Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

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    • Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

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      Ich hab das sehr wohl gesehen!, ertönte plötzlich die vertraute Stimme in seinem Kopf. Hör endlich auf, dieses dämliche Stück Holz anzugaffen!
      Der Held hatte so etwas schon erwartet und war daher auf die unvermeidliche Diskussion vorbereitet.
      Und hör auf, über deine dummen "Argumente" nachzudenken! Die hab ich mir längst angesehen und sie sind absolut nichtig. Du brauchst ihn nicht! Du hast doch mich!
      War ja klar, dass er seine Gedanken mal wieder nicht geheim halten konnte.
      „Ich finde schon, dass ich gute Gründe habe“, sagte der Held zu dem letzten Schluck in seinem Steinkrug.
      Das Gasthaus war fast leer und insofern warf ihm der missmutig dreinblickende, glatzköpfige Gnom am Nebentisch einen vielsagenden Blick zu. Der Held war es jedoch gewohnt, mit seinen scheinbaren Selbstgesprächen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und beachtete den Gnom daher nicht im Mindesten.
      „Klar bist du sehr nützlich, sobald es hart auf hart kommt, aber… -
      Sehr nützlich?! Ein UNÜBERTROFFEN wäre wohl eher angebracht!
      „Wie du meinst…“, seufzte der Held und ließ das Dünnbier in seinem Krug kreisen. „Jedenfalls finde ich, dass es ja nicht immer gleich zum Nahkampf kommen muss. Jemanden aus der Ferne zu erledigen oder zumindest zu schwächen, erscheint mir doch sehr sinnvoll."
      Wenn es UNBEDINGT sein muss, kannst du ja auch MICH werfen. Ich halte das zwar für eine total dämliche Idee, aber wenn der Herr jetzt plötzlich einen auf Fernkämpfer machen will, bitte!, erwiderte die Stimme dezent zickig.
      „Himmel, es ist doch nur ein Bogen! Jetzt hab dich nicht so! Ich werde dich doch trotzdem oft genug benutzen.“
      Der Gnom am Nebentisch erhob sich mit einem Schnauben und flüchtete kopfschüttelnd ans andere Ende des Gasthauses. Dies verschaffte dem Helden nun einen gänzlich freien Blick auf den prächtigen Ebenholzbogen, welcher quer über dem Rücken des dritten Gastes hing. Der Kleidung nach zu urteilen war es wohl eine Elfe, der Bogen war vermutlich sogar magisch.
      Oh, ich bin ja sooo toll! Ich kann PFEILE verschießen! Oh!, zeterte es erneut.
      Der Held konnte nicht anders und ließ seine Schwertscheide gegen das Tischbein knallen.
      AU! Das tat weh, du Trottel!, fluchte die Stimme in seinem Kopf.
      „Dann hör auf, blöd zu sein! Wenn ich mir einen Bogen besorgen will, dann tu ich das auch!“
      Ein Moment gekränkter Stille. Der Held genoss ihn und leerte laut schlürfend seinen Krug.
      „Dann werde ich jetzt mal den örtlichen Bogenmacher aufsuchen“, trällerte er schließlich und klimperte mit einem kleinen Säckchen an seinem Gürtel.
      Der ist heute bestimmt nicht da!
      Der Held lachte nur und verließ das Gasthaus.

      Kurze Zeit später konnte er das hämische Grinsen seines Schwertes förmlich sehen, denn der Bogenmacher war tatsächlich gerade nicht zugegen.

      - Fortsetztung folgt -
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      Ein Schwert und sein Held

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    • 2

      Über dem bedächtig knisternden Lagerfeuer, mit einem dünnen Birkenstock gepfählt, brutzelte munter ein gehäuteter Marder und verströmte einen betörenden Geruch. Der Held war froh, dass er mal wieder etwas Abwechslung von Trockenfleisch und Käse bekam und wartete gierig, dass das Fleisch noch etwas mehr Farbe bekam.

      Ist das nicht total nervig?, fragte die Stimme in seinem Kopf.
      „Was? Du?“
      Oh, du solltest zum Zirkus gehen, du Harlekin… ich meine das Essen!
      Der Held stutzte nun doch. „Was soll mit dem Essen sein?“
      Es muss doch furchtbar ermüdend sein, jeden Tag etwas essen zu müssen, erklärte das magische Schwert. Ich zumindest stelle mir das total nervig und langweilig vor.
      „Da habe ich noch nie darüber nachgedacht…“, sinnierte er.
      Ist mir nicht entgangen. In deinen Erinnerungen findet man dazu rein gar nichts!
      „Ich hab dir schon hundert Mal gesagt, dass du nicht ständig in meinem Kopf herumstöbern sollst!“
      In der Zeit, die ihr Menschen mit Essen und Trinken verplempert, könntet ihr so viele nützlichere Dinge tun, fuhr das Schwert unbeirrt fort.
      Der Held schwieg und betrachtete weiter sein schmackhaftes, duftendes Mahl. Die Bauchseite hatte nun eine verlockende Färbung, sodass der Held den Marder auf den Rücken drehte.
      Ich rede mit dir!, protestierte die Stimme.
      „Schön für dich. Ich habe jetzt erstmal Hunger.“
      Genau. Was ist das eigentlich, „Hunger“? Und was muss ich mir unter diesem „Durst“ vorstellen? Da bin ich noch bei keinem meiner Besitzer dahinter gestiegen. Ist das denn wirklich so wichtig für euch Humanoide?, fragte das Schwert nun anscheinend ehrlich interessiert.
      „Hm“, ersann der Held einen verständlichen Vergleich. „Sieh mal, du willst doch ständig irgendwelche Gegner bezwingen, ja?“ Er wusste, dass er die Antwort nicht abzuwarten brauchte. „Ohne das Kämpfen würdest du quasi vor Langeweile sterben."
      Aber sowas von!, stimmte die Waffe sofort zu.
      „Na, Hunger und Durst sind so ähnlich. Du würdest sinnbildlich vor Langeweile sterben. Wir… ähm, wir Humanoiden, wie du sagst, können allerdings tatsächlich an Hunger oder Durst sterben, wenn wir nichts Ess- oder Trinkbares haben.“
      Eine nachdenkliche Stille trat ein.
      „Außerdem“, fiel dem Helden noch ein, „schmeckt es gelegentlich einfach gut.“
      Hm, und was heißt jetzt „gut schmecken“?
      „Na… ähm… öh…“, antwortete der Held. Das hatte er ja prima hinbekommen. Er konnte spüren, wie die Klinge auf seine Antwort wartete. „Ähm… äääääääääääh…“
      Ja, das hatten wir bereits. Höchst interessant.
      „Jetzt lass mich überlegen, du Brotmesserersatz!“
      Allmählich bekam auch der Rücken des Marders eine goldbraune Färbung.
      „Na… du magst es doch, wenn die Sonne auf deine Klinge strahlt“, sagte er zögerlich.
      Ja, das fühlt sich gut an, bestätigte das Schwert in der Vorstellung schwelgend.
      „So ähnlich fühle ich mich, wenn ich etwas besonders Leckeres esse“, fuhr der Held fort, stolz auf seinen gelungenen Vergleich. „Und genau das mache ich jetzt!“, beendete er hungrig das Gespräch und nahm den knusprigen Marder vom Feuer. Er wollte schon hineinbeißen.
      Was heißt „lecker“?, fragte das Schwert.


      - Fortsetzung folgt -
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      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von bigbadwolf ()

    • Lustiges Paar die Beiden. Soll es eine größere Geschichte werden, hätte zumindest Potential? Jetzt bin ich erstmal gespannt, ob sich ein geeigneter Bogen findet. Wenn der aber auch noch redet, hat der Held ein echtes Problem fürchte ich.

      Einen Kritikpunkt muss ich aber anbringen. Jetzt habe ich Appetit auf gebratenen Marder.....

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Alexander2213 ()

    • @Alexander2213 Die "Wortgefechte" sind als lose Aneinanderreihung von kruden (Alltags-)Szenen eines Helden und seines sprechenden Schwerts gedacht. Die Posts sind also alleinstehend. Insofern kann es zwar sein, dass ich Bezüge zwischen den einzelnen Szenen/Posts herstelle, aber so genau weiß ich das auch noch nicht. Vielleicht findet sich also noch ein magischer Bogen, wer weiß?

      Ich hab jedenfalls noch einige Ideen im Skript und mir fallen ständig neue ein. Insofern bin ich auch wieder für Anregungen und Kommentare dankbar.
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    • 3

      Viel besser, dachte der Held, während er seine leichte Rüstung wieder anlegte. Sein Haar troff noch vom kalten Flusswasser, aber die aufgehende Sonne minderte bereits das leichte Frösteln. Seine Hand umfasste den am Boden liegenden Ledergürtel samt Schwertscheide.

      ENDLICH bist du wieder da!, plärrte das Schwert in seinem Kopf. Los, los, leg mich wieder an. Mach schon! Der Held zögerte kurz und legte den Gürtel mit einem süffisanten Grinsen zurück. Es dauerte eine Weile, ehe sein Kettenhemd richtig saß, die wärmenden Lederstiefel geschnürt waren und die magischen Handschuhe übergestreift waren.
      Und nach einer weiteren, langen Weile griff er erneut nach dem Gürtel.
      Die kalte Morgenluft war eine Feuersbrunst im Vergleich zur eisigen Stille, welche nun in seinen Gedanken herrschte. Als der Gürtel festgeschnallt und die Scheide unter dem Mantel verstaut war, entfuhr dem magischen Schwert lediglich ein unterschwelliges Seufzen.
      Erst als der Held sein Lager geräumt hatte, spürte er erneut die Anwesenheit der Waffe in seinem Geist. „Was machst du da?“, fragte er betont lässig.
      Mir war gerade langweilig und da hab ich wie so oft deine frühesten Kindheitserinnerungen –
      „Weißt du, wie kalt der Fluss ist?“, warnte er.
      Das kann kaum schlimmer sein, als auf dem Boden herumzuliegen!, zeterte die Stimme. Weißt du eigentlich, wie knaufkalt es in der Scheide wird, wenn du mich so lange ablegst?!
      „Ich kann dich ja wohl kaum zum Baden mitnehmen, oder? Dann fängst du an zu rosten und meckerst wahrscheinlich nur noch rum.“
      Pah! Ich? Rosten? Hörst du dich überhaupt reden?
      „Du… du kannst gar nicht rosten?“, fragte der Held nun ehrlich interessiert.
      Hallooo? Bin ich ein magisches Schwert oder was? Rost meidet mich!
      „Erscheint mir grundsätzlich logisch, dich zu meiden“, lachte er.
      Jaja, mach du dich nur lustig… das ist wie mit dir und der Schwertkunst! Die versteckt sich auch vor dir!
      Der Held begann erneut seinen Gürtel zu öffnen.
      Schon gut, schon gut! Ich höre ja schon auf…, ergab sich die Stimme missmutig. Aber es ist wirklich furchtbar kalt ohne deine Körperwärme! …Weißt du, am liebsten hab ich es richtig kuschelig warm, etwa in den Eingeweiden eines Kontrahenten... hach...
      „Ist schon klar“, nickte er und warf sich seinen Tornister über den Rücken.
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    • :gutenmorgen: @bigbadwolf

      hab auch mal reingelesen in deine kurzen Stories, weil ich ja generell ein Fan von sowas bin. ^^
      Gefallen mir gut, alle drei Geschichten. Die Dialoge haben mnachmal etwas Ähnlichkeit mit der Unterhaltung von einem Ehepaar (warum hab ich nur an Loriots Sketche vom Ei und vom Feierabend denken müssen?? :rofl: )
      Herrlich kurzweilig zu lesen, lustige Wortkreationen wie "knaufkalt" und unvermutete Reaktionen wie die Schwertscheide gegen das Tischbein zu schlagen, um für Ruhe zu sorgen - gefällt mir wirklich!!
      Bin gespannt auf mehr!
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


      :cookie:

      ___________________
    • Guten Morgen, @bigbadwolf,

      also ich persönlich kann dir nur sagen, dass du diese "Alltagssituationen" super rüber bringst.

      Total amüsant, vor allem im 1. Abschnitt, wo er als "Quasi-Irrer" abgestemplet wird, da er lautstark mit sich selbst redet.
      Da spürte ich sofort die Sympahtie zu deinem Helden aufsteigen und ab diesem Moment war ich voll dabei :thumbsup:

      Und vor allem, wie das Schwert den Helden immer auf die Schippe nimmt, herrlich ^^. Da hast du dir stellenweise echt gut Passagen überlegt.

      Während ich jetzt so dasitze, mache ich mir tiefe Gedanken, wie die Beiden eigentlich zusammengefunden haben:
      Hat er das Schwert aus einem Stein gezogen, wo es murmelnd drinsteckte?
      Hat er es auf einer Aktion erstanden, wo alle Kaufinteressenten dachten, wer dieses Schwert kauft, der muss voll bekloppt sein?
      Hat er es einem Feind entrissen, der darum bettelte endlich von diesem Schwert erlöst zu werden ( im wahrsten Sinne des Wortes :D )
      Oder war es ein stummes Stück Metall mit einem Griff, dass erst später verzaubert wurde und er fortan mit Gesellschaft belohnt wurde...

      Keine Ernsthaften Fragen, die du jetzt beantworten musst.

      Was ich damit sagen wollte: Super gemacht und ich freue mich auf mehr "Alltag" :)

      Iasson
      Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“
    • 4

      Wach auf!, flüsterte das Schwert. Er reagierte nicht. Nur die Zimmertür schwang heimlich noch etwas weiter auf. Dann fiel dem Schwert ein, dass nur der Held es hören konnte.
      AUFWACHEN!, brüllte es und mit einem Aufschrei fuhr der Held von seiner unbequemen Liegestätte hoch und blinzelte alarmiert in die Dunkelheit. Tür, bemerkte die Stimme trocken.
      Jene fiel gerade wieder ins Schloss. Noch ein Blinzeln später hielt er das magische Schwert kampfbereit in der Hand und riss die schlichte Holztür auf. Ein Stiefel erwartete ihn auf Bauchhöhe und mit einem Keuchen knallte er rücklings gegen seine Pritsche. Der mit einem Säbel bewaffnete Angreifer, welcher ihm direkt hinter der Tür aufgelauert hatte, trat vor und hob das Schwert auf, welches der Held verloren hatte.
      AAAAAAH!, schrie das Schwert.
      „AAAAAAH!“, schrie der Angreifer.
      Die magische Waffe fiel erneut scheppernd zu Boden, während der Angreifer völlig überrumpelt einen Schritt zurückwich. Dieser Moment der Unaufmerksamkeit kam ihn teuer zu stehen, denn schon ragte ein Wurfmesser schmerzhaft aus seinem linken Arm.
      Fluchend näherte er sich erneut, doch der Held war bereits in Reichweite seines Schwertes und ergriff es.
      AAAAAAH!, schrie das Schwert.
      „War ja klar“, grummelte der Held und parierte den ersten Streich, wobei die Klingen heftig zusammenknallten.
      AU! Nicht immer so laut!, zeterte die Stimme.
      „Ruhe! Hilf mir lieber!“, fuhr er die magische Waffe an. Der Angreifer gab alles, konnte er doch mit seinem verletzten Arm nicht lange die Oberhand behalten.
      Der Held spürte nun, wie das Schwert seine Bewegungen unterstützte. Dadurch konnte er den nächsten Angriff nicht nur abwehren, sondern gar unter der Waffe hindurchtauchen und seinem Gegenüber eine leichte Wunde an der Hüfte zufügen.
      Viel besser!, atmete die Stimme auf.
      Der Angreifer wich zurück, seine Augen huschten durch den Raum, auf der Suche nach irgendetwas Vorteilhaftem. Dann rannte er aus dem Zimmer. Eine weitere Finte erwartend verharrte der Held an Ort und Stelle, zog sogar das zweite seiner verbliebenen vier Wurfmesser und zielte in Brusthöhe auf den Eingang.
      Der kommt nicht wieder, konstatierte das Schwert. Schade. Hat gerade angefangen Spaß zu machen.
      Der Held überlegte kurz, was er erwidern konnte, aber eigentlich war er seiner Waffe etwas schuldig. „Danke für die Warnung und die Unterstützung!“, sagte er deshalb schlicht.
      Kein Ding, Mann! Guter Wurf übrigens. Ich glaube, der hat dir den Arsch gerettet… und meine kleine Einlage natürlich, ergänzte es lobheischend.
      Der Held schwieg und betastete vorsichtig seinen Bauch. Vor größerem Schaden schien ihn sein Kettenhemd bewahrt zu haben. Das Atmen schmerzte dennoch.
      Mir tut das auch weh, wenn du mit mir parierst! Also hab dich nicht so!, belegte ihn die magische Waffe. Kannst du bitte einfach nur noch die ungeschützten Stellen deines Gegenübers treffen? Am besten Muskelfleisch! Das wäre so viel angenehmer für mich!
      „Ach, und für mich wohl nicht?!“, herrschte er das Schwert an.
      Doch, du Freizeitfechter!, entgegnete die Waffe, die rhetorische Frage gezielt ignorierend.
      „Mit einem Bogen oder einer Armbrust wäre das gar nicht erst passiert!“, stichelte der Held weiter.
      Maaan, da lobt man dich EINMAL und schon wachsen dir goldene Flügel!
      Wutentbrannt rammte der Held die Klinge in die Scheide. „Auf diesem Niveau rede ich nicht mit dir“, sagte er und sammelte seine wenigen Besitztümer ein.
      Oh, wie erwachsen!, höhnte das Schwert zuletzt und der Held schlug zornig die Zimmertür hinter sich zu.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von bigbadwolf ()

