Der Sohn aus dem Feuer

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    • Kapitel 1 (Fortsetzung)

      Die Elbin war wunderschön und Elion hob ergebend seine Hände in die Höhe.
      Langsam schritt er rückwärts in den Schein des Feuers und die Elbenfrau folgte ihm auf jeden Tritt, ihr Bogen war noch immer auf den jungen Zauberer gerichtet und ihr Blick bohrte sich in Elion hinein wie das Schwert in den Körper eines Feindes.
      "Wer seid ihr?", fragte die Elbin und ihre Augen verengten sich.
      Elion schluckte.
      "Ich...I..Ich bin Elion. U..Und ihr seid?", stotterte er und stolperte ungeschickt über einen Ast, rappelte sich schleunigst wieder auf und blickte wieder auf die Spitze des silbrigen Pfeils, welcher auf ihn gerichtet war.
      Messer funkelten am Gürtel der blonden Schönheit und der braune Bogen war aus traumhaften weißen Elfenbein und über das glatte Material schwangen sich golden geschwungene Linien.
      Auf dem Rücken trug die Elbin ein dünnes Langschwert und der verzierte Griff aus Stahl lugte über ihrer Schulter hervor und der grüne Edelstein funkelte magisch im Schein des Feuers.
      "Es ist nicht wichtig wer ich bin. Was macht ihr hier so nah an den Grenzen des Düsterwaldes?"
      "Wir, äähh, ich bin ein Wanderer und Suche die Hallen von Edoras, Heimat der Pferdemenschen", antwortete Elion und scholt sich bereits selbst für seine Dummheit.
      Er wusste nicht, ob sie ihm glauben würde und Edoras war neben Minas Thirit die einzige Stadt in Mittelerde, die er aus den Geschichten in den Tavernen von Nordhelm kennengelernt hatte.
      Die Elbin musterte Elion aufmerksam und schmunzelte ungläubig. Dann nahm sie langsam den Bogen herunter und sagte:
      "Ich glaube euch, wenngleich ich nicht weiß, warum ihr ganz alleine auf eine solche Reise geht? Ich bin Dania, Tochter von Lehaidin und Hesperiel."
      "F..Freut mich. Elion Etheniel von Nordhelm", antwortete Elion und atmete erleichtert auf.
      "Nordhelm? Diese Stadt ist mir nicht bekannt und euer Name ebenso wenig! Sagt mir, wo liegt eure Heimat?", fragte die Elbin und umkreiste mich mit prüfenden Blicken.
      "Weit im Norden, über den Eisflächen von Forodwaith. Es ist kein Wunder, dass ihr es nicht kennt. Drei Wochen lang bin ich durch den Schnee gestapft und halb erfroren", erklärte Elion und setzte sich auf einen Baumstamm nahe des Feuers, als ob er noch immer die Kälte seiner Wanderung durch die Schneehöhen von Forodwaith spürte.
      Dania wollte sich gerade neben den jungen Zauberer setzen, als sie plötzlich still stand und in den Wald horchte. Aufmerksam blickte sie in die Dunkelheit um sie herum und kniff die Augen zusammen, während sie einen Pfeil anlegte und kampfbereit neben dem Feuer wartete.
      "Was ist, was hörst du?", fragte Elion und erinnerte sich an die Geschichten über die magischen Fähigkeiten der Elben.
      Sie konnten sehr weit sehen und jeder Pfeil traf sein Ziel wie von Zauberhand. Ihre Sinne waren geschärft und sie waren so leise wie eine Raubkatze auf der Jagd. Er wusste nicht, was davon alles der Wahrheit entsprach, aber als er die Elbin vor sich stehen sah und ihre blonden Haare wie flüssiges Gold über die Schulter fielen, während sie mit den Fingern über die Federn des Pfeils strich, glaubte er an Alle Geschichten.
      "Da kommt irgendjemand. Er schleift etwas hinter sich her, ein Tier vielleicht, oder eine Tasche. Sein Schnaufen ist so laut, ich könnte ihn wahrscheinlich blind erschießen", flüsterte Dania angespannt und es klang eher nach einem sanften Hauchen.
      Elion wartete einen Moment und begann dann herzlich zu kichern, während die Elbin verwundert auf ihn herabschaute.
      "Herrlich!", lachte Elion und bedeutete Dania sich zu beruhigen. "Das schnaufende Rhinozeros im Wald ist mein Gefährte. Ein Zwerg. Er wollte etwas zu Essen besorgen."
      "Ihr reist mit einem Zwerg? Hütet euch vor diesen Feilschern!", antwortete Dania und noch immer wartete sie angespannt auf die Ankunft Threns.
      "Nun ja, wir haben uns gegenseitig das Leben gerettet, er ist...etwas schroff, aber durchaus ein ehrenwerter Gefährte", antwortete Elion noch immer kichernd.
      Schon nach wenigen Sekunden tauchte der Zwerg auf der Lichtung auf und hielt abrupt inne, sobald er die Elbin entdeckt hatte.
      Er ließ das junge Reh aus seiner Hand fallen und griff nach seinem Kriegshammer auf dem Rücken, während er Dania für keinen Moment aus den Augen ließ.
      "Thren, darf ich vorstellen, das ist Dania. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was sie hier will, aber sie ist nicht unser Feind", sagte Elion und hob beschwichtigend die Arme.
      "Das hoffe ich auch für sie...", brummte Thren und ließ seine Hand wieder zum Reh herabsinken, welches er hinter sich herzog und an das Feuer herantrat.
      Dania und Thren beäugten sich, wie zwei Raubtiere beim Kampf um die Beute und das Feuer hatte jegliche Wärme verloren, die Elion so gerne hatte.
      Feuer war schon immer sein Element gewesen und er war mit der Feuermagie im Blut aufgewachsen. Zwar war er auch in weiteren Bereichen der Magie geschult worden, aber zum Feuer hatte er sich schon immer hingezogen gefühlt. Er liebte das hypnotisierende Flackern der warmen Energie, die wie Geister in der Luft tanzten und in die er stundenlang hineinstarren konnte, aber gerade war das Feuer wie ein kalter, flackernder Lichtpunkt in der Nacht.
      "Ähm, könntet ihr damit aufhören?", fragte Elion unsicher und deutete auf die bedrückende Stille zwischen ihnen.
      "Mein Vater würde dir zustimmen, also... Frau Elbin. Ich möchte mich vorstellen. Ich bin Thren, Sohn von Gimli Elbenfreund und Prinz von Aglarond. Zu euren Diensten!", sagte der Zwerg und verbeugte sich flüchtig.
      Danias Augen weiteten sich.
      "Ihr..Ihr seid der Sohn von Gimli Elbenfreund? E..Entschuldigt mein Benehmen Herr Zwerg. Ich wusste nicht, wen ich vor mir hatte. Euer Vater ist ein Freund der Elben und der meines Herren Legolas Grünblatt. Ich bitte um Verzeihung", antwortete Dania und ihr Blick sank beschämt in die Flammen.
      "Schon gut, ich komme nicht sehr nach meinem Vater. Er ist...anders", erwiderte Thren und zog dem Reh das Fell ab.
      "Ihr kennt Legolas?", fragte Elion und wandte sich eifrig an die junge Elbin.
      "Ja, ich...."
      Wieder hielt Dania inne und lauschte in den Wald hinein, der lediglich vom gleichmäßigen Geräusch des Messers durchzogen wurde, mit dem Thren das Reh häutete.
      Elion stupste den Zwerg an und auch das Geräusch des Schneidemessers verschwand in der Dunkelheit.
      Plötzlich surrte ein Pfeil und Dania fing ihn nur wenige Zentimeter von Elions Gesicht aus der Luft und Schoss ihn in einer Drehung zurück in den Wald.
      Ein dumpfer Einschlag und ein schmerzhaftes Stöhnen ließ einen Treffer erahnen. Elion und der Zwerg blickten ratlos auf die Elbenfrau, die einen weiteren Pfeil angelegt hatte und ihn in den Wald abfeuerte, dann sprangen sie auf und schnappten sich ihre Waffen.
      Weitere Pfeile schwirrten an ihnen vorbei und sie wichen immer wieder haarscharf einem Treffer aus, während Dania schon ihren fünften Pfeil in den Wald abgeschickt hatte.
      Dann betraten die schwarzen Numenor die Lichtung und stürmten auf Elion, Dania und den Zwerg zu.
      "Die haben dann wohl doch nicht geschlafen!", rief Thren Elion zu und ging mit seinem Kriegshammer auf den ersten Gegner los.
      Der Kampf hatte begonnen.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Ah interessant. Ein recht ruhiges Kapitel, aber ich finde, du hast Dania gut in die Geschichte eingeführt :thumbup:
      Ein Kampf juhu! Solche Szenen liebe ich.
      Fängt sie den anschwirrenden Pfeil wirklich mit der Hand aus der Luft? Das ist gut- Respekt.
      Bin schon gespannt auf weitere Kapitel.

      LG,
      Blue
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • Spoiler anzeigen

      Lehaidin schrieb:

      Kapitel 1 (Fortsetzung)

      Die Elbin war wunderschön und Elion hob sich ergebend seine Hände in die Höhe.
      Langsam schritt er rückwärts in den Schein des Feuers und die Elbenfrau folgte ihm auf jeden Tritt, ihr Bogen war noch immer auf den jungen Zauberer gerichtet und ihr Blick bohrte sich in Elion hinein hier ist schon das bildliche Gleichnis von Blick und Pfeil sehr hübsch, das Schwert ist too much. wie das Schwert in den Körper eines Feindes.
      "Wer seid ihr?", fragte die Elbin und ihre Augen verengten sich.
      Elion schluckte.
      "Ich...I..Ich bin Elion. U..Und ihr seid?", stotterte er und stolperte ungeschickt über einen Ast, rappelte sich schleunigst wieder auf und blickte wieder auf die Spitze des silbrigen Pfeils(, welcher auf ihn gerichtet war).
      Messer funkelten am Gürtel der blonden Schönheit und der braune Bogen war aus traumhaftem weißem Elfenbein und über das glatte Material schwangen sich golden geschwungene Linien.
      Auf dem Rücken trug die Elbin ein dünnes Langschwert (das sieht er nicht, er kann nur anhand des Griffs vermuten, dass es ein Langschwert ist..., oder? und der verzierte Griff aus Stahl lugte über ihrer Schulter hervor und der grüne Edelstein funkelte magisch im Schein des Feuers.
      "Es ist nicht wichtig K wer ich bin. Was macht ihr hier so nah an den Grenzen des Düsterwaldes?"
      "Wir, äähh, ich bin ein Wanderer und Suche suche die Hallen von Edoras, Heimat der Pferdemenschen", antwortete Elion und scholt sich bereits selbst für seine Dummheit. kein Absatz

      Er wusste nicht, ob sie ihm glauben würde und Edoras war neben Minas Thirit Wird das nicht anders (Tirith) geschrieben oder irre ich mich? die einzige Stadt in Mittelerde, die er aus den Geschichten in den Tavernen von Nordhelm kennengelernt hatte.
      Die Elbin musterte Elion aufmerksam und schmunzelte ungläubig. Dann nahm sie langsam den Bogen herunter und sagte:
      "Ich glaube euch, wenngleich ich nicht weiß, warum ihr ganz alleine auf eine solche Reise geht? Punkt Ich bin Dania, Tochter von Lehaidin :D und Hesperiel."
      "F..Freut mich. Elion Etheniel von Nordhelm", antwortete Elion und atmete erleichtert auf.
      "Nordhelm? Diese Stadt ist mir nicht bekannt und euer Name ebenso wenig! Sagt mir, wo liegt eure Heimat?", fragte die Elbin und umkreiste mich mit prüfenden Blicken. Gut!

