Anneliese Leonhard

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    • Anneliese Leonhard

      Anneliese Leonhard

      Für heute Morgen versprach sich Anneliese ein gutes Geschäft mit ihren Blumen. Nicht umsonst schickte es sich für sie an, ein extrem warmer und sonniger Tag zu werden. Schon gegen vier Uhr mitten in der Nacht war sie aufgestanden, um in den energiekalten Blumengroßhandel zu fahren.
      Als eine der Ersten in der großen neonhellen Verkaufshalle, war es ihr möglich gewesen, sich die schönsten Exemplare für ihr Blumenparadies herauszusuchen. Dies war, das musste sie stets zugeben, der unangenehmste Teil ihrer sonst so wunderschönen Arbeit. Hatte sie aber vor, die besten und prächtigsten Blüten für ihre Kunden zu erwerben, war sie stets gezwungen aufzustehen, wenn andere erst zu Bett gingen.
      Der späte Frühling war in den letzten Tagen mit voller Wucht über Elbflorenz hereingebrochen. Die Grünflächen und Beete um sie herum zeigten sich mit den schönsten und leuchtendsten Blumen bestückt, welche ein Naturliebhaber auch nur in der Lage war, sich im Entferntesten vorzustellen. Zudem strebten überall verliebte Paare über die Straßen, Plätze und Wiesen dieser einzigartigen Stadt an der Elbe.
      Sie selbst hatte erst vor ein paar Tagen einen süßen kleinen Mechatronikstudenten kennengelernt. Ihr Transite-Horoskop sagte für sie einen idealen Frühsommer voraus. Geld, Liebe und die Erfüllung ihrer innigsten Wünsche waren für Anneliese dadurch praktisch schon vorherbestimmt. Es wäre demnach die ideale Zeit, um etwas Neues zu beginnen, stellte der Grundtenor der Voraussage verschiedenster Sternendeuter dar.
      Die Prophezeiungen warnten Anneliese allerdings auch vor dem Unbekannten und Bösen in ihrer Nachbarschaft. In einer mitternächtlichen Tarot-Session hatte ihr eine begabte Freundin die Karten gelegt, um das Horoskop näher zu definieren. Explizit warnte ihre Bekannte sie vor dem großen Fremden, der wie ein Schatten über ihr schwebte und drohte. Das Unbekannte als personifiziertes Dunkel und Übel war in der Lage, in ihr Leben zu treten und es zu dominieren. Wenn es so weit wäre, war die Floristin angehalten, sich so schnell wie irgend möglich von dem Übel zu entfernen. Beherzigte sie dies alles, wäre es im Bereich des Wahrscheinlichen, dass Annelise das Glück ihres Lebens noch in diesem Sommer finden würde.
      Überhaupt war ihr Leben gerade so richtig auf der Überholspur. Auf Anraten ihrer spirituellen Erd-Beraterin hatte Anneliese den sicheren Job in einem Floristikfachgeschäft gekündigt und sich selbstständig gemacht. Nach einigen anfänglichen Startschwierigkeiten lief ihre kleine Firma, mittlerweile immer besser und solventer. Gerade jetzt – im Frühjahr, kaufte jeder verliebte Junge oder Mann seiner Angebeteten einen Blumenstrauß bei ihr.
      An diesem Freitagmorgen hatte sich Anneliese Leonhard den Münchner Platz in Dresden für ihren kleinen Blumenstand herausgesucht. Da hier ein beliebter Bäcker lag, eine große Straßenbahnhaltestelle vorhanden war und mit dem Georg-Schumann-Bau eines der größten Gebäude der Universität tausende Studenten anzog, hatte sie einen erstklassigen Standort für ihre glücklich machenden Blumen gefunden. Mittlerweile verfügte sie sogar über einige Stammkäufer, die gelegentlich einen kleinen Strauß für die jeweiligen Büros bei ihr kauften. Selbst den tristesten Arbeitsraum einer Doktorandin für Sächsische Landesgeschichte, war ihr Blütenwerk in der Lage aufzuhellen.
      Dank ihrer Energieberaterin nutzte die Blumenfachverkäuferin zudem nur noch glückliches Wasser für ihre Pflanzen. Durch modernste Technik war es demnach möglich, schädliche Informationen, die im Wasser gespeichert waren, zu löschen und durch glücklichere Inhalte zu ersetzen. Dies zeigte sich bei ihrer besonders vollen und farbenprächtigen Blütenpracht am Verkaufsstand. Nicht umsonst fragte sich jeder, warum sie in der Lage war, eine derartige Farbintensität an ihrem Warenstand zu präsentieren.
      Die Standplätze ihrer theoretischen Verkaufsorte ermittelte sie zudem mittels einer Wünschelrute und eines Energiespürers. Erst vorletzte Woche hatte der ›Spürer‹ diesen Ort per Energietriangulation für sie gefunden.
      Alles war perfekt und Anneliese war mehr als nur glücklich mit der derzeitigen Gesamtsituation. Das Leben war für sie im Moment einfach nur unglaublich schön. Dank positiver Gedanken hatte sie ihre Existenz von allem Übel befreit und blickte dabei einer glänzenden Zukunft entgegen.
      Sie spürte die Sonne warm auf ihren Rücken strahlen, als sie einen ihrer Klapptische aufstellte. Den kleinen, bunten Transporter hatte sich Anneliese erst vor wenigen Wochen gekauft und auch bitter nötig gehabt. Eigentlich war der Lieferwagen schon längst wieder viel zu klein für die ganze Blumenherrlichkeit, welche sie vorhatte, heute hier zu verkaufen. Sie wusste, dass bei diesem traumhaften Wetter jede Menge Studenten bereit waren, Blumen für ihre Freundinnen, Traumfrauen oder Dozentinnen zu erwerben.
      Glücklich betrachtete sie ihr Werk aus ein paar Schritten Entfernung. Just in dem Moment traf sie mit tödlicher Wucht ein Sattelschlepper der Marke MAN TGX 41.680 - V8 Motor, 680PS, HU 05/2016, Erstzulassung 09/2008, mit 300.350 Km, Ledersitzausstattung, elektrischen Fensterhebern, Kühlschrank, 2 Liegebetten, einem luftgefederten Fahrersitz und beheizten Außenspiegeln, für 27.900 € auf Mobile.de zu erwerben.






      Und nein - ich verkaufe gerade nicht einen Sattelschlepper der Marke MAN. :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von PeryRhodan ()

    • Öhm...
      sehr interessanter Text :hmm:
      hat es einen Grund, dass du völlig willkürlich Absätze einfügst? Das stört den Lesefluss extrem :hmm:
      Abgesehen davon erzählt der Text scheinbar aus dem Leben einer Blumenverkäuferin, die allerhand Pseudowissenschaften anwendet um ihr Geschäft zu beleben.^^ (falls da ein tieferer Sinn dahintersteht tut es mir leid, ich sehe ihn nicht xD)
      Da das zu funktionieren scheint, gibt es auch keinen Grund, nicht daran zu glauben :D

      Ist das Ganze eine Prolog? Kurzgeschichte? Sonst irgendetwas anderes?
      Ich muss gestehen, das Ende mit dem Sattelschlepper macht für mich keinen Sinn :hmm: Hätte sie den gern, um mehr Blumen transportieren zu können? (Steht ja immerhin da, dass der aktuelle schon wieder zu klein is^^) Oder steht sie nur auf LKWs? Warum kriegen wir die exakten Informationen des Angebots?

      LG Chaos
    • Eine Frau bekommt mit Hilfe von alternativer Lebensberatung ihr Leben in den Griff.
      Es wir aber auch eine dunkle Andeutung gemacht.

      Sie ist Glücklich.

      Aber dann...

      PeryRhodan schrieb:

      Just in dem Moment traf sie ein Sattelschlepper der
      Marke MAN
      nietet sie ein LKW um!

      Sowas mag ich ja. Irgendwas stimmt aber noch nicht richtig.
      Könnte wie von @Chaos angedeutet an den Absätzen liegen.
      Alles liegt an dem oben zitierten Satz, wenn man den nicht richtig platziert. Dann funktioniert die Geschichte nicht mehr.

      Möglicherweise kann man schreiben: "Traf sie der Sattelschlepper der Marke MAN mit voller Wucht!"
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sensenbach ()

    • Kennt ihr diese Schreiber, die unter den veröffentlichten Geschichtsteil noch einen persönlichen Kommentar drunterschreiben, diesen jedoch nicht klar und deutlich vom Geschichtstext abheben, wodurch man ihn auch schnell mit als Teil der Geschichte ansehen kann?

      Exakt so ist es mir als Leser in dieser Kurzgeschichte ergangen. Zuerst kam der Text, der wirklich nett war. Erfreulich zu lesen. Dann kam plötzlich die Pointe, welche jedoch einerseits wegen des zwar grammatikalisch korrekten, aber für mein Empfinden doch unvollständigen Satzes und andererseits wegen des anschließenden persönlichen Kommemtars nicht ausreichend zur Geltung kam, um in mir ein Schmunzeln oder ähnlich makabere Gefühlsregung hervorzurufen.
      Ich persönlich würde nach meinem Empfinden den letzten Satz enden lassen mit: "...für 27.900 Euro auf Mobile.de zu erwerben, und samt der bunten Blumen quer über den Platz geschleudert wurde, anschließend mit dem Kopf so hart auf den kalten Asphalt aufschlug, dass ihr Schädel zertrümmert und die Hirnmasse meterweit verstreut wurde.


      Anneliese Leonhard versprach sich für heute Morgen ein gutes Geschäft zu machen..."

      Und dann lässt du deinen persönlichen Kommentar ganz weg.
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
      ___________________
      Helios III (Arbeitstitel)
    • Chaos Rising schrieb:

      Ist das Ganze eine Prolog? Kurzgeschichte? Sonst irgendetwas anderes?
      Ich muss gestehen, das Ende mit dem Sattelschlepper macht für mich keinen Sinn Hätte sie den gern, um mehr Blumen transportieren zu können? (Steht ja immerhin da, dass der aktuelle schon wieder zu klein is^^) Oder steht sie nur auf LKWs? Warum kriegen wir die exakten Informationen des Angebots?

      Anneliese Leonhard war ein Sidekick einer meiner Bücher. Nach dem 6. oder 7. Überarbeitungsdurchgang ist sie dann komplett aus der Story geflogen. Seitdem fristet sie ein Dasein in meinem Ideen-Sammelordner.

      Irgendwann hab ich mich dazu entschlossen, ihr ein würdiges Ende in Form einer Kurzgeschichte zu geben.

      Als Pseudoesoterikerin, die so alles zusammenwürfelt, was der Markt biete - verdient sie ein Ende durch die brachiale Gewalt eines Sattelschleppers. Was nützt einem Feng Shui, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort steht. 8)


      Warum die Infos ...? Wegen der Informationsscheere. Auf der einen Seite die esoterischen Infos - dem Gegenüber die technischen Infos.


      Sensenbach schrieb:

      Sowas mag ich ja. Irgendwas stimmt aber noch nicht richtig.
      Könnte wie von @Chaos angedeutet an den Absätzen liegen.
      Alles liegt an dem oben zitierten Satz, wenn man den nicht richtig platziert. Klappt die Geschichte nicht mehr.
      Hm, was meinst du mit >klappt<? Eher so:

      Just in dem Moment traf sie ein Sattelschlepper, der Marke MAN ***** aufMobile.de zu erwerben, mit voller Wucht.
    • PeryRhodan schrieb:

      Hm, was meinst du mit >klappt<?
      Ahh. Hab es oben geändert. Die Pointe klappt oder klappt nicht!

      PeryRhodan schrieb:

      Just in dem Moment traf sie ein Sattelschlepper, der Marke MAN ***** aufMobile.de zu erwerben, mit voller Wucht.
      Hiermit meinte ich, dass man es deutlicher schreiben könnte was der Frau passiert. Ähnlich wie @Zarkaras Jade vorgeschlagen hat.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Sensenbach schrieb:

      Hiermit meinte ich, dass man es deutlicher schreiben könnte was der Frau passiert. Ähnlich wie @Zarkaras Jade vorgeschlagen hat.

      Zarkaras Jade schrieb:

      Ich persönlich würde nach meinem Empfinden den letzten Satz enden lassen mit: "...für 27.900 Euro auf Mobile.de zu erwerben, und samt der bunten Blumen quer über den Platz geschleudert wurde, anschließend mit dem Kopf so hart auf den kalten Asphalt aufschlug, dass ihr Schädel zertrümmert und die Hirnmasse meterweit verstreut wurde.

      Das muss ich mir mal durch den Kopf gehen lassen. Es ist auf jeden Fall ein interessanter Einwurf.

      Ich wollte die Geschichte aber nicht zu blutig schreiben und dem Leser ein wenig Fantasie überlassen.
    • Zuerst mal ein Tipp.

      Wenn du einen Text hier rein kopierst, dann mach am besten den BBCode vorher an (das kleine Kästchen oben links) dann kannst du ihn wieder ausmachen, aber auf diesem Weg, gehen dir nicht die Leerzeichen flöten. Das ist irgendwie ne Macke an diesem Forum, und das Problem haben einige.


      PeryRhodan schrieb:

      Auf Anraten ihrer spirituellen Erd-Beraterin hatte Anneliese densicheren Job in einem Floristikfachgeschäft gekündigt und sich selbstständiggemacht.
      Okay... Die Frau hat nen Dachschaden^^

      PeryRhodan schrieb:

      Durch modernste Technikwar es demnach möglich, schädliche Informationen, die im Wasser gespeichertwaren, zu löschen und durch glücklichere Inhalte zu ersetzen.
      Korrigiere... Sie ist absolut bekloppt..^^

      PeryRhodan schrieb:

      Glücklich betrachtete sie ihr Werk aus ein paar SchrittenEntfernung. Just in dem Moment traf sie ein Sattelschlepper der Marke MAN TGX 41.680- V8 Motor, 680PS, HU 05/2016, Erstzulassung 09/2008, mit 300.350 Km,Ledersitzausstattung, elektrischen Fensterhebern, Kühlschrank, 2 Liegebetten,einem luftgefederten Fahrersitz und beheizten Außenspiegeln, für 27.900 € aufMobile.de zu erwerben.
      Äh? Der Part hat mich komplett aus der Story gehauen. Absolut unnötiges Detailwissen, das nicht lustig sondern total aus dem Zusammenhang gerissen wird.
      Sie kann ja überfahren werden, kein Ding. Aber ich würds nicht so plump machen. Die Moral von der Geschichte könnte nämlich sein, dass sie es nicht hat kommen sehen, weil sie nicht bei ihrer Wahrsagerin gewesen war. Glaskugel gucken vergessen. Das fänd ich lustig, weil es zum Char passt.

      So wie es da jetzt steht, gefällt mir das Ende leider gar nicht.

      Zarkaras Jade schrieb:

      Ich persönlich würde nach meinem Empfinden den letzten Satz enden lassen mit: "...für 27.900 Euro auf Mobile.de zu erwerben, und samt der bunten Blumen quer über den Platz geschleudert wurde, anschließend mit dem Kopf so hart auf den kalten Asphalt aufschlug, dass ihr Schädel zertrümmert und die Hirnmasse meterweit verstreut wurde.
      Wtf, Alien .... :fie:

      :!: Fantasy, weil sich die unglaublichste aller Welten in unserem Kopf befindet... :!: