Der Gott, der nicht sein sollte

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    • @Rainbow
      Habe noch mal etwas am Ende gefeilt. Fällt mir irgendwie schwerer als erwartet. Keine Ahnung warum ...
      Ist es jetzt besser? Oder noch immer zu viel Kitsch und Klischee? X/


      Hier dann auch der nächste Teil. Mal sehen, wie gut / schlecht ich im Schreiben von Kampfszenen bin. :|


      Kapitel 3.0

      Marc Gray

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      Yus Arm entgleitet mir, als wir ruckartig in unterschiedliche Richtungen gerissen werden. Panisch versuche ich nach ihm zu rufen. Mein Mund öffnet sich, doch kein Laut verlässt meinen Hals. Um mich herum herrscht nur Dunkelheit. Nichts sonst. Nur dunkle, scheinbar endlose Leere.
      Gerade, als ich mit dem Gedanken spiele, dass dies hier die Welt ist, die einen Atheisten nach dem Tod erwartet, bilden sich überall helle Risse. Sie schneiden sich regelrecht durch die Finsternis. Zuerst willkürlich verteilt, einige winzig kleine, dann immer mehr, die sich binnen Sekunden ausbreiten, bis die Umgebung aussieht, wie ein gigantisches Puzzle. Ein Puzzle mit tausenden, gleich schwarzen Teilen.
      Bis jetzt kam es mir vor, als würde ich an einem unsichtbaren Seil hängen und wie eine Piñata herumgeschwungen werden. Fallen ist nicht der richtige Ausdruck für dieses Gefühl. Es ist nicht zu beschreiben. Als würden zahllose Mächte gleichzeitig an mir zerren. Nun hat sich das jedoch geändert. Ich stürze auf ein gewaltiges Puzzleteil zu. Mein Aufprall lässt ein ohrenbetäubendes Klirren durch die zuvor stumme Finsternis schallen. Ein Klirren, wie heute Morgen auf der Baustelle. Als würde ein Spiegel zerschlagen werden.
      Ich weiß nicht, was ich erwarten soll. Darf ich denn überhaupt irgendwelche Erwartungen haben? Was sollte schon hiernach kommen? An ein Leben nach dem Tod habe ich nie geglaubt. Vielleicht wache ich auch einfach auf einer Krankentrage auf und der Notarzt sagt mir, dass mich Yu gerade noch von der Straße gezogen hat, als ich mich panisch dem Lkw entgegenstürzen wollte. Schön wäre es.
      Stattdessen spuckt mich der Himmel aus und ich lande nach einigen Metern freien Falls unsanft auf einem Grashügel, rolle ein Stück weit den Berg hinunter und bleibe mit dem Gesicht am Boden liegen. Stöhnend drehe ich mich auf den Rücken. Meine Ohren pfeifen noch von dem lauten Knall, den das Monsterpuzzle verursacht hat. Die Rippen muss ich mir wohl auch geprellt haben, denn das Atmen fällt unangenehm schwer.
      Die Sonne blendet und sofort bemerke ich, dass sich trotz des hellen Lichts keine schwarzen Flecken in meinen Augen bilden. Leider bleibt mir keine Zeit, mich über die wundersame Genesung zu freuen, denn kaum hat das Pfeifen in den Ohren nachgelassen, höre ich aggressives Geschrei. Mühsam rapple ich mich auf.
      Ok, vielleicht sind meine Augen doch nicht geheilt. Ein Totalschaden erscheint mir irgendwie wahrscheinlicher.
      Das Bild, das sich mir bietet, könnte aus einem Fantasyfilm stammen. Um mich herum tobt eine wilde Schlacht. Ein junger Krieger, der in seiner silbernen Rüstung aussieht wie Julius Cäsar höchstpersönlich, stürmt mit zwei, ebenfalls seltsam gekleideten Gefolgsleuten, an mir vorbei. Schild und Schwert fest im Griff. Von dem Berg aus, den ich heruntergerollt bin, feuern Bogenschützen Pfeile in den Himmel. Ich folge ihrer Flugbahn und sehe für einen kurzen Moment ihr Ziel, bevor der tödliche Regen darauf niedergeht. Die Opfer der Schützen erinnern mich an das Ding, welches ich auf der Bau- und Unfallstelle gesehen habe. Nur jede dieser Kreaturen sieht etwas anders aus. Etwas hässlicher.
      „Steh nicht so dumm rum, sondern kämpf!“, schreit mich plötzlich eine junge Frau an. Verdattert glotze ich sie an und sie verdreht ungeduldig die Augen.
      „Waffe. Kämpfen. Los!“, brüllt sie mit einem Befehlston, der mich fast salutieren lässt.
      Sie rammt ein Schwert dermaßen knapp vor meinen Zehenspitzen in den Boden, dass keine Handbreit mehr dazwischen passen würde. Noch bevor ich protestieren oder sie fragen kann, was hier eigentlich gespielt wird, ist sie schon wieder davon gesprintet und mit wehendem rotem Haar in dem nahe gelegenen Waldstück verschwunden.
      Jetzt stehe ich da, mit meinem ollen Schwert, und habe weder eine Ahnung, wo ich bin, wo hier ist, noch wie in drei Teufels Namen ich hier gelandet bin. Dann trifft es mich, wie ein Schlag auf den Hinterkopf.
      Yu!
      Panisch wirble ich herum und suche die Umgebung nach ihm ab. Er ist nirgends zu sehen. Schwindel überkommt mich und meine Gedanken spielen verrückt. Mein bester Freund – der wichtigste Mensch in meinem Leben – ist spurlos verschwunden.
      Ich muss ihn finden!
      Völlig egal, was hier gespielt wird und scheißegal, dass alles hier absolut keinen Sinn ergibt. Tatsache ist, dass uns dieser verfluchte Riss offenbar vor einem vierzig Tonnen Lkw gerettet, dafür aber direkt in irgendeinen Krieg verfrachtet hat. Was ich getan habe, weiß ich noch nicht, jedoch steht eines definitiv fest: Es ist meine Schuld, dass wir jetzt hier sind. Somit ist es auch meine Verantwortung, uns wieder nach Hause zu bringen. Doch dazu muss ich Yu finden. So schnell wie nur irgendwie möglich!
      Was ich damit vorhabe, weiß ich noch nicht, greife mir aber dennoch das Schwert und renne blind hinter dem rothaarigen Mädchen her in den Wald. Eine wirkliche Front scheint es in dieser Schlacht nicht zu geben. Überall wird gekämpft, durch die eng stehenden Bäume und das unebene Terrain kann ich jedoch sämtlichen Auseinandersetzungen entgehen. Ich komme an einer Handvoll Krieger vorbei, die gerade eines der hässlichen Wesen zu Fall bringen.
      „Elendig stinkender Ghul!“, brüllt einer der seltsamen Rüstungsträger, bevor er seine Klinge im Kopf des Ungeheuers versenkt. Der Schädel spaltet sich mit einem unbeschreiblich abstoßenden Geräusch, das sich gerade auf alle Ewigkeit in meine Erinnerungen eingebrannt hat.
      Ghule also. Na klar, warum auch nicht? Ich bin durch einen Riss in der Luft gesprungen, fliege durch eine Welt aus Dunkelheit, zerschlage einen gigantischen Spiegel und lande mitten in einem Krieg voller Verrückter in Rüstungen. Da sind Ghule doch wie das unerwartete Geschenk von Oma zu Weihnachten.
      Grünes Blut spritzt umher. Der junge Kämpfer befreit knirschend sein Schwert aus der Schädeldecke des Monsters, wischt sich den ungewöhnlichen Lebenssaft aus dem Gesicht und stürzt sich direkt auf den nächsten Feind. Nachdem, was ich gerade mit angesehen habe, müsste sich eigentlich mein Magen umdrehen, aber dafür fehlt mir jetzt die Zeit. Nur ein Gedanke treibt mich an: Finde Yu! Alles andere ist egal. Nur er ist wichtig.
      Das Erbrochene im Hals wieder hinunterwürgend klettere ich auf einen großen Steinbrocken, um mir eine bessere Übersicht zu verschaffen. Da höre ich den panischen Schrei einer Frau. Es schallen überall Schreie über das Schlachtfeld, aber dieser eine, war doch zu nah für meinen Geschmack. Etwas schwang in dieser Stimme mit, dass mich für einen Moment erstarren lässt.
      Ein merkwürdiges Gefühl macht sich in mir breit und kollidiert mit dem Drang Yu zu finden. Ein Teil meines Unterbewusstseins sagt mir, dass ich es einfach ignorieren und weiter nach meinem besten Freund suchen soll. Das hat Priorität!
      Dummerweise sträubt sich der Rest meines Körpers intensiv dagegen, diesen Hilfeschrei in den Wind zu schlagen. Ich kann schon fast den Engel auf der einen und den Teufel auf der anderen Schulter sitzen sehen.
      „Yu hätte auch nicht gezögert jemanden zu helfen, der in Gefahr ist“, sage ich mir selbst mit knirschenden Zähnen und laufe in die Richtung, aus der ich den Schrei vermute.
      Bei einer halb eingestürzten Mauer finde ich die Frau wieder, welche mir gerade noch das Schwert vor die Füße geworfen und mich auf eine ach so freundliche Weise zum Kampf gebeten hatte. Sie steht mit dem Rücken zur Wand. Hinter ihr liegt ein junger Mann, gekleidet mit einer goldenen Brustplatte am Boden, der schwer verwundet zu sein scheint. Unter ihm hat sich eine Blutlache gebildet. Das Mädchen verteidigt sich tapfer gegen acht Ghule, die sie jedoch stetig zurückdrängen. Sie könnte leicht über die Trümmer klettern und so ihren Angreifern entkommen, aber sie hält ihre Stellung, um die Person am Boden zu verteidigen.
      „Das ist eine dumme Idee, Marc ... Eine saudumme!“, rüge ich mich selbst, festige den Griff um meine neue Waffe und stürme auf die Ghule zu.
      Dem Ersten ramme ich von hinten das Schwert in den Rücken, bevor er überhaupt bemerkt, dass ich da bin. Die Klinge ist trotz ihrer äußerlich eher primitiven Erscheinungsform überaus scharf und ich kann spüren, wie sie das Rückgrat des Monsters zerteilt. Ich habe so eine Waffe noch nie aus der Nähe gesehen, geschweige denn damit gekämpft, aber die Bewegungen gehen mir ungewöhnlich flüssig von der Hand. Auch mein Körper fühlt sich seltsam leicht an.
      Flink ziehe ich das Schwert aus der nun leblosen Bestie und schwinge es gegen den Ghul direkt daneben. Dieser will dummerweise gerade losstürmen und ich erwische ihn nur mit der Spitze. Der Schnitt zieht sich schräg über seine lederartige Haut. Grünes Blut quillt heraus. Das Monster heult auf vor Schmerz. Ein Schrei, der durch Mark und Bein geht. Natürlich hat das die Aufmerksamkeit der restlichen Feinde geweckt und mein Überraschungsmoment ist damit verpufft.
      Erneut steche ich nach dem Ghul und diesmal treffe ich richtig. Die Klinge durchtrennt seinen viel zu langen Hals. Mit einem dumpfen, matschigen Geräusch fällt sein Kopf zu Boden und rollt mir entgegen. Für einen kurzen Moment bewegt sich noch der Kiefer, als würde er versuchen, mich in seinem letzten Atemzug aufzufressen. Ekel lässt mich erschaudern und eigentlich sollte ich völlig ausflippen, aber trotz der wirren Situation verspüre ich tief in mir drin eine seltsame Ruhe, die mich das Ziel vor Augen nicht verlieren lässt. Jetzt habe ich die uneingeschränkte Aufmerksamkeit von vier der sechs übrigen Ghule.
      „Kommt her, ihr Stinker!“
      Meine Ärzte hatten doch Recht. Ich bin verrückt und gehöre in eine weiße Jacke gesteckt.
      Stachle die Monster mit den riesigen Reißzähnen auch noch an dich zu fressen, Marc! So ist es gut!
      Aber so war es ja schon immer. Yu und ich besitzen seit Anbeginn unserer Zeit das unglaubliche Talent, uns ständig in Schwierigkeiten zu bringen und haben bereits mehr Auseinandersetzungen durchgestanden, als mir lieb ist. Wer hätte gedacht, dass diese Erfahrungen einmal dermaßen wertvoll werden würden.
      Der nächste Ghul springt mit einer überraschend schnellen Bewegung in meine Richtung, die ich dem kleinen, dicken Monster niemals zugetraut hätte. Aus Reflex reiße ich das Schwert nach oben und schlitze ihm noch im Flug den Bauch auf. Ein glücklicher Schritt zur Seite erspart mir die Erfahrung, in Eingeweiden gebadet zu haben, denn meine Vermutung, von meinem letzten Aufeinandertreffen mit einem dieser Wesen, hat sich soeben bestätigt. Ein kleiner Schnitt hat eine fatale Wirkung. Aus der fetten Wampe des Ungetüms platzen die Innereien heraus, wie der Saft aus einer zerquetschten Orange. Mein Magen brodelt. Der Anblick ist eine Sache, aber der Gestank ist ... bestialisch!
      Bleiben noch drei. Mit einem kräftigen Schwertstreich versuche ich erneut in die Offensive zu gehen, doch die Bewegungen der Ghule passen in keiner Weise zu ihrem Äußeren. Mein Ziel rollt nach links davon und ein anderer hat sich blitzschnell hinter mir in Position gebracht. Er springt mir in den Rücken. Seiner Masse habe ich nichts entgegenzusetzen und stolpere nach vorn, drehe mich jedoch während ich stürze und schlage einfach blind in die Luft.
      Das Glück scheint nach dem ganzen Pech, endlich wieder an meine Seite zurückgefunden zu haben. Der Ghul war sich seiner Sache etwas zu sicher, als er dachte, ich würde zu Boden gehen und ist mir sofort nachgesprungen. Er landet direkt in der Klinge, die sich in sein Maul und durch seinen Schädel bohrt.
      „Urgh ...“ Angewidert stoße ich das stinkende Monster weg und rapple mich schnellstmöglich wieder auf. Meine geprellten Rippen melden sich zurück und ein schmerzhaftes Stechen in der Seite will sich offenbar mit ihnen zum Kaffee treffen. Eine unangenehme Kombination, die einen Schleier über meinen Blick legt.


