Tod eines Magiers

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    • Alexander2213 schrieb:

      Eine Frage mal an alle Leser hier. Ist es angenehmer für euch, wenn der Text der Geschichte in Spoilern verpackt wird, oder gleich zu lesen ist?
      Also mit ist das Wurst.

      Alexander2213 schrieb:

      Muss mich beim Korrekturlesen immer sehr zwingen langsam zu lesen, gelingt mir nicht immer.
      Versuch mal, deine Geschichte rückwärts zu lesen. Also zuerst den letzten Satz, dann den vorletzten... könnte helfen, was anderes fällt mir da jetzt nicht ein.
      Es geht weiter: Der Oger Magus
      Wird es jemals aufhören? Wortgefechte

      Für alle Terry-Pratchett-Fans:
      "Was mag die Zukunft bringen?"
      "MICH."
    • Bei uns im Buchladen merkt man langsam aber sicher das Weihnachtsgeschäft. Der nächste Teil hat dadurch etwas länger gedauert als geplant aber jetzt habe ich ihn endlich fertig. Ich hoffe er gefällt euch und freue mich bereits auf Kritik und Anregungen dazu.



      3.2 Der Geist der Vergangenheit

      Die Sonnenstrahlen schienen angenehm warm durch die offenen Fenster des Pavillons und beschienen das grausige Bild.
      Jeronimus schien in der Mitte des Pavillons gestanden zu haben als es ihn zerfetzt hatte, da war sich Hauptmann Ulrich von Schwarzbach sicher. Er hatte sich tief über den zweigeteilten Magier gebeugt und schaute sich das auseinandergerissene Fleisch gründlich an. Mit der Hand versuchte er ein paar aufdringliche Fliegen zu verscheuchen.
      Die Wunde wirkt nicht verbrannt, es scheint kein Feuer im Spiel gewesen zu sein, überlegte Ulrich.

      „Was nur kann ihn so auseinandergerissen haben? Was auch immer ihn getroffen hat, muss eine kleine aber heftige Explosion ausgelöst haben.“ Ulrich schaute Lorentz nachdenklich an, der jetzt doch etwas blass aussah.
      Der Hauptmann betrachtete Jeronimus Gesicht. Es war leicht aufgedunsen, doch das war es bereits vor dem Tod gewesen, von Bier und gutem Essen. Am Ansatz des Halses sah er den Rand einer alten Brandwunde. Ulrich wusste, dass sie sich über fast die gesamte rechte Seite des Magiers zog. Er schüttelte sich leicht, als er daran dachte, wie der Magier die schwere Verwundung erlitten hatte.
      Die Erinnerung beschwor den Geruch verbrannten Fleisches herauf. In Gedanken hörte er die Schreie der verwundeten Soldaten und den Gleichklang der stampfenden xelarianischen Stiefel. Und die Erinnerung packte ihn, wie ein wildes Tier.

      Ulrich erinnerte sich daran, wie er damals gedacht hatte: der Rote Berg, wie passend, das wir hier unser Blut lassen werden.

      Zwischen den roten Sandsteinfelsen marschierte der Feind den Abhang herauf. Der Pfeilregen fand unter den Soldaten von Xelaria nur wenige Opfer, zu groß waren ihre Schilde und zu gut ihre Ausbildung. Ulrich kannte die großen Schwierigkeiten, eine Formation unter solchen Bedingungen beizubehalten. Zwar fanden die Feuerbälle der Akademiemagier ihre Opfer, doch dank der Disziplin des Feindes verzögerten sie den Vormarsch kaum.
      Überall bedrängte der Feind die wankenden Linien der königlichen Truppen. Zwischen zwei großen Felsen gelang ihnen schließlich der Durchbruch, die ersten Männer wandten sich zur Flucht. Die Niederlage schien unabwendbar!
      Plötzlich erhob sich das Wasser eines kleinen Bergbaches und wurde zu einer stabilen Eiswand. Ulrich hörte noch das Lachen von Jeronimus, der in seiner weiß-blauen Robe dort stand und im Alleingang den Vormarsch stoppte. Einzelne Pfeile prallten an kleinen Eisbällen ab, die um Jeronimus herum kreisten und ihn vor solchen Geschossen effektiv beschützten. Er war von Natur aus groß gewachsen und stattlich, kein Wunder das zahlreiche Frauen seinem Charme erlegen waren und in diesem Moment erschien er fast überirdisch. Jeronimus wirkte wie einer der mächtigen Kriegsgötter aus alten Sagen. Ulrich wusste noch wie ihm das Bild Hoffnung gegeben hatte.

      Er sammelte die versprengten Truppen in diesem Bereich und formierte sie neu, zu einem letzten verzweifelten Gegenangriff. Währenddessen schleuderten die höllischen Kriegsgeräte des Feindes riesige brennende Pfeile, auf ihre Stellung ab. Die Eiswand hielt diesen wütenden Attacken nur wenige Minuten stand, doch diese waren entscheidend.

      Ulrich führte den Angriff an, vorbei an den Feuern, den schmelzenden Resten von Eis und an Jeronimus, der vor Erschöpfung wankte. Der feurige Tod kam über die Köpfe der feindlichen Soldaten geflogen. Ein Volltreffer hätte den verzweifelten Angriff im Chaos versinken lassen, doch das Geschoss schlug am Rande ein, wo nur ein einzelner Mann stand. Der Feuerpfeil explodierte neben dem Eismagier und überschüttete ihn mit Flammen. Alle hörten den unmenschlichen Schrei. Ulrich gab den Soldaten keine Gelegenheit, diesen schweren Verlust zu realisieren und gemeinsam stürmten sie in die feindliche Linie.

      Letztlich siegten sie, wenn man es so nennen konnte. Doch der Preis dieses grausamen Gemetzels war hoch und auch Jeronimus hatte ihn reichlich bezahlt. Wäre er kein Magier gewesen, hätte er das Feuer nicht überlebt, doch auch so blieb sein Körper für immer von den Brandnarben gezeichnet. Auch die besten Heiler des Reiches, konnten diese schweren Verbrennungen nicht mehr verschwinden lassen.

      Bis auf die alten Wunden konnte Ulrich keine Anzeichen von Verbrennungen erkennen. Vielleicht war es eine Art Explosion reiner Magie, dachte er, wenn so etwas überhaupt möglich ist. Verdammter magischer Mist, Morde sind so schon kompliziert genug, die Magie macht es wirklich nicht einfacher.Schlechte Laune erfasste ihn. Er war sich nicht sicher, ob wegen dem Fall, oder der Erinnerungen.

      „Hier sind keine Blutspritzer“, meinte Lorentz und wies auf einen Bereich am anderen Ausgang des Pavillons hin. „Hier muss jemand gestanden haben“, überlegte er laut. „Wahrscheinlich der Täter.“
      Gemeinsam schauten sie sich das Muster an. Ulrich grübelte, “Er muss ziemlich viele Blutspritzer abbekommen haben, wenn er so nah stand. Vielleicht lassen sich die Sachen noch auf dem Anwesen finden?“ Lorentz nickte, „ich werde das Haus durchsuchen lassen, sobald wir hier fertig sind“.

      Langsam und routiniert schauten sie sich weiter um, da sie gut aufeinander eingespielt waren, brauchten sie dabei nicht viele Worte.

      Lorentz suchte am Eingang des Pavillons nach möglichen Fußspuren des unbekannten Gastes, während Ulrich sich der geöffneten Bar widmete. Dort standen immer noch zwei gefüllte Gläser und eine halbvolle Flasche, besten Whiskeys.
      Mit wem hast du dich getroffen, mein alter Freund, fragte sich Ulrich. Sie hatten in den letzten Jahren kaum noch etwas miteinander zu tun gehabt, beide hatten versucht die Erinnerung an den Roten Berg zu verdrängen.

      Er schaute sich die Gläser an, ein leicht verwischter Abdruck eines Fingers ließ sich an einem der Gläser erkennen, doch wie sollte ihn das weiterbringen? Als Spur leider wohl völlig unbrauchbar.
      Er folgte gerade einer losen Idee, als er plötzlich Lorentz kaum hörbare Stimme hörte. „Ich glaube wir werden beobachtet!“
      Schlagartig war Ulrich alarmiert. Er unterdrückte den spontanen Impuls, nach seinem Schwert zu greifen, und blieb weiter über die Bar gebeugt, auch wenn seine Augen längst die Umgebung absuchten. Tatsächlich sah er eine leichte Bewegung in einem Gebüsch in einiger Entfernung.
      Gut beobachtet, da ist wirklich jemand, dachte Ulrich. Wer auch immer es war, er schien sehr vorsichtig zu sein. Ein schneller Blick zeigte ihm, es gab genug nähere Versteckmöglichkeiten.

      „Geh zum Haus und hole ein paar Dienstboten, damit sie hier Ordnung machen können und nimm Vladimir mit“, sagte er laut. Die Entfernung zum Gebüsch war zu hoch, um gehört zu werden. Ulrich wollte aber lieber kein Risiko eingehen. Lorentz nickte nur und machte sich zusammen mit einem der Wachposten auf den Weg zurück zum Haus.
      Natürlich würde er nicht zurück gehen. Sobald er außer Sichtweite war, würde er versuchen sich dem Unbekannten von hinten zu nähern. Ulrich Tat weiter so, als ob er den Pavillon untersuchen würde, doch er behielt den Busch im Auge. Er rief die zweite Wache und während er mit dem Finger auf die Leiche zeigte, erklärte er mit leisen Worten den Plan.


      3.3 Verfolgungsjagd mit Überraschungen

      Plötzlich hörten sie einen Aufschrei aus der Richtung des Gebüsches. Ulrich sprintete sofort los und sah eine blaue Gestalt aus den Sträuchern stürzen. Direkt hinter ihr kam Lorentz gelaufen und etwas seitlich von ihr, die Stadtwache, die er mitgenommen hatte. Der Verfolgte war flinker als seine beiden Verfolger und bewegte sich geschickt auf dem unebenen Gelände.
      Der Wachmann bei Ulrich versperrte den Weg Richtung Pavillon, sodass der Verdächtige nur eine Richtung hatte und genau diesen Weg versuchte ihr Ulrich abzuschneiden. Überrascht stellte er fest, dass es ein junges Mädchen mit feuerrotem Haar war, das sie verfolgten. So schnell und geschickt wie sie sich bewegte, richtete er sich innerlich auf eine längere Jagd ein.

      Plötzlich leuchtete etwas an ihrem Hals auf und sie stürzte unvermittelt zu Boden, ohne dass Ulrich einen konkreten Grund erkennen konnte. Sie rappelte sich zwar mit einer eleganten Bewegung rasch wieder auf, drehte sich aber jetzt um. Wollte sie etwa ernsthaft kämpfen? Ulrich wurde ein kleines Stück langsamer und legte die Hand auf den Schwertgriff. Er fühlte das Rauschen des Blutes, wie immer unmittelbar vor einem Kampf.

      Ulrich erkannte die Panik auf ihrem jungen zierlichen Gesicht, sie schien eine Lücke zwischen den Verfolgern zu suchen, dabei war der Weg hinter ihr immer noch frei. Doch der Fluchtweg schloss sich schnell. Bereits wenige Sekunden später war sie völlig eingekreist. In der rechten Hand hatte sie ein Messer, an dessen Klinge frisches Blut klebte. Ulrich zog langsam das Schwert, während die Wachen auf seinen Befehl warteten.

      „Verdammt, das Miststück hat mich geschnitten“, fluchte Lorentz lautstark. Ulrich schaute kurz zu ihm rüber, die Wunde an der Hand schien nicht besonders schlimm zu sein. Jetzt erkannte er auch das Messer, er hatte es schon öfter bei Lorentz gesehen. Hatte sie ihn wirklich mit seinem eigenen Messer erwischt?

      Er musterte sie genauer, ihre fremdländische Kleidung war sehr leicht und geradezu offenherzig. Die hellblauen, hauchzart wirkenden Stoffe waren aus einem seltsamen Material, das Ulrich nicht kannte. Das verführerische Oberteil bedeckte nur teilweise Oberkörper und Schultern, doch den Bauch ließ es ganz frei. Die locker anliegende lange Hose wirkte so dünn und leicht, als könnte ein Windhauch das zarte Gespinst zerreißen. Ihr hübsches Gesicht hatte ein leicht exotischen Touch. Außerdem war sie eine Sklavin, wie Ulrich überrascht feststellte, der goldene Halsreif den sie trug war eindeutig.
      „Lass das Messer fallen, Mädchen, mach es nicht noch schlimmer“, versuchte Ulrich, sie zur Aufgabe zu bewegen. Sie atmete schwer und schaute sich um, mit einer seltsamen Mischung aus Wildheit und Panik in den Augen. Sie scheint nicht viel Kondition zu haben, überlegte Ulrich, dabei hat sie sich so elegant und geschickt bewegt, wie man es von jemandem mit einigem Training erwarten würde.

      Sie hob ihre Hand mit dem Messer und Ullrich spannte instinktiv die Muskeln an. Er hoffte sie ohne große Verletzungen entwaffnen zu können.
      Das Mädchen öffnete überraschend die Faust. Das Messer viel ihr aus der Hand und bohrte sich mit der Klinge in den Boden. Doch damit nicht genug sank sie mit einer fließenden Bewegung auf die Erde und lag plötzlich auf den Knien.

      Schnell griff sich Ulrich das Messer, während er grübelte. Eine Sklavin bei den Grünhains, sehr seltsam. Sklaverei war zwar nicht grundsätzlich verboten aber doch sehr selten. In Hornstadt hatte er in den ganzen Jahren nur eine handvoll Sklaven gesehen und die Besitzer waren meist durchreisende Händler gewesen.

      „Wie heißt du?“ Ulrich steckte sein Schwert weg und reichte Lorentz das Messer, der nicht gerade glücklich aussah.
      „Miori, mein Herr“, sagte sie mit melodischer Stimme, ohne vom Boden hoch zu sehen.

      „Warum bist du geflohen?“
      „Ich hatte Angst, als mich der Mann plötzlich von hinten Angriff.“Hmm Lorentz hat sich also angeschlichen, doch wie konnte sie ihn mit dem Messer erwischen, überlegte er und schaute ihn fragend an.
      „Ich habe sie schlicht unterschätzt“, sagte Lorentz zerknirscht.

      „Es tut mir Leid, es war nur ein Reflex, ich hatte Angst“, sagte sie leise.

      Entweder Lorentz war verdammt leichtsinnig gewesen, oder an ihr ist mehr dran als man denkt und er ist eigentlich selten unüberlegt, grübelte Ulrich.
      Wie sie da unterwürfig und reglos auf dem Boden lag, regte ihn allmählich auf. Wie konnte man einen Menschen nur zum Eigentum machen, dachte er wütend.
      „Steh endlich auf, ich möchte sehen mit wem ich spreche“, sagte er in recht rüdem Ton, auch wenn sich sein eigentlicher Zorn nicht gegen sie richtete.

      Ullrich schaute in ihr ängstliches Gesicht. Sie ist wirklich hübsch, mit ihren makellosen Gesichtszügen, doch ich nehme ihr die ängstliche Unschuld einfach nicht ganz ab. „Warum hast du uns ausspioniert?“, fragte er mit ruhiger Stimme.
      Sie schien kurz zu überlegen. „Ich war nur neugierig, Herr“, erklärte sie mit klangvoller Stimme.

      „Da drüben kommt jemand“, meldete sich eine der Wachen zu Wort. Ulrich schaute in die Richtung in die er zeigte. Richtig, Martin und Jasira waren endlich gekommen und hatten den Pavillon fast erreicht.
      „Lasst uns zu ihnen gehen“, befahl Ulrich.
      „Ich kann nicht“, flüsterte Miori.
      „Stell dich nicht so an“, schimpfte eine der Wachen, der die panisch werdende Sklavin am Arm gepackt hatte, um sie in Richtung Pavillon zu bringen.
      Sie waren noch keine zwei Meter weit gekommen, da fing das Halsband an zu leuchten und Miori fing an sich immer heftiger gegen den Griff des Wachmann zu sträuben.
      Ulrich hob die Hand und bedeutete mit einer Bewegung seinen Männern einzuhalten.
      „Warum willst du nicht mitkommen...?“, fragte er mit schneidender Stimme.
      „Mein Halsband lässt es nicht zu, es ist verzaubert. Ich kann nur in der näheren Umgebung des Hauses bleiben, der Pavillon ist zu weit weg.“
      Deswegen also das plötzlich Ende ihrer Flucht, sie hatte quasi das magische Ende der Leine erreicht gehabt, erkannte Ulrich angewidert. Wie konnte Jeronimus nur so etwas schreckliches tun?

      „Hmmm, gut fesselt sie und bringt sie zum Haus. Ich möchte sie nachher verhören. Bewacht sie gut und passt auf, dass sie mit Niemandem spricht.“ Sie machte nicht mehr den Eindruck sich wehren zu wollen, aber er ging lieber auf Nummer sicher. Hier war einiges seltsam.

      Während die beiden Wachen sich mit Miori auf den Weg machten, gingen Lorentz und Ulrich wieder zum Pavillon.
      Der Hauptmann wunderte sich nicht, dass Lorentz noch rasch mit ihm sprechen wollte, bevor sie die Anderen erreichten.
      „Es tut mir wirklich Leid, ich dachte ich kann sie schnell überwältigen. Aber du solltest bei ihr vorsichtig sein, ihre spontane Reaktion war die eines gut trainierten Kämpfers. Was ich aber nicht ganz verstehe, sie hat sich deutlich über ihr eigenes Verhalten erschrocken und die Flucht ergriffen statt weiter zu kämpfen. So ganz passt das alles nicht zusammen.“
      Dieses Mädchen wirkte wirklich nicht wie eine Kämpferin. Kurz überlegte Ulrich, ob Lorentz sich nur herausreden wollte, doch er vertraute ihm genug, um den Kommentar ernst zu nehmen.
      „Sie ist wirklich eigentümlich. Ich glaube ihr nicht, dass sie einfach nur neugierig war, aber wir werden schon herausbekommen was sie verbirgt.“



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      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Alexander2213 ()

    • Mir gefällt die Kombination zwischen Fantasy und Krimi gut. Ich bin gespannt wer die schöne Sklavin ist und was sie mit allem zu tun hat.

      Ich hab im ersten Abschnitt etwas gemalt ;)

      Spoiler anzeigen

      3.2 Der Geist der Vergangenheit

      Die Sonnenstrahlen schienen angenehm warm durch die offenen Fenster des Pavillons und beschienen das grausige Bild.
      Jeronimus schien ungefähr (doppelt ein Wort reicht) in der Mitte des Pavillons gestanden zu haben als es ihn zerfetzt hatte, da war sich Hauptmann Ulrich von Schwarzbach sicher. Er hatte sich tief über den zweigeteilten Magier gebeugt und schaute sich das zerfetzte Fleisch gründlich an. (Hier zweimal zerfetzt)

      „Was nur kann ihn so auseinandergerissen haben? Was auch immer ihn getroffen hat, muss eine kleine aber heftige Explosion ausgelöst haben.“ Ulrich schauteLorentz nachdenklich an, der jetzt doch etwas blass aussah.
      Der Hauptmann schaute sich den Jeronimus Gesicht an. Es war leicht aufgedunsen, doch das war es bereits vor dem Tod gewesen, von Bier und gutem Essen. Am Ansatz des Halses sah er den Beginn (Rand anstatt Beginn?) einer alten Brandwunde. Ulrich wusste, dass sie sich über fast die gesamte rechte Seite des Magiers zog. Ulrich schüttelte sich leicht, als er daran dachte, wie der Magier die schwere Verwundung erlitten hatte.
      Die Erinnerung beschwor den Geruch verbrannten Fleisches herauf. In Gedanken hörte er die Schreie der verwundeten Soldaten und den Gleichklang der stampfenden xelarianischen Stiefel. Und die Erinnerung packte ihn, wie ein wildes Tier.

      Ulrich wusste noch was er damals gedacht hatte: der Rote Berg, wie passend, das wir hier unser Blut lassen werden.

      Zwischen den roten Sandsteinfelsen marschierte der Feind den Abhang herauf. Der Pfeilregen fand unter ihnen nur wenige Opfer, zu groß waren ihre Schilde und zu gut ihre Ausbildung. Ulrich wusste sehr genau, wie schwer es war eine Formation unter solchen Bedingungen beizubehalten. Zwar fanden die Feuerbälle der Magier ihre Opfer, doch dank ihrer Disziplin verzögerten sie in ihrem Vormarsch kaum.
      Überall bedrängten sie die wankenden Linien. Zwischen zwei großen Felsen gelang ihnen schließlich der Durchbruch, die ersten Männer wandten sich zur Flucht. Die Niederlage schien unabwendbar!
      Hier bin ich mir nicht sicher wer jetzt vorrückt und wer in Bedrängnis ist.
      Plötzlich erhob sich das Wasser eines kleinen Bergbaches und wurde zu einer stabilen Eiswand. Ulrich hörte noch das Lachen von Jeronimus, der in seiner weiß-blauen Robe dort stand und im Alleingang den Vormarsch stoppte. Einzelne Pfeile prallten an kleinen Eisbällen ab, die um Jeronimus herum kreisten und ihn vor solchen Geschossen effektiv beschützten. Er war von Natur aus groß gewachsen und stattlich, kein Wunder das zahlreiche Frauen seinem Charme erlegen waren und in diesem Moment wirkte er fast überirdisch. Er wirkte wie einer der mächtigen Kriegsgötter aus alten Sagen. Ulrich wusste noch wie ihm das Bild Hoffnung gegeben hatte. (wirkte doppelt)

      Er sammelte die versprengten Truppen in diesem Bereich und formierte sie neu, zu einem letzten verzweifelten Gegenangriff. Währenddessen schleuderten die höllischen Kriegsgeräte des Feindes riesige brennende Pfeile, auf ihre Stellung ab. Die Eiswand hielt diesen wütenden Attacken nur wenige Minuten stand, doch diese waren entscheidend.

      Ulrich führte den Angriff an, vorbei an den Feuer, den schmelzenden Resten von Eis und an Jeronimus, der vor Erschöpfung wankte als direkt neben ihm ein Feuerpfeil explodierte. Und ihn mit Flammen überschüttete? Sonst wird nicht klar das Jeronimus verletzt wird.

      Letztlich siegten sie, wenn man es so nennen konnte. Doch der Preis dieses grausamen Gemetzels war hoch gewesen und auch Jeronimus hatte ihn reichlich bezahlt. Wäre er kein Magier gewesen, hätte er das Feuer nicht überlebt, doch auch so blieb sein Körper für immer von den Brandnarben gezeichnet.

      Bis auf die alten Wunden konnte Ulrich keine Anzeichen von Verbrennungen erkennen. Vielleicht war es eine Art Explosion reiner Magie, dachte er, wenn so etwas überhaupt möglich ist. Verdammter magischer Mist, Morde sind so schon kompliziert genug, die Magie macht es wirklich nicht einfacher. Schlechte Laune erfasste ihn.
      "Erfasste ihn" finde ich unglücklich. Show dont tell.
      Vorschlag: "Schlecht gelaunt raunzte er Lorentz an. “Was hältst du von der Sache?„


      „Hier sind keine Blutspritzer“, meinte Lorentz und wies auf einen Bereich am anderen Ausgang des Pavillons hin. „Hier muss jemand gestanden haben“, überlegte er laut. „Wahrscheinlich der Täter.“
      Gemeinsam schauten sie sich das Muster an. Ulrich grübelte, “Er muss ziemlich viele Blutspritzer abbekommen haben, wenn er so nah stand. Vielleicht lassen sich die Sachen noch auf dem Anwesen finden?“ Lorentz nickte, „ich werde das Haus durchsuchen lassen, sobald wir hier fertig sind“.

      Langsam und routiniert schauten sie sich weiter um, da sie gut aufeinander eingespielt waren, brauchten sie dabei nicht viele Worte.

      Lorentz suchte am Eingang des Pavillons nach möglichen Fußspuren des unbekannten Gastes, während Ulrich sich der geöffneten Bar widmete. Dort standen immer noch zwei gefüllte Gläser und eine halbvolle Flasche, besten Whiskeys.
      Mit wem hast du dich getroffen, mein alter Freund, fragte sich Ulrich. Sie hatten in den letzten Jahren kaum noch etwas miteinander zu tun gehabt, beide hatte sie versucht die Erinnerung an den Roten Berg zu verdrängen.

      Er schaute sich die Gläser an, ein leicht verwischter Abdruck eines Fingers ließ sich an einem der Gläser erkennen, doch wie sollte ihn das weiterbringen? Als Spur leider wohl völlig unbrauchbar.
      Er folgte gerade einer losen Idee, als er plötzlich Lorentz kaum hörbare Stimme hörte. „Ich glaube wir werden beobachtet!“
      Schlagartig war Ulrich alarmiert. Er unterdrückte den spontanen Impuls, nach seinem Schwert zu greifen, und blieb weiter über die Bar gebeugt, auch wenn seine Augen längst die Umgebung absuchten. Tatsächlich sah eine leichte Bewegung in einem Gebüsch in einiger Entfernung.
      Gut beobachtet, da ist wirklich jemand, dachte Ulrich. Wer auch immer es war, er schien sehr vorsichtig zu sein. Ein einfacher (schneller?) Blick zeigte ihm, es gab genug nähere Versteckmöglichkeiten.

      Laut sagte er, „Geh zum Haus und hole ein paar Dienstboten, damit sie hier Ordnung machen können und nimm Vladimir mit“. Die Entfernung zum Gebüsch war zu hoch, um gehört zu werden. Ulrich wollte aber lieber kein Risiko eingehen. Lorentz nickte nur und machte sich zusammen mit einem der Wachposten auf den Weg zurück zum Haus.
      Natürlich würde er nicht zurück gehen. Sobald er außer Sichtweite war, würde er versuchen sich dem Unbekannten von hinten zu nähern. Ulrich Tat weiter so, als ob er den Pavillon untersuchen würde, doch er behielt den Busch im Auge. Er rief die zweite Wache und während er mit dem Finger auf die Leiche zeigte, erklärte er mit leisen Worten den Plan.

      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Ich bin mal durch einen Kunden bei uns im Buchladen, auf die Idee eines Fantasykrimis gekommen. Die Idee hat mich nicht mehr losgelassen und ich hatte schnell ein grobe Grundidee, die sich im Laufe der Zeit verfeinert und verändert hat.

      Danke für die Tipps. Ich habe die Anregungen aufgenommen, mit einer Ausnahme, da muss ich noch etwas gründlicher drüber nachdenken.

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!
    • Gefällt mir bis hier her sehr gut. Interessante Charaktere und es kommen noch mehr dazu. Man fragt sich natürlich, was in dem Pavillon vorgefallen ist. es zerreißt ja keinen einfach in der Mitte. Zu viel gegessen. xD
      Und wer ist diese seltsame Haussklavin, die da herumschleicht?
      Ich bin mal gespannt, was du dir da ausgedacht hast. Bis jetzt wirkt es jedenfalls recht spannend und es tun sich auch viele schöne Fragen auf. Ich freue mich bei Krimis ja immer, wenn ich mit den ersten Informationen schon selbst etwas spekulieren kann. Gut, viel gibt es hier noch nicht, aber du streust gut und ich denke mal, da kommt im Laufe der Zeit noch einiges Informatives. ^^
      Ich bin mal gespannt, ob Jasira weiterhelfen kann ^^

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • @Kyelia

      Danke für die netten Worte. Gibt auch einen kleinen Einblick in die Perspektive von außen, was ich immer sehr hilfreich finde. Bei Krimis ist es schwierig die Balance zu halten, zwischen Hinweisen geben, aber nicht zuviel zu verraten.

      Ach ob Jasira weiterhelfen kann..... ich glaube schon, oder jagt sie mit ihren komischen Geräten alles in die Luft? Ich bin gerade dabei die Stelle fertigzustellen, aber noch wird natürlich nichts verraten. Ich hoffe mal es kommt so rüber wie ich es mir vorstelle. Ich denke 2-3 Tage werde ich aber noch brauchen, da ich zur Zeit nicht so viel Zeit zum schreiben habe, wie ich gerne hätte.

      LG Alexander

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!
    • So, jetzt hab ich hier auch endlich mal weitergelesen. Du wirfst in guten Abständen neue Fragen auf, gibst aber auch Details preis. Die Situationen sind gut durchdacht und vor allem deine Charaktere werden gut durch ihren Handlungen beschrieben. Ob der Jeronimus ein besessenes Mädchen als Sklavin getarnt bei sich aufgenommen hat? Oder war sie eine Lustsklavin und die Frau des Magiers hat ihn aus purer Abneigung erledigt? Oder sind hier gar Gestaltwandler am Werk?
      Nun, ich bin gespannt.
      Es geht weiter: Der Oger Magus
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      "Was mag die Zukunft bringen?"
      "MICH."
    • @bigbadwolf
      Gute Fragen, die du da aufwirfst. Schauen wir mal, wie es weitergeht. Ich finde die Spekulationen natürlich interessant, kann mich bei einem Krimi natürlich nicht zu äußern. Im neuen Teil "Ein wenig Magie" geht es noch um andere Fragen. Ich bin aber auch schon dabei den nächsten Teil zu schreiben. Die Verhältnisse im Hause Grünhain werden darin gründlicher beleuchtet.


      So jetzt kann aber erst Mal Jasira zeigen, was sie kann. Vielleicht gibt es ja bereits eine heiße Spur?

      Hier gehts weiter mit dem nächsten Abschnitt:

      3.4 Ein wenig Magie



      3.4 Ein wenig Magie!

      Ulrich musterte Jasira, die immer noch ihre dreckigen Arbeitskleidung anhatte. Er kannte sie oberflächlich, schließlich war es eine kleine Stadt. Bisher hatte er aber mit ihr noch nicht viel zu tun gehabt. Sie war gerade dabei Martin etwas begeistert zu erzählen. „….deswegen sind die talianischen Artefakte auch so spannend.“ Ulrich hatte den Eindruck, dass Martin kein Wort verstanden hatte, zumindest waren die Fragezeichen auf seinem Gesicht mehr als offensichtlich. Trotzdem schien er an ihren Lippen zu kleben. Als er den Hauptmann bewusst registrierte, stand er stramm, doch auf eine so unbeholfenen Weise, dass Ulrich sich ein Schmunzeln verkneifen musste.

      Jasira hingegen schien gerade zu einem neuen Wortschwall anzusetzen und ganz in ihrer Erzählung aufzugehen. „Und erst die...... Oh Hallo Herr Hauptmann, ich habe gehört ihr braucht etwas Unterstützung. Ich glaube ich habe da etwas für Euch, ein Alatoskop. Ist das nicht toll, wusste Ihr etwa, dass ich euch mit so etwas Ungewöhnlichem helfen kann. Ich......“

      „Danke, dass ihr gekommen seit“, unterbrach Ulrich mit einem etwas härteren Tonfall als beabsichtigt. Wie kann jemand nur so schnell sprechen, sie muss doch mal Luft holen, dachte er, aber ich wusste ja worauf ich mich einlasse. Und immerhin scheint sie Ideen zu haben, mal schauen was sie taugen.
      „Ist doch selbstverständlich, in so einer Situation zu helfen“, sagte Jasira und wirkte leicht verstimmt.

      „Martin hat euch schon gesagt worum es geht?“, fragte Ulrich schnell bevor sie wieder loslegen konnte.
      Jasira nickte, „Ja hat er. Ich kann es noch kaum glauben. Gibt es schon Hinweise?“

      Während sie die letzten Schritte zum Pavillon machten, gab Ulrich ihnen einen kurzen präzisen Überblick über die Lage.
      „Hier wurde die Leiche gefunden“, sagte er und zeigte in den Pavillon, während er die beiden Neuankömmlinge genau beobachtete.
      Martin war mit einem Schlag kreidebleich, einen kurzen Moment schien er mit sich zu kämpfen, dann stürzte er zur Seite und man hörte ihn nur noch würgen.
      Jasira schien von Martins Reaktion nichts mitbekommen zu haben und musterte mit unbewegter Miene den Ort des Verbrechens. Ohne ein Wort zu sagen, trat sie näher und schaute sich gründlich um.
      Ulrich sah zu, wie sie systematisch ihren Blick über die grausige Szene gleiten ließ.
      Hmm vielleicht war es doch keine so schlechte Idee, sie herzuholen. Mit welcher Ruhe sie an die Arbeit geht, ihre erste Leiche ist das ganz sicher nicht.

      Jasira stellte ihre große Tasche in eine Ecke. „Ich möchte gerne ein paar Sachen überprüfen. Könntet ihr bitte alle etwas zurücktreten“, ihre Stimme klang jetzt nüchtern und frei von ihrer üblichen hektischen Sprechweise. Fasziniert von der Verwandlung nickte Ulrich ihr nur leicht zu.
      Ich frage mich, wie oft man sie schon unterschätzt hat. Das wird jetzt sicher interessant.

      Ulrich bemerkte, dass Martin wieder hinter den Büschen vorgekommen war und warf ihm einen aufmunternden Blick zu. Obwohl er immer noch sehr bleich aussah, schien Martin entschlossen zu sein sich nicht unterkriegen zu lassen. Ulrich sah, wie er die Situation aufmerksam beobachtete. Ab und zu sah er ein unwillkürliches Schaudern bei dem jungen Kadetten, doch Martin blieb und sah weiter zu.
      Jasira holte ein seltsames Gerät aus der Tasche. Ein kleines sechsbeiniges Metallgestell mit einer leicht schimmernden weißen Kugel auf der Spitze, die ungefähr die Größe eines Hühnereis hatte. Behutsam platzierte sie es in der Nähe der Leiche. An jedem der kunstvoll verzierten Beine des Gerätes gab es eine kleine Einbuchtung, die Ulrich an Halterungen für Schmuckedelsteine erinnerten. Tatsächlich nahm Jasira ein paar verschieden farbige Steine und befestigte sie in den Fassungen. Mit jedem Stein leuchtete die Kugel an der Spitze stärker und nahm allmählich die Färbung der Steine an. Die Farben verliefen ineinander, doch sie mischten sich dabei nicht, jede Farbe blieb in vielen kleinen Fragmenten erhalten und klar in der Kugel erkennbar.

      Was für ein Schauspiel, dachte Ulrich.

      Helles aber seltsames Licht erfüllte den Pavillon und schien in allen Farben gleichzeitig zu funkeln. Es brauchte einen Moment, bis Ulrich noch etwas sehr seltsames auffiel, es gab keine Schatten mehr. Das Licht war wie ein hauchfeiner leuchtender Nebel und schien den Raum gleichmäßig einzunehmen.

      „Was macht ihr da?“, fragte Ulrich mit ungewohnt leiser Stimme.

      „Ich versuche die Magie mit dem Alatoskop sichtbar zu machen. Das Gerät erkennt alle sechs Hauptarten der magischen Energien. Wenn die Kräfte stark genug waren und nicht zu viel Zeit vergangen ist, kann man die Reste sichtbar machen. Damit bekommen wir vielleicht einen Eindruck, was hier passiert ist.“

      „Wow, ist das stark“, sagte Martin spontan, dessen Gesichtsfarbe wieder deutlich gesünder aussah. Der beeindruckende Anblick, ließ das Grauen in den Hintergrund treten.
      Was für ein Anblick, ob Magier so die Welt sehen, fragte er sich, völlig verzaubert.

      Jasira schaute sich prüfend um. Langsam begann sich das Licht deutlich zu verändern. Schwarzer Nebel waberte an der Stelle, an der Ulrich und Lorentz bereits den Tatverdächtigen vermutet hatten.

      Ulrich kannte sich nicht sehr in der Magie aus, doch ein paar Sachen hatte er in seinem Leben darüber gelernt. „Schwarzer Nebel! Bedeutet es was ich glaube? Ist es ….. wirklich schwarze Magie“?
      Jasira rechte Augenbraue hob sich leicht, „Es sieht ganz so aus und das gefällt mir gar nicht. Wer auch immer hier war, ist eindeutig in den dunklen Künsten bewandert, wahrscheinlich sogar Nekromantie. So stark, wie der Nebel noch ist, muss es ein mächtiger Zauber gewesen sein.“

      „Aber warum sieht der Nebel hier so anders aus?“ Lorentz zeigte auf die Stelle, wo Jeronimus gestanden hatte. Hier war der Nebel nicht so ausgeprägt, wie an der anderen Stelle, aber immer noch deutlich zu erkennen. Er war etwas dunkler als die Umgebung, aber hier überwog eindeutig ein kompliziertes Muster roter und brauner Farbe.

      „Erstaunlich, selten habe ich Erd- und Feuermagie in so schöner Harmonie gesehen. Ich kann nicht genau sagen, was es war, das Jeronimus getötet hat. Reine Nekromantie dürfte es nicht gewesen sein, aber das ist auch nicht völlig verwunderlich. Ein mächtiger Nekromant kann seine magische Energie auch für Feuermagie benutzen und eine Explosion bewirken. Vermutlich nie so gut wie ein ordentlicher Feuermagier, aber doch ausreichend. Was mich mehr verwundert ist die Beteiligung von Erdmagie an dem Zauber. Für einen Zauber explosiver Art scheint es doch recht unpassend.“ Jasira schaute verwundert auf die Muster in der Luft und schüttelte den Kopf.

      „Müsste nicht eine Verbindung zwischen dem dunklen Magier und Jeronimus zu sehen sein? Wir haben hier den nekromantischen Zauber und hier die Explosion, doch ich sehe keine Verbindungsstränge.“ Ulrich schaute Jasira fragend an. Sie wirkte nachdenklich, dann nickte sie leicht.

      „Hmm grundsätzlich richtig“, räumte sie vorsichtig ein, „dieser Punkt ist schon etwas seltsam. Es kann aber sein, dass einfach nichts mehr zu erkennen ist. Die Magie hält sich ja auf dem Weg nur sehr kurz auf und es ist ja schon etwas Zeit vergangen. Vielleicht liegt es daran, doch ich bin mir nicht ganz sicher.“

      Während die anderen drei sich diesem Problem widmeten, zeigte sich Martin noch immer von dem magischen Nebel an sich begeistert. So viel ihm auf, dass Jasiras Tasche in den unterschiedlichsten Farben zu leuchten schien. Vermutlich aufgrund der vielen magischen Artefakte, die sie hinein gestopft hatte.
      Überraschter war er, als er feststellte, dass auch um das Schwert des Hauptmanns ein schwacher goldener Schimmer lag. Die Klinge wirkte älter und eleganter, als die Schwerter die Martin kannte, was nicht gerade viele waren. Für ihn wirkte ihr Stil irgendwie exotisch. Ob der Hauptmann weiß, dass sein Schwert irgendwie magisch ist? Ich muss ihn bei Gelegenheit mal fragen.

      Ulrich schaute kurz zu Martin rüber, der sich irgendwie ertappt vorkam und daraufhin lieber angestrengt woanders hinsah. Vielleicht hätte er es sonst nie entdeckt, so aber fiel ihm noch eine unscheinbare Veränderung im Nebel auf. Er schaute mehrmals hin, bis er sicher war. Er ging langsam zur Hausbar, um es sich genauer anzuschauen. Ein viereckiger Bereich neben den beiden Gläsern leuchtete leicht, so hauchzart, dass es kaum zu sehen war.

      „Was ist das hier“, sagte er und das Gespräch zwischen den anderen Drei verstummte abrupt. Fragend sahen sie ihn an. Er fühlte sich unwohl so im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit.
      „Hier ist etwas, es könnte ein Kästchen oder etwas ähnliches gewesen sein.

      „Wo? Ich kann nichts erkennen“, sagte Lorentz während sie sich um Martin versammelten. Der junge Kadett zeigte auf die Stelle. „Du hast recht, jetzt kann ich es auch sehen.“ Lorentz rieb sich die Augen.
      „Gut beobachtet, es ist wirklich kaum zu erkennen,“ sagte Ulrich und nickte Martin mit einem zustimmendem Lächeln zu.

      Jasira holte das Alatoskop und stellte es direkt neben die leuchtende Stelle. Der Unterschied war nicht sehr groß, doch die Umrisse wurden etwas deutlicher. Das weiße Licht hatte die Form einer Schmuckschatulle oder etwas ähnlichem. Die Oberseite war halbrund. An einer Seite schien das Leuchten etwas zu zerfasern, einzelne Lichtstränge flossen in eine Richtung von dem Kästchen weg, bevor sie zu schwach wurden, um ihrem weiteren Verlauf folgen zu können. Im Inneren war jetzt ein leichter bräunlicher Schimmer zu sehen.

      Jasira besah sich die Stelle gründlich von allen Seiten. Keiner sagte etwas, während sie, leise vor sich hin murmelnd, über dem Problem grübelte. Sie legte eine Hand auf das Holz der Bar an der leuchtenden Stelle und wirkte einen Moment tief in Konzentration versunken.

      „Das Holz wurde durch die Magie leicht verändert. Ich bin mir fast sicher, um was für einen Zauber es sich gehandelt hat.
      Hier war etwas mit einem Rückholzauber geschützt.
      Ich habe damit mal an einer Reisekiste herumexperimentiert. Man braucht dafür nicht viel Energie, aber sehr große Erfahrung, da es ein wirklich komplizierter und aufwendiger Zauber ist. Ich nehme an Jeronimus wollte etwas sehr wichtiges schützen. Ich vermute als er gestorben ist, hat sich die Schatulle, oder was es auch konkret war, selber weg teleportiert, zu einem vorher definierten Ort.“

      Jasira schaute zu Ulrich, dessen Gehirn gerade wild am arbeiten war.

      „Hmm wenn er so einen Zauber einsetzte, muss er eine Gefahr geahnt haben. Wollte sich Jeronimus wirklich mit einem dunklen Magier treffen? Ich kann es kaum glauben, auch wenn einiges dafür spricht. Oder war der dunkle Magier auf ihn angesetzt, um ihn auszuschalten? Irgendwie sind alle Möglichkeiten sehr beunruhigend.“ Ulrich schaute grimmig zur Leiche.
      Was für Geheimnisse bewahrst du noch, grübelte er und fürchtete gleichzeitig die Antworten, die sie entdecken würden.

      „Diese seltsamen magischen Fäden zeigen Richtung Haus. Sicher ist das Kästchen dort zu finden. Vielleicht finden wir dort auch die benötigten Antworten“, brachte sich Lorentz ein.

      Ulrich nickte ihm zu, seine Gedanken gingen in eine ähnliche Richtung. Entschlossen wandte sich der Hauptmann an die Anderen.
      „Über das, was wir hier entdeckt haben, zu niemandem ein Wort. Ich habe das Gefühl hier steht mehr auf dem Spiel. Wer etwas herum erzählt, bekommt es mit mir zu tun.“ War es nur Zufall, dass sein strenger Blick dabei besonders lange an Jasira hängenblieb, die ihm allerdings nur völlig entspannt zunickte und sich wohl nicht besonders angesprochen fühlte.

      „Ansonsten muss ich sagen, sehr gute Arbeit Jasira. Ich fürchte eure Werkstatt muss noch eine Weile ohne euch auskommen, eure Hilfe wird wohl noch weiter benötigt. Solltet ihr dadurch Umstände haben, werdet ihr natürlich dafür entschädigt.“
      Ulrich wusste selber nicht genau, was er sich eigentlich von ihrer Hilfe versprochen hatte, doch sie hatte die Erwartung eindeutig mehr als erfüllt.

      Jetzt war es an der Zeit sich einer unsympathischen Adligen, einer seltsamen Sklavin und eines merkwürdigen Kästchens anzunehmen.


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      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Alexander2213 ()

    • Hey,

      ich habe erst mal nur das 1. Kapitel gelesen. Ich kann mich den anderen nur anschließen...es fällt leicht, dir zu folgen und du schaffst es, einige Fragen aufzuwerfen, die zum Weiterlesen animieren.Ich packe dir nur ein paar Dinge in den Spoiler, von denen ich jetzt nicht weiß, ob jemand anders das schon angmerkt hat. Schau einfach mal, was du gebrauchen kannst ;)

      Spoiler anzeigen




      Alexander2213 schrieb:

      Warum war diese Frau so vollgefressen wie eine fette Henne, während er im letzten Jahr oft genug hungrig schlafen gegangen war.
      Ich schätze, hier fehlt ein Fragezeichen


      Alexander2213 schrieb:

      Die Wirtin scheuchte eines der Schwein davon, dass in der Hoffnung
      Schweine ...das (bezieht sich auf Schwein)


      Alexander2213 schrieb:

      Halb rechnete er damit, das sich der Mann jetzt auf ihn stürzen würde

      dass

      Alexander2213 schrieb:

      außerdem war er schnell und hatte sich einige gute Fluchtroute zurechtgelegt.
      eine

      Alexander2213 schrieb:

      Die Blicke des Hauptmanns der Stadtwache und des Dieb kreuzten sich.
      Diebes

      Alexander2213 schrieb:

      Hauptmann Ulrich von Schwarzbach war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Er sprang nicht auf und begann eine vermutlich sinnlose Verfolgungsjagd, sondern er hob leicht den Bierkrug als würde er ihm zuprosten, dabei hatte er ein grimmiges Lächeln im Gesicht. Der Dieb hatte die neue Lage schnell begriffen und war bisher trotzdem nicht in Panik verfallen, was dem Hauptmann Respekt abnötigte. Wir sehen uns sicher bald wieder und dann erwische ich dich schon noch, dachte er, während er beobachtete, wie der junge Dieb rasch und etwas blass um die Nase, den Marktplatz verließ.
      Du wechselst hier die Perspektive von dem Dieb zu dem Hauptmann. Um den Schnitt nicht so radikal zu machen, wäre vielleicht zumindest ein Absatz ganz gut, da man als Leser sonst ziemlich verwirrt dasteht.


      Alexander2213 schrieb:

      Nach der Art der abgetragenen Kleidung zu urteilen, vielleicht ein Flüchtling aus dem Osten, mutmaßte Ulrich?
      Das Fragezeichen am Ende finde ich hier überflüssig, weil es eher eine Feststellung als eine Frage ist.



      LG,
      Rainbow
    • Hey,

      hier kommen meine Anmerkungen zu Kapitel 2. So wie auch der Anfang liest es sich ganz gut. Ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind (Rechtschreibung, Wortwiederholungen und sowas) packe ich dir in den Spoiler. Keine Ahnung, was davon schon alles angemerkt wurde...

      Spoiler anzeigen

      Alexander2213 schrieb:

      Vor dem Tor der Garnison waren die Wachen bereits verstärkt worden. Normalerweise standen dort zwei gelangweilte Wachen in leichter Rüstung herum,

      Alexander2213 schrieb:

      außer er steht auf dieser Liste.“ Dabei hielt er eine äußerst kurze Liste hoch

      Alexander2213 schrieb:

      ein kleines Unwetter schien sich zusammenbraute
      zusammenzubrauen

      Alexander2213 schrieb:

      Der Offizier wirkte jetzt verunsichert und schickte einen seiner Soldaten zum Nachfragen.

      das klingt für mich irgendwie ziemlich umgangssprachlich. Vielleicht: ....und schickte er einen seiner Soldaten, um sich seiner Vorgehensweise zu versichern....oder sowas in der Art.


      Alexander2213 schrieb:

      „Der Bürgermeister ist bereits eingetroffen und völlig in Aufregung. Ich habe ihm bereits erklärt, dass e

      Alexander2213 schrieb:

      Außer den Kindern hatte sich, vor dem Krieg gegen Xelaria, kaum jemand für diesen Ort interessiert hatte.
      ein hatte zu viel

      Alexander2213 schrieb:

      Für einen Kommandanten der königlichen Truppen gab es auffällig wenig Luxus. Das Auffälligste war ein aufwendig geschnitztes Holzgefäß
      vielleicht: das Eindrucksvollste....(?)


      Alexander2213 schrieb:

      Außerdem sind wir noch lange nicht im Krieg. Nur weil ein Magier Tod ist, bedeutet es noch lange nicht,

      Alexander2213 schrieb:

      Niemand sollte an seinen Soldaten oder ihm Zweifeln.
      zweifeln


      Alexander2213 schrieb:

      Wenn es wirklich ein magischer Anschlag war, ist die Lage wirklich ernst. Doch noch wissen wir nicht was passiert ist.“

      Alexander2213 schrieb:

      Ich habe auch bereits eine Botschaft in die Hauptstadt geschickt, mit etwas Glück bekommen wir bald einen neuen Magier geschickt“, sagte Burckhardt,

      Alexander2213 schrieb:

      dass der Kommandant nicht ganz so entspannt war, wie er sich gab.
      Burckhardt hatte es plötzlich nicht mehr ganz so eilig,

      Alexander2213 schrieb:

      „Wir sollte wirklich erst Mal schauen, was geschehen ist.
      "Wir sollten wirklich erst mal schauen, was geschehen ist."


      Alexander2213 schrieb:

      Ulrich Tonfall war schneidend, diese offensichtlichen Vorurteile ärgerten ihn. Sicher
      Ulrich`s


      Alexander2213 schrieb:

      Ulrich sah Burckhardt mit eisernem Blick an, der schließlich Nachgab.
      nachgab



      LG,
      Rainbow
    • Spoiler anzeigen


      Alexander2213 schrieb:

      Als er den Hauptmann bewusst registrierte (Komma) stand er stramm, doch auf eine so unbeholfenen Weise, dass Ulrich sich ein schmunzeln verkneifen musste.

      Alexander2213 schrieb:

      „Danke (Komma) das(s) ihr gekommen sein(Komma) unterbrach Ulrich mit einem etwas härteren Tonfall als beabsichtigt.
      seid

      Alexander2213 schrieb:

      „Hier wurde die Leiche gefunden“, sagte er und zeigte in den Pavillon, während er die Beiden Neuankömmlinge genau beobachtete.

      Alexander2213 schrieb:

      Ohne ein Wort zu sagen (Komma) trat sie näher und schaute sich gründlich um.

      Alexander2213 schrieb:

      Die Farben verliefen ineinander, doch sie mischten sich dabei nicht, jede Farben blieb in vielen kleinen Fragmenten erhalten und klar in der Kugel erkennbar.
      Farbe

      Alexander2213 schrieb:

      Hier war der Nebel nicht so ausgeprägt, wie an der Anderen Stelle, aber immer noch deutlich zu erkennen.

      Alexander2213 schrieb:

      Was mich mehr verwundert (Komma) ist die Beteiligung von Erdmagie an dem Zauber.

      Alexander2213 schrieb:

      „Hmm grundsätzlich richtig“ (Komma) räumte sie vorsichtig ein,

      Alexander2213 schrieb:

      So viel ihm auf, dass Jasiras Tasche in (den) unterschiedlichsten Farben zu leuchten schien. Vermutlich aufgrund der viel magischen Artefakte, die sie hinein gestopft hatte.
      fiel
      vielen
      hineingestopft

      Alexander2213 schrieb:

      „Wo (Komma) ich kann nichts erkennen“, sagte Lorentz (Komma) während sie sich um Martin versammelten. Der junge Kadett zeigte auf die Stelle. „Du hast recht, jetzt kann ich es auch sehen (Punkt)“,(kein Komma) Lorentz rieb sich die Augen.

      Alexander2213 schrieb:

      An einer Seite schien das leuchten etwas zu zerfasern, einzelne Lichtstränge flossen in eine Richtung von dem Kästchen weg (Komma) bevor sie zu schwach wurden, um ihrem weiteren Verlauf folgen zu können.

      Alexander2213 schrieb:

      Was für Geheimnisse bewahrst du noch, fragte er sich und fürchtete gleichzeitig die Antworten, die sie entdecken würden.
      Wenn man es theoretisch betrachtet, fragt er das ja nicht sich selbst, sondern den Toten :hmm:

      Alexander2213 schrieb:

      „Über das (Komma) was wir hier entdeckt haben, zu niemandem ein Wort.

      Alexander2213 schrieb:

      Sollte(t) ihr dadurch Umstände haben (Komma) werdet ihr natürlich dafür entschädigt.“
      Ihr - groß - Höflichkeitsfloskel


      Na zum Glück haben sie Jasira mit ihren seltsamen Apparaten ins Boot geholt. Scheint ja sehr praktisch zu sein, so eine Gerätschaft mit der man Magie sichtbar machen kann. :hmm:
      Ein recht interessanter und auch informativer Teil, wenn teils auch etwas verwirrend mit den ganzen Magieerscheinungen. Habe ich das richtig verstanden? Magier können diese Magie sehen, aber "normale" Menschen nicht? Weil die Frage im Text in den Raum geworfen wird. :hmm:
      Ich bin mal neugierig, was da für ein Gegenstand lag und was da so besonderes dran ist, dass man ihn mit komplizierter Magie verschwinden lassen muss :search:

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • @Rainbow

      Schön, dass dir die Geschichte gefällt. Danke für die Anmerkungen, werde ich bei der Überarbeitung berücksichtigen. Freue mich über solche Korrekturen immer sehr, man ist ja oftmals etwas betriebsblind.

      @Kyelia

      Ist schon so eine Frage mit der Magie. So als kleiner Hintergund: In meiner Vorstellung ist es so, dass Magier die Magie spüren können. Das Jasira sie sichtbar macht ist ehr eine Art Trick, quasi wie man in der Disko Laserlicht mit Nebel sichtbar macht. Das Gerät macht halt einfach nur die Magie sichtbar, was (echte) Magier normalerweise nicht brauchen, da sie einen direkteren Zugang haben. Jasira ist ja auch etwas magisch begabt, kann aber nur aus der nähe Magie in Gegenständen spüren und langsam manipulieren. Deswegen ist sie ehr eine Art magische Handwerkerin als große Magierin. Hoffe es kommt auch so rüber?


      Ich habe eine neue Passage fast fertig. Ich hoffe mal, dass ich sie noch dieses Jahr fertig bekomme und dann stelle ich sie gleich rein. Dann bekommt der Dieb mal etwas Platz sich vorzustellen.

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!
    • So hier kommt der neuste Teil. Etwas Feinschliff fehlt noch, aber im neuen Jahr will ich mich eh bald an eine gründliche Überarbeitung der bisherigen Teile machen. Diese Mal steht der Dieb im Vordergrund, der so einiges Spannendes erlebt. Ich hoffe die Story gefällt euch. Ansonsten freu ich mich natürlich wieder über Kommentare und Anmerkungen.

      Ich wünsche ich euch allen ein gutes neues Jahr!


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      4. Diebestour mit Hindernissen

      Die Schritte des jungen Diebes wurden immer langsamer, als er seinem Ziel in den schmutzigen kleinen Gassen näher kam. Als er um die Ecke bog setzte er ein breitestes Lächeln auf. Der Weg endete hier in einer winzigen Sackgasse, deren hinteres Ende von der Stadtmauer begrenzt wurde und er wurde bereits erwartet.
      „Er ist wieder da, Branko ist zurück“, die piepsige Stimme gehörte Floh, der seinem Namen wirklich gerecht wurde. Kaum größer als eine Ziege hüpfte er fröhlich, um den Neuankömmling herum.
      Aus einem kleinen Haufen Stroh, der in einer Ecke lag, erschien ein strubbeliger kleiner Kopf. Man musste zweimal hinschauen, um zwischen dem blonden Haar und dem Stroh zu unterscheiden, das sich zwischen der struppigen Frisur festgesetzt hatte.
      „Hast du uns was mitgebracht“, fragte die kleine Cleo mit hoffnungsvoller Stimme.
      Branko musste schlucken, doch er wollte sich nichts anmerken lassen und lächelte den beiden Kindern zu.
      „Natürlich, auch etwas Süßes habe ich für euch Naschkatzen bekommen.“ Er breitete seine armselige Beute auf einer schmutzigen Decke aus. Mit großen Augen schauten die Kleinen auf das kleine Brot und die vier kleinen Küchlein.

      Der Tag hatte schon schlecht angefangen. Fasst wäre er auf dem Marktplatz in die Falle gegangen. Doch auch danach war es nicht besser geworden. Überall waren plötzlich Wachen. Wie soll man da als ehrlicher Dieb seinem Handwerk nachgehen, fragte sich Branko, während er versuchte das Grummeln in seinem Magen zu ignorieren. Er teilte das Brot in drei Teile und nahm sich das kleinste. Er hatte kaum angefangen zu essen, da hatte seine Schützlinge ihr Brot und jeweils ein Küchlein bereits aufgefressen.
      Er nahm sein Küchlein in die Hand, es sah wirklich lecker aus. Der Duft erinnerte ihn an seine Mutter. Wenn sie gebacken hatte, hatte auch immer dieser liebliche Duft in der Luft gelegen. Wie lange war das jetzt her? Drei Jahre oder vier Jahre? Er wusste es nicht mehr genau.

      Zum Glück war der Bäcker nicht sehr aufmerksam gewesen, sonst wäre die Lage jetzt noch schlimmer. Er hatte gehofft genug Geld stehlen zu können, damit sie mal wieder eine Nacht in einer der schäbigen Herbergen unterkommen konnten.

      Während er seine Hand zum Mund führte, sah er die gierigen Blicke der beiden zum vierten Küchlein. Die beiden Strolche waren sonst immer ein Herz und eine Seele aber wenn es ums essen ging.... Er ignorierte seinen eigenen Hunger und reichte Cleo sein Küchlein, die ihn dankbar ansah. Floh verstand sofort und schnappte sich schnell das letzte Stückchen und verzehrte es in Windeseile.

      „Erzählst du uns die Geschichte vom schlauen Goblin und wie er zum König der Diebe wurde?“, fragte Floh und schaute ihn erwartungsfroh an. „Oder die Geschichte vom Druiden und dem verletzten Einhorn“ schlug Cleo vor.
      „Einhörner gibt es doch gar nicht“, ärgerte Floh.
      „Gibt es wohl“, widersprach Cleo energisch, bei diesem Thema kannte sie keinen Spaß.

      Jetzt wo der gröbste Hunger beseitigt war, wurden für die Beide andere Dinge wichtiger, doch Branko wusste, lange würde ihr kärgliches Mahl nicht vorhalten. Er erzählte ihnen gerne Geschichten, viele hatte er sich selber ausgedacht. Er hätte nicht gedacht, dass sein erfundenes Einhorn Cleo so begeistern würde. Ein gemütlicher Nachmittag klang gut, doch einer musste für sie Sorgen.

      So schlecht der Tag auch lief, er würde sein Glück heute noch einmal versuchen. Hoffentlich lief es dieses Mal besser.
      „Es tut mir Leid. Ich muss noch Mal los.“ Cleo und Floh unterbrachen ihre spielerische Balgerei und schauten ihn traurig an.
      „Ich versuche mich zu beeilen. Und ihr Beiden benehmt euch und seit lieb zueinander.“ Er versuchte sie streng anzuschauen, doch ganz gelang es ihm nicht.
      „Geh noch nicht, nur eine Geschichte, meinetwegen auch mit dem blöden Goblin“, sagte Cleo mit trauriger Stimme. Er drückte die Beiden fest an sich, dann wandte er sich um und ging.

      Warum war die Welt nur so ungerecht, fragte er sich, die Pfeffersäcke von Händlern und die arroganten Adligen werden immer dicker, während wir Hungern müssen.

      Er stromerte eine Weile durch die Straßen des Händlerviertels. Doch viel war nicht los und viele der Reichen und Mächtigen wirkten heute etwas nervös. Er hatte schon Gerüchte gehört, nachdem es zu einem Mord gekommen war, doch für ihn war es nur ein lästiger Störfaktor.

      Warum machen nur alle darum so ein Aufhebens, das Leben auf der Straße ist auch gefährlich und wenn einer von uns stirbt interessiert es kein Schwein, im Gegenteil wenn sie uns beim stehlen erwischen kann es nicht schnell genug gehen mit dem aufhängen.

      Er hatte genug von den ständigen Wachen, beinah wäre er wieder in eine Patrouille der Stadtwache gelaufen. Er beschloss sich lieber im ärmeren Teil der Stadt bei den einfacheren Schenken und Gasthäuser umzuschauen. Natürlich lockte dort weniger Beute, aber zur Zeit war es wohl einfach sicherer. Er stahl ungern bei Leuten, die wenig hatten, hier packte ihn dann doch manchmal das schlechte Gewissen. Doch wenn sie noch genug Geld hatten in eine Schenke zu gehen, konnten sie immerhin nicht ganz arm sein, redete er sich selber gut zu.

      Branko fasste erst einen Betrunkenen ins Auge, doch dann sah er ein interessanteres Ziel. Ein älterer vornehm gekleideter Mann, dessen bescheidener Umhang nicht völlig den teuren schwarzen Wams verbargen. Vor allem der prall gefüllte Geldbeutel, denn sein aufmerksamer Blick sofort erspähte, ließ das Herz des jungen Diebes höher schlagen. Damit hätten sie mindestens für einen Monat ausgesorgt, schätzte er. Vielleicht wird es ja doch noch ein guter Tag, dachte er freudig, nur wenige tragen heutzutage so viel Geld mit sich herum.

      Er begann den Mann unauffällig zu verfolgen, der sich auffällig oft umschaute. Branko vergrößerte rasch den Abstand, zu groß war ihm das Risiko. Der Mann mochte so 40-50 Jahre alt sein, mit einem knochigen und hart wirkendem Gesicht. Bis auf einen etwas übergroßen Dolch schien er nicht bewaffnet zu sein. Branko war er sofort unsympathisch. Andererseits konnte er wohlhabende Bürger, meist schon aus Prinzip nicht ausstehen. Ob es die Gier ist, die seinem Gesicht diese fiese Ausstrahlung gibt, fragte sich Branko.

      In der oberen Etage eines Hauses öffnete sich ein Fenster und eine dickes ungewaschenes Weib entleerte einen Eimer mit Fäkalien auf die Straße, nur Sekunden nach dem späten und halbherzigen Ruf „Achtung!“. Fast hätte es den vornehmen Mann erwischt, doch er hatte Glück und nur ein paar Tropfen trafen den Umhang. Branko sah die Wut in den Augen des Mannes aufbranden. Gespannt wartete er auf die Reaktion des Mannes.
      Wenn ein Streit aufbrandete würde es vielleicht eine gute Gelegenheit geben. Er nährte sich langsam dem Ziel.
      Doch der Mann überraschte ihn. Er schimpfte nicht los, sondern ging einfach schweigend weiter.
      Dieser Blick war gruselig, scheint wirklich kein netter Zeitgenosse zu sein, ich sollte vorsichtig sein, ermahnte er sich.
      Branko hoffte auf eine Stelle wo wenigstens etwas mehr los war. Hier könnte er sich ihm nähren ohne groß aufzufallen, vielleicht ihn kurz anrempeln und dabei den Beutel abschneiden. Doch sein Wunsch wurde nicht erhört. Zwar gab es einzelne Passanten, aber nichts was als Ablenkung gut genug gewesen wäre.
      Hinter dem kleinen Gasthaus „Zum wütenden Eber“ gab es eine kleine Seitenstraße, die nach einer Abzweigung letztlich in eine Sackgasse zwischen zwei alten Lagerhäusern mündete. Hier gab es nicht viel mehr als ein paar abgestellte Fässer und jede Menge Müll. Branko konnte sich nur schwer vorstellen, dass in den heruntergekommenen Gebäude noch viel zu holen war.

      Hier blieb der Mann neben einem alten Karren stehen, der kaum noch funktionstüchtig aussah und schaute sich um, dabei drehte er sich überraschend schnell in Brankos Richtung um.

      Mit einer schnellen Bewegung brachte sich der junge Dieb hinter einem Fass in Sicherheit.
      Er scheint auf jemanden zu warten, ungünstig! Hier sind keine anderen Leute und er ist aufmerksam. Ich muss mich gut verstecken, sonst falle ich viel zu sehr auf.
      Vorsichtig schaute er hinter dem Fass hervor. Wann würde Derjenige kommen, auf den der Mann wartete? Die Situation gefiel ihm nicht mehr. Er saß hier auf dem Präsentierteller. Wenn der pralle Geldbeutel nicht soviel Beute versprechen würde...

      Branko schaute sich die Umgebung genauer an. Sein geschulter Blick erkannte schnell einen geeigneten Weg hinter ein paar Fässern entlang und zu dem alten Karren. Ganz leicht würde es nicht werden, aber er war ja flink genug.
      Während er sich langsam an sein Ziel anpirschte, fragte er sich allerdings, mit wem sich der Händler in dieser heruntergekommenen Gegend eigentlich treffen wollte. Hier stimmte etwas überhaupt nicht.

      Eine schmale Gestalt erschien an der Stelle, die Branko gerade erst verlassen hatte. Man sah nur ihren Umhang, auch ihr Kopf war durch die Kapuze verborgen.

      „Grüße Legat“ , sagte eine Frauenstimme.

      „Hallo Tyra, auch endlich da“, erklang die kalte Stimme des Angesprochenen. „Wie sieht es aus, alles vorbereitet?“

      „Ja sie werden morgen eintreffen. Ist hier alles wie besprochen vorbereitet? Ich habe verdächtig viele Wachen gesehen.“ Die Frau schlug ihre Kapuze zurück. Die schwarzen Haare rahmten ein hübsches Gesicht ein, doch ihr Blick strahlte keine Freundlichkeit aus.

      „Jeronimus ist tot!“ Der Legat spuckte den Namen voller Verachtung aus.

      Tyra musterte ihn misstrauisch. „Verdammt, Julius, wie konnte das passieren? Habt ihr euch mal wieder nicht beherrschen können?“ Der wachsende Zorn stand ihr in das Gesicht geschrieben. Ihr Umhang öffnete sich leicht und Branko erkannte darunter eine dunkle Lederrüstung und den Griff eines Schwertes.

      „Ich war bei diesem arroganten Schnösel und.... ich muss mich vor euch nicht rechtfertigen. Ihr mögt die Tochter von General Magnus sein, aber seit trotzdem nur eine Frau. Wichtig ist nur eins, das Kästchen ist immer noch im Anwesen der Grünhains und dort wimmelt es zur Zeit vor Stadtwachen. Ich glaube nicht, dass die Hohlköpfe so schnell einen Weg in den Turm finden werden, aber wir müssen trotzdem rasch aktiv werden.“

      Die Frau sah wütend aus und Branko sah, wie sich ihre linke Hand fest auf den Knauf des Schwertes presste. Die Knöchel stachen weiß hervor.

      „Wie ihr meint Legat. Doch damit ist die Sache sicher nicht ausgestanden. Ihr mögt euch nicht vor mir rechtfertigen müssen, aber sicher vor dem General.“

      Julius hob die Hand und obwohl er keine Waffe darin hatte wirkte die Geste bedrohlich „Schweig! Ihr seid hier um mich zu unterstützen und genau das werdet Ihr auch tun. Ich hoffe Ihr seit der Aufgabe auch gewachsen.“

      „Natürlich bin ich das“, sagte Tyra mit gefährlich leiser Stimme.

      „Wir müssen dafür Sorgen, dass uns die Stadtwache nicht doch noch Schwierigkeiten macht. Doch ich denke damit können wir sie effektiv aus dem Spiel nehmen.“ Julius lachte hämisch und klopfte auf den prallen Geldbeutel. „Doch alle Vorbereitungen helfen uns nicht, wenn wir nicht rasch das Kästchen bekommen. Wir haben noch unseren Verbündeten im Haus der Grünhains, er wird uns helfen.“

      Die Intrigen der Reichen interessierten Branko wenig, doch wenn in dem Beutel Bestechungsgeld war, versprach das Ziel wirklich reiche Beute. Wenn sie ihn allerdings erwischten..... Ihm wurde plötzlich klar, dass er wohl kaum auf Gnade hoffen konnte. Einen Zeugen ihrer Verschwörungen konnten sie sicher nicht gebrauchen. Heiß kalt durchfuhr es ihn und er drückte sich tiefer in die Schatten unter dem Karren. Er war schließlich ein Dieb und keiner dieser albernen Helden, die sich immer in irgendwelche Abenteuer stürzten.

      Ein abgemagerter Hund näherte sich den Beiden. Der Streuner schaute die Verschwörer hungrig an. Tyra schien ihn zu ignorieren, doch Julius störte sich daran. „Hau ab du Drecksvieh. Was für eine erbärmliche Stadt. Es wird wirklich Zeit, dass hier etwas Ordnung Einzug hält, wenn ich erst Statthalter bin wird dieser Saustall gründlich ausgemistet!“ Dabei machte Julius eine beiläufige Bewegung mit der leeren Hand. Branko hielt die Luft an, als ein kleiner dunkler Schatten sich von der Hand löste und pfeilschnell den Hund traf. Kurz jaulte der Hund auf und setzte zur Flucht an, dann war er mitten in der Bewegung erstarrt.
      Branko sah wie sich nur noch das Auge des Hundes bewegte. Es schien ihn um Hilfe anzuflehen. Der Mann beugte sich langsam zu dem Tier herunter. Er legte seine Hand auf den Nacken und es sah aus als ob er ihn streicheln wollte. Doch Branko spürte eine Gänsehaut und das Entsetzen packte ihn endgültig, als er verstand was gerade passierte. Der Hund schien in Sekunden zu vertrocknen und der junge Dieb sah fassungslos wie eine Wolke aus dunklen Licht langsam den Hund verließ und in der Hand des Mannes verschwand. Branko presste eine Hand auf seinen eigenen Mund, um ein Keuchen zu unterdrücken. Alles in seinem Körper schrie danach zu flüchten, doch er wusste, dann wäre sein Leben verwirkt.
      Der Kopf des Mannes war jetzt so tief, dass er problemlos unter den Karren blicken konnte. Branko blieb fast das Herz stehen, wenn dieser nur etwas mehr nach rechts schaute war er verloren. Er sah das kalte Lächeln des Mannes, der sich den sterbenden Hund genau ansah. Vor Anspannung presste Branko seine Zähne auf den Zeigefinger. Geschockt beobachtete er weiter die Szene. Das struppige Fell wurde erst grau, dann weiß und fiel langsam ab. Branko war fast etwas erleichtert als der Lebensfunke im Auge des Hundes endlich erstarb. Zurück blieb nur ein ausgetrocknetes Etwas in Form eines Hundes.
      „Einen Hund, wirklich? Demnächst zieht ihr eure Energie noch aus den Ratten?“ hörte Branko die verächtliche Stimme der Frau und sah wie der Mann sich wieder aufrichtete.

      „Vielleicht sollte ich ja lieber euch anzapfen! Eine ungehorsame Frau wie euch: kein Richter in Xelaria würde mich verurteilen“, erklang die kalte Stimme des Mannes. Doch wenn die junge Frau Angst hatte, war davon nicht viel zu merken, „Spart euch eure Drohungen, für jemanden den ihr mit eurem billigen Hokupokus beeindrucken könnt. Wenn ihr mir etwas antut, wird der General euch die Haut abziehen lassen. Aber auch nur wenn ihr erfolgreich seit, ein Nekromant fehlt noch in meiner Sammlung......“ Ihre Hand spielte scheinbar locker mit dem Schwertgriff, während die Hand des Mannes dunkel leuchtete.

      Was für Wahnsinnige sind das?, fragte sich Branko, der kaum zu atmen wagte. Die Lust am Gold war ihm gründlich vergangen. Er wollte hier nur noch weg, doch solange die Zwei dort standen, war es zu gefährlich.

      „Ich würde, dies gerne weiter ausdiskutieren, doch leider haben wir noch etwas vor“, sagte Julius verächtlich. Tyra nickte leicht und die Lage schien sich etwas zu entspannen.

      „Ich werde der Stadtwache einen Besuch abstatten und du kannst schon Mal die Lage bei den Grünhains auskundschaften. Wir brauchen dieses Kästchen sonst nützen die ganzen schönen Vorbereitungen nichts.“ Dabei klopfte er unbewusst mit der Hand auf den Geldbeutel.

      „Wie ihr wünscht Legat“, sagte Tyra etwas steif. Nach einer minimal angedeuteten Verbeugung, drehte sie sich um und ging rasch davon.

      Julius bliebe einen Moment länger und schien noch etwas zu grübeln. Was auch immer ihn beschäftigt, zufrieden schien er damit nicht zu sein. Er trat nach den vertrockneten Überresten des Hundes, die jetzt leicht flogen und in einer Ecke zwischen zwei Fässern landeten.

      Als auch der Nekromant sich auf den Weg gemacht hatte, atmete Branko erleichtert aus. Er wollte nicht wissen, worum es hier ging. Er war nur froh es überstanden zu haben. Als er beim Verlassen der Gasse zwischen den Fässern hervorkam, stolperte er fasst über den Hund. Aus der Nähe sah es noch schlimmer aus. Er ballte die Fäuste in hilfloser Wut. Wie kann man einer armen geschunden Kreatur, so etwas Grausames antun, dachte er. Wie wir wollte er nur überleben und sich wenigstens ab und zu mal satt essen. Das hat er einfach nicht verdient.
      Er merkte nicht, wie ihm eine einzelne kleine Träne seine Wange langlief. Auf der Straße lernte man hart zu sein und doch schaffte er nicht immer alles wegzudrücken.

      Als er den Weg zurückging, trauerte er kurz um den Streuner. Doch sein hungriger Magen erinnerte ihn schnell daran, dass er immer noch Beute machen musste und trieb ihn voran. Als er eilig um eine Ecke bog, wäre er fast in den Nekromanten rein gerannt. Verdammt, wie sehr hat der Typ gebummelt. Ist wohl in Gedanken immer noch bei seinen Intrigen. Vor dem Gasthaus „zum wilden Eber“ war jetzt eine Menge los. Eine Horde Minenarbeiter, immer noch dreckig von der Arbeit, schien gerade angekommen zu sein. Die rundliche Bardame war über diesen ungewaschenen Gäste wenig amüsiert und wedelte wild mit dem Besen herum. Jeder sollte sich an der einzigen Wassertonne etwas sauber machen, was natürlich einen ziemlichen Auflauf verursachte. Einige spritzten übermütig mit Wasser, andere unterhielten sich lautstark bis sie dran waren. Einer der Arbeiter versuchte sich ins Gasthaus zu schleichen, wurde aber von der keifenden Bardame sofort bemerkt, die ihm mit dem Besen einen überzog.
      Der Nekromant schaute angewidert auf die Szene. Er hatte wohl keine große Lust sich zwischen den schmutzigen Gestalten durch zu quetschen und versuchte beim vorbeigehen möglichst großen Abstand zu halten, was aufgrund des Gedrängels aber nicht viel brachte.

      Branko erkannte seine Chance. Das Bild des Hundes vor dem geistigen Auge, nährte er sich schnell dem Mann von hinten. Er dachte nicht groß nach, sein jahrelang geschulter Diebesinstinkt übernahm die Kontrolle.
      Schnell ließ er sein winziges Messer in die Hand gleiten. Die halbrunde Klinge erinnerte etwas an eine winzige Sichel und war nur für einen einzigen Zweck gemacht worden, zum Beutelschneiden. Sie war Brankos ganzer Stolz, nicht viele Diebe konnten ihrem Handwerk mit so einem guten Werkzeug nachgehen.
      Einer der Minenarbeiter torkelte, von einem anderen geschubst, leicht gegen den Nekromanten. Dieser beschimpfte ihn wütend. Der junge Dieb schmunzelte in sich hinein, eine bessere Ablenkung würde es nicht geben. Mit einem Schritt, war Branko beim dunklen Zauberer und tat so als ob er nur vorbei wolle. Mit der linken Hand griff er rasch nach dem Beutel, mit den geübten Fingern straffte er das Seil, an dem der Beutel hing. Mit der kleinen scharfen Klinge schnitt er das Seil blitzschnell durch. Die Krümmung der Klinge verhinderte, dass sie in der Eile der Aktion nicht abrutschen konnte.
      Ohne auffällige Hektik ging er schnellen Schrittes davon. Hinter sich hörte er die Beschimpfungen des Magiers gegen den „dreckigen Abschaum aus den Minen.“ Doch er war nur wenige Meter gekommen als plötzlich die Beleidigungen aufhörten.
      Branko warf einen kurzen Blick zurück, Julius hatte eine Hand an der Stelle, wo der Beutel gewesen war und warf einen suchenden Blick über die Menge, der den Dieb rasch erspähte.
      „Haltet den Dieb“, hörte Branko als er versuchte loszurennen, was in dem Gedrängel nicht ganz einfach war. Doch keiner Minenarbeiter stellte sich ihm in den Weg. Rasch war heraus und warf einen letzten Blick zurück.
      Der Nekromant wollte ihm folgen, doch irgendwie standen ihm ständig Minenarbeiter im Weg und er hatte, anders als Branko, große Mühe sich durch zu drängeln.
      Branko sprintete los. Er ignorierte alle neugierigen Blicke auf seinem Weg. Normalerweise wäre schnell in der Menge untergetaucht, doch der Magier machte ihm zu viel Angst. Er wollte möglichst viel Abstand gewinnen. Nach einer Weile verlangsamte er seine Schritte, versuchte wieder unauffällig zu werden.

      Noch kannte er die Stadt nicht besonders gut und so musste er sich etwas orientieren. Es dauerte jedoch nicht lange bis er eine Straße fand, die er kannte. Bevor er zurück zu Cleo und Floh ging, wollte er schnell noch Essen besorgen. Wie viel habe ich eigentlich erbeutet? Ich kann ja schlecht vor den Wachen dort, in einem solch prallen Beutel nach Kleingeld suchen. Das glaubt ja die dümmste Wache nicht, dass es meiner ist.
      Er suchte sich eine ruhige Ecke nicht weit vom Marktplatz entfernt. Dort öffnete er den Beutel.
      Was verdammt nochmal ist das? Das kann nicht sein? Ist es eine Illusion? Verdammte Magier!
      Branko schaute geschockt in den Beutel, einmal, zweimal, doch es änderte sich nichts. Er sah nichts als unscheinbare graue Kieselsteine. Er fasste sie an, doch sie fühlten sich auch so an. Er war versucht den Beutel in die nächste Ecke zu werfen, doch der Beutel musste doch einen Wert haben. Niemand schleppt Kieselsteine mit sich herum. Was für ein Müll ist das heute nur? Es ist wirklich nicht mein Tag, dachte Branko etwas resigniert, während er planlos seine wertlose Beute betrachtete.
      Plötzlich legte sich eine knochige Hand auf seine Schulter und ihn durchfuhr eine lähmende Kälte. Er konnte sich nicht mehr bewegen und Panik griff nach seinem Herz. „Ich glaube, das gehört mir“, hörte er triumphierende Stimme des Nekromanten nah an seinem Ohr.

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Alexander2213 ()

    • Lieber @Alexander2213
      Das war eine sehr schöne Schilderung von Brankos Tag und seiner Welt. Ich konnte seinen Weg durch die Stadt gut nachvollziehen. In was ist er da bloß reingeraten?

      Spoiler anzeigen

      Es sind noch ein paar Kleinigkeiten drin. Dies nur als Beispiel.

      Die Schritte des jungen Diebes wurden immer langsamer, als er er seinem Ziel in den schmutzigen kleinen Gassen näher kam. Als er um die Ecke bog, setzte er ein breitestes Lächeln auf. Der Weg endete hier in einer winzigen Sackgasse, deren hinteres Ende von der Stadtmauer begrenzt wurde und er wurde bereits erwartet.
      „Er ist wieder da, Branko ist zurück“, die piepsige Stimme gehörte Floh, der seinem Namen wirklich gerecht wurde. Kaum größer als eine Ziege hüpfte er fröhlich, um (kein Komma) den Neuankömmling herum.

      Mir hilft dies hier immer weiter.
      duden.de/rechtschreibpruefung-online

      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Hey,

      meine Anmerkungen zu Kapitel 3:

      Wie war das bei Krimis? Meistens ist der Gärtner oder der Butler gewesen? Dass du hier den Gärtner direkt am Anfang einbaust, der die Leiche gefunden haben soll, finde ich ganz witzig...mal sehen, was sich hinter diesem grausamen Verbrechen verbirgt.
      Meine Anmerkungen zum Text findest du im Spoiler:

      Spoiler anzeigen

      Alexander2213 schrieb:

      Der breite Weg zum Landhaus war gesäumt mit alten Statuen. Meist waren es junge Frauen in luftiger Kleidung, einige stellten Fruchtbarkeits- und Erntegöttinnen dar, andere Nymphen oder andere mystische Wesen.
      Das kling ein bisschen so, als stünden da echte Frauen in luftiger Kleidung :) Außerdem benutzt du 2 x "andere". Ich würde den Satz vielleicht ein bisschen anpassen:

      Der breite Weg zum Landhaus war gesäumt mit alten Statuen. Die meisten von ihnen stellten junge Frauen in luftiger Kleidung dar, einige von ihnen waren Fruchtbarkeits- und Erntegöttinnen, während andere Nymphen oder mystische Wesen zeigten. (?)


      Alexander2213 schrieb:

      eine gehärtete und ... Metall verstärkte Lederrüstung über blauem Tuch. Die
      ich glaube, hier fehlt was, oder? Vielleicht ein "mit" ?


      Alexander2213 schrieb:

      Die grün gekleideten Diener standen an der Seite und wirkten immer noch erschüttert.
      Lorentz wirkte sehr erleichtert über Ulrichs erscheinen
      2 x wirkte und Erscheinen in dem Fall bitte groß :)


      Alexander2213 schrieb:

      noch ein paar Untersuchungen machen zu den Umständen seinen Todes. Ich hoffe doch, dies ist auch in eurem Interesse....
      seines..die Höflichkeitsanrede würde ich immer groß schreiben.


      Alexander2213 schrieb:

      Katharina schaute sie kurz etwas verächtlich an, dann drehte sie sich hoheitsvoll um und verschwand im Hauseingang. Ulrich und Lorentz schauten sich kurz verwundert an ...
      Wiederholung


      Alexander2213 schrieb:

      Da muss er aber schon etwas Tod gewesen sein
      Die Formulierung finde ich unglücklich, denn sie suggeriert, dass er nur ein "bisschen" tot gewesen sei :) Ich würde schreiben...da muss er schon eine Weile tot gewesen sein... (oder so)


      Alexander2213 schrieb:

      Er steht unter Beaufsichtigung eines unserer Leute, falls du noch weitere Fragen hast.“
      einer unserer Leute (?)


      Alexander2213 schrieb:

      Einer der Gärtner hat Jeronimus heute morgen im Pavillon gefunden. Da muss er aber schon etwas Tod gewesen sein, das Blut war nach seiner Aussage bereits getrocknet. Wir haben ihn schon befragt,
      Hier entsteht ein bisschen Verwirrung darüber, von wem du jetzt sprichtst...du fängst mit dem Gärtner an, beziehst dich dann auf den toten Jeronimus...und wenn du dann sagst, "wir haben ihn schon befragt", dann klingt das so, als hätten sie den Toten befragt. (verstehst du, was ich meine?)


      Alexander2213 schrieb:

      Es ist wirklich kein schöner Anblick und ich glaube, die meisten Zivilisten dürften bei dem Anblick schnell den
      Wiederholung


      Alexander2213 schrieb:

      Im Gegenteil, sie schien bei der Frage er abzublocken,
      das "er" scheint mir hier überflüssig


      Alexander2213 schrieb:

      Oberleib und Unterleib wurden nur noch durch
      Ober-und Unterleib (?)



      LG,
      Rainbow
    • @Rainbow

      Der Gärtner ist natürlich immer der Mörder.... Okay in diesem Fall nicht, so viel verrate ich schon. Allerdings fand ich das Klischee zu schön, um nicht wenigstens einen Gärtner einzubauen.
      Ich habe mich auch mal schon an die Überarbeitungen gemacht, korrigiert und einige Stellen etwas umgeschrieben und ein paar Beschreibungen etwas ausgebaut.

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!
    • Spoiler anzeigen


      Alexander2213 schrieb:

      Die Schritte des jungen Diebes wurden immer langsamer, als er er seinem Ziel in den schmutzigen kleinen Gassen näher kam. Als er um die Ecke bog (Komma) setzte er ein breitestes Lächeln auf.

      Alexander2213 schrieb:

      fragte sich Branko, während er versuchte das grummeln in seinem Magen zu ignorieren.
      groß

      Alexander2213 schrieb:

      Die beiden Strolche waren sonst immer ein Herz und eine Seele aber (Komma) wenn es ums essen ging....
      groß

      Alexander2213 schrieb:

      „Ich versuche mich zu beeilen. Und ihr Beiden benehmt euch und seit lieb zueinander.“ Er versuchte sie streng anzuschauen, doch ganz gelang es ihm nicht.
      „Geh noch nicht, nur eine Geschichte, meinetwegen auch mit dem blöden Goblin“, sagte Cleo mit trauriger Stimme. Er drückte die Beide fest an sich, dann wandte er sich um und ging.
      beiden - klein - es bezieht sich auf die Kinder
      seid
      beiden

      Alexander2213 schrieb:

      Warum machen nur alle darum so ein Aufhebens, das Leben auf der Straße ist auch gefährlich und wenn einer von uns stirbt interessiert es kein Schwein, im Gegenteil wenn sie uns beim stehlen erwischen (Komma) kann es nicht schnell genug gehen mit dem aufhängen.
      2x groß

      Alexander2213 schrieb:

      Er stahl ungern bei Leuten (Komma) die wenig hatten, hier packte ihn dann doch manchmal das schlechte gewissen.
      groß

      Alexander2213 schrieb:

      Vor allem der prall gefüllte Geldbeutel, denn sein aufmerksamer Blick sofort erspähte, lies das Herz des jungen Diebes hör schlagen.
      ließ
      höher

      Alexander2213 schrieb:

      Hinter dem kleinen Gasthaus „Zum wütenden Eber“ gab es eine kleine Seitenstraße, die nach ein Abzweigung letztlich in eine Sackgasse zwischen zwei alten Lagerhäusern mündete.
      einer

      Alexander2213 schrieb:

      „Ich war bei bei diesem arroganten Schnösel und.

      Alexander2213 schrieb:

      Ihr seit hier um mich zu unterstützen und genau das werdet ihr auch tun. Ich hoffe (komma) ihr seit der Aufgabe auch gewachsen.“
      seid
      Ihr

      Alexander2213 schrieb:

      Ein abgemagerter Hund nährte sich den Beiden.
      näherte
      beiden

      Alexander2213 schrieb:

      Es wird wirklich Zeit (Komma) das(s) hier etwas Ordnung Einzug hält, wenn ich erst Statthalter bin (Komma) wird dieser Saustall gründlich ausgemistet!“

      Alexander2213 schrieb:

      Branko presste eine Hand auf seinen eigenen Mund, um ein keuchen zu unterdrücken.
      groß

      Alexander2213 schrieb:

      Der Kopf des Mann war jetzt so tief, dass er problemlos unter den Karren blicken konnte.
      Mannes

      Alexander2213 schrieb:

      Als er beim verlassen der Gasse zwischen den Fässern hervorkam, stolperte er fasst über den Hund.
      groß

      Alexander2213 schrieb:

      Wie kann man einer armen geschunden Kreatur, so etwas grausames antun,
      groß

      Alexander2213 schrieb:

      Hinter sich hörte er die Beschimpfungen des Magier gegen den „dreckigen Abschaum aus den Minen.“
      Magiers

      Alexander2213 schrieb:

      Der Nekromant wollte ihm folgen, doch irgendwie standen ihm ständig Minenarbeiter im Weg und er hatte, anders als Branko, große Mühe sich durch zu drängeln.
      zusammen


      Und ich dachte noch: So dumm kann er nicht sein. Aber dann überwiegt der Hunger doch ... :hmm: Und der Diebstahl hat sich auch noch mega gelohnt. Der Typ wollte also mit Steinen bestechen? Oder hat er darauf gesetzt, dass der Gegenüber nicht in den Beutel reinschaut? :hmm: Für Branko ist es natürlich echt blöd gelaufen. Die Frage ist jetzt, was macht der Kerl mit ihm? Ich bin gespannt. xD
      Ein interessanter Teil. Was man erfährt gefällt mir gar nicht. Scheint, als läuft da etwas im Hintergrund 8o

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Hey,

      ich habe den nächsten Teil (Kapitel 3-Zwischenspiel) gelesen...irgendwie komme ich etwas durcheinander mit deinen ganzen Spoilern. Aber das ist bestimmt nur mein Problem. :)
      So, wir lernen also Jasira kennen. Sie ist mir sympathisch...so herrlich chaotisch...wird bestimmt noch witzig mit ihr.
      Meine Anmerkungen wie immer im Spoiler:

      Spoiler anzeigen

      Alexander2213 schrieb:

      Noch ungewöhnlicher war allerdings der Mittelpunkt des Hofes, hier stand eine junge Frau auf einem Bett, mit dem Rücken zu Martin.
      Den Satz würde ich vieleicht etwas umgestalten: "Das Ungewöhnlichste aber erwartete ihn, als er in der Mitte des Hofes auf eine junge Frau traf. Sie stand auf einem Bett und hatte ihm den Rücken zugewandt...." (oder so)

      Alexander2213 schrieb:

      Tatsächlich hatte Martin mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Jasiras Werkstatt am Rande der Stadt zu finden, war einfach gewesen. Doch was ihn erwartete, kam dann doch überraschend.
      Langsam betrat er den Hof, auf dem sie ihre Werkstatt eingerichtet hatte.
      Vielleicht könnte man die Wortwiederholung vermeiden, indem man schreibt: Jasira zu finden war einfach gewesen. Langsam betrat er den Hof, auf dem sie ihre Werkstatt eingerichtet hatte....
      (dass ihn etwas Überraschendes erwartet, würde ich an der Stelle gar nicht erwähnen...lass es den Leser doch selber herausfinden. Du weißt schon: Show-don`t tell :) )


      Alexander2213 schrieb:

      Zögerlich und etwas leise sagte er:........Er versuchte, ihr etwas die Lage zu erklären,.......Als Martin sie fragend anschaute, seufzte sie etwas.
      das "etwas" ist in den meisten Fällen ein überflüssiges Füllwort, das man problemlos streichen kann...Außerdem relativiert es oft auf sinnlose Weise...(verstehst du, was ich meine?)

      Alexander2213 schrieb:

      Der war immer noch verwundert, doch er setzte an, seine Ansprache zum dritten Mal zu halten.
      Klingt irgendwie umständlich. Warum nicht einfach: "Noch immer verwundert, setzte er mit seiner Ansprache zum dritten Mal an...." (?)...oder "Noch immer verwundert, startete er einen dritten Versuch...."

      Alexander2213 schrieb:

      Über irgendetwas schien sich Jasira sehr zu freuen und sie fing an etwas zu sagen: „....................“.
      Sie fing an, etwas zu sagen, klingt für mich umgangssprachlich. Vielleicht: "Über irgendetwas schien sich Jasira sehr zu freuen, doch obwohl sie eindeutig die Lippen bewegte, konnte Martin keinen Laut hören..."


      Alexander2213 schrieb:

      „Der Hauptmann weiß, dass ich kein wirklicher Magier bin? Ich bastele ganz geschickt und kann recht gut Gegenstände verzaubern, aber viel mehr kann ich nicht“, fragte Jasira.
      Ich kann mir nicht helfen, aber igrendwie klingt das für mich mehr nach einer Feststellung, als nach einer Frage. (nur so vom Gefühl)


      Alexander2213 schrieb:

      Plötzlich stand Jasira vor ihm und entriss ihm fast die rötlich schimmernde Kugel
      was bedeutet hier in diesem Zusammenhang das"fast"? Entreißt sie ihm die Kugel oder nicht? Das "fast" suggeriert, dass sie es nicht schafft....vielleicht solltest du schreiben...entriss ihm förmlich die rötlich schimmernde Kugel...."oder du lässt dieses Füllwort ebenfalls einfach weg, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.



      LG,
      Rainbow
    • @Kyelia
      Ach da läuft doch nichts im Hintergrund. Schau da eine Taube....
      Kam es dir zu unrealistisch vor, dass er doch noch den Diebstahl begeht? Ich dachte so, dass die Mischung aus Gelegenheit, Hunger und Wut es ganz gut erklärt.

      Eine Anmerkung, mit kleinem Spoiler:

      Spoiler anzeigen
      Es sind natürlich nicht nur einfache Kieselsteine, die Julius durch die Gegend trägt. Doch davon kann Branko natürlich nichts wissen.


      @Rainbow
      Ich hatte überlegt das Zwischenspiel zu verschieben, an die Stelle direkt zwischen der Besprechung in der Garnison und den Ermittlungen im Hause Grünhain. Dann springt es nicht ganz so hin und her und die Diebesstory ist ja auch nochmal eine Unterbrechung im Lauf der Ermittlungen. Wollte eigentlich nach der Besprechung die Ermittlungen rasch starten und nicht noch eine Runde mit der Rekrutierung verzögern. Muss ich mir noch Gedanken dazu machen.

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!
    • Alexander2213 schrieb:

      Ach da läuft doch nichts im Hintergrund. Schau da eine Taube....
      Kam es dir zu unrealistisch vor, dass er doch noch den Diebstahl begeht? Ich dachte so, dass die Mischung aus Gelegenheit, Hunger und Wut es ganz gut erklärt.
      Nein, dumm nicht. Man hat ja in dem Teil mitbekommen, dass er mehr als nur sich zu versorgen hat und dass er nicht allein hungert. Ich habe es auf die Verzweiflung geschoben, aber dumm finde ich die Aktion dennoch :rofl:

      Spoiler anzeigen
      Das habe ich mir beinahe gedacht ;)

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