Wortgefechte - Ein Schwert und sein Held

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    • Wirklich richtig gut die Nummer 44! Die Beschreibung der Umgebung ist dir super geglückt, mit all dem Wortwitz, den ich an diesen Geschichten so liebe :D Auch die Konversation mit dem Schwert ist schön, nicht klamaukig, sondern solide witzig ;) Vielleicht hätte man im Dialog noch an irgendeiner Stelle etwas "Schwert-spezifischer" werden, also irgendetwas reinbringen können, was nur das Schwert in seiner Eigenschaft als Schwert weiss (z.B. wie das aus seiner Perspektive so ist, Hände abzuhacken oder so, oder ob es sich dadurch degradiert fühlt...). Sonst ist die einzige Stelle, wo es von Bedeutung ist, dass der Dialog mit einem Schwert stattfindet, die, wo er über den Knauf reibt, aber da könnte man vielleicht noch ein bisschen mehr draus machen.

      Ich glaube, @Miri hat die besten Stellen schon zitiert. Ich schliesse mich da an!
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      45

      Der Held gähnte herzhaft, zog dann aber seinen Umhang wieder bis unters Kinn. Er war sich nicht ganz sicher, was ihn geweckt hatte, aber ein Rascheln zu seinen Füßen zwang seine Lider nun doch nach oben. Ein kleiner Igel bezog gerade raschelnd und knisternd ein nahes Laubhäufchen.
      Schön, dass das endlich vorbei ist, atmete die Stimme auf.
      „Dir auch einen guten Morgen…“, grummelte er in sein gedeihendes Winterfell. „Was...“, setzte er an und gähnte erneut, „was ist denn »endlich vorbei«?“
      Na, sag bloß, du erinnerst dich nicht!, entgegnete das Schwert erstaunt.
      "Weißt du das nicht längst?", gähnte er erneut.
      Ich mach nur Konversation. Also?, fuhr die Stimme unbeirrt fort.
      Der Held richtete sich von der dicken Eiche auf, an welche er sich zum Schlafen angelehnt hatte. „Woran denn? Hab ich mal wieder im Halbschlaf unter deiner Anleitung ein Wildschwein verscheucht?“
      Diesmal nicht, aber… es ist gar nicht so weit davon weg. Du kannst dich echt nicht an diesen… ähm, interessanten Traum erinnern?
      Jetzt, wo die Stimme es erwähnte, tröpfelten sehr vage Bilder und Emotionen zurück in sein Bewusstsein, doch außer zu leichter Verwirrung ließen sich die Bruchstücke zu nichts zusammensetzen. „Ja… ja, irgendwas war da… ähm, hilf mir mal auf die Sprünge“, bat er und streckte sich erneut.
      Na schön. Also zuerst bist du auf einem Schwein geritten, erklärte das Schwert.
      „Ah ja. Ähm, wo hatte ich denn das Schwein her?“, wunderte sich der Held.

      Das hast du dich in deinem Traum auch lautstark gefragt und dann erklang hinter dir zur Antwort »Schwein gehabt. Wettkampf-Redensart«.
      „Was denn für eine Wettkampf-Redensart?“
      Na, »Schwein gehabt«.
      „Ja, schon klar. Aber inwiefern ist das eine Wettkampf-Redensart?“
      Hihi, du reagierst genauso wie in deinem Traum, freute sich die Stimme.
      „Kommt da jetzt noch was?“, murrte der Held und musterte den Hintern des Igels, der noch immer aus dem Laub herausschaute.

      Na, du weißt doch noch, dass bei dem Schützenfest letztens –
      „Das, an dem ich nicht teilnehmen durfte?“, fuhr der Held belustigt dazwischen und rieb sich die Augen.
      Das Schwert räusperte sich kurz. Exakt. Und ich möchte hervorheben, dass ich mich nach wie vor als Nahkampfwaffe fühle… so, ähm, also bei dem Schützenfest haben ja die beiden Elfen verloren. Einer hat gewissermaßen einen Ziegenbock geschossen, der andere ein Schwein.
      „Achso und weil Schweine… doch einen gewissen Wert besitzen, hat der Verlierer nochmal Glück gehabt. Also Schwein. Ähm, sozusagen.“

      So wie dein Denkapparat knirscht, bist du wirklich noch nicht so ganz wach, hm?
      „Geht so. Hm, und was ist dann passiert?“, wollte der Held wissen. „Hab ich mich umgedreht und gesehen, wer da hinter mir sitzt?“
      Nö. Du hast dich erstmal über dein Schwein gefreut und gesagt, dass die ja quasi alles fressen und ansonsten nur Wasser brauchen … und dann hat das Schwein »Ich will aber Tee!« gerufen.
      „Das Schwein hat gesprochen?!“
      Jep. Und du dann so »Was?« und hinter dir hat jemand »Tee. Aufguss aus getrockneten Pflanzenbestandteilen. Definition.« gesagt. Und dann kam ein seltsamer, schwarzweißer Vogel angewatschelt, hat dem Schwein einen Krug mit Tee hingestellt und ihm den Kopf getätschelt.
      „Aha.“
      Und dann bist du aufgewacht.
      „Interessant, was da so für Dinge in meinem Kopf hausen“, kommentierte der Held etwas verstört.
      Soll ich dich das nächste Mal lieber gleich wecken?
      „Bitte.“

      ----------------

      Ein Dankeschön an @Miri für die Erlaubnis hierzu. Wer nicht weiß, was ich damit meine und gern mehr über ein Schwein namens Schwein, Kaff - ähm, TEE, Waschbärhunde und staatsmännische Pinguine und ihre weltverbessernden Talente erfahren möchte, der klicke bitte hier:
      Dinge in meinem Kopf
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      Ein Schwert und sein Held

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      @bigbadwolf

      Nee, ist schon okay, ich hab jetzt keine konkreten Punkte, woran ich es festmachen würde (du weisst ja, was mir an diesen Geschichten besonders gefällt: Wortwitz, gelungene/witzig-hintergründige Formulierungen, schwertzentrierte Kommentare). Das hier ist wie gesagt als Insider-Witz total in Ordnung, aber wenn ich nicht wüsste, worauf sie sich bezieht, würde ich die Folge eher als planlos empfinden ;) Also lass mal gutsein, ist schon okay :D
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      Inhaltlich top. Extrem witzig und exakt aus dem Leben gegriffen. Allerdings sind mir ein paar stilistische Dinge mir aufgefallen, wo du eventuell noch mal drüber gehen könntest.

      Siehe Spoiler:
      Spoiler anzeigen

      Zum einem, verbessert es stelenweise vielleicht die Lesbarkeit, wenn die wörtliche Rede einen neuen Absatz bekommt. Das muss man natürlich nicht immer machen, aber:

      bigbadwolf schrieb:

      „Dir auch einen guten Morgen…“, grummelte er in sein gedeihendes Winterfell. „Was“, setzte er an und gähnte erneut, „was ist denn »endlich vorbei«?“
      Vor allem hier, ist es so wild durchgemischt, dass es den Lesefluß arg stört.

      bigbadwolf schrieb:

      Der Held gähnte herzhaft, zog dann aber seinen Umhang doch wieder bis unters Kinn. Er war sich nicht ganz sicher, was ihn geweckt hatte, aber ein Rascheln zu seinen Füßen zwang seine Lider nun doch nach oben. Ein recht kleiner Igel bezog gerade raschelnd und knisternd ein nahes Laubhäufchen.
      Vor allem im violetten Abschnitt hast du sehr viele Füllwörter. Aber auch im ganzen ersten Abschnitt ist da einiges.

      bigbadwolf schrieb:

      Na, sag bloß, du erinnerst dich nicht!
      Das Ausrufezeichen befremndet mich hier ein wenig. Müsste es nicht ein Fragezeichen sein?
      Aber wieso weiß das Scwert es nicht. Ich dachte, es kann Gedanken lesen?

      bigbadwolf schrieb:

      Du kannst dich echt nicht an diesen… ähm, interessantenTraum erinnern?
      Leerzeichenfehler.


      bigbadwolf schrieb:

      Der Held richtete sich von der dicken Eiche auf, an welche er sich zum Schlafen angelehnt hatte.
      Das stelle ich mir als sehr unangenehm vor. Da muss man doch unglaubliche Rückenschmerzen bekommen. Oder? :huh:
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      Schreibfeder schrieb:

      Das stelle ich mir als sehr unangenehm vor. Da muss man doch unglaubliche Rückenschmerzen bekommen. Oder?
      Durchaus nicht. Schon mal an einem Baum gepennt? Das geht schon, allerdings sind wir heutzutage einfach Weicheres gewohnt.

      Was die Füllwörter anbelangt: Die verwende ich zumeist, um ein Gefühl von Alltag und Gelassenheit zu erzeugen. Aber ja, kann sein, dass ich sie etwas zu häufig verwende. Bezüglich des Absatzes, welchen du vorschlägst: Ich habe auch darüber nachgedacht, aber mich letztlich hierfür entschieden. Ich verstehe den Einwand, bin aber anderer Ansicht.

      Ich schau insgesamt nochmal drüber.
      Danke fürs Feedback.
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