Das Krivbeknih [Fallout]

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 3.534 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Cethaya.

  • Kleine Fallout 3 Fanfic. Folgender Tagebucheintrag wurde am 24.02.2279 in den verseuchten Unterkammern des Dunwich-Gebäudes (Washington) gefunden.


    Das Krivbeknih


    Endlich bin ich an meinem Ziel angekommen. Neben mir erhebt sich der Obelisk bis kurz unter die hohe, mit Stalaktiten bestückte Decke. Ein graziler Frauenkörper ragt wie eine Galionsfigur aus seiner Spitze heraus. Weinranken schlängeln sich an ihm hoch und Totenköpfe stecken überall darin. Unheimlich, gespenstisch, und doch obliegt er einem guten Zweck.
    Zwei Tage irre ich nun schon durch dieses gottlose Gebäude. Steige immer tiefer in die Katakomben hinab und habe Dinge gesehen, die mich beinahe in den Wahnsinn getrieben haben. In meinen Händen halte ich das Buch. Ich habe absichtlich nicht viel darin gelesen. Wahrscheinlich wäre es mir genauso ergangen wie Jamie und seinem Vater. Ich hätte mich in einen dieser wilden Ghule verwandelt. In ein Wesen ohne Sinn und Verstand. Nur mit dem Drang zu töten und zu fressen.
    Das Buch berichtet über die "Älteren Wesen" und ihr Dasein zur Zeit der Entstehung der Erde. Über Schlangenmenschen und über die Kulte der Götter Azathoth, Cthulhu, Nyarlathotep, Shub-Niggurath, Tsathoggua und Yog-Sothoth. Zauber und Rituale zur Anrufung dieser „Großen Alten“ sind darin enthalten. Symbole, Flüche, Formeln. Das ganze Programm.
    In Point Lookout habe ich es gefunden. Auf einem Altar liegend in einer Sumpfhöhle. Die Familie Blackhall hat es lange Zeit besessen, solange, bis es ihnen gestohlen wurde. Und nun will Obadiah Blackhall, der einzig Verbliebene, es zurück haben. Marcella, eine christliche Missionarin dagegen will, dass es zerstört wird. In falschen Händen, sagt sie, kann es das Böse heraufbeschwören. Nur der Obelisk kann dem ein Ende setzen, sagt sie. Also habe ich es hierher gebracht.
    Jamie und sein Vater haben wohl dieselben Absichten gehabt. Konnten dem Buch jedoch nicht wiederstehen. Sind ihm verfallen. Wurden in dessen tiefen Abgründe gezogen wie durch einen Strudel. Doch anstatt zu Göttern, wurden sie zu seelenlosen Monstern.
    Ich erinnere mich an die Tagebücher von Jamie, die ich überall in den Terminals im Gebäude gefunden habe. Darin steht, wie Jamie seinem Vater hierher gefolgt ist. Wie er erkennen muss, dass sein Vater tot ist. Wie er das Buch findet und es nicht mehr aus seinen Gedanken streichen kann. Wie er langsam den Verstand verliert und beginnt, wirres Zeug zu reden. Wie er ein Ritual abhält um die alten Wesen heraufzubeschwören. "Abdul, komm zum Fest für die Schwachen. Alhazred!"
    Und nun bin ich hier. Habe Jamie getötet, weil er zum Ghul geworden ist. Meine Nackenhaare stellen sich beim Gedanken daran zu Berge, dem Buch den Garaus zu machen. Es reizt mich in allen Fasern meines Körpers, es aufzuschlagen und zu lesen. Dessen Geheimnisse zu erforschen. Auf all die Fragen eine Antwort zu bekommen. Sterben werde ich hier unten ohnehin. Ich bin umzingelt von Ghulen. Die Erkenntnis oder der ehrenvolle Tod? Als Ghulmensch weiter zu existieren oder für eine gute Sache sterben? Das ist die Frage.
    Doch die Entscheidung ist längst getroffen. Das Buch bricht langsam auseinander, als ich damit den Obelisk berühre. Zerfällt in meinen Händen zu Staub. Eine leichte Erschütterung ist zu spüren. Dann ist auch schon alles vorbei. Es ist also wahr.
    Mit der Genugtuung das Richtige getan zu haben, lehne ich mich an den Obelisk und ziehe meine 10-mm-Pistole. Lautes Kreischen ist zu hören. Tapsige Schritte im Dunkeln. Sie kommen.

  • Deine Inspiration dafür kam vom Nekronomikon, wenn ich mich nicht irre, mir fielen nur die Worte auf wie, Cthulhu und es wurde von Abdul Alhazred geschrieben. Ich finde ich echt toll, daraus eine Geschichte zu entwickeln. Ich bin wirklich schon gespannt wie es weitergeht. :thumbsup: Echt klasse!


    P.S.: Aber es gab da noch eine andere Geschichte, weshalb ich es mir zulegte. Es hieß darin, daß die Erde schon lange vor den Menschen bewohnt war und Krieg führten. Sie wurden von der Erde verbannt und man kann sie nur durch eines von sieben Tore und mit einem Wächter und einem Dolch zum Schutz beschreiten. Berührt man den Dolch, kann sich der Wächter gegen einen wenden und das wäre dann ziemlich übel. Und die Tore können nur von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang offen bleiben, wenn sie dann nicht geschloßen wären, würden die Verbannten zurück auf die Erde kehren und sich an den Menschen rächen und sie vernichten oder versklaven. Naja, so ähnlich jedenfalls. Aber irgendwie war da auch noch eine Liebesgeschichte, nur weiß ich die nicht mehr so genau.


    Das Nekronomikom selbst war verschüsselt, Dee und noch jemand gelang es, es zu entschüsseln. Ich selbst fand das Nekronomikon eher langweilig, mir gefiel die Geschichte besser, da das Buch wirklich nur aus Zaubersprüchen besteht und als Zusatz noch Das Buch von Salomon, äh oder hieß es Solomon, da bin ich jetzt etwas verwirrt.

    7 Mal editiert, zuletzt von Maitreya ()

  • @ Maitreya:


    Danke für das Feedback. :)


    Richtig, das Buch "Krivbeknih" im Videospiel Fallout 3 ist eine Anspielung auf H. P. Lovecraft's Nekronomikon. Ich hab den Text dementsprechend noch etwas ausgeschmückt. ;)


    Allerdings muss ich dich enttäuschen, weiter geht es leider nicht, ist nur eine Kurzgeschichte. (Hätte ich vielleicht noch erwähnen sollen). :whistling:

  • Oh, wirklich Schade. ;( Ich wußte allerdings überhaupt nicht, daß es davon auch ein Spiel gibt.
    Allerdings ist das Buch wirklich wie verhext, ich warf es weg, da ich zu der Zeit nur so vom Pech verfolgt wurde. Wobei ich auch gestehen muß, daß das Buch in Deutschland auch verboten ist, aber so etwas kann mich natürlich nicht abhalten, wenn ich erst einmal neugierig werde. ^^ Da viele denken, daß 6.te und 7.te Buch Moses sei das absolut Böse, aber das sind glatt noch Kinderbücher, im Gegensatz zu dem Necromicon, da vieles der Wahrheit entspricht.


    Habe aber mal so nachgesehen, was da steht, stimmt nicht. H.P. Lovecraft war ein Nachkomme von Abdul Alhazred, welcher das echte Necronomicon schrieb, es ist auch bekannt als Das Buch der Schwarzen Erde. Er lebt so 730 v. Chr. in der Nähe von Damaskus, man nannte ihn auch den verrückten Araber, auf ihn gehen auch die Freimaurer in Wahrheit zurück. Lovecraft selbst leugnete bis zum Schluß, daß er etwas damit zu tun hätte und seine Bücher nur Horrorbücher wären.


