst Du unseren ewigen Kampf?«
      Der Krieger mit dem schwarzen Haar lächelte traurig. Es war, als ob ein Zauber seine Züge überstrahlte, als ob ein himmlischer Strahl alles Dunkle und Blutige aus dem vernarbten Gesicht des harten Kämpfers wegwischte und nichts als Schönheit und Reinheit aus diesem Lächeln Michael entgegen strahlte. Selbst wenn der General der himmlischen Heere es gewollt hätte, niemals hätte er die edle Herkunft Ramiels zu leugnen vermocht.
      »Ewig. Du triffst, wie immer, genau den Punkt. Der ganze Mist dauert jetzt schon ... Scheiße, so lange schon? Kannst Du das glauben? So lange schlagen wir uns jetzt schon und mal ehrlich, auch wenn meine Seite klar nach Punkten führt ...«
      Michael wollte instinktiv widersprechen, allein zu lügen, lag nicht in seiner Natur.
      »... wird der ganze Mist noch ewig so weitergehen.«
      Der Erzengel zuckte mit der Schulter, eine machtvolle Geste sonst, doch hier und jetzt wirkte sie hilflos. »Mag sein. Worauf willst Du hinaus?«
      Ramiel erhob sich, ließ seine unbarmherzige Klinge achtlos im Schlamm zurück und trat auf sein Gegenüber zu.
      »Als die ganze Sache angefangen hat, war das noch alles ziemlich spannend. Jedes neue Millennium stand ich energiegeladen auf, um euch auf dem Schlachtfeld Vernunft einzubläuen. Es hat mir Spaß gemacht, die Scheiße aus euch heraus zu prügeln, versteh mich da richtig. Ich konnte noch nie vor einem guten Kampf weglaufen. Und da war natürlich noch die Sache. Ich meine nach wie vor, ihr liegt da total daneben, aber weißt du was?«
      Michaels Herz machte einen Sprung. Konnte es sein? Mochte es sein, dass Ramiel sich besonnen hatte, dass er zurückkehren wollte, in die Gnade des Va ...
      »Inzwischen ist mir das scheißegal. Schau Dich doch um. Der Boden, um den wir um jeden Fußbreit kämpfen, ist längst zur Einöde geworden. Und der wilde Typ in mir drin, der mich jeden Morgen lachend aufgefordert hat, doch irgendjemand den Arsch aufzureißen, der ist inzwischen müde.«
      Der Erzengel zuckte zusammen. Verräterisch, ja, das waren solche Gedanken, doch auch ihm nicht ganz fremd. Energisch straffte er seine Schulter. Nein, er würde es nicht müde werden, die Stellung zu halten und zu streiten, bis auch der letzte Widersacher überwunden wäre.
      »Willst Du aufhören, Ramiel? Du, der Donner der Hölle, bei dessen Namen selbst unsre größten Krieger für einen Moment innehalten, um Mut zu schöpfen?«
      Der dunkle Krieger grinste breit. »Du alter Charmeur. Immer die richtigen Komplimente zur richtigen Zeit. Aber ja, genau das ist es. Ich habe genug.«
      »Also kapitulierst Du, bittest Du um die Gnade, wieder zurückkommen zu dürfen?« Michael wagte kaum zu atmen.
      Das Lächeln auf Ramiels Gesicht erstarb und der Zauber erlosch, der den finsteren Zügen das Engelhafte zurückgegeben hatte, wenngleich auch nur für wenige Augenblicke.
      »Schau. Dich. Um! Ihr verliert!«, flüsterte er donnernd. »Ihr habt bereits verloren!«
      Michael zuckte zurück und war zugleich hingerissen. Diese Wildheit, diese Überzeugung, diese Leidenschaft, die selbst ein Donnerschlag nur unvollkommen beschreiben konnte. Wem machte er sich etwas vor? Er liebte ihn immer noch, würde es immer und wenn die Welt zu Ende ginge. Doch er würde ihn aufhalten, weil es seine Pflicht war. Weil es SEIN Wille war. Zuvorderst war er SEIN Werkzeug. Darum ging dieser ewige Zwist doch überhaupt, auch wenn die Allermeisten das über die Äonen vergessen hatten. Ramiel wollte selbst entscheiden dürfen, wer er sein wollte, wie auch Luzifer das wollte. Nur darum hatten sich die beiden so unterschiedlichen Engel zusammen getan. Sie wollten mehr sein, als sie waren. Ließ man einmal die Gut-Böse-Propaganda weg, ging es am Ende nur darum.
      Am Traurigsten war jedoch, wie Michael ohne jeden Zweifel wusste, dass wenn man Ramiel die Wahl gelassen hätte, ihn nur gefragt hätte, er freudig den Aufgaben nachgekommen wäre, die für ihn vorgesehen waren. Das war die Freiheit, die er forderte, eine Freiheit, von der Michael wusste, dass sie ein zweischneidiges Schwert war. Er selbst fühlte sich nicht unfrei. Er war Teil des großen Plans, hatte Anteil und war wichtig. Er war Teil des Ganzen. Wenn er sich loslöste, selbst mit dem Ziel weiterhin dazuzugehören, wäre er doch nie mehr ganz vollkommen. Was für eine Freiheit, sich sehenden Auges in die Unvollkommenheit zu stürzen!
      Ramiel stand Michael gegenüber, beobachte dessen Gesichtszüge, las in ihnen, wie in einem Buch, wie er es schon immer konnte, wie er es wohl immer können würde. Daher war er nicht überrascht, als jener mit fester Stimme beschloss:
      »Solange Du Deinen Fehler nicht einsiehst, kannst Du nicht zurück. Es ist nicht, weil ER Dich nicht liebt. Du weißt, das wird er stets. Aber solange Du Dich selbst nicht so liebst, wie Du bist, solange wird kein Friede in und mit Dir sein.«
      Müde nickend hob der dunkle gefallene Engel seine Waffe wieder auf und wog sie nachdenklich in der linken Faust.
      »Ich werde nicht aufhören, das weißt Du. Ich werde meine Freiheit verteidigen. Ich kann und ich werde es!«
      Michael musste gegen seinen Willen schmunzeln: »Du, einer der größter Denker zwischen Himmel und Hölle, Du hast bitte gerade eben nicht den Wrestler Roman Reigns zitiert?!«
      Für den Bruchteil eines Moments war der Zauber zurück. Ein schiefes Grinsen, ein Augenzwinkern. Dann war es vorbei.
      Das Rauschen schwarzer Schwingen war das Einzige, was Michael von Ramiel geblieben war. Er hatte sich für heute aus dem ewigen Zweikampf zurückgezogen.