    • bigbadwolf schrieb:


      AAAAAAH!, schrie das Schwert.
      „AAAAAAH!“, schrie der Angreifer.
      Ja, ja! Ein kleiner Schrei zur rechten Zeit erspart viel Unannehmlichkeit...

      Ich mag diese Story-Sammlung, vor allem, weil auch ich mit "den Dingen" rede. Nur mir antwortet immer keines... || Deshalb verfolge ich Deine Geschichten, weil ich hoffe, den Grund zu finden... obwohl: Leicht nervtötend ist das Schwert ja auch manchmal. Vielleicht sollte ich froh sein... ?

      Fazit: Bitte mehr! (falls das noch nicht so explizit rübergekommen sein sollte... )
      Aus aktuellem Anlass:

      Ich möchte bitte keine LIKEs mehr haben! ^^
      Wenn Dir mein Beitrag hier und anderswo gefällt, schreibs mir einfach. :danke:
    • @bigbadwolf
      Deine "Wortgefechte" gefallen mir sehr gut.
      Viele Szenen sind direkt aus dem Leben gegriffen und der schwierige Charakter des Schwerts kommt gut zur Geltung.
      Willst du es bei den einzelnen Szenen belassen oder es doch noch zu etwas grösserem Zusammensetzen?
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Cory Thain schrieb:

      Ich mag diese Story-Sammlung, vor allem, weil auch ich mit "den Dingen" rede. Nur mir antwortet immer keines... Deshalb verfolge ich Deine Geschichten, weil ich hoffe, den Grund zu finden... obwohl: Leicht nervtötend ist das Schwert ja auch manchmal. Vielleicht sollte ich froh sein... ?
      Du redest mit Dingen? Hm... vielleicht wollen sie dir ja nicht antworten. :D

      Sensenbach schrieb:

      Viele Szenen sind direkt aus dem Leben gegriffen und der schwierige Charakter des Schwerts kommt gut zur Geltung.
      Das ist mein Hauptansinnen. Deshalb überlege ich ja auch permanent, was für Alltagsszenen sich noch gut eignen.

