Tod eines Magiers

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    • Tod eines Magiers

      Hallo, motiviert durch die vielen interessanten Geschichten hier, habe ich angefangen an einer eigenen Geschichte zu arbeiten. Der Arbeitstitel lautet "Tod eines Magiers" und es soll eine Krimigeschichte in einer klassischen Fantasywelt werden. Das erste Kapitel habe ich in den letzten Tagen fertiggestellt und möchte es hier einmal vorstellen. Die grundsätzliche Geschichte habe ich im Kopf, aber schon beim schreiben des ersten Kapitels hat sich einiges verändert.

      Ich würde mich natürlich sehr über Feedback und konstruktive Kritik freuen. Doch genug der Vorrede, hier also das erste Kapitel: "Jäger und Beute"



      Kapitel 1.1 - Jäger und Beute

      Er mochte die Gefahr! Den Nervenkitzel kurz vor einem Diebstahl. Das Glücksgefühl, wenn er wieder mal erfolgreich war.
      Langsam schlenderte Branko über den belebten Marktplatz, sein Ziel fest im Blick. Es war eine korpulente Matrone, deren am Gürtel hängender Geldbeutel gut gefüllt aussah. Er machte sich keine große Sorge, so jung er war, so erfahren war er in solchen Dingen. Die Frau war das perfekte Ziel, gut betucht und wenig aufmerksam. Nach den zahlreichen Schwierigkeiten in letzter Zeit brauchte er dringend einen Erfolg.
      An den Marktständen herrschte ein lebhaftes Treiben. Ein Bäcker pries laut seine Waren an und versuchte das Stimmengewirr zu übertönen. Ein Karren mit Fisch versuchte sich, zwischen den engen mit Stoff überdachten Ständen, durch zu quetschen. Alles in allem ein ganz normaler Markt, wie er ihn schon in einigen kleinen Städten gesehen hatte.
      Die Frau diskutierte gerade an einem Fleischstand mit dem Metzger. Sie schienen um eine große Lammkeule zu feilschen. Kauf nicht so viel, dachte er fröhlich, du bist schon dick genug und dann bleibt mehr für uns. Das Grummeln in seinem Magen erinnerte ihn daran, dass es wichtig war endlich mal etwas mehr Beute zu machen, sollte es für alle reichen. Die Zeiten wurden allmählich für alle schwieriger und einfach war das Leben eines Taschendiebs eigentlich nie. Es gab Gründe, warum es fast keine alten Beutelschneider gab.

      Skrupel hatte er beim Stehlen schon lange nicht mehr. Hatte er eine andere Wahl? Warum war diese Frau so vollgefressen wie eine fette Henne, während er im letzten Jahr oft genug hungrig schlafen gegangen war? Die Welt war nicht gerecht zu ihm gewesen, warum also sollte er sich schuldig fühlen?
      Die Frau hatte ihr Geschäft abgeschlossen. Gleich würde es soweit sein, sobald der Metzger sich etwas anderem zuwandte, wollte er zuschlagen. Sein winziges aber scharfes Messer lag verborgen in seiner Hand. Den Beutel vom Gürtel abzuschneiden würde schnell gehen, doch Branko zögerte. Irgendetwas störte ihn und er konnte nicht sagen was.
      Wurde er etwa beobachtet? Ein rascher aufmerksamer Blick über den Marktplatz lieferte keine Anzeichen. Die meisten Leute gingen ihren Geschäften nach. Der Metzger hatte einen neuen Kunden gefunden. Alles sah normal aus, am frühen Morgen waren vor allem viele Frauen beim einkaufen.
      Ein Gaukler jonglierte mit ein paar Bällen, was aber außer zwei Kindern kaum jemanden interessierte. Sein Blick glitt über den Bettler in der Nähe des Rathauses zur Taverne. Dort saß ein grauhaariger Trunkenbold, er schien bereits am Mittag blau zu sein und stierte stumpfsinnig in seinen Bierkrug. Die Wirtin scheuchte gerade eines der Schweine davon, dass in der Hoffnung auf Reste unter den Tischen langlief und quiekend gegen diese grobe Behandlung protestierte.

      Branko hatte etwas Mitleid mit dem Schwein. In den meisten kleinen Städten, die er bisher kennengelernt hatte, gab es sie. Von ihren Besitzern gebrandmarkt mussten sie sich einen Großteil ihres Futters selbst suchen, bevor sie irgendwann geschlachtet wurden. Er hatte einmal, als er besonders hungrig gewesen war, versucht ein Schwein zu fangen, doch es hatte einen höllischen Radau gemacht, sodass es viel zu viel Aufsehen erregt hatte. Viehdiebe wurden rasch aufgeknüpft, während Taschendiebe manchmal hoffen konnten nicht gleich dem Henker übergeben zu werden und so war er lieber schnell getürmt. Außerdem konnte man mit einem Geldbeutel leicht verschwinden, mit einem Schwein nicht.

      Die Matrone walzte sich den Weg durch die Menge. Von den Blauröcken, der hiesigen Stadtwache, war nichts zu sehen, alles schien perfekt. Doch sein Gefühl blieb, irgendetwas war verkehrt. Sein grummelnder Magen erinnerte ihn daran, dass er eine Entscheidung treffen musste. Wenn er zuschlagen wollte, dann jetzt! Günstiger würde es nicht mehr werden.

      Er beschloss, es zu tun! Er war dicht hinter der Frau und machte einen letzten flüchtigen Kontrollblick, als er plötzlich aus den Augenwinkeln die blaue Uniform der Stadtwache wahrnahm. Innerlich fluchend ging er an der Frau vorbei. Keine halbe Armlänge von dem gut gefüllten Geldbeutel entfernt.

      Die blaue Uniform gehörte einem jungen Mann, dessen Kadettenuniform etwas klein für seinen massigen Körper wirkte. Er musste gerannt sein, zumindest atmete er schwer und war rot im Gesicht. Er schaute sich hektisch um und sein Blick schien zu finden, was er suchte und Erleichterung machte sich auf dem Gesicht breit. Aufgeregt eilte er auf den grauhaarigen Trunkenbold vor der Taverne zu und salutierte „Hauptmann, ich habe eine wichtige Nachricht“, schnaufte er völlig außer Atem.
      Der Angesprochene hob den Kopf und schaute den Störenfried grimmig an, „Was gibt es so wichtiges, Kadett, dass du es wagst mich bei der Arbeit zu stören.“ Der Kadett schaute völlig verwirrt auf den Bierkrug. Deutlich sah Branko, die Fragezeichen im Gesicht des Kadetten: Was sollte das für Arbeit sein?

      Der Dieb stellte fest, dass der scheinbare Trunkenbold plötzlich nicht mehr im geringsten betrunken wirkte, sein Blick war völlig klar. Jetzt wo er ihn genauer betrachtete, viel ihm noch mehr auf, er hatte zwar graue Haare, doch er war nicht wirklich alt, er schätzte ihn auf Mitte dreißig. Eine kleinere Narbe zog sich über seine linke Wange und ließ ihn verwegen wirken. Halb von seinem Umhang verborgen schaute der Griff eines Schwertes hinaus. Die Kleidung war insgesamt unauffällig, aber von recht guter Qualität. Er brauchte nicht lange um zu begreifen, dass er nur eine Art Hauptmann sein konnte, er musste der Anführer der hiesigen Stadtwache sein. Branko hatte sich bei seiner Ankunft in der Stadt, rasch über die hiesigen Wachsoldaten informiert und so wusste er, dass Ulrich von Schwarzbach von der Unterwelt gefürchtet wurde.

      Die Blicke des Hauptmanns der Stadtwache und des Diebes kreuzten sich. Jäger und Gejagter, die Rollen, die das Schicksal ihnen zugedacht hatte, lagen offen auf dem Tisch. Der Dieb wich langsam zurück und versuchte den Abstand rasch aber ohne auffällige Hektik zu vergrößern. Halb rechnete er damit, dass sich der Mann jetzt auf ihn stürzen würde. Er rechnete sich gute Chancen aus, ihn abhängen zu können. Der Vorsprung war mittlerweile groß genug, hoffte er zumindest, außerdem war er schnell und hatte sich einige gute Fluchtroute zurechtgelegt. Doch wäre der Kadett nur ein paar Sekunden später gekommen..... Kalt lief es ihm den Rücken hinunter.
      Der Moment des Diebstahls war immer der heikelste, weil man sich in diesem Augenblick ganz auf die Zielperson und die Beute konzentrieren musste. Und die Umgebung zwangsläufig einen Moment vernachlässigen musste. Branko wusste jetzt, auf diesen Moment hatte der andere nur gewartet.

      Hauptmann Ulrich von Schwarzbach war wohl zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Er sprang nicht auf und begann eine vermutlich sinnlose Verfolgungsjagd, sondern er hob leicht den Bierkrug als würde er ihm zuprosten, dabei hatte er ein grimmiges Lächeln im Gesicht.

      Branko beim verlassen des Platzes, sah er einen Bettler auf der Erde sitzen, der etwas zu munter wirkte. War der Mann nicht zu gut genährt und sauber für einen Bettler. Wurde er jetzt paranoid, oder war auch der Mann eine getarnte Wache. Er hielt sicherheitshalber einen möglichst großen Abstand von dem Bettler und war bereit jederzeit los zu sprinten. Nichts passierte. Er sah wie der Bettler ihn aus den Augenwinkeln musterte, doch Branko ging ruhigen Schrittes vorbei, auch wenn sein Herz im bis zum Halse schlug.

      1.2 Eine Frage der Prioritäten

      Ulrich von Schwarzbach hatte den jugendlichen Dieb, fast noch ein Kind, bereits eine Viertelstunde lang beobachtet. Er musste neu in der Stadt sein und verstand offenkundig eine ganze Menge vom Taschendiebstahl. Wie er sich unauffällig in der Menge bewegt hatte und sein Ziel ausgespäht hatte, zeigte eine Menge kriminelles Talent.

      Nach der Art der abgetragenen Kleidung zu urteilen, vermutlich ein Flüchtling aus dem Osten, überlegte Ulrich. Der Krieg kam offenkundig näher. Vielleicht war der Junge ja schlau genug und verschwand nun aus der Stadt, früher oder später würde er ihn sonst erwischen, da war er sich sicher.

      Dieser Junge hat die neue Lage schnell begriffen und ist trotzdem nicht in Panik verfallen. Er scheint etwas geschickter zu sein als die üblichen kleinen Taschendiebe, dachte der Hauptmann mit einem Anflug von Respekt.
      Wir sehen uns sicher bald wieder und dann erwische ich dich schon noch, dachte er entschlossen.
      An allen Straßen zum Marktplatz befand sich einer seiner Leute. Er musste nur seinen Signalpfiff machen und der Dieb hätte es schwer aus der Falle zu entkommen.

      Doch der Junge wurde hier noch nicht gesucht und bisher hatte nichts getan. Zumindest nichts das er beweisen konnte. Er wollte ihn daher auf frischer Tat ertappen. Ulrich mochte wissen, dass der Junge ein Dieb war, ohne Beweis würde er ihn nicht verhaften. So hartnäckig er die Kriminellen auch verfolgte, hielt er sich dabei doch immer an das Recht.

      Nur wenige Beutelschneider trauten sich noch in seiner Stadt ihrem Handwerk nachzugehen. Er mochte etwas Mitleid mit dem Jungen haben, er wusste wie hart das Leben auf der Straße war, doch er war für die Ordnung zuständig und er würde dafür sorgen, dass die Bürger der Stadt nichts zu befürchten hatten.

      Noch etwas grummelig, wandte sich Ulrich dem Kadetten zu, der seine Beute vertrieben hatte. Irgendeiner der neuen Rekruten, die er in letzter Zeit aufgenommen hatte. Er überlegte kurz, Martin war sein Name. Fragend sah er ihn an.
      Der Kadett schaute unbehaglich zu seinem grimmig schauenden Hauptmann und sagte stockend:
      „Ich soll euch diesen Brief persönlich übergeben. Und eure Antwort abwarten, nachdem ihr den Brief gelesen habt. Irgendetwas Großes muss passiert sein!“
      Ulrich schaute nachdenklich auf das kleine Stück versiegeltes Pergament. Schreibmaterial war teuer und die meisten Botschaften wurden daher lieber mündlich überbracht, es musste also wirklich wichtig sein. Langsam öffnete er das Siegel und las die krakelig geschrieben Zeilen:

      Kommt sofort.
      Jeronimus Grünhain wurde ermordet!
      Krisentreffen in der Garnison.
      Zu niemandem ein Wort!

      Burckhardt von Erztal
      Bürgermeister von Hornstadt

      Ulrich las die Zeilen zweimal und konnte es dennoch nicht glauben. Der Dieb und alles andere war spätestens jetzt völlig vergessen. Jeronimus ermordet, das war allerdings eine Krise! Wer konnte einen der mächtigsten Männer des Landes ermorden? Einen Mann, der es ohne Probleme mit einem Dutzend schwer bewaffneter Männer gleichzeitig aufnehmen konnte? Jeronimus war bereits seit Jahren der Stadtmagier von Hornstadt. Nur wenige Menschen beherrschten die magischen Künste und noch viel weniger waren an der königlichen Akademie ausgebildet worden.

      Ulrich hatte Jeronimus in der legendären Schlacht am Roten Berg erlebt. Er hatte gesehen, wozu der Magier im Kampf fähig war. Es erschien ihm unglaublich, dass er wirklich Tod sein sollte. Sicherlich gab es einige Kreaturen und andere Zauberkundige, die auch einem Magier seiner Qualität gefährlich werden konnten, doch hier in dieser kleinen Stadt hatte der Magier eigentlich niemanden zu fürchten. Anscheinend doch, korrigierte sich Ulrich in Gedanken, schließlich hatte ihn ja jemand ermordet. Der Gedanke ließ ihn frösteln.

      Der Kadett sah ihn jetzt neugierig an, sicher hoffte er zu erfahren, worum es eigentlich ging. „Habt ihr eine Antwort für mich, ich soll sie gleich zur Garnison bringen.“ „Nein, habe ich nicht, aber ich werde dich zur Garnison begleiten“, sagte Ulrich. Er ließ seinen Blick über den friedlichen Marktplatz gleiten. Hier schien die Welt noch in Ordnung.


      Zu Kapitel 2.1 - Die Garnison

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!

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    • Alexander2213 schrieb:

      Kapitel 1 - Jäger und Beute

      Er mochte die Gefahr! Den Nervenkitzel kurz vor einem Diebstahl. Das Glücksgefühl, wenn er wieder mal erfolgreich war.
      Langsam schlenderte er über den Marktplatz, sein Ziel fest im Blick. Es war eine korpulente Matrone, deren am Gürtel hängender Geldbeutel gut gefüllt aussah. Er machte sich keine große Sorge, so jung er war, so erfahren war er in solchen Dingen. Die Frau war das perfekte Ziel, gut betucht und wenig aufmerksam. Nach den zahlreichen Schwierigkeiten in letzter Zeit, kein Komma(kK) brauchte er dringend einen Erfolg.
      Die Frau diskutierte gerade an einem Fleischstand,kK mit dem Metzger. Kauf nicht soviel, dachte er fröhlich, du bist schon dick genug und dann bleibt mehr für uns. Das Grumeln Grummeln in seinem Magen erinnerte ihn daran, dass es wichtig war endlich mal etwas mehr Beute zu machen, sollte es für alle reichen. Die Zeiten wurden allmählich für alle schwieriger und einfach war das Leben eines Taschendiebs eigentlich nie.
      Skrupel hatte er beim stehlen Stehlen schon lange nicht mehr. Hatte er eine andere Wahl? Warum war diese Frau so vollgefressen, (kK) wie eine fette Henne, während er im letzten Jahr oft genug hungrig schlafen gegangen war. Die Welt war nicht gerecht zu ihm gewesen, warum also sollte er sich schuldig fühlen? Bis hierhin sehr gute Einführung. Du schmeißt den Leser in die Geschichte rein, erweckst Mitgefühl, lieferst eine Idee des Settings und gehst auf die aktuellen Beweggründe des Protagonisten ein.

      Die Frau hatte ihr Geschäft abgeschlossen. Gleich würde es soweit Punkt oder Komma sein sobald der Metzger sich etwas anderem zuwandte, wollte er zuschlagen. Sein winziges aber sehr scharfes Messer lag verborgen in seiner Hand. Den Beutel vom Gürtel abzuschneiden würde schnell gehen, doch er zögerte. Irgendetwas störte ihn.
      Wurde er etwa beobachtet? Ein rascher aufmerksamer Blick über den Marktplatz lieferte keine Anzeichen. Die meisten Leute gingen ihren Geschäften nach. Der Metzger hatte einen neuen Kunden gefunden. Hier könnte man noch weitere Menschen erwähnen, die ihn anscheinend nicht beobachten. Auf dem Markt ist ja sicherlich mehr los. Vor der nahen Taverne saß ein grauhaariger Trunkenbold, er schien bereits am Mittag blau zu sein, zumindest stierte er stumpfsinnig in seinen Bierkrug. Die Wirtin scheuchte eines der Schwein davon, dass in der Hoffnung auf Reste unter den Tischen langlief und quiekend gegen diese grobe Behandlung protestierte.
      Er hatte etwas Mitleid mit dem Schwein. In den meisten kleinen Städten, die er bisher kennengelernt hatte, gab es sie. Von ihren Besitzern gebrandmarkt, kK mussten sie sich ein den/einen Großteil ihres Futters selber selbst? suchen, bevor sie irgendwann geschlachtet wurden. Er hatte einmal, als er besonders hungrig gewesen war, versucht ein Schwein zu fangen, doch es hatte einen höllischen Radau gemacht, so dass sodass es viel zu viel aufsehen Aufsehen erregt hatte. Viehdiebe wurden gehenkt gehängt?, während Taschendiebe manchmal hoffen konnten nicht gleich dem Henker übergeben zu werden und so war er lieber schnell getürmt. Außerdem mit einem Geldbeutel konnte man leicht verschwinden, mit einem Schwein nicht. Außerdem: Mit einem... oder vielleicht den Satz umstellen?


      Die Matrone walzte (sich den Weg) durch die Menge. Die Wirkung kommt auch so rüber. Von den Blauröcken, der hiesigen Stadtwache, war nichts zu sehen, alles schien perfekt. Gut! Doch sein Gefühl blieb, irgendetwas war verkehrt. Sein grummelnder Magen erinnerte ihn daran, dass er eine Entscheidung treffen musste. Wenn er zuschlagen wollte, dann jetzt,!Günstiger... günstiger würde es nicht mehr werden.

      Er beschloss K es zu tun!

      Doch dann geschah etwas, dass die Sachlage vollkommen veränderte.

      Ein junger Mann in der gelben Kadettenuniform der Stadtwache Ich dachte, es sind Blauröcke? Etwas seltsam... erschien auf dem Marktplatz. Er musste gerannt sein, zumindest atmete er schwer und war rot im Gesicht. Er eilte aufgeregt auf den Mann vor der Taverne zu und salutierte „Hauptmann K ich habe eine wichtige Nachricht (!)“, schnaufte er völlig außer Atem. Der Angesprochene hob den Kopf und schaute den Kadetten grimmig an, „Was gibt es so wichtiges K Kadett, dass du es wagst mich bei der Arbeit zu stören.“ Der Kadett schaute völlig verwirrt auf den Bierkrug.

      Der Dieb stellte fest, dass der scheinbare Trunkenbold plötzlich nicht mehr im geringsten betrunken wirkte, sein Blick war völlig klar. Jetzt wo er ihn genauer betrachtete K viel fiel ihm noch mehr auf, er hatte zwar graue Haare, doch er war nicht alt, er schätzte ihn auf Mitte dreißig. Eine feine Narbe zog sich über seine linke Wange. Hat der Protagonist so scharfe Augen? Ich dachte, der Hauptmann sitzt in einiger Entfernung? Halb von seinem Umhang verborgen, kK schaute der Griff eines Schwertes hinaus. Die Kleidung war insgesamt unauffällig K aber von guter Qualität.

      Die Blicke vom des Hauptmanns der Stadtwache und dem des Diebes kreuzten sich. Jäger und Gejagter, die Rollen, die das Schicksal ihnen zugedacht hatte, lagen offen auf dem Tisch. Der Dieb wich langsam zurück und versuchte den Abstand rasch aber ohne auffällige Hektik zu vergrößern. Halb rechnete er damit, das sich der Mann jetzt auf ihn stürzen würde. Er rechnete sich gute Chancen aus, ihn abhängen zu können. Der Vorsprung war mittlerweile groß genug, hoffte er zumindest, außerdem war er schnell, flink Ich würde nicht schnell und flink schreiben, da es hier dasselbe bedeutet. Vielleicht schnell und geschickt? und hatte sich einige gute Fluchtroute zurechtgelegt. Doch wäre der Kadett nur ein paar Sekunden später gekommen..... Kalt lief es ihm den Rücken hinunter, als ihm klar wurde welches Glück er gerade gehabt hatte. Dieser letzte Satz betont, was dem Leser an dieser Stelle klar sein sollte. Ich würde ihn gänzlich weglassen, ist aber Geschmackssache.

      Der Moment des Diebstahls war immer der heikelste, weil man sich in diesem Augenblick ganz auf die Zielperson und die Beute konzentrieren musste. Und die Umgebung zwangsläufig einen Moment vernachlässigen musste. Er wusste, auf diesen Moment hatte der andere nur gewartet, doch jetzt sah die Lage zum Glück anders aus.
      Hauptmann Ulrich von Schwarzbach war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Er sprang nicht auf und begann eine vermutlich sinnlose Verfolgungsjagd, sondern er hob leicht den Bierkrug als würde er ihm zu prosten zuprosten, dabei hatte er ein grimmiges Lächeln im Gesicht. Der Dieb hatte die neue Lage schnell begriffen und war bisher trotzdem nicht in Panik verfallen, was dem Hauptmann Respekt abnötigte. Wir sehen uns sicher bald wieder und dann erwische ich dich schon noch, dachte er, während er beobachtete, wie der junge Dieb rasch und etwas blass um die Nase, den Marktplatz verließ. Gut!


      Er hatte den jugendlichen Dieb, fast noch ein Kind, bereits ein eine Viertelstunde lang beobachtet. Er musste neu in der Stadt sein und verstand offenkundig eine ganze Menge vom Taschendiebstahl. Doch er wurde hier noch nicht gesucht und er wollte ihn daher auf frischer Tat ertappen. Auch wenn er wusste, dass er ein Dieb war, ohne Beweis würde er ihn nicht verhaften. Nach der Art der abgetragenen Kleidung zu urteilen, vielleicht ein Flüchtling aus dem Osten, mutmaßte er? Der Krieg kam offenkundig näher. Vielleicht war der Junge ja schlau genug und verschwand nun aus der Stadt, früher oder später würde er ihn sonst erwischen, da war er sich sicher. Vielleicht etwas weniger "er"? Gut! Du spiegelst gut und sinnvoll die Gedanken des Hauptmanns.


      Nur wenige Diebe trauten es sich noch in seiner Stadt ihrem Handwerk nachzugehen. Er mochte etwas Mitleid mit dem Jungen haben, er wusste wie hart das Leben auf der Straße war, doch er war für die Ordnung zuständig und er würde dafür sorgen, das dass die Bürger der Stadt nichts zu befürchten hatten, sonst würde alles im Chaos versinken. (Es war seine Stadt und er würde sie beschützen.) Diese Einstellung vermittelst du dem Leser bereits.


      Noch etwas grummelig Sicher, dass du "grummelig" meinst?, kK wandte sich Ulrich dem Kadetten zu, der seine Beute vertrieben hatte. Irgendeiner der neuen Rekruten. Er überlegte kurz, Martin war wohl sein Name. Fragend sah er ihn an.
      „Ich soll euch diesen Brief persönlich übergeben. Und eure Antwort abwarten, nachdem ihr den Brief gelesen habt. Irgendetwas großes Großes muss passiert sein!“
      Ulrich schaute nachdenklich auf das kleine Stück versiegeltes Pergament. Schreibmaterial war teuer und die meisten Botschaften wurden daher lieber mündlich überbracht, es musste also wirklich wichtig sein. Langsam öffnete er das Siegel und las die krakelig geschrieben Zeilen:

      Kommt sofort.
      Jeronimus Grünhain wurde ermordet!
      Krisentreffen in der Garnison.
      Zu niemandem ein Wort!

      Burckhardt von Erztal
      Bürgermeister von Hornstadt Nette Namenswahl!


      Ulrich las die Zeilen zweimal und konnte es (dennoch) nicht glauben. Der Dieb und alles andere war spätestens jetzt völlig vergessen. Jeronimus ermordet, das war allerdings eine Krise! Wer konnte einen der mächtigsten Männer des Landes ermorden? Einen Mann, der es ohne Probleme mit einem dutzend Dutzend schwer bewaffneter Männer gleichzeitig aufnehmen konnte? Jeronimus war bereits seit Jahren der Stadtmagier von Hornstadt. Nur wenige Menschen beherrschten die magischen Künste und noch viel weniger waren, kK an der königlichen Akademie ausgebildet worden. Die Magier von dort waren die Besten der Besten. Hier wirkt der Infodump etwas auffällig. ;) Ich weiß nicht wie, aber vielleicht könnte man die Infos noch ein wenig besser über die Geschichte verteilen und nicht hier komprimiert darstellen?

      Ulrich hatte Jeronimus in der legendären Schlacht am Roten Berg erlebt. Er hatte gesehen, wozu der Magier im Kampf fähig (gewesen) war, Punkt Es...es erschien ihm unglaublich, dass er wirklich Tod sein sollte. Sicherlich gab es einige Monster Hach ja, die lieben Monster. Man denkt sofort an Baldur's Gate, Skyrim usw. vielleicht Monstrum/Wesen/Geschöpf? und andere Zauberkundige, die auch einem Magier seiner Qualität gefährlich werden konnten, doch hier in dieser kleinen Stadt hatte der Magier eigentlich niemanden zu fürchten. Anscheinend doch kursiv schreiben für Gedanken?, korrigierte sich Ulrich in Gedanken, schließlich hatte ihn ja jemand ermordet. Der Gedanke ließ ihn frösteln.

      Der Kadett sah ihn jetzt neugierig an, sicher hoffte er zu erfahren, worum es eigentlich ging. „Habt ihr eine Antwort für mich, ich soll sie gleich zur Garnison bringen“. ." „Nein k habe ich nicht, aber ich werde dich zur Garnison begleiten“, sagte Ulrich. Er lies ließ seinen Blick über den friedlichen Marktplatz gleiten. Hier schien die Welt noch in Ordnung.
      Inhaltlich gefällt mir deine erste Geschichte bereits ziemlich gut. Ich frage mich ja, welche Rolle unser noch namenloser Taschendieb spielen wird. Vielleicht erleben wir hier den Aufstieg eines neuen Helden?
      Hab es abonniert.
      Weiter bitte! ;)
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      Ein Schwert und sein Held
    • Echt ein spannendes erstes Kapitel.
      Man kann sich sehr gut die Stadt und allgemein die Situation der Welt vorstellen.
      Vor allem frage ich mich warum und wie der Magier ermordet werden konnte und warum der eine Taschendieb vorgestellt wurde, der eigentlich nichts damit zu tun hat.
      Die beiden Charaktere die vorgestellt wurden, gefallen mir auch sehr gut.
      Scheint eine interessante Geschichte zu werden, ich bleib auf jedenfall dran.
    • Sehr schön geschrieben.
      Ich finde gut, dass du uns deine Welt im Vorbeigehen erschliesst. Ohne grosse erklärende Abschnitte. Vor mir ist das Bild einer mittelalterlichen Stadt entstanden, es gibt Unruhen und Kriegsflüchtlinge sind unterwegs.

      Ich hab mich gefragt, ob das Wort "Kadett" passend ist.
      Das Zauberer in einer königlichen Akademie ausgebildete werden fand ich auch ungewöhnlich. Die Magier sind dann also Befehlsempfänger wie einfache Soldaten?
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Danke für das Interesse und die guten Anregungen.

      @Sensenbach

      Über das Wort Kadett muss ich noch einmal nachdenken. Gute Anmerkung. Es ist richtig, es passt nicht ganz zum mittelalterlichen Setting. Es drückt aber ganz gut den Ausbildungscharakter aus. Knappe, Page oder ähnliches passt meiner Meinung nach nicht zu einer Stadtwache.

      Zur Akademie würde ich mich noch nicht zu sehr äußern wollen. Dein Eindruck ist grundsätzlich richtig, die Magier des Landes sind in die Strukturen eingebunden. Natürlich sind sie mit ihrer Macht aber keine reinen Befehlsempfänger. Ist aber ein Punkt den ich in der Geschichte wohl gut ausbalancieren muss.

      @Arkii

      Der Taschendieb war ursprünglich nur ein Aufhänger gewesen, um den Hauptmann vorzustellen. Hat sich allerdings beim Schreiben stark weiterentwickelt. Ich denke er wird sicher noch eine wichtige Rolle spielen. Ich habe da schon ein paar Ideen.

      @'bigbadwolf'

      Deine Korrrekturen sind wirklich toll. Die Kommas sind leider immer wieder mein Problem. Bei einigen der Fehlern könnte ich mich richtig ärgern, weil sie mir grundsätzlich klar sind.
      Die gelbe Kadettenuniform hatte ich absichtlich genommen, weil ich dachte für Rekruten eine andere Farbe. Allerdings ist es richtig und es kann etwas zur Verwirrung beitragen. Also bekommen die Kadetten (oder wie immer sie dann heißen werden) endlich ein ordentliches blau. :thumbsup:
      Der Begriff "grummelig" ist an der Stelle nicht einfach. Ich wollte zeigen, das er zwar etwas verstimmt ist über den Kadetten, aber deswegen jetzt keinen Wutausbrauch bekommt. Bin mir da noch nicht ganz sicher, wie ich es auflöse.

      Ich denke, zum Größtenteil werde ich die anderen Vorschläge übernehmen, da sie mir sehr sinnvoll erscheinen. Danke dafür!

      Eine blöde Frage. Wie abonniert man ein Thema, über die Lesezeichen? Gibt ja einige Geschichte hier, denen ich hier gerne Folge.

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alexander2213 ()

    • Eigentlich wollte ich nur kurz reinlesen, aber dann habe ich den Teil doch vollständig durchgelesen. Du schreibst sehr bildlich und geheimnisvoll/spannend. man kann sich alles gut vorstellen und kommt beim Lesen problemlos mit. Mit wenigen Worten machst du einem die Charaktere schmackhaft, das gefällt mir.
      Ein paar Fehlerchen waren drin, aber ich denke, darüber kann man hinwegsehen. Tatsächlich war ich zu gespannt, was oder ob etwas passiert, um mir die Mühe zu machen, das alles herauszusammeln. Man muss ja nicht mehr meckern, als nötig :)
      Ansonsten lässt sich so viel noch nicht sagen. zur Story weiß man noch nicht so viel, aber ich bin gespannt. Ich bleibe einfach mal dran und schaue, was passiert. :)

      LG, Kyelia

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
      Síchestja - Das Erbe einer Vergangenheit
    • (Ich bin etwas mit schreiben vorangekommen. Hier ist der neue Teil meiner Geschichte: Kapitel 2.1 - Die Garnison. Viel Spaß beim Lesen! Natürlich freue ich mich wie immer über Kommentare und konstruktive Kritik.)

      Nach ein paar Überarbeitungen, gibt es jetzt hier das komplette 2.Kapitel.



      Kapitel 2 - Die Garnison

      Ulrich von Schwarzbach eilte mit großen Schritten zur Garnison. Langsam vermehrten sich die dunklen Wolken am Himmel und der milde Frühlingstag wurde ungemütlicher, bemerkte er etwas griesgrämig. Den Kadetten an seiner Seite beachtete er kaum, zu sehr war er in Gedanken bei der aktuellen Krise.
      Hornstadt war auf den hügeligen Ausläufern der nahen Berge errichtet worden. Zur königlichen Garnison, die auf einem Hochplateau lag, schlängelte sich eine steile Straße empor. Auch hier verlangsamte Ulrich seine schnellen Schritte nicht. Neben sich hörte er den Kadetten schnaufen wie ein kaputter Dampfkessel. Gute Kondition scheint er ja nicht zu haben, dachte er. Ulrich musterte Martin beiläufig, er schien gutem Essen gerne zuzusprechen, zumindest hatte er für sein jugendliches Alter bereits ein ganz ordentliches Bäuchlein. Sonst wirkte er recht unscheinbar.
      Doch Ulrich erinnerte sich daran, dass die Schreibergilde in der Hauptstadt ihm eine erstklassige Beurteilung mitgegeben hatte.
      „Warum hast du dich zur Stadtwache gemeldet, du hättest doch sicher auch in der Verwaltung des Reiches Karriere machen können“, fragte er Martin interessiert, ohne dabei langsamer zu werden. „Als Kind habe ich immer von Abenteuern geträumt, doch ich war nie besonders geschickt. Mein Vater meinte immer, ich sei der geborene Tollpatsch. Also folgte ich lieber meinen Talenten, lernte lesen, schreiben und fremde Sprachen. Als ich hörte, dass Schreiber für die Stadtwache gesucht werden, war ich neugierig und die Abenteuerlust siegte. Sonst werden für solche Jobs eigentlich nur Veteranen rekrutiert. Doch dieses Mal....
      Ich bin vielleicht nicht der beste Schwertkämpfer, aber ich denke, ich kann eine Menge beitragen“, bei seiner Rede schnaufte er ganz schön, doch er wurde nicht langsamer. Ulrich musste etwas schmunzeln, Abenteuer bei der Stadtwache waren seltener, als man denken könnte. Dann fiel ihm der tote Magier wieder ein und er seufzt leise. Keine Regel ohne Ausnahme!
      „Aufgeweckt scheinst du ja zu sein. Ich bin überzeugt, du kannst eine Menge beisteuern. Wir brauchen ein paar Leute mit frischen Ideen in der Stadtwache. An deiner Kondition müssen wir aber arbeiten. Ich werde Ausbilder Wibalt anweisen, dein Training zu intensivieren.“ Martin sah nicht gerade glücklich aus, schließlich war das Training bereits wirklich anstrengend.

      Es fiel ihm auf, dass Martin keine Frage zur aktuellen Lage gestellt hatte. Er musste doch interessiert sein, mehr zu erfahren. Da sie ihr Ziel aber fast erreicht hatten, fragte er nicht weiter nach.

      Das eindrucksvolle Tor zeigte deutlich sein hohes Alter. Der Torbogen war mit filigranen Blumenmustern verziert, die eine Kunstfertigkeit erforderte, wie es sie heutzutage kaum noch gab. Die großen Risse in Tor und Mauer waren jedoch recht robust ausgebessert worden, zum Teil nur mit unbehauenen Feldsteinen. Einfach aber effektiv!
      Vor dem Tor der Garnison waren die Wachen bereits verstärkt worden. Normalerweise standen dort zwei gelangweilte Soladten in leichter Rüstung herum, jetzt waren es fünf Krieger in schweren Rüstungen, darunter ein Offizier ohne Helm.

      Ulrich kannte den Offizier nur oberflächlich, der sich ihnen in den Weg stellte. „Ihr könnt passieren, Hauptmann. Doch er muss draußen bleiben. Ich habe die Anweisung niemanden hineinzulassen, außer er steht auf dieser Liste.“ Dabei hielt er eine äußerst kurzes Stück Pergament hoch. Ulrich sah einen der Soldaten im Hintergrund leicht grinsen. Es gab öfters mal kleine Reibereien zwischen den Mitgliedern der Stadtwache und den Soldaten der königlichen Garnison. Ulrich wollte die Konflikte nicht vertiefen, doch er musste auch eine deutliche Grenze ziehen. Außerdem wurden die Wolken dunkler, ein kleines Unwetter schien sich zusammen zu brauen. Er würde keinen seiner Leute im Regen stehen lassen.
      „Ich werde mit ihm in die Garnison gehen oder wieder gehen. Doch dann müsst ihr erklären, warum ihr dem Hauptmann der Stadtwache und seinem Begleiter den Zugang verwehrt habt“, erklärte er entschlossen.
      Der Offizier wirkte jetzt verunsichert und schickte einen seiner Soldaten in die Garnison, um die Lage zu klären. An einer weiteren Eskalation schien er nicht interessiert zu sein und so betrieben sie etwas höfliche Konversation, während sie auf die Rückkehr des Soldaten warteten. Statt des Erwarteten erschien der Kommandant der Garnison höchstpersönlich. „Wir haben keine Zeit für diese Spielchen, lasst die beiden sofort passieren!“, dröhnte er mit gewaltiger Stimme. Der Offizier trat sofort zur Seite. Albrecht von Sturmhafen war auch ohne Rüstung eine imposante Gestalt. Er war fast zwei Meter groß, durchtrainiert und von kräftiger Statur. Seine unteren Eckzähne waren etwas länger als normal und bei den Soldaten geisterte hartnäckig das Gerücht, er hätte einen Ork in entfernter Verwandtschaft.
      „Gut, dass ihr endlich da seit, Hauptmann“, sagte Albrecht, während er Ulrich durch das Tor begleitete. „Der Bürgermeister ist bereits eingetroffen und völlig in Aufregung. Ich habe ihm schon erklärt, dass er sich keine Sorgen machen muss, solange die königlichen Truppen seine Stadt beschützen. Nur weil sich so ein Zauberkünstler in die Luft gejagt hat, ist Hornstadt noch lange nicht in Gefahr.“ Ulrich hörte Martin, wie er tief die Luft einzog. Er schien schnell die richtigen Schlüsse zu ziehen, bemerkte er mit wachsendem Respekt. Doch er ignorierte ihn und konzentrierte sich weiter auf den Kommandanten. Albrecht war bekanntermaßen kein großer Freund der magischen Künste. Angeblich soll er mal gesagt haben: „Es gibt kein Problem, das ein Zweihänder nicht lösen kann“. Der Hauptmann war sich nicht ganz sicher, ob es stimmte, doch es hätte zumindest gepasst.

      Ulrich ließ seinen Blick über das Garnisonsgelände gleiten. Überall herrschte rege Betriebsamkeit. Armbrustschützen übten ihre Kunstfertigkeit, ein paar Pferde wurden aus den Ställen zum Reitgelände geführt, Schwertkämpfer trainierten den Zweikampf und aus der zugehörigen Schmiede dröhnten laut die Hammerschläge. Im Hintergrund arbeiteten Soldaten an den mächtigen Katapulten und Speerwerfern, die den Pass aus den Bergen beherrschten. Alles wirkte chaotisch, doch Ulrich war erfahren genug, um ein gut organisiertes Lager sofort zu erkennen. Manche mochten den Kommandanten für grob und ungehobelt halten, spätestens hier zeigte sich seine Qualität.
      Ulrich dachte daran zurück, wie er hier als Kind mit seinen Freunden gespielt hatte. Damals war er ein fröhlicher, übermütiger Bursche gewesen, der jede Menge Blödsinn angestellt hatte. Er hörte in Gedanken noch das Lachen der Kinderstimmen, doch die Fröhlichkeit von damals spürte er schon lange nicht mehr. Außer den Kindern hatte sich, vor dem Krieg gegen Xelaria, kaum jemand für diesen Ort interessiert. Nur ein paar Schäfer oder Schweinehirten trieben gelegentlich ihre Tiere hoch. Jetzt gab es kaum noch Gras hier. Alles war platt getreten von den rund 500 Soldaten, die hier ihr Quartier hatten.
      Die meisten Gebäude auf dem Gelände waren in den letzten zehn Jahren aus Holz errichtet worden, doch der alte Bergfried war immer noch das Herz der Anlage. Davor stand Bürgermeister Burckhardt von Erztal. Seine farbenfrohe und teure Kleidung konnte nicht den dicken Bauch verbergen, da er auch nicht besonders groß war, verstärkte sich noch der Eindruck einer bunten Kugel auf zwei Beinen. Sein fülliges Gesicht strahlte Gemütlichkeit aus, doch seine Augen waren immer aufmerksam.
      „Gut, da wären wir endlich, lasst uns reingehen“, sagte er mit einer für ihn untypischen Hektik. Ulrich bedeutete Martin, auf ihn zu warten, dann folgte er dem großen Soldaten und dem rundlichen Bürgermeister in den Bergfried.

      Albrecht führte seine Gäste zu seinem Arbeitszimmer, wo sie ungestört waren. Das Zimmer war robust gestaltet. Ein mächtiger aber schlicht gestalteter Schreibtisch bildete das Zentrum. An den Wänden hingen Waffen und Landkarten. Für einen Kommandanten der königlichen Truppen gab es erstaunlich wenig Luxus. Das Auffälligste war ein aufwendig geschnitztes Holzgefäß für Schreibfedern, es war komplett in Form eines Drachen gestaltet. Sie setzten sich an einen extra Tisch, der ohne Problemen einem Dutzend Soldaten Platz bot. Hier fanden also die Besprechungen statt, dachte Ulrich, als er Platz nahm.

      Burckhardt brachte Ulrich auf den neuesten Stand. „Heute morgen kam ein Bote der Grünhains zu mir. Jeronimus wurde in seinem Pavillon Tod aufgefunden. Es muss wohl kein schöner Anblick gewesen sein. Er erzählte mir, Jeronimus hätte ein riesiges Loch im Unterleib gehabt und das Blut wäre...wäre...“ Der Bürgermeister brach ab und sah ziemlich blass um die Nase aus, “es muss finsterste Magie gewesen sein.“ Er sah den Hauptmann plötzlich vorwurfsvoll an „Ich schickte nach euch, doch ihr wart ja nicht da.“ Ulrich ließ die indirekte Anklage kalt. War es nicht vor zwei Tagen noch der Bürgermeister gewesen, der sich bei ihm über ein paar vereinzelte Diebstähle furchtbar aufgeregt hatte, sie hätten oberste Priorität. Außerdem konnte er ja nicht überall sein, das sollte auch dem Bürgermeister klar sein. Burckhardt ließ keine Zeit zum Antworten, sondern fuhr hastig fort. „Wir brauchen rasch einen neuen Magier und am besten auch eine Aufstockung der Truppen“, forderte Burckhardt in Richtung des Kommandanten.
      „Meine Truppen sind auch ohne Magier in der Lage den Pass gegen jeden Feind zu verteidigen. Außerdem sind wir noch lange nicht im Krieg. Nur weil ein Magier Tod ist, bedeutet es nicht, dass Xelaria den Waffenstillstand aufgekündigt hat, immerhin hält er jetzt seit fast 10 Jahren.“ Albrecht sprach für seine Verhältnisse leise, doch man konnte seine Verärgerung deutlich spüren. Niemand sollte an seinen Soldaten oder ihm zweifeln.
      „Wir müssen rasch klären was passiert ist“ sagte Ulrich schlichtend. „Wenn es wirklich ein magischer Anschlag war, ist die Lage ernst. Doch noch wissen wir nicht was passiert ist.“
      „Es sollen sich ja schon Magier selber in die Luft gesprengt haben“, knurrte Albrecht.
      Ulrich war davon weniger überzeugt, nickte dem Kommandanten aber trotzdem zu, „daher müssen wir rasch die Lage klären. Außerdem werde ich nur zur Sicherheit meine Wachen an allen wichtigen Orten der Stadt verstärken.“
      Der Bürgermeister strahlte ihn an. „Ich habe auch bereits eine Botschaft in die Hauptstadt geschickt, mit etwas Glück bekommen wir bald einen neuen Magier“, sagte Burckhardt, bevor er sich direkt an Albrecht wendete „Könnt ihr noch neue Truppen anfordern?“
      „Vielleicht, doch da die garantierte Garnisonsstärke bereits erreicht ist, müsste die Stadt für die Kosten weiterer Truppen aufkommen“, sagte Albrecht grinsend, wohl wissend wie geizig der Bürgermeister war. Ulrich hatte allerdings das Gefühl, dass der Kommandant nicht so entspannt war, wie er sich gab.
      Burckhardt hatte es plötzlich nicht mehr ganz so eilig, mit neuen Truppen. „Wir sollten wirklich erst Mal schauen, was geschehen ist. Hauptmann ich erwarte rasche Ergebnisse auf meinem Tisch.“
      Ulrich verkniff sich ein Grinsen, ob der Berechenbarkeit des Bürgermeisters.
      „Natürlich ich werde mich gleich auf den Weg machen“. Er dachte kurz nach. „Da es sich ja wahrscheinlich um ein magisches Verbrechen handelt, werde ich Unterstützung benötigen. Ich werde Jasira in die Ermittlungen mit einbeziehen“.
      Ulrich sah in die entsetzten Gesichter von Burckhardt und Albrecht. Sie können ja doch mal einer Meinung sein, stellte er fest.
      „Aber sie ist eine Elfe“ stotterte Burckhardt perplex.
      Albrecht stöhnte nur leise, „nicht diese wandelnde magische Katastrophe.“
      „Wenn ihr sonst noch jemanden, mit wenigstens etwas magischem Talent, aus dem Ärmel schütteln könnt, nur zu ich höre“. Ulrichs Tonfall war schneidend, diese offensichtlichen Vorurteile ärgerten ihn. Sicher, Jasira war keine Magierin im eigentlichen Sinne und vielleicht etwas eigenwillig, aber es gab wohl kaum eine Alternative.
      „Aber könnt ihr nicht auch so ermitteln? Elfen sind nicht vertrauenswürdig“, sagte Burckhardt.Für einen ehemaligen Handelsherren hat er erstaunlich viele Vorurteile, fand Ulrich.
      Albrecht hingegen wirkte immer noch nicht begeistert, doch er schien Ulrichs Argument zu verstehen. „Eure Entscheidung Hauptmann.“ Burckhardt wollte etwas einwenden, doch Ulrich unterbrach ihn.
      „Wir haben keine Wahl, wenn wir schnelle Ergebnisse wollen. Wollen wir mit erfolgsversprechenden Ermittlungen warten, bis in ein paar Wochen ein neuer Magier aus der Hauptstadt kommt?“ Ulrich sah Burckhardt mit eisernem Blick an, der schließlich nachgab.
      „Nun gut, wenn es unbedingt sein muss, aber auf eure Verantwortung“, grummelte er, fasste sich aber wieder schnell und sagte deutlich munterer „Dann hätten wir wohl alles besprochen“. Ulrich erhob sich, es gab viel zu tun.


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      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Alexander2213 ()

    • Hallo @Alexander2213
      Den ersten Teil fand ich ja super.
      Der neue Abschnitt ist inhaltlich auch Top.

      Im Vergleich zum ersten Post finde ich allerdings mehr Dinge, die ich anmerken würde. Ich hab mal den ersten Abschnitt als Beispiel genommen, damit du weisst was ich meine.

      Spoiler anzeigen

      Alexander2213 schrieb:

      Ulrich von Schwarzbach eilte mit großen Schritten zur Garnison. Langsam vermehrten sich die dunklen Wolken am Himmel und der milde Frühlingstag wurde langsam etwas ungemütlicher. bemerkte er etwas griesgrämig. Den Kadetten an seiner Seite beachtete er kaum, zu sehr war er in Gedanken bei der aktuellen Krise.
      Hornstadt war auf den hügeligen Ausläufern der nahen Berge errichtet worden. Zur königlichen Garnison, die auf einem Hochplateau lag, schlängelte sich eine steile Straße hoch empor. Auch hier verlangsamte Ulrich seine schnellen Schritte nicht. Neben sich hörte er den Kadetten schnaufen, wie ein kaputter Dampfkessel.
      Gute Kondition scheint er ja nicht zu haben (kursiv), dachte er.
      Ulrich musterte Martin beiläufig, er schien gutem Essen gerne zuzusprechen (nicht abgeneigt zu sein?), zumindest hatte er für sein jugendliches Alter bereits eine ganz ordentliches Bäuchlein. Sonst wirkte er recht durchschnittlich (unscheinbar?).
      Wie du siehst, einiges ist nur Geschmacksache. Der erste Teil wirkte aber sorgfältiger ausgearbeitet auf mich. ;)
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Spoiler anzeigen


      Alexander2213 schrieb:

      Es viel ihm auf, dass Martin keine Frage zur aktuellen Lage gestellt hatte.
      fiel

      Alexander2213 schrieb:

      „Was denkst du ist passiert?“ (Komma) fragte er Martin direkt.

      Alexander2213 schrieb:

      „Ich werde mit ihm in die Garnison gehen, oder wieder gehen. Doch dann müsst ihr erklären, warum ihr dem Hauptmann der Stadtwache und seinem Begleiter den Zugang verwehrt habt“ (Komma) erklärte er entschlossen.

      Alexander2213 schrieb:

      „Der Bürgermeister ist bereits eingetroffen und völlig in Aufregung. Ich habe ihm bereits erklärt, dass er sich keine Sorgen machen muss, solange die königlichen Truppen seine Stadt beschützen. Nur weil sich so ein Zauberkünstler in die Luft gejagt hat, ist Hornstadt noch lange nicht in Gefahr“.
      ."

      Alexander2213 schrieb:

      „Es gibt kein Problem, das ein Zweihänder nicht lösen kann“.
      ."

      Alexander2213 schrieb:

      Der Hauptmann war sich nicht ganz sicher (Komma) ob es stimmte, doch es hätte zumindest gepasst, fand er.

      Alexander2213 schrieb:

      „Gut da wären wir endlich, lasst uns reingehen“ (Komma) sagte er, mit einer für ihn völlig untypischen, kein Komma Hektik.


      Ein interessantes Kapitel, das einige Informationen wiedergibt und dennoch nicht allzu aufdringlich wirkt. Nur das Gespräch mit dem Jüngling fand ich etwas seltsam. Irgendwie wirkte das in meinen Augen etwas gezwungen. Muss der Leser diese Informationen zu diesem Zeitpunkt erhalten, oder bietet sich vielleicht später noch eine Gelegenheit das näher einzubringen? Weil irgendwie nimmt das deutlich die Spannung aus der Angelegenheit, wenn es so stumpf erklärt wird, während sie sich ja eigentlich beeilen. :hmm:
      Noch ein Tipp: Beginne deine wörtlichen Reden immer mit einer neuen Zeile, wenn eine neue Person zu sprechen beginnt. Das macht es dem Leser leichter dem Geschehen zu folgen. ^^ Manchmal machst du dann und dann beginnt eine wörtliche Rede doch wieder mitten im Fließtext :hmm:
      Ansonsten bin ich mal gespannt, wie es weitergeht und was nun eigentlich passiert ist. ^^

      LG, Kyelia

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
      Síchestja - Das Erbe einer Vergangenheit
    • @Kyelia

      Danke für die gute Kritik. Über das Gespräch zwischen den beiden muss ich nochmal nachdenken. Ich möchte es grundsätzlich lassen, kann dein Argument aber durchaus nachvollziehen. Ich werde es vielleicht etwas abschwächen, in dem es kürzer, hastiger wird. Bin ich mir aber noch nicht ganz sicher, wie ich es am besten löse.

      Ich habe das Ende des zweiten Kapitels zwar heute fertiggestellt, will es aber gemeinsam mit dem ersten Teil des Kapitels überarbeiten und werde es dann wohl morgen posten. (auch in Bezug auf die wörtliche Rede)

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!
    • Alexander2213 schrieb:

      Die Garnison Kapitel 2 – Teil 1

      Ulrich von Schwarzbach eilte mit großen Schritten zur Garnison. Langsam vermehrten sich die dunklen Wolken am Himmel und der milde Frühlingstag wurde ungemütlicher, bemerkte er etwas griesgrämig. Den Kadetten an seiner Seite beachtete er kaum, zu sehr war er in Gedanken bei der aktuellen Krise.
      Hornstadt war auf den hügeligen Ausläufern der nahen Berge errichtet worden. Zur königlichen Garnison, die auf einem Hochplateau lag, schlängelte sich eine steile Straße empor. Auch hier verlangsamte Ulrich seine schnellen Schritte nicht. Neben sich hörte er den Kadetten schnaufen, kK wie ein kaputter Dampfkessel. Gute Kondition schien scheint (Gedanken im Präsens) er ja nicht zu haben, dachte er. Ulrich musterte Martin beiläufig, er schien gutem Essen gerne zuzusprechen, zumindest hatte er für sein jugendliches Alter bereits eine ein ganz ordentliches Bäuchlein. Sonst wirkte er recht unscheinbar.

      Doch Ulrich erinnerte sich daran, dass die Schreibergilde in der Hauptstadt ihm eine erstklassige Beurteilungen mitgegeben hatte. Es viel fiel ihm auf, dass Martin keine Frage zur aktuellen Lage gestellt hatte. Er musste doch interessiert sein, mehr zu erfahren. Er beschloss, ihm etwas auf den Zahn zu fühlen.
      „Was denkst du K ist passiert?“ fragte er Martin direkt. Dieser stutzte kurz und warf ihm einen prüfenden Blick zu, bevor er mit Bedacht antwortete. „Die Unruhe fing an K nachdem ein Bote von den Grünhains zur Stadtwache kam. Er trug zwar kein Wappen, doch wer sonst benutzt schon grüne Sättel? Es gingen sofort Botschaften an alle wichtigen Leute raus, also muss etwas sehr wichtiges Wichtiges passiert sein. Der Treffpunkt ist aber nicht die Stadtwache oder das Rathaus, sondern die königliche Garnison. Was auch immer passiert ist, es muss militärische Belange berühren oder die Sicherheit des Reiches bedrohen. Ich denke K Jeronimus Grünhain hat etwas bedeutendes entdeckt, eine Verschwörung, einen geplanten Angriff oder ähnliches Ähnliches und jetzt will er darüber informieren.“ Ulrich nickte anerkennend, gut analysiert, vor allem angesichts der dünne dünnen Faktenlage. Langsam stieg der Kadett in seiner Achtung!

      „Warum hast du dich zur Stadtwache gemeldet, du hättest doch sicher auch in der Verwaltung des Reiches Karriere machen können“, fragte er Martin interessiert. „Als Kind habe ich immer von Abenteuern geträumt, doch ich war nie besonders geschickt. Mein Vater meinte immer, ich sei der geborene Tollpatsch. Also folgte ich lieber meinen Talenten, lernte lesen, schreiben und fremde Sprachen. Als ich hörte, dass Schreiber für die Stadtwache gesucht werden, wurde ich neugierig und die Abenteuerlust siegte. Sonst werden für solche Jobs eigentlich nur Veteranen rekrutiert. Dieses Mal war es anders.
      Ich bin vielleicht nicht der beste Schwertkämpfer, aber ich denke K ich kann trotzdem eine Menge beitragen.“ Ulrich musste etwas schmunzeln, Abenteuer bei der Stadtwache waren seltener, als man denken könnte. Dann fiel ihm der tote Magier wieder ein und er seufzt leise, Hier vielleicht lieber ein neuer Satz? Das hebt den folgenden Spruch zusätzlich hervor. keine Regel ohne Ausnahme.
      „Hmmm K einen wachen Geist scheinst du zu haben. Ich bin überzeugt, du kannst eine Menge beisteuern. Wir brauchen ein paar Leute mit frischen Ideen in der Stadtwache. An deiner Kondition müssen wir aber arbeiten. Ich werde Ausbilder Wibalt anweisen, dein Training zu intensivieren.“ Martin sah nicht gerade glücklich aus, schließlich war das Training bereits wirklich anstrengend. Hier hatte ich solch ein Mitleid mit Martin.


      Sie hatten ihr Ziel fast erreicht, das eindrucksvolle Tor zeigte deutlich sein hohes Alter. Der Torbogen war mit filigranen Blumenmustern verziert, die eine Kunstfertigkeit erforderte, wie es sie heutzutage kaum noch gab. Die großen Risse in Tor und Mauer waren jedoch recht robust ausgebessert worden, zum Teil einfach nur mit unbehauenen Feldsteinen.
      Vor dem Tor der Garnison waren die Wachen bereits verstärkt worden. Normalerweise standen dort zwei gelangweilte Wachen in leichter Rüstung herum, jetzt waren es fünf Soldaten in schweren Rüstungen, darunter ein Offizier ohne Helm.

      Ulrich kannte den Offizier nur oberflächlich, der sich ihnen in den Weg stellte. „Ihr könnt passieren, Hauptmann. Doch er muss draußen bleiben. Ich habe die Anweisung niemanden hineinzulassen, außer er steht auf dieser Liste.“ Dabei hielt er eine äußerst kurze Liste hoch. Ulrich sah einen der Soldaten im Hintergrund leicht grinsen. Es gab öfters mal kleine Reibereien zwischen den Mitgliedern der Stadtwache und den Soldaten der königlichen Garnison. Ulrich wollte die Konflikte nicht vertiefen, doch er musste auch eine deutliche Grenze setzen ziehen/ein Zeichen setzen. Außerdem wurden die Wolken dunkler, ein kleines Unwetter schien sich zusammenbraute zusammenzubrauen. Er würde keinen seiner Leute im Regen stehen lassen.
      „Ich werde mit ihm in die Garnison gehen, kK oder wieder gehen. Doch dann müsst ihr erklären, warum ihr dem Hauptmann der Stadtwache und seinem Begleiter den Zugang verwehrt habt“K erklärte er entschlossen.
      Der Offizier wirkte jetzt verunsichert und schickte einen seiner Soldaten zum Nachfragen. An einer weiteren Eskalation schien er nicht interessiert zu sein und so betrieben sie etwas höfliche Konversation, während sie auf die Rückkehr des Soldaten warteten. Statt des Erwarteten erschien der Kommandant der Garnison höchstpersönlich. „Wir haben keine Zeit für diese Spielchen, lasst die beiden sofort passieren (!)“, dröhnte er mit gewaltiger Stimme. Der Offizier trat sofort zur Seite. Albrecht von Sturmhafen war auch ohne Rüstung eine imposante Gestalt. Er war fast zwei Meter groß, durchtrainiert und von kräftiger Statur. Seine unteren Eckzähne waren etwas länger als normal und bei den Soldaten geisterte hartnäckig das Gerücht, er hätte einen Ork in entfernter Verwandtschaft.
      „Gut K das dass ihr endlich da seit seid K Hauptmann“, sagte Albrecht, während er Ulrich durch das Tor begleitete. „Der Bürgermeister ist bereits eingetroffen und völlig in Aufregung. Ich habe ihm bereits erklärt, dass er sich keine Sorgen machen muss, solange die königlichen Truppen seine Stadt beschützen. Nur weil sich so ein Zauberkünstler in die Luft gejagt hat, ist Hornstadt noch lange nicht in Gefahr“.." Ulrich hörte Martin, wie er tief die Luft einzog. Er schien schnell die richtigen Schlüsse zu ziehen, bemerkte er mit wachsendem Respekt. Doch er ignorierte ihn vorläufig und konzentrierte sich weiter auf den Kommandanten. Albrecht war bekanntermaßen kein großer Freund der magischen Künste. Angeblich soll er mal gesagt haben: „Es gibt kein Problem, das ein Zweihänder nicht lösen kann“.." Der Hauptmann war sich nicht ganz sicher K ob es stimmte, doch es hätte zumindest gepasst, fand er.

      Ulrich warf einen Blick über/auf das Garnisonsgelände. Überall herrschte rege Betriebsamkeit. Armbrustschützen übten ihre Kunstfertigkeit, ein paar Pferde wurden aus den Ställen zum Reitgelände geführt, Schwertkämpfer trainierten den Zweikampf und aus der zugehörigen Schmiede dröhnten laut die Hammerschläge. Alles wirkte chaotisch, doch Ulrich war erfahren genug, um ein gut organisiertes Lager sofort zu erkennen. Manche mochten den Kommandanten für grob und ungehobelt halten, spätestens hier zeigte zeigten sich seine Qualitäten.
      Ulrich dachte daran zurück, wie er hier als Kind mit seinen Freunden gespielt hatte. Damals war er ein fröhlicher K übermütiger Bursche gewesen, der jede Menge Blödsinn angestellt hatte. Er hörte in Gedanken noch das Lachen der Kinderstimmen, doch die Fröhlichkeit von damals spürte er schon lange nicht mehr. Außer abenteuerlustigen Kindern gab es vor dem großen Krieg kaum jemanden, der sich für diesen Ort groß interessiert hatte. Nur ein paar Schäfer oder Schweinehirten trieben gelegentlich ihre Tiere hoch. Jetzt gab es kaum noch Gras hier. Alles war platt getreten von den rund 500 Soldaten, die hier ihr Quartier hatten.
      Die meisten Gebäude auf dem Gelände waren in den letzten 10/zehn Jahren aus Holz errichtet worden, doch der alte Bergfried war immer noch das Herz der Anlage. Davor stand Bürgermeister Burckhardt von Erztal. Seine farbenfrohe und teure Kleidung konnte nicht den dicken Bauch verbergen, da er auch nicht besonders groß war, verstärkte sich noch der Eindruck einer bunten Kugel auf zwei Beinen. Sein fülliges Gesicht strahlte Gemütlichkeit aus, doch seine Augen waren immer aufmerksam und strahlten einen wachen Geist aus. „Gut K da wären wir endlich, lasst uns reingehen“ K sagte er, kK mit einer für ihn völlig untypischen, kK Hektik. Ulrich bedeutete Martin K auf ihn zu warten, dann folgte er dem großen Soldaten und dem rundlichen Bürgermeister in den Bergfried.
      Zunächst einmal ist mir aufgefallen, dass du weit weniger Fehler gemacht hast als beim ersten Teil und dass du diesen korrigiert hast. Das ist gut, hier nimmt nämlich leider nicht jeder Hilfen so an.
      Hauptsächlich sind es die Kommas, die dir noch Probleme bereiten. Der Rest sind oftmals Fehler, die beim Ersetzen, Umstellen und Umschreiben versehentlich entstanden sind.

      Die hervorragend durchdachte Handlung sticht hier hervor. Es passiert zwar nicht wirklich viel, aber davon eine ganze Menge. Viele Details, viele geschickt eingebaute Infos, gute Logik, Stellen zum Schmunzeln, keine überhastete Einführung neuer Charaktere, Szenenmalerei.

      Ich gebe einfach mal die vielen lobenden Worte zurück, die du bei meiner Geschichte so fallen lässt!

      Ich lese sehr gern mehr von dir.
      Wortgefechte

      Ein Schwert und sein Held
    • Das zweite Kapitel ist jetzt inhaltlich fertiggestellt und hier zu finden:

      Kapitel 2

      Es sollte die Hintergünde der Geschichte noch etwas erhellen. Ab dem nächsten Kapitel geht es dann los mit der Mordermittlung.

      @bigbadwolf

      Danke für die freundlichen Worte und die hilfreichen Anmerkungen. Ich habe ja die grobe Geschichte bereits im Kopf. Deswegen hat auch das 2.Kapitel länger gedauert, weil ich erst noch einige wichtige Aspekte ausarbeiten musste, damit auch später (hoffentlich) alles zusammenpasst.

      Ich bin mir leider des Kommaproblems bewusst. Ich hoffe mal das ich da noch besser werde. Ich bin grundsätzlich für Vorschläge immer offen. Nur mit Kritik kommt man voran! Warum man hier posten sollten, wenn man keine (konstruktive) Kritik verträgt, ist mir unklar.

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!
    • Hier kommt: Kapitel 3.1 - Ein schöner Ort zum Sterben. Natürlich sind Anregungen und Kritik wieder sehr willkommen.



      Kapitel 3.1 – Ein schöner Ort zum Sterben

      Das Anwesen der Grünhains lag im Schatten uralter Bäume, nur wenige Meilen von den Stadtmauern entfernt. Vor dem repräsentativen Tor standen bereits zwei Wachen, die zu dem kleinen Trupp gehörten, der sofort nach der Meldung des Todesfalls ausgerückt war. Ulrich von Schwarzbach nickte ihnen kurz zu, als er gefolgt von fünf Mann seiner Stadtwache, durch das offene Tor ritt.
      Der breite Weg zum Landhaus war gesäumt mit alten Statuen. Die meisten von ihnen stellten junge Frauen in luftiger Kleidung dar. Einige waren Fruchtbarkeits- und Erntegöttinnen, während andere Nymphen oder ähnlich mystische Wesen zeigten. Das Haus repräsentierte wunderbar den Anspruch der Familie Grünhain. Der vordere Teil der Hauses und die obere Etage war im neumodischen Fachwerkstil errichtet, mit vielen liebevollen Schnitzereien und anderen Verzierungen. Doch an der Seite waren die viel älteren Teile des Hauses zu sehen, nicht nur der düster wirkende Turm, auch große Teile des Hauses waren immer noch aus den grob gehauenen grauen Steinblöcken errichtet.

      Doch für das Haus hatte Ulrich nur einen beiläufigen Blick, denn sie wurden bereits erwartet. Ulrich ließ einen schnellen Blick über die versammelten Personen gleiten, während er vom Pferd abstieg.
      Auf der obersten Stufe der Treppe stand die Hausherrin in einem schwarzen hochgeschlossenen Kleid. Sie musste mal eine betörende Schönheit gewesen sein und noch immer strahlte sie eine beeindruckende elegante Vornehmheit aus. Neben ihr stand Lorentz, er gehörte zu Ulrichs wichtigsten Leuten und trug die übliche leichte Rüstung der Stadtwache, eine gehärtete und mit Metall verstärkte Lederrüstung über blauem Tuch. Die grün gekleideten Diener standen an der Seite und wirkten immer noch erschüttert.
      Lorentz schien sehr erleichtert über Ulrichs Ankunft, doch Katharina von Grünhain sah ihn mit unbewegter Miene an. „Könntet ihr diesem unverschämten Kerl sagen, dass meine Diener endlich die Leiche meines Mannes holen können und für eine würdevolle Bestattung vorbereiten.“ Ihre Stimme war kalt wie Eis. Ulrich nickte Lorentz kurz zu. Manch einer hätte sich auf eine Auseinandersetzung mit einer einflussreichen Adligen nicht eingelassen, doch Lorentz hatte sich genau an Ulrichs Richtlinien gehalten.
      „Verzeiht, Madame, darf ich euch zunächst mein Beileid zu eurem Verlust aussprechen. Natürlich wollen wir baldigst eine würdevolle Bestattung für euren geliebten Gemahl ermöglichen. Doch wir müssen erst noch ein paar Untersuchungen machen, zu den Umständen Seines plötzlichen Todes. Ich hoffe doch, dies ist auch in Eurem Interesse....“ Bei den Worten „Geliebter Gemahl“ glaubte Ulrich ein leichtes Zucken in ihrem Mundwinkel wahrzunehmen. Zumindest schien sie über den Tod ihres Mannes nicht übermäßig betrübt zu sein.
      Ihr Gesicht blieb unbewegt wie eine Maske, doch sie machte die Andeutung eines Nickens.
      „Aber macht rasch, sein Körper sollte möglichst bald in die Gruft zu seinen Ahnen. So bloßgestellt sollte ein Mann seines Standes nicht herum liegen. Das solltet ihr eigentlich verstehen, von Schwarzbach.“ Katharina schaute ihn kurz etwas verächtlich an, dann drehte sie sich hoheitsvoll um und verschwand im Hauseingang. Ulrich und Lorentz sahen sich kurz verwundert an, während den Dienern plötzlich einfiel, was sie alles noch zu tun hatten.

      „Ich hoffe, ihr ist klar, dass wir sie noch befragen müssen“, meinte Ulrich grimmig. Auf Lorentz bereits etwas faltigem Gesicht erschien ein leichtes Schmunzeln, „Diesen Hausdrachen dürft ihr aber gerne selber befragen, Herr von Schwarzbach. So etwas steht uns niederen Lakaien nicht zu.“ Dann deutete er eine höfische Verbeugung an. Ulrich warf ihm einen strengen Blick zu, doch Lorentz kannte ihn gut genug, um sich darüber keine Sorgen zu machen.
      Ulrich winkte einen seiner Männer heran. „Keiner verlässt das Anwesen, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis. Egal ob Pferdeknecht, Kammerzofe oder Adelsdame! Wenn Kadett Martin kommt, schickt ihn samt seiner Begleitung sofort zu mir.“

      Während sie zum Ort des Verbrechens gingen, erkundigte sich Ulrich nach dem aktuellen Erkenntnisstand. Wie immer hatte Lorentz gute Vorarbeit geleistet.
      „Einer der Gärtner hat Jeronimus heute morgen im Pavillon gefunden. Er muss aber schon eine Weile Tod gewesen sein, das Blut war nach Aussage des Gärtners bereits getrocknet. Wir haben ihn schon befragt, doch er schien nicht viel zu wissen. Er steht unter Beaufsichtigung eines unserer Leute, falls du noch weitere Fragen hast.“
      „Wir werden sehen, ob sich bei den Ermittlungen was Neues ergibt, sonst wird es wohl nicht nötig sein. Hat der Gärtner oder einer der anderen Diener beim Tatort viel verändert?“
      „Bisher gibt es keine Anzeichen dafür und der Gärtner hat in der Befragung auch behauptet, nichts angerührt zu haben. Ich bin geneigt, ihm zu glauben. Es ist wirklich kein schöner Anblick und ich denke, die meisten Zivilisten dürften bei so viel Blut schnell den Rückzug antreten. Du wirst dich gleich selbst davon überzeugen können.“
      „Wer hat ihn zum letzten Mal lebend gesehen?“, fragte Ulrich.
      „Irgendeine Dienerin, doch Madame war da leider nicht sehr auskunftsfreudig. Im Gegenteil, sie schien bei der Frage abzublocken, könnte also interessant sein, dem nachzugehen“, erklärte Lorentz, der Adlige ganz allgemein nicht besonders gut leiden konnte.

      Der idyllische Pavillon zu dem Lorentz den Hauptmann führte war schon fast ein kleines Haus. Seine weiße Farbe gab ihm eine schlichte aber vornehme Ausstrahlung, die Ulrich sofort gefiel. Was für ein schöner Ort, ob Jeronimus oft hier gewesen ist, überlegte er.Der Hauptmann ließ seinen Blick über die malerische Landschaft gleiten, in die sich der Pavillon ganz natürlich einpasste. Efeu rankte sich hoch und er war von liebevoll arrangierten Blumen gerahmt. Die mächtigen Bäume standen hier nicht sehr dicht und ließen das Sonnenlicht gut durch.

      Man möchte kaum glauben, dass es hier ein Verbrechen gegeben hat, dachte Ulrich.

      Er schaute zurück, doch von hier aus war das Haupthaus kaum zu sehen. Dafür gab es zu viele Bäume und Sträucher, obwohl alles sichtlich gepflegt war, strahlte das Anwesen etwas Wildes, Urwüchsiges aus. Vor dem Pavillon standen zwei Wachen, die sofort stramm standen und vorschriftsmäßig grüßten, als Ulrich auftauchte.
      Dann berichteten sie kurz: „Wir mussten schon mehrmals die aufdringliche Dienerschaft verscheuchen. Manche wollten nur schauen, andere sollten für Katharina von Grünhain die Leiche holen.“
      Wollte Katharina von Grünhain wirklich nur eine standesgemäße Beerdigung organisieren oder hatte sie etwas zu verbergen?, fragte sich Ulrich allmählich. Doch er liebte es nicht wild zu spekulieren. Zuerst einmal galt es sich den Tatort anzusehen.

      Ulrich öffnete die Tür zum Pavillon und blieb wie angewurzelt stehen. Jeronimus Leiche lag auf dem Boden. Eigentlich waren es zwei Leichenteile, Ober- und Unterleib wurden nur noch durch ein paar lose Gedärme und das Rückgrat zusammengehalten. Der Bauchbereich schien von etwas völlig zerfetzt worden zu sein. Überall im Pavillon klebten Blutspritzer und andere Überreste des Magiers. Der Ausdruck auf Jeronimus Gesicht zeugte von dem Schrecken seines letzten Augenblicks.
      Ulrich fasste sich schnell wieder. Zum Glück war sein Magen in dieser Hinsicht abgehärtet. Er musste aber zugeben, dass er seit zehn Jahren nicht mehr so etwas Schlimmes gesehen hatte. Was zur Hölle konnte so einen Schaden verursacht haben?, fragte sich Ulrich besorgt. Hier war fast sicher Magie im Spiel, doch nichts, was er bisher kannte. Hoffentlich kann Martin Jasira schnell finden und herbringen, dachte er kurz, bevor er langsam anfing den Tatort zu erkunden.


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      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!

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    • Ein kleiner Abschnitt zwischendurch, der davon handelt, was Martin bei Jasira erlebt. Eines würde mich interessieren, wie ist es bisher es zu lesen. Hält die Spannung bisher?



      Kapitel 3 - Zwischenspiel

      Tatsächlich hatte Martin mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen.

      Jasiras Werkstatt am Rande der Stadt zu finden, war einfach gewesen. Langsam betrat er den Hof, auf dem sie sich eingerichtet hatte.
      Jede Ecke war vollgestopft mit irgendwelchen Sachen. Tische, Kommoden, Teppiche, Statuen, Waffen und Werkzeuge, hier schien es fast alles zu geben. Noch ungewöhnlicher war allerdings die junge lebhafte Frau in der Mitte des Hofes. Sie stand, mit dem Rücken zu Martin, auf einem vornehmen Bett, dessen massiver Holzrahmen reich mit Schnitzereien verziert war. Ihre schwarzen Haare waren zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und nur die spitzen Ohren verrieten ihre elfische Herkunft.

      Jasira trug eine Hose und eine Weste aus bequem aussehendem Wildleder, die jedoch alles andere als sauber waren, Überreste von Öl, Farbstoffen und Schmutz klebten daran. Als wäre es noch nicht genug, warf sie kleine Steine gegen einen Gong, der neben dem Bett stand. Der Gong dröhnte bei jedem Steinchen, während sie jedes Mal sichtbar jubelte. Martin betrachtete mit offenem Mund die eigenartige Szene.
      Dann fiel ihm wieder ein, dass er ja einen Auftrag hatte. Zögerlich und leise sagte er: „Entschuldigt bitte, könnte ich euch kurz sprechen. Es geht um eine wichtige Angelegenheit.“
      Die Elfe schien ihn völlig zu ignorieren. Er probierte es nochmal, jetzt mit lauter kräftiger Stimme. Doch immer noch gab es keine sichtbare Reaktion. Zwar hatte die Elfe aufgehört auf dem Bett zu hüpfen, doch jetzt schaute sie sich gerade den Rahmen genauer an. Dabei drehte sie sich langsam um und wäre fast vor Schreck vom Bett gefallen, als sie plötzlich Martin sah.

      Noch immer verwundert, setzte er mit seiner Ansprache zum dritten Mal an, „Ich komme.....“ Jasira gestikulierte wild und schien sich über irgendetwas sehr zu freuen. Ihre Lippen bewegten sich, als würde sie etwas sagen, doch Martin hörte immer noch keinen einzigen Laut. Überhaupt, fiel ihm jetzt auf, er hatte keinerlei Geräusch vom Bett gehört, auch das Hüpfen vorher nicht, nur den Gong vor dem Bett. Sehr seltsam, dachte er.
      Jasira strahlte noch breiter und sprang vom Bett, plötzlich prasselte ein Schwall von Worten auf Martin ein. „Das hat ja toll funktioniert, der Stadtkämmerer wird begeistert sein. Er hat nur einen sehr leichten Schlaf, müsst ihr wissen, und kann oft wegen lauter Geräusche nicht schlafen. Seine Frau soll ja so etwas von schnarchen. Doch mit diesem Bett hört er garantiert nichts mehr. Ich finde, der magische Schallschutz ist eine meiner besten Arbeiten..... Was macht ihr eigentlich hier? Soll ich euch auch irgendwas bauen? Sicher, warum solltet ihr sonst da sein. Einen kleinen Moment ich muss nur noch schnell das hier fertigmachen.“
      Martin starrte die Elfe geschockt an, um zu Wort zu kommen, schrie er jetzt fast. „Ich bin im Auftrag der Stadwache hier! Es ist wichtig, verdammt noch mal.“ Jasira starrte ihn überrascht an, während Martin über sich selber verwundert war. „Worum geht es?“, fragte die Elfe jetzt ganz auf ihn konzentriert.
      Martin fühlte sich jetzt verunsichert. „Es ist... Es wurde.....Jeronimus Grünhain wurde ermordet. Hauptmann Ulrich von Schwarzbach hätte gerne euren Rat bei den Ermittlungen.“
      „Soso, der große Magier ist also tot.“ Martin sah ihre spitzen Ohren zucken. Jasira schien zu grübeln. „Der Hauptmann weiß, dass ich kein wirklicher Magier bin? Ich bastele ganz geschickt und kann recht gut Gegenstände verzaubern, aber viel mehr kann ich nicht“, fragte Jasira.
      Martin hatte sich jetzt wieder gefangen. „Ich denke, das ist ihm klar, aber trotzdem versteht ihr mehr von Magie als die Meisten hier.“
      Er versuchte, ihr die Lage zu erklären, sie hörte zu und fragte an einigen Stellen nach, doch kaum war er fertig drehte sie sich plötzlich um.
      „Hmmm, was brauche ich....“ Sie lief in ihre Werkstatt und sammelte irgendwelche Sachen ein, die sie in eine große Tasche stopfte. Martin, den sie völlig vergessen zu haben schien, folgte ihr. Diese Frau war wirklich verwirrend. Während sie durch die Werkstatt tobte, schaute er sich um, hier sah es genauso chaotisch aus, wie auf dem Hof. Zu seiner Überraschung, entdeckte er sogar eine halb auseinander gebaute mechanische Uhr. Selbst in der Hauptstadt gab es nur sehr wenige dieser technischen Wunderwerke. Vieles andere konnte er gar nicht zuordnen.

      Auf einer Ablage mit regelmäßigen Vertiefungen lagen zahlreiche Kugeln in den verschiedensten Farben und Größen. Einige leuchteten, andere wechselten ständig die Farben. Fasziniert nahm Martin eine der Kleineren in die Hand, um sie sich näher anzusehen.

      Plötzlich stand Jasira vor ihm und entriss ihm die rötlich schimmernde Kugel. „Nichts anfassen, verdammt noch mal, das ist gefährlich.“ Als Martin sie fragend anschaute, seufzte sie leise. Dann gab sie ihm ein Handzeichen ihm zu folgen. In einer Ecke der Werkstatt stand eine leere Schale aus Eisen. Jasira nahm die rote Murmel und warf sie hinein, sofort gab es eine heftige Stichflamme, als das Kügelchen in einer kleinen Explosion verschwand.

      „Jedes dieser Kügelchen hat eine andere Auswirkung, Nicht, dass dir noch etwas passiert, wie sollte ich das dem Hauptmann erklären?“ Bei den Worten lächelte sie ihm aber freundlich zu.
      „Ich habe alles, glaube ich, wir können....“. Weg war sie um noch etwas zu holen. Er hörte es in der Werkstatt poltern, doch bevor er nachschauen konnte, war sie schon wieder draußen. Als Jasira vom Hof stürmte, musste Martin sich plötzlich beeilen. Warum nur mussten alle immer so rennen, fluchte er leise vor sich hin, während er ihr hinterherhetzte.


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    • Na dann...
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      Alexander2213 schrieb:

      Kapitel 3 - ein schöner Ort zum Sterben

      Das Anwesen der Grünhains lag im Schatten uralter Bäume, nur wenige Meilen von den Stadtmauern entfernt. Vor dem repräsentativen Tor standen bereits zwei Wachen, die zu dem kleinen Trupp gehörten, der sofort nach der Meldung des Todesfalls, kK ausgerückt war. Ulrich von Schwarzbach nickte ihnen kurz zu K als er, gefolgt von fünf Mann seiner Stadtwache, durch das offene Tor ritt.

      Der breite Weg zum Landhaus war gesäumt mit alten Statuen. Meist waren es junge Frauen in luftiger Kleidung, einige stellten Fruchtbarkeits- und Erntegöttinnen dar, andere Nymphen oder andere mystische Wesen. Am Haus wurden sie bereits erwartet. Ulrich ließ einen schnellen Blick über die versammelten Personen gleiten, während er vom Pferd abstieg.

      Auf der obersten Stufe der Treppe stand die Hausherrin in einem schwarzen hochgeschlossenen Kleid. Sie musste mal eine betörende Schönheit gewesen sein und noch immer strahlte sie eine beeindruckende elegante Vornehmheit aus. Neben ihr stand Lorentz, er gehörte zu Ulrichs wichtigsten Leuten und trug die übliche leichte Rüstung der Stadtwache, eine gehärtete und teilweise etwas mit Metall verstärkte (oder metallverstärkte) Lederrüstung über blauem Tuch. Die grün gekleideten Diener standen an der Seite und wirkten immer noch erschüttert.

      Lorentz wirkte sehr erleichtert über Ulrichs erscheinen, doch Katharina von Grünhain sah ihn mit unbewegter Miene an. „Könnte Könntet ihr diesem unverschämten Kerl sagen, dass meine Diener endlich die Leiche meines Mannes holen können und für eine würdevolle Bestattung vorbereiten.“ Ihre Stimme war kalt wie Eis. Ulrich nickte Lorentz kurz zu. Manch einer hätte sich auf eine Auseinandersetzung mit einer einflussreichen Adligen nicht eingelassen, doch Lorentz hatte sich genau an Ulrichs Richtlinien gehalten.
      „Verzeiht K Madam, darf ich euch erst mal mein Beileid zu eurem Verlust aussprechen. Natürlich wollen wir baldigst eine würdevolle Bestattung für euren geliebten Gemahl ermöglichen. Doch wir müssen erst noch ein paar Untersuchungen machen zu den Umständen seinen Todes. Ich hoffe doch K dies ist auch in eurem Interesse....“ Bei den Worten „Geliebter Gemahl“ glaubte Ulrich ein leichtes zucken Zucken in ihrem Mundwinkel wahrzunehmen. Zumindest schien sie über den Tod ihres Mannes nicht übermäßig betrübt zu sein.
      Ihr Gesicht blieb unbewegt wie eine Maske, doch sie machte die Andeutung eines Nickens.
      „Aber macht rasch, sein Körper sollte möglichst bald in die Gruft zu seinen Ahnen. So bloßgestellt sollte ein Mann seines Standes nicht herum liegen. Das solltet ihr eigentlich verstehen, von Schwarzbach.“ Katharina schaute sie kurz etwas verächtlich an, dann drehte sie sich hoheitsvoll um und verschwand im Hauseingang. Ulrich und Lorentz schauten sich kurz verwundert an, während den Diener Dienern plötzlich einfiel K was sie alles noch zu tun hatten.

      „Ich hoffe K ihr ist klar, dass wir sie noch befragen müssen“, meinte Ulrich grimmig. Auf Lorentz bereits etwas faltigem Gesicht erschien ein leichtes Schmunzeln, „Diesen Hausdrachen dürft ihr aber gerne selber befragen, Herr von Schwarzbach. So etwas steht uns niederen Lakaien nicht zu Punkt Alternativvorschlag: "Diesen Hausdrachen", erwiderte Lorentz mit leichtem Schmunzeln im etwas faltigem Gesicht, „dürft ihr aber gerne selber befragen, Herr von Schwarzbach. So etwas steht uns niederen Lakaien nicht zu.“
      Dann deutete er eine höfische Verbeugung an. Ulrich warf ihm einen strengen Blick zu, doch Lorentz kannte ihn gut genug, um sich darüber keine Sorgen zu machen.
      Ulrich winkte einer seine Männer heran, Punkt „keiner Keiner verlässt das Anwesen, kK ohne meine ausdrückliche Erlaubnis. Egal ob Pferdeknecht, Kammerzofe oder Adlige adlige Dame/Adelsdame (klingt spöttischer)! Wenn Kadett Martin kommt, schickt ihn samt seiner Begleitung sofort zu mir.“

      Während sie zum Ort des Verbrechens gingen K erkundigte (Kommatipp: Wenn zwei Verben nacheinanderstehen, aber inhaltlich nicht zusammengehören, muss dazwischen ein Komma.) sich Ulrich nach dem aktuellen Erkenntnisstand. Wie immer hatte Lorentz gute Vorarbeit geleistet.
      „Einer der Gärtner hat Jeronimus heute morgen im Pavillon gefunden. Da muss er aber schon etwas Tod tot ( :rofl: ) gewesen sein, das Blut war nach seiner Aussage bereits getrocknet. Wir haben ihn schon befragt, doch er schien ansonsten nicht viel zu wissen. Er steht unter Beaufsichtigung eines unserer Leute, falls du noch weitere Fragen hast.“
      „Wir werden sehen, ob sich bei den Ermittlungen was neues Neues ergibt, sonst wird es wohl nicht nötig sein. Hat der Gärtner oder einer der anderen Diener beim Tatort viel verändert?“
      „Bisher gibt es keine Anzeichen dafür und der Gärtner hat in der Befragung auch behauptet K (behauptet/angerührt haben --> passt nicht zusammen --> Komma) nichts angerührt zu haben. Ich bin geneigt K ihm zu glaube glauben. Es ist wirklich kein schöner Anblick und ich glaube K die meisten Zivilisten dürften bei dem Anblick schnell den Rückzug antreten. Ihr werdet gleich sehen K was ich meine.“
      „Wer hat ihn zum letzten Mal lebend gesehen?“, fragte Ulrich.
      „Irgendeine Dienerin, doch Madame (jetzt mit e hintendran, besser einheitlich bleiben) war da leider nicht sehr auskunftsfreudig. Im Gegenteil Komma oder Doppelpunkt sie schien bei der Frage er eher abzublocken, könnte also interessant sein K dem nachzugehen“, erklärte Lorentz, der Adlige ganz allgemein nicht besonders gut leiden konnte.

      Der idyllische Pavillon, zu dem Lorentz den Hauptmann führte, war schon fast ein kleines Haus. Malerisch bettete es sich in die Landschaft ein, die mächtigen Bäume standen hier nicht sehr dicht und ließen das Sonnenlicht gut durch. Efeu rankte sich hoch und Blumen waren liebevoll drum herum gepflanzt. (Vorschlag: war von liebevoll arrangierten Blumen gerahmt.--> unterstützt den vornehmen Eindruck)

      Man möchte kaum glauben, dass es hier ein Verbrechen gegen gegeben hat, dachte Ulrich.

      Er schaute zurück, doch von hier aus war das Haupthaus kaum zu sehen. Dafür gab es zu viele Bäume und Sträucher, obwohl alles sichtbar sichtlich gepflegt war, strahlte das Anwesen etwas wildes urwüchsiges etwas Wildes, Urwüchsiges aus. Vor dem Pavillon standen zwei Wachen, die sofort stramm standen und vorschriftsmäßig grüßten K als Ulrich auftauchte.
      Nach einer kurzen Begrüßung berichteten sie: „Wir mussten schon mehrmals die aufdringliche Dienerschaft verscheuchen. Manche wollten nur schauen, andere sollten für Katharina von Grünhain die Leiche holen.“
      Wollte Katharina von Grünhain wirklich nur eine standesgemäße Beerdigung organisieren oder hatte sie etwas zu verbergen, fragte sich Ulrich allmählich. Doch er liebte es nicht wild zu spekulieren. Erst Mal Zuerst einmal galt es sich den Schauplatz anzusehen.

      Ulrich öffnete die Tür zum Pavillon und blieb wie angewurzelt stehen. Jeronimus' Leiche lag auf dem Boden. Eigentlich waren es zwei Leichenteile, Oberlaib und Unterlaib Leib wurden nur noch durch ein paar lose Gedärme und das Rückgrat zusammengehalten. Der Bauchbereich schien von etwas völlig zerfetzt worden zu sein. Überall im Pavillon klebten Blutspritzer und andere Überreste des Magiers. Der Ausdruck auf Jeronimus' Gesicht zeugte von dem Schrecken seines letzten Augenblicks.
      Ulrich fasste sich schnell wieder. Zum Glück war sein Magen in dieser Hinsicht abgehärtet. Er musste aber zugeben, dass er seit 10 Jahre zehn Jahren nicht mehr so etwas schlimmes Schlimmes gesehen hatte. Was zur Hölle konnte so einen Schaden gemacht haben?, fragte sich Ulrich besorgt. Hier war fast sicher Magie im Spiel, doch nichts K was er bisher kannte. Hoffentlich kann Martin Jasira schnell finden und herbringen, dachte er kurz, bevor er langsam anfing den blutigen Tatort zu erkunden.

      Unsympathische Adlige. ;) Die Handlung gefällt mir, hab allerdings diesmal wieder mehr Anmerkungen hinterlassen. Du hast schöne, schmuckvolle und treffende Beschreibungen in petto. Teilweise könntest du mMn etwas mehr Gedankengänge aus Sicht der Handelnden schreiben. Sowas wie: Welch eine Tragödie, dachte er. Ich schreib sowas dann auch immer kursiv, aber das macht, glaube ich, jeder ein wenig anders.

      Den nächsten Teil lese ich auch bald.
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      Ein Schwert und sein Held
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      Alexander2213 schrieb:

      Kapitel 3 - Zwischenspiel

      Tatsächlich hatte Martin mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen (gehabt) Geschmackssache. Jasiras Werkstatt am Rande der Stadt zu finden, war einfach gewesen. Doch was ihn erwartete, kam dann doch überraschend.

      Langsam betrat er den Hof, auf dem sie ihre Werkstatt eingerichtet hatte. Jede Ecke war vollgestopft mit irgendwelchen Sachen. Tischen, Kommoden, Teppiche, Statuen, Waffen und Werkzeuge Nominativ oder Akkusativ? Bitte entscheiden., hier schien es fast alles zu geben. Noch ungewöhnlicher war allerdings der Mittelpunkt des Hofes, hier hüpfte eine junge Frau auf einem Bett, mit dem Rücken zu Martin. Ihre schwarzen Haare waren zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, nur ihre spitzen Ohren verrieten ihre elfische Herkunft. Ich habe das Gefühl, dass du lieber Kommas zwischen Hauptsätze packst, als ein einziges "und" zu verwenden. :D


      Jasira trug eine Hose und eine Weste aus bequem aussehendem Wildleder, die jedoch alles andere als sauber waren (Oder meinst du nur die Weste?), Überreste von Öl, Farbstoffen und Schmutz klebten daran. Als wäre es noch nicht genug, warf sie kleine Steine gegen einen Gong, der neben dem Bett stand. Der Gong dröhnte bei jedem Steinchen, während sie jedes Mal sichtbar jubelte. Martin betrachtete mit offenem Mund die eigenartige Szene.
      Dann viel fiel (von "fallen") ihm wieder ein, dass er ja einen Auftrag hatte. Zögerlich und etwas leise sagte er Doppelpunkt „Entschuldigt bitte, könnte ich euch kurz sprechen. Es geht um eine wichtige Angelegenheit.“
      Die Elfe schien ihn völlig zu ignorieren. Er probierte es nochmal, jetzt mit lauter kräftiger Stimme. Doch immer noch gab es keine sichtbare Reaktion. Zwar hatte die Elfe aufgehört auf dem Bett zu hüpfen, doch jetzt schaute sie sich gerade den Rahmen genauer an. Dabei drehte sie sich langsam um und wäre fast vor Schreck vom Bett gefallen, als sie plötzlich Martin sah.

      Der war immer noch verwundert, doch er setzte an, seine Ansprache zum dritten Mal zu halten. Über irgendetwas schien sich Jasira sehr zu freuen und sie fing an etwas zu sagen Doppelpunkt „....................“. Martin hörte keinen Laut von Jasira obwohl sie ja eindeutig die Lippen bewegte. Überhaupt K fiel ihm jetzt auf, hatte er kein Geräusch vom Bett gehört, auch das hüpfen Hüpfen vorher nicht, nur den Gong vor dem Bett. Sehr seltsam?, dachte er.
      Jasira strahlte noch breiter und sprang vom Bett, plötzlich prasselte ein Schwall von Worten auf Martin ein. „Das hat ja toll funktioniert, der Stadtkämmerer wird begeistert sein. Er hat nur einen sehr leichten Schlaf K müsst ihr wissen K und kann oft wegen lauter Geräusche nicht schlafen. Seine Frau soll ja so etwas von schnarchen. Doch mit diesem Bett hört er garantiert nichts mehr. Ich finde K der magische Schallschutz ist eine meiner besten arbeiten Arbeiten..... Was macht ihr eigentlich hier? Soll ich euch auch irgendwas bauen? Sicher K warum solltet ihr sonst da sein. Einen kleinen Moment K ich muss nur noch schnell das hier fertigmachen.“
      Martin starrte die Elfe geschockt an, um zu Wort zu kommen K schrie er jetzt fast. „Ich bin im Auftrag der Stadwache hier! Es ist wichtig, verdammt noch mal.“ Jasira starrte ihn überrascht an, während Martin über sich selber verwundert war. „Worum geht es?“, fragte die Elfe jetzt ganz auf ihn konzentriert.
      Martin fühlte sich jetzt verunsichert, Punkt „Es ist... Es wurde.....Jeronimus Grünhain wurde ermordet. Hauptmann Ulrich von Schwarzbach hatte hätte gerne euren Rat bei den Ermittlungen.“
      „Soso K der große Magier ist also Tod tot.“ Jasira schien zu grübeln. „Der Hauptmann weiß, dass ich kein wirklicher Magier bin? Ich bastele ganz geschickt und kann recht gut Gegenstände verzaubern, aber viel mehr kann ich nicht“, fragte Jasira? Punkt

      Martin hatte sich jetzt gefangen, Punkt/Doppelpunkt „Ich denke, das ist ihm klar K aber trotzdem versteht ihr mehr von Magie als die Meisten hier.“
      Er versuchte K ihr etwas die Lage zu erklären, sie hörte zu und fragte an einigen Stellen nach, doch kaum war er zu Ende /fertig K drehte sie sich plötzlich um.
      „Hmmm K was brauche ich....“ Sie lief in ihre Werkstatt und sammelte irgendwelche Sachen ein, die sie in eine große Tasche stopfte. Martin, den sie völlig vergessen zu haben schien, folgte ihr. Diese Frau war wirklich verwirrend. Während sie durch die Werkstatt tobte, schaute er sich um, hier sah es genauso chaotisch aus, wie auf dem Hof. Er sah eine halb auseinander gebaute mechanische Uhr. Doch vieles andere konnte er gar nicht zuordnen.

      Auf einer Ablage mit regelmäßigen Vertiefungen lagen zahlreiche Kugeln in den verschiedensten Farben und Größen. Einige leuchteten, andere wechselten ständig die Farben. Fasziniert nahm Martin eines der kleineren Kügelchen in die Hand, um es sich näher anzusehen.

      Plötzlich stand Jasira vor ihm und entriss ihm fasst fast? die rötlich schimmernde Kugel. „Nichts anfassen, verdammt noch mal, das ist gefährlich.“ Als Martin sie fragend anschaute, seufzt seufzte sie etwas. Dann gab sie ihm ein Handzeichen K ihm zu folgen. In einer Ecke der Werkstatt stand eine leere Schale aus Eisen. Jasira nahm das Kügelchen und warf es hinein, sofort gab es eine heftige Stichflamme, als das Kügelchen in einer kleinen Explosion verschwand.

      „Jedes dieser Kügelchen hat eine andere Auswirkung, Nicht K das dass dir noch etwas passiert, wie sollte ich das dem Hauptmann erklären.?“ Bei den Worten lächelte sie ihm aber freundlich zu.
      „Ich habe alles, glaube ich, wir können.... Punkt Weg“, weg war sie K um noch etwas zu holen. Er hörte es in der Werkstatt poltern, doch bevor er nachschauen konnte, war sie schon wieder draußen. Als Jasira vom Hof stürmte, musste Martin sich plötzlich beeilen. Warum nur mussten alle immer so rennen, fluchte er leise vor sich hin, während er ihr hinterherhetzte.
      Inhaltlich wieder sehr ansprechend und vielseitig. Jasira kommt quirlig, intelligent und schräg rüber. Das Bett mag ich. :) Gleichsam ist die Reaktion Martins auf ihren Redeschwall witzig und äußerst nachvollziehbar. Die Sache mit dem Vermeiden von "und" hab ich ja schon erwähnt. Ich kann es zumeist nicht sofort erkennen, wenn du Gedanken von Personen aufschreibst. Vielleicht solltest du es doch irgendwie vom restlichen Text absetzen. Fette Schrift, kursiv, mit >> <<... Ist ne Stilfrage.

      Hoffe, es hilft.
      Wortgefechte

      Ein Schwert und sein Held
    • Eine Frage mal an alle Leser hier. Ist es angenehmer für euch, wenn der Text der Geschichte in Spoilern verpackt wird, oder gleich zu lesen ist?

      @bigbadwolf

      Danke sind ja wieder mal richtig tolle Anregungen. Bei meiner Kommasetzung, kann ich viel von lernen. Mein Problem ist etwas, dass ich gewohnt bin sehr schnell zu lesen und kleinere Fehler dabei zu überlesen. Muss mich beim Korrekturlesen immer sehr zwingen langsam zu lesen, gelingt mir nicht immer. Werde mich aber bemühen. Ich werde mich gleich mal an eine Überarbeitung machen.

      Tatsächlich mag ich an einigen Stellen, die Variante mit dem Komma zwischen den Hauptsätzen etwas mehr, als die Variante mit "und". Ich sollte aber vielleicht versuchen, die andere Variante stärker zu berücksichtigen.

      Freut mich, dass Jasira genau so rüberkommt, wie beabsichtigt. Hatte auch viel Spaß beim schreiben.

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