      "Weit im Norden, über den Eisflächen von Forodwaith. Es ist kein Wunder, dass ihr es nicht kennt. Drei Wochen lang bin ich durch den Schnee gestapft und (dabei) halb erfroren", erklärte Elion und setzte sich auf einen Baumstamm nahe des Feuers, als ob er noch immer die Kälte seiner Wanderung durch die Schneehöhen von Forodwaith spürte.
      Dania wollte sich gerade neben den jungen Zauberer setzen, als sie plötzlich still stand und in den Wald horchte. Aufmerksam blickte sie in die Dunkelheit um sie herum und kniff die Augen zusammen, während sie einen Pfeil anlegte und kampfbereit neben dem Feuer wartete.
      "Was ist, was hörst du Er duzt sie schon?!?", fragte Elion und erinnerte sich an die Geschichten über die magischen Fähigkeiten der Elben. kein Absatz

      Sie konnten sehr weit sehen und jeder Pfeil traf sein Ziel wie von Zauberhand. Ihre Sinne waren geschärft und sie waren so leise wie eine Raubkatze auf der Jagd. Er wusste nicht, was davon alles der Wahrheit entsprach, aber als er die Elbin vor sich stehen sah und ihre blonden Haare wie flüssiges Gold über die Schulter fielen, während sie mit den Fingern über die Federn des Pfeils strich, glaubte er (an) Alle alle Geschichten.
      "Da kommt irgendjemand. Er schleift etwas hinter sich her, ein Tier vielleicht, oder eine Tasche. Sein Schnaufen ist so laut, ich könnte ihn wahrscheinlich blind erschießen", flüsterte Dania angespannt und es klang eher nach einem sanften Hauchen.
      Elion wartete einen Moment und begann dann herzlich zu kichern, während die Elbin verwundert auf ihn herabschaute.
      "Herrlich!", lachte Elion und bedeutete Dania sich zu beruhigen. "Das schnaufende Rhinozeros Gibt es diese Tiere in Mittelerde? im Wald ist mein Gefährte. Ein Zwerg. Er wollte etwas zu Essen besorgen."
      "Ihr reist mit einem Zwerg? Hütet euch vor diesen Feilschern!", antwortete Dania (alarmiert) und noch immer wartete sie angespannt auf die Ankunft Threns.
      "Nun ja, wir haben uns gegenseitig das Leben gerettet, er ist...etwas schroff, aber durchaus ein ehrenwerter Gefährte", antwortete Elion noch immer kichernd.
      Schon nach wenigen Sekunden tauchte der Zwerg auf der Lichtung auf und hielt abrupt inne, sobald er die Elbin entdeckt hatte.
      Er ließ das junge Reh aus seiner Hand fallen und griff nach seinem Kriegshammer auf dem Rücken, während er Dania für keinen Moment aus den Augen ließ.
      "Thren, darf ich vorstellen, das ist Dania. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was sie hier will, aber sie ist nicht unser Feind", sagte Elion und hob beschwichtigend die Arme.
      "Das hoffe ich auch für sie...", brummte Thren und ließ seine Hand wieder zum Reh herabsinken, welches er hinter sich herzog und an das Feuer herantrat. Der Satzbau hier ist irgendwie seltsam, liest sich holprig.

      Dania und Thren beäugten sich, wie zwei Raubtiere beim Kampf um die Beute und das Feuer hatte jegliche Wärme verloren, die Elion so gerne hatte.
      Feuer war schon immer sein Element gewesen und er war mit der Feuermagie im Blut aufgewachsen. Zwar war er auch in weiteren Bereichen der Magie geschult worden, aber zum Feuer hatte er sich schon immer hingezogen gefühlt. Er liebte das hypnotisierende Flackern der warmen Energie, die wie Geister in der Luft tanzten und in die er stundenlang hineinstarren konnte, aber gerade war das Feuer wie ein kalter, flackernder Lichtpunkt in der Nacht.
      "Ähm, könntet ihr damit aufhören?", fragte Elion unsicher (und deutete auf die bedrückende Stille zwischen ihnen.) Das ist dem Leser auch so klar. Was der Leser ohnehin per Kopfkino weiß, solltest du nicht extra erwähnen.)
      Vielleicht stemmt Thren erst noch die Hände in die Seite, macht "Hmpf" oder "Bah" und dann erst gibt er klein bei?
      "Mein Vater würde dir zustimmen, also... Frau Elbin. Ich möchte mich vorstellen. Ich bin Thren, Sohn von Gimli Elbenfreund und Prinz von Aglarond. Zu euren Diensten!", sagte der Zwerg und verbeugte sich flüchtig.
      Danias Augen weiteten sich.
      "Ihr..Ihr seid der Sohn von Gimli Elbenfreund? E.. Das mit dem Stottern verwendest du ziemlich oft...Entschuldigt mein Benehmen K Herr Zwerg. Ich wusste nicht, wen ich vor mir hatte. Euer Vater ist ein Freund der Elben (Offensichtlich, aber könnte auch ne Eigenart der Elbin sein, das nochmal zu erwähnen.) und der meines Herren Legolas Grünblatt. Ich bitte um Verzeihung", antwortete Dania und ihr Blick sank beschämt in die Flammen.
      "Schon gut, ich komme nicht sehr nach meinem Vater. Er ist...anders", erwiderte Thren und zog dem Reh das Fell ab.
      "Ihr kennt Legolas?", fragte Elion und wandte sich eifrig an die junge Elbin.
      "Ja, ich...."
      Wieder hielt Dania inne und lauschte in den Wald hinein, der lediglich vom gleichmäßigen Geräusch des Messers durchzogen wurde, mit dem Thren das Reh häutete.
      Elion stupste den Zwerg an und auch das Geräusch des Schneidemessers verschwand in der Dunkelheit.
      Plötzlich surrte ein Pfeil (heran) und Dania fing ihn nur wenige Zentimeter (Fingerbreit?) von vor Elions Gesicht aus der Luft und Schoss schoss ihn in einer Drehung zurück in den Wald.
      Ein dumpfer Einschlag und ein schmerzhaftes Stöhnen (das folgende Stöhnen) ließen einen Treffer erahnen. Elion und der Zwerg blickten ratlos auf die Elbenfrau, die einen weiteren Pfeil angelegt hatte und ihn in den Wald abfeuerte, dann sprangen sie auf und schnappten sich ihre Waffen.
      Weitere Pfeile schwirrten an ihnen vorbei und sie wichen immer wieder haarscharf einem Treffer aus, während Dania schon ihren fünften Pfeil in den Wald abgeschickt hatte.
      Dann betraten die schwarzen Numenor die Lichtung und stürmten auf Elion, Dania und den Zwerg zu. Oder gleich: Dann stürmte die schwarzen Numenor die Lichtung.

      "Die haben dann wohl doch nicht geschlafen!", rief Thren Elion zu und ging mit seinem Kriegshammer auf den ersten Gegner los.
      Der Kampf hatte begonnen.
      Grundsätzlich wieder eine thematisch gute Weiterführung. Hab einige Formulierungen und Absätze herausgesucht, zu denen mir Varianten eingefallen sind. Ich habe den Eindruck, dass du stetig die "Heldengruppe" aufstockst. :D
      Wortgefechte

      Jetzt kam er sich schmutzig vor.
    • Kapitel 2
      Flammen in der Nacht

      Blut spritzte quer über den Boden, als Thren seinen Kriegshammer in den Schädel seines Gegners schlug und rote Tupfen zierten nun das Moos.
      Dania schoss einen weiteren Pfeil ab und er fand sein Ziel im rechten Auge eines Feindes, der gerade auf die Lichtung gerannt kam. Von der Wucht des Pfeils getroffen landete der schwarze Numenor rücklings mit einem dumpfen Aufschlag auf dem Boden, Blut quoll aus seiner Aughöhle und hinterließ eine Pfütze auf den Blättern eines Ahornbaumes.
      Elion stand kampfbereit auf der Mitte der kleinen Lichtung und wartete auf den ersten Gegner, der auf ihn zugerannt kam. Er hob seinen Stab und befahl den Flammen des Lagerfeuers aufzusteigen und in die Höhe zu explodieren, er zwängte den Flammen seinen Willen auf und begann sie zu kontrollieren, während der schwarze Numenor unaufhörlich auf Elion zuhielt.
      Plötzlich explodierten die Flammen und Elion lenkte eine gewaltige Stichflamme direkt auf den heranbrausenden Feind, welcher innerhalb weniger Sekunden den Flammen zum Opfer gefallen war. Der Geruch von verbranntem Fleisch strömte über die Lichtung.
      Immer mehr Feinde kamen aus der Dunkelheit des Waldes auf die inzwischen hell erleuchtete Lichtung, Dania hatte ihren Bogen beiseite geworfen und führte ein wunderschönes Schwert in die Körper ihrer Feinde, Thren zerschmetterte noch immer die Knochen seiner Gegner und Elion ließ die Flammen zwei weitere Numenor verschlingen.
      Thren war in der Klemme. Gerade hatte Elion nach einigen abgewehrten Hieben seinen Dolch in den Hals eines Feindes gerammt, als er den bärtigen Zwerg umringt von drei Numenor kämpfen sah.
      Zwar machte Thren seine Sache gut, aber Schnittwunden prägten seinen Rücken. Elion hielt es für das Beste, ihm zu Hilfe zu eilen und rannte los.
      Während des Kampfes waren die drei Freunde immer weiter voneinander getrennt worden und Elion hatte gut fünfzig Schritte vor sich. Ein weiterer Numenor tauchte vor Elion auf und hob sein Schwert, die Klinge sauste auf Elion herab und er ließ sich zur Seite fallen, rollte sich ab und schoss ihm einen Feuerball ins Gesicht.
      Sein Gegner schrie auf und Elion streckte ihn, noch immer vor Schmerz schreiend, mit seinem Dolch nieder. Er hatte Zeit verloren und Thren war inzwischen von vier Feinden in die Enge getrieben worden, sein Kriegshammer lag einige Meter entfernt auf dem Boden und der Zwerg war lediglich mit einer Wurfaxt bewaffnet, während der erste Feind auf ihn zustürzte.
      Elion zog seinen zweiten Dolch und rannte auf seinen Freund in Not zu, der gerade den Angreifer mit einem geschickten Wurf zwischen die Augen niederstreckte, aber damit seine letzte Waffe hergegeben hatte.
      Die schwarzen Numenor lächelten grimmig und stürzten los.
      Thren tauchte vor der ersten Klinge nach unten ab und hielt den Schwertarm seines Angreifers fest, während Elion seine Dolche auf eine luftige Reise schickte und sie ihr Ziel in den Rücken zweier Numenor fanden.
      Thren verpasste seinem Angreifer eine gewaltige Kopfnuss, Elion hob seine Hand und schleuderte den zurückstolpernden Angreifer quer über die Lichtung gegen einen Baum, an dem der schwarze Numenor regungslos liegen blieb.
      "Danke!", krächzte der Zwerg und schnappte sich seinen Kriegshammer.
      Dann stürzten die Beiden los und rannten über die Lichtung zu Dania.
      Gerade hatten sie die Hälfte des Weges hinter sich, als ein weiterer Numenor aus dem Wald kam. Er war größer und breiter als die Anderen und ein zottiger schwarzer Bart zierte sein unfreundliches Gesicht. Ein großes schwarzes Schwert schimmerte in seiner Hand und Elion erkannte unschwer Gift an dem Schwert. Grünes, fast schleimiges Gift erstreckte sich über die geschwärzte Klinge und eine prächtige Rüstung schützte den Anführer der schwarzen Numenor, welcher Elion und Thren anvisierte und losrannte.
      "Lass dich nicht treffen! Das Schwert ist vergiftet", schrie Elion dem Zwerg zu und schleuderte einen weiteren Gegner mit einer schwungvollen Handbewegung gegen eine Eiche.
      Dann erreichte der Anführer den Zwerg.
      Gewaltige Hiebe fuhren auf Thren herab und er wehrte sie gekonnt ab, dann sprang er vor und ging zum Angriff über. Aber auch der Anführer der schwarzen Numenor parierte die schwungvollen Schläge des Zwerges gekonnt.
      Immer wieder griffen sie gegenseitig an und immer wieder parierten die Kontrahenten ihre Schläge, bis Thren einen gewaltigen Fehler machte.
      Er stolperte.
      Eine kleine Wurzel zog sich unter dem Moos hindurch und Thren fiel rücklings auf den Boden, während die vergiftete Klinge haarscharf an seiner Brust vorbei glitt.
      Elion hob seine Hand und gerade schoss ein Feuerball aus der Handfläche, als ein Pfeil durch seinen Unterarm schlug. Der Feuerball verfehlte den Anführer knapp und Elion schrie vor Schmerz auf, während Thren noch immer auf dem Boden lag und über ihm das Giftschwert schimmerte.
      Der Anführer hob das Schwert und es fuhr hinab auf den Zwerg.
      Elion schaute fassungslos auf das niedersausende Schwert und Blut quoll aus der Pfeilwunde an seinem Arm.
      Plötzlich surrte ein Pfeil an Elion vorbei und traf die schwarze Klinge kurz bevor sie, vom Pfeil abgelenkt, in den Boden neben Thren einschlug und stecken blieb.
      Elion fuhr herum und blickte auf Dania, die einige Meter entfernt mit ihrem Bogen stand und auf den Anführer losstürmte.
      Thren verpasste ihm einen Tritt vor die Brust und der Anführer stolperte verdutzt nach hinten, während Dania ihm mit einem blitzschnellen Hieb den Kopf vom Körper löste.
      Der Kopf schlug auf dem Boden auf, rollte einige Meter über das leicht abfallende Moos und blieb zwischen einem kleinen Baumstamm und einem Heidelbeerbusch liegen.
      Die übrigen Numenor waren nach dem Tod ihres Anführers geflohen und auf der Lichtung lagen gut drei Dutzend Leichen im hellen Schein des Feuers, welches sich inzwischen auf der halben Lichtung ausgebreitet hatte und die Nacht erhellte.
      Auf Danias Wunsch hin schleiften sie die Leichen auf einem Haufen zusammen und Elion setzte den Haufen in Brand. Dann versorgte er Threns Wunden und band sich sein magisches Heiltuch um die Pfeilwunde, nachdem er sich das Geschoss von Dania entfernen hatte lassen.
      Dania war fasziniert von den Zauberkünsten Elions und sie unterhielten sich, während Elion ihre Wunden behandelte und Thren zufrieden das Reh zubereitete.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lehaidin ()

    • Danke @bigbadwolf,
      Freut mich, dass du weitergelesen hast und deine Verbesserungen werden natürlich bei Gelegenheit übernommen ;)
      Aufstocken der Heldengruppe?? =O Keine Ahnung wovon du redest :D :whistling:

      Jetzt noch zu @BlueRosesInMyHeart:
      Ja, im nächsten Kapitel kann Dania dann mal ein bisschen was von ihren Kampfkünsten zeigen. Also viel Spaß damit ;)
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Ui, das war ja ein echt atemloser Kampf. Ich finde diese winzigen Details so schön, die du eingebaut hast- man kann sich voll vorstellen, wie der Kopf davonkullert.
      Und das mit den Flammen, die Elion da heraufbeschwört, finde ich super.
      Ich mag dieses detaillierte Schreiben, das du total gut draufhast, mega gern.

      Ich futzel mal ein bisselchen:


      Lehaidin schrieb:



      Blut spritzte quer über den Boden als Thren seinen Kriegshammer in den Schädel seines Gegners schlug
      "Blut spritzte quer über den Boden(,) als (...)"

      Lehaidin schrieb:




      zum Opfer gefallen war und der Geruch von verbranntem Fleisch strömte über die Lichtung.

      Da würd ich eher einen Punkt setzen: "(...) zum Opfer gefallen war(.) Der Geruch von (...)"


      Lehaidin schrieb:


      prägten seinen Rücken bereits und Elion hielt es für das Beste ihm zu Hilfe zu eilen und rannte los.
      Hier ebenso: "prägten seinen Rücken bereits(.) Elion hielt es für das Beste(,) ihm (...)"


      Lehaidin schrieb:


      "Lass dich nicht treffen!Das Schwert ist vergiftet",
      "Lass dich nicht treffen!(Leerzeichen) Das Schwert ist vergiftet!", (...)



      Das war´s auch schon mit der Futzelei. xD


      War wieder ein schönes Kapitel :) Schnell weiterschreiben! :dwarf:


      LG,
      Blue
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • Hey @BlueRosesInMyHeart, habe übrigens deine Futzelei mal übernommen. :thumbsup:
      Zu der Fortsetzung jetzt muss ich vielleicht noch ein paar Worte loswerden. Hier wird sehr viel geredet und erklärt und spannungstechnisch wird hier der ein oder andere eigentlich nicht wirklich etwas abbekommen. Trotzdem liegt mir das Kapitel besonders am Herzen, weil hier die Magie erklärt wird. Ich habe versucht sie in ein Muster zu stellen, dass gut verständlich ist und im weiteren Verlauf der Geschichte noch enorm wichtig wird.
      Also viel Spaß ;)

      Kapitel 2 (Fortsetzung)

      "Wie hast du das gemacht?", fragte Dania Elion, während dieser eine Schnittwunde an ihrem Arm verband?
      "Wie habe ich was gemacht?", antwortete Elion und blickte sie fragend an.
      "Die Flammen! Sie erscheinen in deiner Hand, du kontrollierst sie, du berührst sie, aber sie verbrennen dich nicht?"
      "Nun, ich bin ein Magier. Jedes Lebewesen steht in einem Zusammenhang mit der Magie in der Welt. Während einige kaum wahrnehmen, dass Magie existiert und uns jederzeit umgibt, gibt es Andere, deren Gespür für sie umso größer ist. Sie ist um uns, zu jeder Zeit und an jedem Ort.
      Sie durchströmt jeden Baum und jeden Berg, jeden Grashalm und jedes Gebüsch."
      Elion hielt inne und deutete um sich.
      "Das Feuer, nun ja, es wohnt irgendwie in mir. Ich glaube jeder Magier entspringt einem Element und fühlt sich zu ihm hingezogen, wenngleich er auch für jede andere Form der Magie empfänglich ist. Stell es dir vor, wie eine große Speisetafel, auf die du dich nach einem harten Tag freuen kannst. Zwar gibt es allerhand Speisen, aber du empfindest besonders viel Hunger auf den Rehrücken und bedienst dich in großen Mengen davon. Es ist dein Lieblingsgericht und es gibt für dich nichts, was besser schmecken könnte. Natürlich probierst du auch die anderen Gerichte, beißt in ein paar Fleischpasteten, isst Bratkartoffeln und trinkst dazu einen Wein, aber dein Lieblingsgericht bleibt das Reh.
      So ist es mit der Magie. Das Reh ist des Feuer, welches sich in mir wiederspiegelt. Die anderen Gerichte sind Fähigkeiten aus anderen Elementen....So, fertig!", beendete Elion seine Erklärung und blickte zufrieden auf einen säuberlichen Verband an Danias Unterarm, den er gerade zugebunden hatte.
      "Thren, ich habe hunger auf Rehrücken", ergänzte er und grinste Dania zu.
      Gemeinsam saßen die Gefährten am Feuer und aßen fades Rehfleisch und Elion bereute bereits, dass seine Geschichte ihm vorzügliches Rehfleisch versprochen hatte.
      "Wann wusstet ihr, dass ihr ein Magier seid?", löcherte Dania weiter und aus ihren Augen sprach Bewunderung.
      "Nach meiner ersten Begegnung mit der Magie. Zwar kann man sie kontrollieren, aber Magie ist wie ein ungebändigtes Tier. Sie wird gelenkt von Emotionen, geführt von Willenskraft und erhalten durch Konzentration und Beherrschung. Ich war gerade mal 9 als ich zum ersten Mal einen Feuerzauber wirkte. Es war nicht geplant und ich wusste nicht, was geschehen war, aber ich hatte vor Wut über meine Schwester einen Vorhang in Flammen aufgehen lassen. Kurz darauf begann man, mich der Magie zu unterweisen und Nordhelm ist eine Stadt, in der Magie keine Besonderheit ist. Ich wurde unterrichtet von den besten Gelehrten und den größten Magiern aus Nordhelm, während die Magie in mir Platz fand", antwortet Elion und stocherte gedankenverloren im Feuer.
      "Junger Herr Elion, wollt ihr etwa damit sagen, es kann jeder Magie erlernen? Wenn er es nur möchte?", fragte Thren und biss ein gewaltiges Stück Fleisch aus seinem Rehstück.
      "Nein und Ja, nicht jedes Lebewesen ist mit der Magie verbunden und kann sich ihrer bedienen. Die Elben besitzen die Gabe, sich der Magie vertraut zu machen. Ein Teil von ihnen ist pure Magie. In Dania strömt ein ganz eigener Strang von Magie und so auch in euch, Zwerg.
      Nur kann man Magie nicht einfach nur in vier Elemente aufspalten und sie euch lehren. Nein, Magie ist unendlich und jedes Lebewesen wendet sich einem völlig anderen Strang der Magie zu, wenn es überhaupt eine Verbindung zu ihr besitzt. Heiler bedienen sich der Magie des Sternenlichts, der Erde und des Wassers. Was glaubt ihr, wieso Elben begabte Heiler sind? Auch schwarze Magie durchstreift die Welt und übt ihren Einfluss auf die Lebewesen der Dunkelheit aus. Geprägt von Leid und Schmerz bedient sich die schwarze Magie derer, die schwach sind, die gebrochen sind. Sie wohnt in allem Übel, in jeder Krankheit und in jedem Unrecht auf der Welt", erklärte Elion und nur das knistern des Feuers war zu hören.
      "Welche Magie auch immer in euch strömt, Thren, um sie zu verstehen und sie zu erlernen ist ein großes Maß an Konzentration und Willenskraft von Nöten. Um einen Zauber zu wirken muss man sich die Wirkung des Zaubers so bildlich in seinen Gedanken vorstellen können, als ob es real wäre. Man muss die Runen und Zauber der Elben vor sich sehen und sie zu dem magischen Gebilde formen, zu dem man es machen will."
      Elion setzte sich aufrecht hin und zeigte auf seinen magischen Verband am Arm.
      "Nehmen wir den Heilzauber, der in den Fasern dieses Tuches liegt. Zwar wird er nach einiger Zeit vergehen und die Heilkraft wird verschwinden, bis es irgendwann nur noch ein dreckiger Lappen ist, aber um die Magie in die Fasern fließen zu lassen, muss man den elbischen Zauber in die Fäden hineingleiten lassen und sie mit ihnen verankern. Ich stellte mir bei der Herstellung meines Verbandes vor, wie die Worte sich um die Fäden zogen und wie eine Salbe auf der Haut eingezogen wurden. Ich spielte die Szene in meinen Gedanken durch, immer und immer wieder. Dabei sprach ich den Zauber und ließ die Magie durch meine Handflächen strömen."
      "Das ist fantastisch", sagte Dania und ihre Augen glänzten.
      "Ja, ja, das ist es...", antwortete Elion und dachte zurück an den brennenden Vorhang.
      Zwar hatte er es ihnen verschwiegen, aber seine erste Begegnung mit der Magie war alles andere als fantastisch gewesen.
      Trotzdem wollte er dieses Geheimnis vorerst für sich behalten und schwieg.
      Nachdem sie Elion zur ersten Wache bestimmt hatten, legten sich Dania und Thren auf den Moosboden und waren innerhalb weniger Augenblicke eingeschlafen.
      Elion blickte hinaus in die Nacht und holte aus den Tiefen seines Mantels eine kleine braune Tabakpfeife. Gekonnt stopfte er die Pfeife und entfachte den Tabak mit einer rötlichen Flamme aus seinem Finger.
      Der weißliche Qualm zog hinaus in die Nacht und vermischte sich mit der Dunkelheit, während hinter Elion das gleichmäßige Atmen von Dania ertönte.
      Am nächsten Morgen wurde Elion unsanft durch einen Tritt in die Seite geweckt. Thren hatte nach einigen Stunden Schlaf die Wache bis zum Morgengrauen übernommen, aber Elion war noch immer völlig entkräftet.
      Die Reste des Rehs dienten als langweiliges Frühstück und nachdem sie ihre Feuerstelle mit etwas Sand gelöscht hatten, brachen die drei Gefährten auf.
      "Wie lange begleitet ihr uns, Elb?", fragte Thren nach einer Stunde schweigendem Fußmarsch.
      Dania schluckte und blickte unsicher nach Osten auf den Düsterwald.
      "Nun, ich denke ich kann euch noch bis vor die Bäume von Fangorn bringen, dann...sollte ich... gehen", antwortete sie und während Thren ihre Einladung teilnahmslos annahm, schmunzelte Elion in Danias Richtung und folgte ihren nervösen Blicken in den Düsterwald hinein.
      Er wusste nicht warum, aber Elion war sich sicher, dass Dania ihnen etwas verschwieg.
      Etwas, dass ihnen schon bald neue Probleme bereiten würde.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


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    • Kapitel 3
      Eidbruch

      Es war Mittag, als die drei Gefährten ihre erste Rast machten. Nachdem sie Stunden lang durch eine Graslandschaft gewandert waren und nur seichte Hügel ihre Schritte erschwerten, wurde das Land felsiger und immer wilder, während die Berghänge zu ihrer Rechten ungestüm in die Höhe schossen.
      Kleine Wälder und Fichtenhaine kreuzten ihren Weg und immer wieder konnten sie über die Hügel hinweg blicken auf den gewaltigen Düsterwald zu ihrer Linken.
      Während Elion den Blick nach Links mit offenem Mund und einer staunenden Miene wahrnahm, wurde Dania bei dem Anblick des sagenumwobenen Waldes bleich wie Schnee und trieb die Gruppe weiter.
      Irgendetwas oder Irgendjemand schien ihr Sorgen zu bereiten und die wunderschöne Elbin sah besorgt den Weg zurück, auf dem sie gekommen waren. Erst am Mittag ließ sie sich letzten Endes von Thren zu einer Pause überreden und die Freunde fanden hinter einem der großen Felsen, die wie Stacheln aus dem grasigen Boden wuchsen, einen geeigneten Platz für eine Rast.
      Vor allem Thren hatte die Pause dringend nötig gehabt. Fast den gesamten Weg über keuchte er unter der Last seiner Rüstung und des, noch immer blutigen, Kriegshammers auf seinem Rücken.
      Immer wieder murmelte er unverständliche Dinge wie "Wir Zwerge seien geborene Spurter, für lange Märsche seien sie nicht geeignet" oder "Verflucht sei dieser Hammer", aber trotzdem kämpfte sich der bärtige Zwerg durch den wärmer werdenden Vormittag und fiel prustend hinter dem Felsen auf den Boden.
      "Endlich, Fräulen Elbin, könntet ihr einem erschöpften Zwerg erklären, wieso wir versuchen einen neuen Meilenrekord aufzustellen?", fragte Thren und rieb sich seine Waden.
      Dania stand einige Schritte entfernt, mit dem Rücken zum Felsen und schaute abwesend zurück in die Richtung aus der sie gekommen waren.
      Scheinbar hatte sie die Frage in ihrer Sorge überhört, denn sie drehte sich erst nach wenigen Augenblicken zu Elion und Thren um und blickte verwundert in ihre wartenden Gesichter.
      "Was?", fragte sie und zuckte unbehaglich mit ihren Schultern.
      "Nun, der Zwerg hat euch gerade eine Frage gestellt. Ich wiederhole sie gerne für unsere Führerin. Warum hetzen wir durch diese Hügellandschaft?", erwiderte Elion und stellte seinen Stab gegen die graue Felswand.
      "Ich, ähh.. Es ist nichts. Ich bin nur eine schnelle Läuferin. Das ist Alles", antwortete sie.
      Elion und Thren warfen sich kritische Blicke zu, während sich Dania umdrehte um erneut Ausschau zu halten.
      "Dania, wir sind nicht..."
      "Pscht. Leise, schnell, versteckt euch!", unterbrach Dania Elion und drückte sich ängstlich mit dem Rücken an den Felsen.
      Thren und der junge Zauberer blickten verwirrt auf die Elbin, die ihnen mit einem Handwinken zu verstehen gab, dass sie es ernst meinte.
      Kurz darauf pressten sich die Drei an den nackten Fels und hielten gespannt den Atem an, aber es geschah nichts, keine Geräusche, kein feind, der sich ihnen näherte.
      Gerade wollte Thren den Mund auf machen um etwas zu sagen, als das Geräusch eines schnaufenden Pferdes hinter dem Fels ertönte. Das Schnaufen und die Hufe mehrerer Pferde.
      Die drei Gefährten machten keinen Mucks und standen still, als ob sie selbst zu den Fels geworden wären, an dem sie lehnten.
      Die Reiter hielten an und das Geräusch der Hufen auf dem grasigen Boden verstummte, bis nur noch gelegentliches Schnaufen der Pferde von ihrer Anwesenheit erkennen ließ.
      Plötzlich hörten die Drei einen dumpfen Aufprall, wie ein Sack Kartoffeln, welcher schwungvoll auf den Boden geworfen wird. Einer der Reiter war wenige Meter hinter dem Felsen abgestiegen.
      Dania schluckte und Schweiß bildete sich auf ihrer Stirn, während Thren seine Hände zu den Wurfäxten herabgleiten ließ und Elion seinen Stab fester griff und seine Augen schloss.
      Dann ertönte eine Stimme hinter dem Felsen:
      "Dania Graumark, kommt raus und stellt euch eurer Strafe, oder wir töten dich und deine Begleiter!"
      Dania atmete ängstlich aus und ihr Blick wanderte auf den Boden, während Thren und Elion die Elbin entsetzt anschauten.
      Dann löste sich die Elbin von der Wand und schritt aus dem Schatten des Felsens. Elion und Thren schauten ihr, noch immer fragend, hinterher und blieben in ihrem Versteck zurück.
      Dania verschwand aus dem Sichtfeld ihrer Begleiter und kurze Zeit später konnten Elion und Thren das Gespräch verfolgen, welches die Elbin mit ihren Verfolgern führte.
      "Da seid ihr ja, Eidbrecherin. Ihr habt der Armee von Thranduil den Rücken gekehrt und seid in eurer Feigheit desertiert. Nun werdet ihr euch eurer Strafe stellen und mit uns kommen. Solange eure Begleiter uns nicht daran zu hindern versuchen, soll ihnen auch nichts zustoßen. Wenn doch, werden wir sie töten", sagte einer der Verfolger und seine Stimme klang hart und völlig emotionslos. Sie war hohl und kahlt, aber trotzdem wohlüberlegt und weise.
      Elion konnte Dania tief atmen hören und er schloss seine konzentriert Augen um dem Gespräch besser folgen zu können.
      "Ich..Ich habe nichts getan. Ich bin kein Eidbrecher. Ich konnte diesen Mann nicht töten, er war unschuldig und er war mein Bruder. Das wisst ihr!", sagte Dania und ihre Stimme war zittrig.
      "Schweigt! Vor mir werden euch eure Ausreden so oder so nicht retten. Ihr wisst, wer den Befehl erteilt hat euch zu jagen, obwohl vielelicht nicht jeder die Entscheidung des Königs für richtig erachtet", antwortete der Verfolger.
      "Ihr wisst, dass es falsch ist. Lasst mich gehen und sagt Thranduil, ihr hättet mich nicht einholen können. Sagt ihm, ich sei fort. Bitte Herr Elros. Ich flehe euch..."
      "Schweigt, Dania. Euer Betteln wird meinen Befehl nicht nichtigen. Ich werde euch zurück in den Düsterwald bringen und Thranduils Anweisungen folge leisten. Komme was wolle. Ergebt euch und lasst eure Waffen fallen, dann werden wir euch, ohne euch ein Haar zu krümmen nach Düsterwald geleiten. Stellt euch euren Fehlern!", befahl Elros und ein weiterer Reiter stieg vom Pferd ab, vermutlich um Dania ihre Waffen abzunehmen.
      "Halt!", schrie Elion und kam hinter dem Felsen hervor.
      Dania fuhr herum und Tränen kullerten über ihr Gesicht, während sie Elion mit Dankbarkeit und Sorge anschaute.
      Sobald Elion hinter dem Felsen hervorgekommen war, hatten die Elben ihre Waffen gezogen.
      Elion blickte in die Gesichter von einem Dutzend Elben, deren silberne Stahlklingen in der Sonne funkelten und die kampfbereit auf den nächsten Schritt warteten.
      Elion ging auf sie zu und hob seinen Stab.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Kapitel 3 (Fortsetzung)