      Michael breitete seine weißen Flügel aus, schoss in die Höhe und verharrte einen Augenblick über dem nebelverhangenen Schlachtfeld, in dem die Schatten von Engeln und Gefallenen gleichermaßen, unkenntlich hin und her wogten. Keine sauberen Schlachtreihen, gnadenlose Einzelkämpfe, ungesehen, unbesungen, nur als Schemen vorhanden und als grausige Laute wahrnehmbar.
      War es das, was Ramiel sah?
      Auf jeden Fall war es das, was Michael sah.
    • Spiele
      von Windweber

      „Sechsmal e, viermal r, viermal s, dreimal i, zweimal t, einmal h, einmal m, einmal d, einmal w, einmal o“, sagte Eo langsam und deutlich.
      Sem runzelte angestrengt seine Stirn. „Noch mal“, bat er. Eo tat ihm den Gefallen.
      „Ich habe es“, bestätigte Sem, nicht etwa, dass er schon die Lösung, nur, dass er sich die Buchstaben eingeprägt hatte.
      Während er nachdachte, sah er sich um. Nicht, dass er nicht jede Einzelheit kannte. Oder dass es viele gegeben hätte. Er und sein Freund saßen auf dem perfekt kreisrunden, spiegelglatten, schneeweißen Steinboden und über ihnen erhob sich die Kuppel, ebenso spiegelglatt, schneeweiß und vollkommen in ihrer Halbkugelform. Alles makellos. Beide hatten jeden Quadratzentimeter untersucht.
      „Nun denn, dann können wir ja etwas singen, während du überlegst.“, meinte Eo.
      Sem nickte. „Was denn, etwas Altbekanntes oder hast du etwas Neues?“
      „Ich fürchte, ich kann heute mit keiner Überraschung aufwarten. Ich denke an das Epos von Gusto, zweistimmig natürlich.“
      „Ah, ja. Es ist auch eines deiner besten Werke. Schade, dass es nur hundertzweiundfünfzig Strophen hat.“, meinte Sem und lächelte.
      „Jede weitere würde es verschlechtern!“
      „Ich weiß, ich habe selbst einige zu dichten versucht, altes Schwarzherz!“, lachte Sem.
      Eo runzelte die Stirn. Sein schwarzes Haar mit den grauen Strähnen umrahmte die Mimik.
      „So hast du mich schon lange nicht mehr genannt, Weißhirn!“, gab er einen Spottnamen zurück, der auf einen Kopf hinwies, der leer war wie ein weißes, unbeschriebenes Papier. Beide lachten.
      Dann begannen sie ihr harmonisches Lied von Freundschaft und Tod, das in der Kuppel widerhallte. Dieses Echo hatten sie in schwieriger Arbeit in die Harmonie ihres Liedes integriert, es bildete die dritte und vierte Stimme. Das erforderte nur etwas Übung und Geduld. Und Geduld gab die Zeit, statt sie zu nehmen. Und die Geduld gab Zeit. Zeit…
      Die ätherischen Klänge erfüllten den Raum. Klar und makellos wie die Wände und der Boden.
      Sie waren bei der vierundachtzigsten Strophe, als das Beben kam. Das geschah hin und wieder. Ein Zucken im Äther. Nichts weiter. Aber es ruinierte den Gesang.
      Lange saßen sich die beiden gegenüber. Sahen sich an. Sie waren beide nackt und konnten jedes Fältchen, jede Pore und jedes Härchen aneinander studieren. An ihren Körpern gab es Veränderungen, anders als am Raum.
      „Die Haare auf deinem Leberfleck werden länger.“, stellte Eo fest.
      „Wirklich?“, fragte Sem und betrachtete die Innenseite seines Oberschenkels. Tatsächlich!
      Beide lachten in Freude. Eine Veränderung! Eine echte Veränderung!
      „Nackt wurden wir geboren in die materielle Welt. Und wir waren arm und wurden reich. Nackt wurden wir geboren in die geistige Welt. Und wir waren arm und wurden reich.“, murmelte Sem schließlich.
      „Ein Gedicht?“, fragte Eo, „Es gefällt mir!“
      „Dieser Moment, alter Freund, verdient es, ein Kunstwerk zu erhalten.“
      Eo nickte. „Etwas Sport?“
      „Warum nicht?“
      Die beiden Männer wärmten sich kurz mit einigen Dehnübungen auf und liefen locker in paar Mal im Kreis, die Wand zur rechten. Die 34,3 Schritte, die Sem in dieser Gangart brauchte und die 33,8 von Eo.
      Dann begann der Ringkampf. Eo hatte einige Griffe hierher mitgebracht. Beide hatten sie perfektioniert und eigene erfunden. Anfangs war es ihnen unangenehm gewesen, waren sie doch nackt. Sie hatten sich geschämt voreinander. Entblößt vor dem Erzfeind. Doch das lag weit hinter den beiden.
      Nun standen sie einander gegenüber, in leicht gebeugter Haltung und ließen die Arme baumeln.
      Dann ging es los. Eo stieß vor und packte den Oberschenkel Sems. Der spürte den Griff, verlagerte sein Gewicht und umklammerte den Arm seines Gegners. Verbissen keuchten sie. Rasche Bewegungen. Schweiß tropfte auf den Boden. Ihre kleine Welt hörte auf, zu existieren. Da waren nur noch die beiden. Und der Kampf.
      „Ich hoffe, du weißt noch, wie man sich ordentlich abrollt!“, stieß Sem zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
      „Mach dir keine Sorgen!“, sagte Eo, „Ich habe es dir ordentlich beigebracht und muss es dir nicht noch mal zeigen!“
      Beide schmunzelten. Der Witz war nicht neu. Sie hatten ihn aber auch erst ein paar dutzendmal verwendet. Also war er nicht völlig abgenutzt.
      Sie kämpften um die Oberhand. Verbissen. Der Wille zum Sieg war wichtig. Sonst nutzte der Ringkampf wenig. Brachte keine Ablenkung. Keine Verbesserung der Fähigkeiten. Keinen Nutzen.
      Sem rutschte aus. Was für ein dummer Anfängerfehler. Eo setzte sofort nach, Sem wurde zu Boden geschleudert.
      Er schlug mit dem Kopf auf. Sein Abrollen nahm nur wenig Kraft vom Sturz auf. Es wurde schwarz.

      „Meister Sem, sie sind da drin! Sie singen irgendein Ritual!“, sagte der junge Krieger.
      Sem nickte grimmig. Heute würde er den Herrn der Schwarzmagier und seine Drecksbande erwischen!
      Er sah sich in der Burg um, die sie den Schwarzherzen und ihren Schergen schon fast völlig abgenommen hatten. Nur im Burgfried hatten sie sich noch verschanzt. Nicht leicht, in den hohen, fensterlosen Turm mit den dicken Mauern zu kommen!
      „Dam!“, rief Sem und nickte in Richtung des Turmes. Der verstand den stummen Befehl und schickte eine Welle reiner Energie los. Ein mächtiger, kräftezehrender Zauber. Sem selbst wollte sich lieber nicht verausgaben, um dem Meister der Schwarzmagier entgegentreten zu können.
      Es geschah schneller, als der Meister schauen konnte. Dam wurde schlicht pulverisiert. Ging auf in einem Nebel aus Blut und Schlimmeren. Benetzte den Boden, die Magier und ihre Soldaten in der Nähe.
      „Scheißkerle!“, spuckte Sem aus. Die Mauern hatten Schutzzauber. Üble, dunkle Schutzzauber, die einen Angriff nicht nur aufhoben oder absorbierte, sondern reflektierten. Die Energiewelle, die eigentlich eine dicke Mauer hätte durchlöchern sollen, um einen Zugang zu schaffen, groß genug, um ihn zu stürmen, strahlte auf einen einzelnen Menschen zurück. Aber das verzögerte das Schicksal der Schwarzherzen nur.
      Alle Weißmagier bildeten einen Kreis um den Turm, hielten sich bei den Händen und begannen, sich auf die Schutzzauber einzustimmen. Es galt, sie aufzuheben.
      Sems Blick stellte sich auf die magische Welt ein. Er sah das schwarze Leuchten der Schutzzauber. Und ein tiefes, schwarzes Strahlen in dem Turm. Dort fand etwas Großes statt. Etwas Böses. Eine Tat der Verzweiflung, wie sie selbst die Schwarzmagier normalerweise nicht wagen würden. Sie mussten sich beeilen.
      Er begann, das Ritual anzuleiten. Einen Schutzzauber aufzuheben, war nicht ganz einfach. Er war ja selbst schon eine Aufhebung. Ein Chor eines Bannspruchs setzte ein, mit Sem als Stimmführer. Er hörte Schreie. Er ignorierte es. Die Mauer musste fallen. Der Feind musste fallen. Heute würde es enden. Und die Welt wäre sicher. Vielleicht zum ersten Mal seit Anbeginn. Er spürte, dass einige sich aus dem Ritual lösen wollten. Auch das ignorierte er. Er wusste, dass es Magiern mit weniger Erfahrung weh tun konnte. Darauf konnte er jetzt keine Rücksicht nehmen. Wenn sie abbrachen, müssten sie von neuem beginnen. Mit weniger Zaubernden. Und das würde alles sehr verzögern, Zeit kosten, die sie nicht hatten.
      Schließlich war es vollbracht. Die Schutzzauber vergangen. Sem blickte wieder in die natürliche Welt. Und erstarrte. Gut die Hälfte seiner Magier war tot. Gerade die Jüngeren. Was für einen heimtückischen Fluch hatten die Schwarzherzen da erfunden? Bedrückt standen die Überlebenden da. Schauten auf ihre Füße. Sem verstand, dass sie ihn nicht ansehen konnten.
      „Die Schwarzherzen sind jetzt vermutlich in der Überzahl…“, stellte ein Zauberer fest. Er hatte vermutlich recht. Sie hatten schon bei der Belagerung der Festung zu viele verloren.
      Sem blickte zu einem der Soldaten. Gegen die Schergen ihrer Feinde hatten ihre Männer unter Waffen gute Arbeit geleistet, doch gegen Magier waren sie nutzlos.
      „Hole die Jünglinge!“, befahl er. Die jungen Schüler mit Grundkenntnissen waren im Lager, eigentlich um Heilern zu assistieren und ihnen ihre Kräfte zu leihen. Nun würden sie ihre Kräfte den Kriegern leihen.
      Der Mann gehorchte nach kurzem Zögern und verließ die Festung.
      „Meister?“, fragte der Zauberer.
      „Wir haben keine Wahl. Es wird heute enden. Wenn die da drin beenden, was sie planen, ist es unser Ende.“
      Die Jünglinge kamen. Sie nahmen Stellung ein, Sem und die Erfahrenen an der Spitze, die Jünglinge ganz hinten, die mit verkniffenen Gesichtern, aber tapfer ihres Schicksals harrten.
      Wieder nickte der Meister nur. Ein Magier sandte eine Welle aus. Und diesmal tat sie ihr Werk. Staub und Steinsplitter spritzten auf und nur ein eilig herbeigerufener Wind schützte die Formation davor, es einzuatmen. Bald besserte sich die Sicht. Sie stiegen über die Trümmer und kamen herein. Der Turm stand stabil, aber ein Zugang war geöffnet. Kerzen erleuchteten einen Raum. Einen dreizehngezackter Stern auf dem Boden. Und einen Kreis aus Schwarzmagiern, die düster sangen: „Kamaluch! Kamaluch!“
      Sie beschworen den Fürsten der Dämonen selbst! Diese Wahnsinnigen!
      „Haltet ein!“, brüllte Sem, nicht nur in der natürlichen, auch in der magischen Welt, wo die Feinde ihn wahrnehmen konnten. Den Namen des Dämons sprach man erst am Ende der Beschwörung aus. Sie waren fast fertig.
      „Wir haben eine kleine Chance!“, sagte jemand, „Eine kleine Chance, ihn zu kontrollieren und euch zu zerschmettern. Und wenn nicht – dann wären wir heute sowieso gestorben und nehmen euch mit.“
      „Eo, du Dreckskerl! Du bist bereit, so viele Unschuldige zu opfern? Kamaluch wird sich nicht mit euch und uns zufrieden geben!“
      „Ich spüre deine Jünglinge hier. Bist du dir der Ironie bewusst?“
      Sem schlug zornig zu. Schickte Blitze gegen den Feind. Der Beschwörungskreis sog sie gierig auf.
      Eo lachte. „Es ist zu spät, Weißhirn! Das Tor öffnet sich schon. Ihr könnt es nicht mehr verhindern. Heute stirbt der Orden der Weißmagier.“
      Verzweifelt brüllte Sem auf. Aber warte! Ein Ass hatte er noch im Ärmel. Eines, das er nie einsetzen zu müssen gehofft hatte. Er zog einen Anhänger hervor. Ein weißer Stein in Form einer Halbkugel. Ein Artefakt unglaublicher und schrecklicher Macht, die nicht nur seinen Feind treffen würde.

      Sem wachte auf. Die Schwärze wurde vom Weiß seiner Welt ersetzt.
      „Das war unglücklich…“, meinte Eo, „Tut mir leid.“
      „Kann passieren im Eifer des Gefechtes. Danke übrigens!“, stöhnte Sem. Sein Freund runzelte die Stirn.
      „Ehre sei dir Meister des Wortes“, sagte er grinsend, „des Rätsels Lösung“
      Eo klatschte in die Hände. „Dann bin wohl ich an der Reihe.“
      Erneut bebte es. Nach so kurzer Zeit? Die Frequenz stieg.
      „Dein Zauber schwindet, wie es scheint.“, meinte Eo, „Wir werden zurückkehren.“
    • Zeit vergeht, doch der Wille bleibt
      von PHC

      Erneut lag sie so da, so, wie fast jeden Abend. Die Decke über die Mundwinkel gezogen, das langsam ergrauende Haar in das Gesicht fallend, die Augen gereizt. Nach ein paar wackligen Atemzügen schlief ihr Körper schließlich ein, ihr Verstand fand weiterhin keine Ruhe. Bilder begannen durch ihre Träume zu schweben und dort ihr Unwesen zu veranstalten. Noch einmal musste sie die Wehmütigkeit ertragen, den Verdruss durchleben, ihr Tag passierte revu.

      "Ahhhhh!" Ein erneuter Schrei drang hinter der massiven Holztür vor, in ihrem Kopf zählte sie herab, "3...2...1...", und da folgte der mit Trauer und Verzweiflung erfüllte Seufzer. Sie stellte den noch zu putzenden Topf ab und setzte sie schwer fällig auf die Kante des nächstgelegenen Stuhls, So langsam konnte sie es nicht mehr ertragen, Tag für Tag, Woche für Woche, das gleiche Spektakel. Er stand auf und stolzierte schnurstracks in sein Büro, erst tief in der Nacht legt er sich neben sie zur Ruhe. Worte wechselten sie selten, lediglich die Schreie erinnerten sie an seine Stimmlage. "Bald wird er es angenommen haben, bald wird er verstehen, dass alles ein Ende hat", redete sie sich immer und immer wieder ein, glauben tat sie daran schon lange nicht mehr. Sie hatte es satt, sie konnte nicht mehr. Papier und Feder lagen bereit, endlich griff sie danach. Sie verschloss den Umschlag, legte ihn unter ihr Kissen, Tränen flossen ihre Wangen entlang. Als sie sich wieder gefangen hatte lag sie so da und schlief ein.

      Am nächsten Morgen lag sie nicht mehr so da, so, wie sie zuvor eingeschlafen war. Die Decke war nicht über ihren Mundwinkeln, das Gesicht war nicht von schillerndem Haar bedeckt, ihre Augen waren nicht mehr da. Er fühlte ihre Seite, sie war kalt. Er rief ihren Namen, keine Antwort. Verdutzt stand er auf und fand einen Brief auf ihrem Nachttischlein vor, adressiert an ihn. Mit zitternden Fingern öffnete er ihn, ein Brief erfüllt mit ihrer Handschrift strahlte entgegen.

      Zeit vergeht, doch der Wille bleibt. Mein Großvater, wie du weißt, sagte dies immer und immer wieder zu mir, als ich noch ein Kind war. Zeit vergeht, doch der Wille bleibt. Damals war es für mich ein Satz wie jeder Andere, ich verstand nicht. Erst später kam der Satz bei mir zum Tragen, die Bedeutung dahinter wurde mir bewusst. Ich sah wie die Zeit verging, nicht nur bei mir, sondern auch bei allen Anderen. Irgendwann starb dann mein Großvater, seine Zeit war vergangen, doch sein Wille war geblieben, bis zum letzten Moment. Er wollte friedlich sterben, einschlafen umringt von seinen Liebsten, mit einem Lächeln aus der Welt gehen. Und sein Wille, der blieb. All’ das, was er wollte, traf ein. Seine Zeit war vergangen, doch sein Wille, der blieb.Seit diesem Moment gewann dieser simple Satz mehr und mehr Bedeutung für mich, auch meine Zeit vergeht, doch mein Wille würde für immer da sein. Doch dann tratst du in mein Leben, du der Sohn eines Hexers. Zuerst schmunzelte ich nur darüber, empfand es als liebenswert, doch mit der Zeit begannen deine Geschichten Sinn zu ergeben, sie entpuppten sich als die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit. Das Blut eines Hexers pochte durch deine Venen, zaubern war für dich mehr als Leute zu täuschen, es war echt. So echt wir die Liebe, die ich zu dir entwickelte. Du warst zurückhaltend und es dauerte einige Zeit bis auch du Gefühle entwickeltste, wir wurden unzertrennlich. Immer mehr erfuhr ich von dir, deiner Familie, ihrer Geschichte. Schon bald war die Zauberei nicht mehr wegzudenken für mich, sie war ein Teil von dir und nun auch von mir. Ich dachte nichts könne schief gehen, doch dann wurde dein Vater krank. Sein Zauber verging. Ich wusste mit dieser Aussage nicht recht etwas anzufangen, aber ich wusste es hatte nichts Gutes zu bedeuten. Wir hörten nichts mehr von ihm, lediglich deine liebenswerte Mutter hielt uns auf dem Laufenden. Ihre Erzählungen brachten schaudern über meine Schultern, ich wusste auch dein Zauber wird vergehen. Ich wollte nicht, dass dein Zauber vergeht, denn mit ihm geht auch der Wille. Zauber vergeht, doch der Wille bleibt. Fortan sagte ich diesen Satz jeden Abend zu dir, dein Wille sollte nicht vergehen. Er tat es auch nicht. Doch genau das ist es, was ich nicht mehr ertrage. Nicht nur dein Zauber vergeht, sondern auch der Zauber zwischen uns.

      Gezeichnet, die Frau, die dich liebt

      Eine Träne rollte seine Wange hinab. Sein Zauber war vergangen und mit ihm auch sein Wille.
    • Blickwinkel
      von Aztiluth

      Anfang
      Prophet

      Einst sprach unser Schöpfer zu uns -
      Wir standen am Anfang und in seiner Gunst.

      Er gab uns Leben und er gab uns den Tod -
      Er gab uns Freude und er gab uns die Not.

      Rot leuchtete der Stein, wir durften leben -
      Blau wird er leuchten, dann werden wir sterben.

      Nie wieder sprach der Schöpfer zu uns -
      Am Ende verfallen wir in Staub und Dunst.

      4
      König

      Vor Generationen erschufen seine Vorfahren die große Halle, mit den goldenen Wandteppichen aus edlem Satin und Fenstern aus feinstem Kristall.

      Handrim Drumail Ludbin, der Elfte der Ära des Indigo Zeitalters, lief langsam den Thronsaal auf und ab. Seine Schritte hallten durch den großen Raum, sein Umhang, schwer und in der Farbe der Nacht getaucht, glitt über den teuren Boden, auf dem alle Könige das Land regiert hatten.

      Er war alleine, so wie er es befohlen hatte. Seine Ehegattin, die wunderschöne Königin Indraila Drumail Ahamethi, die ebenso klug wie mutig war, seine Berater, die guten sowie die unbeugsamen, seine Kinder, alle sieben Buben und alle sieben Mädel, sowie seine treuen Hunde und Eulen hatte er aus dem Thronsaal geworfen. Niemand sollte ihn beim Nachdenken stören, obwohl er wusste, dass es nichts zum Nachdenken gab.

      Am großen Fenster, dass hoch bis zur Decke ging und dessen farbige Gläser die Prophezeiung widerspiegelte, blieb er stehen und schaute hinaus auf seine Stadt. Magisches, weißes Licht erhellte die Dächer, die Straßen, die Marktplätze und die Anlagen der Gärten. Es leuchtete nicht stark genug, um das blaue Licht des Steines zu übertrumpfen, das sein Reich in Traurigkeit und Verzweiflung tauchte.

      An diesem Morgen war die neue Ära angebrochen. Nach der Roten war die Weiße gekommen, gefolgt von der Goldenen, der Grünen und der Violetten, die unmittelbar vor der Indigo weilte. Über zwei dutzend Herrscher benötigte jedes Zeitalter um sich zu verabschieden. Es war so grausam, so ungerecht, dass das seine so viel früher endete. Dass sein Erstgeborener nicht regieren durfte. Denn die neue, blaue Ära, war zugleich die letzte. Die, die es nicht wirklich gab da mit ihrem erscheinen alles endete.

      König Handrim schaute in den Himmel hinauf. "Verzeiht mir, meine Kinder. Verzeih mir, mein Volk." Zum ersten Mal in seinem Leben öffnete er das große Fenster. Er stieg hinaus auf den verzierten Sims der Außenfassade. Er blinzelte seine Tränen hinfort und, noch immer zum Himmel gewandt, trat er ein Schritt ins Leere.

      3
      Priesterin

      Fantasya zog die Tür hinter sich zu. Die Stimmen von zehntausend betenden, singenden und weinenden Myzelen hallten noch immer in ihren Ohren. Ihre Schwestern hörten sich die Sünden des Volkes an, reinigten deren Seelen und erlösten sie von der Angst.

      Sie musste stark bleiben. Es war als Ehre anzusehen, in dem Zeitalter geboren zu sein, das im Blauen mündete. Fantasya konnte verstehen, dass das Volk sich fürchtete. Mütter würden Kinder nicht aufwachsen sehen, Mädel würden nie Mütter werden und Buben nie Väter. Die Stadt, mitsamt allen Häusern, dem Dom und das Schloss, würden bald nicht mehr existieren. Die Schriften, so sorgsam abgeschrieben, würden nie von der Nachwelt gelesen werden.

      "Wofür also, haben wir uns immer so viel Mühe gegeben?", fragte Geschilia.
      "Für unsere Mütter und Väter. Für die schöne Kindheit und für den Moment", antwortete Fôrumi, die dritte im Bunde.
      Fantasya kam näher, legte sich zu ihnen, vor den Altar hin und sah nach oben hinauf zur gläsernen Kuppel und zum blauen Stein darüber.
      "Die Mühen haben wir auf uns genommen, immer wissend, dass dieser Tag kommen würde. Wir sollten Dankbar sein, für die Zeit die wir hatten und nicht der Zeit die wir nicht mehr haben werden nachtrauern."
      Fôrumi schaute zu Fantasya. "Tausende Myzelen sehen das anders. Sie stehen in der Kapelle und vor dem Dom, singen und weinen und hoffen auf ein Wunder"
      "Es sind Millionen", erwiderte Geschilia.
      Fantasya seufzte. "Wir erleben das Ende der Welt. Es ist das größte Ereignis seit unserer Erschaffung und wir sollten Freude verspüren, weil wir auserwählt wurden. Geehrt sein, dass wir den blauen Stein sehen dürfen und uns daran erinnern, wie voller Glück unser Leben und das Leben unserer Ahnen war."
      Geschilia und Fôrumi sahen zu ihr.
      "Was ist mit den kleinen Kindern, die nie älter werden dürfen?"
      "Und was ist mit den Müttern, die Kinder in sich tragen, die diese Welt nie erblicken werden?"
      Nun sah Fantasya zu ihnen.
      "Sie, meine liebe Schwestern, sind der Grund warum wir leben. Lasst uns zu ihnen gehen und Trost und Dankbarkeit spenden, anstatt hier zu liegen."
      Kurz überlegten sie, ehe sie sich erhoben und zur Tür gingen. Bis zum bittersüßen Ende würden sie an ihren Schöpfer glauben und ihre Pflicht erfüllen.

      2
      Vater

      "Schöpfer gib uns Kraft und segne uns mit Liebe und Mut.
      Schöpfer sei Gnädig und nimm meine Kinder in deine Obhut.
      Danke für das Leben."
      Die kleinste Tochter weinte. Der älteste Sohn drückte und tröstete sie. "So weine nicht, Schwester. Wir bleiben auf ewig zusammen."
      Der Vater sah auf. "Meine Kinder. Es gibt nichts, wovor ihr euch fürchten müsst."
      "Wir werden alle sterben! Wie sollen wir da keine Furcht empfinden, Vater?", fragte der mittlere Sohn.
      "Jeder Schmerz wird aufhören, sobald der blaue Stein heute Nacht untergeht, Bruder", sprach die mittlere Tochter.
      Der Vater nickte. "Als wir eure Mutter verloren, weinten wir. Als unser Hof brannte, weinten wir. Auch, als die Diebe eure älteste Schwester entführten und als der Fluss euren kleinsten Bruder mitnahm. Wir haben viel geweint, meine Kinder. Viel gelitten. Nun gehen wir zum Schöpfer, er beendet unser Leid."
      Stille herrschte in der kleinen Hütte. Vaters Worte waren warm, doch erreichten sie nicht das Herz seiner Kinder.
      "Wie sollen wir uns auf den Tod freuen?"
      "Das Leben war grausam aber auch schön. Ich möchte noch nicht sterben."
      "Papa, ich habe Angst vor dem Nichts!"
      "Ich wollte doch bald zur Schule..."
      Der Vater stand auf. "Lasst uns spazieren gehen. Durch den Wald, bis zur alten Mühle. Ihr werdet sehen, wie der Stein untergeht und alles in traumhaften, lustigen Farben taucht, ehe unser Leid verschwindet und wir friedlich einschlafen."
      Die Worte erreichten noch immer nicht deren Herzen, aber sie wollten daran glauben und hoffen, dass das Blau schön sein würde. Also standen sie auf und nahmen sich an den Händen, verließen ihre Hütte ein letztes mal, ehe sie durch den Wald zur alten Mühle liefen.

      Die Farben der Dämmerung waren tatsächlich traumhaft. Als seine Kinder sich freuten und die Schönheit im Ende sehen konnten, schloss der Vater die Augen, dankte dem Schöpfer für diese eine, letzte Gnade.

      1
      Diebin

      Laut singend öffnete Guhla die Flasche und kippte sich den süßen Wein in den Mund.
      "So ein dummes Pack!", lachte Superia, die gerade dazu kam und sich zu ihr auf das Dach des reichen Kaufmanns setzte."Die Welt geht den Bach runter und die haben nichts besseres zu tun, als zur Kirche zu rennen!"
      Guhla grinste und nickte, trank den Rest aus. Ihre Gildenschwester musterte sie. "Hast du mir jetzt, direkt vor der Nase, den letzten Wein aus gesoffen?"
      Betrunken lachte die Angesprochene, nickte und warf die Flasche über die Dächer weg. "Hättest ja eine mitbringen können!"
      "Warum sollte ich? Du hattest ja noch."
      "Ach komm schon, bist du nun wütend?"
      "Geh doch einfach und hol eine neue? Ich warte hier und genieße das Blau."
      "Blöde Kuh", nörgelte Guhla, stand aber auf und machte sich auf den Weg.

      Nur ein Dach weiter erblickte sie weitere Freunde.
      "Du Arsch! Geh und vögel sie doch! So wie du sie anschaust, hast du es in Gedanken schon getan!", fauchte Invidy ihren Gegenüber an.
      "Was kann ich dafür, wenn Luxua nackt durch die Gegend rennt?", erwiderte Iro.
      "Ich bin nicht nackt!", lachte diese und zeigte auf den teuren Schmuck, den sie anstelle von Kleidung trug. "An mir hängen bestimmt ein paar Millionen!"
      "Du Schlampe, halt dich fern von Iro!"
      "Sonst was? Locker dich auf, Invidy! Es ist das Ende der Welt! Ich fick mit wem ich will, sogar mit dir", zwinkerte sie ihr zu.
      Iro stimmte ihr zu. Darauf hin scheuerte Invidy ihrem Freund eine. Er schlug mit der Faust zurück und kurz danach lagen beide auf den Boden und prügelten sich.
      Guhla kam lachend zu Luxua. "Hey, Schönheit. Die Ketten stehen dir!"
      "Ja, nicht wahr?", lachte sie mit. "Hast du Bock? Unten sind ein paar süße Jungs und zu viert macht es doch erst richtig Spaß."
      "Klingt lustig, aber verzichte. Ich suche nur Wein."
      Luxua ging dann und wackelte mit dem entblößten Hintern.

      Durch ein Dachfenster gelang Guhla in ein feines Zimmer. Acedo lag in einem Bett. Sie trat dagegen. "Ernsthaft? Die Welt geht unter und du schläfst?!"
      Nörgelnd drehte er sich um. "Verpiss dich. Das ist das beste Bett, in dem ich je geschlafen habe! Wenn ich schon sterben muss, dann weich."
      Guhla schüttelte nur den Kopf und ging weiter, bis zu einem Wohnzimmer.

      Dort saß Avarito, der Prinz der Diebe, auf Kisten voller Wurst, Wein und Schmuck. Guhla lief das Wasser im Mund zusammen. Sie kletterte die Kisten hoch, setzte sich breitbeinig auf seinem Schoss und nahm eine Flasche Wein. Er beobachtete sie dabei, mit gierigen Augen.
      "Keine Sorge", säuselte sie. "Ich klau dir schon nichts!"
      Guhla schütte sich den Mund voller Wein und ließ ihn überlaufen. Grinsend beugte sie sich danach und küsste ihn. "Luxua hat mir geraten, etwas mehr Spaß zu haben", flüsterte sie ihm ins Ohr. "Lass uns Kinder machen, die nie geboren werden!"
      Avarito lachte, griff ihr an den Hintern und küsste sie innig. Es sollte eine lange Nacht werden, aber das Ende war näher als sie dachten.

      Ende
      Magier

      "Ihr kennt alle den Lebenszauber von Arkadien. Zwar ist er sehr instabil, aber ein Himmelsweber ermöglicht einen semi-konstanten Zyklus.“

      Der Magier lässt den kleinen Stein über der Schale schweben.

      "Gerade entstehen die ersten Myzelen. Ich habe Leben erschaffen. Der Stein wird rot leuchten und seine Farbe verändern, bis er kurz blau aufblinkt und die Myzelen wieder zerstört."

      Die Schüler können erkennen, wie sich in der Schüssel Schaum bildet. Der Himmelsweber leuchtet erst rot, dann weiß, golden, grün, lila, dunkelblau und schließlich blinkt er Blau auf. Die Magie ist verflogen und der Stein fällt hinunter.

      "Wir haben innerhalb weniger Sekunden Leben erschaffen und vernichtet. Ihr dürft Fragen stellen. Ja, Yumeei?"

      "Ich frage mich, ob sie am Ende Angst verspürt haben."

      "Die Myzelen leben zu kurz, um irgendwas zu empfinden."

      "Und wenn doch?"

      "Dann sind wir alle Mörder. Denn es ist eure Hausaufgabe, diese Übung zu wiederholen."
    • Der Zauber der Uhrms
      von Robert Poster

      Die Theologen der Lendenwelt behaupten, dass die Welt aus einem zufälligen Akt kosmischer Liebe entstand. Die These wird unterstützt, durch die gängige Meinung, die Sterne am Himmel seien Samen, die während der Paarungszeit des Kosmos freigesetzt wurde und für alles Leben im Kosmos verantwortlich sei. Mit diesen Thesen begründeten die Theologen der Lendenwelt die Notwendigkeit, bei der Namensgebung aller Dinge auf die Gefühle der Erutika Rücksicht zu nehmen. Dies sei übrigens auch der Grund, warum die Lendenwelt ihren Namen trägt.

      Die Gelehrten der Galaxien, die zwischen den Sternen wohnen, belächeln die Theorien wissend und lassen die Lendenwelt einfach im Schoß der Erutika existieren.

      Die Breitsamer. Eine ungewöhnliche Rasse, dessen ganze Existenzgrundlage auf der Bewirtschaftung der Felder beruht. Ihr werdet auf der ganzen Lendenwelt keine besseren Bauern finden, die mehr Ernte erwirtschaften würden oder ihre Erzeugnisse in einer besseren Qualität anbauen, als die Breitsamer. Der Grund für den großen Erfolg der Breitsamer, die übrigens mittlerweile als eigenes Volk mit einer eigenen Kultur in den Chroniken der Lendenwelt geführt werden, ist bislang unbekannt.

      Gryms Langstroh war ein Breitsamer, der ein langes Leben hinter sich hatte. Mit seinen 2 Meter 4 gehörte er zu den durchschnittlichen Breitsamer. Seine Haut fühlte sich an, wie trockenes Stroh und die Haare sahen aus wie das grüne Gras der Auentäler. Sie fühlten sich auch an wie Gras, behauptete sein Weib stets. Doch Gryms war schon in die Jahre gekommen und das Haar-Gras war bei ihm längst goldbraun geworden und fielen ihm an mancher Stelle aus. Vielleicht lag es auch an die zahlreichen Probleme, um die sich der alte Breitsamer als Vorstand seiner Gemeinde, den Breitsamer vom Strohtal, kümmern musste?

      In diesem Sommer war alles anders, als in den vergangenen Sommern. Der Regen blieb an manchen Tagen aus, der Wind war ungewöhnlich stark und die Aussicht auf einer neuen Rekordernte schwand mit jedem Tag. Doch das war noch lange nicht alles, gab es doch dieses Jahr noch zahlreiche weitere Probleme im Anbau.

      „Die Hasenplage haben wir im Griff?“, erkundigte sich Gryms und beobachtete das vor sich liegende Feld genau. Es standen zahlreiche Breitsamer auf dem Feld, mehr, als er zählen konnte. Sie schienen damit beschäftigt, das karge Feld, das am Ende der Auenlandberge lag, zu bestellen.
      „Ja, haben wir, Herr Langstroh“, bestätigte Magda Rübensteller. „Doch wurde das Feld nicht von den Hasen beraubt. Es war wohl etwas ... sagen wir, etwas Größeres.“
      „Etwas größeres als Hasen?“, fragte Gryms Langstroh erstaunt nach. Es war nicht üblich, dass andere Wesen als Hasen im Strohtal ihr Unwesen trieben.
      „Wenn es keine Hasen waren, was war es dann?“
      „Ich würde sagen, Auenzwerge, mein Herr.“
      „Auenzwerge? Etwa die Auenzwerge aus dem Auental, die den ganzen Tag damit beschäftigt waren, Löcher in den Boden zu graben, aus Gründen, die kein Breitsamer je verstehen würde?“, wollte Gryms wissen.
      „Genau, so ist es, Herr Langstroh. Wobei ich gestehen muss, dass es durchaus einen Grund für die wilde Buddelei der Zwerge gibt.“, fügte Frau Rübensteller an. „Sie suchen nach etwas, was sie im Boden vermuten. Ich hörte von Reisenden, dass Auenzwerge ihre Hügel nur deswegen anlegen, weil sie in den Hügelbergen große Schätze vermuten. Kostbare Dinge, halt.“
      „Oh ...“
      „Und sie glauben, wenn so viele Breitsamer sich so viel Mühe mit einem Feld geben, dann müsste in diesem Feld etwas wirklich Wertvolles versteckt sein, das wir vor den Augen der Welt unbedingt verbergen müssen.“, fügte sie hinzu.
      „Oh ... oh?“

      Langstroh dachte über die Worte von Frau Rübensteller einen Moment lang nach. Er verstand sie nicht. Vermutlich würde ein Breitsamer niemals die Zwergenkultur verstehen. Das lag vermutlich daran, dass die Breitsamer mehr auf Ertrag den auf Schätze aus waren.

      „Wenn das so ist“, seufzte der alte Breitsamer, steckte sich eine Pfeife in den Mund und setzte sich auf einen Felsbrocken in der Nähe. Die Männer auf dem Feld liefen noch immer wie wilde Ameisen durch die Gegend und versuchten den Boden irgendwie zu kultivieren. Magda sah den alten Breitsamer an. Sie mochte es nicht, wenn er mit der Pfeife spielte, auch wenn er sie niemals anzündete. Der Gedanke an ein Feuer beängstigte jeden Breitsamer.
      „Das ganze Feld kann unmöglich von Auenzwerge in der kurzen Zeit abgetragen worden sein. Habt ihr es schon mit einer Besamung versucht?“
      „Sie wird in Kürze stattfinden.“, sagte Frau Rübensteller und richtete ihren Körper gerade. Magda Rübensteller war eine etwas förmlichere Breitsamer Frau, die weniger lang und gerade wie eine Bohnenstange gebaut war. Ihr Bild erinnerte mehr an eine Rübe, eher untypisch für die Rasse der Breitsamer.
      „Gut“, nickte Langstroh ihr zu. „Ich bedaure, dass ihr das Ritual mit ansehen müßt ...“
      „Ich nicht“, gestand sie ein. „Ich freue mich immer, stramme Dinger zu sehen.“
      „Hmm?“

      Plötzlich ertönte ein lautes Horn und alle Breitsamer stellten sich in einer Reihe auf. Sie achteten sehr genau darauf, in welcher Position jeder Einzelne war. Alle Breitsamer mussten in einer Reihe stehen, durften sich nicht zu nahe sein aber auch nicht zu weit entfernt stehen.
      „Huh hu, jetzt geht die Besamung gleich los“, frohlockte Magda und richtete ihre Augen auf die Breitsamer Mannsbilder aus.
      „Ich wusste gar nicht, dass es dich das Thema so fasziniert“
      „Du weißt vieles nicht von mir“

      Dem musste Langstroh zustimmen. Die Breitsamer legten unterdessen den Lendenbereich frei, begannen an ihren Teilen zwischen den Beinen zu spielen, bis die Richtkolben in voller Größe prachtvoll ausgerichtet waren. Dann folgte ein Kommando und auf Befehl begannen die Breitsamer gemeinsam rhythmisch an den Kolben zu reiben, bis sie schließlich eine goldene Flüssigkeit über das Feld versprühten. Jeder Breitsamer gab seinen Teil bei und in Minuten war eine ganze Feldlinie mit dem ungewöhnlichen Dünger benetzt.
      „Der Besamungszauber müsste jeden Moment seine Wirkung zeigen“, erklärte Magda den Stand der Dinge. Für gewöhnlich nutzten die Menschen, Zwerge und Elfen ihren Kolben zwischen den Beinen zu Paarungsritualen mit ihren Frauen, um Nachwuchs zu zeugen. Breitsamer nutzten ihre Kolben, um Felder zu besamen, was an sich denselben Zweck erfüllt in den Gedanken von Menschen aber meist als abartig oder gar widerlich verstanden wird. Nur die Elfen und Zwerge gingen mit anderen Arten der Sexualität gesittet um und akzeptierten die Tatsache, dass andere Wesen andere Rituale hatten.
      „Wir werden sehen, ob die Besamung erfolg“, sagte Langstroh skeptisch.

      Plötzlich begann der Breitsamer Saft am Boden seine Wirkung zu entfalten. Die Saat im Boden, bestehend aus Gras, Stroh, Mais und Rüben spross binnen weniger Sekunden und wuchs zu prachtvollen Pflanzen heran. Mit offenen Mund, voller Hoffnung auf einen Erfolg, erhob sich der alte Breitsamer langsam vom Felsbrocken. Alles schien gut zu verlaufen und es gab keinen offensichtlichen Grund, dass eine erneute Bestellung des Feldes noch vor der Erntezeit möglich war.
      „Unsere magische Besamung hat noch immer funktioniert, alter Mann“, gab Magda zu verstehen und ging auf das fruchtbare Feld zu. Doch die Hoffnung auf Erfolg hielt nur für kurze Zeit. Im nächsten Moment vertrockneten die Pflanzen ebensoschnell wieder, wie sie gewachsen waren. Und kaum 5 Minuten später war das Feld genauso trocken wie zuvor.
      „Der Zauber verweht“, stellt der alte Breitsamer fest und sah Magda nach, die sich die Sache wohl näher anschauen wollte.
      „Was hast du den gedacht?“, krächzte plötzlich eine fiepsige Stimme neben Langstroh auf.
      „Sie dich doch mal um, du alter Narr! Unsere ganze Kolonie habt ihr mit eurem klebrigen Zeug überschüttet!“, meckerte es erneut neben ihn.
      Gryms Langstroh wendete den Blick langsam nach rechts, auf einen Stein, der sich vor seinem befand. Er glaubte kaum, was er da sah. Die Pfeife fiel zu Boden, als sie in seinem Mundwinkel keinen Halt mehr fand.
      „Ein sprechender Wurm“, stellte Gryms überraschend fest.
      „Ich bin kein Wurm, sondern ein Uhrms. Und ich bin wirklich sehr erbost über die hinterhältige Attacke auf unsere Kolonie!“, setzte der kleine grüne Wurm mit Armen, Händen und einer Knubbelnase seine Beschwerde fort und richtete eine verklebte Brille zurecht.
      „Verzeihung, ich wusste nicht, dass dieses Feld bewohnt ist“, entschuldigte sich Langstroh. „Es ist nur so, wir versuchen schon, seit dem Frühling dieses Feld zu bestellen. Es wirkte so karg und verlassen und wir dachten, es würde sich für eine gute Ernte ...“
      „Das denken sollte man den Pferden überlassen. Sie haben definitiv mehr Grips, als die Breitsamer.“, stellte der Uhrms fest.
      „Oh ...“

      Schweigend sahen sich die ungewöhnlichen Wesen eine Weile an. Gryms Langstroh musste erstmal verdauen, dass es auf dem Feld noch eine andere Art gab, als die ihm bislang bekannten Tiere und Wesen. Es war ein kleiner Schock.
      „Wie wollen wir das Problem nun lösen?“, wollte der Uhrms wissen. „Gegen unseren Schutzzauber seid ihr machtlos. Wir werden unsere Kolonie mit aller Magie schützen und es wird nichts bringen, wenn ihr uns mit euren klebrigen Samen überzieht. Die Magie verfliegt und wird alles wieder in karge Erde verwandeln.“, erklärte der Uhrms.
      „Oh“, sagte Gryms und suchte nach seiner verlorenen Pfeife. „Dann wäre es wohl klüger, wenn wir es gar nicht erst versuchen.“
      „Wäre besser“
      „Wie wäre es mit einem Vorschlag zur Güte. Wir meiden die Felder, in denen eure Kolonien liegen, und ihr gebt uns die Gelegenheit euch kennenzulernen.“, schlug der alte Breitsamer vor.
      „Und wo läge für uns der Vorteil, wenn wir euch unsere Geheimnisse verraten?“
      „Nun, wir könnten in einer Art Symbiose leben. Wir schützen eure Kolonien vor fremden Einwirkungen und im Gegenzug könnte der Zauber der Uhrms unsere Felder schützen? Was mein ihr?“
      Der grüne Uhrms rückte seine Brille zurecht und schien einen nachdenklichen Eindruck zu machen, während der alte Breitsamer sehr geduldig auf Antwort wartete.
      „Ich werde den Vorschlag berücksichtigen, das Angebot scheint mir weitere Verhandlungen wert zu sein.“, bestätigte der Uhrms den Vorschlag.
      Gryms steckte die Pfeife in den Mund, sah auf das Feld, über das zum Erstaunen der Breitsamer, zahlreiche Uhrms wüteten und machte sich so seine Gedanken, wie diese Beziehung wohl beginnen sollte.
      „Wie heißt du eigentlich? Ich kann dich wohl kaum ein Leben lang der nette Uhrms nennen?“
    • Der Votingzeitraum zum Schreibwettbewerb August/September 2017 ist abgelaufen und wir haben einen Gewinner/eine Gewinnerin!

      Und hier kommt auch schon die Auflösung:

      ...Gewonnen hat mit 6 von insgesamt 16 Stimmen (38%)...

      *trommelwirbel* :mamba2:

      Herzlichen Glückwunsch zum Sieg! Du kannst nun das Thema für den nächsten Wettbewerb vorgeben. Ausserdem wurdest du in die Rangliste eingetragen und bekommst für zwei Monate 5 goldene Sterne, sowie einen eigenen Benutzertitel. Ebenso bekommst du natürlich das selbst gebastelte Lesezeichen, gesponsert von @Miri. Schon jetzt viel Spass damit!

      Ein herzliches Dankeschön auch an alle anderen Teilnehmer! Wir hoffen, dass ihr beim nächsten Schreibwettbewerb auch wieder fleißig mitmacht und so zahlreich abstimmt. Wir sind schon sehr auf das neue Thema gespannt, das unser aktueller Gewinner hoffentlich schon bald vorgeben wird. 8)

      Übrigens könnt ihr nun auch nachschauen, wer die Autoren sind. Diese wurden den Geschichten beigefügt.

      Das war der Schreibwettbewerb August/September 2017. Vergesst nicht, euer Feedback zu den Geschichten zu hinterlassen! ;)

      Euer Fantasy-Geschichten-Forum
    • Herzlichen Glückwunsch @Aztiluth :)
      Bin auf dein Thema gespannt!
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."

    • Ich freu mich riesig :love:
      Danke für die lieben Worte und an alle, die für "Blickwinkel" gestimmt haben!

      Zu den anderen Geschichten wollte ich auch noch etwas sagen:

      Dämmerung von @Feuervogel : Ich mochte deine Geschichte sehr! Sie war, für mich, auf Platz zwei. Ich finde es richtig schade, dass du keine Stimme bekommen hast. Dass die Elfen mal Schuld daran waren, dass der Wald stirbt, war interessant und neu. Außerdem war es gut geschrieben und ich mochte die Fee.

      Ramiel reichts von @Tom Stark: Deine war auch richtig gut geschrieben. Der ewige Kampf zwischen Dämonen und Engel kann mich immer wieder überzeugen. Leider war die Geschichte, für mein empfinden, etwas am Thema vorbei. Würde mich aber freuen, wenn du mal etwas mit den beiden schreibst, ohne dich begrenzen zu müssen! :D

      Spiele von @Windweber: Für dich hab ich abgestimmt! Deine Story hat mich sofort gefesselt und auch die Auflösung hat mir eine Gänsehaut gegeben. In meinen Augen hättest du den Sieg ebenso verdient!

      Zeit vergeht, doch der Wille bleibt von @PHC Ich muss gestehen, ich konnte mit deinem Text am wenigsten anfangen. Er war schön geschrieben, kam bei mir aber nicht an. Vielleicht, weil er so kurz war?

      Der Zauber des Uhrms von @Robert Poster: Drei Buchstaben: WTF Ernsthaft? :rofl: Wie kommt man auf so eine Idee? Fantasie hast du, dass muss man dir lassen. Ich musste den ganzen Text lang schmunzeln, gut gemacht! War auf jeden Fall mal was anderes und hat den Wettbewerb gut aufgelockert :D

      Und zum schluß nochmal ein risengroßes

      DANKESCHÖN


      Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
      Josh: Meine Prophetin!
    • Herzelichen Glückwünschling, @Aztiluth :hi1:

      Ich muss sagen, die Wahl ist mir wirklich schwer gefallen, diesmal. Ich habe bei meiner Ankunft damals viele der älteren Wettbewerbe durchgelesen, aber dort war die Geschichte sehr sehr unterschiedlich im Grade des "Gefällt mir gut". (Das ist kein Urteil über die Qualität der Storys, sondern eines über meine "Mäkeligkeit")

      Dieses Mal waren alle Geschichten auf meiner Wellenlänge. Passiert mir selten und macht mich dann (wenn ich wählen muss) sehr unruhig... Also: An alle Autoren: Ihr habt klasse Texte abgeliefert, aber @Aztiluth , Deine war einfach ein Quentchen besser!

      Bitte weitermachen (das geht an alle!) :newspaper:
      Aus aktuellem Anlass:

      Ich möchte bitte keine LIKEs mehr haben! ^^
      Wenn Dir mein Beitrag hier und anderswo gefällt, schreibs mir einfach. :danke:
    • Alles gute für deinen Sieg @Aztiluth! :D
      Ich muss ja ganz ehrlich hier mal gestehen, dass mich deine Geschichte leider weniger angesprochen hat, auch wenn der Plottwist am Ende nochmal sehr schön war :pardon:

      @Robert Poster Frag mich nicht warum, aber ich fand deine Idee einfach nur geil! :rofl: Die Namen, die Wesen und dieses ulkige Ritual, das irgendwie eine Mischung aus obszön und einfach nur seltsam war ... Mit sowas bekommt man mich immer! :D
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Gratuliere, @Aztiluth !! Eine unglaublich coole Idee mit den Lichtern, der Schöpfung und dem wunderbaren Schluss! Einfach toll!
      Mir ist es sehr schwer gefallen, eine Stimme zu vergeben, weil so viele, tolle Geschichten dabei waren. Habe zwischen der Geschichte von Tom Stark, dir und Windweber geschwankt. Alle echt cool!!! Alle drei. Auch so viel philosophisches...

      Auf jeden Fall weiter so und ich freue mich schon auf den weiteren Verlauf deiner Geschichte mit der kratzbürstigen Elfe. :)
      Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
      von einem Herzen zum andern;
      Doch wo es keine Mauer gibt,
      wo soll dann eine Türe sein?
      Rumi
    • Danke für die positiven Beiträgen und Glückwunsch an die Sieger.

      Zur Geschichte: ich habe eine ganze Welt dieser humorvollen Wesen im Kopf neben anderen Dingen und werde sicher noch versuchen euch zum lachen zu bringen. Mittlerweile trägt das Projekt den Titel: Die Schergenwelt. :)
      ROBERT POSTER IST DER 3 GROSCHEN MAGIER VON MORAKIS