Die Reifeprüfung (Rework)

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    • Die Reifeprüfung (Rework)

      Hi Leute ^^ Diese Geschichte habe ich vor einiger Zeit mal hier im Forum gezeigt, bin aber über einen bestimmten Punkt nicht hinausgekommen, weil zu viele Dinge im Plot enfach nicht mehr zusammenpassten. Jetzt ist die Geschichte etwas besser geplant, also dachte ich, versuche ich es nochmal mit einem Neuanfang - (zwei Chars brauchten eine Generalüberholung, das hätte ich im alten Thread nicht wett machen können). Für alle, die die alte Version nicht kennen: Euch erwartet hier eine humoristische Geschichte, die in einer Fantasywelt spielt, aber ein paar kleine Ähnlichkeiten zu der unsrigen aufweist ^^ Ziel dieser Geschichte ist die Verbesserung meines Schreibstils und das Schreiben in Bildern. Wäre also cool, wenn ihr mir rückmeldet, welche Bilder für euch nicht funktionieren, welche euch zu kompliziert/abwegig/abstrakt sind oder was ihr witzig/passend fanded ^^

      Außerdem versuche ich etwas den Ungeschriebenen Gesetzen nach Möglichkeit zu widersprechen, oder diese zu umgehen. Erwartet also kein klassisches Gut/Böse mit jungen Helden, der die Welt rettet, sondern ganz normale Alltagsprobleme :P Der Fokus liegt hier sowieso nicht auf Spannung, was aber nicht heißt, dass es euch hier langweilig werden soll - ich gebe natürlich wie immer mein Bestes, euch bezüglich des Plots zu überraschen (Um die ungeschriebenen Gesetze kommt man ja so oder so meist nicht herum, denn ohne Klischees funktioniert eine Parodie wie diese hier natürlich nicht).

      Also dann, genug der Einleitung, viel Spaß mit dem (etwas längeren) Prolog :fox:


      Eine letzte Warnung noch
      Vorsicht, kann Spuren von Sarkasmus und flachen Humor enthalten!



      Wichtig fFür alle Späteinsteiger: Wenn ihr noch Rechtschreibfehler findet, macht euch nicht die Mühe, die rauszupicken. Anmerkungen zum Text korrigiere ich hier nicht, sondern nur in meinem Dokument.