      Pfeile waren auf Elion gerichtet und er schritt vorsichtig mit dem Stab, weit erhoben, auf die Schar von Elben zu.
      "Halt, bitte. Ich habe ein Bitte vorzutragen", sagte Elion und ließ den Stab gut sichtbar und langsam ins Gras gleiten, während er die Elben keine Sekunde aus den Augen ließ.
      Einige Bogensehnen entspannten sich und nach einem Winken des Elben vor Dania, vermutlich Hauptmann Eros, ließen alle berittenen Bogenschützen ihre Waffen sinken.
      "Nun denn, sagt was ihr sagen wollt, aber bedenkt, Dania wird mit uns kommen, egal was ihr dagegen einzuwenden habt", sagte Eros und seine Hand lag bedrohlich auf dem Knauf seines Schwertes.
      Verzweifelt blickte Dania zu Elion und noch immer kullerten Tränen über das zarte Gesicht der blonden Schönheit, die ihre Waffen bereits abgelegt hatte und nun schmerzlich ihrem Bogen hinterherschaute, welchen einer der Elben davontrug.
      "Ich weiß, ich kann euren Befehl nicht verändern und eure Meinung bezüglich Dania umwerfen, aber ich habe eine Bitte an euch. Dania hat uns und meinem Gefährten..."
      "Ihr meint den Zwerg? Seid vorsichtig mit diesen Geschöpfen, sie hegen immer nur ihren eigenen Profit. Freundschaft ist ihnen fremd", unterbrach Eros Elion und zog eine Augenbraue warnend nach oben.
      "Thren hat mich durch viele Gefahren begleitet und er ist ein Freund, nicht nur von mir, sondern von allen Elben. Sein Vater ist Gimli..."
      "Elbenfreund? Nun, dann begebt ihr euch in die wenigen Zwergenscharen, denen selbst die Waldelben von Düsterwald Respekt zollen", unterbrach Eros erneut und in Elion begann ein Kloß aus Zorn zu wachsen.
      "Ich weiß!", sagte er bestimmt und wartete provokativ auf eine Unterbrechung, aber Eros blieb still. Dann führte Elion seine Bitte fort und trat einige Schritte näher an Dania heran.
      "Dania hat uns gerettet und meinen Begleiter vor dem Tod bewahrt. Sie zeigte Mut und Tapferkeit im Kampf und hat der Armee eures Herren alle Ehre gemacht. Daher bitte ich euch, mich vor dem König als ihr Verteidiger zu stehen und für sie zu bürgen. Wir werden freiwillig mit euch kommen und unsere Waffen niederlegen. Mehr verlange ich nicht", brachte Elion seine Bitte zu Ende und blickte Eros erwartungsvoll an.
      Eros schaute Elion unentwegt in die Augen und in seinem Blick sprachen sowohl Respekt, als auch Verwunderung und er willigte nach ein paar Augenblicken ein.
      Nachdem auch Thren hinter dem Felsen hervorgekommen war und von den Elben hochachtungsvoll begrüßt wurde, setzte man die drei Gefährten hinter drei berittene Bogenschützen und ritt los.
      Keine halbe Stunde später befand sich der Konvoi bereits in den tiefen des Düsterwaldes und die Luft wurde feucht und stickig.
      Kein Sonnenlicht drang durch die Kronen der Bäume, nur ein abgedunkeltes Licht erleuchtete den schmalen Pfad, den die Elben trittsicher fanden.
      Elion wusste schon nach wenigen Schritten nicht mehr wo sie waren und der Wald ließ seine Wahrnehmung schwinden. Immer wieder hörte er Stimmen, die wie Geister flüsterten, er sah keine Tiere, aber hörte das zwitschern der Vögel, als ob sie neben ihm flogen.
      Schläfrig und müde wankte Elion auf dem Rücken des Pferdes wie betrunken umher und lediglich die kräftigen Arme des Bogenschützen vor ihm, hielten den jungen Zauberer davon ab, vom Pferd zu stürzen.
      Dann sah Elion zum ersten Mal die Mauern des Waldlandreichs.
      Gewaltige Bäume waren wie zu einer Mauer zusammengewachsen und bis in die Baumwipfel verschlossen die Bäume lückenlos das, was dahinter lag.
      Das Reich der Waldelben von Düsterwald. Das Reich von Thranduil.
      Vor den gewaltigen natürlichen Mauern zog sich ein reißender Fluss entlang und eine kleine, schmale Brücke aus Ziegel führte über eben diesen hinüber auf ein hohes Tor zu.
      Die Türen waren in den Baum hineingeschlagen und vier grimmige Wachen standen an den Säulen vor dem Tor.
      Bevor die Reitergruppe die Brücke erreichte, blies einer der Elben in ein kleines Horn, nicht größer als ein Dolch, und die Tore wurden geöffnet.
      Die Reiter reihten sich in eine Karavane ein und ritten durch das Tor hinein in die Stadt des Elbenkönigs Thranduil. Gewaltige Bäume wuchsen aus dem Boden in die Höhe und in ihnen hatten die Elben Stufen geschlagen und Häuser gebaut. Der Felsige Boden war überwuchert von gewaltigen Wurzeln und durch die Wurzeln der Bäume führten Gänge in die Tiefen des Waldlandreiches.
      Kurz hinter den Toren öffnete sich auf der linken Seit die Blätterdecke der Bäume und Sonne fiel auf eine große Weide, auf der gut fünf Dutzend braune Pferde grasten.
      Neben den saftig grünen Weiden waren in den gewaltige Wurzeln eines Baumes Ställe gebaut worden, die sich wie die Löcher eines Regenwurms durch den Baum gruben.
      Dania, Elion und Thren wurden von Eros die Stufen zu den Hallen des Königs geführt, die auf dem größten Baum im Waldlandreich lagen.
      Danias Schritte wurden schwer und jeden Moment den sie näher an den König brachte, brachte sie näher zu ihrem Urteil. Ihr Blick war auf den Treppenboden gerichtet und immer wieder fielen Tränen auf den Holzboden, sickerten in den Baum hinein und verschwanden.
      Thren lief bedrückt hinter Elion und blickte ehrfürchtig auf die gewaltigen Bäume, in die die Elben mit filigraner Handwerkskunst ihren Lebensraum geschaffen hatten.
      Dann erreichten sie den Thronsaal.
      Ein Elfenbeinthron erhob sich unter dem Blätterdach und Äste wuchsen hinter dem Thron wie ein Flechtwerk zusammen, während knapp über dem Thron ein Elchgeweih prangte.
      Auf dem Thron saß ein großgewachsener blonder Elb. Seine knochigen Wangen ließen sein Gesicht ernst und gefährlich wirken, während seine tiefgrauen Augen Dania durchbohrten wie ein Pfeilhagel. Auf seinem Kopf trug der Elbenkönig einen goldenen Haarreif, auf dem silbrig funkelnde Steine glitzerten und sein grünes Gewand schmiegte sich an den schmalen Körper.
      Neben dem Thron stand ein athletischer Bogenschütze. Seine braunen Gewänder waren ebenso eng wie die der Wachen oder des Königs und seine Haare fielen ihm bis zu der Brust.
      "Das ist Legolas", flüsterte Thren mir zu, während wir uns vor dem König aufstellten und Dania vor ihn geschleift wurde.
      Der junge Elbenprinz blickte mitfühlend auf Dania, während sein Vater unbeeindruckt auf sie herabschaute und keine Regung zeigte.
      Elion schaute gespannt hinauf zu Legolas und stellte sich den heroischen Elb in den Geschichten aus den Tavernen vor, bis ihm peinlich bewusst wurde, dass Legolas ihn ebenfalls ansah.
      Mit einem Zwinkern und einem kaum merklichen Lächeln wandte er sich von Elion ab und widmete sich wieder Danias Urteil.
      "Dania Windweide, Tochter von Lehaidin und Hesperiel. Ihr steht vor diesem Gericht um euch euren Vergehen zu stellen. Ihr habt euch meinem Befehl verwehrt und damit dem Kodex der Armee von Düsterwald widersetzt. Ihr seid geflohen und damit desertiert und ihr habt eure Heimat verraten um mit diesen Streunern weiterzuziehen", sprach Thranduil und erhob sich aus seinem Thron.
      Erst jetzt sah Elion, wie beeindruckend der König des Waldlandreiches war, denn Thanduil strahlte eine Kälte aus, die allen Anwesenden im Raum eine Gänsehaut bereitete. Lediglich Legolas schien unbeeindruckt von der Gestalt seines Vaters und starrte ihn erwartungsvoll an.
      "In Anbetracht der Tatsache, dass ihr nichts zu eurer Verteidigung sagen wollt und könnt...", Thranduil hielt inne.
      "Verurteile ich euch hiermit zum Tode!"
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Lehaidin schrieb:

      "Danke!", krächzte der Zwerg und schnappte sich seinen Kriegshammer.
      ^^ ich behaupte es ist anatomisch völlig unmöglich, dass Zwerge krächzen ...
      Sie mögen brummen, schnauben, stöhnen, genervt seufzen (wobei ich mir na nicht sicher bin!), grollen, grummeln, dröhnen, poltern oder prusten (wenn sie hackevoll sind, aber nur) aber ich glaube nicht an krächzende Zwerge, nein, niemals.

      Irgendwie kommt mir die Szene oben vage vertraut vor ..., wenn ich nur wüsste woher? ;)
      Thanduil wird wohl immer ein A... bleiben.
      -------------------
      Tom Stark
      zum Lesen geeignet

      delectare et prodesse
    • Hey @Tom Stark,
      Ja, du hast Recht!! ;( An was habe ich nur gedacht, ein Zwerg ist doch keine Krähe. Dummer Lehaidin, dumm, dumm, dumm!! :cursing:
      Wird natürlich bei Gelegenheit auf die Anatomie eines Zwerges angepasst :thumbsup:

      Zu der Szene mit Thranduil: Gut aufgepasst :thumbup: Die Szene ist sehr inspiriert an Peter Jacksons Version von Der Hobbit, wobei ich versichern kann, dass sie nicht mit Fässern den Fluss hinunterreiten. :D Im nächsten Kapitel wird es dann schon ganz anders.

      LG Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Kapitel 3 (Fortsetzung)

      Dania schluchzte auf.
      Die Worte von Thranduil hallten noch immer durch den Saal und seine Augen verrieten keine Gefühle, kein Mitleid und kein Fünkchen Erbarmen. Seine Entscheidung stand fest.
      Thren brummte zornig hinter Elion und in seinem Gesicht sprachen alle zwergischen Schimpfwörter beinahe Bände über Thranduil, während Elion entsetzt zu Dania blickte und dann wütend zu Thranduil aufschaute.
      "Ich möchte etwas sagen", rief Elion, obwohl er nicht hatte schreien wollen.
      Thranduil hatte sich gerade von Dania abgewandt und wollte sich auf den Thron setzten, als er in der Bewegung inne hielt und sich Elion widmete.
      "Wie bitte?", fragte er und in seiner Stimme lag nun eine Bedrohlichkeit, welche Elion eiskalt über den Rücken fuhr. Seine Nackenhaare stellten sich auf und er versuchte dem Blick des Elbenkönigs stand zu halten.
      Elion atmete tief durch und wiederholte seine Worte: "Ich möchte etwas sagen!"
      Mut machte sich in Elion breit und er schritt näher an den König heran. Danias Blick folgte Elions Schritten und Tränen tropften vor ihr auf den Holzboden, während sie leise wimmerte.
      "Nun, wieso sollte ich einem unbekannten Fremden in meinen Hallen sprechen lassen?", fragte Thranduil und in einer tödlichen Eleganz bewegte er sich auf Elion zu.
      Er musterte den jungen Zauberer wie eine Raubkatze ihre Beute und begann um ihn herumzulaufen wie ein kreisender Adler in der Luft.
      "Weil ich es wünsche!", warf Legolas plötzlich ein und Elion fiel ein Stein vom Herzen, als der Elbenprinz freundlich zu ihm rüberschaute.
      Thranduil blickte zornig zu seinem Sohn, welcher aber seelenruhig neben dem Thron stand und auf die Worte des jungen Zauberers wartete.
      Legolas hatte scheinbar keine Probleme mit der Ausstrahlung seines Vaters und Elion wurde das Gefühl nicht los, dass sowohl Thranduil, als auch sein Sohn nicht oft einer Meinung waren.
      "Nun denn, auf Wunsch meines Sohnes. Sprecht, Fremder! Aber erwartet nicht, dass ich euren Worten sonderlich viel Beachtung schenken werde", sprach Thranduil und ging mit schnellen Schritten zurück zu seinem Thron und ließ sich gelangweilt darin nieder.
      "Ich möchte um Gnade ersuchen. Gnade für das Urteil, welches ihr Dania zugeteilt habt. Sie hat mir und meinem Gefährten das Leben gerettet und..."
      "Sie hat euch das Leben gerettet, nachdem sie aus meinem Heer desertiert ist und aus dem Waldlandreich geflohen ist!", unterbrach Thranduil Elions Worte und blickte grimmig auf die Angeklagte.
      "Ja, das mag sein, aber sie hat es getan, weil ihr Bruder..."
      "Ihr Bruder? Das ich nicht lache, ihr kennt ihren Bruder doch gar nicht, genauso wenig, wie ihr sie kennt", unterbrach Thranduil Elion erneut und deutete abwertend auf Dania.
      In Elion wuchs ein Kloss aus Zorn zusammen und erneut ärgerten ihn die Unterbrechungen durch den Elbenkönig.
      "Nein, ich kenne ihn nicht", sagte Elion und hielt provozierend inne, bevor er weiter sprach. "Aber ich weiß, welchen Auftrag sie verweigert hat. Ihr eigen Fleisch und Blut zu töten? Wie könnt ihr so etwas von ihr verlangen? Stellt euch...."
      "Wie kann ich so etwas verlangen? Nun, ich bin der König des Waldlandreiches. Ich kann verlangen, was immmer ich möchte, auch, dass man euch in Ketten legen soll und euch die nächsten dreißig Jahre in meinen Kerkern verrotten lassen soll", unterbrach Thranduil erneut und dieses Mal war seine Stimme noch bedrohlicher. Er hatte seine Warnung gesprochen.
      Elions Wut war inzwischen zu einem brodelnden Vulkan geschwollen und die Warnung des Elbenkönigs war für den jungen Zauberer wie eine Aufforderung weiter zu gehen.
      "Ich zweifle euer Urteil an. Oder würdet ihr euren eigenen Sohn töten, wenn jemand es euch befehlen würde? Nein, ihr würdet..."
      "Wenn mir jemand etwas befehlen würde? Sag mir mein Junge, wer sollte mir denn etwas befehlen wollen? Ihr?"
      Erneut hatte Thranduil Elions Worte abgewürgt wie die Luft aus einer Kehle und der junge Zauberer kochte vor Wut. Sein Blut pulsierte in seinen Adern und in Elions Augen brannte der Zorn wie ein Leuchtfeuer in der Nacht. Seine Fäuste waren geballt und Elion konnte nicht verstehen, wie ein Geschöpf so wenig Mitgefühl in sich haben konnte, wie der Elbenkönig.
      "Nun, Fremder. Was sagt ihr? Wollt ihr mir erneut Anlass geben..."
      "Schweigt!", schrie Atrion und seine Stimme war zu einem tosenden Sturm gewachsen. Die Blätte des Waldlandreiches erzitterten und der Boden bebte. Die Fackeln im Thronsaal erloschen schlagartig und Dunkelheit schwall heran wie eine Flutwelle am Strand des Meeres.
      Die Wachen zogen blitzschnell ihre Waffen und bildeten einen Halbkreis hinter Elion, während Thranduil unentwegt auf Elion starrte und sich seine Augen zu engen Schlitzen zusammenzogen.
      Legolas blickte erstaunt und gespannt auf die ihm gebotene Szene, hatte aber ebenfalls den Finge auf einem Pfeil gelegt, welchen er blitzschnell in seinen Bogen gespannt hatte.
      Elion sprach erneut, diesesmal entspannte sich seine Stimme und das Feuer der Fackeln kehrte an seinen rechtmäßigen Platz zurück:
      "Ich Bitte euch, ein letztes mal, habt Gnade. Ihr wisst, welche lastvolle Aufgabe ihr Dania aufgegeben habt. Ich weiß nicht, ob ihr Hass gegen jeden hegt, der sich vor eure Augen wagt, aber würdet ihr eurer eigenen Familie auch nur ein Haar krümmen? Verbannt sie, lasst sie nie wieder vor eure Augen treten, aber sie zu Töten ist Wahnsinn. Ich bin mir sicher, dass ihr nicht als Wahnsinniger Elbenkönig bekannt sein möchtet, oder?"
      Elions Worte standen wie eine brodelnde Gewitterwolke im Raum und Thranduil ging mit langsamen Schritten auf Elion zu. Erneut musterte er den jungen Zauberer und umpirschte ihn wie eine giftige Schlange, wenn sie durch das hohe Gras gleitet.
      Dieses Mal schien Thranduil zwar ungemein wütend zu sein, aber ein unterschwelliges Staunen machte sich in seinem Gesicht breit, während er Elion musterte.
      "Ich bin beeindruckt. Ihr seid mächtig und nicht viele wagen es, mich zu unterbrechen, geschweige denn, mir einen Befehl zu erteilen", sagte er und die Kälte seiner Stimme legte sich erneut um Elion wie ein eisiger Mantel.
      "Ich werde eurer Bitte nachkommen. Dania darf euretwegen am Leben bleiben, aber wird nie wieder einen Fuß durch die Tore des Waldlandreiches setzen. Falls sie es doch tut, wird man sie hinrichten."
      Danias Mund stand weit offen und Thren konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Selbst Legolas wirkte belustigt über das Spektakel, welchem er gerade beiwohnen durfte, sagte aber nichts, sondern zwinkerte Elion erneut zu.
      Die Wachen steckten ihre Waffen weg und ließen Danai aufstehen.
      Sie sprang auf und fiel Elion um den Hals. Er war überwältigt und erwiderte ihre Umarmung zaghaft, während er seinen Blick keine Sekunde lang von Thranduil abwandte.
      Danias Haare dufteten fantastisch nach Lavendel und sie zitterte noch immer vor Angst an Elions Brust, während sie sich an ihm festhielt und Tränen fielen auf Elions Brust. Freudentränen.
      Gemeinsam verließen die drei Gefährten den Thronsaal und gerade erreichte Elion die Treppe, als Thranduil ihm hinterher rief:
      "Fremder. Ihr tragt etwas Gefährliches in euch, es ist sehr alt und ihr werdet es nicht kontrollieren können, wenn es in euch an Macht gewinnt. Etwas, von dem ihr selbst noch nichts wisst. Hütet euch vor der Versuchung der Dunkelheit. Widersteht dem Drang und den Gelüsten der Macht, oder seht eurem Untergang ins Auge!"
      Elion blickte unsicher zu Thranduil und sein Kopf qualmte wie ein Hochofen in der Schmiede der Zwerge. Er hatte keine Ahnung, wovon der Elbenkönig gesprochen hatte, aber immer wieder hallten die Worte durch seinen Kopf.
      "Elion! Komm jetzt, lass und diesen Baumgarten hier verlassen", unterbrach Thren Elions Gedanken und stupste ihm mit dem Kriegshammer gegen die Hüfte.
      "Außerdem habe ich Hunger", ergänzte der Zwerg und ging mit Dania die Treppen runter.
      Elion blickte ein letztes Mal zurück zu Thranduil. Ein hämisches und böses Grinsen lag auf dem Gesicht des Elbenkönigs und Elion durchfuhr erneut ein Schauer, dann drehte er sich um und folgte Thren und Dania.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • @Lehaidin
      Dieser. Arsch. ist. so. gemein. Einfach die arme Dania zum Tode verurteilen. Ich war fest überzeugt, dass sie stirbt- aber, dass Elion sich für sie einsetzt, ist mega cool :)
      Dann hätte ich mich wetten trauen, dass Thranduil sie beide hinrichten lässt.

      Aber nein- sie gehen einfach chillig was essen :D

      Und.... LEGOLAS!!!! :love: :love: :love: :love: :saint: LEGOLAS!!!!

      Okay, sorry. Ich komm wieder runter.

      LG
      Blue
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • Hey, @BlueRosesInMyHeart,
      Schön, dass du wieder da bist und weiterlesen konntest
      Ja, Thranduil ist ein Blödmann Habe auch lange überlegt, ob ich jetzt schon jemanden sterben lassen soll, hab mich aber dagegen entschieden. Die Gründe werdet ihr irgendwann sehen ;)
      Legolas Auftritt wird aber leider auch schon fast beendet sein, mir ist wichtig mal Neue Dinge zu erfinden und nicht zu viel von Tolkien zu übernehmen

      LG
      Lehaidin
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Kapitel 4
      Das Land der Pferdeherren

      Vier Tage waren vergangen, seit dem Elion, Thren und Dania das Waldlandreich verlassen hatten und ihr Ziel rückte Näher. Die Hallen von Aglarond lagen auf der Nordseite der Ered Nimrais, der weißen Berge, in der Nähe einer uralten Festung der Menschen.
      Thren erzählte die wunderlichsten Geschichten über die funkelnden Grotten, in denen die Zwerge des Nordens Stollen bis in die größten Kristallhöhlen Mittelerdes gegraben hatten. Er schwärmte von den Handwerkskünsten der Zwerge, mit denen sie Mithril bearbeiteten, er schwärmte von den Tavernen, in denen das Bier floss wie Wasserfälle und er schwärmte vom kristallenen Reichtum der glänzenden Grotten.
      Elions Gedanken schwirrten planlos umher und noch immer hallten Thranduils Worte in den Tiefen seines Bewusstseins wieder, aber ein neuer Gedanke übertönte seine Begegnung mit Thranduil.
      Die Festung, zu der sie aufgebrochen waren, war keine geringere als Helms Klamm. Der Name der Menschenfestung versetzte Elion zurück in die Tavernen von Nordhelm, in denen Helms Klamm wie eine Legende durch die Münder getragen wurde.
      Geschichten, in denen, Zehntausende gegen die Wälle der Hornburg prallten und gerade in der Stunde der Niederlage ein junger Waldläufer sein Schicksal akzeptierte.
      Dania war ebenso freudig gelaunt wie ihre Gefährten und lief, fröhlich pfeifend, vor ihren Lebensrettern her. Immer wieder zeigte sie in die Ferne und erklärte Elion die Geschichten hinter den großen Namen von Mittelerde.
      Besonders Isengart weckte das Interesse des jungen Zauberers, als er die Spitze des schwarzen Turmes über Fangorn aufragen sah und Elion war fasziniert von Sarumans Verrat und dem Rat der Zauberer. Lange blickte er auf die zackige Spitze des Turmes und stellte sich die Ents vor, welche Isengart zerstört hatten. Mit gewaltigen Steinen und ihren riesigen Körpern hatten die Bäume Isengarts Mauern zerstört und die Uruks vernichtet, aber der Turm hatte der rohen Gewalt der starken Bäume standgehalten.
      Nun existierte er wie ein Mahnmal an der Pforte von Rohan und erinnerte an Sarumans scheußlichen Verrat, mit dem er Mittelerde beinahe vernichtet hätte.
      Vor den drei Gefährten wurde die Landschaft Flach und trocken. Das Gras war gelblich und kurz, während seichte Hügel übersät mit kleinen Felsen vor ihnen auftauchten.
      "Jetzt sind wir in den Landen von Rohan. Das Land der Pferdeherren. Das Land von König Èomer, sagte Dania und sprang geschickt auf einen kleinen Felsen, auf dem sie ins Landesinnere blickte.
      Ihre Augen überflogen das Land un den fernen Horizont, an dem die Berge schimmerten und hielt sich, vor der Sonne schützend, die Hand über die Augen.
      "Was seht ihr, Fräulein Dania? Irgendwelche ungehobelten Gestalten?", brummte Thren zu der blonden Elbin hoch und bohrte mit dem Kriegshammer im Gras.
      "Nein, der Weg ist frei, aber wir werden Besuch bekommen. Eine Reitergruppe ist nur wenige Meilen entfernt. Ich vermute, sie überprüfen die Grenze nach Räubern der Nebelberge", antwortete die schöne Elbin und schmunzelte etwas.
      "Räuber? Ich dachte Mittelerde lebt in Frieden?", warf Elion ein, schaute in die Landschaft und fragte sich, woher die Elbin wissen wollte, dass sich Reiter näherten. Er sah und hörte nichts, nur eine leichte Brise ließ die kurzen Grashalme wackeln, während kleine Wölkchen am Himmel entlang glitten wie Treibholz auf dem Wasser.
      "Nun, junger Herr Elion. In den Geschichten wird das Gute gepriesen, aber das schlechte gemieden. Mittelerde hat zwar keinen Feind mehr, der versucht es zu zerstören, aber die Folgen des Krieges sind fast schlimmer als der Krieg selbst. Armut und Notstand herrscht auf dem Land und die Herren von Gondor und Rohan versuchen verzweifelt zu helfen, müssen sich aber ihren Mitteln anpassen. Aragorns "Goldene Tage als König" sind Lange vorüber und Schulden plagen die Königshäuser von Mittelerde. Zehn Jahre lang lebten das Volk nach dem Krieg in Frieden und Wohlstand, dann konnten die Zwerge kein weiteres Geld mehr entbehren. Schulden häuften sich an wie Berge voll Schnee in winterlichen Bergen", erklärte Thren und stemmte sich auf seinen Kriegshammer.
      "Warum können die Zwerge kein Geld mehr entbehren?", fragte Elion.
      "Nun, normalerweise bekommt man eine Gegenleistung für sein Geld. Zehn Jahre lang herrschte ein reger Handel zwischen den Zwergen und den Menschen, aber mit der großen Dürre kamen die Schulden zustande. Drei Jahre Lang schenkte mein Vater seinen Verbündeten Geld, aber auch das Volk der Zwerge hat seinen Stolz. Getrieben von seiner eigenen Art, stellte mein Vater die Zahlungen ein und versagte den Menschen die Unterstützung mit Geld", antwortete Thren und Elion bemerkte, dass den bärtigen Zwerg diese Entscheidung noch immer ärgerte.
      "Macht euch bereit und senkt die Waffen, die Patrouille ist gleich bei uns!", unterbrach Dania das Gespräch und sprang leichtfüßig von dem Felsen.
      "Woher...", fing Elion an, wurde aber von einem lauten Wiehern unterbrochen.
      Kurze Zeit später rauschten drei Dutzend Reiter hinter einem Felsen hervor und ritten direkt auf die drei Freunde zu. Elion war unwohl zumute. Die Pferde waren größer und stärker als die eleganten Pferde der Elben und die Männer blickten fast grimmiger als Thranduil auf die Gefährten herab, während sie sie kreisförmig einschlossen und immer enger auf sie zuritten.
      Innerhalb weniger Augenblicke waren Elion, Dania und Thren eingeschlossen von gewaltigen Pferdekörpern und unzählige Speerspitzen glänzten vor ihren Gesichtern.
      Einer der Reiter drängte sich durch eine Schmale Lücke und unter seinem Helm konnte Elion ein narbiges Gesicht mit Falten erkennen. Der Mann war über fünfzig, schätzte Elion vorsichtig, und auf seinem Helm wehte ein roter Panasch. Mit einem etwas eingerosteten Schwung ließ sich der Mann von seinem Pferd fallen und landete gezielt mit den Füßen im Gras.
      "Ich fasse nicht, dass das wieder passiert", lachte er belustigt und stemmte seine Hände in die Hüften.
      An seinem Gürtel schimmerte ein silberner Schwertknauf und seine Rüstung war aus einem gut gepflegtem Leder.
      "Was treiben ein Elb, ein Mensch und ein Zwerg hier in der Riddermark? Sprecht Rasch!"
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


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    • @Lehaidin
      Ja, aber Legolas... ich muss ihn einfach anschmachten :rofl:
      Bin gespannt, was für eine große Rolle Dania noch bekommt, wenn sie nicht sterben durfte.

      Das nächste Kapitel ist auch gut- hatte sofort die Szene im Kopf, wo diese Reiterschar auf die Zwerge und den Zwergenkönig trifft, bei dem mit "Ich fasse nicht, dass das wieder passiert" Göttlich, diese Szene ist einfach göttlich! :hail:

      Aber im ersten Satz von Kapitel 4 das "Näher" muss klein.

      Liebe Grüße,
      Blue :)
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • Kapitel 4
      (Fortsetzung)

      "Wir sind auf dem Weg nach Aglarond. Verratet mir euren Namen, Pferdeherr, dann werde ich euch meinen nennen", antwortete Thren und stellte seinen Kriegshammer auf den grasigen Boden.
      Der Pferdeherr starrte Thren fassungslos an und ging einen Schritt auf den Zwerg zu, der ruhig da stand und unentwegt in die Augen seines Gegenüber blickte.
      Plötzlich fing der Arführer der Reiterschar an zu lachen und winkte mit der Hand, worauf hin die anderen Reiter die Speere zurückzogen und entspannt den Kreis größer machten.
      Dann nahm der Pferdeherr seinen Helm ab und blonde Haare fielen auf seine Schultern. Ein älteres Gesicht kam zum Vorschein, aber Elion wusste sofort dass der Krieger eine gewaltige Vergangenheit durchgemacht hatte.
      In den Augen des Rohirim glänzten so viele Gefühle und so viel Erfahrung, aber gleichzeitig auch so viel Schmerz und Leid, dass Elion das Gefühl hatte, unter der Anwesenheit dieses Mannes zu schrumpfen.
      "Ihr seid eurem Vater sehr ähnlich, Zwerg. Trotzdem hätte ich euch beinahe nicht erkannt. Prinz von Aglarond", sagte der beeindruckende Pferdeherr und steckte seinen Helm an das Sattelgeschirr seines Pferdes.
      "König Èomer", hauchte Danai und verbeugte sich.
      Thren tat es ihr gleich und auch Elion fiel vor dem König von Rohan auf die Knie.
      "Erhebt euch, hie draußen bin ich ein Mann wie jeder andere auch. Ihr müsst euch nicht verbeugen", sagte Èomer und lächelte freundlich.
      "Nun, erzählt mir von eurer Reise. Und davon, wie eine Elbin, ein junger Zauberer und ein königlicher Zwergenprinz zusammengekommen sind", fügte er hinzu und stemmte erwartungsvoll seine Hände in die Hüfte.
      Gemeinsam setzten sich Elions Gefährten und der König von Rohan auf einen Nahe gelegenen Felsen und Thren begann die Geschichte zu erzählen. Èomers Reiter teilten sich auf und ritten weiter an der Grenze entlang, während Èomer interessiert der Geschichte des Zwerges lauschte.
      Immer wieder schmückte der Zwerg Elions und Danias Taten bis ins unermessliche aus und Èomer zwinkerte Elion grinsend zu, als ob er verstanden hätte, dass die Geschichte weitaus weniger Staunen hervorrufen würde, wenn man sie wahrheitsgemäß wiedergeben würde.
      Trotzdem schwieg der König von Rohan und lauschte gespannt den Abenteuern, die Thren ununterbrochen ausschmückte.
      Als Thren seine Geschichte beendet hatte, schwieg Èomer einen kurzen Moment und wandte sich dann an Elion.
      "Ihr solltet aufpassen. Thranduil ist Niemand, mit dem man sich leichtfertig messen sollte, auch wenn ihr ein durchaus tatkräftiger Zauberer seid", sagte der König und blickte schelmisch zu Thren rüber, als er von den Zauberkünsten Elions sprach.
      "Und außerdem will ich wissen, was ihr so weit weg von Nordhelm macht. Was sucht ihr in Mittelerde?", fragte Èomer und musterte Elion aufmerksam.
      Der junnge Zauberer schwieg einen Moment und auch Thren und Dania schauten interessiert zu Elion, während er sich überlegte, wie er seine Lage am besten beschreiben konnte.
      "Ihr kennt Nordhelm? Wart ihr einmal dort?", versuchte Elion von der eigentlichen Frage anzulenken.
      "Nun, als sehr kleiner Junge einmal. Mein Vater nahm mich mit. Die Reise war mühsam und gefährlich, aber ja, ich war in Nordhelm! Und trotzdem steht eine Frage aus, die nach einer Antwort sucht", antwortete der König und kneifte seine Augen zusammen, als ob er versuchte, in Elion hineinzublicken.
      "Ich... Ich bin geflohen. Meine Eltern wurden getötet und eine junge Hexe machte Jagd auf mich. Und so floh ich aus meiner Heimat. Bis nach Mittelerde", antwortete Elion und er wich dem kritischen Blick des Königs aus.
      Èomer musterte den flüchtigen Zauberer noch einige Augenblicke und lächelte dann zufrieden.
      "Nun, Nordhelm ist ein Ort der Magie, ich bitte um Entschuldigung, dass ich die Erinnerung an den Tod eurer Eltern aufgebrochen habe. Das war nicht meine Absicht. Ich glaube euch und entschuldigt meine Skepsis. Rohan war schon immer ein Angriffspunkt in Mittelerde. Zu oft haben wir Fremde in unsere Mitte gelassen und... viel bezahlt", antwortete Èomer und sein Blick schweifte in die Ferne ab, als ob er in seinen Erinnerungen kramte.
      Dania musterte Elion ebenfalls skeptisch und der junge Zauberer wusste, dass sowohl Èomer, als auch die junge Elbin seiner Geschichte nicht alles abgekauft hatten.
      Thren hingegen blickte zufrieden zu Elion und klopfte ihm mitfühlend auf die Schulter, wobei das Mitgefühlt der Zwerge den Körper des jungen Zauberers gehörig durchschüttelte.
      "Nun, ich denke, damit kann ich euch weiterziehen lassen, ihr Wegräuber, ihr Lumpenpack", scherzte der König von Rohan und ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
      "Lasst mich eure Reise etwas erleichtern", ergänzte er und drehte sich um, währende eine kleine Reitergruppe von ihrem Grenzritt zurückkam.
      "Mers, Thalan!", rief er und stieß einen lauten Pfiff aus.
      Zwei Pferde kamen ohne Reiter aus der Gruppe hervor und ritten auf den königlichen Pferdeherren zu, wieherten und blieben vor Èomer stehen.
      Er fuhr ihnen zärtlich über die Nüstern und streichelte sie am Hals, während er sie auf Elion, Dania und Thren zuführte.
      "Das ist Mers", sagte Èomer und gab Dania die Zügel für einen kräftigen braunen Hengst, der zutraulich auf Dania zulief und ihr mit dem Kopf gegen die Schulter stupste.
      Die blonde Elbin beugte sich zu Mers hinab und flüsterte einige Worte auf elbisch, woraufhin das Pferd brav vor ihr stehenblieb und ihr zuhörte, als ob er ihre Sprache verstehen könnte.
      "Mers ist ein starkes Pferd, er wird euch und den Zwergenprinzen tragen können", nickte Èomer und wandte sich Elion zu.
      "Ihr seid schon geritten, Zauberer? Das ist Thalan, er ist ein zahmer und ganz ruhiger Schimmel, er wird euch gute Dienste leisten."
      Elion zögerte als der König ihm die Zügel hinhielt. Er war ein passabler Reiter, aber auf Pferde hatte er eine Wirkung, die er nicht erklären konnte. Sie hatten beinahe Angst vor ihm, sie wieherten meistens panisch auf, sprangen um sich und traten nach allem, was sich bewegte.
      Vorsichtig fasste er die Zügel und das Pferd ging einige Schritte auf ihn zu. Es fing an zu schnuppern und plötzlich wieherte es auf, es sprang auf die Hinterbeine und Elion wich panisch zurück.
      Thalan beruhigte sich, nachdem Èomer ihm einige elbische Wörter zurief und Elion wagte einen erneuten Versuch.
      "Er hat Angst vor dir. Warum auch immer?", stellte Dania fest und stieg von Mers ab.
      "Sag ihm, dass du ein Freund bist. Auf elbisch!", ergänzte Dania und stellte sich geduldig neben Elion.
      Der junge Zauberer kramte in seinem Kopf nach den richtigen Worten und ging vorsichtig ein paar Schritte auf den weißen Schimmel zu, der erneut begann panisch zu wiehern.
      "Inye engiè mellon. Inye engiè mellon", sprach Elion mit einer sanften und beruhigenden Stimme.
      Das Pferd stellte seine Ohren aufmerksam auf und lauschte den Worten, bis es schließlich ebenfalls vorsichtig auf Elion zuging. Einen kurzen Moment lang zögerte es, aber die warmen und freundlichen Worte des Zauberers schafften es, dass Thalan vor Elion zum stehen kam.
      Elion streichelte die Nüstern des majestätischen Tieres und sagte noch immer die freundlichen elbischen Worte, während das Pferd seinen Kopf vor die Brust der Zauberers senkte.
      Dann verabschiedeten sich die Gefährten von König Eomer und bedankten sich für die Pferde.
      Ihre Reise war um ein gutes Stück schneller geworden.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Kapitel 5
      Der beste Freund des Menschen

      Stunden waren vergangen und die Landschaft war noch immer so einseitig wie an der Grenze zu Rohan. Gelbliches kurzes Gras und karge Felsen säumten das Land und nur selten erhaschte man einen flüchtigen Blick auf jämmerliche Fichtenhaine oder heruntergekommene Bauernhäuser.
      Rohan war furchtbar langweilig und Elion konnte kaum nachvollziehen, dass Menschen hier seit Jahrhunderten lebten und das als ihre Heimat bezeichneten. Trotzdem wurde ihm schnell bewusst, dass er Nordhelm ebenfalls seine Heimat nannte, obwohl die Eiswüste auch nicht gerade eine Oase der Vielfältigkeit war.
      Im Gegenteil, Nordhelm war vielleicht sogar noch einseitiger als Rohan. Die meiste Zeit über herrschten Schneestürme und eisige Winde, kalte Eiszapfen hingen das ganze Jahr über an den Häusern der Stadt und die Schneemassen türmten sich zumeist Meterhoch vor den Toren der Stadt auf. Nur ganz selten ließen die Schneewolken die wärmenden Strahlen der Sonne die Erde berühren und den Schnee wunderschön glitzern.
      Gähnend ritten die Gefährten durch die Lande der Pferdeherren und Elions Rücken schmerzte unter dem ruppigen Galopp des Pferdes.
      Gerade ritten sie über einen weiteren grasbedeckten Hügel aus Langeweile, als Thren in der Ferne einen kleinen Berg aus der Landschaft aufragen sah und die Gruppe zum Anhalten aufforderte.
      Elions Geschichtsstunde hatte mal wieder begonnen.
      "Elion, komm her, siehst du den Berg, der mitten dort hinten steht?", fragte er und deutete in die wage Richtung des kleinen Hügels.
      "Das ist Edoras, die Hauptstadt von Rohan und der Sitz von König Èomer. Auf dem Gipfel des kleinen Berges liegen die goldenen Hallen von Meduseld", ergänzte er und Elion hielt sich die Hand über die Augen um auch in der prallen Sonne einen Blick auf die Hauptstadt von Edoras erhaschen zu können.
      "Edoras... Es ist ziemlich klein?", stellte Elion fest und zog die rechte Augenbraue fragend nach oben.
      "Ja, Elion, Rohan ist ein Land von Bauern und Pferdezüchtern. Die Hauptstadt wird nicht sonderlich stark bewohnt. Eigentlich nur von den Älteren und einem kleinen Teil der Armee", erklärte Dania und zuckte mit den Schultern.
      Elions Blick schweifte über die Landschaft und plötzlich fiel seine Aufmerksamkeit auf ein Bauernhaus etwa 10 Meilen vor ihnen in Richtung der weißen Berge.
      Ein kleiner Fichtenhain lag neben dem seltsam qualmenden Gebäude und ein kleiner See eröffnete sich im Tal von zwei Hügeln vor dem Bauernhaus.
      "Was ist das?", fragte Elion und zeigte auf seine Entdeckung.
      "Das sieht aus wie..."
      "Es ist ein Bauernhaus, es ist verkohlt und hat vor kurzem gebrannt. Ich kann nicht erkennen von was, aber ich sehe eine Gruppe von Reitern, die das Gebiet verlassen", sagte Dania und würgte Thren ab.
      "Räuber", grummelte dieser und blickte grimmig auf die dünnen Rauchschwaden, die sich in den Himmel erhoben.
      "Kommt, wir sollten uns das anschauen", sagte Elion und fasste die entschlossen fester.
      "Ich halte das für keine gute Idee", warf Dania ein, aber Thren und Elion ließen sich nicht beirren und ritten weiter.
      Es war tatsächlich ein Bauernhaus. Verkohlt und heruntergebrannt lagen die Überreste vor den Gefährten, als sie von ihren Pferden abgestiegen waren und sie an den See geführt hatten, damit sie Wasser trinken konnten.
      Niemand sagte etwas. Alle schauten mitleidig auf die Ruinen des Wohnhauses und den Stall, welcher noch immer leicht in Flammen stand und Rauchschwaden in den Himmel blies.
      Vorsichtig ging Elion voraus und betrat die noch immer dampfenden Überreste des Wohnhauses. Aschehaufen auf den versengten Bodendielen ließen Stühle erahnen und ein verkohltes Tischbein waren die einzigen Zeugen des Essbereichs inmitten des Raumes gewesen.
      An den Überresten der linken Wand standen zwei verbrannte Bettgestelle und auf dem Boden unter den Gestellen lagen zwei leblose erwachsene Körper. Ihr Leib war vom Feuer verbrannt und noch immer roch es nach verbranntem Fleisch.
      "Das ist scheußlich!", fauchte Dania und ihr Gesicht war voller Schmerz, als sie auf die toten Bewohner des Bauernhauses blickte.
      "Es ist noch viel scheußlicher. Wer tut sowas?", sagte Elion und deutet auf ein kleines Gestell, dass auf der anderen Seite des Raumes stand.
      Ein Kinderbett qualmte dort vor den Überresten des Kamins und in dem Gestell lagen die leblosen und verbrannten Überbleibsel eines Kindes.
      Dania wagte es nicht in das Kinderbett zu gucken und hielt sich die Hand vor den Mund, während ihr Tränen leise zischend auf den , noch immer heißen, Boden fielen. Thren stand schockiert am verkohlten Kinderbett, er ließ seinen Kopf auf die Schulter sinken und seine Arme hingen schlaff am Körper runter.
      Elion war ergriffen, er konnte nicht verstehen, wie jemand so etwas tun konnte, er war wütend. Sein Gesicht blickte grimmig in die dunklen Aschehaufen im Kamin und er stellte sich vor, wie er diejenigen verbrennen würde, die dieser Familie solch ein Schicksal beschert hatten.
      Ein zufriedenes Lächeln huschte über seine Mundwinkel als er in seinen Gedanken die Räuber verbrennen ließ.
      "G..Gefällt dir das etwa?", fragte Dania schockiert und Elion zuckte zusammen.
      "Was? Was, nein, das ist abscheulich. Ich.. Ich habe gerade daran gedacht, was ich tun würde, wenn ich diejenigen in die Finger bekomme, die das getan haben", antwortete Elion und sein Lächeln verschwand schlagartig.
      "Und du glaubst, das macht es besser? Du glaubst, es würde diese Familie zurück ins Leben bringen?", stellte Dania wütend fest und sie ballte ihre Fäuste.
      "Was willst du machen, wenn du sie gefunden hast, die Räuber. Sie alle töten? Anderen Familien ihre Väter nehmen? Menschen töten, die jemandem wichtig sind? Glaubst du so machst du irgendetwas besser?", beschwerte sie sich weiter und ging erbost einen Schritt auf Elion zu.
      "Er hat es nicht so gemeint, Dania", sagte Thren und stellte sich zwischen sie und Elion.
      Dania schaute wütend auf Elion, warf Thren einen verachtenden Blick zu und stürmte raus ins Freie.
      Elion und Thren blieben einen kurzen Moment im Haus zurück und schauten der blonden Schönheit erleichtert hinterher, bis sie ebenfalls diesen Ort der Trauer und der Abscheulichkeit verließen.
      Draußen stand Dania am See und blickte über das vom Wind leicht kräuselnde Wasser, noch immer verließen Tränen ihre grünen Augen und fielen auf das steinige Ufer.
      Elion ging schweigend auf Dania zu und wollte gerade seinen Mund auf machen, als ein fiepen aus dem Stall ertönte. Wie angewurzelt blieb der junge Zauberer stehen und Dania fuhr aufgeweckt herum.
      "Was war das?", fragte Thren, der das Fiepen ebenfalls gehört hatte.
      "Da lebt noch etwas!", sagte Elion und stürmte los.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -


    • Kapitel 5
      (Fortsetzung)

      Das Fiepen kam aus dem Stall und Elion hielt sich ein Stück seines Mantels vor den Mund, als er den noch immer rauchenden und leicht brennenden Stall betrat. Die Pferde waren ausgeflogen oder von den Räubern gestohlen worden, denn der Stall war leer und in die letzten brennenden Holzpfeiler des Daches hielten die Streben in der Luft.
      „Das hält nicht mehr lange“, rief Thren und auch er hielt sich den Saum seines Mantels vor das Gesicht.
      Dania hatte sich ein weißes Tuch um den Mund gebunden und atmete in ruhigen Stößen ein und aus, während sie aufmerksam durch den, von Rauch gefüllten, Stall blickte. Elion schloss die Augen und horchte durch den knisternden Raum.
      Das Geräusch schien aus dem hinteren Ende des Stalles zu kommen, ein Teil des Gebälks war dort bereits zusammengebrochen und nun war die Ecke von glimmenden Holzbalken durchzogen. Erneut ertönte das Fiepen und Elion kniff die Augen zusammen, während er in die Hocke ging und unter den Holzbalken hindurchspähte.
      „Es ist ein Tier, da hinten liegt ein Tier. Ich kann nicht erkennen…“
      „Ein Hund“, hörte Elion Danias dumpfe Stimmer hinter sich.
      Plötzlich knackte das Dach gewaltig und Thren zuckte zusammen. Auch Dania schaute besorgt zu den brennenden Dachbalken und drängte sich durch einen Zwischenraum von zwei umgestürzten Balken um näher zu dem scheinbar verletzten Hund zu kommen. Das Dach knackte erneut und dieses Mal flogen bereits kleine Holzstücke von der Decke.
      „Raus hier!“, schrei Elion und zog Dania zurück.
      „Ich lasse den Hund nicht zurück!“, fauchte die Elbin zurück.
      „Ich auch nicht! Aber ihr müsst hier raus, vertraut mir!“, befahl Elion und zog die, sich sträubende Elbin zurück.
      „Dania, ich widerspreche euch nur ungern, aber Elion hat Recht. Raus!“, mischte sich Thren ein und zog die blonde Elbin mit sich durch den Rauch nach draußen. Elion kroch durch die umgestürzten Balken und suchte nach dem Hund. Im hintersten Eck lag ein junger Hund, gerade kein Welpe mehr, unter einem Holzbalken, der von der Decke gestürzt war. Sein Hinterteil war von dem Gewicht eigequetscht worden und leicht glühend hatte sich der Balken in sein Fleisch gefressen. Vor dem eingeklemmten Junghund lag ein lebloser, großer Körper, der sich für Elion schnell als Hündin rausstellte, die Mutter des kleinen Hundes. Ihr Kopf war unter einem gewaltigen Dachstreben zerdrückt worden und Blut quoll an ihrem Hals hervor. Sie war tot.
      Elion hatte den Hund erreicht und streichelte ihm mitfühlend über den Kopf, während dieser leise fiepend und vor Schmerz zitternd unter dem Balken lag. Der junge Zauberer ließ seine Gedanken über den glimmenden Holzbalken schweifen und stellte sich vor, wie das glühende Holz seine Hitze verlor und die glimmenden Stellen wie von Wasser gelöscht verschwanden. So wie er den Zauber und seine Gedanken vereinte und sie im Kopf aussprach, verschwanden die golden glühenden Stellen auf dem Holz und der Balken war so kalt wie ein Baum im Wald. Elion stemmte sich unter den Balken und hielt ihn mit beiden Händen fest, dann drückte er mit seiner ganzen Kraft nach Oben. Mühsam lockerte er das Gewicht von den Hüftknochen des Junghundes und dieser fiepte schmerzhaft auf, während er unter dem Balken hervorkroch. Stöhnend ließ Elion den Balken fallen und das Dach erzitterte unter den Vibrationen des Aufpralls. Dann brach es in sich zusammen.
      Dania und Thren sahen den Einsturz und eine gewaltige Feuerwolke stob in die Luft.
      „Nein“, schrie Dania und rannte auf den Stalleingang zu, aber Thren hielt sie auf.
      „Dania, das ist Wahnsinn, bleibt hier!“, sagte er und hielt ihr Handgelenk fest. Ein weiterer Feuerstoß, der aus dem Eingang fegte, bestätigte Threns Warnung und Dania schaute schockiert in die heißen Flammen. Sie sank auf ihre Knie und blickte gequält durch den zusammenbrechenden Eingang. Thren legte ihr mitfühlend die Hand auf die Schulter und er wollte gerade aufmunternde Worte auf die Elbin hinabregnen lassen, als er eine Bewegung im inneren des Stalles wahrnahm.
      Dania hatte ihren Kopf gesenkt und fing an leise zu flüstern: „Er hat mir das Leben gerettet…Und..WO war ich?“
      Thren lächelte und tippte der jungen Elbin auf die Schulter. Sie drehte sich zu dem lächelnden Zwerg um und Tränen fielen auf ihre Lederrüstung hinab, aber Thren zeigte mit dem Finger in die Flammen und ignorierte ihr gequältes Gesicht. Dania fuhr herum und blickte in Elions Gesicht, der mit dem Junghund im Arm vor ihr stand und lächelte.
      „Tränen? Ist was passiert?“, fragte er belustigt und Dania fiel ihm um den Hals. Elion spürte ihren Körper, den sie an ihn presste und er fühlte sich geborgen und sicher. Er wusste nicht wieso, aber seit seiner ersten Begegnung mit Dania, hatte er sich zu der blonden Schönheit hingezogen gefühlt und immer wieder schweiften seine Gedanken an ihren staunenden Blick zurück, mit dem sie ihn angeschaut hatte als er zum ersten Mal vor ihr gezaubert hatte.

      „Wir sollten uns den armen Hund mal anschauen“, unterbrach Elion die Umarmung und löste sich von Dania, obwohl er tief im seinen Inneren noch viel länger ihre Wärme hätte spüren wollen, aber Threns verlegener Blick ihn zurück in die Realität geholt hatte.

      Vorsichtig legte er den Junghund auf das weiche Gras am See und streichelte ihn erneut hinter den Ohren. Zitternd nahm der schutzlose Hund die Berührung wahr und schwach versuchte er sich zu Elion aufzurichten, sacke aber zurück und blieb liegen. Der junge Zauberer tastete den Rücken des Hundes ab und schmunzelte, während er spürte, wie die Hüftknochen unter dem Gewicht des Balkens zerbrochen waren. Der Hund heulte vor Schmerz auf, als Elion sanft über die Bruchstelle fuhr und mit ruhigen Worten und sanftem Streicheln beruhigte er den Junghund wieder. Dann breitete Elion die Hände über dem Hinterteil des Hundes aus und in seinen Gedanken verband er die verschiedensten Heilzauber. Er ließ das verbrannte Fleisch nachwachsen, den Bruch verschwinden und das Fell zurück an die kahlen Stellen kehren. Minuten vergingen und immer wieder leuchteten Elions Handflächen golden Auf, während wie mit Geisterhand das Fell über den Brandstellen zurückkehrte und in Sekundenschnelle nachwuchs. Das Leuchten in Elions Hand strahlte ein letztes Mal in einem kräftigen Schimmer auf und verschwand schlagartig. Schweißgebadet erhob sich Elion und vorsichtig stellte er den Junghund auf seine Pfoten. Unbehaglich setzte der Hund seine Pfoten auf das Gras und erwartete den Schmerz, den er bereits im Stall empfunden hatte, nun auch jetzt zu spüren, aber verwundert tapste das schwarze Hündchen zum Wasser und trank einige Schlücke.
      Dann sprang es glücklich auf du rannte einige Meter im Kreis um Elion und seine Gefährten herum, bis er schließlich freundlich zu Elion rannte und an ihm hochsprang.
      "Es sind die kleinen Dinge. Alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten."
      - Gandalf -