Ein schreckliches Schreinachtsfest

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    • Ein schreckliches Schreinachtsfest

      Meine Wenigkeit hat sich hier mal an einer kleinen Weihnachtsgeschichte versucht. Ich muss gestehen, ich bin selbst zufrieden mit dem Ergebnis, aber mal sehen wie sie euch hier gefällt.
      Außerdem wollte ich auch mal den ganzen Leuten danken, die irgendwann mal in meine Geschichten reingeschneit sind und mir jede Menge Tipps gegeben haben. Ihr habt mir was das Schreiben angeht wirklich sehr weitergebracht und mir zu ganz neuer Motivation und Fortschritten verholfen. Ai Dankschä dafür! :heart: :panik:

      Ein schreckliches Schreinachtsfest
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      Der Moderwurzwald war ein Ort des Grauens! Schon allein der Name sagte eigentlich alles über jenes knorrige Gehölz aus, zwischen dem klammen Regenmoor und der kleinen Stadt Siebengibel. Jedoch war diese im Vergleich zum finsteren Forst ein wahrhaft herrliches Örtchen. Mit roten Ziegeldächern, Mauern aus hellem Fels und dem Flüsschen Isel, das einmal mitten hindurch führte.
      Nun, da der Winter bereits Einzug im Lande gehalten hatte, lagen die Äcker ringsherum unter einer Decke aus Schnee begraben, während vom Städtchen der Rauch aus den Schornsteinen aufstieg. Es war die Zeit des Jahres, in der man es sich mit der Familie am Kamin bequem machte und draußen dem Herniederrieseln der Flocken lauschte, derweil man an einer heißen Tasse Tee schlürfte. Wenn man denn eine hatte. Oder einen Kamin. Oder überhaupt ein Dach über dem Kopf und nicht wie der letzte Gnoll in einer Höhle unter den Wurzeln eines Baumes leben musste ...
      Wie bereits gesagt, der Moderwurzwald war tatsächlich ein grauenhafter Ort, vor allem während der kalten Wintermonate. Doch hatten sich seine Bewohner schon vor Ewigkeiten an die Dunkelheit und frostigen Nächte gewöhnt, die unter den düsteren Wipfeln wahrlich lang sein konnten.
      So begann der gute alte Krampus schon im Herbst damit, den kleinen Kobolden das Feuerholz wegzunehmen und es stattdessen in seiner eigenen, schiefen Hütte für den Winter zu lagern. Der Troll hingegen war ohnehin derart gefühlstaub und kälteunempfindlich, dass ihn das Wetter eigentlich nicht weiter scherte. Da während der langen Schneefälle aber für gewöhnlich sogar noch weniger Wanderer seine Brücke benutzten, kuschelte er sich meist darunter zusammen und schnarchte vor sich hin, dass die alten Steine des Bauwerks nur so wackelten.
      Was allerdings die hutzelige Hexe mit ihrem Buckel so in ihrer Höhle im alten Hügelgrab so anstellte, wusste eigentlich keiner so genau. Egal welche Jahreszeit es nun war. Hin und wieder zuckte mal ein grelles Leuchten durch den Wald, oder es blubberten seltsam gefärbte Wolken aus dem windschiefen Schornstein, oben auf der Hügelkuppe. Hexen waren allgemein sehr seltsam und die merkwürdigen Versuche dieses ganz speziellen Zauberweibes stellten bestimmt keine Ausnahme dar. Die Bewohner des Moderwurzwaldes beschränkten ihren Umgang mit der hutzligen Oma deshalb auf ein halbherziges "Guten Tag?", wenn sie mal wieder stinksauer wegen irgendeines fehlgeschlagenen Versuchs durch den Wald stiefelte und vor sich hin schimpfte.
      Und besagte Gnolle unter der Baumwurzel? Ja die, die hatten eine ganz besondere Aufgabe.
      Tief drin im Moderwurzwald, verborgen hinter den knorrigsten und ältesten Bäumen, da lagen ein paar Steine im Kreis. Das mag nun verdächtig nach Steinkreis klingen, aber das war es nicht. Die bemoosten Brocken sahen nämlich nicht nur aus wie hingeworfen, mit aller Wahrscheinlichkeit hatte man mit ihnen auch genau das gemacht. Der Moderwurzwald war so alt, wie die der Grund selbst, auf dem er stand und seit dem Tag, als der erste Setzling sich aus der braunen Erde empor gegraben hatte, nannten ihn auch jene Kreaturen ihr eigen. Jedoch konnte sich selbst der alte Krampus nicht daran erinnern, dass irgendjemand einmal irgendetwas derartiges errichtet hätte.
      Die Steine lagen eben dort, wie auch immer sie dazu gekommen waren. Doch das wahre Augenmerk galt ohnehin etwas anderem, das da von den Bewohnern des Moderwurzwaldes als der Knorrings bezeichnet wurde. Es war eine Tanne, noch viel höher als alle anderen Bäume, mit weitem, bemoosten Wurzelwerk, das hier und da aus dem Erdreich hervorlugte. Die Äste waren lang und dick, ebenso der Stamm. Man nannte ihn auch oft den Gipfel des Waldes, den König aller Bäume und vor allem der Tannen, wie es sie nur in jenem Land gibt. So ragte der ehrwürdige Knorrings am Rande des Kreises der hingeworfenen Steine auf, an dem Ort, wo alljährlich das herrliche Schreinachtsfest veranstaltet wurde.
      Sobald der erste Schnee fiel, begannen die Gnolle mit ihrer Arbeit. Sie schleppten Bänke, Tische und für die etwas schwereren Gäste alte, abgesägte Baumstümpfe heran (für die alte Hexen-Oma gab es sogar extra einen Stuhl mit Lehne, um den morschen Rücken zu schonen). Überdies waren sie auch für ausreichend Besteck verantwortlich. Immerhin hatten sie es ja nicht umsonst von den Menschen und Sommerwichteln geklaut. Die wohl wichtigste Aufgabe stellte jedoch das entfachen des großen Schreinachtsfeuers, in der Mitte des Kreises aus Steinen, dar. Schließlich pfiff der Wind um diese Jahreszeit besonders kalt durch den Wald und keiner hatte Lust, die Festlichkeit schlotternd zu verbringen.
      Doch nicht nur die kleinen Gnolle packten dazu mit an. So sorgte zum Beispiel der Lindwurm, in seiner Höhle am Fuße der Berge wie jedes Jahr für das leibliche Wohl. Ziegen, Schafe, Kühe, übermütige Ritter, Jungfrauen und etwas weniger junge Frauen, alles wurde mit kräftigem Schnauben angebraten, mit Soße übergossen und mit Gemüse serviert. Für Ritter und Frauen gab es außerdem noch ein wenig Rosmarin, um ihnen während dem Kochen mit irgendetwas die Mäuler zu stopfen.
      Derweil machten sich die Pilzwichtel (die etwas rabiater eingestellt waren, als ihre Verwandten) ebenfalls ans Essen und richteten gekonnt ihr weithin bekanntes Jägerschnitzel mit Pilzsoße an. Natürlich aus echten Steinpilzen und echten Jägern. Den Duft und die Schreie (in der Rezeptur der Pilzwichtel war leider kein Rosmarin oder dergleichen erlaubt) konnte man dann oftmals schon Tage zuvor im ganzen Wald riechen und hören. Für den Rest war es deshalb schon fast wie eine Mahnung, dass Schreinachten vor der Tür stand.
      Manch einer hatte diese Erinnerung auch bitter nötig. Schon vorletztes Jahr hätten es die Dämmerbolde beinahe vergessen. Erst als eines Wintermorgens plötzlich der Geist der ertrunkenen Frau vor der Tür zu ihrem Bau stand, fiel es den Herrschaften wieder ein. Seitdem wurde ihnen alljährlich von der werten Dame (die im übrigen über einen grandiosen schwarzen Humor verfügte, allerdings hin und wieder auch ganz schön kalt sein konnte) etwas auf die Finger geklopft. Schließlich war sie auch nicht einfach zufällig dort vorbei gekommen. Während die Dämmerbolde nämlich das wunderbar süffige Schmorbier brauten, stellte der Geist der ertrunkenen Frau das dazu nötige, klare Quellwasser zur Verfügung. Manch einer behauptete zudem, der würzige Geschmack käme überhaupt erst durch ihren eigenen Selbstmord oben in den Bergen, wo das Flüsschen Isel entsprang.
      Nun war sowohl für Speis, als auch für den guten Trunk gesorgt, doch freilich benötigte es auch ein wenig festliche Verzierung, um für die richtige Stimmung zu sorgen. Seit jeher kümmerte sich die alte, achtbeinige und -äugige Spinnerin darum und webte ihre Fäden sowohl um den Knorrings, als auch um die Bäume am Rand der Steine. Früher hatte sie sich auch noch die Mühe gemacht und für die Gäste selbstgemachte Pullover gesponnen, doch das Zeug hatte dermaßen geklebt, dass man sich kaum darin bewegen konnte.
      Doch nicht alle Besucher des Schreinachtsfests stammten auch aus dem Moderwurzwald. Der Clan der Schmoddergoblins reiste jedes Jahr aus dem Regenmoor an und brachte gleich noch die Köpfe seiner Ahnen mit, um mit eben diesen die Äste des Knorrings entsprechend zu schmücken. Manch ein besonders alter und blanker Schädel bekam sogar noch eine Kerze ins offene Maul gesteckt, sodass die ehrwürdige Tanne bald vom sanften Schein erhellt wurde.
      Auch der Riese hatte seine Blockhütte eigentlich in den Bergen. Von dort wanderte er hinab ins Tal, jagte dabei den Menschen meist einen heiden Schrecken ein und gesellte sich schließlich zur Feier. Mit sich führte er dabei immer die große Trommel aus Holz und jeder Menge Tierhäute. Schließlich musste ja irgendeiner für ein wenig Musik sorgen!
      Doch mit diesem Gedanken war er nicht einmal allein. Auch den weithin bekannten und unter den Bewohnern von Moderwurzwald gerühmten Rattenfänger von Hamel, sowie seine Flöte, zog es jeden Winter zum Knorrings und zum Schreinachtsfest. Ursprünglich hatte er eigentlich nur seine Großmutter, die hutzelige Hexen-Oma besuchen wollen, doch gefiel es ihm zuletzt so gut, dass es quasi zur Tradition geworden war. Meist reiste er schon einen Tag früher an, um sich mit seinem Großmütterchen noch ein wenig zu unterhalten. Schließlich sah man sich ja so selten.
      "Na?! Wie geht`s den Kindern?", lautete meist die erste Frage ihrerseits.
      "Ach, die ... Haben glaub ich immer noch nicht wieder nach Hause gefunden", meinte dann der Enkel schulterzuckend, während er an Omas heißen Beeren-, Kräuter- und Rabenfußtee schlürfte.