      Der Morgen graute. Das war an sich nichts Besonderes. Schließlich ereignete sich dieses natürliche Phänomen jeden Tag. Jedenfalls in den von Göttern geliebten Regionen dieser Welt. Königreiche wie das sagenumwobene Hiersiehstenix, in denen die Bewohner Sonnenlicht nur als jene mystische Kraft kannten, die den Mond zum Leuchten brachte, werden als zu vernachlässigende Ausnahmen betrachtet. Seit der 17. Erzmagister von Funktionalis, Quadrier T. Wurzel, durch irgendein Theorem ihre Existenz bewies, wurde ihnen freie Zulässigkeit eingeräumt. Die Folge davon war, dass jede Wissenschaft nun ihre eigenen vernachlässigbaren Ausnahmen haben wollte, um fundamentalere und besser klingende Aussagen treffen zu können. So auch die Geografiker.
      Und seitdem hieß es in jedem anständigen Lexikon: „Die Sonne geht einmal am Tag an jedem Ort der Welt auf; Fußnote: bis auf einige zu vernachlässigende Ausnahmen.“ Das wusste zwar jedes Geschöpf (bis auf vernachlässigbare Ausnahmen) aus angeborener Intuition selbst, aber erst wenn solche Dinge niedergeschrieben wurden und man Wissenschaft dranklebte, entsprachen sie auch der Wahrheit.
      Aber das nur am Rande. Denn zum Glück befinden wir uns in der von allen hochgeschätzten Normalität, also an einem Ort, an dem tatsächlich die Sonne aufgeht: dem neuen Eichenwald. Der neue, weil es zur Zeit seiner Bennennung bereits acht alte Eichenwälder gab und man die Gefahr einer Verwechslung befürchtete. Irgendjemand hatte wohl einen kreativen Tag gehabt.
      Unsere Geschichte beginnt an einem frühen Morgen. Es war ein besonderer Morgen – zumindest für einen etwas größeren Teil der Bevölkerung. Irgendwo im Multiversum fand man immer jemanden, für den der jetzige Zeitpunkt eine wichtige Bedeutung hatte. Dadurch wird jeder Tag zu einem besonderen Tag voller bedeutsamer Momente. Und ein solcher bahnte sich gerade hier in der Nähe an.
      Richten wir also unseren Blick auf den neuen Eichenwald. Wenn wir uns ein bisschen umsehen, können wir einen Pfad erkennen, der sich wie die Laufbahn eines Betrunkenen quer durchs dichte Grün schlängelt. Und wenn Ihr jetzt nickt, dann nenne ich Euch einen Lügner. Schließlich schaut Ihr ja gerade diesen Text an. Zudem lag dichter Nebel über dem neuem Eichenwald. Wie ein Duschvorhang verschleierte er den Blick für neugierige Beobachter und klebte ebenso lästig am Körper aller, die ihm zu nahe kamen.
      Da Ihr also nichts sehen könnt, stellt es Euch bildlich vor. Hohe, dunkle Bäume, ihre Umrisse nur vage durch die dickflüssige Nebelsuppe zu erkennen. Wie pingelige Inspektoren beugen sie sich über den breiten Pfad, als handle es sich hierbei um die Abschlussarbeit eines Zaubereistudenten. Genügend Fußnoten wies der Pfad schließlich auf – auch wenn deren Urheber hauptsächlich Pferde waren. Naja, bei Zaubereifacharbeiten stammten viele Fußnoten von Eseln, also sollte das nicht so dramatisch sein.
      Auf dem Pfad lag ein Baumstamm. Ein einsamer Wanderer hätte sich vermutlich gefragt, was er dort zu suchen hatte, schließlich wurde auf diese Weise der Weg für Kutschen blockiert. Die in den Büschen lauernden Räuber wären nur allzu entgegenkommend gewesen, diese Frage auf schnellstem Wege zu beantworten – im Austausch gegen die Wertsachen des Wanderers natürlich.
      Leider ließ sich ein solcher nicht blicken, sehr zum Unmut der Wegelagerer. Sie mussten schließlich von ihrem Handwerk leben und ein Ausbleiben der Kundschaft war alles andere als wünschenswert.
      Und so langweilten sie sich. In den Ästen zwitscherten die ersten Vögel und im entfernten Unterholz röhrte ein Hirsch. Sie lauerten mitten im Nirgendwo.
      „Sicher, dass wir hier richtig sind?“, grunzte Gnarf der Quetscher.
      „Ganz sicher“, beruhigte Jäger ihn. „Der Boss hat´s gesagt.“
      Damit war das Totschlagargument gebracht. Der Boss hat´s gesagt. Ende der Diskussion. Jedenfalls für Jäger.
      Gnarf sah das anders. Seine ungekämmte Haarpracht stand kurz davor, von einem Rotkehlchen als Nistplatz missbraucht zu werden, so lange saß er schon still an seinem Platz. Ärgerlich verscheuchte der stämmige Räuber den Vogel mit einer wedelnden Handbewegung, wodurch er den Nachkommen des Rotkelchens eine geruchsintensive Kindheit ersparte. „Das stimmt“, räumte er ein, „aber die Information stammt doch nicht vom Boss, sondern von dem Knirps da.“ Gnarf deutete auf den Jungen, der gefesselt und geknebelt neben ihnen auf dem Boden lag.
      „Ja“, bestätigte Jäger in einem Tonfall, der andeutete, dass sein ohnehin kleiner Vorrat an Geduld bereits erschöpft war. „Und wenn er gelogen hat, dann wird dies der schlimmste Tag seines Lebens werden. Also sei still und behalt die Straße im Auge!“
      Gnarf grummelte unzufrieden, kam der Aufforderung aber nach. Sie hatten den verängstigten Jungen an der Azurklamm abgefangen, mit nicht mehr als einem Rucksack voller Proviant. Er sagte, er gehöre zu einer Gruppe fahrender Händler, mit denen er sich heute hier treffen wollte. Erfreut von dieser Neuigkeit hatten die Räuber sich sofort auf den Weg gemacht, um einen Hinterhalt vorzubereiten, versprachen sie sich doch reiche Beute.
      Schweigend beobachtete Gnarf den vor ihnen liegenden Baumstamm. Er nahm an, dass es sich dabei um eine Eiche handeln musste. Schließlich befanden sie sich im neuen Eichenwald. Stolz erfüllte den Wegelagerer, als er diesen logischen Schluss reflektierte. Da wären bestimmt nicht viele drauf gekommen. Nur eine Sache störte ihn nach wie vor.
      „Ich sehe keine Händler“, sprach Gnarf das Offensichtliche aus.
      „Ja, du Esel, weil es neblig ist“, fuhr Jäger ihn an.
      Gnarf dachte darüber nach. „Das erklärt einiges“, präsentierte er wenige Augenblicke später das Ergebnis seiner mentalen Mühe. „Die Händler können den Baumstamm ja gar nicht sehen. Wie sollen sie also in unseren Hinterhalt laufen können, wenn er ihnen gar nicht auffällt?“
      Diese Worte schafften es, selbst dem gereizten Jäger für einen Moment die Sprache zu verschlagen. „Hörst du dich eigentlich manchmal selber reden?“, fragte er mit unverhohlener Wut in seiner Stimme. „Der Sinn eines Hinterhalts besteht doch gerade darin, dass man ihn nicht bemerkt.“
      „Und wieso haben wir uns dann die Mühe mit dem schweren Baumstamm gemacht? Jeder sieht doch den Hinterhalt nun.“
      „Aber erst, wenn es zu spät ist. Wir schneiden ihnen den Weg ab. Und bevor sie es schaffen, Pferd und Wagen zu wenden, haben wir sie bereits an den Eiern.“
      „Ah, guter Plan“, sagte Gnarf und seine Miene erhellte sich. „Aber wäre es dann nicht noch besser, einen weiteren Baumstamm auf die Straße zu legen, um ihnen auch noch den Rückweg abzuschneiden?“
      „Sag mal ...!“ Jäger rang mit den Händen und in seinem Gesicht zeigte sich erste Mordlust. „Und wie sollen die Händler bitteschön zwischen die beiden Baumstämme kommen?“
      Darauf wusste Gnarf keine Antwort.
      Jäger schnaubte zufrieden. „Na, also ...“
      „Magie!“, rief Gnarf aus. Das war schließlich die Erklärung für alles, was man nicht erklären konnte.
      Als Antwort darauf hörte Gnarf nur, wie Jäger sich mit der flachen Hand ins Gesicht schlug und abermals erfüllte Stolz seine Brust. Und dann sagte man ihm, er wäre dumm. Das traf auf andere vielleicht zu, aber nicht auf ihn! Schließlich wusste Jäger noch nicht einmal, wie man richtig applaudierte.
      „Gnarf“, sagte er mit bemüht fester Stimme. „Bitte tu mir und der Welt einen Gefallen, und kümmere dich weniger ums Denken als um ...“ Was genau sein Gefährte vorschlagen wollte blieb unausgesprochen, da das ferne Poltern von Hufen an die Ohren der Räuber drang.
      „Ssh“, wisperte Jäger und legte den Zeigefinger auf die Lippen, während auch Gnarf die Ohren nach den vom Nebel gedämpften Geräuschen spitzte. „Es geht los.“
      Leise zog Jäger das an seinem Gürtel befestigte Schwert und sah sich zu dem Jungen um.
      „Ein Mucks, Bürschchen, dann war´s das mit dir.“
      Auch Gnarf begriff die Situation und gab ein höhnisches Kichern von sich, wobei er nach seiner Keule langte. Im Baum über ihnen raschelte es, ein Zeichen, dass auch ihr Schütze die Ankunft der Händler bemerkt hatte. Hoffentlich würde dieser Versager heute mal einen Pfeil treffen. Zum Glück reichte es meist, wenn er einfach nur am Rand stand und bedrohlich aussah. Menschen wurden um Einiges kooperativer, wenn sie sahen, dass ein spitzes Stück Eisen auf sie zeigte. Vor allem, wenn es schneller fliegen als ein Mensch laufen konnte.
      Jäger und Gnarf spannten die Muskeln. Das Geräusch schwoll an. Es war inzwischen recht laut. Zu laut.
      Jäger runzelte die Stirn. „Moment, das klingt aber nicht ...“
      Das Chaos nahm seinen Lauf. Voran stürmte eine wahre Anhäufung von Radau, umgeben von wegfetzenden Holzsplittern. Wilde Tiere schrien auf, bevor ihr Besitzer mit ungepflegten Flüchen einsetzte, um der charakteristischen Klangfülle des Vorgangs noch seine ganz eigene Note beizufügen. Kurz: es ereignete sich ein Zusammenstoß, dem selbst der Nebel nicht im Weg stehen wollte. Unbeteiligt wich er zurück und ermöglichte den beiden erstaunten Wegelagerern einen Blick auf eine büffelartige Kreatur, die mit einer Mischung aus Blöken und Fauchen galoppierend im Dickicht verschwand. Ein weiteres Zugtier lag regungslos in der dadaistischen Objektmontage, die aus dem Wagen und ihrem Baumstamm entstanden war. Eine zeternde Stimme erklang.
      „Verdammte Scheiße aber auch! Welcher hirngegarte Psychopath hat diesen beschissenen Stamm auf den Weg gelegt?“
      Erst jetzt erinnerten sich die Räuber, weshalb sie überhaupt hier waren. Synchron wie zwei Uhren aus unterschiedlichen Ländern sprangen die fünf schwer bewaffneten Männer aus ihren Verstecken. Allen voran Gnarfs und Jägers Anführer Ambossfaust Hogar.
      Wenn der Mann durch das Szenario überrascht war, so zeigte er es nicht. Die schartige Axt halb erhoben, baute er sich breitbeinig vor dem Mann auf, der ihn erregt zur Kenntnis nahm.
      „Sie!“, gellte er und zeigte anklagend auf den Anführer der Bande. „Sind Sie hierfür verantwortlich!?“ Er meinte den zersplitterten Baumstamm, dessen Überbleibsel am Rand des Weges einen traurigen Anblick boten. „Das wird Sie teuer zu stehen kommen! Mein Bein ist unter Garantie gebrochen, also stehen Sie da nicht so rum, Sie traurige Gestalt eines Holzfällers, sondern helfen Sie mir auf. Wir müssen von der Straße runter und uns verstecken, ich werde verfolgt. Wenn Sie mir helfen, erlasse ich Ihnen Ihre Schuld!“
      Hogar musterte den Fremden mit einem abfälligen Blick. Da schien jemand überhaupt nicht zu wissen, in welche Situation er gerade hineingeraten war.
      „Wie ein Konvoi von fahrenden Händlern siehst du mir aber nicht aus“, überging er die Beleidigungen seines Opfers. „Das war eine gute neue Eiche, Freundchen, die wir eigentlich noch benutzen wollten. Ihre Beschädigung kostet dich ein gutes Sümmchen. Wir werden eher dich zur Kasse bitten.“
      „Das reicht noch nicht mal, um meinen Wagen und meine Zugtiere zu bezahlen!“, schrie der Fremde in gleicher Lautstärke zurück. „Das waren Panzerbestien aus der Sengende Senke bei Skepthomos!“
      Hogar betrachtete den zuckenden Kadaver. „Neue Eiche schlägt Panzerbestie“, sagte er trocken. „So wertvoll kann das Vieh nicht gewesen sein.“
      „Hören Sie mal! Haben Sie eigentlich eine Ahnung, wer vor Ihnen sitzt? Ich bin der Donnernde Blitz! Jetzt helfen Sie mir auf! Es wird sich für Sie lohnen!“
      In Hogars Augen funkelte es und in die Gesichter seiner Kumpanen schlich sich ein schmutziges Grinsen.
      „Mal davon abgesehen, dass der eigentliche Blitz an sich nicht donnert und dein Name deswegen total bescheuert klingt ... Du bist also berühmt, ja?“
      „Ihr kennt mich nicht? Hat die Feuchtigkeit des Waldes etwa Euer Gehirn aufgeweicht?“
      Hogar grinste und entblößte Zähne, die eine Maus mit Käsehäppchen verwechselt hätte. „Scheint, als ob du doch nicht so viele Probleme machst, wie zuerst angenommen“, stellte er fest. „Wo müssen wir dich abliefern, um das Lösegeld zu kassieren?“
      „Lösegeld?“
      Erst jetzt fielen dem Fremden auch die anderen Räuber auf, oder besser gesagt, er bemerkte die Waffen, die sie in den Händen hielten. Hogars Grinsen wuchs in die Breite, als er die Farbe aus dem Gesicht des Fremden weichen sah.
      „Ah, jetzt verstehst du“, sagte er sanft und stützte sich auf den Schaft seiner Axt. „Männer, habt ihr gut mitgezählt? Für jedes unflätige Wort verdient der hier einen Schlag in seine Eingeweide.“
      Die Männer lachten dreckig, bis auf Gnarf.
      „Och, Boss“, jammerte er. „So was musst du doch vorher sagen, wie soll man sich denn daran erinnern können?“
      Hogars Blick flackerte, wodurch selbst Gnarf verstand, dass er gerade Opfer eines dieser rhetorischen Stilmittel geworden war.
      „H-halt! Wartet!“, schrie der Donnernde Blitz und versuchte vor dem Räuber davonzuweichen – mit einem verletzten Bein keine leichte Aufgabe. „Wir müssen hier weg, ansonsten werdet ihr kaum in der Lage sein, noch irgendwelches Lösegeld zu verlangen!“
      Hogar lachte. „Und du glaubst, dass wir dich jetzt einfach so gehen lassen? Den Gedanken verwerf mal ganz schnell.“
      „Ihr versteht nicht, ich ...“
      Er unterbrach sich, als er das Poltern hörte. Auch die Wegelagerer stellten das Gelächter ein und sahen sich verwirrt um.
      „Vorsprung verspielt“, war alles, was der Donnernde Blitz noch herausbrachte, bevor es ihm und allen anderen auf der Straße wie zuvor dem Baumstamm erging.


      ***


      Stille senkte sich über einen bestimmten Streckenabschnitt im neuen Eichenwald. Noch immer segelten aufgewirbelte Blätter durch die Luft, doch die Geräusche, die sie dabei verursachten, gehörten zu der vernachlässigbaren Sorte.
      Entsetzt ließ der Bogenschütze der Wegelagerer seine Waffe sinken und starrte auf die Überreste seiner Kameraden. Was immer da passiert war ... es war zu schnell für seine vom Nebel getrübten Augen geschehen. Etwas unbeholfen rutschte er von seinem Ast, von dem aus er die Straße beobachtet hatte, als ihm eine Bewegung im Dickicht auffiel. Es war der Junge, der sich gerade die letzten Reste seiner Fesseln vom Körper schüttelte.
      Alarmiert zog der Schütze einen Pfeil aus seinem Köcher und legte ihn auf die Sehne. Verschiedene Gedanken rasten ihm dabei durch den Kopf: Wie hatte er sich befreien können? War er etwa für all dies verantwortlich?
      Der Räuber zuckte zusammen, als der Junge sich urplötzlich umdrehte und ihn aus seinen dunklen Augen eingehend musterte. Es war ein kalter und berechnender Blick, der ihm einen Schauer über den Rücken tappsen ließ.
      Er wird der Bande die kleine Entführung doch nicht etwa krumm genommen haben? Das durfte er nicht! Es war doch allgemein bekannt, dass Wegelagerer auf diese Weise ihr Geld verdienten!
      Kalter Schweiß brach ihm aus. Was fürchtete er sich eigentlich? Er hatte die Waffe. Ihm gegenüber stand ein schlacksiger Junge mit kaum genug Kraft in den Armen, um ihm ernsthaft wehtun zu können. Er war eindeutig im Vorteil!
      Aber dieser Blick ... Ihm beschlich das Gefühl, dass sein Gegenüber kein einfacher Händlerssohn war.
      Der Räuber traf eine Entscheidung und floh.
      Indes atmete der Jüngling erleichtert aus und strich sich das zerzauste Haar aus dem Gesicht. Den hatte er total vergessen gehabt. Eine Unachtsamkeit, die ihm beinahe sein Leben gekostet hätte.
      Zufrieden begutachtete er an den blutigen Matsch, der sich quer über die Straße verteilte. Diesen Wegelagerern würde niemand auch nur eine Träne hinterherweinen.
      Der Schrei des geflohenen Räubers ließ ihn innehalten. Es folgte das Knacken splitternder Knochen, bevor der Körper dumpf zu Boden fiel.
      Angespannt holte er das in seinem Gürtel steckende Stück Pergament hervor und entfaltete es. Wie erwartet hatten sich die Buchstaben ein weiteres Mal verschoben, um sich in einer neuen Konstellation zu präsentieren: Du bist in Gefahr! Versteck dich und gib kein Geräusch von dir!
      Der Junge zögerte nicht. Leise huschte er von der Straße und wich hinter den Stamm der dicksten Eiche, die am Wegesrand zu finden war. Gerade rechtzeitig, denn Schritte kündigten Neuankömmlige an. Der Junge riskierte einen flüchtigen Blick und sah schemenhaft die Konturen dreier Gestalten: Eine normale Person, einen Hünen mit einer gefährlich großen Waffe und ein vierbeiniges, hüfthohes Etwas, welches schnaubend neben den beiden hertrottete.
      „Wie sieht es aus?“, fragte eine kratzige Stimme. „Habe ich ihn erwischt?“
      Geräusche verrieten dem Jungen, dass der Begleiter des Sprechers in die Hocke ging.
      „Der Donnernde Blitz ist tot“, grollte der zweite Sprecher. Seine Stimme erinnerte an das Herannahen einer Gerölllawine. „Aber dieser hier nicht, er stellt sich nur tot. Was machen wir mit ihm?“
      „Wie wär´s mit töten?“, erwiderte der Erste kalt. „Auch wenn wir von Glück reden können, dass diese Räuber unser Ziel aufgehalten haben ... wir wollen keine Zeugen.“
      „Nein, wartet!“, keuchte der Räuber, den der Junge als Jäger zu identifizieren wusste. „Ich kann euch sicher nützlich sein! Ich kann ... nein, wartet! Neiiiiiii...!“
      Sein panischer Schrei erstarb mit dem schmatzenden Geräusch einer Axt.
      „Kurz und schmerzlos wie immer, Klotz“, lobte der erste Sprecher. „Ich hoffe, wir haben sie alle erwischt. Bei diesem verdammtem Nebel können wir froh sein, die Straße unter unseren Füßen zu sehen!“
      Stille folgte seinen Worten. Dann Schritte. Sich nähernde Schritte.
      Der Junge presste sich an den Baum, bemüht, keinen Mucks von sich zu geben. Einmal mehr entfaltete er das Pergament. Nicht bewegen!, lautete die Antwort. Etwas hinter der Angst des Jungen reagierte verärgert. Wieso durfte er ihn nicht einfach töten? Es wäre nicht das erste Mal, dass er sich zur Wehr setzen musste!
      Es raschelte und der Schemen des Hünen zeichnete sich neben dem nächsten Baum ab. Er musste nur den Kopf in seine Richtung drehen, dann ...
      „Lass uns verschwinden, Klotz. Wir sind hier fertig.“
      Der Hüne regte sich nicht.
      „Klotz!“, fauchte der Mann auf der Straße nun ungeduldig und sein monströses Reittier schnaubte nervös. „Verschwinden wir! Dieser Zwischenfall darf nicht mit uns in Verbindung gebracht werden! Wofür bezahle ich dich eigentlich?“
      Der Schemen des Hünen verließ sein Sichtfeld in Richtung Straße.
      „Schon gut, ich komme ja schon.“
      Schritte, dann das Rascheln von Kleidung und ein weiteres Schnauben des riesigen Reittieres, bevor sein stampfender, langsam beschleunigender Gang den Abzug der Männer verriet.
      Noch immer sah der Junge hinter dem Baum auf sein Pergament und rührte sich erst, als die Buchstaben erneut ihre Position veränderten, um eine neue Konstellation einzunehmen.
      Er studierte den Text eingehend, wobei er nachdenklich auf seiner Unterlippe herumkaute. Eine Weile verharrte er auf diese Weise und überlegte angestrengt, doch seine Gedanken führten ihn immer wieder zum selben Schluss: er hatte keine Ahnung, wie er das anstellen sollte.
      Noch einmal bewegten sich die Buchstaben: Folge ihnen bis in die nächste Stadt!
      Damit konnte der Junge etwas anfangen. Als sei nichts gewesen, steckte er das Pergament zurück in die kleine Tasche an seinem Gürtel und folgte der Straße in die Richtung, in der die Männer verschwunden waren.

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Lieber @Alopex Lagopus

      Also mir hat es sehr gut gefallen, sehr witzig geschrieben und auch sehr bildhaft.

      Ich hatte anfangs etwas Schwierigkeiten rein zu kommen, das hat sich dann sofort gelegt, als die ersten Personen ins Spiel kamen. Oder eigentlich schon vorher, als du den Wald beschrieben hast, ab hier" Richten wir also unseren Blick auf den neuen Eichenwald."
      Am Anfang war es mir etwas viel skurriler Beschreibungen. Um Interesse zu wecken möglicherweise aber nicht schlecht. Ein wenig Verwirrung beim Leser!

      Eine sehr Interessante Karte hat der Junge da. So eine Art Lebensberatung!

      Spoiler anzeigen

      Alopex Lagopus schrieb:

      Seit der 17. Erzmagister von Funktionalis, Quadrier T. Wurzel,
      Ist zwar witzig, aber schon sehr speziell. Mathewitze!

      Alopex Lagopus schrieb:

      (bis auf vernachlässigbare Ausnahmen)
      Sätze in Klammern empfinde ich immer etwas als Verlegenheitslösung. Einfach als Nebensatz?

      Alopex Lagopus schrieb:

      Und wenn Ihr jetzt nickt, dann nenne ich Euch einen Lügner.
      Na sowas, der Autor schimpft mit seinen Lesern ;)

      Alopex Lagopus schrieb:

      Wie ein Duschvorhang verschleierte er den Blick
      Das beschreibt ziemlich anschaulich, was du meinst. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob "Duschvorhang" in deine Welt reinpasst.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Hey,

      ich habe mich dann auch mal an deinen Text gewagt :)

      Der Anfang hat mich ehrlich gesagt, leicht übefordert, was vielleich an der fortgeschrittenen Uhrzeit liegen mag...oder an meiner begrenzten geistigen Aufnahmekapazität. Keine Ahnung ... ich schätze mal, es war aber auch von dir beabsichtigt, eine gewisse Verwirrung zu stiften, oder?
      Ähnlich wie @Sensenbach bin ich auch erst richtig reingekommen, als das Ganze in einen Dialog übergegangen ist ...bzw. kurz davor. Ab dem Moment hast du mich dann allerdings gehabt. Es hat Spaß gemacht, den Einstieg in deine Geschichte zu verfolgen. Es war alles dabei, was man sich so vorstellt. Ein bisschen Witz, Spannung, viele offene Fragen....

      Meine Gedanken zum Text kommen hier:

      Spoiler anzeigen

      Alopex Lagopus schrieb:

      Er nahm an, dass es sich dabei um eine Eiche handeln musste. Schließlich befanden sie sich im neuen Eichenwald. Stolz erfüllte den Wegelagerer, als er diesen logischen Schluss reflektierte.
      Was für ein Genie :rofl:

      Alopex Lagopus schrieb:

      Gnarf dachte darüber nach. „Das erklärt einiges“, präsentierte er wenige Augenblicke später das Ergebnis seiner mentalen Mühe.
      schöne Formulierung

      Alopex Lagopus schrieb:

      Voran stürmte eine wahre Anhäufung von Radau, umgeben von wegfetzenden Holzsplittern.
      Ich nehme an, das ist es, was du mit bildhafter Sprache meinst? Gerade wollte ich schon den Rotstift herausholen und anprangern, dass Radau sich schwerlich anhäufen bzw. heranstürmen kann...bis mir auffiel, dass das hier an der Stelle sicher ein von dir literarisch ausgeklügeltes stilistisches Mittel sein soll :D Muss ich mich zugegeberweise erst dran gewöhnen ^^


      Alopex Lagopus schrieb:

      Hogar betrachtete den zuckenden Kadaver.
      Kann ein Kadaver noch zucken?- :hmm: blöde Frage...


      Alopex Lagopus schrieb:

      Hogar grinste und entblößte Zähne, die eine Maus mit Käsehäppchen verwechselt hätte.
      schön bildhaft....danke für die Bilder in meinem Kopf...ahhhhhh....


      Alopex Lagopus schrieb:

      „Vorsprung verspielt“, war alles, was der Donnernde Blitz noch herausbrachte, bevor es ihm und allen anderen auf der Straße wie zuvor dem Baumstamm erging.
      die Fantasie spielt sich hier im Kopf des Lesers ab...find ich super, denn jeder stellt sich jetzt quasi ein anderes Bild vor...wie sie zertrampelt oder überrollt werden... (was auch immer)


      Alopex Lagopus schrieb:

      Es war ein kalter und berechnender Blick, der ihm einen Schauer über den Rücken tappsen ließ...
      das "tappsen" finde ich hier an der Stelle unpassend, weil es für mich eine langsame unbeholfene Bewegung suggeriert, was nicht zu einem Schauer passt, der einem meist unvorhergesehen/unkontrolliert eher ruckartig durch den Körper fährt/jagt/schießt... :hmm:


      Alopex Lagopus schrieb:

      Eine Unachtsamkeit, die ihm beinahe sein Leben gekostet hätte.
      ihn (?)



      LG,
      Rainbow
    • @Rainbow & @Sensenbach Vielen lieben Dank fürs Reinlesen und die Anmerkungen! :)

      Fuchsi beantwortet Kommis

      Sensenbach schrieb:

      Sätze in Klammern empfinde ich immer etwas als Verlegenheitslösung. Einfach als Nebensatz?
      Hmm, ja, so eine Sache, wo ich mir noch unsicher bin. An sich stimme ich dir zu, Klammern in Texten sind blöd ... hmm, ich denke, ich benutze da einen Bindestrich.

      Sensenbach schrieb:

      Das beschreibt ziemlich anschaulich, was du meinst. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob "Duschvorhang" in deine Welt reinpasst.
      Ich finde nicht, dass jeder Vergleich unbedingt in die Welt passen muss. Wenn im Kopf des Lesers ein Bild entsteht, dann funktioniert es. Es gab letztes Mal schon über den Vergleich "Voll wie eine U Bahn in Tokio" dort eifrige Diskussionen. Ich lese solche Vergleiche auch in Pratchetts Büchern, von daher werde ich mich da anpassen und es auch so halten, weil es in meinen Augen funktioniert ^^

      Sensenbach schrieb:

      Ich hatte anfangs etwas Schwierigkeiten rein zu kommen, das hat sich dann sofort gelegt, als die ersten Personen ins Spiel kamen.
      Hmm... okay. Es gibt später noch szenen, die auch nach diesem Prinzip aufgebaut sind. Wenn das auch nicht funktioniert, sag bescheid, dann muss ich das nochmal irgendwie glatt bügeln.

      Rainbow schrieb:

      Kann ein Kadaver noch zucken?- blöde Frage...
      Nein, gar nicht. Also ein Toter Körper kann durchaus noch zucken, weil die Nerven die Arbeit noch nicht ganz eingestellt haben. Das passiert besonders, wenn das Opfer kurz vor dem Ableben unter großem Stress stand. Das Phänomen gibt es wirklich.

      Rainbow schrieb:

      das "tappsen" finde ich hier an der Stelle unpassend, weil es für mich eine langsame unbeholfene Bewegung suggeriert, was nicht zu einem Schauer passt, der einem meist unvorhergesehen/unkontrolliert eher ruckartig durch den Körper fährt/jagt/schießt...
      Stimmt, das ändere ich ^^

      Rainbow schrieb:

      ich schätze mal, es war aber auch von dir beabsichtigt, eine gewisse Verwirrung zu stiften, oder?
      Nein, kein Stück xD Der Text am Anfang soll nur einen Einstieg liefern. So als wenn ein Erzähler versucht, sich an den Anfang einer Geschichte zu erinnern und dann plötzlich die Kurve kriegt. Wenn das nicht funktioniert, muss ich das nochmal abändern.

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Hey,

      hier kommen meine Anmerkungen zu deinen Anmerkungen :)

      Spoiler anzeigen

      Alopex Lagopus schrieb:

      Hmm, ja, so eine Sache, wo ich mir noch unsicher bin. An sich stimme ich dir zu, Klammern in Texten sind blöd ... hmm, ich denke, ich benutze da einen Bindestrich.
      Zu der Sache mit den Klammern. Früher dachte ich auch mal, dass das nicht schön aussieht und man bestimmt ein andere Mittel wählen kann, um die Information in den Text einzubauen. Dann habe ich allerdings herausgefunden, dass das durchaus einige Autoren so handhaben und es ganz einfach eine Stilfrage ist. Manchmal passt es zu der Erzählweise und hier in diesem konkreten Fall hat es mich jetzt gar nicht so sehr gestört. :hmm:

      Alopex Lagopus schrieb:

      Nein, kein Stück xD Der Text am Anfang soll nur einen Einstieg liefern. So als wenn ein Erzähler versucht, sich an den Anfang einer Geschichte zu erinnern und dann plötzlich die Kurve kriegt. Wenn das nicht funktioniert, muss ich das n...
      Also, ganz ehrlich. So sehr ich deine Art zu erzählen auch mag (manchmal von hinten durch die Brust ins Auge und so ... :D ) ich bin mir nicht sicher, ob ich über den Anfang hinaus weitergelesen hätte, wenn ich nicht den festen Willen dazu gehabt und gewusst hätte, das die Geschichte von dir ist. Für mich etwas umständlich zu lesen war dieser Teil:

      Alopex Lagopus schrieb:

      ...Königreiche wie das sagenumwobene Hiersiehstenix, in denen die Bewohner Sonnenlicht nur als jene mystische Kraft kannten, die den Mond zum Leuchten brachte, werden als zu vernachlässigende Ausnahmen betrachtet. Seit der 17. Erzmagister von Funktionalis, Quadrier T. Wurzel, durch irgendein Theorem ihre Existenz bewies, wurde ihnen freie Zulässigkeit eingeräumt. Die Folge davon war, dass jede Wissenschaft nun ihre eigenen vernachlässigbaren Ausnahmen haben wollte, um fundamentalere und besser klingende Aussagen treffen zu können. So auch die Geografiker.
      Und seitdem hieß es in jedem anständigen Lexikon: „Die Sonne geht einmal am Tag an jedem Ort der Welt auf; Fußnote: bis auf einige zu vernachlässigende Ausnahmen.“ Das wusste zwar jedes Geschöpf (bis auf vernachlässigbare Ausnahmen) aus angeborener Intuition selbst, aber erst wenn solche Dinge niedergeschrieben wurden und man Wissenschaft dranklebte, entsprachen sie auch der Wahrheit.
      Wenn du mich jetzt fragst, woran ich das festmache, fällt es mir schwer, das in Worte zu fassen. Zum einen bleibt man natürlich an deinen Wortkreationen hängen (das sagenumwobene Hiersiehstenix/ der 17. Erzmagister von Funktionalis, Quadrier T. Wurzel...die zwar cool sind, aber irgendwie auch den Lesefluss stören....weil man zwangsläufig darüber nachdenkt und nochmal drüberliest...Vielleicht ist das aber auch ausschließlich mein Problem...und das Ganze ist einfach zu anspruchsvoll für mich :rofl: Ich frage mich, ob du überhaupt so anfangen musst...Warum nicht bei: "Unsere Geschichte beginnt an einem frühen Morgen...." (nur so ne Idee)



      LG,
      Rainbow
    • Zum Klammerding:
      Bei einer Geschichte wie deiner ist ein allzu ernster Schreibstil mMn sogar hinderlich. Die Klammern wirken etwas salopp, nicht formell und vielleicht klamaukig in einer Erzählung. Und gerade das finde ich hier sehr passend.
      [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

      Nachdem ich jetzt schon einige Jahre hier bin, kann ich ja auch mal meine Geschichte in die Signatur setzen, oder? :D Mit Geschichten bin ich dann doch geschickter als mit Signaturen.
      Himmelsjäger [Neufassung]
    • Hey @Alopex Lagopus

      nachdem ich eigentlich schon gestern hier reinlesen wollte, dann jedoch zu geschädigt vom Faschingsumzug am Sonntag war, musste ich das auf heute verschieben. :D

      Meine Vorredner haben es ja schon angesprochen, dass der Anfang etwas verwirrend ist. Ich hab ihn jetzt mehrmals gelesen, kann ihn aber einfach nicht so recht entschlüsseln.
      Für mich geht das flüssige Lesen ab "Aber das nur am Rande" los. Alles davor würde ich vielleicht auch mit einem Absatz abgrenzen, um die Einleitung hervorzuheben.

      Spoiler anzeigen

      Alopex schrieb:

      Wenn wir uns ein bisschen umsehen, können wir einen Pfad erkennen, der sich wie die Laufbahn eines Betrunkenen quer durchs dichte Grün schlängelt.
      Schöne und lustige Beschreibung :thumbsup:

      Alopex schrieb:

      Als Antwort darauf hörte Gnarf nur, wie Jäger sich mit der flachen Hand ins Gesicht schlug und abermals erfüllte Stolz seine Brust. Und dann sagte man ihm, er wäre dumm.
      Die Unterhaltung zwischen den beiden ist göttlich :D

      Alopex schrieb:

      Hoffentlich würde dieser Versager heute mal einen Pfeil treffen.
      Das klingt komisch. Einen Pfeil treffen? Nicht eher einfach: "Etwas treffen" oder "mit einem Pfeil treffen"?

      Alopex schrieb:

      Ihm gegenüber stand ein schlacksiger Junge mit kaum genug Kraft in den Armen, um ihm ernsthaft wehtun zu können.
      Das würde ich evtl. umschreiben. Hauptsächlich störe ich mich an "um ihm ernsthaft wehtun zu können." Das ist eine so lala Beschreibung. Aus dem Satzbau heraus hätte ich gesagt, da gehört eine klare Beschreibung hin, zu was der Junge mit seinen schwachen Armen eben nicht tun kann.

      Alopex schrieb:

      Zufrieden begutachtete er an den blutigen Matsch, der sich quer über die Straße verteilte.
      Wort zu viel.

      Alopex schrieb:

      Als sei nichts gewesen, steckte er das Pergament zurück in die kleine Tasche an seinem Gürtel und folgte der Straße in die Richtung, in der die Männer verschwunden waren.
      Zum einen finde ich "Als sei nichts gewesen" etwas komisch. Ich finde das sich ein "Entschlossen" besser anhören würde, weil meiner Meinung das letzte Ereignis, auf das du dich hier beziehen könntest, die Anweisung auf dem Papier wäre. Und das scheint für den Jungen ja ganz normal zu sein. (Ich glaube, ich bringe gerade nicht das rüber, was ich mir denke ...)
      Außerdem müsste es denke ich "in die die Männer verschwunden waren" heißen. "der" wäre richtig, wenn sie "aus der Richtung kommen" Hier gehen sie jedoch "in die Richtung"
      ... Glaube ich zumindest. Vielleicht selbst noch mal prüfen. :S


      Die Sache mit dem lebendigen Pergament macht mich auf jeden Fall neugierig. Bin gespannt, was du dir ausgedacht hast! :)
      Auch bin ich gespannt, ob du deine Mischung aus Witz und Ernst so aufrecht erhältst. Gerade weil du bei mir ja auch gemeint hast, dass es derzeit noch konträr zueinander läuft :D

      Gruß
      Rebirz
      GESCHRIEBENES VON REBIRZ

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    • @Rebirz Hey, freut mich, dich hier auch begrüßen zu dürfen :D
      Spoiler anzeigen

      Rebirz schrieb:

      Das klingt komisch. Einen Pfeil treffen? Nicht eher einfach: "Etwas treffen" oder "mit einem Pfeil treffen"?
      Da ich das schon zum zweiten Mal höre, frage ich mich, ob das so ein Norddeutsches Ding ist, oder ob bei mir im Hirn nur etwas quer läuft. Wenn man mit einem Pfeil trifft, hat man mit dem Pfeil etwas getroffen - das ist die Logik dahinter. Vermutlich zocke ich zu viel Smite, da heißt es in unsere Gruppe dauernt "Anubis hat seinen Stun getroffen, ich hab meine Kugel verfehlt, ich hab den Ultipfeil nicht getroffen etc." Vielleicht ist das zu umgangssprachlich :D
      Das es bedeuten kann, dass der Pfeil das Ziel ist ... ja, lese ich aber nicht als erstes raus xD
      Ich ändere es einfach xD

      Rebirz schrieb:

      Das würde ich evtl. umschreiben. Hauptsächlich störe ich mich an "um ihm ernsthaft wehtun zu können." Das ist eine so lala Beschreibung. Aus dem Satzbau heraus hätte ich gesagt, da gehört eine klare Beschreibung hin, zu was der Junge mit seinen schwachen Armen eben nicht tun kann.
      Naja, es ist auch eine Einschätzung. Aus der Sicht des Räubers, schätzt er den ungen nicht so ein, als könnte er ihm weh tun :hmm:

      Rebirz schrieb:

      Zum einen finde ich "Als sei nichts gewesen" etwas komisch. Ich finde das sich ein "Entschlossen" besser anhören würde, weil meiner Meinung das letzte Ereignis, auf das du dich hier beziehen könntest, die Anweisung auf dem Papier wäre. Und das scheint für den Jungen ja ganz normal zu sein. (Ich glaube, ich bringe gerade nicht das rüber, was ich mir denke ...)
      Außerdem müsste es denke ich "in die die Männer verschwunden waren" heißen. "der" wäre richtig, wenn sie "aus der Richtung kommen" Hier gehen sie jedoch "in die Richtung"
      ... Glaube ich zumindest. Vielleicht selbst noch mal prüfen.
      Entschlossen passt hier für mich nicht, da steckt mir zu viel Eifer drin. Er ist da eher "total gechillt/entspannt" was ich als Beschreibung auch unpassend finde. Er hat diese Einstellung von "ach, mir doch egal, dass da gerade ziemlich viele Typen um mich herum gestorben sind, ich lasse mich davon nicht beunruhigen" - ich weiß auch nicht, wie ich das besser ausdrücken soll xD