      Sensenbach schrieb:

      Willst du es bei den einzelnen Szenen belassen oder es doch noch zu etwas grösserem Zusammensetzen?
      Weiß ich noch nicht. Bislang bleibt es bei Einzelszenen, da sich das Ganze auch schnell abnutzen kann, wenn man es übertreibt. Aber ihr vermittelt mir hier, dass ich diesen Punkt noch nicht überschritten habe. ^^

      Tariq schrieb:

      Ich liebe dieses Schwert...
      Hach, ich weiß, man kann einfach nicht anders, sagte die Stimme.
      :D


      Danke für euer anhaltendes Interesse!
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    • Hallo @bigbadwolf, also nun meine Anmerkungen:

      Was mir zuallererst aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass du für die Gedankensprache des Schwert nur kursiv verwendest und keine Anführungszeichen, die eigentlich für die wörtliche Rede anratsam wäre. Aber das ist auch ein wenig Geschmackssache. Man kann den Text auch so gut lesen.


      Den Rest findest du im Spoiler. ^^
      Spoiler anzeigen


      bigbadwolf schrieb:

      Die hab ich bereits durchgesehen und sie sind absolut nichtig.
      Unglückliche Wortwahl meiner Meinung nach. Besser wäre unnütz, blödsinnig, unbrauchbar...etc.

      bigbadwolf schrieb:

      konnte. „Ich finde schon,
      Es würde hier deutlich besser wirken, wenn du einen Absatz reinmachst. Das erhöht hier dann doch erheblich den Lesefluss.

      bigbadwolf schrieb:

      Was ist das eigentlich, Hunger? Und was muss ich mir unter diesem „Durst“ vorstellen?
      Satzzeichenfehler. Bei Durst machst du es vorbildlich in Anführungszeichen, bei Hunger nicht.

      bigbadwolf schrieb:

      Ist das denn wirklich so wichtig für euch Humanoide?
      Unglückliche Wortwahl.
      Es passt nicht recht zum Mittelalter-Setting und deiner sonstigen Wortwahl.

      bigbadwolf schrieb:

      Viel besser, dachte der Held
      Hier machst du eine stilistische Ungenauigkeit. Du verwendest die ganze Zeit die Kursivschrift für das Schwert. Jetzt plötzlich auch für den Prota, was für den Leser im ersten Moment sehr verwirrrend ist.

      bigbadwolf schrieb:

      lachte der Held.
      Jaja, lach du nur…
      Hier ist eine unnötige Wortwiederholung.
    • Spoiler anzeigen
      @Schreibfeder Deine Anmerkungen werde ich demnächst noch einarbeiten bzw. kommentieren.