      Schließlich aber waren alle versammelt und sämtliche Vorbereitungen getroffen. Ein weiteres Schreinachtsfest konnte gefeiert werden!
      Man aß, man fraß, man trank, man soff und sprang danach noch lange wild ums Schreinachtsfeuer herum, während Riese und Rattenfänger auf ihren Instrumenten zum Tanz aufspielten. Seinen Namen verdankte das Fest übrigens den ausgelassenen Rufen, die von den Feiernden dabei ausgestoßen wurden. Gnolle quäkten, Pilzwichtel und Dämmerbolde quietschten, der Geist der ertrunkenen Frau stieß abwechselnd Seufzer oder verzweifelte Schreie aus, während die Goblins jauchzten, was das Zeug hielt und sich so alles zu einem einzigen, ausgelassenen Wirbel vermischte. Tatsächlich war es der Troll, der tief und voll alte Schreinachtsklassiker wie "Leise rasselt der Säbel" oder "Stille Nacht, denn ich hab dich umgebracht" anstimmte und dabei mit seinem Gesang sämtliche Engelschöre vor Neid erblassen ließ.
      Dafür stieg dann selbst der vermoderte Totenvater aus seinem Grab auf dem Friedhof von Siebengibel und das morsche Gerippe seines Onkels brachte er gleich auch noch mit! Eine solche Festlichkeit wollte man sich aber auch nicht entgehen lassen und so baumelte der werte Onkel bald an der Spitze des Knorrings lustig im Winterwind vor sich hin.
      Drohte aber das Schreinachtsfeuer gegen Mitternacht plötzlich auszugehen, eilte sofort der gute, alte Krampus mit seinem geklau ... gesammelten Feuerholz zur Rettung und legte ordentlich nach. Den Rest überließ er dann meistens den Kobolden. Immerhin war das deren Holz, da konnten die sich ja auch drum kümmern!
      Und während nebenan im Städtchen die Menschen allesamt andächtig beisammen saßen, leerten die Bewohner vom Moderwurzwald gerade das dreizehnte Fass Bier, oder stopften sich die letzten Reste von Ritter, Jungfrau und Jäger in die Mäuler. Der Troll tanzte mit dem Geist der ertrunkenen Frau, während er selbst betrunken war und hätte sie nicht schon vor Jahren ihr Leben ausgehaucht, wäre es spätestens jetzt soweit gewesen, als der große Kerl auf sie draufkippte. So kümmerte es sie allerdings wenig und dümmlich kichernd rappelten sich die beiden wieder auf. Die Goblins, Gnolle, Dämmerbolde, Kobolde und Pilzwichtel hingen derweil alle gleichzeitig an der mächtigen Pranke des Riesen und versuchten so, dessen gewaltige Kraft im Armdrücken zu bezwingen. Der lachte dabei jedoch nur dröhnend und aß mit der anderen Hand einfach weiter seinen Kuhbraten. Am Rande des Geschehens saßen außerdem Hexen-Oma und der alte Krampus beisammen und sprachen angeregt darüber, wie viel besser früher doch alles gewesen sei. Das beide dabei etwas beschwipst waren, tat der Unterhaltung ihr übriges.
      Etwas nach Mitternacht holte dann der Lindwurm seinen selbstgebrannten Schnaps hervor und noch einmal wurde gemeinsam kräftig angestoßen, bevor sich die ersten Gäste allmählich zu verabschieden begannen. Zwar nicht auf körperlicher Ebene, doch dank des ganzen Alkohols auf geistiger. Kreuz und quer lagen sie allesamt verteilt im Kreis der Steine und unterm Knorrings, dass der Riese aufpassen musste, wo er hintrat, als er zum Stapel mit den noch vollen Bierfässern hinüber stapfte. Selbst der Lindwurm war inzwischen eingedöst. Mitten im halb heruntergebrannten Schreinachtsfeuer lag er zusammengerollt da und stieß kleine Rauchwölkchen aus. Schließlich begann auch der Riese an einen Stein gelehnt zu schnarchen, wobei ihm das letzte, nun leere Bierfass aus der Hand rutschte.
      Da wurde es plötzlich ganz still im Moderwurzwald. Nur noch der leise rieselnde Schnee war zu hören und legte sich sanft auf die schlummernde Gesellschaft. Die meisten hatten sich einfach hingelegt, wo sie zuvor noch standen und nur die achtbeinige und -äugige Spinnerin hing in einem Kokon vom Knorrings herab. Krampus und Hexen-Oma waren Rücken an Rücken eingedöst, während die ertrunkene Frau doch glatt in den Pranken des Trolls ruhte. Das würde vielleicht ein peinliches Erwachen am nächsten Morgen geben ...
      Aber ja! Einstweilen war der Moderwurzwald ein Ort des tiefen Friedens, obgleich der Name nach wie vor schauerlich klang. Doch zu dieser einen Gelegenheit, dem Schreinachtsfest, ließen sogar die Bewohner jenes knorrigen Gehölzes die Reisenden und Wanderer in Ruhe ihrer Wege gehen. Ohne jeglichen Trubel oder Wirbel, weil an diesem einen Abend alles ach so perfekt und gesittet zugehen musste, hatten es die verlausten Bewohner vom Moderwurzwald dennoch geschafft. Mit ihrem verranzten Benehmen und indem sie einen feuchten Dreck auf Vollkommenheit gaben, wofür sie manch anderer verachtete, oder gar fürchtete, hatten sie doch den Kern der ganzen Sache getroffen: Zu feiern, wie klein man doch eigentlich in der Welt ist und was für einen Spaß man dabei dennoch gemeinsam haben kann.

      Verranzte Weihnachten euch allen!
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Xarrot ()

    • OK, ich bin eigentlich kein Kurzgeschichten-Leser, aber ab und zu mal wieder in eine reinschauen, schadet ja nicht! :)
      Manchmal würde ich mir aber auch wünschen, dass meine Projekte sich nicht andauern verlängern würden ...

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      Schon allein der Name sagte eigentlich alles über jenes knorrige Gehölz aus, zwischen dem klammen Regenmoor und der kleinen Stadt Siebengibel. Diese war jedoch, im Gegensatz zum finsteren Forst, ein wahrhaft herrliches Örtchen.

      Ich finde den Übergang der beiden Sätze etwas holprig. Vielleicht drehen? "Im Vergleich zum finsteren Forst, wahr diese jedoch ein wahrhaftig herrliches Örtchen."

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      Hexen waren allgemein sehr seltsam und die merkwürdigen Versuche dieses ganz speziellen Zauberweibes stellten ganz sicher keine Ausnahme dar.

      Mir ist die Wiederholung aufgefallen, die man umgehen könnte. Außer sie ist bewusst gesetzt. Könnte auch passen.

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      Der Duft und die Schreie (in der Rezeptur der Pilzwichtel war leider kein Rosmarin oder dergleichen erlaubt) konnte man dann oftmals schon Tage zuvor im ganzen Wald riechen und hören.

      Es müsste "Den" heißen.

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      Für den Rest war es deshalb schon fast wie eine Mahnung, dass Schreinachten vor der Tür stand.

      Hmm, normalerweise will ich nicht direkt etwas in einen Text hinzufügen, aber ich fand den Gedanken gerade so lustig, dass ich ihn dir trotzdem hierlassen will.
      "Für den Rest der potenziellen Beilagen war des deshalb schon fast wie eine Mahnung ..." :D Ist mir plötzlich durch den Kopf gegeistert.

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      Doch mit diesem Gedanken war er nicht einmal allein. Auch den weithin bekannten und unter den Bewohnern von Moderwurzwald gerühmten Rattenfänger von Hamel, sowie seine Flöte zog es jeden Winter zum Knorrings und zum Schreinachtsfest.

      Gehört hier ein Komma rein? Bin mir nicht sicher. Bin aber auf jeden Fall kurz Stutzig geworden, also besser vermerkt. :)

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      Ohne jeglichen Trubel oder Wirbel, weil an diesem einen Abend alles ach so perfekt und gesittet zugehen muss, hatten es die verlausten Bewohner vom Moderwurzwald dennoch geschafft. Mit ihrem verranzten Benehmen und einem feuchten Dreck auf Vollkommenheit, wofür sie manch anderer verachtete, oder gar fürchtete, hatten sie doch den Kern der ganzen Sache getroffen: Zu feiern, wie klein man doch eigentlich in der Welt ist und was für einen Spaß man dabei dennoch gemeinsam haben kann.

      In deinem Ende ist noch irgendwie der (Lind)Wurm drin. :P
      Ich komme hier nicht drauf, wie der erste Teil (grün) zu lesen/betonen ist. Für mich sitzen hier Satzzeichen falsch. Vielleicht schaust du noch mal drüber.
      Ist der gelb markierte Teil quasi als Synonym für Gleichgültigkeit gedacht? Also ihnen ist egal, dass sie nicht vollkommen sind?
      Blau ist dein abschließender Satz. Mir gefällt, was du damit sagen willst, nur die Formulierung kommt mir nicht flüssig über die Zunge.


      Alles in Allem eine schön erzählte Geschichte, die für einige Schmunzler in der Stillen Zeit sorgt. Coole Idee! :thumbsup:

      Gruß
      Rebirz
      Da sitzen sie wieder alle und fressen Eis ... Als wüssten sie nicht, wie ein Bier aufgeht!
    • Hui, Danke @Rebirz da waren ja noch ein paar Fehlerchen drin, obwohl ich mir diesmal sogar extra viel Mühe gegeben hab, die auszumerzen, aber scheinbar sind das wohl Zombies ... :whistling:

      Rebirz schrieb:

      Hmm, normalerweise will ich nicht direkt etwas in einen Text hinzufügen, aber ich fand den Gedanken gerade so lustig, dass ich ihn dir trotzdem hierlassen will.
      "Für den Rest der potenziellen Beilagen war des deshalb schon fast wie eine Mahnung ..." Ist mir plötzlich durch den Kopf gegeistert.
      Das würde an dieser Stelle glaube ich nicht so ganz passen. Die Erinnerung soll ja eigentlich für die Bewohner des Moderwurzwaldes sein, da zum Beispiel die Dämmerbolde etwas vergesslich diesbezüglich sind.

      Rebirz schrieb:

      Ich komme hier nicht drauf, wie der erste Teil (grün) zu lesen/betonen ist. Für mich sitzen hier Satzzeichen falsch. Vielleicht schaust du noch mal drüber.
      Eventuell lag das daran, dass ich im Nebensatz aus Versehen die falsche Zeitform benutzt hab. Es sollte eigtl heißen:
      "Ohne jeglichen Trubel oder Wirbel, weil an diesem einen Abend alles ach so perfekt und gesittet zugehen musste, hatten es die verlausten Bewohner vom Moderwurzwald dennoch geschafft." -Sonst hast du schon recht, der Satz hier ist eine kleine Absonderlichkeit in der Formulierung, wobei mir das eigentlich sogar ganz gut so gefällt, Eventuell vereinfache ich ihn aber doch ein bisschen. :)

      Rebirz schrieb:

      Ist der gelb markierte Teil quasi als Synonym für Gleichgültigkeit gedacht? Also ihnen ist egal, dass sie nicht vollkommen sind?
      Ja, genau so meinte ich das, hab da ein klein wenig was ausgebessert, damit das deutlicher wird

      EDIT: @Rebirz Natürlich füg ich auch die überarbeitete Version hier ein, allerdings nicht als extra Post sondern einfach anstelle der Geschichte am Anfang.
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Xarrot ()

    • Xarrot schrieb:

      Das würde an dieser Stelle glaube ich nicht so ganz passen. Die Erinnerung soll ja eigentlich für die Bewohner des Moderwurzwaldes sein, da zum Beispiel die Dämmerbolde etwas vergesslich diesbezüglich sind.
      Ach so! Dann habe ich das missverstanden. Ich dachte anders, weil du geschrieben hast:
      "Für den Rest war es deshalb schon fast wie eine Mahnung ..."
      Eine Mahnung habe ich irgendwie ganz automatisch mit Feinden bzw. in dem Fall halt "Opfern" in Verbindung gebracht.


      Xarrot schrieb:

      Sonst hast du schon recht, der Satz hier ist eine kleine Absonderlichkeit in der Formulierung, wobei mir das eigentlich sogar ganz gut so gefällt, Eventuell vereinfache ich ihn aber doch ein bisschen.
      Ganz klein wenig absonderlich, ja. :D Auch mit der richtigen Zeitform sticht er doch sehr stark von restlichen Text hervor. Ich würde ihn persönlich wirklich vereinfachen. Es ist ja im Ganzen eine lustige Geschichte, keine High Fantasy mit Hochelfen etc. :)

      Edit: Fügst du deine überarbeitete Version dann auch hier ein? Würde mich schon Interessieren, wie du dann deine Lösungen umgesetzt hast! :D
      Da sitzen sie wieder alle und fressen Eis ... Als wüssten sie nicht, wie ein Bier aufgeht!
    • Xarrot schrieb:

      Doch nicht nur die kleinen Gnolle packten dazu mit an. So sorgte zum Beispiel der Lindwurm, in seiner Höhle am Fuße der Berge wie jedes Jahr für das leibliche Wohl. Ziegen, Schafe, Kühe, übermütige Ritter, Jungfrauen und etwas weniger junge Frauen, alles wurde mit kräftigem Schnauben angebraten, mit Soße übergossen und mit Gemüse serviert. Für Ritter und Frauen gab es außerdem noch ein wenig Rosmarin, um ihnen während dem Kochen mit irgendetwas die Mäuler zu stopfen.

      Xarrot schrieb:

      "Na?! Wie geht`s den Kindern?", lautete meist die erste Frage ihrerseits.
      :rofl: :rofl: :rofl:
      Mega! Einfach herrlich! Bis auf ganz kleine Fehlerchen ist das ein echtes Meisterwerk von einer Kurzgeschichte! Seit langem habe ich wieder einmal Tränen gelacht und musste kurz aufhören zu lesen...
      Der Rattenfänger als Schreinachtsmusiker? Das würzige Ertrunkenenbier? Schädelschmuck? Da ist echt an alles gedacht!

      Um zumindest noch eine kleine Anmerkung zu machen: Wer ist für Geschenke zuständig? Oder gibts die beim Schreinachtsfest gar nicht?

      Nochmals: Absolut ganz großes Kino!
      Sick nature.
    • bigbadwolf schrieb:

      Um zumindest noch eine kleine Anmerkung zu machen: Wer ist für Geschenke zuständig? Oder gibts die beim Schreinachtsfest gar nicht?
      Die Geschenke sind quasi die Mithilfe an den Festvorbereitungen. Außerdem geht es den Bewohnern vom Moderwurzwald gar nicht mal so sehr um Geschenke und den ganzen Kram, sondern mehr um die wilde Feier. :lol:
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Xarrot schrieb:

      Außerdem geht es den Bewohnern vom Moderwurzwald gar nicht mal so sehr um Geschenke und den ganzen Kram, sondern mehr um die wilde Feier.
      Ah, der wahre gute Kern des Schreinachtsfestes ist hier noch zu finden, im Moderwurzwald.

      Ein schöne Studie aus dem Dschungel. Wie so ein Jägerdings wohl schmeckt? Möglicherweise überdeckt die Sosse den Eigengeschmack!
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Sehr unterhaltsame (Anti-)Weihnachtsgeschichte!
      Die skurrilen, bisweilen brutalen, aber dennoch liebenswürdigen, Bewohner des Waldes und ihre seltsamen bis absurden Gebräuche - wunderbar stimmige Welt, die du da aufgebaut und mit der richtigen Prise Humor gewürzt hast.

      Und lese ich da etwa auch noch eine leichte Konsum- und Gesellschaftskritik raus? ;)

      Achja, was mir noch aufgefallen wäre:

      Xarrot schrieb:

      Was allerdings die hutzelige Hexe mit ihrem Buckel so in ihrer Höhle im alten Hügelgrab so anstellte, wusste eigentlich keiner so genau.
      3x "so" in einem Satz? Das ist mindestens mal eines zuviel.

      LG
      Rika
    • Sensenbach schrieb:

      Wie so ein Jägerdings wohl schmeckt? Möglicherweise überdeckt die Sosse den Eigengeschmack!
      Na ich hoffe doch! Die schmecken scheußlich! 8|

      Rika schrieb:

      Und lese ich da etwa auch noch eine leichte Konsum- und Gesellschaftskritik raus?
      Keine geplante, aber tatsächlich! Wobei das vermutlich ziemlich leicht geschieht, wenn man mal ein wenig mit dem heutigen Weihnachtsklischee spielt und es noch dazu verdreht.

      Rika schrieb:

      3x "so" in einem Satz? Das ist mindestens mal eines zuviel.
      So ein ... so geplant hatte ich das nicht, aber wenn es eben so kommt wie es so halt kommt, finden sich die Fehler noch so schnell ein, dass man so als normaler Mensch gar nicht mitbekommt, wo die so überall hocken ... also sowas aber auch wirklich! Danke. :doofy:
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Hi Xarrot, ich dachte, ich lese mal in eine deiner Geschichten rein und lasse einen Kommi da.

      Kritik Lob und anderes Zeug

      Xarrot schrieb:

      Nun, da der Winter bereits Einzug im Lande gehalten hatte, lagen die Äcker ringsherum unter einer Decke aus Schnee begraben,
      erhalten

      Xarrot schrieb:

      Wie bereits gesagt, der Moderwurzwald war tatsächlich ein grauenhafter Ort, vor allem während der kalten Wintermonate.
      tatsächlich ist so ein Füllwort ... und grauenhaft - oder besser gesagt "Ort des Grauens" - hast du den Ort erst einen Absatz darüber genannt. Sowieso passte es für mich nicht ganz ins Bild, weil zuvor das Städchen beschrieben wurde - und da sah es nicht sonderlich grauenhaft aus.

      Xarrot schrieb:

      So begann der gute alte Krampus schon im Herbst damit, den kleinen Kobolden das Feuerholz wegzunehmen und es stattdessen in seiner eigenen, schiefen Hütte für den Winter zu lagern.
      Du hast oft lange Sätze. Versuche, da nicht zu viele Adjektive aneinanderzureihen, das bringt den Lesefluss etwas ins Stolpern.

      Xarrot schrieb:

      Was allerdings die hutzelige Hexe mit ihrem Buckel so in ihrer Höhle im alten Hügelgrab so anstellte, wusste eigentlich keiner so genau.
      eines reicht

      Xarrot schrieb:

      Das mag nun verdächtig nach Steinkreis klingen, aber das war es nicht.
      Du schreibst sehr gerne mit den Konjunktionen "aber, jedoch, dennoch, doch, allerdings" etc. mMn ist es bei dir etwas zu viel des guten, denn diese Wörter negieren vorher gemachte Aussagen. Und wenn du als Leser ständnig was negiert bekommst, was man dir gerade als Beschreibung verkaufen will, dann nervt das ach ner Weile gewaltig.

      Xarrot schrieb:

      So ragte der ehrwürdige Knorrings am Rande des Kreises der hingeworfenen Steine auf, an dem Ort, wo alljährlich das herrliche Schreinachtsfest veranstaltet wurde.
      Diese Art von subtilem Humor mag ich ^^ Es ist kein Steinkreis, sondern nur zufällig in Kreisform geworfene Steine - und hier trittst du die Beschreibung nochmal breit - da muss ich schmunzeln :)


      Xarrot schrieb:

      (für die alte Hexen-Oma gab es sogar extra einen Stuhl mit Lehne, um den morschen Rücken zu schonen).
      Du spielst mit Worten, das ist cool! Morsch sagt man eher zum Holz, aber das Wort auf den Rücken zu übertragen, der in etwa genauso brüchig ist, ist ein gelungenes Bild :) Das ist auch deine große Stärke im Text mMn :)


      Xarrot schrieb:

      Für Ritter und Frauen gab es außerdem noch ein wenig Rosmarin, um ihnen während dem Kochen mit irgendetwas die Mäuler zu stopfen.
      xD


      Xarrot schrieb:

      Natürlich aus echten Steinpilzen und echten Jägern.
      Du schreibst, wie deine Kommentare - toal trocken. Herrlich :rofl:


      Xarrot schrieb:

      Während die Dämmerbolde nämlich das wunderbar süffige Schmorbier brauten,
      Bläht den Satz hier unnötig auf


      Xarrot schrieb:

      Doch nicht alle Besucher des Schreinachtsfests stammten auch aus dem Moderwurzwald.
      Du hast schon "doch", das "auch" brauchst du deswegen mMn nicht.


      Xarrot schrieb:

      Der Clan der Schmoddergoblins reiste jedes Jahr aus dem Regenmoor an und brachte gleich noch die Köpfe seiner Ahnen mit, um mit eben diesen die Äste des Knorrings entsprechend zu schmücken.
      Die schauen auch sicher sehr viel lustiger aus als Christbaumkugeln xD


      Xarrot schrieb:

      Auch der Riese hatte seine Blockhütte eigentlich in den Bergen.
      Füllwort


      Xarrot schrieb:

      Schließlich aber waren alle versammelt und sämtliche Vorbereitungen getroffen.
      Wozu das aber hier?


      Xarrot schrieb:

      Seinen Namen verdankte das Fest übrigens den ausgelassenen Rufen, die von den Feiernden dabei ausgestoßen wurden.
      Achso, ich dachte von den Rittern und Prinzessinnen, die kein Rosmarin im Mund haben xD


      Xarrot schrieb:

      der tief und voll alte Schreinachtsklassiker wie "Leise rasselt der Säbel" oder "Stille Nacht, denn ich hab dich umgebracht" anstimmte und dabei mit seinem Gesang sämtliche Engelschöre vor Neid erblassen ließ.
      Dein Humor ... :rofl: Echt super!




      Im großen und ganzen hat mir dein Schreinachtsfest sehr gut gefallen :thumbsup: Die Idee ist gut und der Text hat mich wunderbar unterhalten ^^ Da es das erste Mal ist, dass ich einen deiner Texte lese, schreib ich dir was mir so aufgefallen ist.

      Kritikpunkte sehe ich vom stilistischen nur in der häufigen Verwendung dieser Aber-Konjunktionen und Füllwörtern. Letztere sind hier teils aber ganz okay, da sie den etwas locker fröhlichen Erzählstil unterstreichen - es sollte nur nicht überhand nehmen.
      Zweite Sache, die mir auffiel, war die Verbfaulheit. Vielleicht ist mein Blick inzwischen zu überkritisch (weil Verbfaulheit zu meinen eigenen Achillesfersen gehört und ich umso stärker hinsehe), aber du beshreibst viele Zustände durch "war". Da gibt es oftmals kreativere Verben, gäbe also die Möglichkeit, den Text noch etwas bunter zu machen.

      Toll ist natürlich dein Humor :D Es ist alles so schön trocken - ich bin ganz ehrlich, ich hab nur in die Geschichte reingelesen, weil ich hier im Forum in Kommentaren ständig solche Brüller von dir lese :D Sehr gelungen finde ich auch, wie du mit der Sprache spielst. Du hast echt eine gute Wortvielfalt im Text und schlägst ein paar schöne Brücken zwischen Kontexten wie zum Beispiel beim morschem Rücken der Oma :D

      Hoffe, das ist irgendwo hilfreich.

      Gruß Alopex :fox:

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Alopex Lagopus schrieb:

      Vielleicht ist mein Blick inzwischen zu überkritisch (weil Verbfaulheit zu meinen eigenen Achillesfersen gehört und ich umso stärker hinsehe), aber du beshreibst viele Zustände durch "war". Da gibt es oftmals kreativere Verben, gäbe also die Möglichkeit, den Text noch etwas bunter zu machen.
      Da hast du etwas beim Namen genannt, was mich auch schon beim Schreiben etwas gestört hat. Irgendwie wusste ich nie, was es nun genau ist, aber tatsächlich, in die Richtung lässt sich arbeiten! Danke dir vielmals :)

      Wegen den Füllwörtern stimm ich dir an einigen Stellen zu, an anderen gefallen sie mir dagegen eigentlich ganz gut :hmm: Ich denke, da kann man sich aber auch wieder gut drüber streiten. Dennoch ein großes Dankeschön für deine Tipps. Vor allem mit der Verbfaulheit hast du mir wirklich weitergeholfen. :D
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"
    • Xarrot schrieb:

      Wegen den Füllwörtern stimm ich dir an einigen Stellen zu, an anderen gefallen sie mir dagegen eigentlich ganz gut Ich denke, da kann man sich aber auch wieder gut drüber streiten. Dennoch ein großes Dankeschön für deine Tipps. Vor allem mit der Verbfaulheit hast du mir wirklich weitergeholfen.
      Kann ich zustimmen. Ich kann nur sagen, wo sie mich stören. Hab auch nur die angestrichen, die ich wirklich fragwürdig fand. Manche Dinge sind letztendlich Geschmack. Ich schreibe es trotzdem, manchmal denkt man über einige Stellen beim Schreiben nicht genauer nach, so kenne ich das von mir.
      Freut mich jedenfalls, dass ich helfen konnte ^^

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


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