    Einige Teile fehen leider noch immer, das Buch war nur mit Punkten verschlüsselt, später erkannte man, daß es in Hennoch geschrieben war.

  • Danke für die aufschlussreiche Erklärung. :)


    Mit Lovecraft kenn ich mich ehrlichgesagt nicht aus, obwohl er Kontakte mit meinem Lieblingsautor Robert E. Howard gepflegt hat. Das ist aber auch schon alles was ich weiss. Natürlich ist mir der Cthulhu-Mythos auch ein Begriff aber das war's auch schon. Ist mir dann doch etwas zu schreg und düster. :threeeyes:


    Ich wußte allerdings überhaupt nicht, daß es davon auch ein Spiel gibt.


    Genauergesagt ist es nur eine Nebenquest in dem Spiel, die man durch das Add-on "Point Lookout" bekommt. Mir hat das so gefallen, weil es so gruselig war, dass ich eine Geschichte daraus machen wollte - und auch getan habe. ;D

  • Das es noch Menschen gibt, die noch nie etwas vom legendären Fallout 3 gehört haben 8|. Ich zocke seit zwei Jahren das Spiel immer mal wieder durch (natürlich mit großer Modunterstützung :D ), da es mich jedes mal aufs neue packt. Das hat bis jetzt kein anderes Spiel geschafft...


    Deku: Ich habe das "Krivbeknih" allerdings Blackhall übergeben, als ich bemerkt habe das die Missionarin ermordet wurde. Die Kronkorken habe ich einer Odyssey vorgezogen.


    @Maitreya: Bei Cthulhu muss ich sofort an South Park denken :P


    PS: Nette Kurzgeschichte übrigens :D

  • Hi Conqiusator, das liegt daran, daß ich nie spiele.


    Tatsächlich hat mich die Geschichte selbst irgendwie fasziniert, so daß ich mir das echte Nekronomicon zulegte, aber das bestand dann wirklich nur aus Zaubersprüchen und war überhaupt nicht interssant.

  • Deku: Ich habe das "Krivbeknih" allerdings Blackhall übergeben, als ich bemerkt habe das die Missionarin ermordet wurde. Die Kronkorken habe ich einer Odyssey vorgezogen.


    Du hast nicht viel verpasst:


  • @Conq: Fallout 3 ist der Hammer ! hab es selbst nie gespielt, aber hab meinem Bruder stundenlang zugeschaut :D


    Deku: Zu deiner Kurzgeschichte, es erinnert mich ein bisschen an Herr der Ringe, wo die Gefährten in Moria sind und Gandalf aus dem Logbuch? Tagebuch? sowas in der Art, von dem Zwerg vorliest. Dass du nicht viel mit Lovecrafts Werke zutun hast, wundert mich etwas, da Cthulhu zum Beispiel angesprochen wird und wie Maitreya schon erwähnt hat, es dem Necronomicon ähnelt. Auch wenn es etwas kurz ist, finde ich, kriege ich als Leser einen spannenden kurzen Einblick in die Geschichte ;)


    @Maitreya: Warum ist das Necronomicon in Deutschland verboten? oO habe schon auf vielen Seiten gesehen, dass das Buch online verkauft wird. (deutsche Internetseiten)

  • Dass du nicht viel mit Lovecrafts Werke zutun hast, wundert mich etwas, da Cthulhu zum Beispiel angesprochen wird und wie Maitreya schon erwähnt hat, es dem Necronomicon ähnelt.


    Ach, das hab ich nur kurz gegooglet. ^^


    Ansonsten dank ich dir, ist halt im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Kurzgeschichte. Aber diese Quest in Fallout 3 hat mich einfach so in ihren Bann gezogen, dass ich Lust hatte, das Ganze irgendwie zusammenzufassen und eine Geschichte daraus zu machen.