      Gruß
      Rebirz

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Rebirz ()

    • Ha. Sehr schön. Fällt der Junge direkt in einen Fantasyroman und rettet das Mädel.
      Das hast du gut geschrieben, durch deine witzige Schreibweise wird es natürlich keine Horror Geschichte. Aber es macht Spass beim Lesen und die Filmrechte will sicher auch irgendwann jemand haben.
      Wer ist das Mädel. Wie sieht sie aus?

      Rebirz schrieb:

      Die Opfer der Schützen erinnern mich an das Ding, welches ich auf der Bau- und Unfallstelle gesehen habe. Nur jede dieser Kreaturen sieht etwas anders aus. Etwas hässlicher.
      Vorschlag:
      Die Opfer der Schützen erinnern mich an das abstoßende Ding von der Bau-und Unfallstelle. Nur jede dieser Kreaturen sieht etwas anders aus. Einer hässlicher als der Andere!
      Oder hab ich jetzt die Bedeutung geschrottet?
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Sensenbach schrieb:

      Ha. Sehr schön. Fällt der Junge direkt in einen Fantasyroman und rettet das Mädel.
      Das hast du gut geschrieben, durch deine witzige Schreibweise wird es natürlich keine Horror Geschichte. Aber es macht Spass beim Lesen und die Filmrechte will sicher auch irgendwann jemand haben.
      Wer ist das Mädel. Wie sieht sie aus?
      Also zum jetzigen Zeitpunkt bin ich froh, dass es so locker lustig und trotzdem etwas ernst rüber kommt. So war es auch gedacht. Ich hoffe nur, ich schaffe es zum richtigen Zeitpunkt die Kurve zu kriegen ... *hust* keine Spoiler!
      Eine Beschreibung des Mädchens folgt im nächsten Teil. Ich hatte hier ursprünglich eine Beschreibung von ihr eingebaut, aber irgendwie hat es mir die Hektik und Marcs Verwirrung etwas kaputt gemacht.


      Sensenbach schrieb:

      Oder hab ich jetzt die Bedeutung geschrottet?
      Nein, überhaupt nicht. Dein Vorschlag gefällt mir tatsächlich extrem gut! Gleich mal einbauen! :D

      Gruß
      Rebirz
    • Hey,

      hier kommt ja richtig Action auf. Cool!Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass Marc suchen kann, solange er will...aber wahrscheinlich wird er Yu gar nicht finden können, weil er bestimmt alleine an diesen Ort teleportiert wurde. (ich nenne das jetzt einfach mal so)

      Ich finde, du hast dieses Schlachtengetümmel ganz gut hinbekommen...ich bin allerdings auch kein ausgewiesener Profi was das Schreiben solcher Szenen betrifft. Was mich ein bisschen gewundert hat, ist allerdings, dass Marc nicht schon vorher in einen Kampf involviert wird...um ihn herum wird gekämpft und er liegt da rum und beobachtet...dann steht er auf und sucht in Ruhe nach Yu...vielleicht könnte man die Gefahr, in der er sich hier befindet noch etwas deutlicher herauskehren, indem er zwischendurch schon mal angegriffen wird...doch es könnte ihm jemand zur Hilfe eilen....ansonsten kommt seine heldenhafte Aktion am Ende zu überraschend...verstehst du, was ich meine?

      Rebirz schrieb:

      und habe weder eine Ahnung, wo ich bin, wo hier ist,...
      das klingt für meine Ohren irgendwie doppelt gemoppelt. das "wo hier ist" würde ich wahrscheinlich in dem Fall weg lassen, weil sich der Satz dann auch wesentlich einfacher lesen lässt.

      Ansonsten interessiert mich natürlich brennend, wo genau Marc da jetzt reingeschlittert ist...bin schon sehr gespannt, was du dir da so ausgedacht hast :)

      LG,
      Rainbow
    • Rebirz schrieb:

      Mit einem dumpfen Wump! Fällt sein Kopf zu Boden und rollt mir entgegen.
      Warum das Ausrufezeichen? 8|

      So, ich habe hier nun auch mal reingelesen. Über mehrere Tage hinweg und mit mehreren Anläufen. :D
      Das mit den schwarzen Flecken in der Sicht scheint mir ja wenig ein Zufall zu sein. Er wird geblendet und erst als er in diesem Fantasy-Roman landet, ist es weg? Erscheint mir doch sehr seltsam. Beinahe so, als wäre das Blenden am Anfang beabsichtigt gewesen. xD Und ja, der Arzt scheint irgendwas zu wissen, allein wie er da reagiert. Und seine Vorzimmerdame ist auch einfach verschwunden, ob das etwas mit dem Spiegel zu tun hat, wo er immer hinschaut? :hmm:
      Und nun hockt er da in einer Fantasy-Welt mitten in einer Schlacht. Die gleiche Schlacht, die im Prolog angekündigt wird? Blöd nur, dass sein Freund verschwunden ist.
      Das Einzige, das mich etwas stört, ist das Glück, das Marc da mit sich schleppt. Er hielt noch nie ein Schwert in der Hand, macht aber einen Ghoul nach dem anderen fertig, ohne selbst verletzt zu werden. Mal davon abgesehen, dass er da mitten durch eine Schlacht läuft, ohne wahrgenommen zu werden. Irgendwie wirkt das sehr unwirklich.

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Kyelia schrieb:

      Warum das Ausrufezeichen?
      Äh ... Wohl wieder so ein Fehler der beim Umstellen der Sätze entstanden ist. :D


      Kyelia schrieb:

      So, ich habe hier nun auch mal reingelesen. Über mehrere Tage hinweg und mit mehreren Anläufen.
      So schlimm zu lesen? :O


      Kyelia schrieb:

      Das mit den schwarzen Flecken in der Sicht scheint mir ja wenig ein Zufall zu sein. Er wird geblendet und erst als er in diesem Fantasy-Roman landet, ist es weg? Erscheint mir doch sehr seltsam. Beinahe so, als wäre das Blenden am Anfang beabsichtigt gewesen. xD Und ja, der Arzt scheint irgendwas zu wissen, allein wie er da reagiert. Und seine Vorzimmerdame ist auch einfach verschwunden, ob das etwas mit dem Spiegel zu tun hat, wo er immer hinschaut?
      Verdächtig, was? Fast so, als hätte sich jemand etwas dabei gedacht. :P


      Kyelia schrieb:

      Das Einzige, das mich etwas stört, ist das Glück, das Marc da mit sich schleppt. Er hielt noch nie ein Schwert in der Hand, macht aber einen Ghoul nach dem anderen fertig, ohne selbst verletzt zu werden. Mal davon abgesehen, dass er da mitten durch eine Schlacht läuft, ohne wahrgenommen zu werden. Irgendwie wirkt das sehr unwirklich.
      Also dass er unbemerkt zu eine Schlacht läuft lasse ich mir als Manko eingehen. Liegt liegt wohl daran, dass jeder sich ein etwas anderes Bild des ganzen vorstellt. In meinem Kopf sieht es etwas offenbar anders aus, daher habe ich mir dabei auch nichts gedacht. Muss ich noch dran feilen!
      Sein Kampfgeschick ist hingegen erklärbar. Nur noch nicht jetzt. :)

      Gruß
      Rebirz
    • Ich musste gerade feststellen, dass ich irgendwo ein Durcheinander in meine Kapitel gebracht hatte und dementsprechend etwas dumm getrennt habe. Hier ist noch der kleine Rest von Kapitel 3.

      Kapitel 3.1

      Marc Gray

      Spoiler anzeigen
      Die beiden verbliebenen Ghule sind durch den Tod ihrer Kameraden vorsichtiger geworden und bleiben zunächst auf Distanz. Sie sind nicht so dumm, wie sie aussehen, und bewegen sich von zwei Seiten an mich heran. Mein Schwert steckt noch immer im Maul meines letzten Opfers und ich kann in den auf mich gerichteten, leuchtend gelben Augen sehen, dass sie nur auf eine falsche Bewegung von mir warten. So ohne weiteres komme ich also nicht mehr an die Waffe.
      Als einer der beiden von rechts in meine Reichweite kommt, reagiert etwas in mir, bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte. Ich mache zwei schnelle Schritte in Richtung des Ghuls, womit er definitiv nicht gerechnet hat und er stolpert überrascht zurück. Das ist die Chance, die ich gebraucht habe. Mein Tritt trifft ihn direkt am Kinn und wirft seinen Kopf weit nach hinten. Ein lautes Knacken ist zu hören. Das Monster sackt mit gebrochenem Genick zu Boden. Was haben wir daraus gelernt? Selbst der längste Hals, ganz egal, wie knochenlos er auch erscheinen mag, hat irgendwo etwas, das man brechen kann.
      Durch den Schwung, den ich in meinen Tritt gelegt habe, komme ich allerdings ins Straucheln und der letzte Ghul wittert seine Chance. Wir krachen mit voller Wucht zusammen und das Monster landet auf meiner Brust. Es drückt mir die Luft aus der Lunge und der faulige Geruch, welcher mir aus dem mit Zähnen überladenen Maul entgegen strömt, vernebelt meine Sinne. Mit seinen langen Pranken fixiert das stinkende Biest meine Arme. Es brüllt und gerade, als es mit seinen riesigen Fangzähnen zubeißen will, teilt ein Schwertstreich seinen Schädel horizontal in zwei Hälften. Der Druck auf den Armen lässt nach und ich stoße den toten Körper sofort von mir. Über mir steht schwer atmend das rothaarige Mädchen. Angewidert wische ich mir das grüne Blut aus dem Gesicht.
      „Danke. Das war verdammt knapp.“
      Sie reicht mir die Hand und unterstützt mich beim Aufstehen. „Ich habe zu danken. Ohne deine Hilfe hätte ich Louis niemals retten können“, antwortet sie und wirft einen besorgten Blick zu der Mauer hinüber, vor der sie ihre Stellung gehalten hatte. Die übrigen Ghule hat sie niedergerungen und den jungen Mann damit vor dem sicheren Tod bewahrt.
      „Ich muss gestehen, dass mir offenbar dein Name entfallen ist. Eigentlich kenne ich so gut wie jedes Gesicht in Terra. Wer bist du?“
      „Marc Gray. Und jetzt mal ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, wo genau hier eigentlich ist“, erwidere ich.
      Das scheint sie mehr zu überraschen als die Tatsache, dass ich gerade im Alleingang fünf Ghule erlegt habe. „Willst du mir etwa sagen, dass du erst durch den Spiegel gekommen bist?“, sprudelt es aus ihr heraus.
      „Ich habe keine Ahnung, von was du redest, aber kürzlich ist definitiv ein verdammt großer Spiegel zu Bruch gegangen. Es hat sich zumindest so angehört, bevor ich hier auf dem Schlachtfeld aufgeschlagen bin.“
      Der Mann bei der Ruine unterbricht unsere Unterhaltung. „Lizzy! Ein bisschen Hilfe wäre nett. Ich verblute hier!“
      Sofort eilen wir zu ihm und Lizzy untersucht seine Wunde. „Der Schnitt ist tief und ich glaube, es steckt ein Stück der Klaue darin“, diagnostiziert sie die Verletzung. „Du musst unbedingt zu einem Heiler.“ Louis nickt mit zusammengebissenen Zähnen.
      „Tut mir wirklich leid, Louis. Ich würde gerne helfen, aber mein bester Freund ist irgendwo in eurem verdammten Krieg verschollen. Ich muss ihn schnellstmöglich finden.“
      „Ihr seid zu zweit durch den Spiegel gekommen?“
      „Was auch immer der Spiegel ist, aber ja, wir sind zu zusammen hier gelandet. Nur habe ich Yu während des Falls verloren.“
      Lizzy und Louis werfen sich fragende Blicke zu. Für sie machen meine Worte genauso wenig Sinn, wie für mich die gesamte Situation.
      „Das ist unmöglich“, stöhnt Louis. „Es kann immer nur eine Person auf einmal durch einen Riss reisen und man landet auch nicht einfach irgendwo in der Welt. Nur an vordefinierten Orten“, erklärt er mir unter Schmerzen.
      Plötzlich erschüttert ein Erdbeben die gesamte Region und der Himmel verdunkelt sich. Als das Grollen wieder nachlässt, kann ich an den angsterfüllten Gesichtsausdrücken erkennen, dass dies kein gutes Zeichen war.
      „Wenn ich das hier überleben sollte, dann brauche ich einige Antworten von euch.“
      „Warte, Marc. Es ist hier viel zu gefährlich für jemand Unerfahrenen wie dich ...“
      „Ich muss ihn finden!“, blaffe ich sie forsch an. Keine Gefahr der Welt würde ich für Yu nicht in Kauf nehmen!
      Schnell reiße ich noch das Schwert aus dem Maul des Ghuls, um den sich mittlerweile eine große, grüne Blutlache gebildet hat und stürze mich diesmal direkt in den Wald hinein.


      Gruß
      Rebirz

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Rebirz ()

    • hey,

      ist ja witzig. Am Ende des vorherigen Teils dachte ich mir noch: Moment, was ist mit den aderen beiden Ghuls, die noch übrig sind? Es war schon ein bisschen komisch, dass der Kampf so abrupt geendet hat. Aber durch den Teil, der nun von dir ergänzt wurde, ist das natürlich klar geworden und dadurch sind außerdem unsere Vorbehalte auch ein bisschen aus dem Weg geräumt worden. Immerhin kommt Marc in Bedrängnis und es läuft nicht mehr alles so glatt.
      Trotzdem würde mich interessieren, was mit der Schlacht um sie herum ist, als sie so da stehen und sich unterhalten. Ich weiß, das ist total ätzend zu schildern, da man nicht alles gleichzeitig beschreiben kann. Vielleicht reicht aber schon ein Sätzchen, um zu erklären, dass sich die Truppen zurückgezogen haben...oder dass sie Unterschlupf hinter einem Felsvorsprung gefunden haben....weißt du, was ich meine? Sonst wirkt es ein bisschen irreal.

      Hier was ich sonst noch gefunden habe:

      Spoiler anzeigen

      Rebirz schrieb:

      Das ist die Chance, die ich gebraucht habe. Mein Tritt trifft ihn direkt am Kinn und wirft seinen Kopf weit nach hinten. Ein lautes Knacken ist zu hören. Das Monster sackt mit gebrochenem Genick zu Boden. Was haben wir daraus gelernt? Selbst der längste Hals, ganz egal, wie knochenlos er auch erscheinen mag, hat irgendwo etwas, das man brechen kann.
      Durch den Schwung, den ich in meinen Tritt gelegt habe, komme ich allerdings ins Straucheln und der letzte Ghul wittert seine Chance.
      schöne Formulierung...aber einmal sollte reichen ^^ Vielleicht oben: Das ist die Gelegenheit, auf die ich gewartet habe.....(?)


      Rebirz schrieb:

      Ich habe keine Ahnung, was genau hier eigentlich ist“, erwidere ich.
      Mit dieser Formulierung habe ich so meine Probleme...ich würde eher schreiben: "ich habe keine Ahnung, wo wir hier überhaupt sind..." (oder so)


      Rebirz schrieb:

      „Was auch immer der Spiegel ist, aber ja, wir sind zu zusammen hier gelandet.



      LG,
      Rainbow
    • Sehr schön und folgerichtig weiter geschrieben. Einen Punkt habe ich anzumerken.

      Rebirz schrieb:

      Diese Gelegenheit nutze ich, um mich davon zu machen.
      Warum?
      Er fällt durch einen Spiegel in eine Parallelwelt mitten in eine Schlacht. Dann findet er Leute, die sich in dieser Welt auskennen und ihm weiter helfen könnten. Und was macht er? Er haut ab. Um seinen Freund zu suchen? Da könnten ihm das Mädchen doch besser weiterhelfen, als wenn er ohne Kenntnis von der Welt, ohne Vorräte und nur mit einem Schwert in der Hand in den Wald läuft.
      Ich weiss Helden machen seltsame Sachen, aber ist das nicht beinahe Selbstmord mit Ansage?

      Edit: Vielleicht kam man es so machen, dass die beiden Fremden ihn mit aller Kraft davon abhalten wollen seinen Freund zu retten. "Der ist sowieso tot. Vergiss ihn, du kommst jetzt mit uns. Keine Widerrede". Oder so ähnlich. ;)
      Dann sieht er es als einzige Möglichkeit alleine zu suchen und läuft los.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sensenbach ()

    • Rainbow schrieb:

      hey,

      ist ja witzig. Am Ende des vorherigen Teils dachte ich mir noch: Moment, was ist mit den aderen beiden Ghuls, die noch übrig sind? Es war schon ein bisschen komisch, dass der Kampf so abrupt geendet hat. Aber durch den Teil, der nun von dir ergänzt wurde, ist das natürlich klar geworden und dadurch sind außerdem unsere Vorbehalte auch ein bisschen aus dem Weg geräumt worden. Immerhin kommt Marc in Bedrängnis und es läuft nicht mehr alles so glatt.
      Trotzdem würde mich interessieren, was mit der Schlacht um sie herum ist, als sie so da stehen und sich unterhalten. Ich weiß, das ist total ätzend zu schildern, da man nicht alles gleichzeitig beschreiben kann. Vielleicht reicht aber schon ein Sätzchen, um zu erklären, dass sich die Truppen zurückgezogen haben...oder dass sie Unterschlupf hinter einem Felsvorsprung gefunden haben....weißt du, was ich meine? Sonst wirkt es ein bisschen irreal.
      Gleich ein ganz anderes Bild, wenn ein Kapitel abgeschlossen wird, was? xD
      An der Schlacht selbst werde ich noch feilen!

      @Sensenbach
      Guter Punkt. Da habe ich mich wohl etwas ungraziös aus der Szene geflüchtet. Wir bearbeitet! :D

      An diesem Punkt mal ein GROSSES DANKE für die Hilfe bis hierher! :thumbsup:

      Gruß
      Rebirz
    • Und weiter im Text:

      Kapitel 4.0

      Marc Gray

      Spoiler anzeigen
      Hier und da erwische ich einen Ghul, der mir in die Klinge läuft, bleibe jedoch nicht stehen, um mich mit mehreren auseinanderzusetzen. Erneut erschüttert ein Beben die Erde. Diesmal war es stärker und der Ursprung näher, das konnte ich fühlen. Wieder und wieder rufe ich nach Yu, aber die dicht stehenden Bäume verschlucken meine Schreie.
      Ein weiteres Monster stellt sich mir in den Weg, doch langsam beherrsche ich die Kunst der Ghul-Jagd. Mit zwei schnellen Hieben erlege ich das Ungetüm und da höre ich es plötzlich. Zwar leise, aber ich höre ganz klar meinen Namen.
      „Yu!“, brülle ich. Sogar den Atem halte ich an, um mit Sicherheit kein Geräusch mehr zu verursachen, dass den entfernten Ruf übertönen könnte.
      „Marc! Wo bist du?“, schallt es aus dem Wald zurück.
      Es ist definitiv Yu!
      Mein Herz macht einen Freudensprung.
      Seinen anhaltenden Rufen folgend, eile ich weiter über Stock und Stein. Ich bin so konzentriert darauf, auf Yus Stimme zu achten, dass ich dabei fast über eine Klippe hinweg gelaufen wäre, die sich direkt hinter der letzten Baumreihe aufgetan hat. Es geht locker zwanzig Meter bergab. Gerade, als ich zurückgehen will, um einen anderen Weg zu suchen, sehe ich ihn. Yu ist am Grund der Schlucht. An seiner Seite stehen vier Kämpfer in silbernen Rüstungen, sowie ein etwas schmächtigerer Junge in kurzen Shorts und T-Shirt. Auch Yu wurde bereits bewaffnet und trägt eine Art Lanze. Sie verteidigen sich gegen eine Horde von Ghulen, die von hier oben so winzig wie Ameisen erscheinen.
      Die gepanzerten Soldaten bilden eine Formation, wie man es von den alten Römern kennt und rücken vor. Sie zerhacken jede Bestie, die sich ihnen beim Vormarsch in den Weg stellt. Yu ist zurückgeblieben, wirbelt wild mit seiner Lanze herum und erwischt ebenfalls einen der Angreifer, bevor dieser den Jungen attackieren kann.
      Hektisch irrt mein Blick auf der Suche nach einem Weg nach unten umher. Der Einzige ist viele Hundert Meter weit entfernt. Bis ich ihn erreiche, könnte es schon zu spät sein.
      Ich muss da runter, verdammt!
      Das folgende Beben öffnet einen Krater inmitten der Ghul-Horde und verschluckt die meisten von ihnen.
      „Yu! Ist alles in Ordnung?“, rufe ich über das Grollen der Erde hinweg, hinunter in die Schlucht.
      „Was ist das für eine Scheiße hier, Marc?“, brüllt er nach oben, als er mich entdeckt.
      Plötzlich fliegt einer der vier Soldaten an Yu vorbei und kracht in die Felsmauer. Geschockt starren wir auf den roten Fleck am Gestein, welcher gerade noch ein stolzer Krieger in glänzender Rüstung war. Mein Blick schnellt zurück zu dem Krater, aus dem nun ein gigantisches Ungeheuer emporsteigt. Es misst gute fünf Meter. Der Hammer, den es bei sich trägt, ist fast so groß wie es selbst und die drei verbliebenden Soldaten werden damit wie Tennisbälle durch die Luft geschleudert. Als der letzte Krieger zerquetscht wird, bringt das darauf folgende Gebrüll die Erde zum Erzittern.
      Das Monster hat einen menschenähnlichen Körperaufbau, nur mit der Lederhaut der Ghule und Muskelmasse, die kein voll besetztes Fitnessstudio zusammenbringen würde. Es trägt eine Brustpanzerung, aus der spitze Zacken herausstehen und einen Helm, in den zwei Löcher geschlagen wurden, um Platz für die gewundenen Hörner zu schaffen. Sein Kopf ist das, was ihn deutlich von einem Menschen unterscheidet. Es ist der eines Stieres. Natürlich nicht zu vergessen die Hufe, welche seine Füße ersetzen.
      Als es Yu und den Jungen entdeckt, stößt es aus seinen übergroßen Nasenlöchern Dampf aus - plus etwas gelben Rotz - und stampft auf die beiden zu. Den Hammer fest in der Pranke.
      Jetzt habe ich endgültig keine Zeit mehr zu verlieren. Mein Kopf ist auf einmal ganz klar.
      Fakt ist: Der Bulle bedroht meinen Freund.
      Lösung: Der Bulle muss sterben!
      Mit einem Satz hüpfe ich über die Klippe und schlittere den Abhang hinunter. Zunächst habe ich die holprige Rutsche noch einigermaßen unter Kontrolle, aber etwa nach der Hälfte bleibe ich an einem Stein hängen und komme ins Stolpern. Ich falle vorne über und rolle mehrere Meter in die Tiefe, was mir etliche Schürfwunden und Prellungen beschert. Erst als ich eine Wurzel zu fassen bekomme, erlange ich die Balance zurück.
      Noch circa zehn Meter. Doch nun ist der Abhang nicht länger schräg. Zehn Meter freier Fall liegen vor mir. Das Monster hat Yu fast erreicht. Ich werfe meinem Freund einen Blick zu, den er mit einem: Oh nein, das tust du nicht!-Gesichtsausdruck erwidert.
      Ich springe, als der Stierkopf genau unter mir ist. Einfach so. Nicht einen Gedanken habe ich daran verschwendet, wie gefährlich es eigentlich ist. Irgendwie weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war.
      Auf Schulterhöhe des Kolosses angelangt, versuche ich den Fall zu bremsen, indem ich ihm das Schwert in den Rücken ramme. Der Stich sitzt nicht richtig und prallt an der dicken Lederhaut ab. Der Rückschlag bringt mich in der Luft ins Schleudern. Der Boden kommt bedrohlich schnell näher, doch glücklicherweise war meine Attacke nicht gänzlich ohne Effekt. Das Monstrum ist stehen geblieben, was mir eine zweite Chance gibt zuzustechen. Diesmal dringt die Klinge in seinen Rücken ein. Durch mein Gewicht und die Fallgeschwindigkeit, rutscht es mit mir ein Stück nach unten und schneidet eine tiefe Wunde in das Fleisch. An dem gepanzerten Gürtel pralle ich jedoch ab und falle trotz allem noch hart zu Boden. Meine Rippen rebellieren über die in der letzten Zeit vermehrt aufgetretenen groben Behandlungen.
      Die Verletzung, die ich dem Ungetüm zugefügt habe, zeigt allerdings Wirkung. Es brüllt vor Schmerzen und versucht, sich an den Rücken zu fassen. Was bei den gewaltigen Muskelmassen absolut unmöglich ist. Leider hält der Effekt nicht allzu lange an. Der Koloss dreht sich um und starrt mich mit roten, hasserfüllten Augen an. Er schwingt seinen Hammer, um mich zu zerquetschen, wie er es schon mit den Soldaten getan hat. Als ich mich aufstützen und davonlaufen will, durchfährt ein schmerzhafter Stich meinen linken Arm. Die tödliche Waffe rast mir entgegen.
      Das Monster brüllt erneut – vor Schmerz. Es verreißt den Schlag und der Hammer schwingt knapp über meinem Kopf vorbei, sodass ich mich in Sicherheit rollen kann. Als ich wieder aufrecht stehe, sehe ich, wie Yu seine Lanze in die Beine des Ungetüms rammt. Am rechten Fuß hat er ihm bereits die Sehne durchtrennt und als es sich bewegen will, tut sich eine klaffende Wunde über dem Huf auf. Kaum trifft er das zweite Bein, geht der Koloss in die Knie. Der darauf folgende Schrei vibriert in der Magengegend. Trotzdem nutze ich die Zeit und laufe zu Yu hinüber. Er atmet schwer und ist genau wie ich, von grünem Blut bedeckt.
      „Wir hatten ja schon etliche Tiefpunkte, aber das ist wirklich die Krönung unserer Beziehung, mein Freund. Das hier ist beschissener als meine Arbeit bei der Dixi-Putzkolonne!“
      „Wir werden fast von einem Lkw überrollt, fallen durch irgendein schwarzes Loch, mitten in einen verfluchten Krieg mit fünf Meter großen Monstern und das ist deine Reaktion? Du faszinierst mich selbst nach all den Jahren noch, Kumpel“, erwidere ich und versuche das Lachen zu unterdrücken, weil es in der Brust schmerzt.
      Yu zuckt nur mit den Achseln. „Hätte auch ein Jubellied zum Himmel schicken können. Willst du mich singen hören? Nein, willst du nicht.“
      „Freut mich, dass du in Ordnung bist“, schmunzle ich und verpasse ihm einen freundschaftlichen Schlag gegen die Schulter, unter dem er stöhnend zusammenzuckt. Sein Oberarm kann sich wohl mit meinen Rippen zusammentun.
      „Was machen wir jetzt mit dem Ding da?“, fragt Yu und nickt in Richtung des Kolosses, der noch immer versucht, sich mit seinen durchtrennten Sehnen aufzurappeln. Mit geringem Erfolg.
      „Wirklich viele Möglichkeiten haben wir nicht. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wer ist eigentlich der Kleine?“
      Verwundert dreht sich Yu um. Er scheint den Jungen, der sich zuvor hinter ihm versteckt hatte, schon fast wieder vergessen zu haben.
      „Bin ihm direkt vor die Füße gepurzelt, als ich ehm ... vom Himmel gefallen bin. Hab mir dabei den Kopf gestoßen und er hat mich zusammen mit den anderen Clowns – mögen sie in Frieden ruhen - hierher geschleift. Er hat seitdem kein einziges Wort gesprochen.“
      „Auf jeden Fall können wir ihn nicht einfach hierlassen.“
      „Wir handeln uns also mal wieder unnötigen Ärger ein“, seufzt Yu. „Du bist der helle Kopf. Ich hoffe, du hast einen guten Plan, wie wir dieses Problem angehen, denn es ist ein verdammt Großes.“
      Überraschenderweise habe ich tatsächlich eine Idee. Der Stier ist so beängstigend, wie er gewaltig ist, aber etwas hatte ja bereits Wirkung gezeigt. „Wir bearbeiten weiter die Beine und versuchen ihn am Boden zu halten.“


      Das Kapitel ist etwas länger, wird also hier aus ca. 3 Teilen bestehen.

      Gruß
      Rebirz

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Rebirz ()

    • Hey,

      es geht weiter... feini fein :)

      Also, zumindest kommt keine Langeweile auf, das muss man schon sagen. Ich hätte ja nicht gedacht, dass Marc Yu tatsächlich wiederfindet, aber okay...habe ich mich geirrt.
      Marc scheint irgendwie zu einer Art "Superkrieger" mutiert zu sein...ebenso, wie Yu sich in seine neue Rolle offensichtlich ohne Probleme einfügt. Die lockeren Dialoge zwischendurch untersteichen das auf eine sehr überspitzte Art und Weise, was mich zu dem Schluss bringt, dass du hier absichtlich ein bisschen mit Klischees spielen willst, oder? Bitte sag ja, ... denn wenn du das ernst meinst, habe ich Probleme, dir das abzunehmen. ;) ...Ich weiß nicht warum, aber irgendwie musste ich eben beim Lesen an "Stirb langsam" denken und den guten alten Bruce Willis, wie er am Ende immer mit seinem zerfledderten und blutgetränkten Feinrippunterhemd dasteht :rofl:

      Okay, jetzt wieder Spaß beiseite. Meine Anmerkungen kommen hier:

      Spoiler anzeigen



      Rebirz schrieb:

      Erst als ich eine Wurzel zu fassen bekommen, erlange ich die Balance zurück.
      bekomme

      Rebirz schrieb:

      Ich werfe meinem Freund einen Blick zu, den er mit einem: Oh nein, das tust du nicht! Gesichtsausdruck erwidert...
      Diesen von dir geschaffenen Ausdruck würde ich besonders kenntlich machen. Z.B. in Anführungsstriche und mit einem Bindestrich....also ungefähr so ´Oh nein, das tust du nicht!-Gesichtsausdruck` . (ich probiere in solchen Fällen einfach ein bisschen aus)

      Rebirz schrieb:

      Noch circa zehn Meter. Doch nun ist der Abhang nicht länger schräg. Zehn Meter freier Fall...
      Ich glaube, die Info, dass es sich um zehn Meter handelt, reicht an einer Stelle...du hast ja weiter oben auch schon geschrieben, dass gut die Hälfte geschafft ist...wer rechnen kann, wird damit was anfangen können und zu dem Schluss kommen, dass von den 20 Metern nun noch 10 übrig bleiben ^^

      Während des Kampfes mit dem Monster, welches ein Koloss ist :D :

      Rebirz schrieb:

      Ich springe, als der Koloss genau unter mir ist....Der Koloss ist stehen geblieben, ....Der Koloss dreht sich um...Kaum trifft er das zweite Bein, geht der Koloss in die Knie....

      Rebirz schrieb:

      Das Monster hat Yu fast erreicht. ...Auf Schulterhöhe des Monsters versuche ich den Fall zu bremsen,...Die Verletzung, die ich dem Monster zugefügt habe,...Das Monster brüllt erneut...Trotzdem nutze ich die Zeit, um an dem Monster vorbei zu laufen...mitten in einen verfluchten Krieg mit fünf Meter großen Monstern und das ist deine Reaktion?
      ...vielleicht kann man das ein bisschen variieren? Das Ungetüm, der riesenhafte Albtraum, das eklige Vieh, (was weiß ich)

      Rebirz schrieb:

      „Bin ihm direkt vor die Füße gepurzelt, als ich uhm ... vom Himmel gefallen b
      meintest du vielleicht ein "ehm" ?

      Rebirz schrieb:

      „Du bist der helle Kopf. Ich hoffe, du hast einen guten Plan, wie wir dieses Problem angehen, denn es ist ein verdammt Großes.
      ich würde das in dem Fall klein schreiben, denn es bezieht sich ja auf das Problem (?)



      Bin gespannt auf deine Fortsetzung...

      LG,
      Rainbow
    • Hey, @Rainbow

      ich bin immer wieder fasziniert, wie schnell du hier schon am kommentieren bist. :D

      Also Yu brauche ich für die Geschichte, der darf mich nicht gleich am Anfang verloren gehen. Die Welt hat andere, größere Probleme! :D

      Spoiler anzeigen
      Marc scheint irgendwie zu einer Art "Superkrieger" mutiert zu sein

      Oh, ich habe erst angefangen! Ne, Spaß beiseite xD
      Prinzipiell habe ich bewusst einen sehr mächtigen Prota gewählt. Das hat zum einen Gründe hinsichtlich des Ablaufs der Geschichte, aber der Hauptgrund ist, dass ich diese 0-8-15 Helden nicht mehr sehen kann. Also die Art, wo sich zu Beginn vor ihrem eigenen Furz erschrecken und dann in einem Anfall von Rage (natürlich genau im richtigen Moment) das Rad herumreißen. Ich wollte das anders machen und darum hast du wohl auch den Eindruck, dass ich in den Kitsch abrutsche.
      Übertreiben wollte ich es damit natürlich nicht (hab ich? :/ ) aber Marc ist mächtig und soll auch so dargestellt werden. Yu ist ebenfalls nicht willkürlich stark. Es hat schon alles Hand und Fuß! :)

      Die Sache mit dem 100x Koloss ist mir bewusst. Ich schau noch mal drüber, aber ich habe mir diesbezüglich schon zu viele Haare gerauft... :S

      Gruß
      Rebirz
    • Hui, habe gesehen, dass es hier so einiges aufzuholen gibt, weshalb ich endlich mal die Kapitel 2.1 und 2.2 gelesen habe :)

      2.1
      Mit dem "Flimmern" und dem "Schnitt" habe ich persönlich ja weniger Probleme.
      Möglicherweise wäre aber "der Schnitt (Riss), der sich in der Luft aufgetan hatte" die bessere Wahl zu "der Schnitt (der) in der Luft hing".
      Ich meine, woran hängt er denn?

      Rebirz schrieb:

      Entweder sind meine Augen wirklich total im Arsch oder es ist mein Gehirn.
      Wieso zweifelt Marc an dieser Stelle an dem was er gesehen hat (dem Schnitt)?
      Für mich als Leser gibt es hierfür gar keinen Grund, zumindest geht dieser für mich aus dem Text nicht hervor.

      Grundsätzlich gefällt mir auch dieser Kapitelabschnitt sehr gut.
      Die Interaktion zwischen Marc und Yu wirkt authentisch. Auch hier muss ich nochmal dein herrlich unaufgeregtes Erzähltempo erwähnen, bei welchem genügend Platz bleibt, um mir speziell hier die langjährige Freundschaft zwischen den Beiden näher zu bringen.

      Der neue Charakter Yu ist ein willkommener Kontrast zu dem eher ernsteren Marc, auch wenn sein extrem plumper, wie aufdringlicher Flirtversuch ihn ein paar Sympathiepunkte gekostet haben.

      2.2
      Hier möchte ich eigentlich direkt auf die Autobahnszene ansprechen.

      Zunächst Mal: Fährt Yu auf den Seitenstreifen und kommt dort zum Stehen? Ich denke ja schon, doch fehlt diese Info im Text. Ich finde das solltest du einfach schon deswegen erwähnen, um den kurzen "Hä?"-Moment, wie ich ihn hatte, zu vermeiden. Muss ja aber auch nicht jeder so doof sein ;)

      Am Ende blieb ich aber trotzdem verwirrt zurück.
      Du schreibst Yu möchte Marc von der Straße stoßen.
      Einen Moment vorher ist er ja aber noch auf der Grünfläche, befindet sich also VOR Marc, welcher ja noch auf der Straße steht.
      Wie will Yu jetzt schnell genug HINTER Marc gelangen, um ihn von der Straße herunter zu drängen?
      Müsste er ihn nicht eher von der Straße herunterziehen?

      Zu guter Letzt noch eine kleine Anregung:
      Deine Texte wären noch viel angenehmer zu lesen, wenn du Absätze mit einbauen würdest.

      Manche Szenenwechsel könntest du somit viel besser markieren.
      Bsp.:

      Rebirz schrieb:

      Glücklicherweise verläuft der Rest der Fahrt ruhig. <- SCHAUPLATZ AUTOBAHN
      ABSATZ
      Doktor Franks Praxis ist eine von vielen, in einem nagelneuen Gebäudekomplex, in dem[...] <- SCHAUPLATZ DR. FRANK
      LG
      Rika
    • Hey @Rika!

      Danke schon mal für das Lob! 8o

      du hast nun auch schon eine überarbeitete Version gelesen. Die Sache mit dem Riss habe ich mittlerweile (hoffentlich) verdeutlicht.

      Rika schrieb:

      Die Interaktion zwischen Marc und Yu wirkt authentisch. Auch hier muss ich nochmal dein herrlich unaufgeregtes Erzähltempo erwähnen, bei welchem genügend Platz bleibt, um mir speziell hier die langjährige Freundschaft zwischen den Beiden näher zu bringen.
      Freut mich, dass es gut ankommt. Es war mir wichtig, dass es gut rüberkommt, wie innig ihre Freundschaft bereits ist. Das ist sehr wichtig für die Geschichte und Stimmung.


      Rika schrieb:

      Der neue Charakter Yu ist ein willkommener Kontrast zu dem eher ernsteren Marc, auch wenn sein extrem plumper, wie aufdringlicher Flirtversuch ihn ein paar Sympathiepunkte gekostet haben.
      Armer Yu ... kein Glück bei den Frauen. :P


      Rika schrieb:

      Am Ende blieb ich aber trotzdem verwirrt zurück.
      Du schreibst Yu möchte Marc von der Straße stoßen.
      Einen Moment vorher ist er ja aber noch auf der Grünfläche, befindet sich also VOR Marc, welcher ja noch auf der Straße steht.
      Wie will Yu jetzt schnell genug HINTER Marc gelangen, um ihn von der Straße herunter zu drängen?
      Müsste er ihn nicht eher von der Straße herunterziehen?
      Äh, ich bin ebenfalls verwirrt. Wenn man in Fahrtrichtung einer Straße schaut, ist die Grünfläche doch eigentlich seitlich oder? Also links oder rechts. Ich kann deiner Schlussfolgerung leider nicht folgen. Wie kommst du darauf, das Yu VOR Marc ist?
      Das mit ziehen und stoßen ist denke ich fast egal, allerdings gefällt mir dein Ziehen nun fast etwas besser.

      Das mit dem Absatz ist ein guter Vorschlag. Da hat wieder die Blindheit gegenüber dem eigenen Text eingesetzt. :D Da muss ich wirklich noch mal speziell drauf achten, wenn ich drüber lese.

      Gruß
      Rebirz
    • Also scheint es Yu schon mal gut zu gehen, dass ist schön zu wissen. Wäre ja schade, wenn der beste Freund einfach weg gewesen wäre. ^^
      Mich würde ja mal interessieren, wen diese Lizzy da eigentlich so hartnäckig beschützt hat. Der arme Louis XD Der Name gefällt mir. :) Aber ist ja auch erstmal egal, wer die beiden sind, Hauptsache, man konnte von etwas sinnloser Gewalt lesen. Nebenbei bemerkt, hast du sowohl den Kampf gegen die Ghoule als auch gegen diesen riesigen Stierschädel sehr gut geschrieben. Man konnte dem Geschehen gut folgen und hat an keiner Stelle den Eindruck bekommen, man hätte etwas verpasst. :)

      Das Einzige, das ich nochmal gern angesprochen hätte:

      Rebirz schrieb:

      Prinzipiell habe ich bewusst einen sehr mächtigen Prota gewählt. Das hat zum einen Gründe hinsichtlich des Ablaufs der Geschichte, aber der Hauptgrund ist, dass ich diese 0-8-15 Helden nicht mehr sehen kann. Also die Art, wo sich zu Beginn vor ihrem eigenen Furz erschrecken und dann in einem Anfall von Rage (natürlich genau im richtigen Moment) das Rad herumreißen. Ich wollte das anders machen und darum hast du wohl auch den Eindruck, dass ich in den Kitsch abrutsche.
      Übertreiben wollte ich es damit natürlich nicht (hab ich? ) aber Marc ist mächtig und soll auch so dargestellt werden. Yu ist ebenfalls nicht willkürlich stark. Es hat schon alles Hand und Fuß!
      In meinen Augen ist auch ein Charakter, der von Anfang an unglaublich stark ist und alle anderen problemlos überrennt und alles beherrscht, ohne das jemals zuvor gemacht zu haben, ein 08/15 Held - gibt es schließlich auch zu Hauf. Aber das mal beiseite, niemand erfindet das Rad neu und es kommt immer auf die Umsetzung an. ^^
      Womit ich ein Problem sehe ist: Marc und Yu können von mir aus stark sein, aber es macht sie direkt übermächtig, wenn alle anderen Figuren in ihrem Umfeld wie Witzfiguren erscheinen. Erst Lizzy, die allein gegen die Ghoule keine Chance hat, aber Marc, der sie problemlos niedermäht. Und dann die Soldaten, die bei Yu sind und die einfach so zu Mus verarbeitet werden, ohne sich zu wehren und Yu, der genau daneben steht, dem passiert nichts. Das ist wie in Filmen, wo man einen unglaublich starken Helden hat, der alles und jeden besiegen kann und sobald der Gegner auftaucht, kann der plötzlich nichts mehr und verliert. Nur um zu zeigen, dass der Gegner noch stärker ist. Sowas wirkt schnell unrealistisch. Wenn man schon zu Beginn einer Geschichte einen unbesiegbaren Charakter erschafft, wohin soll das noch führen im Verlauf?
      Das ist jetzt keine Kritik an dieser Geschichte, ich weiß ja nicht, wohin das noch geht, bisher passt das ja alles und du meinst ja selbst, dass du einen Plan hast. ^^ Irgendwie wollte ich das nur mal in den Raum stellen, weil ich schon viele Geschichten gelesen/ und selbst geschrieben habe, die unbeabsichtigt, genau in diese Richtung liefen. Wäre schade drum. Ich hoffe, du bist mir deshalb nicht böse ;(

      Ich bleibe auf jeden Fall dran. Ich will schließlich auch wissen, wer der kleine Junge ist, der da mitten in einer Schlacht herumsteht und keinen Ton spricht XD

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Hey @Kyelia!

      Sinnlose Gewalt ist schon etwas Tolles. :D
      Freut mich, dass der Kampf dir bisher gefallen hat! Und "Stierschädel" klingt gut ... vielleicht bring ich damit ein paar mal den "Koloss" raus, den mir @Rainbow angekreidet hatte. :D

      Kyelia schrieb:

      Wenn man schon zu Beginn einer Geschichte einen unbesiegbaren Charakter erschafft, wohin soll das noch führen im Verlauf?
      *Hust* In eine andere Richtung. *Hust* Und jetzt bin ich still! :P


      Kyelia schrieb:

      Ich hoffe, du bist mir deshalb nicht böse
      Nicht böse, ich hasse dich jetzt!!! Nein, natürlich nur Spaß! :P Ich bin über so was dankbar. Korrekturen im Text sind hilfreich, aber die Gedanken eines Leser, die er zur Geschichte hat, sind oft noch viel nützlicher.

      Gruß
      Rebirz
    • Lieber @Rebirz

      Ich muss sagen, dass ich auch ein grosses Problem mit Marcs 10 Meter Sprung habe. Weniger, weil er in dieser Welt ein Superheld ist (was auch ein Klischee ist, aber Geschmacksache).
      Mein Problem ist, dass Marc zu dem Zeitpunkt garnicht weiss, dass er mächtig ist. Oder habe ich etwas überlesen?
      Wäre er auch in seiner (unserer) Welt 10 Meter gesprungen? (Ein Bekannter ist im Suff 5 Meter tief gefallen und gestorben)
      Marc verletzt sich ja vorher auch beim Kampf, was ist dort anders als bei einem 10 Meter Sprung in die Tiefe.

      Rebirz schrieb:

      aber Marc ist mächtig und soll auch so dargestellt werden
      So wie es jetzt ist, finde ich es nicht stimmig. Marc müsste vor dem Sprung merken, dass etwas anders ist in dieser Welt.

      zB
      Die Schwerkraft weniger stark ist
      Er bemerkt, dass eine Verletzung schneller heilt
      Er vorher schon zufällig tief fällt, sich nichts tut und denkt "Hey cool, so was kann ich"

      Ich hoffe meine direkten Worte ärgern dich nicht. Aber ich kann schon seit Tagen wegen dieses Problems nicht mehr schlafen :D
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sensenbach ()

    • Hey @Sensenbach

      immer wenn man glaubt, man hat wirklich alles durchdacht, kommt doch wieder etwas Neues auf. Ich hatte mir sogar mal sorgen gemacht, dass Marc zu ruhig wirkt und habe deshalb etwas hinzugefügt, um dem entgegenzuwirken. Das dieser Sprung übertrieben erscheint, ist mir allerdings nicht in den Sinn gekommen ... Wäre eigentlich das offensichtlichere Problem gewesen. xD

      Deine Vorschläge passen zwar nicht in meine Welt, aber ich verstehe, was du meinst und habe schon etwas im Sinn, um die Lage zu verbessern.

      Und keine Sorge. An sinnvoller und handfester Kritik gibt es nichts zu bemängeln. Es geht hier ja darum besser zu werden!
      Ach und bitte schlaf wieder ruhig, ich hätte gerne auch in Zukunft noch deine Meinung und Hilfe hier. :D

      Gruß
      Rebirz
    • Dann mach ich mal hier weiter mit neuem Stoff. :)

      Kapitel 4.1

      Marc Gray

      Spoiler anzeigen
      Yu übernimmt die rechte Flanke, doch wir sind zu langsam. Gerade, als wir zuschlagen wollen, springt wohl der sechste Sinn des Ungetüms an. Es bekommt eine Art Adrenalinschub, macht einen gewaltigen Satz nach vorne und entkommt uns. Es richtet sich wieder zu seiner vollen Körpergröße auf. Fünf Meter tödliche Masse. Zu spät, um jetzt noch einen Rückzieher zu machen. Der Hammer kracht nieder, doch Yu rollt sich geschickt zur Seite und läuft einen großen Bogen um das Monster.
      „Hey, du stinkendes Riesenbaby! Mit deinem Spielzeug könntest du nicht mal eine Maus erschrecken!“, rufe ich.
      Die Beleidigung zeigt überraschenderweise Wirkung. Der Hammer schwingt knapp über dem Boden in meine Richtung und gerade noch rechtzeitig ziehe ich die Notbremse. Die Waffe rast vor meinem Gesicht vorbei, aber der Koloss nutzt den Schwung aus, um zum nächsten Schlag anzusetzen. Diesmal kommt er von oben. Mit einer flinken Rolle flüchte ich aus der Todeszone. Die Erde erzittert unter der Gewalt des Aufschlags. Frustriert brüllt mich der Stier an und der Geruch von fauligen Eiern schlägt mir entgegen. Wiederkäuer. Sowas von widerlich!
      Sein Frust wandelt sich direkt in einen Schmerzensschrei. Yu hat sich von hinten an das Monster herangeschlichen und ist an den Lederriemen, welche um die Beine gewickelt sind, nach oben geklettert. Er weitet die Wunde am Rücken aus, bis er durch das wilde Zappeln seines Opfers den Halt verliert und abspringt. Der blitzschnelle Hieb gegen die Ferse gelingt ihm gerade noch und im allerletzten Moment weicht er zurück, bevor ihn der Tritt erwischt, den das Vieh einfach blind gesetzt hatte. Ein direkter Treffer mit diesen Hufen wäre ein sicheres Todesurteil.
      Ich würde mich ja zur Ruhe und Konzentration ermahnen, aber es ist nicht nötig. Ich bin völlig gefasst. Die Ruhe selbst. Warum bereitet mir diese Tatsache mehr Kopfzerbrechen als die rasende Bestie vor mir?
      Bevor die sich wieder orientieren kann, nutze ich die Gelegenheit, bewege mich näher heran, missbrauche mein Schwert als Beil und hacke auf die Beine ein. Nicht ganz so graziös wie Yus Angriff, jedoch effektiv. Die stark blutende Wunde am Rücken und die nun fast vollständig zerfetzten Beine bilden unter dem Monster einen regelrechten See und mir fällt das erste Mal auf, dass dieses Wesen tatsächlich rotes Blut hat. Kein Grünes wie die Ghule. Merkwürdig, aber nebensächlich. Wichtig ist, dass es blutet. Es bedeutet, dass man es töten kann.
      Geschwind schlüpfe ich zwischen seinen Beinen hindurch und platziere dabei zwei weitere gezielte Schwertstreiche, bevor ich wieder an Yus Seite stehe. Der schleudert gerade seine Lanze in den Rücken des Stiers und trifft direkt zwischen die Schulterblätter, wo die Waffe dummerweise stecken bleibt. Der Koloss taumelt und für einen Moment fürchte ich, dass wir ihn nur noch wütender gemacht haben, doch dann können seine verkrüppelten Beine das massive Körpergewicht endgültig nicht mehr tragen und er stürzt nach vorne über in sein eigenes Blut.
      „Das ist unsere Chance!“, rufe ich, aber Yu hatte offenbar den gleichen Gedanken, ist mir bereits einen Schritt voraus und klettert auf den Rücken des Monsters.
      Ich laufe also zum Kopf. Zwei hasserfüllte, rote Augen starren mich an. Yu hat seine Lanze wieder und steht jetzt über dem Genick des Stiers. Der atmet schwer. Schnaubt, als würde er noch zu einem letzten Ansturm ansetzen wollen.
      Yu und ich wechseln einen kurzen, klärenden Blick und schlagen dann unsere Waffen in den Körper. Mein Freund rammt die seine tief in das Genick und ich schlitze den Hals des Ungeheuers auf. Eine regelrechte Blutwelle strömt mir entgegen. Die Hauptschlagader sitzt wohl an der gleichen Stelle, wie bei einem Menschen. Zum Glück. Yu springt wieder zurück auf den Boden. Während das Blut die Erde überschwemmt, verlassen mich endgültig die Kräfte. Als hätte etwas in mir gerade lange genug ausgehalten, bis ich in Sicherheit bin.
      „Was für eine Scheiße!“, fluche ich und gebe dem Drang meiner Beine nach, einfach zusammenklappen zu wollen. „Ab sofort bestelle ich meine Burger nicht mehr medium, sondern nur noch durch. Zweimal tot!“
      Yu lässt sich neben mich fallen. „Das wäre eigentlich ein dummer Spruch für mich gewesen“, lacht er.
      „Was soll ich sagen? Ich habe von dem Besten gelernt.“
      Wieder boxe ich ihm gegen die Schulter. Die Erleichterung ist bei uns beiden groß. Yu ist am Leben und noch in einem Stück. Alles ist in Ordnung. Bis mein Blick nach oben, an den Klippenrand fällt. Mit dem Ellbogen verpasse ich Yu einen Stoß und deute hinauf.
      „Ich hoffe inständig, dass der Minotaurus nicht deren Haustier war“, schluckt er besorgt.
      Ich habe selbst nicht daran gedacht und deshalb verwundert es mich umso mehr, dass Yu darauf gekommen ist, wo er doch mit Geschichte eigentlich überhaupt nichts am Hut hat. Der Minotaurus ist eine Figur aus der griechischen Mythologie, die halb Mensch und halb Stier ist. Genau, wie dieses tote Exemplar zu unseren Füßen. Der Tag wird immer verrückter.
      Auf der Klippe hat sich eine große Menschentraube gebildet. Überwiegend bestehend aus Soldaten mit den silbernen Rüstungen, welche ich bereits gesehen habe. Einige tragen jedoch noch seltsamere Kleidung, die mich an alte Filme über griechische Mythen oder ägyptische Pharaonen erinnert. Doch auch normal angezogene, mehrheitlich jugendliche Männer und Frauen haben sich dort oben versammelt, und starren auf uns herab.
      Jemand bahnt sich seinen Weg durch die Menge und als sie an der Klippe angekommen ist, erkenne ich Lizzy. Für einen Moment starrt auch sie nur auf uns herunter, dann hebt sie ihr Schwert zum Himmel empor und stößt einen lauten Kriegsschrei aus. Die Menge stimmt mit ein, jubelt und tobt ausgiebig. Yus Gesichtsausdruck sagt mir, dass auch er nicht weiß, was er davon halten soll. Mich braucht er nicht fragen. Ich bin genauso schlau.
      „Marc Gray! Nicht weglaufen! Wir kommen runter!“
      Meine Kraftreserven reichen nicht aus, um eine zwanzig Meter tiefe Schlucht hinauf zu rufen, also hebe ich zur Bestätigung nur den Daumen.
      „Die ist schon in Ordnung, Yu. Ich habe ihr auf der Suche nach dir geholfen, ihren Freund zu retten.“
      „Na hoffentlich hast du da auch recht“, erwidert er skeptisch. „Im Moment bin ich mir bei nichts mehr so wirklich sicher.“
      Verübeln kann ich es ihm nicht. Ich bin genauso verwirrt wie er und habe keine Ahnung, in was wir hier eigentlich reingeraten sind.
      Die Minuten verstreichen, bis die Gruppe, angeführt von Lizzy, in der Schlucht auftaucht. Als sie etwa hundert Meter von uns entfernt sind, bebt plötzlich erneut die Erde.
      „Nicht noch mal!“, stöhnt Yu.
      Erst scheint es so, als würde nichts weiter passieren und das Zittern nachlassen, doch dann öffnet sich der Boden rund um die Leiche des Minotaurus. Innerlich hoffe ich, dass ihn das Loch verschluckt und sich einfach wieder von selbst zuschüttet, aber stattdessen schießen wild lodernde Flammen daraus hervor und hüllen das Monsters ein. Es geht alles ganz schnell. Binnen Sekunden ist das Inferno erloschen und der Krater verschließt sich in einer Art Whirlpool aus Erde. Sämtliche Augen sind auf den jetzt völlig verkohlten Kadaver gerichtet. Niemand wagt es, sich auch nur einen Millimeter von der Stelle zu rühren. Innerlich bete ich jedes Gebet, das ich jemals aufgeschnappt habe, doch dann bemerke ich, wie der Arm des Kolosses zu zucken beginnt.
      An Gott glauben ist und bleibt einfach etwas Unnützes!


      Gruß
      Rebirz

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