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Lenken wir unseren Blick nun in nordöstliche Richtung, fort vom neuen Eichenwald. Dann sehen wir ... ja, richtig geraten: Nebel. Und weil eine versperrte Sicht nicht sehr förderlich ist, drehen wir die Zeit um drei Tage nach vorne und widmen uns dem frühen Nachmittag, damit er sich verzieht.
      Ein auf einer Wolke schwebender Betrachter – und solche gibt es tatsächlich! – könnte nun die Ausläufer der flächendeckenden Baumfülle erkennen, welche nahtlos in die Senke von Schwalbenkack übergeht. Die von grauen Felsformationen und hohen Sträuchern durchzogene Ebene trug diesen Namen nach Meinung einiger Passanten zu Unrecht, habe man sie doch nur nach der Stadt in ihrem Herzen benannt. Viele Orte erhielten durch jene unfaire Behandlung ihre Bezeichnung. Im Gegenzug dazu machte die Stadt Schwalbenkack ihrem Namen alle Ehre. Schon von Weitem konnten Wanderer die weiß gesprenkelten Dächer der Häuser glänzen sehen.
      Auf dem Weg am Rande des neuen Eichenwaldes befand sich ein uns bekannter Junge, der genau auf jene Stadt zuhielt. Doch seine Reise durch die Senke interessiert an dieser Stelle nicht. Also richten wir unseren omnipräsenten Blick lieber auf Schwalbenkack, auch wenn´s in den Nasennebenhöhlen wehtut.
      Deswegen schauen wir auch schnell weiter, tauchen hinab, bis wir auf Augenhöhe mit den Einwohnern sind und uns in einer der engen, mit Kopfsteinen gepflasterten Gassen des Hafenviertels wiederfinden. Es war eine jener Seitengassen, in denen auf schmalen Mauern hockenden Straßenkatzen jeden vorbeiziehenden Passanten mit neugierigen Blicken verfolgten. Besonders im Hafenviertel des kleinen Küstenstädchens sah man sie recht häufig, was wohl dem intensiven Geruch nach Fisch zu verdanken war.
      Eine dieser Katzen hob den Kopf, als sie die auf den Pflastersteinen knallenden Schritte einer rennenden Person bemerkte. Das dazugehörende Mädchen ließ nicht lange auf sich warten. Flink wie ein Fuchs und grazil wie eine Giraffe auf Rollschuhen hastete sie die Gasse entlang und sprang die steinernen Stufen zur Hauptallee hinab.
      Dabei landete sie mit dem rechten Fuß in einem frischen Klecks Schwalbenkot, welcher sich in negativer Weise auf den Haftreibungskoeffizienten unter ihren Schuhen auswirkte. Die Folge davon war ein Sturz aufs Steißbein mit leichter Hautaufschürfung am linken Ellenbogen.
      Doch statt flennend in Tränen auszubrechen wie andere ihrer Altersgenossen, sprang sie sofort wieder auf die Beine, als sei nichts geschehen und setzte ihre wilde Hast auf der breiteren und besser gepflasterten Straße fort. Ihre Spur konnte ein unbeteiligter Beobachter durch das komplette Viertel verfolgen. Er bräuchte nur den aufgeregten Rufen angerempelter Passanten nachzulaufen, denen gegenüber sich das Mädchen ebenso entgegenkommend verhielt wie eine Bowlingkugel hinsichtlich aufgereihter Kegel.
      Dennoch erreichte sie ihr Ziel weitgehend unbeschadet: Ein unscheinbarer Schuppen, der sich zwischen die aus grauem Stein errichteten Läden schmiegte und über dessen Eingang ein Schild mit der Aufschrift Krust – Altmetall prangte. Das Geschlossen-Zeichen an der Tür ignorierend begab sie sich direkt an die niedrige Mauer neben dem Schuppen und zog sich Kraft eines Sprunges und ihrer scheinbar unbegrenzten Energie auf die andere Seite in einen schmalen Hinterhof.
      „Lyell!“, rief sie, kaum dass sie durch die Hintertür der Werkstatt trat. „Lyell, bist du da?“
      Ein dumpfer Stoß gefolgt von einem aus Gründen des Anstands nicht wiederzugebender Fluch beantwortete ihre Frage. Hundegebell folgte.
      „Wir haben geschlossen“, erwiderte die zu dem unflätigen Wort gehörende Stimme.
      „Na und?“ Das Mädchen fand den Mann namens Lyell auf dem Boden hockend, eine Hand auf den Kopf gepresst, den er sich anscheinend gestoßen hatte. Um ihn herum wuselten vier Huskys, die nun freudig bellend auf das Mädchen zurannten, um sie schwanzwedelnd zu begrüßen.
      Ein Pfiff von Lyell kommandierte sie zurück, bevor sie das Mädchen mit ihrer aufmerksamkeitsfordernden Liebe erdrückten.
      „Ich freue mich auch, euch zu sehen“, sagte sie, einen der Huskys am Kinn kraulend und zog sich gleichzeitig die nächstbeste Sitzgelegenheit heran. Lyell bekam gerade noch ihre Hand zu fassen, bevor sie ihr Gesäß niederlassen konnte.
      „He, Felia, pass auf! Wenn du deinen hübschen Hintern behalten willst, nimm den Stacheldraht von der Tonne, bevor du dir ein paar neue Löcher hineinstanzt. Eines ist vollkommen ausreichend!“
      Ein leichter Rotschimmer schlich sich bei seinem süffisanten Blick auf Felias Wangen. „Wieso legst du den Stacheldraht auch dort hin?“, versuchte sie die kleine Peinlichkeit zu überspielen.
      „Weil es meine Werkstatt ist und ich die Sachen hinlege, wo es mir gerade passt!“, erwiderte Lyell grimmig, lächelte aber dabei.
      Felia streckte dem Bastler in den Mittzwanzigern die Zunge raus, bevor sie die Tonne wieder zur Seite schob und sich kurzerhand einfach zu ihm auf den Boden setzte. „Es ist nicht deine Werkstatt. Solltest du nicht eigentlich im Laden arbeiten? Es ist erst früher Nachmittag!“
      „Pff“, erwiderte der junge Mann und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Kunden nerven nur und halten mich von der wirklich wichtigen Arbeit ab.“
      „Aber Kunden bringen Geld!“, hielt Felia fest. „Du bringst deine Anstellung in Gefahr. Wenn dein Boss herausfindest, dass du immer faulenzt, dann schmeißt er dich raus. Du stehst schließlich im Dienste von Sir Krust – einem der erfolgreichsten Händler der Stadt! Fräulein Manierlich sagte heute im Unterricht, Leute wie er sind nur deshalb so reich geworden, weil sie keine Faulenzer unter ihren Angestellten dulden.“
      „Sind nur deshalb so reich geworden, weil sie keine Faulenzer unter ihren Angestellten dulden“, äffte Lyell sie nach. „Was kümmert dich das?“
      Geknickt ließ Felia die Schultern hängen. „Naja, wovon sollst du dann leben?“
      „Ach, ich werde schon nicht sterben, irgendwie komme ich immer durch“, erwiderte Lyell optimistisch und griff nach der Werkzeugkiste, die neben Felia auf dem Boden lag. Murmelnd wühlte er darin herum, bis er einen schmalen Schraubenzieher hervorholte. Er wollte sich gerade abwenden, als ihm Felias Blick auffiel.
      „Keine Sorge“, erwiderte er mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Die meisten Kunden kommen morgens. Es fällt gar nicht auf, wenn ich nachmittags etwas eher schließe. Und den alten Krust juckt das auch wenig. Dieses marode Geschäft am Stadtrand wirft kaum genug Gewinn ab um als eine Haupteinnahmequelle gelten zu dürfen. Vertrau mir, ich weiß was ich tue!“ Selbstgefällig streckte er die Brust raus und hob den Daumen seiner freien Hand in die Höhe.
      Felia lächelte beruhigt. Auch wenn Lyell eine ruppige Ader aus Verantwortungslosigkeit besaß – sein Selbstbewusstsein und seine Unbeschwertheit beeindruckten sie. Sie wäre selbst gerne sorgloser in ihrem Leben. Vermutlich war dies der Grund, wieso sie immer wieder den Weg in diesen alten Schuppen fand, um den jungen Mann zu beneiden, der hier oftmals seine Existenz aufs Spiel setzte und trotzdem freier wirkte, als jeder den sie kannte.
      Lyell hatte sich indes vor seine Maschine gesetzt, die Felia an den Heizungskessel im Internat erinnerte, und zog fleißig einige Schrauben an.
      „An was bastelst du da gerade, dass du dafür den Laden schließen musst?“, fragte sie aus ihrer Neugierde heraus.
      Verärgert wirbelte Lyell herum. „Basteln?“, fragte er aufgebracht. „Ich bastle nicht! Basteln ist, wenn kleine Stinker im Kinderhort mit ihren ungeschickten Wurstfingern verkrüppelte Schwalben aus Pappe ausschneiden und stolz ‚Für Mama‘ draufkrakeln! Ich hingegen bringe den Fortschritt!“
      „Eine Erfindung?“, fragte sie. „Toll, was tut sie?“
      „Von mir gebaut werden.“
      Felia rollte mit den Augen. „Ich meinte, was soll sie tun?“
      „Ah, gut dass du fragst“, erwiderte Lyell und strich sich mit einer Hand durchs Haar, wodurch etwas Ruß auf sein Gesicht fiel. „Sie erzeugt mithilfe von Wasserdampf Druck, der widerum durch diese Kolben hier in kinetische Energie überführt wird.“
      „Ah“, sagte Felia. „Klingt toll.“
      Lyell ließ sie Schultern hängen. „Du verstehst kein Wort“, erkannte er resigniert. „Ich dachte, du gehst auf dieses Nobelinternat. Was lernt ihr da eigentlich?“
      „Technik ist nichts für Frauen, das ist unschicklich.“
      „Was frage ich überhaupt?“ Desinteressiert wandte Lyell sich ab und schob einen der Huskys beiseite, der sich noch nicht zu den anderen zurück auf die Matte zurückgelegt hatte. „Ich vergaß, in Wirklichkeit geht es für euch Frauen nur darum, frühzeitig eine gute Partie kennenzulernen, ist es nicht so?“
      Felia antwortete nicht darauf. Es stimmte schon, dass man ihr immer wieder sagte, wie sie sich zu benehmen hatte, um einen guten Ehemann zu finden ...
      „Es sieht aus wie ein Zwergenkessel“, riet Felia ins Blaue hinein. Seine Enttäuschung darüber, dass sie nicht verstand, was er erzählte, traf sie mehr, als sie zeigen wollte.
      Abermals wirbelte Lyell herum. „Das ist kein Zwergenkessel!“, betonte er in seinem Stolz gekränkt. „Zwergenkessel werden von Zwergen gemacht und ...“
      „Ich sagte nur, dass es wie einer aussieht“, unterbrach Felia ihn schnell. Das war wieder einer dieser Momente, in denen sie es bereute, den Mund aufgemacht zu haben. Merkwürdigerweise ritt Lyell aber nicht weiter darauf herum.
      „Es ist ein Zwergenkessel“, brummte er leise und wandte ihr beleidigt den Rücken zu. „Und er funktioniert nicht.“ Eine Weile herrschte peinliches Schweigen zwischen ihnen, das Felia nicht zu brechen wusste. Zu gern hätte sie dem jungen Schrotthändler ihre Hilfe angeboten – aber wie Lyell richtig erkannt hatte, war ihr technisches Wissen in etwa so groß wie Lyells Vorrat an guten Manieren.
      Abermals griff Lyell nach seinem Werkzeugkasten und begann ungeduldig in den Sachen herumzuwühlen, wobei er einen Kasten mit Schrauben sowie eine Eisensäge hinunterschmiss.
      Felia wippte angespannt mit den Beinen und beobachtete den jungen Mann. Fragte man die Leute auf den Straßen über ihn aus, würden sie ihn einen verschrobenen Sonderling mit derber Ausdrucksweise nennen, der sich mehr für seine Basteleien als für andere Menschen interessierte. Das war auch der Grund, warum Felia ihn so sehr mochte. Sie lebte selbst am Rand der Gesellschaft. Umso mehr schätzte sie die Nähe Gleichgesinnter.
      „Naja, aber die Dinge zum Laufen zu bringen, ist mein Job“, sagte der junge Mann plötzlich und drehte sich mit einem breiten Grinsen zu ihr um. „Wäre ja langweilig, wenn alles sofort funktionieren würde. Wo bliebe die Herausforderung? Schließlich bin ich der Mann, der die Welt verändern wird!“ Das Grinsen verschwand. „Aber das kann ich nicht, wenn ich ständig abgelenkt bin. Also danke für deinen Besuch, war nett mit dir, aber ich muss jetzt weitermachen.“ Und ohne ein anderes Wort wandte er sich ab, um sich in den hinteren Teil der Werkstatt zu begeben.
      Diese Taktik war Felia bereits gewohnt. Lyell mochte keine Menschen um sich herum. Zuerst hatten sie Aussagen wie die letzte getroffen. Heute wusste sie allerdings, dass Lyell einfach nur auf Höflichkeit verzichtete und direkt sagte, was er dachte oder wollte. Es stand nie eine verletzende Absicht hinter seinen Worten ... jedenfalls hoffte sie das.
      „Der Donnernde Blitz ist tot“, sagte sie, ohne Anstalten zum Gehen zu machen.
      Lyell stockte in seinen Schritten, als wäre er in Hundekot getreten. Ungläubig drehte er erst den Kopf und dann den Rest seines Körpers. „Moment, er ist was?“
      „Tot“, wiederholte Felia bedrückt. „Sie haben ihn heute im Neuen Eichenwald gefunden ... also, zumindest Teile von ihm.“
      „Hübsch, dann werden sie die bald teuer als Souvenirs verkaufen.“
      „So ähnlich, es soll eine Auktion geben. Aber ...“ Erst jetzt wurde Felia bewusst, dass sie eigentlich auf etwas ganz anderes hinaus wollte. „Er ist tot, Lyell! Weißt du, was das bedeutet?“
      In den Augen des Schrotthändlers flackerte es. „Ja, das bedeutet, dass ich meine wertvolle Zeit in ein total wertloses Projekt gesteckt habe! Der Schlitten, den ich für ihn anfertigen sollte, ist schon beinahe fertig! Und jetzt stirbt der Idiot einfach und kann mein Kunstwerk nicht beim Rennen präsentieren!“
      Felia hatte eigentlich mit einer anderen Antwort gerechnet. Doch dieser Umstand zog sich im Angesicht der neuen Informationen verschämt aus ihrem Gehirn zurück.
      „Warte ... du hast einen Schlitten für den Donnernden Blitz gebaut?“
      „Natürlich hab ich das! Das mache ich schon seit zwei Jahren. Das ist auch der Grund, wieso er immer gewinnt!“
      „Das wusste ich nicht!“
      „Natürlich weißt du das nicht“, erwiderte Lyell erzürnt. „Niemand weiß das. Sonst kämen bald ja noch mehr Kunden, die irgendwas gebaut haben wollen.“
      Felia verstand den Einwand nicht. „Aber wäre das nicht gut? Wenn du sowieso lieber etwas zusammenschraubst, anstatt den Laden zu führen, dann ...“
      „Du verstehst nicht!“, fiel er ihr ins Wort. „Ich baue gerne Dinge, ja. Aber nicht nach den Vorstellungen anderer Menschen, sondern nur nach meinen! Und dieser Laden gibt mir die Möglichkeit dazu, das zu tun!“
      „Und der Auftrag vom Donnernden Blitz war ...?“
      „Eine Heruasforderung“, erwiderte Lyell schlicht. „deswegen stört es mich, dass ich diese nun nicht mehr abschließen kann.“
      „Mach den Schlitten doch trotzdem fertig“, riet Felia. „Du kannst ihn dann ja an jemand anderen verkaufen.“
      Hätte man einen Schokoladenweihnachtsmann zu lange in der Sonne stehen lassen, würde dieser den gleichen geschmolzenen Gesichtsausdruck präsentieren wie Lyell es nun tat.
      „Nein, kann ich nicht“, erklärte er um Geduld bemüht. „Ein Schlitten ist eine Sonderanfertigung. Er muss genau zu den Zugtieren passen, wenn man eine maximale Leistung anstreben will.“
      „Aber sind Pferde nicht alle gleich?“
      „Pferde!?“, echote Lyell. „Aus welchem abgelegenen Winkel der Welt stammst du denn? Pferde sind doch absolut ungeeignet!“
      Betreten ließ Felia den Kopf hängen. Eigentlich war sie hergekommen, um Lyell mit Fragen über das Rennen zu löchern, doch stattdessen kamen die Gefühle vom gerade überstandenen Vormittag wieder hoch. Emotionen, die sie zu verdrängen versuchte.
      „Ich bin erst vor einem Dreivierteljahr aus Kargfeld hierher gezogen ...“, sagte sie leise.
      Man musste kein Hellseher sein, um beobachten zu können, wie sich die Worte „Ach ja“, in Lyells Kopf bildeten. Wieder breitete sich Schweigen aus, in dem der Schrotthändler verzweifelt versuchte, in eine andere Richtung zu schauen.
      „Magst du mit Filius und den anderen spazieren gehen?“, murmelte er schließlich, wobei einer der Huskys den Kopf hob, als er seinen Namen erkannte. „Sie brauchen Auslauf. Springt auch wie üblich was für dich raus.“
      Felia lächelte schwach. „Klar, gerne doch.“

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Hey,

      es geht schon weiter. Wie schön :)

      Ich finde, der Teil liest sich gut. Die Stadt mit dem wunderschönen Namen "Schwalbenkack" und den weiß-gesprenkelten Dächern habe ich förmlich vor mir gesehen...sogar den Gestank konnte ich mir vorstellen.
      Den Dialog zwischen Lysell und Felia hast du gut hinbekommen, wobei ich mich an menchen Stellen gefragt habe, wo die peinliche Stille herrührt. Irgendwie gehen sie ein bisschen...wie soll ich sagen....unbeholfen miteinander um. Die totale Vertrautheit würde ich mir anders vorstellen.Aber so richtig viel haben wir über die Beziehung zwischen beiden ja auch nicht erfahren...außer, dass Felia ihn gerne besuchen kommt...
      Bin mal gespannt, was das für ein Gefährt ist, das Lysell da zusammengebaut hat. Würde mich nicht wundern, wenn dieses Teil noch eine Rolle spielen würde...

      Meine Anmerkungen packe ich dir in den Spoiler:

      Spoiler anzeigen

      Alopex Lagopus schrieb:

      Es fällt gar nicht auf, wenn ich Nachmittags etwas eher schließe. Und den alten
      nachmittags


      Alopex Lagopus schrieb:

      Auch wenn Lyell über eine ruppige Ader aus Verantwortungslosigkeit besaß
      das passt für mich nicht zusammen entweder du streichst das "über" oder nimmst anstelle des "besaß" zum Beispiel ein "verfügte".


      Alopex Lagopus schrieb:

      „Ah, gut das du fragst“, erwiderte Lyell
      dass


      Alopex Lagopus schrieb:

      Sie erzeugt mithilfe von Wasserdampf Druck, der widerrum
      wiederum

      Alopex Lagopus schrieb:

      der sich noch nicht zu den anderen zurück auf die Matte zurückgelegt hatte.
      ein zurück sollte reichen ^^


      Alopex Lagopus schrieb:

      Wieder breitete sich Schweigen aus, in dem der Schrotthändler verzweifelt in eine andere Richtung zu schauen.
      hier stimmt irgendwas nicht. Entweder: "...verzweifelt versuchte, in eine andere Richtung zu schauen" oder "indem der Schrotthändler verzweifelt in eine andere Richtung schaute."


      Alopex Lagopus schrieb:

      wobei einer der Huskys den Kopf hoch, als er seinen Namen erkannte.
      hob



      LG,
      Rainbow

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rainbow () aus folgendem Grund: Fehlerteufel

    • Hey @Alopex Lagopus

      wieder ein schön flüssig geschriebener und lustiger Teil. Du hast mir ja mal gesagt, dass du am liebsten Dialoge schreibst, dass sieht man hier deutlich. :)

      Hier nur ein paar Kleinigkeiten:

      Spoiler anzeigen

      Spoiler anzeigen

      Auf dem Weg am Rande des neuen Eichenwaldes befand sich ein uns bekannter Junge, der genau auf jene Stadt zuhielt. Doch seine Reise durch die Senke interessiert an dieser Stelle nicht. Also richten wir unseren omnipräsenten Blick lieber auf Schwalbenkack, auch wenn´s in den Nasennebenhöhlen wehtut.
      Deswegen schauen wir auch schnell weiter, tauchen hinab, bis wir auf Augenhöhe mit den Einwohnern sind und uns in einer der engen, mit Kopfsteinen gepflasterten Gassen des Hafenviertels wiederfinden.

      Mir gefällt, was du hier machst, nur Aktion / Reaktion erscheint mir etwas seltsam. Ich versuche mal kurz zusammenzufassen:
      Wir richten also unseren Blick auf etwas, obwohl es schlecht riecht, darum schauen wir weiter und gehen dann auf Augenhöhe mit den Einwohnern, wo es quasi noch mehr stinkt.
      Ich mache mal einen Vorschlag:
      Wir spulen also - allmächtig wie wir sind - lieber etwas vor und betreten Schwalbenkack,auch wenn´s in den Nasennebenhöhlen wehtut. Bis auf Augenhöhe der Einwohner senken wir unseren omnipräsenten Blick und finden uns in einer engen, mit Kopfsteinen gepflasterten Gasse des Hafenviertels wieder.

      Spoiler anzeigen
      Dabei landete sie mit dem rechten Fuß in einem frischen Klecks Schwalbenkot, welcher sich in negativer Weise auf den Haftreibungskoeffizienten unter ihren Schuhen auswirkte.

      :thumbsup:

      Spoiler anzeigen
      Doch statt flennend in Tränen auszubrechen [KOMMA] wie andere ihrer Altersgenossen

      Ich würde hier ein Komma setzen. Aber bitte selbst noch mal prüfen. Ich bin nicht gut in Zeichensetzung ...

      Spoiler anzeigen
      „Wir haben geschlossen“, erwiderte die zu dem unflätigen Wort gehörende Stimme

      Ist der Fluch von vorher also ein Ausruf wie "Scheiße"? Weil du hier von EINEM Wort sprichst. Ich hatte zuerst an etwas wie bei uns hier in Bayern gedacht: "Kreuz Kruzefix Himmel Arsch und Zwirn!" ... Ein ordentlicher Fluch halt! :P

      Spoiler anzeigen
      Desinteressiert wandte Lyell sich ab und schob einen der Huskys beiseite, der sich noch nicht zu den anderen zurück auf die Matte zurückgelegt [gelegt] hatte.



      Gruß
      Rebirz
      GESCHRIEBENES VON REBIRZ

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    • Schöner Abschnitt. Gute Dialoge. Mir hat es Spass gemacht.

      Spoiler anzeigen

      Alopex Lagopus schrieb:

      Im Gegenzug dazu
      Im Gegensatz?

      Alopex Lagopus schrieb:

      auch wenn´s in den Nasennebenhöhlen wehtut.
      Deswegen schauen wir
      Den Übergang hab ich nicht verstanden. Wir gehen doch nicht runter, damit es wehtut. Oder tut es unten weniger weh, weil die Kacke ja auf den Dächern liegt?

      Alopex Lagopus schrieb:

      „Hübsch, dann werden sie die bald teuer als Souvenirs verkaufen.“
      Souvenirs von einem Pferd. Echt?

      Alopex Lagopus schrieb:

      Pferde sind doch absolut ungeeignet!“
      Also war "Donnernder Blitz" doch keine Pferd. Der Schlitten war doch für ihn? Hab ich es überlesen?
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Danke für die Anmerkungen euch beiden :)
      Fuchsi beantwortet Kommis



      Rebirz schrieb:

      Ich würde hier ein Komma setzen. Aber bitte selbst noch mal prüfen. Ich bin nicht gut in Zeichensetzung ...
      Kommt keines hin, da das "wie" in dem Satz ein Vergleichswort und keine Konjunktion ist. Das hat mich auch immer rausgerissen, aber Arathorn hat mir die Regel irgendwann eingeprügelt xD

      Rebirz schrieb:

      Ist der Fluch von vorher also ein Ausruf wie "Scheiße"? Weil du hier von EINEM Wort sprichst. Ich hatte zuerst an etwas wie bei uns hier in Bayern gedacht: "Kreuz Kruzefix Himmel Arsch und Zwirn!" ... Ein ordentlicher Fluch halt!
      Joa, hier im Norden kenne ich einen Fluch als ein Wort "Scheiße", "Fuck" etc etc. So lese ich es auch oft in Büchern.

      Rebirz schrieb:

      Mir gefällt, was du hier machst, nur Aktion / Reaktion erscheint mir etwas seltsam.
      Hmm ja, jetzt wo du es sagst ... das streiche ich mir erstmal an und schaue da später nochmal in Ruhe drüber, wie ich das lösen werde.

      Sensenbach schrieb:

      Im Gegensatz?
      Ja, genau xD Manchmal setze ich Worte merkwürdig zusammen, gut dass du das gesehen hast. Ich seh´s nämlich nicht xD

      Sensenbach schrieb:

      Also war "Donnernder Blitz" doch keine Pferd. Der Schlitten war doch für ihn? Hab ich es überlesen?

      Alopex Lagopus schrieb:

      „Das reicht noch nicht mal, um meinen Wagen und meine Zugtiere zu bezahlen!“, schrie der Fremde in gleicher Lautstärke zurück. „Das waren Panzerbestien aus der Sengende Senke bei Skepthomos!“
      Hogar betrachtete den zuckenden Kadaver. „Neue Eiche schlägt Panzerbestie“, sagte er trocken. „So wertvoll kann das Vieh nicht gewesen sein.“
      „Hören Sie mal! Haben Sie eigentlich eine Ahnung, wer vor Ihnen sitzt? Ich bin der Donnernde Blitz! Jetzt helfen Sie mir auf! Es wird sich für Sie lohnen!“
      Nope, das war der Rennfahrer aus Part eins, der nannte sich "Der Donnernde Blitz"


      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


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    • Natürlich war Lyell nicht der Einzige, dem die Nachricht vom Tod des Donnernden Blitzes zugetragen wurde. So erfuhr es auch Vaunír Erendar. Und zwar durch die Morgenausgabe des Schwalbenkuriers.
      Wie es seine Angewohnheit war, las er sehr gründlich. So gründlich, dass es für einen Beobachter schien, als versuchte der Elb mit seinem Blick die Zeitung in Brand zu setzen. Ganz falsch ist diese Annahme nicht. Allerdings beabsichtigte er nicht, etwas zu zerstören, sondern dem geschriebenen Text jedwede Information zu entnehmen, die er barg – mit Erfolg! Vaunír erfuhr zum Beispiel, dass das kleine „e“ der Druckpresse des Schwalbenkuriers sich allmählich abnutzte. Es fehlte ein Stück von der Größe einer Milbe.
      Das allein sagte viel über den Blick des Elben aus. Zur endgültigen Verdeutlichung: Würde Vaunír noch konzentrierter auf das Blatt starren, er würde den Buchstaben die Tinte aussaugen und nur weißes Zeitungspapier zurücklassen, was ihm zu einen wertvollen Mitglied eines Recyclingunternehmens gemacht hätte. Die Marktlücke dazu war noch gegeben.
      Doch selbst wenn Vaunír auf die Idee gekommen wäre, er hätte seine Fähigkeiten niemals auf diese Weise eingesetzt. Schließlich würde er damit Papier reinigen. Und er hasste Papier, denn es bestand im Großen und Ganzen aus Bäumen.
      Der Elb runzelte missbilligend die Stirn. Wie immer drückte sich dieses Klatschblatt niveaulos und ausschweifend aus. Es lag auf der Hand, dass hier der Leser möglichst lange am Ende des Stocks mit der metaphorischen Mohrrübe gehalten werden sollte, bis er sie endlich zu fressen bekam. Deswegen las Vaunír Zeitungen generell rückwärts. Und zwar Wort für Wort. Er konnte sich auf diese Weise einen viel besseren Überblick machen.
      Sieh an, dachte er nach Lesen der ersten ... pardon, letzten Zeilen des Hauptartikels, aus Unfall einem von also geht man.
      Er lächelte verschmitzt. Natürlich war es ein Unfall gewesen. Wenn es keiner wäre, müsste der Landsherr ja zugeben, dass die Straßen im Umland nicht ausreichend gesichert waren. Und das würde wiederum der guten Wirtschaft schaden.
      Er wollte sich gerade dem Anfang des Artikels widmen, als ihm ganz unvermittelt der Zeitungsjunge am Bein zupfte.
      „Das macht fünf Kleckse, Meister Elb.“
      In seiner Erhabenheit des täglichen Informationskonsums gestört, ließ Vaunír die Zeitung sinken. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Elben generell auf alles allergisch reagierten, was ihre Erhabenheit auch nur im Mindesten trübte. Es gab dann zwei mögliche Folgen: Entweder sie versuchten mit allen Mitteln, den Rest ihrer Erhabenheit zu erhalten und wiederherzustellen, oder sie verfielen in eine Art Ausnahmezustand, in der sie ... nicht erhaben waren und sich erst recht nicht so verhielten. Eine Tatsache, die der Zeitungsjunge nicht wusste; es verirrten sich schließlich nicht viele Elben nach Schwalbenkack.
      Vaunír gehörte zu jener Sorte Elb, die mit den beiden Möglichkeiten einen Kompromiss geschlossen hatten.
      So erhaben, wie es ihm unter den gegebenen Umständen noch denkbar war, blickte er auf den Knirps hinab und lächelte freundlich, wobei er ihm seine zarte Hand auf die Schulter legte.
      „Hier hast du zehn Kleckse. Und wenn du mir jetzt noch artig versprichst, nie wieder ein solch impertinentes Verhalten zu zeigen, lege ich sie auch in deine kleinen, schmutzigen Hände, anstatt sie auf rektalem Wege mit deinen Eingeweiden bekannt zu machen.“

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








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    • @Alopex Lagopus

      Hallo Alo, ich hab jetzt mal aufgeholt mit deiner Geschichte und bin bis hierher gekommen. Gefällt mir gut! Ich mag diese erfrischenden Erzählstil und die vielen Bilder, die du verwendest. Etwas Schwierigkeiten bereiten mir die "neumodischen" Dinge, die du mit reinschmeißt, wie z.B. der Duschvorhang, die Rollschuhe oder das Recyclingunternehmen. Das reißt mich immer ein bisschen aus der "Welt", in der die Geschichte spielt, und die ja - so viel ich verstanden habe - nicht in unserer Zeit spielt. Aber kann sein, dass ich da die Einzige bin und vielleicht auch einfach ein bisschen empfindlich diesbezüglich. :blush:
      Deine Charakter sind sympathisch und liebenswert weil herrlich menschlich. Schade, dass ich mich von den zwei Räubern vom Anfang schon verabschieden musste. Die waren einfach zum Schießen!! :rofl:

      Ich freu mich schon auf die Fortsetzung

      VG Tariq

      Im Spoiler etwas - hm, Blue würde sagen 'Futzelkram'

      Spoiler anzeigen

      Alopex Lagopus schrieb:

      Sie hatten den verängstigten Jungen an der Azurklamm abgefangen, mit nicht mehr als einem Rucksack voller Proviant.
      Bei ersten Lesen hab ich da gedacht, dass sie weder eine Falle noch eine Waffe benutzt haben, sondern halt einen Rucksack voller Proviant. Hab's dann nochmal gelesen, wurde aber nicht besser. ^^

      Alopex Lagopus schrieb:

      Schließlich wusste Jäger noch nicht einmal, wie man richtig applaudierte.
      „Gnarf“, sagte er mit bemüht fester Stimme.
      Die Sätze vorher beziehen sich auf Gnarf. Deshalb würde ich den letzten Satz hier schreiben: „Gnarf“, sagte dieser (nun) mit bemüht fester Stimme.

      Alopex Lagopus schrieb:

      Was genau sein Gefährte vorschlagen wollte Komma blieb unausgesprochen,

      Alopex Lagopus schrieb:

      Wenn der Mann durch das Szenario überrascht war, so zeigte er es nicht. Die schartige Axt halb erhoben, baute er sich breitbeinig vor dem Mann auf, der ihn erregt zur Kenntnis nahm.
      Viel "Mann", viel "er". Musste ich auch zweimal lesen, um zu sortieren, wer was tut. Ist im ersten Satz der Donnernde Blitz gemeint? Dann wäre der Name des Anführers anstelle des fettgedruckten "er" hilfreicher.

      Alopex Lagopus schrieb:

      „H-halt! Wartet!“, schrie der Donnernde Blitz und versuchte Komma vor dem Räuber davonzuweichen (zurückzuweichen?)

      Alopex Lagopus schrieb:

      Ihm gegenüber stand ein schlacksiger schlaksiger Junge mit kaum genug Kraft in den Armen,

      Alopex Lagopus schrieb:

      Aber dieser Blick ... Ihm Ihn beschlich das Gefühl, dass sein Gegenüber kein einfacher Händlerssohn war.

      Alopex Lagopus schrieb:

      Einmal mehr entfaltete er das Pergament. Nicht bewegen!, lautete die Antwort. (Anweisung? Botschaft? Er hat keine Frage gestellt)

      Alopex Lagopus schrieb:

      bevor sein stampfender, (sich) langsam beschleunigender Gang den Abzug der Männer verriet.

      Alopex Lagopus schrieb:

      Es war eine jener Seitengassen, in denen auf schmalen Mauern hockenden hockende Straßenkatzen

      Alopex Lagopus schrieb:

      Ein dumpfer Stoß gefolgt von einem aus Gründen des Anstands nicht wiederzugebender wiederzugebenden Fluch beantwortete ihre Frage

      Alopex Lagopus schrieb:

      Dieses marode Geschäft am Stadtrand wirft kaum genug Gewinn ab Komma um als eine Haupteinnahmequelle gelten zu dürfen.

      Alopex Lagopus schrieb:

      und trotzdem freier wirkte, als jeder Komma den sie kannte.

      Alopex Lagopus schrieb:

      in Wirklichkeit geht es für euch Frauen nur darum, frühzeitig eine gute Partie kennenzulernen,
      'eine gute Partie kennenzulernen' klingt für mich seltsam, ich kannte bisher immer nur "eine gute Patie machen". Kann aber sein, dass ich hier falsch liege...

      Alopex Lagopus schrieb:

      dass sie eigentlich auf etwas ganz anderes hinaus wollte hinauswollte.

      Alopex Lagopus schrieb:

      „Eine Heruasforderung“ Herausforderung, erwiderte Lyell schlicht.

      Alopex Lagopus schrieb:

      wie sich die Worte „Ach ja“, kein Komma in Lyells Kopf bildeten.

      Alopex Lagopus schrieb:

      „Ah, gut Komma dass du fragst“, erwiderte Lyell und strich sich mit einer Hand durchs Haar,

      Alopex Lagopus schrieb:

      „Sie erzeugt mithilfe von Wasserdampf Druck, der widerum wiederum durch diese Kolben
      Ich weiß, ich bin ein schlimmer Korinthenkacker. Wenn du das nicht so magst mit der Fehlerauflistung, schick mir eine PN, dann lass ich das künftig, ja? :/
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


      :cookie:

      ___________________
    • Hey,

      das war ja ein kurzer Teil...ich hätte gerne mehr gelesen. :) Den Elb hast du wirklich gut getroffen. Witzigerweise beschreibst du überhaupt nicht, wie er aussieht. Aber die Einblicke in seine charakteristischen Eigenschaften (die Art und Weise, wie er Zeitung liest und sein Kommentar am Ende) haben ausgereicht, damit ich mir ein Bild von ihm machen konnte... sehr cool!


      Hier nur zwei Kleinigkeiten:

      Spoiler anzeigen


      Alopex Lagopus schrieb:

      was ihm zu einen wertvollen Mitglied eines Recyclingunternehmens gemacht hätte.
      ihn zu einem...


      Alopex Lagopus schrieb:

      Er konnte sich auf diese Weise einen viel besseren Überblick machen.
      vielleicht eher : verschaffen ?




      LG,
      Rainbow
    • @Tariq Freut mich, dass du auch mitliest ^^ Vielen lieben Dank für die ganzen Korrekturen, hab das bei mir auf dem Rechner gleich ausgebessert.
      @Rainbow dir auch vielen Dank für die Vorschläge, hab ich umgesetzt ^^

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Hey @Alopex Lagopus

      wieder ein unterhaltsamer Teil mit lustigen Ideen. Besonders das Rückwärts Lesen find ich geil :D

      Habe eigentlich nichts gefunden außer:
      Spoiler anzeigen
      Sieh an, dachte er nach Lesen der ersten ... pardon, letzten Zeilen des Hauptartikels

      Das ist vermutlich sogar richtig formuliert, aber mir ist es beim lesen negativ aufgefallen, weil es mir so untypisch vorkommt.
      Vielleicht könnte man ja so etwas schreiben: "Sieh an, dachte er nach dem Überfliegen der ersten ..."
      Ist aber nur so als Anmerkung gedacht, dass du weißt, über was man so als Leser ggf. stolpern kann.

      Gruß
      Rebirz
      GESCHRIEBENES VON REBIRZ

      Der Gott, der nicht sein sollte (Urban Fantasy)
      Noetik (Sonstige Fantasy)


      MEINE TO-DO-LISTE

      To do... To do... To do, to do, to do, to do, to doooo, dododododo


    • Hey @Alopex Lagopus,
      Schön, dass ich über deinen ersten Versuch gestolpert bin. Der hat mich dann hierher geführt.
      Deine Geschichte ist wirklich erheiternd geschrieben. Ich muss sagen, ich mag deinen Stil sehr. Schwierig war ein wenig der Einstieg, aber die beiden chaotischen Räuber haben das wieder Wett gemacht.
      Anzukreiden hab ich nichts mehr, da würde ja schon ordentlich gewühlt.
      Ich hoffe, es kommt bald mehr.

      Freundlichst
      McG
      Man sollte nie zweimal den gleichen Fehler machen, denn die Auswahl ist groß genug.
      - Robert Lembke -


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