      5


      Mit einem geschmeidigen Rascheln huschte ein Eichhörnchen eine nahe Rotbuche hinauf, die im Glanz der Abendsonne tatsächlich ein wenig rot leuchtete. Abgesehen vom rhythmischen Sirren des Wetzsteins war dies das einzige Geräusch in der sonst eher unwirtlichen Gegend.
      Hm…, summte die Stimme genüsslich.
      Und abgesehen vom Schwert des Helden.
      „Sag mal, warum singst du beim Schärfen eigentlich immer? Oder was genau machst du da?“, wollte er schließlich wissen und setzte den Wetzstein ab.
      Hm… hm? Hey, warum hörst du denn schon auf?, fragte die Waffe pikiert.
      „Was machst du?“, wiederholte der Held, während er sich auf der Anhöhe umsah, auf welcher er rastete.
      Es war nun tatsächlich totenstill.
      Ich… ähm… na, du weißt schon…, druckste das Schwert herum. Ich genieße eben.
      Stille, ratlos und mit einer merkwürdig peinlichen Note.
      „Ähm…, nein, ich glaube, ich weiß nicht, was du meinst…, hoffe ich.“
      Deine Gedanken scheinen aber ziemlich genau zu verstehen, was ich meine.
      Der Held war sich nicht sicher, was ihm gerade unangenehmer war: Dass das lästige Schwert schon wieder in seinem Hirn herumschnüffelte oder die Tatsache, dass er mit seiner Vermutung wohl doch richtig lag.
      „Ich glaube, deine Klinge ist jetzt… ähm… scharf genug…“, sagte er rasch und lauschte angestrengt. Wo sind die Banditen und wilden Tiere, wenn man sie braucht?!, dachte der Held beschämt.
      Ach, komm schon! Wenn jetzt eine Frau hier wäre, würdest du doch auch nicht einfach mittendrin aufhören, brachte das Schwert die Sache auf den Punkt, „...und ich kann sehr wohl feinfühlig sein!
      „Ok, ok, die Rüge habe ich wohl verdient…, aber verschwinde jetzt trotzdem aus meinem Kopf! Das ist privat!“
      Ich glaube sowieso, dass Frauen nichts für einen Abenteurer wie dich sind. Die lenken nur vom Kämpfen ab! Mich zu schärfen erfüllt zumindest einen Zweck… Weißt du eigentlich, woher euer Ausdruck dafür kommt?, fragte das Schwert vollkommen unbeeindruckt.
      „Unser Ausdruck… dafür…?“, fragte der Held verwirrt vom plötzlichen Wortschwall der Stimme.
      Vom Schwertficker.
      Stille, unangenehm und… einfach unangenehm. Es mochte am Sonnenuntergang liegen, aber die Rotbuche wurde noch etwas röter.
      Eigentlich heißen diese Leute „Schwertfeger“ und schärfen Schwerter, indem sie uns in Säcke voller Sand stoßen, erklärte die Waffe unbeirrt. Das hat einer meiner früheren Besitzer auch mal mit mir gemacht, allerdings bloß, um jemanden dahinter zu erledigen, der ihm auflauern wollte… hach, aber schön war es trotzdem…, schwelgte die Stimme in der intensiven Erinnerung und begann erneut zu summen.
      „Hm, interessant“, sagte der Held schließlich in einem möglichst sachlichen Ton. Gerade wollte er den Wetzstein schnell in einen Beutel gleiten lassen, als die letzten Sonnenstrahlen eine winzige Kerbe in der Klinge des magischen Schwerts anprangerten.
      Peinlich berührt zog er den Stein erneut über die Klinge.
      Hm…, summte die Stimme genüsslich.
      Jetzt kam er sich schmutzig vor.
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      @Schreibfeder So, also einiges habe ich eingearbeitet, aber nicht alles. Weil:
      "Nichtig" finde ich schon passend als Adjektiv für ein Argument. Ein nichtiges Argument ist quasi so unbedeutend, dass es nicht beachtet werden muss. So kenne ich das zumindest.
      "Humanoide" ist neben "Goblinoide" oder auch "Mykonide" ein Begriff, den ich in den Vergessenen Welten angetroffen habe. Ich finde auch, dass er in einer Fantasywelt in gelehrteren Kreisen durchaus vorkommen kann.

      Und was meine Form betrifft: Gedanken schreibe ich generell kursiv. Das gilt unabhängig davon, wer etwas denkt und dabei nicht laut ausspricht. Das Schwert kann nicht sprechen, also sind seine Äußerungen immer kursiv. Der Held kann allerdings sowohl reden als auch denken. Beim Reden verwende ich die normale wörtliche Rede mit Anführungszeichen und beim Denken wieder die kursive Schrift.


      Alle Klarheiten beseitigt? :D
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    • 6

      Als er den letzten und größten der Grotraks, vermutlich den Häuptling der kleinen Höhlensippe, mit einem geradezu eleganten Rückhandschlag geköpft hatte, sah sich der Held interessiert im flackernden Fackelschein um.
      So viel Blut und doch kein Spaß!, ärgerte sich das Schwert.
      „Ich kann ja auch nichts dafür, dass diese Viecher die Kampferfahrung eines Schweinetrogs haben“, entgegnete er leicht gereizt. „Ich bin auch nicht ins Schwitzen gekommen, falls es dich interessiert!“
      Vielleicht hättest du ihn mit bloßen Händen angreifen sollen… hm, wobei… am Ende wäre ich noch in dieser Höhle hängen geblieben, zog die Stimme rasch ihren Vorschlag zurück.
      „Na, vielen Dank auch“, erwiderte der Held verstimmt und steckte die magische Waffe wieder in ihre Scheide. Sein Blick wanderte nun über die aufgeschlitzten Körper und fiel schließlich auf ein paar Gegenstände, welche die Grotraks in einer Höhlenecke gesammelt hatten. „Oh, der sieht aber TOLL aus! Den muss ich mitnehmen!“, betonte der Held und beugte sich schon über einen prächtigen Langbogen. Schnitzereien zogen sich wie eine grazile Melodie in einer Linie um das helle Holz herum, die Sehne hatte im dürftigen Fackelschein einen leicht goldenen Schimmer. Schon griff er nach dem Bogen.
      Ich würde das lassen, sagte das magische Schwert.
      Der Held hielt inne.
      „Na, wieder eifersüchtig?“, grinste er.
      Ist nur ‘ne Empfehlung, ergänzte die Stimme ruhig.
      Der Held überlegte.
      „Ist das Teil verflucht? Spürst du irgendwas, irgendwelche Magie?“
      Naja, „verflucht“ würde ich jetzt nicht gleich sagen…, druckste das Schwert herum.
      Der Held war es leid und seine Hand umschloss das glatte Holz.
      Schnittchen!, plärrte plötzlich eine unbekannte Stimme im Kopf des Helden. Das ist ja schon EWIG her, dass wir uns begegnet sind! Hast du dich wieder ordentlich ausgetobt? Wie geht’s dir und wen hast du da bei dir?
      Ah… Helene, erklang die Stimme des Schwertes, schön… ähm… schön, dich mal wieder zu treffen.
      „Helene? Wer…?“
      Endlich begriff der Held.
      „Der Bogen… DU KENNST SIE?!“, hallte seine Stimme durch die totenstille Höhle.
      Jetzt schreien Sie doch nicht so herum, Sie Flegel!, schimpfte Helene. Da reißt mir ja die Sehne! Außerdem habe ich gar nicht mit Ihnen geredet, sondern mit Schnittchen hier.
      „Schnittchen“, wiederholte der Held und spürte bereits, wie ein übermächtiger Lachanfall in ihm aufstieg.
      Wehe, du nennst mich jemals so!, protestierte das Schwert vehement.
      Aber, aber! Jetzt reg dich doch nicht gleich auf, Schnittchen! Das gehört sich nicht. Wenn du diesen Träger auch wieder verärgerst, landest du nur wieder in einem Flussbett oder einem Stein.
      „Wo sie Recht hat…“, stimmte der Held prustend zu.
      Wenigstens habe ich nie meinen Träger an einen besseren Kämpfer verraten! SOWAS gehört sich nicht!, empörte sich das Schwert.
      Ach, immer diese alten Geschichten. Das ist doch schon gar nicht mehr wahr… und diese drei hatten es auch verdient, so blöd wie die sich dauernd ange –
      Klappernd fiel der Langbogen auf den Höhlenboden, wo ihn der Held mit größtem Misstrauen musterte. In der darauffolgenden Stille konnte er spüren, wie sich die Aufregung seiner magischen Waffe legte.
      Danke, Mann, sagte die Stimme schließlich.
      „Gleichfalls. Gut, dass du sie kanntest“, entgegnete er. „Woher eigentlich?“, wollte er dann doch wissen.
      Ach, lange Geschichte. Kannst jedenfalls froh sein, dass du sie rechtzeitig losgeworden bist. Sie hält sich nämlich auch noch für ‘ne unheimlich tolle Sängerin… so von wegen singender Bogen und so…, seufzte die Stimme.
      „Ich hab gerade nichts vor und der Rückweg ist lang“, sagte der Held und wandte sich grinsend vom Schauplatz des Kampfes ab. „Zeit genug für eine schöne, lange Geschichte…, Schnittchen.“
      Wortgefechte

      Ein Schwert und sein Held

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    • @bigbadwolf

      Danke, Du hast mir soeben den Tag gerettet... und die nächsten auch.

      Ich hatte mir grad n neues Stück Tunnel gekauft, aber ich werd ihn nicht benutzen... Danke!


      (Ich tät Helene schon gern mal singen hören: "Atemlos, durch das Land, ist mein Held davon gerannt...")
      Aus aktuellem Anlass:

      Ich möchte bitte keine LIKEs mehr haben! ^^
      Wenn Dir mein Beitrag hier und anderswo gefällt, schreibs mir einfach. :danke: