Eine Welt ohne Namen - Das 3. Tor

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    • Eine Welt ohne Namen - Das 3. Tor

      Ich bin heute recht kreativ und deshalb mache ich jetzt einfach mal was lustiges - nämlich die Fortsetzung meiner Geschichte starten. @Kyelia und @Kisa wollten ja auf jeden Fall weiter lesen und in letzter Zeit habe ich immer mehr Lust darauf, was zu schreiben, bei dem ich mir nicht so viele Gedanken machen muss und einfach drauflos spinnen kann. Das hier ist mein absolutes Hobby-Projekt, deshalb dürft ihr Rechtschreib-Fehler auch gerne für euch behalten (natürlich dürft ihr sie mir auch mitteilen, vielleicht lerne ich was draus :D). Plot-Ungereimtheiten solltet ihr mir aber auf jeden Fall verraten, sonst wird das hier irgendwann ein riesiges Kuddelmuddel. (Es wird mittlerweile echt schwer, alle Fäden zu behalten.)

      Also, dies ist bereits die zweite Fortsetzung meiner Geschichte "Eine Welt ohne Namen - Die 1. Reise". Es geht prinzipiell um eine andere Welt, die mit unserer Welt über Tore verbunden ist. Die Protagonistin, ein leicht (!?) stures Mädchen von 13 Jahren, stammt aus unserer Welt. Die andere Welt ist technologisch und von der Lebensart sehr Fantasy-typisch, ein bisschen mittelalterlich mit Magie und magischen Kreaturen und Königreichen und so weiter. Es gibt auch einen finsteren Schurken am anderen Ende der Welt, der es natürlich auf die Protagonistin abgesehen hat. Es gibt Freundschaften, ein bisschen Politik, ein paar Rettungsmissionen und eine Menge Streitereien. Mehr verrate ich gar nicht, falls jemand den ersten und zweiten Teil noch lesen möchte.
      Falls nicht, kann aber sicher auch gut hier eingestiegen werden. Ich werde versuchen, alles, was man wissen muss, in die Geschichte einzubauen, oder vor den entsprechenden Teil einen informativen Spoiler zu setzen :D. Auch für Fragen bin ich jederzeit offen. Also an alle Neulinge: Herzlich willkommen.

      An alle alten Hasen: Willkommen zurück, ich hoffe ihr seid dabei. Ich bin mal sehr gespannt, wohin das hier führen wird, denn im Gegensatz zu den ersten Teilen habe ich nicht große Teile schon fertig. Ich hab zwar schon einen Plan, was die Handlung betrifft und ein paar fertige Schlüsselszenen, aber vielleicht werfe ich sogar die noch über den Haufen. Auf jeden Fall soll dieser Teil etwas kürzer werden als die letzten beiden. Ich werd mich also nicht lange an Kleinigkeiten aufhalten (oder vielleicht besteht es auch nur aus Kleinigkeiten. Definitionsfrage).

      Noch ein kleiner Spoiler, worum es in diesem Teil geht:
      Spoiler anzeigen
      Maja ist zurück in ihrer Welt, aber natürlich ist alles nicht so einfach, wie sie es sich vorgestellt hat. Das letzte halbe Jahr war nicht bloß ein Alptraum. Vergessen kann sie ihre Abenteuer nicht und auch die Welt ohne Namen hat sie nicht vergessen. Während Maja die bittere Realität erkennt, setzt Fürst Dreizehn zum nächsten Schlag gegen die Kamiraen an.


      Okay, alles bereit? Es geht los mit einem Intro der etwas anderen Art.





      EINE WELT OHNE NAMEN
      Das 3. Tor

      70 Jahre zuvor:

      Vogelrufe erfüllten die Luft des tropischen Nebelwaldes und ein Affe ließ sein lautes Kreischen ertönen. Auch andere Geräusche drangen an Amaras Ohren: Ein Baumfrosch gluckste leise und das Gras raschelte, als eine Schlange hindurch kroch. Überall tropfte es von den Blättern und ein entferntes Rauschen vor ihnen kündigte einen Wasserfall an.
      Amara war so gebannt von den Klängen, dass sie mit dem Fuß an einer Wurzel hängen blieb und stolperte. Der Korb in ihren Armen fiel zu Boden und sie taumelte gefährlich nahe an die Felskante, bis eine Hand ihren Arm ergriff, und sie zurückzog.
      „Vorsicht“, mahnte Yaruk. „Dieser Weg verzeiht keine Fehltritte.“
      Amara murmelte einen knappen Dank und entwand sich seinem Griff. Mit rotem Kopf hob sie den Korb auf und sammelte die herausgefallenen Früchte wieder ein. Dabei warf sie einen schnellen Blick auf den schwindelerregenden Abgrund abseits des Weges. Hunderte Meter ging es dort in die Tiefe, bis zu dem pelzigen Blätterdach, das den Boden bedeckte. Auch die Berge waren bewaldet. Von hier oben sahen sie aus wie riesige, moosbewachsene Steine.
      Bevor Amara es tun konnte, bückte sich Yaruk, hob die letzte Frucht auf und gab sie ihr mit einem Lächeln. Einen Moment lang berührten sich ihre Hände, dann drehte er sich um und folgte den anderen Männern und Frauen, die mit Körben bepackt den Berg erklommen. Darin lagen Früchte, Kaffee und Cocablätter. Amara wusste, dass sie diese nicht anrühren durfte. Es waren Opfergaben für die Götter.
      Sie beeilte sich, zu Yaruk aufzuschließen. „Wie weit ist es eigentlich noch?“
      Er zeigte auf einen felsigen Berg in der Ferne. „Wir kommen an, wenn die Sonne seine Spitze berührt.“ Wieder lächelte er sie freundlich an.
      Amara witterte ihre Chance, endlich Antworten auf all ihre Fragen zu bekommen. „Bist du im letzten Jahr mit durch das Tor gegangen?“
      Er nickte. „Es war mein erstes Jahr. Iraí hat damals Wache gestanden, er geht dieses Jahr zum ersten Mal durch das Tor. Nächstes Jahr wirst du an der Reihe sein.“
      „Wie sieht es dort aus? Im Reich der Götter?“
      Doch Yaruk schüttelte den Kopf. „Darüber dürfen wir nicht reden. Du musst abwarten, bis du es mit eigenen Augen sehen kannst.“
      Amara hatte noch eine weitere Frage, doch sie war nicht sicher, ob sie sie stellen durfte. Würden die Götter erzürnt sein? Das Rauschen des nahenden Wasserfalls wurde lauter und schließlich wagte sie es doch: „Hast du sie gesehen?“, fragte sie.
      „Nein. Nie.“
      „Aber von wem bekommt ihr dann die Gaben?“ Sie erinnerte sich, dass die Gesandten jedes Jahr ein anderes Relikt aus dem Reich der Götter mitgebracht hatten.
      „Sie liegen dort auf dem Altar. Wir nehmen sie und lassen als Dank unsere Gaben da. Wenn sie die Götter milde stimmen, wird das Relikt uns ein gutes Jahr bringen. Doch wenn nicht, bringt es Unglück.“
      Amara nickte. Das wusste sie bereits. Vor neun Jahren war die Hälfte der Opfergaben durch mehrere Unfälle und einen Sturm auf dem Weg zum Tempel vernichtet worden. Der wertvoll aussehende Stein, den die Boten daraufhin ins Dorf brachten, hatte ein Jahr voller Krankheiten und Hungersnöte über sie gebracht.
      Amara umklammerte ihren Korb fester und pustete ein wenig Erde von einer Papaya. Auf keinen Fall wollte sie dafür verantwortlich sein, dass ihrem Dorf noch einmal ein solches Unglück geschah.
      Sie bogen um eine Felskante und der Anblick des tosenden Wasserfalls wusch alle Sorgen aus ihrem Kopf. Schmal und lang stürzte er vor ihnen in die tiefe. Der Weg fürte dahinter dicht am Fels entlang, er wurde an dieser Stelle noch enger und glänzte nass.
      „Deckt die Gaben ab!“, klang es vom Anfang der Gruppe zu ihnen. Yaruk und Amara beeilten sich, ihre Körbe mit Decken vor dem Wasser zu schützen. Dann ließ Yaruk ihr den Vortritt und sie bewegten sich vorsichtig auf den Wasserfall zu. Einen Moment glaubte Amara, dass dieser das Tor ins Reich der Götter sein müsse, so wundervoll und fremd kam er ihr vor. Doch dann hätte sie davor warten müssen, oder nicht? Wer zum ersten Mal die Boten begleitete, durfte nie durch das Tor.
      Das ohrenbetäubende Tosen erstickte ihre Gedanken und ließ sie nur noch staunen. Einen Moment schloss sie die Augen vor der Gischt, bis Yaruk sie anstieß, weil sie vom Weg abkam. Dann war es vorbei. Das Wasser befand sich hinter ihnen und vor ihnen wandelte sich der Weg zu einer Treppe, die steil bergauf führte. Daneben waren Symbole in den Fels gemeißelt: Gruselige Fratzen, Tiere, Menschen im Gebet und im Kampf, verschlungene Pflanzen und die Sonne. Amara betrachtete sie fasziniert und dachte, dass sie bald da sein mussten.
      Doch die Treppe kam ihr endlos lang vor und ihre Beine wurden schlapp. Mehrere Male musste Yaruk ihr von hinten ein paar aufmunterte Worte zurufen, damit sie nicht vollends stehen blieb. Irgendwann begann sie die Stufen zu zählen, doch sie kannte nicht viele Zahlen und so musste sie bald wieder aufhören.
      Dann, endlich, erreichten sie das Ende der Treppe und damit zwei hochgewachsene Bäume links und rechts des Weges. Dahinter erstreckte sich in einem Tal zwischen zwei Bergspitzen ein Waldgebiet von einer Dichte, wie Amara es hier oben nicht erwartet hätte. Ein schmaler Pfad verlor sich im Dickicht, überwuchtert von Farnen und Lupinen, darüber hing ein dichtes Blätterdach. Von einem Zweig starrte ein Tukan auf sie hinab.
      „Nimm dich vor den Fröschen in Acht! Manche davon sind giftig“, sagte Yaruk und schlug mit einem Stock ein paar Zweige beiseite. Dann ging er wieder voran. Die übrigen Mitglieder der Gruppe waren bereits im Wald verschwunden, man hörte nur noch ihre Schritte und die unterdrückten Flüche, wenn sie an einer Wurzel hängen blieben.
      Der Pfad führte sie lange durch den Wald und als sie endlich ihr Ziel erreichten, hatte Amara kaum noch Kraft, die Schönheit des Tempels zu bewundern. Die zahlreichen Kratzer an ihren Armen und die Blätter, die ihr Haar verunstalteten, kamen ihr wichtiger vor, außerdem hatte sie sich den Fuß verstaucht und konnte nur noch humpeln. Der Tempel war auch nicht so prachtvoll wie sie erwartet hatte. Eher glich er einer Ruine. Die Steine waren moosbewachsen und das Eingangstor zur Hälfte eingebrochen. Der stufenartige Bau beeindruckte sie dennoch, vor allem wenn sie daran dachte, wie alt dieses Gebäude war. Es war vor langer Zeit erbaut worden, ob von Menschen oder von Götterhand, das wusste nur die Zeit.
      „Amara!“, rief Andira von weiter vorne.
      Sie humpelte sofort zu ihm. Andira war der Anführer dieser Gruppe und sie hatte zu tun, was auch immer er von ihr verlangte.
      Er senkte missbilligend die Augenbrauen, als er ihr Humpeln bemerkte, sagte aber nichts weiter dazu. Stattdessen deutete er auf eine flache Mauer neben der Treppe, die zum Tempel hinaufführte.
      „Dort musst du warten, bis wir wieder zurück sind“, erklärte er. „Du darfst dich nicht eine Sekunde von der Stelle bewegen. Du bist das Licht, dass uns zurückleitet.“
      Amara nickte und setzte sich folgsam auf die Steine. Sie waren kalt. „Wann seid ihr zurück?“
      „Wenn alles gut geht, noch vor dem Morgengrauen.“
      „Gib mir deine Opfergaben, wir werden sie unter uns aufteilen.“
      Sie tat wie ihr geheißen und beobachtete stumm die letzten Vorbereitungen der Boten. Dann winkte sie, als diese die Treppe hinauf stiegen und im Inneren des Tempels verschwanden. Yaruk schenkte ihr noch ein letztes, verschmitztes Lächeln, dann war auch er verschwunden. Und Amara blieb allein zurück, mitten im Wald und konnte nicht einmal mehr die Sonne sehen. Der dunkler werdende Himmel verriet ihr, dass sie schon tief am Horizont stehen musste. Es wurde Nacht.
      Sie zog die Beine eng an ihren Körper und umklammerte sie mit den Armen. Auf einmal fühlte sie sich schrecklich allein. Außerdem knurrte ihr Magen und sie war müde. Aber sie konnte nicht schlafen – nicht auf dieser schmalen Mauer und wenn sie ihren Platz verließ, würden die anderen nicht zurückfinden.
      Sie starrte zum Himmel hinauf und entdeckte die ersten Sterne. Während sie träge ihren Weg über den Himmel beobachtete, fragte sie sich, was geschehen würde, sollte sie hier von einem Puma angegriffen werden. Wären die Boten dann für immer verloren? Aber sie hatte lange keinen Puma mehr in der Nähe des Dorfes gesehen – vielleicht gab es sie gar nicht mehr.
      Amara merkte es nicht, doch sie blinzelte immer öfter, sah nur noch verschwommen und ihr Kopf sank auf ihre Schulter. „Ich muss wachbleiben“, murmelte sie noch, doch die Gedanken an Raubkatzen und Sterne, an ihr Dorf, die Boten und Yaruk verwandelten sich bald in Träume. Dann rutschte sie von der Mauer und ihr Kopf bettete sich auf weichem Gras.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • Yeah, Kisa und ich haben dich lang genug bearbeitet, damit du wirklich weiterschreibst <3
      Du glaubst nicht, wie ich mich gerade darüber freue. Ich sitze mit einem fetten Grinsen vor dem PC und bin gespannt auf die weiteren Abenteuer, die nun also im dritten Teil auf Maja und ihre Freunde warten. Ich habe dir ja schon zum Treffen gesagt, dass diese Reihe zu meinen liebsten Geschichten hier im Forum gehört. Ich bin happy! :)
      Ein schöner Anfang. Ich frage mich, was er mit dem bisherigen Verlauf der Geschichte zu tun hat. :hmm:

      Lass dir mit dem Schreiben ruhig Zeit. Hauptsache ist, du schreibst überhaupt. ^^

      LG, Kyelia

      *abonniert*

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Anfänge sind manchmal echt schwierig, deshalb hat es etwas gedauert, den nächsten Teil zu schreiben. Ein bisschen nervt mich auch, dass noch nicht allzu viel passiert. Vielleicht hätte ich das anders machen sollen. Aber jetzt starte ich nicht noch einmal von vorne.

      Als sie die Augen wieder aufschlug, stand die Sonne hoch am Himmel. Sie brauchte einige Zeit, um sich zu orientieren – Zeit, in der sie dem Zwitschern der Vögel lauschte, das weiche Gras unter ihrem Ohr spürte und die rauen Steine einer Mauer anstarrte. Einer Mauer, auf der sie eigentlich sitzen sollte.
      Dann erst merkte sie, dass es Tag war. Sie sprang auf. Der Morgen war lange vorbei, die Gesandten mussten längst zurück sein.
      Langsam dämmerte ihr, was geschehen war: Sie hatte ihre Aufgabe nicht erfüllt und das Dorf im Stich gelassen. Voller Schuldbewusstsein setzte sie sich auf die Mauer und starrte zum Tempel hinauf. Hatten die Boten den Weg zurück nicht gefunden, weil sie eingeschlafen war? Aber sie hatte diese Mauer doch sogar noch berührt. Ihr Bein hatte an dem kalten Stein geruht.
      „Ausreden!“, murmelte sie zu sich selbst. Sie hatte versagt. Dafür gab es keine Entschuldigung.
      Amara nagte an ihren Fingernägeln und dachte über das Reich der Götter nach. Nie hatte einer der Heimgekehrten davon berichtet. Als Yaruk am vergangenen Tag von einem Altar gesprochen hatte, hatte er mehr verraten, als alle vor ihm. Amara stellte sich die Welt hinter dem Tor als einen chaotischen Ort vor: Dunkelheit und verworrene Schlieren, scharfe Felsen, tiefe Abgründe und nur ein sicherer Weg zurück, erleuchtet von einem leitenden Licht. Doch diese Nacht war es verloschen – weil sie, Amara, ihre Pflicht verletzt hatte.
      Gab es überhaupt noch Hoffnung? Vielleicht wenn sie hier verharrte und gut darauf achtete, nicht noch einmal einzuschlafen. Sie musste es wenigstens versuchen.
      Die Stunden vergingen, während sie zum Tempel hinaufstarrte und wartete. Aber Amara war noch nie ein geduldiger Mensch gewesen und mit jeder Minute zweifelte sie stärker daran, dass die Gesandten den Weg zurück noch finden würden.
      Oder hatten sie das schon? Einen kurzen Moment kam ihr der Gedanke, die anderen könnten sie hier schlafend vorgefunden und zur Strafe zurückgelassen haben. Verdient hätte sie es.
      Schließlich beschloss sie, dass sie etwas tun musste – mehr, als hier herumzusitzen. Sie würde nach dem Tor suchen, hindurch gehen und die anderen finden. Wie sie dann den Rückweg finden würde, das wusste sie noch nicht. Aber wenigstens würde sie mit ihnen sterben und musste nicht mit dieser Schande ins Dorf zurückkehren. Sie stand auf und wandte sich dem Tempel zu.
      „Ich komme“, flüsterte sie und begann die steilen Stufen hinaufzusteigen.
      Der halb zerstörte Eingang kam ihr vor wie ein Schlund. Dahinter wartete die Finsternis. Doch nur ein paar Schritte, dann erreichte sie durch einen schmalen Durchgang einen hohen, dämmrigen Raum, auf dessen anderen Seite ein helles Rechteck schimmerte – eine Tür.
      Amara gelangte in einen Hof, der zur Mitte hin stufenförmig abfiel. Und dort stand was sie suchte, auch wenn sie niemals erwartet hatte, dass es so riesig sein würde. Sechs mal so groß wie sie selbst ragte das Tor in den Himmel, erbaut aus denselben Steinen wie der Tempel. Hindurchsehen konnte man nicht. Etwas Einzigartiges war in den Bogen gespannt und versperrte Amara die Sicht. Es schimmerte wie ein fließender, hellblauer Stoff, doch war es nicht ganz da – wie ein Gedanke schien es zwischen Wirklichkeit und Traumwelt zu schweben.
      Neugierig trat Amara näher. Auch ohne ihr Vorhaben, die Welt der Götter zu betreten, hätte sie gar nicht anders gekonnt, als die Hand nach der seltsamen Materie auszustrecken. Sofort zuckte sie zurück. Eine frische Kühle hatte ihren Finger erfasst, doch sonst hatte sie nichts gespürt. Noch einmal berührte sie das Tor und fuhr mit der Hand daran entlang. Die Berührung hatte keinen sichtbaren Einfluss auf auf die merkwürdige Membran. Kurz entschlossen machte Amara einen Schritt vorwärts.
      Kalter Wind schlug ihr ins Gesicht, dann war sie in Dunkelheit gehüllt. Die Luft war merkwürdig trocken und frisch. Ihre Augen brauchten eine Weile, um sich an das fehlende Licht zu gewöhnen, doch schließlich tauchten über ihr tausende von hellen Punkten auf – Sterne, doch nicht die, die sie kannte. Sie stand auf einem gepflasterten Rund, in dessen Mitte sich das Tor befand. Vor ihr war der Altar, von dem Yaruk berichtet hatte, dahinter erstreckte sich eine weite Grasfläche. Bei der Dunkelheit konnte man es bloß erahnen, doch sie schien bis zum Horizont zu reichen. In Amara, die Berge und Wald gewöhnt war, erweckte die Weite ein beunruhigendes Gefühl. Am rechten Horizont dagegen erhoben sich spitze Felsen und Amara glaubte, darauf seltsame Gebäude zu erkennen. Sie waren ganz anders und vermutlich viel größer als die einfachen Holzhütten in ihrem Dorf. Dahinter kündete ein rotes Schimmern am Himmel von der Sonne.
      Vorsichtig machte Amara ein paar Schritte auf den Altar zu. Diese Welt war anders, als sie erwartet hatte. Verschieden von ihrer eigenen und doch irgendwie gleich. So natürlich. Es gab kein Chaos und keine alles verschlingenden Wirbel. Tatsächlich war Amara ein wenig enttäuscht von diesem Ort, außerdem war es schwer einzusehen, weshalb die anderen den Rückweg ohne sie nicht gefunden hatten. Das Tor war doch dort, direkt hinter ihr, keine zwanzig Schritte von dem Altar entfernt.
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      -The Doctor
    • Guten Abend!

      Ich muss gestehen, dass ich die Vorgänger dieser Geschichte nie gelesen habe, was ich jetzt zu tiefst bereue!
      Dieser Anfang ist wirklich toll, das Kopfkino lief fehlerfrei mit ... ich will mehr! :thumbsup:
      Spring - und lass dir auf dem Weg nach unten Flügel wachsen ~R.B

      Sometimes you have to be your own hero.
    • Jetzt hatte ich einen richtigen kleinen Flow und konnte das erste Kapitel sogar beenden. Bin happy ^^

      Hallo @Ondine, noch einmal schön, von dir zu hören. Ich weiß ja nicht, ob du weiter lesen willst oder nicht, aber du kannst es gerne tun, ich versuche, einsteigerfreundlich zu bleiben - in Maßen. Wenn du Fragen hast, dann nur zu. Und wenn du mal wieder eine Geschichte anfängst, dann sag bescheid, ich habe deine damals wirklich gerne gelesen.
      LG Dinteyra


      Vielleicht war ihnen aber auch etwas zugestoßen. Amara blickte sich um und versuchte eine Spur von ihnen zu entdecken. Sie schritt um das Tor herum und suchte die weite Ebene mit den Augen ab. Es war nichts zu sehen. Aber zwölf Männer und Frauen konnten nicht einfach so verschwinden, oder? Prüfend betrachtete sie die Graskante an dem steinernen Rund. Man konnte nicht sagen, ob jemand es verlassen hatte, oder in welche Richtung. Aber Amara war sicher, dass ein Angriff, ob von wilden Tieren oder von Menschen, Spuren zurückgelassen hätte. Es sei denn ... einem beunruhigenden Gefühl folgend wandte sie den Kopf zum dunklen Himmel. Fast erwartete sie, dass sich von dort etwas auf sie herabstürzen würde. Die Sterne blinkten ihr friedlich entgegen, doch es reichte nicht, um die Furcht zu vertreiben. Sie war hier vollkommen ausgeliefert. Außer dem Altar gab es nichts, das Schutz bot. Amara blickte sehnsüchtig zum Tor.
      „Du wolltest sie finden!“, ermahnte sie sich selbst. Sie würde nicht ohne die anderen zurückkehren. Und nur ein Ort machte Sinn, um dort die Suche zu starten.
      Angstvoll wandte sie sich den Felsen am Horizont zu und machte den ersten Schritt auf die hohe, weiche Wiese.

      Die Sonne ging auf und tauchte die Ebene in goldenes Licht. Amara war müde und hungrig, doch sie gönnte sich keine Pause. Außerdem hatte sie es fast geschafft. Die felsigen Berge vor ihr waren schon so groß, dass sie beinahe ihr gesamtes Blickfeld ausfüllten. Es waren acht große und viele, viele schmale und so weit Amara es erkennen konnte, waren sie sternförmig angeordnet. Der am nächsten gelegene war etwas flacher als die anderen und es führte eine steile Treppe hinauf. Sie war Amaras Ziel. Auf jedem der Felsen stand eine Art Tempel aus grauen Steinen und Holz, mit Türmen, Säulen und anderen Balustraden. Und von den äußeren führte jeweils eine Hängebrücke zum zentralen Berg, auf dem das größte Gebäude thronte.
      Das Gesamtbild übertraf alles, was Amara jemals gesehen hatte. Schwer vorstellbar, dass dieses Meisterwerk von Menschenhand geschaffen worden war. Doch konnte dies das Zuhause der Götter sein? Es wirkte so menschlich, fast gemütlich. Nun, sie würde herausfinden, wer dort wohnte.
      Amara erreichte die Treppe und machte sich an den beschwerlichen Aufstieg. Mehrmals musste sie anhalten, weil ihr der Atem ausging. Nur beiläufig bemerkte sie die spektakuläre Aussicht, sie war völlig auf ihr Ziel fokussiert.
      Dann erreichte sie die oberste Treppenstufe und trat durch zwei erloschene Fackeln hindurch auf einen kleinen Vorplatz. Niemand war dort. Amara schritt zögerlich in die Mitte des Platzes und sah sich um.
      „Hallo?“, fragte sie zögerlich, doch nicht besonders laut.
      Ein Rascheln neben ihr erklang. Dort war ein kleines Tier, dass zu einem der Bäume an der Seite des Platzes lief, sich eine daumengroße, rosafarbene Frucht schnappte und geschwind wieder ins Unterholz flitzte.
      Nun, zumindest gab es hier Lebewesen. Amara wandte sich der breiten Holztreppe zu, die zu dem flachen Gebäude hinaufführte. Sie war ein wenig verwittert und Amara trat sehr vorsichtig auf die Stufen. Oben angekommen versperrte ihr eine Tür den Weg ins Haus. Sie drückte dagegen, doch die Pforte blieb verschlossen.
      „Amara“, hauchte es plötzlich hinter ihr. Sie glaubte, den Atem eines Menschen in ihrem Nacken zu spüren. Erschrocken wandte sie sich um. Niemand da. Nur die Blätter der Bäume raschelten im Wind.
      „Hier entlang!“ Die Stimme kam von links.
      Amara lief ein eiskalter Schauer über den Rücken, denn wieder konnte sie nicht erkennen, wer gesprochen hatte.
      „Wer ist da?“, rief sie. Die Stimme war ihr merkwürdig vertraut vorgekommen, doch sie konnte nicht sagen, wem sie gehörte. Vielleicht stand jemand hinter der Hausecke?
      Und wenn er mir etwas Böses will? Sie wischte den Gedanken beiseite und ging in die Richtung. Vorsichtig schaute sie um die Mauerecke herum. Niemand war dort, also fasste sie all ihren Mut zusammen und ging noch weiter, zur nächsten Ecke. Hier begann ein Pfad, der in kleinen Windungen zur Hängebrücke hinabführte. Sie war lang, länger als jede Brücke, die Amara je gesehen hatte, und sie schaukelte im Wind. Doch sie schien die junge Frau zu rufen.
      „Amara!“
      Dieses Mal erkannte sie die Stimme. „Yaruk!“, flüsterte sie und stolperte los.
      Bloß nicht nach unten schauen, dachte sie, während sie über die Brücke lief. Mehrere Male schwankte die Konstruktion so stark, dass Amaras Beine nachgaben und sie einknickte, aber die stabilen Seilnetze rechts und links der Planken verhinderten, dass sie nach unten fallen konnte. Dann erreichte sie den mittleren Felsenberg. Das Gebäude hier war höher als das erste und es kam ihr so bedrohlich vor, dass sie wieder zögerte.
      „Hier!“, rief Yaruks Stimme.
      Sie gab den Ausschlag, dass Amara weiter ging. Das Tor dieses Gebäudes war geöffnet und führte sie in eine hohe Halle. Von oben kam Licht durch viele über- und nebeneinander liegende Fenster. Eine Treppe führte nach oben. Amara glaubte, dort einen Schatten zu sehen. Hatte sie endlich Menschen gefunden? Doch als sie den Kopf neigte, verschwamm der Schatten und ließ nur Staub zurück, der im Licht tanzte.
      Sie ließ jetzt alle Vorsicht fahren.
      „Ist hier irgendjemand?“, rief sie.
      „Wir sind hier oben!“, kam die Antwort. Es war wieder Yaruks Stimme, aber etwas daran klang nicht richtig.
      Trotzdem lief sie los, bis eine andere Stimme sie zurückhielt.
      „Geh nicht!“
      Amara blieb stehen – mitten auf der Treppe – und wandte sich um. Unten in der Halle war ein alter Mann erschienen. Er trug merkwürdige Kleidung, das war das erste, was ihr auffiel. Ein langes, weiß-goldenes Gewand, das seinen gesamten Körper bedeckte, mit Ausnahme des Kopfes. Doch auch der war mit einem Stück Stoff bedeckt und das Gesicht mit einem dichten, weißen Bart bewachsen.
      „Geh nicht“, sagte er noch einmal.
      Amara war hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, so schnell wie möglich Yaruk zu erreichen, und ihrem gesunden Menschenverstand, der ihr sagte diesen Mann nicht zu ignorieren.
      „Sie rufen mich“, versuchte sie zu erklären. „Meine Freunde.“
      „Wenn sie deine Freunde waren, so sind sie es jetzt nicht mehr“, sagte er.
      Überrascht trat Amara eine Stufe nach unten und wandte sich dem Fremden vollends zu. „Was?“
      „Sie geben dir die Schuld an ihrem Schicksal. Sie glauben, du hättest deinen Posten verlassen.“
      Amara wurde bleich. „Das habe ich“, hauchte sie entsetzt. „Es tut mir so leid. Ich muss ihnen helfen!“
      „Bleib stehen!“, bellte der Mann und sie wagte es nicht, einen Schritt von der Stelle zu treten. „Sie sind selbst Schuld. Wir alle sind es. Wir hätten nicht nach dem Schatz trachten sollen.“
      „Was für ein Schatz? Wer seid Ihr? Seid ihr ein Gott?“
      Der Mann begann zu lachen. „Ein Gott? Nein. Ich wünschte es wäre so, aber du kannst dir kaum ein machtloseres Wesen als mich vorstellen. Ich kann nicht einmal einen Stein werfen.“
      „Wo sind die Götter dieser Welt?“, fragte Amara.
      Wieder lachte er, doch es war ein freudloses Lachen. „Ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie existieren. Wenn doch, sind sie sehr grausam. Ich mag vieles verdient haben, aber dieses Schicksal nicht.“
      „Sie haben uns Geschenke gesandt“, sagte Amara. „Jahr um Jahr. Sie beschützen mein Dorf.“
      „Da bist du aber auf dem Holzweg“, erklärte der Mann. „Der Krempel auf dem Altar kommt von den hiesigen Waldbewohnern. Sie halten euch für die Götter. Nahrungsmittel sind knapp in dieser Gegend, diese Leute leben von Fleisch und Pilzen. Etwas süßeres als eure Früchte haben sie nie gekostet. Und falls du wissen willst, woher ich das weiß: Ich habe sie beobachtet. Das ist das einzige, was mir noch geblieben ist. Ich kann nicht weit weg von hier, aber wenn ich all meine Kraft sammele, schaffe ich es bis zum Weltentor. Auch heute war ich dort. Deine Freunde sind hergekommen, als sie auf dem Altar nichts gefunden haben. Ich habe sie gewarnt, aber sie wollten nicht hören.“
      Amara starrte ihn an. „Diese Waldbewohner halten uns für die Götter?“
      „Du bist nicht besonders schnell von Begriff, oder?“
      „Ich muss ihnen helfen“, sagte Amara. So interessant, wie sie seine Worte fand, er verschwendete ihre Zeit. Sie wandte sich von ihm ab und stieg weiter die Treppe hinauf, nun jedoch etwas langsamer. Ganz sicher war sie ihrer Sache nicht.
      „Wenn du dort hinauf gehst“, sagte der alte Mann scharf, „endest du so wie ich.“
      Amara wandte sich um. „Und wie seid Ihr geendet?“
      Er machte ein paar Schritte auf die Treppe zu. „Ich hänge zwischen Leben und Tod“, hauchte er. „Ich bin aus meinem Körper gerissen und doch verweile ich in dieser Welt – gefangen für alle Ewigkeit.“ Er setzte einen Fuß auf die erste Treppenstufe und streckte die Hand nach dem Geländer aus. Doch sie glitt einfach hindurch, als wäre sie nicht da. Sein Arm ragte in das Holz hinein, während auf der anderen Seite die Fingerspitzen herauszuwachsen begannen. Amara schaute entsetzt zu. „Ich habe dir gesagt, dass ich nicht einmal einen Stein werfen kann“, fuhr der Alte fort.
      „Amara“, rief eine heisere Stimme von weiter oben und weckte sie aus ihrer Trance.
      „Ich komme“, rief sie panisch und nahm die letzten Stufen in drei riesigen Sprüngen. Der Weg führte sie durch einen offenen Gang und mehrere Treppen hinauf. Seltsamerweise wusste sie nun genau, wohin sie gehen musste. Es war, als würde Yaruks Anwesenheit sie magisch anziehen. Dann erreichte sie eine große Halle mit hohen Fenstern, die vom Boden bis zur Decke reichten, einem reich verzierten Steinboden, Säulen und einem Absatz an der hinteren Wand, zu dem zwei flache Treppen hinaufführten. Mitten im Raum, in der Mitte eines runden Ornamentes, stand ein Podest mit einer hölzernen Truhe. Der glitzernde Inhalt zog Amaras Blick sofort an. Eine goldene Krone lag dort, Ketten, Armbänder, ein Schwert und ein verziertes Messer. Doch dann nahm sie am Rande ihres Blickfeldes etwas anderes war. Am Boden lag eine zusammengekrümmte Gestalt.
      „Yaruk!“, rief sie und wollte zu ihm rennen, doch plötzlich stand der alte Mann wieder vor ihr.
      „Bleib stehen“, befahl er und Amara tat instinktiv, wie ihr geheißen. „Du kannst ihm nicht helfen.“
      „Was ist mit ihm?“, fragte sie, dann jammerte sie auf, als sie die anderen Gestalten auf dem Boden liegen sah.
      „Wenn du auch nur einen Schritt nach vorne machst, wird dir dasselbe zustoßen“, sagte der Alte. „Dieser Raum ist verflucht. Siehst du das Muster auf dem Boden? Du darfst es nicht betreten.“
      Sie blickte nach unten und sah, dass keine Handbreit vor ihr das merkwürdige Ornament begann. Sie trat einen Schritt nach hinten.
      „Hör nicht auf den alten Mann. Komm doch näher.“ Amara zuckte zusammen, denn es war Yaruk, der sprach. Doch die Stimme kam nicht von der Gestalt am Boden, sondern von den Stufen am Ende der Wand.
      „Yaruk?“, hauchte sie. Er sah ganz normal aus, doch wie konnte es zwei von ihm in diesem Raum geben? Sie wich vor ihm zurück. Ein boshaftes Grinsen umspielte seine Lippen, als er in die Mitte des Raumes trat, direkt hinter die Schatztruhe.
      „Komm her“, flüsterte er.
      „Nein.“ Sie trat noch einen Schritt zurück, ihr Blick flackerte zwischen dem sprechenden Yaruk und der verkrümmten Gestalt am Boden hin und her.
      „Wir könnten für immer zusammen sein.“
      „Lass dich nicht darauf ein“, flüsterte der alte Mann.
      Amara schwieg. Voller Entsetzten beobachtete sie, wie Yaruks Gestalt einen Schritt nach vorne machte, die Schatzkiste scheinbar vergessend. Er trat einfach hindurch.
      „Du hast deinen Posten verlassen, nicht wahr?“, sagte er.
      „Nein“, flüsterte sie. „Ich meine doch, aber ... wieso seid ihr hergekommen?“
      Yaruk beantwortete die Frage nicht. „Du hast uns im Stich gelassen“, zischte er.
      „Hör nicht auf ihn, dich trifft keine Schuld“, sagte der alte Mann. „Lauf weg. Lauf zurück in deine Heimat und komm nie wieder her!“
      Amara drehte sich um und rannte los.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • So, nach diesem exotischen Abstecher geht es jetzt in vertrautere Gefilde.



      Ein Tag im Frühling

      Die Sonne spiegelte sich in den Windschutzscheiben der Autos. Fünfunddreißig gleißende Lichtpunkte blendeten das Mädchen, das sich langsam durch die Allee am Stadtrand schleppte. Sie kniff die Augenlider zu Schlitzen zusammen, doch so unangenehm das grelle Licht auch war – dieses Bild war es doch wert, angesehen zu werden.
      Das Mädchen schien es nicht besonders eilig zu haben. Nur langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen. Sie war tief in Gedanken versunken – wie tief wurde deutlich, als sie mit offenen Augen geradewegs vor einen Baum lief. Ein dumpfes Geräusch ertönte, man konnte ein überraschtes „Autsch“ vernehmen, das Mädchen taumelte zurück und rieb sich verärgert die Stirn. Dann korrigierte sie ihre Richtung und ging weiter – nicht einen Schritt schneller als zuvor.
      Sie hatte schulterlange, hellbraune Locken, trug eine rote Jacke, bequeme Jeans und Turnschuhe. Den blauen Rucksack in ihrer Hand ließ sie achtlos über den Gehweg schleifen.
      Bis das Ende der Straße erreicht war, dauerte es eine gefühlte Ewigkeit. Das Mädchen bog rechts ab und nach wenigen Schritten wieder links, in einen von Hecken eingeschlossenen Fußgängerweg. Hier war es dunkel und kalt, aber es duftete herrlich nach Frühling. An einigen Büschen blühten bereits kleine, rosa Blüten. Schließlich mündete der Fußweg auf eine schmale Straße, gesäumt von weißen Einfamilienhäusern und hohen Laternen. Das Mädchen ging mitten auf der Straße, vorbei an einem bemalten Stromkasten, frisch gepflanzten Bäumen und einigen leeren Parkplätzen. Dann betrat sie den von Blumen gesäumten Weg im Vorgarten eines der Häuser.
      Während sie die Stufen zur Tür hinaufstieg, wurde sie noch langsamer, blieb schließlich stehen und kramte mit viel mehr Aufwand als nötig einen Schlüssel aus der Tasche. In Zeitlupe steckte sie ihn ins Schloss, drehte ihn um und stieß die Tür auf.
      Plötzlich ging alles viel schneller: die Schuhe in die Ecke gepfeffert, die Jacke und den Rucksack dazu und dann blitzartig die Treppe hochgeflitzt.
      „Maja!“, erklang eine verärgerte Stimme aus der Küche. „Du hättest bereits vor einer halben Stunde hier sein müssen.“
      Maja Sonnfeld blieb auf der Treppe stehen und trat unbehaglich von einem Fuß auf den anderen. „Tut mir Leid, Mama, ich hab ein bisschen getrödelt.“
      Simone Sonnfeld seufzte tief. „Du kannst gleich hier unten bleiben, das Essen ist fast fertig. Wie wäre es, wenn du den Tisch deckst?“
      Maja ging die Treppe wieder hinunter und marschierte mit Unschuldsmiene in die Küche. Sie zog den Geschirrschrank auf und verteilte die Teller darin auf dem Tisch.
      „Wie war die Schule?“, fragte ihre Mutter.
      Maja grummelte etwas.
      „Habt ihr die Englischarbeit zurückbekommen?“
      Wieder grummelte Maja etwas unverständliches.
      Ihre Mutter verstand daraus offenbar ein Ja. „Und?“, fragte sie.
      Maja seufzte. Sie würde es früher oder später so oder so herausfinden. „Fünf.“
      Simone Sonnfeld seufzte jetzt auch. „Ach Maja.“
      Ihre Tocher schwieg. Was sollte sie auch sagen? Dass sie von Glück reden konnte, dass es überhaupt eine Fünf geworden war? Dass sie, seit sie wieder zu Hause war, keine zwei englischen Wörter aneinander reihen konnte? Es schien als hätte die unnatürliche Art, auf die sie Paratak, die Sprache der Welt ohne Namen, gelernt hatte, alle Sprachkenntnisse in ihrem Kopf durcheinander gewirbelt. Manchmal tat sie sich schon schwer genug damit, richtig Deutsch zu sprechen.
      „Ich besorge dir einen Nachhilfelehrer“, sagte ihre Mutter plötzlich.
      Maja verharrte regungslos. Nicht das auch noch. „Mama, ich hab schon Nachhilfe in Mathe“, sagte sie. „Bitte nicht auch noch in Englisch. Das bringt doch eh nichts.“
      „Was willst du machen, sitzen bleiben?“, fragte ihre Mutter gereizt.
      „Ich kann gar nicht sitzen bleiben. Ich habe die siebte Klasse schon letztes Jahr geschafft.“
      „Gerade deshalb solltest du es können, oder?“
      Maja wäre eigentlich schon in der achten Klasse, aber da sie mehr als die Hälfte des Schuljahres verpasst hatte, hatte man sie eine Klassenstufe zurückgestuft. Mit der achten würde sie erst nach den Sommerferien beginnen. Natürlich hatte sie den Stoff eigentlich schon durchgenommen, aber sie konnte es einfach nicht mehr. Mathe, Deutsch und Englisch – ausgerechnet mit den Hauptfächern kam sie nicht mehr zurecht.
      „Maja, ich weiß, dass du Probleme hast, dich zu konzentrieren“, sagte ihre Mutter. Das war Majas gewöhnliche Ausrede, wenn es um die Schulnoten ging, teilweise leider nur zu wahr. „Glaubst du nicht es würde helfen, wenn du endlich darüber reden würdest? Über das, was passiert ist?“
      „Ich will nicht reden“, sagte Maja entschieden, so wie jedes Mal, wenn irgendjemand sie dazu bringen wollte. Es kam immer häufiger vor in letzter Zeit. Sie wusste, dass alle es nur gut meinten, trotzdem machte es sie wütend. Konnten sie kein Nein akzeptieren?
      „Jetzt hau bloß nicht wieder ab“, sagte ihre Mutter. „Das Essen ist fertig. Ruf mal nach Käse.“
      Maja ging in den Flur und brüllte nach ihrem neunjährigen Bruder Kasimir. Sofort kam er die Treppe hinunter gehopst. Er lief an ihr vorbei in die Küche und verkündete kurz danach: „Lecker Kartoffelbrei.“ Dann sagte das Quitschen der Kühlschranktür Maja, dass Käse sich gerade den Ketchup holte. Sie musste würgen. Kartoffelbrei und Ketchup waren für sie zwei unvereinbare Dinge.
      Das Essen verlief wie immer. Majas Mutter versuchte, ihre Kinder über deren Tagesablauf auszufragen – mit unterschiedlichem Erfolg: Käse redete wie ein Wasserfall und Maja schwieg sich aus.
      „Wie war denn dein Tag?“, fragte Simone ihre Tochter schließlich. „Hat die Schule Spaß gemacht?“
      „Hat sie mir in den letzten Monaten auch nur einmal Spaß gemacht“, fragte Maja. „Vielleicht wäre es ja besser, wenn nicht alle immer über mich tuscheln würden – hinter meinem Rücken. Ganz abgesehen davon, dass sie mich gruselig finden.“
      „Ach Maja. Ich bin sicher, wenn du auf sie zugehst, wirst du auch in dieser Klasse Freunde finden. Du warst doch immer so ein selbstbewusster Mensch. Ich habe eine Idee: wie wäre es, wenn du einige von ihnen zu deinem Geburtstag einladen würdest?“
      „Ganz bestimmt nicht“, sagte Maja entschieden. Sie konnte ihre Klassenkameraden nicht leiden. Man konnte sie in zwei Kategorien einteilen: Jungen und Mädchen. Die Jungen waren kindisch. Die Mädchen waren zickig und fies. Und allesamt starrten sie Maja manchmal an wie eine Außerirdische.
      Vielleicht hatte es einfach nicht anders kommen können. Sie war mitten im Schuljahr in diese Klasse gekommen – das Mädchen, das über ein halbes Jahr verschwunden war und kein Wort darüber hatte verlauten lassen, was ihr zugestoßen war. Das Mädchen, das manchmal statt Deutsch ein merkwürdiges Kauderwelsch von sich gab, das ständig verträumt in der Gegend herumstarrte und trotzig reagierte, wenn es von den Lehrern darauf angesprochen wurde.
      „Ich mache mir wirklich Sorgen um dich“, sagte ihre Mutter und riss Maja aus ihren Gedanken. „Ich weiß, dass du unglücklich bist.“
      „Das bin ich nicht“, sagte Maja, obwohl sie wusste, dass es nicht stimmte.
      Ihrer Mutter entlockte die Erwiderung nur einen weiteren Seufzer. „Na schön“, sagte sie. „Aber wenn du irgendetwas brauchst, dann sag es mir.“
      Was Maja brauchte war Zeit für sich. Zeit, um nachzudenken und etwas zu tun, das ihr Spaß machte. Zeit, die sie draußen unter dem freien Himmel verbringen konnte, ohne dass ihre Mutter sie danach löcherte, wo sie gewesen war. Sie verstand einfach nicht, warum Maja Gefallen daran fand, stundenlange Spaziergänge zu machen.
      „Ich habe nachgedacht“, sagte Simone Sonnfeld. „Vielleicht solltest du dir ein Hobby suchen. Ein Instrument spielen vielleicht, oder eine Sportart. Vielleicht findest du darüber Freunde.“
      Maja starrte sie an und plötzlich machte es bei ihr Klick. Das war die Gelegenheit einen Wunsch auszusprechen, der schon seit Wochen in ihrem Kopf herumspukte. Sie hatte nur noch nicht den passenden Moment dafür gefunden. „Darf ich Reitstunden nehmen?“, fragte sie, mit einem Mal aufgekratzt.
      Es war das einzige, was sie vermisste, und auf dem Rücken eines Pferdes fand sie vielleicht endlich die Zerstreuung, die sie suchte.
      Ihre Mutter schien überrascht. „Reiten? Ich wusste nicht, dass du dich dafür interessierst. Aber Reitstunden sind teuer, oder?“
      „Bitte“, sagte Maja flehend.
      „Ist Reiten nicht ein bisschen gefährlich? Man hört doch immer wieder von schlimmen Unfällen.“
      „Blödsinn“, sagte Maja. „Man muss halt vorsichtig sein, aber Unfälle können überall passieren.“
      Ihre Mutter sah sie nachdenklich an. „Ich spreche mal mit deinem Vater darüber“, sagte sie schließlich. „Mal sehen, was er dazu sagt. Aber vielleicht ist es ja im Moment genau das richtige für dich.“
      „Das ist es bestimmt“, sagte Maja entschieden.
      Ihre Mutter sah allerdings noch ein wenig zweifelnd drein und fragte noch dreimal hinterher, wie ihre Tochter denn ausgerechnet darauf kam.
      „Nur so“, sagte diese, stopfte sich einen großen Löffel Kartoffelbrei in den Mund und spießte mit ihrer Gabel ein kleines Würstchen auf.
      Käse verkündete derweil, dass Reiten langweilig sei, weil Pferde ja nicht fliegen könnten. Daraufhin musste Maja grinsen. Am liebsten hätte sie Käse erzählt, dass sie schon einmal auf einem geflügelten Pferd über das Land geflogen war. Doch das würde wohl nicht einmal ihr kleiner Bruder glauben.
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    • Wow, da ist dir ein ziemlich starker Einstieg gelungen. Dass Amara einschläft, war ja irgendwie abzusehen,aaber ich habe die ganze zeit gedacht, dass das Tor in unsere Welt führen müsste. Was stattdessen dahinter lag, wirft viele Fragen auf, zuallererst, ob Amara nicht wie angenommen aus der Welt ohne Namen sondern aus unserer kommt, oder ob es da noch eine weitere Welt im Portalsystem gibt.

      Maja jedenfalls ist wohl vom Regen in die Traufe gekommen. Jetzt hat sie endlich, was sie sich die ganze zeit gewünscht hat und dann ist alles blöd xD aber wenn alles gut wäre gäbe es keine Geschichte, was? ;)

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau

    • Alopex Lagopus schrieb:

      Was stattdessen dahinter lag, wirft viele Fragen auf, zuallererst, ob Amara nicht wie angenommen aus der Welt ohne Namen sondern aus unserer kommt, oder ob es da noch eine weitere Welt im Portalsystem gibt.
      Ja, die Frage werde ich erstmal nicht beantworten, da müsst ihr euch ein paar Seiten gedulden und überraschen lassen, oder ihr rätselt noch ein wenig und kommt selbst drauf. ;)

      Alopex Lagopus schrieb:

      aber wenn alles gut wäre gäbe es keine Geschichte, was?
      Naja, der Großteil dieser Geschichte könnte genauso verlaufen, wenn jetzt alles Friede-Freude-Eierkuchen wäre, aber irgendwie hielte ich das nicht für realistisch. Maja schafft sich ihre Probleme sowieso selbst, mit ihrer Einstellung, warum sollte sie sich jetzt ändern?


      Ich hab gerade echt Motivation, muss an der frisch gestarteten Geschichte liegen. Ich kann gar nicht so schnell schreiben, wie mir die Ideen kommen.


      Der Tag zog sich ewig in die Länge. Vielleicht lag es daran, dass Maja ihn größtenteils mit Nichtstun verbrachte, während in ihrem Hinterkopf der Gedanke an ihre noch nicht erledigten Hausaufgaben spukte. Um halb sechs setzte sie sich schließlich widerwillig an den Schreibtisch und kritzelte ein paar Sätze in ihre Hefte. Doch kurz nachdem sie angefangen hatte, klapperte unten im Flur das Türschloss. Maja verschob Deutsch, Mathe und all die anderen Fächer auf später und ging die Treppe hinab, um ihren Vater zu begrüßen. Käse hopste ihr hinterher.
      Leon Sonnfeld war ein hagerer Mann mit Brille, Falten auf der Stirn und braunem Haar, das bereits zahlreiche graue Strähnen und über der Stirn eine kahle Stelle aufwies. Als er seine Kinder nacheinander die Treppe hinunterkommen sah, lächelte er müde. Er sah erschöpft aus; um die Augen hatten sich dunkle Schatten gelegt. In letzter Zeit kam er immer so ausgelaugt von seiner Arbeit als Programmierer in einem großen IT-Konzern. Maja hatte eher unabsichtlich ein Gespräch ihrer Eltern belauscht und wusste daher, dass es in dem Unternehmen derzeit viele Entlassungen gab. Er fürchtete um seinen Job.
      Sie umarmte ihn und ging dann an ihm vorbei in die Küche. Aus dem Schrank nahm sie eine Tasse, füllte sie mit Wasser, legte einen Teebeutel hinein und stellte das Ganze in die Mikrowelle. Danach nahm sie den Tee, einen Löffel und die Zuckerdose und trug sie ins Wohnzimmer, wo ihr Vater es sich in seinem Lieblingssessel bequem gemacht hatte. Als Maja das heiße Getränk neben ihm auf den Tisch stellte, blickte er überrascht drein.
      „Welchem Umstand verdanke ich diesen komfortablen Service?“, fragte er schmunzelnd.
      „Du sahst so erschöpft aus.“
      „Ich habe eher das Gefühl, du willst etwas von mir.“
      „Nein, ehrlich nicht“, sagte Maja und meinte es auch ernst.
      Doch ihre Mutter schien sich an das Gespräch vom Mittagessen zu erinnern.
      „Deine Tochter will reiten lernen.“
      Leon Sonnfeld machte ein überraschtes Gesicht, das nach und nach zu einem nachdenklichen wurde, bis es sich schließlich aufhellte. „Warum nicht? Das ist eine phantastische Idee.“
      „Ehrlich?“, fragten seine Frau und seine Tochter gleichzeitig.
      „Aber natürlich. Wie denkst du denn darüber, Simone?“
      „Reitstunden sollen teuer sein.“
      „Unsinn. Wir wollen ihr ja schließlich kein Pferd kaufen, nur Reitunterricht.“
      Simone zuckte verwirrt mit den Schultern, aber Maja grinste erleichtert. Es war viel einfacher gewesen als erwartet. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass ihre Eltern sie doch verstanden.
      „Maja, wie wäre es, wenn du dich mal umhörst wo man gut reiten kann?“, fragte ihre Mutter plötzlich. „Vielleicht bei deinen Klassenkameraden?“
      Maja verdrehte die Augen. Kam sie jetzt wieder mit der Such-dir-doch-bitte-ein-paar-Freunde – Masche an? Wann würde sie endlich verstehen, dass das nicht so einfach war? Aber irgendwoher würde sie schon herausfinden, wo man reiten konnte. „Von mir aus.“

      Sie verbrachten den Abend vor dem Fernseher. Bevor Maja ein halbes Jahr verschollen gewesen war, hatte die Familie kaum ferngesehen, doch jetzt saßen sie fast jeden Abend im Wohnzimmer und sahen einen Film an. Maja war froh darüber, erstens, weil sie es liebte, spannende Filme anzuschauen, und zweitens, weil es eine Beschäftigung war, bei der man nicht miteinander reden musste und somit auch nicht auf heikle Themen zu sprechen kommen konnte. Ärgerlich war nur, dass ihre Eltern die wirklich spannenden, Spaß und Action verheißenden Filme verschmähten und dass Maja um halb zehn ins Bett musste, weshalb sie das Ende verpasste. Bei kurzen Filmen schaffte sie es manchmal, mit der Zahnbürste im Mund, den Rest zu erhaschen. Ihre Ausreden, noch einmal ins Wohnzimmer zu müssen, waren vielfältig und kreativ.
      So auch heute. Doch schließlich sprach ihre Mutter ein Machtwort und Maja musste ab in die Federn. Sie schlurfte gemächlich die Treppe hinauf, ging ins Badezimmer und spuckte die Zahnpasta ins Becken. Doch auf dem Weg vom Badezimmer in ihr eigenes Zimmer hörte sie plötzlich, wie ihre Mutter ihren Namen sagte. Maja verharrte regungslos und schlich dann die Treppe hinab. Auf der Hälfte blieb sie stehen und spitzte die Ohren.
      „Bist du wirklich der Meinung, dass das eine gute Idee ist?“, fragte ihre Mutter.
      „Wir können ihr diesen Wunsch nicht abschlagen. Denk doch nur, wie verschlossen sie geworden ist, und jetzt hat sie endlich einen Wunsch geäußert. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen.“
      „Ich weiß, dass es ein gutes Zeichen ist. Ich habe sie ja dazu ermuntert, sich ein Hobby zu suchen. Aber muss es ausgerechnet Reiten sein? Mit Pferden und all dem? Ich will nicht, dass Maja etwas zustößt.“
      „Was soll ihr denn zustoßen?“
      „Ein Reitunfall? So etwas kann schlimme Folgen haben.“
      „So etwas muss nicht passieren. Wir werden dafür sorgen, dass sie vorsichtig ist.“
      „Als ob wir darauf einen Einfluss hätten. Außerdem – egal wie vorsichtig sie ist, es kann immer etwas passieren.“
      „Du hast Recht, es kann immer etwas passieren. Wir können auch zufällig vom Duschkopf erschlagen werden. Das ist kein Grund, warum sie nicht reiten sollte. Außerdem ist es doch allgemein bekannt, dass Tiere eine therapeutische Wirkung haben. Besonders Pferde. Es wird Maja gut tun, da bin ich sicher.“
      Eine lange Pause entstand und Maja überlegte schon, ob sie sich wieder zurückziehen sollte, da sprach ihre Mutter erneut:
      „Ich habe einfach Angst, sie wieder zu verlieren. Dieses halbe Jahr war die schlimmste Zeit in meinem Leben. Und ich werde den Gedanken einfach nicht los, dass ihr etwas ganz fürchterliches passiert ist.“
      Ihr Vater seufzte. „Solange sie nicht mit uns spricht, werden wir es nicht erfahren. Aber sie wirkt nicht wie jemand, dem etwas schreckliches wiederfahren ist.“
      „Sie versteckt ihre wahren Gefühle doch nur. Und sie ist unglücklich, ich sehe es jeden Tag.“
      „Gib ihr Zeit, Simone. Sie wird sich schon erholen.“
      Wieder folgte eine lange Pause. Maja richtete sich auf, wollte schon ins Bett gehen.
      „Ich wünschte nur, ich könnte sicher sein, dass sie nicht einfach abgehauen ist“, sagte ihr Vater plötzlich mit düsterer Stimme.
      „Das ist sie nicht. Erinnerst du dich an all die seltsamen Umstände? Das Seil, die offene Tür, die Geräusche, von denen die Nachbarn gesprochen haben und das, was das Mädchen von gegenüber gesagt hat? Ehrlich gesagt, wäre ich froh, wenn sie weggelaufen wäre. Dann wüssten wir wenigstens, dass niemand sie gezwungen hat.“
      „Nein. Wenn sie abgehauen wäre ...“
      „Was spielt das für eine Rolle?“
      „Für mich spielt es eine Rolle.“
      „Was hätte sie für einen Grund gehabt, wegzulaufen?“
      „Was für einen Grund hat sie, uns nicht zu sagen wo sie war? Was passiert ist? Außer dem, dass sie sich aus dem Staub gemacht hat und es nicht zugeben will?“
      „Du weißt, dass das nicht wahr ist, Leon.“
      „Ich weiß nicht mehr was ich weiß. Und ich kann nicht einfach so tun, als ob das alles nie passiert wäre. Sie hat sich verändert, weißt du?“
      Im Flur beschloss Maja endgültig, nicht länger zu lauschen und zog sich zurück. In ihrem Zimmer angekommen schloss sie die Tür, kroch unter ihre Decke und löschte das Licht. Doch schlafen tat sie noch lange nicht. Sie starrte an die Dachschräge, ihre Gedanken hingen bei dem belauschten Gespräch. Innerlich fühlte sie sich elend. Wie gerne hätte sie ihren Eltern alles erzählt. Doch sie würden ihr nicht glauben. Niemals. Ihre Eltern steckten mit beiden Füßen fest in der Realität, jedenfalls in dem, was sie dafür hielten. Statt ihr zu glauben, würden sie Maja bestimmt wieder in eine Therapie stecken – und davon hatte sie fürs erste genug, das hatte sie schon im Januar mitgemacht. Und selbst wenn sie ihr glauben würden, was würden sie tun? Mit Sicherheit sich nicht einfach damit abfinden. Und das Chaos, was dann folgen würde, wollte sie sich lieber gar nicht vorstellen. Maja hatte diese Gedanken schon hunderte Male im Kopf herumgewälzt und sie kam immer zu dem gleichen Ergebnis: Sie musste das Ganze für sich bewahren.
      Für immer.
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    • Dinteyra schrieb:



      Ichhab gerade echt Motivation, muss an der frisch gestarteten Geschichte liegen. Ich kann gar nicht so schnell schreiben, wie mir die Ideen kommen.
      Das ist wirklich beneidenswert :D freue mich für deinen Kreativschub.

      Dass nicht alles gut wird, war aber abzusehen. Dass die Eltern sich einfach damit zufrieden geben, dass ihre Tochter wieder da ist, wäre für mich auch wenig realistisch gewesen. Ich verstehe aber auch Majas Seite. Wer wird ihr die Story schon abkaufen? Da müsste schon jemand aus der Welt ohne Namen vorbei kommen - am besten ein Zauberer wie Feodor :D

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


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    • Und ich habe auch wieder aufgeholt. xD

      Okay, Amara ist durch das Tor gegangen. Die beiden Teile sind wir sehr gut gelungen. Sehr spannend und man fragt sich natürlich, was es mit diesem Schatz auf sich hat. Offenbar ein Fluch? Und wer war der alte Mann, der sie gewarnt hat? Ob er auch die anderen gewarnt hat, diese ihn aber ignoriert haben? Wäre gut vorstellbar. Echt unheimlich *Angst* Mal schauen, was das mit der Geschichte zu tun hat und was aus den Leuten geworden ist. ^^


      Die beiden Teile mit Maja fand ich schön. Dass es nicht leicht für sie wird, in ihrer Welt wieder Anschluss zu finden, war irgendwie abzusehen, und das hätte sich Maja auch denken können. Aber dass sie deshalb unglücklich ist, macht mich irgendwie traurig. Sie wirkt ein wenig verloren. Ohne Freunde, als merkwürdiges Mädchen und von einer überbesorgten Mutter umwuselt. Obwohl man die Mutter natürlich verstehen kann, sie will eben nicht, dass Maja erneut verschwindet. Schwierige Situation.
      Und sie macht gern lange Spaziergänge? Ich glaube, die vermisst die Welt ohne Namen viel mehr, als sie vor sich selbst zugeben will. :hmm:

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Dinteyra schrieb:

      An einigen Büschen blühten bereits kleine, rosa Blüten(Knospen).
      So ich habe dann mal aufgeholt. Du warst ja reichlich produktiv. Super, gut für uns dann haben wir nämlich mehr zu lesen und bekommen von Maja gar nicht mehr genug. Ich freue mich ebenso sehr wie Kyelia, dass du an dieser Geschichte weiter schreibst und auch beim Schreiben so viel Inspiration und Motivation hast, um so schnell voran zu kommen, dass du mehr Ideen hast als Zeit zum schreiben. Klasse. Ich war erst ein wenig irritiert, dass es nicht gleich mit Maja anfing, aber gut, dass hat sich dann auch gegeben. Ich bin mal gespannt wie das Intro mit dem Rest der Geschichte zusammen passt. An den Abschnitten die sich um Maja drehen habe ich nichts auszusetzen. Die Gefühlsregungen der einzelnen Charaktere kann man wunderbar nachvollziehen, vor allem die der Eltern und natürlich Majas, weil sie in eine neue Klasse gekommen ist. Wer von uns kennt das nicht?!
      Ich bin gespannt wie es weiter geht und warte begierig auf den nächsten Teil :)
    • Ich bin wieder da, hatte fünf Tage keine Langeweile, aber unendlich Inspiration. Hab jetzt erst mal hier einen kleinen Teil, es soll ja nicht einfrieren, aber dann muss ich unbedingt an meine andere Geschichte wieder ran. Bin sooo motiviert. Eigentlich für alle Geschichten.
      Dieses Kapitel ist jetzt ein bisschen traurig.


      Eisernes Schweigen


      Vier Monate zuvor:

      Der Tag, an dem Maja aus der Welt ohne Namen zurückgekehrt war - der 24. Dezember des Jahres 2006 - war der glücklichste Tag in ihrem bisherigem Leben gewesen. Sie hatte es geschafft, alle Fragen auf später zu verschieben – alles, worüber sie sprechen mussten, und den Ärger, den es zweifelsohne geben würde. All das spukte irgendwo in ihrer aller verborgenen Gedanken herum, doch an diesem wunderschönen Abend hatte es keinen Platz.
      Maja hockte auf dem Sofa zwischen ihren Eltern, die beide nicht genug von ihr bekommen konnten und futterte sich durch die Weihnachtsplätzchen. Es gab zwar nur Vanillekipferl und Spritzgebäck, aber Maja war im Grunde egal was sie aß. Käse spielte derweil unter dem Tannenbaum mit einem Haufen nagelneuer Playmobil-Ritter. Zwischendurch blickte er immer wieder auf, um Maja mit großen, braunen Augen anzustarren. Als wollte er sicher gehen, dass sie wirklich da war. Dann lächelte Maja ihm zu, kuschelte sich noch enger an ihre Eltern, schloss die Augen und stellte sich vor, dass sie für immer hier sitzen bleiben konnte.

      Doch das Glück musste verfliegen und bereits am nächsten Morgen war es soweit – in dem Moment nämlich, als Käse seinen ersten Schluck Milch getrunken hatte und die Tasse mit beiden Händen umständlich auf das Brettchen stellte.
      „Ich wusste, dass du zurückkommen würdest“, sagte er und wischte sich den Milchbart weg. „Ich habe davon geträumt. Und von der Frau, die dich zurückgebracht hat.“
      „Welche Frau?“, fragte ihr Vater, plötzlich aufmerksam.
      „Na die, die Maja gestern wiedergebracht hat.“
      „Da war keine Frau. Simone, kannst du dich an eine Frau erinnern?“ Es klang leicht panisch.
      Majas Mutter nippte nachdenklich an ihrem Kaffee. „Ich glaube ... doch, da war eine Frau ... groß, weißes Haar ... Maja, wer war die Frau?“
      „Ähm.“ Maja fiel nichts besseres ein, als die Wahrheit zu sagen: „Sie hieß Tabea.“
      „Tabea und weiter? Kennst du ihren Nachnamen?“
      Maja verzog verwirrt das Gesicht. „Ich glaube nicht, dass sie einen Nachnamen hatte.“
      „Natürlich muss sie einen gehabt haben, Schätzchen“, sagte Simone Sonnfeld, doch ihr Mann unterbrach sie. Er hatte die Hand so fest um sein Schmiermesser geschlossen, dass Maja glaubte es knarren zu hören.
      „Woher kennst du diese Frau?“
      „Sie hat mich zurückgebracht“, antwortete Maja.
      „Zurück von wo?“
      Maja starrte ihn an. Sie wusste keine Antwort.
      „Wo bist du gewesen? Wir wollen die ganze Geschichte hören.“
      Maja bewegte sich nicht, starrte regungslos in seine Augen. Was sollte sie tun? Sie konnte weder lügen, noch die Wahrheit sagen und das würde sich auch nicht ändern, wenn sie es weiter auf später verschob.
      Jetzt mischte sich ihre Mutter ein. „Wir verstehen, dass du gestern Abend nicht reden wolltest. Du hast sicher Schreckliches durchlebt. Aber du musst uns sagen, was passiert ist. Wir müssen das wissen.“
      Stille. Die Uhr tickte zwölf Mal laut.
      „Wir werden dir keine Vorwürfe machen, Maja. Wir wollen dir doch nur helfen.“
      Die Uhr tickte neun Mal.
      „Hat dir jemand etwas angetan?“, fragte Leon Sonnfeld. „Wir können dafür sorgen, dass sie bestraft werden.“
      Bei diesen Worten musste Maja unwillkürlich lachen. Ein kurzes Prusten kam über ihre Lippen, bevor sie sich wieder fing und auf ein Marmeladenglas direkt vor ihr starrte. Ihre Eltern tauschten bestürzte Blicke.
      „Ich will auch wissen, was passiert ist“, sagte Käse.
      Maja starrte sie alle an und sagte nichts.

      Mit diesem Tag begann ihr Schweigen.
      Ihre Eltern bekamen beim Frühstück kein Wort mehr aus ihr heraus. Kurze Zeit später riefen sie die Polizei an, um bescheid zu sagen, dass Maja wieder da war. Es dauerte nicht einmal eine Stunde, dann standen zwei Polizisten vor der Tür: ein Mann und eine Frau. Sie befragten zuerst Majas Eltern und dann Maja. Diese hatte sich in der Zwischenzeit endgültig entschieden, ihr Schweigen fortzusetzen. Es war unmöglich, eine schlüssige Lüge dauerhaft aufrecht zu erhalten. Schweigen war so viel einfacher. Doch immer noch schwer genug.
      Die Polizisten gingen sehr behutsam mit Maja um und gaben ziemlich schnell auf. Nicht jedoch, ohne sich vorher Notizen zu der Person namens Tabea zu machen. Es waren keine sehr ausführlichen Notizen. Majas Eltern beschrieben sie als schlanke Frau zwischen 170 und 180 Zentimetern Größe mit sehr langem, schneeweißem Haar. Sie scheiterten allerdings schon bei der Angabe eines ungefähren Alters.
      „Sie war noch ziemlich jung“, sagte Majas Mutter. „Um die zwanzig.“
      „Unsinn“, widersprach ihr Leon Sonnfeld. „Die war doch mindestens fünfzig.“
      „Beim Frühstück hast du noch gesagt, du hättest sie nicht gesehen.“
      „Ich hatte sie nur vergessen.“
      Die Polizisten gaben auf und baten Majas Eltern nur, sofort anzurufen, sollte Maja anfangen zu reden.
      Doch dieser Tag kam nicht, egal was ihre Eltern auch versuchten. Sie drängten, sie baten, sie drohten, sie lockten, sie ließen das Thema für Wochen fallen, um es dann wieder aufzugreifen. Sie bekamen aus ihrer Tochter nicht ein Wort darüber heraus, was ihr widerfahren war, jedenfalls nicht über das halbe Jahr, in dem sie verschollen gewesen war. Anfang des neuen Jahres schickten sie Maja zu einer Therapeutin, in der Hoffnung, dass sie mit dieser über die Geschehnisse sprechen würde. Doch nach ein paar Wochen riet diese, die Behandlung pausieren zu lassen, bis Maja selbst eine Sitzung wünschen würde.
      Es stellte die frisch vereinte Familie auf eine harte Probe und zerrte an ihrer aller Nerven. Immerzu herrschte eine gereizte Stimmung, oft kam es zu Streit und Tränen. Maja wurde immer verschlossener und zurückgezogener. Es schmerzte sie, ihre Eltern zu verletzen, doch dass diese nicht locker ließen, brachte sie zur Verzweiflung. Sie hatte so unbedingt zurückkehren wollen, so unbedingt ihr altes Leben wieder haben wollen. Und langsam musste sie erkennen, dass es für immer verloren war. Ein halbes Jahr hatte alles verändert.

      Richtig klar wurde es ihr dann, als sie wieder zur Schule gehen musste – in eine andere Klasse als zuvor. In eine Schule, in der jeder wusste, dass sie verschollen gewesen war und in der jeder sich seine eigenen Theorien dazu machte. Schon am ersten Tag kam Maja völlig frustriert nach Hause und als dann auch noch ihre Schulnoten nach kurzer Zeit in den Keller sackten, begann sie langsam zu verzweifeln. Wochenlang war sie schlecht gelaunt und abwechselnd schweigsam oder pampig. Und machte damit alles nur noch schlimmer.

      Sie gewöhnte sich langsam an ihr Leben, doch richtig glücklich wurde sie nicht. Tag für Tag ging sie lustlos zur Schule, kam wieder zurück, verbrachte die Tage alleine in ihrem Zimmer oder mit langen Spaziergängen und wünschte sich, dass irgendetwas anders sei. Doch was genau, das konnte sie selbst nicht sagen.
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • Ich muss sagen, der Teil hat mich etwas verwirrt. Das ist quasi die Rückblende auf die Zeit kurz nachdem Maja zurück in ihre Welt kam, oder? Also liegt der Teil hier vor den vorherigen? Ich weiß nicht, ob du das durch irgendwas noch kennzeichnen oder deutlich machen könntest, damit man nicht so verwirrt davor sitzt und sich fragt, was jetzt plötzlich los ist - auf einmal ist der 24. Dez und Maja wird von Fragen um Tabea gelöchert. :rofl:
      Ansonsten finde ich den Teil ganz schön. Er erklärt nochmal wie Majas Weg zurück in ihr altes Leben verlief. Nämlich nicht so leicht wie sie es sich vorgestellt hat. Ein halbes Jahr geht eben auch nicht einfach an ihr vorbei. Ich fürchte nur, dass sie überhaupt nicht mehr in ihrer Welt ankommt und das wäre ein Problem. Irgendwie mache ich mir Sorgen, dass sie noch trauriger ist, als in der Welt ohne Namen, weil sie eben einfach keinen Anschluss mehr findet. Den Freiraum, den sie sich wünscht - niemandem etwas erzählen zu müssen - bekommt sie ja offenbar nicht und überall wird/macht sie sich zur Außenseiterin. (Nicht zuletzt, weil sie es einfach nicht erzählen kann, ohne dann noch mehr der Außenseiter zu sein) Teufelskreis...
      Aber vielleicht kommt sie ja mal jemand besuchen. :thumbsup: :whistling:

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Hmm, wäre es nicht besser, diesen Teil nach den Prolog zu stellen? :hmm: So setzt du an einer Stelle ein, um dann eine ziemlich lange Rückblende einzufügen. Ich war zuerst etwas verwirrt, weil nach dem ganzen Frust vom vorangehenden Teil plötzlich der glücklichste Tag ihres Lebens folgte. Hat sich dann gelegt, als Käse die Frage stellt, da macht es dann Klick.

      Zum Teil an sich: Schön beschrieben, wie Majas Ankunft verlief. Ich finde, du triffst hier genau die richtige Mischung aus "Im Hier und Jetzt mit Dialogen beschreiben" und "ein paar Wochen, Monate mit Beschreibungen skippen". Dadurch bekommst du die Zeit rum, langweilst den Leser aber auch nicht mit einer Inhaltsangabe, was alles passiert ist. Top! :thumbsup:

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Ich hab jetzt noch eine kleine Überschrift dazu gesetzt und den ersten Satz geändert. Jetzt sollte eigentlich klar werden, dass das hier eine Rückblende ist.
      Tauschen würde ich die Kapitel nur ungerne, weil ich es nicht mag, wenn gleich am Anfang der Geschichte alles so zusammengepresst ist. Da möchte ich gerne eine Szene entfalten und Bilder im Kopf des Lesers wecken. Oder würdet ihr da widersprechen? Weiter geht es ja jetzt auch in der Zeit des ersten Kapitels.

      LG Din
      "Run like hell, because you always need to. Laugh at everything, because it's always funny ...
      Never be cruel and never be cowardly, and if you ever are, always make amends ..."

      -The Doctor
    • Das verspricht spannend zu werden. Ich mag deine Sprache!
      Du malst mit Worten. :)

      Spoiler anzeigen

      Dinteyra schrieb:

      Vogelrufe erfüllten die Luft des tropischen Nebelwaldes und ein Affe ließ sein lautes Kreischen ertönen. Auch andere Geräusche drangen an Amaras Ohren: Ein Baumfrosch gluckste leise und das Gras raschelte, als eine Schlange hindurch kroch. Überall tropfte es von den Blättern und ein entferntes Rauschen vor ihnen kündigte einen Wasserfall an.
      Amara war so gebannt von den Klängen, dass sie mit dem Fuß an einer Wurzel hängen blieb und stolperte. Der Korb in ihren Armen fiel zu Boden und sie taumelte gefährlich nahe an die Felskante, bis eine Hand ihren Arm ergriff, und sie zurückzog.
      „Vorsicht“, mahnte Yaruk. „Dieser Weg verzeiht keine Fehltritte.“
      So etwas mag ich! Für mich ein perfekter Augenblick.

      Dinteyra schrieb:

      Sie hatte es geschafft, alle Fragen auf später zu verschieben –
      Du benutzt das - Zeichen. Das ist ungewöhnlich, bin mir nicht sicher ob ein Punkt oder Komma nicht besser wäre.
      Bin aber kein Deutschlehrer ;)

      Dinteyra schrieb:

      Richtig klar wurde es ihr dann, als sie wieder zur Schule gehen musste – in eine andere Klasse als zuvor. In eine Schule, in der jeder wusste, dass sie verschollen gewesen war und in der jeder sich seine eigenen Theorien dazu machte. Schon am ersten Tag kam Maja völlig frustriert nach Hause und als dann auch noch ihre Schulnoten nach kurzer Zeit in den Keller sackten, begann sie langsam zu verzweifeln. Wochenlang war sie schlecht gelaunt und abwechselnd schweigsam oder pampig. Und machte damit alles nur noch schlimmer.
      Vorschlag: Gedanken statt Theorien
      "nach kurzer Zeit" kannst du auch weglassen.
      "In den Keller sackten" hier unterscheidet sich dein Stil von den poetischeren Teilen. Möglicherweise beabsichtigt?

      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Oh je, da hab ich jetzt aber wirklich lange nichts geschafft. Eine Mischung aus Zeitmangel und keinem blassen Schimmer, wie es hier weiter gehen soll. Mir kommen nur total alberne Handlungsstränge in den Kopf. Deshalb gibt es auch jetzt nur einen kleinen Happen, aber vielleicht fällt mir ja was ein, wenn ich endlich mal weiter mache.
      Viele Grüße und ein schönes Weihnachtsfest
      Dinteyra



      Alpträume


      Das knirschende Geräusch des Schlosses weckte Maja auf. Obwohl es so weit weg war, hallte es in ihren Ohren wie das Knarren eines umstürzenden Baumes. Schritte ... wispernde Stimmen ...
      „Wir wollen nur das Mädchen mit dem Amulett. Wenn ihr jemand anderem begegnet, schlagt ihn einfach nieder!“

      „NEIN!“ Maja fuhr aus dem Schlaf auf, rollte sich zur Seite und fiel aus dem Bett. Irgendwie schaffte sie es, auf Füßen und Händen zu landen. Sie stemmte sich hoch, packte den erstbesten Gegenstand, den sie zu fassen bekam und hob ihn über den Kopf, bereit zuzuschlagen. Dummerweise war es die Nachttischlampe und als das Kabel hochgerissen wurde, fegte es sämtliche Gegenstände auf dem kleinen Tischchen zu Boden – und das mit einem Höllenlärm.
      Maja durchsuchte schwer atmend die Dunkelheit mit den Augen. Dann hielt sie die Luft an, um auf Geräusche zu lauschen, doch das Blut in ihren Ohren pochte so laut, dass sie nichts hören konnte.
      „Es war nur ein Traum“, versuchte sie sich selbst zu beruhigen. „Nur ein dummer Traum.“
      Doch sie konnte nicht damit aufhören, im nächsten Moment einen dunklen Schatten in der Zimmertür zu erwarten. Es kostete sie eine enorme Anstrengung, endlich ihre verkrampften Gliedmaßen zu lockern und tief durchzuatmen. Sie tastete nach dem Schalter der Lampe in ihrer Hand, musste aber feststellen, dass sie den Stecker aus der Dose gerissen hatte. Es dauerte fast eine Minute, mit ihren zitternden Fingern danach zu suchen und ihn einzustöpseln. Als sie schließlich im Licht das Chaos neben ihrem Nachttisch betrachtete, musste sie dann doch grinsen und ließ sich zurück aufs Bett fallen. Erschöpft starrte sie an die Decke und wartete darauf, dass ihr Herzschlag sich beruhigte. Dann schaltete sie das Licht aus.
      Sie wusste, dass sie diese Nacht nicht mehr würde schlafen können. So war es immer, wenn sie von jener Nacht träumte. Seit fast zwei Monaten wurde sie nun schon von diesen Alpträumen geplagt und sie wurden immer schlimmer. Maja versuchte, sie nicht als böses Omen zu sehen, sondern als ganz natürliche Reaktion ihres Unterbewusstseins auf das, was passiert war. Trotzdem lag sie jedes Mal starr vor Schreck noch lange wach, unfähig sich zu entspannen und an etwas anderes zu denken.
      Eine Weile lag sie mit geschlossenen Augen da und versuchte an nichts zu denken. Doch was war das?
      Waren das nicht Stimmen? Draußen auf der Straße?
      Augenblicklich saß Maja wieder aufrecht im Bett. Ja, da waren Leute auf der Straße. Einen Moment lang schien das Mädchen wie eingefroren, dann sprang sie wieder aus dem Bett, eilte zum Fenster und lugte durch einen Spalt in der Gardine nach draußen. Eine Gruppe Jugendlicher schlenderte vor dem Haus über die Straße. Sie warfen sich neckende Bemerkungen zu, die Maja nicht verstehen konnte. Dann, als sie den Stromkasten erreichten, lachten alle sechs plötzlich lauf auf. Maja zog sich vom Fenster zurück, griff mit einer Hand nach einem Buch und mit der anderen nach dem Lichtschalter. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass es halb vier war. Drei Stunden noch ...



      Okay, ich sehe gerade selbst, dass das sehr kurz war.
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    • Dinteyra schrieb:

      Dummerweise war es die Nachttischlampe und als das Kabel hochgerissen wurde, fegte es sämtliche Gegenstände auf dem kleinen Tischchen zu Boden – und das mit einem Höllenlärm.
      So ne scheiße ist mir auch schon passiert :rofl: Das macht jedes Mal wieder Freude und man fühlt sich total unlernfähig danach xD

      Ich bin mir nicht ganz sicher, zu welcher Nacht die Albträume referieren sollen, An die allererste, wo sie vor Dreizehns Leuten aus dem Haus fliehen musste? Aber wieso hat sie die Albträume dann erst seit zwei Monaten.

      Viel mehr weiß ich jetzt auch nicht zu sagen, der Part war wirklich sehr kurz x)

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      ~ William Shakespeare








      :fox:


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    • @Alopex Lagopus: Hey danke, ja, ich weiß, es war kaum genug, um dazu was zu kommentieren. Hab aber für den nächsten Teil etwas länger gebraucht. Es ist ein bisschen knifflig, weil ich diese Geschichte schon mal angefangen hatte, mir das aber einfach nicht gefällt. Das jetzt komplett umzuschreiben ist echt anstrengend. Ich glaube, du kennst das.
      Meine Lampe habe ich auch schon mal vom Nachttisch gefegt. Das schrägste, was mir nachts passiert ist, war aber, dass ich geträumt habe, etwas schweres fällt aus dem Bett und im Halbschlaf aus dem Bett gesprungen bin. Saß dann in der Mitte meines Zimmers und wusste nicht, wie ich da hin gekommen bin. Plus schöne Schürfwunde am Knie.
      Ach so, ja, es sind Träume von jener Nacht. Maja war in der ersten Zeit nach ihrer Heimkehr zu glücklich, um Alpträume zu haben. Die kamen erst, als ihr klar wurde, dass sie in ihrem Elternhaus ziemlich ungeschützt ist. Was ihr eigentlich alle gesagt haben.


      „Maja, lies uns bitte den ersten Absatz vor.“
      Maja blinzelte verwirrt, in Gedanken war sie gerade ganz woanders gewesen. Ihre Lehrerin, Frau Kassimer, stand mit gerunzelter Stirn vor der Tafel und befeuchtete sich die Lippen mit der Zunge. „Welchen Absatz?“
      „Den auf Seite 54.“
      Maja erblickte die kleine 12 auf ihrer Seite und begann hektisch zu blättern. Frau Kassimer senkte die Augenbrauen und wandte sich Majas Sitznachbarin zu: „Olga, kannst du stattdessen den Absatz vorlesen? Und Maja, pass das nächste Mal auf.“
      Maja nickte zähneknirschend. Als Olga zu lesen begann, fand sie endlich die richtige Seite und konnte dem Text folgen. Es war die Einleitung zu einer Ballade, die weiter unten auf der Seite abgedruckt war. Doch bevor die letzten Worte verklungen waren, hatte Maja sich schon wieder in ihrer Gedankenwelt verloren.
      Sie dachte an den Traum der letzten Nacht – den Traum, der sie verfolgte. Und das nicht nur nachts. Immer wieder überkamen sie Ängste und Visionen, in denen die dreizehnte Garde in ihren Alltag drang und sie mit sich riss. Aus diesem Leben, das sie sich noch gar nicht ganz zurückerobert hatte ...
      Ein Rascheln ging durch den Raum, als alle Schüler ihre Hefte herausholten. Maja tat es ihnen gleich, nahm den Stift in die Hand und überlegte, was wohl die Aufgabe war. Im Buch stand sie nicht.
      Ihr Blick fiel auf Olgas Heft, in dem bereits die Tinte glänzte.
      „Hör auf, immer bei mir abzuschreiben“, zischte diese und drehte sich weg. Auch Maja wandte sich schnell ab und schaute in eine andere Richtung. Ihr Blick fiel auf Luke und Tim, die bloß einen Satz geschrieben hatten und nun in ein heimliches Spiel vertieft waren. Hinter ihnen, auf der anderen Seite des Fensters, strahlte der Himmel hellblau wie Schlumpfeis und Bäume mit minzgrünen Knospen wiegten ihre Äste im Wind. Maja hatte das Gefühl, sie durch ein Fernglas zu betrachten. Aus irgendeinem Grund konnte sie den Anblick nicht ertragen. Sie vergrub das Gesicht in den Händen.
      Olga drehte sich zur Sitzreihe hinter ihnen und flüsterte ihrer Freundin Lea etwas ins Ohr. Maja verstand jedes Wort: „Jetzt kriegt sie wieder ihre Zustände.“
      „Psscht“, zischte Lena. „Sie kann dich hören. Und wir sollen doch nicht so über sie reden, Frau Grau hat gesagt, dass wir verständnisvoll sein müssen. Wer weiß, was sie durchgemacht hat.“
      Maja verdrehte die Augen. Wie oft hatte sie diesen Satz in den letzten Monaten schon gehört? Wer weiß, was sie durchgemacht hat. Konnte es den Leuten nicht egal sein? Konnte es nicht einen einzigen Menschen geben, der nicht wusste, dass sie verschwunden gewesen war?
      „Findest du sie nicht auch unheimlich?“, fragte Lena.
      „Unheimlich?“ Aus dem Augenwinkel sah Maja, dass Olga sie abschätzend musterte. „Nee.“
      „Manchmal, wenn sie auf dem Schulhof steht, dann hab ich das Gefühl, dass sie durch uns alle hindurch schaut. Und dass sie etwas weiß, was wir nicht wissen.“
      „Und was soll das sein?“
      „Keine Ahnung.“
      Maja nahm die Hände aus dem Gesicht, stützte den Kopf auf das Kinn und schaute wieder aus dem Fenster. Ja, sie wusste etwas, was andere nicht wussten. Sie kannte das vermutlich größte Geheimnis dieses Planeten. Sie wusste, dass es mehr gab, als auf der Weltkarte im Erdkunderaum zu sehen war: Eine andere Welt, ein riesiges Land voller Menschen, Tiere, Städte, Dörfer, Wälder und Gebirge. Und voller Magie. Aber hier merkte man nichts davon – so was von überhaupt nichts, dass es Maja manchmal irritierte. Eigentlich war es gut so, denn sie wollte nichts weiter, als die andere Welt zu vergessen. So schnell und so gründlich wie nur möglich. Aber wenn sie andere Menschen beobachtete, dann musste sie einfach darüber nachdenken. Sie alle lebten ihr Leben ohne eine Ahnung von der anderen Welt zu haben. Ohne den blassesten Schimmer, dass es noch etwas anderes gab, etwas jenseits jeglicher Vernunft. Einen Ort voller Magie, voller Geister, fliegender Pferde und anderer Fabelwesen. Und wenn sie darüber nachdachte, dann kam ihr das alles so seltsam vor. So surreal. Manchmal zweifelte sie dann, ob es die andere Welt wirklich gab. Manchmal zweifelte sie sogar an dem, was sie sah. Und manchmal zweifelte sie an ihrem eigenen Verstand.
      Die Aufgabe war längst vergessen und Maja begann, ein zotteliges, fliegendes Pferd in ihr Heft zu malen. Doch als sie ihr Werk am Schluss aus einigem Abstand betrachtete, stellte sie fest, dass es eher wie ein etwas unförmiger Hamster mit Flügeln aussah.
      „Hübscher Drache“, sagte Jana, die auf der anderen Seite neben ihr saß.
      Maja schwieg. Aus dem Augenwinkel sah sie, dass Frau Kassimer sie stirnrunzelnd ansah. An der Tafel hinter der Lehrerin leuchtete die Aufgabe weiß auf grün. Seufzend begann Maja, die Ballade zu lesen.
      Die Stunde floß zäh dahin und wurde von weiteren abgelöst, die sich den Themen Mathematik, Biologie und Politik widmeten. Die Pause verbrachte Maja alleine am Rand des Schulhofes. Sie beobachtete die anderen Schüler und genoss, wie der kalte Frühlingswind durch ihr Gesicht strich. Eigentlich sollte sie nun jemanden fragen, ob er einen Reitstall kannte. Ihre Mutter würde es sich so wünschen, doch Maja hatte nicht die geringste Lust, eine ihrer Mitschülerinnen anzusprechen. Wie sollte sie ein solches Gespräch überhaupt beginnen?
      Ohne besonderen Anlass wanderte ihr Blick über die benachbarte Straße und die Häuser auf der anderen Seite, bis er plötzlich an einem der Fenster hängen blieb. Eine Frau stand dahinter und blickte auf den Schulhof hinab. Ihre Blicke trafen sich. War das Zufall oder wurde Maja beobachtet?
      Das Mädchen senkte den Blick nicht, bis die Frau sich abwandte und die Gardinen zuzog. Der Schulgong hallte über den Schulhof und fürs Erste vergaß Maja, was sie gesehen hatte. Zurück blieb ein ungutes Gefühl.

      Das Scheinwerferlicht eines Autos ließ die Zimmerdecke hell erstrahlen, dann verblasste es wieder. Das tuckernde Geräusch des Motors verklang. Autotüren knallten. Maja stand auf und trat ans Fenster. Sie sah auf vier dunkel gekleidete Männer hinab, die aus dem schwarzen Audi stiegen und zur Eingangstür gingen. Ein leises Knacken. Die finsteren Gestalten betraten das Haus.

      „Du musst fliehen.“
      Maja wirbelte erschrocken herum und versuchte zu erkennen, wer gesprochen hatte. Mitten in ihrem Zimmer stand ein kleines, blondes Mädchen in einem weißen Kleid. Alles an ihm war irgendwie unmenschlich, von den bloßen Füßen bis zu den fremdartigen, grünen Augen.
      „Was?“, würgte Maja hervor.
      Das Mädchen zeigte auf das Fenster. Jetzt stand es offen. Eine lange grüne Ranke hing davor. Maja griff danach und begann, hinabzuklettern. Auf der Straße blieb sie stehen und blickte zum Haus zurück. Es war so still, so verlassen. Keine Spur mehr von dem Waldgeist. Sie kehrte ihrem Zuhause den Rücken zu und machte sich auf den Weg die Straße entlang.
      Das rote Auto kam von links und bremste. Maja griff nach der Beifahrertür, zog sie auf und stieg ein. Sie drehte sich zum Fahrersitz um, in der Erwartung, Tabea zu sehen.
      Doch neben ihr saß nicht Tabea. Mit eisblauen Funken im Haar und dem pechschwarzen Schwert in der Hand grinste Blätterfee sie an.
      „Dieses Mal wird es eine Reise ohne Wiederkehr“, zischte sie und hob das Schwert.
      Als sie zustach spürte Maja keinen Schmerz. Stattdessen erfasste sie das Gefühl, in unendliche Tiefe zu fallen.
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    • Maja wird also von Albträumen geplagt? Irgendwas sagt mir, dass das nicht einfach nur Träume sind. Zwar glaube ich auch nicht direkt an Visionen, aber ich denke mir, dass da durchaus ein Hauch Wahrheit in ihnen steckt. Schließlich ist das alles schon einmal passiert und wenn es schlecht läuft, dann könnte es auch noch einmal passieren. Maja tut mir zwar leid, dass sie im Grunde diese Nacht immer wieder über sich ergehen lassen muss, aber sie hat die ständige Angst ja selbst gewählt :hmm: (Wenn auch verständlicherweise) ich hoffe für sie, dass sie doch irgendwie Ruhe findet. Und dafür wäre etwas Anschluss unter Freunden sicher nicht schlecht. Irgendwer, der mit ihren Eigenarten und ihrem Drang zum Alleinsein klar kommt :hmm: Arme Maja :help:

      LG, Kyelia

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